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2 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Sommer, die wir hatten

Louisa Young , Claudia Feldmann
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 07.04.2017
ISBN 9783471351512
Genre: Romane

Rezension:

„Die Sommer, die wir hatten“ ist der dritte Band einer wunderschönen historischen Buchreihe der englischen Autorin Louisa Young. Und hoffentlich nicht der letzte. Sicherlich kann man auch quereinsteigen und mit diesem Teil anfangen. Aber damit vergibt man sich auf jeden Fall das Vergnügen des ersten Buches „Eins wollt ich dir noch sagen“ - dem Beginn einer der schönsten Liebesgeschichten, die ich je gelesen habe. Und auch der Nachfolger „Alles, worauf wir hofften“ sollte vorher genossen werden.

Auch im dritten Teil findet die Autorin einen angenehmen, sprachlich brilliantenTon, mit dem sie die teils tragischen und dramatischen Geschehnisse ebenso einfühlsam und ehrlich erzählt, wie die scheinbaren Unzulänglichkeiten des ganz normalen Alltags. Die großen und kleine Sorgen einer ungewöhnlichen Patchwork-Familie haben mich schon nach wenigen Seiten wieder so gefesselt, dass mir beim Lesen das Herz aufging. Die Autorin ist eine hervorragende Beobachterin und lässt ihre Protagonisten vor dem inneren Auge des Lesers lebendig werden. Und man muss sie lieben, die Hauptdarsteller. Neben Riley und Nadine, die man schon aus den Vorgängern gut kennt, sind es diesmal vor allem die Kinder Tom und Kitty und die italienischen Bekannten, allen voran Nenna, die in einer Zeit aufwachsen, die zwischen zwei Weltkriegen eine ganz besondere ist. Die jüdische Gemeinde in Rom spielt ebenso eine große Rolle wie der neu aufflammende Antisemitismus in weiten Teilen Europas und die politischen Entwicklungen in Italien - mit dem drohenden Gespenst des zweiten Weltkrieges. Aber es ist natürlich auch die Geschichte einer weiteren großen Liebe, die in den sonnendurchfluteten Straßen Roms ihren Anfang nimmt und über alle gesellschaftlichen und räumlichen Grenzen hinweg nach einem glücklichen Ende verlangt.

Das Buch ist frei von jeder Art von Kitsch. Es ist ergreifend und wunderschön. Es ist erschreckend in seiner Ehrlichkeit, lebensklug und voller menschlicher Wärme. Louisa Young schreibt sich mit jedem neuen Buch weiter in meinen ganz persönlichen Olymp der besten Schriftsteller, die ich kenne und schätze. Ich wünsche diesen drei Büchern möglichst viele Leser und Leserinnen. Damit steigt auch für mich die Chance, dass noch viele Romane von ihr in Deutschland erscheinen. Hier auch ein Lob an die Übersetzung. Ohne das Original persönlich zu kennen, scheint es mir doch eine sehr gelungene Transkription des Ursprungstextes.

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

china, botanik, liebesgeschichte, tee

Der englische Botaniker

Nicole C. Vosseler
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 08.05.2017
ISBN 9783959671033
Genre: Romane

Rezension:

Zu diesem Buch habe ich gegriffen ohne wirklich zu wissen, um was es genau geht, denn ich mag die Autorin einfach gerne und wurde noch nie enttäuscht. So ging es mir auch diesmal.

„Der englische Botaniker“ Robert Fortune (was für ein sinnträchtiger Name) begibt sich auf eine Reise ans andere Ende seiner ihm bekannten Welt, nach China. Dort möchte er versuchen die Fauna und Flora aber vor allem die damals so wertvollen Teepflänzchen zu erforschen und wenn möglich ein paar in die Heimat mitnehmen. Ein Jahr soll dieses Unternehmen dauern und er lässt Frau und Kind dafür zurück.

Aus wechselnden Perspektive erfahren wir nicht nur einiges über die Botanik, über Teepflanzen, über die Mentalität der Chinesen und ihren Wunsch, die Teepflanzen vor den unflätigen Europäern zu schützen. Auch das Gefühlsleben des Forschers, welches heftig durcheinander gewirbelt wird und die Innenwelten einer jungen Chinesin, die Fortune Einblicke in dieses fremde Land gewährt, werden beschrieben und entfalten vor dem geneigten Leser eine spannende und interessante Geschichte die ohne Kitsch aber doch mit einer Portion Gefühlen daherkommt. Vor allem die Abschnitte mit seiner Frau haben mich ein bisschen an die Geschichten über andere Forscherehefrauen wie z.B. die von Captain Cook erinnert, die ein hartes und undankbares Los zu Hause hatten.

Vosseler schreibt in verschiedenen Genres und schafft es dabei hervorragend ihren Schreibstil anzupassen. Mir sind ihre historischen Bücher - wie dieses hier - die liebsten. Und deshalb kann ich diesen hervorragenden Roman nur allen empfehlen, die sich für Asien, fremde Kulturen, historische Bücher - und gute Unterhaltung ganz allgemein - interessieren.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

krefeld, 17. jahrhundert, historischer roman, mennoniten

Die Heilerin

Ulrike Renk
Flexibler Einband: 619 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 11.04.2017
ISBN 9783746633251
Genre: Historische Romane

Rezension:

Von Ulrike Renk kannte ich bereits die Australien-Trilogie. Ich schätze an dieser Autorin sowohl die interessanten Fakten und Details, als auch die angenehme Personenbeschreibung und die Nähe, die zu den Charakteren entsteht. Auch, dass die Personen einen realen Hintergrund haben, tatsächlich gelebt haben, finde ich toll und ich war gespannt, wie mir denn eines ihrer frühen Werke - oder ist es sogar ihr erstes überhaupt – gefallen würde.

Erst war ich etwas überrascht, dass der Roman nicht wie von mir erwartet zum größten Teil in Amerika spielt, sondern ziemlich lange in Krefeld. Es ist ein Familienroman mit der zentralen Frauenfigur der Margaretha, die durch ihre Mutter zu einer heilenden Frau ausgebildet wird. Interessant war auch, dass sie den Mennoniten angehört, einer Glaubensrichtung, von der ich noch nicht so viele gelesen hatte. Wie viele kleinere Glaubensgruppen wird sie verfolgt und lebt am Rande der Gesellschaft.

Das Buch ist ziemlich dick und es besticht nicht durch atemlose Spannung – wie eigentlich keines von Renks Büchern – sondern durch eine ruhige aber durchaus intensive Erzählweise. Es geht hier nicht darum, den Leser zum Durchrasen des Buches zu bringen sondern man kann sich mit der Zeit und den Menschen auseinandersetzen und erfährt einiges Neues.

Schöner historischer Roman.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

buch, online

Icarus

Deon Meyer , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 11.04.2017
ISBN 9783746633046
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich schätze Deon Meyer schon seit Jahren als Autor spannender Kriminalromane und freue mich immer über Neues. Aber diesmal hat sein Roman für mich ein ganz eigenes Flair entwickelt, denn ich bin kurz vorher erst aus dem Südafrika-Urlaub zurückgekommen und habe dieses Land endlich persönlich und nicht nur durch Meyers Bücher kennengelernt. Deshalb kam das Südafrika-Feeling mit doppelter Wucht bei mir an, als ich jetzt „Icarus“ gelesen habe. Und ich kann sagen, dass Meyer sein Land und seine Landsleute gut einfängt und diese spezielle kniffelige Situation der Rassen – und der noch nicht sehr lange zurückliegenden Apartheid – so bei mir ankommt, wie ich sie jetzt in meinen drei Wochen Rundreise auch erlebt hatte.

