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34 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

krimi, mord, seri, ermittlung, fehltritte

Finster ist die Nacht

Karin Salvalaggio , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 11.08.2017
ISBN 9783471351574
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Finster ist die Nacht“ ist der dritte Krimi von Karin Salvalaggio rund um Detective Macy Greeley (Die Vorgänger heißen „Eisiges Geheimnis“ und „Brennender Fluss“). Da ich dieses Buch als Rezensionsexemplar gelesen habe und mir nicht bewusst war, dass es Vorgänger gibt, habe ich diese zuvor nicht gelesen. Der Kriminalfall ist aber in sich abgeschlossen und so kann das Buch eigentlich unabhängig von den anderen gelesen werden. Es werden lediglich im Privatleben von Macy einige Dinge erwähnt, die eben auf Handlungen aus vergangenen Krimis beruhen. Zwingend notwendig ist es sicherlich nicht, die anderen gelesen zu haben, aber ich möchte es trotzdem erwähnt haben.

Zum Inhalt: Als Macy nachts mit dem Auto zu einem Haus unterwegs ist, indem ein bekannter Radiomoderator als Entführungsopfer festgehalten werden soll, überfährt sie fast einen Mann und kommt deswegen von der Straße ab. Vor ihren Augen wird dieser dann von einem vermummten Motorradfahrer erschossen. Doch es kommt noch verwirrender: Das Opfer ist kein anderer als besagter Moderator, Philip Long. Die Ermittlungen nimmt Macy persönlich in die Hand und versucht, den schwierigen Fall zu lösen.

Der Krimi ist sehr spannend geschrieben, ich hatte persönlich an keiner Stelle das Gefühl, dass irgendetwas überflüssig oder langweilig war. Die Hintergrundinformationen zu Macys Privatleben gehören hier ebenso dazu wie die Details aus dem Leben der Tochter des Toten. Die Kleinstadt, die im Mittelpunkt der Ermittlungen steht und die Drogenprobleme die dort gerade herrschen passen auch hervorragend zum Fall dazu und erzeugen eine spannende Stimmung. Am Ende des Krimis fügen sich auch alle Einzelheiten zusammen, was keine Unklarheiten mehr übrig lässt – dies gefällt mir sehr gut.

Generell sind die Charaktere sehr gut ausgearbeitet und der Leser steckt mit Macy gemeinsam in den Ermittlungen. Das Buch hat eine sehr hohe Dialogizität, was ich aber nicht als störend empfand, da es bei Ermittlungen natürlich viel um Befragungen und Hypothesen geht. Dies und die guten Beschreibungen der Schauplätze sorgte auch dafür, dass bei mir im Kopf ein Film ablief, als wäre ich wirklich dabei – wie ein guter Krimi es eben machen soll.

Wenn ich könnte, würde ich hier 4 ½ Sterne vergeben, einfach weil die Handlung super spannend und schlüssig war und der Schreibstil mir auch gefallen hat. Dennoch handelt es sich letztendlich „nur“ um einen Krimi, nicht ein literarisches Meisterwerk. Ich vergebe dennoch 5 Sterne, einfach weil ich das Gefühl hatte, das Buch in einem Zug durchlesen zu wollen!

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(52)

61 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

familie, geheimnisse, ex-mann, famili, lügen

Kleine Lügen erhalten die Familie

Katia Weber
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 16.06.2017
ISBN 9783548288901
Genre: Romane

Rezension:

„In dieser Familie hat jeder sein kleines Geheimnis. Auch der Hund“. Dies scheint sich im Roman „Kleine Lügen erhalten die Familie“ von Katia Weber zu bewahrheiten. Franzi ist neuerdings alleinerziehende Mutter, tatkräftig unterstützt von ihrer eigenen Mutter Brunhilde. Doch was diese und auch die Kinder nicht wissen: Franzi hat eine Affäre mit ihrem eigenen Exmann, dem Vater ihrer Kinder. Doch auch Brunhilde hat in ihrem Leben vieles verheimlicht – die Identität von Franzis leiblichem Vater und ihre eigene Tätigkeit aus Diebin in jungen Jahren. Und auch Franzis drei Kinder erzählen nicht jedem alles – und Hund Werner erlebt auch viel auf seinen Streifzügen.

Im Laufe des Romans lernt der Leser mehrere Figuren aus deren personalen Sichtweisen kennen und erkennt so Bruchstückhaft das große Ganze, denn nach und nach werden die Lügen aufgedeckt. Denn Franzis neuer Arbeitsplatz bringt das ganze Lügengerüst nach und nach zum Einsturz.

Zu Anfang war ich etwas überfordert mit der ständig wechselnden Erzählperspektive und dann auch etwas gelangweilt, weil noch nicht wirklich auf die spannende Geschichte in der Vergangenheit eingegangen wurde. Aber nach einigen Kapiteln nahm das Buch dann doch noch Fahrt auf und es hat sich gelohnt, es zu lesen! Die Geschichte ist spannend und gleichzeitig lustig aufgebaut mit vielen verschiedenen Charakteren, die alle Gründe hatten für ihre großen und kleinen Lügen. Was mir besonders gut gefällt, ist dass man zwar als Leser schon vorab weiß, was die Personen zu verbergen haben, aber die komplette Verflechtung der einzelnen Personen bleibt bis kurz vor Ende des Buches offen, so dass die Spannung nicht verloren geht.

