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Einer muss es machen

Ralph Schmid
Fester Einband: 316 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 31.07.2018
ISBN 9783752840940
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Cover:
Gelungenes Cover: rote, ich möchte sagen, Blutspritzer, auf weißem Hintergrund.

Inhalt:
Teo hat seine Schwester auf brutalste Weise verloren. Der Lehrer und Familienvater kann diesen Verlust nicht verkraften. Rainer Maier, leitender Ermittler beim LKA für Menschenhandel, Zwangsprostitution und Kinderpornografie kümmert sich um die ganz schweren Fälle und ist mit der Realität, dass die Justiz nicht immer nach seinen Vorstellungen entscheidet, mehr als unzufrieden und wird so zum quasi Partner von Teo, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Vergewaltiger auszulöschen. Kontakte bekommt er von seinem Freund Rainer.

Meine Meinung:
Ralph Schmid hat mit „Einer muss es machen“ einen sehr schnellen, intensiven und heftigen Politischen Thriller geschrieben, der nichts vertuscht oder beschönigt. Das Thema Zwangsprostitution wird ausführlich zum Kern der Geschichte und die politischen Machenschaften, die hinter vielen Entscheidungen stehen, werden hier sehr deutlich dargestellt. Korruption vom Feinsten und man geht im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen.
Das Buch lässt den Leser nicht kalt und man möchte wissen, wie es weiter geht, bzw. aus. An einer Stelle allerdings musste ich doch eine Pause machen, denn die Brisanz und Schwere einer Szene hat mich doch zum Nachdenken gebracht. Nachgefragt beim Autor, kann ich die Beweggründe der doch so krassen Beschreibung nachvollziehen, denn jedes vermisste Kind ist eines zu viel. Jede zur Prostitution gezwungene Frau ist eine zu viel.
Die Story ist rund und lässt zum Schluss auf eine Reihe hoffen, denn Protagonist Rainer Maier stellt hier sicherlich eine gute Person für eine Fortsetzung dar.

Fazit:
Ein Thriller, der es in sich hat. Absolut zu empfehlen, doch nichts für zart besaitete Leser!

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Tags: einer muss es machen, politthriller, ralph schmid   (3)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

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Nonna

Thomas de Padova
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin, 29.01.2018
ISBN 9783446258570
Genre: Biografien

Rezension:

Rund ums Buch:
Titel: Nonna
Autor: Thomas de Padova
Verlag: Hanser Berlin
Buch: Fester Einband
Seiten: 176
Erschienen: 29.01.2018
ISBN: 978-3-446-25857-0
Preis: 18,00 €

Cover:
Ein Hauch von Süden, zwei Feigen auf einem alten, braunen Holzstuhl, dessen Schatten sich auf dem Steinboden wieder findet. Es fühlt sich warm an.

Inhalt:
Thomas de Padova verbringt die Sommer von Kindesbeinen an in Mattinata, einem kleinen apulischen Dorf. Auch jetzt, erwachsen, studierter Physiker und Astronom, verbringt er zwei Wochen dort mit Seiner Nonna, die immer geblieben ist, in dem Dorf, aus dem alle Männer, sein Vater, Großvater und Urgroßvater irgendwann aufbrachen, um in der Welt neu anzufangen. Und er erfährt in dieser Zeit die Geschichte seiner Familie; seine Nonna erzählt.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist nicht nur die Familiengeschichte verschiedener Generationen des Autors sondern es ist auch eine Liebeserklärung an Apulien, an die Olivenhaine und Lavendeldüfte, an die frischen Tomaten und die Berge, von denen man aufs Meer blickt und in die Weite schaut. Gleichzeitig ist es ein Buch über die Migration in Zeiten von Krieg und Aufschwung, von der „Neuen Welt“, die für viele das gelobte Land war und die irgendwann zurückkehrten, in ihre Dörfer und Heimat.

Ich habe das Buch an einem Abend durchgelesen, verschlungen, inhaliert. Thomas de Padova schreibt so bildhaft und trotzdem klar, man sitzt mit ihm in der kleinen Stube, die die Nonna nicht mehr verlässt, sieht sie dort mit ihren schwarzen Wollstrümpfen und schwarzer Kleidung den Sommer verbringen, betend, schweigend, ein jeder Tag gleicht dem anderen. Sie hat sich nicht der Welt angepasst, besitzt keinen Kühlschrank, die Telefonrechnung ist zu teuer und eigentlich weiß sie gar nicht, was ihr Enkel so macht. Und trotzdem schließt man sie so ins Herz, die Nonna, die unglaublich viel durchgemacht hat und die irgendwann anfängt, weil er wissen möchte, warum sie den Nonno überhaupt geheiratet hat, zu erzählen.
„Meine Nonna stellt keine Fragen. Sie hat meine Besuche nie als Gelegenheit wahrgenommen, etwas über mein Leben in Deutschland zu erfahren. Sobald ich mir im schummrigen Licht ihrer Wohnung einen ihrer winzigen Stühle zurechtgerückt habe, so niedrig, dass ich die Beine weit nach vorne ausstrecken muss, ergreift sie das Wort und ich bin Zuhörer.“ (Seite 46)
Und mit jeder weiteren Erinnerung von ihr erfahren wir die Geschichte ihrer Kindheit, ihrer Jugend und ihres Lebens und können verstehen, warum Thomas de Padova sich jedes Jahr wieder auf den Weg macht, seine Nonna zu besuchen.
„Früher machte sie die pasta selbst, rollte einen frischen Teig mit dem Nudelholz aus, schnitt von langen Würsten kleine Scheibchen ab, ciuciulicchie genannt, die sie mit Zeige- und Mittelfinger über eine Messerspitze rollte. So entstanden orecchiette, die Ohrmüschelchen, im Dialekt li reccietelle, zu denen sie Brokkoli und Sardellen auftischte.“ (Seite 31)
Thomas de Padova schreibt so voller Leidenschaft und Liebe über seine Nonna, man möchte mit dabei sein, wenn er ihr hilft, für sie einkaufen geht, denn nun werden Nudeln im Vorrat angelegt und er geht zur Bank, stellt keine Fragen, denn die Nonna weiß genau, was sie will und er respektiert das.

