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51 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

meerjungfrau, london, imogen hermes gowar, bordell, 18. jahrhundert

Die letzte Reise der Meerjungfrau

Imogen Hermes Gowar , Angela Koonen
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 29.03.2018
ISBN 9783431040821
Genre: Romane

Rezension:

Die letzte Reise der Meerjungfrau“ hatte mich mit Titel und Klappentext eigentlich schon am Haken. Und die Leseprobe offenbarte, dass hier ein ungewöhnliches und ungewöhnlich schön geschriebenes Buch auf mich wartet. Meine Erwartungen wurden gleich in mehrfacher Hinsicht voll und ganz erfüllt.

Mr. Hancock, ein angesehener Londoner Händler lebt in seiner Komfortzone und auch ein bisschen in der Vergangenheit, bevor die Frau ihm gestorben ist. Seine Nichte Sukie führt ihm mit Herzblut und Übermut den Haushalt. Alles geht seinen gewohnten Gang, bis einer seiner Kapitäne von einer Reise ein ungewöhnliches Exemplar einer angeblichen Meerjungfrau mitbringt. Der Händler versucht, mit der Neugierde seiner Mitmenschen Geld zu machen und stellt das Exponat aus. Schon bald ruft das eine geschäftstüchtige Puffmutter auf den Plan, die den Run auf die Meerjungfrau für ihre eigenen Geschäftszwecke nutzen will. Dort lernt Hancock die Kurtisane Angelica kennen und entbrennt in ungeahnter Leidenschaft. Die junge Dame weiß, was sie will und verlangt als Beweis seiner Liebe eine lebende Meerjungfrau.

Das Buch besticht nicht nur durch die Sprache, die tatsächlich ein Genuss ist, sondern auch durch viele facettenreiche Charaktere und eine Handlung, die vor allem von den Entwicklungen der Personen lebt und ein ums andere Mal mit interessanten und ungewöhnlichen Geschehnissen und Beschreibungen zu überraschen weiß.

Die gesellschaftlichen Verhältnisse der Londoner Gesellschaft werden klug und auf eine feine Art geschildert. Die Meerjungfrau setzt durch ihr bloßes Erscheinen eine Spirale in Gang, der sich alle, die näher in Kontakt mit ihr kommen, nicht entziehen können. Dabei geht es nicht nur um das große Geld. Hancocks scheinbar eingeschlafenes Seelenleben kommt gehörig durcheinander und die unterschiedlichen Wünsche und Träume der Huren harmonieren nicht unbedingt immer mit seinen Plänen.

Imogen Hermes Gowar gelingt ein ungewöhnliches, bildreiches Buch, welches auf langsame und fast bedächtige Art von großer Aufregung und gewaltigen Umbrüchen erzählt. Der Wunsch danach, die Meerjungfrau wäre echt und es gäbe auch eine lebende zu finden, zieht sich auch beim Lesen durch die Geschichte und die Autorin gibt den Akteuren und dem Leser scheinbar gerne, was er sich wünscht und manchmal zeigt sie ihm auch erst im Laufe der Geschehnisse, was er eigentlich braucht und wünscht.

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242 Bibliotheken, 18 Leser, 0 Gruppen, 74 Rezensionen

sarina bowen, the ivy years, lyx verlag, rollstuhl, liebe

The Ivy Years - Bevor wir fallen

Sarina Bowen , Ralf Schmitz
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei LYX, 29.03.2018
ISBN 9783736304505
Genre: Liebesromane

Rezension:

Liebesgeschichten mag ich eigentlich nur, wenn sie gut geschrieben sind. Also ohne allzu großen Kitsch. Gerne mit Witz und Ironie. Gerne, wenn die Akteure nicht schablonenhaft und eben nicht perfekt sind.

Corey sitzt im Rollstuhl mit einer Lähmung. Also eine Heldin, wie ich sie noch nicht hatte. Ansonsten ist sie aber ein kluges Mädel welches versucht, das dramatische Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen und sich von der Bemutterung der Eltern zu lösen.

Und Adam, ja der ist der typische Teenie-Schwarm. Gutaussehend, charismatisch, sportlich. Und er behandelt Corey wie jedes andere Mädchen. Das macht ihn sympathisch und dass sie sich in ihn verliebt ist von der ersten Begegnung an klar. Er ist da etwas blind für seine Gefühle und hat eine echt ätzende Freundin, die er erst mal loswerden muss. Aber er hat auch so noch einiges zu klären bevor er erkennen kann, dass Corey eben mehr ist, als jedes andere Mädchen.

Der Erzählstil hat mich voll und ganz überzeugt. Sehr erfrischend und unterhaltsam. Ich kannte die Autorin nicht und werde sie im Auge behalten. Nicht nur für Teenager sondern auch für ältere Semester durchaus eine Leseempfehlung.

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

thriller, südafrika, benny griessel, fortstzuntg, deon meyer

Die Amerikanerin

Deon Meyer , Stefanie Schäfer
Fester Einband: 209 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 09.03.2018
ISBN 9783352009143
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich bin ein Deon Meyer Fan. Und ich lese alle Bücher von ihm. Nach Fever – in dem der Autor mal das dystopische Genre ausprobiert hat – kommt mit „Die Amerikanerin“ jetzt wieder ein neues Buch über Bennie Griessel. Die Freude wird lediglich dadurch eingeschränkt, dass das Buch extrem kurz ist. Das ist schade, denn es macht wieder großen Spaß dem südafrikanischen Ermittler in seiner Arbeit und seinem Privatleben zu folgen.

Der Erzählstil ist wie immer spannend und eindringlich, allerdings gibt es kaum überraschende Wendungen und auch die privaten und beruflichen Feinheiten bleiben wegen der Kürze des Buches etwas dünn. Der Plot wird geradlinig und stimmig erzählt. Bennies Privatleben ist diesmal eher ruhig und harmonisch. Ein guter Krimi. Bitte mehr davon und bitte wieder in der üblichen Ausführlichkeit.

