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11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Stimmen der Straße

Philip K Dick , Jürgen Bürger , Kathrin Bielfeldt
Fester Einband: 396 Seiten
Erschienen bei Liebeskind, 23.08.2010
ISBN 9783935890724
Genre: Romane

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

Asche zu Asche, Blut zu Blut

James Oswald , Sigrun Zühlke
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.03.2015
ISBN 9783442480319
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:

Der Christmas-Killer ist tot! Detective Inspector Anthony McLean macht sich extra auf den Weg nach Aberdeen, um an der Beerdigung von Donald Anderson teilzunehmen, nachdem der Serienmörder im Gefängnis selbst einem Gewaltakt zum Opfer fiel. So ganz fällt dem Polizisten aber nicht die Last von den Schultern, hatte er zwar selber Anderson dingfest gemacht, doch seine Freundin Kristie war eines seiner Opfer gewesen. Zu allem Übel wird neben den vielen aktuellen Fällen, in denen McLean steckt, nun eine weibliche Leiche gefunden, welche ganz nach dem Muster des Christmas-Killers getötet wurde! Ist dies die Tat eines Nachahmers, was angesichts eines sehr populären Buches über die Verbrechen von Anderson ja nicht mal so schwer wäre, oder hat McLean damals doch den falschen Mörder erwischt? Es bleibt nicht viel Zeit, diesen Fragen auf den Grund zu gehen - die Tote ist die Tochter des zwielichtigen Razor MacDougal, der McLean ziemlich unter Druck setzt ... und das nächste Opfer wird alsbald gefunden!



KOMMENTAR:

Auch den Roman 'Asche zu Asche, Blut zu Blut' hat der schottische Autor James Oswald erst online veröffentlicht, bevor sich ein Verlag seiner Werke annahm. Dies ist meiner Meinung nach auch lohnenswert; der Schreibstil ist flüssig gehalten und kommt der deutschen Übersetzung durch Sigrun Zühlke zu Gute. Allerdings muss man doch ein wenig an die Kollegen aus demselben Lande denken; stärker als der Vorgänger-Roman 'Das Mädchenopfer' lehnt sich Oswald hier an seinen Mentor Stuart MacBride und ich meine auch ein wenig die klassischen Merkmale von Ian Rankin heraus zu Lesen. Gerade ersteren hat er ja seine Figur, den Detective Constable mit selbigen Namen gewidmet und wenn ich mich nicht irre ist die in diesem Roman aus Aberdeen zu dem Team von DI Anthony McLean gestoßene DS Kirsty Ritchie von MacBride erschaffen und in seinen Romanen nach Edinburgh abgeschoben worden. Das müsste ich mal recherchieren. Die Reibereien zwischen McLean und seinen Kollegen sowie harte Diskussionen mit den Vorgesetzten - das alles ist mir gerade durch MacBrides Figur Logan McRae sehr vertraut - wenn auch dort ein paar Stufen derber; um nicht obzöner zu sagen. In diesem zweiten Roman um die Charaktere McLean geht es tiefer in seine eigene Geschichte, was einen großen Reiz der Geschichte ausmacht. Die Figuren wie Grumpy Bob oder auch die zynische Emma Baird sind dem Leser schnell wieder vertraut, der Wiedererkennungs-Faktor ist also gegeben. Die knallharte Action darf man bei diesem Roman nicht erwarten, dafür jedoch eine leichte Prise an Mystik, welche Oswald schon in seinem ersten Roman versprühte und dem Thriller weitere Würze verleiht. Schlussendlich ein guter Kriminalroman, wobei er von meiner Seite aus ein wenig hinter 'Das Mädchenopfer' einzustufen gilt, war dieser einfach eine Spur dunkler. Trotzdem bin ich auf den nächsten Band gespannt, da die gesamten Charaktere doch nun sehr vertraut sind und man gerne von ihnen liest - allen voran DI Anthony McLean...

7,7 Sterne

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55 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Die Toten Hosen: Am Anfang war der Lärm

Philipp Oehmke ,
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 21.11.2014
ISBN 9783498073794
Genre: Biografien

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427 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

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Mr. Mercedes

Stephen King ,
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.09.2015
ISBN 9783453419018
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:

Eigentlich ist der ehemalige Detective Bill Hodges raus, nachdem er vor einem halben Jahr in die wohlverdiente Rente ging! Da erhält er einen anonymen Brief, welcher augenscheinlich von dem Mercedes-Killer stammt; jene Person, die vor einem Jahr einen Mercedes S 600 in eine vor dem Arbeitsamt wartende Menschenmenge hinein raste und acht Menschenleben sowie viele Verletzte forderte. Hodges ist schnell bei der Sache, ist der Fall zum einen einer, den er leider nicht klären konnte und dies ihn schon irgendwie belastete; zum anderen bringt der alter Jagdtrieb den Mann aus seiner selbstzerstörenden Monotonie, welche sich eh schon zu oft um den Selbstmord drehte. Allerdings ist der unbekannte Mörder mehr als gut informiert - was den Detective in Rente wirklich überrascht. Wer steckt hinter diesen Provokationen und was plant der Mercedes-Killer als nächstes? Bill ist sich sicher, dass der Gejagte wieder töten will - und zwar diesmal in einem noch größeren Stil!



KOMMENTAR:

Das erste was ich nach den anfänglichen Seiten des Romans 'Mr. Mercedes' dachte, war: oh, Stephen King auf Psycho-Thriller-Pfaden! Dem ist allerdings nur bedingt so. Ganz schnell erfährt der Leser, wer der Mörder ist und der amerikanische Autor packt den Leser in das spannende Handlungs-Gefecht zwischen dem Killer und dem ehemaligen Polizisten. Dabei muss man Bill Hodges - diesen totalen Anti-Helden - wirklich gerne haben. Sehr realitätsbezogen lässt King diesen als selbst-zweifelnden Rentner erscheinen, der dem Leben gar nicht mehr soviel abgewinnen kann. Ein ungewohnter Krimi in dem klassischen Stephen-King-Stil; das ist es, was hier der Leser geboten bekommt, wenn auch in der von ihm selten benutzten gegenwärtigen Erzählung. Gleichfalls ist es wieder mal ein Kampf zwischen Gut und Böse - allerdings auf eine ganz neue Art vom Meister des Horrors, wie King ja oftmals genannt wird; geboten. Kein Dämon, kein Spuk - der Horror ist hier mal wieder in Menschengestalt vertreten - und auch diesen beschreibt King sehr nachvollziehbar aus der Sichtweise des Mercedes-Killers. Die Story-Line ist rundum perfekt und immer wieder gelingt dem Autor eine kleine oder auch größere Wendung in der Handlung, welche sich zu einem spannenden Showdown hinarbeitet. 'Mr. Mercedes' ist ein sehr gelungenes Werk, was wieder einmal aufweist, dass Stephen King alle Varianten von Romanen beherrscht - und dabei wirklich tolles abliefert! Da erfreut es den Leser umso mehr, dass der Roman der erste einer Trilogie um den Detective Bill Hodges ist - es gibt also noch einiges an Nachschlag aus der Feder des Autors!

8,4 Sterne

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Mission im Mittelmeer

Patrick O'Brian , Andrea Kann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.10.2004
ISBN 9783548261256
Genre: Historische Romane

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:

Napoleon Bonaparte ist aus dem Exil entflohen! Diese Nachricht jagt durch ganz Europa und setzt auch die englische Krone samt Royal Navy in Alarmbereitschaft. Da allerdings nicht viele Schiffe der Flotte einsatzbereit sind, wird Admiral Aubrey von seinem eigentlichen Plan, die peruanische Regierung beim Aufbau einer Seeflotte zu unterstützen, abgehalten und startet den Blockade-Dienst bei Gibraltar. Schnell ändern sich jedoch die Order; scheinbar will Napoleon mit dem Gold von nordafrikanischen Herrschern die Allierten aufhalten sowie seine Armee vergrößern und so wird die 'Surprise' ausgesandt, um in der Adria die napoleon-gesinnten Schiffe zu vernichten und den Goldtransport zu stoppen. Außerdem muss Stephen als Botschafter unbedingt mit dem Dey Omar Kontakt aufnehmen, damit die Goldreserven nicht dem französischen Widersacher in die Hände fallen. Doch dieser ist gerade im tiefsten Landesinneren auf der Jagd. Maturin bleibt nichts anderes übrig, als ihm nachzureisen, ohne zu Wissen, ob dies erfolgreich sein wird...



KOMMENTAR:

Kein Zweifel, der Hammer des Buches ist die anfangs schlichte Nachricht vom Todes der Frau Maturins! Ich dachte tatsächlich, dass ich mich wohl nun in der Reihenfolge der Serie vertan haben musste, jedoch setzen die sonstigen Handlungen tatsächlich an dem Vorgängerband 'Der gelbe Admiral' an. Es ist schon überraschend, dass diese nicht unerhebliche Tatsache von dem Autor Patrick O'Brian so sehr am Rande eingepflegt wurde, war Diana Villiers in früheren Büchern eine der zentralen Persönlichkeiten! Während man weiterlesend diese Information verdaut - wie es Stephen Maturin auf seine Art auch tut - ist der Roman ansonsten nicht mit so vielen Neuerungen oder Überraschungen gespickt. Man kann fast sagen, dass die maritimen Geschehnisse in dem Roman 'Mission im Mittelmeer' an den Rand geschoben wurden; die Reise von Jack Aubreys Freund und Vertrauten Maturin zu dem Dey von Tunesien ist im Grunde der Dreh-und Angelpunkt. Fans der Serie erfreut natürlich jede Fahrt von Aubrey auf der lieb gewonnenen 'Surprise', doch es gibt nicht gerade etwas, was man da nicht schon einmal in einer ähnlichen Art und Weise gelesen hat. So muss ich leider sagen, dass der neunzehnte Band recht flach ist - abgesehen von der schon erwähnten Neuigkeit. Die O'Brian-Freaks wird dies nicht stören, doch für den Rest wird dieser Band wohl etwas langatmig anmuten. Schade, denn wissentlich gibt es danach nur noch einen fertiggestellten Roman, bevor der Autor während den Arbeiten am 21. Band verstarb....

6,5 Sterne

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Sherlock Holmes' Buch der Fälle

Arthur Conan Doyle , Henning Ahrens
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 24.04.2019
ISBN 9783596298990
Genre: Historische Romane

Rezension:

Vorneweg:


Ich habe den Roman in der Werkausgabe des Weltbild-Verlag (ISBN 3-8289-7181-4) gelesen, welcher mittlerweile vergriffen und in der WAS LIEST DU - Datenbank leider nicht vorhanden ist. Diese sollte aber inhaltlich identisch sein mit dieser Ausgabe…

KURZBESCHREIBUNG:

Dies ist das fünfte Buch mit den letzten zwölf Kurzgeschichten um den Detektiv Sherlock Holmes, die Sir Arthur Conan Doyle im Jahre 1927 veröffentlichte und damit die Geschichte des berühmtesten Detektivs der Welt von seinem Freund nochmals weiter erzählen ließ. In einem Vorwort erklärt der britische Autor sogar, warum er diese zu Papier brachte...



'Der illustre Klient':

Sherlock Holmes behält über den Vermittler James Damery einen außergewöhnlichen Auftrag: er soll Violet, die Tochter von General de Melville, von einer Heirat mit dem Verbrecher Baron Adelbert Gruner verhindern. Diese ist jedoch vollkommen in Gruner verliebt, so das der Meisterdetektiv den direkten Kontakt mit seinem Kontrahenten sucht. Doch Gruner ist eiskalt und droht Holmes sogar unterschwellig mit dem Tode!

'Der erbleichte Soldat':

Als sich James M. Dodd nach dem Burenkrieg nach seinem verletzten Kameraden Godfrey Emsworth, erkundigen möchte, wird er nach dem zweiten Anschreiben von dessem Vater Colonel Emsworth schroff abgewiesen. Dodd lässt nicht locker und reist zu dem Gutshaus der Emsworth. In der Nacht entdeckt er ein bleiches Gesicht, welches in sein Fenster schaut und James ist sich sicher, dass es sein Kamerad Godfrey gewesen war. Doch wo steckt sein Kamerad, wenn doch seine Eltern behaupten, dass er zur Erholungszwecken auf einer Weltreise sei?

'Der Mazarin-Stein':

Vom Ministerium persönlich erhält Sherlock Holmes den Auftrag, den wertvollen 'Mazarin-Stein', welcher entwendet wurde, ohne viel Aufsehen wieder zu beschaffen. Dem Hauptverdächtigten Graf Negretto Sylvius ist der Meisterdetektiv auch schnell auf der Spur und kann bald Beweise für den Diebstahl aufweisen, jedoch weiß Holmes nicht, wo sich der Juwel befindet. Er muss dem Dieb also eine geschickte Falle stellen...

'Die drei Giebel':

Trotz einer Drohung von der berüchtigten Spencer-John-Bande macht sich Sherlock Holmes zu den drei Giebeln in Harrow Weald und erhält dort eine sehr merkwürdige Geschichte vorgesetzt:die Witwe Mary Maberley erhält von einem Makler ein verlockendes Angebot zum Kauf ihrer Immobilie, jedoch besteht sein Klient ausdrücklich darauf, nicht nur das Mobiliar mit zu kaufen, sondern nahezu jeglichen privaten Besitz der Dame! Was hat der geheimnisvolle Klient ein so starkes Interesse, dass er nicht nur Gangster sondern auch Susan, das Dienstmädchen von Mrs. Maberley für seine Zwecke einspannt?