Fazit:
Ich hätte noch hunderte Seiten weiterlesen können, über Italien, über die Geschichte der Familie, über Nonna.

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Tags: nonna   (1)
 

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68 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

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Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt

Peter Stamm
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 22.02.2018
ISBN 9783103972597
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: peter stamm   (1)
 

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161 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 109 Rezensionen

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Und damit fing es an

Rose Tremain , Christel Dormagen
Fester Einband: 333 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 08.08.2016
ISBN 9783458176848
Genre: Romane

Rezension:

Rund ums Buch:
Titel: Und damit fing es an
Autorin: Rose Tremain
Verlag: Insel
Buch: Taschenbuch
Seiten: 330
Erschienen: 08.08.2016
ISBN: 978-3-458-36315-6
Preis: 11,00 €

Cover:
Zweit Schlittschuhlaufende Jungs... ein schöner Link zum Inhalt.

Inhalt:
Gustav wächst in den 40er Jahren mit seiner Mutter in ärmlichen Verhältnissen in einem kleinen Schweizer Ort auf, hilft seiner Mutter, die Kirche zu putzen und lernt eines Tages den gleichaltrigen Anton in seiner Klasse kennen, einen Juden, aus gutem Elternhaus, der Klavier spielt und auch sonst ein gutes Leben führt. Die beiden freunden sich an, Antons Eltern nehmen Gustav am Wochenende mit zum Schlittschuhlaufen und zeigen ihm die schöne Seite des Lebens. Später verlässt Anton Matzlingen, um als Pianist zu arbeiten, Gustav führt ein Hotel. Es dauert, bis beide irgendwann wieder aufeinander treffen und merken, wie nahe sie sich stehen und immer gestanden haben. 


Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich in seiner ruhigen und feinen Erzählung sehr berührt. Es ist ein Buch über Freundschaft, Liebe, Verzeihen und dem immer währenden Wunsch einfach nur geliebt zu werden. Denn das möchte Gustav, der von seiner Mutter keine Nähe erfährt, die es nicht möchte, dass Gustav mit Anton so viel Zeit verbringt, denn ihr verstorbener Mann hat Juden geholfen und sich strafbar gemacht und dadurch alles verloren. Das macht Gustavs Mutter ihm zum Vorwurf und hadert mit ihrem Leben. Eine furchtbare Geschichte, aber Gustav schafft den Weg zum eigenen Hotel, arbeitet viel, doch immer allein.
Das Buch besteht aus drei Teilen, das mit dem Kennenlernen der beiden Jungen beginnt. Im zweiten Teil erfährt der Leser dann, warum Gustavs Mutter so negativ und verhärmt ist. Man erfährt die Geschichte über ihr Kennenlernen mit Gustavs Vater und die Ereignisse des Krieges. Im dritten Teil sind Gustav und Anton Männer um die 50 und treffen nach vielen Umwegen wieder aufeinander.
Mit unglaublich viel Gefühl beschreibt die Autorin die Einsamkeit und Sehnsucht von Gustav und auf der anderen Seite das spätere Leben von Anton. Die Diskrepanzen der beiden, und immer wieder wird das Leid deutlich, die Schwere ihrer beider Leben und die Suche nach Glück, bis sie es endlich doch finden und der Leser zu Tränen gerührt ist.

Fazit:
Rose Tremain nimmt den Leser mit, das späte Glück zu erkennen und sich nicht aufzugeben sondern immer weiter zu machen.  

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Tags: rose tremain, und damit fing es an   (2)
 

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Hier ist noch alles möglich

Gianna Molinari
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 13.07.2018
ISBN 9783351037390
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

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Burgkinder

J. R. Bechtle
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Frankfurter Verlagsanstalt, 12.03.2018
ISBN 9783627002503
Genre: Romane

Rezension:

Rund ums Buch:
Titel: Burgkinder
Autor: J.R. Bechtle
Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt
Buch: Hardcover
Seiten: 474
ISBN: 978-3-627-00250-3
Preis: 24,00 €

Cover:
Eine Burg... passend zum Inhalt ist das Cover gut getroffen.

Inhalt:
Kurz bevor die Amerikaner seine Burg 1945 als Lazarett nutzen, stirbt der erfolgreiche Autor Hermann Fürst. Er hinterlässt drei Söhne und eine Tochter, deren Geschichten und die anderer Menschen, denen die Burg Lebensmittelpunkt war, dieses Buch vom Kriegsende bis zur Jahrtausendwende, von Rheintal bis hin zum Silicon Valley umspannt.