Es handelt sich hier meiner Meinung nach um eine Mischung aus leichtem (Frauen-)Roman mit etwas Krimi-Charakter und Humor.

Das Cover ist auch eine Erwähnung wert, nicht nur das Design ist sehr ansprechend, auch das taktile ist zu erwähnen – schließlich ist die Schrift des Titels leicht hervorgehoben, wie 3D.

Wer noch nach einer schönen Lektüre für laue Sommerabende oder Kaminnächte im Winter sucht, ist mit diesem Buch bestens beraten. Für den Preis bietet es sehr gute Unterhaltung, eine durchdachte Handlung und leichte Spannung, denn natürlich möchte man wissen, wer welches Geheimnis hat, wie diese auffliegen und was damals geschah, als Brunhilde noch Diebin war.

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(47)

119 Bibliotheken, 23 Leser, 2 Gruppen, 42 Rezensionen

fantasy, aditi khorana, liebe, freundschaft, jugendbuch

Amrita. Am Ende beginnt der Anfang

Aditi Khorana , Peter Klöss
Fester Einband
Erschienen bei Dressler, 21.08.2017
ISBN 9783791500560
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Amrita ist die Hauptperson dieses Buches und die junge Prinzessin des fiktiven Königreichs Shalingar. Sie hat eine enge Bindung zu ihrem Vater und ist außer sich, als dessen ehemaliger Jugendfreund und nun Großherrscher Sikander ihn tötet. Sie muss fliehen und wird dabei begleitet von der jungen Seherin Thala.

Das Buch enthält eine tolle Fantasy-Geschichte, die geleitet wird von alten Sagen und Mythen der Menschen dieser Welt. Wie ein Puzzlestück fügen sich diese Geschichten in die Handlung rund um Amrita zusammen, so dass ein spannendes und zugleich sehr emotionales Buch entsteht. Die Charaktere und ihre Entwicklung haben mir sehr gut gefallen, denn alle sind auf ihre Weise gezwungen, sich weiterzuentwickeln.

Es würde jetzt zu weit greifen, zu beschreiben, was in der zweiten Hälfte des Buches geschieht und ich möchte auf keinen Fall vorweggreifen, deswegen kann ich lediglich sagen, dass mich die Handlung an einigen Stellen sehr überrascht hat und an anderen etwas vorhersehbar war (dies kann aber auch daran liegen, dass man, wenn man viele Fantasybücher liest, irgendwann ein Gespür dafür bekommt, was bestimmte Andeutungen bedeuten könnten). Nichtsdestotrotz hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich werde es auf jeden Fall wieder lesen. Auch für Jugendliche ist es wunderbar geeignet und regt zum Fantasieren, Antizipieren und Nachdenken an.

Ein Wort noch zum Cover: Dieses ist ein absoluter Blickfang und sticht jedem in einer Buchhandlung bestimmt sofort ins Auge. Auch unter dem Schutzumschlag findet sich das blau-silberne Muster wieder. Auf magische Art und Weise entführt dieses Cover einen sofort in die mythische Welt von Shalingar.

Die Autorin hat mit ihrem Deutschland-Debüt einen tollen Roman geschaffen, den ich nur weiterempfehlen kann: An alle Jugendlichen, die mal eine etwas andere Prinzessinnen-Story haben wollen oder an alle Fantasy-Liebhaber generell.

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(51)

87 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

thriller, killer, auftragskiller, rache, gregg hurwitz

Projekt Orphan

Gregg Hurwitz
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 07.08.2017
ISBN 9783959671088
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Evan Smoaks Lebensaufgabe ist es, Menschen zu helfen, denen Unrecht getan wurde. Dabei greift er auf seine Intuition, sein Geschick und scheinbar endlose Ressourcen und Connections zurück. Doch in diesem Buch gerät Evan selbst in Gefahr und muss nun versuchen, sich selbst zu retten.

Der Anfang des Buches ist unglaublich fesselnd. Gerade als Evan einer von Menschenhändlern verschleppten jungen Frau helfen will, wird er selbst von Unbekannte entführt.  Ihm bleibt nur noch wenig Zeit, sich selbst zu befreien, wenn er das Mädchen retten will.

Mit großer Präzision beschreibt der Autor Evans Gedankengänge und die Durchführung seines Fluchtplans. Dies ist sehr spannend zu lesen, doch in der Mitte des Buches hatte ich das Gefühl, dass die Handlung recht konstruiert wirkt. Viele Teile von Evans Flucht scheinen zufällig zu klappen, was ja nur auf Glück zurückzuführen ist. Andere Szenarien wirken, als hätte Evan das vorhergesehen, was allerdings angesichts der geringen Wahrscheinlichkeit, dass es tatsächlich so eintrifft, eine mentale Höchstleistung ist. Da der gesamte Mittelteil aus nichts anderem als Flucht und Ausbruch zu bestehen scheint, war es für mich leider sehr seltsam zu lesen, da ich mir einfach der Tatsache bewusst war, dass der Autor natürlich die Handlung so hinbiegen konnte, dass Einzelheiten jetzt mal geklappt haben und andere wiederum nicht. Normalerweise ist mir in Büchern das „Fäden-ziehen“ des Autors selbst, nicht bewusst, aber im Mittelteil von Project Orphan wirkte die Handlung sehr konstruiert.