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76 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

rembrandt, historischer roman, amsterdam, eva völler, malerei

Tulpengold

Eva Völler
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 23.02.2018
ISBN 9783431040845
Genre: Historische Romane

Rezension:

Es ist die große Zeit des Tulpenhandels. Tulpen werden mit viel Gold und Geld erworben, sind Kapitalanlagen und Spekulationsobjekte. Jeder möchte mit ihnen in möglichst kurzer Zeit einen möglichst großen Gewinn machen. Eines Tages stirbt auf offener Straße ein Tulpenhändler. Schnell ist klar, er wurde vergiftet. Und er bleibt nicht der letzte Tote.

Währenddessen beginnt der junge Pieter eine Lehre beim großen Maler Rembrandt. In dessen Haushalt ereignen sich bald Dinge, die einen Zusammenhang mit den Morden erkennen lassen. Viele Verbindungen mit den Toten deuten auf den angesehenen Maler oder auf ein Mitglied seines Haushaltes hin.

Pieter ist anders als andere junge Männer in seinem Alter. Sein leicht autistisches Verhalten stößt bei manchem auf Unverständnis und so mancher nutzt seine Schwächen aus, um seine Stärken auszunutzen. Aber Pieter ist schlauer, als so mancher denkt und lernt nach und nach zu erkennen, wer Freund und wer Feind ist und sein analytischer Verstand stellt kluge Berechnungen darüber an, wer der Mörder sein könnte.

Selten habe ich einen so sympathischen und herzerfrischend anderen Helden in einem Histo gefunden. Pieter erobert die Sympathien der Leser im Sturm. Er ist ohne Arglist und frei von Hinterlist. Er ist ein großes Kind und verfügt doch über Fähigkeiten, die man sich viel öfter wünscht. Treue und Aufmerksamkeit und Ehrlichkeit. Und seinen mathematischen Berechnungen über die Liebe, den Tulpenhandel und allerlei anderes zu folgen, macht großen Spaß.

Das Buch ist natürlich auch voller historischer Details über Rembrandt, die Malerei, den Tulpenhandel und den Zusammenbruch des Tulpelhandels. Einfach ein pralles Lesevergnügen.

Liebe Eva, liebe Damen und Herren vom Verlag, bitte unbedingt mehr von Pieter. Ich bin begeistert.

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33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

schwestern, liebe, familie, krankheit, krebs

Die andere Schwester: Roman

Kristin Hannah
E-Buch Text: 515 Seiten
Erschienen bei Aufbau Digital, 16.02.2018
ISBN 9783841215314
Genre: Romane

Rezension:

Kristin Hannah erzählt wieder mal eine Familiengeschichte. Eine, in der zwei Schwestern sich entfremdet habe. Tragische Geschehnisse in der Vergangenheit und eine schwierige Mutter haben ihr Übriges dazu beigetragen, dass Meghann und Claire nicht miteinander können. Sie sind aber auch ziemlich unterschiedlich. Eine kühle taffe Karrierefrau die eine, eine alleinerziehende Mutter, die in der Natur ihre Kraft findet und für die Vater und Kind das Wichtigste sind.


Im Laufe der Geschichte werden erst einmal die Verhärtungen und Verletzungen aufgedeckt, dann geschehen Dinge, die beide Frauen aus ihrer alltäglichen Bahnen werden und sie wieder aufeinander zu driften. Erst mal mit Abwehr und Abneigung, aber tief drinnen taut das Eis und Blut ist bekanntlich dicker als Wasser.


Schöner Schreibstil, tolle Charaktere, eine gute Dosis Herz und Gefühl und ein bisschen Verstand.


Das Buch ist wohl schon einmal unter anderem Namen erschienen. Das wusste ich zwar nicht, aber ich hatte Glück, ich kannte das Buch noch nicht und kann deshalb volle Punktzahl vergeben. Hannah schreibt einfach Klasse.

 

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32 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

14. jahrhundert, bär, bären, eifel, 1347

Die Bärenführerin

Lea Weisz
Flexibler Einband: 348 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 13.02.2018
ISBN 9781503900714
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Die Bärenführerin“ spielt in der Mitte des 14. Jahrhunderts. Die 17jährige Agnes wurde gerade verlobt. Als Tochter des Grafen von Langerode hat sie gelernt, dass eine arrangierte Hochzeit für alle Seiten von Vorteil sein kann. Aber ihr Zukünftiger ist ein ziemlicher Kotzbrocken. Überheblich und dominant zeigt er schon jetzt, dass er vor Frauen keinen Respekt hat und die Ehe mit ihm kein Zuckerschlecken werden wird. Langsam reift in Agnes Widerstand und der Wunsch, dieser traurigen Zukunftsperspektive zu entkommen. Schließlich fasst sie sich ein Herz und läuft davon.


Mir hat sehr gefallen, wie die Autorin ihre Heldin beschreibt. Man spürt, dass sie eine gelungene Mischung aus einem Kind ihrer Zeit und einem Menschen ist, der selbstbewusst und frei von ungerechten Konventionen sein möchte. Dazu kommt, dass Agnes eine ganz spezielle Gabe hat, die hier aber wohltuend zurückhaltend beschrieben wird und somit nicht allzu fantastisch oder unecht wirkt. Natürlich gibt es auch einen jungen Mann, der zu Agnes passen würde. Auch hier war schön, dass die Entwicklung Schritt für Schritt von statten geht.


Die historischen Fakten sind mehr in Kleinigkeiten und dem Setting zu finden. Es geht nicht um die große Politik, sondern eher um den Durchschnittsbürger der damaligen Zeit. Ich habe das ebook gelesen aber ich finde, es ist ein sehr gelungenes Cover.

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128 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 70 Rezensionen

london, tony parsons, krimi, menschenhandel, schleuser

In eisiger Nacht

Tony Parsons , Dietmar Schmidt
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.01.2018
ISBN 9783404176212
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"In eisiger Nacht" erfrieren 12 junge ausländische Frauen in einem Kühlwagen mitten in London. Eine von ihnen kann noch lebend ins Krankenhaus gebracht werden aber auch für sie kommt die Hilfe bereits zu spät. Max Wolfe berührt das Schicksal der Frauen sehr und er setzt alles daran die Schleuserbande ausfindig zu machen. Dabei ist unklar ob eine chinesische Bande oder die einheimische Familie Warboys Auftraggeber waren.


