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127 Bibliotheken, 16 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

zeit, matt haig, london, matt, roman

Wie man die Zeit anhält

Matt Haig , Sophie Zeitz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.04.2018
ISBN 9783423281676
Genre: Romane

Rezension:

Du darfst dich auf keinen Fall verlieben! Dies ist die oberste Regel für Tom Hazard, denn er ist anders als normale Menschen: Er altert so langsam, dass er mehrere Jahrhunderte alt wird. Liebe und die Schmerzen des Verlustes,  wenn der geliebte Mensch normal altert und stirbt, können für ihn nur hinderlich sein. So sagt es ihm Hendrich, sein Mentor und Beschützer – denn Tom braucht ständig neue Identitäten, um nicht aufzufallen.

Es handelt sich hier um ein unglaublich tiefgängiges, eindrückliches und gleichzeitig spannendes Buch. Ich bin normalerweise kein Fan von Geschichte und von Episoden in der Vergangenheit, aber gemeinsam mit Tom durch verschiedene Epochen und Länder zu gehen und mitzubekommen, was er alles erlebt, wie er seine Identitäten ändert, wie die Einstellungen der Menschen waren, wie sich die Kultur ändert – und was eben doch all die Jahre immer gleich bleibt – das fand ich unglaublich interessant. Die Idee, den Hauptcharakter nicht unendlich leben zu lassen, sondern ihn nur als sehr langsam alternden Charakter vorzustellen, ist für mich etwas Neues. Auch wenn ich weiß, dass es so etwas nicht gibt (oder doch?), hatte ich nie wirklich das Gefühl, einen Fantasyroman zu lesen. Vielmehr war es so logisch erklärt und in sich schlüssig, dass ich mich nicht wundern würde, wenn sich Tom morgen bei mir vorstellen würde. Das muss man als Autor auch erst mal schaffen, die Grenzen von Fiktion und Wirklichkeit so verschwimmen zu lassen, dass es für den Leser real wirkt.

Die Verknüpfung von Orten mit Geschehnissen in der Vergangenheit und eine Fülle von vielseitigen Charakteren geben dem Buch ihren besonderen Reiz! Ich kann es wirklich nur jedem empfehlen – vielleicht sogar besonders Leuten, die sowieso ein Interesse an Geschichte haben oder einfach jemandem, der mal eine ganz andere Liebesgeschichte lesen will  - denn letztendlich wird es sich doch darum drehen: Wie kann man lieben, wenn man unendlich lebt?

Bisher mein Belletristik-Highlight 2018 und ich habe das Buch jetzt schon mehrmals gelesen. Nach diesem Autor werde ich weiterhin die Augen offenhalten!

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(8)

17 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

asyl, krimi, krimi-reihe, medikament, pharma

Das Meer löscht alle Spuren

Lone Theils , Ulrike Brauns
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.04.2018
ISBN 9783499273155
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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(45)

80 Bibliotheken, 16 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

thriller, agenten, maulwurf, cia, karen cleveland

Wahrheit gegen Wahrheit

Karen Cleveland , Stefanie Retterbush
Flexibler Einband
Erschienen bei btb, 10.04.2018
ISBN 9783442716746
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein absoluter Pageturner, den Karen Cleveland hier geschaffen hat: Für Vivian bricht die Welt zusammen, als sie bei ihren CIA-Recherchen herausfindet, dass ihr Ehemann Matt ein russischer Spion ist – und er gesteht es ihr auch noch ganz unverfroren! Doch wie kann sie nun ihre Ehe retten? Soll sie Matt ausliefern? Oder benutzt er sie nur und seine Liebe war all die Jahre gespielt? Natürlich muss sie auch an ihre vier gemeinsamen Kinder denken!

Das Szenario ist von Anfang bis Ende mega spannend gehalten, so dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte! Genau wie Vivian weiß man nie, wem man eigentlich trauen soll und was die wahren Absichten der einzelnen Personen sind. Mit jedem Schritt, den Vivian tut, um zu verhindern, dass herauskommt, was sie herausgefunden hat, begibt sie sich aber selbst auf dünnes Eis und in Gefahr. Ich konnte keinen einzigen Plot-Hole entdecken, alles war in sich schlüssig und logisch, die Rückblenden in die gemeinsame Zeit von Vivian und Matt immer passend, um den Plot voranzubringen. Die Spannung wurde meiner Meinung nach dadurch sogar noch verstärkt, da der Leser widerkehrende Motive nun auch in den aktuellen Handlungen von Matt erkennen konnte und verunsichert wurde, ob man ihm nun vertrauen kann oder nicht.

Es ist immer schwierig, ein solches Buch zu rezensieren, ohne die wichtigsten Handlungsschwerpunkte vorwegzunehmen. Es handelt sich hier nicht um einen blutrünstigen oder Psycho-Thriller, sondern wirklich um eine Handlung, bei der einem durch die schwebende Gefahr, die ständig im Raum ist, die Luft wegbleibt. Absolute Leseempfehlung von mir! Bisher mein Thriller-Highlight 2018!

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(204)

503 Bibliotheken, 23 Leser, 2 Gruppen, 141 Rezensionen

fantasy, liebe, feuer, eis, jugendbuch

Fire & Frost - Vom Eis berührt

Elly Blake , Yvonne Hergane
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 14.02.2018
ISBN 9783473401574
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Fire & Frost ist der erste Band einer Trilogie von Elly Blake. Die Handlung spielt in einem fiktiven Königreich, das von Frostbloods regiert wird. Diese haben die Gabe, Eis und Kälte durch ihre Körper zu leiten, Eis erscheinen zu lassen und damit Schaden oder Schmerzen zuzufügen. Ruby hingegen ist eine Fireblood, sie hat eine ähnliche Gabe, allerdings entsteht bei ihr stürmisches Feuer. Seit ihrer Geburt wird Ruby dazu angehalten, die Gabe zu unterdrücken, denn die Firebloods sind die Gejagten in dieser Welt. Als sie dann doch von Soldaten aufgespürt wird, nimmt ihr Leben neue Wendungen und sie muss lernen, ihre Gabe zu kontrollieren und versuchen, womöglich nicht nur sich, sondern auch andere zu retten. Wäre da nicht ein Frostblood, der so gar nicht wie die anderen ist.

Dies ist ein gelungener Auftakt zu einer spannenden Jugendbuchreihe. Ruby ist mal eine etwas andere Protagonistin  - sie reagiert oft aufbrausend, unüberlegt und ist reizbar, aber all dies macht irgendwie Sinn, wenn man sich ihre Situation und Vergangenheit ansieht. Außerdem könnte ich auch verstehen, wenn das Feuer, das in ihren Adern lauert, ihr ein buchstäblich feuriges Temperament gibt. Natürlich gibt es auch in diesem Jugendbuch Liebe und Tragödien und ich persönlich konnte den einen Twist relativ früh erahnen, das mag aber auch daran liegen, dass ich einfach schon viel Leseerfahrung habe. So war es für mich kein großer Aha-Moment, aber das Buch hatte trotzdem noch einige Überraschungen parat.

Die Welt, die Elly Blake schafft, ist gespickt mit einer Legende von vier Gottheiten, die ich sehr kreativ fand und die sich auch perfekt in die Geschichte einpasst. Lediglich im Mittelteil fand ich die Handlung teilweise schleppend, denn einiges lief einfach sehr zufällig glücklich für Ruby und die Spannung fiel ein bisschen ab. Das Ende war dann wieder sehr spannend und fesselnd.

Wider Erwartens endet das Buch nicht in einem Cliffhanger – weswegen ich sehr gespannt bin, welche Handlung dann in den Folgebänden im Mittelpunkt stehen wird. Weiterlesen würde ich auf jeden Fall, einfach, weil mir die Welt gut gefällt und wenn es weitere spannende Abenteuer gibt wäre das sicher interessant zu lesen.

Anmerkung: Ich habe das englische Original gelesen.

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(112)

328 Bibliotheken, 22 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

liebe, marah woolf, götter, götterfunke, freundschaft

GötterFunke - Verlasse mich nicht!

Marah Woolf
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Dressler, 19.03.2018
ISBN 9783791500423
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als ich das bekannte Buchcover erblickte, war ich sofort in Aufregung: Endlich geht es weiter mit Jess und Cayden! Doch gleichzeitig wusste ich auch: Dies ist der Abschluss der Trilogie, der Abschied von all den Charakteren, die ich lieb gewonnen hatte. Dennoch konnte ich es kaum erwarten, mit dem Lesen zu beginnen – und ich wurde nicht enttäuscht.

Band 3 der Reihe um Jess und Prometheus/Cayden beginnt gleich spannend: Nachdem Cayden sich im aufregenden Cliffhanger am Ende des letzten Buches verletzt hatte, spitzt sich die Lage jetzt dramatisch zu. Neben altbekannten Gesichtern greifen nun auch neue Charaktere/Götter ins Geschehen ein. Besonders gefallen hat mir, dass Hermes, der bisher ja nur die Geschichte kommentierte, in diesem Band auch eine tragende Rolle bekommt. Im fulminanten Finale der Trilogie muss Jess sich entscheiden: Wird sie Cayden verzeihen?

