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19 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

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Unter dem Messer

Kelly Parsons , Michael Krug
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 30.11.2018
ISBN 9783404177974
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Es ist der große Tag von Dr. Rita Wu. Die renommierte Chirurgin des Turner Hospitals soll vor Fachpublikum die erste vollständig robotergesteuerte Operation vorführen. Doch kurz vor der OP hört sie in ihrem Kopf die Stimme eines Mannes, den sie nur zu gut kennt: Morgan Finney, Leiter eines Biotechnologiekonzerns. Er teilt Rita mit, dass ihr ein Nano-Implantat injiziert wurde, wodurch er mit ihr sprechen und ihr Verhalten beeinflussen kann. Und er hat mit Rita noch eine Rechnung offen, denn er macht sie für den Tod seiner Frau verantwortlich.


Meine Meinung:

Es ist mein erstes Buch des US-Amerikaner Kelly Parson. Der Autor kommt vom Fach. Er ist selbst Urologe und weiß also wovon er schreibt. Der Stil liest sich flüssig und leicht, weist jedoch einige Längen auf. Manche medizinische Erklärung hätte man gerne kürzer fassen können. Dennoch ist die Spannung durchgehend vorhanden, denn die Grundidee ist faszinierend und verstörend zugleich. Einmal angefangen zu lesen, kann man das Buch nicht mehr weglegen.

 

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Auch wenn ich keinen so richtig in mein Herz schließen konnte. Selbst das arme Opfer nicht. Dr. Wu ist zwar eine toghe Frau, aber ihr fehlt es an Wärme. Spencer ist der einzige sympathische Protagonist, obwohl er für meinen Geschmack ein wenig lasch daherkommt. Der Antagonist Finney hingegen ist überzeugend beschrieben und ich hoffte bis zum Ende, dass man ihn irgendwie ausschalten kann. Er kennt keine Skrupel, er geht eiskalt und entschlossen vor. Über Sebastian habe ich mir den Kopf zerbrochen: Böse oder nicht?

 

Es ist zwar nur ein Buch, aber es schon erstaunlich wie weit Rachegedanken Menschen treiben können, welche zerstörerische Kräfte sie entwickeln.

 

Fazit: Insgesamt ein bisschen sehr „amerikanisch“, aber dennoch Gänsehaut erzeugend.

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(20)

28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Mein italienischer Vater

Anika Landsteiner , Wiebke Bach
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Diana, 10.09.2018
ISBN 9783453292161
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Ohne groß nachzudenken, bricht Laura auf nach Süditalien. Ihre Mutter ist gerade gestorben, ihre große Liebe zerbrochen. Jetzt will sie zu ihrem Vater, irgendwo muss es doch auf dieser Welt einen Ankerpunkt geben. Vor Jahren hat sie ihn zum letzten Mal gesehen, und mit ihrer Ankunft bringt sie alles durcheinander: Emilio sitzt im Rollstuhl, an seiner Seite Gianna, die ihn schon immer geliebt hat. Das Auftauchen der Tochter könnte ihr Glück zerstören. Schon bald nach ihrer Ankunft in der fremden Heimat stellt Laura fest, dass sie die ganze Wahrheit über ihre deutsch-italienische Familie noch lange nicht kennt.


Meine Meinung:

 

 „Mein italienischer Vater“ hat mich emotional berührt. Ich konnte Lauras Gefühle sehr stark nachempfinden. Und ja, die Naturbeschreibungen machen einfach nur Lust auf den nächsten Italienurlaub. Überhaupt gelingt er der Autorin sehr gut die italienische Lebensart einzufangen. Ich mochte die Charaktere, sie wirkten authentisch mit all ihren liebenswürdigen Fehlern und Macken, aber genau die machen Figuren erst menschlich. Der Erzählstil war angenehm und hat mir gefallen. Interessant fand ich auch das Cover. Lauras Welt steht anscheinend auf dem Kopf.

 

Fazit: Ein unterhaltsamer Schmöker für lange Winterabende.

 

 

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(8)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

John, Paul, George und Richard

Klaus Metzger
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Eulenspiegel Verlag, 12.09.2018
ISBN 9783359013808
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Mit den Beatles auf Roadtrip
Fast jeder weiß fast alles über die Beatles. Oder? Klaus Metzger erzählt eine fulminante Geschichte über Musik, das Musik-Business und darüber, wie ein Millionseller entsteht. Darin spielen die 'Fab Four' eine so rätselhafte wie groteske Rolle, und der einzige Handlungsort und Schauplatz liegt auch noch fernab jeder Musikmetropole.
Paul McCartney ist mit seiner neuen Frau auf Hochzeitsreise, ein Roadtrip durch Amerika. Sie verfahren sich und landen an einem ausgetrockneten See. Der Chevy streikt. Gott sei Dank gibt es irgendwo eine Grandma, die selbstgemachte Limonade anbietet und die beiden zum Mittagessen einlädt. Grandmas Enkel, John und George, machen Musik, zusammen mit ihrem Freund Richard, der es auf den Tod nicht ausstehen kann, wenn man ihn Ringo nennt. Linda, die Tochter des Pfarrers, singt, hell und klar. 'Musik von einem anderen Stern', sagt Paul, den Linda für John Lennon hält. Aber das weiß Grandma besser. Der ist in den 70er Jahren erschossen worden, auf offener Straße, in New York, wohin sie keine zehn Pferde bringen. Bei Grandma schaut auch gerne Sheriff Nash rein, Graham Nash. Allerdings darf dann kein American Pie auf dem Tisch stehen. Da sind Sachen drin, von denen der Sheriff nichts wissen sollte. Und, ach ja, dann liegt da noch dieser Revolver auf dem Tisch. Spätestens da denkt Paul, sie sollten sich für die Gastfreundschaft bedanken und wieder verschwinden. Wenn das so einfach wäre …

 

Meine Meinung:

Ich kann mit diesem Buch leider so überhaupt nichts anfangen. Ich bin enttäuscht, hatte mir was Anderes erwartet. Der Schreibstil ist ja noch okay. Kurze und prägnante Sätze. Aber die Handlung ist mir einfach zu konfus. Und leider traf der Autor auch nicht meinen Sinn für Humor. Alle sitzen um den Tisch und labern totalen Schwachsinn und irgendwie haben auch alle einen Schatten weg. Es tauchen zwar immer wieder mal Namen berühmter Musiker auf z.B. Rod Steward, Eric Clapton, wobei es sich hier um einen Mechaniker bzw. einen Angestellten einer Telefongesellschaft handelt. Für manche Leser mag diese skurrile Geschichte ja unterhaltsam sein, nur leider nicht für mich.

 

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72 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

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Gehen. Weiter gehen

Erling Kagge , Ulrich Sonnenberg
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 21.10.2018
ISBN 9783458177685
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt:

Er ist einer der größten Abenteurer unserer Zeit. Er war auf dem Nordpol und dem Südpol, hat den Mount Everest bestiegen, aber er war auch tagelang zu Fuß in Los Angeles unterwegs und ist hinabgestiegen in die Unterwelt Manhattans. Er hat die Juan Fernández Insel vor Chile aufgesucht, um dort den höchsten Berg zu erklimmen - weil er in die Fußstapfen von Robinson Crusoe treten wollte. Aber auch als Städter ist er ständig unterwegs. Wochentags läuft er zu Fuß zur Arbeit, am Wochenende bricht er auf in die Natur, die gleich hinter der Haustür beginnt.
„Das Leben ist ein langer Fußmarsch“, sagt Kagge. Dies kann ein riskanter Marsch über Gletscherspalten, aber auch ein Spaziergang durch einen städtischen Park sein. Der Effekt ist derselbe: Ein Glücksgefühl stellt sich ein, unsere Gedanken beginnen zu fließen, unser Kopf wird klar, äußere und innere Welt gehen ineinander über, wir werden eins mit der Welt – im Gehen. Denn „der Kopf braucht Bodenhaftung, die bekommt er durch die Füße“.
Der Abenteurer und Weltenwanderer Erling Kagge hat sich auf eine meditative Reise begeben, Philosophen, Autoren und Weggefährten befragt und mit seinen Füßen die Welt ausgeschritten und vergrößert. Das können wir auch. Denn „alle Menschen sind geborene Entdecker“.

