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Beim Morden bitte langsam vorgehen

Sara Paborn , Wibke Kuhn
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei DVA, 16.04.2018
ISBN 9783421048028
Genre: Romane

Rezension:

39 Ehejahre liegen hinter der gebildeten Bibliothekarin Irene und dem nüchternen Elektriker Horst, als Irene über einen Zufall die alten Bleigewichte ihrer Mutter im Keller findet und davon inspiriert einen großen, wirklich großen Entschluss fasst. Sie möchte ihren Mann vergiften, in dem sie Bleizucker zubereitet und diesen, in kleinen Dosen an Horst verabreicht. Wir als Leser folgen Irenes Planreifung, Hintergründen und Gedankengängen in Form von Tagebucheinträgen. Dabei berichtet die Protagonistin von jahrelangen, ja sogar jahrzehntelangen Demütigungen, Schikanen und Provokationen seitens des Ehemanns. Aber insbesondere von Gleichgültigkeit, Lieblosigkeit und die langsame Reifung tiefen Hasses. All diese Empfindungen waren jedoch bedeckt unter Schichten von Pflichtgefühl, Alltäglichkeiten und konservativen Rollenbildern. Nun steht im Vordergrund dieses Werkes aber nicht das Beziehungskonstrukt der Beiden, sondern eher der Vergiftungsprozess. Wie der Titel schon sagt: „Beim Morden bitte langsam vorgehen“, wird hier sachlich, präzise und informativ erläutert, wie aus Blei „Bleizucker“ hergestellt wird, die Symptome von Vergiftungen beschrieben, geschichtliche Hintergründe beleuchtet und die emotionale Abspaltung der Protagonistin, während dieses Prozesses dargelegt. Denn Irene sieht ihr Handeln nahezu als ein Gesamtkunstwerk. „Nun hatte ich mich der Bleigewichte meiner Mutter angenommen und sie in etwas Richtiges verwandelt. [...] Ich glaube, das hätte ihr gefallen. Etwas zu Ende bringen, das ist wichtig.“ Sie findet immerzu Erklärungen und Rechtfertigungen, was dieses Buch so spannend für mich machte. Ihre Vision wird zum Lebensmittelpunkt, dabei steigt sie immer weiter hinab, um ihr Werk zu vollenden und genießt die Freiheiten, die sie sich selbst erschafft, in vollen Zügen. Das Tempo dieses Buches war recht schnell, die Entwicklungen ihres Geistes fesselnd und die vielen kleinen Nebeninformationen lehrreich. Sara Paborns Schreibstil empfand ich als wirklich angenehm, schön lesbar und spritzig. Auch wenn mir Irenes Motiv bis zum Ende nicht komplett schlüssig war, ich die Handlung eher als tragisch und beängstigend wahrnahm, habe ich das Buch in seiner Gesamtheit genossen und musste hin und wieder bei einigen Passagen wirklich lächeln. „Eigentlich müsste er mir dankbar sein. Was ist eine Scheidung schon gegen einen Giftmord von neronischer Klasse? Immerhin hatte Horst länger gelebt als der Durschnittsschwede vor hundert Jahren. Das war mehr als genug.“

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