Ich persönlich fand die Dramatik am Anfang des Buches etwas übertrieben und nicht mehr ganz so realistisch, wie die Bücher die Götter bisher dargestellt haben, denn nach der Rettung Caydens scheint es von den Sterblichen keinen zu interessieren, wie dieses Wunder denn möglich war.

Cayden als Mensch gefällt mir sogar noch besser als als Gott. Die neuen Charaktere fand ich aufregend und gleichzeitig war ich sehr froh, dass es nicht zu viele neue waren, denn insgesamt springen da ja schon viele Götter rum, so dass ich manchmal echt innehalten und nachdenken musste, wer das jetzt ist, was seine Fähigkeiten und Absichten sind etc. Aber dafür fehlt mir vermutlich auch ein wenig das Grundlagen-Götterwissen, vielleicht hätte mir eine Art Personenübersicht geholfen. Aber das war nicht weiter schlimm, denn die Wichtigsten kennt man ja und der Spannung hat das für mich nicht geschadet.

 Das Ende hat für mich die Trilogie passend und schlüssig beendet, auch wenn ein Verlust, den ich hier natürlich nicht weiter benennen werde, mir persönlich stark ans Herz gegangen ist und den ich so leicht nicht verkraften konnte.

Der Spannungsbogen war konstant hoch, so dass beim Lesen kaum Zeit bleibt, Luft zu holen und ich am liebsten das Buch in einem Rutsch durchgelesen hätte. Die Wendungen der Geschichte waren allesamt unerwartet und gleichzeitig schlüssig, was natürlich enorm zum Lesevergnügen beigetragen hat – besonders den Schluss hatte ich so nicht erwartet – bin aber sehr happy mit der gesamten Geschichte und finde, dass es der Autorin gelungen ist, dieses Buch zu einem tollen Abschluss zu bringen!

Wer die ersten beiden Bände verschlungen hat, sollte unbedingt hier weiterlesen und wer ein generelles Interesse an  Göttersagen hat, sowie ein Fan von Spannung und Liebesgeschichten ist, wird hier voll auf seine Kosten kommen!

Lediglich wegen der kleinen Ungereimtheiten am Anfang, die ich oben erwähnt habe, gebe ich 4 Sterne (am liebsten 4 ½ aber das ist hier ja leider nicht möglich).

 

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157 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 105 Rezensionen

thriller, zoo, nachtwild, amoklauf, gin phillips

NACHTWILD

Gin Phillips , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 29.03.2018
ISBN 9783423261968
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Stell dir vor, du bist mit deinem kleinen Sohn im Zoo und willst gerade nach einem schönen Tag nach Hause gehen, doch kurz vor dem Ausgang musst du ein schreckliches Bild sehen: Eine Gestalt hat offenbar mehrere Menschen erschossen und befindet sich jetzt immer noch im Zoo. Du kannst nicht weg. Du willst dein Kind schützen. Langsam wird es Nacht.

Die Geschichte ist unglaublich spannend und meiner Meinung nach größtenteils realistisch umgesetzt. Die inneren Konflikte, die die Mutter durchstehen muss, sind sehr eindrucksvoll beschrieben, denn natürlich versteht ihr Sohn, dass es gefährliche Menschen gibt, aber kleine Kinder sind natürlich trotzdem mal unabsichtlich laut oder werden quengelig, wenn sie zu lange still sitzen müssen bzw. Hunger bekommen. Diese Aspekte hat der Autor sehr gut hervorgebracht und sie verleihen dem Buch eine Spannung, wie sie selten bei Thrillern vorkommt, denn schließlich sind sehr selten kleine Kinder im Mittelpunkt. Die Dynamik der beiden hat mir sehr gut gefallen und auch, dass alles hauptsächlich aus ihrer Sicht erzählt wurde. Die kleinen Abschnitte, die kurz die Erlebnisse anderer Personen im Zoo beschreiben, halten die Spannung hoch und führen letztendlich als verschiedene Handlungsstränge ja dann auch logisch zusammen. Die Charaktere der Täter und auch die Beweggründe zum Morden machen meiner Meinung nach insofern Sinn, als dass ich mir vorstellen kann, dass manche Menschen tatsächlich so etwas aus dem Grund machen (Es ist schwierig, hier nichts zu spoilern).

Auch ist mir bewusst, dass keiner in solchen Extremsituationen perfekt reagieren wird und es für den Leser ein Leichtes ist, zu sagen: „Na, also da gäbe es ja definitiv einen logischeren Weg“ oder „Warum macht sie es nicht einfach soundso?“. Dennoch erscheinen mir einige der Entscheidungen, die die junge Mutter trifft, etwas sehr unlogisch und passen so gar nicht zu den Überlegungen und planvollen Aktionen, die sie sonst trifft. Wer würde sich schon freiwillig von seinem Handy und damit dem einzigen Kontakt zur Außenwelt trennen, wenn dadurch nicht wirklich etwas gewonnen wird?

Aufgrund mehrerer dieser seltsamen Gedankenaussetzer der Hauptperson muss ich dem Buch leider ein paar Minuspunkte geben, denn es hat mich beim Lesen enorm gestört.

Ich habe in anderen Rezensionen gelesen, dass manche Leute sich einen anderen Schauplatz als den Zoo gewünscht haben. Ich hingegen fand das eigentlich recht gut gewählt, denn es erklärt, warum es wirklich so beängstigend ist (warum sollten nachts im Zoo auch Lichter brennen?), schafft einige spannende Tierbegegnungen (nach dem Klappentext hatte ich Angst, dass es in einer Art Jumanji-Alle-Tiere-Rennen-Frei-Herum-Szene enden wird, was zum Glück nicht eintraf, aber selbstverständlich werden einige Tiere herumrennen, wenn Glaswände zerschossen werden) und erklärt, warum es nicht so einfach ist, sich zu verstecken oder komplett zu fliehen (der Zoo ist natürlich abgesperrt ringsrum, denn Besucher sollen ja auch nicht so einfach reinspazieren.

Letztendlich war es eine spannende Geschichte, aus der man noch ein kleines bisschen mehr hätte machen können.

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59 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 47 Rezensionen

arktis, spitzbergen, umweltschutz, gletscher, eis

Das Eis

Laline Paull , Dorothee Merkel
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Tropen, 31.03.2018
ISBN 9783608503524
Genre: Romane

Rezension:

Der Klimawandel zeigt seine Auswirkungen auch in der Arktis: Die Eisbären sind kaum noch zu sehen und das ist gerade für die Touristen ein nicht zu akzeptierender Zustand – so versuchen die Kreuzfahrtorganisationen alles, um ihren gut zahlenden Passagieren doch noch einen Eisbär vor die Kameralinse treiben zu können. Doch was ein Kreuzfahrtschiff dann erlebt, ist auch nicht alltäglich: Ein Gletscher kalbt und wirft einen Eisberg ins Meer – darin versteckt: Die bisher verschollen geglaubte Leiche des Umweltaktivisten Tom Harding. Nun wird gerichtlich von vorne aufgerollt, was damals bei seinem Tod vorgefallen ist. Mittendrin ist Sean Cawson, langjähriger Freund von Tom, Besitzer der luxuriösen Midgard Lodge, an der neben Tom noch reiche Investoren beteiligt sind; und damals Anwesender, als dieser starb.

Während die ersten Seiten des Buches noch nahelegen, dass es um Umweltschutz und Klimawandel geht, rückt das Buch im Laufe der Handlung vielmehr politische und finanzielle Motivationen in den Mittelpunkt. Nach Beendigung des Buches lässt sich sagen, dass alle Details sehr stimmig und wichtig für das Aufklären des Unfalls bzw. aller Motivationen der anwesenden Hauptcharaktere sind. Allerdings störten mich gerade in der Mitte des Buches die ausführlichen Details, wie Sean seine Lodge aufbaut, wie sich Tom und Sean kennenlernten und so weiter. Besonders interessant zu lesen war dann die Gerichtsverhandlung, weswegen ich mich bei diesen Kapiteln gar nicht mehr vom Buch wegbewegen wollte.

Zusätzlich störend habe ich empfunden, dass in diesem Buch unterschiedliche Einleitungen für Rückblenden verwendet wurden. Die Rückblenden selbst machen durchaus Sinn und haben ihre Berechtigung, aber es war dann manchmal doch wirklich schwer, zu verstehen, wo und wann man sich in der Handlung befindet, wenn manchmal Rückblenden mit dem Kapiteleinleitungssatz „Fünf Jahre zuvor …“ begonnen werden; ein anderes Mal mit der Kapitelüberschrift „Vor fünf Jahren“; teilweise gar nicht und einfach im nächsten Abschnitt die Vergangenheit aufkommt ohne sie anzukündigen und man es nur daran merkt, dass Tom eben noch quicklebendig ist; und teilweise die Kapitel Überschriften haben, bei denen man aber nicht weiß, ob sie nun in der Gegenwart oder Vergangenheit sind, weil plötzlich Zeitangaben am Anfang stehen („Oktober“), die vorher vielleicht mal im Text beiläufig erwähnt wurden, aber niemals zuvor als Kapitelüberschrift. Hier hätte ich mir lediglich eine bessere Strukturierung gewünscht, denn für die Handlung macht es zwar keinen Unterschied, aber in meinem Lesefluss hat es mich doch teilweise sehr gestört, weil ich immer innehalten musste und überlegen, wo die Handlung nun gerade einsetzt.

