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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

liebe, blume, wind, büchlein, beflügelt

Ich wollte wissen, was Liebe ist...

Bastian Aue
Flexibler Einband: 100 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 23.09.2017
ISBN 9781977560803
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ein kleines nettes Büchlein, mit einer Sammlung wunderbaren Sätzen zur Liebe.


Ich wollte wissen, was LIEBE ist ....

......und sie begann sich mir zu zeigen.

Schon ein altes Sprichwort weiß: „Das größte Glück auf Erden ist lieben und geliebt zu werden."

Es macht Spaß in dem Büchlein zu blättern und sich zu dem einen oder anderen Satz Gedanken zu machen. Liebe ist so vielfältig und im Leben überall anzutreffen, man muss nur die Augen aufmachen und offen sein für die Liebe. Sie beflügelt und lässt uns schweben, sie erzeugt Schmetterlinge im Bauch und strahlende Augen. Lieben heißt auch, zu wissen, dass man zusammengehört, auch wenn es schwierig wird. Liebe heißt, seinen Mitmenschen Achtung entgegenzubringen. Liebe heißt, die Natur in seiner ganzen Schönheit zu erkennen. Liebe ist ein nettes Wort, dass du einem Mitmenschen schenkst. Liebe ist allumfassend und wer nicht lieben vielältigkann, ist arm dran.

„Ich wollte wissen, was Liebe ist…“ hat den Anstoß dazu gegeben mir eine eigene Liste anzulegen, mit meinen persönlichen „Liebeserlebnissen“. Und die beginnt mit: „Liebe ist, jeden Morgen aufzustehen und einen neuen Tag vor sich zu haben. Liebe ist ein Geschenk.“

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Tags: allumfassend, beflügelt, liebe, persönlic, vielfältig   (5)
 

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

mord, psychiatrische anstalt, nervenklinik, gefahr, silkenowakpatient211

Patient 211

Silke Nowak
E-Buch Text: 185 Seiten
Erschienen bei Viktoria Publishing, 18.09.2017
ISBN B075RPSY7B
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Prof. Dr. Fallersleben, der Chefarzt der psychiatrischen Klinik Marienberg wurde ermordet. Tatverdächtig ist seine Ehefrau Linda, die in eben dieser Klinik behandelt wird. Dr. Julian Kraft, ein unabhängiger Gutachter und eine Koryphäe auf dem Gebiet der Forensischen Psychiatrie soll ein Gerichtsgutachten über ihren Zustand erstellen. Doch er erliegt der Manipulationskraft dieser Patientin, kann sich ihrer Faszination kaum entziehen. Linda beharrt darauf, dass ein Serienmörder, ein ehemaliger Privatpatient ihres Mannes, für die Tat verantwortlich ist. Es existiert eine Patienten- Akte Nr. 211, und sie bittet Dr. Kraft eindringlich darum diese Akte zu lesen.

‚Patient # 211‘ war mein erster Krimi von Silke Nowak. Der Einstieg in die Geschichte fiel relativ leicht. Der Schreibstil ist flüssig und durchaus spannend zu lesen. Leider konnte sich die anfängliche Begeisterung für das Buch nicht halten. Es fällt mir schwer, dieses Buch zu rezensieren. Mir war die komplette Handlung zu überdreht, zu unrealistisch. In dieser Klinik Marienberg hatten nicht nur die Patienten eine psychische Macke, was ja in der Regel ‚normal‘ ist in einer psychiatrischen Klinik, in diesem Thriller lief auch die Klinikleitung und das Pflegepersonal völlig neben der Spur. Echt, too much! Der Funke ist da leider nicht übergesprungen. Die Protagonisten haben mich nicht berührt, ich bin mit keiner Figur warm geworden, konnte mich mit keiner Person identifizieren. Sie blieben mir fern. Im Guten, wie im Bösen. Außerdem konnte man schon sehr bald erahnen, wer der Täter ist.

Fazit:  Ein Krimi für zwischendurch. Aber kein Muss.

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Tags: forensik, klinik, mor, psychatrie, serientätet   (5)
 

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142 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

psychothriller, thriller, mord, selbstmord, vergewaltigung

Ich soll nicht lügen

Sarah J. Naughton , Marie Rahn
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.09.2017
ISBN 9783548289182
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Abe liegt im Koma und wird daraus wahrscheinlich nicht mehr erwachen. Er ist im Treppenhaus zwölf Meter in die Tiefe gestürzt. Seine Verlobte Jody behauptet, er hätte Depressionen gehabt und sei gesprungen. Seine Schwester Mags, eine Staranwältin aus Amerika, die zu ihrem Bruder kaum Kontakt hatte, glaubt ihr nicht. Sie versucht Licht in Abes Leben zu bringen und zieht in Abes Wohnung. Sie befragt die Nachbarn, ob einer von ihnen was gesehen oder gehört hat, sie will die Hintergründe durchleuchten.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Einmal lesen wir aus der Sicht von Jody, einmal von Mags, auch die Nachbarin Mira kommt zu Wort. Dadurch wird man als Leser in die Gedankenwelt der Protagonisten mitgenommen und ist den Akteuren einen Hauch voraus. Die einzelnen Kapitel sind nicht allzu lang. So bleibt die Spannung fast durchgehend erhalten. Die Charaktere sind gut beschrieben. Ich konnte mir ein deutliches Bild von ihnen machen. Mags, die toughe Anwältin, ich mochte sie anfangs überhaupt nicht, für mich war sie kalt wie Hundeschnauze. So fragte sie sich am Krankenbett von Abe, warum man überhaupt Zeit und Mühe aufwandte, um ihren Bruder im Zustand des Vegetierens zu halten, so könnte das Sterben Jahrzehnte dauern. Das fand ich schon sehr, sehr hart, auch wenn die Geschwister sich nie nahstanden. Allerdings konnte ich auch der armen traumatisierten Jody nicht viel abgewinnen. Sie leidet still vor sich hin. Und doch haben beide Frauen Geheimnisse, die der Leser erst nach und nach serviert bekommt. Abe hingegen habe ich uneingeschränkt gemocht. Um ihn hätte ich auch Tränen vergossen. Und dennoch birgt auch sein Leben Geheimnisse.

Der Schreibstil erzeugte Spannung und war gut zu lesen. Der Spannungsbogen blieb bis zum Schluss erhalten. Teilweise ging der Thriller schon an die Nieren, nicht zuletzt wegen einiger Themen auf die ich jetzt nicht näher eingehen möchte, ohne vom Inhalt zu verraten.  Wer ‚Girl on the train‘ mochte, wird auch diesen Thriller lieben. Die Auflösung am Ende überrascht.

Fazit: Gänsehaut erzeugend und lesenswert.

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Tags: geheimnis, koma, perspektive, sturz   (4)
 

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64 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 49 Rezensionen

münchen, krimi, trauer, ex-kommissar, jakob franck

Ermordung des Glücks

Friedrich Ani
Fester Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.09.2017
ISBN 9783518427552
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ach Leute, der ist doch nicht neu. Da wurde ein alter Stoff überarbeitet und neu aufgelegt. Als Hardcore-Fan von Friedrich Ani kenne ich den Roman. Sorry, das gibt Punkteabzug. Es findet sich auch nirgendwo ein Hinweis.

