bookrauhl

bookrauhls Bibliothek

45 Bücher, 23 Rezensionen

Zu bookrauhls Profil
Filtern nach
45 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(23)

36 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 2 Rezensionen

agoraphobie, platzangst, therapie, angst, liebe

Super Agoraphobie-Therapie

Tish Cohen , Martin R. Becker , Martin Ruben Becker
Flexibler Einband: 396 Seiten
Erschienen bei Sammlung Luchterhand, 05.03.2009
ISBN 9783630621456
Genre: Liebesromane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(69)

85 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 68 Rezensionen

thriller, mord, sekte, anthrax, erik lindberg

Redux - Das Erwachen der Kinder

Thomas Kowa
E-Buch Text
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 07.07.2016
ISBN 9783945298817
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

mord, krampus, filmscript, krampusjagd, dorf

Krampusjagd

Christof Reiling , Ulrike Stegmann
E-Buch Text: 23 Seiten
Erschienen bei booksnacks.de, 11.05.2016
ISBN 9783945298787
Genre: Romane

Rezension:

Bei dieser kurzen Geschichte handelt es sich um einen Filmscript. Dieser gilt als direkte Vorlage eines Drehbuches, das dann verfilmt werden kann. Die Geschichte, die anhand von Bildern erzählt werden soll, wird also zuerst auf ein paar Seiten zusammengefasst, die die wichtigsten Details enthalten.

In diesem Filmscript geht es um ein verschneites Dorf in den Alpen in der Nacht des Krampuslaufs. In diesen dunklen Stunden ziehen als Krampus, einer Schreckgestalt, verkleidete Menschen unter lautem Lärm ihrer Glocken und mit langen Ruten bestückt, in vielen Dörfern und Städten durch die Straßen. Das Script läuft innerhalb einer solchen Nacht und beschäftigt sich mit zwei befreundeten und angesehenen Familien, deren Kinder in dieser Nacht nach und nach auf brutale Weise umkommen. Schließlich hat nur noch der Bürgermeister die Möglichkeit sein letztes Kind zu retten.

Mir gefällt an dieser Geschichte, dass sie sich an die Tradition und den wirklichen Krampus anlehnt. Soweit ich mich erinnere, gab es Ende des letzten Jahres eine Hollywoodproduktion eines Horrorfilms, der sich auch mit eben dieser Sagengestalt beschäftigt. Ich selbst habe den Film nicht komplett gesehen, hatte aber in den paar Minuten das Gefühl, dass er der Tradition des Krampus nicht sehr nahe kam. Als Horrorfilm habe ich die Szenen jedoch als gut befunden.
Dieser Script scheint mir dabei eine interessante Richtung einzuschlagen, und ich würde mir den Film auf jeden Fall ansehen. Ich hoffe nur, dass es nicht zusehr in die Blut-Horror Spalte rutscht. 

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(53)

62 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

thriller, mord, schweiz, medikament, schlaf

Remexan - der Mann ohne Schlaf

Thomas Kowa
E-Buch Text
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 10.05.2016
ISBN 9783945298800
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Was wenn der Mensch seinen Schlaf auf eine Stunde reduzieren und danach den ganzen Tag ausgeruht sein könnte, was wenn der Mensch das alles nur mithilfe eines Medikaments bewerkstelligen könnte… Thomas Kowa beschreibt eben jene Situation in dem ersten Band „Remexan“ seiner neuen Thriller-Reihe.
Der ursprünglich aus Schweden stammende Kommissar Erik Lindberg ließ sich von Berlin nach Bern versetzten, um seiner eigenen Vergangenheit zu entkommen. Dort werden Menschen ermordet, bei denen bald klar wird, dass sie einen bestimmten Zusammenhang besitzen, denn jedes der Opfer scheint irgendetwas mit dem neuen Medikament „Remexan“ zu tun haben. Eben jenes Medikament soll nun auch bei der Polizei eingeführt werden, denn dieses verspricht, den Schlaf deutlich zu reduzieren und dem Konsumenten die nötige Erholung in dieser einen Stunde des Schlafens zu schenken, und dass ohne etliche Nebenwirkungen. Erik Lindberg ist nicht der einzige, dem dieses Medikament suspekt vorkommt, und auch viele Tierschützer fallen mit ihrem Unmut auf, wobei schnell der Verdacht der Mordfälle auf sie fällt. Der Kommissar findet sich bald in einem Netz aus Vertuschung und Lügen wieder, und als ob das noch nicht genug wäre, holt ihn schließlich auch noch seine Vergangenheit, der er so dringend zu entfliehen versuchte, wieder ein.

Thomas Kowa beherrscht es eine Idee spannend und einfach zu erzählen und auszuführen. Der Autor weiß, wie man den Leser dazu bringt, immer weiter umzublättern, ohne die Geschichte kurz aus den Augen zu lassen. Die wenigen und kurzen, aber amüsanten schwedischen Ausdrücke lockern das schwierige Thema etwas auf, wobei vor allem die Erläuterung der Alpträume des Kommissars, auf dessen harte Vergangenheit weisen und so dem Leser die Psyche dieses Menschen ein klein wenig näher bringt.
Strikte und individuelle Charaktere bilden die verschiedenen Handlungsstränge, wobei die dominanten Eigenschaften eines jeden ziemlich schnell umschrieben gezeigt werden. Während des Lesens versucht man sich immer wieder mit der Zugehörigkeit der beiden Seiten „Gut“ und „Böse“, während man sich jedoch nie ganz sicher sein kann. Man hat zwar das Gefühl, die Charaktere zu kennen, ist sich aber nicht zu hundert Prozent sicher, ob man mit seiner Vermutung richtig liegt. Da schließlich auch noch der Fall sowie die Vergangenheit Lindbergs miteinander vermischt wird, wird das Rätseln und Nachdenken nicht gerade einfacher, doch das zeichnet doch auch einen guten Thriller aus.

Die Geschichte beschäftigt sich eingehend mit den Folgen dieses Medikaments. Auf eine bestimmte Weise wird damit unsere heutige Gesellschaft und deren Perfektionismus kritisiert, indem vor allem auf die Funktion, jeder müsse stets perfekt und erreichbar sein, hingewiesen wird. Der Autor bindet dies geschickt in das Buch mit ein und beschreibt nachvollziehbar die Nach-, aber auch Vorteile eines eben solchen Medikaments. Eine Pille, die die Psyche auf drastische Weise beeinflusst. Der komplette Tag-Nacht Rhythmus des Menschen würde sich komplett verändern, der Mensch wäre zu mehr Arbeit fähig, aber wäre das wirklich eine gute Sache? Geht es nicht letzten Endes wieder nur um Geld?
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich kann diesen Thriller nur wärmstens weiter empfehlen. Die Geschichte ist sehr leicht zu lesen und regt dabei zum Nachdenken an. Tiefe sowie Spannung ist auf so gut wie jeder Seite zu finden und die Handlung, sowie die daraus zu ziehenden Schlüsse, werden mir noch lange im Gedächtnis bleiben. Ein guter, moderner Thriller, der unsere Gesellschaft auf erschreckend wahre Weise darstellt. 

  (7)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

krimi, passau, kroner, regina ramstetter, missbrauch

Apostelwasser

Regina Ramstetter
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 23.06.2016
ISBN 9783954518234
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kriminalhauptkommissar Kroner wird früh am Morgen an einen sehr grausamen Tatort gerufen, denn dort wurden drei Männer am Ufer der Ilz gekreuzigt aufgefunden. Schnell wird der Bezug zur katholischen Kirche gesichert und es dauert nicht lange, bis das Thema Missbrauch in den Raum gestoßen wird. Als die Ermittlungen jedoch immer mehr in diese Richtung laufen, laufen sie gegen eine scheinbar undurchdringbare und unsichtbare Mauer von Schweigen, Verrat und Täuschung.
Nebenbei gibt es noch ein paar private Probleme, die Hauptkommissar Kroner zu bewältigen hat. So kommt es zum Beispiel dazu, dass er seinem Kollegen Ben und zufällig auch Freund seiner wohlmöglichen Tochter ein blaues Auges schlägt, sowie scheint er plötzlich attraktiver für die Frauen um ihn wirken, sodass Kroner am Ende die Welt nicht mehr versteht.