Doch dann nimmt das Ganze plötzlich wieder Fahrt auf und die Spannung, die ich aus der ersten Hälfte des Buches gewohnt war, kehrte zurück. Verwicklungen wurden aufgedeckt, die Motive einzelner Personen endlich etwas klarer und nicht so verschwommen und das Lesevergnügen war zurück.

Ich denke, wenn ich das Buch nun ein zweites Mal lese, wird der Mittelteil nicht mehr so schlecht ausfallen, da ich nun eher verstehen kann, was überhaupt für Evan dabei raus springt, sich in meinen Augen seltsam zu verhalten.

Um es klarzustellen: Das Buch ist unglaublich spannend und man will auf jeden Fall weiterlesen und fiebert mit der Hauptperson mit! Lediglich der Mittelteil ist für mich persönlich etwas zu repetitiv (zu oft Flucht und Fehlversuch), dies alles ist aber letztendlich notwendig gewesen für das spannende Ende des Buches. Diese Notwendigkeit hat sich mir allerdings beim ersten Lesen nicht erschlossen, weswegen es etwas zäher als notwendig war. Rückblickend hat das Buch eine runde Handlung, ist spannend aufgebaut und hat einen der interessantesten „Agenten“-Hauptcharakter, die ich bisher kennenlernen durfte.

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(31)

32 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

kinderbuch, skateboard, abenteuer, mädchen, selbstbewusste mädchen

Fritzi Klitschmüller

Britta Sabbag , Stefanie Messing
Fester Einband
Erschienen bei Planet! ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 20.07.2017
ISBN 9783522505406
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Ich möchte in dieser Rezension das Buch „Fritzi Klitschmüller“ hinsichtlich der Einsetzbarkeit als Vorlesebuch bzw Lesebuch in der Grundschule bewerten.

Das Cover des Buches ist zwar auf den ersten Blick typisch mädchenhaft pink gestaltet, auf den zweiten Blick erkennt man jedoch auch einige nicht stereotypische Dinge. Desweiteren bietet es für die Kinder schon viel Möglichkeit zum Hypothesenbilden: einerseits über Fritzis Charakter (ihr Kleidungsstil ist ja recht außergewöhnlich) über ihre Vorlieben (Skateboardfahren offensichtlich) und über den Hund (bzw. die Hunde, wenn man den Buchrücken auch beachtet). So lässt sich schon vor Beginn des Lesens Vorwissen aktivieren und überlegen, worum es in der Geschichte gehen könnte. Da es keinen Untertitel gibt und der Titel lediglich aus ihrem (Spitz-)Namen besteht, wird auch nichts vorweg gegriffen, was ein breites Spektrum an Ideen zulässt.

Das Buch ist aus der „Ich-Perspektive“ von Fritzi geschrieben, was es ermöglicht, dass die Kinder ihre Perspektive komplett einnehmen können und auch nicht mehr Informationen haben als die Protagonistin. Die Schrift ist groß genug gedruckt, dass es ab Mitte der 2. Klasse bestimmt zu lesen ist. Das Buch besteht allerdings fast nur aus Text, auf jeder Doppelseite sind lediglich kleine Abbildungen (seltener mal seitenfüllend, aber selbst dann ist noch Text dabei). Deswegen eignet es sich in unteren Klassen wohl eher als Vorlesebuch – wobei einzelne Abschnitte natürlich auch mal von Kindern gelesen werden können. Schließlich sind es oft kurze, einfache Sätze. Wortspiele kommen auch vor, besonders, da Kai (Fritzis Bruder) oft Wörter verwechselt – dies ist auch ein schöner Anknüpfungspunkt für den Unterricht.

Thematisch bietet das Buch einiges:

Freundschaft, Neue Nachbarn, Ehrlichkeit, Wünsche, die nicht erfüllt werden und wie man sie erfüllen könnte, nervige Geschwister, nervige Verwandte, gegenseitiges Helfen, Nachbarschaft

Sicherlich einiges, woran man anknüpfen kann und bei dem die Kinder auch ihre subjektive Perspektive miteinbeziehen können.

Ich könnte mir sehr gut vorstellen, das Buch in einer Klasse zu verwenden. Besonders die Szene als Fritzi ihren neuen Nachbarn kennenlernt, eignet sich dafür, die Kinder überlegen zu lassen, was wohl dieser aus seiner Perspektive empfindet, denn es wird sich stark von Fritzis abheben und dieses Nachdenken fördert die literacy der Kinder.

Letztendlich hat das Buch keine außergewöhnliche Story, die man noch nie zuvor gehört hat, aber die Charaktere und die Geschichte sind dennoch rund und ausgearbeitet.

Am Ende des Buches wird auch auf eine Fortsetzung hingewiesen, die dann neue Thematiken in den Fokus nimmt. Auch dies wäre interessant, denn dann würden die Kinder bei der neuen Lektüre zumindest die Hauptcharaktere schon kennen und hätten mit der Perspektivübernahme weniger Probleme.