'Der Vampir von Sussex':

Einen ganz außergewöhnlichen Fall lassen Holmes und Watson nach Sussex reisen: Robert Ferguson verdächtigt seine eigene Frau, dass sie ein Vampir sei! Nicht dass sie seinen Sohn Jack schon schlug, so wurde sie von der Hebamme dabei beobachtet, wie sie sich bei dem gemeinsamen Baby an dessen Blut labte. Die peruanische Schönheit ist zwar durch ihr feuriges Temperament bekannt, doch ansonsten war sie Ferguson eher eine sehr liebende Ehefrau. Was hat seine Frau in eine scheinbar Untote verwandelt? Der Meisterdetektiv beginnt sofort mit Verhören der Hausbewohner, um dem Rätsel auf die Schliche zu kommen...

'Die drei Garridebs':

Ein äußerst ungewöhnlicher Fall wird von dem Forscher und Sammler Nathan Garrideb an den Meisterdetektiv herangetragen: der in seinen Nachnamen vernarrte Amerikaner Alexander Hamilton Garrideb eröffnet in seinem Testament seinem bekannten Namensvetter, dem Rechtsanwalt John Garrideb, dass wenn dieser zwei weitere männliche Garridebs ausmacht, sie jeweils einen Drittel seiner Ländereien erhalten. Erwähnter John Garrideb taucht da auch schon bei Sherlock Holmes und Watson in London auf und bestätigt diese fast unglaubliche Geschichte. Holmes findet diese jedoch mehr als eigenartig und beginnt mit seinen Forschungen auf seinem Weg - und macht eine interessante Entdeckung!

'Die Thor-Brücke':

Eigentlich ist der Fall ganz eindeutig: die Frau von Neil Gibson, dem Goldkönig wird mit einem Kopfschuss tot auf der Thor-Brücke unweit des Anwesens ihres ehrgeizigen Mannes aufgefunden. Die Gouvernante Grace Dunbar wurde an dem Abend der Todesnacht in der Nähe gesehen und man fand die vermeintliche Mordwaffe in ihrem Kleiderschrank. Nun kommt aber Gibson zu Holmes, um ihn zu bitten, Ms. Dunbar vor dem Strang zu bewahren! Er sei sich sicher, dass die Betreuerin seiner Kinder unschuldig sei. Der Meisterdetektiv macht sich auf den Weg zum Anwesen, um dieses Rätsel zu lösen...

'Der Mann mit dem geduckten Gang':

Trevor Bennett, der Sektretär, Vertraute und Verlobte der Tochter von Professor Presbury bittet Sherlock Holmes um Hilfe: sein zukünftiger Schwiegervater, ein eigentlich sehr angesehener Professor scheint nach einem unangekündigten Urlaub nicht ganz schadensfrei zurückgekehrt zu sein. Neben gelegentlicher Aggression ist er nicht gut auf seinen Hund zu sprechen und wird mehr und mehr eigenbrötlerischer. Hängt diese Veränderung mit dem Kästchen zusammen, dass er aus dem Urlaub mitgebracht und nun wie den heiligen Gral aufbewahrt hat? Holmes hat hier wohl eine harte Nuss zu knacken und ahnt gar nicht, was alles noch geschieht, als er in dem Gutshaus von Presbury anreist...

'Die Löwenmähne':

Zurückgezogen lebt Holmes mittlerweile an der Küste von Sussex, als er bei einem Spaziergang Zeuge wird, wie der Physiklehrer Fitzroy McPherson aus dem Privatinstitut in der Nachbarschaft am Strand verstirbt. Sofort ist sein Spürhund-Instinkt wieder geweckt. Warum sprach McPherson zuletzt von einer Löwenmähne und hat die heimliche Verlobung mit der bildhübschen Maud Bellamy etwas mit seinem Tod zu tun?

'Die verschleierte Mieterin':

Besorgt meldet sich die Vermieterin Mrs. Merrilow bei dem Meisterdetektiv, ist ihre Mieterin Mrs. Ronder, welche wegen einer entsetzlichen Entstellung eigentlich nur verschleiert in die Öffentlichkeit geht, in einer schlechten Verfassung. Sie scheint aus irgendwelchen Gründen dahinzusiechen. Offenbar hat ihre Vergangenheit die zurücklebende Frau eingeholt, war sie einst in einem bekannten Wanderzirkus unterwegs, der wegen einer Tragödie mit Todesfolgen bekannt wurde. Waren die damaligen Geschehnisse doch nicht so aufgeklärt, wie die Menschheit gedacht? Holmes macht sich begierig daran, Licht in das Dunkel zu bringen...

'Shoscombe Old Place':

Das Gestüt von Shoscombe Old Place ist Schauplatz eines pikanten Falles von Sherlock Holmes: Robert Norberton, der Bruder der Besitzerin Lady Beatrice Falden legt in letzter Zeit eine Art an den Tag, welche auf Irrsinn scheinen lässt! Er streitet mit seiner Schwester, verbannt ihren treuen Hund außerhalb des Guts und treibt sich nachts bei der Gruft an der Kirche herum. Hat ihm das Renn-Derby, bei dem sein Pferd unbedingt gewinnen muss, damit Norberton seinen Kopf aus der Schulden-Schlinge ziehen kann, den Kopf verdreht? Gemeinsam mit Watson macht sich Holmes auf den Weg nach Shoscombe, um diese Geheimnisse aufzuklären...

'Der Farbenhändler im Ruhestand':

Ein scheinbar belangloser Fall: betrogen von seiner viel jüngeren Frau mit seinem Freund und Schachpartner Dr. Ray Ernest bittet der zurückgezogene Firmenteilhaber Josiah Amberley den Meisterdetektiv, zumindest sein gestohlenes Vermögen zurück zu holen. Beschäftigt mit anderen Tätigkeiten sendet Holmes erstmal Doktor Watson aus. Er wäre aber kein Meisterdetektiv, wenn er nicht irgendwie schon etwas Faules ahnt und dementsprechend agiert, um gemeinsam mit Watson den Fall zu klären...



KOMMENTAR:

Der Band 'Sherlock Holmes' Buch der Fälle' waren die letzten Veröffentlichungen von dem schottischen Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle mit seinem berühmten Meisterdetektiv. Viele Kritiker sahen auch in diesen Kurzgeschichten nicht die besten des Autors, jedoch muss man sagen, dass sich Conan Doyle doch um etwas Abwechslung mühte und so zwölf weitere aufregende Fälle dem Leser präsentierte. Besonders bei der Herangehensweise suchte der Schriftsteller neue Wege. So erzählt zum Beispiel Holmes selber die Geschichten 'Der erbleichte Soldat' und 'Die Löwenmähne' in einer doch etwas anderen Weise, als wie von seinem Chronisten Doktor John Watson gewohnt. Besonders letztere Novelle hat ihren eigenen Reiz, lebt der Detektiv in dieser schon zurückgezogen in Sussex und wird alsbald wieder als Detektiv aktiv. Und so widmet sich der Autor verschiedensten Themen: einen Hauch Grusel verbreitet die Story 'Der Vampir von Sussex', eine ziemlich eigenartige Suche nach einem Menschen mit ungewöhnlichen Namen findet in 'Die drei Garidebs' statt und 'Der Farbenhändler im Ruhestand' entwickelt sich von einer harmlosen Liebestragödie in einen gewaltigen Mordfall. Aber auch die Freunde des klassischen Holmes-Falles wird hier unter anderem mit 'Die verschleierte Vermieterin' einige interessante Fälle mit starkem Vergangenheits-Bezug der Charaktere angeboten. Rundum ein Buch für alle Arten von Holmes-Fans und ein echter Fingerzeig auf die Vielfältigkeit des Autors mit seiner berühmtesten Charaktere. In den letzten Jahrzehnten haben sich natürlich viele Schriftsteller teils in den phantasievollsten Geschichten dem bekanntesten Meisterdetektiv gewidmet und seit 2013 hat der englische Autor Anthony Horowitz von offizieller Seite aus - also der Erbengemeinschaft 'Conan Doyle Estate Ltd.' - den Auftrag, weitere 'originale' Sherlock Holmes Romane zu verfassen. Dabei sind lediglich die Romane von Sir Arthur die wahren Originale! Immer wieder lesenswert!
7,7 Sterne

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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

alternative realität, alternative reality, dystopie, fantasy, klassiker, nazi, science fiction, science-fiction, usa, zweiter weltkrieg

Das Orakel vom Berge

Philip K. Dick , Norbert Stöbe
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.02.2017
ISBN 9783596521326
Genre: Romane

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:

Der zweite Weltkrieg wurde von den Deutschen und den Japanern gewonnen, welche sich die Vereinigten Staaten im Anschluss aufgeteilt haben. Während die Asiaten die Westküste beherrschen, ist das deutsche Reich an der Ostküste als Besatzer präsent. Nur an den Rocky Mountains entlang gibt es einige wenige freie Staaten; zusammengefasst in einer neutralen Zone. Etliche Jahre nach Kriegsende haben sich die Amerikaner mit dieser Situation mehr oder minder arrangiert, auch als es zwischen den zwei Großmächten zu Spannungen kommt, welche auf amerikanischem Boden ausgetragen werden. Menschen wie der Antiquitätenhändler Robert Childam oder der japanische Diplomat Nobusuke Tagomi versuchen so durch das 'I Ging', dem sogenannten 'Buch der Wandlungen', ihr eigenes Schicksal herauszufinden. Dies gelingt leider nur mehr oder weniger. Und dann gibt es noch ein Buch namens 'Die Plage der Heuschrecken', welches eine alternative Realität beschreibt, in dem Amerika mit den Briten den Krieg gewonnen hat. Verboten und eigentlich nur in der neutralen Zone erhältlich, ist Juliana Frink so von diesem Werk beeindruckt, dass sie unbedingt den Autoren kennen lernen möchte und sich mit ihrem neuen Freund Joe, ein eigenbrötlerischer Italiener, auf den Weg zu seiner Festung in den Bergen macht...



KOMMENTAR:

Mit dem Roman 'Das Orakel vom Berge' hat der amerikanische Autor Philip K. Dick aufgezeigt, was für überwältigende Gedankengänge und Vorstellungen doch in seinem Kopf schwebten. Er krempelt hier die Geschichte mitten im zweiten Weltkrieg dramatisch um und versetzt in dieses Geschehen seine Protagonisten. Im Detail bedeutet das einen Sieg der deutschen und japanischen Armeen, welche sich Amerika aufteilten. Ich kann mir gut vorstellen, dass dieses Buch in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts nicht wenige Landsmänner des exzentrischen Autors ein Schaudern zugeführt hat. Typischerweise sind die Protagonisten auch in diesem Roman keine Helden, sondern eher zweifelnde und suchende Figuren. Es mag gut sein, dass dies nicht wenig des Seelenlebens von Dick wiederspiegelt. Besonders die Frage nach dem eigenen Sein taucht ja nicht selten in seinen Werken auf. Sehr gut kann man es zum Beispiel an der Person Juliana Frink ausmachen, die in ihrem Leben dahintreibt, glaubt immer wieder mal, auf dem rechten Weg zu sein und steht plötzlich wieder vor einer Leere. Leider muss man dem relativ kurzen Roman dasselbe eingestehen; Dick schien sich ein wenig in der Handlung zu verzetteln und beendete 'Das Orakel vom Berge' mit mehr Fragen oder gedanklichen Anstöße, denn einem schlüssigen Ende. So bin ich etwas zwiegespalten und muss die hohe Wertung der grundsätzlichen Idee mit dem etwas unbefriedigenden Verlauf der Handlung kombinieren. Empfehlen möchte ich hierzu übrigens die Film-Serie 'The Man in the High Castle', welche den Roman sehr detail-verliebt umsetzt und die eigentliche Geschichte in alle Richtungen wohl überlegt auf derzeit schon drei Serien-Staffeln ausgebaut hat.
7,9 Sterne

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

abenteuergeschichte, fantasy, horror, monster

Der Monstrumologe und das Drachenei

Rick Yancey , Susanne Gerold
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 15.04.2016
ISBN 9783404208234
Genre: Fantasy

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:

Der mittlerweile sechzehnjährige Will Henry James gerät durch seine Rebellion bald täglich mit seinem Herrn, dem Monstrumologen Pellinore Warthrop, aneinander. So ist es nicht überraschend, dass er seiner Angebeteten, der ebenfalls zur jungen Frau gereiften Lilly Bates, unerlaubterweise die neuste Errungenschaft des Monstrumologen präsentieren möchte: das T. cerrejonensis - ein Drachenei! Allerdings erwartet die beiden Teenager eine böse Überraschung; sie finden in der Kammer, in der das Ei sein sollte, eine Leiche, welcher der Kopf nahezu weg geschossen wurde! Und auch der Wächter des Monstrumariums wurde kaltblütig ermordet. Nun galt es für die eingeweihten Monstrumologen schnell zu reagieren, um das Relikt noch zu retten. Da wird allerdings Warthrop auch noch entführt und Will wagt einen Alleingang mit un-voraussehbaren Ausgang!