Meine Meinung:

Der Autor und Extremsporter Erling Kagge war mir bisher noch kein Begriff. Er ruft auf zur Achtsamkeit und Entschleunigung. Gehen in der Natur ist ein zu sich kommen. Hektik und Alltagsstress lösen sich auf. Dazu braucht es nicht viel. Einfach rausgehen, loslaufen und beobachten, fühlen und loslassen, bewusstes Wahrnehmen, Achtgeben auf das Hier und Jetzt, die Gedanken kommen und gehen lassen, die Stille genießen. Wir Menschen haben vergessen, das Gehen die ursprünglichste und natürlichste Art der Fortbewegung ist. Weite Strecken zu Fuß zurückzulegen, gehörte seit Anbeginn der Zeit zum Alltag des Menschen. Wir alle sitzen zu viel. Kagge fragt sich, ob wir uns, wenn wir aufhören zu gehen, nach und nach in etwas anderes verwandeln, das mit dem Begriff Menschsein, wie wir ihn heute verstehen nichts mehr gemein hat? Gute Frage! ‚Gehen ermöglicht es uns, so zu werden, wie wir sind, und wenn wir kaum noch gehen, hören wir auf, der zu sein, der wir sind.‘

Berührt und betroffen hat mich das Schicksal seines Großvaters.

Der Autor schreibt wundervoll poetisch und philosophisch. Mir hat das Buch gutgetan. Ich habe es mit Muse gelesen. Da ich ohnehin schon eine Läuferin bin, die täglich ihre Routen geht, hat bei mir der Autor offen Türen vorgefunden.

Von mir eine klare Leseempfehlung. Ein motivierendes Buch.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

Die pure Hormonie

Tatjana Meissner
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Eulenspiegel Verlag, 12.09.2018
ISBN 9783359013730
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Um den Kinderwunsch wahr werden zu lassen, braucht es zwei. Was aber, wenn sich ein Dritter einmischt? Genau das macht Tatjana, ist sie sich doch sicher, dass es höchste Zeit ist, Großmutter zu werden. Nur verspürt Tochter Pauli keineswegs einen Baby-Wunsch und weist weit von sich, den ersehnten Enkel in die Welt zu setzen. Da muss sich doch was machen lassen, denkt sich Tatjana, die schon ganz andere Probleme wie Midlife-Crisis und Partnersuche in den Griff bekommen hat. Die Oma in spe spendiert eine romantische Kreuzfahrt. Im harmonischen Familienurlaub werden bei dem jungen Paar die Hormone Fahrt aufnehmen, wird es stürmischen Sex auf wogendem Meer geben! So die Idee. Doch erst einmal macht das wogende Meer den Schwiegersohn nur seekrank. Dann kommen bislang ungeahnte Mutter-Tochter-Konflikte auf den Tisch des Bordrestaurants. Und schließlich macht durch alle weiteren Pläne einen Strich, dass Tatjana schmerzgeplagt ins Schiffshospital eingeliefert und schließlich in ein Inselkrankenhaus ausgeflogen werden muss. Während sie – laut eigener Diagnose – dem Tod ins Auge schaut, scheint sich die Sorge der Familie nur darum zu drehen, dass das übliche Comedy-Programm unterm Weihnachtsbaum ausfallen wird. Ein turbulenter, zum Schreien komischer Familienroman, Meissner-Kost vom Feinsten.

Meine Meinung:

Die Kabarettistin Tatjana Meissner hat hier einen köstlichen, selbstironischen Roman vorgelegt. Ich musste stellenweise laut lachen. Frau erkennt sich in mancher Szene wieder. Sie nimmt nicht nur sich selbst, sie nimmt auch ihre Familie aufs Korn.

Fazit: Ein unterhaltsames Buch für Herbstabende.

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62 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

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Die fehlende Stunde

Dinah Marte Golch
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 04.10.2018
ISBN 9783462046120
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Inhalt:

An einem heißen Julitag mitten in den Sommerferien verschwinden zwei Kinder beim Spielen im Wald. Kurz darauf stirbt ein Mann in den Flammen seines verwahrlosten Hundehofs. Im Keller: Spuren der Vermissten. Der sonst so forsche Potsdamer Hauptkommissar Sigi Kamm steht vor einem Rätsel: Warum schweigen die beiden Mütter der verschwundenen Kinder? Er zieht die Psychologin Alicia Behrens zu Rate, die für ihre unkonventionellen Behandlungsmethoden bekannt ist. Schon bald fliegen zwischen ihnen die Fetzen und die Funken. Und je näher sie der Lösung des Falles kommen, desto mehr verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse, Schuld und Unschuld, zwischen Freunden und Feinden, Wahrheit und Lüge.

Meine Meinung:

Der Schreibstil ist flüssig und liest sich zügig weg, dennoch tat ich mich anfangs sehr schwer mit der Handlung. Nichtsdestotrotz hat es sich gelohnt am Ball zu bleiben. Mit den Seiten stieg die Spannung und am Ende konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Ja, es war ein Verwirrspiel, ganz so wie dieses Buch beworben wird. Die Erzähler wechseln zwischen Traude Wandlitz, Siggi Kamm und der Psychologin Alicia. Es gibt viele überraschende Wendungen und … naja, manche Handlungen der Charaktere konnte ich nicht wirklich nachvollziehen. Überhaupt haben fast alle Protagonisten irgendwo eine Macke. 

Aber genau deshalb mochte ich auch Alicia, die Psychologin. Sie hat ein Geheimnis und sie pflegt ihr Laster. Ich mag Personen, die nicht perfekt sind. Und ihre ausgefallenen Therapiemethoden fand ich mehr als bemerkenswert, vor allem die Übung der Spaßgruppe mit den Stühlen und Alicias Erklärung dazu. Sie würde diese Übung ihre Patienten so lange wiederholen lassen, bis sie von selbst darauf kamen, dass es energiezehrend und frustrierend war, Leuten hinterherzulaufen und ihnen etwas nachzutragen, anstatt die Last loszulassen und den eigenen Weg zu gehen. Einige Sätze fand ich wirklich gut, z.B. ihren Rat an Traute: „Nehmen auch Sie Hilfe an. Aus einem leeren Glas kann man nicht trinken.“ Oder: „Keiner, der früh gelernt hatte, zu funktionieren und sich bedingungslos anzupassen, konnte später unbeschwert leben.“ Und: „Nein! Ist ein vollständiger Satz.“

Einige Fragen blieben zum Schluss offen. Dennoch hat mir „Die fehlende Stunde“ einige spannende Lesestunden bereitet und deshalb kann ich das Buch auch guten Gewissens weiterempfehlen.


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71 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 56 Rezensionen

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Queen Victoria

Julia Baird , Hans Freundl , Maria Zettner
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft (WBG), 01.09.2018
ISBN 9783806237849
Genre: Biografien

Rezension:

Inhalt:

Queen Victoria gilt als prüde, ewig trauernde und zurückgezogene Matrone war sie das wirklich? Mit nur 18 Jahren bestieg sie den Thron. Mit 20 heiratete sie Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, mit dem sie neun Kinder hatte. Sie liebte Sex. Und sie setzte ihre Macht bewusst ein. Sie überschritt konventionelle Grenzen, äußerte klar ihre Meinung und begann nach dem Tod ihres geliebten Albert eine intime Beziehung mit ihrem Diener John Brown. Die Frau, die schon zu Lebzeiten einem ganzen Zeitalter ihren Namen gab, verkörperte selbst gerade nicht die bürgerlichen Traditionen und Konventionen, für die das viktorianische Zeitalter steht.
Julia Baird schreibt mit großer erzählerischer Kraft die bewegende Geschichte einer Frau, die neben den wichtigen politischen Fragen ihrer Zeit mit vielen durchaus heutigen Probleme konfrontiert war: der Balance zwischen Arbeit und Familie, den Schwierigkeiten der Kindererziehung, Ehekrisen, Verlustängsten und Selbstzweifeln.