An einigen Stellen wurde dann auch in der Gerichtsverhandlung wiederholt, was der Leser schon aus Rückblenden weiß – aber zum Glück war das nur selten der Fall, so dass die Mischung aus Rückblenden und Aussagen sehr gut gewählt war.

Ein weiterer Kritikpunkt, wenn auch nur ein kleiner, ist, dass sich mir nicht ganz erschlossen hat, warum die Autorin vor jedes Kapitel Auszüge aus verschiedenen Erfahrungsberichten/Legenden rund um das Thema Arktis und Expedition gesetzt hat. Meiner Meinung nach passen diese nur selten zu Handlung – klar, das Buch spielt teilweise in der Arktis und es hat viel damit zu tun, aber irgendwie war doch im Vordergrund eher etwas anderes als eine Expedition oder etwas Umweltpolitisches. In einem Sachbuch bzw. einem Roman über das Leben in der Arktis oder wenn mehr Handlung sich tatsächlich um solche Themen gedreht hätte, hätten diese Abschnitte besser gepasst. So hielten sie mich eher vom Lesen ab, so dass ich nach weniger als der Hälfte des Buches sogar dazu überging, sie nicht mehr zu lesen und sie dann allesamt nach Beendigung des Buches gelesen habe und kann sagen: Sie sind definitiv interessant, aber meiner Meinung nach überflüssig in diesem Buch. Es sei denn, hier sind sehr tiefe Metaphern versteckt, die sich mir bislang nicht erschlossen haben.

Laline Paull hat eine sehr realistische Situation geschildert, bei denen es viele verschiedene Personen mit sehr unterschiedlichen und vielfältigen Motivationen gibt und die sie geschickt zu einem Gesamtwerk verflochten hat. Man sollte als Leser schon ein gewisses Interesse an Politik bzw. politischen Machtspielen mitbringen, sonst wird man über lange Strecken des Buches gelangweilt oder überfordert sein. Trotz der von mir oben angebrachten und lang ausgeführten Kritikpunkte, werde ich dem Buch dennoch 3 Sterne geben (was für mich bedeutet, dass das Buch nicht schlecht ist, aber kein Liebling von mir sein wird), da die Haupthandlung insgesamt spannend und schlüssig ist.

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53 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 39 Rezensionen

eigenwillige bewohner, bergbau, berg, debüt, landflucht

Alles was glänzt

Marie Gamillscheg
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 19.03.2018
ISBN 9783630875613
Genre: Romane

Rezension:

Wir befinden uns in einem Dorf in der Nähe eines Berges mit Erz-Vorkommen. Was jeder weiß und keiner verhindern kann: Irgendwann wird der Berg einstürzen, denn durch den Erzabbau mit vielen verschiedenen Gängen ist er fragil geworden – und was dann passieren wird, weiß keiner. Ein Journalist, der vor Jahren darüber berichtet hat, hat dem Dorf die letzte Lebendigkeit geraubt: Die Touristen bleiben aus, viele Bewohner sind in die größere Stadt gezogen.

Die fehlende Lebendigkeit wird in der Schreibweise der Autorin gut widergegeben. So gesehen kann die Sprache an sich als Spiegelbild der Situation der Dorfbewohner gesehen werden. Während es scheinbar für einige Leser als zu nüchtern, ja fast langweilig erlebt wurde, machte für mich diese Schreibweise den Reiz des Buches aus. Die Geschichte besteht fast ausschließlich aus unmittelbar erlebten inneren Monologen verschiedener Dorfbewohner und einiger Rückblicke, die aber die Dorfbewohner selbst innerhalb ihrer Monologe vornehmen und die deswegen natürlich auch Objekt der Subjektivität sind.

Obwohl Handlung und Charaktere nicht vergleichbar sind, hat mich das Buch irgendwie an „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky erinnert – auch dort spielt das Geschehen meist im Moment und weicht von der Alltagssprache dennoch ab. Diesen Schreibstil muss man mögen, das gebe ich zu und auch die Art der Handlung ohne großes Drama und einfach im Moment ist etwas Spezielles.

Deswegen ist es für mich auch sehr schwer, dazu aufzurufen, das Buch zu lesen, denn ich kann selbst keine belegbaren Argumente geben – lediglich, dass es außergewöhnlich geschrieben ist und dass man, trotz der nüchternen Lage, einige Charaktere sehr lieb gewinnt. Die Sprache zu nutzen, um widerzuspiegeln, wie leer dieses kleine Dorf ohne Tourismus ist, dass aber trotzdem täglich seinen kleinen Laden und die Bar öffnet, einfach weil es schon immer so war, hat mir gut gefallen. Wenn man das Buch etwas tiefer analysiert, kann man sogar einige gesellschaftskritische Themen herauslesen. Ich bin kein Literaturexperte, aber ich würde sagen, hier wurden teilweise bewusst Lücken gelassen, die der Leser als Co-Autor füllen kann, um dann einen Gesamtkontext zu kreieren und auch die Kritik lässt sich von Leser zu Leser unterschiedlich interpretieren.

Lediglich einige kleine Details waren für mich seltsam im Kontext der Handlung und auch das Ende war mir ein wenig zu undetailliert, so dass ich mich eher danach gefragt habe, was die Autorin denn nun mit den davor gemachten Andeutungen und Erzählungen bezwecken wollte. Das macht für mich leider einen Stern Abzug. Ich werde aber dieses Buch erneut lesen, denn ich habe das Gefühl, dass sich da doch etwas bei gedacht wurde und man dieses Buch einer genaueren Leseanalyse unterziehen muss – genauso wie sich auch erst ganz am Ende aufklärt, was die relativ zufällig scheinenden Kapitelüberschriften zu bedeuten haben. Und suchen wir nicht eigentlich alle nach Büchern, die mal etwas anders als der Standard sind und trotzdem nicht ohne Sinn?

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(34)

62 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 33 Rezensionen

seele, sachbuch, psyche, depressionen, medizin

Das geheime Leben der Seele

Sabine Wery von Limont
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Mosaik , 12.03.2018
ISBN 9783442393299
Genre: Sachbücher

Rezension:

Als Teil der Generation „Das kann ich doch alles googlen“ bin ich normalerweise kein Fan von Sachbüchern, aber dieses hat mich überzeugt. Ich muss dazu sagen, dass mich von jeher Psychologie interessiert hat und ich auch ein gewisses Grundwissen über Hormone und die biologische Funktion unseres Gehirns und Nervensystems hatte. Der erste Teil des Buches, der sich mit genau dem beschäftigt, war (trotzdem) interessant und auch den Rest habe ich mit Begeisterung gelesen.

In „Das geheime Leben der Seele“ wendet sich die Verhaltenstherapeutin Sabine Wery von Limont dem unsichtbaren Organ des Menschen zu. Der Titel mag noch etwas spirituell anwandeln, aber das Buch baut auf echten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus der Biologie und Psychologie auf.

Inhaltlich wird die biologische Beschaffenheit des Gehirns und der Emotionen & Hormone beschrieben, gespickt mit geschickt eingebauten, teils umgangssprachlichen Metaphern, die das Gefühl vermitteln, dass das Buch sehr wohl im Gedanken an die Menschen geschrieben ist, die sich bisher wenig bis gar nicht mit der Materie auseinandergesetzt haben. Dennoch bietet der Text auch dem etwas erfahreneren Leser neue Informationen und behandelt alles sachlich und korrekt.

Desweiteren gibt das Buch Informationen zur Entstehung von (bekannten) psychologischen Krankheiten, wie PTSD (Posttraumatische Belastungsstörung), Depressionen und einigen weiteren. Zur Veranschaulichung sind einige protokollartig verfasste Fallbeispiele von betroffenen Menschen beigefügt, die es ermöglichen, dass sich auch ein Nicht-Betroffene zu einem gewissen Maße vorstellen kann, was für Gefühle mit diesen Krankheitsbildern verbunden sind. Auch die Wirkung verschiedener Therapieverfahren wird von der Autorin erläutert, wobei sie auch aufzeigt, wie und wann die Krankenkasse eine Therapie unterstützt auf was man achten muss und wie man am besten vorgeht, wenn man auf der Suche nach einer Therapie ist.

Zusätzlich zum detaillierten und vielfältigen Inhalt konnten mich die locker-leichte Schreibweise, die einem in keinem Fall nahelegt, dass man gerade belehrt wird über ein Thema begeistern, sowie die Herangehensweise an die Thematik an sich. Man merkt, dass Frau Wery von Limont jahrelang praktiziert hat und weiß wovon sie redet und auch einige Probleme unseres deutschen Gesundheitssystems nicht übersieht. Für Menschen, die sich wie ich leicht für Psychologie interessieren oder einfach mal mehr über ihr eigenes Bewusstsein lernen wollen, ist das Buch gut geeignet.