 

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(75)

125 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

fantasy, zauberer, magie, rainbow rowell, jugendbuch

Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423640329
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Simon Snow ist der mächtigste Magier der Welt, doch gegen den Schatten, der die Welt bedroht, kann er nichts ausrichten. Außerdem weiß er gar nicht, wie er überhaupt etwas machen soll, wenn ihm schon die einfachsten Zauber misslingen und er in Notsituationen schlicht und einfach explodiert. Zum Glück stehen ihm seine Freunde Penelope und Agatha zur Seite. Simons letztes Schuljahr beginnt seltsam: Sein Zimmerkollege und Erzfeind Baz erscheint nicht – und dann überschlagen sich die Ereignisse.

Das Buch hatte mich sofort in seinen Bann gezogen. Natürlich sieht man anfangs die Parallelen der Figuren zu den Harry Potter Büchern, das gibt sich aber ganz schnell, denn die Geschichte und auch die Charaktere entwickeln sich in eine ganz andere Richtung. Deswegen konnte auch ich als Potterhead (riesiger Harry Potter Fan) das Buch ohne Probleme lesen – und ich hasse Parodien. Aber schließlich war es keine. Der Leser wird von Rainbow Rowell in eine andere Welt der Magie entführt, als ich es gewohnt war. Das war ungeheuer spannend, besonders dadurch, dass erst Stück für Stück erzählt wird, was in den vergangenen Schuljahren alles passiert ist. So hat man quasi eine Zeitspanne von über 7 Jahren gemeinsam mit Simon erlebt und das alles in Rückblenden oder Erzählungen – diesen Schreib-/Erzählstil fand ich sehr originell für ein Jugendfantasybuch und gut gelungen.

Auch die Charaktere werden gut entwickelt und man bekommt nach und nach mehr Perspektiven zu sehen, was einzelne Szenen wieder in einem ganz anderen Licht dastehen lässt und es dem Leser ermöglicht, das große Ganze zu sehen und zu versuchen, die Probleme, vor denen die Protagonisten stehen, selbst zu lösen. Die Spannung verliert sich dadurch allerdings überhaupt nicht. Auch die Auflösung des Buches hat mir gut gefallen, ohne hier zu viel zu verraten.

Das Buch ist ein absolutes Lesevergnügen für Jugendliche & (jung gebliebene) Erwachsene, die entweder einfach eine andere Art Harry Potter kennenlernen wollen oder aber in einer magische, aber moderne Welt entführt werden wollen.

Kleine Bemerkung für zukünftige Leser: Die Zaubersprüche sind besonders kreativ gewählt, das ist mir anfangs gar nicht aufgefallen, erst als erklärt wurde, wie diese entstehen. Wie viele Zaubersprüche könnt ihr nach ihrer Herkunft bestimmen?

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(94)

175 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 75 Rezensionen

okapi, tod, westerwald, dorf, leben

Was man von hier aus sehen kann

Mariana Leky
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 08.08.2017
ISBN 9783832198398
Genre: Romane

Rezension:

Es gibt selten Bücher, die mich so berühren, wie es „Was man von hier aus sehen kann“ getan hat. Dabei kann ich gar nicht detailliert erläutern, was genau dieses Buch für mich so besonders gemacht hat. Vielleicht war es der Schreibstil, der es dem Leser ermöglicht, ganz in die Welt einzutauchen, vielleicht die philosophischen Einschübe, bei denen man über das Leben nebenher nachdenkt.

Auf besonders liebevolle Weise werden die einzelnen Charaktere beschrieben, so dass ich als Leser die Gefühlswelt der Hauptperson Luise gut nachvollziehen kann und die Wandlungen quasi live miterlebe. Die wenigen Einwohner des kleinen Dörfchens lernt man auch schnell kennen und hat bald das Gefühl, all die Geschichten und Gerüchte des Dorfes gehört zu haben, ist aber dennoch über Wandlungen oder Handlungen der Charaktere überrascht. Schließlich passiert einiges in dem Dorf, angefangen mit den Träumen von Selma, die, sobald sie ein Okapi beinhalten, den Tod eines Dorfbewohners vorhersagen.
Besonders bemerkenswert fand ich die Art, wie die Autorin Rückblenden und Vorausdeutungen benutzt, die einfach mal in Nebensätzen besonders malerisch eingebaut sind. Es handelt sich hier zwar um kein rein religiöses Buch, aber durch das Auftauchen des Buddhisten Frederick und das Bibel-zitieren des Dorfbewohners Palm ist eine Tendenz da, philosophische Fragestellungen zu hören. Auch psychoanalytische Thesen und Aberglaube werden durch zwei weitere Figuren aufgegriffen. Jedoch werden diese dem Leser nicht aufgezwungen und nicht als „Weisheiten“ dargestellt, denn die Figuren des Buches versuchen selbst, aus diesen Zitaten ihre Wirklichkeit zu formen und die Aussagen für sich zu interpretieren und zu verstehen. Vielleicht ist auch dies ein Grund, warum es mir so gefallen hat, denn letztendlich machen wir alle das doch im Leben: Nach einem Sinn zu suchen und herauszufinden, nach welchen Werten man leben will. Als ich im Nachhinein über das Buch nachgedacht habe, ist mir aufgefallen, dass jeder Charakter eine eigene „Denkrichtung“ entwickelt hat, lediglich Luise muss sich darin noch orientieren und ihr eigenes Glück suchen.