Bennie Griessel hat einen schweren Fall. Und wo er sich im letzten Band noch im Griff hatte, passiert jetzt das Unausweichliche. Er erleidet einen Rückfall und betrinkt sich. Diese persönliche Niederlage beeinflusst natürlich auch die anstehenden Ermittlungen und Bennie fällt es schwer, sich auf die Arbeit zu konzentrieren, wo doch privat alles aus dem Ruder zu laufen droht. Im Zentrum der Geschichte stehen die Winzer in der Umgebung Kapstadts. Ich musste ständig an meine eigene Weinprobe denken. Meyer lässt sich diesmal Zeit, bis er die Spannungsschrauben anzieht. Während er in „13 Stunden“ aufs Tempo drückt, erzählt er hier entspannt und teilweise sogar mit einem Augenzwinkern, vor allem wenn es um den Kollegen von Bennie, Cupido, geht.

Ein solider Krimi aus Südafrika. Ehrlich und mit einem gebrochenen Helden. Vielleicht nicht der beste Meyer-Krimi, aber immer noch eine Empfehlung wert.

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135 Bibliotheken, 16 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

bienen, roman, bienensterben, generationenroman, vergangenheit

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

Rezension:

Wer dieses Buch liest bekommt drei Geschichten in einer – oder eine große zusammenhängende, je nachdem, wie man es sieht.

1852 in England versucht ein Mann einen neuen Bienenstock zu entwickeln. Im Jahr 2007 muss ein Imker mitansehen, wie das große Bienensterben droht, seine Existenz zu vernichten. Und im Jahr 2098 lebt eine arme Landarbeiterin davon, dass sie Blüten mit der Hand bestäubt, da die Bienen endgültig ausgestorben sind.

Ein wichtiges Thema unserer heutigen Gesellschaft, bereits mehrmals in Filmen und Artikeln besprochen. Es ist aktuell und ich finde es großartig, dass dieser Roman sich bemüht dieser Bedrohung eine Stimme zu geben ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu arbeiten. Vielmehr bemüht die Autorin Maja Lunde sich darum, den Protagonisten eine Stimme zu geben, ihren Überlebenskampf und ihre Probleme, die mittelbar alle mit den Bienen zusammenhängen, zu schildern und durch Empathie den Leser aufmerksam zu machen auf diese kleinen fleißigen Tiere, die wir nur mit Honiglieferungen gleichsetzen und die doch das große Rad der Natur am Laufen halten.

Das Buchcover ist ein hervorragendes Beispiel für minimalistische und dabei perfekt passende Bildgestaltung. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich kann es empfehlen.

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44 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

meer, roman, wal, montauk, wale

Als das Meer uns gehörte: Roman

Barbara J. Zitwer
E-Buch Text: 389 Seiten
Erschienen bei Aufbau Digital, 17.03.2017
ISBN 9783841212757
Genre: Sonstiges

Rezension:

An diesem Buch hat mich einfach alles angesprochen.

Zu allererst das wunderschöne Cover. Ein großer dunkler Schatten der einen kleinen Schwimmer bedroht. Dazu der ansprechende Titel „Als das Meer uns gehörte“. Auch der Klappentext verspricht eine Geschichte von Trauer, Einsamkeit aber auch Liebe und Neuanfang.

Nachdem ihr Mann ermordet wurde flüchtet Tess mit ihrem gehörlosen Sohn aus der gewohnten Umgebung und sucht Zuflucht am in einem kleinen Ort am Meer bei ihrem Onkel Ike. Ihr Sohn ist ihr fremd geworden, da sie viel gearbeitet hatte, um für den Lebensunterhalt der Familie zu sorgen. Ihr Mann war zuhause beim Kind geblieben. Nach seinem Tod fällt es Mutter und Sohn schwer, zu einer innigen Nähe zurückzufinden. Die Trauer, der Schmerz aber auch die Entfremdung sind tief und der kleine Robbie macht es ihr nicht leicht. Erst die Begegnung mit einem Wal und dem Walforscher Kip lassen den Jungen langsam auftauen und über die Beziehung zu dem Biologen findet eine Annäherung an die Mutter statt.

Eine vielversprechende Ausgangslage. Leider habe ich mich mit dem Erzählstil der Autorin schwer getan. Mir fehlten oft die nötigen Beschreibungen, wie die Personen sich verhalten oder was sie empfinden. Barbara Zitwer nutze wohl bewusst Leerstellen und Zeitsprünge, um dem Leser Freiraum für eigene Gedanken zu lassen. Aber mehr als einmal fehlten mir die nötigen Informationen, um die Handlungen der Akteure einordnen zu können. Auch wird der Erzählfluss immer wieder relativ abrupt unterbrochen. Es fehlte mir irgendwie ein richtiger Fluss. Tess blieb mir fremd und das Ende war unglaubwürdig und etwas holprig – wie der ganze Text. Das Buch lässt mich etwas unzufrieden zurück.

 

 

 

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133 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

dystopie, marthas widerstand, kerry drewery, death is justice, medien

Marthas Widerstand

Kerry Drewery , Sabine Bhose
Fester Einband: 426 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783846600436
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Marthas Widerstand“ spielt in einer Utopie unserer nahen Zukunft. Die Judikative  Gewalt ist abgeschafft wenn es um die Aburteilung von Mord und Totschlag geht. Es gibt weder Anwälte noch Richter noch eine Gerichtsverhandlung. Statt dessen wird eine siebentägige Liveshow veranstaltet – nach dem Muster von „Deutschland sucht den Superstar“ oder „…das Supermodel“. Sieben Tage werden die Angeklagten vorgeführt und ihre Straftat nach allen Regeln der Medienkunst ausgeschlachtet und durchgekaut. Dabei geht es nur oberflächlich um die Wahrheit. Eigentlich ist alles Fake und die Fernsehzuschauer, die live täglich darüber abstimmen dürfen, ob der oder die Angeklagte am Ende zum Tode verurteilt werden soll, werden durch den Moderator und die Art der Berichterstattung von Anfang an beeinflusst, ja teilweise regelrecht belogen. Jedem ist das auch bis zu einem gewissen Grad klar und dennoch erfreut sich diese neue Form der Rechtsprechung großer Beliebtheit und wird von Staat und durchführendem Sender als gerecht und effektiv angepriesen.

Die noch minderjährige und verwaiste Martha wird mit einer Waffe in der Hand neben einem erschossenem Fernsehstar gefunden und gesteht sofort, diesen ermordet zu haben. Die Psychologin, die sie in den sieben Tagen der Fernsehshow begleiten soll, hat von Anfang an den Verdacht, dass sie lügt und versucht das Mädchen dazu zu bringen, ihr Geständnis zu wiederrufen und wenigsten zu versuchen, dem Todesurteil durch die Zuschauer zu entgehen. Aber Martha verschweigt die Wahrheit und als Leser bekommt man schnell den Eindruck, dass sie etwas ganz bestimmtes mit all dem bezweckt. Ihre Hinrichtung soll irgendwie die Menschen zum Umdenken bringen.