 

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148 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 75 Rezensionen

indien, frauen, schicksal, italien, kanada

Der Zopf

Laetitia Colombani , Claudia Marquardt
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 21.03.2018
ISBN 9783103973518
Genre: Romane

Rezension:

In „Der Zopf“ werden die Geschichten von drei Frauen aus Italien, Indien und Kanada erzählt. Ihre Leben könnten nicht unterschiedlicher sein: Giulia ist Tochter des Besitzers der letzten sizilianischen Perückenmanufaktur, Smita wühlt als Mitglied der untersten Gesellschaftsschicht mit ihrer Familie im wahrsten Sinne des Wortes tagtäglich im Dreck und Sarah ist erfolgreiche Powerfrau und Topanwältin. Ihre Charaktereigenschaften verbinden die Frauen jedoch, sie sind alle auf positive Weise starrsinnig, stark und selbstbewusst und versuchen, mit den ihnen auferlegten Regeln zu brechen und die Schicksalsschläge, die sie erleiden, zu überstehen.

Doch nicht nur das verbindet die Frauen, sondern noch etwas anderes, was dem Leser zwar nach circa zwei Dritteln des Buches vermutlich schon klar ist, aber dennoch eine geniale Idee der Autorin ist und das Buch zusätzlich lesenswert macht. Neben „normalen“, alltäglichen Problemen werden in dem Buch auch gesellschaftskritisch die Zustände in Indien beschrieben, bei denen man sich gar nicht vorstellen möchte, dass es die bittere Realität ist. Doch auch andere wichtige Themen finden ihren Platz, so dass das Buch einen nachdrücklichen Eindruck hinterlässt und man sich nur schwer von der Geschichte distanzieren kann und möchte. Dies mag alles klingen, als wäre das Buch sehr tragisch. Natürlich gibt es diese Elemente, aber es hat auch viel Kraft, Hoffnung und Freude. Kurzum: alles, was man sich wünscht in einem Buch.

Während man das Buch liest, fühlt man sich sofort mit jeder der drei Frauen verbunden. Die Autorin schafft es, dass die gesamte Gefühlswelt dem Leser offenbart wird. Jeder Schicksalsschlag trifft den Leser ebenso ins Herz, wie jeder Triumph der Charaktere Freude auslöst. Auch wenn das Buch nicht sonderlich dick ist, so hat es doch alles, was ich mir von einem Roman erhoffe und kann deswegen eine Leseempfehlung aussprechen.

Doch was mich enorm gestört hat, ist, dass hier wieder einmal ein Klappentext vorliegt, der eigentlich alles vorweg nimmt, was man an dem Buch faszinierend finden kann. Ich persönlich habe ihn gar nicht aufmerksam gelesen, sondern habe mich von einer Leseprobe faszinieren lassen. Darüber bin ich jetzt sehr froh, denn so hatte das Buch eine gewisse Restspannung, auch wenn man selbst ohne Klappentext erahnen konnte, in welche Richtung das Ganze gehen würde. Ich finde es unglaublich frustrierend, wenn gerade bei einem so kurzen 288seitigen Buch, für das man 20 Euro als Hardcover zahlen soll, doch schon so viel verraten wird – da hat sich der Verlag einfach meiner Meinung nach nicht genug Mühe gegeben, denn es wäre sicher möglich, diese Verwicklungen einfach anzudeuten und nicht schon fast explizit zu erklären. Diesen Kritikpunkt möchte ich (auch wenn er mich nicht betroffen hat und ich es quasi erst nach dem Lesen bemerkt habe), nicht unter den Tisch kehren und muss deswegen Punkte abziehen.

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26 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

london, alter, altern, angst, aging

How to Stop Time

Matt Haig
Flexibler Einband
Erschienen bei Canongate Books Ltd, 06.07.2017
ISBN 9781782118626
Genre: Romane

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81 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

alice feeney, manchmal lüge ich

Manchmal lüge ich

Alice Feeney , Karen Witthuhn
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 15.12.2017
ISBN 9783499273117
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine Frau liegt im Koma, doch ihr Gehirn bekommt alles von ihrer Umgebung mit. Warum hat sie Angst vor ihrem Mann? Warum sind ihr Mann und ihre Schwester so seltsam zueinander? Und was verrät uns die Erzählerin nicht?

Es kommt selten vor, dass ich ein Buch nicht aus der Hand legen kann und bis spät in die Nacht weiterlese. Aus mehreren Rückblenden erfährt der Leser nach und nach mehr aus der Kindheit (durch Tagebücher), von den Tagen vor dem Unfall und aktuelles aus dem Krankenhaus. Nicht alles erschließt sich beim ersten Lesen, aber wenn man einmal den Twist am Ende des Buches verarbeitet hat, macht alles in sich Sinn.

Die meisten Personen in diesem Besuch sind nicht so, wie sie scheinen! Düstere Vergangenheiten werden aufgedeckt und mich gruselte es manchmal schon, einfach, weil die Fassade der Menschen so perfekt und die Irre dahinter so perfide.

Ein absolut packender Thriller, mit wie schon gesagt, genialem Twist am Ende und einer unzuverlässiger Erzähler wie er im Buche steht - und zwar wirklich: Schließlich wird auf dem Buchrücken und -titel schon erwähnt "Manchmal lüge ich"

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64 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

fantasy, stephan m. rother, high fantasy, die königs-chroniken - ein reif von bronze, chroniken

Ein Reif von Bronze

Stephan M. Rother
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 27.03.2018
ISBN 9783499403576
Genre: Fantasy

Rezension:

Nachdem es der Autor am Ende des letzten Bandes geschafft hat, dass man nach den knapp 400 Seiten am liebsten beim Verlag die Tür einrennen möchte, um sofort nach dem nächsten Band zu verlangen, weil man doch unbedingt wissen will, was es mit der mysteriösen Esche auf sich hat und was Leyken, Ildris, Sölva, Pol und Morwa weiter erleben; so hat er es dieses Mal geschafft – besonders durch den individuellen Schreibstil, der gleichzeitig malerisch und altertümlich ist - dass man sich schon nach den ersten Seiten wieder in der Welt des Königreichs der Esche vorfand. Wem die von mir genannten Namen jetzt nichts sagen, der sollte zunächst einmal „Ein Reif von Eisen“ lesen, denn ohne das Vorgängerwerk ist dieses Buch selbstverständlich unvollständig; aber das ist ja bei Mehrteilern/Trilogien eigentlich selbstverständlich.

Da noch ein Folgewerk geplant ist, werden nicht alle Fragen aus Band 1 aufgeklärt und natürlich auch noch einige weitere aufgeworfen, aber das Buch ist dennoch von Anfang bis Ende spannend. Während andere Trilogien oft gerade im zweiten Teil deutlich abflachen, schafft es der Autor hier, neue, interessante Charaktere einzuführen und die Geschichten der anderen spannend weiterzuführen. Auch an Magie mangelt es diesem Buch nicht und oft waren die Geschehnisse derart gut beschrieben, dass sich vor meinen Augen direkt ein Bild auftat.

Für mein persönliches Gefühl war in einem Kapitel der Fokus etwas zu sehr auf kriegerischen Geschehnissen, was einfach nicht meinen Vorlieben entspricht, aber das hat die Handlung des restlichen Buches auf jeden Fall wettgemacht. Ich kann jedem, der „Reif von Eisen“ mochte, nur empfehlen, weiterzulesen, denn auch hier steht man am Ende des Buches wieder da und denkt: „Warum kann es nicht sofort weitergehen?“. So bleibt uns als Leser nur übrig, geduldig abzuwarten und den Abschluss dieser Chroniken zu erwarten – ich werde auf jeden Fall auch das nächste Buch verschlingen!

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(91)

206 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

träume, kerstin gier, silber, dämon, liebe

Silber - Das dritte Buch der Träume

Kerstin Gier
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 26.09.2018
ISBN 9783596198788
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ohne jetzt hier zu viel verraten zu wollen: Band 3 ist genauso turbulent und spannend wie die Vorgänger! Das Ende hat mich überrascht, ich war mir bis zum Ende nicht wirklich sicher, wie alles miteinander zusammenhängt.
Am Liebsten würde ich noch mehr Bücher lesen, die sich mit genau diesen Traumwelten beschäftigen - die Idee ist einfach klasse!