Meine Meinung:

Eine spannend geschriebene Biographie, informativ und trotzdem lesbar wie ein Roman. Die australische Autorin und Historikerin Julia Baird legt mit dieser 596 Seiten starken Biografie ein wunderbares Werk über Queen Victoria vor. Der Leser erhält nicht nur trockene Fakten serviert, sondern erfährt viel Hintergrundwissen über die damaligen Lebensumstände. Schockiert hat mich der lockere Umgang mit Laudanum bzw. Opium, zum Beispiel verabreichten Nurses schreienden Babys davon, um sie ruhigzustellen, dadurch gaben die Säuglinge auch nicht laut wenn sie Hunger hatten und verstarben.

Die Biographie ist in fünf große Teile gegliedert. Der erste Teil widmet sich dem Leben der Prinzessin, der zweite Teil der jungen Königin, im dritten Teil geht es um Albert, dem heimlichen König, der vierte Teil lautet: Die Witwe von Windsor, der fünfte und letzte Teil widmet sich der Regina Imperatrix (Königin und Kaiserin). Bei der Thronbesteigung war Queen Victoria gerade mal 18 Jahre alt. Ihre Regentschaft währte 63 Jahre. Unter ihrer Herrschaft wurde England zur Weltmacht. Victoria war eine kluge und sensible Frau, deren Leben von Tragödien überschattet wurde. Julia Baird gewährt Einblicke vor allem auch in das private Leben einer außergewöhnlichen Frau, einer Frau mit Emotionen und Gefühlen, die lieben und hassen konnte. Die Liebe zu Albert ihrem Mann hat mich berührt. Aus der Ehe gingen neun Kinder hervor.

Fazit: Eine absolut lesenswerte Biografie, die an keiner Stelle langweilig wird.

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78 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Sie finden dich nie

Cara Hunter , Teja Schwaner , Iris Hansen
Flexibler Einband: 362 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.08.2018
ISBN 9783746633589
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Ein Mädchen verschwindet – und niemand hat etwas gesehen.

Daisy, die achtjährige Tochter der Masons, verschwindet bei einer Party spurlos vom Grundstück der Eltern. Sofort beginnt die Polizei mit den Ermittlungen. Partygäste, Nachbarn, Mitschülerinnen – jeder scheint verdächtig, aber nirgends findet sich eine Spur des Mädchens. Detective Inspector Adam Fawley gerät in ein Netz aus Widersprüchen und Beschuldigungen, doch das Mädchen bleibt verschwunden. Erst als er weiter zurückgeht in die Vergangenheit der Familie, scheint sich ein düsteres Geheimnis zu offenbaren.

Meine Meinung:

Mit dem Debüt der Autorin Cara Hunter „Sie finden dich nie“ habe ich mich anfangs schwergetan, aber ich bin froh darum, dass ich drangeblieben bin. Mir hat der Thriller dann wirklich sehr, sehr gefallen.
In Rückblenden erfährt der Leser von Geschehnissen, die mit der Gegenwart im Zusammenhang stehen. Mit Twitter und Facebook-Einträgen hat die Autorin die Stimmung der Außenwelt reingeholt. Und das war schon heftig, was da abging, wie schnell Menschen dabei sind, andere zu verurteilen, schlecht zu machen und zu beleidigen. Was früher nur hinter der Hand getuschelt wurde, geht jetzt in Millisekunden um die Welt.

Nach und nach erfährt der Leser über die Eltern Sharon und Barry und Daisys älteren Bruder Leo was für ein Mädchen Daisy war. Auch Lehrerinnen, Freundinnen und ihre Eltern werden vernommen. Die Spannung steigt mit jedem neuen Puzzlesteinchen und je mehr der Leser erfährt umso mehr wächst die Neugier: Wie geht es weiter. Übrigens, die Eltern empfand ich beide als unsympathisch.

Fazit:
Ein spannender Thriller, sehr zu empfehlen! Trotz des schwachen Anfangs volle Punktzahl.


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37 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

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Die Fotografin - Am Anfang des Weges (2 MP3-CDs)

Petra Durst-Benning , Svenja Pages
Schallplatte
Erschienen bei Audiobuch, 18.09.2018
ISBN 9783958620810
Genre: Historische Romane

Rezension:

Inhalt:

Gegen alle Widerstände wird Mimi Reventlow Fotografin, und findet nicht nur ihre Freiheit, sondern auch die Liebe … Minna Reventlow, genannt Mimi, war schon immer anders als die Frauen ihrer Zeit. Es ist das Jahr 1911, und während andere Frauen sich um Familie und Haushalt kümmern, hat Mimi ihren großen Traum wahrgemacht. Sie bereist als Fotografin das ganze Land und liebt es, den Menschen mit ihren Bildern Schönheit zu schenken, genau wie ihr Onkel Josef, der ihr großes Vorbild ist. Als dieser erkrankt, zieht sie in das kleine Leinenweberdorf Laichingen, um ihn zu pflegen und vorübergehend sein Fotoatelier zu übernehmen. Ihm zuliebe verzichtet sie nicht nur auf ihre Unabhängigkeit, sondern sieht sich in Laichingen zunächst auch den misstrauischen Blicken der Dorfbewohner ausgesetzt, da sie mehr als einmal mit ihrem Freigeist aneckt. Und als bald ein Mann Mimis Herz höherschlagen lässt, muss sie eine Entscheidung treffen …

Meine Meinung:

Die Geschichte um Mimi Reventlow, der jungen Pfarrerstochter aus Esslingen hat mich zu 100% begeistert. Die Sprecherin Svenja Pages macht einen hervorragenden Job. Sie lässt die Charaktere vor meinem inneren Auge entstehen und agieren. Besonders Mimi habe ich geliebt. Sie ist eine für ihre Zeit (1911) sehr eigenständige und selbstbewusste Frau, die ihren Traum verwirklicht. Sie lässt ihren Verlobten sausen und damit ein sicheres Leben an der Seite eines Mannes, der Traum jedes jungen Mädchens der damaligen Zeit. Dafür zieht sie als Wanderfotografin durch das Land. Wir erfahren viel über Fotografie in dieser Zeit, über die Lebensumstände der Menschen, insbesondere über die Armut der Weber und wie schlimm es ist, an Traditionen festzuhalten, wenn erwartet wird, dass die Jungen in die Fußstapfen der Eltern treten und deren Weg weiterführen.

Die Charaktere kamen authentisch rüber. Als Nebenfigur weckte besonders Eveline mein Interesse. Auch der Kleinstadtcharakter von Laichingen wurde gut eingefangen.

Ich habe das Hörbuch mit Vergnügen und Interesse gelauscht und ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

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36 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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Ab morgen für immer

Leslie Cohen , Anke Brockmeyer
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 03.09.2018
ISBN 9783956498046
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt:

Das klassische Szenario: Mann trifft Frau … Frau geht mit einem anderen nach Hause. So beginnt die Geschichte von der quirligen Eve und dem realistischen Ben. Ein halbes Jahrzehnt lang lieben sie aneinander vorbei und verlieren sich dennoch nie aus den Augen. Doch plötzlich scheint ihre gemeinsame Zeit gekommen zu sein. Nach einer überraschenden Liebesnacht entsteht zwischen ihnen etwas Neues. Wird diese zarte, zerbrechliche Verbindung halten - vielleicht sogar für immer?

Meine Meinung:

Um es gleich vorweg zu sagen: Das Buch war für mich eine Enttäuschung. Ich hatte mir unter „Ab morgen für immer“ eine romantische Liebesgeschichte im Stil von David Nicholls „Zwei an einem Tag“ erwartet. Der Klappentext ließ Vorfreude aufkommen, die sich dann sehr schnell verflüchtigte.

