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328 Bibliotheken, 18 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

fantasy, liebe, verrat, venda, attentäter

Die Chroniken der Verbliebenen - Das Herz des Verräters

Mary E. Pearson
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.05.2017
ISBN 9783846600429
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Menge an Fantasyreihen im Bereich Jugendbuch hat in den letzten Jahren – befeuert durch Erfolge wie die „Tribute von Panem“ - eine unüberschaubare Zahl angenommen. Und dementsprechend gibt es Vieles, was ich angelesen habe und gar nicht empfehlen kann. Ich kenne die erste Reihe von Mary E. Pearson leider noch nicht. Aber nach dem Buch „Der Kuss der Lüge“ war ich sehr angetan und habe mich gefreut, als endlich der zweite Band angekündigt wurde. Und was soll ich sagen? Ich wurde rund rum zufrieden gestellt.


„Das Herz des Verräters“ führt die Handlung ohne Unterbrechung fort und schlägt dabei tatsächlich einen neuen Ton an, da Lia und Rafe im feindlichen Palast festgehalten werden und vor allem Lia gezwungen ist, fremde Seiten an sich zu entdecken, ihren Kampf jetzt auch mit Verstellung und Lügen fortzusetzen, da erst einmal das Überleben das Wichtigste ist. Und erst an zweiter Stelle die Flucht, die schwierig und nur mit Hilfe ihrer Freunde zu schaffen sein wird. Es ist ein Spiel gegen die Zeit, ein Machtkampf gegen den Komizar. Mehr will ich gar nicht verraten. Es macht einfach Spaß diesen zweiten Teil selber zu entdecken.

Der Schreibstil ist all-age-tauglich und oftmals bleiben einem Beschreibungen – vor allem der Gedanken und Gefühle – im Gedächtnis, weil sie schön formuliert und durchaus von einer angenehmen Wahrhaftigkeit sind, die ich in Jugendromanen meistens vermisse. Auch ist die Liebesgeschichte, bzw. die Dreiecks-Geschichte, nur ein Nebenschauplatz und entwickelt sich langsam und nicht so holterdipolter, wie in anderen Romanen dieses Genres. Also alles Fallen, die die Autorin souverän umschifft und so, obwohl sie natürlich die Lesewünsche ihrer Fans bedient, dennoch eine erfrischende und spannende Story erzählt, die dank eines fiesen Cliffhangers nach der Fortsetzung schreit, die im Oktober rauskommen soll.

Eine unbedingte Leseempfehlung von mir.

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(22)

56 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

tondern, historischer roman, krieg in pommern, waisenhaus, spitzenklöppln

Das Haus der schwarzen Schwäne

Jelle Behnert
Flexibler Einband: 491 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.05.2017
ISBN 9783746633145
Genre: Historische Romane

Rezension:

Leider hat mich dieses Buch ratlos zurückgelassen. Ich lese viele historische Romane und ich mag es gerne auch mal etwas dramatischer und nicht kitschig. Aber diese Geschichte ist wirklich schwere Kost und weder die Handlung noch die Protagonisten konnten mich fesseln. In einer bemüht gehaltvollen, etwas altertümlich anmutenden Erzählweise wird Falka und ihr hartes, entbehrungsreiches Leben geschildert. Sie erleidet eine Menge Schicksalsschläge und landet schließlich bei den Klöpplerinnen, einem Berufszweig, der ziemlich ausgebeutet wurde. Das Mädchen entwickelt einen tiefen Groll gegen Männer und gegen deren Vormachtstellung in den Köpfen der damaligen Menschen. Dabei verrennt sie sich ziemlich und plant ein Reich nur für Frauen und Mädchen. Und ihre Kolleginnen und sie werden fast zu einer Sekte in ihrem Kampf gegen die Männer. Manchmal hatte ich das Gefühl, die Autorin wechselt das Genre und rutscht ins Fantastische ab. Auch sind die Gedanken von Falka mir zu revolutionär gewesen und hätten besser 200 Jahre später gepasst.

Ich habe ewig gebraucht, das Buch zu lesen und kann es leider nicht wirklich empfehlen. Gerade noch zwei Sterne von mir.

 

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(98)

170 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 90 Rezensionen

krimi, polizeiseelsorger, mord, liebe, selbstmord

Glaube Liebe Tod

Peter Gallert , Jörg Reiter
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.05.2017
ISBN 9783548288918
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dieser Roman hat mich sofort ansprechen. Das klingt im ersten Augenblick seltsam, denn ich bin aus der Kirche ausgetreten und stehe dem Glauben sehr skeptisch gegenüber. Aber das Eingangsszenario eines Polizei-Seelsorgers, der in einem Kriminalfall „ermittelt“ spricht mich aus mehreren Gründen sehr an. Es ist ein ungewöhnlicher Hauptdarsteller und wie er mit seinem Glauben umgeht – er verhandelt und feilscht und hofft darauf, dass Gott nicht immer zusieht – hat mir schon in der Leseprobe ausgesprochen gut gefallen.

Und ich wurde auch vom restlichen Buch nicht enttäuscht. Die Krimihandlung ist nicht neu aber durch die Sichtweise des Seelsorgers Martin erhalten die Geschehnisse tatsächlich eine ganz neue Dimension und die teils schrullige Art des Mannes hat mich erheitert, berührt, ja auch mal an mich selber erinnert. Auch die anderen Rollen sind interessant und stimmig besetzt. Für eine Reihe finde ich so etwas mindestens so wichtig wie den Mordfall.

Der Schreibstil ist flott und schnörkellos. Die Zwischentöne sind nicht mit dem Holzhammer, oft sind sie in den Gesprächen oder Aktionen der Personen versteckt. Man merkt, meiner Meinung nach, dass hier eine Verfilmung durchaus angedacht ist. Sicherlich ist noch Luft nach oben, aber mir hat das Buch Lust auf mehr von diesem Autorenduo gemacht.

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(32)

53 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

lügen, tod, selbstmord, geheimnisse, mord

Der Tag, an dem wir dich vergaßen

Diane Chamberlain , Marion Ahl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 08.05.2017
ISBN 9783959670852
Genre: Romane

Rezension:

Gefühlvoll und dramatisch, so würde ich diese Geschichte zusammenfassen. Aber dabei bis auf das etwas weichgespülte Ende keineswegs kitschig. Als Mann bin ich bei solchen Büchern ja immer etwas skeptisch - lese aber Familiengeschichten einfach sehr gerne und suche deshalb immer nach neuen AutorINNen. Diane Chamberlain war mir noch unbekannt und der Klappentext interessant genug, um an einer Leserunde teilnehmen zu wollen.