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224 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

träume, silber das zweite buch der träume, kerstin gier, grandios, liebe

Silber - Das zweite Buch der Träume

Kerstin Gier
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.02.2018
ISBN 9783596198665
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Auch dieses Buch konnte mich richtig überzeugen und ich wollte es gar nicht weglegen. Die Art und Weise, wie sich Liv und die anderen jetzt in den Träumen bewegen ist sogar noch spannender geworden!
Wer also Band 1 mochte, sollte unbedingt weiter lesen.
Erst hatte ich Bedenken, dass die Spannung abfallen würde, aber das Gegenteil ist eingetreten! Ich bin wirklich sehr gespannt, wie dann Teil 3 weitergehen wird, denn es ist wirklich eine geniale Idee, eine super Umsetzung und einfach liebenswerte Charaktere. Und eine ordentliche Portion Grusel ist auch dabei :)

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58 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

physik, quantenphysik, j.r. dos santos, einstein, wissenschaft

Der Schlüssel des Salomon

J.R. Dos Santos
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei luzar publishing, 15.03.2018
ISBN 9783946621027
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Der Schlüssel des Salomon“ ist der inhaltliche Nachfolger von „Das Einstein Enigma“. Nachdem ich kurz den Plot wiedergebe, werde ich deswegen  zuerst hervorheben, was ich an Enigma besonders fand, um dann zu begründen, warum Salomon meine Erwartungen so derbe enttäuscht hat. Allerdings gibt es einen Pluspunkt, den ich im letzten Abschnitt auch noch würdigen möchte.

Der Plot in „Der Schlüssel des Salomon“

Der Direktor der CIA Frank Bellamy wird im CERN ermordet, während gerade ein großes Experiment läuft. Bei seiner Leiche wird ein Zettel gefunden, der Tomás Noronha als „den Schlüssel“ bezeichnet. Da sich der portugiesische Kryptanalyst zur gleichen Zeit in der Schweiz befunden hat, liegt die Vermutung nahe, dass er etwas mit dem Mord zu tun hat. Bald muss sich Noronha zusätzlich zu den Sorgen um seine kranke Mutter auch noch um seine Freiheit sorgen.

Das Besondere an „Das Einstein Enigma“

Für mich war dieses Buch in der Hinsicht besonders, dass zusätzlich zu Spannung, Action und vielschichtigen Charakteren Theorien der Physik, Chemie, religiöse Weltansichten und  kryptische Codes verbunden wurden. Der Leser wurde geradezu mit physikalischen Versuchen und Erkenntnissen bombardiert, da aber die Hauptperson Tomás auch kein Experte auf dem Gebiet ist, wird alles immer recht anschaulich erklärt, sodass ein Leser mit einem gewissen Grundverständnis, Vorstellungsvermögen und Interesse an Naturwissenschaften auch noch gut folgen kann. So hatte ich tatsächlich das Gefühl, eine spannende Geschichte zu verfolgen und dabei etwas zu lernen und meinen Horizont zu erweitern.

Die Fortsetzung

Dies kann man von der Fortsetzung leider nicht behaupten. Sie ist zwar nur knapp 100 Seiten kürzer, aber ich hatte am Ende der Lektüre trotzdem das Gefühl, dass nur ein Bruchteil des Wissens vermittelt wurde, wie es „Das Einstein Enigma“ geschafft hat. Das liegt hauptsächlich daran, dass sich hier hauptsächlich auf eine bzw. zwei Theorien fokussiert wird und diese wird wieder und wieder und wieder und wieder erklärt. Während im „Einstein Enigma“ Tomás der Unwissende war und so von allen möglichen Charakteren Input bekommen hat, ist er hier nun derjenige, der allen möglichen Charakteren die Theorien erklären muss. Leider hat von denen keiner Ahnung davon (es handelt sich ja schließlich hauptsächlich um Seniorenheimmitarbeiter und CIA-Mitarbeiter).  So ging es mir als Leser tatsächlich an einem Punkt so, dass ich dachte: „Wenn er jetzt noch einmal jemandem die Grundlagen dieses Versuchs erklärt, drehe ich durch!“. Nun ja, scheinbar bin ich einige Seiten weiter durchgedreht. Entweder der Autor hält den Leser für sehr beschränkt oder glaubt, man hätte die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches.

Tomás Noronha – Kryptanalyst oder Physikgenie?

Ein weiteres großes Problem ist für mich die Wandlung von Tomás Noronha vom Spezialisten in Kryptologie (im „Einstein Enigma“ ging es ja hauptsächlich darum, einen Code zu entschlüsseln und alle wissenschaftlichen Hintergrundinformationen waren notwendig für das Verstehen des Codes) zum Experten in Physik. Einen wirklichen Code muss er erste gegen Ende des Buches lösen und tut dies dann innerhalb weniger Seiten – nicht wirklich spannend.

Aber warum weiß er so viel über Physik? Nun ja, der Leser von „Das Einstein Enigma“ weiß warum: Schließlich lernt er dort Ariana Pakravan kennen, die ihm GENAU DIE THEORIE DIE ER WIEDERHOLT JEDEM ERKLÄRT, schon im ersten Buch erklärt hat. Und zwar auf genau 6 Seiten und danach weiß man eigentlich alles, was Tomás hier sehr repetitiv erzählt.

Als Leser beider Bücher erfährt man also wirklich nur minimal Neues! Lediglich die „neue Entdeckung“ am Ende ist dann neu, hätte aber auch gut und gerne schon 200 Seiten vorher entdeckt werden können, wenn Tomás nicht ständig irgendwem ausführlich die Physik erklären müsste.

Die CIA – Skrupellose Mördermaschine?

Dass die CIA herausfinden will, wer ihren Chef umgebracht hat, ist verständlich. Aber, dass ein machthungriger CIA-Agent quasi den indirekten Tötungsbefehl für einen gerade mal Verdächtigen ohne Motiv gibt, ist mir bis jetzt noch schleierhaft – sollte das einfach den Plot spannend machen? Aber warum sind dann alle CIA-Agenten, die involviert sind, so schrecklich untalentiert und ein Kryptanalyst kann sie mit einfachsten Mitteln austricksen.

Zuletzt: Die Parallelen zu Dan Browns Robert Langdon

Wer die Zusammenfassung von „Der Schlüssel des Salomon“ liest, fühlt sich unweigerlich an eine Mischung aus dem Plot von „Da Vinci Code“ (Mann wird ermordet und hat eine Nachricht, die den Hauptcharakter als Verdächtigen ausweist, obwohl er es nicht ist) und „Illuminati“ (ein Mann wird im CERN ermordet, Physik spielt eine große Rolle) erinnert. In der Tat weißt Tomás Noronha Parallelen zu Robert Langdon auf. Besonders im zweiten Buch, in dem er, wie schon erwähnt, die Rolle des Belehrenden und nicht mehr des Lernenden übernimmt, kommt dies viel stärker zum Tragen. Ich vergleiche sonst Bücher nicht gerne miteinander, aber hier muss ich ganz klar sagen, dass Dan Brown seinen Charakter sympathischer, tiefer und vielschichtiger gestaltet hat, als J.R. dos Santos den seinen. Auch die Handlung ist hier viel zu einseitig, es wird nur auf die eine Art von Theorie aus der Physik hingewiesen, nichts wirklich spannendes Neues erwähnt und seine Rolle als Codespezialist ist eigentlich komplett nebensächlich.

Weitere Bände

Im Vorwort des Buches wird erwähnt, dass weitere Bände übersetzt werden sollen und dass „Das Einstein Enigma“ der größte Erfolg in Portugal war. Nun ja, wenn die anderen Bände auch so schwach abfallen, wie „Der Schlüssel des Salomon“, dann ist dies für mich kein Wunder. Ich weiß nicht, ob ich mir das nächste Buch kaufen würde – die Enttäuschung ist tatsächlich zu tief.

Fazit und der große Pluspunkt

Wem das Einstein Enigma zu kompliziert war oder es gar nicht kennt;  und gerne auf vielschichtige Handlung verzichten kann, für den mag „Der Schlüssel des Salomon“ ein geeignetes Buch sein. Ich spreche hier als Fan des ersten Bandes und meine Erwartungen waren dementsprechend hoch.

Lediglich im Nachwort (das ich sonst nicht lese und es hier irgendwie nur getan habe, weil das Buch zu Ende war und ich leicht frustriert) versteckt sich ein kleines Goodie, das zeigt, dass die Übersetzung eine Besonderheit hat: Es ist ein Code im Buch versteckt und dort wird verraten, wie man ihn findet. Letztlich wird also der Leser hier zum Kryptanalyst – naja, wenn es Tomás Noronha schon nicht tut, muss es ja ein anderer machen.

 


PS: Wer hier auf Lovelybooks sich die Zeit genommen hat, diese Rezi zu lesen und auch das Buch gelesen hat: ich würde mich freuen über Kommentare zu meiner Meinung und ob ihr das anders seht!

 

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157 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

wasser, norwegen, frankreich, roman, klimawandel

Die Geschichte des Wassers

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 19.03.2018
ISBN 9783442757749
Genre: Romane

Rezension:

Nachdem ich begeistert von Maja Lundes Debüt „Die Geschichte der Bienen“ war, musste ich hier natürlich zugreifen. Was soll ich sagen? Meiner Meinung nach ist „Die Geschichte des Wassers“ sogar noch viel besser. Im Gegensatz zum Erstlingswerk gibt es hier nur zwei Erzählstränge statt drei, aber dieses Mal habe ich mehrere versteckte Parallelen entdecken können und die Verbindung, die beide Geschichten haben, war tatsächlich für mich sehr intelligent gestaltet – ich hätte es ahnen können, war aber so in dem Buch gefangen, dass ich mir gar keine Zeit genommen habe, zu überlegen, was jetzt noch alles sein könnte.