Es gelang mir nicht, mit der Geschichte warm zu werden. Den Schreibstil empfand ich als sehr nüchtern und schwerfällig. Ich habe mich durch die Seiten gequält, in der Hoffnung, da muss doch noch was kommen. Es werden Themen angerissen, die dann nicht weitergeführt werden, z.B. der 11. September: Irgendwie fehlt der Geschichte der rote Faden. Die Handlung dümpelt unspektakulär vor sich hin. Es geht zwar auch um Sex, Drogen und Parties, aber ohne das die Geschichte dadurch Fahrt aufnimmt. Auch mit der Hauptprotagonistin Eve konnte ich wenig anfangen. Sie blieb mir fern. Ich konnte ihre Gedanken und Gefühle nicht nachempfinden. Mir fehlte die Tiefe, das gewisse Etwas, der Funke sprang nicht über. Ben war mir als Charakter etwas sympathischer, aber auch ihm gelang es nicht, mich für das Buch zu begeistern. Schade.

Fazit: Es gibt Bücher die fesseln, die man nicht aus der Hand legen kann. Bei diesem war ich froh, als ich es beenden konnte.

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24 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Mein Weg aus unsichtbarer Tinte

Kat Yeh , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Magellan, 17.07.2018
ISBN 9783734847172
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Inhalt:

 

Bea fühlt sich unsichtbar. Ihre beste Freundin will plötzlich nichts mehr mit ihr zu tun haben und ihre Eltern erwarten ein Baby. Wo ist da noch Platz für sie? Um zu verarbeiten, was in ihr vorgeht, schreibt Bea Gedichte – mit Tinte, so unsichtbar wie sie. Doch auf einmal antwortet ihr jemand. Wer steckt dahinter? Ist es ihre beste Freundin, die sich versöhnen will? Der Chefredakteur der Schülerzeitung? Oder doch der Junge, dessen Faszination für Labyrinthe so groß wie Beas Liebe zu Worten ist? Denn Will, mit dem sich Bea gerade angefreundet hat, ist so von den geheimnisvollen Geschichten über das Labyrinth des reichen Mr. Leland beeindruckt, dass er es unbedingt einmal selbst sehen möchte. Also fassen Bea und er den Plan, dort heimlich einzubrechen. Als Will dabei verschwindet, setzt Bea alles daran, ihn zu retten. Wird sie den richtigen Weg finden – zu ihm und zu sich?

 

Meine Meinung:

 

Ein ungewöhnliches, fast poetisches Buch. Mir hat der Schreibstil der Autorin sehr gefallen. Kat Yeh fängt die Gefühle wunderbar ein. Und ich mochte vor allem die Protagonistin Bea. Ich habe mit ihr gelebt und gelitten, und ich musste laut auflachen bei ihrem Sprung in den Pool, den anscheinend nur einer der Anwesenden genauso genial fand wie ich. Ich liebte Beas Haikus und ihre kreative Ader. Ihre Gedankengänge und auch die von Will fand ich herrlich. Es gab wunderschöne Sätze in dem Buch: „Wenn man sich verletzt hat, darf man nicht an der Kruste kratzen, sonst wird es schlimmer.“ Oder: „Ich habe eine leere Seite vor mir. Alles ist möglich.“  Und ein wichtiger Satz: „Durch Angst sollte man sich von nichts abhalten lassen, von nichts, was wirklich wichtig ist.“

Das Buch hat mich emotional gepackt. Zum Schluss, als Sammie zu Bea sagt: „Du fehlst mir.“- war es um mich geschehen.

In diesem Buch geht es um Freundschaft, ums Anderssein, um Ausgrenzung und Akzeptanz. Ein letzter schöner Satz: „Ich bin die einzige, die meinen Weg geht.“

Fazit: Unbedingt Lesen.

 

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41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

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Die 5 Sekunden Regel

Mel Robbins
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Frech, 10.09.2018
ISBN 9783772449079
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt:

Das überraschend einfache Geheimnis, wie man es schafft, selbstbestimmt sein Leben in die Hand zu nehmen, ist die 5 Sekunden Regel. Egal, ob es darum geht, seine berufliche Erfüllung zu finden, endlich regelmäßig Sport zu treiben oder seine Partnerschaft neu zu beleben - es gibt nichts, was du mit der Regel nicht erreichen kannst. Mehr als 8 Millionen Menschen weltweilt haben das Geheimnis bereits für sich entdeckt - authentische Social Media-Posts im Buch zeugen vom Erfolg.

Meine Meinung:

Wenn es so einfach wäre ….Ich habe die 5 Sekunden Regel getestet. 5-4-3-2-1 Los. Mein Leben hat sich dadurch nicht verändert. Von dem Buch hatte ich mir definitiv mehr versprochen. Die ganze Aufmachung ist typisch amerikanisch. Mel Robins verkauft viel Luft mit wenig Tiefgang. Die vielen E-Mails, Facebook und Twitter-Nachrichten nerven nur, anstatt zu motivieren. Meine eigene Erfahrung mit der Regel: In vielen Bereichen hatte ich die Regel längst angewandt. Nur hatte sie für mich keinen Namen. Nun suchte ich mir bewusst Felder in denen mir die Regel Hilfestellung geben sollte und scheiterte. Ich wollte meine allabendlichen Süßhungeranfälle damit bekämpfen und es war wie mit dem „Denken Sie nicht an einen rosa Elefanten“. Oh, nein gerade am Abend, wenn wir müde sind, lässt sich das Gehirn nicht überlisten.

Motiviert hat mich das Buch nicht, auch nicht meine Stimmung beim Lesen gehoben. Ich suchte verzweifelt nach einer Essenz, die ich daraus gewinnen könnte. Da war nichts. Mich hat die ganze Selbstbeweihräucherung stark angewidert. Zuviel Eigenlob stinkt. Diese simple Regel ist eine Gelddruckmaschine für die Autorin, mehr nicht.

Fazit: Finger weg!

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

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Ich hab's auch nicht immer leicht mit mir

Anne Vogd , Anne Vogd
Audio CD
Erschienen bei Audiobuch, 18.09.2018
ISBN 9783958620698
Genre: Comics

Rezension:

Inhalt:

Man kann am täglichen Spagat zwischen perfekt und defekt verzweifeln – oder ihm mit Selbstironie und Gelassenheit begegnen. Anne Vogd hat sich für letzteres entschieden. Nach dem Motto 'Vernünftig, das ist wie tot, nur früher' bekämpft sie die kleinen und großen Krisen des Alltags mit einer guten Portion Humor, Gelassenheit und Improvisationstalent. Denn wer immer scheitert, ist auch zuverlässig.

Meine Meinung:

Die Kabarettistin Anne Vogd erzählt aus ihrem Leben. Eben der ganz normale Wahnsinn einer Frau. Anfangs hat mich ihre Art zu sprechen irritiert, sie neigt dazu, übertrieben zu betonen, aber nach einer Weile hatte ich mich an ihre Sprechweise gewöhnt und konnte das Hörbuch wie ein Gläschen Prosecco genießen. Sie nimmt sich selbst auf die Schippe und lässt auch das Alter und die damit verbundenen Probleme nicht aus. Besonders köstlich fand ich die Erlebnisse mit ihrer Katze. Da musste ich während einer Busfahrt so laut lachen, dass mich alle Mitfahrenden entgeistert angesehen haben.

Fazit: Ich habe mich köstlich amüsiert

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38 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

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Luckiest Girl Alive

Jessica Knoll , Kristiana Dorn-Ruhl
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei LYX, 31.08.2018
ISBN 9783736307131
Genre: Romane

Rezension:

"Ich. Bin. So. Glücklich." erinnert mich zumindest auf den ersten Seiten an „Gone Girl“, obwohl die Stories grundverschieden sind. Aber warum ist das so? Es liegt an der Hauptprotagonistin. In „Gone Girl“ hieß die Protagonistin Amy, hier heißt sie Ani. Beide leben ein perfektes Leben.