Meine Meinung:
Ein wahrer Pageturner- eine Mischung aus Buddenbrooks und Denver Clan! Ich habe dieses Buch wirklich verschlungen. Die Kriegswirren, die Familienbande, die Schicksale der einzelnen Menschen wie die Vergangenheit einen bestimmt und wie schwer es ist und für andere wiederum so einfach, einen Neubeginn zu schaffen. Die deutsche Familie Fürst, die jüdisch-amerikanische Familie Wiseman, deren erste Begegnung 1945 in den Kriegswirren den Leser mitreißt, treffen in den kommenden 60 Jahren bis zur Jahrtausendwende immer wieder aufeinander... und lernen sich kennen, lieben, hassen. Alle Register großer Gefühle werden hier gezogen und der Autor schafft das in packender Beschreibung, vor allem da auch reale Namen, Firmen und geschichtliche Begebenheiten die Story sehr glaubwürdig abrunden. Gut recherchiert und geschichtlich sehr interessant auch nochmal auf die Anfänge des Silicon Valley zurück zu schauen... Vielleicht steckt auch ein wenig eigene Familiengeschichte in dem Roman, denn der Großvater des Autors war der Anfang des 20. Jahrhunderts sehr erfolgreiche Schriftsteller Rudolf Herzog. Der Autor weiß, wovon er schreibt und ich hatte echtes Kopfkino und fände dieses Buch eine großartige Vorlage für einen Film.

Fazit:
Eine große Familiensaga, die 2018 fesselnder nicht sein könnte! 

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Tags: burgkinder, j.r. bechtle   (2)
 

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Marlena

Julie Buntin , Eva Bonné
Fester Einband
Erschienen bei Eichborn , 21.07.2017
ISBN 9783847900276
Genre: Romane

Rezension:

Rund ums Buch:

Titel: Marlena
Autorin: Julie Buntin
Verlag: Eichborn
Buch: Hardcover
Seiten: 366
ISBN: 978-3-8479-0027-6
Preis: 22,00 €

Cover:

Ein viel zu sanftes Cover für diese erdrückende Geschichte. Es kommt überhaupt nicht rüber, was wir in dem Buch lesen werden. Ich würde an eine Liebesgeschichte denken, wenn ich nur das Cover und den Titel betrachten würde.

Inhalt:
Cat möchte gefallen und zwar Marlena, den Mädchen, was nun nebenan wohnt, als Cat mit ihrem Bruder und ihrer Mutter nach Northern Michigan in die schlichte Siedlung gezogen ist, um von ihrem Vater die nötige Distanz zu bekommen. Marlena lebt mit ihrem kleinen Bruder Sal und Vater in einem Schuppen, der Vater kocht Crystal Meth und der kleine Sal ist verwahrlost. Cat ist glücklich, hat endlich eine Freundin und verliert sich mit dieser, die den Drogen komplett verfallen ist, in eine Welt der Abhängigkeit.

Meine Meinung:
Das Buch hat mich sehr mitgenommen, betroffen gemacht und trotzdem finde ich es gut. Es ist ein Spiegel der amerikanischen Kleinbürgerlichkeit, ein Zeitzeuge des Arm und Reich im Mittleren Westen der USA und ein Versuch, die Leben der Mädchen dort oben, wo die Winter lang und die Drogen leicht erhältlich sind, dem Leser näher zu bringen. Und Julie Buntin gelingt das auf eine sehr besondere Weise, denn es ist kein trashiges Roaddingsda, kein Abklatsch der vielen Geschichten verlorener Amerikaner sondern es ist ein sehr emotional angreifendes Buch, was mit schöner Sprache, auch wenn wir es mit Teenagern und der Sinnlosigkeit ihrer Leben zu tun haben, den Leser mitnimmt und fühlen lässt. Fühlen lässt, wie die Mädchen ihre Familie vermissen, beide haben keine richtige Familie mehr, denn bei Cat ist der Vater abgehauen, bei Marlene die Mutter verschwunden. Beide kämpfen sich durch die Schule, meistens schwänzen sie, um sich lieber mit Drogen vollzupumpen und stark zu fühlen. Und beide hängen ihren verlorenen Eltern nach, idealisieren sie, bis sie eines Tages eines Besseren belehrt werden.
„Als meine Eltern sich trennten, war mein Vater – ein beschürzter French-Toast-Koch, Schneeschuhträger, Scotchtrinker, Red-Wings-Fan und begnadeter Fänger, Umarmer und In-die-Luft-Werfer, bewundert von meiner Freundin Haesung, verachtet von meinem großen Bruder James und angebetet von mir – trotz gegenteiliger Beteuerungen schon lange nicht mehr stellvertretender Filialleiter bei Foodtown. Ihm war ungefähr vier Monate zuvor gekündigt worden. Zwar verließ er weiterhin morgens um acht das Haus, von Montag bis Freitag, doch er fuhr nicht zur Arbeit. Nach allem, was ich in Erfahrung bringen konnte, verbrachte er seine Tage im Bett von Becky, einer Kellnerin Mitte zwanzig, mit der er jetzt zusammenlebt. Die Scheidung meiner Eltern war unangenehm, aber überraschend kam sich nicht.“ (Seite 39)
Die Geschichte springt zwischen heute in New York, 20 Jahre später, als Cat erfolgreich und verheiratet ist, und sich mit Sal treffen wird, Marlenes kleinem Bruder, der mit ihr sprechen möchte. Cat ist immernoch abhängig, versucht sich dagegen zu wehren, es zu vertuschen.... Kurze Einblicke in das Jetzt wechseln sich mit der eigentlichen Geschichte von Marlena, von der wir ganz zu Beginn auch erfahren, dass sie tot ist, ab und erzählen, wie es war, mit ihr, der doch so verletzlichen und nach Zuwendung suchenden Marlena.
Auch, wenn wir es hier mit einer tristen, zukunftslosen Teenagerzeit zu tun haben, lesen wir auch wunderbare Abschnitte, in denen die Autorin die beiden Mädchen in eine für sie perfekte Welt schreibt. Die kleinen Momente, die beide so genießen.
„Eine beste Freundin ist etwas Magisches. Als hätte man einen Baumstumpf gefunden, in dem sich das Wasser des ewigen Lebens sammelt, oder als stünde man vor dem Kleiderschrank und im nächsten Moment in einem verschneiten Wald oder auf einer Weide voll grasender Einhörner. Nichts von dieser Freundschaft war für mich selbstverständlich, zu seltsam waren die Zufälle und zu leidenschaftlich die gesagten und die gedachten Schwüre, die zu ihrem Erhalt notwendig waren.“ (Seite 131)
Für mich ist dieses Buch noch besonders wertvoll, denn ich habe in den 90ern über ein Jahr in Michigan gelebt, kenne die Orte, kenne das Leben von damals dort und verstehe – auch wenn ich in den reichen Vororten gewohnt habe und die Trailerparks weit weg waren – wie es wohl war, damals für Cat, in dem Jahr mit Marlena.