Wer die ersten drei Bänder dieser Krimireihe von Tony Parsons schon gelesen hat, kennt Wolfe, dessen schlaue Tochter, den eigenwilligen Spaniel, Wolfes Kollegin Edie und den Rest des Teams bereits. Die privaten Beziehungen verdichten sich zusehends. Ich habe den Kommissar wegen seiner Geradlinigkeit und seiner Integrität von Anfang an ins Herz geschlossen. Die Teile des Buches, die sich mit dem Privatleben der Protagonisten beschäftigen, gefallen mir immer besonders gut. Hier kommt auch Parsons Erzählkraft zum Einsatz, die auch mit reduzierten Beschreibungen Gefühle und Stimmungen transportieren kann.


Der Krimiplot ist sehr aktuell und mit einigen mehr oder weniger überraschenden Wendungen. Wie auch schon in den Vorgängern hapert es manchmal etwas an der Logik der Geschehnisse. Da agieren gerade die Polizisten hastig und unüberlegt, gehen viel zu hohe Risiken ein, werden von einer wild gewordenen Vorgesetzten schon mal in tödliche Einsätze geschickt. Außerdem verpufft mehr als einmal die gerade aufgebaute Spannung in einem viel zu schnell abgebrannten Feuerwerk von Gewalt und überzogener Aktion. Besonders eine Szene der Selbstjustiz hat mich am Ende sehr gestört.


Mein Fazit:
Parsons entwickelt interessante Charaktere, denen  man gerne folgt. Das Buch hätte etwas mehr Seiten und damit Raum für eine solide Unterfütterung der Geschichte haben können. So bleibt eine leichte Unzufriedenheit über einige Abläufe. Dennoch werde ich auch bei einer Fortsetzung sicherlich wieder zugreifen, da mir der Schreibstil von Parsons gut gefällt und ich vor allem wissen möchte, wie es mit Max, seiner süßen Tochter und Edie weitergeht.

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53 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

wikinger, konstantinopel, kiew, kaiserin zoe, 11. jahrhundert

Herrscher des Nordens - Odins Blutraben

Ulf Schiewe
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2017
ISBN 9783426520031
Genre: Historische Romane

Rezension:

Seit dem „Bastard von Tolosa“ gehört Ulf Schiewe zu meinen Lieblingsautoren im Histo-Bereich. Nach der mehrbändigen Reihe der Normannen im schönen Italien ist es jetzt der berühmte Norwegerkönig Harald, dessen Leben in einer Trilogie beschrieben wird. „Odins Blutraben“ ist der zweite Band.


Harald musste Norwegen nach dem Tod seines Bruders fluchtartig verlassen und hat sich mit seinen Männern bei den Rus als Söldner verdingt. Sie geraten mitten rein in die Verteidigung von Kiew, welches von einer großen Horde Steppenreiter angegriffen wird. In einem dramatischen Kampf, bei dem auch die Wikinger schmerzliche Verluste erleiden, kann Harald seine Klugheit und Führungsqualitäten beweisen. Dabei überwirft er sich aber mit dem Sohn des Fürsten und beschließt, seine Kampfkraft einem anderen Dienstherren anzubieten. Die Wikinger machen sich auf nach Konstantinopel.


Mir hat auch der zweite Teil sehr gut gefallen. Schiewe hat einen süffigen Schreibstil. Spannend und informativ erzählt er vom Leben der wehrhaften Wikinger aber auch die Griechen und ihre damalige Gesellschaftsstruktur kommen nicht zu kurz. Es macht Spaß zu lesen, wie aus dem Jungspund Harald nach und nach ein Mann wird, dem seine Männer vertrauen, den auch seine Feinde respektieren. Ich bin gespannt, wie es dazu kam, dass er tatsächlich zum König von Norwegen wurde. Gut, dass schon in ein paar Wochen Teil drei zu haben ist.

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183 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 120 Rezensionen

roman, colorado, kent haruf, kleinstadt, amerikanische kleinstadt

Lied der Weite

Kent Haruf , Rudolf Hermstein
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 12.01.2018
ISBN 9783257070170
Genre: Romane

Rezension:

Holt in Colorado ist das Zentrum dieses kleinen und feinen Romanes von Kent Haruf. „Wie unsere Seelen bei Nacht“ ist es ein dünnes Buch, welches so voll von intensiven Beschreibungen ist, so lebendig mit seinen Charakterzeichnungen, so dramatisch in seinen kleinen Alltäglichkeiten, dass es dem aufmerksamen Leser ganz warm ums Herz wird.


Haruf schreibt mit dem Blick eines klugen Beobachters, der Gefühle und Situationen durch Kleinigkeiten und durch Genauigkeit tiefer beschreiben kann, als manch anderer Autor in vielen hundert Seiten. Die Menschen in der Kleinstadt haben all die Schwächen und Stärken, die man kennt, aber sie haben noch etwas anderes, etwas, was sie alle miteinander zu verbinden beginnt. Sie werden zu einer Gemeinschaft, die sich gegenseitig hilft und stützt. Der Kummer und die Ängste des Einzelnen werden durch die anderen gelindert oder verdrängt. Die unterschiedlichsten Charaktere finden hier zueinander.


Die Sprache und die intensiven Dialoge haben mir wahnsinnig gut gefallen. Ein kleines Meisterwerk.

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

thriller, geheimnisse, machenschaften, aufbau verlag, skandinavien

Das Mädchen und die Fremde

Sofie Sarenbrant , Hanna Granz
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 06.11.2017
ISBN 9783352009006
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:



Das Mädchen und die Fremde ist bereits der zweite Band mit
der Kommissarin Emma Sköld. Ich rate dazu, den ersten Teil vorher zu lesen.
Nicht weil man sonst nicht klar käme mit dieser Geschichte. Aber es entgehen
einem ein paar interessante private Feinheiten und Geschehnisse, die man so in
der Fortsetzung einfach überliest. Auch muss ich betonen, dass es für mich kein
typischer Krimi war, auch wenn zum Ende hin Krimifeeling und Krimihandlung
aufkommen. Es ist für mich in erster Linie ein psychologischer Spannungsroman.
Nein kein Thriller, denn auch der Thrill hält sich in Grenzen.



