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Vintage

Grégoire Hervier , Alexandra Baisch , Stefanie Jacobs
Fester Einband
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2017
ISBN 9783257070026
Genre: Romane

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198 Bibliotheken, 3 Leser, 8 Gruppen, 25 Rezensionen

lehrer, musik, roadtrip, münchen, reise

Becks letzter Sommer

Benedict Wells
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.11.2009
ISBN 9783257240221
Genre: Romane

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The Walking Dead Softcover 6

Robert Kirkman , Charlie Adlard
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Cross Cult, 26.09.2016
ISBN 9783864258084
Genre: Comics

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

nigeria, rasse, lagos, migranten, rassismus

Americanah

Chimamanda Ngozi Adichie , Anette Grube
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 25.06.2015
ISBN 9783596185986
Genre: Romane

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

dave robicheaux, krimi, new orleans, geheimdienst, erster teil

Neonregen

James Lee Burke , Hans H. Harbort
Flexibler Einband
Erschienen bei Pendragon, 06.07.2016
ISBN 9783865325488
Genre: Krimi und Thriller

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87 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

mount everest, sinnsuche, liebe, österreichische autoren, everest-besteigung

Das größere Wunder

Thomas Glavinic
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.04.2015
ISBN 9783423143899
Genre: Romane

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science fiction, fantasy, humor, douglas adams

Das Restaurant am Ende des Universums

Douglas Adams , Benjamin Schwarz
Flexibler Einband
Erschienen bei Kein & Aber, 26.04.2017
ISBN 9783036959566
Genre: Science-Fiction

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dytopie, unterdrückung der frauen, totalitärer staat, roman, der report der magd

Der Report der Magd

Margaret Atwood , Helga Pfetsch
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 03.04.2017
ISBN 9783492311168
Genre: Romane

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49 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Gott, hilf dem Kind

Toni Morrison , Thomas Piltz
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 22.04.2017
ISBN 9783498045319
Genre: Romane

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iran, revolution, teheran, debüt, flüchtlinge

Nachts ist es leise in Teheran

Shida Bazyar
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 18.02.2016
ISBN 9783462048919
Genre: Romane

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Prince

Matt Thorne
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Edel Germany, 28.04.2017
ISBN 9783841905239
Genre: Biografien

Rezension:

Am 21.April 2016 starb einer der einflussreichsten und bedeutendsten Musiker unserer Zeit. Pünktlich zum ersten Todestag von Prince erschien am 28.04.2017 die deutsche Übersetzung der Biografie von Matt Thorne aus dem Jahre 2012, die vom Autor jetzt um ein postumes Kapitel erweitert wurde. In meinem Beitrag versuche ich zu erklären, für wen sich der Kauf lohnt und werfe einen Blick auf die kürzlich veröffentlichte Neuauflage seines wohl erfolgreichsten Albums Purple Rain.

Die Biografie

Jedem, der sich ein bisschen mit dem Leben und Werk von Prince beschäftigt hat, dürfte klar sein, dass es für einen Journalisten fast unmöglich war, etwas über den Menschen Prince zu erfahren. Er gab fast nie Interviews und in den seltenen Gesprächen, die tatsächlich stattfanden, hat er oft bewusst falsche und irreführende Antworten gegeben. Aus seiner Verachtung gegenüber der schreibenden Zunft hat er –zumindest zu Beginn seiner Karriere- keinen Hehl gemacht, er war der Meinung, dass der einzige Mensch der ihn verstehen konnte, er selber sei.
Umso erstaunlicher, dass es dem Journalisten, Kritiker und Autoren Matt Thorne über viele Jahre, in denen er über die Musik von Prince geschrieben hat, gelungen ist, trotzdem einen Zugang zu dieser schwierigen Persönlichkeit zu finden. Diese erschließt sich allerdings im Wesentlichen über sein gewaltiges musikalisches Werk.

In 38 Kapiteln gibt uns Matt Thorne einen chronologisch geordneten Überblick über die (bisher veröffentlichte) Musik von seinem Debutalbum For You aus dem Jahre 1978 bis zu seinem letzten veröffentlichten Album Art Official Age (2014). Er beschreibt sehr detailliert die Entstehungs- und Produktionsgeschichte fast jedes einzelnen Songs. Hierzu greift er sehr ausführlich auch auf zahlreiche Berichte, Interviews und Bücher von Bandkollegen und anderen Weggefährten von Prince zurück. Die unzähligen (sehr klein gedruckten) Fußnoten lassen das 544 Seiten starke Buch fast doppelt so dick erscheinen.

Die Genauigkeit, mit der Thorne auf das Werk des musikalischen Genies eingeht, lässt erkennen, dass der Autor selber einer der größten Fans des Musikers ist und über eine äußerst umfassende Kenntnis des bisher bekannten Materials verfügt.
Dies gestaltet sich bei Prince besonders schwierig, da es neben den veröffentlichten Alben unzählige Songs gibt, die er ausschließlich live spielte. Daher kursieren vermutlich auch von keinem anderen Künstler so viele Bootlegs (nicht genehmigte Mitschnitte von Konzerten oder Soundproben). Das kurz vor der Veröffentlichung zurückgezogene, mysteriöse Black Album war lange Zeit das bekannteste Bootleg und nur über dunkle Kanäle zu bekommen. Später wurde es dann doch offiziell veröffentlicht.