Fazit:
Kein Buch für schwache Seelen, für jemanden, der ein Happy End sucht. Aber ein ehrlicher Spiegel auf die USA.... sehr ehrlich! 

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Tags: julie buntin, marlena   (2)
 

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Regenlichter

C. Greene
Flexibler Einband: 152 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 17.07.2018
ISBN 9783752878264
Genre: Romane

Rezension:

Rund ums Buch:
Titel: Regenlichter
Autorin: C. Greene
Verlag: BoD
Buch: Taschenbuch
Seiten: 136
ISBN: 978-3-752-87826-4
Preis: 6,99 €

Inhalt:
Neun Kurzgeschichten „Für abends. Für morgens. Für zwischendurch.“ (Das sagt der Buchrücken....)

Meine Meinung:
Leider hat mich das Buch überhaupt nicht überzeugt. Ich war bei einigen Geschichten drauf und dran, das Buch weg zu legen, eine Geschichte habe ich nach ein paar Absätzen abgebrochen. Die Idee von drei von neun  Stories ist gut, ganz nett umgesetzt, aber nimmt mich nicht wirklich mit. Wir erleben Märchen neu geschrieben, Science Fiction in Kurzform und Fantasy in absurder Erscheinung. Nur die letzte Geschichte, auch hier eine etwas realitätsfremde story, hat mich aber trotzdem nochmal etwas mit dem Buch versöhnt. Leider, und es tut mir leid, kann ich hier keine abschließend gute Bewertung geben, denn das Buch hat mich enttäuscht, obwohl ich ein großer Fan von Kurzgeschichten bin, gerade weil man sie so zwischendurch lesen kann. Hier wollte ich einfach nur das Buch beenden. Und der eigentlich schöne Titel steht in keinem Bezug zu den Geschichten.

Fazit:
Schade, aber von mir gibt es nur 2 von 5 Sternen.

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Tags: c. greene, kurzgeschichten, regenlichte4r   (3)
 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Das Echo dieser Tage

Kristin Marja Baldursdottir , Tina Flecken
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 25.04.2018
ISBN 9783810530424
Genre: Romane

Rezension:

Rund ums Buch:
Titel: Das Echo dieser Tage
Autorin: Kristin Marja Baldursdóttir
Verlag: Krüger
Buch: Hardcover
Seiten: 383
ISBN: 978-3-8105-3042-4
Preis: 19,99 €

Cover:
Ein wunderschön ansprechendes Cover in Vanille und mit Blumen in gedeckten Farben. Komischerweise muss ich immer bei Gelb an Island denken, somit passt das Cover für mich wunderbar zum Buch.

Inhalt:
Flora, ein wenig gebeutelt, dass ihr Mann sie betrogen und ihr Arbeitgeber sie rausgeschmissen hat, bekommt das Angebot, in den Westfjorden ein Haus zu streichen und auf Vordermann zu bringen. Da die Kinder aus dem Haus sind, ihre kleine Wohnung in Reykjavik sie nicht wirklich hält, sagt sie schnell zu und macht sich auf den Weg in den harten Winter der Fjorde. Bald trifft sie auf die Organistin Petra sowie drei weitere Frauen, die in der örtlichen Fischfabrik arbeiten und sie gründen einen Chor. Jede hat ihre Geschichte und gemeinsam beginnen sie, sich ihrem Leben und was es für sie bereit hält zu stellen. 


