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262 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 108 Rezensionen

sekte, 1969, mord, kalifornien, roman

The Girls

Emma Cline , Nikolaus Stingl
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 25.07.2016
ISBN 9783446252684
Genre: Romane

Rezension:

Vorab: Ich bin wahrscheinlich eines der seltenen Exemplare, das von der vermeintlichen Vorlage dieses Romans keinen blassen Schimmer hatte und erst durch Google diesbezüglich schlauer geworden ist. Insofern bin ich nicht in der Lage zu vergleichen wie nah Emma Cline mit ihrer Geschichte an den realen Vorkommnissen dran ist. Fakt ist: Es gibt viele Parallelen zwischen Roman und Realität.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr schwer. Für die ersten 50 Seiten habe ich 3 Tage gebraucht. Emma Clines Schreibstil ist leider so gar nicht meins. Dieser blumige Schreibstil hat mich wahnsinnig gemacht. Eine an den Haaren herbeigezogene Metapher jagt die nächste. Ich kann nicht beurteilen, ob das an der Übersetzung liegt oder im Original auch so schwülstig klingt. Fakt ist: Es nervt. Ich weiß nicht wie viele Vergleiche ich in diesem Roman gelesen habe. Zwei Beispiele: „(…) vorbei an den Motorrädern, die groß und schwer wie Kühe vor dem Haupthaus standen.“ (S. 131) und „Die Anordnung der Eichenblätter über mir verdichtete sich in glashausartiger Klarheit.“ (S. 131) Natürlich sind beide Formulierungen auch ein Zeichen für die Kreativität der Autorin und mancher Lesen wird diese besondere Kreatitivät auch zu schätzen wissen. Mein Fall ist sie jedenfalls nicht.

Trotzdem habe ich weitergelesen, denn irgendetwas musste doch dran sein an diesem viel besprochenen, hochgelobten Roman. Und ja, auch ich habe trotz des gewöhnungsbedürftigen Schreibstils Gefallen daran gefunden, weil Emma Cline eine überzeugende Charakterstudie eines Teenie-Mädchens, das sich nach Beachtung sehnt, abliefert. Es ist faszinierend wie authentisch die Autorin, die aufgrund ihres jungen Alters die 60er Jahre gar nicht selbst erlebt hat, die Atmosphäre dieser Jahre wiedergibt. Dass sie sich gut in einen Teenager und dessen Befindlichkeiten hineinversetzen kann, liegt da schon näher, da ihre eigene Teenagerzeit gar nicht so lange zurückliegt.

Die Geschichte nimmt nur langsam Fahrt auf. Neben der Haupthandlung, in der die junge Evie Bekanntschaft mit Mitgliedern einer Sekte macht, gibt es eine Rahmenhandlung, in der die gealterte, ca. 40-Jährige Evie im Mittelpunkt steht. Auf diese Rahmenhandlung hätte ich auch verzichten können, da sie die eigentliche spannende Handlung eher entschleunigt und nicht unbedingt zu mehr Erkenntnissen beiträgt.

Schade finde ich, dass das Thema „Sekte“ eher oberflächlich behandelt wird. Ich hätte mir gewünscht, dass hier noch stärker auf die Hintergründe eingegangen wird. Aber da die Geschichte aus der Sicht eines Mädchens, dass die Handlungen der Sekte nicht reflektiert, erzählt wird, war das vermutlich schwer umsetzbar. Emma Cline legt ihren Fokus auf die Protagonistin und deren Entwicklung. Es geht darum die Beweggründe eines Mädchens nachzuvollziehen, die für Außenstehende so offensichtlich in ihr Unglück rennt.


Mein Fazit:

„The Girls“ erzählt die spannende Geschichte eines jungen Mädchens, das sich nach Beachtung sehnt und diese in einer Sekte findet. Obwohl ich mit Emma Clines blumigen Schreibstil zu kämpfen hatte, bin ich froh, diesen Roman zu Ende gelesen zu haben, da die Story an sich definitiv originell und lesenswert ist.

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75 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 39 Rezensionen

gesellschaftskritik, realtiyshwos, debüt, mitbewohner, glück

A wie B und C

Alexandra Kleeman , Guntrud Argo , Michael Kellner
Fester Einband: 348 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 30.03.2016
ISBN 9783036957340
Genre: Romane

Rezension:

Bei dieser Rezension muss ich gleich mit der Tür ins Haus fallen. Was habe ich mich durch dieses Buch gequält. Fast 2 Wochen habe ich an 300 Seiten gelesen, aber aufgeben kam auch nicht in Frage. Die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt.

Obwohl ich den Einstieg vor allem aufgrund der klugen Sprache sehr gelungen fand, war mir schon nach wenigen Seiten klar, dass diese Story und ich keine Freunde werden. Weder die Leseprobe noch der Klappentext enthielten einen Hinweis darauf, dass es sich hier eine derart abstruse Geschichte handelt, deren tieferen Sinn sich mir bis zuletzt nicht erschlossen hat.

Laut Klappentext ist dies eine Geschichte über die Obsession perfekt zu sein. In Ansätzen ist dies durchaus der Fall. Die Ich-Erzählerin A ist eine junge Frau, die mit B (weiblich) in einer WG lebt und mit C (männlich) zusammen ist. Sowohl A als auch B haben ein sehr ausgeprägtes Körperbewusstsein, ernähren sich ausschließlich von Orangen und Wassereis und sehen sich zum Verwechseln ähnlich, was A ausgesprochen missfällt. Damit wäre der Plot im Groben schon zusammengefasst. Die Handlung schreitet nur sehr schleichend voran. Die Autorin legt dabei den Fokus auf scheinbar unwichtige Details wie die Beschreibung von Werbespots, dem Schälen einer Orange oder den Aufbau eines Supermarktes.

Dass die Protagonisten statt Namen nur Buchstaben tragen, soll vermutlich eine Verallgemeinerung der Figuren auf die Gesellschaft implizieren, führte bei mir aber nur dazu, dass ich gar keinen Zugang zu ihnen fand.

Es soll sich in dieser Geschichte auch noch hintergründiger Humor finden lassen, so verspricht der Klappentext. Ähm, wo genau? Gelacht oder wenigstens geschmunzelt habe ich exakt null mal. Ich empfand diese generelle Unzufriedenheit der Protagonistin eher deprimierend, so dass der Roman auf mich eher trist und nicht humorvoll wirkte.

Ich lese gerne Geschichten, die sich von der Masse abheben, aber hier wäre meiner Meinung nach weniger mehr gewesen, da diese Geschichte einfach zu abstrus und verwirrend ist. Vielleicht bin ich aber auch einfach trotz aller Bemühungen nicht dahinter gestiegen.

Mein Fazit: Durch diesen Roman musste ich mich durchquälen. Sein Sinn hat sich mir bis zuletzt nicht vollends erschlossen. Auch wenn ich die Idee das Streben nach Perfektion in den Mittelpunkt eines Plots zu rücken, sehr spannend finde, war „A wie B und C“ leider alles andere als das. Die Fokussierung auf scheinbaren Nichtigkeiten zuungunsten der fortschreitenden Handlung hat leider auch dafür gesorgt, dass ich mich recht bald auch nicht mehr an der ausgefeilten Sprache der Autorin erfreuen konnte.

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263 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 122 Rezensionen

liebe, schwangerschaft, andy jones, zwei für immer, zwillinge

Zwei für immer

Andy Jones , Teja Schwaner , Iris Hansen
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 25.01.2016
ISBN 9783352006647
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich liebe dieses Cover! Es ist so süß verspielt und frühlingshaft, was mich zusammen mit dem romantischen Titel „Zwei für immer“ sofort angesprochen hat.

Der deutsche Titel ist an den Originaltitel „The two of us“ angelehnt und passt in seiner Schlichtheit recht gut zum Inhalt.

Ich muss gleich eins vorweg nehmen: Leider vermitteln Cover und Titel einen völlig falschen Eindruck von diesem Roman. Die rote, blumige Gestaltung legt nahe, dass man es hier mit einer romantischen Geschichte für Fans großer Gefühle (=Frauen) zu tun hat. Eigentlich wollte der männliche Autor aber einen richtigen Männerroman schreiben und war selbst überrascht, dass es ein Liebesroman geworden ist.

Natürlich gibt es auch romantische Liebesromane aus männlicher Feder, aber bei Andy Jones liegt der Fokus nicht auf großen Gefühlen sondern vielmehr bietet er der Leserschaft einen authentischen Einblick in den Beziehungsalltag eines Paares. In „Zwei für immer“ geht es also nicht um „Kriegen sie sich oder nicht?“ sondern hier setzt die Geschichte da ein, wo die meisten Liebesromane enden.

