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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Die Geschichte von einem Vogel und einem Mann

Archil Kikodze , Natia Mikeladse-Bachsoliani
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 07.09.2018
ISBN 9783548291000
Genre: Romane

Rezension:



Inhalt:
Ein Georgier, der Touristen auf Vogeltouren durch sein Land nimmt, erzählt seinem englischen Kunden nicht nur alles über die Federtiere sondern Geschichten über das Land, die Menschen, die Historie und manchmal auch ein wenig mehr über die Tiere und Einwohner und auch er greift tief in die Erfahrungskiste seines Lebens und erzählt seinem Gegenüber.
Meine Meinung:
Ich habe die 140 Seiten heute gerne gelesen, viel über ein Land, was mir so fremd ist und was so unglaublich schön sein muss, liest man die Beschreibungen der Landschaften, die hier vorkommen. Das Buch erzählt intensiv über die Tiere (so viele Vogelnamen... ich musste einige erst einmal nachschlagen) und auch über jagdliche Vorkommnisse, über die Menschen, die sich nicht immer grün sind und über historische Ereignisse, die uns so fremd sind, aber spannend darüber zu lernen.
Fazit:
Ein kurzweiliger Roman, der dem Leser ein Land näher bringt, über das es sicherlich noch so viel mehr zu berichten gibt. 

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Tags: archil kikodze, georgien   (2)
 

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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NOAM - Ein Junge, zwei Welten.

Christian Schröder
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei loveisallyouread, 16.09.2018
ISBN 9783981986006
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:
Mona und Jacob geht es gut. Sie lieben sich, haben einen Job und führen eine gute Beziehung. Nur das Thema Familie und ein eigenes Kind ist ihr Knackpunkt, denn sie sind kinderlos, haben das Thema eigentlich ad acta gelegt. Doch dann bekommt Jacob in seiner Agentur einen neuen Auftrag, die Website einer Adoptionsagentur neu zu gestalten und auf einmal steht das Thema Adoption im Raum und schneller als gedacht tritt Noam in das Leben des Paares.

Meine Meinung:
Das Buch nennt sich „Märchenroman“ und so muss man ihn auch lesen. Es ist eine schöne und intensive Geschichte über das Thema unerfüllter Kinderwunsch und die Möglichkeit der Adoption. Was sich dann daraus entwickelt ist ein modernes Märchen, auf das man sich einlassen muss. Jacob hat außergewöhnliche Erlebnisse, die er nicht deuten kann und zweifelt an seiner momentanen Gesamtsituation. Als er im Auftrag der Firma dann in der Adoptionsagentur, welche sich in einem kleinen, fast verwunschenen Häuschen in der Stadt befindet, eine Dame, die im sympathischst alles über die Kinder und Adoptionsmöglichkeiten erzählt, ist das Thema Kinder wieder ganz präsent. Nicht lange überlegt, gehen Mona und Jacob bald darauf wieder dorthin und entschließen sich schnell, den angeblich 5-jährigen Noam zu adoptieren. Und dann nimmt die Geschichte so richtig Fahrt auf. Noam zeigt den beiden eine andere Seite der Welt, was wirklich wichtig ist im Leben und vor allem in ihrer beiden Leben. Gefühlvoll beschreibt der Autor, wie Mona und Jacob dieses Kind in ihr Herz schließen und es passieren weiter merkwürdige und unerklärliche Dinge, die ich aber nun nicht vorweg nehmen möchte, denn das macht das Buch aus, vielleicht nur eines: Das Häuschen der Adoptionsagentur ist beim nächsten Besuch weg und dort befindet sich ein seit über 30 Jahren ortsbekannter Gemüseladen....
Und ob Noam wirklich 5 Jahre jung ist, bezweifelt man recht schnell, aber einsortieren kann man es nicht wirklich.

Fazit:
Ein Buch, was zum Innehalten anregt, über den Sinn und Unsinn vieler Dinge und Taten im Leben nachdenken lässt und wenn man sich darauf einlässt ein wirklich schöner Märchenroman ist. 

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Tags: christian schröder, noam   (2)
 

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44 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

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Ein einfaches Leben

Min Jin Lee , Susanne Höbel
Fester Einband: 552 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.09.2018
ISBN 9783423289726
Genre: Romane

Rezension:

Rund ums Buch:
Titel: Ein einfaches Leben
Autorin: Min Jin Lee
Übersetzerin: Susanne Höbel
Verlag: dtv
Buch: Gebundene Ausgabe
Seiten: 551
Erschienen: 21.09.2018
ISBN: 978-3-423-28972-6
Preis: 24,00 €

Cover:
Ruhig... rosa... Weite.. eine Frau und zwei Kinder mit Tornister, die hinter ihr her laufen... schön... link zum Buch. Seht gut!

Inhalt:
Sunja, eine Koreanerin in Japan, zwei Kinder, die unterschiedlicher nicht sein können. Sunja schlägt sich durch... die Kinder gehen ihren eigenen Weg... der Leser begleitet Sunja und ihre Familie von 1910 bis 1989. 