All diese Dinge zusammen und eine spannende Handlung (auch wenn es hier ein anderes „spannend“ ist, als man es im Zusammenhang mit Krimis oder Thrillern benutzen würde, aber dennoch finde ich es hier angebracht) sorgen dafür, dass es ein Buch ist, das ich nicht weglegen wollte und das mich irgendwie tief berührt hat.

Das Buch erscheint am 18.07.17 - Ich habe ein Rezensionsexemplar gelesen

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(89)

201 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 84 Rezensionen

münchen, familiengeschichte, geschichte, starke frauen, judenverfolgung

Das Haus der schönen Dinge

Heidi Rehn
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2017
ISBN 9783426519370
Genre: Historische Romane

Rezension:

Im Roman „Das Haus der Schönen Dinge“ von Heidi Rehn begleitet der Leser die Familie Hirschvogel, die sich in München ein großes, gleichnamiges Kaufhaus aufbaut, durch mehrere Jahrzehnte. Im Mittelpunkt steht Lily Hirschvogel, zu Beginn noch ein Kind, das ganz begeistert ist von der Magie des Kaufhauses der Eltern und deren Ziel es ist, das Kaufhaus einmal genauso zu führen wie ihre Mutter Thea es kann. Doch nicht nur die Konkurrenz in München macht dem Hirschvogel Druck, auch die ganze Gesellschaft selbst wendet sich Anfang der 30er Jahre gegen die jüdische Familie.

Doch nicht nur dieser geschichtliche Aspekt sorgt für Drama in dem Buch. Auch der kranke Sepp Hirschvogel, der jüngste Bruder von Lily oder die Liebe ihrer besten Freundin Cäcilie zu Lilys älterem Bruder, sowie Familienstreitigkeiten und einiges anderes halten die Spannung aufrecht.

Auch wenn die Beschreibungen des Kaufhauses und der Waren sowie von Orten und Ländern teilweise sehr ausführlich waren, hat dies mich nicht vom Weiterlesen aufgehalten. Im Gegenteil, gerade die Beschreibungen der einzelnen Ebenen des Kaufhauses geschmückt mit „veralteten Wörtern“ bringen den Leser sofort in die jeweilige Zeit (ob Anfang der 1900 oder in den Goldenen Zwanzigern). Die Charaktere, und davon gibt es wahrlich viele, sind dennoch übersichtlich und sehr ausgeprägt beschrieben. Hat man doch einmal Zweifel, wer mit wem wie verwandt ist, kann man den Stammbaum auf der Innenseite des Buchdeckels zu Rate ziehen.

Insgesamt ein sehr interessant gestaltetes Buch, das nicht zu übertrieben dramatisch ist, sondern eben so, wie das Leben „die Geschichte schreibt“. Die teilweise langen Passagen will man zwar teilweise einfach „überlesen“, um zu sehen, wie es weitergeht, aber achtet man auf Details, ist es fast, als würde das Kaufhaus vor einem stehen. Besonders gelungen finde ich die Zeitsprünge, die die Autorin fast immer vor oder nach einem Wendepunkt ansiedelt und dann im nächsten Zeitabschnitt als eine Art Rückblende erzählt, was nach diesem Ereignis passiert ist. So bleibt die Spannung aufrecht und die fast 100 Jahre, die das Buch abhandelt, wirken kürzer.

Alles allem ein Buch, das für schöne Stunden auf der Couch mit einer Tasse Tee sorgen kann!

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(366)

742 Bibliotheken, 22 Leser, 3 Gruppen, 217 Rezensionen

götter, götterfunke, griechische mythologie, marah woolf, jugendbuch

GötterFunke - Liebe mich nicht

Marah Woolf
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.02.2017
ISBN 9783791500294
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als Fan von Sagen und Mythen ist mir dieses Buch natürlich sofort ins Auge gesprungen.

Die jugendliche Jess ist mit ihrer Freundin in einem Feriencamp, um die Probleme, die sie zu Hause hat, zu vergessen. Doch schon auf dem Hinweg geschehen seltsame Dinge und Jess weiß nicht ganz, ob sie diese nur geträumt hat, schließlich beteuert ihre Freundin, sie könne sich an nichts erinnern, schon gar nicht an einen schrecklichen Autounfall. Doch kann es ein Zufall sein, dass sie in diesen „Träumen“ jemanden gesehen hat, der dann auch im Camp ist? Cayden, der mysteriöse Sohn des Campbesitzers Mr. Ross, bringt Jess‘ Welt komplett durcheinander.

Die Verwicklungen in der Geschichte stehen in enger Verbundenheit zu tatsächlichen Göttersagen. Letztendlich ist es ein typisches Teenie-Feriencamp mit all den Dramen und Intrigen, die eben ganz natürlich vorkommen – nur diesmal zusätzlich mit dem Problem, dass die Götter eine Wette laufen haben und sich einmischen.

Wer Percy Jackson kennt und meint „ach, das ist doch bestimmt so ähnlich“ – Nein! Die Autorin scheint die Bücher/Filme zumindest zu kennen (schließlich wird es einmal sogar erwähnt), aber die Götter treten ganz anders in Erscheinung als bei Percy Jackson. Und es ist dennoch spannend und überraschend.