Ich muss gestehen, dass ich zu Beginn (etwa die ersten 100 Seiten) nicht wirklich wusste, was ich von dieser Geschichte halten soll. Den Protagonisten mochte ich von Anfang an und auch der sehr authentische und unaufgeregte Erzählstil des Autors hat mich angesprochen. Aber irgendwie plätscherte die Story so vor sich hin. Viel Handlung gab es nicht, viele Gefühle eben auch nicht. Ich hatte keine Ahnung auf was die Geschichte eigentlich hinausläuft bis ich irgendwann kapiert habe, dass es hier gar nicht um eine Story geht bei der ein Highlight das andere jagt, sondern Andy Jones vielmehr die Höhen und Tiefen einer Beziehung, aber eben auch deren ereignisarmen, um nicht zu sagen langweiligen Alltag als thematischen Schwerpunkt setzt.

Dieser Roman ist aufgrund dessen kein Pageturner, den man nicht mehr aus der Hand legen will und trotzdem habe ich ihn gern gelesen. Andy Jones überzeugt durch einen unverklärten Blick auf das Leben in einer Beziehung, die von dem herkömmlichen „Verlieben – Verloben – Heiraten – Kinder kriegen“-Muster abweicht. Gerade diese Art wie Andy Jones scheinbar Alltägliches, Unaufregendes erzählt, ist es, die diese Liebesgeschichte zu etwas besonderem macht. Indem er auf romantische Sonnenuntergangs-Szenarien, wilde Sexszenen und herzzerreißende Liebeserklärungen verzichtet, zeichnet er ein realistisches Bild einer Beziehung.

Obwohl der Fokus des Romans klar auf der Liebesgeschichte liegt, spielen auch andere Themen wie Freundschaft, Arbeit, Familie und Krankheit eine bedeutende Rolle und werden ernsthaft in den Plot integriert. Mal sorgen sie für auflockernde Lacher, mal sind sie bedrückend – besonders die Nebenhandlung um Fishers Freund El, der an einer unheilbaren Krankheit leidet, verleiht der Geschichte zusätzliche Substanz.

Etwa ab dem letzten Drittel des Buches gibt es eine überraschende Wendung, die mich echt mitgenommen hat. Dieses letzte Drittel hat mir am besten gefallen, da es der emotionalste und ereignisreichste Teil der Geschichte war und durch ein gutes Ende überzeugen konnte.

Mein Fazit: „Zwei für immer“ ist eine ehrliche Liebesgeschichte, die auf die übliche Romantik-Überdosis verzichtet. Stattdessen überzeugt Andy Jones mit einer echten, ernsthaften Liebesgeschichte eines Paares im mittleren Alter, die durch einen unaufgeregten Erzählstil, viel Sarkasmus des Protagonisten und eine überraschende sowie zu Tränen rührende Wendung punktet.

 

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

ally taylor, liebesfunken, oceanside love stories, anne freytag, make it coun

Make it count - Liebesfunken

Ally Taylor
E-Buch Text: 279 Seiten
Erschienen bei null, 16.09.2015
ISBN 9783959269162
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ally Taylor stellt mich mit ihrem dritten Band der „Make it count“-Reihe vor ein großes Problem. Welches? Meine Rezensionen ihrer beiden anderen „Make it count“-Romane werden langsam unglaubwürdig, wenn ich hier wieder mit einem Superlativ nach dem anderen um mich werfe. Jedes Mal, wenn ich mit einem neuen Buch von ihr beginne, denke ich „Besser als das Vorherige kann es nun wirklich nicht mehr werden. Höchstens genauso gut.“ Gerade mit „Dreisam“ hat sie mich wirklich nachhaltig beeindruckt wie hier zu lesen ist. Mit „Liebesfunken“ – der Geschichte von Amy und Andrew, den wir schon aus „Dreisam“ kennen“, setzt Ally Taylor trotzdem nochmal einen oben drauf bzw. beeindruckt auf andere Art und Weise. Während es in „Dreisam“ vor allem die authentischen Emotionen waren, die mich so mitgerissen haben, ist es in „Liebesfunken“ die stets präsente und bis auf die Spitze getriebene sexuelle Spannung zwischen den Protagonisten.

Die sexuelle Anziehung zwischen den beiden nimmt in der Geschichte mehr Raum ein als im Vorgänger-Roman, dessen Fokus doch eher auf den Gefühlen der Protagonisten lag. Mir gefällt diese Verschiebung der Prioritäten ausgesprochen gut, da die Autorin den Leser damit immer wieder etwas Neues bietet, obwohl das Muster eines New Adult Romans grundsätzlich ja sehr durchschaubar ist. Es ist einfach ein Genuss den beiden Protagonisten bei ihrem Katz und Maus Spiel zu folgen. Dabei spielt es keine Rolle, dass man das gute Ende bereits ahnt – der Weg ist das Ziel und dieser Weg besteht im vorliegenden Roman allen voran aus jeder Menge prickelnder Momente.

Wie bereits von Ally Taylor gewohnt, gelingt es ihr durch die wechselnden Perspektiven zwischen Amy und Andrew deren Empfindungen und Gedankengänge nicht nur glaubhaft sondern auch fesselnd zu inszenieren. Dabei lernt der Leser außerdem nach und nach ihren Charakter kennen, mit denen die Autorin ein Exempel im New Adult Genre statuiert, in dem der klassische „Bad Boy“ zur Abwechslung mal wirklich „bad“ ist und klassische Gegenspielerin in Form eines Mauerblümchens durch eine selbstbewusste Frau, die weiß was sie will, besetzt wird. Gerade Amy ist dadurch eine unglaublich spannende Figur, die sich nicht in eine Schublade stecken lässt.

Sprachlich überzeugt die Autorin wieder einmal auf ganzer Linie mit ihrem unvergleichlich authentischen und mitreißenden Schreibstil. Sowohl Dialoge als auch Emotionen und sexuelle Handlungen werden von ihr stets mit den passenden Worten, die den Leser im Innersten berühren, umschrieben. Immer wenn ich einen „Make it count“-Roman der Autorin lese, bin ich am Ende traurig, dass die Geschichte nur so „wenig“ Seiten umfasst – ich könnte ewig in Ally Taylors Sprache versinken.

Mein Fazit: Auch mit dem dritten Band der „Make it count“-Reihe gelingt es Ally Taylor ihre treuen Leser noch zu überraschen. „Liebesfunken“ überzeugt durch eine stets präsente sexuelle Spannung, bei der – wie der Titel bereits impliziert – die Funken nur so sprühen sowie durch interessante Charaktere, die vom üblichen New Adult Muster abweichen. Wer auf der Suche nach einer Liebesgeschichte mit Happy End Garantie und jeder Menge prickelnder Momente ist, sollte diesen Roman oder am besten gleich alle Bücher der Oceanside-Reihe lesen.

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105 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

selbstmord, trauer, tod, cynthia hand, geschwister

Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks

Cynthia Hand , Sarah Heidelberger
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 10.09.2015
ISBN 9783959670029
Genre: Romane

Rezension:

Aufgrund des wunderschönen und bis ins kleinste Detail durchdachten Covers und den vielversprechenden Klappentext war meine Erwartung an „Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks“ recht hoch und die Angst, dass die Autorin derer nicht gerecht werden kann, war groß. Zum Glück war mir schon nach wenigen Seiten klar, dass diese Angst vollkommen unbegründet ist.

Der Einstieg in die Geschichte, die aus der Sicht der 18-jährigen Protagonistin Lexie erzählt wird, gelingt mühelos. Lexie ist eine sympathische Protagonistin mit Ecken und Kanten. Auch wenn man anfänglich das Gefühl hat, sie entspreche dem Klischee eines Mathe-Genies, wird im Verlauf des Plots deutlich, dass sie viel mehr ist als ein wandelndes Klischee. Durch die Ich-Perspektive, welche durch Tagebucheinträge, Briefe und kursiv hervorgehobene Rückblenden ergänzt wird, fühlt man von Anfang an mit Lexie, deren Welt sich nach dem Selbstmord ihres Bruders auf den Kopf gestellt hat, mit.

Cynthia Hands Schreibstil ist sehr flüssig, ansprechend, aber nicht anspruchsvoll und überzeugt vor allem durch einen sensiblen Umgang mit den richtigen Worten. Was diese Geschichte aber allen voran ausmacht, ist ihre Authentizität. Von Anfang an hat man das Gefühl, man liest eine wahre Geschichte und keinen Roman. Nichts wirkt konstruiert oder gekünstelt. Vielmehr gelingt es Cynthia Hand eine ernsthafte Thematik – den Selbstmord eines geliebten Menschen – einen Rahmen zu geben, der den Leser trotz aller Schwere des Stoffes nicht bedrückt. Dies gelingt ihr durch die Verbindung des Themas mit einer zarten Liebesgeschichte und an den richtigen Stellen eingesetzen Humor. Obwohl ich während des Lesens so manches Mal mit den Tränen zu kämpfen hatte, ist es insgesamt ein positiver Roman, der den Leser nicht runterzieht sondern vielmehr aufzeigt, dass es Wege gibt mit solch einem Schicksalsschlag umzugehen, auch wenn das anfangs unmöglich scheint.