Meine Meinung:
Dieses Buch gehört sicherlich zu den schönsten Geschichten, die ich bis heute gelesen habe.
Ein ruhiges Buch, obwohl es eine so aufreibende, ja teilweise schlimme und brutal ehrliche Familiensaga ist... doch ziehen die über 550 Seiten den Leser dermaßen in die asiatische Welt... man merkt gar nicht, die Menge an Seiten. Ich habe so viel gelernt, über die Vorurteile, denen sich Koreaner in Japan gegenüber sehen. Ich wusste nicht, dass sie nur „gedulded“ niemals geachtet werden... auch heute noch. Ich wußte nicht, dass sie sich regelmäßig der Diskriminierung stellen müssen, auch, wenn sie im Land geboren sind... in xter Generation.
Es ist ein Buch, was heute so wichtig wie nie ist, denn überall haben wir es mit Verachtung und Ablehnung zu tun.
Das Buch ist leise.... doch die Geschichte laut. Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki, Korea als geteiltes Land.. nur kurz erwähnt, wichtiger ist die Rolle der Frauen, Sunja im Vordergrund, die nicht lesen kann und die Sprache des Landes, in dem sie nun lebt, nicht spricht. Und immer wieder die unbändige Sehnsucht nach der Heimat... Korea. Aber es sind auch die Frauen in diesem Buch, die kämpfen, die Entscheidungen treffen und die die ganz besonderen und für mich tränenreichen Momente in diesem Buch ausmachen. Die Frauen, die unter den schlimmsten Bedingungen irgendwie versuchen, Geld zu verdienen.... KIMCHI kochen.... (und ich musste mal direkt wieder eines vorbereiten)... ich liebe KIMCHI. Sie stehen zwischen Hühnern und toten Ferkeln auf dem Markt, um über die Runden zu kommen..und sie schaffen es. Sie werden groß, sie werden auf ihre Art erfolgreich.

Und ich habe gelernt, dass man in Japan seit Ewigkeiten PACHINKO spielt. Das ist übrigens auch der Originaltitel des Buches. PACHINKO, ein Glücksspiel, was aber nicht als selbiges rechtlich gilt, denn Glücksspiele sind in Japan verboten. Und Sunjas Sohn wird reich und bekannt mit Pachinko, arbeitet sich hoch, in einer Kette, lernt viel und macht seine eigene irgendwann auf... und trotzdem ist er immer nur der Gangster, denn es sind die eingewanderten Koreaner, die sich mit diesen Geschäften hocharbeiten und grundsätzlich „Böse“ sind.
Wir erfahren von Kindern, die sich ausgegrenzt in der Schule fühlen (heute würden wir über Mobbing sprechen), die sich umbringen, weil sie es nicht mehr aushalten,.. Frauen, die ihre Körper für die reichen Japaner hergeben um irgendwie etwas für sich zu haben... und wir lesen über Sunja, die immer für die Familie kämpft - nur für die Familie.

Fazit:
Dieses Buch wird in meine „Bestenliste“ einziehen.... ein Roman, der mich sehr berührt hat und durch den ich sehr viel über eine Ecke der Welt lernen konnte, die mir noch so fremd ist.
Danke!

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Tags: ein einfaches leben, min jin lee   (2)
 

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219 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 62 Rezensionen

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Die Suche

Charlotte Link
Fester Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 01.10.2018
ISBN 9783764504427
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

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123 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 12 Rezensionen

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Böses Mädchen

Amélie Nothomb
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 25.07.2006
ISBN 9783257235524
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: böses mädchen   (1)
 

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80 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

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Der Zauber zwischen den Seiten

Cristina Caboni , Ingrid Ickler
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.08.2018
ISBN 9783734105845
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

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161 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

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Neujahr

Juli Zeh
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 10.09.2018
ISBN 9783630875729
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: juli zeh, neujahr   (2)
 

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903 Bibliotheken, 78 Leser, 2 Gruppen, 165 Rezensionen

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Der Insasse

Sebastian Fitzek
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Droemer, 24.10.2018
ISBN 9783426281536
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Rund ums Buch:

Titel: Der Insasse
Autor: Sebastian Fitzek
Verlag: Droemer
Buch: Gebundene Ausgabe / buntes Vorsatzpapier /bunter Schnitt
Seiten: 384
Erschienen: 24.10.2018
ISBN: 978-3-426-28153-6
Preis: 22,99 €

Cover:
Das Cover ist unglaublich gelungen: Krakeliger Titel und Name des Autors auf einem weich gesteppten Einband, der wie eine Gummizelle erscheint, ein roter Buchschnitt... Mega!

Inhalt:
Der kleine Max Berkhoff ist seit einem Jahr verschwunden. Der mutmaßliche Täter sitzt in einer Psychatrie und Max‘ Vater schleicht sich dort ein, um die Wahrheit über seinen Sohn zu erfahren.

Meine Meinung:
Es gab mal einen großen Fan von Sebastian Fitzek. Seine Bücher stehen alle in meinem Regal (oder befinden sich auf meinem e-reader), doch ich muss auf die Vergangenheitsform hier hinweisen. Schon „Das Paket“ und „Passagier 23“ sowie u.a. auch die Blutschule konnten mich nicht so richtig packen. „Fluggast 7A“ fand ich wiederum gut, und jetzt das. DER INSASSE.....
Ich habe das Buch gestern kurz angelesen und wollte es dann durchlesen, den heutigen Feiertag genutzt, um zu wissen, wie es ausgeht. Ich muss leider sagen, dass ich durchgeknallte Rechtsanwälte, konstruierte Wendungen, nicht erklärbare Rahmenbedingungen, ausgehöhlte Bücher, teilweise Plotstücke, die in anderen Romanen schon vorkamen und vor allem ein schlechtes Frauenbild sowie ein Ende, was ich nicht wirklich kapiere... nicht mag, gar nicht mag.
Nein, das war nicht mein Buch und für mich auch kein Fitzek, wie ich ihn vom „Augensammler“, „Augenjäger“ , „Seelenbrecher“ oder auch „Das Kind“ kenne und liebe. Die ersten 200 Seiten fand ich fast zäh und konstruiert, der Schluß nicht wirklich logisch. Vielleicht bin ich aber auch mittlerweile raus aus der Psychothrillerwelt?

Fazit:
Aber das Cover, der Schnitt und die Haptik sind großartig und auch die Marketingaktivitäten vorweg waren wirklich gut gemacht. Vielleicht too much... ? Ich mache erst einmal eine Fitzek Pause, werde beim nächsten Buch sicherlich auf die Taschenbuchausgabe warten.