Es hat sich für mich tatsächlich gelohnt, denn die Autorin ist bemüht, ihre Heldinnen und Helden realistisch und mit psychologischem Tiefgang zu beschreiben. Dabei baut sich durch einen mutmaßlichen Selbstmord/Mord noch einen kleinen Nervenkitzel ein. Riley war mir symphatisch und ich konnte die Verluste und überraschenden Entdeckungen mit ihr mitempfinden. Auch die familiären Verwicklungen, die Lügen der Eltern, die Probleme des Bruders... alles zusammen ergab ein fein gestricktes Netz. Genau so, wie es meiner Meinung nach auch im realen Leben sein könnte. Das hat mir gut gefallen.

Wie gesagt, am Ende hätte es für meinen Geschmack nicht ganz so harmonisch sein müssen. Und der Fokus war sehr stark auf Riley. Ich als Mann hätte es gerne gelesen, wenn Bruder Danny noch ein bisschen mehr in Szene gesetzt worden wäre.

Auf jeden Fall hat es mich neugierig gemacht auf weitere Romane dieser Autorin.

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(144)

332 Bibliotheken, 14 Leser, 0 Gruppen, 125 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, cora carmack, stormheart, stormheart - die rebellin

Stormheart - Die Rebellin

Cora Carmack , Birgit Salzmann , Alexandra Rak , Carolin Liepins
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.05.2017
ISBN 9783789104053
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Was mir gefallen hat:

Stormheart hat eine für mich neue Fantasy-Grundidee. Nämlich die von Stürmen, die fast wie Lebewesen agieren. Sie sind böse und hinterhältig, haben Vernichtung und Tod im Sinn oder sind zumindest auf Randale aus und sie haben ein Herz, dass man ihnen nehmen kann. Es gibt viele verschiedene Stürme und jeder hat eigene Magie. Es gibt Sturmjäger, die diese Magie oder gar ihre Herzen rauben wollen und dann verkaufen, damit handeln, sie als Waffe gegen andere Stürme verwenden.

Das ist wirklich eine tolle Variante und wird mit ziemlich guten Beschreibungen untermauert. Hier hat die Autorin alles richtig gemacht.

 

Was mir weniger gefallen hat:

Die Akteure sind leider zum Großteil sehr schablonenhaft und durchschaubar. Bis auf Cassius, von dem man immer nur Häppchenweise etwas erfährt, gab es keine großen Charakter-Überraschungen, ja ich würde sogar soweit gehen, dass mich die Einfaltspinsel Aurora und Lock ziemlich genervt haben mit ihrem Liebeskram. Beide finden sich von Anfang an toll. Sie verschweigen aber ihre Gefühle und Aurora noch ihre wirkliche Herkunft. Und doch fühlen sie sich magisch angezogen und das sieht sogar ein blinder mit Krückstock. Hier hätte ich mir mehr Raffinesse erwartet.

Ebenfalls gestört hat mich der allgemeine Plot. Aurora ist keineswegs eine Rebellin sondern eine Prinzessin auf der Flucht und da sie ihre Kräfte, so sie sie denn hat, nicht beherrscht und auch nicht so wirklich an Politik interessiert ist, weiß ich gerade nicht, wie es zu dem Untertitel gekommen ist.

 

Fazit:

Gutes Potential, solide Sprache aber zu einfach gestrickt und ohne Überraschungen. Hier wird Potential verschwendet. Das ärgert wirklich und deshalb vergebe ich für den ersten Band nur 3 Sterne.

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182 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 75 Rezensionen

münchen, familiengeschichte, geschichte, starke frauen, judenverfolgung

Das Haus der schönen Dinge

Heidi Rehn
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2017
ISBN 9783426519370
Genre: Historische Romane

Rezension:

Als geborener Münchner musste ich diesen Histo lesen. Ich kannte die Autorin Heidi Rehn vorher nicht.

Das Cover passt hervorragend zum Inhalt. Der Schreibstil ist sehr gut lesbar und die Autorin versucht sich auch an dem bayerischen Dialekt und der Münchner Lebensart un dverwebt beides mit den historischen Fakten. So sollte ein guter historischer Roman auch sein.

Mir war vorher nicht ganz klar, dass die Familie Hirschvogel nur eine erfundene ist. Aber es fällt kaum ins Gewicht, denn die Geschichte ist wirklich authentisch erzählt und man meint sogar, schon mal von diesem Kaufhaus gehört zu haben. Vor allem die Frauen sind es, die diesen Roman beleben und im Kaufhaus Hirschvogel das Zepter in der Hand haben.

Das Buch ist interssant aber irgendwie konnte es mich nicht ganz überzeugen. Die Personen waren mir allesamt nicht besonders sympathisch. Außerdem waren die Gespräche mir an einigen Stellen zu aufgesetzt und vorhersehbar und die diversen Münchner zum Großteil so, wie sich wohl der Norddeutsche uns vorstellt. Schablonenhaft volkstümlich, leicht naiv.

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(88)

144 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 68 Rezensionen

thriller, rainer löffler, martin abel, brutal, gummersbach

Der Näher

Rainer Löffler
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.04.2017
ISBN 9783404174546
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Martin Abel ist Fallanalytiker. Diese Damen und Herren mag ich in Krimis immer besonders gerne. Sie sind nicht, wie die Gerichtsmediziner, fürs Grobe zuständig, sondern für die Psyche eines Täters. Und da gibt es meist Spannendes zu entdecken. So auch hier in meinem ersten Roman von Rainer Löffler. Ohne Vorkenntnis der ersten beiden Bände hatte ich trotzdem keine Probleme in die Geschichte rein zu finden. Hilfreich war vielleicht, dass Abel diesmal an einen anderen Ort als seinen angestammten berufen wird und da mit fremden Kollegen zu tun hat. Er ist zur Unterstützung in Gummersbach.

Durch die wechselnden Perspektiven und schnelle Szenenwechsel erhält das Buch ein hohes Tempo und man bekommt viele verschiedene Eindrücke und hat auch mal mehr Wissen, als die Ermittler und Abel. Dadurch ist es besonders unterhaltsam mitzuerleben, wie sie diesen Rückstand wieder wett machen und dem Täter nach und nach auf die Schliche kommen. Der Plot hat ein paar Überraschungen und eine gelungene Auflösung.