Dadurch, dass Emma gerade erst aus einem langen Koma erwacht
und lange Zeit mehr oder weniger bewegungsunfähig im Krankenbett liegt, ist weniger
Action die den Leser unterhält sondern mehr das Geflecht an Beziehungen und
familiären Banden, welches hier in einer klaren und unprätentiösen Weise
geschildert wird. Die unerwartete Verbesserung von Emmas Gesundheitszustand
bringt Mann, Familie und Freundin gehörig in Gefühlsschwierigkeiten und man
fragt sich, ob sich wirklich alle darüber freuen, dass Emma wieder unter den
Lebenden ist.



Auch dieser Band liest sich schnell und problemlos. Mir war
er fast etwas zu ruhig, weil ich einfach kein Fan von Psychothrillern bin. Und
der fiese Cliffhanger am Ende ist auch etwas nervig, weil man ja jetzt auf die
Fortsetzung warten muss und versuchen sollte, bis dahin nicht alles vergessen
zu haben.

Vier Sterne mit Luft nach oben.



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(141)

245 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 93 Rezensionen

juli zeh, dystopie, roman, leere herzen, deutschland

Leere Herzen

Juli Zeh
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 13.11.2017
ISBN 9783630875231
Genre: Romane

Rezension:

Juli Zeh zeichnet in ihrem neuen Roman „Leere Herzen“ ein düsteres, ja fast dystopisches Bild vom Deutschland der nahen Zukunft. Es ist eine Gesellschaft, in der der Einzelne nicht mehr als Mensch zählt. In der Oberflächlichkeit und Austauschbarkeit dem Menschen seine Menschlichkeit nehmen. Und niemand scheint sich daran zu stören.

Britta und Babak haben diese Einstellung mit ihrer Firma „Die Brücke“ auf die Spitze getrieben. Sie führen eine Firma mit der modernen Mischung zwischen Auftragsmord und Gehirnwäsche. Rücksichtslos und erfolgreich mit einem Konzept, welches nicht lange unbeachtet bleibt. Als Nachahmer ihnen potentielle Kunden streitig machen, versuchen die beiden das zu unterbinden und geraten schnell selbst ins Visier ihrer gefährlichen Konkurrenten.

Juli Zeh gelingt mit ihrem neuen Buch wieder mal etwas ganz Neues. D.H. sie kleidet ihre Gesellschaftskritik diesmal in eine Parabel, die nicht die Realität abbildet sondern eine mögliche Vision sein soll, wie wir uns entwickeln könnten. Überspitzt und dabei erschreckend, weil man vieles durchaus wiedererkennt. Sie versucht auch durch den harten Erzählstil der Geschichte einen eigenen Ton zu geben. Treffender hätte man den Titel nicht wählen können. Ihre Protagonisten scheinen gefühlsleer und herzlos gleichermaßen.

Eine unterhaltsame Geschichte. Allerdings gefiel mir „Unterleuten“ noch einen Hauch besser. Vier von fünf Sternen.

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33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

Mudbound – Die Tränen von Mississippi

Hillary Jordan , Karin Dufner
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 02.11.2017
ISBN 9783866124561
Genre: Romane

Rezension:

Wer kennt nicht „Roots“ und „Twelve Years a Slave“ und so manchen anderen Film, der im Süden der USA die Sklaverei und später den tiefverwurzelten Rassenhass zum Thema hat. In diesem Millieu spielt auch „Mudbound“.


Zeitlich spielt das Buch noch vor Martin Luther und der Afroamerikanischen Freiheitsbewegung. Man erfährt, wie hartnäckig sich Vorurteile und rassistische Grenzen die Bevölkerung in schwarz und weiß spalten. Der Krieg, in dem die Männer noch Seite an Seite kämpften, hat daran nichts geändert. Zuhause gibt es noch immer die gleichen Rollenbilder und Freundschaften untereinander werden von der Gesellschaft nicht geduldet.


Keine neue Geschichte, aber eine, die man nicht oft genug erzählen kann. Eine menschliche Geschichte, denn leider gibt es dieses Verhalten der Menschen gegenüber dem Fremden oder dem Anderen überall und noch heute. Deshalb ist dieses Buch auch eine Mahnung und der Versuch, aus historischen Fehlern vielleicht für die Zukunft etwas mitzunehmen, was uns schlauer und besser macht.


„Mudbound“ hat einen sehr kraftvollen und realistischen Erzählstil und hat mir ausgesprochen gut gefallen.

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(273)

624 Bibliotheken, 38 Leser, 2 Gruppen, 83 Rezensionen

thriller, robert langdon, spanien, barcelona, dan brown

Origin

Dan Brown
Fester Einband: 670 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 04.10.2017
ISBN 9783431039993
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Langdon ist ein alter Bekannter für mich gewesen. In Buch und Film verfolge ich seine Abenteuer bereits von Anfang an. Im Laufe der Serie hatte ich den Eindruck, dass sich der Darsteller etwas abgenutzt hat, was weniger an Langdon selber lag, sondern eher am Handlungsplot der sich immer wieder am ersten Erfolgsroman orientierte. Außerdem war vor allem der letzte Band etwas wirr und einzelne Abläufe waren unlogisch oder zielten nur auf neue Rätsel und Geheimnisse ab und nicht mehr darauf eine stringente Handlung zu erzählen.


Origin findet zu den Wurzeln von Dan Browns Büchern zurück. Die Spannung ist hoch und wird über den ganzen Plot gut gehalten. Auch ist das Rätsel diesmal ein wissenschaftliches und kein religiöses. Dieser Umstand fand besonders meine Begeisterung vor allem, da der Autor sich mit der Recherche sehr viel Mühe gegeben hat und seine Erklärungen auch für den Laien verständlich und sehr unterhaltsam sind.