Was in der Biographie klar zum Ausdruck kommt ist, dass Prince ein absoluter Workaholic war und zeitweise vor lauter Ideen nicht wusste, wohin mit seiner schier unerschöpflichen kreativen Energie. Unermüdlich schrieb und produzierte er Songs, die dann oftmals aber gar nicht veröffentlicht wurden, sondern vorerst in seinem gigantischen Musikarchiv „The Vault“ gelagert wurden um sie gegebenenfalls später wieder aufzugreifen. Bezeichnend hierfür seine im Vorfeld des Albums Sign o‘ the times produzierten Songs. Zu diesem Zeitpunkt trennte er sich von großen Teilen seiner langjährigen Band The Revolution., was für viele seiner Bandkollegen überraschend kam. Für Wendy Melvoin (Gitarre, Gesang) und Lisa Coleman(Klavier, Keyboard, Gesang) war es ein Schock:

"Zurück in LA nahm er Lisa und mich beiseite und sagte: „Ich muss mich von euch trennen.“ Und wir so. „Aber wir haben gerade Material für fünf Platten fertiggestellt.“ Wir vermuteten, dass er uns deswegen feuerte, weil er die Kontrolle verloren hatte und sie zurückgewinnen musste." (Seite 155)

Prince unbedingter Wunsch, über seine eigene Musik frei bestimmen zu können, führte 1993 auch zum Zerwürfnis mit seiner Plattenfima Warner Bros. Records, da er sich in seiner künstlerischen Freiheit eingeschränkt fühlte. Statt eines Namens verwendete Prince jetzt nur noch ein Symbol als Erkennungszeichen, zeitweise wurde von ihm auch nur als TAFKAP (The artist formerly known als Prince) gesprochen. Trotzdem produzierte er weiterhin unermüdlich Platten und nach dem Auslaufen seines Vertrags mit Warner Bros. probierte er auch zahlreiche neue Vertriebswege für seine Musik aus. Damit war er auch ein Vorreiter für neue Geschäftsmodelle von Musikern, die bisher immer von den Plattenfirmen abhängig waren. Seine Musik konnte man zeitweise nur erwerben, wenn man in seinem NPG Music Club Mitglied wurde. Damit verschwand er für einige Zeit für die breite Allgemeinheit von der Bildfläche, wahre Fans wurden aber über den Musik Club weiterhin mit neuen Platten versorgt. 2004 gab es dann ein vielbeachtetes Comeback, nachdem Prince zusammen mit Beyoncé einen denkwürdigen Auftritt bei den Grammy-Awards ablieferte.

Der Live-Künstler Prince

Einen besonderen Reiz an Prince‘ künstlerischem Werk waren seine außergewöhnlichen Konzerte, bei denen man nie wusste, welche Songs er spielen würde. Seine jeweilige Setlist änderte er oft scheinbar spontan von Abend zu Abend. Daher lohnte es sich für die härtesten seiner Fans so viele Konzerte von ihm wie möglich zu besuchen, da jeder Abend ein komplett anderes Konzert bieten konnte.

Seine Meisterleistung hierzu lieferte er 2007 ab, als er für die Konzertreihe 21 Nights in London tatsächlich 21 Konzerte in der Londoner o2-Arena gab, denen an den meisten Abenden noch ein zusätzliches Clubkonzert im kleinen Rahmen für seine treuesten Fans folgte.

„Es hieß, Prince habe 150 Songs geprobt und würde das Set jeden Abend neu durchmischen. Dies war für langjährige Fans der Anreiz Tickets für mehrere Konzerte zu kaufen…“ (Seite 407)

Matt Thorne hat tatsächlich 19 der 21 Konzerte und die meisten der Clubkonzerte besucht und auch hiervon berichtet er in dem Buch ausführlich. Insofern enthält das Buch also auch eine ausführliche Dokumentation dieser legendären Konzertreihe.

Abgerundet wird das Buch durch zahlreiche Fotos aus Prince‘ Leben, die ihn und einige seiner Weggefährten zeigen sowie einen Anhang in dem der Interessent eine Bibliographie mit zahlreichen weiteren Büchern über Prince findet.

Fazit

Matt Thorne liefert mit Prince – Die Biografie ein umfassendes und bis in das kleinste Detail recherchiertes Bild des musikalischen Werkes von Prince. Entstehungs- und Produktionsgeschichte fast aller seiner Songs (und ebenso der unzähligen Arbeiten für andere Künstler, die er produziert und gefördert hat) werden, ebenso wie viele seiner Live-Auftritte minutiös geschildert. Allerdings bleibt der Mensch und Künstler Prince weiterhin geheimnisvoll. Prince Gedanken und Motivation zu seinem Werk gehören aufgrund seiner fehlenden Äußerungen dazu in das Reich der Spekulation und werden von Thorne daher auch selten aufgegriffen. Wirkliche Einsichten und Erkenntnisse erschließen sich dem Leser daher kaum, für literarisch interessierte Leser ist dieses Buch in meinen Augen daher eher nicht geeignet. Prince-Fans hingegen erhalten einen wohl einmaligen Überblick über das Werk dieses Ausnahmekünstlers. Diese „biografische Enzyklopädie“ dürfte daher für Fans das Standardwerk über Prince sein.