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Tags: der insasse, sebastian fitzek   (2)
 

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104 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 34 Rezensionen

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Mein Ein und Alles

Gabriel Tallent , Stephan Kleiner
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Penguin, 24.09.2018
ISBN 9783328600282
Genre: Romane

Rezension:

Rund ums Buch:

Titel: Mein Ein und Alles
Autor: Gabriel Tallent
Übersetzung aus dem Amerikanischen: Stephan Kleiner
Verlag: Penguin
Buch: Gebundene Ausgabe / Lesebändchen
Seiten: 480
Erschienen: 24.09.2018
ISBN: 978-3-328-60028-2
Preis: 24,00 €

Cover:
Ein wunderschönes Cover, eine Fichte....oder Redwood Baum.. was auf den Inhalt hinweist.... Und Autor und Titel sind sehr prominent auf das Bild gesetzt. Gefällt!

Inhalt:
Turtle lebt mit ihrem Vater irgendwo in den nordkalifornischen Wäldern. Sie kennt jeden Baum, jeden Strauch, geht mit Waffen um, wie andere 14-jährige mit dem Smartphone, sie liebt ihren Vater und er liebt sie. Leider nicht so, wie man sich eine normale Liebe eines Vaters zu seiner Tochter vorstellt, denn Martin sieht seine Tochter als Eigentum, besitzt sie, vergeht sich immer wieder an ihr.
Irgendwann lernt Turtle Jacob und ein anderes Leben, fern ab von rohen Eiern, Bier am frühen Morgen und Tontaubenschießen kennen... und versucht sich aus den Fängen ihres Vaters zu befreien.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist furchtbar... furchtbar schrecklich, zu heftig, weil es um Missbrauch, Gewalt, den so selbstverständlichen Schusswaffengebrauch, Dreck, Obsession, geht. Und es ist furchtbar.... furchtbar schön, denn Gabriel Tallent schafft in seinem Debüt eine so intensive Beschreibung der Natur, man riecht das Grün der Bäume und spürt den morgendlichen Tau beim Lesen. Unglaublich, wie er zwischen der Brutalität und Schönheit hin und her springt, so als wäre es zwischen Vor- und Nachspeise eines Drei-Gänge Menüs.
Nach den ersten 57 Seiten kamen mir die Tränen, ich habe das Buch weglegen müssen und ein anderes angefangen... es war mir zu heftig, zu sehr hat mich die so detailintensive Beschreibung dieser ersten Seiten mitgenommen, von den wunderschönen Beschreibungen der Redwood Wälder bis hin zu der ersten häuslichen Gewalt, ich nenne es Vergewaltigung des eigenen Kindes.
Und dann musste ich wissen, wie es weiter geht, was passiert, wie es ausgeht, was Turtle macht, schafft sie es, sich aus den Klammern ihres so für sie wunderbaren geliebten Vaters zu befreien, den sie auf der anderen Seite lieber tot als lebendig sehen möchte.
Und ich habe gelesen gelesen gelesen.... hatte Gänsehaut, habe geweint, war unglaublich wütend über die anderen Menschen, die Turtle auf ihrem so einsamen Weg doch ab und an begleiten und die wegschauen, die aber auch nichts machen können, weil nichts offensichtlich ist.


Dieses Buch ist nichts, aber auch überhaupt nichts für schwache Gemüter. So unglaublich blumig und bildhaft, wie über Flora und Fauna geschrieben wird, so schmerzhaft sind die sich immer wiederholenden Rituale des Zusammenlebens der beiden, ob es das Bier zum Frühstück ist, was Turtle ihrem Vater zuwirft und er es mit den Zähnen öffnet während sie sich ein rohes Ei in den Mund laufen lässt, so weh tun die Beschreibungen der Tiere die sterben, ausgeweidet werden, die exzentrischen Schießereien, (nichts für Leser, die keinen Bezug zu Waffen haben) ...
Selten hat ein Buch beim Lesen so geschmerzt. Selten hat ein Buch beim Lesen so zweiseitige Gefühle in mir ausgelöst. Ich kann nicht sagen, ob ich es empfehlen kann, denn dieses Buch ist sehr speziell.

Fazit:
Ich ende mal mit der BBC die sagt: „In diesem wilden, herzzerreißenden Roman verwebt Gabriel Tallent großartige Naturbeschreibungen mit ständig steigender Spannung. Ein überzeugendes Debüt.“
Und Stephen King sagt: „Der Begriff Meisterwerk wird zu häufig benutzt, doch „Mein Ein und Alles“ ist ohne Zweifel eines.“

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Tags: gabriel tallent, mein ein und alles   (2)
 

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135 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 75 Rezensionen

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Loyalitäten

Delphine de Vigan , Doris Heinemann
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 12.10.2018
ISBN 9783832183592
Genre: Romane

Rezension:

Rund ums Buch:

Titel: Loyalitäten
Autorin: Delphine de Vigan
Übersetzung: Doris Heinemann
Verlag: Dumont
Buch: Gebundene Ausgabe / Vorsatzpapier /Lesebändchen
Seiten: 176
Erschienen: 13.09.2018
ISBN: 978-3-8321-8359-2
Preis: 20,00 €


Inhalt:
Da ist Théo, gut in der Schule, 12 Jahre alt, Trennungskind.. mal lebt er beim Vater, mal bei der Mutter. Beide interessieren sich nicht für die Probleme und das Leben ihres Sohnes, sprechen auch nicht miteinander. Nur seine Lehrerin Hélène merkt etwas, ....etwas was ihr Sorgen bereitet, denn Théo torkelt in die Schule. Und da ist sein Freund Mathis, der manchmal mitmacht und manchmal verzweifelt Ausflüchte sucht.