Ich finde selten Krimis und Thriller aus deutschen Landen, die sich mit den internationalen Bestsellerautoren direkt vergleichen lassen. Dies liegt auch daran, dass die Deutschen vor allzu viel Blut und Gewalt oft zurückschrecken. Dieses Problem hat Herr Löffler aber nicht. Man muss sich auf einige ziemlich harte Szenen gefasst machen und ich fühlte mich an Chris Carter und ähnliche erinnert. Da ich nicht so empfindlich bin, hatte ich damit kein großes Problem. Ob es immer unbedingt nötig gewesen wäre, sei dahingestellt. Mir hat der Krimi ausgesprochen gut gefallen und ich werde mir demnächst die Vorgänger genehmigen. Dicke Leseempfehlung.

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177 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 91 Rezensionen

historischer roman, ottonen, otto der große, rebecca gablé, mittelalter

Die fremde Königin

Rebecca Gablé , Jürgen Speh
Fester Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 27.04.2017
ISBN 9783431039771
Genre: Historische Romane

Rezension:

Endlich geht es weiter mit Otto dem Ersten. Im „Haupt der Welt“ konnten wir seine ersten Regierungsjahre erleben, haben seine Brüder kennen- und seine Freunde lieben gelernt. Im zweiten Band ist Otto verwitwet. Sein erster Sohn Liudolf bereits ein junger ungestümer Mann. Otto hegt den Wunsch, sein Reich um Italien zu vergrößern, ja, er strebt nach der Kaiserkrone, die ihm der Papst verleihen könnte. Deshalb heiratet er die junge italienische Königin Adelheid. Aber nicht jeder ist von dieser Wahl begeistert und als sie die ersten Söhne zur Welt bringt, begehrt Liudolf aus Angst vor dem Verlust seiner älteren Rechte auf und das Reich droht im Familienstreit zu zerfallen.

Wie immer wählt Rebecca Gablé eine fiktive Figur als Hauptdarsteller. Diesmal ist es der Panzerreiter Gaidemar, der den hohen Herrschaften an die Seite gestellt ist und sie schon mal aus brenzligen Situationen retten muss, dem König treu dient und sich nach und nach zu einem veritablen Helden entwickelt. Interessant sind diesmal aber vor allem die geschichtsträchtigen Personen für mich gewesen. Otto I., den seine Untertanen ob seiner tiefen Gläubigkeit und seiner gewonnenen Schlachten verehren, seine junge und kluge Frau Adelheid, die als starkes Eheweib den König mit Rat und Tat maßgeblich unterstützt, diverse eheliche und uneheliche Söhne, der intrigante und bitterböse Bruder Henning und jede Menge anderer Nebenfiguren, die durch Persönlichkeit bestechen und in diesem historischen Schauspiel teilweise sehr wichtige Rollen spielen.

Es wird geliebt und gelitten, gekämpft und gestritten. Hass und Missgunst, Ehrgeiz und Intrige, politische Raffinesse und hinterhältige Giftanschläge, aber auch Ehre und Anstand, Treue und Liebe gibt es in dieser Geschichte zu finden. Rebecca Gablé hält die Zügel fest in der Hand und führt den Leser sicher und mit einigen großen und kleinen Überraschungen durch das Buch.

Wenn man das Werk von Rebecca Gablé über die letzten 16 Jahre verfolgt und wie ich alle Bücher von ihr gelesen hat, dann ist man beeindruckt von der Kontinuität, mit der sie Bestseller abliefert. Allen Büchern – so auch diesem – ist die hervorragende Recherche anzumerken und der Erzählstil ist über die Jahre gereift und ein Genuss. Alle ihre Romane gehören zur Oberliga der historischen Romane. Aber natürlich hat man Lieblinge darunter, an denen man die anderen Bücher messen möchte. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass „Die fremde Königin“ nicht ganz an „Das Haupt der Welt“ herankommt. Manche Dinge waren für mich etwas vorhersehbar und Gaidemar ist unter den ganzen Gablé-Männern fast ein wenig eindimensional ausgefallen. Das ist natürlich „Jammern auf hohem Niveau“. Ich habe das Buch dennoch gerne gelesen und kann es empfehlen. Ich würde mich sehr freuen, wenn es nicht das Letzte Buch über die Ottomanen ist.

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42 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

sylt, historischer roman, eifersucht, strandräuberin, www.die-rezensentin.de

Die Strandräuberin

Ines Thorn
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 11.04.2017
ISBN 9783352008986
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem mir „Die Walfängerin“ von Ines Thorn so gut gefallen hat, war ich gespannt auf „Die Strandräuberin“, die ja ebenfalls auf Sylt spielt. Allerdings zeitlich früher, was mich erst etwas überrascht hat, da ich irrtümlich dachte, es könnte eine Fortsetzung sein. Was mir von Anfang an gefallen hat, war wieder die Stimmung, die die Autorin meiner Meinung nach perfekt einfängt. Durch die karge Landschaft und die Härte des Lebens durch die Unbillen der Natur ist immer eine melancholische Grundstimmung zu spüren. Die Entfernung zum Festland reduziert zwangsläufig die Darsteller auf ein Mindestmaß und  den Menschen geht es um die grundlegenden Dinge des Lebens. Um Freundschaft, Liebe und das nackte Überleben. Das spürt man ganz stark auch wieder bei der zweiten Insel-Geschichte und ich empfand diese Reduzierung auf das Wesentliche sehr angenehm und entspannend.

Es ist ein Buch über eine schwierige Jugendfreundschaft, die an der Gesellschaft aber auch an der Verschiedenheit der beiden jungen Frauen zerbricht. Beide ringen nach der Liebe und Nähe, erst zur Freundin, später zu einem Mann. Historische Kleinigkeiten und Fakten geben dem Setting den nötigen Schliff. Ein relativ schmales und deshalb schnell zu lesendes Buch, welches mir ausgezeichnet gefallen hat. Ich mag diesen unaufgeregten Stil der menschliche Dramen ohne viel Kitsch und Tamtam beschreibt.

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41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

london, humor, teufel, geldheirat, dichter

Der Gentleman

Forrest Leo , Cornelius Reiber
Fester Einband: 296 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 11.04.2017
ISBN 9783351036737
Genre: Romane

Rezension:

„Der Gentleman“, das Erstlingswerk des englischen Autors Forrest Leo, ist durch und durch very british. Schon am Cover mag der aufmerksame Käufer erahnen ,dass das Buch sich nicht so einfach in ein Genre einordnen lässt. Der sarkastische Plauderton ist sehr trocken und es reiht sich dabei Scherz an Pointe, schlauer Spruch an Randbemerkung. Der Hauptcharakter des Dichters Lionel Savage ist borniert, exaltiert, auf aristokratische Weise stinkfaul und überheblich und er bringt dies auf unnachahmlich elegante Weise auch zum Ausdruck. Und nicht genug, wird aus der Teilperspektive des treuen Butlers Simmons durch unzählige, mal längere mal knapp gehaltene, Fußnoten den Erzählungen seines Arbeitgebers noch etwas angemerkt, wobei dieser meist wiederspricht oder klar stellt, wie es wirklich war.