Liest man Cynthia Hands Danksagung klärt sich auf wie sie derart authentisch über die Themen Trauer, Verlust und Schuld schreiben kann: Sie musste leider selbst lernen mit dem Tod ihres Bruders zu leben. Und auch wenn sie betont, dass „Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks“ keine Autobiografie ist, war dies für mich der „Aha!“-Moment. Ich denke, man kann nicht derart realistisch über solche Themen schreiben, wenn man keinen Bezug dazu hat.

Mein Fazit: Mit „Die Unwahrscheinlichkeit des Glücks“ gelingt Cynthia Hand ein absolut überzeugendes Debüt im Jugendbuch-Bereich. Wer einen klassischen Jugend-Liebesroman erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden. Wer aber bereit ist, sich auch mit ernsten Themen wie Verlust einen geliebten Menschen, Schuld und Trauerbewältigung auseinanderzusetzen, wird von dieser Geschichte durch ihre Authentizität ebenso begeistert sein wie ich. Mein Herbst-Lesehighlight 2015!

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Tags: jugendbuch, selbstmord, trauerverarbeitung   (3)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

beziehungen, briefroman, gebrochen, annette pehnt, trennung

Briefe an Charley

Annette Pehnt
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.09.2015
ISBN 9783492057288
Genre: Romane

Rezension:

„Und wenn andere Frauen ihm ins Auge fallen, schaut er einfach an ihnen vorbei, ohne dass sie es merken, er lässt seinen Blick verschwimmen, bis sie unscharf werden und zu dem werden, was sie sind: nicht seine Frau.“ (S.101)

Meinen Eindruck zu diesem Briefroman – es ist mir nicht ganz klar, ob man ihn überhaupt als solchen bezeichnen kann, da klassische Bestandteile wie Anrede und Grußformel fehlen – in Worte zu fassen, fällt mir unheimlich schwer. Grund dafür sind meine zwiespältigen Gefühle beim Lesen. Gerade zu Beginn war ich oft versucht, das Buch abzubrechen, weil ich keinen Zugang zur Geschichte fand, doch plötzlich hatte ich mich in die Sprache der Autorin verliebt und wollte am liebsten auf jeder Seite mindestens ein Zitat markieren. Dennoch hat mich das Gesamtkonzept von „Briefe an Charley“ nicht überzeugt.

Eine Frau mittleren Alters schreibt täglich (die Kapitel sind mit fortlaufendem Datum überschrieben) Briefe unterschiedlicher Länge an Charley, der diese jedoch nie bekommt, weil sie sie nicht abschickt. Den meisten Briefen vorangestellt werden Zitate aus Roland Barthes‘ Klassiker „Fragmente einer Sprache der Liebe“ von 1977, die Gedanken rund um das Schreiben und die Liebe umfassen. In den Briefen beschreibt sie Alltagssituationen, wie es zur Trennung von Charley kam und reflektiert zu einem großen Teil auch über das Briefeschreiben an sich. Dieses Grundgerüst des Romans empfand ich generell als ansprechend, wenn da nicht die Unterbrechungen durch „schlechte Geschichten“ und „Versionen über Charley“ wären. Während letzteres noch einigermaßen Unterhaltungswert bot, indem die Autorin der Briefe sich ausmalt wie Charley jetzt wohl lebt, hat sich mir der Sinn von den „schlechten Geschichten“, die genau als solche überschrieben sind, überhaupt nicht erschlossen.

Wie in der Überschrift und eingangs schon angedeutet, haben mich die Ausdrucksweise und der ungewöhnliche Sprachstil der Autorin hingegen sehr angesprochen. Auch wenn ihre teilweise unvollständigen Sätze am Anfang etwas befremdlich wirken, gewöhnt man sich schnell an dieses außergewöhnliche Stilmittel. Vor allem haben es mir Annette Pehnts Gedanken über die Liebe und Beziehungen im Allgemeinen angetan. Sie trifft den Nagel mit ihren Überlegungen nicht nur einmal auf den Kopf (siehe Zitat oben). Woran ich mich aber beim Lesen nicht gewöhnen konnte, war die Verwendung von Großbuchstaben jedes Mal wenn der Name Charley auftauchte. Das störte meinen Lesefluss ungemein und der Sinn dahinter erschließt sich mir auch nicht.

Das Ende von „Briefe an Charley“ hat mir gut gefallen: Es ist ein befriedigender Abschluss, der zudem für mich nicht vorhersehbar war.

Mein Fazit: Annette Pehnt ist definitiv eine Schriftstellerin vor der man aufgrund ihrer unvergleichlichen Ausdrucksweise den Hut ziehen muss. Das Konzept von „Briefe an Charley“ konnte mich allerdings aus verschiedenen Gründen nicht überzeugen, weshalb ich dieses Buch vor allem Lesern, die einen leichten Liebes-Brief-Roman erwarten, nicht empfehlen kann. Wer allerdings auf der Suche nach einem ungewöhnlichen Briefroman ist, der von den üblichen Mustern abweicht und durch eine kluge Sprache überzeugt, sollte es mit „Briefe an Charley“ versuchen.

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Tags: briefroman, trennung   (2)
 

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89 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

lügen, trauma, ivonne keller, familiendrama, familie

Lügentanz

Ivonne Keller
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.05.2015
ISBN 9783426515730
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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99 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

traum, wahrheit, buchhandlung, zwei leben, entscheidungen

Als ich erwachte

Cynthia Swanson , Ute Brammertz
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Diana, 02.03.2015
ISBN 9783453291669
Genre: Romane

Rezension:  
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80 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

new adult, freundschaft, liebe, geheimnisse, tod

My Sweetest Escape - Die schönste Zeit meines Lebens

Chelsea M. Cameron , Sophie Schweitzer
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 12.01.2015
ISBN 9783956491023
Genre: Liebesromane

Rezension:

Wie auch schon bei Chelsea M. Camerons “My favorite mistake” hat das Cover der deutschen Ausgabe absolut nichts mit dem Cover der Originalausgabe gemein, außer der Tatsache, dass ein Paar in Form eines hellhäutigen Mädchens und eines dunkelhäutigen Jungen abgebildet ist. Wie auch beim 1. Band ist die deutsche Ausgabe viel verspielter und braver. Alles schön in rosa/pink und ein lieb drein schauendes Mädchen, das in die Kamera blickt. Mein Fall ist das nicht, weil es einfach keinen guten Eindruck vom Inhalt vermittelt. Man denkt eher an eine romantische, kitschige Lovestory ohne Höhen und Tiefen und damit wird man “My sweetest escape” überhaupt nicht gerecht.
Gut finde ich hingegen, dass man den englischen Originaltitel beibehalten hat. “My sweetest escape” bildet eine schöne Einheit mit dem Vorgänger-Roman “My favorite mistake” und passt außerdem gut zum Inhalt des Buches. Auf den deutschen Untertitel hätte man allerdings verzichten können. Erstens mag ich diesen Sprachen-Mix nicht, zweitens ist ohnehin nichtssagend.


Nachdem “My favorite mistake” für mich eine der emotionalsten Liebesgeschichten des vergangengen Jahres war, habe ich dem Erscheinen von “My sweetest escape” natürlich entgegen gefiebert. Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht. Ich habe mich gefreut, dass viele Charaktere aus “My favorite mistake” von Anfang an wieder eine Rolle spielen, da es sich angefühlt hat wie “nach Hause kommen”. Ich denke, dass der Einstieg aber auch für diejenigen Leser, die den ersten Band nicht kennen, verständlich ist, da es sich um eine komplett neue Geschichte handelt, bei der nur eine Charaktere aus dem ersten Band wiederkehren.
Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive der Protagonistin Joscelyn erzählt, die ich gleich zu Beginn durch ihre sympathische und gleichzeitig verschlossene Art ins Herz geschlossen habe. Außerdem ist sie heimlich Bloggerin, was sie sowieso schon grundlegend sympathisch macht. In ihrer Vergangenheit, aus der immer mal wieder Szenen in kursiver Schrift in die aktuelle Handlung eingestreut werden, ist etwas vorgefallen, was Jos grundlegend verändert hat. Nach und nach erfährt der Leser mehr Bruchstücke über ihre Vergangenheit und lernt gleichzeitig den “Bad-Boy” Dusty kennen, der – Überraschung – gar nicht so “bad” ist und sich ganz offensichtlich für Jos interessiert. Er ist ein witziger, liebenswerter Kerl, dessen Charme man sich nur schwer entziehen kann. Und dann ist da noch Hannah, die ebenfalls ein Geheimnis hat und Jos Freundin an der neuen Uni wird. Sie ist nach außen hin frech, locker, selbstbewusst und insgeheim doch verletzlich.
Der Schreibstil von Chelsea M. Cameron ist wie auch schon bei “My favorite mistake” absolut fesselnd: authentisch, emotional, sprachlich ansprechend und viele spritzige Dialoge. Mit überraschenden Wendungen und emotionalen Szenen schafft es die Autorin den Leser kontinuierlich an die Geschichte zu fesseln.
Was mir an diesem Roman außerdem sehr gut gefallen hat, war die Tatsache, dass Musik eine recht große Rolle spielt. Nicht nur haben sowohl Joscelyn und Dusty hobbymäßig etwas mit Musik zu tun, es werden auch immer wieder Bands und Songs erwähnt/zitiert und dadurch nochmal eine ganz andere Emotionalität erzeugt.