KOMMENTAR:

Der Roman 'Der Monstrumologe und das Drachenei' bildet den Abschluss der vierbändigen Reihe um den Assistenten Will Henry James, dessen Tagebücher der Autor ja bearbeitet veröffentlicht hat. Auch wenn er bei diesem letzten Band warnt, dass es teilweise verwirrend erscheint und des außerdem einige unkonventionelle Zeitsprünge gibt, sind diese schon beim Lesen etwas gewöhnungsbedürftig bis störend. Der mit gerade 250 Seiten relativ dünne Roman macht manchmal tatsächlich den Eindruck, als hätte Rick Yancey selber nicht gewusst, wie er den Abschluss der Reihe vernünftig zur Abrundung zu Ende bringen solle. Will Henry James agiert so mit seinen sechzehn Jahren ziemlich überraschend hart und aggressiv; dazu scheint er sich selber stark anzuzweifeln. Zumindest hat Yancey die Hauptfigur wohl so tragisch hinbekommen wie angedacht. Das erwähnt kurze Werk ist ansonsten gewohnt interessant geschrieben und besonders wieder in dem jungen 19. Jahrhundert hineingepflanzt. Somit ist der Band schlussendlich nicht ganz so, wie ich es erwartet - oder gar gewünscht - hätte, aber trotz Kürze noch gut. Es ist halt immer ein Kreuz bei Reihen oder Serien, die gefallen: die Messlatte liegt brutal hoch! Und gerade bei einem geplanten Abschluss hat doch jeder andere Vorstellungen...
7,5 Sterne

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125 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 74 Rezensionen

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Höllenjazz in New Orleans

Ray Celestin , Elvira Willems
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2018
ISBN 9783492060868
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:

Detective Michael Talbot steckt in einer schwierigen Situation: Der 'Axeman' verübt Angst und Schrecken in der Stadt New Orleans. Zwar sind seine Opfer nur italienische Landsmänner und Frauen, aber spätestens mit einem öffentlichen Drohbrief, in dem der Killer allen Einwohnern droht, welche keinen Jazz in seiner nächsten Mordnacht spielen werden, dass als nächstes über sie seine Axt einschlagen könnte, muss der Polizist dringend eine Spur finden. Das ist nicht leicht, hat er ohnehin nur wenige Freunde, da er seinen früheren Kollegen Luca D'Andrea verpfiffen hatte. Dazu hat er eine Farbige zur Frau, was im Jahre 1919 trotz des noch nicht lange beendeten Bürgerkrieges in den Vereinigten Staaten im Süden immer noch nicht gerne gesehen wird. Zu aller Problematik wird just auch eben jener ehemaliger Kollege aus der Haftstrafe entlassen und der wendet sich bald an die italienische Familie, welche Luca den Auftrag gibt, den 'Axeman' ausfindig zu machen. Eine Konfrontation scheint unvermeidlich. Beide wissen jedoch nicht, dass auch die gelangweilte Mitarbeiterin der Pinkerton Detektei namens Ida Davis heimlich Jagd auf den 'Axeman' macht. Dabei wird sie von ihrem farbigen Freund unterstützt, der eigentlich eher der Jazz-Musik zugeneigt ist: Louis Armstrong...



KOMMENTAR:

Der historische Kriminalroman 'Höllenjazz in New Orleans' ist das erste Buch des amerikanischen Autors Ray Celestin, welcher damit den Auftakt zu seiner vierteiligen Reihe namens 'City Blues Quartett' einleitet. Ich muss sagen, dass der Schriftsteller mich schnell durch die Szenerie gefesselt hatte; die Stadt und das musikalische Leben in dieser im frühen zwanzigsten Jahrhundert hat Celestin hervorragend eingefangen. Eigenartig fand ich jedoch, dass es im 'Big Easy' wohl ausschließlich geregnet hatte. Zu dieser lebhaften Bühne als Handlungsrahmen war das Mitwirken von dem Musiker Lous Armstrong ein weiterer erfreulicher Schachzug. Dazu eine Art Anti-Held als Hauptcharaktere und mit Ida Davis jede Menge weiblichen Charme - wenn auch ziemlich eigensinnig; allesamt wirklich gelungene Grundsteine. Der Kriminalfall an sich und der verzückenden Tatsache, dass dies einen realistischen Hintergrund hat und die Schriftstücke des Mörders heutzutage kriminalistische Relikte sind, war ebenfalls toll eingefädelt, jedoch fand ich es ziemlich anstrengend wie verwirrend zugleich, dass nun drei verschiedene Parteien auf der Suche nach dem Mörder waren. Die Fakten da aus den verschiedenen Handlungssträngen herauszufiltern, bedurfte zeitweise etwas größere Konzentration. So verlor die Spannung an diesem Fall im Verlauf des Romans doch etwas an Reiz. Allerdings waren die erwähnten Zutaten Treibstoff genug, um sich weiter durch die Seiten zu hangeln. Ray Celestin hat so ein gutes Debüt abgeliefert, dessen Ende mich allerdings mit einer zwiespältigen Meinung zurückließ. Ohne nun Spoilern zu wollen ist der Roman nicht gänzlich rund und bleibt nicht nur offen, sondern auch die Ermittler erhalten kein wirklich vollendetes Puzzle! Andererseits beinhaltet der Epilog einen sehr tollen Plot, welchen ich nicht für möglich gehalten hätte. Es heißt nun also, sich etwas in Geduld zu fassen und mit dem Erscheinen des nächsten Romans aus der Feder des Autors den Protagonisten raus aus New Orleans hinein nach Chicago zu folgen...
8,0 Sterne

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117 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

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Der Mond des Vergessens

Brian Lee Durfee , Andreas Heckmann
Fester Einband: 880 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 10.03.2018
ISBN 9783608961416
Genre: Fantasy

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:

Eigentlich hat der siebzehnjährige Nail ein angenehmes Leben: auch wenn er von dem geheimnisvollen und einsilbigen Shawcroft großgezogen wurde, kann er in dem kleinen Küstenort Galgenhafen seine Soldatenausbildung durchführen, wird bei seinen Freunden angesehen und liebt heimlich das Mädchen Ava Shay. Doch als die Insel Gul Kana, auf der sich jener Ort befindet, von dem Krieg heimgesucht wird, der seit einigen Jahren auf den Nachbars-Inseln Adin Wyte und Wyn Darre tobt und unter Führung von Aeros Raijael, dem weißen Prinzen und selbsternannter Nachkomme des gottesähnlichen Laijon von seinen Untertanen der Insel Sor Sevier ausgeführt wird, ändert sich das Leben des jungen Waisen. Dem Massaker entkommen flüchtet er mit seinen Freunden wie von seinem Ziehvater Shawcroft befohlen in den Norden, da ihm die Bluthölzler, die Mord-Garde auf den Fersen ist und es so aussieht, als wäre Nail ihre Jagd-Trophäe. Hängt dies unter anderem mit seiner Herkunft ab und von der beeindruckenden Axt sowie dem magisch wirkenden blauen Stein, welche Shawcroft für Nail versteckt hat und dieser sich der Untensilien annimmt? Viele Fragen für den erschütterten Jungen. Zeitgleich macht man sich in Amadon, der Hauptstadt und Sitz des Königshauses von Gul Kana auf den Angriff der Sor Sevierer bereit. Allerdings sieht der junge König Jovan Bronachell in diesem Angriff den prophezeiten feurigen Sündenerlass und ist einer Verteidigung der Insel gar nicht so zugetan. Ganz entgegen seiner Schwester Jondralyn, eine bildhübsche Frau, die sich auf keinen Fall von dem weißen Prinzen unterjochen lassen möchte und durch den Einfluss des Zwerges Roguemoore und dem abtrünnigen Bluthölzler Habichtholz den Lehren der Mia zuwendet, welche die Rückkehr der fünf Kriegerengel, treue Diener von Laijon, voraussagt. Und diese Lehren scheinen ehrlicher als der Glaube an Laijon, was Jondralyn mehr und mehr Ärger mit dem Großvikar Denarius und seines Quorums hervorruft. Kann sie gegen die vernichtende Einstellung ihres augenscheinlich verblendeten Bruders überhaupt noch etwas unternehmen oder können die Invasoren unter Raijael die Insel im Handstreich nehmen?



KOMMENTAR:

Der Roman 'Der Mond des Vergessens' ist der Auftakt einer fünfteiligen Reihe um die Kriegerengel des göttlichen Lajion. Diese haben neben ihrer unterschiedlichen Herkunft individuelle Waffen - der Mond des Vergessens, die mächtige Streitaxt ist eine davon. Hauptsächlich ist das mit an die neunhundert Seiten gewichtige Debüt von dem amerikanischen Autor Brian Lee Durfee die Geschichte des Jungen mit unbekannter Herkunft Nail. Und auch wenn man schon aufgrund Titel und dem informativen Anhang ahnt, dass dieser eigentlich nicht gerade zum Helden geborene und auch keinesfalls so agierende Nail scheinbar einer der Kriegerengel sein soll, gerät er doch kurzfristig in die Sklaverei und bildet damit die Basis zu den Vorhersagen der Lehren Mias, scheint uns die Geschichte etwas anderes vermitteln zu wollen. Damit kommt schon ein weiterer Aspekt des Buches in den Blickpunkt, ist der Krieg, welcher in der faszinierenden Inselwelt von Durfee tobt, doch großteils ein Kampf drei verschiedenster Glaubensrichtungen - allerdings mit gemeinsamen Wurzeln. Alleine dies sorgt in den vielen Handlungssträngen, die gerne mal ein klein wenig Unruhe beim Lesen des Machwerkes stiften und nur durch Konzentration gezähmt werden können, für vielerlei Disput und Duelle. Auch die vielen Geheimnisse und versteckten Machenschaften - scheinbar so viele, wie die Königssitz in Amadon an Geheimgängen birgt - verlangen ein hohes Level an Konzentration beim Schmökern. Doch man wird mit dem Beginn einer tollen und intriganten Geschichte belohnt, die stellenweise eine heftige Brutalität aufweist, so dass dieses Buch bestimmt nicht gerade für jüngere Leser geeignet ist. Man kann wirklich nicht behaupten, dass die Sor Sevierer zimperlich mit ihren Gegnern umgehen. Trotz allem werfen auch diese 'Bösen' faszinierende Charaktere aus, wie es die mordlustige Enna Spades zum Beispiel ist. Charaktere zu erschaffen liegt dem Autor scheinbar bestens, denn 'Der Mond des Vergessens' ist vollgepackt mit solchen. Shawcroft, Jondralyn und Tala Bronachell, die ganzen Bluthölzler sowie Nail und seine Freunde - die Liste an ausdrucksstarken Figuren ist echt lang. Der Auftakt dieser neuen Fantasy-Reihe, welche wohl trotz eines sehr offenen Endes - oder gerade deswegen - in den nächsten Jahren einiges an spannenden Lesefutter aufbieten wird, kann jedem Freund des Genres empfohlen werden, wenn auch phantastische Gestalten wie Drachen, diverse Meeresbewohner und die Zombie-Vampir-Ghoul-Mischung der Ohgule in diesem Roman eher eine Randbedeutung haben. Es kommt noch Großes von den fünf Kriegerengel auf uns zu, wie der sehr gelungene Serienstart andeutet!
8,5 Sterne

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39 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

kati naumann, kinderbuch, kinderbuch-reihe, kuchen, lustig, mogelmuffins, moma, muffins, oma, pustekuchen, schule, schulgeschichten, serienstart, tilli

Schulcafé Pustekuchen

Kati Naumann , Silvia Baroncelli
Fester Einband
Erschienen bei Kosmos, 08.02.2018
ISBN 9783440154991
Genre: Kinderbuch

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:

Für Tilli Hupf ist die Schule prima: zum einen ist diese direkt neben dem Haus, in dem sie mit ihrem jüngeren Bruder Jacob und ihrer Mutter Vera wohnt; zum anderen leitet ihre Oma Moma das Schulcafé, in der Tilli mehr als nur aushelfen darf. Da ihre eigenwillige Großmutter auch ihre beste Freundin ist, hat diese auch schon einen Plan für die schwere Geografiearbeit bei der strengen Lehrerin Frau Habersack. In Muffins versteckt sollen die Lösungen parat liegen. Doch Frau Habersack kommt dem ganzen auf die Schliche und plötzlich ist nicht nur eine gute Note in Gefahr, sondern die gesamte Existenz des Schulcafé Pustekuchen. Kann Tilli und ihre Freundin Annika dies noch verhindern?