Der 11-jährige Lennard ist verschwunden und wird nach bangevollen Wochen tot in einem Waldstück aufgefunden. Jacob Franck, der pensionierte Kommissar, ist der Überbringer der Todesnachricht. Für die Familie ging mit Lennard das Glück. Seine Mutter fällt in eine tiefe Depression, und scheint am Verlust des einzigen Sohnes zu zerbrechen. Und doch hüten sie und ihr Bruder Max ein dunkles Geheimnis. Die Sonderkommission kommt in den Ermittlungen nicht weiter. Jacob Franck macht es sich zur Aufgabe, diesen Fall auf eigene Faust zu lösen.

Ich liebe Anis eigenwilligen Stil. Seine Schreibe ist für mich tiefgründig und voller Poesie. Er versteht es wie kein anderer Bilder entstehen zu lassen. Die Charaktere sind glaubwürdig gezeichnet. Jacob Franck wirkt sympathisch und menschlich. Er hört den Menschen zu, hört auch Zwischentöne. Die Eltern und der Onkel des Jungen sind aufgelöst in ihrer Trauer, man nimmt sie ihnen ab und fühlt mit ihnen. Doch alle tragen Schuld.

Fazit: Ein atmosphärisch dichter Krimi. Allen Lesern guter Krimiliteratur herzlich empfohlen. Dennoch nur 4 Sterne, der Grund wurde oben angeführt.

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Tags: eltern, junge, münchen, onkel, trauer   (5)
 

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85 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

schildkröte, märchen, freundschaft, phantasie, roman

Die Phantasie der Schildkröte

Judith Pinnow
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 24.08.2017
ISBN 9783810530356
Genre: Romane

Rezension:

Edith lebt zurückgezogen in ihrer kleinen Wohnung in Köln. Sie ist mit Mitte 40 und immer noch Single. Mit Männern hat sie bisher keinerlei Erfahrungen gemacht. Sie ist überhaupt sehr kontaktscheu, bleibt lieber für sich. Dafür ist Edith ein Ordnungsfreak. Ihr Leben ist perfekt durchgeplant, es gibt Tages und Wochenpläne, ob es nun die Mahlzeiten sind oder die Wochenoutfits, alles wird bis ins kleinste Detail festgelegt. Genau wie ihr Liebslings-Serien-Helden „Monk“, liebt auch Edith Ordnung und Routine. Für Überraschungen ist in ihrem Leben kein Platz. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist unterkühlt. Einmal im Monat trifft sie sich mit ihr, aus Pflichtgefühl. Eines Tages bleibt sie mit einer gewitzten Zehnjährigen im Fahrstuhl stecken. Und das ist der Anfang, der ihr Leben vollkommen auf den Kopf stellt. Das Mädchen nennt sich Schneewittchen. Gegen Ediths Willen nimmt Schneewittchen mehr und mehr Platz in ihrem Leben ein. Schneewittchen stellt ihr Aufgaben und merkwürdige Dinge geschehen.

Der Schreibstil ist flott und gut lesbar. Das Buch liest sich tatsächlich in einem Rutsch. Der märchenhafte Einstieg in die Geschichte hat mir gut gefallen. Leider nutzt sich der Zauber später etwas ab. Einige Szene empfand ich als überzogen.

Die Charaktere sind durchweg liebevoll gezeichnet. Bis auf Edith mochte ich alle. Mit der Hauptprotagonistin hatte ich meine Probleme. Für meinen Geschmack ist sie zu larmoyant und irgendwie in den Kinderschuhen stecken geblieben. Eine alte Jungfer, ohne eine Spur Selbstbewusstsein. Sie schiebt ihre Defizite und Schwächen auf die Mutter. Klar, Mama ist der Sündenbock. Wobei ihre Mutter schon eine Nummer für sich ist. Trotzdem kam ich mit der Beschreibung der Mutter eher klar. Sie wirkt authentisch, wenn auch nicht unbedingt sympathisch. Über die Szene beim Chinesen musste ich herzhaft lachen. Ja, Humor kommt in Judith Pinnows Roman nicht zu kurz. Doch zurück zu Edith. Sie ist immerhin eine Frau von Mitte 40, in diesem Alter sollte sie sich längst abgenabelt haben und für ihr Leben Verantwortung tragen.

Insgesamt habe ich die Lektüre genossen, die Kritikpunkte spiegeln meinen persönlichen Eindruck, dass mag jeder anders sehen.

Fazit: Ein gefühlvoller Roman für lange Herbstabende.

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Tags: inneres kind, mama, schildkröte, schneewittchen   (4)
 

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93 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 62 Rezensionen

krimi, norwegen, frankreich, mord, munch

Kreuzschnitt

Øistein Borge , Andreas Brunstermann
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.09.2017
ISBN 9783426306048
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Axel Krogh, der hochbetagte norwegische Magnat eines Immobilienimperiums wird in seiner Luxusvilla an der Cote d‘ Azur ermordet aufgefunden. Mit der Aufklärung des Falls wird der Osloer Kripo-Ermittler Bogart Bull von seiner Chefin betraut.  Er soll als Beamter von Europol die ermittelnden Beamten vor Ort unterstützen. Bulls erster Fall nach dem Mord an seine Frau und seine kleine Tochter und nach überstandener Alkoholsucht. Dem Opfer wurde die Kehle durchschnitten und sein Körper geschändet. Bedeutsam ist auch, dass lediglich ein auf den ersten Blick recht unbedeutendes Gemälde, eines unbekannten Künstlers, aus der Villa verschwunden ist. Krogh war ein Sammler von Kunstobjekte und die Villa barg unzählige wertvolle Gemälde.

Das Buch gliedert sich in zwei Handlungsstränge. Der zweite erzählt die Hintergründe des Gemäldes und geht bis auf das Jahr 1906 zurück. Anfangs entwickelt sich dieser Teil eher beschaulich, nimmt jedoch im Verlauf der Geschichte an Brutalität zu. Stellenweise musste ich querlesen, so sehr ging mir die Handlung an die Nieren. Oh ja … nichts für schwache Nerven.

Als großen Schwachpunkt empfand ich, dass ich schon relativ früh ahnte, wie die Zusammenhänge sind.

Der Schreibstil von Øistein Borge ist flott und gut lesbar, er entwickelt eine gewisse Sogwirkung. Man möchte unbedingt weiterlesen um zu erfahren, wie es weitergeht. Die beiden Ermittler Bogart Bull und sein französischer Kollege waren mit durchaus sympathisch. Aber, wie bereits geschrieben, die Story war nicht so ganz mein Fall. Das mag jeder anders sehen. Mir blieb jedenfalls im zweiten Handlungsstrang schier die Luft weg. Das muss ich so schnell nicht wiederhaben und kann es auch deshalb nicht unbeschränkt empfehlen.