Man kann nur hoffen, dass sich die Erben von Prince einigen können und wir noch in den Genuss zahlreicher im „Vault“ verborgener Titel kommen. Hoffentlich werden dann auch einige seiner inzwischen vergriffenen Alben wieder neu aufgelegt, denn wie schreibt Matt Thorne so treffend im ersten Kapitel:

„Ein Werk, das trotz der großen Anerkennung, die ihm für seine größten Songs und Alben zuteil wurde, in seiner Gesamtheit erst noch erforscht und verstanden werden muss.“ (Seite 25)

Eine Besprechung zur Neuveröffentlichung seines um zwei Bonus-CD's erweiterten Erfolgsalbums Purple Rain findet ihr auf meinem Blog.

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78 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

türkei, deutschland, gewalt, berlin, roman

Ellbogen

Fatma Aydemir
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.01.2017
ISBN 9783446254411
Genre: Romane

Rezension:

„Elma wirkt immer wie die Stärkere, dabei ist es in Wahrheit ganz anders. Ihr Herz ist total anfällig, man kann es so leicht brechen. Wegen der Ellbogen, die uns das Leben reingerammt hat, immer wieder, und immer noch. Überall nur Ellbogen von denen, die stärker sind als wir.“ (Seite 165*)

Integration, Migrationshintergrund und die aktuelle politische Lage in der Türkei, das sind die Schlagworte, die mir beim Lesen des Klappentextes zu diesem Roman in den Sinn gekommen sind. Anhand des Schicksals der jungen Deutschtürkin Hazal schafft es Fatma Aydemir diese Punkte zu thematisieren ohne sie explizit anzusprechen.

Inhalt

Hazal Akgündüz ist siebzehn, in Deutschland geboren und lebt mit ihren türkischstämmigen Eltern in Berlin. Die Schule hat sie abgebrochen, sie macht gerade eine „“BVB“ (berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme) wo sie nichts lernt, außer Bewerbungen zu schreiben, die jedoch niemals zu einem Jobangebot führen. Nebenbei arbeitet sie in der Bäckerei ihres Onkels. Ihre depressive Mutter verbringt die Abende mit türkischen Fernsehserien, ihr Vater verbringt die meiste Freizeit im Café mit seinen türkischen Freunden, ihr Bruder scheint erste Kontakte ins kleinkriminelle Milieu zu knüpfen. Ihren achtzehnten Geburtstag möchte Hazal gerne mit ihren Freundinnen feiern, doch ihre konservativen Eltern sind strikt dagegen. Die Perspektivlosigkeit und die Enge ihrer Familie frustrieren Hazal.

„Und vielleicht sieht es von außen tatsächlich so aus, als ob ich mein Leben schon verpfuscht habe. Ja, wahrscheinlich habe ich ja auch ein verpfuschtes Leben. Mama wollte immer, dass ich Arzthelferin werde, und ich wollte Ärztin sein. Jetzt bin ich nichts von beidem und finde nicht mal eine Ausbildung zur Verkäuferin.“ (Seite 16)

Die einzigen Lichtblicke in Hazals Leben scheinen die Abende mit ihren Freundinnen zu sein und ihre Skype-Telefonate mit ihrem „Freund“ Mehmet, einem jungen Deutschtürken, der aufgrund zahlreicher Vorstrafen in die Türkei abgeschoben wurde und jetzt in Istanbul lebt.

An ihrem Geburtstag kann Hazal sich dann doch von zu Hause loseisen und sie macht sich mit ihren Freundinnen auf den Weg in einen angesagten Berliner Club, scheitern jedoch an dem unnachgiebigen Türsteher, der ihnen den Zutritt verwehrt. Das ist dann eine Demütigung zu viel. Alkohol, Wut und die aufgestaute Frustration entladen sich bei den jungen Frauen in einem Gewaltakt in einer Berliner U-Bahn-Haltestelle. In der scheinbar ausweglosen Situation beschließt Hazal in die Türkei zu flüchten und in Istanbul den Versuch zu starten, ein neues Leben zu beginnen.

Doch in Istanbul angekommen, muss Hazal feststellen, dass sie auch hier nicht wirklich dazugehört. Außer Mehmet kennt sie hier niemanden und ihr Türkisch ist nicht so gut, dass sie sich ohne Probleme überall verständigen kann. Von den Einheimischen wird sie aufgrund ihres Akzentes direkt als Deutsche erkannt. Sie versucht sich irgendwie in Istanbul durchzuschlagen, doch als es dann auch noch zum versuchten Militärputsch in der Türkei kommt, scheint ihre Situation ausweglos zu sein.

Meine Meinung

In ihrem Debutroman gibt uns Fatma Aydemir einen starken Einblick in das Leben einer jungen Frau, die neben den üblichen Problemen jugendlicher Heranwachsender auch noch mit den Schwierigkeiten ihres türkischen Migrationshintergrundes zu kämpfen hat. Hazals schnoddrige und oft aggressive Verhaltensweise macht sie nicht zu einer Sympathieträgerin, dennoch hofft man als Leser, dass sie den Weg aus der eingeschlagenen Abwärtsspirale findet.

Einige Rezensenten bemängeln, dass die Darstellung von Hazal und ihrem Umfeld den angeblich gängigen Klischees von jungen Deutschtürken entspricht. Das habe ich so allerdings nicht empfunden. Dass Fatma Aydemir hier kein repräsentatives Bild aller jungen Frauen mit Migrationshintergrund in Deutschland zeichnet, sondern nur ein mögliches Schicksal beschreibt, dürfte jedem klar sein, so viel Intelligenz sollte man dem Leser schon zutrauen.