Das Buch beschäftigt sich vor allem mit den Missbrauchsfällen in der katholischen Kirche, in diesem Fall bei den Regensburger Domspatzen. Viele Informationen werden geschickt in die Geschichte mit eingebaut, wobei weniger brisante Bereiche mit Komik versetzt werden, sodass am Ende zwar die Ernsthaftigkeit des Themas vermittelt wird, es aber trotzdem leicht zu lesen ist und so auch einen unterhaltsamen Faktor bekommt.
Regina Ramstetter überzeugt mit einer einfachen Sprache, wobei es dem Leser leicht fällt, das Buch fließend zu lesen. Der bayrische Dialekt kommt dabei auch nicht zu kurz, das Buch stellt aber keinerlei Verständnisprobleme dar, da auf den letzten paar Seiten der Geschichte ein kleines und ebenso amüsantes „Wörterbuch“ zu finden ist. Häufig wirkt eine Erzählung, bei der Dialekte verwendet werden, primitiv, was aber hier auf keinen Fall der Fall ist.
Das Buch beinhaltet viele verschiedene Charaktere und Protagonisten, die eine gewisse Verwirrung erzeugen, was zudem zu der Spannung und dem Miträtseln beiträgt.

Wie bereits erwähnt, beschäftigt sich das Zentrum der Geschichte mit den Missbrauchsfällen der katholischen Kirche. Die Folgen und Fakten werden geschickt in das Buch hineingebaut, wobei meiner Meinung nach vor allem die Herausarbeitung des Verschweigens der Kirche über diese Vergehen sehr gelungen ist. So werden einem Vater, der den Kampf gegen die Kirche aufnahm um Gerechtigkeit für seinen Sohn, ein Missbrauchsopfer, zu schaffen, einige Passagen gewidmet, sowie die darauf folgende Vertuschung wichtiger Personen, die alles dafür tun, um die Stimmen der Opfer zu unterdrücken.

Bei diesem Buch handelt es sich um den dritten Teil der Kroner-Reihe, wobei es aber kein Problem ist, diesen Teil den vorherigen vorzuziehen, also diesen zuerst zu lesen. Natürlich kommen ein paar Details vor, deren Vorgeschichte man somit als „Erstleser“ noch nicht kennt, aber das ist auch nicht schlimm, da diese Bereiche schnell und leicht verständlich sind und dem Leser die Protagonisten anschaulich und präzise näher gebracht werden.
Ich kann dieses Buch wärmstens weiterempfehlen. Ich möchte vor allem die Tiefe, die diese Geschichte beinhaltet betonen, was meiner Meinung nach häufig bei anderen Regionalromanen, die es eben auch auf die komische Art versuchen, nicht der Fall ist. Dieses Buch ist keinesfalls primitiv, wobei es dem Leser aber auch nicht an der Komik fehlt. Die typisch bayrische Art trägt zudem zu der Unterhaltung bei, zieht die Geschichte aber nicht in die Oberflächlichkeit, sondern lässt sie weiterhin in der Tiefe gleiten. Ein toller Kriminalroman, der sowohl unterhält als auch erschreckt. 

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

christlicher roman, glaube, veränderung, gebet, christentum

Wie im Himmel, so auf Erden

Betsy Duffey , Laurie Myers
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 13.06.2016
ISBN 9783957341242
Genre: Romane

Rezension:

Ich sollte vielleicht vorrausstellen, dass ich dieses Buch aus einer atheistischen Sicht darstelle, da ich persönlich nicht an einen Gott glaube.

Der junge Minenarbeiter Manny Santos wird bei einem Grubenunglück von seiner Frau und seinem dreijährigen Sohn getrennt, und muss nun mit ein paar anderen Männern in einer winzigen Höhle, umgeben von Dunkelheit, ausharren und auf Hilfe hoffen. In diesem Moment purer Verzweiflung beginnt er das Vater Unser für ihn und seine Kollegen zu beten, doch diese sollen nicht die einzigen bleiben, denen diese Worte Kraft geben, denn genau in diesem Moment wird ein Mikrofon zu den Männern hinabgelassen, wodurch das Gebet aufgenommen und nicht nur in den Himmel sondern somit auch in die Welt hinausgeschickt wird. Menschen verfolgen dieses Ereignis im Fernsehen, Radio, oder lesen davon, wobei eine Macht von diesen Worten abgegeben wird und verschiedenen Menschen in ihrer Not als Hoffnung oder Ratgeber dienen und die verschiedensten Taten, auf positive und moralische Weise beeinflussen.

Die Geschichte wird zu Beginn nur von Manny und dessen Familie, seine Frau und seinem Sohn, erzählt. Der Hauptteil dieses Buches besteht jedoch aus vielen kleinen Geschichten, in denen die Situationen von verschiedenen Menschen und deren Folgen erzählt wird. Das Ende wird wieder aus der Sicht der Familie Santos dargestellt, sodass das Buch im Allgemeinen einen schön ineinander gehenden Kreis bildet.
Die Sprache ist sehr einfach gehalten, und die verschiedenen Kapitel lassen sich leicht und flüssig lesen. Die Autorinnen Betsy Duffey und Laurie Myers scheinen dadurch vor allem den Bezug zu dem Leser selbst darzustellen, dem es so leicht fällt, sich in die verschiedenen Situationen hinein zu versetzen.
Die Charaktere werden klar und sicher beschrieben, weshalb man nach der jeweiligen Geschichte, das Gefühl hat, die Person gut zu kennen. Ob eine junge Anwältin, ein Ehemann, der dabei ist sich von einer anderen Frau verführen zu lassen oder ein junger Taucher, der von Schatzsuchen besessen ist, und dabei das wahre Leben vergisst, jeder einzelne Charakter und dessen Gefühle und Gedanken werden nachvollziehbar und authentisch dargestellt, wobei dem Leser eine gewisse Menschlichkeit näher gebracht wird.

Ich war von diesen Geschichten sehr berührt und ich merke wie ich einen neuen Blick auf das Weltgeschehen erhaschen konnte, der mir wohl nicht mehr so schnell wieder entgleiten wird.
Es fällt mir schwer an einen Gott, etwas, das nicht zu erklären ist, zu glauben, und doch sprang mir manchmal der Gedanke, vielleicht gibt es da oben ja tatsächlich etwas, in den Kopf. Ich glaube sehr, dass dieses Buch Freude und Hoffnung schenkt, denn nun auch wenn man nicht an eine höhere Macht glaubt, so wird einem doch bewusst, dass es zwischen den Interaktionen zwischen uns Menschen, etwas gibt, das man nicht begreifen kann. Ich finde es schade, dass Religion, z.B. der Islam, heutzutage häufig in ein schlechtes Licht gerückt werden. Wir vergessen, dass wir nicht in den Glauben anderer Menschen eingreifen dürfen, es sei denn ein Leben wird durch eben diesem Glauben bedroht, aber der Mensch hat nicht das Recht, über das Denken eines anderen Menschen zu bestimmen. Und doch glaube ich fest daran, dass ein Glaube, ob nun an einen Gott oder einfach nur an das Gute der Menschen, Welten in eine positive Richtung drehen kann.

Ein herzergreifendes Buch, das zeigt, wie die richtigen Worte, Technik und Globalisierung vereint, viele kleine Großartigkeiten erschaffen kann. 

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(24)

35 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

liebe, unfall, behinderung, jojo moyes, lebenswille

Me Before You

Jojo Moyes
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Michael Joseph, 28.04.2016
ISBN 9780718184001
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

18 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

korruption, süddeutsche zeitung, steuerhinterziehung, banken, datenleck

Panama Papers

Bastian Obermayer , Frederik Obermaier
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 06.04.2016
ISBN 9783462050028
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

13 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

glück, frauen, lebensgeschichte, gesellschaft, verlust

Die Glücksritterin

Rosa Sütö
Flexibler Einband: 356 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 15.08.2016
ISBN 9783738651478
Genre: Romane

Rezension:

Ungarn 1942. Rosa Sütö wird in der Silvesternacht dieses Jahres in eine Familie aus ärmlichen Verhältnissen geboren. Nach dem Krieg muss ihre Familie zurück nach Deutschland, denn ihre Mutter ist deutschstämmig und deutsche Bürger sind dort nicht mehr erwünscht. Rosa durchlebt eine kurze Kindheit, geprägt von den Gewaltzuständen ihres Stiefvaters, dem Leben des Flüchtlingsdaseins aber auch der Leichtigkeit eines Kindes. Dass genau dieses junge Mädchen einmal Millionärin sein, in Spanien leben und verschiedenste Villen und Häuser besitzen wird, hätte zu diesem Zeitpunkt wohl niemand erwartet. Aber Rosa lernt, dass Geld zwar wichtig, aber nicht alles ist und erzählt von ihrer eigenen Selbstfindung und Unabhängigkeit.