Leider muss ich sagen, dass der Spannungsbogen für meine Bedürfnisse etwas zu schnell abnahm. Die ganze Zeit passieren mysteriöse Dinge, aber dann hatte ich das Gefühl, dass sich in wenigen Seiten alles sofort klärt. Jedoch habe ich es trotzdem mit Freuden gelesen und auch der Ausblick auf die Fortsetzung macht Lust auf mehr. Ich werde auf jeden Fall meine Augen nach dem nächsten Buch offen halten!

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313 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 122 Rezensionen

bienen, roman, bienensterben, zukunft, natur

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

Rezension:

Verwoben wie die Bienenwaben

 

Das Cover ist – trotz der Schlichtheit – ein absoluter Hingucker. Die Farbe und das Bild der Biene leiten schon wunderbar ins Thema ein. Entfernt man das Cover (zum besseren Lesen), so kommt ein wunderbar gelbes Buch zum Vorschein mit einer gezeichneten Biene in der Mitte. Allein diese beiden Kleinigkeiten haben den Einstieg ins Buch schon zu etwas Besonderem gemacht.

Die Handlung ist aufgeteilt in drei Haupthandlungen: England (1825), USA (2007), China (2098). Der Leser begleitet den Biologen William, den Imker George und die Arbeiterin Tao. Alle Geschichten haben natürlich eine Gemeinsamkeit: Die Bienen.

Denn während William das biologische der Bienen und den Aufbau des Bienenstocks untersucht, versucht George, seine kleine Bienenfarm aufrecht zu erhalten. Tao hingegen lebt in einer Zeit, in der die Bienen schon lange verschwunden sind und in der nur noch die Handbestäubung überhaupt dafür sorgen kann, dass einige Menschen überleben.

Obwohl sich die drei Geschichten sehr oft abwechseln, kann man sich doch in alle Handlungen gut hineindenken, kennt die Personen und ihre Träume, Probleme und Wünsche. Nach und nach erkennt man dann, auf welche Art und Weise die Handlungen noch verbunden sind.

Das Thema, das aktueller nicht sein könnte, regt zum Denken an und weckt gleichzeitig eine Begeisterung für das, was man alltäglich im Frühjahr und Sommer sieht: Die Bienen bestäuben Blüten. Eine kurze Online-Recherche hat mir dann gezeigt, dass das Verschwinden der Bienen im Jahr 2007 tatsächlich stattgefunden hat und das macht den Roman nur umso eindrücklicher.

Ein absolutes Lesevergnügen und ein liebevoll ausgearbeiteter, gut recherchierter und ansprechend gestalteter Roman!

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(63)

84 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 61 Rezensionen

physik, einstein, iran, albert einstein, gott

Das Einstein Enigma

J.R. Dos Santos , Paula Porter
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei luzar publishing, 23.03.2017
ISBN 9783946621003
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Existiert der freie Wille? Besitzen wir eine Seele? Werden Maschinen einmal selbst denken können? Wie ist das Universum entstanden? Und… gibt es einen Gott?

Diese Fragen und deren wissenschaftlichen Antworten begegnet Tomás Noronha, ein portugiesischer Kryptanalyst, als er in einem geheimen Auftrag ein Dokument decodieren soll, das von Einstein höchstpersönlich verfasst und verschlüsselt wurde. Und wie der Klappentext verrät – es scheint der wissenschaftliche Beweis für die Existenz Gottes zu sein. Dabei wird Tomás von verschiedenen Institutionen unter Druck gesetzt und zu alledem hat auch sein Vater ein Problem, das er nicht lösen kann.

Zugegeben, das Buch ist sehr dick mit über 600 Seiten, aber für Menschen, die ein Grundinteresse an Mathematik, Physik, Chemie oder zumindest der Wissenschaft über das Universum haben, lohnt sich das Lesen absolut.

Der Autor schafft es, wissenschaftliche Theorien wie die Relativitätstheorie, die Heisenbergsche Unschärferelation, Schrödingers Katze und viele andere, in einem spannenden Roman einzubinden und diese ziemlich verständlich – ohne mathematische, komplizierte Formeln - zu erläutern. Der Hinweis am Anfang des Buches sagt, dass auch alle weiteren Theorien, die in dem Buch vorkommen, tatsächlich auch von Wissenschaftlern so anerkannt werden. Der Kryptanalyst ist ein hervorragender Hauptcharakter, denn er besitzt ein wenig wissenschaftliches Grundwissen, stellt aber genau die Fragen, die man als Leser auch zuerst stellen würde, wenn eingeschworene Wissenschaftler im Buch anfangen, Theorien zu erläutern. Doch anhand von vielen Beispielen wird es dann Tomás und dem Leser erklärt.

Aber es geht nicht nur um Wissenschaft, sondern – und das ist das Spannende – darüber, wie einzelne Religionen sich die Welt erklären und inwieweit das tatsächlich den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen entspricht.

Verpackt in die aufregende Entschlüsselung des Dokuments und eine Jagd durch verschiedene Länder, schafft es der Autor, den intelligenten Leser aufmerksam bleiben zu lassen und so fügen sich langsam alle wissenschaftlichen Theorien zu einem großen Ganzen zusammen.