Signes Handlung spielt teilweise im Jahr 2017, aber auch viel in der Vergangenheit, durch ihre inneren Monologe erfährt der Leser, wie sie seit Jahren gegen die Zerstörung ihrer geliebten Berg- und Gletscherlandschaft in Norwegen kämpft. Die Beschreibungen der Wasserfälle und Flüsse sind dabei so ausdrucksstark, dass ich mich gleich an Signes Seite gefühlt habe und mir alles bildlich vorstellen konnte. Dazu kommen viele Familienkonflikte, die realistisch und vielschichtig sind und die Signe als Kind noch ganz anders wahrgenommen hat als jetzt als Erwachsenen. Gerade die Art und Weise wie sie nun darüber reflektiert und gleichzeitig wiedergeben kann, wie sich alles für sie als Kind angefühlt hat, machen das Buch für mich so herausragend.

Der zweite Handlungsstrang spielt viele Jahre später. David musste mit seiner kleinen Tochter Lou vor einem Feuer fliehen und ist jetzt ein Flüchtling. Die Welt hat sich gewandelt, der Klimawandel alles verändert und Länder wie Spanien, Frankreich und alles Südliche leiden an extremer Dürre und Wasserknappheit. Die „Wasserländer“ hingegen sind nun das Ziel der Menschen, denn dort gibt es Süßwasser – allerdings nicht genug Platz für alle fliehenden Menschen. Die Situation zeigt viele Parallelen zu den Flüchtlingskrisen aktuell und es ist beängstigend real, dass wir in der Zukunft vor der Natur fliehen werden und nicht mehr vor Terroristen (womöglich auch vor beidem). Davids Hoffnung, seine Frau und seinen kleinen Sohn zu finden, die er auf der Flucht verloren hat; die Hilflosigkeit der Menschen in den Flüchtlingslagern; die Naivität und Liebenswürdigkeit der kleinen Lou, die mehr durchmachen musste, als ein Kind sollte und auf ihre Art und Weise überraschend viel versteht von dem, was um sie passiert; all das macht diesen Handlungsstrang dramatisch, realistisch, erschreckend, traurig und gleichzeitig fühlt man sich als Leser sehr hilflos, denn man kann nur zusehen, wie alles schlimmer wird. Davids Optimismus muss natürlich aufrecht bleiben, wenn nicht für sich, dann zumindest für seine Tochter Lou.

Maja Lunde hat wieder einmal ein aktuelles Umweltthema in einen Roman verpackt, es gut recherchiert und eine spannende, mitnehmende Geschichte geschaffen, von der man sich am liebsten danach emotional  abkapseln möchte, um der Realität nicht ins Auge zu blicken. Es müsste mehr Bücher von der Sorte geben und solche Bücher sollten Gegenstand von Schulliteratur sein – nicht immer nur die Klassiker. Hier kann man tollen Schreibstil, diskussionsstarke Themen und gleichzeitig unglaublich liebenswerte Charaktere finden. Ich kann jedem nur ans Herz legen, dieses Buch zu lesen und freue mich jetzt schon sehr auf das nächste Buch von Maja Lunde, die jetzt zu meinen Lieblingsautoren zählt.

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116 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 74 Rezensionen

familie, liebe, leben, hamburg, schuld

Bis zum Himmel und zurück

Catharina Junk
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 13.03.2018
ISBN 9783463406947
Genre: Romane

Rezension:

Katja ist Drehbuchautorin, allerdings eher minder erfolgreich. Das könnte sich ändern, als sie das Angebot bekommt, eine eigene Familienserie zu schreiben – ein Traum für jeden Autor, denn nun könnte sie ihre ganze Fantasie spielen lassen. Doch leider ist Katjas eigenes Leben schon Drama genug – was in ihrer Vergangenheit passiert ist, hat sie lange verdrängt und doch nie überwunden. Ausgerechnet jetzt holt sie jedoch die Vergangenheit ein, auf eine Art und Weise, wie Katja es nie gedacht hätte. Plötzlich ist sie konfrontiert mit Neuem und Altem, Wunden und Narben und muss versuchen, Ordnung in ihr Chaos zu bekommen.

Das Buch hat mich sehr positiv überrascht. Anfangs hatte ich nicht erwartet, dass so eine tiefe Hintergrundstory entwickelt wird und wie viele Gefühle nicht nur auf die Protagonistin, sondern auch auf den Leser einprasseln. Das Buch ist eine ständige Achterbahnfahrt der Gefühle, ich war als Leser mehrmals geschockt, musste schlucken, meine Tränen zurückhalten und nur einige Seiten weiter herzlich lachen und habe die Wärme gespürt, die von sehr liebenswerten Charakteren ausgehen.

Nur selten findet man Bücher, in denen wirklich jeder Charakter ausgearbeitet ist und nicht oberflächlich bleibt. Durch Rückblenden wird hier geschickt offenbart, was Katja selbst vermutlich vor sich versteckt gehalten hat, um nicht durch den Schmerz aufgehalten zu werden. Die Tatsache, dass die Autorin sich darauf versteht, diese Menge an Gefühlen so gut zu dosieren, dass nie eines Überhand nimmt oder man zu sehr traurig wird, macht dieses Buch zu einem absoluten Leseerlebnis.

Bisher mein Liebesroman-Literatur-Highlight in diesem Jahr!

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53 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 43 Rezensionen

zeit, crockie, diebstahl, diktatur, coming-of-age

Ocean City - Jede Sekunde zählt

R. T. (F.M.Reifenberg, Ch.Tielmann) Acron
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.03.2018
ISBN 9783423761994
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ocean City ist eine auf dem Meer schwimmende Stadt, die sich selbst versorgt – doch nicht nur das ist besonders, denn: Die Währung ist Zeit! Die Welt ändert sich schlagartig für Jackson, als sein bester Freund von Sicherheitskräften der Stadt verschleppt wird und er ahnt auch schon warum: Gemeinsam mit ihrem Freund Henk haben die Jungs nämlich einen Weg gefunden, die Zeitkonten der Stadt zu hacken.

Das Buch beginnt sehr spannend und die ganze Geschichte der Ocean City ist interessant und von den Zeitkonten bis zur Selbstversorgung gut durchdacht. Auch sind viele verschiedene Charaktere dabei, bei denen man als Leser nie richtig weiß, auf welcher Seite sie stehen – was natürlich die Spannung erhöht.

Leider war ich dann irgendwie von der Geschichte enttäuscht, denn es schien mir dann doch zu weit hergeholt: Drei Jungs, die zwar auf eine gute Schule gehen, aber in deren Freizeit eigentlich Technik keine Rolle spielen sollte, schaffen es auf eigene Faust, die Bank der Stadt anzuzapfen. Auch die Ereignisse, die darauf folgen, erscheinen immer erst ungünstig und dann doch durch Zufall wendet sich alles zum Guten. Ich persönlich hatte irgendwie mehr von dem Buch erwartet, war enttäuscht und fand es dann auch irgendwann nicht mehr spannend. Leider werde ich diese Reihe also nicht weiter lesen.

Ich kann mir aber dennoch gut vorstellen, dass das Buch einige der Zielgruppe besonders ansprechen wird. Die Idee der Stadt an sich ist gut umgesetzt, die ganzen Problematiken des Systems werden gut besprochen, so dass man auch darüber reflektieren und diskutieren kann. Der Hauptcharakter Jackson ist sympathisch und auch die anderen Charaktere sind sehr individuell und interessant.

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

kinder, pädagogik, familie, zeitgenössische belletristik, eine familiengeschichte

Eine Insel zwischen Himmel und Meer (Reihe Hanser)

Lauren Wolk
E-Buch Text: 288 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.02.2018
ISBN 9783423434249
Genre: Sonstiges

Rezension:

Vom Meer wird ein kleines Boot angeschwemmt. Darin befindet sich ein kleines Baby, kaum älter als ein paar Tage. Wo das Baby herkommt, weiß keiner – aber die Menschen der angrenzenden Inseln haben einen schrecklichen Verdacht der mit der gemiedenen Insel Penikese zusammenhängt. Dennoch zieht Osh, der das Boot fand, die kleine Crow wie ein eigenes Kind auf. Abgesehen von ihm und Miss Maggie, die Crow gelegentlich Unterricht gibt, wird die Kleine jedoch von den anderen Bewohnern gemieden. Ihr ganzes Leben verfolgt sie die Frage, wo sie herkommt und warum man sie weggegeben hatte. Erst als auf einer anderen Insel nachts ein seltsames Feuer zu sehen ist, geraten die Dinge ins Rollen und Crow findet mehr und mehr heraus, was damals geschah und wie es mit der Gegenwart zusammenhängt.