Rosa Sütö erzählt auf sehr anschauliche und intime Weise. Beim Lesen hat man das Gefühl, neben ihr zu sitzen und ihr beim Erzählen ihrer Lebensgeschichte zuzuhören, denn sie beherrscht eine sehr erzählerische Sprache, die verständlich, spannend und auf berührende Weise dem Leser eine besondere Geschichte näherbringt. Zudem lässt die Autorin vor allem zu Beginn die Protagonisten in ihrer Mundart sprechen, um das Erzählte noch begreifbarer und anschaulicher zu machen. Schwierigkeiten bereitet dies dem Leser jedoch nicht, denn den kurzen Gesprächen folgt stets eine Übersetzung und einzelne, ausgesprochene Wörter sind leicht verständlich. Der Schreibstil ist sehr flüssig und lässt einem das Buch trotz der schweren Thematik wie im Fluge lesen, was zu der Spannung der Geschichte beiträgt.
Die verschiedenen Protagonisten werden deutlich und verständlich beschrieben, wobei mir vor allem die unterschiedlichen Charaktere der Ehemänner in Erinnerung geblieben sind. Rosa begegnet in ihrem Leben vielen Menschen, die sie je auf eine gewisse Weise geprägt haben, und auch wenn man mal bei den verschiedenen Personen den Überblick verliert, so ist das nicht schlimm, denn in unserem Leben ist es ja nicht anders. Jeder Protagonist wird auf seine Art individuell beschrieben und Rosa schiebt manchmal kurze Einblicke über den späteren Verlauf ein, sodass der Leser bereits ungefähr weiß, wie es sich mit dem gewissen Charakter verhält.
Das Buch besitzt verschiedene Schwerpunkte und Themen, die deutlich bestimmte Verhaltensmuster zeigen aber auch kritisieren. Die Darstellung verschiedener gesellschaftlicher Punkte, wie die Stellung der Frau oder das Verschweigen jeglicher Gefühle und Erlebnisse um Stärke zu zeigen, werden auf anschauliche Weise verdeutlicht, zeigen aber auch die Zeitumstände, sowie die Veränderungen in der Gesellschaft der letzten Jahre. Rosas Lebensgeschichte verdeutlicht verschiedene Lebensstile und regt zum Nachdenken an, löst aber auch Vorurteile auf und beweist, dass man im Grunde nie wissen kann, was hinter verschlossenen Türen vor sich geht.

Mir hat das Buch, sowie die Erzählweise sehr gut gefallen, jedoch hätte ich gerne zum Ende hin noch etwas mehr erfahren. Die letzten fünfzig Seiten gingen mir fast schon zu schnell und manchmal fiel es mir in diesen paar Seiten schwer mit den verschiedenen Erlebnissen mitzukommen. Aber natürlich wäre das Buch viel zu lange geworden wenn man jedes Ereignis und jeden Beziehungsstrang ausführlich erklärt und erläutert hätte. Ansonsten hat mich die Geschichte sehr berührt und ich konnte viele Ratschläge aus den Erzählungen ziehen, die mir wohl noch lange im Kopf bleiben werden. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der eine turbulente und besondere Lebensgeschichte erfahren möchte, begleitet mit den Vorstellungen der Zeit und der Suche nach Freiheit und dem Glück. 

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

36 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

krimi, schottland, highlands, historischer krimi, serie

Das Geheimnis von Benwick Castle

Rob Reef
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Dryas Verlag, 25.05.2016
ISBN 9783940258601
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wir schreiben das Jahr 1937, als Sir Adrian Benwick den Detektiv John Stableford um Hilfe bittet, denn sein Bruder, Sir Alasdair, Hausherr einer abgelegenen Burg in den schottischen Highlands, ist verschwunden. John wittert eine Geschichte und macht sich mit seiner Frau Harriet, Dr. Holmes und dessen Freundin Penelope auf den Weg, um dieses Rätsel zu lösen. Mehr möchte ich jedoch zum Inhalt gar nicht sagen, da ich der Meinung bin, man sollte sich einfach hineinstürzen, so bleiben die größten Überraschungen noch offen.
Es handelt sich hierbei um den zweiten Teil der Geschichten von John Stableford und dessen Freund Percival Holmes. Es kommen jedoch kaum Anspielungen oder Kenntnisse aus dem ersten Teil vor, sodass man diesen nicht zuvor gelesen haben muss.


Der Aufbau ist der eines typischen, britischen Kriminalromans, in dem alles auf die Frage hinausläuft: Wer ist der Täter. Man kann es mit den Romanen der Autoren Agathe Christie und Sir Arthur Conan Doyle vergleichen, die übrigens auch geschickt mit in diese Geschichte eingebunden wurden.
Rob Reef beschreibt sowohl seine Charaktere als auch die Umgebung auf sehr anschauliche Weise und es fällt dem Leser sehr leicht, sich in die jeweiligen Situationen hineinzuversetzen. Der Autor stellt dabei jeden der einzelnen Protagonisten auf individuelle Weise vor, wodurch man sehr schnell ein gutes Bild der Hauptprotagonisten bekommt. Eine der Eigenschaften des Detektives John Stableford ist zum Beispiel die Tatsache, dass er sich die Meinungen seiner Freunde zwar anhört und auch akzeptiert, sich dabei aber nicht ablenken lässt. Er konzentriert sich lieber auf die Fakten und baut das Puzzle zuerst in seinem Kopf, bevor er seine Gedanken preisgibt. Aber auch die Nebencharaktere werden stark beschrieben und haben einen perfekten Platz zwischen den Windungen der Geschichte, sowie zum Beispiel der erzählfreudige Carruthers oder Gally, ein kleiner, fantasievoller Junge aus dem Dorf der Benwicks.
Die Sprache ist der des frühen 20.Jahrhunderts angepasst, ist aber sehr angenehm zu lesen. Der Autor besitzt einen ruhigen Schreibstil, der einem das Buch im Fluge lesen lässt.
Rob Reef zeigt durch dieses Buch aber nicht nur seine Liebe zur Literatur und zur Geschichte, sondern auch die zu der Sportart Golf, die auch ihren Platz in der Geschichte finden konnte. Dabei ist es überhaupt kein Problem, wenn für Nichtgolfkenner fremde Wörter auftauchen, denn am Ende des Buches befindet sich ein Golf-Glossar, das die einzelnen Begriffe einfach und verständlich erklärt.
Einen Schwerpunkt der Geschichte bilden zudem die Legenden Arthurs, welche vom Autor gelungen in die jeweilige historische Zeit eingebaut werden. Die Atmosphäre der Schottischen Highlands und die der alten Geschichten wird geschickt eingefangen, wobei auch die historischen Ereignisse, vor allem die Folgen des ersten Weltkrieges, der den Soldaten viele psychische Probleme geschenkt hat, mit den Rätseln und Charakteren in ein gemeinsames Bild geknüpft werden.


Alles in einem kann ich das Buch sehr empfehlen. Es ist trotz der teilweise schweren Thematik leicht zu lesen und bietet viel Raum zum Nachdenken. Jeder, der eine Kriminalgeschichte mit sowohl schönen als auch gruseligen Landschaften, starken Charakteren und verschiedensten Windungen lesen möchte, wird bei diesem Buch Gefallen finden. 

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(31)

44 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

carolin kippels, liebe, chaostheorie der liebe, tod, chaos

Chaostheorie der Liebe

Carolin Kippels
E-Buch Text: 264 Seiten
Erschienen bei Forever, 17.06.2016
ISBN 9783958181045
Genre: Liebesromane

Rezension:

Gabriel stehen nach einer Schlägerei nicht nur Sozialstunden sondern auch eine Selbsthilfegruppe für Drogenabhängige bevor, und er lässt sich mehr und minder darauf ein, recht begeistert ist er aber nicht. Gabriel kommt aus einer sehr reichen Familie, er musste sich nie Sorgen über Geld machen und auch einen guter, vor allem gut bezahlten Arbeitsplatz bekommt er dank seines Vaters. Aber so ziemlich das Einzige, das er aus diesem Lebensstil erhält ist Einsamkeit. Alina ist in vielen Faktoren das Gegenteil von Gabriel. Ihr Bruder kam vor einigen Jahren durch die Drogensucht ums Leben und ihre Mutter kann diesen Schicksalsschlag nicht überwinden und wirft eben diese Verzweiflung Alina zu, indem sie ihr die Schuld an allem gibt. Zumindest kommt es Alina so vor, die mit einer Freundin in einem ärmeren Viertel in einer WG lebt und in einer Tankstelle arbeitet, während sie zugleich freiwillig im Krankenhaus Zeit mit den kranken Kindern verbringt. In eben diesem Krankenhaus treffen Gabriel und Alina aufeinander, wobei sich beide von Beginn an nicht wirklich leiden können. Da lernt Gabriel die vierzehnjährige und schwerkranke Mia kennen und er tut alles um ihr ihren letzten großen Wunsch zu erfüllen, und genau dabei soll ihm Alina helfen.