KOMMENTAR:

Das Buch 'Schulcafé Pustekuchen: Die Mogelmuffins' ist das Debüt in Sachen Kinderbücher für die Autorin Kati Naumann. Und vorweggenommen ist ihr dieses Debüt wirklich gelungen. Das begründet sich durch die wunderbaren Charaktere, die Jung und Alt hier durch Vorlesen, Gemeinsamlesen oder Selbstlesen kennenlernen. Neben der liebenswürdigen Tilli ist da vor allem ihre Oma Moma, welche so außergewöhnlich vollgepackt mit Frohsinn und Einfallsreichtum ist, dass jeder sich eine solche Großmutter wünscht. Kombiniert mit einem Schulcafé, was mit seinen ausgefallenen Rezepten schon beim Lesen den Mund wässerig macht, gibt es hier praktisch Lesestoff für Körper und Geist. Die Handlung ist dem Alter von acht Jahren entsprechend; die Erfahrung zeigte, dass auch ältere Kinder und vor allem deutlich jüngere die Geschichte zu schätzen wissen, stellt sie sich doch kurzweilig, spannend und immer wieder lustig dar. Das Sahnehäubchen bilden die Illustrationen von der italienischen Künstlerin Silvia Baroncelli, welche der Phantasie von Groß und Klein einen deutlichen Schubser verleiht. Insgesamt regt das Werk sogar zu weiteren Tätigkeiten an; ich glaube, dass Muffins backen direkt jedem Leser durch den Kopf schießt. Der Auftakt der Reihe, welche noch in diesem Jahr seine Fortsetzung finden soll und sogar als Hörspiel adaptiert wurde, kann man also locker als gelungen bezeichnen - 'Die Mogelmuffins' hat alles, was ein Kinderbuch haben muss; es hätte nur gerne eine längere Geschichte sein können! Trotzdem wunderbar...
9 Sterne

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280 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

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Todesmarsch

Stephen King , Nora Jensen
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.09.2013
ISBN 9783453436916
Genre: Krimi und Thriller

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(33)

63 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Rabenschatten - Der Herr des Turmes

Anthony Ryan , Sara Riffel , Birgit Pfaffinger
Flexibler Einband: 861 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 01.07.2018
ISBN 9783608949728
Genre: Fantasy

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:

Fünf Jahre sind vergangen, als Vaelin Al Sorna, der zugleich gefürchtete wie geachtete Krieger in seine Heimat die Königslande zurück kehrt. Kaum angekommen, wird er auch schon von einer gewissen Rena attackiert, welche die Tochter des verstorbenen Erzfürsten von Cumbrael sein soll. Vaelin nimmt diese unter dem Vorwand, ihr das Schwert ihres Vaters auszuhändigen, kurzerhand mit auf seine Reise, die ihn in die Nordlande führen soll. Währenddessen macht sich Lady Lyrna Al Nieren, die Schwester des Königs Malcius, auf den Weg , um für ihren Bruder einen Friedensvertrag mit den Lonakhim auszuhandeln. Keiner ahnt jedoch, dass die Gefahr für die gesamten Königslande von einer ganz anderen Seite droht! Frentis, ein alter Gefährte von Vaelin, welcher in der Gewalt der undurchsichtigen Volarianerin durch die Welt reist und eine Todesliste abarbeiten muss, ahnt mehr und mehr, das eine Invasion von ganz anderer Seite droht, doch er kann sich nicht der geistigen Fesseln seiner Herrin lösen und wird zu allem Übel in dem ganzen Morden eingespannt...



KOMMENTAR:

Vaelin Al Sorna ist zurück! Dieser Krieger ist der Protagonisten, der mich seit dem ersten Roman der Rabenschatten-Trilogie von Anthony Ryan mit all seinen beeindruckenden Figuren am meisten fasziniert hat. Nun ist er wieder in den Königslande, anstatt sich jedoch in Ruhe zurück ziehen zu können, drängen weitere Kriege nach seinem Handeln! Der schottische Autor hat mit 'Der Herr des Turmes' den Nachfolger des ersten Rabenschatten-Romans 'Das Lied des Blutes' vorgelegt, welcher vom Aufbau her schon recht unterschiedlich ist. Mit drei Handlungssträngen startet der Leser in ein weit über 800 Seiten starkes Abenteuer, das in allen drei Strängen sehr zart und behütet aufgezogen ist und nur langsam wächst und Formen annimmt. Dieses leicht gestreckte Vorspiel dauert so gut ein Viertel des Romans, in denen der Leser nicht so wirklich weiß, worauf die Handlungen hinzielen. Ebenso las sich das Buch besonders in diesem vorderen Bereich ein wenig ungewohnt, was wohl an dem leicht gewandelten Übersetzer-Team liegen mag. Gerade die Geschichte um Prinzessin Lyrna ist ziemlich mystisch und recht geheimnisvoll aufgebaut. Nach diesen Seiten holt Ryan jedoch mächtig aus und dreht die gewohnten Königslande doch ausufernd auf den Kopf. Mit fortschreitender Geschichte kommen die Handlungsfäden langsam zusammen und entwickeln das Puzzle, welches auffallend viele Schlachtszenen beinhaltet. Das sollte aber bei einer Invasion auch nicht allzu überraschend sein. Ein klein wenig betrübt mich, dass Vaelin im Gegensatz zum ersten Band viel weniger Raum innerhalb der Seiten zugesprochen bekam und auf diesen dazu sehr verhalten agiert. Der Gute scheint recht ruhig wie auch weise geworden zu sein; an Sympathie hat er jedoch nichts verloren. Dafür kümmert sich Ryan allerdings nun mehr um seine Rabenschatten-Welt und präsentiert dem lesenden Volk die umliegenden Ländereien und Meere etwas ausführlicher. Und dieses Universum ist schon sehr faszinierend, besonders mit den auf Sklaventum errichteten volarianische Kaiserreich. Aber auch die Bewohner der Melnendeischen Inseln wissen zu gefallen. Wohl ein interessanter wie uriger Ort, um sich niederzulassen. Insgesamt bildet dieser zweite Band eine gelungene Fortsetzung in diesem wahrhaftigen Epos einer Fantasy-Trilogie, die aufgrund ihrer sehr dosierten Mystik und vordergründig fast mittelalterlich nennenden Zustände einen eigenen Status bilden, welcher in der Zukunft einmal kultig zu nennen ist!
8,9 Sterne

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136 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

amber, chroniken von amber, fantasy, fantasy-genre, hobbit presse, hobbit-presse klett-cotta, ich-erzähler, kampf, klett cott, klett- cotta verlag, königreich, magie, männlicher ich-erzähler, prinzen, roger zelazny

Die Chroniken von Amber - Die neun Prinzen von Amber

Roger Zelazny , Thomas Schlück
Flexibler Einband: 268 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 14.10.2017
ISBN 9783608981278
Genre: Fantasy

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:

Ohne große Erinnerung erwacht Corwin in einem Privatkrankenhaus in New York. Schnell begreift er, dass seine Verletzungen, die wohl von einem Autounfall herrühren, gar nicht so schlimm sind wie ihm vorgegaukelt wird. Corwin, der unter dem Namen Carl Corey aufgenommen wurde, flüchtet aus der Institution. Sein einziger Anhaltspunkt ist seine Schwester Evelyn Flaumel, die ihn wohl in diese Klinik eingeliefert hat. Verwirrend wird es für ihn, als er durch Florimel, wie seine Schwester wirklich heißt, erfährt, dass er noch viele weitere Geschwister hat, allesamt Prinzen und Prinzessinnen, welche von Corey erwarten, dass er in das ominöse Amber zurückkehrt, um seinen Bruder Eric vom Thron zu stoßen. Nur langsam dämmert Corwin, dass Amber eine Stadt in einer ganz anderen Welt ist - und die Erde, wie wir sie kennen, nur in deren Schatten liegt! Doch schon alleine um seiner Erinnerung Willen macht er sich auf den abenteuerlichen Weg zu dieser unsterblichen Stadt...



KOMMENTAR:

Ich finde es ja toll, dass alte Serien, wie es 'Die Chroniken von Amber' nun mal eine ist, nochmal eine liebevoll gestaltete Neuauflage erleben. Die alten Romane, welche zwischen den Siebzigern und den Neunzigern veröffentlicht wurden, waren nur noch schwer und/oder teuer zu erhalten. Immerhin sind die Bücher von Autor Roger Zelazny, welcher leider 1995 verstarb, beginnend 1970 erstmals in der Original-Ausgabe (also der englischen Variante) auf den Markt gekommen; die erste Hochblüten-Zeit der Fantasy. Denn genau in diesem Genre sind diese Bücher zuhause. 'Die neun Prinzen von Amber' ist nun der Auftakt der Reihe, in dem der Leser mit Amber, dem Zentrum der wahren Realität, vertraut gemacht wird. Und so lernt man gemeinsam mit der Hauptcharaktere Corwin die Geheimnisse um die ewige Stadt, ihre Eigenheiten und dem gesamten Rest, was als Schatten bezeichnet wird, kennen. Auch unsere Erde ist nur einer von unzähligen Schatten-Bereichen, in der Corwins Reise beginnt. Der amerikanische Autor ging dabei stilistisch einen sehr direkten und knapp gehaltenen Weg an; sein Anliegen war mehr, die Geschichte voran zu treiben. Oftmals erinnert mich diese Art des Schreibens an die klassischen Heftromane, in denen nicht selten Detailgenauigkeiten und tiefgründige Beschreibungen oder Erklärungen beiseite geschoben wurden. Nicht falsch verstehen, ich liebe Heftromane sehr, aber diese Form in einem - wenn auch recht dünnen - Buch vorzufinden, ist schon ein wenig sonderlich. So schießt man als Leser geradezu durch die Seiten, in der mit riesigen Schlachten und voluminösen Gemetzeln nicht gespart wird. Schlussendlich ist das Schicksal des Helden die zentrale und reizvolle Storyline, das andere fast schon schmückendes Beiwerk. Trotzdem besitzt der erste Teil einen gewissen Charme (und das ist bestimmt nicht die Tatsache, dass Corwin anscheinend in allen Welten Zigaretten auftreibt), den man nicht entgehen kann und trotz einiger Oberflächlichkeiten bleibt es nur dem nächsten Band entgegen zu fiebern, um die Geschehnisse um Corwin und der Stadt Amber weiter zu verfolgen. Prima, dass der Verlag Klett-Cotta in seinem Unterbau Hobbit Presse die nächsten Romane monatlich auf den Markt bringt. Lange Wartezeiten sind somit keinerlei Thema...

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64 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

abenteuergeschichte, bücherreihe, fantasy, gelesen 2017, horror, monster, schrecken, suche, vier

Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

Rick Yancey , Axel Franken
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.05.2014
ISBN 9783404207510
Genre: Fantasy

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:

Als der Monstrumologe Pellinore Warthrop ganz unerwartet von dem Wohnungsvermieter Wymond Kendall Besuch erhält und dieser ihm mit einer sichtlichen Angst ein Paket überreicht, ahnt noch niemand, dass diese Geschehnisse der Beginn eines der größten Abenteuer von Warthrop und seinem Assistenten Will Henry James werden soll. Denn in dem Paket befindet sich ein 'Nidus ex Magnificum', eine Art Töpferware in Nestform, welche jedoch mit 'Pwdre ser' - sogenannte Sternenfäule - behandelt wurde und alleine die Berührung absolut tödlich wirkt! Was wiederum aber beweist, dass das 'Magnificum', der unsichtbare Böse existiert! Der Monstrumologe macht sich direkt auf den Weg nach New York, um das 'Nidus' an das Monstrumarium zu übergeben und dann seine Europareise anzutreten, denn das Paket kam von niemand anderem als John Kearns, einem ziemlich rücksichtslosen Zeitgenossen. Entsetzt stellt jedoch fest, dass Warthrop nicht mit ihm, sondern einem neuen Assistenten namens Thomas Arkwright auf die Reise ging! Für Will Henry beginnt eine schwere Zeit in einem fast normal-bürgerlichen Leben. Bis eines Tages Arkwright alleine nach Amerika zurückkehrt und behauptet, dass Pellinore Warthrop tot ist! Will Henry glaubt dem kein bisschen und macht sich mit dem Monstrumologen-Präsidenten Abram von Helsung und dem etwas rücksichtslosen Monstrumologen Jacob Torrance auf den Weg nach Europa, nicht wissend, dass das gefährlichste Abenteuer jetzt beginnt!



KOMMENTAR:

Der Roman 'Der Monstrumologe und die Insel des Blutes' ist der mittlerweile dritte Band um den Assistenten Will Henry James und seinen Erlebnissen bei dem Monstrumologen. Der Autor Rick Yancey ist diesem geheimnisvollen Assistenten, deren Geschichte er aus dessen Tagebüchern erkennt erneut auf der Spur - und scheint diesmal tatsächlich auf existierende Verwandte dieses in einem Altersheim verstorbenen Menschen gefunden zu haben. Alleine diese Einführung des Schriftstellers finde ich eine wunderbare Idee, welche dieses schriftliche Erbe von Will Henry ziemlich lebhaft erscheinen lässt. Die Geschichte aus den Folianten Sieben bis Zehn streckt sich allerdings ein wenig in diesem Roman. Allerdings ist es schon interessant zu lesen, wie sich der mittlerweile dreizehnjährige Assistent in einer normalen Familie behaupten muss und wie er mit seinen Gedanken und Erfahrungen durch den Monstrumologen umgeht. Die Handlung um das 'Magnificum' ist komischerweise gleichermaßen schwammig wie detailliert. Irgendwie gar nicht fassbar. Auf keinster Weise mit ähnlichen Artefakten des selbigen Genres vergleichbar, ist doch oftmals eine Saga oder komplette Legende hinter solchen Dingen hinterlegt. Das ist in diesem Roman schon anders vom Autor angegangen worden. Am Ende muss ich sagen, dass mich am meisten das Martyrium erschreckt hat, welches Will Henry erleben muss - ganz schon harter Stoff für ein so junges Kind! All die Dinge um dieses 'Magnificum' jedoch war nicht so ganz mein Thema, wenngleich diese Sternenfäule eine interessante Sache war, die im Vorfeld des Romans mit Zeitungsausschnitten untermalt wurde. Trotz flüssigen Schreibstil und feiner Übersetzung daher von mir etwas weniger Punkte als die beiden vorherigen Romane um den Monstrumologen...