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Tags: cote d' azur, europo, gemäld, immobilienimperium, kunstobjekte, luxusvilla, magna, munch, norwegen   (9)
 

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57 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

familie, geschwister, suche, finnland, zahnseide, brüde

Die Wurzel alles Guten

Miika Nousiainen , Elina Kritzokat
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Nagel & Kimche, 21.08.2017
ISBN 9783312010387
Genre: Romane

Rezension:

Ein wundervoller Roman um die Suche nach den eigenen Wurzeln. Mir hat die Geschichte um die finnischen Brüder, Pekka und Esko, Spaß gemacht. Finnische Literatur kommt ja oft etwas schwermütig daher, Miika Nousiainen hat mich mit „Die Wurzeln allen Guten“ positiv überrascht.

Pekka Kirnuvaara hat einen neuen Zahnarzt. Er trägt denselben ungewöhnlichen Nachnamen wie er. Auf dem Zahnarztstuhl liegend, entdeckt er an Esko weitere Ähnlichkeiten und glaubt evtl. einen Cousin vor sich zu haben. Tatsächlich stellt sich heraus, beide haben denselben Vater.

Die vom Typ her recht unterschiedlichen Brüder, Esko, der introvertierte, nüchterne Zahnarzt, der nur für seinen Beruf lebt und Pekka, der kontaktfreudige Mann aus der Werbebranche, machen sich gemeinsam auf Spurensuche nach Onni, den Pekkas Mutter einst als Taugenichts bezeichnet hatte. Nur soviel: Ja, es gibt noch weitere Geschwister.

Der Schreibstil ist flüssig und leicht lesbar. Ich musste oft schmunzeln über die herrlichen Dialoge zwischen den Brüdern. Der Perspektivenwechsel zwischen den Kapiteln, einmal erzählt Pekka und einmal erzählt Esko, gibt interessante Einblicke in die jeweilige Sichtweise der Brüder, wobei Pekkas Kapitel, die längeren sind. Okay, Esko ist ja auch der Schweigsamere. Das Thema Zahnpflege zieht sich quer durch alle Kapitel. Herrlich, wenn Esko die Wichtigkeit der Zahnseide erklärt.

Außerdem fand ich wunderschöne Sätze: Sich vergleichen macht unglücklich. Irgendwer hat immer mehr als du selbst =>Seite 25. Oder Pekka sagt über die Liebe zu seinen Kinder: Für dieses Gefühl reicht Sprache nicht aus=> Seite 25. Und noch ein Satz: Wenn es gut läuft sollte man nicht an den Schräubchen drehen. Das Risiko, dass es danach schlechter läuft ist groß=> Seite 58.  Köstlich fand ich Pekkas Feststellung: Meine Zähne haben ein mieses Karma =>Seite 11.

Die beiden Hauptprotagonisten muss man einfach lieben. Geht gar nicht anders. Aber auch Sari, die wiedergefundene Schwester ist mir total ans Herz gewachsen. Die später auftauchenden Habgeschwister schaffen dies nicht mehr so ganz.

Der Roman streift u.a. auch gesellschaftspolitische Themen, wie die Flüchtlingspolitik und den Rechtspopulismus, die brisante Lage in Thailand und das Unrecht gegen die Ureinwohner Australiens.

Besonders Eskos Entwicklung fand ich großartig. Im Lauf der Geschichte wird er von Pekka nach seiner Meinung zum Leben nach dem Tod gefragt. Er hält das für äußerst unwahrscheinlich. Warum, fragt Pekka. Und Esko: Weil ich auch vor dem Tod kein Leben hatte. Nach kurzem Innehalten, fügt er hinzu: Halt, seit kurzem habe ich ein Leben. Seit ich euch kenne. Oh ja, Esko lernt zu leben.

Pekkas Geständnis zum Schluss hat mich umgehauen, damit hatte ich nicht gerechnet.

Insgesamt ein Roman, den ich jederzeit und immer wieder lesen würde und den ich uneingeschränkt empfehlen kann. Daumen hoch!!!


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Tags: australien, geschwister, schwede, thailan, urzeln, w, zahnseide, brüde   (7)
 

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88 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 56 Rezensionen

adel, graf, wahrsagerin, schloss, belgien

Töte mich

Amélie Nothomb , Brigitte Große
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2017
ISBN 9783257069891
Genre: Romane

Rezension:

Ein schlankes Büchlein, mit einer großartigen Geschichte voller Esprit. Amélie Nothomb hat mich mit ihrem Roman „Töte mich“ köstlich unterhalten. Bisher kannte ich die Autorin noch nicht, aber ich bin nun auf den Geschmack gekommen und werde mir nach und nach weitere Bücher von ihr besorgen.

Zum Inhalt:

Graf Henri Neville wird von der Wahrsagerin Madam Rosalba Portenduére zu sich gerufen, sie hatte mitten in der Nacht die Tochter des Grafen halberfroren im Wald gefunden. Sie wirft dem Grafen vor, sich um die seelische Befindlichkeit seiner 17 jährigen Tochter nicht zu kümmern. So ist es aber nicht. Neville macht sich durchaus Sorgen um Sérieuse. Allerdings ist er ein Mann der seine Gefühle verschlossen hält und sie nicht auf dem Silbertablett vor sich herträgt. Zum Abschied prophezeit Rosalba ihm: „Sie geben demnächst einen großen Empfang. Auf ihrem Fest werden Sie einen Gast töten.

Neville ist bis ins Mark getroffen. Er gibt tatsächlich in den nächsten Wochen ein Fest. Es wird die letzte Veranstaltung in seinem Familienschloss sein, bevor es in andere Hände übergeht, denn die Familie ist bankrott.

Mehr möchte ich zur Geschichte nicht verraten.

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr, sehr gut. Ich mag ihre bissige und doch humorvolle Schreibweise. Die Dialoge zwischen Vater und Tochter sind köstlich. Ich habe das Buch in einem Zug verschlugen. Die Charaktere waren leicht überzeichnet, aber dennoch brillant. Der snobistische und immer liebeswerte Graf. Seine versponnene Tochter, die dem Vater ähnlicher ist, als ihm lieb ist. Naja, der Adel ist eben eine „Klasse für sich“. Gehabe und Sprechweise sind wirklich gut getroffen. Köstlich fand ich auch die verschrobenen Namen der Geschwister, so heißt der Bruder Oreste und die Schwester Electre. Neville wollte seinen Kindern nicht Namen geben wie Hinz und Kunz.

Von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

 

 

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Tags: adel, familienschlos, graf, wahrsagerin   (4)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

bettelarmband, erinnerung, frauen, see, charm

Für immer in deinem Herzen

Viola Shipman , Anita Nirschl , Matthias Karow , Eva Gosciejewicz
Audio CD
Erschienen bei Argon, 23.03.2017
ISBN 9783839893234
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: anhänger, bettelarmband, charm, eis, erinnerung, famili, frauen, see   (8)
 

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familie, geheimnis, verdrängung, afrika, schuld

Was wir getan haben

Karen Perry , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.07.2017
ISBN 9783596034857
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: schuld, verdrängung   (2)
 

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82 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

demenz, pflegeheim, alter, schweiz, altersheim

Hier können Sie im Kreis gehen

Frédéric Zwicker
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Nagel & Kimche, 22.08.2016
ISBN 9783312009992
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

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228 Bibliotheken, 3 Leser, 4 Gruppen, 141 Rezensionen

paris, brief, hamburg, realität, briefe

Der Brief

Carolin Hagebölling
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.06.2017
ISBN 9783423261463
Genre: Romane

Rezension:

Gleich der Einstieg in die Geschichte war absolut fesselnd, spannend, verwirrend. Einfach irre! „Der Brief“ hat mich sofort gepackt. Ich wollte und musste weiterlesen. Was für eine Story. Wie würde ich wohl reagieren, wenn ich so einen Brief erhielte? Was läuft da ab?