In Rückblenden und durch die Suche der Psychologin Eve erfährt man Stück für Stück aus Marthas Vergangenheit. Vom Tod der Mutter, vom tatsächlichen Leben des ermordeten Fernsehstars, von seinem Sohn, der mehr als ein Freund von Martha geworden ist, von Eves Mann, der selbst wegen Notwehr durch eine Fernsehshow zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde.

 

Die Geschichte von „Marthas Widerstand“ liest sich leicht und fesselte mich von Anfang an. Die Ausgangslage erscheint vielleicht etwas weit hergeholt und unrealistisch. Aber ich habe es ziemlich schnell akzeptiert, dass die überzogene Darstellung sich als Parabel und als Warnung gleichermaßen sehr gut macht. Es geht darum, wie sehr der Mensch sich von den Medien beeinflussen und verbiegen lässt, wie sehr er die Verlogenheit akzeptiert und dennoch mitmacht bei der Verurteilung von Menschen, die sich nicht wehren können und der falschen Berichterstattung vollkommen ausgeliefert scheinen. Mir hat auch gut gefallen, dass der Blickwinkel oft gewechselt wird und man vor allem Eve sehr nahe kommt, während Martha lange geheimnisvoll und ihr Plan undurchschaubar sind.

 

Ein empfehlenswertes Buch und mit seiner ansprechenden Covergestaltung und dem spannenden Finale eine runde Sache.

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309 Bibliotheken, 33 Leser, 2 Gruppen, 133 Rezensionen

thriller, serienmörder, london, ragdoll, daniel cole

Ragdoll - Dein letzter Tag

Daniel Cole , Conny Lösch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 27.03.2017
ISBN 9783548289199
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Ragdoll“ hat mit Sicherheit ein erstklassiges Promotion-Team. Das Cover ist furchteinflößend und zieht den Thrillerleser magisch an. Der Titel ist ungewöhnlich und geheimnisvoll. Okay, beim Klappentext könnte man schon etwas stutzig werden, denn der ist etwas knapp gehalten und einen Hauch reißerisch. Aber manchmal verbirgt sich hinter all diesen Zutaten ja ein Klasse Buch.

Ragdoll – dein letzter Tag ist der erste auf Deutsch erschienene Band des Autors Daniel Cole. In seiner Schreibweise erinnert er mich stark an Ethan Cross. Männlich und mit dem Charme eines Holzfällers. Da ist zum einen Detektive Wolf, der seinem Namen alle Ehre macht. Er ist ein einsamer Wolf in seinem Polizeirevier, der ungern im Rudel ermittelt sondern lieber den harten Mann spielt und seine eigenen Wege geht. Natürlich wurde gerade erste eine Suspendierung aufgehoben, natürlich ist er geschieden und nicht bei allen ganz oben auf der Beliebtheitsscala. Das ist natürlich ein gängiges Krimischema und leider kommt das Buch auch irgendwie nicht aus diesem belanglosesn Schema raus. Der Mörder agiert extrem brutal und ist Wolf lange mehr als einen Schritt voraus. Er schickt eine deutliche Drohung an seinen Verfolger und fordert Wolf damit heraus.

Aber der Plott ist relativ durchsichtig gestrickt und leider nicht besonders glaubwürdig. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass alles etwas überspitzt und fast wie in einer Persiflage dargestellt ist. Man kann das Buch gut lesen, weil die Sprache sehr einfach und geradlinig ist. Es gibt leider keine besonders überraschenden Wendungen und der Hauptdarsteller war eindimensional unsympathisch gezeichnet. So richtig überzeugen konnte mich Ragdoll leider nicht. Durchschnittsware leider kein Thrillerhighlight für mich.

 

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78 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

überlebenskampf, tod, insel, extremsituation, sabbatjahr

Herz auf Eis

Isabelle Autissier , Kirsten Gleinig
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Mare Verlag, 07.03.2017
ISBN 9783866482562
Genre: Romane

Rezension:

Louise und Ludovic machen ein Jahr Auszeit und segeln dorthin, wo sie sich das Besondere erhoffen. Eine unberührte Natur, Ausblicke, die den Alltag überdauern, das Einerlei des Lebens sprengen. Sie suchen nach einem Gefühl von Freiheit und Selbstbestimmung. Zu diesem Zweck erkunden sie eine einsame abgelegene Insel irgendwo bei den Falklandinseln. Bei einer Wanderung werden sie von einem Unwetter überrascht und schaffen es nicht mehr rechtzeitig auf ihr Segelboot. Sie suchen Schutz in einer Hausruine. Aber am nächsten Morgen ist das Boot verschwunden. Auch wenn sie sehr unterschiedlich scheinen, so sind sie doch ein ganz normales Paar.  Aber auf der Insel beginnt ein grausamer, schier aussichtsloser Überlebenskampf. Hunger und Verzweiflung drückten die beiden zu Boden. Die Ausnahmesituation bringt beide an den Rand ihrer Kräfte und ihre Partnerschaft bröckelt unter dem Gefühl von Todesangst und verändert ihre Werte und ihre Gefühle.

Das Buch bedient sich einer eindringlichen, angenehm ehrlichen Sprache. Der Autor beleuchtet die Gefühle und Gedanken seiner Protagonisten. Er lässt ihnen keine Hoffnung, führt sie über den Abgrund hinaus und reduziert alles auf den unbändigen menschlichen Überlebenswillen - und erzählt dann was geschieht, wenn einer überlebt und einer zurückbleibt.

Ein sehr anspruchsvolles und nicht unbedingt heiteres Leseerlebnis. Mir gefiel auch das aufs Wesentliche reduzierte Cover sehr gut.

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20 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

mars, science fiction, wißbegier, science fictio, abenteue

Red Planet - Roter Planet

Robert A. Heinlein
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Mantikore-Verlag, 01.12.2016
ISBN 9783945493731
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Red Planet von Robert A. Heinlein hat bereits über 60 Jahre auf dem Buckel. Das merkt man dem Text auch ein bisschen an. Es liest sich ähnlich anderen als Jugendbuch deklarierten Büchern, die mein Vater noch aus seiner Jugendzeit im Schrank stehen hat. Die Leichtigkeit eines heutigen Jugendbuches hat es meiner Meinung nach nicht. Es ist eine Mischung aus naivem Erwachsenenbuch und Kinderbuch.

Das Leben und Überleben auf dem Mars ist einfacher als gedacht. Die Menschen haben sich als Kolonialisten auf den zwei Marshälften etabliert. Je nach Jahreszeit leben sie mal auf der einen, mal auf der anderen Seite. Sie haben sich auch teilweise mit den dort bereits ansässigen Spezies arrangiert. Zumindest meinen sie das. Es ist ein bisschen ein Buch über verschiedene Kulturen und Lebenssituationen. Und damit nicht ganz unaktuell.

Es liest sich einfach und im letzten Drittel durchaus auch mit wachsender Spannung. Irgendwie hatte ich mir aber mehr davon erhofft. Gerade noch so 4 Sterne. Ich wüsste gerade nicht, in welche Altersgruppe ich das Buch wirklich ansiedeln sollte.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

sabotage, fürstenberg, wehr, flößer, rhein

Der Pakt der Flößer

Ralf H. Dorweiler
Flexibler Einband: 558 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783404174461
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Der Pakt der Flößer“ ist mein erster Roman von Ralf H. Dorweiler.
Bei historischen Romanen gibt es meiner Meinung nach drei Kategorien. Die, die reine Trivialliteratur sind; die, die durch die Vielzahl an geschichtlichen Daten oft überladen und etwas zäh oder schwer lesbar sind; und die, die man nicht mehr aus der Hand legen kann, weil sie so spannend und interessant zugleich sind, dass das Lesen das reine Vergnügen ist.