Meine Meinung:
Dies war mein erstes Buch der Autorin, mit Sicherheit aber nicht das letzte, denn nicht nur die wunderbaren Beschreibungen der kargen Winterlandschaft Islands und deren Erwachen im Frühling, sondern auch die ruhige Sprache, die sich über 380 Seiten durch das Buch zieht, ist entzückend und niemals langweilig.
Die Geschichte wird aus Sicht von Flora erzählt, die sich aufmacht, ausbricht, versucht neu anzufangen, im Ansatz erst einmal für ein paar Wochen. Daraus werden dann 9 Monate die gespickt sind von weiblicher Intuition, Vorurteilen, Musik, Isländischen Gepflogenheiten, Naturgewalten und immer wieder den Selbstzweifeln einer Frau, die eigentlich mit erhobenem Haupt durchs Leben laufen sollte. „ Es war höchste Zeit gewesen, denn der Schnee war in der Nacht so festgefroren, dass meine Schultern und Handgelenke schon nach wenigen Minuten schmerzten. Als ich eine Pause einlegte, mich auf die Schaufel stützte und in den Schneedunst blickte, wurde mir die Absurdität der Situation bewusst. Was machte ich hier eigentlich? Alleine in den Westfjorden, um ein Haus zu streichen und Schnee zu schippen? Eine Frau, die ihre ganzes Leben lang gearbeitet und Steuern bezahlt hatte, die in jeglicher Hinsicht eine vorbildliche Staatsbürgerin gewesen war und aufgrund ihrer Stellung und ihres Alters ein komfortables Leben hätte führen sollen – was machte die hier? Die Absurdität verlangte nach einer Diagnose, so wie jede andere Krankheit auch. Obwohl ich es eigentlich gar nicht wollte, rief ich mir den Vorfall ins Gedächtnis, oder vielleicht war es die andere Frau in mir, die das machte.“ (Seite 13)

Die leisen Beschreibungen der Frauen, die gemeinsam anfangen Musik zu machen, sind so tiefgründig und ehrlich und erstaunlich ist, dass man schnell erkennt, dass viel mehr dahinter steckt, denn die Frauen sind nicht einfach die „Ausländerinnen“, die in der Fischfabrik arbeiten. Nein, als Flora sich ihnen öffnet um ihnen die Sprache näher zu bringen, erfahren wir über die Leben der Frauen, die so ganz anders sind, als man sich das vorgestellt hat und damit auch direkt in ein anderes Licht gestellt werden. Und hier erkennt auch der Leser seine eigenen Vorurteile..... (mir ist es zumindest so gegangen und ich musste wirklich an mich halten, habe wieder sehr viel gelernt).
„Anias Geschichte war eine der traurigsten, die ich je gehört hatte. Meine Kündigung und meine Arbeitslosigkeit waren lächerlich im Vergleich zu der grausamen Tatsache, dass eine Opernsängerin aus dem alten Europa tagein, tagaus in Gummistiefeln isländischen Fisch filetierte.“ (Seite 120)
Und das lernt Flora auch, sie lehnt sich auf, wird manchmal laut, sagt ihre Meinung, kämpft für den Chor und hadert nicht mehr mit ihrem Schicksal, denn das Leben hat immer noch so viel zu bieten und sie kann so viel geben. Sie wird aktiv und ist Bezugspunkt für die Frauen und das ist, obwohl viel passiert, immer und trotzdem sehr ruhig beschrieben.
Die Geschichte nimmt ihren musikalischen Lauf und selbstverständlich gibt es viele Hürden zu meisten, bevor der Chor erfolgreich auftreten kann.... und mehr wird jetzt nicht verraten.

Fazit:
„In jedes Menschen Gesichte steht seine Geschichte“ das steht auf Seite 171 und ich glaube, wir alle kennen das, wenn wir morgens in unser Spiegelbild schauen. Aber wir sehen es nicht, wenn wir in die Gesichter anderer blicken, wir sehen nicht, was in ihnen vorgeht, was sie erlebt haben und was sie bewegt. Und genau das bringt uns dieses Buch näher, hinter die Gesichter zu schauen und die Menschen kennen zu lernen.
Ein Buch, was sehr menschlich ist und gerade in Zeiten wie diesen aufrüttelt, Vorurteile abzulegen und sich zu öffnen, seinem eigenen Leben und dem, der anderen.

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Tags: das echo dieser tage, island, kristin marja baldursdottir   (3)
 

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Biographie des Hungers

Amélie Nothomb , Brigitte Große
Flexibler Einband: 207 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 27.04.2010
ISBN 9783257240429
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

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34 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 5 Rezensionen

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Die Frau, die liebte

Janet Lewis , Susanne Höbel
Fester Einband: 136 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 29.03.2018
ISBN 9783423281553
Genre: Historische Romane

Rezension:

Rund ums Buch:
Titel: Die Frau, die liebte
Autor: Janet Lewis 
Verlag: dtv
Buch: Hardcover
Seiten: 133
ISBN: 978-3-423-28155-3
Preis: 18,00 €

Cover:
Ist es nicht unglaublich schön, in dem Türkis mit den Blüten im Hintergrund. Doch mit dem Inhalt des Buches hat es so gar nichts zu tun.