Ob man tatsächlich die Ereignisse des Putschversuches aus dem letzten Sommer hätte einfließen lassen müssen, wage ich zu bezweifeln. Hazals Geschichte ist auch so bereits stark genug für einen Roman. Aber vermutlich waren die Eindrücke, die Fatma Aydemir, die sich zum Zeitpunkt des Putschversuchs für Recherchearbeiten in der Türkei aufhielt, zu stark, um nicht den Weg in den Roman zu finden.

Als kleiner Kritikpunkt kann vermerkt werden, dass mir das Ende dann doch überraschend schnell kam. Gerade der ruhigere Teil des Buches, der in Istanbul spielt, hätte in meinen Augen etwas länger sein können.

Fazit

Wenn ein Buch Perspektiven und Einsichten aufzeigt, die man aus dem täglichen Leben nicht kennt, dann hat es in meinen Augen schon viel erreicht. Vielleicht kann es sogar etwas zum Verständnis junger Erwachsener in Deutschland beitragen. Fatma Aydemirs Debutroman ist für mich ein starkes Stück Literatur mit einer Protagonistin, an die ich noch länger zurückdenken werde.
Und bei aller Perspektivlosigkeit, blitzt doch auch ein Funken Hoffnung auf:

„Aber das war nicht nur wegen der Nacht oder wegen dem Studenten, ich war schon vorher wütend, die ganze Zeit. Und nach der Nacht war alles plötzlich anders. Vielleicht nur für ein paar Tage, aber es hat sich so angefühlt, als sei nicht schon jeder Stein auf meinem Weg vorherbestimmt. Als gäbe es da einfach noch eine andere Möglichkeit vor mir.“ (Seite 170).

*Die Seitenangaben bei den Zitaten beziehen sich auf die deutsche ebook-Ausgabe.

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Die talentierte Miss Highsmith

Joan Schenkar , ,
Fester Einband: 1.056 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 09.02.2015
ISBN 9783257068986
Genre: Biografien

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abendbrot bringen, murakami, kellnerin, short story, geburtstag

Birthday Girl

Haruki Murakami , Ursula Gräfe , Kat Menschik
Fester Einband: 80 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 13.04.2017
ISBN 9783832198589
Genre: Romane

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Per Anhalter durch die Galaxis

Douglas Adams , Benjamin Schwarz
Flexibler Einband
Erschienen bei Kein & Aber, 26.04.2017
ISBN 9783036959542
Genre: Science-Fiction

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Batman Paperback #1 - Der Rat der Eulen (2013, Panini) ***New 52***

Scott Snyder
Buch: 180 Seiten
Erschienen bei Panini Verlag, 01.01.2013
ISBN B00DQBN5OS
Genre: Comics

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No one rides for free

Larry Beinhart
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 26.01.2017
ISBN 9783954517718
Genre: Krimi und Thriller

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192 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

hamburg, fritz honka, kiez, 70er jahre, unterschicht

Der Goldene Handschuh

Heinz Strunk ,
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 26.02.2016
ISBN 9783498064365
Genre: Romane

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31 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

jamaika, man booker prize, buch, bob marley, roman

Eine kurze Geschichte von sieben Morden

Marlon James , Guntrud Argo , Robert Brack , Michael Kellner
Fester Einband: 864 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.03.2017
ISBN 9783453270879
Genre: Romane

Rezension:

"Fürs Töten braucht man nicht unbedingt einen Grund. Wir sind hier im Getto. Reiche Leute haben Gründe. Wir haben den Wahnsinn." (Seite 26)

Als Leser sollte man sich vom Titel des Romans nicht in die Irre leiten lassen. Das 2015 mit dem englischen Man Booker Prize ausgezeichnete Werk von Marlon James ist weder kurz, noch sind es „nur“ sieben Morde, die in dem Roman geschildert werden. Auf 864 Seiten gibt uns der Autor einen Einblick in die dramatische Geschichte des Inselstaats Jamaika.

Geschichtlicher HIntergrund

Um die Ereignisse schon am Anfang des Romans richtig einordnen zu können ist es hilfreich ein paar Fakten über die Geschichte Jamaikas zu kennen: Die Insel war bis 1962 eine britische Kolonie. Nach der Unabhängigkeit übernahm die konservative „Jamaican Labor Party“ (JLP) die Regierungsgeschäfte, führte das Land aber aufgrund von Misswirtschaft in eine wirtschaftliche Abwärtsspirale. Korruption greift in großen Teilen der Politik um sich, es herrscht eine ständig steigende Arbeitslosigkeit und insbesondere in der Hauptstadt Kingston nimmt die Verelendung immer größere Ausmaße an. Die Straßen in den riesigen Gettos der Insel werden von rivalisierenden Gangs beherrscht, die in ihren Gebieten mit brutaler Gewalt gegen ihre Gegner vorgehen. Täglich kommt es zu Todesopfern bei diesen Bandenkriegen. Dabei werden sie von den verschiedenen politischen Gruppierungen unterstützt.
Ab 1968 wird die Not in der Bevölkerung so groß, dass es zu Demonstrationen und gewaltsamen Unruhen kommt. Zu dieser Zeit entwickelt sich auch der Reggae und sein bekanntester Vertreter Bob Marley wurde auch international sehr populär.
Als politischer Gegenpol zur JLP organisierte sich die „People’s National Party“ (PNP) und gewinnt 1972 die Wahlen. Die vom Parteiführer Michael Manley verfolgte Politik des demokratischen Sozialismus nach kubanischem Vorbild ist den USA jedoch ein Dorn im Auge. Neben Fidel Castro möchte man keinen weiteren kommunistischen Führer auf Jamaika haben.