Ani ist erfolgreich, stilsicher und verlobt mit einem Adligen. Sie liebt den Glamour, Eleganz und Designerklamotten, alles muss makellos und glänzend sein. Sie legt großen Wert auf Außenwirkung. O ja, sie hat es im Leben zu etwas gebracht, und stellt es auch zu Schau. Ani hat sich ihre Bilderbuchwelt erschaffen. Aber ist sie hinter dieser Fassade auch glücklich? Ani ist skrupellos, schikaniert gerne andere und genießt ihre Macht. Einen sympathischen Zug konnte ich an ihr wirklich zu Anfang nicht entdecken. Ein echtes Miststück eben.

Und doch quält sich Ani mit einem Geheimnis, das 14 Jahre zurückliegt. Das Buch ist in Ich-Form geschrieben. In Rückblenden wird der Leser in Anis Jugendzeit zurückversetzt und bekommt Stück für Stück mit, was in dieser Zeit falsch gelaufen ist. Ani hat viel verdrängt. Und doch wirkt diese Vergangenheit in die Gegenwart hinein, sie muss sich diesen schlimmen Geschehnissen stellen.

Die Hauptprotagonistin ist keine Sympathieträgerin. Wobei sich im Laufe der Geschichte das Bild von Ani ändert. Der Leser lernt sie langsam zu verstehen, wenn auch nicht zu lieben. Als richtig unsympathisch empfand ich ihren Verlobten. Ani hat sich anscheinend nur von Status und Namen blenden lassen. Geschätzt habe ich ihren Lehrer Mr. Larson. Er ist ein offener und mitfühlender Mensch und hatte einen guten Einfluss auf Ani. Auch Anis Eltern kommen nicht gut weg. Wer will solche Eltern?

Insgesamt waren alle Personen sehr gut gezeichnet. Man konnte sie sich als Leser bildlich vorstellen. Sie wirkten echt, egal ob sympathisch oder unsympathisch.

Fazit: Ein sehr spannendes und durch den schönen Schreibstil flüssig lesbares Buch. Die Autorin beherrscht es, Spannung aufzubauen und zu halten. Ich hab mich beim Lesen in keiner Sekunde gelangweilt. Daumen hoch! Unbedingt lesenswert.

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

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Rachgier

Val McDermid , Wolfgang Berger
Audio CD
Erschienen bei steinbach sprechende bücher, 03.09.2018
ISBN 9783869743400
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Inhalt:

Fall Nr. 10 für Val McDermids berühmtes Ermittler-Duo: Detective Chief Inspector Carol Jordan und Profiler Tony Hill jagen den "Wedding Killer"
Eine verkohlte Leiche in einem ausgebrannten Auto – das ist alles, was von der unauffälligen Büroangestellten Kathryn McCormick übrig ist. Erst vor kurzem hatte sie auf einer Hochzeit einen attraktiven Mann kennengelernt und auf neues Glück nach einer herben Enttäuschung gehofft. DCI Carol Jordan und Profiler Tony Hill versuchen den Mann ausfindig zu machen, müssen aber feststellen, dass keiner der anderen Hochzeitsgäste ihn kannte. Eine weitere Frauenleiche bestätigt Carols furchtbaren Verdacht: Ein ebenso raffinierter wie perfider Serienkiller macht sich die Einsamkeit seiner Opfer zunutze.

Meine Meinung:

Mich hat das Hörbuch auf meinen täglichen Laufrunden begleitet. Ich habe der Stimme des Sprechers Wolfgang Berger gerne gelauscht. Er ließ die Handlung und die Personen deutlich vor meinem inneren Auge erstehen und löste nicht nur Spannung und Gänsehaut aus, sondern auch Trauer, Bestürzung und Mitgefühl aus. Der Hörer wird Teil des Ermittlungsteams. Aber auch in die Gedankenwelt des Täters erhält der Hörer Einblick, er erfährt die Beweggründe, warum unschuldige Frauen sterben müssen. Echt gruselig.

Von den Protagonisten hat mich besonders die IT-Expertin Stacy fasziniert. Sie geht mit einer Leidenschaft und Hartnäckigkeit an ihren Job herangeht, einfach super. Detective Chief Inspector Carol hat einige Probleme, die sie stark belasten. Tony Hill, der Profiler, versucht ihr zu helfen. Ihn empfand ich als einen wunderbaren einfühlsamen Freund. Ja, ich mag Tony und seine außergewöhnlichen Fähigkeiten. Durch Selbstgespräche versetzt er sich in die Lage des Täters … Überhaupt empfand ich die Ermittlungsarbeit des Teams als authentisch.

Insgesamt hat mich das Hörbuch gut gefallen. Es geht neben Mord und Serienmorden, auch um Selbstjustiz. Ebenso werden aktuelle Themen wie Cyberkriminalität und Identitätsdiebstahl aufgegriffen. Alles in allem, ein Top-Krimi. Daumen hoch.

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26 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Beweg dich! Und dein Gehirn sagt Danke

Manuela Macedonia
Fester Einband: 184 Seiten
Erschienen bei Brandstätter Verlag, 03.09.2018
ISBN 9783710602603
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt:

Warum sind sportliche Kinder besser in der Schule? Weshalb haben sportliche Menschen das bessere Gedächtnis? Unser Gehirn ist unser wichtigstes Organ: Denken, Fühlen, Erinnern und Lernen werden hier zentral gesteuert. Trotzdem widmen wir unserem Gehirn deutlich weniger Aufmerksamkeit als unserem Körper. Dabei ist wissenschaftlich erwiesen: Wie wir die Leistung unseres Gehirns verbessern und erhalten können, ist entscheidend für ein gesundes und langes Leben.
Welche positiven, Auswirkungen regelmäßige Bewegung auf unser Gehirn hat – dabei muss es noch nicht einmal Hochleistungssport sein – erzählt die Neurowissenschafterin Dr. Manuela Macedonia leichtfüßig, verständlich und mit einer Prise Humor. Sie erklärt, wie wir Stresssymptomen, Übergewicht, Depression und Demenzerkrankungen vorbeugen können und schildert, welchen Einfluss unsere Ernährung auf unsere Denkleistung hat.

 

Meine Meinung:

Irgendwie schon logisch. Körper und Geist sind eine Einheit. Und wenn der Körper sich bewegt, wird auch das Gehirn gut versorgt und die Synapsen funktionieren. Wie wichtig regelmäßige Bewegung gerade im Alter ist, um einer Altersdemenz vorzubeugen, hat auch schon jeder zumindest einmal gehört. Aber es hier noch mal vertieft zu lesen fand ich spannend und die Zusammenhänge erklärt zu bekommen. Das sich Stresssymptome durch Laufen an der frischen Luft auflösen, habe ich am eigenen Leib erfahren, und dass man einer Depression davonlaufen kann. Dass Kinder die an ADHS leiden, ihren Bewegungsdrang ausleben sollten, statt gleich mit bewusstseinsverändernden Medikamenten, etwa Ritalin, vollgestopft zu werden, erscheint mir nachvollziehbar. Da läuft ganz entschieden was falsch. Aber, dass auch unsere Ernährung einen Einfluss auf unsere Denkleistung hat, war mir neu. Eine gesunde Ernährung beugt nicht nur Krankheiten vor, sondern hat auch eine positive Wirkung auf das Gehirn. Nicht umsonst wird oft der Begriff „Brainfood“ verwendet. Eine Verschlechterung der Gehirnleistung kann auch durch zu wenig Trinken ausgelöst werden, dann schrumpfen die Dendriten im Gehirn, welche Informationen aufnehmen.

Die Neuowissenschaftlerin Frau Dr. Manuela Macedonia, erklärt die Zusammenhänge sehr schön und detailliert die Zusammenhänge und auch für den Laien gut verständlich.

Fazit: Übernimm Verantwortung für dein Leben: Beweg dich.

 

 

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97 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 84 Rezensionen

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Der Schmetterling

Gabriella Ullberg Westin , Stefanie Werner
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.09.2018
ISBN 9783959672054
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Heiligabend in Hudiksvall, Nordschweden: Henna öffnet dem Weihnachtsmann die Tür, der ihre beiden Kinder überraschen soll. Doch es ist nicht ihr Ehemann in Verkleidung, sondern ihr Mörder. Er drängt sie ins Haus und streckt sie mit mehreren Schüssen nieder. Sie stirbt vor den Augen ihrer Kinder.
Kommissar Johan Rokka ist nach zwanzig Jahren in Stockholm gerade erst in seine alte Heimatstadt zurückgekehrt und wird die Mordermittlung übernehmen. Es ist ein schwerer Start, denn Henna war die Frau seines alten Schulfreunds Måns. Im Kreis der Verdächtigen sind Freunde von früher. Dann geschieht ein zweiter Mord. Kennt Rokka den Mörder bereits? Ist er der Nächste auf seiner Liste?