Meine Meinung:
Ich glaube, über dieses Buch ist hier in den letzten Wochen so viel geschrieben worden. Doch ich möchte eines hinzufügen: MICH MACHT DIESE GESCHICHTE WÜTEND! Wütend, weil alle hinsehen, aber nicht eingreifen, weil Viele vermuten, aber keiner den Schritt wagt, und vor allem weil keiner Probleme möchte... ab der Norm geht nicht! Es kann ja auch nicht sein, dass ein Kind in dem Alter trinkt. Nein..... DOCH! Es kann sein, das gibt es und ich vermute, mehr als wir uns das vorstellen können. Sie verrennen sich in den Alk, der sie glücklich macht, vergessen macht, der warm macht, Hilfe bietet, zumindest für den Moment.
Für mich war dieses Buch schlimm, das Lesen eine Qual, denn ich habe mein Leben lang mit Alkoholikern zu tun. Freunde, Familie, ja, ich bin jetzt sehr offen, der Alkohol hat viele Menschen in meinem Umfeld in den Abgrund gezogen. Aber man kann nichts machen, man kann nicht helfen, denn nur, wenn diese Menschen Hilfe annehmen, kann man noch eine Hand reichen.
ABER: Macht den Mund auf. Schreit, helft, und wann immer euch etwas merkwürdig vorkommt: sprecht es an, immer wieder....

In dem Buch ist es fast zu spät.... aber nur fast... denn da ist Hélène.

Fazit:
Wenn man sich dem Thema öffnet, wenn man die schwarzen Seiten dieses Lebens sehen möchte, und vor allem, wenn man sich nicht verstecken will.... dann ist dieses Buch ein ganz Großes, denn es geht um Menschen, die für einen da sind, die loyal zu einem stehen. 

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Tags: delhine de vigan, loyalitäten   (2)
 

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(18)

33 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

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Hysteria

Eckhart Nickel
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.09.2018
ISBN 9783492059244
Genre: Romane

Rezension:

Rund ums Buch:

Titel: Hysteria
Autor: Eckhart Nickel
Verlag: Piper
Buch: Gebundene Ausgabe / Vorsatzpapier / Lesebändchen
Seiten: 240
Erschienen: 04.09.2018
ISBN: 978-3-492-05984-4
Preis: 22,00 €

Inhalt:
Bergheim, der sensibelst Veränderungen an Pflanzen und Lebewesen erkennt, fallen auf einem Biomarkt veränderte Himbeeren auf. Er geht diesem Fall nach, will wissen, woher sie kommen, was passiert ist und fällt immer tiefer in eine Dystopie von Kulinarik, die aus künstlich erzeugten Lebensmitteln besteht, die aber nur er erkennt, in einem wahnsinnigen Unternehmen, welches von seiner alten Freundin geführt wird.

Meine Meinung:
„Mit den Himbeeren stimmte etwas nicht.“ – So beginnt das Buch und hatte mich damit sofort gefesselt. Der Protagonist Bergheim entdeckt auf einem Markt Himbeeren, die wie blutende Tiere sind, er hat ein Gespür für die veränderten Lebewesen, Pflanzen und gerät auf der Suche nach dem Grund für die merkwürdig farbigen Beeren in einen Strudel künstlicher Naturerschaffung, denn nichts ist mehr natürlicher Herkunft sondern alles im Labor gezüchtet und hergestellt. In Rückblenden lernen wir seine Freunde Ansgar und Charlotte kennen, mit denen er studierte und die gemeinsam die Veränderungen der modernen Welt durchleben, in denen man Bachblütenbonbons lutscht, in Aromabars merkwürdig lautende Cocktails – natürlich ohne Alkohol, denn der ist wie Kaffee verboten – schlürft und in der das Salz des Tages angeboten wird, hier sehr schön „Handminded Crushed Tibetan Pink Sundried High Mineral Sngle Rock“ (Seite 110). Ein böser Hieb in Richtung moderner Küchenkultur. Diese Freunde trifft er wieder, als er und ich möchte nicht zu viel verraten, in das Unternehmen eindringt, wo die Himbeeren angeblich herkommen.
Das Buch hat mich von der ersten Seite an fasziniert, ein Sog, der mich in eine furchtbare Welt der Künstlichkeit, Verbote und moralischen Doppeldeutigkeiten mitgerissen hat und ich habe immer wieder an die genmanipulierten, künstlich erzeugte Fleischpflanzerl und durch Dünger, Hilfsmittel und Medikamente erzeugten Lebensmittel der heutigen Zeit denken müssen. Das ist erst der Anfang.

Fazit:
Dass das überzogene Milieu des Buches sicher nicht in naher Zukunft unser Leben bestimmen wird, ist wahrscheinlich, doch sollten wir uns Gedanken machen, über das, was wir jeden Tag auf dem Teller haben, zu uns nehmen und nicht nur das teuerste Öl ins Auto kippen sondern auch achtsam mit unseren Nahrungsmitteln und der Umgebung umgehen.

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Tags: eckhart nickel, hysteria   (2)
 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

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Warten auf Schnee

Karoline Menge
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Frankfurter Verlagsanstalt, 31.08.2018
ISBN 9783627002589
Genre: Romane

Rezension:

Rund ums Buch:
Titel: Warten auf Schnee
Autorin: Karoline Menge
Verlag: Dumont
Buch: Gebundene Ausgabe / farbiges Vorsatzpapier
Seiten: 222
Erschienen: 31.08.2018
ISBN: 9783627002589
Preis: 20,00 €

Cover:
Blau, weiße Punkte, die Schneeflocken darstellen... glänzender Einband. Wunderschön!