Inhalt:
Sie werden im Jahr 1539 im Alter von elf Jahren verheiratet. Sie gehen ihre eigenen Wege, bis sie später zusammen leben, auf dem Gut von Martins Eltern und Familie, einen gemeinsamen Sohn bekommen und Bertrande eine glückliche Frau ist. Bis ihr Mann sich eines Tages mit seinem Vater überwirft und verschwindet. Jahre später kommt er zurück, Bertrande merkt Veränderungen, liebt ihn mehr als zuvor aber zweifelt an ihm. Ist es wirklich ihr Martin? So beginnt eine gerichtliche Untersuchung und die Geschichte nimmt eine schreckliche Wendung.

Meine Meinung:
Basierend auf dem Buch "Famous Cases of Circumstancial Evidence" hat die Autorin Janet Lewis sich einem wahren und außergewöhnlichen Rechtsfall der französischen Geschichte gewidmet und diesen Roman 1941 veröffentlicht. Dies ist die deutsche Erstausgabe und nicht nur wegen des wunderschönen Covers mehr als empfehlenswert. Die Geschichte ist tiefgründig und kostbar, sprachlich hervorragend und erzählerisch so präzise, dass man mehr von Janet Lewis lesen möchte.
Ein sehr besonderes Buch, was die Widrigkeiten des sechzehnten Jahrhunderts nur zu deutlich beschreibt.
Ich kann es vollstens empfehlen und die 133 Seiten - mit einem sehr interessanten Nachwort von Judith Hermann - sind schnell verschlungen.

Fazit:
Eine tragische Geschichte, die so schön in Worte gefasst wurde. 

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Tags: die frau die liebte, janet lewis   (2)
 

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Unter der Haut

Gunnar Kaiser
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 01.03.2018
ISBN 9783827013750
Genre: Romane

Rezension:

Rund ums Buch:
Titel: Unter der Haut
Autor: Gunnar Kaiser
Verlag: berlin
Buch: Hardcover
Seiten: 518
ISBN: 978-3-8270-1375-0
Preis: 22,00 €

Cover:
Was für ein außergewöhnliches Cover! Im Umschlag ist der Titel geschnitten und wenn man ihn fortlegt, findet man ein sehr besonders gestaltetes Buch.... Ich nehme immer den Umschlag sofort ab, aber da hat mich das Buch diesmal wirklich erstaunt. Da hat man gestalterisch große Arbeit geleistet!

Inhalt:
Literaturstudent Jonathan lernt 1969 in New York den außergewöhnlichen und deutlich älteren Josef Eisenstein kennen, der ihn in die Kunst der Liebe, nicht nur zu den Büchern sondern auch zu den Mädchen einführt. Sie werden Freunde, trotz des Altersunterschiedes, verbringen viel Zeit auf der Suche nach Mädchen zusammen und Josef macht es ein Vergnügen seinem jungen Freund in seinem Atelier zuzuschauen, wie er sich mit diesen vergnügt. Doch irgendetwas stimmt nicht, fällt Jonathan auf und da ist sein Freund auch schon nicht mehr in seiner Nähe. Jahre später lösen sich einige Fragen auf.
Meine Meinung:
Dieses Buch hat mich von der ersten Seite an wie eine Klinge berührt, die leicht über meine Haut fährt mit einem gewissen Druck..... und mir über die mehr als 500 Seiten durchweg Gänsehaut verschafft. Die unterschwellige Spannung ist grandios in drei Erzählsträngen verflochten. 1969, die beiden ungleichen Männer lernen sich kennen und ein spezieller und für Jonathan unvergesslicher Sommer in New York nimmt seinen Lauf. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, als Josef Eisenstein geboren wird, und eine Kindheit einen Menschen prägt. Und dann 1990, als sich Jonathan auf den Weg macht, um die wahre Geschichte seines alten Freundes aus dem Sommer 1969 aufzudecken.
Gunnar Kaiser schafft eine so unglaubliche Atmosphäre, die in den verschiedenen Erzählsträngen durch die spezifische Sprache der Zeit und auch im Buch durch die unterschiedlichen Schriften deutlich gemacht wird.
Der junge Jonathan, der sich auf den deutlich älteren Josef einlässt, mit ihm Zeit verbringt und es auch zulässt, als dieser im dabei zuschaut, wie er mit Mädchen schläft, ist eine so unglaubliche Story, die aber in einer bildhaft schönen Sprache vermittelt wird, dass man die Staubkörnchen fliegen sieht, die von der Sonne, die durch die großen Fenster von Josefs Atelier hüpfen. Man riecht den Zigarrenrauch, den er hinterlässt, während die beiden sich den Büchern hingeben, durch die Seiten lesen und sie fühlen, jedes für sich eine einzigartige Geschichte.
„Und zwischendurch war da immer wieder der Duft von alten Büchern und Zigarren, den ich längst verschwunden wähnte, untergegangen in dem Übermaß an neuen, verwirrenden Reizen. “ (Seite 41) Was für eine Zeit der Freiheit, des Loslassens, die aufkommenden 70er.. hier war alles möglich.
Und dann ist da die Kindheit von Josef, die so lieblos war und die er intensiv erlebt, mit Büchern, die er sich zusammensucht.... die er stiehlt und sich eine eigene Welt schafft: „Auf seinem Feldzug wurde er zum Pilger, seine Offensive führte in alle Himmelsrichtungen, bis in die entlegensten Winkel der Stadt. Josef war ein Bücherwanderer, seine Besuche waren Wallfahrten, sein Jerusalem die Bücher.“ (Seite 174). Die geschichtsträchtigen Themen, die hier einfließen machen diesen Teil des Buches zu einem gut geformten Stück über den Krieg und das Schicksal vieler Juden.
Die Erzählung fällt hier plötzlich in die dritte Person. Man muss sich umstellen, denn der Beginn des Buches war aus Sicht von Jonathan geschrieben. Aber genau das, diese Perspektivenwechsel, die andere Sprache, der Zeit angemessen und beschreibend, macht das Buch so unglaublich besonders. Und immer wieder schwingt eine Spannung mit, die ich nicht beschreiben mag.
Denn es geht um so viel mehr: Die beschwingte Zeit von den beiden wird durchzogen von toten Frauen, die man (vorsicht Spoiler) gehäutet auffindet. Hier wird es nun zum Thriller.
Immer wieder sprenkelt der Autor aber auch so wunderbare Aussagen in einen Kontext, dass man zweimal lesen muss. Vor allem über Bücher, über Bucherstellung, über die Magie des geschriebenen Wortes:
„Ich denke, ich lese es nicht weiter.“
„Was? Du kannst doch ein Buch nicht einfach in der Mitte aufgeben,“
„Warum nicht?“
„Es braucht uns. Ein Buch ist auf seine Leser angewiesen, um am Leben zu bleiben. Wenn du es nicht ausliest, tötest due es in der Mitte seines Lebenswegs.“ (Seite 436)
Und am Ende wollte ich nicht, dass es vorbei ist, so vorbei ist. Ich wollte immer weiter lesen.