 

Meine Meinung:

 

Ich liebe Schwedenkrimis, sie haben eine ganz eigene Atmosphäre und Dichte. Gabriella Ullberg Westin hat mit ihrem Krimi „Der Schmetterling“ einen superspannenden, und gut lesbaren Krimi vorgelegt. Mir hat die Geschichte Gänsehaut verursacht. Bis zum Schluss habe ich gerätselt, wie die Zusammenhänge sind. Sehr knifflig. „Der Schmetterling“ startet als erster Teil einer Krimireihe. Die Figuren sind gut gezeichnet. Kommissar Johan Rokka gefällt mir als Typ. Er ist ein Mann mit Ecken und Kanten und kommt bei seiner Chefin nicht unbedingt gut an. Außerdem knabbert er an einem Trauma aus der Vergangenheit: Vor über zwanzig Jahren verschwand seine damalige Freundin Fanny.

 

Eine weitere interessante Figur in Rokkas Team ist für mich die Ermittlerin Janna. Sie bietet viel Potential für weitere Krimis. Rokka und sein Team fragen sich, war mit dem Mord wirklich Henna gemeint oder hatte der Mörder eine Rechnung mit ihrem Mann offen. Es gibt viele Verstrickungen und offen Fäden, Hennas Kindheit in einer Kommune, ihre Jugend in Italien und der Bruder, den sie schon über Jahre nicht mehr gesehen hat. Aber auch Mans Leben liefert viele offene Fragen.

 

Mich hat die Autorin mit diesem Krimi überzeugt. Der Spannungsbogen war von Anfang bis zum Ende vorhanden. Als Leser wurde mir Einblick in die Denkweise und Psyche der einzelnen Personen gewährt. Das finde ich immer besonders spannend, zu erfahren, wie die Protagonisten so ticken. Ich freue mich jedenfalls schon jetzt darauf, bald mehr von Johan Rokka zu lesen.

 

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122 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 81 Rezensionen

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Das andere Haus

Rebecca Fleet , Eva Kemper
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442205592
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Als Caroline und Francis ein Angebot zum Haustausch erhalten, zögern sie nicht lange. Voller Vorfreude beziehen sie ihr Urlaubs-Domizil in der Nähe von London. Doch dort stößt Caroline auf Details, die sie zutiefst verstören: ein ganz spezieller Blumenstrauß, die eingelegte CD, ein vergessenes Rasierwasser; scheinbar harmlose Gegenstände, die in Wahrheit aber mit dem dunkelsten Kapitel ihres Lebens verbunden sind – und mit einem Menschen, den sie für immer vergessen wollte. Ist es möglich, dass er sie in eine Falle gelockt hat? Und wer ist nun in ihrer eigenen Wohnung? Es beginnt ein psychologisches Verwirrspiel, das sie und alle, die sie liebt, ins Verderben zu reißen droht ... 

Meine Meinung:

Rebécca Fleet hat mit „Das andere Haus“ ein brillantes Thriller-Debüt hingelegt. Ein flüssiger Schreibstil und kurze, knackige Kapitel machen das Lesen angenehm. Der Wechsel zwischen den einzelnen Erzählern, mit Rückblenden in die Vergangenheit geben Einblick in die vertrackte Ehekrise von Caro und Francis. Francis Depression, die er mit ungehemmtem Medikamentenmissbrauch nur noch verschlimmert, treibt Caro in eine Affäre mit ihrem Arbeitskollegen. Zwei Jahre später ist die Ehe von Francis und Caro wieder im Lot und doch holt Caro diese Zeit in ihrem Urlaubsdomizil wieder ein. Allmählich fragt sich Caro, wer ist eigentlich der Haustauschpartner. Die verschiedenen Hinweise machen ihr Angst und auch die Nachbarin Amber erscheint ihr in einem dubiosen Licht.

Die Protagonisten waren gut gezeichnet. Allerdings konnte ich mich mit keiner Person identifizieren. Aber das war auch nicht nötig. Und manche Handlung konnte ich nicht wirklich nachvollziehen. Eben wie im richtigen Leben. Da kann und muss ich auch manche Handlungen meiner Mitmenschen nicht gutheißen. Das war also völlig in Ordnung. Stellenweise hat mir schon ein bisschen der Thrill gefehlt. Aber das war nicht schlimm, das Buch hat mit bis zum Schluss gefesselt und das Ende war dann auch ziemlich überraschend.

Fazit: Brillantes Thriller-Debüt.

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30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Ein besoffener Bär im Bergwerkswald

Petteri Nuottimäki , Wibke Kuhn , Sibylle Klöcker
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.09.2018
ISBN 9783959672030
Genre: Humor

Rezension:

Inhalt:

Es stampft, es schnauft, es schwankt – und ganz Schweden rätselt mit: Ist es ein Elch, ein Bär oder ein Elefantenbaby? Nur Schatten sind auf dem verwackelten Handyvideo zu erkennen, dass der Sohn des Bürgermeisters aufgezeichnet hat. Doch schon bald lockt das mysteriöse Waldwesen Tausende Touristen in das verschlafene Provinzkaff. Endlich können die abgehängten Einheimischen auf den ersehnten Aufschwung hoffen! Jetzt muss Bürgermeister Per Danielsson nur um jeden Preis verhindern, dass die Wahrheit ans Licht kommt.

Meine Meinung:

Petteri Nuottimäki legt mit seinem Roman eine Gesellschaftssatire vor. Aufs Korn genommen werden Verschwörungstheoretiker, Öko-Aktivisten, Veganer, Esoteriker, Geschäftsleute und Politiker. Was für ein glücklicher Zufall. Einen betrunkenen Bären bräuchten viele kleine Gemeinden in unserem Land, die am Rumkrebsen sind. Der Schreibstil ist gut lesbar und amüsant. Ich möchte den ironischen Humor. Per Danielsson, der Bürgermeister wirkt sympathisch. Er steht den neuen Medien etwas hilflos gegenübersteht und wird von der Welle, die das YouTube-Video seines Sohnes ausgelöst hat, schier überrollt. Auch seine Familie kommt authentisch rüber. Köstlich fand ich, wie er seine pubertierende Tochter immer wieder mit neuen ausgefallen und liebevollen Namen bedachte. Emil, der Sohn, ist ein cleverer Bursche, der das Eisen zu schmieden weiß, solange es heiß ist. Klar, dass alle am Boom teilhaben wollen, und alles unternehmen, um aus der Situation so lange wie möglich Nutzen zu ziehen.

Die Idee des Buches fand ich gut, trotzdem konnte mich das Buch nicht so begeistern, wie ich anfangs dachte. Der Humor nutzt sich ab. Versöhnt hat mich der Schluss. Alles in allem, eine unterhaltsame Lektüre.

 

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53 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

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Der Stoff, aus dem Träume sind

Jana Stieler
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 01.08.2018
ISBN 9783956498008
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt:

Efeugrün, verwoben mit einem hauchzarten himmelblauen Faden – als Claire das Jackett in einem Londoner Vintage-Laden entdeckt, weiß sie sofort, dass es von der kleinen schottischen Hebrideninsel Barra stammt. Fast ein ganzes Leben ist es her, dass sie dort aufgewachsen ist. Ein Leben für die Mode, voller großer Pläne, Hoffnungen und Fehler. Und plötzlich lassen Claire die Erinnerungen nicht mehr los. Vielleicht ist jetzt endlich die Zeit gekommen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen und verschüttete Träume zu bergen.