Inhalt:
Pauli, 16 und Karine 14 Jahre, sind allein, seit ihre Mutter sie verlassen hat, einfach fortging.... in den Wald, über den Hügel.
Sie versuchen sich durchzuschlagen, in ihrem Haus, mit den eingemachten Lebensmitteln, die im Keller auf sie warten... und das Dorf lehrt sich immer mehr. Bis nur noch einige wenige Einwohner da sind. 


Meine Meinung:
WOW, was für ein Debüt! Ich bin komplett geflasht von der Geschichte, die ein modernes Hänsel und Gretel ist, obwohl der Leser nicht weiß, in welchem Jahr es spielt, wo es spielt und vor allem ist Ausgangspunkt und auch das Ende offen. Das ist auch kein Spoiler, denn während des Lesens über jede Seite überlegt man, was die Gründe sind, warum das Dorf sich lehrt, warum nicht darüber gesprochen wird und man hat Bilder im Kopf, die einen bis zum Schluss nicht mehr loslassen und dann kommt doch alles anders.
Karoline Menge fesselt den Leser mit einer unglaublich schnellen und doch so bildhaften Sprache, die teilweise nicht nur einen märchenhaften sondern auch gruseligen Ton in die Geschichte bringt.
Die Ich-Erzählerin Pauli blickt immer wieder auf ihr kurzes Leben zurück, erzählt über Zusammenhänge der Familie und der Personen im Dorf, in denen sich Merkwürdiges ereignet, denn immer mehr Menschen verschwinden, auch Tiere und das Leben stirbt quasi dort aus. Wie magisch muss man weiter lesen, kann nicht aufhören, hat Bilder und Vorstellungen der Geschichte im Kopf und fragt sich, wie die beiden Mädchen es schaffen könnten... so allein in ihrem Haus und der Frage, wo ihre Mutter ist, und was hinter dem Hügel eigentlich ist, wohin ihre Mutter gegangen ist.
„Wir sitzen vor dem Ofen. Karine senkt ihren Blick und kritzelt weiter Bleistiftzeichnungen in ein altes Buch. Sie drück so fest auf, dass die feinen Seiten reißen. Ich sehe, wie sie sich die Lippen blutig beißt. Nach einer Weile sieht sie mich wieder an.
Willst du es denn nicht wissen, fragt sie.
Was?
Was sich hinter den Hügeln befindet? “ (Seite 181)

Fazit:
Ich konnte das Buch nicht weglegen, habe es in einem Rutsch gelesen und freue mich über mehr einer neuen Autorin, zu deren Fans ich mich ab sofort zähle.

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Tags: karoline menge, warten auf schnee   (2)
 

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(69)

136 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

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Das wunderbare Wollparadies

Manuela Inusa
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.09.2018
ISBN 9783734106279
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Happy End

Amélie Nothomb , Brigitte Große
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.09.2018
ISBN 9783257070422
Genre: Romane

Rezension:

Rund ums Buch:
Titel: Happy End
Autorin: Amélie Nothomb
Übersetzung: Brigitte Große
Verlag: Diogenes
Buch: Gebundene Ausgabe
Seiten: 192
Erschienen: 26. September 2018
ISBN: 978-3-257-07042-2
Preis: 20,00 €

Cover:
Wie immer, klassisch Diogenes, doch diesmal ist die Autorin selbst rausgeputzt und lächelnd auf dem Cover. Große Coverliebe!

Inhalt:
Déodat, spätes Wunschkind seiner Eltern Énide und Honorat, ist hochintelligent, doch wird er in der Schule gemobbt und vor allem von seiner Umwelt verachtet, da er hässlich im Sinne der allgemeinen Vorstellung ist.
Trémière, Tochter des jungen und erfolgreichen Paares Lierre und Rose, wird schnell nach ihrer Geburt in das abgelegene Landhaus der Großmutter gegeben und wächst dort behütet aber isoliert auf. Ihre Schönheit wächst mit ihr, doch sie ist still und in sich gekehrt.

Meine Meinung:
Amélie Nothomb übertrifft sich wieder mal selbst in ihrem neuen Buch. Wir lesen ein modernes Märchen, in dem sie sich mit der Schönheit, den Vorgaben der Gesellschaft und vor allem den Vorurteilen der Menschen befasst.
Die beiden Geschichten von Déodat und Trémière laufen parallel und der Leser taucht in die Zerrissenheit, die emotionalen Achterbahnfahrten, Mobbing, Erfolg und Mißerfolg der beiden Protagonisten ein, ohne immer im Hinterkopf zu haben, dass sie sich sicherlich noch begegnen werden. Oder doch? Déodat wird erfolgreicher Ornithologe und plötzlich geliebt und geschätzt, denn Intelligenz scheint anziehender als Schönheit. Trémière findet den Weg, ihr außergewöhnliches Aussehen zum beruflichen Erfolg zu machen, lernt von ihrer Großmutter mit „Schätzen“ umzugehen und setzt dieses Kunst erfolgreich für sich ein. Ein geplantes Aufeinandertreffen der beiden, auch, wenn das vorhersehbar ist, soll der Gesellschaft große Unterhaltung bieten, doch es kommt anders, als man erwartet.
Als großer Fan der Autorin habe ich diesem Buch entgegen gefiebert und bin wahrlich nicht enttäuscht worden. Sämtliche Werkzeuge ihres enorm einzigartigen Stils setzt Amélie Nothomb in HAPPY END ein. Maliziös beschreibt sie den Spießroutenlauf von Déodat durch die vorbelastete Gesellschaft. Klischeehaft wird das Mädchen Trémièr in ihrem Leben begleitet. Bissig sind die Dialoge, man möchte eingreifen und Hilfestellung den beiden geben. Und skuril ist die gesamte Geschichte, weil wie so oft überzogen und manchmal nicht ganz ernst zu nehmen ist. Und genau das macht Amélie Nothomb und ihre Bücher aus.