Für die Lösung des Rätsels um das Codewort eines Computers hätte man Langdon wahrscheinlich nicht unbedingt gebraucht. Aber die Jagd danach war extrem spannend und die Auflösung entschädigte durchaus für die wenig überraschende Jagd nach Langdon und der aktuellen "Frau an seiner Seite".


Ich wurde gut unterhalten und freue mich schon darauf, wenn diese Geschichte möglichst an Originalschauplätzen nachgedreht wird und ich dann fast live in Spanien dabie sein Kann.

4,5 Sterne

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22 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

glück, psychologie, sachbuch, ratgeber

Das geflügelte Nilpferd

Victoria Bindrum
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 26.10.2017
ISBN 9783431039986
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich bin bei Leibe kein Fan von psychologischen Ratgebern. Ich mag eigentlich auch keine Bücher, die uns sagen, wie wir das Glück finden oder unsere Befindlichkeiten in richtige Bahnen lenken können. Oft ist der Ton für mich oberlehrerhaft oder altklug oder einfach zu sülzig. Da ich zur Zeit aber Bedarf an bisschen seelischer Unterstützung habe, habe ich zu diesem Buch gegriffen. Der Titel versprach schon eine ungezwungene Art, mit schwierigen Themen umzugehen. Und ich wurde nicht enttäuscht.


Die Autorin, Viktoria Bindrum, schreibt auf eine Art, die zwischen Plauderton und freundlicher Zwiesprache mit dem Leser liegt. Sie gibt tolle Beispiele, beschreibt und erklärt und ich hatte von Anfang an den Eindruck, dass sie durchaus weiß, wovon sie schreibt. Sie hat sicherlich Teile ihrer Beispiele ähnlich selber erlebt oder in ihrem nahen Umfeld gesehen. Sie erzählt ehrlich, mit einem kleinen Augenzwinkern aber nicht so, dass man sich für seine eigenen Gefühle bloßgestellt fühlt. Ihre Tipps, haben mir gut gefallen, da sie vielfältig waren und von kleinen Dingen bis hin zu entscheidenden Veränderungen immer einen Schritt nach vorne wagen.


Die einzelnen Kapitel decken eine Vielzahl an unterschiedlichen Lebenssituationen ab. Probleme im Beruf, Privat, in der Liebe oder anderes werden behandelt. Es ist auch kein Buch, welches in den Tiefen der freudschen Psyche wühlt sondern eines, welches auch im ganz normalen Alltagswahnsinn interessante Ansatzpunkte gibt, wie man manches einfach mal von einem anderen Standpunkt aus betrachten sollte und so schon etwas bewirken kann.


Fazit: Ein sehr unterhaltsames Buch welches schon durch das Lesen ein kleines bisschen glücklicher gemacht hat.

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(208)

606 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 131 Rezensionen

fantasy, magie, liebe, worte, amy harmon

Bird and Sword

Amy Harmon , Corinna Wieja
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.10.2017
ISBN 9783736305489
Genre: Fantasy

Rezension:

So hi und da lese ich einen leichten Jugend-Fantasy-Roman ganz gerne. Deshalb habe ich zu Bird & Sword gegriffen. Dass es in diesem Genre immer ein gewisses Muster gibt, war mir klar und hier hat Amy Harmon auch mit Bird and Sword keine wirkliche Ausnahme gebildet.


Lake, die jugendliche Heldin, hat in der Geschichte eine magische Gabe, die sie in Gefahr bringt und die den herrschenden König gefährden könnte. In ihr schlummert eine Kraft und ein Mut, der sie zu mehr befähigt. Ihr Widersacher ist ein noch junger Herrscher, der durchaus auf seine Art aufgeschlossen scheint aber der sich nicht in die Karten schauen lässt. Dennoch entwickeln sich zarte Bande zwischen den beiden und für viele Leserinnen ist die Liebesgeschichte sicherlich das Wichtigste an der Story. Ich selber finde, dass das Buch zu dünn ist. Aus dem tollen Setting und der Grundidee hätte man mehr machen können. Das geht mir aber oft so in Büchern dieses Genres. Ich suche oft, nach den Perlen (wie z.B. zuletzt Amrita). Dennoch liest das Buch sich gut, denn schreiben kann Amy Harmon durchaus. Für Fantasy-Fans ist die Geschichte einfach etwas wenig unterfüttert und manches geht so holter di polter. Die Frage stellt sich natürlich ob das anvisierte Leserklientel das nicht etwas milder sieht, denn das Buch ist ab 14 Jahren und für Teenager durchaus einen Blick wert.


Von mir 3,5 Sterne. Es handelt sich um eine Trilogie, also Vorsicht, die Geschichte ist hier nicht zu Ende.

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

südafrika, dystopie, überleben, mord, familie

Fever

Deon Meyer
E-Buch Text: 702 Seiten
Erschienen bei Aufbau Digital, 09.10.2017
ISBN 9783841213815
Genre: Romane

Rezension:

Deon Meyer hat seine Komfortzone verlassen und wagt sich in ein gänzlich anders Genre. Das hat mich zutiefst überrascht und ich war neugierig, ob dieses Experiment gelungen ist. Als Fan düsterer Dystopien kenne ich natürlich die Gesetzmäßigkeiten einer solchen Geschichte zur Genüge und auch Meyer beginnt mit einer fürchterlichen Epidemie, die über 90 % der Menschheit in kürzester Zeit tötet. Dadurch werden sämtliche menschlichen Institutionen und Errungenschaften erst mal vernichtet. Recht und Ordnung gibt es scheinbar nicht mehr. Jeder ist sich selbst der nächste und in der unwirtlichen Umgebung Afrikas geht es ums nackte Überleben, um den Kampf gegen Hunger, wilde Tiere und gefährliche Mitmenschen. Aber bald gibt es auch die, die sich nach Frieden und Sicherheit sehnen und nach einer Gemeinschaft zum Schutz des Einzelnen. Nico erzählt seine Geschichte und die seines Vaters, der eine solche Gemeinschaft aufbauen möchte.