Meine Meinung:

Der Schreibstil ist flüssig und die kurzen Kapitel sind angenehm zu lesen. Die Geschichte wird in verschiedenen Zeitebenen erzählt. Der Leser nimmt am Leben zweier unterschiedlicher Frauen teil. Die junge Vivian, die ihren kleinen Sohn alleine großzieht und die ältere Modedesignerin Claire, die ruppig und schroff auf ihre Außenwelt reagiert. Nach einem Unfall, gelingt es den beiden Frauen sich nach und nach einander anzunähern. Claire hat ein bewegtes Leben hinter sich. Sie wuchs zusammen mit ihrem jüngeren Bruder, in ärmlichen und bedrückenden Familienverhältnissen, auf der schottischen Insel Barras, auf. Der Vater gewalttätig, die Mutter schwach, nur im Großvater, einem Weber, der die herrlichsten Tweed Stoffe für große Fabriken fertigte, fand die kleine Claire einen liebevollen Menschen. Als der Großvater starb, zog die kleine Familie nach London, was die Lage nicht verbesserte. Wir erfahren, wie Claire es trotz aller Härte schafft, sich einen Platz im Leben zu erkämpfen und sogar eine große Karriere hinzulegen. Viviane dagegen lebt sehr introvertiert und zurückgezogen. Die Bekanntschaft mit Claire bringt Schwung in ihr einsames Leben.

Schön, fand ich die Entwicklung der beiden Protagonistinnen. Beide haben voneinander profitiert. Dennoch fand ich zu beiden Charakteren keinen Zugang. Claires Geschichte war wirklich interessant. An der Handlung lag es also nicht. Trotzdem hatte ich das Gefühl: irgendetwas fehlt. Die Geschichte schaffte es nicht mich emotional zu packen. Auch hatte ich erwartet, dass das Handwerklich mehr im Mittelpunkt stehen würde, ich wollte in Stoffen und Nähutensilien schwelgen. Schneidern und Mode entwerfen – der Traum jeder Hobbyschneiderin. Als diese bin ich nicht auf meine Kosten gekommen.

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50 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

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The House - Du warst nie wirklich sicher

Simon Lelic , Friederike Achilles
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 31.08.2018
ISBN 9783404177233
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

 Inhalt:

 

Alles begann an dem Tag, als Jack und ich den Zuschlag für das Haus erhielten. Es sollte unser Zuhause werden, unser sicherer Hafen, gelegen in einer ruhigen Londoner Nachbarschaft. Keiner von uns konnte ahnen, was danach geschehen würde. Da war zuerst dieser merkwürdige Geruch, dann glaubte Jack nachts unten Schritte zu hören. Wir wollten es ignorieren, dieses Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Bis die Leiche hinter unserem Haus entdeckt wurde.

 

Meine Meinung:

 

Lange wusste ich nicht, wohin die Geschichte hinausläuft. Das hat es umso spannender gemacht. Was geht in diesem Hause vor? Jack und Syd, beide habe ihre Geheimnisse. Jack verheimlicht Syd seinen Fund auf dem Dachboden: Ein ominöser Schuhkarton. Und der tote Vogel ist in Wirklichkeit eine tote Katze.

In Syds Kindheit und Jugend ist viel Schlimmes passiert. Sie ist mit vierzehn Jahren von zu Hause abgehauen. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist so gut wie nicht vorhanden. Der Vater ist ein abgrundtiefer böser Mensch, ein Sadist, dem es Spaß macht, anderen Menschen Schmerzen zuzufügen, insbesondere ihr. Aber woher kommt dieser Hass auf die eigene Tochter. Wem wundert’s, mit diesem Hintergrund ist Syds Psyche eine komplette Baustelle. Aber auch Jack scheint es mit seinen Eltern nicht leicht zu haben, obwohl er aus einem gesellschaftlich angesehenem Elternhaus stammt.

Syds Traum war „Ein Haus für die Ewigkeit“, hier wollte sie mit Jack alt werden. Aber Jack fühlt sich nicht wohl in diesem Haus. Waren da wirklich Schritte in der Nacht? Hat da wirklich jemand Syd im Schlaf mit einer kalten Hand berührt? Sehr mysteriös.

Der Schreibstil ist ungewöhnlich. Doch der Wechsel der Perspektiven macht den Thriller umso spannender. Jack und Syd erzählen ihre Sicht der Geschichte jeweils in Tagebuchform und geben Einblick in ihre Gefühlswelt. Syd ist die impulsivere von beiden, Jack eher der ruhige Typ. Der Humor kommt in diesem Thriller ebenfalls nicht zu kurz. Besonders über Sydneys Äußerungen musste ich oft lachen. Sie hat eine Art, die Dinge auf den Punkt zu bringen, die ich geradezu köstlich fand. Aber sie hat auch andere Seiten.

Fazit: Mir hat „The house“ einige Stunden spannende Unterhaltung beschert. Daumen hoch.

 

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66 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 55 Rezensionen

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Ein Keim kommt selten allein

Markus Egert , Frank Thadeusz
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ullstein extra, 10.08.2018
ISBN 9783864930683
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt:

 

Stehen wir bereits mit einem Bein im Grab, wenn das Desinfektionsspray nicht stets griffbereit ist? Der Mikrobiologe Professor Dr. Markus Egert von der Hochschule Furtwangen (HFU) ist Deutschlands führender Forscher auf dem Gebiet der Haushaltshygiene. Er wirft mit uns gemeinsam einen Blick durchs Mikroskop und erklärt anschaulich und mit viel Witz, warum wir manche Mikroben unbedingt umbringen müssen – während etliche andere dieser unsichtbaren Lebensbegleiter sogar sehr wichtig für unser Wohlbefinden sind. Er zeigt, warum im Waschbecken viel mehr Keime lauern als auf dem Toilettensitz. Und er schildert, wo im Haushalt und im Alltag uns welche mikrobiologischen Phänomene erwarten - und was wir gegen sie tun können.

 

Meine Meinung:

 

Um ehrlich zu sein, mich hat das fröhliche Cover zuerst angesprochen. Ich liebe es, wenn mir wissenschaftlich Fakten in leicht verständlicher Sprache, ohne dass ich ständig Fachausdrücke googeln muss, serviert werden. Und das ist dem Mikrobiologen Professor Dr. Markus Egert im vorliegenden Buch „Ein Keim kommt selten allein“, vorzüglich gelungen. Die Prise Humor war ein zusätzlicher Pluspunkt

 

Wie wichtig manche Mikroben für den Menschen sind, und dass nicht alle Mikroben gleich eine Gefahr für uns darstellen, ist schon interessant zu erfahren. Viele Hausfrauen, glauben ja mit Desinfektionsmittel jedem Keim zu Leibe rücken zu müssen. Ihr Heim muss klinisch rein sein, wie ein OP-Saal. Kinder dürfen nicht mehr im Schmutz spielen. Ich persönlich finde diesen Hygienefimmel „Alles-muss-keimfrei-und-steril-sein“ maßlos übertrieben. Wie ein Mittelmaß finden? Aber worauf sollten wir auf jeden Fall achten? Diese Fragen beantwortet uns dieses Buch. Übrigens die meisten Keime befinden sich nicht auf der Toilette, sondern in unserem Waschbecken, und gerade der Spülschwamm bietet Bakterien den idealen Lebensraum. Und wer glaubt, im Kühlschrank würden Bakterien gekillt unterliegt einem Irrtum. Das Kondenswasser begünstigt das Wachstum von Mikroorganismen ungemein. Auch den Haustieren, und dem Fitnessstudio wird ein Kapitel gewidmet.

Fazit: Ein kurzweiliger und interessanter Ratgeber.

 

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80 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

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Die Hochhausspringerin

Julia von Lucadou
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 23.07.2018
ISBN 9783446260399
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Inhalt:

Riva ist Hochhausspringerin – ein perfekt funktionierender Mensch mit Millionen Fans. Doch plötzlich weigert sie sich zu trainieren. Kameras sind allgegenwärtig in ihrer Welt, aber sie weiß nicht, dass sie gezielt beobachtet wird: Hitomi, eine andere junge Frau, soll Riva wieder gefügig machen. Wenn sie ihren Auftrag nicht erfüllt, droht die Ausweisung in die Peripherien, wo die Menschen im Schmutz leben, ohne Möglichkeit, der Gesellschaft zu dienen. Was macht den Menschen menschlich, wenn er perfekt funktioniert?