Dieser Roman von Lauren Wolk ist für mich keinesfalls nur Jugendliteratur – man kann ihn mit jedem Alter lesen. Die Gefühlswelt von Crow ist so authentisch wiedergegeben, dass man die Person quasi vor sich stehen sieht. Die Verbindungen zu Osh und Miss Maggie sind tatsächlich etwas besonderes, nur begreift Crow das selbstverständlich noch nicht. Der Leser begleitet das Mädchen auf der Suche nach Identität und begleitet gleichzeitig die Erwachsenen, die mit Verlustängsten umgehen müssen.

Gegen Ende erinnert das Buch eher an einen Abenteuerroman, aber die Geschehnisse könnten tatsächlich so passieren, wofür ich dankbar bin, denn ich hatte kurz Angst, die Autorin würde ins Fantasy-Genre abrutschen, was diesem Buch nicht gut getan hätte.

Dennoch meine ich, in dem Buch eine gewisse Magie zu verspüren. Das mag daran liegen, dass die damalige Lebensweise von Osh und Crow als alleinige Bewohner einer kleinen Insel so anders ist, als das, was wir Stadtmenschen heute gewohnt, und es die Autorin schafft, die Idylle und auch die Probleme so darzustellen, dass man das Gefühl hat, in dem kreativ aus Strandgut gebauten Haus zu stehen und tatsächlich den Wind der rauen See zu spüren.

Ein Buch, das ans Herz geht, allein schon anhand der Geschichte der Herkunft von Crow, als auch wegen der Vergangenheit der Menschen auf Penikese. Der Weg zum Erwachsenwerden; das Verlangen nach Informationen über die Herkunft; der Wunsch, das nicht zu verlieren was man hat und dennoch zu erfahren, wo man herkommt; all diese Dinge werden mit einer Kraft erzählt, die die Gefühle für den Leser greifbar macht.

Ein weiterer Pluspunkt dieses Buches ist meiner Meinung nach, dass die Geschichte um die Insel Penikese tatsächlich zu großen Teilen historisch akkurat ist und mich betroffen und nachdenklich zurücklässt.

Der einzige Grund, warum ich diesem Buch keine vollen 5 Sterne gebe, ist, dass ich im Mittelteil eines der Rätsel um Crows Herkunft viel zu schnell offensichtlich fand, während es die Charaktere im Buch über mehrere Kapitel hinweg noch nicht einmal vermuteten. Das mag damit zusammenhängen, dass man nach einigen Erfahrungen mit Büchern solche versteckten Hinweise richtig deuten kann und es war auch schon wichtig, dass die Hinweise da waren, aber vielleicht hätten sie noch kryptischer versteckt sein müssen. So musste ich den „Aha“-Effekt, den ich mir von der Herkunft erhofft hatte, leider vermissen, da ich schon lange vorher selbst drauf gekommen war.  Mehr möchte ich dazu jetzt nicht sagen, um von der Handlung nichts zu verraten.

Nichtsdestotrotz ist dieses Buch auf jeden Fall weiterzuempfehlen, ich hatte viele schöne Momente beim Lesen und werde es bestimmt in meinem Schrank behalten und an einem schönen Tag herausnehmen um es erneut zu lesen.

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97 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

fantasy, abenteuer, dressler verlag, fanatsie, familie

Nevermoor

Jessica Townsend , Franca Fritz , Heinrich Koop , Eva Schöffmann-Davidov
Fester Einband
Erschienen bei Dressler, 19.02.2018
ISBN 9783791500645
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Dieses Buch hat alles, was ein Auftakt zu einer großartigen Reihe braucht: Fantastische Wesen, einen sympathischen Hauptcharakter, vielschichtige Nebencharaktere, spannende Momente, magische Elemente, einen bösen Antagonisten, einen Hauch Realität und viele offene Fragen und Aufgaben, Prüfungen und Entscheidungen.

Von Anfang bis Ende war die Handlung fesselnd – besonders der Einstieg ist gelungen, denn der Leser will sofort weiterlesen und die Welt, die die Autorin schafft, ist sehr gut durchdacht. Besonders gefallen hat mir die Vermischung in der Handlung zwischen unseren bekannten Traditionen (z.B. an Weihnachten) und den fantastischen Elementen in Nevermoor. Eine so schöne Verflechtung mit Wiedererkennungswert und doch Verfremdung habe ich noch nie gelesen.

Diese Reihe hat meiner Meinung nach großes Potential. Wenn ich mir eines wünschen könnte, dann, dass der Antagonist in den Folgebänden eine ausführlichere Backstory bekommt, aber dafür ist ja definitiv noch Zeit. Ich werde nach den Folgebänden definitiv die Augen offen halten.

Für mich bisher das Lesehighlight 2018 in der Rubrik Jugendbuch und Fantasy – und auch, wenn das Jahr noch jung ist, kann ich mir vorstellen, dass es schwierig wird, Nevermoor von meiner Nr. 1 zu stoßen.

Eine absolute Leseempfehlung!

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(123)

199 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 103 Rezensionen

selbstmord, tod, trauer, jugendbuch, liebe

Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente

Peter Bognanni , Anja Hansen-Schmidt
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 29.01.2018
ISBN 9783446258631
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Monatelang halten Tess und Jonah Kontakt, indem sie sich Textnachrichten schicken – dabei haben sie sich nur ein einziges Mal gesehen. Trotzdem besteht eine Verbindung zwischen ihnen, da ist Tess sich sicher – und Jonahs Nachrichten lassen dies auch bei ihm vermuten. Der Schock ist deswegen umso größer, als sich Beileidsbekundungen auf Jonahs Facebook-Seite häufen und Tess feststellen muss, dass Jonah Selbstmord begangen hat und die Person, mit der sie die meiste Zeit Kontakt hatte, gar nicht er selbst war. Von nun an beginnt für Tess ein schmerzhafter Prozess des Aufarbeitens, der ironischerweise viel mit Beerdigungen zu tun hat.

Erzählt aus der Perspektive eines Teenagers ist dieser Roman in einer sehr leichten Sprache gehalten, vermag es jedoch, gleichzeitig eine unglaubliche Tiefgründigkeit auszudrücken. Tess‘ Wege der Aufarbeitung mögen ungewöhnlich scheinen, aber die ganze Situation ist natürlich auch ungewöhnlich – wenn auch durchaus nicht unrealistisch. Die Personen, die Tess begleiten (ihr Vater – ein bisher erfolgloser Start-up-Bestattungsunternehmer, Grace – Öko-Bestatterin, Daniel – ein neudazugekommener Freund und Verbündeter) leiden alle auf ihre eigene Weise und verarbeiten eigene Schicksale und Vergangenheiten.

Depressionen und auch Selbstmord bei Jugendlichen sind nichts Ungewöhnliches und deswegen ist es umso wichtiger, dass es auch in Büchern thematisiert wird. Auch der reine Online-Kontakt mit anderen Personen wird immer gewöhnlicher. Was mir gut gefällt, ist, dass hier der Fokus nicht darauf liegt, vor beiden Dingen zu warnen, sondern, ganz beiläufig, die Konsequenzen aufzuzeigen, ohne, dass es das Hauptthema des Buches ist. Klar, ist es seltsam, nur online zu schreiben -  aber immerhin hatte Tess Jonah tatsächlich zuerst im echten Leben kennengelernt und durch die örtliche Distanz waren beide eben gezwungen, miteinander auf diese Weise zu kommunizieren. (Dass in Wahrheit teilweise jemand anderes geschrieben hat, konnte Tess ja wirklich nicht ahnen).

Das Buch ist gespickt mit einem Wechsel aus tief emotionalen Situationen, der mehrmaligen Konfrontation mit dem Tod, den Gedanken darüber, warum man überhaupt Beerdigungen braucht und trotz der offenkundig traurigen Themen doch einer Reihe humorvoller Situationen. Meiner Meinung nach ein gelungenes, rundes Buch, dass mit seiner Tiefe überzeugen kann.

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(13)

17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

angst, panik, psyche

Julie

Enya Kummer
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei TWENTYSIX, 29.12.2017
ISBN 9783740735722
Genre: Romane

Rezension:

Teenager Yva hat es nicht leicht - neben dem Lernen für die Schule scheint sie auch hauptverantwortlich für ihren autistischen Bruder. Die Mutter ist aufgrund ihrer Depressionen völlig überfordert mit der Situation, der Vater sieht nicht ein, dass es ein Problem gibt und verweigert jegliche Hilfe von außen.
So kommt es für Yva sehr passend, als sie im Buchladen, die bunt gekleidete und forsche Julie kennenlernt. Doch irgendwie ist diese neue Bekanntschaft seltsam - nicht immer erreichbar und dann doch plötzlich anzutreffen.
Während Yva über Julie rätselt, rätselt ihr bester Freund über sie: Yva hat sich total verändert - ob das an dieser mysteriösen Julie liegt?

In diesem spannenden Roman erzählt Enya Kummer eindrucksvoll, wie Yva langsam am Druck zerbricht, alleine für ihren Bruder sorgen zu müssen. Die Eltern scheinen die Augen vor der Welt zu verschließen, was ihnen früher oder später zum Verhängnis wird.