Der Schreibstil überzeugt meiner Meinung nach sofort, denn die Autorin besitzt eine frische und junge Art um verschiedene Szenarien zu beschreiben. Der Charakter Gabriel ist sehr gut gelungen, auch wenn man die Drogensucht noch etwas mehr ausbauen hätte können, denn diese war ziemlich schnell kein Thema mehr. Ansonsten mochte ich aber seine Art und konnte sofort Sympathie für ihn empfinden. Mit Alina hatte ich jedoch ein paar Probleme. Ihre Reaktionen schienen mir häufig zu übereilt, sowie ihren Drang zum beleidigt sein, der meiner Meinung nach nicht immer nachzuvollziehen war. Sie kam mir teilweise auch etwas unnatürlich vor. Die Autorin beschrieb diesen Charakter während der Leserunde einmal als sehr unsicher. Ein Mensch, der nicht weiß wie man mit einer Situation richtig umgehen soll. Wenn man es auf diese Weise betrachtet, finde ich ihren Charakter sogar sehr interessant und hätte ihr sogar Sympathie schenken können, am Ende siegte bei mir jedoch die andere Seite, auf der ich sie als ziemlich störend empfunden habe.
Die Geschichte liest sich sehr schnell, fast schon zu schnell, denn meiner Meinung nach fand ich sie für ein so großes Thema zu kurz. Ich habe jedoch gelesen, dass wohlmöglich ein zweiter Teil erscheinen wird, also hoffe ich dass einige Faktoren weitergeführt werden. Denn da gab es einige, die ich sehr gut fand. Vor allem ernste Themen, wie die Drogensucht, Armut oder die Beziehungen zwischen den Familienmitgliedern. Mir kam es manchmal so vor als würde man zwar an der Oberfläche kratzen, aber doch nicht ganz die Tiefe erreichen.

Ich muss dazu sagen, dass dieses Genre wohl einfach nichts für mich ist. Ich versuche mich immer wieder darin, aber finde mich in diesen Büchern nie so richtig zurecht. Trotzdem hat mich der Inhalt dieser Geschichte interessiert und das Cover hat mich auch irgendwie angesprochen. Zudem mochte ich, dass die Geschichte nicht primitiv war, sondern auch andere Seiten zeigt, in denen die Liebe ein wenig in den Hintergrund rückt. Ich würde es jedem empfehlen, der eine etwas tiefere Liebesgeschichte ohne etlichen Kitsch lesen möchte. Ich kann mir gut vorstellen, dass es einige gibt, die dieses Buch mögen vielleicht sogar lieben werden. 

  (6)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(25)

76 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

gott, himmel, hamburg, apokalypse, nürnberg

Herr Müller, die verrückte Katze und Gott

Ewald Arenz
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei ars vivendi, 02.06.2016
ISBN 9783869136219
Genre: Romane

Rezension:

Die Apokalypse steht vor der Tür und das nur weil die Seele eines Menschen verloren gegangen ist. Erzengel Jehudi, verantwortlich für die Verwaltung der Seelen, stellt dies bestürzt fest, als er mal wieder damit beschäftigt ist, dem alten Mönch John das moderne System der Buchführung zu erklären. Kurt Müllers Seele scheint spurlos verschwunden und Jehudi versucht diese mit allen Mitteln wieder zu finden, wobei er seinen Bruder Abaddon, nicht nur vom Himmel sondern auch von der Hölle ausgestoßen und dazu verbannt den Rest der Zeit in der Antarktis zu verbringen, zu sich holt und die Verbannung auflöst. Erzengel Uriel versucht dieses Problem auf eine andere Art zu lösen und sucht Herr Müllers Tochter Helena auf, um sie um Hilfe zu beten. Nicht nur Helena, sondern zum Beispiel auch deren beste Freundin Paulina und zwei Selbstmordattentäter Mohammad und Abu, die feststellen müssen, dass der Himmel nicht genau ihren Vorstellungen entspricht, versuchen den Engeln, vor allem Jehudi, zu helfen um das Universum vor dem Ende der Welt zu bewahren.

Ewald Arenz schafft auf diese Art eine andere Sichtweise auf die biblischen und religiösen Erzählungen, indem er sie modernisiert und mit Humor verbindet. Zudem lässt er aktuelle Probleme und Ereignisse, wie z.B. Syrien mit hinein fließen und stellt mit Hilfe von Ironie, sowie Sarkasmus, eine gewisse Lächerlichkeit dar, die abermals eine andere Sicht aufweist und bestimmte Verhaltensarten der Menschen kritisiert. Die anderen Religionen werden ebenso berücksichtig, was auch an der Erscheinung Gottes in diesem Buch erkenntlich wird. Die Frage „Was ist nach dem Tod?“ beantwortet der Autor in seinem Buch fast schon auf beruhigende und sichere Weise, wobei er vor allem die Tatsache, der Tod ist nicht das Ende, hervorhebt. Zudem wird aber auch indirekte Kritik an der katholischen Kirche deutlich, welche sich auf die Tatsache konzentriert, dass diese häufig in der Vergangenheit stecken geblieben sei, was sich negativ auswirkt und die Folge hat, dass ein großer Kontrast zwischen der Kirche und der modernen Gesellschaft entsteht.

Die Charaktere werden sehr stark und genau beschrieben, wobei vor allem die verschiedenen Denkweisen der Figuren erkenntlich werden. Der Autor überzeugt zudem durch eine sehr einleuchtende Darstellung der verschiedenen Charaktere aber auch Situationen. Ob nur der leicht böse veranlagte Abaddon oder der eher weniger intelligente Abu, jeder Charakter weist Stärken sowie Schwächen auf, und wird auf diese Weise einzigartig. Ewald Arenz beherrscht einen modernen und erfrischenden Schreibstil, welcher sowohl die komische als auch ernste Stimmung hervorbringt.
Mich persönlich konnte das Buch sofort überzeugen und ich kann es jedem nur weiterempfehlen. 

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(24)

31 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

trilogie, sally green, nathan, half bad, half lost

Half Lost (Half Bad)

Sally Green
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Penguin, 31.03.2016
ISBN 9780141350905
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nach dem Tod von Marcus ist Nathans Gesinnung von Zorn und Rache geprägt. Nathan hat nur noch ein Ziel, sich an Annaliese zu rächen, die seinen Vater ermordet hatte. Ein Mädchen, das er einst geliebt hatte. Von dieser Liebe ist nun nichts mehr zu spüren und genau diese Tatsache setzt Sally Green im dritten und letzten Buch der „Half“- Trilogie anschaulich um.

Es ist kaum möglich, den Inhalt des Buches ohne zu spoilern wiederzugeben, aber ich möchte doch den ein oder anderen Punkt erwähnen. Der Bürgerkrieg zwischen den weißen und den schwarzen Hexen scheint sich zu stärken, während man als Leser spürt, dass dieser Krieg manchmal rasch und doch schleppend dem Finale zu schlippert. Soul versucht mit allen Mitteln die Allianz zu unterdrücken, während nicht nur Nathan das Gegenteil bewirken möchte. Jedoch ist Nathan nicht mehr ganz der selbe, denn sowohl den Gedanken an Rache als auch Marcus Gaben, die er nach dem Tod seines Vaters erhalten hatte, scheinen ihn innerlich aufzufressen. Nur Gabriel steht Nathan stets bei und behält einen objektiven Blick über die Geschehnisse und Vergangenheit.

Ich bin begeistert von dieser Trilogie und auch diesem letzten Teil, wobei er meiner Meinung nach einen sehr guten Abschluss der Serie bildet. Hass, Rache, Ungerechtigkeit und Angst werden von einer Seite auf die andere geworfen und versuchen sich zwischen den Zeilen zu verstecken. Sally Green besitzt einen unfassbar guten Schreibstil, der ohne große Umschreibungen und unwichtigen Details auskommt. Aber trotzdem kommen auch positive Gefühle nicht zu kurz; Liebe, Treue und Vertrauen spielen vor allem zwischen Nathan und Gabriel eine große Rolle, was mir an diesem Teil besonders gut gefallen hat. Sally Greens Schreibstil passt sich stets den jeweiligen Situationen an, wobei z.B. ein Kampf durch abgehackte und kurze Sätze dargestellt wird, während emotionale Gespräche einen größeren Umfang besitzen.