Genau zu letzterer Kategorie gehört dieser historische Roman.
Jakob Finkh, Sohn eines angesehenen Schiffers und Vorsitzenden der Flößerzunft, schafft es tatsächlich, dass der Vater ihn mit nimmt auf eine ungewöhnliche Handelsfahrt, wie sie im 17. Jahrhundert auf dem Rhein noch betrieben wurde. Es werden riesige Holzfloße gebaut, mit mehreren 100 Mann Besatzung, die die ganze Strecke bis nach Amsterdam übers Wasser geschickt werden, um sodann, dass transportierte Holz dort gewinnbringend zu verkaufen. Ein abenteuerliches Unterfangen. Nicht nur ein geschäftliches Risiko sondern durchaus auch eines für Leib und Leben, da der Rhein mit Hochwasser, Flußengen und Stromschnellen aufzuwarten hat. Und dann gibt es auch noch ein konkurrierendes Floß einer anderen Schiffersgemeinschaft und es entwickelt sich ein Wettrennen darum, wer als erster am Ziel ist und den Zusatzgewinn einstreichen darf.

So mitreißender wie der Rhein, so ist auch die Geschichte. Jakob ist ein kluger Kerl, der einem mit seiner Art schnell sympathisch ist. Der Autor hat in die Geschichte auch gleich noch eine Art Krimi verpackt und natürlich darf auch eine zarte Liebesgeschichte nicht fehlen.

Ich war rund herum begeistert und habe das Buch in wenigen Tagen verschlungen. Für mich hatte es keine Längen und ich habe noch einiges Neues lernen können. Ich hoffe sehr, dass ich bald Neues von diesem tollen Autor lesen darf.

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70 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 52 Rezensionen

schottland, thriller, 1869, krimi, culduie

Sein blutiges Projekt

Graeme Macrae Burnet , Claudia Feldmann
Fester Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Europa Verlag , 08.02.2017
ISBN 9783958900554
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Geschichte an sich ist schnell erzählt.

Der gerade mal 17-jährige Roderick Macrae tötete 1869 im ländlichen Schottland seinen Nachbarn und dessen zwei Kinder. Er gesteht die Morde sofort und während er auf seinen Prozess wartet, schlägt ihm der Anwalt vor auf zuschreiben, wie sein Leben war und wie es zu der Tat kam. Er erhofft sich dadurch Einsichten in die Psyche des Jungen und Material, um diesen vor Gericht verteidigen zu können, denn am Anfang sieht alles nach einem brutalen sinnlosen Mord aus, für den keiner eine Erklärung hat.

Darum geht es auch in diesem Roman. Darum, zu hinterfragen, warum es zu diesen Morden kam. Zu klären, ob dieses Ereignis unabdingbar war. Ob Roderick den Verstand verloren oder andere Gründe hatte.

Auch seine Nachbarn und Freunde sollen zu Wort kommen. Der Autor rollt also die Tat von mehreren Seiten akribisch auf und der Leser kann sich ein gutes Bild von Land und Leuten, von Armut und Familienumständen machen.

Eigentlich eine interessante Idee. Ich fand das Ganze aber etwas langweilig und ermüdend. Ich hatte mit mehr Spannung gerechnet. Vielleicht lag es aber auch am Erzählstil, der mich leider nicht wirklich fesseln konnte.

Das Buch war einfach nicht mein Geschmack.

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171 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 78 Rezensionen

scarlett cole, liebe, under your skin, gefühle, halt mich fest

Under Your Skin - Halt mich fest

Scarlett Cole , Alexandra Hölscher
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.01.2017
ISBN 9783548288581
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Under your Skin ist eine neue Reihe von Scarlett Cole. Im ersten Band unter dem Titel „Halt mich fest“ geht es um Harper Connelly, die ein Tattoo machen lassen möchte, welches die Narben auf dem Rücken verbergen soll, die ihr Ex-Freund ihr zugefügt hatte. Sie wählt das Studio von Trent Andrews und wählt als Motiv ein großes Flammenschwert.

Wenn man dieses Buch liest sollte man bedenken, in welches Genre es fällt. Liebesroman und zusätzlich Young Adult. Zielgruppe sind also sicherlich weibliche Teenager. Unter diesen Kriterien läuft erst mal auch das Cover, welches ein Paar im Bett zeigt. Die Erotik wird bereits eindeutig in den Vordergrund gelegt. Der Schreibstil ist einfach und knapp, hat einen plaudernden Ton, der leider sehr wenig Raffinesse hat. Dieses Manko haben leider viele Bücher dieses Genres, eines welches ich unnötig finde, denn auch jungen Frauen ist es zuzutrauen, anspruchsvollere Texte zu lesen. Und ich finde, Liebesgeschichten müssen nicht immer so profan sein und „können durchaus auch Tiefgang“.

Demensprechend ist mein Fazit, dass das Buch keinerlei Überraschungen hat. Es ist genau dass, was man erwarten darf, wenn man es zur Hand nimmt. Eine nette Liebesgeschichte, zwei Protagonisten, die beide Verletzungen haben und sich gegenseitig heilen können. Eine Prise Erotik, aber harmlos und unverfänglich. Den letzten Stern kann ich nicht vergeben, da mir das Besondere gefehlt hat. Aber man kann die Story gut und schnell weg lesen.

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(127)

180 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 109 Rezensionen

thriller, moor, maya, krimi, mooresschwärze

Mooresschwärze

Catherine Shepherd
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Kafel Verlag, 01.11.2016
ISBN 9783944676067
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es war mein erste Buch, dass ich von der Autorin Catherine Shepherd gelesen habe. Mich hat vor allem der Titel angesprochen, da ich Bücher mag, die bereits eine Andeutung über den Schauplatz des Geschehens machen und ich Moorlandschaften sehr mag. Das Cover war nicht ganz meins. Es wirkte für mich fast etwas schnulzig und dürfte eher die weibliche Leserschaft ansprechen. Zumindest konnte man bereits vermuten dass es sich um einen Mysteriethriller handelt.

Hauptprotagonistin ist die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz. Aber das Buch wird nicht nur aus ihrer Perspektive erzählt, sondern von verschiedenen Seiten aus. Das fand ich positiv, da ich kein Fan der Ich-Erzählung bin. Ihr zur Seite steht der Ermittler Florian Kessler, mit dem sie ziemlich gut harmonisiert. Da könnte noch mehr draus werden als reine Kollegialität.

Die erste Leiche weist bereits ungewöhnliche Tätowierungen auf und weist überraschend in die weite Ferne zu den Maya-Kulturen. Bald wird klar, dass es sich um einen Serientäter handelt und bei den darauf folgenden Ermittlungen wird Julia auch persönlich stark involiert.

Frau Shepherd schreibt flott und unterhaltsam. Sie versucht ihren Darstellern eigene Charakter zu geben und den Leser mit überraschenden Wendungen und glaubhaften Ermittlungen zu überzeugen. Dies gelingt ihr auch in weiten Teilen und es kam keine Langeweile auf und das Buch wollte zügig gelesen werden. Von mir gute vier Sterne.