Mich hat dieses Buch von Anfang an begeistert und fasziniert. Deon Meyer schaffte es, dass ich in eine nahe Zukunft eingetaucht bin, die trotz all ihrer Schrecken und Bedrohungen auch die Werte vermittelt, die den Mensch zum Menschen machen und die in jeder Lage einen Weg finden. Optimismus und Nächstenliebe, Vertrauen und Integrität, Liebe und Hilfsbereitschaft sind es, die eine Gruppe von Menschen sich erhoffen und sie zusammenschweißen. Diesen Prozess schildert Deon Meyer eindringlich und spannend. Und er hat bis zum Schluss noch die ein oder andere Überraschung für den Leser parat.


Fazit: Das Experiment ist voll und ganz geglückt. Auch ohne Benny Griesel ist FEVER eine Geschichte, die man gelesen haben muss.

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(54)

90 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

ostpreußen, familiensaga, venedig, landgut, wölfe

Die Jahre der Schwalben

Ulrike Renk
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 09.10.2017
ISBN 9783746633510
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die große ostpreußische Trilogie von Ulrike Renk geht mit „Die Jahre der Schwalben“ in die zweite Runde.  Frederike ist inzwischen 21 Jahre und hat Ax geheiratet. Die Familie und Freundin Thea habe ich bereits im ersten Teil „Das Lied der Störche“ kennengelernt. Frederike liebt das Leben auf ihrem Gut, wird mehr und mehr zu einer souveränen Gutsherrin. Aber sie ist nicht glücklich. Die Mutter hat sie mehr oder weniger zu dieser Ehe genötigt und Ax ist nicht der Mann, der er zu sein vorgibt. Das Verhältnis zwischen den Eheleuten wird immer schwieriger. Aber auch um sie herum weht ein kalter Wind durch das Land. Die politischen Spannungen in Europa schwappen bald auch nach Ostpreußen. Und in Deutschland erstarken die Nazis.

Mir gefiel diese Fortsetzung tatsächlich um einiges besser als der erste Band der für mich zu viele Längen hatte. Hier passiert aber so einiges und es gibt auch einen neuen Mann, der das Ensemble um eine interessante Nuance erweitert und private Spannung in die Geschichte bringt. Also von mir eine klare Empfehlung. Ich bin schon gespannt auf das Finale.

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39 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

korsika, unfall, familientragödie, geheimnis, krimi

Fremde Tochter

Michel Bussi , Barbara Reitz , Eliane Hagedorn
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 15.09.2017
ISBN 9783352009013
Genre: Romane

Rezension:

„Die fremde Tochter“ war mein dritter Roman von Michel Bussi. Anders als in den Vorgängern ist es diesmal mehr ein Familiendrama als ein Thriller. Ich gebe zu, ich bin kein Fan von Büchern, in denen ständig zwischen zwei Zeiten hin und hergesprungen wird. In diesem Fall ist auch die Vergangenheit die eines Teenagers und deshalb für mich etwas langatmig und ohne Spannung.

In der Gegenwart sucht Clothilde nach ihrer Mutter, von der sie lange glaubte, sie wäre gestorben aber Hinweise verdichten sich, dass sie noch leben könnte. Da ihr Vater bei einem Autounfall vor auf Korsika gestorben ist, führt ihr Weg Clothilde als Erwachsene fast zwangsläufig wieder auf die Insel, diesmal mit Mann und Kind.

Das Buch liest sich schnell und im letzten Viertel kommt tatsächlich noch etwas Spannung auf. Aber in der Mitte musste ich mich wirklich etwas zwingen, die Geschichte noch zu Ende zu lesen. Unter den Bussi-Büchern, die ich gelesen habe, war dies für mich das Schwächste.

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138 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 85 Rezensionen

thriller, australien, unschuld, mob, verdacht

Crimson Lake

Candice Fox , Thomas Wörtche , Andrea O’Brien
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 09.10.2017
ISBN 9783518468104
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Ex-Polizist Ted und die verurteilte Mörderin Amanda, was für ein Dreamteam. Besser hätte man die beiden gar nicht zusammentragen können. Beide sind Außenseiter der Gesellschaft, da sie für ein Verbrechen verurteilt wurden. Sie haben keine Freunde, keine Familie, können sich also richtig in die Suche nach einer vermissten Person verbeißen. Sie könnten sich damit vielleicht sogar rehabilitieren. Aber auf jeden Fall brauchen sie den Job für ihr Seelenheil um raus zu kommen aus dem schwarzen Loch, in dem beide irgendwie stecken. Und jetzt stecken sie erst mal gemeinsam drinnen. Die beiden müssen sich erst mal zusammenraufen. Und weder sie noch der Leser wissen, wer hier schuldig ist und wer unschuldig.

Die Autorin Candice Fox steht auf ungewöhnliche Charaktere mit einem rabenschwarzen Vorleben und seltsamen Eigenheiten. Der Thriller hat sicher nicht als oberster Priorität Realismus. Aber er soll dem Leser Spaß machen und in einen spannenden Strudel reinziehen. Das gelingt gut und über die ein oder andere Ungereimtheit habe ich nachsichtig hinweggesehen. Das Buch lebt vor allem von den Charakteren. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

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(90)

138 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 78 Rezensionen

thriller, blind, berlin, jenny aaron, andreas pflüger

Niemals

Andreas Pflüger
Fester Einband: 475 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 09.10.2017
ISBN 9783518427569
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Andreas Pflüger legt nach. Nach dem ersten Band mit seiner ungewöhnlichen Ermittlerin, der erblindeten Jenny Aaron, kommt nun mit „Endgültig“ der zweite Teil heraus. Wieder ist das Cover schlicht aber durch den farbigen Schnitt und die Blindenschrift etwas ganz Besonderes. Sieht toll aus. In verschiedenen Zeitebenen begleiten wir Jenny sowohl in der Vergangenheit, auch als sie noch sehen konnte, und in der Gegenwart. Man muss sich einlassen auf den teils stakkatoartig knappen Schreibstil und eine ungewöhnliche Heldin. Da sie nicht mehr sehen kann, hat sie ihre anderen Sinne zu Höchstleistung erzogen und ersetzt damit ihr Augenlicht.