Nachdem ich mir bewusst gemacht habe, dass wir uns ja im London 1850 befinden, konnte ich mir Savage lebhaft vorstellen in seinem gepflegten Haus am Pocklington Place, wo er über seine Zweckehe und seine Schreibblockade jammert und seine Frau zum Teufel wünscht, da er sie für alles Negative in seinem Leben verantwortlich macht. Damit löst er allerdings Geschehnisse aus, die er so nicht bedacht hat und er macht sich auf die Suche nach seinem Eheweib, wobei ihm die energische Schwester und der Schwager zu Hilfe eilen.

Ich hatte ja mit einer ungewöhnlichen Geschichte gerechnet, aber zeitweise ist sie wirklich sehr durchgeknallt und schräg. Man muss sich von Anfang an auf Lionel Savage und seinen Charakter einlassen, sonst wird die Sache etwas anstrengend. Als ausgleichender Pol ist der Butler immer mit geerdeter Ruhe und Gelassenheit bei der Hand und am besten hat mir sowieso die Schwester gefallen, die als quirlige 16-jährige ihren unterkühlten Bruder aus seiner Lethargie herausreist.

Wie gesagt – very british.

 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Die Sommer, die wir hatten

Louisa Young , Claudia Feldmann
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 07.04.2017
ISBN 9783471351512
Genre: Romane

Rezension:

„Die Sommer, die wir hatten“ ist der dritte Band einer wunderschönen historischen Buchreihe der englischen Autorin Louisa Young. Und hoffentlich nicht der letzte. Sicherlich kann man auch quereinsteigen und mit diesem Teil anfangen. Aber damit vergibt man sich auf jeden Fall das Vergnügen des ersten Buches „Eins wollt ich dir noch sagen“ - dem Beginn einer der schönsten Liebesgeschichten, die ich je gelesen habe. Und auch der Nachfolger „Alles, worauf wir hofften“ sollte vorher genossen werden.

Auch im dritten Teil findet die Autorin einen angenehmen, sprachlich brilliantenTon, mit dem sie die teils tragischen und dramatischen Geschehnisse ebenso einfühlsam und ehrlich erzählt, wie die scheinbaren Unzulänglichkeiten des ganz normalen Alltags. Die großen und kleine Sorgen einer ungewöhnlichen Patchwork-Familie haben mich schon nach wenigen Seiten wieder so gefesselt, dass mir beim Lesen das Herz aufging. Die Autorin ist eine hervorragende Beobachterin und lässt ihre Protagonisten vor dem inneren Auge des Lesers lebendig werden. Und man muss sie lieben, die Hauptdarsteller. Neben Riley und Nadine, die man schon aus den Vorgängern gut kennt, sind es diesmal vor allem die Kinder Tom und Kitty und die italienischen Bekannten, allen voran Nenna, die in einer Zeit aufwachsen, die zwischen zwei Weltkriegen eine ganz besondere ist. Die jüdische Gemeinde in Rom spielt ebenso eine große Rolle wie der neu aufflammende Antisemitismus in weiten Teilen Europas und die politischen Entwicklungen in Italien - mit dem drohenden Gespenst des zweiten Weltkrieges. Aber es ist natürlich auch die Geschichte einer weiteren großen Liebe, die in den sonnendurchfluteten Straßen Roms ihren Anfang nimmt und über alle gesellschaftlichen und räumlichen Grenzen hinweg nach einem glücklichen Ende verlangt.

Das Buch ist frei von jeder Art von Kitsch. Es ist ergreifend und wunderschön. Es ist erschreckend in seiner Ehrlichkeit, lebensklug und voller menschlicher Wärme. Louisa Young schreibt sich mit jedem neuen Buch weiter in meinen ganz persönlichen Olymp der besten Schriftsteller, die ich kenne und schätze. Ich wünsche diesen drei Büchern möglichst viele Leser und Leserinnen. Damit steigt auch für mich die Chance, dass noch viele Romane von ihr in Deutschland erscheinen. Hier auch ein Lob an die Übersetzung. Ohne das Original persönlich zu kennen, scheint es mir doch eine sehr gelungene Transkription des Ursprungstextes.

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77 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 12 Rezensionen

tee, china, botanik, päonie, robert fortune

Der englische Botaniker

Nicole C. Vosseler
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 08.05.2017
ISBN 9783959671033
Genre: Romane

Rezension:

Zu diesem Buch habe ich gegriffen ohne wirklich zu wissen, um was es genau geht, denn ich mag die Autorin einfach gerne und wurde noch nie enttäuscht. So ging es mir auch diesmal.

„Der englische Botaniker“ Robert Fortune (was für ein sinnträchtiger Name) begibt sich auf eine Reise ans andere Ende seiner ihm bekannten Welt, nach China. Dort möchte er versuchen die Fauna und Flora aber vor allem die damals so wertvollen Teepflänzchen zu erforschen und wenn möglich ein paar in die Heimat mitnehmen. Ein Jahr soll dieses Unternehmen dauern und er lässt Frau und Kind dafür zurück.

Aus wechselnden Perspektive erfahren wir nicht nur einiges über die Botanik, über Teepflanzen, über die Mentalität der Chinesen und ihren Wunsch, die Teepflanzen vor den unflätigen Europäern zu schützen. Auch das Gefühlsleben des Forschers, welches heftig durcheinander gewirbelt wird und die Innenwelten einer jungen Chinesin, die Fortune Einblicke in dieses fremde Land gewährt, werden beschrieben und entfalten vor dem geneigten Leser eine spannende und interessante Geschichte die ohne Kitsch aber doch mit einer Portion Gefühlen daherkommt. Vor allem die Abschnitte mit seiner Frau haben mich ein bisschen an die Geschichten über andere Forscherehefrauen wie z.B. die von Captain Cook erinnert, die ein hartes und undankbares Los zu Hause hatten.