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92 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 57 Rezensionen

mord, schweden, stockholm, thriller, rache

Der Mörder und das Mädchen

Sofie Sarenbrant , Hanna Granz
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 17.02.2017
ISBN 9783352008931
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Immer wieder begebe ich mich gerne aus meiner Lese-Komfort-Zone und versuche mich an neuen interessanten Autoren. Und manchmal landet man dabei einen richtigen Volltreffer. Dieses Jahr ist mir das bereits mehrmals geglückt. Und dazu gehört auch Sofie Sarenbrant und ihr erstes auf Deutsch erschienenes Buch „Der Mörder und das Mädchen“. Es handelt sich um eine gelungene Mischung aus Psychothriller und Kriminalroman.

Im Zentrum der Geschichte stehen mehrere Frauen. Da ist zum einen Cornelia, die es endlich geschafft hat und den Weg in die Freiheit von ihrem gewalttätigen Mann sucht. Als dieser ermordet wird und ihr eine hohe Lebensversicherung winkt, gerät sie ins Visier der Ermittler, die sie ganz oben auf ihrer Liste der Verdächtigen haben. Dazu kommt ihre kleine Tochter, die behauptet, den wahren Mörder gesehen zu haben. Und dann ist da die schwangere Ermittlerin Emma, die nicht glaubt, dass die Lösung des Mordfalles wirklich so einfach ist. Nebenher hat sie sich mit ihrem Ex-Mann rumzuschlagen, der ihr als Stalker folgt.

Besonders hat mir der Erzählstil gefallen, der durch kurze Kapitel und verschiedene Perspektiven Tempo und Spannung erzeugt. Außerdem schien mir die Polizeiarbeit realistisch beschrieben und gibt dem Leser die Möglichkeit mit zu rätseln. Das Buch ist angenehm unblutig und hat trotzdem einen überraschenden Showdown. Außerdem ist man am Ende sehr gespannt, wie es mit Emma weitergeht. Ein toller Krimi einer interessanten neuen Autorin.

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(60)

123 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

ostpreußen, familiensaga, pferdezucht, familie, gutsleben

Das Lied der Störche

Ulrike Renk
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.01.2017
ISBN 9783746632469
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nach der Hochzeit der verwitweten Mutter zieht Frederike mit ihr auf ein ostpreußisches Gut zum Stiefvater Erik. Dort verlebt sie mit ihren Halbgeschwistern eine behütete, geordnete aber glückliche Kindheit. Das Landleben, fernab einer größeren Stadt und auch fern vom Rest des Deutschen Reiches, ist geprägt von den jahreszeitlichen Arbeiten, vom Umgang mit den Tieren, dem Versuch einen großen Haushalt zu organisieren und zu finanzieren. Die Kinder werden von einem Hauslehrer unterrichtet, haben wenig Kontakt zu anderen Kindern. Ihre Eltern erziehen sie liebevoll aber streng und haben einen festen Blick auf die Zukunftspläne, die sie mit ihren Kindern verfolgen. Da Frederike keine leibliche Tochter von Erik von Fennhusen ist, wird im Laufe der Jahre immer wichtiger, dass sei eine solide Ausbildung bekommt, um sich so für die Ehe mit einem anderen Gutbesitzer zu qualifizieren. Schon von Kindheit an ist Frederike fasziniert von dem über 10 Jahre älteren Ax. Als sie ins heiratsfähige Alter kommt, möchte die Mutter eine Verbindung zwischen den beiden forcieren.


Wer Ulrike Renk kennt weiß, dass ihre Geschichten von realen Personen handeln und deren Familiengeschichte erzählt wird. Im Zentrum stehen immer junge Frauen die für sich einen Platz im Leben suchen. Dabei hat sie einen ruhigen und unaufgeregten Erzählstil und nimmt sich viel Zeit für die zwischenmenschlichen Beziehungen der Familien. Im  „Lied der Störche“  kommt dazu noch ein intensiver Blick auf die unteren Stände, die im Haushalt der Familie dafür sorgen, dass das Gut so reibungslos läuft. Die einfachen „Leute“  und die Gutsbesitzerfamilie bilden eine harmonische Einheit in der jeder seinen Platz kennt.


Frederike, ihre Mutter und ihre Geschwister finden nach kleinen Anlaufschwierigkeiten in Ostpreußen ein Zuhause. Freddy entwickelt sich zu einer klugen Frau, die von Anfang an eine große Empathie für Mensch und Tier  hat. Vielleicht fehlt ihr auch deshalb manchmal etwas der gesunde Widerspruchsgeist der Jugend. Und sie tut sich auch schwer mit der Entscheidung, ob der etwas geheimnisvolle spröde Ax der Richtige für sie ist.


Mir hat gefallen, wie nah man der Familie und dem Personal kommt. Es erinnert ein bisschen an ein deutschen Downton Abbey. Allerdings ist es viel idyllischer und entspannter und die Dramen hier im Buch sind verhältnismäßig klein und harmlos und lösen sich zumeist sehr schnell in Wohlgefallen auf. Im Mittelteil fand ich, dass die Geschichte etwas dahin plätscherte. Es wurde sehr viel von den Vorbereitungen diverser Feste berichtet und der Alltag war doch recht ereignislos auf so einem Gut – wenn man mal von der vielen Arbeit absah.


Eine stille, anschaulich erzählte Geschichte, die ganz am Schluss noch eine Überraschung parat hatte und so neugierig macht auf die angekündigte Fortsetzung.

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dübell, historisch, luftfahrt, fliegen, zeppelin

Der Jahrhunderttraum

Richard Dübell
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.01.2017
ISBN 9783548288277
Genre: Historische Romane

Rezension:

Da ich
den ersten Teil der Trilogie von Richard Dübell auch gelesen hatte, war ich
schon etwas entsetzt, dass die damaligen Protagonisten bei einem Zugunglück sterben. Aber es gibt bereits eine zweite Generation an Nachkommen. Und mit ihnen transportiert der Autor die Geschichte ins Jahr 1891 und gibt uns neue sympathische Hauptdarsteller, mit denen wir mitfiebern können. Deshalb überwindet man den Verlust gut und ist ganz bei den drei Geschwistern von Briest, die in einer sehr spannenden Epoche der deutschen Geschichte leben. Die Luftfahrt erlebt gerade einen großen Aufschwung und Levin entbrennt dafür mit großer Leidenschaft. Sein Bruder möchte statt dessen einer der ersten privaten Ermittler werden. Und die dritte im Bunde, Amalie fühlt sich zu Emma hingezogen und entwickelt emanzipierte Ideen und Lebensentwürfe.

Richard Dübell gehört seit langem zu meinen Lieblingsautoren. Sein süffiger, teils humorvoller Schreibstil ist wunderbar lesbar. Und er hat ein Händchen dafür, historische Geschichte in eine erfundene Handlung einzubetten und damit nicht nur Wissen und Infos zu transportieren, sondern nicht zuletzt hervorragend zu unterhalten. Dies gelingt ihm auch in diesem zweiten Band „Der Jahrhunderttraum“ mühelos. Natürlich kommen auch erste Hinweise auf die Nationalsozialisten und wohin die Reise im nächsten Teil gehen wird. Ich finde es toll, dass Richard Dübell sich mit dieser Reihe der näheren Vergangenheit zugewandt hat. Auch dass beherrscht er, meiner Meinung nach perfekt. Das Buch lässt sich gut wegschwarten und erhält von mir eine dicke Leseempfehlung.