Außerdem ist sie eine geübte Einzelkämpferin und ist so gut wie furchtlos und fast allen Männern überlegen. Einerseits ist das manchmal fast etwas zu viel des Guten aber irgendwie passt es zu Jenny. Man merkt auch, dass der Autor versucht zu erklären, wie es möglich ist, dass Jenny immer wieder als Siegerin auch aus scheinbar ausweglosen Situationen herauskommt.

Der Plott ist etwas vertrackt und nur langsam erfährt man die Zusammenhänge. Außerdem bleibt das Ende mit ein, zwei kleinen offenen Enden, damit man sich schon auf den dritten Band dieser Reihe freuen kann.

Ich mag Jenny einfach, weil mich ihre Behinderung und wie sie diese meistert, fasziniert. Ich war etwas überrascht, dass angedeutet wird, dass es vielleicht die Möglichkeit einer Heilung geben könnte. Dass Teile ihres Augenlichts zurückkehren. Einerseits nimmt das der Reihe etwas das Besondere aber andererseits könnte ich es mir auch als tollen Abschluss einer Trilogie vorstellen. Ich bin gespannt.

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(84)

129 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

humor, dystopie, roman, qualityland, marc-uwe kling

QualityLand

Marc-Uwe Kling
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2017
ISBN 9783550050152
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Qualityland ist das neue Land. Ein Land, in dem alle Menschen einen neuen Namen bekommen haben. In dem Maschinen dafür sorgen, dass die Menschen unendlich glücklich sind und keine Wünsche mehr offen bleiben. In dem THE SHOP alle Fäden in der Hand hat, weil er alles von dir weiß. Deine Vorlieben und dein Vorleben. Sie besorgen dir einen Partner, versorgen dich mit all den kleinen Dingen des Alltags, sind auf dem Sprung, auch die Regierung zu bilden. Alles ist doch so einfach und so rosig. Aber nichts ist mehr echt und menschlich. Es zählen nur noch die Punkte, die du erreichen kannst und die Wertung, die dich nach oben bringt.


Peter Arbeitsloser ist der kleine Mann, der schließlich  den Wunsch hat, er müsste aus diesem Hamsterrad ausbrechen.


Kling zeichnet eine moderne Welt, eine nahe Zukunft, in der Drohnen Flugangst haben, Kampfroboter eine Belastungsstörung haben und die selbstfahrenden Autos dich schon mal rausschmeißen, weil sie nicht in deine Wohngegend fahren wollen. Kling ist ein Meister des bitteren beißenden Humors. Seine Realsatire lehrt den Leser das Gruseln während er Lachen muss, wie sich in dem Qualityland alles so entwickelt hat, was wir heute so selbstverständlich schon nutzen und hypen. Vorsicht vor dieser Zukunft. Sie ist näher als du glaubst.


Sehr unterhaltsam und eine Leseempfehlung von mir.

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27 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

zamonien, walter moers, märchen, gedanken, gekürztes hörbuch

Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Walter Moers , Lydia Rode , Andreas Fröhlich
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 28.08.2017
ISBN 9783844528091
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich habe alle Hörbücher von Walter Moers gehört. Eigentlich war ich ja immer ein Fan von Dirk Bach und konnte mir nicht vorstellen, dass ein anderer Sprecher auch passt für die abgefahrenen Geschichten von Zamonien. Aber natürlich macht Andreas Fröhlich das hervorragend. Als geübter Sprecher gibt er Prinzession Insomnia und dem Gnom Havarius ganz eigene Stimmen, die gut zu den Charakteren passen.

Die Geschichte hat Moers, wie gewohnt mit seinem überbordenden Sprachwitz vollgefüllt. Er lässt sich lang und breit über den Schlaf, das Fehlen des Schlafes, das Bekämpfen der Schlaflosigkeit, die Vorteile der Schlaflosigkeit aus. Auch Abhandlungen über Insomnias Krankheit, ihr Gespür für Sprache, ihre Kreativität in der Wortschöpfung, ihre verqueren Gedanken und Schlussfolgerungen über Gott, die Welt, das Königreich, ihr Leben sind in jeder nur erdenklichen Facette erzählt.
Leider fehlt darüber ein bisschen die eigentliche Handlung und die Action. Ich hatte das Gefühl, der Autor und die Geschichte treten ewig auf der Stelle. Ja, ich wurde ehrlich gesagt eingeschläfert. Während Insomnia den Schlaf sucht, hatte er mich ein ums andere Mal gefunden und ich war geneigt, vorwärts zu springen und nach einer spannenderen Stelle zu suchen.

Einerseits also ein typischer Moers - wortwitzig, wortgewaltig, verwinkelt und verspielt - andererseits etwas zäh und sicherlich nicht jedermanns Geschmack. Ich denke, er konnte es schon mal besser und vergebe 3 von 5 Sternen.

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83 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

wikinger, krieg, norwegen, harald hardrada, ulf schiewe

Herrscher des Nordens - Thors Hammer

Ulf Schiewe
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2017
ISBN 9783426520024
Genre: Historische Romane

Rezension:

Worum geht es bei Thors Hammer?


Um das Leben von Wikingerkönigs Harald Hardrada. In drei Romanen wird dies von Ulf Schiewe erzählt. Er beginnt seine Geschichte, als Harald zwölf Jahre ist und innerhalt der nächsten vier Jahre muss er den Tod einiger Familienmitglieder, eine vernichtende Schlacht, eine schwere Verletzung und die Flucht aus seinem Heimatland verkraften.


Was mir besonders gefallen hat?


Von der ersten Seite an ist die Geschichte spannend und mit dem gewissen nordischen Flair. Dieses Land der unzähligen Fjorde und großen Wälder hat ein starkes und wehrhaftes Volk hervorgebracht. Stolz sind die Norweger, die sich beizeiten Wikinger nennen, und trotzen sowohl der rauen See als auch den dänischen Feinden. Und Harald ist ein Sohn dieses Landes und erfüllt alle Erwartungen, die man als Leser an einen kommenden großen Wikingerkönig hat. Es macht also großen Spaß, dieses Buch zu lesen und ich fühlte mich mehr als einmal an alte Wikinger- und Seefahrerfilme erinnert – und auch Vergleiche mit Bernard Cornwells Uthred drängen sich auf und muss Schiewe nicht scheuen.