Das Buch hatte für mich einen überraschend tiefen Hintergrund, den ich so vom Klappentext ausgehend gar nicht erwartet hätte, der mich aber positiv überrascht hat. Die Wendung am Ende war auch sehr passend gestaltet, hat die Handlung in ein anderes Licht gerückt und hat die Verhaltensweisen der einzelnen Charaktere erklärt und die offenen Fragen geklärt.
Enya Kummer ist hier ein tolles Buch gelungen, das vermutlich für Leser jeden Alters geeignet ist und zum Nachdenken anregt.

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124 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 70 Rezensionen

thriller, dystopie, hologrammatica, künstliche intelligenz, tom hillenbrand

Hologrammatica

Tom Hillenbrand
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 15.02.2018
ISBN 9783462051490
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Warum dieses Buch nicht viel mehr gehypt wurde vor der Veröffentlichung, ist für mich fraglich - mal sehen, ob es ein Bestseller wird, ich könnte es mir vorstellen. Hillenbrand hat mit Hologrammatica meiner Meinung nach eines der spannendsten SciFi-Bücher der letzten Monate geschrieben – warum das so ist, möchte ich im Folgenden erläutern:

Wir befinden uns im Jahr 2088. Die Technik ist enorm fortgeschritten, Hologramme verschönern alte, marode Innenstädte, lassen Wohnungen schöner wirken und schaffen es auch, Falten, Pickel und schiefe Zähne verschwinden zu lassen – ja sogar, falsche Gesichter wie Masken aufzusetzen – dies muss man dann allerdings kennzeichnen, damit jeder andere weiß, dass es sich um ein Hologramm handelt. Menschen sind desweiterenmittlerweile in der Lage, ihre Gehirne downzuloaden und in andere Körper hochzuladen. Je nach Reichtum ist es somit möglich, so auszusehen, wie man will – ob Mann oder Frau und das alles sogar ohne Kennzeichnung. Einige Einschränkungen haben diese Systeme dennoch und alle Sicherheitslücken sind auch noch nicht geklärt. Computerexpertin Juliette Perotte beschäftigte sich mit eben diesen Systemen, bis sie spurlos verschwand. Der Leser begleitet den Privatermittler Galahad Singh und während er Stück für Stück das Puzzle zusammensetzt, welches sich aus den einzelnen Anhaltspunkten, die er findet ergibt, begibt er sich selbst unbewusst in Gefahr und lernt selbst noch etwas über weiterentwickelte Technologien und die dunklen Seiten der Menschen, die sich bei solchen Technologien geradezu parallel entwickeln.

Der Leser wird zu Anfang des Buches mit einer Vielzahl an futuristischen Dingen, Begriffen & Konzepten; sowie mit kurz eingeschobenen Informationen über politische und natürliche Ereignisse in der Vergangenheit bombardiert; die erst nach und nach erklärt und in den Gesamtzusammenhang gesetzt werden. So kann es vorkommen, dass erst mehrere 100 Seiten später ein Begriff oder eine Technologie erklärt und deren Ursprung beschrieben wird, mit der der Leser kontinuierlich seit der ersten Seite konfrontiert wird. Dies hat für mich den Lesefluss am Anfang etwas beschwerlich gemacht, denn man muss viele Informationen behalten, bis sie dann erklärt werden.

Was für mich deswegen anfangs wie eine wahllose Ansammlung an Konzepten & Ideen gewirkt hat, nimmt dann im Laufe der Handlung immer mehr Gestalt an und zeigt, wie perfekt das alles ins Gesamtbild der Gesellschaft der Zukunft passt, die der Autor hier geschaffen hat. Zudem ist es eine interessante Art des Plot-Development, den Leser einfach so zu behandeln, als müsste er von allen Entwicklungen bis zum Jahr 2088 wie selbstverständlich wissen und erst, wenn es für den personalen Erzähler in seinen persönlichen Schlussfolgerungen in einigen Situationen wichtig ist, berichtet dieser wie nebenbei, woher Technologien bzw. gesellschaftliche Veränderungen kommen. Der Plot ist auch deswegen unglaublich geschickt aufgebaut, weil alles – wirklich alles – zunächst unauffällig und wenig bedeutsam erscheint, aber im Gesamtkonzept am Ende große Bedeutung hat –ein genaues, aufmerksames Lesen lohnt sich also im Besonderen.

Auch der Hauptcharakter, der auf den ersten 60 Seiten eher ungewöhnlich, seltsam und (vermutlich deswegen) leicht unsympathisch wirkt, zeigt im Laufe der Handlung mehr Facetten und auch seine Vergangenheit wird mehr und mehr aufgedeckt, was ihn sympathischer werden lässt. Die sexuellen Anspielungen, die das Buch am Anfang enthält, muss man wohl einfach akzeptieren, zumindest sind sie nicht zu viele und nicht zu sehr detailliert (die Zielgruppe sind hier aber auch sicherlich Erwachsene, von daher ist das so in Ordnung) und letztendlich sind die involvierten Personen auch ziemlich entscheidend für den Plot.

Die Handlung an sich geht erst langsam voran, besonders durch die oben erwähnten vielen unbekannten Begriffe, nimmt dann aber richtig an Fahrt auf und hält sich konstant auf einem hohen Level und das bis zum Ende. Als Leser kann man selbst die Komplexität des Verschwindens nicht durchschauen und auch Galahad Singh erfährt von ihm noch unbekannten Erfindungen oder Tendenzen von Menschengruppen erst im Verlauf des Buches. Insgesamt ist der gesamte Fall viel komplexer, als ihn der Klappentext oder meine kurze Zusammenfassung oben schildern können – aber deswegen hat das Buch auch über 550 Seiten – und diese werden in idealster Weise genutzt. Einen so gleichbleibend hoher Spannungsbogen habe ich bisher selten in einem Buch erlebt.

Ich kann dieses Buch jedem Leser empfehlen, für den Zukunftsbücher nicht zwangsweise im Weltall spielen müssen und der sich einlassen möchte auf die komplexe Welt, die Hillenbrand in Hologrammatica schafft. Trotz des schwierigen Einstiegs bleibt die Handlung durchweg spannend, eröffnet moralische Dilemma und spannende Ideen rund um Technologie, wie sie in der Zukunft existieren könnte – oder es eben zumindest im fiktiven Hologrammatica tut.

 

 

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(92)

126 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 88 Rezensionen

irland, familiengeschichte, adoption, kloster, usa

All die Jahre

J. Courtney Sullivan , Henriette Heise
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 29.01.2018
ISBN 9783552063662
Genre: Romane

Rezension:

Nora Flynn wandert mit 21 Jahren von Irland nach Amerika aus, um dort ihren Verlobten zu heiraten. Mit sich nimmt sie ihre jüngere Schwester Theresa, für die sich Nora eine bessere Zukunft erhofft, als sie in den kleinen Dörfern von Irland erwarten kann. Während Nora große Probleme hat, sich mit der neuen Situation anzufreunden und Land und Leute lieb zu gewinnen, genießt die aufgeweckte Theresa das Großstadtleben der 60er Jahre – was folgenschwere Konsequenzen hat: Sie wird schwanger! Während Nora vor einer schwierigen Entscheidung steht - verlässt Theresa bald die Stadt und findet sich einige Jahre später im Kloster wieder.

Wie der Titel des Buches schon nahelegt, begleitet der Leser Noras Familie „All die Jahre“ lang, angefangen mit Noras Auswanderung 1957 bis hin zur Beerdigung von Noras ältestem Sohn Patrick im Jahr 2009. Doch durch geschickt eingebundene Rückblenden der Charaktere erfährt man zusätzlich auch noch einiges aus der Kindheit von Nora und Theresa in Irland und wie es zur Entscheidung kam, auszuwandern.

Die vielen verschiedenen Perspektiven, aus denen das Buch erzählt wird, sorgen dafür, dass der Leser ein umfassendes Gesamtbild aller Probleme, Sorgen und Geheimnisse erhält und man gut nachvollziehen kann, wie sich die Dynamik der Familienmitglieder entwickelt hat. Zusätzlich werden wichtige Themen wie uneheliche Schwangerschaft, Alkoholmissbrauch, Gewalt, Kirche und sexueller Missbrauch eingebaut, die je nach den damals herrschenden Ansichten behandelt werden.

Wer einen spannenden Roman erwartet, wird wohl eher enttäuscht: Durch die Perspektiven weiß der Leser meist schon, wie einzelne Verwicklungen zustande kamen – aber nicht immer: Denn auch vor dem Leser können Charaktere noch Geheimnisse haben.

Es war sehr interessant, die Geschichte von Noras Familie zu erleben und sie „All die Jahre“ zu begleiten, denn ihr Leben war wahrlich nicht das einfachste. Für mich ist hier ein schöner Familienroman gelungen, der sich flüssig von Anfang bis Ende lesen lässt und die gewisse Spannung entstehen lässt, wenn wichtige Entscheidungen der Charaktere bevorstehen.

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