Das Ende der Trilogie ist eines der interessantesten die ich je gelesen habe. Entweder man mag es oder man mag es nicht, wobei ich deutlich zu der ersten Kategorie gehöre. Ich halte den Abschluss für perfekt und absolut genial und bin sehr gespannt was andere Leser dazu sagen werden.

Alles in einem ist die Trilogie sehr lesenswert, nicht nur für die Fantasyliebhaber, sondern auch für Leute wie mich, die mit diesem Genre nicht allzu viel am Hut haben. Die Bücher sind unglaublich fesselnd und für jeden etwas, der eine Geschichte voll Freiheit, Unterdrückung, Gefühlen und Treue sucht. 

  (9)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

zweiter weltkrieg, jugendroman, 2. weltkrieg, historischer roman, kriegswinter 1945

Am Ende dieses Jahres

Anja May
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 15.03.2016
ISBN 9781530504909
Genre: Sonstiges

Rezension:

Zu Beginn des Jahres 1945 rückt die rote Armee immer näher an Schlesien heran, doch auch allgemein scheint sich die Lage zuzuspitzen und das Ende des Krieges liegt sichtbar am Horizont. Viele Menschen der deutschen Bevölkerung haben die Hoffnung auf einen Sieg nicht aufgegeben, und glauben nach wie vor auf eine Besserung. Zumindest scheint dies auf den ersten Blick zu sein. Hinter den Fassaden sieht es häufig anders aus, das Essen wird zunehmend knapp, die Bombenschläge häufen sich, die Alliierten rücken immer näher, während Russland besonders zu fürchten ist, und das Gefühl der Sicherheit ist nur noch eine Seltenheit. Als ein Anschlag auf den Führer Adolf Hitler schief geht, atmen viele Menschen erleichtert auf. Anton Köhler betrachtet die Situation eher skeptisch. Er ist sich aber durchaus bewusst, dass auch er seine Gedanken nicht aussprechen darf, denn dies könnte nicht nur ihm, sondern auch seiner Familie zum Verhängnis werden. Schließlich wird er zusammen mit seinem besten Freund Gerhard und ihren Altersgenossen als Wehrmachtshelfer in Breslau eingezogen, wo sie kurz darauf hinausgeführt werden, da die Russen ihnen dicht im Nacken sitzen. Ein weiter Weg, bepackt mit feindlichen Luftangriffen doch auch der Grausamkeit der eigenen Landsleute, liegt vor Anton und er hat nur noch ein Ziel vor Augen: Seine Familie heil wiederzusehen.

„Ein Jugendroman über das Erwachsenwerden in einer der dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte, über Verlust und Hoffnung, Freundschaft und Liebe.“ So wird der Roman kurz auf der Rückseite des Buches widergegeben. Anja May stellt diese dunkle Zeit sehr anschaulich und nah dar, wobei sie kein Detail verschönert und die Geschehnisse real hält. Der Roman lässt sich daher sehr flüssig lesen und die Hineinversetzung in diese Zeit bereitet dem Leser kaum Schwierigkeiten. Die Autorin besitzt eine sehr große Erzählkraft, die auf jeder einzelnen Seite zum Vorschein tritt und dieses Buch zu einem zugleich schönen und traurigen Leseereignis macht. Die gute Recherchearbeit ist zudem spürbar, was dieses Werk wohl auch so realitätsnah macht.

Ich persönlich hätte mir gewünscht, dass die Geige, die sowohl auf dem Cover zu sehen ist, als auch in der Inhaltsangabe erwähnt wird, etwas mehr Platz in diesem Buch gefunden hätte, sowie einzelne Elemente, die manchmal im Anbetracht des Krieges etwas untergingen, was aber natürlich genau zu dem Thema passt. Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen, ich mochte den Protagonisten und habe sofort Sympathie für ihn empfunden. Außerdem fand ich es schön, wenn von diversen Charakteren, die trotz höheren Positionen im Krieg, doch noch Menschlichkeit in sich hatten, was zeigt, dass nicht jeder sein Gehirn während der Hetzreden und der Propaganda Hitlers komplett verloren hatte.

Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der diese dunkle Zeit besser verstehen möchte. Meines Achtens wird dieses Buch nicht vollständig zutreffend in das Jugendbuchgenre gesteckt, da ich finde, dass es unabhängig vom Alter gelesen werden kann. Ein sehr emotionaler und tiefgreifender Roman, der im Gedächtnis bleibt. 

  (8)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

familie, glück, trauer, liebe, partnerschaft

Glück allein

Jochen Rack
Fester Einband: 180 Seiten
Erschienen bei ars vivendi, 04.03.2016
ISBN 9783869136233
Genre: Romane

Rezension:

Wenn der Mensch nach seinen Lebenszielen gefragt wird, dann fallen häufig die Begriffe Glück und Liebe. Dass beide Gefühle für den Menschen lebenswichtig sind, muss ich wohl nicht weiter erwähnen. In diesem Buch werden verschiedene Liebesgeschichten erzählt, wobei eine merklich realitätsnahe Handlung entsteht.

Jochen Rack zeigt in seinem neuen Episodenroman verschiedene Facetten der Liebe und der Lebens, wobei er dem Leser innerhalb von zehn Kurzgeschichten die Möglichkeit schenkt, in unterschiedliche Menschen zu schlüpfen. Ob jung oder alt, verheiratet oder ledig. Der Autor schreibt von berührenden Geschichten, die trotz der Kürze einen weiten Tiefgang haben. Die Geschichten werden sehr intim und nah dargestellt und Jochen Rack geht auf alltägliche aber wichtige und dominante Probleme ein. Die Spannung wird vor allem dadurch aufgebaut, dass die verschiedenen Personen alle auf eine bestimmte Art zusammenhängen. So sieht man nicht nur die Perspektive des Großvaters, sondern zum Beispiel auch die der Affäre seines Sohnes. Der Autor beherrscht einen wunderschönen Schreibstil, der ebenfalls zur Spannung beiträgt. Alleine deswegen ist dieses Buch schon wert, gelesen zu werden.

Ich persönlich hätte mir jedoch noch mehr Vielfalt gewünscht. Oft kamen mir die Geschichten im Allgemeinen fast nur negativ vor und ich fand, dass bestimmte Sparten auch nicht ausgefüllt waren, wie z.B. Homosexualität, die nur in einem Satz kurz erwähnt wird. Teilweise war mir auch die sexuelle Ebene zu ausgeprägt, was vor allem die Mitte des Buches einnimmt, wodurch der Roman aber auf der anderen Seite wieder eine Art Rahmen bildet. Ansonsten habe ich das Buch aber sehr gerne gelesen, und würde es auch denen weiterempfehlen, die auf der Suche nach guten und berührenden Kurzgeschichten sind.

Ein guter Episodenroman, der zum Nachdenken anregt, berührt und sich locker lesen lässt.

  (8)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

19 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

konzerne, zivilgesellschaft, spd, gesellschaftspolitik, linke

Nach der Empörung

Klaus Werner-Lobo
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 14.03.2016
ISBN 9783552063136
Genre: Sachbücher

Rezension:

Viele Menschen haben das Gefühl trotz herrschender Demokratie, keinen Einfluss auf die Regierung zu haben. Kein Wunder, denn so übernimmt zum Beispiel die Wirtschaft immer mehr Kontrolle über die Politik und vieles wird der Bevölkerung einfach verschwiegen. Tatsächlich ist es nicht einfach, sich daran zu beteiligen, wirklich etwas zu verändern, aber eine Unmöglichkeit stellt es nicht dar, was Klaus Werner-Lobo in seinem Buch „Nach der Empörung“, im Deuticke Verlag erschienen, aufzeigt. Die 200 Seiten sind in vier Kapiteln unterteilt und der Autor legt anschaulich und übersichtlich mögliche Handlungsstrategien zu den vorhandenen Missständen dar und führt eine ausführliche Liste erfolgreicher Initiativen zu verschiedenen Themen aus. 