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296 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 91 Rezensionen

fantasy, liebe, jugendbuch, märchen, märche

Königreich der Schatten: Die wahre Königin

Sophie Jordan , Barbara Imgrund
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 06.03.2017
ISBN 9783959670708
Genre: Fantasy

Rezension:

Seit 17 Jahren herrscht im Reich Relhok die Schwarze Finsternis. Nur um die Mittagszeit gibt es eine Stunde lang Sonne. Vor 17 Jahren wurden der rechtmäßige König und seine Frau ermordet. Vor 17 Jahren wurde Luna als deren Tochter geboren und gerettet. Mit ihren Rettern, einem alten Mann und einer alten Frau, lebt sie versteckt im Wald. Der Mörder ihrer Eltern ist jetzt der König. Und lange weiß er nichts von ihrer Existenz. Luna ist von Geburt an blind und hat deshalb ihre anderen Sinne außerordentlich geschärft. So rettet sie dem Waldläufer Fowler das Leben und als die Häscher des Königs doch ihr Versteck finden, kann Luna mit ihm fliehen.

Die Königreich der Schatten ist der Auftaktband einer neuen Reihe der Autorin Sophie Jordan. In der Jugendfantasy ist sie bereits ziemlich bekannt und ich war gespannt darauf, dieses Buch für mich zu entdeckt. Gefallen hat mir die Art, wie sie schreibt und ihren Helden ein Gesicht gibt. Ich war schnell in der Geschichte drinnen und Luna ist ein sehr liebenswerter, wenn auch etwas naiver Charakter. Im Laufe des Buches bricht ihre halbwegs heile Welt auseinander und sie muss sich neu zurecht finden. Sie tut das auf ihre eigene Art, an der man bereits schnell sieht, dass sie trotz ihrer Behinderung stark und klug ist. Fowler kämpft mit den eigenen Dämonen der Vergangenheit und braucht eine Weile, bis er sich auf Luna einlassen kann. Natürlich verlieben die beiden sich ineinander. Das gehört ja zum Genre dazu und ist durchaus was fürs Herz.
Ich habe das Buch sehr schnell durchgelesen, da es extrem spannend ist und ständig etwas Neues passiert. Das ist auch mein einziger wirklicher Kritikpunkt, dass die Autorin ziemlich viel reinpackt in diesen ersten Band und manchmal war es mir tatsächlich etwas zu schnell und nicht ausführlich genug beschrieben.

Mein Fazit: Ein schönes Fantasybuch, durchaus nicht nur für Teenager, mit Luft nach oben für den Folgeband, auf den ich sehr gespannt bin, denn das Buch endet leider mit einem ziemlich fiesen Cliff-Hanger.

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608 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 114 Rezensionen

mona kasten, trust again, liebe, dawn, spencer

Trust Again

Mona Kasten
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 13.01.2017
ISBN 9783736302495
Genre: Liebesromane

Rezension:

Trust again ist der zweite Teil einer losen Reihe der Autorin Mona Kasten, die mit Begin again ihren fulminanten Start hingelegt hat. Fulminant, wenn man die vielen positiven Kritiken liest. Und ich kann dem nur zustimmen. Auch ich war begeistert. Umso gespannter war ich auf die Fortsetzung. In diesem Band sind zwei neue Protagonisten die Hauptpersonen. Das gefällt mir persönlich ausgesprochen gut, denn man kann die Bücher dadurch erstens unabhängig voneinander lesen und zweitens hat man erneut das Vergnügen einer frischen neuen Liebesgeschichte und man kann drittens die Protagonisten neu kennenlernen.

Diesmal sind es Spencer und Dawn, die sich bereits eine Weile kennen. Vom ersten Tag an hat Spencer heftig mit Dawn geflirtet. Es ist allerdings auch seine Art, flapsig und humorvoll auf die Frauen zuzugehen und er hat wohl gemerkt, dass Dawn nicht so recht mitziehen will. Dennoch gibt er nicht auf. Er weiß ja noch nicht, dass sie von ihrem letzten Liebsten schmählich verletzt wurde und immer noch nicht ganz über den Kerl hinweg ist. Aber so ganz abgeneigt ist sie dennoch nicht, denn Spencer ist nicht nur ein Schnittchen erster Güte sondern auch er hat irgendwo eine geheime Seite, die immer wieder mal durchschimmert. Außerdem ist er charmant und kein Chauvinist und so was findet man ja auch nicht so oft.

Die Geschichte bietet dem Leser genau das, was er sich beim Kauf dieses Buches von ihr erhofft. Ein sympathisches Pärchen, bei dem es schnell knistert und die Funken sprühen. Einen Plot, der das süße Hin und Her dieser beginnenden Beziehung unterhaltsam und witzig erzählt. Etwas fürs Herz mit dem nötigen bittersüßen Unterton. Und ein Ende, welches den Leser ziemlich zufrieden zurücklässt.

Schön fand ich auch, dass Allie und Kaden als Nebenfiguren noch vorkommen und so einen Zusammenhalt zwischen den zwei Bänden schaffen. Mein Fazit: In diesem Genre ist Mona Kasten wirklich eine sehr empfehlenswerte Autorin. Von mir fünf Sterne. Ich habe es an einem Wochenende durchgeschmökert.

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75 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

thriller, afrika, frankreich, mord, paris

Purpurne Rache

Jean-Christophe Grangé , Ulrike Werner-Richter
Fester Einband: 944 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 11.11.2016
ISBN 9783431039641
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum einen geht es natürlich um die Morde. Die beginnen mit einem jungen Piloten, der auf einer abgelegenen Insel bei einer Militärübung von einer Rakete zerfetzt wird. Schnell ist aber klar, dass er schon vorher einen furchtbaren Tod gestorben ist. Kommissar Erwan Morvan kommt aus der Hauptstadt und fängt an in ein Wespennest zu stechen. Dann geschieht ein weiterer Mord mitten in Paris. Und die Ähnlichkeiten beim Modus operandi lassen keinen anderen Schluss zu, als dass eine Mordserie in Gang gesetzt wurde, bei der der Täter in jeden Opfer bereits Hinweise für das nächste – oder das vorangehende – hinterlassen hat. Außerdem weisen die Morde in die okkulte Szene des afrikanischen Kongo. Dorthin, wo vor 40 Jahren Erwans Vater Gregoire den „Nagelmann“ hinter Gitter gebracht hatte, der seine Opfer auf die gleiche grauenhafte Weise mit Nägeln und Scherben gefoltert und getötet hatte. Und spätestens jetzt ist klar, dass es sich bei diesem Roman auch um eine Familiengeschichte handelt.

Der Ermittler Erwan Morvan kommt aus einer kaputten Familie. Der Vater, selbst hochdekorierter Polizist, gewalttätig, despotisch, mächtig. Die Schwester labil, unglücklich und bereit, für eine gute Filmrolle, auf jeder Besetzungscouch das Beste zu geben. Der Bruder, ein wunderschöner Mann, ein intelligenter Broker und in seiner Drogensucht immer auf der Suche nach der nächsten Koks-Line, die ihn für ein zwei Stunden über Wasser halten kann. Die Mutter ein gefühlloses Wrack, in den Augen der Kinder ein Opfer des Vaters.