Der Anschlag auf Bob Marley

Um ein Zeichen für den Frieden auf seiner Heimatinsel zu setzen lässt sich Bob Marley davon überzeugen ein Gratiskonzert zu geben. Das unter dem Motto „Smile Jamaica – Help my people, help them right!” stehende Konzert soll am 5. Dezember 1976 stattfinden. Bob Marley selber betont in den Vorbereitungen immer wieder, dass das Konzert, wie auch seine sonstige Arbeit, absolut unpolitisch zu verstehen ist. Dies wird jedoch durch die überraschende Ankündigung von Neuwahlen durch die Regierungspartei konterkariert. Bereits am 20. Dezember 1976 sollen Neuwahlen stattfinden, das angekündigte Friedenskonzert erhält dadurch den Eindruck einer politischen Veranstaltung.
Am Abend des 3. Dezember 1976 dringen sieben schwer bewaffnete Männer in das Haus von Bob Marley ein und schießen wild um sich. Seine Frau Rita und sein Manager werden schwer verletzt, können sich aber im Krankenhaus anschließend erholen. Bob Marley selber wird nur leicht verletzt.
Die bis heute nicht vollständig geklärten Hintergründe dieser Tat versucht Marlon James mit seinem Roman zu erklären.

Unzählige Charaktere, viele Erzähler

Die geschichtlichen Hintergründe zu kennen ist für diesen Roman deshalb wichtig, weil der Autor auf einen allwissenden Erzähler komplett verzichtet, die Zusammenhänge muss sich der Leser selber erschließen. Das Buch wird vollständig aus der abwechselnden Sicht von dreizehn Personen erzählt und beginnt am Vorabend des Anschlags, dem 2. Dezember 1976. Der Leser erfährt, wie einige der beteiligten Personen diesen Tag verbracht haben. Das Figurenpersonal ist dabei sehr vielfältig und reicht von der Erzählung eines Gangsterbosses und von Gang-Mitgliedern über einen Reporter des amerikanischen Rolling-Stone-Magazins und dem örtlichen CIA-Chef bis zu einer jungen Jamaikanerin, mit der Bob Marley kürzlich eine Affäre gehabt hatte.

Da wird der Leser recht unvorbereitet in die jeweilige Handlung geworfen, nach den ersten Kapiteln hat man sich daran jedoch schnell gewöhnt. Das dem Buch vorangestellte vierseitige Personenverzeichnis ist am Anfang des Buches sehr hiflreich.

Die Schwierigkeit in der gewählten Erzählform liegt für den Autor darin, den Protagonisten eine jeweils eigene, authentische Stimme zu geben, damit sich diese auch klar unterscheiden. Das ist dem Autor im vorliegenden Fall aus meiner Sicht gut gelungen, die Gang-Mitglieder hören sich anders an als ein (verstobener) Politiker, der Rolling-Stone-Reporter anders als die junge Jamaikanerin. Das führt allerdings auch zu ungewöhnlichen Textpassagen, wenn beispielsweise ein Gangmitglied im Drogenrausch ein ganzes Kapitel ohne Punkt und Komma erzählt. Zahlreiche (nicht übersetzte) jamaikanische Slang-Ausdrücke fließen in den Text ein, das angehängte Glossar erklärt diese jedoch sehr gut.

Die Jahre nach 1976

Die ersten beiden der insgesamt fünf Teile des Buches widmen sich dem Anschlag auf Bob Marley und die Vorbereitungen dazu. In den drei anderen Teilen des Buchs verfolgen wir das Schicksal einiger Protagonisten in den Jahren 1979, 1985 und 1991. Der Handlungsort verlagert sind in diesen Teilen des Buches von Jamaika nach New York, wo einige der jamaikanischen Gangster groß in das Drogengeschäft eingestiegen sind. In diesem Teil des Buches weist der Roman einige Längen auf, da einige Kapitel nicht oder nur unwesentlich zum Handlungsverlauf beitragen. Allerdings folgen auf solche Kapitel auch wieder Abschnitte, die spannend zu lesen sind und deren absurd-brutalen Beschreibungen den Text merklich auflockern. Da kommt bei all der geschilderten Gewalt ein großes Stück Tarantino-Feeling auf.
Und wenn der in den ersten Kapiteln eingeführte Reporter in New York über einen mehrfachen Mord in einem Crack-Haus berichtet und seine Reportage „Eine kurze Geschichte von sieben Morden“ nennt, schließt sich auch der Kreis, den der Autor zu Anfang dieses gewaltigen Romans begonnen hat.

Fazit

Selten fiel es mir nach einer Romanlektüre so schwer zu einem eindeutigen Urteil zu kommen. Marlon James erzählt eine komplexe und ausufernde Geschichte und beleuchtet kritisch die politischen und wirtschaftlichen Hintergründe auf seiner Heimatinsel Jamaika. Ein Gesellschaftsporträt, das ein Bild des Inselstaates zeichnet, das sehr weit entfernt ist von dem weit verbreiteten Klischee des glücklichen Sonnenstaates Jamaika. Die Menschen dort leiden unter staatlicher und polizeilicher Willkür. Ausufernde Gewalt, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie gehören zum Alltag der Bevölkerung. Das Lebensgefühl dieser Menschen zu schildern gelingt dem Autor hervorragend. Auch die Beschreibung des kritisch zu sehenden Einflusses, den die USA auf den Inselstaat haben, hat mir sehr gut gefallen.
Allerdings weist das Buch auch deutliche Längen, insbesondere im Mittelteil der Erzählung auf, da ist vom Leser etwas Durchhaltevermögen gefordert. Durch die Verwendung der Ich-Perspektive fehlt ein allwissender, erklärender Erzähler, es wäre daher ratsam sich etwas Hintergrundwissen über Jamaika anzulesen. Der wikipedia-Artikel sollte hierfür aber genügen.
Leser, die ein komplex konstruiertes Gesellschaftsporträt lesen möchten werden von dem Roman begeistert sein. Wer einen einfach gestrickten Kriminalroman mit einem spannenden Plot sucht wird wohl eher enttäuscht sein.