Mein Fazit: “My sweetest escape” ist eine wunderschöne, mitreißende Liebesgeschichte, die ihrem Vorgängerroman in nichts nachsteht. Sympathische Charaktere und eine emotionale Handlung, die durch überraschende Wendungen nie langweilig ist, garantieren gute Unterhaltung von der ersten bis zur letzten Seite, die den Leser mit einem schmachtenen “Hach” das Buch zuklappen lässt.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

herzenssachen, kopfkino, emotional und berührend, irland, verstecke

Herzenssachen

Thomas Dellenbusch , Petra Röder
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei KopfKino-Verlag, 27.11.2014
ISBN 9783981698725
Genre: Sonstiges

Rezension:

Den Titel “Herzenssachen” halte ich für eine Sammlung von Geschichten über die Liebe für durchaus gelungen, zumal ich es mir wirklich schwierig vorstelle, einen gemeinsamen Titel für zwei so verschiedene Erzählungen zu finden.

Beim Coverbild spielt der Autor ganz offensichtlich mit dem Verlagsnamen, denn wie selbstverständlich stellt der Betrachter einen Zusammenhang zwischen dem abgebildeten Kinosaal und dem Verlagsnamen “KopfKino”. Auf der Leinwand sieht man ein händchenhaltendes Pärchen und damit ist auch das Thema des Buches sofort klar: Liebe.

Mein Eindruck


Als ich das erste Mal vom Konzept des “KopfKino”-Verlags hörte, war ich sofort begeistert. Vorlesegeschichten für Erwachsene? Das war mir bis dahin noch nicht untergekommen und hat mich aufgrund meiner großen Vorleseleidenschaft gleich neugierig gemacht. Bei dem neuesten Buch des Verlags handelt es sich um zwei Erzählungen über die Liebe mit einer jeweiligen Vorlesezeit von ca. 150 Minuten – demnach das perfekte Programm anstatt eines Blockbusters im Fernsehen. Um meinen Eindruck zum Buch gerecht wiedergeben zu können, muss ich mich jeweils einzeln auf die beiden Erzählungen beziehen, da diese so unterschiedlich sind, dass man sie nicht über einen Kamm scheren kann.

“Verstecktes Herz” spielt in den 60er Jahren in einem kleinen bayerischen Dorf. Von Beginn an gelingt es Thomas Dellenbusch die Atmosphäre der damaligen Zeit authentisch darzustellen. Untermauert wird diese Authentizität außerdem durch beiläufig eingesträute geschichtliche Fakten. Zudem hat man durch eine sehr bildliche und lebendige Sprache sowohl die Umgebung als auch die handelnden Personen förmlich vor Augen und taucht dadurch vollends in die Erzählung ein. Gerade im Hinblick auf die Tatsache, dass es sich hier um eine Vorlesegeschichte handelt, ist das natürlich unheimlich hilfreich für den Zuhörer. Neben dieser bildlichen Sprache ist es vor allem die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite, die Thomas Dellenbusch gekonnt aufrecht erhält. Teilweise hat man das Gefühl einen Krimi zu lesen – so dramatisch geht es zu.

“Liebe ist kein Gefühl” unterscheidet sich schon durch den provozierenden Titel ganz erheblich von der ersten Erzählung. Ist man doch versucht sofort zu widersprechen: “Natürlich ist Liebe ein Gefühl! Was denn sonst?” Tatsächlich liegt auf dieser These der Fokus der Geschichte von Nina, die nach mehreren gescheiterten Beziehungen der Frage nachgeht, was Liebe ist und was dazu führt, dass diese plötzlich verschwindet. Während ich zu Anfang der Erzählung durch den Hinweis auf philosophische Inhalte noch skeptisch war, was mich erwartet (ich hatte sowas Paulo Coelho-mäßiges befürchtet), hat mich der Autor letztlich mit dieser Geschichte sogar noch mehr begeistert als mit “Verstecktes Herz”. Der Grund dafür ist zum der fesselnde, ausgefeilte Schreibstil des Autors, zum anderen die tiefsinnigen Gedanken über die Liebe, die dazu führen, dass man die aufgestellten Theorien selbst hinterfragt und mit der eigenen (Liebes-)Biographie vergleicht.  Es ist faszinierend wie Thomas Dellenbusch der Spagat zwischen einer emotionalen Liebesgeschichte und einer philosophischen Abhandlung über die Liebe gelingt. Gekrönt wird das Ganze dann noch durch ein tolles Ende, das dem Leser letztlich ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht zaubert.

Mein Fazit:  Mit “Herzenssachen” veröffentlicht Thomas Dellenbusch zwei sehr unterschiedliche Erzählungen über die Liebe, die jede auf ihre eigene Weise fasziniert. Während “Verstecktes Herz” teilweise Züge eines Krimis hat und demzufolge unglaublich spannend ist, stehen in “Liebe ist kein Gefühl” eher philosophische Betrachtung über die Liebe im Mittelpunkt, die den Leser dazu bringen die eigene Einstellung zur Liebe zu reflektieren. Gemeinsam haben beide Geschichten ihre Tiefsinnigkeit und viel Dramatik. Ich kann mir sehr gut vorstellen wie man sich beide Geschichten abends auf dem Sofa gegenseitig vorliest und vielleicht sogar einige Aspekte miteinander diskutiert. Danke, Thomas Dellenbusch, für diese inspirierende, kluge Lektüre!

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97 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

new york, london, weihnachten, manhattan, romantisch

Drei Tage Manhattan - Begleitung gesucht

Tasmina Perry , Katrin Behringer
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 10.11.2014
ISBN 9783827012418
Genre: Romane

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182 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

liebe, hochzeit, eigentlich liebe, hanna, freundinne

Eigentlich Liebe

Anne Sonntag
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.10.2014
ISBN 9783492305860
Genre: Liebesromane

Rezension:

Cover und Titel lösen bei diesem Buch zwiespältige Gefühle in mir aus. Den Titel “Eigentlich Liebe” finde ich eigentlich ganz schön, wenn auch für sich allein stehend nicht besonders aussagekräftig. Hat man den Roman gelesen und kann so den Bezug zum Inhalt herstellen, stellt man fest: es hätte kein anderer Titel sein dürfen.

Aber das Cover… Nun ja… Ich finde es viel zu klischeehaft und noch dazu unpassend zum Inhalt. Die Darstellung des Titels im pinkfarbenen Kreis halte ich ja noch für gelungen: die Schriftart ist toll und der pinkfarbene Kreis sticht sofort ins Auge. Aber das Paar auf dem Cover- was soll das darstellen? Okay, von der schicken Kleidung und dem Ring am Finger der Frau könnte man auf das Hochzeitspaar schließen, aber das spielt in der Geschichte eigentlich keine bedeutende Rolle. Gerade weil es in dem Roman um drei Freundinnen geht (von denen im Übrigen keine die abgebildete Dame sein könnte), hätte ich es schön gefunden, wenn der Verlag versucht hätte, dies in irgendeiner Form abzubilden. Aber so wie das Cover jetzt ist, erinnert es mich eher an einen sehr klischeebeladenen seichten Liebesroman.

Obwohl ich ein wirklich großer Fan von Anne Freytag bin, die sich hinter dem Pseudonym Anne Sonntag versteckt, war ich doch – abgeschreckt von dem Cover – ein bisschen skeptisch, ob dieser Roman wirklich etwas für mich ist. Vielleicht mag ich ja nur Frau Freytag und nicht Frau Sonntag. Trotzdem war klar, dass ich “Eigentlich Liebe” einfach lesen musste, allein weil ich den Sprachstil der Autorin einfach liebe. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive der drei Freundinnen Hanna, Vero und Clara erzählt, was einerseits dazu führt, dass man sich in alle drei Figuren gleichermaßen hineinversetzen kann, andererseits den Spannungsbogen erhöht, weil die Autorin eigentlich an jedem Kapitelende einen kleinen Cliffhanger einbaut, der den Leser dazu nötigt, die Seiten geradezu zu verschlingen. Obwohl ich meist überfordert bin, mir Namen zu merken, gelang es mir hier schon nach den ersten drei Kapiteln, die drei Mädels zu unterscheiden, weil die Autorin ihnen sehr authentische und zugleich besondere Charaktere verleiht. Was dieses Buch zu etwas besonderem macht, ist nicht die Geschichte an sich, die (eben typisch für einen Liebesroman) ziemlich vorhersehbar ist. Es sind vielmehr die unterschiedlichen Charaktere der Freundinnen: Die drei sind grundverschieden, stehen an unterschiedlichen Punkten in ihrem Leben (Single, in einer Beziehung, frisch betrogen) und haben doch eines gemeinsam: Durch die Begegnung mit einem bis dato unbekannten Mann (drei unterschiedliche Männer) beginnen sie ihr bisheriges Leben zu hinterfragen und sind dabei nicht immer ehrlich zueinander und vor allem zu sich selbst, was ein großes Hochzeits- und Gefühlschaos zur Folge hat. Mir persönlich hatte es ja Vero am meisten angetan- ich konnte mit ihr am meisten mitfühlen, wobei auch die anderen beiden viel Potential zum “in sie Hineinversetzen” boten. Typisch für die Autorin würzt sie diese Geschichte mit einem intelligenten Humor, prickelnder Erotik und großen Gefühlen und macht “Eigentlich Liebe” so zu einem unterhaltsamen Frauenroman, den man ohne Weiteres in einer Nacht verschlingen kann. Ich tue mich schwer diesen Roman in die Kategorie “Chick Lit” einzuordnen, auch wenn er äußerlich vermutlich dort hineingehört. Aber verglichen mit anderen Romanen dieses Genres, ist “Eigentlich Liebe” doch eigentlich viel mehr als ein Chick Lit-Roman. Mein Fazit: “Eigentlich Liebe” ist eine fesselnde, romantische, witzige und gefühlvolle Liebesgeschichte, die sich zum einen durch die ausdrucksstarken Charaktere, zum anderen durch die parallele Erzählung von gleich drei Lovestorys von den üblichen Liebesromanen abhebt. Bisher liebte ich eigentlich nur den Freytag – jetzt auch Sonntag!