Die Protagonistin Marie Kluge erhält einen seltsamen Brief ihrer Jugendfreundin Christine. Der Brief trägt zwar den Namen von Marie ist aber an eine Adresse in Paris gerichtet. Marie lebt als freie Journalistin in Hamburg. Sie ist mit der Architektin Johanna liiert. Der Inhalt des Briefes ist ihr auf seltsame Weise vertraut und dennoch ist alles komplett verkehrt. Wer ist Viktor, von dem Christine schreibt? Marie ist beunruhigt und sucht Christine auf. Diese weiß von keinem Brief. Wenige Tage später erhält Christine ein Brief von Marie, nur hat den Marie niemals geschrieben, doch er trägt ihre Handschrift.

Das Buch ist flüssig geschrieben, die Story entwickelt enorme Sogwirkung. Jedenfalls zu Anfang, diese lässt dann allerdings rasch nach, nachdem die Story immer konfuser wird. Was ist Wirklichkeit und was ist Fiktion? Gibt es eine Paralellwelt? Irgendwie hat mich das Ende auch nicht vollauf befriedigt. Es blieben für mich zu viele offene Fragen. Ich hatte mir eine schlüssigere Auflösung gewünscht. Schade, nach dem tollen Anfang.

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Tags: brief, paralellwelt   (2)
 

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

antiratgeber, lustig, ungewöhnliches, lustiges, putzen

Schluss mit Muss: Warum du alles falsch machst, wenn du alles richtig machen willst

Tanja Mairhofer
E-Buch Text: 205 Seiten
Erschienen bei ZS Verlag GmbH, 05.05.2017
ISBN 9783898837231
Genre: Sachbücher

Rezension:

Über Tanja Mairhofers „Schluss mit Muss“ habe ich mich köstlich amüsiert und mich in vielen Sätzen wiedergefunden. Endlich mal eine die sagt, ich muss nicht alles machen,

weil …

 … es alle so machen

… es sich so gehört

… es mein Umfeld von mir erwartet

… was sollen denn bloß die Nachbarn von mir denken.

 

Wir machen uns alle viel zu viel Stress, verplanen unsere Zeit mit zu viel „MUSS“. Damit traf Frau Mairhofer genau den Nerv, der mir ein ständiges schlechtes Gewissen bereitet. Als berufstätige Frau muss man mit seiner Zeit gut haushalten, um halbwegs alles unter einen Hut zu bringen, trotzdem ist der innere Kritiker niemals zufrieden.

Unser Leben bestimmt zu viel „Muss“! Aber sind wir nicht auch in unoptimierten Zustand völlig in Ordnung? Tanja Mairhofer erklärt, als sie aufgehört habe, sich verändern zu wollen, hat sich bei ihr Zufriedenheit breitgemacht. Die Fenster müssen nicht wöchentlich geputzt werden, und wer will schon vom Fußboden essen, außerdem müssen wir nicht 13 Sachen gleichzeitig erledigen. Die Welt geht nicht unter, wenn der Wäscheberg immer noch nicht gebügelt ist. Muss ich wirklich bei jedem Event dabei sein, einen Marathon laufen, jede nur denkbare Handarbeit beherrschen, fließend 5 Fremdsprachen beherrschen und, und, und…

Mädels, macht euch locker … das Leben ist zu kurz, um allen erdenklichen Aktivitäten hinterherzujagen.

Ein vergnüglicher Anti-Ratgeber.

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87 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 63 Rezensionen

physik, einstein, gott, albert einstein, urknall

Das Einstein Enigma

J.R. Dos Santos , Paula Porter
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei luzar publishing, 23.03.2017
ISBN 9783946621003
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kurzbeschreibung

Kairo, 2006.
Der portugiesische Kryptanalyst Tomás Noronha soll ein mysteriöses Manuskript entschlüsseln. Sein Titel? Die Gottesformel. Sein Autor? Albert Einstein. Was auf dem Spiel steht? Nichts weniger als die Anleitung für eine einfach zu bauende Atombombe.
Wider Willen wird Tomás als Doppelagent des Iran und der CIA in eine internationale Spionageaffäre verwickelt und kommt im Rahmen seiner Ermittlungen einem der größten Rätsel der Welt auf die Spur: dem wissenschaftlichen Beweis für die Existenz Gottes.

 

Meine Meinung:

Das Buch erinnert mich ein bisschen an Jostein Gaarders „Sofies Welt“, in dem der Leser die einzelnen Weltanschauungen der großen Philosophen erklärt bekommt. J.R. Dos Santos geht einen Schritt weiter, er bringt dem Leser komplexe Themen der Astrophysik, insbesondere Albert Einsteins Thesen, der Mathematik, Physik und verschiedene religionswissenschaftliche Themen näher. Im Vorspann, gibt er den Hinweis: Alle in diesem Buch enthaltenen wissenschaftlichen Angaben sind wahr, und alle hier abgehandelten wissenschaftlichen Theorien werden von namhaften Physikern und Mathematikern vertreten. Das macht es umso spannender. Mich reizte vor allem der Gedanke: Wie will der Autor wissenschaftlich die Existenz Gottes beweisen? Wird es ihm gelingen? Manche Passagen musste ich allerdings zwei Mal lesen, um sie auch zu verstehen. Eigentlich ist „Das Einstein-Enigma“ ein unterhaltsames, spannendes Sachbuch. Die Spionagegeschichte fand ich zu einfach gestrickt und ein bisschen vorhersehbar.

Insgesamt hat mir das Buch gefallen, es hat Spaß gemacht, diese Theorien in unterhaltsamer und einfach Sprache erklärt zu bekommen, und ich habe auch wirklich was kapiert ;-).

Von mir 4 Sterne.

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Tags: einstein, spionage   (2)
 

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bewegung, glück, japan, leben, hardcover

Ikigai: Gesund und glücklich hundert werden

Francesc Miralles , Héctor García (Kirai)
E-Buch Text: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 10.03.2017
ISBN 9783843715607
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext

Folgt man einem klar definierten Ikigai, birgt jeder Augenblick so viele Möglichkeiten, dass er einem wie eine Ewigkeit erscheint.

Den Japanern zufolge hat jeder Mensch ein Ikigai. Ikigai ist das, wofür es sich lohnt, morgens aufzustehen, oder auch ganz einfach: der Sinn des Lebens. Es ist allerdings in uns verborgen, und wir müssen nach ihm forschen. Hier erhalten Sie die Anleitung dafür, wie Sie Ihr Ikigai ergründen können. Finden wir unser Ikigai, haben wir die Chance, gesund und glücklich alt zu werden.
Als Orientierung und Vorbild haben die Autoren die Einwohner der japanischen Insel Okinawa befragt. Dort nämlich leben die meisten Hundertjährigen, die uns hier ihr Geheimnis eines langen Lebens verraten.