Von mir daher eine eingeschränkte Empfehlung für dieses monumentale Epos.

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20 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

rassismus, armut, religion, tragikomik, ungerechtigkeit

Die himmlische Tafel

Donald Ray Pollock , Peter Torberg
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Liebeskind, 12.07.2016
ISBN 9783954380657
Genre: Romane

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138 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 87 Rezensionen

fantasy, osten ard, tad williams, high fantasy, das herz der verlorenen dinge

Das Herz der verlorenen Dinge

Tad Williams , Cornelia Holfelder-von der Tann
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.03.2017
ISBN 9783608961447
Genre: Fantasy

Rezension:

Knapp zwanzig Jahre ist es her, dass ich Tad Williams‘ vierbändige Fantasy-Saga „Das Geheimnis der großen Schwerter“ las. Die überaus detaillierte und spannend geschriebene Geschichte um den Küchenjungen Simon haben mich damals nachhaltig beeindruckt. Die epische Geschichte konnte sich meiner Meinung nach durchaus mit dem weltberühmten Vorbild Tolkien messen. Die Saga war damals eigentlich abgeschlossen, mit einer Fortsetzung konnte nicht gerechnet werden. Doch die jahrelangen Nachfragen der Fans haben Williams wohl doch überzeugt noch einmal in die von ihm erschaffene Welt „Osten Ard“ zurückzukehren.

Ich war zunächst skeptisch, ob mir die Welt von Osten Ard nach so langer Zeit noch gefallen würde, viele Einzelheiten der Handlung des ursprünglichen Zyklus hatte ich inzwischen vergessen. Doch so viel kann ich am Anfang schon verraten, die Rückkehr nach Osten Ard fiel überraschend einfach aus, zur Sicherheit hatte ich mir nochmals die Zusammenfassung der ursprünglichen Saga durchgelesen (der wikipedia-Artikel ist sehr hilfreich).

„Das Herz der verlorenen Dinge“ kann auch von Lesern, welche die ersten Bücher nicht kennen, gelesen werden, dennoch ist es vermutlich sinnvoll diese zuerst zu lesen. Als Meilenstein im High-Fantasy-Genre sind diese auf jeden Fall eine Empfehlung für alle, die an diesem Genre Interesse haben. Da ich für alle, die die Vorgeschichte noch nicht kennen, nicht spoilern möchte, gehe ich auf diese hier nicht mehr ein. Bei Interesse sind jedoch im Netz ausführliche Zusammenfassungen zu finden.

Der vorliegende Band schließt unmittelbar an die Geschehnisse im letzten Band des Schwerter-Zyklus an. Die Menschen konnten einen Sieg über das elbenhafte Volk der Nornen erringen und König Simon und seine Frau Miriamel sind nun die Herrscher über das Volk der Menschen und versuchen Frieden über Osten Ard zu bringen. Die grausame Königin der Nornen Utuk’ku ist in einem todesähnlichen Schlaf gefangen.

Die letzten überlebenden Nornen fliehen in ihre weit im Norden gelegene Heimat, wo der zu einer riesigen Stadt umgebaute Berg Nakkiga ihnen Schutz bieten soll. Eine größere Einheit der Ritter um Herzog Isgrimnur verfolgt die Nornen und möchte der Schreckensherrschaft der Nornen endgültig ein Ende setzen und auch die letzten Angehörigen dieses Volkes vernichten. Zu Beginn des Buches trifft der Leser auf die beiden aus dem Süden stammenden Ritter Porto und Endri, die beide eher zufällig in die Schar der Ritter geraten sind. Die beginnende Freundschaft der beiden Ritter scheint anfangs einen großen Teil des Romans einzunehmen.

Doch überraschenderweise wechselt Tad Williams auch anfangs schon recht häufig die Erzählperspektive und schildert die Ereignisse aus Sicht der verfolgten Nornen. Die in der Ursprungsgeschichte noch so heroisch beschriebenen Menschen werden jetzt deutlich kritischer dargestellt, die Sympathien des Lesers gelten überraschenderweise viel öfter den Nornen. Dazu trägt in erheblichem Umfang bei, dass Williams sich viel Zeit nimmt um die Nornen und deren Gedanken und Gefühle ausführlich zu schildern. Mittelpunkt in diesem Teil der Geschichte ist Viyeki, ein Heeresvormann aus dem Clan der Bauleute, der sich nicht nur von den auf Rache sinnenden Menschen, sondern auch von zahlreichen Intrigen innerhalb der Nornen-Clans verfolgt sieht. So stehen der Feldzug gegen die überlebenden Nornen sowie die Belagerung in deren Heimat im Mittelpunkt des Romans, was das Buch im Wesentlichen zu einem Kriegsroman macht.