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535 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 98 Rezensionen

buchladen, bücher, liebe, schweden, iowa

Ein Buchladen zum Verlieben

Katarina Bivald , Gabriele Haefs
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei btb, 11.08.2014
ISBN 9783442754564
Genre: Romane

Rezension:  
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232 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 69 Rezensionen

paulo coelho, untreue, depressionen, schweiz, ehebruch

Untreue

Paulo Coelho ,
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.09.2014
ISBN 9783257069082
Genre: Romane

Rezension:  
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93 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

liebe, michelle schrenk, unter halbblauem himmel, nürnberg, freundschaft

Unter halbblauem Himmel

Michelle Schrenk , Gabriel Strack
E-Buch Text: 289 Seiten
Erschienen bei Canim Verlag, 28.06.2014
ISBN 9783942790086
Genre: Liebesromane

Rezension:

Bei diesem Roman fällt es mir wirklich schwer eine Rezension zu schreiben, da ich hin- und hergerissen bin zwischen meiner Begeisterung für die Grundidee des Buches und meiner Enttäuschung über die Umsetzung.

Zunächst einmal das Positive: Als ich las, dass es einen Soundtrack zu “Unter halbblauem Himmel” gibt, war ich von dieser Idee sofort begeistert. Die Autorin hat in Gabriel Strack einen Musiker gefunden, der ihre Geschichte in Noten gepackt hat. Hinter einzelnen Kapitel gibt es die Links zu seiner Musik. Eine geniale Idee! Die Musik ist zwar nicht so ganz mein Geschmack, bildet aber mit dem Inhalt eine schöne Einheit und spiegelt die Emotionen der Charaktere wider. Man merkt, wie sehr sich der Musiker auf die Geschichte der Autorin eingelassen hast.

Der Plot an sich hat mir auch sehr gut gefallen: Lena und Robin, beide Mitte 20, ihre ganze Jugend über beste Freunde , treffen sich nach 5 Jahren Funkstille wieder und es knistert ganz gewaltig. Beide erinnern sich an ihre Träume, die sie mit 17 hatten und während Lena vieles von dem erreicht hat, was sie sich damals vorgestellt hat, hat Robins Leben einen ganz anderen Weg eingeschlagen. Bis dahin hat mir die Geschichte richtig gut gefallen. Aber dann fing die Protagonistin an mir auf die Nerven zu gehen: sie war für meinen Geschmack einfach zu perfekt: tolles Aussehen, toller Job, macht immer alles richtig und gibt kluge Ratschläge. Ich konnte mich einfach nicht in sie einfühlen. Auch wenn sie einige Charakterzüge zu bieten hatte, die durchaus sympathisch waren (Leidenschaft für das Schreiben, als Teenie Fan der Backstreet Boys), war das Gesamtpaket für mich nicht stimmig. Am meisten hat mich ihr ständiges “Du musst dir deine Träume erfüllen!” genervt. Grundsätzlich hat sie ja nicht Unrecht, aber die häufige Wiederholung des Themas hat in meinen Augen die schöne Idee des “halbblauen Himmels” abgeschwächt. Robins Charakter fand ich hingegen glaubwürdig und sympathisch. Ich hätte mir gewünscht noch etwas mehr über seine Gedanken und Gefühle zu erfahren, aber da die Geschichte aus Lenas Sicht geschildert wird, war das schwer umsetzbar.  Auch Lenas beste Freundin Anne war ein toller Charakter: sie hat einen mitreißenden Humor und das Herz am rechten Fleck.

Durch viele Rückblicke in die Kindheit und Jugend der Protagonisten gelingt es Michelle Schrenk dem Leser die Beziehung zwischen Robin und Lena gut zu durchleuchten. Diese Wechsel zwischen Jetzt und Damals sind ihr gut gelungen und verleihen der Geschichte zusätzliche Spannung. Überhaupt ist der Erzählstil insgesamt fesselnd, aber mit der sprachlichen Umsetzung hatte ich manchmal meine Schwierigkeiten. Gerade die Dialoge waren mir an einigen Stellen zu platt.

Mein Fazit: “Unter halbblauem Himmel” bietet eine schöne Liebegeschichte mit passendem Soundtrack, die durch zu viel Moralapostelei und sprachliche Defizite leider etwas von ihrem Potenzial verschenkt.

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rache, liebe, racheagentur, agentur, lustig

Was sich liebt, das rächt sich nicht

Rose Snow
E-Buch Text: 259 Seiten
Erschienen bei null, 26.07.2014
ISBN B00M69MT3E
Genre: Liebesromane

Rezension:

Zugegebenermaßen war dies kein Roman, den ich ganz unbedingt lesen wollte, was aber daran liegt, dass Chick Lit jetzt nicht zu meinem favorisierten Genre gehört. Da der Kontakt zu dem Autorenduo aber so nett war und die Geschichte witzig klang, wurde ich dann doch neugierig.

Die Geschichte um Maya, die mir von Anfang an aufgrund Ihres Talents jede noch so kleine oder große Katastrophe mitzunehmen, sympathisch war, überzeugt vor allem durch ihre Originalität, ihre Skurrilität und ihren Witz. Während ich mir zu Beginn noch dachte “Wie unrealistisch ist das denn bitte?” gefiel mir die Geschichte mit jeder Seite, die ich las, immer mehr. Gerade weil die Story nicht “aus dem Leben gegriffen”, sondern eher ganz schön abgefahren ist, wird sie zu einem wahren Lesevergnügen. Der Sprachwitz der Autorinnen überzeugt ebenso auf ganzer Linie wie ihre liebevoll dargestellten Charaktere. Der Plot ist von der ersten bis zur letzten Seite perfekt durchdacht, abwechslungsreich und rasant.

Was mir an diesem Roman außerdem besonders gut gefallen hat, ist das Ende. Denn hier überraschen die Autorinnen den Leser nochmal mit einer tollen Schlusspointe, die zumindest für mich nicht vorhersehbar war. Eigentlich wollte ich diesem Chick Lit Roman nur 4 Punkte geben, aber mit diesem Ende hat er definitiv die volle Punktzahl verdient.

Mein Fazit: “Was sich liebt, das rächt sich nicht” ist ein absolutes Wohlfühlbuch, welches durch viel Witz, eine originelle Story und ein tolles Ende überzeugt. Wer mal wieder einen Roman lesen möchte, der keine schwere Kost, sondern einfach gute Unterhaltung bietet, sollte unbedingt zu diesem Buch greifen.

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61 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

annika bühnemann, liebe, chicklit, traummann, glück

Traummänner und andere Hirngespinste

Annika Bühnemann , Anna Fischer
E-Buch Text: 208 Seiten
Erschienen bei null, 17.07.2014
ISBN 9781500579876
Genre: Liebesromane

Rezension:

Durch eine liebe Mail der beiden Autoren bin ich auf “Traummänner und andere Hirngespinste” aufmerksam geworden. Obwohl ich gerne Frauenromane lese, sind Chick Lit Romane nicht unbedingt ein “must have” für mich. Aber die Inhaltsbeschreibung klang so witzig, dass mich die Autoren schnell überzeugt haben, das Buch zu lesen.

Eigentlich ist das Grundgerüst der Geschichte typisch für diese Gattung: Frau Mitte 30 sucht Mann für´s Leben und stößt bei ihrer Suche auf die ein oder andere Niete. Originell wird dieser Roman aber durch die Verarbeitung von fantastischen Elementen- Mariettas vermeintlicher Traummann entpuppt sich nämlich als Hirngespinst, der ihr zukünftig das (Liebes-)Leben schwer macht.
Mit viel Witz, Charme und Herz präsentieren uns die Autoren hier eine liebenswerte Protagonistin, in deren Charakter sich mit Sicherheit viele Frauen wiedererkennen. Teilweise werden im Roman auch sehr ernsthafte Fragen aufgeworfen, die den Leser selbst zum Nachdenken anregen. Diese Mischung aus Liebe, Humor und Ernsthaftigkeit ist wirklich sehr gelungen und bereitete mir viel Lesevergnügen. Gut gefallen hat mir auch Mariettas Entwicklung. Ich liebe es, wenn Protagonisten sich in einem Roman weiterentwickeln.
Einziger Kritikpunkt: Das Ende war leider absolut vorhersehbar und auch ein bisschen kitschig, was ich etwas schade fand. Insgesamt hat mich der Roman dennoch sehr gut unterhalten und amüsiert.