Meine Meinung:

Wer möchte nicht alt werden, ein langes, gesundes Leben führen? Doch was ist das Geheimnis der Hundertjährigen? Die Autoren dieses Buches haben sich aufgemacht, dieses Mysterium zu erforschen. Auf der Welt gibt es fünf Regionen in denen überdurchschnittlich viele Hundertjährige leben: Okinawa in Japan; Sardinien in Italien; die griechische Insel Ikaria, die Nicoya-Halbinsel in Costa Rica und Loma Linda in Kalifornien. Diese Regionen werden von den Wissenschaftlern „blaue Zonen“ genannt. Hier werden die Menschen steinalt.

 Ich war gespannt auf dieses Buch. Vieles war mir bereits bekannt, da ich mich ohnehin für einen gesunden Lebensstil interessiere, aber was kann ich noch verbessern und kann ich es überhaupt beeinflussen. Ja, jeder Mensch kann etwas dafür tun, ein möglichst langes und gesundes Leben zu führen. Wichtige Faktoren sind: Ernährung, Bewegung, soziale Kontakte, Aufgaben, Dankbarkeit und Optimismus.

Die Menschen in diesen Regionen führen ein Leben ohne Hast. Aber Achtung: Stress ist nicht gleich Stress. Ein moderater Stress wirkt sich durchaus positiv auf die Lebenserwartung aus, während anhaltender exzessiver Stress dem Körper schadet. Ebenso hat auch ein zu ruhiges Leben, ein sitzender Lebensstil negative Auswirkungen auf die Lebenserwartung. Hier ein gesundes Maß zu finden, ist der Schlüssel.

Wichtig ist, sich einen jungen, aktiven Geist zu bewahren. Dazu gehören auch positives Denken, Gelassenheit in allen Lebenslagen. Und ganz erstaunlich: Diese Menschen zeichnet ein außergewöhnlicher Lebenshunger aus. Sie pflegen eine gesunde und gemäßigte Ernährungsweise und geben nicht allen Lauen und Gelüsten nach.

Die Japaner sagen: Du musst lächeln – wenn du lächelst und dein Herz öffnest werden deine Enkel gern bei dir sein. Das vergessen leider viele im Alter. Denn auch Lachen und Spaß haben, verlängern das Leben, sich keine Sorgen machen und im Herzen jung bleiben.

Für mich hat das Buch nicht allzu viele neue Erkenntnisse gebracht, da ich mich mit diesem Thematik schon länger beschäftige. Für Neulinge auf diesem Gebiet bietet es jedoch durchaus viel an erhellender Information. Stop … eines habe ich hier tatsächlich mitgenommen, und zwar, dass man auch Alltagstätigkeiten genießen soll, im sogenannten Mikroflow.

Fazit: Körper und Geist müssen beschäftigt sein. Der Mensch braucht ein Ziel vor Augen, einen Lebenssinn, er braucht Herausforderungen um zu wachsen.

 

 

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Tags: langes leben   (1)
 

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55 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

vergebung, liebe, paris, ratgeber, gefühle

Die Verseflüsterin

Nicolas Fougerousse , Elisabeth Liebl
Fester Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Scorpio Verlag, 13.02.2017
ISBN 9783958031067
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Hör auf deine Gefühle! Diese Botschaft entdeckt Marcus eines Tages an seiner Windschutzscheibe, als er sich gerade anschickt, ins Büro zu fahren. Was ein desillusionierter Tag wie jeder andere hätte werden sollen, ist der Startschuss zu einem Abenteuer der ganz besonderen Art: Wer mag ihm diese Botschaft geschickt haben? Ganz sicher jemand, der ihn und seine Gewohnheiten kennt. Seine Frau Isabelle vielleicht? Sein Chef? Oder gar ein völlig Unbekannter? War es vielleicht der eigenartige Typ, den er da zufällig kennengelernt hat? Eines ist sicher: Dieser Augenblick verändert Marcus Leben mehr, als er sich je hätte träumen lassen ..

Meine Meinung:

Markus, verheiratet mit Isabell, ist ein Getriebener. Immer unter Strom, immer auf der Überholspur, ständig am Checken der Mails, ob nun beruflich oder privat, immer mehrere Programmfenster am PC gleichzeitig geöffnet. Ein typischer Vertreter unserer von Hetze und Stress dominierten Zeit. Erst als er die Botschaft: HÖR AUF DEINE GEFÜHLE unter dem Scheibenwischer seines Autos findet, wird ihm bewusst: Das Leben rauscht an ihm vorbei. Er hat zu wenig Zeit, Zeit für sich …und er gerät ins Nachdenken. Die Begegnung mit Angelo hilft ihm, zu sich selbst zu finden, einen neuen Lebensweg einzuschlagen.

Die Sprache ist sehr schön. Nicolas Fougerousses „Die Verseflüsterin“ animiert den Leser zum Nachdenken, regt an zu mehr Achtsamkeit, und vor allem dazu, den eigenen Lebensstil zu überdenken.

Mir hat das Buch gefallen, trotz der etlicher Längen.

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Tags: achtsamkeit, lebenstil   (2)
 

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psychopath, stephan siegfried, manipulation, *siegfried*, neurobiologie

Do you speak Psychopath?

Stephan Siegfried
Flexibler Einband: 172 Seiten
Erschienen bei 1-prozent, 29.09.2016
ISBN 9783906823119
Genre: Sachbücher

Rezension:

Stephan Siegfrieds Ratgeber „Do you speak Psychopath“ wendet sich vor allem an Menschen, die immer das Gute im Menschen sehen und nie auf die Idee käme, dass jemand ihr Vertrauen missbraucht. Denn die meisten von uns werden darauf konditioniert, im Vertrauen zu leben und „im Zweifel für den Angeklagten“ zu urteilen. Gerade sie sind die Opfer der beschriebenen Spezies. Psychopathen versuchen mit allen Mitteln, die Selbstbestimmung ihres Gegenübers zu beeinflussen. Sie beherrschen es perfekt, sich als Kumpel und netten Zeitgenossen darzustellen, Menschen an sich zu binden und sie für ihre Zwecke zu missbrauchen. Ihnen fehlt jede Moral, sie kennen keine Skrupel um ihre Ziele zu erreichen. Wer gegen diese Manipulationen nicht gewappnet ist, für den kann der Umgang mit Psychopathen verhängnisvolle Folgen haben.

Kennzeichnend für Psychopathen ist vor allem der Gebrauch der schwarzen Rhetorik. Sie bietet ihnen das Werkzeug, Menschen zu manipulieren. Aber begegnen wir nicht überall in der heutigen Geschäftswelt dieser Sprache, wird diese Sprache nicht auch von Politikern, in der Werbung, den Medien und von Wirtschaftsgrößen benutzt? Ich meine schon. Deshalb ist es so enorm wichtig sich vor ungewollter Beeinflussung zu schützen und Manipulationsversuche zu entlarven.

Stephan Siegfried zeigt anhand von Fallbeispielen, deren Sprachmustern auf und gibt Tipps, an welchen Merkmalen man diese erkennt

Interessant finde ich auch die Fußnoten und Linkhinweise.

Fazit: Ein nützlicher Ratgeber. Unbedingt Lesen.