Wer sich überhaupt nicht für Wissenschaft interessiert, wird wohl auch keinen Gefallen an dem Buch finden, denn die Theorien stehen schon sehr im Vordergrund. Wer sich aber grundsätzlich damit schon mal auseinandergesetzt hat oder dies nun beginnen will, für den ist dieser Roman ein richtiges Lesevergnügen bei dem man schon mal stockt und sich selbst fragt: Was bedeutet das für mein Leben?

Der Roman hat mich fasziniert und gleichzeitig zum Nachdenken gebracht. Und er hat mir einige Theorien, von denen man bisher nur den Namen kennt und ein paar Einzelheiten, anschaulich näher gebracht.

 

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(94)

163 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

blake crouch, thriller, science fiction, roman, zeitenläufer

Dark Matter. Der Zeitenläufer

Blake Crouch , Klaus Berr
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 27.03.2017
ISBN 9783442205127
Genre: Science-Fiction

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(59)

81 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 58 Rezensionen

kunst, dominic smith, kunstfälschung, das letzte bild der sara de vos, malerei

Das letzte Bild der Sara de Vos

Dominic Smith , Sabine Roth
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 10.03.2017
ISBN 9783550081873
Genre: Romane

Rezension:

Titel: Das letzte Bild der Sara de Vos
Autor: Dominc Smith
Erscheinungsdatum: 10.03.2017

Inhalt
Gefälschte Gemälde; eine holländische Künstlerin; eine gescheiterte Ehe; eine talentierte Frau im 17. Jahrhundert, die um Anerkennung durch ihre Gilde kämpft; ein Kunstraub; eine falsche Identität.

Dies und noch viel mehr findet sich im Roman „Das letzte Bild der Sara de Vos“ von Dominic Smith. Die Schicksale der zwei Hauptpersonen Marty, dessen wertvollster Kunstbesitz unter mysteriösen Umständen durch eine Fälschung ersetzt wird, und Ellie, die ihre Dissertation über eine Künstlerin schreibt, von der nur wenige Werke bekannt sind; sind verbunden mit der Geschichte der Sara de Vos, die im 17. Jahrhundert Kunstwerke malt und versucht, ihre Familie über Wasser zu halten.

Die Handlung spielt sich auf drei verschiedenen Zeitebenen ab: 1636/37, 1957/58 und im Jahr 2000. Alle handelnden Personen verbindet eines: die Kunst. Ohne zunächst erkennbare Reihenfolge wechseln sich diese Handlungsstränge ab, was den Roman gleichzeitig vorantreibt, aber auch die Handlung aufhält. Einerseits fügen sich die Details auf faszinierende Weise wie Puzzleteile zusammen, andererseits ist man als Leser auch immer gespannt, wie es jetzt in dem einzelnen Zeitabschnitt weiter geht. Während zu Beginn des Buches die Handlung zunächst eher schleppend vorangeht, nimmt sie dann Fahrt auf, so dass man spätestens ab dem ersten Drittel das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Schreibstil

Der Autor schafft es, auch einem Kunstbanausen die Schönheit des Malens und der Kunstwerke näher zu bringen. In sehr detaillierten Ausführungen beschreibt er Kunstwerke und ihren Entstehungsprozess. Es mag zuerst befremdlich sein, eine Seite nur Details über ein Bild zu lesen, aber je tiefer man in das Buch und die Handlung einsteigt, desto mehr begeistert man sich selbst dafür. Das Buch besteht vorwiegend aus erzählter Handlung, an einigen Stellen wird diese aber gekonnt unterbrochen durch Dialoge, bevor beim Leser Langeweile aufkommen kann. Lediglich der Anfang ist etwas schwerfällig, aber das gibt sich nach einigen Seiten, wenn die Handlung ins Rollen kommt.

Eigene Meinung

Zunächst war es für mich wirklich schwierig, mitzukommen, in welcher Zeitebene wir uns gerade befinden und was zu der Zeit schon geschehen ist oder erst noch geschehen muss. Der Leser erhält viele Informationen, die man sich selbst zu einem Puzzle zusammensetzen muss. Auch wenn über den Kapiteln jeweils steht, in welchem Jahr die kommende Handlung spielt, so musste ich mich doch anstrengen, mir zu merken, in welcher Reihenfolge alles bisher passiert ist. Doch gerade das machte dann irgendwann der Reiz für mich als Leser aus. Ich war gespannt, was noch alles aus der Vergangenheit aufgedeckt wird und wollte unbedingt verstehen, wie alles zusammenhängt. Spätestens, wenn Marty seine eigenen Nachforschungen über den mysteriösen Schwund seines Gemäldes anstellt, nimmt die Handlung Fahrt auf und ich wollte das Buch gar nicht mehr weglegen. Die Details über Kunst stören den Fluss der Handlung meiner Meinung nach nicht, sondern sind vielmehr notwendig, so dass man auch versteht, worum es wirklich geht. Auch die Atmosphäre der einzelnen Epochen/Zeitabschnitte ist meiner Meinung nach gut gewählt, so dass man als Leser gleich fühlen kann, wie die Charaktere fühlen. Auch wenn viele Personen vorkommen, so ist eigentlich immer klar, wen man hauptsächlich im Auge behalten muss und der Spannungsbogen bleibt bis zum Ende erhalten.