Mein Fazit:
“Traummänner und andere Hirngespinste” ist ein origineller Chick Lit Roman, der vor allem dadurch punktet, dass an sich als Frau oft in der Protagonistin Marietta wiederfindet. Wer gern humorvolle Liebesgeschichten ohne große Überraschungen und Katastrophen liest, dem kann ich diesen Roman nur ans Herz legen.

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133 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

thriller, mord, lügen, florida, krimi

Die Lügen der Anderen

Mark Billingham , Peter Torberg , Peter Torberg
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Atrium Zürich, 20.08.2014
ISBN 9783855350544
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Was erwarte ich von einem guten Thriller? Allen voran natürlich einen Spannungsbogen von der ersten bis zur letzten Seite, daneben aber auch interessante Charaktere und ein überraschendes Ende. All diese Kriterien erfüllt Mark Billingham mit “Die Lügen der Anderen” und schafft darüber hinaus ein Portrait über die Oberflächlichkeit der heutigen Gesellschaft.

Aufgeteilt ist die Geschichte in Oberkapitel und Unterkapitel, was sie sehr gut lesbar macht. Aus der Beobachterperspektive lernt man die im Mittelpunkt stehenden drei Paare nach und nach kennen, wobei der Erzähler zwischen Vergangenheit (der gemeinsame Urlaub der Paare in Florida) und Gegenwart (Alltag der Paare in England nach dem Mordfall während ihres Urlaubes) hin und herspringt. Die Zeitsprünge werden nicht der Überschriften kenntlich gemacht, trotzdem konnte ich ihnen gut folgen. Richtig spannend wird es dann durch einzelne kurze Kapitel, in denen ein Ich-Erzähler – der Täter – von seiner Tat und den damit verbundenen Empfindungen berichtet. Gerade diese Einschübe liest man natürlich mit besonders hoher Aufmerksamkeit, um einen Hauch von einer Ahnung zu bekommen, wer der Mörder ist. Und dabei ist die Suche nach besagtem Täter nicht das einzige Spannende. Mark Billingham präsentiert dem Leser vielmehr einen Blick hinter die Fassade. Jedes der Paare präsentiert sich gegenüber den jeweiligen Anderen zunächst als harmonisches Liebespaar. Nach und nach werden Abgründe eröffnet und es wird klar: jeder hat hier Dreck am Stecken und kommt als Täter in Frage. Dem Leser wird ein Einblick in die Psyche verschiedenster Charaktere geboten, der mal faszinierend, mal erschreckend ist.
Das Ende erscheint zunächst wenn auch unvorhersehbar, so trotzdem unspektakulär, aber dann kommt auf den letzten Seiten doch noch eine überraschende Wendung, so dass die Spannung tatsächlich bis zur letzten Seite aufrecht erhalten wird. Einziger Kritikpunkt: Für meinen Geschmack wurde die Geschichte teilweise durch unnötige Nebenstränge, die letztlich zu nichts führten, unnötig in die Länge gezogen. Beispielsweise wurde viel vom Privatleben der Ermittler berichtet und ich erwartete immer, dass dies am Ende noch irgendeine Bedeutung hat- aber die Nebenstränge verlaufen dann einfach ins Leere.

Mein Fazit:
“Die Lügen der Anderen” ist ein spannender Psychothriller, der durch raffinierte Charaktere und eine komplexe Erzählweise überzeugt. Mark Billingham zeigt uns, wie leicht der Mensch durch kleine Lügen eine makellose Fassade aufrecht erhalten kann und wie schwer es ist, diese zum Bröckeln zu bringen…

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97 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

schicksal, liebe, frauen, drama, stranges ende

Hirngespenster

Ivonne Keller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2014
ISBN 9783426515495
Genre: Romane

Rezension:

Bei diesem Buch fällt es mir wirklich schwer eine Rezension zu schreiben, da hier vor allem der Plot dafür verantwortlich ist, dass ich von Ivonne Kellers Debütroman “Hirngespenster” begeistert bin. Ich will aber nicht zu viel von der Geschichte verraten und das macht es wirklich schwierig, meiner Begeisterung Ausdruck zu verleihen. Schon allein bei der Einordnung in ein Genre wird es schwierig: Ein Frauenroman ist das nicht, ein Liebesroman auch nicht. Thriller? Nein! Krimi? Nein! Eines ist es mit Sicherheit: höchst spannend und dramatisch! Fangen wir mal beim Aufbau des Romans an: Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive der im Klappentext bereits eingeführten Personen erzählt: Da ist Silvie, die Protagonistin, die nach einem Unfall in ihrem Körper gefangen ist, Silvies Schwester Anna, die eine beduetende Rolle in Silvies Leben spielt und Sabina – die Frau, die Silvie pflegt. Alle drei sind sehr komplexe Charaktere, die nicht einfach zu durchschauen sind bzw. mit denen man auch nicht auf Anhieb sympathisiert. Obwohl sie teilweise für Außenstehende nicht nachvollziehbar oder gar unmoralisch handeln, gelingt es der Autorin, dass man sich als Leser in die drei Frauen einfühlen kann und ihre Handlungen somit wenn schon nicht gut heißen so zumindest nachvollziehen kann. Sie sind nicht perfekt und machen Fehler und wirken dadurch so authentisch. Beim Lesen hat man nicht das Gefühl, dass es sich um Romanfiguren handelt, sondern um echte Menschen mit echten Schicksalen. Es gibt viele Rückblicke in die ferne Vergangenheit (Kindheit von Silvie und Anna), in die Zeit vor Silvies Unfall und Schilderungen der Gegenwart nach dem Unfall. Der Plot ist von der ersten bis zur letzten Seite vielschichtig und bis aufs kleinste Detail gut durchdacht. Trotz der Verarbeitung von vielen schwierigen Themen wie Krankheit, Sucht, unerfüllte Liebe, familiäre Beziehungen usw. schafft es Ivonne Keller dem Leser den ein oder anderen Lacher zu entlocken (siehe Zitat oben), was diesem sehr gefühlvollen und dramatischen Plot wirklich gut tut, da man ansonsten eher ergriffen und zutiefst berührt ist. Schon nach den ersten 10 Seiten wollte ich unbedingt wissen, was mit Silvie passiert ist, ob sie wieder gesund wird und was es mit Sabina, die sie pflegt, auf sich hat. Die Spannung steigert sich durch immer mehr Dramatik von Seite zu Seite, bis sie sich wirklich erst auf den letzten Seiten auflöst- und wie! Unglaublich! Dieser Schluss… Mehr kann ich leider nicht verraten. Mein Fazit: Mit “Hirngespenster” gelingt Ivonne Keller ein meisterliches Debüt, das durch einen außergewöhnlichen, komplexen und spannenden Plot besticht, der in einem fulminaten Ende gipfelt. Ich kenne kein Buch mit dem dieses vergleichbar wäre und gerade diese Einzigartigkeit ist ein Grund, warum es von mir eine definitive Leseempfehlung gerade für graue Herbsttage gibt! Ein Buch, das man auch mehrmals lesen kann und immer wieder begeistert sein wird!

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92 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

schirac, essay, essays, jurist, schirach

Die Würde ist antastbar

Ferdinand von Schirach
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Piper, 11.08.2014
ISBN 9783492056588
Genre: Sachbücher

Rezension:

Da ich bisher drei Werke des Autors (“Schuld”, “Verbrechen”, “Der Fall Collini”) gelesen habe, von denen ich ausnahmslos angetan war, seine Essays aus dem Spiegel aber noch nicht kannte, war dieses Buch für mich ein absolutes Muss. Erst war ich skeptisch, ob es Ferdinand von Schirach gelingt, mich durch kurze Essays ebenso beeindrucken kann wie durch seine Kurzgeschichten bzw. Romane. Aber schon nach dem Einführungstext, der zugleich Namensgeber der Essaysammlung ist, war mir klar: auch dieses Buch werde ich liegen. Der Text ist ein fabelhafter Einstieg in die Lektüre und knüpft an die schon aus den vorherigen Büchern bekannten Fragen um Schuld und Strafe an.