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106 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 79 Rezensionen

reise, husum, berlin, leben, freundschaft

Weit weg ist anders

Sarah Schmidt
Flexibler Einband: 261 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 06.03.2017
ISBN 9783458362562
Genre: Romane

Rezension:

„Weit weg ist anders“ liest sich leicht und flüssig. Das rot-weiße Cover ist ansprechend.

Die Rentnerin Edith Scholz wird nach einem bösen Sturz in ihrer Wohnung vom Briefträger aufgefunden. Im Krankenhaus erhält sie eine neue Hüfte, im Anschluss geht es zur Reha-Behandlung in eine Klinik auf Usedom. Dort macht die pragmatische Berlinerin Bekanntschaft mit ihrer netten Zimmernachbarin, aber … oje, sie fühlt sich von Christel Jacobi sofort genervt. Die soll sie doch in Ruhe lassen. Im Verlauf der Kur kommen die beiden sich zwar näher, aber so richtig warm miteinander werden sie nicht. Aber dann hat Christel eine Idee und Edith wird zu ihrer Verbündeten. Zusammen machen sie sich auf den Weg der quer durch Deutschland führt.

Die beiden Hauptprotagonistinnen könnten unterschiedlicher nicht sein. Die kratzbürstige, streitbare Edith Scholz, die ein Talent für Grobheiten hat und die leicht mimosenhafte Christel Jacobi, die Handarbeiten anfertigt und auf Esoterik steht. Beide sind recht lebensnah gezeichnet. Man muss sie sie einfach lieben, die beiden schrulligen Damen. Wenn sie auch nicht die dicksten Freundinnen werden, so respektieren sie sich doch. Die Reise tut beiden in ihrer Entwicklung gut. Besonders sympathisch fand ich eine Nebenfigur, den braven Briefträger Oskar Mannstein.

Die Handlung hätte ich mir gerne etwas spritziger gewünscht, aber okay, die Damen haben bereits ein gesetztes Alter erreicht, von daher sind, realistisch gesehen, keine allzu großen Abenteuer zu erwarten.

Fazit: Leichte Feierabendlektüre

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

geschwister, familie, trennung, jenny bünnig, kinder

Worüber wir nicht reden

Jenny Bünnig
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Langen-Müller, 22.12.2016
ISBN 9783784434162
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext

Vier Tage mit der Familie. Als Daniel mit seinen Kindern ankommt und vor dem Haus seiner Eltern parkt, kann er zunächst nicht aussteigen. Zu viel beschäftigt ihn. Seine Frau, die nicht anruft. Seine Schwester Patrizia, die er lange nicht gesehen hat. Seine schwer kranke Mutter und sein starrsinniger Vater. Zeitgleich im Haus betrachtet sich Patrizia im Badezimmerspiegel. Warum ist das Gefühl so stark, eine Versagerin zu sein? Jahrelang hat sie alles richtig gemacht. Dachte sie. Erfolgreiches Studium, Karriere an der Universität. Und plötzlich steht sie ohne Job da. Was macht man, wenn das, wofür man hart gearbeitet hat, plötzlich nichts mehr wert ist? Man fährt nach Hause zu seinen Eltern. Daniel und Patrizia müssen an diesem Wochenende verschiedene Rollen einnehmen. Sie sind Bruder, Sohn, Vater bzw. Schwester, Tochter, Tante – meist alles gleichzeitig.

Ein wundervoller, berührender Roman, der die Facetten des Familienlebens beleuchtet und in dem wir uns alle irgendwie wiederfinden.

Meine Meinung:

Auf den ersten Seiten dachte ich noch: In dieser Familie liegt einiges im Argen. So richtig gut kann keiner mit keinem. Man spricht nicht miteinander, nicht über Gefühle und Konflikte. Wichtige Themen werden ausgeblendet, nicht angesprochen. Aber das wandelte sich. Die Familienmitglieder kommen sich in diesen vier Tagen nahe, werden zu einer richtig tollen Familie. Lassen auch einen Blick ins Innere zu.

Mir haben sowohl Schreibstil als auch die Charaktere gefallen. Sie waren sehr glaubwürdig gezeichnet. Patti steckt tief in einer Midlife-Crisis und zweifelt ihr ganzes Leben an. Sie hat ein besonders gutes Verhältnis zu ihrer Nichte Janne, ein echt starkes und kluges Mädel. Daniel kommt scheinbar als Looser herüber, aber ich mochte seine liebevolle Art. Er ist seinen Kindern ein herzensguter und liebenswerter Vater. Winnies Ruhrpott-Dialekt war für mich zunächst ungewohnt, aber ich fand ihn dennoch stimmig. Überhaupt musste ich meine Meinung zu Winfried im Laufe der Geschichte gründlich revidieren. Patrizia betrachtet ihren Vater als. Mürrisch. Kurzab. Aufbrausend. Ein Bollerkopf. Genau den Standpunkt vertrat ich auch. Zu Schluss war Winni für mich der absolute ‚Winner‘ an Sympathiepunkten, er hat das Herz auf dem rechten Fleck, ist ein unheimlich liebevoller Ehemann. An einer Stelle gibt er Patti einen guten Rat. Ich fand den Satz bemerkenswerten:„Jetzt musse nur noch dat ganze Rumgeflenne und dat Nölen sein lassn und aufhörn zu denken, dat jedet Leben besser is als deins. Zu gar nix führt dat. Du kriegst nämlich kein andret. So siehtet aus!“

Seda, Winnis Frau leidet an Demenz. Das Thema wurde authentisch aufgegriffen!

„Worüber wir nicht reden“ bietet viel Stoff zum Nachdenken, es werden ernste Themen angerissen, Arbeitslosigkeit, Sprachlosigkeit, Umweltaspekte, Scheidung, Krankheit, aber selbstverständlich kommt die Unterhaltung nicht zu kurz. Es gibt viele Stellen, an denen ich nicht nur schmunzeln, sondern laut lachen musste.

Mein Fazit: eine großartige Familie!!! Unbedingt lesen.

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241 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 98 Rezensionen

thriller, vergangenheit, familie, drama, perfect girl

Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit

Gilly Macmillan , Maria Hochsieder
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2017
ISBN 9783426520567
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die siebzehnjährige Zoe Maisey ist eine begabte Pianistin, ein absolutes Ausnahmetalent. Doch was niemand wissen darf, sie hatte mit fünfzehn Jahren einen schweren Autounfall verursacht, bei dem drei Jugendliche ums Leben kamen. Sie wurde verurteilt zu achtzehn Monaten Jugendarrest. Das geschah in Devon. Jetzt lebt sie mit ihrer Mutter Maria in Bristol ihr „zweites Leben“. Ihre Mutter ist mit dem erfolgreichen Geschäftsmann Chris Kennedy verheiratet und alles scheint perfekt. Das Paar hat ein gemeinsames Kind. Maria nennt das Baby „Ein Geschenk des Himmels“. Und zusammen mit Lucas, dem Sohn von Chris, bilden sie eine Bilderbuchfamilie.