Vosseler schreibt in verschiedenen Genres und schafft es dabei hervorragend ihren Schreibstil anzupassen. Mir sind ihre historischen Bücher - wie dieses hier - die liebsten. Und deshalb kann ich diesen hervorragenden Roman nur allen empfehlen, die sich für Asien, fremde Kulturen, historische Bücher - und gute Unterhaltung ganz allgemein - interessieren.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

krefeld, 17. jahrhundert, historischer roman, mennoniten, renk

Die Heilerin

Ulrike Renk
Flexibler Einband: 619 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 11.04.2017
ISBN 9783746633251
Genre: Historische Romane

Rezension:

Von Ulrike Renk kannte ich bereits die Australien-Trilogie. Ich schätze an dieser Autorin sowohl die interessanten Fakten und Details, als auch die angenehme Personenbeschreibung und die Nähe, die zu den Charakteren entsteht. Auch, dass die Personen einen realen Hintergrund haben, tatsächlich gelebt haben, finde ich toll und ich war gespannt, wie mir denn eines ihrer frühen Werke - oder ist es sogar ihr erstes überhaupt – gefallen würde.

Erst war ich etwas überrascht, dass der Roman nicht wie von mir erwartet zum größten Teil in Amerika spielt, sondern ziemlich lange in Krefeld. Es ist ein Familienroman mit der zentralen Frauenfigur der Margaretha, die durch ihre Mutter zu einer heilenden Frau ausgebildet wird. Interessant war auch, dass sie den Mennoniten angehört, einer Glaubensrichtung, von der ich noch nicht so viele gelesen hatte. Wie viele kleinere Glaubensgruppen wird sie verfolgt und lebt am Rande der Gesellschaft.

Das Buch ist ziemlich dick und es besticht nicht durch atemlose Spannung – wie eigentlich keines von Renks Büchern – sondern durch eine ruhige aber durchaus intensive Erzählweise. Es geht hier nicht darum, den Leser zum Durchrasen des Buches zu bringen sondern man kann sich mit der Zeit und den Menschen auseinandersetzen und erfährt einiges Neues.

Schöner historischer Roman.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

buch, online

Icarus

Deon Meyer , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 11.04.2017
ISBN 9783746633046
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich schätze Deon Meyer schon seit Jahren als Autor spannender Kriminalromane und freue mich immer über Neues. Aber diesmal hat sein Roman für mich ein ganz eigenes Flair entwickelt, denn ich bin kurz vorher erst aus dem Südafrika-Urlaub zurückgekommen und habe dieses Land endlich persönlich und nicht nur durch Meyers Bücher kennengelernt. Deshalb kam das Südafrika-Feeling mit doppelter Wucht bei mir an, als ich jetzt „Icarus“ gelesen habe. Und ich kann sagen, dass Meyer sein Land und seine Landsleute gut einfängt und diese spezielle kniffelige Situation der Rassen – und der noch nicht sehr lange zurückliegenden Apartheid – so bei mir ankommt, wie ich sie jetzt in meinen drei Wochen Rundreise auch erlebt hatte.

Bennie Griessel hat einen schweren Fall. Und wo er sich im letzten Band noch im Griff hatte, passiert jetzt das Unausweichliche. Er erleidet einen Rückfall und betrinkt sich. Diese persönliche Niederlage beeinflusst natürlich auch die anstehenden Ermittlungen und Bennie fällt es schwer, sich auf die Arbeit zu konzentrieren, wo doch privat alles aus dem Ruder zu laufen droht. Im Zentrum der Geschichte stehen die Winzer in der Umgebung Kapstadts. Ich musste ständig an meine eigene Weinprobe denken. Meyer lässt sich diesmal Zeit, bis er die Spannungsschrauben anzieht. Während er in „13 Stunden“ aufs Tempo drückt, erzählt er hier entspannt und teilweise sogar mit einem Augenzwinkern, vor allem wenn es um den Kollegen von Bennie, Cupido, geht.

Ein solider Krimi aus Südafrika. Ehrlich und mit einem gebrochenen Helden. Vielleicht nicht der beste Meyer-Krimi, aber immer noch eine Empfehlung wert.

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239 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 105 Rezensionen

bienen, roman, bienensterben, zukunft, vergangenheit

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

Rezension:

Wer dieses Buch liest bekommt drei Geschichten in einer – oder eine große zusammenhängende, je nachdem, wie man es sieht.

1852 in England versucht ein Mann einen neuen Bienenstock zu entwickeln. Im Jahr 2007 muss ein Imker mitansehen, wie das große Bienensterben droht, seine Existenz zu vernichten. Und im Jahr 2098 lebt eine arme Landarbeiterin davon, dass sie Blüten mit der Hand bestäubt, da die Bienen endgültig ausgestorben sind.

Ein wichtiges Thema unserer heutigen Gesellschaft, bereits mehrmals in Filmen und Artikeln besprochen. Es ist aktuell und ich finde es großartig, dass dieser Roman sich bemüht dieser Bedrohung eine Stimme zu geben ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu arbeiten. Vielmehr bemüht die Autorin Maja Lunde sich darum, den Protagonisten eine Stimme zu geben, ihren Überlebenskampf und ihre Probleme, die mittelbar alle mit den Bienen zusammenhängen, zu schildern und durch Empathie den Leser aufmerksam zu machen auf diese kleinen fleißigen Tiere, die wir nur mit Honiglieferungen gleichsetzen und die doch das große Rad der Natur am Laufen halten.

Das Buchcover ist ein hervorragendes Beispiel für minimalistische und dabei perfekt passende Bildgestaltung. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich kann es empfehlen.

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(37)

44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

meer, roman, wal, montauk, wale

Als das Meer uns gehörte: Roman

Barbara J. Zitwer
E-Buch Text: 389 Seiten
Erschienen bei Aufbau Digital, 17.03.2017
ISBN 9783841212757
Genre: Sonstiges

Rezension:

An diesem Buch hat mich einfach alles angesprochen.

Zu allererst das wunderschöne Cover. Ein großer dunkler Schatten der einen kleinen Schwimmer bedroht. Dazu der ansprechende Titel „Als das Meer uns gehörte“. Auch der Klappentext verspricht eine Geschichte von Trauer, Einsamkeit aber auch Liebe und Neuanfang.

Nachdem ihr Mann ermordet wurde flüchtet Tess mit ihrem gehörlosen Sohn aus der gewohnten Umgebung und sucht Zuflucht am in einem kleinen Ort am Meer bei ihrem Onkel Ike. Ihr Sohn ist ihr fremd geworden, da sie viel gearbeitet hatte, um für den Lebensunterhalt der Familie zu sorgen. Ihr Mann war zuhause beim Kind geblieben. Nach seinem Tod fällt es Mutter und Sohn schwer, zu einer innigen Nähe zurückzufinden. Die Trauer, der Schmerz aber auch die Entfremdung sind tief und der kleine Robbie macht es ihr nicht leicht. Erst die Begegnung mit einem Wal und dem Walforscher Kip lassen den Jungen langsam auftauen und über die Beziehung zu dem Biologen findet eine Annäherung an die Mutter statt.