„Kriege enden nicht, dachte er plötzlich. Sie werden zu Geschichten, die man Kindern erzählt, zu Anliegen, denen sich diejenigen verschreiben, die zu Beginn des Krieges noch nicht mal geboren waren. Aber sie enden nicht.“ (Seite 98)

Das Buch ist für Williams‘ Verhältnisse eher kurz geraten. 380 Seiten umfasst das Buch einschließlich eines recht umfangreichen Anhangs mit Personenregister, Karten, einer kurzen Geschichte über das Volk der Feen und einer Leseprobe des Folgeromans. Im Vergleich zu anderen Büchern des Autors damit eine eher kürzere Geschichte. Für eine Aufteilung des Buches in verschiedene Handlungsorte, wie das beim Ursprungszyklus der Fall war, war daher hier kein Platz, was aber wiederum der Spannung zugute kommt.

„Das Herz der verlorenen Dinge“ ist vom Autor als Bindeglied zwischen dem alten Osten-Ard-Zyklus und der bald erscheinenden neuen Trilogie gedacht. Sowohl Neueinsteiger als auch alte Fans werden damit wieder in die Welt von Osten Ard geführt. Williams beginnt in diesem Buch einige Erzählstränge, bei denen es spannend wird, wie sich diese in den künftigen Büchern entwickeln werden. Wird die Königin Uttuk’ku aus ihrem Schlaf erwachen? Kann König Simon seinen ehrenhaften Idealen gerecht werden? Wird Viyeki und sein Volk überleben und welche Rolle spielt das namengebende Amulett „Das Herz der verlorenen Dinge“?
Ich bin gespannt, ob der Schwerpunkt der Erzählung auch in den kommenden Büchern weiterhin bei den Nornen liegen wird, das wäre vermutlich mal ein innovativer Ansatz für eine Fortsetzungsgeschichte, die Handlung aus der Sicht der „Besiegten“ zu erzählen.

Fazit: Für Fans der ursprünglichen Saga ein gelungener Wiedereinstieg in die neue Serie, ob man das Buch gelesen haben muss um der künftigen Handlung folgen zu können, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beurteilt werden. Auch für Neueinsteiger ist das Buch geeignet, bietet es doch eine abgeschlossene Handlung und greift nur minimal auf das Personal der Vorgängerromane zurück.

Eine Frage, die sich mir bei der Lektüre immer wieder gestellt hat: Möchte der Autor in den geschilderten kriegerischen Handlungen der Menschen bewusst Parallelen zu heutigen Konflikten ziehen? Können die Nornen stellvertretend für besiegte Völker der Gegenwart gesehen werden? Lasst mir gerne eure Meinungen dazu und eure Gedanken zum Buch in den Kommentaren da.

Der erste „offizielle“ Band der neuen Osten-Ard-Trilogie “Die Hexenholzkrone“ die zeitlich dreißig Jahre nach den geschilderten Ereignissen spielt, erscheint am 09.09.2017. Etwas kritisch sehe ich die Tatsache, dass dieses Buch, wie bei manchen Fantasy-Reihen üblich, in zwei Teilen erscheint. Der Verlag gibt als Grund an, dass das Buch mit über 1300 Seiten zu lang wäre. Ich frage mich allerdings, ob man sich das auch bei anderen Autoren (wie Paul Auster mit seinem aktuellen Buch) getraut hätte.

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Charlie the Choo-Choo: From the world of The Dark Tower

Beryl Evans
Fester Einband: 24 Seiten
Erschienen bei Simon & Schuster Books for Young Readers, 22.11.2016
ISBN 9781534401235
Genre: Sonstiges

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zeitreise, zukunft, klassiker, intellekt, science fiction

Die Zeitmaschine

H. G. Wells , Hans-Ulrich Möhring
E-Buch Text: 240 Seiten
Erschienen bei FISCHER E-Books, 26.01.2017
ISBN 9783104037196
Genre: Klassiker

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Paper Girls 1

Brian K. Vaughan , Sarah Weissbeck , Jared K. Fletcher , Matthew Wilson
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Cross Cult, 15.03.2017
ISBN 9783959811408
Genre: Comics

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buchhandlungen, bücher, europa, torsten woywod, reisebericht

In 60 Buchhandlungen durch Europa

Torsten Woywod
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Eden Books, 11.10.2016
ISBN 9783959100731
Genre: Sachbücher

Rezension:

"Buchhandlungen machen jede Stadt ein bisschen schöner und jeden Tag ein bisschen besser." (Seite 6)