Irgendwie hängt alles zusammen. Die Morde damals in Afrika und die in Gegenwart in Frankreich. Aber auch die Familiengeschichte und die kaputten Existenzen, die daraus resultierten. Und Erwan wäre nicht der Sohn seines Vaters, wenn er so einfach aufgeben würde, um hinter das Geheimnis der Mordfälle und der Ursprünge in der Vergangenheit zu kommen.

Mein letzter Grangé liegt schon ein paar Jahre zurück. Nach dem Hype „Der purpurnen Flüsse“ kamen nicht nur gute Thriller, sondern auch solche, die ich zäh und verkorkst fand. Eine Weile war ich also abstinent von diesem Autor. Umso mehr war ich auf „Purpurne Rache“ gespannt. Für mich erfreulich, läuft Grangé hier zu neuer alter Best-Form auf. Dabei ist es auch ein, wie ich finde, typischer Grangé mit all den Zutaten, die seine Fangemeinde an ihm kennt und schätzt. Da ist der harte Ermittler Erwan, der mit unorthodoxen Mitteln einen wirklich fürchterlichen Mörder jagt und dabei nebenbei mit seinen ganz eigenen Dämonen zu kämpfen hat. Da sind die monströsen Gewalttaten, die so tief in menschliche Abgründe hinabsteigen, dass dem Leser angst und bange wird, ob er mit dem Helden wohlbehalten wieder ans Tageslicht kommen wird. Da sind auch die überraschenden Wendungen, die kleinen Puzzleteile, die am richtigen Ort ein ganz anderes Bild ergeben können, die kraftvolle Sprache, die gleichwohl das Grauen beschreiben und wie auch tiefe Gefühle in Worte fassen kann.

Mir hat dieser Thriller ausgesprochen gut gefallen. Obwohl die Charaktere überzogen kaputt sind, allesamt erschreckend psychisch labil, ja teilweise richtig krank sind – und ich rede hier nicht nur von den Gewalttätern in der Geschichte. Die sind, wie bei Grangé nicht anders zu erwarten, so abgrundtief böse und so schwer gestört, dass man es sowieso nicht in ein normales Menschenhirn reinbekommt.

Nach meiner Enttäuschung beim letzten Cody McFadyen-Thriller habe ich mich u.a. auch über die Unglaubwürdigkeit und die überzogene Bösartigkeit der Geschichte beklagt. Aber hier bei Grangé hatte ich das Gefühl, dass der Autor sich große Mühe gegeben hat, das Unbegreifliche dem Leser zu Erklären. Er seziert die Taten und die Motivationen aufs Feinste und bis ins kleinste Detail, unterlegt alles mit kulturellem und okkultem Hintergrund. Grangé nimmt den Leser ernst. Er gibt den Erklärungen Raum und Zeit und das Ziel ist nicht alleine das Schockieren.

Und für den geübten Thrillerleser hat er noch zwei Volten drinnen, die am Ende für Überraschung und zusätzliche Spannung sorgen.

Fazit: Hart, blutig, erschreckend, spannend – und mit Sicherheit eines von Grangés besten Büchern.

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reihe, italien, sichelgaita, 11. jahrhundert, 4 buch einer reihe

Der Sturm der Normannen

Ulf Schiewe
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2016
ISBN 9783426516416
Genre: Historische Romane

Rezension:

Elftes Jahrhundert. „Der Sturm der Nomannen“ ist schon vor Jahren über das damalige Süditalien hereingebrochen. Die Brüder Hauteville haben nach und nach immer mehr Provinzen erobert und vor allem Onfroi ist sehr erfolgreich gewesen, da ihm seine Brüder Robert und Roger bei seinen Eroberungen immer treu zur Seite gestanden sind. Aber jetzt kommt es aus Eifersucht und Neid zum Bruderzwist und der droht alle an den Rand des Abgrunds zu bringen. Gilbert versucht seinen Herrn zu retten und den Frieden zu sichern.

Der vierte und voraussichtlich letzte Teil der Normannensaga von Ulf Schiewe vereinte mal wieder Abenteuer und Spannung mit europäischer Geschichte. Eine Horde mutiger, kampferprobter Männer  und die dazugehörigen starken Frauen hauchen der Handlung Leben ein. Hier werden Burgen gestürmt oder auch mal verteidigt, es wird gekämpft und gestritten, geliebt und gelitten. Der Ich-Erzähler Gilbert ist über die Jahre erwachsen geworden, hat inzwischen mit seiner Gerlaine eine Tochter. Er entwickelt sich immer mehr zum klugen Anführer und ohne ihn wäre so manche Schlacht verloren und Robert würde nicht immer wieder so gut und erfolgreich aus allen Widrigkeiten hervorgehen.

Es hat wieder großen Spaß gemacht dieses Buch zu lesen. Mir sind die Normannen mit all ihren kleinen Lastern und ihrem nordischen Charme sehr ans Herz gewachsen. Ulf gönnt dem Leser ein bittersüßes Ende in dem alle Fäden und Verwicklungen zu einem zufriedenstellenden Schluss aufgedröselt werden. Für mich ist es eine der besten Histo-Reihen der letzten Jahre gewesen. Mir gefällt einfach, wie Ulf Schiewe mit einer Prise Humor, jeder Menge Abenteuer und Action, aber auch mit viel Fakten und Historie eine spannende und sehr unterhaltsame Geschichte erzählt.

Volle Punktzahl von mir.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Der fremde Bretone

Emmanuel Grand , Maja Ueberle-Pfaff
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 14.11.2016
ISBN 9783746632377
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Der fremde Bretone“ ist ein Konglomerat verschiedener Spannungs-Genres in einem Roman. Der erste ins Deutsche übersetzte Roman von Emmanel Grand wird unter Krimis und Thrillern geführt und hat sowohl Elemente eines Krimis als auch eines Mysteriethrillers. Aber auch die Flüchtlingsproblematik und ein Mafiakiller spielen eine große Rolle in diesem Roman.

Der rumänische Flüchtling Marko gerät bei seiner Flucht aus der ukrainischen Heimat in einen Kampf mit übergriffigen Schleusern, bei dem diese von den Flüchtlingen erschlagen werden. Daraufhin setzt die Mafia einen Killer auf sie an. Marko sucht nach Arbeit und landet auf einer kleinen bretonischen Insel. Eigentlich genau der falsche Ort um so einfach unterzutauchen, denn die kleine Inselgemeinschaft ist misstrauisch und lehnt Fremde prinzipiell ab. Und als ein Mord geschieht, ist der Fremde sofort der von allen mutmaßte Täter. Zu allem Überfluss gibt es eine Art Geister-Erscheinung, die immer wieder den Tod orakelt; wessen Tod auch immer.

Am besten gefallen hat mir zum einen die Beschreibungen der rauen Küstenlandschaft und des harten kargen Lebens der Seeleute und ihrer Angehörigen. Man schmeckt das Salz, das Wasser und die Kälte. Man spürt die Einsamkeit und Enge der dörflichen Gemeinschaft. Zum anderen ist die vertrackte Lebenslage von Marko eindringlich und klug beschrieben und wenn er auch kein Held im üblichen Sinne ist, so kann man doch gut mit ihm mitfühlen und sorgt sich mehr als einmal um seine Zukunft.

Trotz der dramatischen Ausgangslage und der ständigen Bedrohung, ist die Spannung lange nur unterschwellig zu spüren, verschwindet zwischen den alltäglichen Querelen beim Fischen und den Animositäten der Kollegen von Marko. Der Kommissar von Festland muss hinter Marko als Hauptdarsteller ins zweite Glied rücken und deshalb ist es auch für mich kein richtiger Krimi gewesen sondern ein Roman über einen Außenseiter und Flüchtling, der versucht in der Fremde mit allen Mitteln zu überleben. Die Thrillerelementen wurden vor allem am Ende eingesetzt.  