Fazit:
Und am Ende wird alles gut? Ja, man kann es vorwegnehmen, denn es gibt ein Happy End, mit dem man nicht rechnet, aber der Titel hat es bereits verraten. Ein modernes Märchen, was uns zeigt, dass der Schein oft trügt und „never choose a book by it’s cover“.
Große Amélie Nothomb Liebe!!!

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232 Bibliotheken, 9 Leser, 3 Gruppen, 136 Rezensionen

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Die Schönheit der Nacht

Nina George
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.05.2018
ISBN 9783426654064
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: die schönheit der nacht, frauen, nina george   (3)
 

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Im Frühling

Karl Ove Knausgård , Paul Berf
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 26.03.2018
ISBN 9783630875125
Genre: Romane

Rezension:

Rund ums Buch:
Titel: Im Frühling
Autor: Karl Ove Knausgård
Verlag: Luchterhand Literaturverlag
Buch: Hardcover, Gebundenes Buch mit Schutzumschlag,
weißes Vorsatzpapier, Lesebändchen;
Mit Bildern von Anna Bjerger
Übersetzer: Paul Berf
Seiten: 250
Erscheinungstag: 26.03.2018
ISBN: 978-3-630-87512-5
Preis: 22,00 €

Cover:
Ein Mensch, der an einem Strand in kurzen Hosen und „Hoodie“ liegt.... vielleicht soll es der Autor selbst sein, der einfach durchatmen will, in seinem Leben, denn das, was passiert, ist viel, heftig und manchmal auch too much für einen Mann... aber vielleicht interpretiere ich zu viel in das Cover?

Inhalt:
Das Buch ist diesmal nicht in die Monate eingeteilt, wie es die beiden Vorgänger Herbst und Winter war, sondern wie ein Roman, in drei Teilen geschrieben. Keine kurzen Essays, über die banalen Dinge des Lebens, sondern wir steigen direkt ein, als die dritte Tochter und viertes Kind des Autors drei Monate alt ist und er sich mit ihr auf den Weg macht, seine Frau, die wegen ihrer Depression wieder in einer Klinik ist, zu besuchen. Das Buch spielt an diesem einen Tag, dem ersten April und lebt von den erzählenden Rückblicken, die uns in die Knausgård -Welt tragen und den Leser intensiv an seinem Leben, Gefühlen und Denken teilhaben lassen.

Meine Meinung:
Ich bin süchtig.... nach Knausgård ... nach seinem Leben, was in diesem Buch leider nicht die heile Familienwelt ist, sondern einen quasi allein erziehenden Vater betrachtet, der alles versucht, jedem gerecht zu werden, vor allem seinen Kindern, denn seine Frau leidet an Depressionen und ist in einer Klinik, kann sich nicht um das Neugeborene, dem Knausgård auch dieses Buch geschrieben hat, kümmern. Heute wissen wir, dass diese Ehe geschieden ist, sie es nicht geschafft haben, aber im Frühling versucht Knausgård alles, das Bild der Familie aufrecht zu halten, zwischen Wäsche, Brötchen, Strand, Toilette, Zigarette, Windel, Flasche, Schulbuch, Handy und vielem mehr.
Ich bin begeistert und doch gleichzeitig fast geschockt, über die ehrlich, intime Beschreibung, ja fast Beichte, die Knausgård hier ablegt und uns in sein Haus führt. Noch mehr geht fast nicht und ich möchte ihn in den Arm nehmen und sagen, du machst alles richtig, ein guter Vater, ein besonderer Ehemann und vor allem ein grandioser Autor.

Fazit:
Würde gerne weiter lesen, den Sommer, der hoffentlich ruhig und erlösend die Familie begleitet, doch ich muss warten.... ein wenig... sacken lassen....
Ich bin ein großer Fan von Karl Ove Knausgård.

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Karlchen

Thomas Matiszik
Flexibler Einband: 242 Seiten
Erschienen bei OCM, 22.08.2016
ISBN 9783942672474
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Rund ums Buch:
Titel: Karlchen – Modrichs erster Fall
Autor: Thomas Matiszik
Verlag: OCM GmbH Dortmund
Buch: Taschenbuch
Seiten: 241
Erschienen: September 2016
ISBN: 978-3-942 672474
Preis: 11,90 €

Inhalt:
Kommissar Peer Modrich muss sich auf die Jagd nach „Karlchen“ machen, der anscheinend wieder zugeschlagen hat, denn als ein Mädchen vermisst wird, deutet alles auf den bekannten Täter hin. Nur mit Hilfe seiner Kollegin Guddi schafft Peer Schlimmstes zu verhindern, doch es geschehen furchtbare Taten und sie müssen sich sputen um Karl Ressler endlich auszuschalten.