Klaus Werner- Lobo beschreibt zunächst das System unserer Welt, indem er Korruption, Misswirtschaft, Ausbeutung, Umweltzerstörung, Kriege, Flüchtlingselend und weitere Missstände aufzeigt, und die Frage in den Raum stellt, ob Parteien überhaupt fähig sind, diese aufzulösen. Er weist außerdem auf die eher niedrig gehaltene Wahlbeteiligung der Bevölkerung hin, denn mehr als 60% der Deutschen glauben, dass dies zu nichts führen würde. Der Autor erschafft eine gute Übersicht über die Situation der Welt, während sich das zweite Kapitel mit dem Thema „Was tun?“ beschäftigt. Denn es gibt noch viele andere Möglichkeiten an der Demokratie mitzuwirken, außerhalb des Wählens, und Klaus Werner-Lobo zeigt die wichtigsten Elemente auf: Selbstermächtigung, Information, solidarisches Handeln und aktiver Widerstand. Es werde viele mögliche und individuelle Ansätze anhand von verschiedenen Beispielen aufgezeigt und hinterleuchtet, wobei kein wichtiger Punkt ausgelassen wird.
Der dritte Abschnitt beschäftigt sich mit neuen Möglichkeiten zur Veränderung, damit das System unseres Landes wieder zu einer echten, repräsentativen Demokratie werden kann. Der Autor bringt zudem Beispiele von einzelnen Städten in denen die Bürger direkt die Möglichkeit haben, an wichtigen Entscheidungen mitzuwirken, wie zum Beispiel in Porto Alegre, wo die Bürger selbst darüber entscheiden konnten, wofür sie ihre Steuergelder ausgeben wollen. Die brasilianische Millionenstadt hat heute die beste Lebensqualität und eine der niedrigsten Kriminalitätsraten aller Großstädte Lateinamerikas.
Zuletzt werden viele verschiedene und auch unbekanntere Initiativen aufgelistet, die bereits von Erfolg bürgen konnten. Von Umweltschutz bis Asylpolitik und Gleichstellung zeigt der Autor unterschiedliche Organisationen, wobei er eine sehr übersichtliche und informative Darstellung gibt. Zudem werden nicht nur die Initiativen ausführlich erläutert, Klaus Werner-Lobo erwähnt auch noch Alternativen, sodass für jeden Menschen, der etwas zum positivem verändern möchte, die richtige Organisation dabei ist.

Das Buch informiert auf anschauliche und übersichtliche Weise und zeigt, dass es trotz jeglicher Verzweiflung auf der Welt, doch möglich ist etwas zu verändern und die Zukunft zum Besseren zu wenden. Dieses Werk ist ein Buch für jeden, der sich nicht nur über die Missstände empören, sondern auch dazu beitragen möchte, unsere Welt zu einen besseren und friedlicheren Planeten zu machen. 

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(17)

22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

roadtrip, party, familie, roadstory, droge

Alles kann warten

Marc Hofmann
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Conbook Medien, 01.01.2016
ISBN 9783958891098
Genre: Romane

Rezension:

Der 40-jährige Paul wird von seiner Mutter auf eine Reise von Berlin in seine Heimat, dem Schwarzwald, geschickt, um sich mit seinem Vater auszusprechen. Robert und Immel, seine ältesten Freunde, mit denen er die komplizierte Vater-Sohn Beziehung teilt, begleiten ihn und so beginnt ein Road-Trip mit Komplikationen, Musik, philosophischen Weisheiten und anderer seltsamer Erscheunungen, wie eine Begegnung mit zornigen Skinheads und Frau Bold, die sich als selbsternannte Psychologin erklärt, wobei sie eigentlich „nur“ zu der Autoversicherungsstelle gehört. 

Der neuerschienene Roman „Alles kann warten“ von Marc Hofmann, im Conbook Verlag erschienen, ist eine Geschichte voll Humor, tiefsinnigen Dialogen und Gedanken. Er beschäftigt sich zunehmend mit der Frage: „Lebe ich eigentlich das Leben, das ich leben will?“, und stellt die Seiten und Gedanken einer Generation dar. Die Musik der 80er sowie Filmzitate spielen außerdem eine wichtige Rolle und Marc Hofmann beherrscht es, Songtexte und die damit verbundenen Gefühle in die Geschichte einzubauen. Er schreibt intim und direkt über Drogen, Prostitution und Alkohol, bringt aber trotz diesen Fakten Sympathie in die Charaktere. Der Autor schrieb zudem in der Leserunde, dass diese Faktoren die Situation, in der sich die drei Männer befinden, verdeutlichen soll. Die Protagonisten beschäftigen sich mit dem Überdenken ihrer eigenen Vergangenheit und reflektieren ihre individuellen Entscheidungen. Marc Hofmann beschreibt diese locker und detailliert, sodass viele Handlungen nachvollziehbar werden. 

Mir persönlich hat das Buch gut gefallen. Das einzige Problem, das ich dabei hatte, war die Identifizierung, was aber nicht an dem Buch liegt, sondern nur an meinem Alter. Ich bin 19 und somit Teil einer ganz anderen Generation. Trotzdem fand ich es interessant und auch amüsant zu lesen und vor allem die jeweilige Musik, die ich mir dann auch angehört habe, ist bei mir hängengeblieben und die Vorurteile, die ich vor dieser Generation hatte, wurden vertrieben. Der Roman ist sehr schnell und leicht zu lesen und sowohl Tiefsinnigkeit als auch Humor werden nicht zu kurz gehalten. Ich kann es vor allem denjenigen empfehlen, die mehr über die Generation der 80er erfahren möchten, ansonsten kann ich mir vorstellen, dass dieser Roman vor allem für die Jugend dieser Zeit eine schöne und amüsante Erfahrung sein kann.




  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(105)

190 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 67 Rezensionen

jane austen, liebe, football, familie, emma mills

Jane & Miss Tennyson

Emma Mills , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 18.03.2016
ISBN 9783551560254
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Wenn man etwas liebt, kann man schließlich nicht andauernd glücklich sein, oder? Deshalb liebt man es doch gerade. Weil man alle möglichen Gefühle dabei hat, nicht nur Glücksgefühle.“ (S.255)



Jane Austen ist wohl die bekannteste und erfolgreichste Schriftstellerin der englischsprachigen Literatur des 18./19. Jahrhunderts. Ihre Bücher wurden mehrmals verfilmt und dienen häufig als Vorlage anderer Geschichten, wobei Janes besondere Beobachtungsgabe für das Gesellschaftliche, mit Bildern veranschaulicht wird. Das vorliegende Buch lehnt an ihr wohl bekanntestes Werk „Stolz und Vorurteil“ an. 


Devon wäre lieber eines der Mädchen aus Jane Austens Romanen, als sich mit der modernen Welt und der Gesellschaft auseinander setzen zu müssen. Aber eigentlich ist sie mit ihrem Leben doch ganz zufrieden, solange sich nichts daran verändert. Als jedoch ihr Cousin Foster bei ihnen einzieht, der kurz darauf sein Talent für Football entdeckt, läuft ihr Leben etwas aus dem Ruder. Dazu wechselt auch noch der unausstehliche und schweigsame Ezra, der Footballstar der Stadt, auf ihre Schule und Devon sieht sich mit Problemen konfrontiert, die nicht nur ihre Zukunft betreffen. 


Emma Mills schreibt humorvoll und realistisch, was die Seiten dieses Buches fließen lässt. Sie besitzt eine wundervolle Art, die Beziehungen unter den Charakteren zu beschreiben. Sei es zwischen Devon und Foster, der immer mehr wie ein Bruder wird, auch wenn sie sich zunächst weigert, diesen Gedanken anzunehmen, oder Ezra, der Fosters Talent entdeckt, ihn trainiert und Verbindungen aufbringt, die ohne ihn nicht existieren würden.
Die Nebencharaktere werden nicht nur kurz erwähnt, sie werden klar vorgestellt, mit ihren eigenen Geschichten, sodass man eine Person vor Augen hat, die man nach dem Ende des Buches sofort vermisst. Jeder einzelne Charakter dieses Buches hat bestimmte und liebenswürdige Eigenschaften, sowie die etwas verkorkste Mirabelle, die zuletzt sehr zum Nachdenken anregt, oder Jordan, der beliebteste, schlauste und zugleich netteste Junge der Schule. Emma Mills schenkt jedem einzelnen Charakter ein Gesicht, das dem Leser nicht mehr so schnell aus dem Kopf geht.
Die Autorin besitzt einen lockeren und erfrischenden Schreibstil, der kleine Dinge zwischen den Zeilen versteckt. Sie schreibt aus der Sicht von Devon, deren Sarkasmus und Humor zu der Gesamtheit dieses Werkes beitragen.
Dieses Jugendbuch beschäftigt sich nicht nur mit Beziehungen untereinander, ich würde es auch nicht als einen Liebesroman bezeichnen, sondern beinhaltet auch ernste Themen wie Tod, Schwangerschaft bei Jugendlichen oder die typisch amerikanischen, jedoch äußerst fragwürdigen Schönheitswettbewerbe unter Kindern.
Ein weiterer Bereich dieses Buches ist der Football, was jedoch keinerlei Probleme mit sich bringt, denn ich konnte mich gut mit diesem Thema auseinandersetzen, obwohl diese Sportart zu den Vielen gehört, von denen ich keine Ahnung habe. Die Autorin baut diesen Sport und dessen Regeln geschickt in die Geschichte mit ein, sodass dem Leser das Verfolgen der Footballspiele trotz fehlender Kenntnisse leicht fällt. 