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

dynastie, familie, familienkonflikt, macht, macht und intrigen, mond, mondbesiedlung, politik, sciencefiction, wirtschaft

Luna

Ian McDonald , Friedrich Mader
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.12.2016
ISBN 9783453317956
Genre: Science-Fiction

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:
Als die Menschheit den Mond besiedelt, entwickeln sich daraus schnell die fünf Drachen. Das sind die Familien, welche das Sagen auf dem neuen Lebensraum für Menschen haben. Die Familie Corta wird dabei am meisten verachtet, denn Adriana Corta, der Begründerin ihres Clans auf dem Mond, wird oft nachgesagt, sie hätte sich ihren Status auf eine unehrenhafte Art und Weise angeeignet. Trotzdem hat ihre Familie ihre Monopolsstellung erreicht und so gibt es viele Neider und heimliche Lästerer dieser Drachen mit den so unterschiedlichen Kindern von der langsam sterbenden Adriana. In diese Familie gelangt Marina Calzaghe, welche auf dem Mond gekommen ist und viel Geld verdienen will, da ihre Mutter auf Erden eine teure medizinische Versorgung benötigt. Als Bedienstete auf einer Feierlichkeit der Corta engagiert, rettet sie Adrianas Sohn Raffa bei einem Mordanschlag. Fortan ist sie von der Familie eingestellt und damit enden ihre Sorgen um die ständige Zahlung der nötigen Grundelemente auf dem Mond und natürlich die Kosten für das Wohl ihrer Mutter. Aber dadurch wird Marinas Leben nicht nur mit vielen neuen Erfahrungen bereichert, sondern auch der Lebensgefahr ausgesetzt, denn nicht wenige Mondmenschen denken sich: Tod den Corta und ihren Mitstreitern!

KOMMENTAR:
Der Roman 'Luna' aus dem Jahr 2016 konnte mich leider nicht richtig überzeugen. Ich war mit recht hohen Erwartungen an diesen Science-Fiction Roman gegangen und der Autor Ian McDonald legt eigentlich ein wunderbares Setting vor: ein bevölkerter Erdtrabant, auf dem viele technologische Aspekte, die heutzutage auf der Erde seinen Anfang finden, in der gar nicht so entfernten Zukunft umgesetzt werden. Zum Beispiel das 'Chib': eine Art Kontaktlinse, die im Verbund mit einem virtuellen Vertrauten die Plattform darstellt, über welche man Rechnungen zahlt, alle seine Daten unter Kontrolle hat sowie seine sozialen Netze verwaltet; das ist gar nicht so abwegig in der nahen Zukunft. Und dass man für wirklich alles wie auch das Atmen bezahlt - da warte ich noch drauf. Dazu das Gefüge von fünf Familien, welche über den Mond herrschen, sich aber untereinander gar nicht grün sind, ist sehr interessant. Doch McDonald macht dieses Szenario meiner Meinung nach unnötig kompliziert: er mixt eine eigene Sprache aus Englisch und den jeweiligen Herkunftssprachen der Familien und fügt ebenso noch 'Globo', ein vereinfachtes Englisch, was jedoch Maschinen sehr gut verstehen, auf dem Mond ein. Ich glaube, während der ersten hundert Seiten war ich dauernd zwischen aktueller Seite und dem Glossar am Pendeln, bevor ich es aufgab und die Ausdrücke schlicht überlesen habe. Es war schon ungewohnt genug, das der Roman im Präsens geschrieben wurde, was mir persönlich weniger zusagt. Gebündelt mit einem eigenwilligen Schreibstil des Autors fliegt man halt nicht so leicht über die Seiten. Die Geschichte des Buches ist zum großen die der aufgestiegenen Adriana Corta und das derzeitige Treiben ihrer Familie mit all ihren Verknüpfungen und Bestrebungen. Sicherlich hat McDonald sehr viele charismatische Figuren erschaffen, wobei man einige erst einmal verstehen muss. Ich frage mich immer noch, ob diese Wölfe, wie Wagner Corta einer ist, eine Art Spiegelbild der Werwölfe auf Erden darstellt. Dies sickert nicht so richtig durch. So geht es auch mit all diesen religiösen und eher im Hintergrund agierenden Gemeinschaften wie dem 'Orden der Herren des Jetzt' oder den 'Weißen Hasen'. Erwähnen sollte man auch, dass Sex in dem Roman eine wichtige Rolle spielt, da er sich um Stufen freizügiger gestaltet als auf Erden. Ich weiß, dass dies vielen Sci-Fi Lesern vor den Kopf stößt, fand es aber selber ziemlich interessant. Das sehr gewaltige wie nicht minder brutale Finale samt einem recht offenem Ende hebt die Qualität des Buches nochmals an und fixt den Leser schon auf den Fortsetzungsroman, aber unterm Strich denke ich, dass McDonald aus dem Stoff hätte viel mehr draus machen können - und weniger verwirrend. Ich glaube aber, dass meine Neugier siegen wird und ich auch den nachfolgenden Roman auch lesen werde...
7,0 von 10 Sterne

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111 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 37 Rezensionen

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Tausend Teufel

Frank Goldammer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423261708
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:
Etwas über einem Jahr nach Kriegsende ist Max Heller immer noch im Polizeidienst tätig, jedoch hat der Oberkommissar nun mit den sowjetischen Herrschern anstelle zuvor den Nazis zu kämpfen. Und als die beiden russischen Offiziere Major Wadim Berinow und Oberst Vassili Cherin tot aufgefunden werden, gerät er ziemlich in die Mahlsteine von Kommandant Medvedev, dem Leiter der sowjetischen Militäradministration und Oberst Ovtscharov, dem Leiter des Ministerium für innere Angelegenheiten. Er findet bei dem zweiten Toten jedoch einen Rucksack, in dem sich ein abgetrennter Kopf verborgen hält. Heller fokussiert sich auf diesen Fund, als das Lokal von Josef Gutmann, in dem die Sowjets ein und aus gingen, mit Handgranaten und Maschinenpistolen attackiert wird. Hängen die Anschläge mit den Morden zusammen? Was für ein Zwist gibt es unter den russischen Offizieren? Der Oberkommissar hat so seine Probleme, in der mittellosen und hungernden Bevölkerung Unterstützung zu finden. Besonders die Alt-Nazis wie Frau Schlüter, die ehemalige Frau eines Druckereibetrieb-Besitzers machen es Heller nicht leicht. Da trifft er auf Fanny, einem einfältigen Mädchen, die verwahrlost und ziemlich naiv daherkommt, allerdings von Heller schon bei dem Fund des Rucksacks gesehen wurde. Gehört sie auch in dieses verwirrende Puzzle, in dem Prostitution ebenfalls eine Rolle spielt? Trotz aller Warnungen wagt sich Max tiefer in den Sumpf der Wahrheit, welcher ganz schnell tödlich sein kann!

KOMMENTAR:
Der zweite Band mit Max Heller als Ermittler spielt ebenfalls in Dresden, jedoch ist der Krieg nun vorbei und die Russen haben das Kommando übernommen. Schon nach wenigen Zeilen fühlte man sich in 'Tausend Teufel' gut aufgehoben, wenn man das erste Buch 'Der Angstmann' gelesen hatte; aber auch Neueinsteiger sollten ohne Probleme zurecht kommen! Der Autor Frank Goldammer beschreibt einen wirklich bitterkalten Winter aus dem Jahre 1947, was den Leser unwillkürlich unter die Decke kriechen lässt und bedingt durch die beschriebene Armut sowie den Notstand eigentlich beglückt zum Tee, Kaffee oder den Knabbereien greifen lassen sollte. Goldammer ist wirklich begnadet darin, die Stimmung innerhalb seiner Geschichte herüber zu bringen. Und es gelingt ihm zu Mitte des Romans sogar, diese noch zu steigern. Der eigentliche Kriminalfall neigt manchmal ein wenig beiseite zu rücken, aber auch diesen Twist beherrscht Herr Goldammer ziemlich gut. Mehr und mehr entpuppen sich die Morde, die Anschläge als ein Intrigenspiel, in dem es wahrhaftig mehr Verlierer als Gewinner gibt. Spannend und mit dosierter Action versehen schafft der Autor ein fesselndes Finale, dass den Leser erst mit dem Wort ENDE wieder einatmen lässt. In Sachen historischer Kriminalromane kann sich der Autor wirklich mit allen bekannten Größen messen, wobei ich sogar hier und da ganz leichte Züge eines Sir Arthur Conan Doyle oder einer Agatha Christie feststellen konnte. Ein nahezu gleichwertiger Krimi wie das erste Werk um die wunderbare Charaktere des Oberkommissars! Die Freude auf den nächsten Roman kann übrigens aufrecht erhalten werden; schon im kommenden Sommer gibt es den dritten Fall in der Nachkriegszeit von Dresden. Ich freue mich wirklich drauf...
8,4 Sterne

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52 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Nachtschicht

Stephen King
Fester Einband
Erschienen bei Gütersloh: Lizenzausgabe für Bertelsmann Club, 01.01.1978
ISBN B009WC8GW6
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:

'Nachtschicht' ist die erste Sammlung an Kurzgeschichten des Autors Stephen King aus seiner Anfangszeit. Von den zwanzig mehr oder weniger langen Geschichten waren die meisten in diversen Magazinen veröffentlicht worden, ehe es zu dieser Zusammenfassung kam. Hier die Stories im einzelnen:

'Briefe aus Jerusalem':

In Briefform berichtet Charles Boone seinem Freund Bones Granson von seinen Erlebnissen im Jahre 1850 in 'Jerusalem's Lot', einem unheilvollen verlassenen Dorf, in dessen Nähe er ein Haus geerbt hat und in dem es ebenfalls beängstigend rumort. Die Nachforschungen mit seinem Diener Calvin McCann offenbaren grauenvolle Ereignisse aus der eigenen Geschichtshistorie der Boones und es scheint, als nehmen diese auch über die Jahre hinweg Charles ein...

'Spätschicht':

Um ein paar Extra-Kröten zu verdienen, beteiligt sich umherreisende Gelegenheitsarbeiter Hall während der freien Woche um den Unabhängigkeitstag an den Reinigungsarbeiten im Keller einer Spinnerei in Gates Falls, in der er noch recht frisch eingestellt ist. Er ahnt zwar dass es in diesem heißen Sommer eine Plackerei wird, aber wie sehr ahnt er noch nicht. Ein größeres Problem sind aber die Ratten; diese sind in dem Keller bis zu dreißig Zentimeter groß. Als es zu ersten Angriffen kommt, fordert Hall seinen Vorarbeiter Warwick auf, dagegen etwas zu unternehmen. Ob dies jedoch nicht ein verhängnisvoller Fehler ist?

'Nächtliche Brandung':

Bernie und seine Freunde leben am Strand von Anson Beach in den Tag hinein. Highlight ihres neuen Lebens sind nun absurde Dinge wie aktuell die Verbrennung des sterbenden Alvin Sackheim. Denn eigentlich sind alles des Todes geweiht, da die Super-Grippe Captain Trips die Menschheit nahezu ausgelöscht hat...

'Ich bin das Tor':

Der Astronaut Arthur erzählt seinem Freund Richard eine eigenartige Geschichte, welche aufzeigt, warum er seit seiner Mission zur Venus immerzu seine Hände verbunden hat. Was kein anderer Mensch auf Erden weiß, ist bei Arthur verankert - er ist das Tor von einer außerirdischen Existenz!

'Der Wäschemangler':

Als Officer Johnny Hunton zum Unfallort gerufen wird, bemerkt er direkt die unheimliche Aura, welche der Wäschemangler verbreitet. Und dieser tötete die Mitarbeiterin Mrs. Frawley, welche in die Maschine gezogen wurde. Eigenartigerweise reagierte keine der Sicherheitseinrichtungen. Nach weiteren Unfällen und den Geschichten seines Freundes Mark Jackson über Dämonenbeschwörung neigt der Polizist diesen Glauben zu schenken und findet dazu mehr und mehr Fakten. Allerdings fürchtet er, diese allesamt zu spät erhalten zu haben, um den Wäschemangler aufzuhalten...

'Das Schreckgespenst':

Ist Lester Billings, der sich auf die Couch des Psychiater Dr. Harper begibt, irre, oder ist an seiner unheimlichen Geschichte etwas dran, dass ein Gespenst aus dem Kleiderschrank nach und nach seine drei Kinder Denny, Shirl und Andrew umbrachte? Die Dinge sprechen irgendwie für sich...

'Graue Masse':

Als Timmy, Sohn von Richie Grenadine ziemlich erschüttert in die Kneipe 'Nachteule' kommt, ist der Besitzer Henry mit seinen Freunden geneigt zu handeln, denn Timmys Vater hat wohl schlechtes Bier getrunken und meidet nun jegliches Licht. Außerdem stinkt es im Haus wie diese graue Masse, welche in dem Bier war!

'Schlachtfeld':

Als Johnny Renshaw von seinem Auftrag zurück in sein Apartment kommt, erhält er überraschend ein Päckchen Kriegsspielzeug. Und zwar von jener Spielzeugfabrik, dessen Besitzer Hans Morris er getötet hat, denn Renshaw ist Profi-Killer. Er ahnt nicht, dass dieses Spielzeug nun nach seinem Leben trachtet...