Meine Meinung:
Thomas Matiszik hat mit Karlchen einen spannenden und gelungenen Auftakt einer Krimireihe geschrieben, der mir gut gefallen hat. Karl Ressler „Karlchen“ ist ein kranker Kopf, der irgendwann lieber wieder morden möchte, anstatt seine Tabletten zu schlucken und er sammelt Haare, ist ein großer Bee-Gees Fan und seine Schwester die erste, die er informiert, nachdem er wieder zugeschlagen hat.
Die Story eilt nur so durch die kurzen Kapitel und spielt mit verschiedenen Figuren, die miteinander verwoben sind. Man muss aufpassen, dass man nicht durcheinander kommt, doch löst sich nachher alles irgendwie auf.
Kommissar Peer Modrich ist für mich nicht wirklich der Sympathieträger, mal davon abgesehen, dass er sich gerne nachts mit Mädels austobt und den „tollen Hecht“ raushängen lässt, hat er die sehr seltene Krankheit Morbus Meulengracht , die dazu führt, dass Alkohol im Körper nicht richtig abgebaut werden kann und dieser nach wenig Konsum selbigem sich mit einem starken Kater bedankt. Trotzdem trinkt er immer mal gerne wieder einen und nur seine Kollegin Guddi gibt im den notwendigen „Tritt in den Hintern“, damit er sich aufrafft und sich auf die Spur von Karlchen macht. Weiterhin wird er immer wieder mit der Vergangenheit und seinem erfolgreichen Vater verglichen, was ihn nicht gerade zum fröhlichen Kollegen und vor allem nicht zum Lieblingsmitarbeiter seines Vorgesetzten macht.
Täter Karlchen wird sehr deutlich beschrieben, seine Kindheit und sein bisheriger Lebensweg in Rückblenden sehr detailliert ausgeführt, man kann ihn sich genau vorstellen und ist umso angespannter, wenn er wieder zuschlägt. Es ist nicht ganz ohne, denn immer, wenn Kinder in solchen Büchern eine Rolle, bzw. ein Opfer sind, muss ich mich sehr zusammenreißen...
Es spitzt sich alles sehr schnell zu und der Leser hofft nur noch, dass es irgendwie ein Ende findet, denn zu viel Blut fließt und Karlchen muss irgendwie aufgehalten werden... was zum Schluß für mich ein klitzekleines bisschen konstruiert und ein wenig unrealistisch wirkt. Aber wie dem auch sei, die Geschichte ist rund und nach 240 Seiten ist man erst mal froh, dass Modrich den Fall mit Hilfe einiger Leute um sich herum lösen kann.

Fazit:
Ein guter Auftakt einer Krimireihe, die sicherlich noch steigerungsfähig ist. Sprachlich flüssig und gut lesbar freue ich mich auf den zweiten Teil von Kommissar Modrich und hoffe, dass auch Guddi wieder dabei ist.

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Tags: karlchen, thomas matiszik   (2)
 

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Sechs Koffer

Maxim Biller
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.08.2018
ISBN 9783462050868
Genre: Romane

Rezension:

Zu diesem Buch ist sicherlich schon genug geschrieben und geredet worden. Mir hat es gefallen, eine Familiengeschichte oder besser -tragödie, die leicht und unspektakulär daher kommt. Es war mein erster Biller, denn ich war bis dato nicht wirklich überzeugt von einem Autor, der mir nie positiv aufgefallen war, eher unsympathisch auf mich wirkte, was mich dann davor abgeschreckt hat, eines seiner Bücher zu lesen. Nun war die Neugier durch die Longlist des Buchpreises groß und wurde größer, als dass das Buch nun auch auf der Shortlist steht. Es gefällt, ist aber nicht mein Favorit für den Preis, aber wer mich nun ein wenig kennt, weiß, wem ich den Buchpreis sicherlich von Herzen wünsche.
Zurück zum Buch: Es geht um mehr als hundert Jahre Familiengeschichte, es geht um die Hinrichtung des Großvaters des Erzählers und um all die Verwandten, die glauben, dass einer aus ihrer Familie den Großvater verraten hat und damit sein Lebensende besiegelt hat. Der Facettenreichtum der einzelnen Personen wird in einer leichten Sprache dem Leser nahe gebracht und die Personen sind verdächtig und dann auch wieder nicht, leben überall und verwirren mit ihren Lebensgeschichten, die sich dann auflösen. Bis zum Ende ist der Erzähler auf der Suche und wir erfahren vielseitige geschichtliche Verstrickungen der Familie... und warum wer was getan hat.
Ein gutes Buch, und vielleicht auch nicht mein letzter Biller. 

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Tags: maxim biller, sechs koffer   (2)
 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Noch war es Nacht

Antonella Lattanzi , Margit Knapp
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 21.08.2018
ISBN 9783463406992
Genre: Romane

Rezension:

Rund ums Buch:
Titel: Noch war es Nacht
Autorin: Antonella Lattanzi
Verlag: Rowohlt
Buch: Gebundene Ausgabe / Lesebändchen
Seiten: 285
Erschienen: 21.08.2018
ISBN: 978-3-463 406992
Preis: 20,00 €

Cover:
Ein sehr ansprechendes Cover, die Schulter einer Frau, die ihr Gesicht wegdreht. Ein rotes, ausgeschnittenes Kleid....das auf schwarzem Hintergrund.... man denkt an Verführung...

Inhalt:
Mara möchte zu ihrem dritten Geburtstag ihren Vater Vito dabei haben, den Vater, der nicht mehr bei ihr, und ihren beiden älteren Geschwistern Rosa und Nicola wohnt... der Vater, der die Mutter Carla schlägt und sich nicht unter Kontrolle hat. Carla macht alles möglich, damit der Geburtstag ein schöner Tag wird, in der Wohnung ihres Bruders, ein neutraleres Umfeld. Doch am nächsten Tag ist Vito spurlos verschwunden.

Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich sehr tief berührt. Wie würde ich reagieren, was würde ich machen, wenn ich jemanden lieben würde, der sich nicht unter Kontrolle hat und mich schlägt, mich erniedrigt? Niemals hat er Hand an die Kinder gelegt, niemals würde er diesen etwas antun, doch ein falsches Wort, und ich spüre seine Hand. Ich würde durchdrehen, aber ich würde vor allem reden, mit anderen Menschen und Anzeige erstatten. Aber in dieser Geschichte ist es anders, in der römischen Vorstadt, in der Carla abhängig von Vito ist, von seinem Geld und seinen Launen, und: sie liebt ihn. Ja, diese Abhängigkeit und Liebe wird ihr zum Verhängnis.
Das Buch behandelt das Thema häusliche Gewalt auf eine sehr subtile Art, dass man es fast ausklammern kann, denn auf der anderen Seite ist es auch ein Krimi, bei dem es um die Suche des verschwundenen Vito geht. Die Geschichte ist unglaublich emotional und fesselt den Leser immer wieder an die Frage: was hätte ich gemacht? Wir würde ich handeln? Und was empfinden die Kinder, die ihre Mutter leiden sehen, immer wenn der Vater sie schlug, die aber einen Vater vermissen, der ein Guter für sie war und der nun verschwunden ist.
„Rosa war unentschlossen, ob sie weiterhin auf die Geräusche der beiden hören oder sich auch Kopfhörer aufsetzen sollte. Jener Vater, der alles kurz und klein schlug und der auch die Mutter schlug, schien ihr nicht der gleiche Vater zu sein, der seit nunmehr fünf Tagen vermisst wurde. Der Vater, um den sie sich so sehr sorgte, ein wehrloser, herzensguter, verschwundener Vater.“ (Seiter 72)