Fazit: Das Buch hat mich sehr überrascht und ich werde es sicherlich nochmal lesen (vor allem jetzt im Wissen des „kompletten Puzzles“ um nochmal alles aufzusaugen, was evtl. schon eine kleine Andeutung (foreshadowing) war. Auch wenn der Anfang etwas schleppend ist, es lohnt sich, weiterzulesen, denn die Verwicklung der drei Zeitebenen und auch die Geschichte ist elegant geschrieben! Ein gelungener Roman für gemütliche Abende!

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flucht, familie, lissabon, hochstapler, kindheit

So, und jetzt kommst du

Arno Frank
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Tropen, 29.05.2017
ISBN 9783608503692
Genre: Romane

Rezension:

Zusammenfassung: Der Roman „So, und jetzt kommst du“ von Arno Frank, einem freien Journalist für u.a. den Spiegel, handelt von der Flucht einer Familie durch mehrere Länder Europas. Diese Flucht basiert auf einer wahren Geschichte. Erzählt aus der Perspektive des ältesten Kindes der Familie, wird berichtet, mit welchen Schwierigkeiten die Familie zu kämpfen hat. Als sie dann auf einem in einer Art Nacht und Nebel-Aktion nach Frankreich umziehen, verändert sich das Leben der Kinder in ein Leben in Luxus. Doch bald merken selbst die Kinder: Irgendetwas stimmt hier nicht mehr und dann bricht das Chaos über die Familie herein, als sie weiter vor der Polizei fliehen müssen. Und nach und nach versteht auch das Kind, was da eigentlich gerade passiert.

Meine Meinung: Das Buch liest sich sehr fließend und man will es gar nicht weglegen. Die Geschichte wird immer verwickelter und auch in der „reichen“ Zeit in Frankreich wird es nicht langweilig, denn auch die kleinen Details werden oft erwähnt. Dazu zählen die Vorlieben der Kinder und die Schwierigkeiten, mit denen sie, fernab von den geliebten Großeltern und in einem Land, dessen Sprache sie nicht sprechen, zu kämpfen haben.
Ich wollte unbedingt wissen, wie es jetzt weiter geht, ob der Vater das Chaos bewältigen kann und es irgendwie schafft, alles wieder ins Lot zu bringen. Als Leser ist man erschüttert von dem, was passiert und dieser Effekt wird dadurch noch verstärkt, dass der Erzähler ein Kind ist und man alles nur aus dieser recht unschuldigen Sichtweise erlebt. Als Leser kann man natürlich viel mehr hineininterpretieren und weiß oft schon mehr als das Kind. Aber gerade das hat mich sehr fasziniert: Die Unschuld, mit der berichtet wird und das Miterleben, wie dem Jungen dann langsam klar wird, was alles passiert ist.
Alles in allem ist das ein echtes Lesevergnügen und der Autor hat es geschafft, dass man wirklich mit den Charakteren mitleidet und sich gleichzeitig wünscht, man könnte in die Geschichte springen und rufen „Das wird nicht gutgehen!“ Sehr zu empfehlen!

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thriller, blog, verschwinden, darcey bell, ehemann

Nur ein kleiner Gefallen - A Simple Favor

Darcey Bell , Juliane Pahnke
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 10.04.2017
ISBN 9783959671019
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel: Nur ein kleiner Gefallen - A simple favor
Autor: Darcey Bell
Erscheinungsdatum: 10.04.17

Der Inhalt: Stephanie und Emily sind Freundinnen, ihre Kinder gehen in die gleiche Klasse und verstehen sich sehr gut. Alles scheint perfekt, bis Emily plötzlich verschwindet und Stephanie sich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert sieht: Denn als Emily's Ehemann und sie versuchen, das Ungewisse gemeinsam durchzustehen, entwickelt sich auch zwischen ihnen etwas. Doch jeder hat Geheimnisse. Was steckt hinter Emily's Verschwinden? Was verbirgt Stephanie? Und was geht wirklich in Sean (Emily's Ehemann) vor?

Der Schreibstil: Der Beginn des Romans ist im Stil eines Blogs geschrieben, den die Hauptperson Stephanie schreibt, um Hilfe beim Finden ihrer Freundin Emily zu haben. Doch nicht alles, was in ihrem Blog/dem Internet steht, ist wahr. Darcy Bell gelingt es, dass der Leser ständig anzweifelt, ob die Aussagen, die gerade gemacht werden, wahr sind oder erlogen oder lediglich ein Bruchstück der tatsächlichen Wahrheit. Der Thriller ist immer wieder überraschend und die Enthüllungen über Handlungen der Charaktere auch teilweise unvorhersehbar. Das macht das ganze Leseerlebnis unglaublich spannend, so dass man diesen Roman nicht mehr aus der Hand legen möchte.
Durch dieses ständige Anzweifeln kann man sich kaum mit den Charakteren identifizieren, aber gerade das macht das Lesen dieses Buches sehr interessant. Genau wie die einzelnen Personen nicht alles wissen, was vor sich geht; so tappt auch der Leser oft im Dunkeln und kann nur erahnen, dass die Person (auch wenn gerade in erster Person berichtet wird), nicht alles verrät, was sie weiß oder getan hat.

Ein sehr spannender Thriller, der immer wieder überrascht und der durch die Ausschnitte aus dem Internet-Blog mal eine ganz neue Thematik enthält. Und wie man es von einem guten Thriller erwartet: Nichts ist so, wie es scheint!

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