Faszinierend finde ich an Schirachs Texten, dass es es ihm immer wieder gelingt, die richtigen Fragen zu stellen. Damit meine ich nicht Fragen, auf die man die Antwort gleich weiß, sondern eben solche, auf die man sie nicht weiß. Fragen, die man sich zum Teil selbst schon gestellt hat, deren Beantwortung aber fast unmöglich scheint. Das schönste Beispiel dafür ist sein Essay, in dem er eine Frage nach der anderen aneinanderreiht: „Verunsichert es Sie, dass Herr Rösler so jung aussieht? Oder ist das Ihnen egal? (…) Wäre Ihnen wohler, wenn in Ihrer Wohnung ein Kamin wäre? (…) Schreibt Frau Merkel ihrem Mann manchmal eine SMS, dass noch Milch eingekauft werden müsse? (…) Haben Sie schon einmal in einem Flughafen mit dem Gedanken gespielt, Ihr Gepäck unbeaufsichtigt zu lassen? (…) Geht es Ihnen gut?“ Als Leser verfolgt man unzählige kluge Gedankengänge des Autors, die manchmal nur angedeutet, manchmal auch näher erläutert werden, was automatisch dazu führt, dass man sich als Leser selbst reflektiert.

Auch wenn man kein Jurist ist, findet man sich in vielen seiner Anekdoten wieder: so schreibt er beispielsweise über die Revolution des Lesens (Ipad) , über die Schwierigkeiten und schönen Seiten des Schriftstellerdaseins, aber auch sehr persönliche Texte über seine Jugend im Internat und sein (Nicht-)Verhältnis zu seinem bekannten Großvater. Von seiner humorvollen Seite lernt man den Autor in seinem Essay über das Rauchen kennen, der mit einer herrlichen Pointe endet.

Mein Fazit: “Die Würde ist antastbar” ist eine kurzweilige, unterhaltsame Lektüre, die man in einem Rutsch lesen kann. Ferdinand von Schirachs Essays überzeugen vor allem durch die von ihm diskutierten, spannenden Themen. Und auch wenn man vielleicht nicht immer einer Meinung mit dem Autor sein wird, ist dieser Band aufgrund der brillianten Fragestellungen eine empfehlenswerte Lektüre.

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200 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

liebe, briefroman, schottland, briefe, 1. weltkrieg

Eine Liebe über dem Meer

Jessica Brockmole , Susanne Goga-Klinkenberg
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Diana HC, 24.03.2014
ISBN 9783453291508
Genre: Liebesromane

Rezension:

Zwei Jahre vor dem ersten Weltkrieg bekommt die Dichterin Elspeth, die mit ihrem Mann abgeschieden auf der Isle of Skye lebt, einen Brief aus Amerika. Ein junger Mann namens David drückt darin seine Bewunderung für ihre Gedichte aus. Es entwickelt sich eine Brieffreundschaft zwischen der Schottin und dem Amerikaner aus der mit den Jahren Liebe wird. 
Inmitten des zweiten Weltkriegs findet Elspeths Tochter Briefe eines Amerikaners an eine Frau namens Sue. Neugierig was es damit auf sich hat, beginnt sie Nachforschungen über ihre Mutter und damit auch ihre Vergangenheit anzustellen…
Das wunderschöne Cover war der Auslöser für meine Neugier auf diesen Roman. Diese Farbkombination aus blauer und pinker Schrift, die geschwungegen Buchstaben und die gezeichnete Insel im Hintergrund haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Es gefällt mir auch viel besser als das Originalcover, da dieses auf mich eher wie ein Filmplakat wirkt und das deutsche Cover mehr Spielraum für die eigene Fantastie lässt.
Der Titel an sich ist in Ordnung, aber leider nicht besonders einprägsam. Der Originaltitel "Letters of Skye" hingegen bleibt im Kopf und wenn man in ein paar Jahren diesen Titel hört, hat man sofort wieder vor Augen um was es in diesem Roman geht.
Bevor ich begann "Eine Liebe über dem Meer" zu lesen, waren meine Erwartungen an diesen Roman aufgrund vieler positiver Stimmen in der Bloggerwelt extrem hoch. Eine gefährliche Ausgangslage... Doch was soll ich sagen? Meine ohnehin schon hohen Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Mein einziger Gedanke, nachdem ich die letzte Seite des Buches gelesen habe, war: "Ich muss von vorne anfangen!". Immer wenn ich von einem Buch derart begeistert bin, fällt es mir schwer, eine Rezension zu schreiben, da die einzigen Wörter, die in meinem Kopf schweben "großartig, toll, perfekt" sind. Aber ich möchte versuchen diese 3 Adjektive zu begründen: Jessica Brockmole schreibt hier einen Briefroman, der zwischen zwei Zeitebenen wechselt: da gibt es zum einen die Korrespondenz zwischen Elspeth und David zur Zeit des ersten Weltkriegs und zum anderen die Korrespondenz ihrer Tochter Margaret mit ihrem Freund Paul (u.a.) während des zweiten Weltkriegs. Ich liebe Romane, in denen die Zeiten und Perspektiven wechseln, da sie dadurch eine immense Spannung aufbauen.  Durch die sehr persönlichen Briefe lernt man die Figuren nach und nach besser kennen und lieben, teilt ihre Gedanken, Sorgen und Gefühle. Sprachlich sind die Briefe ein absoluter Genuss (ich kam mit dem Markieren von wunderbaren Sätzen gar nicht hinterher). Die Autorin schreibt allen voran sehr gefühlvoll und ehrlich: mal witzig, mal wütend, aber immer voller Liebe. Man vergiss regelrecht, dass man einen Roman liest und taucht ganz in die Welt von David und Elspeth ein- wartet mit ihnen auf den nächsten Brief des jeweiligen Anderen. Der Leser spürt die Liebe beider auch zwischen den Zeilen - ein weiterer Beweis für Jessica Brockmoles unglaubliches schriftstellerisches Können.  Die beiden Weltkriege werden mit der nötigen Ernsthaftigkeit thematisiert, spielen eine entscheidene Rolle, aber ohne zu viel Raum in der Geschichte einzunehmen. Der Austausch von Elspeths und Davids Gedanken und Gefühlen steht dabei immer im Mittelpunkt.
 
Mein Fazit: Jessica Brockmoles Debüt ist mein persönliches Sommerbuch 2014, weil es mich so sehr berührt und begeistert hat, dass ich es am liebsten sofort nochmal lesen möchte, um all die wunderbaren Worte der Autorin in mir aufzusaugen. Dieser Roman ist eine Hommage an die Macht des geschriebenen Wortes, der in jedes Bücherregal gehört! Also los: kaufen, lesen, wohlfühlen!

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

neurosen, japan, 2014, literatur, kunst

Die gepflegten Neurosen der Mademoiselle Claire

Sophie Bassignac , Michael von Killisch-Horn
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei btb, 09.06.2014
ISBN 9783442742097
Genre: Liebesromane

Rezension:

Das Cover dieses Buches ist einfach wunderschön und so typisch französisch! Nicht nur durch den Eiffelturm im Hintergrund sondern auch die verwendeten Schriftarten und die schicke junge Frau, die dem Leser nur ihre Rückseite auf den Dächern von Paris präsentiert, vermitteln einen unglaublichen Charme. Leider wird man durch dieses leicht romantisch verklärte Cover in eine falsche Richtung gelenkt, was den Inhalt des Buches angeht, denn dies ist keinesfalls ein locker leichter Roman über eine hübsche Französin. Nahezu im Kontrast dazu steht das Originalcover und der Originaltitel: "Les aquariums lumineux", was so viel bedeutet wie "Licht-Aquarien". Das macht im ersten Moment gar keinen Sinn, kennt man den Inhalt lässt sich der Titel allerdings passend einordnen in das große Ganze. Und das Originalcover ist zwar nicht so schön wie das der deutschen Ausgabe, dafür aber passender zum Inhalt, da die Protagonistin ihre Nachbarn über den Innenhof hinweg beobachtet und analysiert.

Als großer Fan von französischen Romanen und merkwürdigen Buchtiteln hatte ich mich sehr auf dieses Buch der mir bis dato unbekannten Schriftstellerin Sophie Bassignac gefreut. Geschichten aus Frankreich versprühen oft diesen typischen französischen Charme, der sich nur schwer in Worte fassen lässt. Dies gelingt der Autorin auch in "Die gepflegten Neurosen der Mademoiselle Claire". Sowohl das Pariser Großstadtleben als auch der Charme der französischen Provinz werden sehr bildlich und authentisch dargestellt.
Der Einstieg in die Story fiel mir  schwer. Das lag vor allem am Schreibstil der Autorin, der hin und her springt zwischen leicht und nüchtern, blumig und poetisch. Zum Teil sind Ihre Worte so tiefsinnig und auch ein bisschen gesellschaftskritisch, dann wieder rational und auf den Punkt gebracht. Als ich aber dann in die Geschichte reingefunden hatte, war es genau das, was mir an dem Roman so gut gefallen hat- man muss sich nur eben erst kurz daran gewöhnen. Ebenso herausragend sind Sophie Bassignacs Charaktere im Roman, allen voran natürlich die herrlich exzentrische Claire mit ihren Neurosen. Sie ist wirklich ein außergewöhnlicher Charakter, den man aufgrund seiner Ticks und Eigenarten einfach lieben muss. Aber auch ihre Nachbarn und andere Wegbegleiter sind liebevoll mit den verschiedensten Eigenheiten skizziert. Während der erste Teil des Buches fast einer Charakter- bzw. Alltagsstudie gleicht, kommt der zweite Teil wohl einem Krimi an nähesten. Einer von Claires Nachbarn verschwindet plötzlich nachdem ein neuer Nachbar aufgetaucht ist. Nur leider entwickelt sich einfach keine Spannung. Die zweite Hälfte wirkt im Gegensatz zur ersten wenig durchdacht, was wohl auch der Grund für die fehlende Spannung ist. Man liest und liest und denkt sich "Jetzt passiert bestimmt gleich was Spannendes!", aber das ist leider nicht der Fall. Zwischenzeitlich war ich wirklich gelangweilt. Wäre da nicht Claires wunderbarer Charakter gewesen, der mir den ein oder anderen Lacher entlockt hat, hätte ich vermutlich nicht weitergelesen. Der Plot dümpelt so vor sich hin und das Ende ist ebenso unspektakulär.
Mein Fazit: "Die gepflegten Neurosen der Mademoiselle Claire" ist eine nette Unterhaltung für Zwischendurch, die vor allem durch ihre gut herausgearbeiteten, besonderen Charaktere besticht. Leider fehlt dem Plot eine spannende Handlung, so dass dieses Buch in meinen Augen kein "must read" ist.