Und man findet Vito, das kann man hier vorwegnehmen, es ist absehbar, auf einer Müllhalde tot und schnell wird Carla als Mörderin ins Gefängnis verbannt. Die Qual, die sie ertragen muss, ihre Kinder nicht sehen zu können, die bei ihrer Schwiegermutter sind und dort beeinflusst werden... ich habe so mitgelitten. Ich konnte den Schmerz von Carla spüren....
Und dann wird der Fall groß aufgezogen, im TV, gerichtlich verhandelt und man ist baff über die Ruhe und gelebte Ausweglosigkeit, die Carla rüber bringt... und doch passieren Dinge, mit denen man nicht rechnet.

Fazit:
Ein Buch, was den Leser fragen lässt, ob die Protagonistin Opfer oder Täter ist.... diese Frage muss sich jeder selbst beantworten. Und die Debatte bleibt: häusliche Gewalt ist ein Thema, was viel zu wenig diskutiert und vor allem die Beweggründe geklärt werden und was Abhängigkeit, Liebe und der Wunsch nach der perfekten Familie mit Menschen machen kann. 

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Cosi fan tutte

Alan Bennett , Brigitte Heinrich
Fester Einband: 120 Seiten
Erschienen bei Wagenbach, K, 25.02.2003
ISBN 9783803112132
Genre: Romane

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Einatmen, Ausatmen

Natasa Dragnic
Fester Einband: 247 Seiten
Erschienen bei ars vivendi, 08.08.2017
ISBN 9783869137193
Genre: Romane

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Den Vater töten

Amélie Nothomb , Brigitte Große
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.07.2013
ISBN 9783257242492
Genre: Romane

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Winterreise

Amélie Nothomb
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 25.01.2011
ISBN 9783257067781
Genre: Romane

Rezension:  
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86 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

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Der Professor

Amélie Nothomb , Wolfgang Krege
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 25.07.1997
ISBN 9783257229684
Genre: Romane

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90 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

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Die Hochhausspringerin

Julia von Lucadou
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, 23.07.2018
ISBN 9783446260399
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Rund ums Buch:
Titel: Die Hochhausspringerin
Autorin: Julia von Lucadou
Verlag: Hanser Berlin
Buch: Gebundene Ausgabe / farbiges Vorsatzpapier
Seiten: 284
Erschienen: 23.07.2018
ISBN: 978-3-446-26039-9
Preis: 19,00 €

Cover:
Passender geht es nicht! Ansprechend, mutig, thematisch treffend und von den Farben ganz großes Kino!

Inhalt:
Die Welt in der sie leben ist sauber, alles muss messbar und erklärbar sein, denn sie werden 24 Stunden überall beobachtet und gecheckt: Riva, der Star, den alle lieben und die sich von Häusern in ihrem FlysuitTM stürzt und die dann ausbricht, weil sie sich dem System nicht mehr beugen möchte, ihr eigenes, selbstbestimmtes Leben führen möchte, und Hitomi, die Psychologin, die ihr aus der Krise helfen soll und die alles tut... und auf einmal Gefühle in dieser effizienten Welt zeigt.

Meine Meinung:
Der Duden sagt: Dystopie = Gegenbildung zu: utopia (Utopie) (Literaturwissenschaft) fiktionale, in der Zukunft spielende Erzählung o. Ä. mit negativem Ausgang.
Ich habe schon ein paar Dystopien gelesen, weniger gute, mehr schlechte, doch das Buch von Julia von Lucadou hat mich schnell eines Besseren belehrt, dass Dystopien auch wachrütteln können und wirklich richtig gut sein können, so gut, dass ich mir dieses Buch als Film vorstellen kann. Das arbeitete sich schnell beim Lesen raus, die Bilder liefen vor meinen Augen und als ich am Montag bei der Lesung der Autorin in der Buchhandlung Müller und Böhm im Heinrich Heine Haus in Düsseldorf war, kam der Moderator Philip Holstein auch auf das Thema, was zeigt, dass sich die Geschichte wirklich filmisch umsetzen lässt und beim Leser unglaublich ernsthafte und direkte Bilder projiziert.
Julia von Lucadou spricht offen über die immer mehr in unser Leben greifende Digitalisierung, die zur Abhörung und Lenkung führt. Die uns machtlos macht, was unsere Daten angeht und wir uns schützen müssen...aber das WIE können wir momentan auch nicht beantworten. So kam es auch zu dem Buch, als sie sich immer mehr dem Thema Datenverfügbarkeit, - klau und – Verwertung und soziale Medien befasste.
Es war ein aufregender Abend, denn das Buch sucht momentan seinesgleichen in diesem Genre und die Autorin kann nicht nur brilliant schreiben, denn ihre Sprache ist so glatt und eben, scheinend, der Story angemessen, sie liest auch so unglaublich gut.

Fazit:
Ein sagenhaft gutes Debüt und ich hätte gerne noch länger mit Julia von Lucadou und ihrer gewinnenden Art geplaudert. 

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