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240 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 94 Rezensionen

drachenreiter, greif, cornelia funke, fantasy, drachen

Drachenreiter - Die Feder eines Greifs

Cornelia Funke , Cornelia Funke
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Dressler, 26.09.2016
ISBN 9783791500119
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Fangemeinde der Drachenreiter ist in den Jahren sicherlich gewachsen und sie sind älter geworden. Denn es hat lange gedauert, bis Cornelia Funke unseren Ruf erhört, und endlich eine Fortsetzung geschrieben hat. Umso glücklicher bin ich, dass ich das Buch ganz schnell in Händen halten durfte. Und es ist wirklich schon optisch ein Genuss, den man sich nicht entgehen lassen sollte und der auch und vor allem Erwachsene begeistern wird. Fast auf jeder Seite gibt es teils nur winzige, teils detailverliebte, teils nur ganz schlichte Zeichnungen in schwarz-weiß, die trotz ihrer Fülle den Leser nicht erdrücken und die eigene Phantasie keineswegs hemmen sondern ihr Flügel verleihen, wie dem Drachen dieser Geschichte. Man versinkt mit Worten und Bildern in diesem Buch und ich kann gar nicht sagen ob es schöner ist, die Geschichte für sich zu lesen oder mit Kindern als Vorleser zu entdecken.

In „Die Feder des Greifs“ finden wir altbekannte Figuren wieder, allen voran Ben und seinen Drachen Lund, deren Freundschaft unverbrüchlich und so groß ist, dass sie alle Stürme und Unbillen überstehen kann und die beiden auch getrennt immer zueinander stehen. Als die letzten Pegasusfohlen ihre Unterstützung brauchen, gibt es keine Frage, wer ihnen helfen wird.
Die Sprache ist für Kinder ab 10 Jahren durchaus geeignet. Ich finde schön, dass sie dennoch anspruchsvoll für ein Kinderbuch ist, also Wert auf Stil und Ausdruck gelegt wird – auch die Eltern kommen hier auf ihre Kosten und ich finde es schön, wenn man die kleinen Leser nicht unterschätzt sondern ein bisschen fordert und fördert. So sind auch die Themen, die sich hier im Gewand einer märchenhaften Story verstecken natürlich solche, die auch in der Realität wichtig und wahrhaftig sind. Freundschaft und Treue ebenso wie der Umweltschutz und das Beschützen bedrohter Arten.

Ich kann also das neue Buch von Cornelia Funke ohne Wenn und Aber empfehlen – für die ganze Familie – für Fans und Neueinsteiger – für Leser und Vorleser – für Drachenreiter und Pegasus-Liebhaber – für Fantasyanhänger und solche, die es mit diesem Buch werden könnten. 

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 39 Rezensionen

kochbuch, kochen, schiffskoch, rezepte, mediterran

Staats‘ Geheimnisse – Mediterrane Rezepte und Storys von den Jachten der Superreichen

Stephan Staats , Martin Lagoda , Hubertus Schüler , Justyna Krzyzanowska
Fester Einband
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 21.09.2016
ISBN 9783954531066
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich koche leidenschaftlich und sehr gerne aus guten Kochbüchern. Ich finde, man muss wirklich kein Genie sein, um leckere Gerichte zu zaubern. Man braucht nur eine hervorragende Anleitung und ein bisschen Übung. Deshalb bin ich immer interessiert an neuen Kochbüchern und hier vor allem an solchen von Köchen, die ich noch nicht kenne und die dann meist auch einen neuen Wind in meine Küche bringen können.

Stephan Staats hat unter dem Titel Staats‘ Geheimnisse eine Sammlung mediterraner Rezepte herausgebraucht, die rund um das Mittelmeer quer durch alle Länder geht. Mir war er noch nicht bekannt und als Mann hat mich natürlich sein abenteuerlicher Arbeitsplatz auf den Jachten der Superreichen durchaus angesprochen. Jedes Kochbuch sucht neben der reinen Rezepteansammlung den Leser und Koch entweder mit einer Philosophie oder einem Motto anzusprechen. Hier ist es so, dass Stephan Staats aus seinem Nähkästchen plaudert und über Oligarchen und Promis und sein Leben als reisender in Sachen gutes Essen berichtet. Die Geschichten sind kurz und knackig, manchmal amüsant manchmal überraschend und zwischen den Rezepten sehr unterhaltsam. Aber es gibt sehr viel Raum für die einzelnen Gerichte. Hervorragend Bilder zeigen leckere Kochergebnisse, die man sehr gerne nachkochen und probieren möchte. Die Rezepte sind durch die Bank einfach nach zu kochen und haben wenig Klimbim, an dem man sich die Zähne ausbeißen würde. Es sind die Klassiker aber auch ein paar Rezepte, von denen ich so noch nie gehört hatte, wobei ich hier vor allem auf die Sachen Richtung Albanien, Montenegro abzielen.

Zu meinen Favoriten gehörten die Nudeln mit Meeresfrüchten und die Kirchererbsensuppe, die in meiner Familie reißenden Absatz fand.
Das Buch ist wirklich empfehlenswert und ich würde es auch weiterverschenken, da es mir überraschend gut gefallen hat. Staats‘ Geheimnisse hat meine Erwartungen positiv übertroffen.

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46 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

australien, waisenhaus, amerika, liebe, hass

Das Land der roten Sonne

Harmony Verna , Marie Rahn
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 17.10.2016
ISBN 9783352008887
Genre: Historische Romane

Rezension:

Australien im Jahr 1898. Leonora und ihr Vater sind nahe am Verhungern und als der Vater das Mädchen alleine lässt – mutmaßlich, um etwas zu Essen zu finden – stirbt sie fast im australischen Outback. Aber ein Wanderarbeiter rettet sie und schließlich landet sie in einem Waisenhaus, wo sie den irischen Jungen James kennenlernt. Die beiden werden ein eingeschworenes Team und geben einander Halt und Zuneigung. Aber dann wird Leonora von Amerikanern adoptiert und verlässt das Land. Und James wächst bei seinen irischen Verwandten auf.

Jahre später kehrt Leonora nach Australien zurück. Sofort weiß sie, dass sie hierher gehört in dieses Land. Sowohl Amerika, als auch ihr Ehemann sind nur ein Kompromiss gewesen und sie ist unglücklich. Dann trifft sie James wieder und aus der Kindheitsfreundschaft wird schnell mehr.

Das Buch hat all meine Erwartungen erfüllt. Harmony Verna hat einen angenehmen und bildhaften Erzählstil und versteht es nicht nur die wilden Landschaften des australischen Kontinents dem europäischen Leser näher zu bringen, sondern auch ihre zwei Helden sind schnell sympathisch und man fiebert mit ihnen mit. Es ist natürlich eine Liebesgeschichte, aber es ist keineswegs seicht oder belanglos und auch nicht kitschig. Gefallen hat mir, dass es neben Leonora und James noch einige andere starke Charakter gibt, die der Geschichte Leben und Farbe einhauchen. Und gerade im letzten Drittel wird es richtig spannend, ja fast abenteuerlich. Das hat mir besonders gefallen.

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