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479 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 112 Rezensionen

liebe, jugendbuch, holly bourne, fantasy, seelenverwandte

This is not a love story

Holly Bourne , Nina Frey
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.04.2014
ISBN 9783423715850
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kurz ein paar Worte zum Cover und Titel:
Ich habe derzeit irgendwie eine Schwäche für romantische "Schmacht"-Cover und dieses ist definitiv eines davon. Witzig finde ich ja den Bruch zwischen Cover und Titel: während das Cover deutlich macht, dass es sich hier um eine Liebesgeschichte handelt, streitet der Titel dies ab. Der Originaltitel lautet übrigens "Soulmates". Wie so oft, frage ich mich, warum man einen absolut passenden englischen Titel durch einen anderen ersetzen muss... Definitiv macht "This is not a love story" natürlich neugierig, weil man sich automatisch fragt "Warum denn nicht?".

Mein Eindruck zum Buch:
Ich glaube, ich habe noch nie 512 Seiten an 2 Abenden gelesen! Das sagt eigentlich schon alles über dieses Buch. Schon nach dem Prolog war es um mich geschehen: Holly Bourne verleiht ihrer 17-Jährigen Protagonistin so viel Zynismus und Schlagfertigkeit, dass ich sie sofort ins Herz geschlossen habe. Schnell wird klar: Penny ist anders als die anderen und genau das macht sie unglaublich liebenswert. Und auch Noah ist toll - in Kombination sind die beiden einfach herrlich. Man merkt, wie viel Mühe die Autorin in die Ausarbeitung der Charaktere gesteckt hat - sie sind das Herzstück des Romans.
Die Geschichte wird aus Pennys Sicht erzählt, doch ab und zu wird ein kursiv gedrucktes Kapitel aus einer anderen Perspektive erzählt und die Zusammenhänge bleiben werden erst nach und nach aufgelöst. Erst ist man dadurch etwas perplex- erwartet man doch aufgrund des Klappentextes einen anderen Verlauf, dann neugierig und schließlich einfach nur gespannt auf den Fortgang der Geschichte. Okay, die Geschichte hat Fantasy-Elemente und eigentlich mag auch auf lieber Geschichten a la "aus dem Leben gegriffen", aber hier ergibt einfach alles ein stimmiges Ganzes und deshalb sind die Fantasy-Elemente für mich in Ordnung.

Mein Fazit:
"This is not a love story" ist eine fesselnde Liebesgeschichte, die einige unerwartete Wendungen parat hält und durch ihre sympathischen Protagonisten besticht. Wenn man nicht mit zu starren Erwartungen an eine "herkömmliche" Liebesgeschichte an dieses Buch herangeht, wird man es lieben!

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51 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

paris, liebe, ehe, glück, kindheit

Das Glück, wie es hätte sein können

Véronique Olmi , Claudia Steinitz
Buch: 224 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 14.05.2014
ISBN 9783888979279
Genre: Romane

Rezension:

Was erwartet man bei solch einem Klappentext? Ganz klar: die Geschichte einer Affäre. Was bekommt man? Ja, es ist die Geschichte einer Affäre, aber es ist vor allem auch die Geschichte über einen Mann, der mit seinen 60 Jahren noch nicht mit seiner Vergangenheit abgeschlossen hat. Dies kam für mich dann doch recht überraschend, da ich erwartet habe, dass die amour fou im Mittelpunkt der Geschehnisse steht. Vielmehr stehen Serge und seine Probleme im Mittelpunkt. Nach meiner anfänglicher Verwirrung und Enttäuschung über diese Tatsache, habe ich mich aber schnell mit dem Verlauf der Geschichte arrangieren können. Ohne Zweifel ist diese Geschichte spannend, aber wenig emotional. Véronique Olmi hat einen ganz besonderen Sprachstil, der einerseits nüchtern und direkt (Zwischenmenschliches), andererseits bildlich und verspielt (Beschreibung von Orten) ist - für mich typisch französisch.
Während die Geschichte ihren Lauf nimmt, wechseln die Perspektiven und die Zeiten ohne das dies (bspw. mittels Kapitelüberschriften) gekennzeichnet ist, was bei mir teilweise für große Verwirrung gesorgt hat. Es wird dadurch schwierig, dem Geschehen zu folgen, aber irgendwie schafft man es doch immer wieder sich in die Geschichte einzufinden.

Mein Fazit: "Das Glück, wie es hätte sein können" ist genau das, was der Titel vermuten lässt: eine melancholische Geschichte über die Liebe, verpasste Chancen und die Last der Vergangenheit. Wer lediglich eine romantische/erotische Liebesgeschichte lesen möchte, ist mit diesem Buch nicht gut beraten.

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150 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

zwillinge, magersucht, liebe, kindheit, tod

Zertrennlich

Saskia Sarginson , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei script5, 21.07.2014
ISBN 9783839001523
Genre: Romane

Rezension:

Das Cover, welches man von der Originalausgabe übernommen hat, hat mich durch die schönen Farben und die beiden Zwillingsmädchen im Vordergrund sofort angesprochen. Zusammen mit dem Titel "Zertrennlich" wird sofort deutlich, dass sich diese Geschichte um Zwillinge und deren "zertrennliche" Beziehung zueinander dreht. Anhand von Cover und Titel hätte ich allerdings nicht vermutet, dass es sich bei diesem Buch um einen Thriller handelt- eher um einen Familienroman. Der Originaltitel "Twins" ist natürlich noch plakativer und obwohl ich eigentlich immer ein Verfechter des Originaltitels bin, gefällt mir der deutsche Titel dieses Mal besser.

Der Einstieg in dieses Buch ist mir recht schwer gefallen. Da nicht nur die Handlung zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her springt, ohne dass dies mittels Jahreszahlen o.ä. angezeigt wird, sondern auch die Perspektive zwischen der Ich-Erzählerin Viola und der 3.Person-Erzählweise aus der Sicht Isoltes wechselt, fiel es mir teilweise wirklich schwer dem Handlungsstrang zu folgen. "Zertrennlich" ist definitiv kein Buch, welches man mal eben im Zug oder nebenher auf dem Sofa liest, dessen sollte man sich bewusst sein.
Die Geschichte um die Zwillinge Isolte und Viola beginnt in der Gegenwart und offenbart gleich zu Anfang eine große Distanz zwischen beiden, die offensichtlich in einem Erlebnis ihrer Kindheit begründet liegt. Nach und nach erfährt der Leser durch Violas Rückblenden mehr über ihre Kindheit an der Ostküste Englands und die Gründe für das Zerwürfnis der Schwestern. Während ich Violas Verhalten und Gefühle durch die Ich-Perspektive noch halbwegs nachvollziehen konnte, war mir Isolte komplett fremd und unsympathisch.
Durch die detailreiche Schilderung der Kindheitserlebnisse beider inklusiver Landschafts- und Naturbeschreibungen etc. zog sich die Geschichte für meinen Geschmack zu sehr in die Länge. Das typische Merkmal eines Thrillers ist der Spannungsbogen, der dem Leser einen Nervenkitzel beschert und dieser war hier leider nur sporadisch vorhanden. Insgesamt hat das Buch einen sehr düsteren und deprimierenden Charakter durch die behandelten Themen wie Magersucht, Alkoholismus und Gewalt. Das Ende lies mich unbefriedigt und deprimiert zurück.

Mein Fazit: Insgesamt "Zertrennlich" ist ein sehr anspruchsvoller, düsterer Roman, der weniger durch Spannung besticht, sondern eher durch die authentische Darstellung der emotionalen Beziehung von Zwillingen von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter. Ich hatte einfach etwas anderes, nämlich einen spannenden Thriller erwartet, so dass ich dieses Buch Lesern mit einer ähnlichen Erwartungshaltung nicht empfehlen kann.

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