Fazit:
Sicherlich ein Highlight 2018! Ich freue mich auf mehr von Gunnar Kaiser. 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

giorgio bassani

Die Brille mit dem Goldrand

Giorgio Bassani
Flexibler Einband
Erschienen bei Wagenbach, K, 27.04.2018
ISBN 9783803128034
Genre: Romane

Rezension:

Rund ums Buch:
Titel: Die Brille mit dem Goldrand
Autor: Giorgio Bassani
Verlag: Wagenbach
Buch: Taschenbuch
Seiten: 112
ISBN: 978-3803 128034
Preis: 10,00 €

Cover:
Das wunderbar gestaltete Cover aus der „blauen“ Reihe des Wagenbach Verlags, gefällt mir ausgesprochen gut. Sechs Bücher – dieses ist eines davon – deren Auftritt ins Auge springt. Vor allem durch die gelbe Kontrastfarbe, die ein Bild (Mann mit Brille, der aus einem Fenster schaut) und Titel sowie Autor darstellt. Für mich eine sehr gelungene Reihe.

Inhalt:
Der allseits beliebte Arzt Fadigati gerät in den Blickwinkel der Menschen des italienischen Ortes Ferrara, als er in der Zeit des aufkommenden Antisemitismus sich in einen jungen Mann verliebt und damit alle Sympathien für seine Mitmenschen verspielt. Erzählt wird das ganze aus der Sicht eines jüdischen Studenten, der aufmerksam diese Entwicklung beobachtet und verarbeitet.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist eine meisterhafte Darstellung, wie Menschen sich drehen und winden, mit der Masse mitlaufen, weil etwas nicht nach ihren Vorstellungen und Ansichten ist. Die ehrwürdige Gesellschaft sieht den Arzt, der alle behandelt, keine Unterschiede bei seinen Patienten macht, als Mitglied ihrer Kreise und wundert sich nur, dass Fadigati nicht verheiratet ist. Als er sich jungen Studenten im täglichen Bahnverkehr nach Bologna öffnet und seine Vorliebe für das gleiche Geschlecht bekannt wird, ist das Bürgertum entsetzt und es beginnt eine bedrückende Abneigung, als der Arzt von seinem jungen Lover im Sommerurlaub an der Adria auch noch in aller Öffentlichkeit bloß gestellt wird. Das vermeintliche Opfer, immer geschätzt, ist nun der „Verstoßene“ und der Erzähler, jüdischer Student aus gutem Haus, schafft es, die Wirren und Leiden in einer tiefen und sehr mitreißenden Sprache darzustellen. Bassani, der Ich-Erzähler, hat das Buch bereits 1958 veröffentlicht und die Themen des Antisemitismus, Judentum und Homosexualität sind auf diesen wenigen Seiten unglaublich tiefgehend beschrieben. Doch die quasi Freundschaft, zwischen dem jüdischen Erzähler, der auch in diesen Zeiten Ablehnung und Verfolgung kennen lernt, und dem homosexuellen Arzt, der immer versucht, er selbst zu sein und nur Negativität erfährt, ist am Ende des Buches obsolet, denn wie man vermutet (Vorsicht Spoiler) ist die letzte Zeile des Buches „Doktor Fadigati ist tot“. Es ist nicht klar gesagt, aber man weiß es, dass er sich im Po umgebracht hat. 