"Don't dream it. Do it!" ist ein vielbenutztes Bonmot, doch die wenigsten Menschen leben nach dieser Maxime. Ganz anders hat es Torsten Woywod, leidenschaftlicher Buchhändler aus Aachen, gemacht. Schon lange träumte er davon, einmal eine Reise zu den schönsten Buchhandlungen in Europa zu unternehmen. Als dann einige Reiseführer-Verlage von seinem Traum hörten und drei davon ihn mit einem Interrailticket unterstützten hat er nicht lange überlegt und ist nach einer sehr kurzen Vorbereitungszeit aufgebrochen um in 28 Tagen 12 Länder und 62 Buchhandlungen zu besuchen. Von dieser Reise berichtet sein Buch "In 60 Buchhandlungen durch Europa".
Für die meisten Buchliebhaber sind Buchhandlungen Sehnsuchtsorte in denen man seiner Leidenschaft nachgehen kann und wo man auf Gleichgesinnte trifft. In einigen davon kann man sich stundenlang aufhalten und merkt gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht. Gerade in letzter Zeit, in der der inhabergeführte Buchhandel von der wachsenden online-Konkurrenz bedroht wird, wird man sich bewusst, welchen Schatz es in unserer schnellebigen Zeit zu bewahren gilt.
Die Liebe zum Buch und dem Buchhandel spricht auch aus jeder der 256 Seiten dieses Buches. Torsten Woywods Reisebericht ist entsprechend der zwölf besuchten Länder in zwölf Kapitel eingeteilt, die Reihenfolge orientiert sich dabei an seiner Reiseroute. Diese beginnt bereits sehr beeindruckend mit einer der schönsten Buchhandlungen in Europa, dem Boekhandel Dominicanen in Maastricht. Diese wunderschöne Buchhandlug befindet sich in der ältesten gotischen Kirche der Niederlande (Fertigstellung im Jahr 1294) und wurde vom britischen Guardian als "bookshop made in heaven" bezeichnet. In den riesigen Innenraum der Kirche wurde ein gigantisches, begehbares Bücherregal von dreißig Metern Länge und achtzehn Metern Höhe eingebaut, was für spektakuläre Ein- und Ausblicke sorgt. Aber wie man aus dem Buch ebenfalls erfährt, haben es auch solch beeindruckenden Buchhandlungen in der heutigen Zeit nicht leicht zu überleben. Die Buchhandlung hat seit ihrer Gründung daher schon eine bewegte Geschichte hinter sich.
Torsten Woywods Reise geht anschließend über Großbritanien, Belgien, Frankreich und einige weitere Länder bis nach Griechenland wo er nach 28 Tagen mit dem Besuch von Atlantis Books auf der Insel Santorini seine Buchhandlungsreise abschließt. Zu jeder Station seiner Reise erfolgt eine kurze Beschreibung des Aussehens und Aufbau der jeweiligen Buchhandlung und Torsten Woywod berichtet oft auch von interessanten Gesprächen mit Inhabern und Angestellten der besuchten Geschäfte. Das Ganze wird abgerundet durch immer wieder eingestreute Randnotizen "Schon gewusst?" in denen er dem Leser interessante Fakten aus der Welt des Buches bietet. Zum Beispiel warum alte Bücher nach Vanille riechen oder wozu die berühmte Pariser Buchhandlung Shakespeare & Company den Hashtag #PorteOuverte benutzte. Ebenfalls sehr nützlich: die am Ende jeden Kapitels aufgeführte Liste mit Buchtipps zu Autoren des jeweils besuchten Landes.

Dem Wesen der Reise ist es geschuldet, dass sich natürlich Teile der Reisebeschreibung ähnlich anhören, denn der Ablauf ist nun mal meistens gleich: Buchhandlung besuchen, ein paar Eindrücke der Stadt widergeben, anschließend Übernachtungsmöglichkeit suchen und am nächsten Tag geht es meist genauso weiter. Dies hat mich jedoch nicht gestört und das kann man den Autor auch nicht zum Vorwurf machen. Zwei Dinge sollte man von dem Buch nicht erwarten: Es ist kein großformatiger Bildband, der die Buchhandlungen mit aufwändigen Fotos in Szene setzt (obwohl zahlreiche gelungene Fotografien im Buch enthalten sind) und es ist auch keine Kulturgeschichte des europäischen Buchhandels (das hätte einen wesentlich größeren Rechercheaufwand bedeutet). Aber das konnte und wollte Torsten Woywod mit seinem Buch auch gar nicht leisten. Das im handlichen Format gebundene Buch ist vielmehr als Liebeserklärung an den Buchhandel, als Reisebericht, aber auch Reiseführer zu verstehen, denn man kann es dank des Formats auch in jeder mittelgroßen Tasche bequem mitnehmen und sich selber auf die Spuren von Torsten Woywod begeben und die vorgestellten Buchhandlungen besuchen oder eigene Lieblingsbuchhandlungen entdecken. Und wer gerne richtig tolle Fotos von den besuchten Buchhandlungen haben möchte - der DuMont Kalenderverlag hat da meines Wissens etwas mit Torsten vorbereitet ;-) Viele weitere Fotos, auch vom zweiten Teil seiner Reise, die ihn 2016 zu den interessantesten Buchhandlungen der ganzen Welt geführt hat, gibt es auf der Facebook-Seite von Around the world in 100 Bookshops.

Fazit: In 60 Buchhandlungen durch Europa ist ein durchweg gelungener Reisebericht und eine Liebeserklärung an den Buchhandel, der dazu einlädt die eine oder andere Buchhandlung selber zu besuchen. Torsten Woywod führt uns zu den interessantesten Orten für Buchliebhaber in Europa und trifft dort ganz oft auf ebenso begeisterte Buchmenschen wie er selber einer ist. Für alle, die die Liebe zu Buchhandlungen teilen daher ein must-have, denn allein das Blättern im Buch ist schon eine kleine Buchhandlungsreise. Von mir daher eine große Leseempfehlung.

"Bookshops are time machines, spaceshops, story-makers, secret-keepers, dragon-tamers, dream-catchers, fact-finders & safe places." (Seite 44) Zitat aus "The Bookshop Book" von Jen Campbell (englische Buchhändlerin und Buchbloggerin)

Den Bericht zur Lesung mit Torsten Woywod findet ihr auf meinem Blog.

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