Um ihrer Musikerkarriere neue anzustoßen gibt Zoe, zusammen mit Lucas, das erste Konzert in ihrem zweiten Leben in einer Kirche. Der Aufritt muss perfekt werden. Sie und Lucas geben ein tolles Paar. Eine Eisprinzessin und ihr schwarzer Gefährte. Alles ist bis ins Kleinste durchgeplant. Tessa, ihre Tante bedient den Videorekorder. Und dann erklingen die ersten Töne. Zoe ist so vertieft in ihr Spiel, dass sie das Geschrei erst gar nicht wahrnimmt und sechs Stunden später ist ihre Mutter gestorben.

„Dachtest du, du kannst dich für immer verstecken?“ Von wem ist diese Nachricht auf dem Handy?

Dieser Thriller versteht es, den Leser sofort zu fesseln und in die Handlung reinzuziehen. Er entwickelt eine extreme Sogwirkung. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Handlung war spannend von der ersten bis zur letzten Zeile. Ich hatte Herzklopfen bis zum Schluss. Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar. Von der Autorin Gilly MacMillan hatte ich bisher noch nichts gelesen, aber sie ist ein echter Geheimtipp. „Perfect Girl“ war ihr zweiter Thriller. Ich werde mir auch ihren Debütroman „Toter Himmel“ besorgen.

Die Protagonisten waren wunderbar und realistisch gezeichnet. Die Staatsanwältin beschreibt Zoe so: „Wie ein Rehkitz, zerbrechlich und zart.“ Doch sie fügt hinzu. „Aber lassen sie sich nicht täuschen.“ Zoe sagt: Es ist wichtig, dass ich bescheiden wirke – mein Konzertgesicht hinbekomme. Ihre Mutter Maria ist der Motor hinter allem, sie treibt Zoe an. Maria verbiegt sich um ihre Ziele zu erreichen, verschleiert ihren wahren Charakter, ist ehrgeizig, verlangt von Zoe Disziplin, Selbstbeherrschung und Perfektionismus. Zum Beispiel darf Zoe niemals weinen. Ihren Stiefvater Chris empfindet Zoe als Heuchler und Kontrollfreak, er strahlt keine Wärme aus. Er missbilligt alles was den gewohnten Ablauf stört.

Das Ende des Buches hat mich überrascht, aber es ist dennoch stimmig und regt zum Nachdenken an. Ein rundum gelungener Thriller ohne Längen, sehr temporeich.

Von mir definitiv 5 Sterne

 

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54 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

irland, geheimnis, cork, familiengeheimnis, trauer

Das Geheimnis jener Tage

Zoë Miller , Peter Knecht
Flexibler Einband: 516 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 15.01.2017
ISBN 9783458361961
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch wird in zwei Zeitsträngen parallel erzählt. Es beginnt im Jahre1980. Sylvie geht am Strand spazieren, in ihrer jungen Ehe scheint es nicht zu stimmen. Irgendetwas macht ihr Kummer. Sie bemerkt einen jungen Mann, der sich in Gefahr begibt und sie wird für Luis zum Lebensretter. Der hochtalentierte Luis wollte seinem Leben ein Ende setzten. Er verlor durch einen Unfall seine Mutter und sein Augenlicht und ist zu tiefst deprimiert.

In der Jetztzeit erfahren wir von Sylvies Tochter, Carrie Cassidy. Sie hatte ihre Eltern vor 5 Jahren durch ein Flugzeugunglück verloren und kommt über die Trauer nicht hinweg. Sie fühlt sich schuldig, da sie ihre Eltern zu dieser Reise geraten hatte. Die Trauer zerstört nach und nach ihre Beziehung zu Mark. Und auch der Job, ist nicht die Tätigkeit, die sie befriedigt.

Dann bekommt sie einen Anruf, Maria, die Frau des blinden, todkranken Schweizer Musikers Luis Meyer setzt sich mit ihr in Verbindung und Carrie erfährt mehr über das Leben ihrer Mutter.

Das Buch enthielt alle Facetten, die ein Pagerunner benötigt: Love-Stories, Familiengeheimnisse, überraschende Wendungen und Spannung wie ein Thriller. Gleich einem Puzzle fügte sich die Story Steinchen für Steinchen zusammen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil war leicht und flüssig zu lesen, die Story, ein spannendes Leseabenteuer. Die Protagonisten waren absolut gut gezeichnet. Besonders sympathisch fand ich Sylvie, sie strahlte eine Lebensfreude aus, die ansteckend wirkte, nicht nur auf Luis, auch auf mich als Leserin. Auch der blinde Pianist faszinierte mich von Anfang an. Adam hasste ich leidenschaftlich. Warum? Er war so lebensecht beschrieben.

Das Buch enthielt sehr starke Passagen, mit viel Tiefgang und Poesie, wundervollen Bildern, aber auch die Spannung kam nicht zu kurz.

Fazit: Unbedingte Lesen!!!

 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

frau möchte mann sein, wahrnvorstellung, #geheimnisvoll, #krimi, familientragödie

Fallensteller

Moa Graven
Flexibler Einband: 335 Seiten
Erschienen bei cri-ki-Verlag, 01.02.2016
ISBN 9783945372661
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

2012 wird ein kleines Mädchen in einem Waldstück bei Aurich tot aufgefunden. Ihr Fuß steckte in einer Tierfalle. Ein unglückseliger Unfall?

Jahre später ermitteln die Kommissare Jan Krömer und seine Kollegin Lisa Berthold in einem ähnlich gelagerten Fall. Ein Spaziergänger findet im Wald die schrecklich zugerichtete Leiche eines älteren Mannes. Alles deutet auf einen äußerst brutalen Mord hin. Der Kopf des Opfers steckt in einer Tierfalle. Schnell finden die Ermittler heraus, dass es noch weitere Fälle gibt. Und wie es scheint, ist der Täter nicht zu stoppen.

Moa Gravens Krimi liest sich leicht und flüssig. Die Kapitel sind kurz und knapp, was ich durchaus als positiv empfand. Die Stimmung im Buch ist sehr düster. Leider konnte ich keine emotionale Bindung zu den Charakteren aufbauen. Die Protagonisten erweckten bei mir weder Sympathie noch Antipathie. Sie blieben für mich hölzern, ich konnte mich mit keiner Figur identifizieren. Ebenso die Handlung. Sie war schon irgendwo auch spannend, trotzdem konnte sie mich nicht wirklich packen. Es blieb alles an der Oberfläche. Mir fehlte es an Tiefe. Vielleicht hätte der Geschichte ein bisschen mehr Lokalkolorit gutgetan. Das Typische für diese Region kam für mich nicht rüber. Im Grunde hätte sich der Krimi überall abspielen können.

Dennoch vergebe ich 3 Sterne. Für eine kurzweilige Feierabendlektüre durchaus geeignet.

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50 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

schweden, schären, vergangenheit, eis, winter

Heimwärts über das Eis

Gunilla Linn Persson , Stefan Pluschkat
Flexibler Einband: 334 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 12.12.2016
ISBN 9783458361879
Genre: Romane

Rezension:

Ellinor Ingman ist Mitte 50 und lebt schon ihr ganzes Leben auf der kleinen Insel Hustrun, gelegen im Stockholmer Schärengarten. Es ist ein einsames und hartes Leben. Ellinor versorgt ihren tyrannischen Vater, der am Rollstuhl gefesselt ist, und der die Tochter mit herrischen Klopfzeichen nach seiner Pfeife tanzen lässt. Dennoch ist sie eine Frau, die ohne zu fackeln ihr Leben annimmt, so wie es ist, ja die es sogar liebt, trotz der Härte. Ihre Wut auf den patriarchalischen Vater verarbeitet sie mit Briefen, die sie an ihn schreibt, aber sofort wieder vernichtet ohne sie dem Vater zu geben.