Außerdem muss ich ein großes Lob an den Königskinder-Verlag aussprechen, die ihre Bücher mit wunderschöner Sorgfalt auswählen und es abermals geschafft haben, mich mit diesem Buch zu begeistern. Außerdem bin ich begeistert von der Gestaltung des Buches, die wie immer liebevoll und warm erscheint. 

Ich würde mir wünschen, noch mehr über die Charaktere zu erfahren, und habe die leise, jedoch wahrscheinlich unerfüllt bleibende, Hoffnung, dass die Autorin einen zweiten Teil herausbringt. Die einzelnen Personen sind mir ans Herz gewachsen und ich ertappe mich immer wieder dabei, wie ich an einen der Charaktere denke. Ein wundervolles Jugendbuch, ohne Kitsch, dafür aber mit Realität.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

geiselnahme, september, jean mattern, olympische spiele, sachlich

September

Jean Mattern , Sabine Müller , Holger Fock
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 17.03.2016
ISBN 9783827012937
Genre: Romane

Rezension:

München 1972. Nach den von den Nazis zur Propaganda genutzten Olympischen Spielen, legt Deutschland nun 36 Jahre später großen Wert darauf der Welt ein neues, helles und fröhliches Bild des Landes zu präsentieren. Der britische Journalist Sebastian reist nach München um von den Spielen zu berichten, wobei ihm seine Deutschkenntnisse viele Möglichkeiten bieten. Bald jedoch wird seine Aufmerksamkeit auf einen Mann gezogen und Sebastian sieht sich mit fremden Gefühlen konfrontiert. Sam arbeitet für eine jüdische Zeitung der Vereinigten Staaten und ist für Sebastian ein Rätsel. Er scheint nicht nur fast jeden Teilnehmer der Olympischen Spiele persönlich zu kennen, sondern auch deren Lebensgeschichten und bietet Sebastian unter anderem die Chance mit ihm ein Interview mit Mark Spitz zu führen. Der US-amerikanische Schwimmer, Mark Spitz ,ist sogleich Spitzenkandidat und Liebling der Spiele dieses Jahres und scheint zunächst das Gesicht des Sportereignisses zu bilden. Sam und Sebastian kommen sich näher und Sebastian ist beeindruckt von diesem Mann, der es schafft seinen Fokus zu drehen. Der Morgen des 5. September 1972 ändert jedoch alles. Die israelischen Teilnehmer werden als Geiseln gefangen genommen und Sebastian findet sich umgeben von Terror, Angst und einer ihm unbekannten Leidenschaft.

Jean Mattern zeigt die Gräueltaten dieses Verbrechens auf eine neue Weise und verbindet das Ereignis geschickt mit einer fiktiven Geschichte. Er versteht es die Parallelen dieser beiden Erzählstränge anschaulich darzustellen und schreibt nachvollziehbar sowie menschlich aus Sebastians Sicht. Man spürt die gute Recherchearbeit und er stellt die verschiedenen Handlungen der Olympischen Spiele und der Geiselnahme auf informative Weise dar. Nicht nur die Gefühle von Sebastian für Sam werden veranschaulicht, sondern auch die Reaktion der Journalisten und der Bevölkerung auf die Geiselnahme, die einen, die überfordert sind mit der Situation und die anderen, die sich am Ort des Geschehnisses ansammeln um zu demonstrieren oder einfach nur um etwas zu sehen. Aber nicht nur die Reaktionen auf die Geiselnahme werden gezeigt, sondern auch die der Olympischen Spiele allgemein. So besucht Sebastian zum Beispiel eine deutsche Familie und verfolgt mit ihnen für ein paar Stunden die Spiele im Fernseher. Die Olympiade wird realitätsnah dargestellt und er weist auch auf wichtige Siege und besondere Sportler, sowie Mark Spitz und Heide Rosendahl, hin. Jean Mattern beschreibt außerdem die Situation der Beziehung zwischen Deutschland und dem Rest der Welt und er zeigt die Wendung, die spürbar macht, dass es nun, keine 30 Jahre nach dem 2. Weltkrieg, wieder eine Rolle zu spielen scheint, wer Jude ist und wer nicht. 

Ich kannte von diesem 5. September bisher nur einzelne Fakten, doch während des Lesens dieses Buches hatte ich das Gefühl, dabei gewesen zu sein. Ich konnte die Grausamkeit, aber auch die Vielfältigkeit der Olympischen Spiele spüren und erlebte die Angst und den Terror auf nahe und intime Weise.
Homosexualität war zu dieser Zeit noch weniger angesehen als heute, was diese Beziehung in diesem Buch auch so besonders macht, denn Sebastian ist verheiratet und hat eine Tochter, und  Gefühle für einen Mann waren ihm bisher fremd. Jean Mattern zeigt dies wunderbar in einen Satz auf: „Man verliebt sich nicht in einen Mann oder eine Frau, sondern in einen Menschen.“ (S.154). Eine Aussage, die in unserer Welt eine wichtigere Rolle spielen und mehr Aufmerksamkeit bekommen sollte.

Ein beeindruckendes, schockierendes und lebensnahes Werk, das mir sehr gefallen hat. Das Buch hinterlässt Eindruck und regt zum Nachdenken verschiedener Themen an. Es ist ein besonderes Werk, von dem ich weiß, dass ich es das ein oder andere Mal erneut in den Händen halten werde. 

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(47)

105 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

krimi, schweden, inspektor barbarotti, hakan nesser, studenten

Die Einsamen

Hakan Nesser , Christel Hildebrandt
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei btb, 09.04.2013
ISBN 9783442743797
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(547)

1.032 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 128 Rezensionen

liebe, theater, cora carmack, losing it, lehrer

Losing it - Alles nicht so einfach

Cora Carmack , Sonja Häußler
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 03.04.2014
ISBN 9783802593642
Genre: Liebesromane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(37)

65 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

fälscher, mord, irland, roman, büchersammler

Die tödlichen Talente des Mr. Diehl

Bradford Morrow , Hans-Christian Oeser
Flexibler Einband: 286 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 07.03.2016
ISBN 9783458361336
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Fälschen ist eine Sucht. Wenn man einmal begonnen hat, kommt man schwer wieder heraus. So schreibt Bradford Morrow in seinem neuen Roman „Die tödlichen Talente des Mr. Diehl“. Adam Diehl, Bücherliebhaber und der Bruder der Freundin des Hauptprotagonisten Will, wird ermordet in seinem Haus aufgefunden. Will, der selbst Sammler ist, aber auch eine dunkle Vergangenheit hinter sich hat, die dem Fälschen von literarischen Schriften galt, unterstützt seine Freundin Meghan, denn der Fall wird bald zu den Akten gelegt, da kein Verdächtiger gefunden werden konnte. Schließlich erhält Will Drohbriefe, verfasst von großen und längst verstorbenen Autoren wie Arthur Conan Doyle und flüchtet mit Meghan in ein kleines Dorf nach Irland. Er muss jedoch feststellen, dass seine Vergangenheit ihn nicht loslässt und er und Meghan selbst in ihrem neuen Wohnort nicht sicher sind.

Bradford Morrow beherrscht einen wundervollen Schreibstil, der dieses Werk deutlich aufwertet. Er erzählt mit feiner literarischer Sprache aus Williams Sicht von der großen Welt der Bücher und verstorbenen Autoren, insbesondere Arthur Conan Doyle, der in diesem Buch fast schon ein Nebencharakter zu sein scheint. Wenn man jedoch nur die Handlung des Romans betrachtet, ist diese eher langweilig und schwach gestaltet, die nicht so sehr von Spannung zeugt. Die wenig vorhandene Spannung zeigt sich erst nach den ersten hundert Seiten und es ist eines dieser Werke, die schwach beginnen, sich dann aber weiter entwickeln. Meiner Meinung nach lohnt es sich aber trotzdem diesen Roman zu lesen, auch wenn es nicht in die Spalte Thriller oder Kriminalroman passt, aber der besondere Schreibstil und das Wissen, das der Autor in dieses Buch miteinbringt, wertet die Geschichte deutlich auf. Zudem haben mir die Passagen von Wills Vergangenheit, sowie seine Gedankengänge gefallen, und das Ende dieses Romans hält Verhaltensfragen offen, die in meinem Kopf noch Tage darauf weiterspukten. 