Eine vielversprechende Ausgangslage. Leider habe ich mich mit dem Erzählstil der Autorin schwer getan. Mir fehlten oft die nötigen Beschreibungen, wie die Personen sich verhalten oder was sie empfinden. Barbara Zitwer nutze wohl bewusst Leerstellen und Zeitsprünge, um dem Leser Freiraum für eigene Gedanken zu lassen. Aber mehr als einmal fehlten mir die nötigen Informationen, um die Handlungen der Akteure einordnen zu können. Auch wird der Erzählfluss immer wieder relativ abrupt unterbrochen. Es fehlte mir irgendwie ein richtiger Fluss. Tess blieb mir fremd und das Ende war unglaubwürdig und etwas holprig – wie der ganze Text. Das Buch lässt mich etwas unzufrieden zurück.

 

 

 

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182 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

dystopie, marthas widerstand, kerry drewery, death is justice, schuld

Marthas Widerstand

Kerry Drewery , Sabine Bhose
Fester Einband: 426 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783846600436
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Marthas Widerstand“ spielt in einer Utopie unserer nahen Zukunft. Die Judikative  Gewalt ist abgeschafft wenn es um die Aburteilung von Mord und Totschlag geht. Es gibt weder Anwälte noch Richter noch eine Gerichtsverhandlung. Statt dessen wird eine siebentägige Liveshow veranstaltet – nach dem Muster von „Deutschland sucht den Superstar“ oder „…das Supermodel“. Sieben Tage werden die Angeklagten vorgeführt und ihre Straftat nach allen Regeln der Medienkunst ausgeschlachtet und durchgekaut. Dabei geht es nur oberflächlich um die Wahrheit. Eigentlich ist alles Fake und die Fernsehzuschauer, die live täglich darüber abstimmen dürfen, ob der oder die Angeklagte am Ende zum Tode verurteilt werden soll, werden durch den Moderator und die Art der Berichterstattung von Anfang an beeinflusst, ja teilweise regelrecht belogen. Jedem ist das auch bis zu einem gewissen Grad klar und dennoch erfreut sich diese neue Form der Rechtsprechung großer Beliebtheit und wird von Staat und durchführendem Sender als gerecht und effektiv angepriesen.

Die noch minderjährige und verwaiste Martha wird mit einer Waffe in der Hand neben einem erschossenem Fernsehstar gefunden und gesteht sofort, diesen ermordet zu haben. Die Psychologin, die sie in den sieben Tagen der Fernsehshow begleiten soll, hat von Anfang an den Verdacht, dass sie lügt und versucht das Mädchen dazu zu bringen, ihr Geständnis zu wiederrufen und wenigsten zu versuchen, dem Todesurteil durch die Zuschauer zu entgehen. Aber Martha verschweigt die Wahrheit und als Leser bekommt man schnell den Eindruck, dass sie etwas ganz bestimmtes mit all dem bezweckt. Ihre Hinrichtung soll irgendwie die Menschen zum Umdenken bringen.

In Rückblenden und durch die Suche der Psychologin Eve erfährt man Stück für Stück aus Marthas Vergangenheit. Vom Tod der Mutter, vom tatsächlichen Leben des ermordeten Fernsehstars, von seinem Sohn, der mehr als ein Freund von Martha geworden ist, von Eves Mann, der selbst wegen Notwehr durch eine Fernsehshow zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde.

 

Die Geschichte von „Marthas Widerstand“ liest sich leicht und fesselte mich von Anfang an. Die Ausgangslage erscheint vielleicht etwas weit hergeholt und unrealistisch. Aber ich habe es ziemlich schnell akzeptiert, dass die überzogene Darstellung sich als Parabel und als Warnung gleichermaßen sehr gut macht. Es geht darum, wie sehr der Mensch sich von den Medien beeinflussen und verbiegen lässt, wie sehr er die Verlogenheit akzeptiert und dennoch mitmacht bei der Verurteilung von Menschen, die sich nicht wehren können und der falschen Berichterstattung vollkommen ausgeliefert scheinen. Mir hat auch gut gefallen, dass der Blickwinkel oft gewechselt wird und man vor allem Eve sehr nahe kommt, während Martha lange geheimnisvoll und ihr Plan undurchschaubar sind.

 

Ein empfehlenswertes Buch und mit seiner ansprechenden Covergestaltung und dem spannenden Finale eine runde Sache.

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391 Bibliotheken, 24 Leser, 2 Gruppen, 191 Rezensionen

thriller, london, ragdoll, serienmörder, mord

Ragdoll - Dein letzter Tag

Daniel Cole , Conny Lösch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 27.03.2017
ISBN 9783548289199
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Ragdoll“ hat mit Sicherheit ein erstklassiges Promotion-Team. Das Cover ist furchteinflößend und zieht den Thrillerleser magisch an. Der Titel ist ungewöhnlich und geheimnisvoll. Okay, beim Klappentext könnte man schon etwas stutzig werden, denn der ist etwas knapp gehalten und einen Hauch reißerisch. Aber manchmal verbirgt sich hinter all diesen Zutaten ja ein Klasse Buch.

Ragdoll – dein letzter Tag ist der erste auf Deutsch erschienene Band des Autors Daniel Cole. In seiner Schreibweise erinnert er mich stark an Ethan Cross. Männlich und mit dem Charme eines Holzfällers. Da ist zum einen Detektive Wolf, der seinem Namen alle Ehre macht. Er ist ein einsamer Wolf in seinem Polizeirevier, der ungern im Rudel ermittelt sondern lieber den harten Mann spielt und seine eigenen Wege geht. Natürlich wurde gerade erste eine Suspendierung aufgehoben, natürlich ist er geschieden und nicht bei allen ganz oben auf der Beliebtheitsscala. Das ist natürlich ein gängiges Krimischema und leider kommt das Buch auch irgendwie nicht aus diesem belanglosesn Schema raus. Der Mörder agiert extrem brutal und ist Wolf lange mehr als einen Schritt voraus. Er schickt eine deutliche Drohung an seinen Verfolger und fordert Wolf damit heraus.

Aber der Plott ist relativ durchsichtig gestrickt und leider nicht besonders glaubwürdig. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass alles etwas überspitzt und fast wie in einer Persiflage dargestellt ist. Man kann das Buch gut lesen, weil die Sprache sehr einfach und geradlinig ist. Es gibt leider keine besonders überraschenden Wendungen und der Hauptdarsteller war eindimensional unsympathisch gezeichnet. So richtig überzeugen konnte mich Ragdoll leider nicht. Durchschnittsware leider kein Thrillerhighlight für mich.