'Lastwagen':

Mehrere Personen werden auf einer Raststätte von Lastwagen festgehalten! Sie hoffen, dass dieser Horror-Trip ein Ende nimmt, sobald den Monstern auf vier Rädern der Sprit ausgeht. Allerdings sind diese gar nicht so dumm und stellen die Eingekesselten vor die Entscheidung: betanken oder platt gemacht werden...

'Manchmal kommen sie wieder':

Jim Norman erhält endlich einen neuen Job als Lehrer an der Harold Davis High School. Dieser soll ihm helfen, endlich seine Schatten der Vergangenheit vollends abzulegen. Doch bald kommen seine Träume wieder - und dazu werden an der Schule einige neue Schüler eingestellt; die Schüler, welche vor ca. zwanzig Jahren seinen Bruder Wayne nieder stachen!

'Erdbeerfrühling':

Eine unheimliche Mordserie erschütterte das New Sharon Teacher's College, die während des sogenannten Erdbeerfrühlings 1968 geschah. Die Erinnerung ist für den Erzähler frisch, auch wenn das alles fast zehn Jahre her ist. Aber nun ist wieder ein Erdbeerfrühling und die erste Leiche wird gefunden!

'Der Mauervorsprung':

Der Tennislehrer Stan Norris verliebt sich in Marcia, welche jedoch die Frau des mächtigen Mr. Cressner ist. Dieser möchte seine Frau aber eigentlich nicht hergeben, doch bietet Norris eine Wette an. Er muss auf dem Sims um sein Penthouse im 43. Stockwerk einmal herum gehen. Schafft er es, kann er Marcia sowie 20.000 Dollar behalten, schafft er es nicht - nun das bedeutet Tod!

'Der Rasenmähermann':

Eigentlich war die Welt - und besonders sein Rasen - für Harold Parkette in Ordnung, bis eines Tages die Katze des Nachbarn unter den von seinem jungen Helfer aktiven Mäher geriet. Als im Folgejahr das Gras so hoch war, dass sich die Nachbarn schon lustig über Harold machten, ordert er einen Rasenmähermann - und ahnt nicht, was er damit für eine alles verschlingende Bestie gerufen hat!

'Quitters, Inc.':

Als Dick Morrison am Flughafen seinen alten Bekannten Jimmy McCann trifft und dieser ihn eine Adresse von NONFUMO, einer Organisation, welche helfen soll, Nichtraucher zu werden, ahnt er nicht, dass sich sein Leben radikal ändern wird; denn NONFUMO hat sehr radikale Methoden!

'Ich weiß, was du brauchst':

Erst war es nur ein scheinbar zufälliges Treffen, doch dann gelangt der unscheinbare Edward Jackson Hamner Junior immer mehr in das Leben von der Studentin Elizabeth. Denn entgegen seinem vernachlässigten Erscheinungsbild weiß er immer, was Liz gerade benötigt und ist jederzeit zur Stelle. Ein Traummann - oder eher ein Horror?

'Kinder des Mais':

Die Reise von Küste zu Küste sollte die Ehe von Vicky und Burt Robertson retten, doch als sie in das scheinbar ausgestorbene Örtchen Gatlin kommen und langsam einem ziemlich bedrohlichen Religions-Wahn erkennen, sieht es eher so aus, als müsste das Ehepaar eher ihr Leben retten...

'Die letzte Sprosse':

Larry erinnert sich an die tolle Kindheit mit seiner Schwester Katrina, in der diese sogar einmal vor dem sicheren Tod rettete. Doch den kurzen Brief, den Larry Jahre später von seiner kleinen Kitty erhält, lässt ihn daran nachhaltig zweifeln...

'Der Mann der Blumen liebte':

Blumen, so glaubt der namenlose junge Mann, sind immer eine nette Geste - zu jedem Anlass! Auch wenn der Anlass den Tod mit sich bringt!

'Einen auf den Weg':

Herb Tooklander und sein alter Kunde Booth ahnten Übles, als der Reisende Gerard Lumley halb-erfroren in die Kneipe 'Tookey's Bar' stürmt und erzählt, dass er bei dem wütenden Schneesturm vom rechten Weg abgekommen wäre und seine Frau Janey sowie seine Tochter Francie nun in dem Wagen in Jerusalem's Lot aushaarten. In jenem verfluchten Jerusalem's Lot, das zwar vor gut zwei Jahren niederbrannte, aber die Vampire dort immer noch hausen...

'Die Frau im Zimmer':

Johnny sieht den Fakten ins Auge: seine Mutter ist durch Krebs unheilbar krank - und wird trotz komplizierter Operation den Rest ihres Lebens ein Pflegefall bleiben. Soll er den drastischen Schritt gehen und ihrem Leiden ein Ende bereiten?



KOMMENTAR:

In dem Buch 'Nachtschicht' wurden im Jahre 1978 erstmalig Kurzgeschichten von dem damals mittlerweile namenhaften Schriftsteller Stephen King zusammengefasst veröffentlicht. Einige dieser Stories hatte er tatsächlich schon zuvor in diversen Zeitschriften veröffentlichen können, andere wiederum hatten noch nie das Licht der Öffentlichkeit zu Gesicht bekommen. Ebenso gemischt ist die Art der Geschichten, sei es nun klassisch angehaucht wie Briefe aus Jerusalem, eine Vorgeschichte zu Kings Werk 'Brennen muss Salem', welche ein wenig an H.P. Lovecraft erinnert und den Stil in Briefen und Tagebucheinträgen wie der Roman 'Dracula' aufweist. Oder gar Science Fiction beschlagen, wie es in Ich bin das Tor der Fall ist. Stephen King läßt das Grauen in allen alltäglichen Geschehnissen aufleben, sei es bei der Reinigung eines Kellers, wie in Spätschicht beschrieben, oder bei dem schlichten Konsum von Bier, wodurch der Horror in Graue Masse entstand. Bekanntlicherweise greift der Autor immer wieder gerne zu technischen Gerätschaften, die ein Eigenleben entwickeln. Dies ist in dieser Anthologie bei Der Wäschemangler sowie Lastwagen, bei dem sich Fahrzeuge aller Art gegen ihre Schöpfer erheben, der Fall. Beide Kurzgeschichten wurden übrigens wie viele andere auch verfilmt. Auch nicht selten arbeitet King mit klassischen Ängsten, wie zum Beispiel das Monster im Schrank, welches er in Das Schreckgespenst unterbrachte. Klar, dass ein Thema wie Krebs nicht fehlen darf. Der Autor wagt sich da sogar an die Problematik der Sterbehilfe, was in Die Frau im Zimmer nachzulesen ist. Und auch die Ursachen, wie zum Beispiel das Rauchen, werden in Quitters, Inc. in die Mangel genommen. Einige Geschichten wirken leider wie aus einem Bild herausgerissen, haben ihren Charme, aber fühlen sich nicht komplett an. Das ist besonders bei Nächtliche Brandung der Fall. Die Story ist wie ein Kapitel aus seinem großen Wälzer 'The Stand- Das letzte Gefecht' und ich fürchte, das Leser, die den Roman überhaupt nicht kennen, auch mit dieser Kurzgeschichte herzlich wenig anfangen können. Auch Der Mann, der Blumen liebte startet so irgendwie im Nichts und endet schließlich auch dort. Die wirklich starken Stücke in diesem Buch sind auf jeden Fall Kinder des Mais, welches sich mit religiösem Wahn beschäftigt - spannend und erschreckend zugleich; sowie Einen auf den Weg, was in etwa zwei Jahre nach den Geschehnissen aus 'Brennen muss Salem' spielt. Und nicht vergessen zu erwähnen sollte man Die letzte Sprosse. Hier beweist Stephen King in einer komprimierten Version, wie toll er doch erzählen kann und der Handlung dann noch ein aufwühlendes Ende verleiht. Ich glaube übrigens, dass sich manche Qualität der Geschichte auf den Übersetzer zurückverfolgen lässt; es haben an diesen zwanzig Geschichten etliche Leute gütig getan. So ist es interessant, dass die so spannende und schon erwähnte Story Kinder des Mais von niemand geringerem als Wolfgang Hohlbein übersetzt wurde - heute einer der Großen des Genres im deutschsprachigen Bereich. 'Nachtschicht' ist ein wirklich gutes Buch für alle, die mal zwischendurch eine gute Horror-Geschichte lesen möchten. Da kann man immer wieder auf dieses Werk zurückgreifen...

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

england, großbritannien, historischer roman, napoleonische kriege, roman, seefahrt

Der gelbe Admiral

Patrick O'Brian , Andrea Kann
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.08.2004
ISBN 9783548259031
Genre: Historische Romane

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:
Nachdem Stephen Maturin den Häschern entkommen und wieder in England weilt, scheint bei ihm wie auch bei seinem Freund Käpitän Jack Aubrey einige Zeit das Landleben angesagt zu sein. Doch gerade Aubreys unkonventionellen Auftritte als Parlamentsabgeordneter sind vielen ein Dorn im Auge und sein energisches Einsetzen gegen die Einhegung eines gemeinschaftlichen Stück Wald und Wiese machen ihm gerade auf höherer Ebene keine Freunde. Als er dann auf der 'Bellona' zum Blockade-Dienst vor Brest eingeteilt wird und der Flottenkapitän auch noch Lord Stranraer, der Onkel seines Gegners Kapitän Griffiths bei dem Einhegungs-Projekt ist, merkt Lucky Jack, dass er sich besser auf sein Schiff konzentrieren sollte, da er dort einfach erfolgreicher ist. Und auch bei dieser Blockade ist ihm das Seemanns-Glück hold. Allerdings ziehen von Daheim Wolken auf: seine Frau Sophia erfährt von der Affäre mit Amanda Smith und will sich nun von Jack trennen!

KOMMENTAR:
Ich muss sagen, dass in dem achtzehnten Band der Serie um Jack Aubrey und Dr. Maturin leider noch weniger maritime Handlung geboten wird als in den letzten Romanen. Und als es in dem Roman 'Der gelbe Admiral' dann endlich auf die Planken des Schiffes geht, ziehen sich die Seiten mit zwischenmenschlichen Beziehungen und dem routinierten Seemanns-Alltag. Natürlich hat Autor dies routiniert und flüssig beschrieben und es finden sich auch einige dramatische Ansätze wieder, doch das alles ist im Vergleich zu älteren Aubrey & Maturin Romanen nicht gerade viel. Die Streitereien zwischen Jack und Sophia oder die Ereignisse, wie Maturin wieder sein Vermögen zurück bekommt ist eher was für den Hardcore-Fan der Reihe. Es ist bestimmt interessant zu erfahren, wie es im 19. Jahrhundert mit Einhegungen gehandhabt wurde oder wie man in der britischen königlichen Navy zu höheren Ehren gelangen kann, allerdings ist in 'Der gelbe Admiral' wenig über Schlachten, Verfolgungsjagden oder brenzelige Kampfmanöver zu lesen. Als Fan der Serie kennt man hier zwar nun den Fortgang mit allen Charakteren - das war es aber auch schon. Nichts für reine Freunde von maritimen Duellen oder gar Neu-Interessierte...
6,6 Sterne

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

baker street 221b, detektiv, diebstahl, dr john watson, dr. john watson, dr. watson, england, fälle, inspektor lestrade, klassiker, krimi, kurzgeschichten, london, morde, sherlock holmes

Seine Abschiedsvorstellung

Arthur Conan Doyle , Leslie Giger ,
Flexibler Einband: 318 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 26.11.2007
ISBN 9783458350200
Genre: Klassiker

Rezension:

Vorneweg:
Ich habe den Roman in der Werkausgabe des Weltbild-Verlag (ISBN 3-8289-7184-9) gelesen, welcher mittlerweile vergriffen und in der WAS LIEST DU - Datenbank leider nicht vorhanden ist. Diese sollte aber inhaltlich identisch sein mit dieser Ausgabe…

KURZBESCHREIBUNG:
Dies ist das vierte Buch mit acht weiteren Kurzgeschichten um den Detektiv Sherlock Holmes, die Sir Arthur Conan Doyle monatlich im Jahre 1903 und 1904 im 'The Strand Magazine' veröffentlichte und damit die Geschichte des berühmtesten Detektivs der Welt von seinem Freund weiter erzählen ließ, da die Fangemeinde auf neue Fälle wartete und der Autor diesem weiter nachkommen wollte...

'Wisteria Lodge':
Die Aufwartung von Mr. Scott Eccles und direkt im Anschluss von den Inspektoren Gregson und Baynes, welche den Erst-Eintreffenden suchen, lässt Sherlock Holmes und seinen Freund Dr. Watson in eine interessante Geschichte rutschen. Denn Mr. Eccles kam direkt von seinem Besuch bei seiner jungen Bekanntschaft eines gewissen Mr. Garcia, welcher aber sein Heim 'Wisteria Lodge' nach einer Übernachtung seines Gastes verschwunden war und zwei Meilen weiter tot aufgefunden wurde. Von seiner Dienerschaft fehlt jede Spur und warum er bei dem Besuch besonders nach einer mysteriösen Botschaft so abwesend schien, ist alles fraglich. Der Meisterdetektiv aber macht sich so seine Gedanken und holt nötige Erkundigungen ein, um bald den Mörder dingfest zu machen...