Wer einen Roman mit literarischer Kraft und Schreibweise lesen möchte, ist hier richtig. Wer jedoch einen spannenden Thriller sucht, sollte sich lieber ein anderes Buch aussuchen.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(12)

39 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

autismus, autobiographisch, erfahrungsbericht, roman, biographie

Verstörungstheorien

Marlies Hübner
Flexibler Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Schwarzkopf & Schwarzkopf, 07.03.2016
ISBN 9783862655373
Genre: Biografien

Rezension:


Verständnis ist nicht immer einfach. Menschen unterscheiden sich, denken je nach Charakterstärken und Erfahrungen anders, verstehen vieles nicht, wollen es gar nicht verstehen. Und dann gibt es Menschen, die oft missverstanden werden. Menschen, die eine andere Denkweise haben, Menschen, für die soziale Kontakte schwer einzuschätzen sind, denen die Kommunikation schwer fällt. Die dann gerne von anders Denkenden als komisch und unhöflich bezeichnet werden, wobei in vielen Fällen andere Dinge dahinter stecken. Schüchternheit zum Beispiel, Selbstzweifel oder eben Autismus. Autismus ist eine Behinderung. Leider wird das Wort „Behinderung“ in unserer Gesellschaft gerne in eine negative Spalte gesteckt und häufig als Schimpfwort missbraucht. Da der Autismus eine unsichtbare Behinderung ist, wird auch dieses Wort oft falsch interpretiert. Autisten nehmen ihre Umgebung anders wahr, haben Probleme mit sozialen Kontakten und der Kommunikation, was häufig zu Missverständnissen führt. Über den Autismus herrscht bis heute großes Unwissen, und wird daher oft falsch dargestellt und kaum hinterfragt. 

Marlies Hübner ist selbst Autistin und will mit ihrem Buch „Verstörungstheorien“, erschienen im Schwarzkopf&Schwarzkopf Verlag, Licht in die Dunkelheit bringen und neue Perspektiven schenken. Ihre Protagonistin Elisabeth muss mit den Konfrontationen einer Welt klarkommen, die sie nicht versteht. Das Buch beginnt mit einem Ausschnitt aus dem Leben der siebzehnjährigen und noch nicht diagnostizierten Autistin Elizabeth, die den ersten Schritt zur Selbstständigkeit wagt und sogleich mit vielen unverständlichen und neuen Dingen konfrontiert wird. Der Roman erzählt in Rückblenden und heutigen Passagen und gliedert diese auf eine Art und Weise, die den Leser Schritt für Schritt näher bringt. Marlies Hübner beherrscht eine große Erzählkraft, die den Leser fesselt, berührt und zum Nachdenken bringt. Sie schreibt intim, aber mit Distanz und lässt den Leser in den Kopf einer Autistin schlüpfen. Ich bin zugleich begeistert und fasziniert von der Kraft, die aus diesem Buch ausgeht und so viel Verständnis hervorbringt. Während des Lesens spürte ich immer mehr, wie das Wort Behinderung nicht mehr zu meiner Auffassung des Autismus passt. Elisabeths Gedankengänge und Handlungen sind nachvollziehbar, obwohl man selbst vielleicht anders handeln würde und vor allem deckt dieses Unklarheiten auf, von denen man nicht mal wusste, dass sie existierten. Ich hoffe, dass viele Menschen dieses Buch lesen werden. Marlies schreibt in ihrem biografischen Roman aus der Sicht von Elisabeth: „Es juckte mir in den Fingern, das zu ändern. Die Möglichkeit zu ergreifen, Autismus eine Stimme zu geben. Darüber zu erzählen, wie es ist, mit einer Neurodiversität zu leben, ohne es zu wissen.“ (S.226). Ich denke dieses Buch ist ein großer Schritt in die richtige Richtung.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(196)

347 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 121 Rezensionen

cornwall, familie, eve chase, england, liebe

Black Rabbit Hall

Eve Chase , Carolin Müller
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 29.02.2016
ISBN 9783764505608
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(128)

211 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 81 Rezensionen

zauberer, zauberei, magie, scheidung, juden

Der Trick

Emanuel Bergmann
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.02.2016
ISBN 9783257069556
Genre: Romane

Rezension:

Diese Frage beschäftigt nicht nur mich während des Lesens, sondern auch den zehnjährigen Max Cohn, der in diesem großartigen Roman eine Menge Dinge ins Rollen bringt, als er sich auf die Suche macht, einen Zauberer zu finden.                          

Die Handlung verläuft auf zwei Ebenen: Zum einen haben wir Max im Jahr 2007, der sich nicht mit der Scheidung seiner Eltern abfinden will, und so den (einst) großen Zabbatini aufsucht, um ihn um einen Gefallen zu bitten, denn Max ist davon überzeugt, dass nur ein Liebeszauber seine Eltern wieder zusammen bringen kann. Auf der anderen Seite ist da Mosche, der sich während der Zeit des Nationalsozialismus einem Zirkus anschließt, um die Kunst der Magie zu erlernen. Er lernt schnell und er erkennt, wie er seine Rolle als Mentalist einsetzen kann und so auf kurze Zeit mit dem Namen der große Zabbatini bekannt wird. Wenn er nicht eigentlich Jude wäre, und genau dies wird ihm schließlich zum Verhängnis.   

Dem Autor gelingt es diese zwei Geschichten so stark und berührend miteinander zu verknüpfen, dass eine besondere Art von Magie entsteht. Die Charaktere wurden auf eine großartige Weise herausgearbeitet, und man hatte stets das Gefühl, dis Figuren als Personen des echten Lebens vor Augen zu haben. Vor allem der alte Zabbatini ist besonders gut gelungen, auch wenn er zuerst nicht sehr sympathisch wirkte, man konnte Verständnis für seine Handlungen sehen und dieser derbe Humor, den er an den Tag legt, bringt die Komik in den Roman. Ob es nun der stets betrunkene Zirkusdirektor, oder die Frau, die ihren Kater Adolf sucht, ist, man kann die Präsenz der Charaktere spüren und sehen.     

 Emanuel Bergmann versteht es Elemente der dunklen Geschichte raffiniert mit dem Thema Magie, Hoffnung und Glaube zu verbinden. Ich fand es großartig, wie die geschichtlichen Aspekte den Platz in diesem Roman gefunden haben. Von der Judenverfolgung im Nazi-Deutschland aus Mosches Sicht, bis zu den Kindern im 21. Jahrhundert in Los Angeles, die keine Ahnung haben, was sich hinter dem Wort Konzentrationslager verbirgt. Vor allem die Passagen zur Machtergreifung Hitlers, bei der Mosche eigentlich nur zuschauen kann, waren sehr gut herausgearbeitet und die Begegnungen mit den Nazis wurden auf eine interessante Weise dargestellt. Das Okkulte spielte in dieser dunklen Zeit scheinbar eine große Rolle, das merkt man spätestens dann, als Adolf Hitler persönlich den großen Zabbatini um Rat bittet. Was mir auch gefallen hat, waren die Stellen, in denen Mosche von einem Kommissar angeheuert wurde, um einen Fall als Mentalist zu lösen. Mir stellt sich immer wieder die Frage, ob die Menschen wirklich naiv waren, als Beispiel der Kommissar,  oder ob sie diesen Dingen nur Glauben schenkten, damit die trostlose Zeit einen Hoffnungsschimmer besitzt, aber im Grunde genau wussten, dass es nur um Tricks und "Lügengeschichten" geht, und doch eine Versicherung brauchten. Vermutlich eher zweiteres. Ich kann mir vorstellen, dass man sich in einer solchen Zeit gern in die Religion oder das Okkulte flüchtet, um sie zu überstehen. Genau dies wird in diesem Roman deutlich, denn Emanuel Bergmann besitzt einen Schreibstil, der berührt und Unausgesprochenes ausspricht.                                             

Ein besonderer, warmherziger Roman, der beweist, dass manchmal nur eine kleine gute Tat das Leben von Menschen retten kann. 

  (9)
Tags:  
 
45 Ergebnisse