 

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90 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

überlebenskampf, tod, insel, extremsituation, auszeit

Herz auf Eis

Isabelle Autissier , Kirsten Gleinig
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Mare Verlag, 07.03.2017
ISBN 9783866482562
Genre: Romane

Rezension:

Louise und Ludovic machen ein Jahr Auszeit und segeln dorthin, wo sie sich das Besondere erhoffen. Eine unberührte Natur, Ausblicke, die den Alltag überdauern, das Einerlei des Lebens sprengen. Sie suchen nach einem Gefühl von Freiheit und Selbstbestimmung. Zu diesem Zweck erkunden sie eine einsame abgelegene Insel irgendwo bei den Falklandinseln. Bei einer Wanderung werden sie von einem Unwetter überrascht und schaffen es nicht mehr rechtzeitig auf ihr Segelboot. Sie suchen Schutz in einer Hausruine. Aber am nächsten Morgen ist das Boot verschwunden. Auch wenn sie sehr unterschiedlich scheinen, so sind sie doch ein ganz normales Paar.  Aber auf der Insel beginnt ein grausamer, schier aussichtsloser Überlebenskampf. Hunger und Verzweiflung drückten die beiden zu Boden. Die Ausnahmesituation bringt beide an den Rand ihrer Kräfte und ihre Partnerschaft bröckelt unter dem Gefühl von Todesangst und verändert ihre Werte und ihre Gefühle.

Das Buch bedient sich einer eindringlichen, angenehm ehrlichen Sprache. Der Autor beleuchtet die Gefühle und Gedanken seiner Protagonisten. Er lässt ihnen keine Hoffnung, führt sie über den Abgrund hinaus und reduziert alles auf den unbändigen menschlichen Überlebenswillen - und erzählt dann was geschieht, wenn einer überlebt und einer zurückbleibt.

Ein sehr anspruchsvolles und nicht unbedingt heiteres Leseerlebnis. Mir gefiel auch das aufs Wesentliche reduzierte Cover sehr gut.

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

mars, science fiction, wißbegier, science fictio, abenteue

Red Planet - Roter Planet

Robert A. Heinlein
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 01.12.2016
ISBN 9783945493731
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Red Planet von Robert A. Heinlein hat bereits über 60 Jahre auf dem Buckel. Das merkt man dem Text auch ein bisschen an. Es liest sich ähnlich anderen als Jugendbuch deklarierten Büchern, die mein Vater noch aus seiner Jugendzeit im Schrank stehen hat. Die Leichtigkeit eines heutigen Jugendbuches hat es meiner Meinung nach nicht. Es ist eine Mischung aus naivem Erwachsenenbuch und Kinderbuch.

Das Leben und Überleben auf dem Mars ist einfacher als gedacht. Die Menschen haben sich als Kolonialisten auf den zwei Marshälften etabliert. Je nach Jahreszeit leben sie mal auf der einen, mal auf der anderen Seite. Sie haben sich auch teilweise mit den dort bereits ansässigen Spezies arrangiert. Zumindest meinen sie das. Es ist ein bisschen ein Buch über verschiedene Kulturen und Lebenssituationen. Und damit nicht ganz unaktuell.

Es liest sich einfach und im letzten Drittel durchaus auch mit wachsender Spannung. Irgendwie hatte ich mir aber mehr davon erhofft. Gerade noch so 4 Sterne. Ich wüsste gerade nicht, in welche Altersgruppe ich das Buch wirklich ansiedeln sollte.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

sabotage, fürstenberg, wehr, flößer, rhein

Der Pakt der Flößer

Ralf H. Dorweiler
Flexibler Einband: 558 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783404174461
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Der Pakt der Flößer“ ist mein erster Roman von Ralf H. Dorweiler.
Bei historischen Romanen gibt es meiner Meinung nach drei Kategorien. Die, die reine Trivialliteratur sind; die, die durch die Vielzahl an geschichtlichen Daten oft überladen und etwas zäh oder schwer lesbar sind; und die, die man nicht mehr aus der Hand legen kann, weil sie so spannend und interessant zugleich sind, dass das Lesen das reine Vergnügen ist.

Genau zu letzterer Kategorie gehört dieser historische Roman.
Jakob Finkh, Sohn eines angesehenen Schiffers und Vorsitzenden der Flößerzunft, schafft es tatsächlich, dass der Vater ihn mit nimmt auf eine ungewöhnliche Handelsfahrt, wie sie im 17. Jahrhundert auf dem Rhein noch betrieben wurde. Es werden riesige Holzfloße gebaut, mit mehreren 100 Mann Besatzung, die die ganze Strecke bis nach Amsterdam übers Wasser geschickt werden, um sodann, dass transportierte Holz dort gewinnbringend zu verkaufen. Ein abenteuerliches Unterfangen. Nicht nur ein geschäftliches Risiko sondern durchaus auch eines für Leib und Leben, da der Rhein mit Hochwasser, Flußengen und Stromschnellen aufzuwarten hat. Und dann gibt es auch noch ein konkurrierendes Floß einer anderen Schiffersgemeinschaft und es entwickelt sich ein Wettrennen darum, wer als erster am Ziel ist und den Zusatzgewinn einstreichen darf.

So mitreißender wie der Rhein, so ist auch die Geschichte. Jakob ist ein kluger Kerl, der einem mit seiner Art schnell sympathisch ist. Der Autor hat in die Geschichte auch gleich noch eine Art Krimi verpackt und natürlich darf auch eine zarte Liebesgeschichte nicht fehlen.

Ich war rund herum begeistert und habe das Buch in wenigen Tagen verschlungen. Für mich hatte es keine Längen und ich habe noch einiges Neues lernen können. Ich hoffe sehr, dass ich bald Neues von diesem tollen Autor lesen darf.

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74 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 54 Rezensionen

schottland, 1869, 19. jahrhundert, thriller, historischer krimi

Sein blutiges Projekt

Graeme Macrae Burnet , Claudia Feldmann
Fester Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Europa Verlag , 08.02.2017
ISBN 9783958900554
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Geschichte an sich ist schnell erzählt.

Der gerade mal 17-jährige Roderick Macrae tötete 1869 im ländlichen Schottland seinen Nachbarn und dessen zwei Kinder. Er gesteht die Morde sofort und während er auf seinen Prozess wartet, schlägt ihm der Anwalt vor auf zuschreiben, wie sein Leben war und wie es zu der Tat kam. Er erhofft sich dadurch Einsichten in die Psyche des Jungen und Material, um diesen vor Gericht verteidigen zu können, denn am Anfang sieht alles nach einem brutalen sinnlosen Mord aus, für den keiner eine Erklärung hat.