'Die Pappschachtel':
Als Sherlock Holmes von Inspektor Lestrade gebeten wird, sich mit der eigenartigen Lieferung, welche eine gewisse Miss Susan Cushing erhielt, zu befassen, ist er sich schnell sicher, dass es sich bei der Lieferung von zwei Ohren in einem Päckchen um ein Verbrechen und keinen Scherz von ehemaligen Untermietern der Miss Cushing handelt. Und der Meisterdetektiv hat auch bald eine Lösung parat...

'Der rote Kreis':
Mrs. Warren spricht bei Sherlock Holmes vor, da sie einen ungewöhnliche Untermieter einquartiert hat und sich trotz regelmäßiger Zahlung sehr eigenartig benimmt. Obwohl er gar nicht das Zimmer verlässt und alle Wünsche per kleine Notizzettel verkündet sowie auf die Tageszeitung 'Daily Gazette' beharrt, glaubt Holmes an eine eher kleinere Tragödie. Als eines Tages der Mann von Mrs. Warren bei dem Weg aus dem Haus kurzzeitig entführt wird, weiß er bald, dass die Geschehnisse eine weitaus größere Tragweite besitzen und er handelt zügig, um einen möglichen Mord zu vermeiden...

'Die Bruce-Partington-Pläne':
Mycroft Holmes, der Bruder von Sherlock, bittet diesen bei der Unterstützung eines rätselhaften Falles: der junge Mitarbeiter im Staatsdienst namens Arthur Cadogan West wird tot an den Bahngleisen nahe der Station Aldgate in London gefunden, bei ihm sieben wichtige Seiten der 'Bruce-Partington-Pläne'; einem geheimen Projekt des Königreiches zum Bau von Unterseebooten. Die drei wichtigsten Seiten fehlen indes jedoch.Schnell wird Holmes klar, dass es sich bei dem Fall um eine brisante Agenten-Angelegenheit handelt, in die jedoch der Staatsdiener West, welcher sogar am Abend vor seinem Tode seine Verlobte einfach stehen ließ, nicht passen will. Holmes muss den Tätern ein gut getarntes Lockmittel bieten, will er diesen Fall vollends aufklären!

'Der Detektiv auf dem Sterbebett':
Ganz aufgewühlt erscheint Mrs. Hudson, die Haushälterin von Sherlock Holmes, bei Doktor John Watson und berichtet, dass der berühmte Detektiv wohl im Sterben liegt. Bei seiner Ehre gepackt macht sich der Mediziner direkt auf den Weg, wird jedoch von einem zwar todkrank aussehenden Freund bekannt massiv und energisch in die Schranken gewiesen. Es bedarf einige Zeit, bis Sherlock sich tatsächlich von einem Fachkundigen helfen lassen möchte. Dies muss allerdings Culverton Smith sein, der zwar kein Arzt, aber aufgrund seiner Erfahrung als Plantagenbesitzer in Sumatra nach Holmes Meinung die effektivste Lösung ist. Oder gibt es gänzlich andere Gründe, warum Holmes dessen Hilfe benötigt und Watson sich in dieser Zeit verstecken soll?

'Das Verschwinden der Lady Frances Carfax':
Da Sherlock Holmes in London unabkömmlich zu sein scheint, sendet er seinen Freund Dr. Watson nach Lausanne, um das Verschwinden von Lady Frances Carfax aufzuklären. Die verarmte Adelige hat sich nämlich entgegen ihren Gewohnheiten nicht mehr bei ihrer ehemaligen Gouvernante Miss Susan Dobney gemeldet, worauf diese sich an den Detektiven wandte. Und aus der Stadt in Frankreich kam das letzte Lebenszeichen der Lady. Watson forscht auf seine Weise und trifft nach einer Verfolgungsjagd bis nach Baden Baden auf einen großen, wild aussehenden Mann, welcher Lady Frances schon in Lausanne bedrängt hatte. Ist er nun an den Verursacher des Verschwinden von der Lady geraten?

'Der Teufelsfuß':
Während eines Erholungsurlaubs in Cornwall, wird Sherlock Holmes vom ansässigen Pfarrer Mr. Roundhay um Unterstützung gebeten. Die beiden Brüder seines Untermieters Mortimer Tregennis wurden am Morgen in einem Zustands des Wahnsinns aufgefunden, während deren Schwester Brenda tot zwischen den beiden lachenden und lallenden Brüdern auf der Bank saß, auf der Mortimer seine Geschwister am Abend zuvor verlassen hatte! Der Detektiv schaltet direkt in den Ermittlungs-Modus, da diese Geschichte wirklich ungewöhnlich klang. Allerdings wird die Situation brenzliger, als Mortimer Tregennis ebenfalls tot aufgefunden wird! Der Meisterdetektiv ist nun gefordert...

'Seine Abschiedsvorstellung':
Der deutsche Agent Von Bork benötigt noch durch den Handlanger Mr. Altamont die aktuellen Pläne an Flaggensignalen der gegnerischen englischen Armee, um dann baldmöglichst den britischen Boden zu verlassen, da sich ein Krieg mit dem deutschen Reich anbahnt. Er ahnt jedoch nicht, dass die britische Regierung den zur Ruhe gesetzten Detektiven Sherlock Holmes wieder aktiviert hat, um den deutschen Agenten auffliegen zu lassen!

KOMMENTAR:
Schon im Vorwort erklärt Sherlocks Freund Dr. Watson, der ja fiktiv die Abenteuer von dem Detektiv der Öffentlichkeit zutrug, dass sich der großartige Detektiv in die Downs zu Studienzwecken in Philosophie und Landwirtschaft zurückgezogen hatte. Er fasste aber in diesem Buch seine letzteren Fälle zusammen. Darunter auch seine Arbeit für das Militär, wie in der titel-gebenden Geschichte 'Seine Abschiedsvorstellung' zu Lesen ist. Viele Fans und sogenannte Experten des Autors wie auch der Romanfigur selbst halten ja diese jüngeren Abenteuer als nicht so gelungen, wie seine ersteren Romane und Kurzgeschichten um den Detektiv. Da muss ich allerdings widersprechen! Es ist richtig, das besonders die ersten Geschichten 'Wisteria Logde' oder 'Die Pappschachtel' vom Handlungsverlauf her sich ein wenig wie eine Kopie von 'Eine Studie in Scharlachrot' oder 'Im Zeichen der Vier' lesen lassen, aber in den folgenden Geschichten wird es doch zunehmen spannender. 'Die Bruce-Partington-Pläne' weist doch eine interessante Kriminalgeschichte mit Agenten-Hintergrund auf; in 'Der Detektiv auf dem Sterbebett' wird einmal mehr die große Kunst von Sherlocks Maskeraden aufgezeigt und 'Der Teufelsfuß' hat gar einen gruseligen Touch. Die schon ein wenig melancholisch zu lesende Story 'Seine Abschiedsvorstellung' ist in der Tat recht ungewöhnlich, aber zeigt ein weiteres Mal, wie abwechslungsreich Sir Arthur Conan Doyle mit seiner Charaktere zu Arbeiten pflegte. Ich finde zusammenfassend diese Sammlung an Kurzgeschichten den älteren zumindest ebenbürtig und sie gehören auf alle Fälle voll in das Sherlock-Holmes-Universum integriert!
8,2 Sterne

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46 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

berühmt, beweise, blutig, britain’s next big star, detective sergeant, entführer, entführerbande, fordern, großbritannien, jenny, knochensplitter, logan mcra, logan mcrae, lösegeld, stuart macbride

Knochensplitter

Stuart MacBride , Andreas Jäger
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.05.2014
ISBN 9783442480739
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:
Detective Sergeant Logan McRae hat mal wieder die übelsten Karten: zum einen sind seit einigen Tagen Jenny und Alison McGregor, die Shooting-Stars einer Talent-Show, entführt worden und die Grampian Police stellt sich bei den Ermittlungen nicht gerade pfiffig an, da bekommt er noch eine Razzia bei einem stadtbekannten Drogendealer aufgehalst, die natürlich in die Hose geht! Shuggie Webster, der Hauptdealer entkommt und seine drogensüchtige Freundin Trisha Brown verlangt von Logan nun die sichergestellten Stoff zurück, da die 'Kreditgeber' das Geld oder ihre ausgegebene Ware zurückhaben wollen! Bis dahin wird der gesamten Familie tagtäglich übel nachgestellt. Während sich die Polizei im McGregor-Fall der Presse und den neuen Forderungen der Entführern stellen muss, macht Trisha und ihr flüchtiger Freund Shuggie das Leben von McRae immer unangenehmer. So greift er schließlich zu zwielichtigen Kontakten und nicht ganz legalen Mitteln, um diesen Problemen endlich Herr zu werden...

KOMMENTAR:
Auch der siebte Roman um den Detective Sergeant Logan McRae entführt den Leser dieses Thrillers in das nördliche Aberdeen und zu dessen Polizeieinheit, welche wirklich einen ziemlich rüden Umgang zu Tage bringt. Hier hat es der Autor Stuart McBride ein weiteres Mal auf die Spitze getrieben; alleine die Respektlosigkeit den Vorgesetzten gegenüber ist mehr als verblüffend. Wer beim Lesen von solch einer provokanten Ausdrucksweise seine Probleme hat, wird hier beim Schmökern garantiert nicht glücklich! Wenn nicht, bietet der Autor hier zwei parallel laufende Fälle, wobei die Entführung der Shooting-Stars alleine wegen dem großen Medieninteresse Vorrang hat. Allerdings ist der Fall des entflohenen Dealers gerade für die Geschichte um den Hauptprotagonisten wichtig. Die Stammleser der Reihe darf sich wieder über die bekannten Figuren wie unter anderem die sich andauernd kratzende und fluchende Roberta Steel freuen. So wartet McBride auch mit 'Knochensplitter' einen kurzweiligen Roman auf, der die Fans befriedigen sollte, allerdings nicht gerade das herausragende Werk der Reihe ist. Trotzdem möchte ich diesen Thriller empfehlen, denn die entstandenen Plots gegen Ende des Romans sowie die dazugehörige Gefühlswelt von Logan, welcher sogar noch zuvor eine kontroverse Beförderung über sich ergehen lassen darf, sind allemal überraschend und verblüffen den Leser letzten Endes doch...
7,8 Sterne

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192 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 70 Rezensionen

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Das Erwachen des Feuers

Anthony Ryan , Birgit Maria Pfaffinger , Sara Riffel
Fester Einband: 832 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 09.09.2017
ISBN 9783608949742
Genre: Fantasy

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:
Als sich mehr und mehr herausstellt, dass das Blut von gezüchteten Drache qualitativ schlechter wird und sich freilebende Feuerspucker kaum noch als fangbar erweisen, besinnt sich das Eisenboot-Syndikat der Legende um den weißen Drachen. Mit dessen Blut sollen Blutgesegnete ihre Fähigkeiten um ein Vielfaches steigern. Das sehr rationell denkende Syndikat unter der Projektleitung von Lodima Bondersil macht dies jedoch nicht nur aus reiner Verzweiflung; der Grund ist der Fund von raren corvantinischen Artefakte, die plötzlich auftauchen und ebenso alt wie hoch-technologisch zu sein scheinen. So wird die ehemalige Akademie-Absolventin Lizanne Lethridge dazu auserwählt, sich im Inneren des Kontinents Arradsia auf der Suche nach dem Ei des weißen Drachen zu machen, eine Suche, die zuletzt mit der Wittler-Expedition scheiterte und bei der die Eisenboot-Syndikat Mitarbeiterin Ethelynne Drystone zuletzt mysteriöse Hinweise versandte und dann wie alle Expeditionsteilnehmer als verschollen galt. Um sich gegen die Agenten der verfeindeten Länder wie das corvantinische Kaiserreich zu schützen, benötigen die Eisenbootler noch einen unregistrierten Blutgesegneten. Diesen scheint Lizanne in dem freilebenden Tagedieb Claydon Torcreek gefunden zu haben. Mehr unter Zwang nimmt dieser den Auftrag an der Seite seines einflussreichen Onkels Braddon an und macht sich auf den Weg zu den Roten Sande, aus der es die letzten Informationen der Wittler-Expedition gab. Niemand ahnt bei dem aktuell aggressiven Verhalten der Drachen nicht, dass sich Arradsia im Umschwung befindet. Auch nicht Corrick Hilemore, der als frischgebackener Leutnant auf den Kreuzer 'Gute Gelegenheit' abberufen wird, um die Stadt Kerberhafen vor Piraten zu schützen. Und er ahnt nicht mal, dass das corvantinische Kaiserreich zum Krieg rüstet, um Arradsia endgültig einzunehmen!