Neben Harald gibt es auch eine Vielzahl interessanter und starker Nebenrollen und auch für eine gute Dosis weiblicher Stärke ist gesorgt. Also ein absolut gelungener erster Band.


Was mir nicht gefällt?


Dass das Buch so schnell zu Ende gelesen war und ich noch ein paar Wochen auf die Fortsetzung warten muss.


Fazit:

Ulf Schiewe ist wie immer eine dicke Empfehlung wert.

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435 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 125 Rezensionen

liebe, richelle mead, der goldene hof, adel, jugendbuch

The Promise - Der goldene Hof

Richelle Mead , Susann Friedrich
Fester Einband
Erschienen bei ONE, 29.09.2017
ISBN 9783846600504
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Goldene Hof ist eine private Organisation die hüpsche junge heiratswillige Mädchen an Ehemänner in dem Einwandererland Adoria vermittelt. Vorher werden die Mädchen entsprechend in Etikette, Tanz, Haushaltsführung und ähnlichem geschult, um den Männern gute Ehefrauen zu sein. Für die Vermittung verlangt Der goldene Hof eine Bezahlung. Um die Preise hochzutreiben, werden die Mädchen passend ausstaffiert und wie in einer Art Wettbewerb meistbietend an den Mann gebracht.

Elizabeth gehört eigentlich nicht zur üblichen Klientel dieses Vereins, denn sie ist aus einer aristokratischen Familie und hätte durchaus Chancen sich passend zu verheiraten. Allerdings sind ihr die Kandidaten, die ihr wegen nahender Insolvenz drohen ein Gräuel und deshalb unterschreibt sie unter falschem Namen einen Vertrag mit dem Goldenen Hof. Angeworben wird sie von dem sympathischen Cedric, der ihre Tarnung bald durchschaut aber ihr Geheimnis für sich behält und ihr mehr als einmal aus der Patsche hilft. Die beiden kommen sich langsam näher und landen schließlich in Adoria, wo sie sich entscheiden müssen, wen Elizabeth denn nun heiraten soll.

Gut, ich bin nicht die Zielgruppe dieses Romans. Aber ich habe schon mehr als einmal Perlen aus dem Jugendbuch-Fantasy-Sektor herausgezogen und versuche mich deshalb immer wieder an für mich neuen Autoren. Leider gehört aber „Promise“ nicht zu den All-Age-Romanen, die ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Die Story an sich hat Potential. Aber leider werden die Charaktere der Hauptdarsteller sehr oberflächlich beschrieben und ich kam mir wegen ständigem Schaulaufen in edel designten Klamotten und seitenlangen Diskussionen über die Frage, welche Farbe das Gesicht der Mädchen wohl jeweils am besten zur Geltung bringen würde vor, als wäre ich in einer „Supermodel-Casting“-Show. Außerdem wurde zu wenig Raum auf die Frage verwendet, mit welcher Doppelmoral hier die Mädchen „verkauft“ wurden und die Männer nach überwiegend optischen Gründen eine Auswahl für ihr Leben trafen.

Mich konnte die Geschichte leider nicht überzeugen. Der Schreibstil war angenehm aber es wäre schön gewesen, wenn die Autorin mehr zu sagen gehabt hätte. Es wird wohl noch zwei weitere Teile geben, in denen Nebendarsteller die Hauptrollen übernehmen werden. Ohne mich, denke ich.

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82 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

high fantasy, fantasy, der letzte könig von osten ard, episch, nornen

Die Hexenholzkrone 1 - Der letzte König von Osten Ard

Tad Williams , Cornelia Holfelder-von der Tann , Wolfram Ströle
Fester Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 20.12.2017
ISBN 9783608949537
Genre: Fantasy

Rezension:

Fast zwei Generationen sind vergangen, seit Simon den Sturmkönig Ineluki besiegt hat und Osten Ard, nachdem die Nornen in ihre unterirdische Festung gejagt wurden, einen langen Frieden genießen konnte. Aber jetzt regt sich neues Unheil. Die Nornenkönigin erwacht und an das Ohr des Königshofes dringen beunruhigende Neuigkeiten.

Simon ist, wie erwartet ein guter König geworden. Nachdem sein Sohn viel zu früh gestorben ist, ruht nun seine ganze Hoffnung auf dem erstgeborenen Enkelsohn Morgan. Der ist aber ein Jungspund und voll in der rebellischen Phase. Die immer wieder erzählten Geschichten des Krieges, bei dem sein Großvater und seine Großmutter das Land gerettet haben, langweilen ihn und er hält sie für maßlos übertrieben.

Freudig habe ich „Hexenholzkrone“ zu lesen begonnen und bin problemlos wieder in die Fantasywelt von Osten Ard eingetaucht. Gott sei Dank sind die meisten der Charakter noch am Leben und ich habe mich über jedes vertraute Gesicht gefreut, welches ich wieder getroffen habe. Dazu gehören tatsächlich auch die noch frischen Helden aus dem kurzen Zwischenband. Tad Williams kehrt zurück zu den Anfängen seiner Karriere und er macht alles richtig dabei.

Mit großem Vergnügen habe ich den Beginn der Fortsetzungsreihe gelesen. Von der ersten Seite an hat es mich gefesselt. Ich mag seinen Erzählstil, der sich Zeit für die Darsteller nimmt und dabei ein paar sehr interessante Neulinge einführt. Langsam und intensiv schildert er die ersten Anzeichen einer neuen Gefahr, legt erste Fährten und baut einige Rätsel und Geheimnisse auf, die die Protas und der Leser erst noch lösen müssen.

Wie im Flug habe ich die 700 Seiten gelesen. Das Ende des ersten Bandes kommt leider fürchterlich abrupt und ich bin heilfroh, dass es schon bald weitergeht.

Tolles Buch. Ich bin begeistert.

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