Darum geht es auch in diesem Roman. Darum, zu hinterfragen, warum es zu diesen Morden kam. Zu klären, ob dieses Ereignis unabdingbar war. Ob Roderick den Verstand verloren oder andere Gründe hatte.

Auch seine Nachbarn und Freunde sollen zu Wort kommen. Der Autor rollt also die Tat von mehreren Seiten akribisch auf und der Leser kann sich ein gutes Bild von Land und Leuten, von Armut und Familienumständen machen.

Eigentlich eine interessante Idee. Ich fand das Ganze aber etwas langweilig und ermüdend. Ich hatte mit mehr Spannung gerechnet. Vielleicht lag es aber auch am Erzählstil, der mich leider nicht wirklich fesseln konnte.

Das Buch war einfach nicht mein Geschmack.

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188 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 81 Rezensionen

scarlett cole, liebe, under your skin, gefühle, halt mich fest

Under Your Skin - Halt mich fest

Scarlett Cole , Alexandra Hölscher
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.01.2017
ISBN 9783548288581
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Under your Skin ist eine neue Reihe von Scarlett Cole. Im ersten Band unter dem Titel „Halt mich fest“ geht es um Harper Connelly, die ein Tattoo machen lassen möchte, welches die Narben auf dem Rücken verbergen soll, die ihr Ex-Freund ihr zugefügt hatte. Sie wählt das Studio von Trent Andrews und wählt als Motiv ein großes Flammenschwert.

Wenn man dieses Buch liest sollte man bedenken, in welches Genre es fällt. Liebesroman und zusätzlich Young Adult. Zielgruppe sind also sicherlich weibliche Teenager. Unter diesen Kriterien läuft erst mal auch das Cover, welches ein Paar im Bett zeigt. Die Erotik wird bereits eindeutig in den Vordergrund gelegt. Der Schreibstil ist einfach und knapp, hat einen plaudernden Ton, der leider sehr wenig Raffinesse hat. Dieses Manko haben leider viele Bücher dieses Genres, eines welches ich unnötig finde, denn auch jungen Frauen ist es zuzutrauen, anspruchsvollere Texte zu lesen. Und ich finde, Liebesgeschichten müssen nicht immer so profan sein und „können durchaus auch Tiefgang“.

Demensprechend ist mein Fazit, dass das Buch keinerlei Überraschungen hat. Es ist genau dass, was man erwarten darf, wenn man es zur Hand nimmt. Eine nette Liebesgeschichte, zwei Protagonisten, die beide Verletzungen haben und sich gegenseitig heilen können. Eine Prise Erotik, aber harmlos und unverfänglich. Den letzten Stern kann ich nicht vergeben, da mir das Besondere gefehlt hat. Aber man kann die Story gut und schnell weg lesen.

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185 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 113 Rezensionen

thriller, moor, krimi, maya, mooresschwärze

Mooresschwärze

Catherine Shepherd
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Kafel Verlag, 01.11.2016
ISBN 9783944676067
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es war mein erste Buch, dass ich von der Autorin Catherine Shepherd gelesen habe. Mich hat vor allem der Titel angesprochen, da ich Bücher mag, die bereits eine Andeutung über den Schauplatz des Geschehens machen und ich Moorlandschaften sehr mag. Das Cover war nicht ganz meins. Es wirkte für mich fast etwas schnulzig und dürfte eher die weibliche Leserschaft ansprechen. Zumindest konnte man bereits vermuten dass es sich um einen Mysteriethriller handelt.

Hauptprotagonistin ist die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz. Aber das Buch wird nicht nur aus ihrer Perspektive erzählt, sondern von verschiedenen Seiten aus. Das fand ich positiv, da ich kein Fan der Ich-Erzählung bin. Ihr zur Seite steht der Ermittler Florian Kessler, mit dem sie ziemlich gut harmonisiert. Da könnte noch mehr draus werden als reine Kollegialität.

Die erste Leiche weist bereits ungewöhnliche Tätowierungen auf und weist überraschend in die weite Ferne zu den Maya-Kulturen. Bald wird klar, dass es sich um einen Serientäter handelt und bei den darauf folgenden Ermittlungen wird Julia auch persönlich stark involiert.

Frau Shepherd schreibt flott und unterhaltsam. Sie versucht ihren Darstellern eigene Charakter zu geben und den Leser mit überraschenden Wendungen und glaubhaften Ermittlungen zu überzeugen. Dies gelingt ihr auch in weiten Teilen und es kam keine Langeweile auf und das Buch wollte zügig gelesen werden. Von mir gute vier Sterne.

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95 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 61 Rezensionen

schweden, mord, thriller, stockholm, rache

Der Mörder und das Mädchen

Sofie Sarenbrant , Hanna Granz
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 17.02.2017
ISBN 9783352008931
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Immer wieder begebe ich mich gerne aus meiner Lese-Komfort-Zone und versuche mich an neuen interessanten Autoren. Und manchmal landet man dabei einen richtigen Volltreffer. Dieses Jahr ist mir das bereits mehrmals geglückt. Und dazu gehört auch Sofie Sarenbrant und ihr erstes auf Deutsch erschienenes Buch „Der Mörder und das Mädchen“. Es handelt sich um eine gelungene Mischung aus Psychothriller und Kriminalroman.

Im Zentrum der Geschichte stehen mehrere Frauen. Da ist zum einen Cornelia, die es endlich geschafft hat und den Weg in die Freiheit von ihrem gewalttätigen Mann sucht. Als dieser ermordet wird und ihr eine hohe Lebensversicherung winkt, gerät sie ins Visier der Ermittler, die sie ganz oben auf ihrer Liste der Verdächtigen haben. Dazu kommt ihre kleine Tochter, die behauptet, den wahren Mörder gesehen zu haben. Und dann ist da die schwangere Ermittlerin Emma, die nicht glaubt, dass die Lösung des Mordfalles wirklich so einfach ist. Nebenher hat sie sich mit ihrem Ex-Mann rumzuschlagen, der ihr als Stalker folgt.

Besonders hat mir der Erzählstil gefallen, der durch kurze Kapitel und verschiedene Perspektiven Tempo und Spannung erzeugt. Außerdem schien mir die Polizeiarbeit realistisch beschrieben und gibt dem Leser die Möglichkeit mit zu rätseln. Das Buch ist angenehm unblutig und hat trotzdem einen überraschenden Showdown. Außerdem ist man am Ende sehr gespannt, wie es mit Emma weitergeht. Ein toller Krimi einer interessanten neuen Autorin.

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