Doch dann kommt Herrmann Engström, der Vogelmaler, nach mehr als 30 Jahren zurück auf die Insel. Einst war Herrmann Ellinors große Liebe, aber sie scheint alles vergessen zu haben. Erinnert sich kaum an Einzelheiten aus dieser Zeit. Warum das so ist, erfährt der Leser im Laufe der Geschichte.

In einem zweiten Strang wird von einem Unglückfall, der sich vor über 100 Jahren zugetragen hat erzählt. Die Geschehnisse aus der Vergangenheit überschatten seitdem die kleine Insel, haben Familienzwiste ausgelöst und Zwietracht gesät. Viele Inselbewohner haben inzwischen die Insel verlassen, ihre Häuser verkauft.

Der Schreibstil ist typisch skandinavisch. Sprachgewaltig, poetisch … einfach nur schön. Die Autorin Gunilla Linn Persson zeichnet traumhafte Bilder, erzeugt Stimmungen, die das Herz berühren. Als Leser fühlt man sich unmittelbar auf die Insel versetzt, hört das Meer, das Auf und Ab der Wellen, sieht die Blumen, die Kargheit der Natur. Man könnte meinen, Idylle pur und ein kleines bisschen neidisch werden. Aber das Leben auf der Insel ist hart, zumindest in den Wintermonaten. Und der Winter dauert lange, bis das Eis zu schmelzen beginnt.

Die Gedankenwelt der Protagonisten hat viel Tiefe. Ich mochte die bodenständige praktisch veranlagte Ellinor und Herrmann, den Vogelmaler, aber auch der kauzige Allgot ist treffend beschrieben. Man konnte Sympathien und Antipathien entwickeln, die Personen ließen einem nicht kalt. Gunilla Linn Persson ist es zu 100 % gelungen , die Leser in ihre Geschichte hinzuziehen.

Ein Buch voller Magie und Atmosphäre, auf das man sich einlassen muss. Für mich war ein absolutes Lese-Highlight. Daumen hoch!!!

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

philosophie, wissenschaft, buddhismus, physik, hubbard

Wissenschaft und Spiritualität

Lars Jaeger
Flexibler Einband
Erschienen bei Springer Berlin, 23.09.2016
ISBN 9783662502839
Genre: Sachbücher

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krebs, familie, berlin, großmutter, krankheit

Im Sommer wieder Fahrrad

Lea Streisand
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 18.11.2016
ISBN 9783550081309
Genre: Romane

Rezension:

Lea Streisand schreibt in diesem autobiografischen Roman, wie ihr Leben mit Anfang 30 durch eine Krebsdiagnose tief erschüttert wird. Als Ablenkung in dieser schweren Zeit beschäftigt sich Lea mit dem Sichten von Mütterchens Koffer. Leas Großmutter war die Schauspielerin Ellis Heiden. Diesen Künstlernamen legte sie sich Mütterchen bereits in der Schauspielschule zu, geboren wurde sie als Hildegard Lücke, sie wollte jedoch nicht, dass, falls sie mal berühmt wird, irgend so ein Schreiberling in sein Käseblatt kritzelt: ’Eine Lücke hat sich aufgetan auf den Brettern, die die Welt bedeuten.‘

Lea und ihre Großmutter verband ein besonders inniges Verhältnis. Die Autorin schreibt liebevoll von ihrer Großmutter und ihrem wechselvollen und abenteuerlichen Leben. Mütterchen war eine Frau, deren unerschütterliches Vertrauen in den guten Lauf der Dinge sehr erfrischend wirkt. Sie arbeitete als Schauspielerin und Regieassistentin mit Gründgens und Brecht. In den 40er Jahren rettete sie in einer mutigen Aktion ihrem künftigen Ehemann, einen „Halbjuden“,  das Leben.

Lea resümiert, Großmutter hatte mit dreißig schon mehr erlebt und mehr Städte bereist als sie. Großmutters Welt war größer und weiter als ihre.

Mütterchen hatte ein freundschaftliches, beinahe intimes Verhältnis zu den Dingen, die sie umgaben. Dafür hatte sie so gar keinen Nerv für Hausarbeit. Hausarbeit konnte sie nicht leiden. Gut, sie musste gemacht werden. Aber Spaß hatte sie dabei nie. Und sie war Sammlerin, sie hortete alle ihre Schätze und konnte sich von nichts trennen, wie es viel Menschen der Kriegsgeneration erging. Ihre Abstellkammer quoll über mit Kram, Sammelsurium und Gerümpel.

Lea stellt fest: Wenn Großmutter etwas richtig gut konnte, dann Probleme lösen. Sie hatte keine Komplexe, machte immer was sie wollte. Leas Leben hingegen wird durch den Krebs ausgebremst, sie hatte sich ein Leben mit Kindern erträumt. Ihr Freund Paul steht ihr zu Seite, fängt sie auf, wenn es ihr schlecht geht und baut sie immer wieder auf, begleitet sie durch Höhen und Tiefen.

Mit hat das Buch sehr gut gefallen. Die Sprache ist ehrlich und ungekünstelt. Es kommt so viel an Herzlichkeit und Liebe beim Leser an, aber auch schmerzhafte Emotionen sind spürbar. Die Charaktere sind echt, man glaubt sie als Leser wirklich zu kennen.

Ich habe sehr schöne Sätze zu lesen bekommen. Hier drei Beispiele:

„Das romantische Ritual meiner Großeltern war das Briefeschreiben. Ihre Liebe entstand, indem sie sie beschworen, in Worte fassten. Begehren kommt aus dem Bauch. Aber Liebe entsteht im Kopf. Indem ich jemandem sage, dass ich ihn liebe, treffe ich die Entscheidung, ihn zu lieben. In genau diesem Moment. Und wenn ich es aufschreibe, habe ich es verbrieft.“

„Zu Hause ist dort, wo man ankommt und nichts darstellen muss. Wo ich mein öffentliches Selbst gegen mein privates Selbst austausche, gegen das ungeschminkte in Jogginghosen, das stundenlang nur auf dem Sofa hängt und Harry-Potter-Filme guckt oder Romantic Comedies und dabei Tetris auf dem Laptop spielt. Das sich in die Wanne legt, bis es ganz verschrumpelt ist, sich dann eine Pizza kommen lässt und Harry Potter wieder von vorn guckt. Zu Hause ist dort, wo man sich als unzivilisiertes Wesen inszenieren darf.“

„Arbeit bedeutet Kontemplation, die Möglichkeit, sich selbst zu verlieren in einer Tätigkeit, all seiner Sorgen, Nöte, Wünsche für eine Weile enthoben zu werden, indem man etwas tut, etwas schafft, etwas Sinnvolles, das unabhängig von der eigenen Person existieren kann.“

Mein Fazit: Unbedingt lesenswert.

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