„Die Hochhausspringerin“ führt in eine brillante neue Welt, die so plausibel ist wie bitterkalt. Julia von Lucadou erzählt von ihr mit der Meisterschaft der großen Erzählungen über unsere Zukunft.

 

Meine Meinung:

 

Es fiel mit anfangs schwer in die Welt von Riva und Hitomi einzutauchen. Aber nach und nach fand ich es immer spannender, das Bedrohlich zog mich an und hat mich bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. In dieser Welt der Rundumüberwachung, in der du gezwungen bist, ständig an deinem Leistungs- und Fitnesslevel zu arbeiten, sonst wirst du abgestuft und bist quasi ein NICHTS, möchte ich wohl niemand leben. Aber leider steuern wir volle Kraft darauf zu.

Die Sprache und der Erfindungsreichtum der Autorin haben mich beeindruckt.

Die Protagonisten taten mir von Herzen leid. Alle sind dem System hilflos ausgeliefert. Entweder man passt sich an und funktioniert oder man wird ausgesondert. Ich fühlte mit ihnen. Was für eine beklemmende Welt. So musste sich Hitomi mit einer künstlichen Mutter unterhalten um Trost zu finden. HILFE!!!

 

Die Frage: Was macht den Menschen menschlich, wenn er perfekt funktioniert? beantworte ich mit einem klaren NICHTS. In einer Leistungsgesellschaft, in der der Mensch perfekt funktionieren muss und Schwächen sofort geahndet werden, bleibt die Menschlichkeit auf der Strecke. Diese Welt ist gefühllos und nüchtern und ohne jegliche Wärme und Charme, wie soll da Menschlichkeit entstehen?

 

Ein Satz ist bei mir besonders hängengeblieben: „Je näher man dem Tod kommt, desto lebendiger wird man.“

 

Fazit: „Die Hochhausspringerin“ hat mich gut unterhalten und meine Gedanken beschäftigt, auch nach dem Lesen. Es war keine leichte Kost, aber die Lektüre hat sich gelohnt. Ein außergewöhnliches Buch. Daumen hoch!

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41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

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Das rote Adressbuch

Sofia Lundberg , Kerstin Schöps , Beate Himmelstoß , Susanne Schroeder
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 20.08.2018
ISBN 9783844530209
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

 

Doris wächst in einfachen Verhältnissen im Stockholm der 1920er Jahre auf. Als sie zehn Jahre alt wird, macht ihr Vater ihr ein besonderes Geschenk: ein rotes Adressbuch, in dem sie all die Menschen verewigen soll, die ihr etwas bedeuten. Jahrzehnte später hütet Doris das kleine Buch noch immer wie einen Schatz. Und eines Tages beschließt sie, anhand der Einträge ihre Geschichte niederzuschreiben. So reist sie zurück in ihr bewegtes Leben, quer über Ozeane und Kontinente, vom mondänen Paris der Dreißigerjahre nach New York und England – zurück nach Schweden und zu dem Mann, den sie einst verlor, aber nie vergessen konnte.

 

Gelesen von Beate Himmelstoß und Susanne Schroeder.

 

Meine Meinung:

Was für eine reizende Idee, ein Adressbuch zum Auslöser dieses herrlichen Romans zu machen.

Doris hat ein aufregendes Leben geführt. Jetzt im Alter, inzwischen ist Doris 96 Jahre alt, erinnert sie sich an die einzelnen Stationen ihres Lebens. Sie ist gebrechlich geworden und kommt nicht mehr raus aus ihren vier Wänden. Ein Tag ist wie der andere. Ein Pflegedienst kümmert sich um die alte Dame. Trotzdem ist ihr Leben noch reich. Sie lebt von den Erinnerungen. Sie schreibt nun anhand ihres Adressbuches ihre Geschichte für ihre Großnichte Jenny auf, mit der sie über Skype Kontakt hält, da diese in Amerika lebt.

Mich hat Doris Geschichte emotional sehr berührt. Ich habe mit ihr gelebt, geliebt und gelitten. Ich mochte die junge Doris, aber auch die alte Doris fand ich wundervoll. Das Hörbuch ist voller Wärme, nicht zuletzt wegen der beiden Sprecherinnen, die hier einen exzellenten Job gemacht haben.

Über viele Stelle habe ich nachgedacht, mache Sätze habe ich für mich im Herzen bewegt. Mir überläuft jetzt noch eine Gänsehaut, über den Segen, den Doris Mutter ihr mit auf dem Weg gab und den Doris an ihre Jenny weiterreichte:

„Ich wünsche dir von allem genug. Genug Sonne, die Licht in deine Tage bringt, genug Regen, damit du die Sonne schätzen kannst, genug Glück, dass deine Seele stärkt, genug Schmerz, damit du auch die kleinen Freuden des Lebens genießen kannst, und genug Begegnungen, damit du die Abschiede besser verkraftest. Sei stark!“

Fazit: Ein absolutes Highlight!!!

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Verdammt perfekt und furchtbar glücklich

Anneliese Mackintosh , Gesine Schröder
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blumenbar, 17.08.2018
ISBN 9783351050566
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt:

 

Ottila McGregor möchte glücklich werden und zwar verdammt perfekt und furchtbar glücklich. So erklärt sie es ihrem Therapeuten. Noch aber hat sie eine zerstörerische Affäre mit ihrem Chef, verschickt nachts verzweifelte Nachrichten, nur um es hinterher zu bereuen, und trinkt zu viel. Viel zu viel. Um den Tod ihres Vaters zu vergessen, und dass sie ihre Schwester im Stich gelassen hat.

Bis sie Thales begegnet und sich verliebt. Aber er ist nicht die Lösung der Probleme. Im Gegenteil, mit ihm fängt die Auseinandersetzung erst an. 

„Verdammt perfekt und furchtbar glücklich“ ist eine mitreißende Tragikomödie der Generation Smartphone.

 

Meine Meinung:

 

Schonungslos zieht Ottila Bilanz und stellt fest, sie will ein anderes Leben. So kann es mit ihr nicht weitergehen. Sie hat eine Affäre mit ihrem verheirateten Chef, die sie endlich beenden möchte. Aber ihr Hauptproblem ist der Alkohol. Sie spült die Trauer um ihren kürzlich verstorbenen Vater und die Schuldgefühle, die sie gegenüber ihrer Schwester hat, die am Asperger-Syndrom erkrankt ist, mit großen Mengen an Alkohol hinunter. „Alles anders machen“, notiert sie in ihrem Tagebuch.

 

„Verdammt perfekt und furchtbar glücklich“ ist ein ungewöhnliches Buch, allein schon wegen der Aufmachung. Wir erfahren in Tagebucheinträgen, SMS, Mails, kleinen Zettelchen, von Ottilas Verzweiflung, ihren Ängsten, ihrer Trauer und auch von ihrem Liebesleben. Ottila ist leider keine Bridget Jones, wenn auch ihr Leben ebenso chaotisch ist. Sie mag zwar nach Außen immer ‚gut drauf‘ erscheinen, doch innerlich ist sie zerrissen. Der Spaß, den ich mir von diesem Buch versprochen hatte, ich bin ich dem rosaroten Cover aufgesessen, blieb eher aus. Es geht im Grunde um ernste Themen, die mich zum Teil sehr betroffen machten. Trotzdem mochte ich Ottila, die sich ihren Dämonen stellt. Besonders erfrischend fand ich die Gespräche mit ihrer Therapeutin.

 

Anneliese Mackintoshs Debüt ist ein emotionaler, vom Stil her etwas anderer Roman. Er hat mich an vielen Stellen zum Nachdenken gebracht und Anstoß gegeben, auch mal das eigene Leben zu reflektieren.


Fazit: Kein locker-flockiger Roman, aber dennoch wunderschön.

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