KOMMENTAR:
Mit dem Roman 'Das Erwachen des Feuers' hat der Autor Anthony Ryan überraschend schnell nach seiner fulminanten High-Fantasy Trilogie der 'Rabenschatten' ein neues Projekt auf den Markt gebracht. Mit diesem ersten Roman aus der dreiteiligen Reihe mit dem Titel 'Dragonis Memoria' überrascht er des weiteren mit einer komplett neuen Welt. In dieser dreht es sich auf allen Kontinenten nur um eines: das Blut von Drachen. Somit wird der Leser ein weiteres Mal in eine phantastische Welt gesteckt, die jedoch kein simpler Abklatsch seiner 'Rabenschatten'-Trilogie, sondern komplett eigenständig ist. Eine an das 18. Jahrhundert erinnernde Hierarchie erwartet den Leser, welche zwar komplexe Verknüpfungen durch jede Menge geschichtliche Ereignisse aufwartet, jedoch sehr plausibel dem schmöker-freudigen Käufer näher gebracht werden. Die Ländereien wie Mandinorien oder Arradsia erinnern ein wenig an das vorletzte Jahrhundert unserer realen Welt, haben jedoch jeder seine charakteristischen Eigenschaften, wobei Arradsia wie ein unerforschtes Afrika anmutet. Den stark phantastischen Einschlag bieten natürlich die Drachen in dieser Welt, welche zwar gefürchtet, aber auch ihres sehr wertvollen Blutes wegen gejagt werden. Und die Eigenschaften, welche mit dem Lebenssaft erreicht werden, sind noch phantastischer. Hier geht es in Richtung Superhelden-Liga. Der große Clou ist allerdings, dass Ryan hier sehr viele Genre vermischt. In diesen ersten Teil hat er eine starke Prise Steam-Punk beigefügt und der Handlungsfaden um Corrick Hilemore ist ein wirklich maritimes Vergnügen. Beim Lesen von 'Das Erwachen des Feuers' findet man sich außerdem stellenweise in einem Agenten-Thriller wieder und die Reise ins Innere des Kontinents Arradsia von dem Protagonisten Claydon Torcreek erinnert stark an einen Abenteuer-Roman á la Indiana Jones. Also von Langeweile jeglicher Art kann bei diesem bunten Spektrum absolut keine Rede sein! Es ist eigentlich schon fast zuviel des Guten, besonders die Schlacht um Kerberhafen zieht sich über viele Seiten des über 700 Seiten starken Werkes. Punktabzüge gab es von mir noch, da der Prolog (wohl unbeabsichtigt) im Laufe des Romans etwas suggeriert, was jedoch nicht sein kann. Es kam mir immer der Verdacht auf, dass Clay das verschollene Kind sei, was mit seiner Mutter in den Trog mit Drachenblut sprang - unmöglich, da er kurz daraufhin als junger Mann die Szenerie betritt. Die ist allerdings ein klitzekleiner Kritikpunkt, dazu eher persönlich. Einigen Lesern mögen etliche Stellen auch etwas zu hart herüberkommen - Ryan geizt nun nicht mit dem Opfern von Charakteren und Statisten. Teilweise aber auch sehr einfühlsam; ich musste bei dem Ableben einer feinen, um Spoileralarm zu verhindern, nicht näher benannten Figur, die Tränendrüsen konzentriert zähmen, um nicht loszuflennen. 'Das Erwachen des Feuers' ist ein sehr gelungener Auftakt, der den bisherigen Werken des Autors in nichts nachsteht! Gespannt darf man dem zweiten Teil der 'Dragonis Memoria' entgegenfiebern...

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233 Bibliotheken, 14 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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The Stand - Das letzte Gefecht

Stephen King , Harro Christensen , Joachim Körber , Wolfgang Neuhaus
Flexibler Einband: 1.488 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.03.2016
ISBN 9783453438187
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:
Es beginnt mit dem Unfall des flüchtigen Charles D. Campion samt seiner Frau und ihrem Kind, bei dem in dem kleinen Nest Arlette/Texas die komplette Tankstelle wegrasiert wurde. Nur durch die Geistesgegenwart von den ansässigen Mitbürgern konnte ein größeres Unglück verhindert werden. Das bringt den meisten jedoch nicht viel, konnte Campion nur durch einen technischem Fehler von seiner Basis in Kalifornien fliehen, nachdem sich dort bei Tests mit Viren ein dramatischer Unfall ereignet. Dieser offiziell 'Captain Trips' genannte Virus verbreitet sich leichter als eine simple Grippe und ist absolut tödlich! Das Ende der Menschheit scheint nahe, nur wenige Menschen wie zum Beispiel Stuart Redman, der bei dem Unfall an der Tankstelle zugegen war, sind gegen den Virus resistent. Nach einer Orientierungsphase machen sich die Verbliebenen auf den Weg, um sich zu sammeln, denn alle scheinen von einer alten Frau namens Abagail zu Träumen, welche die Überlebenden zu sich ruft. Aber sie träumen auch von einem schwarzen Mann, dem ebenfalls nicht wenige Menschen anziehend finden. Keiner der Überlebenden ahnt: dies ist der Beginn des Endkampfes von Gut gegen Böse!

KOMMENTAR:
'The Stand: Das letzte Gefecht' ist auch schon vor seiner Vervollständigung im Jahre 1990 das längste Werk vom 'Meister des Horrors' namens Stephen King gewesen und bis dato noch nicht an Seitenzahl und Wörtern überholt worden. Die jüngste deutsche Ausgabe hat sage und schreibe 1712 Seiten inne! Oft wird der Roman als Kings Meisterwerk genannt, auch wenn seine komplette Saga um den 'dunklen Turm' noch epischer angelegt ist. Allerdings sind dies auch summa summarum acht Bücher. Im vorliegenden Werk geht es unschwer zu erkennen um eine Endzeit-Story, bei der sich der Autor sehr akribisch um gefühlte endlos viele Charaktere kümmern scheint. Einigen entledigt er sich ziemlich schnell, anderen widmet er mehrere Seiten. Figuren wie zum Beispiel Stuart Redman, welcher praktisch von Beginn an Zeuge des Untergangs der Welt wird und sogar von den staatlichen Stellen als Versuchskaninchen herhalten muss, folgt er jedoch auf Schritt und Tritt. Oder dem Musiker Larry Underwood, welcher durch plötzlichen Ruhm vor Ausbruch der Epidemie in das altbekannte 'Sex & Drugs & Rock'n'Roll' Loch gerät und mit dem Anfang vom Ende praktisch wieder auf den rechten Weg gelangt - was jedoch angesichts der Ereignisse zu spät erscheint. Viele Kritiker des Buches sehen in dieser Ansammlung von persönlichen Schicksalen die Schwachstelle, da sie als überflüssig erscheinen und der eigentlichen Handlung nicht dienlich sind. Nun, darüber lässt sich gewiss (oder eben überhaupt nicht) streiten. Stephen King hat mit 'The Stand' auf jeden Fall erstmalig gezeigt, was für ein begnadeter Erzähler er doch ist und nicht nur banalen Horror abliefert! Diese kleinen Anekdoten über Protagonisten und wie sie mit der Epidemie und all ihren Auswirkungen umgehen sind sehr interessant, manchmal gar sarkastisch oder ironisch geschildert worden. Seine Figuren müssen sich den Fragen über Religion und Zivilisation, später auch über die Rechte des Menschen machen. Für meinen Teil fand ich die Gedankengänge zumeist unterhaltsam. Der rote Faden geht dabei übrigens nie verloren, mühelos kann man den Geschehnissen folgen. Allerdings tat ich mich mit diversen Visionen der Akteure manchmal schwer. Dieses Problem habe ich jedoch bei den meisten Büchern, welche Visionen als starken Antrieb zur Handlung nutzen. In der Gesamtübersicht beschreibt King hier nun das altbekannte Thema vom Kampf des Guten gegen das Böse, jedoch auf eine bis dato neue Art und Weise; schon alleine Randall Flagg, der in dem Roman die dunkle Seite verkörpert, ist eine ungewohnte Variante dessen. Kein Wunder, dass viele Autoren dieses Buch mittlerweile als Inspiration für ihre eigene Endzeit-Vorstellung nutzten. Ein dicker Wälzer, der den Leser einige Zeit beschäftigt und in eine düstere wie augenscheinlich hoffnungslose Endzeit unserer geliebten Erde aufhalten lässt...
93 Sterne

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Triumph des Kommodore

Patrick O'Brian , Jutta Wannenmacher
Flexibler Einband: 409 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.07.2008
ISBN 9783548268989
Genre: Historische Romane

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:
Nach vielen Jahren auf See gelangt Käpitän Jack Aubrey bald nach der Heimkehr zu den fast kaum noch geglaubten Lorbeeren. Er erhält ein komplettes Kommando und steigt somit in den Rang eines Kommodore auf. Die Aufgabe hat es trotz allem in sich: er soll mit der 'Bellona' und seiner Flotte an der afrikanischen Küste den Sklavenhandel unterbinden, welchen die Amerikaner und Franzosen dort durchführen. Aubrey ist jedoch ein raffinierter Stratege und glaubt trotz einiger ungeeigneter Kapitäne in seinem Kommando an den Erfolg. Für seinen Freund, dem Doktor Stephen Maturin wird die Heimkehr allerdings zu einem Desaster. Zum einen hat seine Frau Diana sich aus dem Staub gemacht, als sie - fälschlicherweise - das Gefühl bekam, dass ihre Tochter Brigid ein verblödetes Kind ist. Zum anderen wird Stephen von Sir Joseph Blaine informiert, dass es immer noch eine Lücke im Agentennetz der Engländer gibt und er nun gänzlich aufgeflogen ist. Zudem wurden sein Diener Padeen Coleman und Clarissa Oakes verraten und ihnen droht die Haft - und womöglich gar schlimmeres. Der Doktor ist zum Handeln gezwungen, um noch zu retten, was zu retten ist! Somit kommt ihm das Kommando von Jack gerade recht, ohne zu ahnen, wie gefährlich die Sklavenhändler wirklich sind...

KOMMENTAR:
In dem siebzehnten Band der Serie um Jack Aubrey und Dr. Maturin wird dem Leser einiges geboten, wobei dies gerade im ersten Drittel des Buches weniger maritim anmutet als vielmehr die privaten Belange der Hauptcharaktere betrifft. Gerade mit dem geliebten Maturin muss der Leser doch einiges in dem Buch 'Der Triumph des Kommodore' durchleben. Nach den Ereignissen an der afrikanischen Küste hat Aubrey noch einen weiteren Auftrag, der schließlich eine spannende Seeschlacht garantiert. Das sollte auch die rein maritim-orientierten Leser begeistern. Ich denke jedoch, dass die meisten Leser eher aus der Riege der Aubrey & Maturin Fans kommen - und diese werden mit diesem Werk ziemlich befriedigt. Gerade die persönlichen Schicksale der Haupt- und auch Nebenprotagonisten fesseln den Leser an den Romanen von Autor Patrick O'Brian. Und diesbezüglich wird man hier hundertprozentig bedient. O'Brian macht dabei nicht einmal vor der doch recht harmonischen Ehe von Jack und seiner Frau Sophia halt. Aber ich möchte nun wirklich nicht zuviel verraten; lest das Buch selber. Es ist ausgesprochen kurzweilig und ein wahrhaftiges Lesevergnügen; garantiert trägt die Übersetzerin Jutta Wannenmacher einen großen Anteil bei. Vielleicht ist der Roman sogar eins der besten Bücher der Serie!
8,4 Sterne

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267 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 15 Rezensionen

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Ich will dich nicht töten

Dan Wells , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2012
ISBN 9783492273855
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

KURZBESCHREIBUNG:
Es kam, wie es der mittlerweile sechszehnjährige John Cleaver erhofft hatte: der Dämon Niemand, den er nach dem Tode von Clarke Foreman herausgefordert hatte, treibt nun in Clayton sein Unwesen! Die Opfer sind Personen der Öffentlichkeit, wie der Pastor Elijah Olson, der mit abgehakten Armen und Pfählen im Rücken vor der Kirche aufgefunden wird. Verzweifelt versucht der soziopathische Junge ein Profil des Killers zu erstellen, aber eine ungewöhnliche Selbstmord-Serie von jungen Mädchen halten John von seinen Nachforschungen ab. Da erhält er überraschend Unterstützung von Marci Jensen, einem der beliebtesten und hübschesten Mädchen seiner Schule. Da ihr Vater Sheriff Jensen immer wieder Informationen preis gibt, ist sie für John tatsächlich eine wertvolle Unterstützung. Doch wird das Mädchen, welches sogar Gefühle für den Jungen entwickelt , nicht zum Hindernis, wenn John den Dämon entlarvt hat?

KOMMENTAR:
Der Roman 'Ich will dich nicht töten' stellt den Abschlussband der 'Serienkiller-Trilogie ' von Autor Dan Wells dar, welcher mit seinem gefühlsarmen Charakter John Cleaver eine sehr eigenwillige Figur erschaffen hat. Auch in diesem Roman sind die Gedankengänge des Sechszehnjährigen sehr ungewöhnlich, man muss wirklich alle eigenen Empfindungen und Meinungen beiseite schieben, um diesen verständlich folgen zu können. Das mindert den Lesespaß jedoch nicht im geringsten, ist es einfach eine andere Art von Thrillern mit Mystery-Einfluss, die mit diesem Buch in die dritte Runde geht. Und das ist doch ein Reiz bei der Leidenschaft des Schmökerns, oder? Auf jeden Fall kann man behaupten, dass sich in diesem Roman nochmal das bisherige Erlebte von der Figur des soziopathischen Jungen getoppt wird. Durchlebt der Leser anfangs noch die Ermittlungsarbeiten von John, steigert sich mit fortlaufender Seitenzahl die Action bis hin zu einem mehr als dramatischen Finale, dass einem dem Atem raubt! Dan Wells hat wirklich ein tiefgründiges und fesselndes Werk hingelegt. Eigentlich ein würdiges Finale für diese 'Serienkiller-Reihe' - doch heute weiß man ja, dass es noch über diese Trilogie hinaus geht. Ich freue mich schon auf den nächsten Band!
8,4 Sterne

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