Das Buch ist ein kleines, stilles und doch so tiefgehendes Werk, in schöner Form geschrieben und trotzdem lässt es den Leser bedrückt zurück, denn wir wissen alle, dass die Themen heute genauso aktuell sind und Bassini es schafft, den Zeigefinger zu erheben und Aufmerksamkeit zu fordern. Politisch und moralisch ein Buch unserer Zeit!

Fazit:
Ein ganz besonderes Buch aus der Vergangenheit, was mehr Aktualität besitzt, als es viele andere heute haben. Großartig! 

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139 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

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Ein Baum wächst in Brooklyn

Betty Smith , Eike Schönfeld
Fester Einband: 621 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 23.10.2017
ISBN 9783458177203
Genre: Klassiker

Rezension:

Rund ums Buch:
Titel: Ein Baum wächst in Brooklyn
Autor: Betty Smith
Verlag: Insel
Buch: Hardcover
Seiten: 622
ISBN: 978-3-458-17720-3
Preis: 25,00 €

Cover:
Einfach nur schön.... !

Inhalt:
Francie ist eine elfjährige Amerikanerin, die nach Leben giert, lernen will, Bücher zu ihrem Lebensinhalt werden, sie auf der Feuerleiter der kleinen Wohnung sitzt, liest und die Nachbarschaft beobachtet und sie sich aus den Wirren des neuen Jahrhunderts mit Worten retten will, denn so sehr sie ihre Familie liebt und sich geborgen fühlt, sie möchte schreiben.... und wir erleben sie erwachsen werden... 


Meine Meinung:
Dieses Buch steht für mich ganz allein, es muss auf einen Sockel gehoben werden. Es ist so unglaublich gut. Veröffentlicht 1943, ein Jahr darauf - berechtigt - für den Pulitzer Preis nominiert und nun neu übersetzt. Danke an den Insel Verlag für dieses wahnsinnig mitreissende Buch.
Es muss gar nicht gesagt werden, dass dieses Buch seit Erscheinen die Leser wirklich verzaubert. Es muss gar nicht gesagt werden, dass man beseelt ist, von diesem Mädchen, das nur einfach glücklich sein möchte und vor allem ihre Familie um sich haben möchte und diese glücklich sehen möchte. 

Francie, ihre Beobachtungsgabe, das Schauen, Denken, Träumen, wird so tiefgründig beschrieben; Betty Smith nimmt den Leser an die Hand und lässt die Gefühle des jungen Mädchens einen so stark empfinden, dass man auf jeder Seite meint, man ist Francie. So habe ich mich zumindest gefühlt. Selten ein Buch so extrem mitgelebt. 

Ihre unglaubliche Liebe zum Vater, der Künstler, eigentlich ein Versager, der immer versucht, den Schein zu wahren, Francie liebt und verehrt ihn.... obwohl er trinkt und sich aufgibt.
Das Buch lebt von einzelnen, in sich abgeschlossenen Geschichten über das Leben, die Familie und Menschen. Man möchte nach den einzelnen Kapiteln immer weiter lesen, denn die Autorin schafft am Ende der Kapitel immer mal wieder einen quasi Kliffhänger, der den Leser durch das Buch trägt, zu schreiben.
Ein weiteres immanentes Thema ist die Musik, bzw. Lieder, die die Familie durchs Leben begleitet und vor allem, die, die der Vater immer singt, wenn er nach der Arbeit, und das meist betrunken, heim kommt. Und trotzdem ist er sympathisch, weil verloren in der großen New Yorker Künstlerwelt.... ein liebender Vater, der nicht aus seiner Rolle kann.
Francie gibt ihren Traum vom Lernen auf, um für die Familie da zu sein, und lässt die Schule an sich vorbei ziehen, denn sie muss Geld verdienen, damit ihre Mutter und ihr Bruder durchkommen, in Zeiten des androhenden Krieges.
Ich liebe die Passagen, in denen die Autorin das junge Mädchen träumen lässt, in Erinnerungen schwelgt und trotzdem nie den Mut verliert.
Ich verneige mich von diesem Buch, denn diese positive Geschichte, mit all den Irrungen und Wirrungen der armen Familie, des Krieges, der verlorenen Lieben und der Existenzängste ist trotz und alledem auf (fast) jeder Seite eine Liebeserklärung an das Leben. 

Fazit:
Mein neues Jahreshighlight 2018 und sicherlich auch eines der besten Bücher für mich ever! Ich kann gar nicht glauben, muss es mir immer wieder vor Augen halten, dass diese Geschichte über 70 Jahre alt ist! 

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38 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

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Die Montez-Juwelen

Sabine Vöhringer
E-Buch Text: 280 Seiten
Erschienen bei GMEINER, 08.03.2017
ISBN 9783839253526
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:
Tom Perlinger kommt nach einem Sabbatjahr und Genesung von einer Verletzung aus seinem letzten Fall, in seine Heimat München zurück, wo er seine Arbeit als Hauptkommissar wieder aufnehmen wird. Doch schneller, als er seinen Schreibtisch von seinem Kollegen und Widersacher Mayerhofer befreien kann, geschieht nach einer Schmuckpräsentation der sogenannten Montez-Juwelen ein Mord und Tom findet sich in Familienbanden und –verstrickungen, Habgier und Eitelkeiten der Münchner Wirtshausszene wieder.
Meine Meinung:
Dieser Krimi ist schnell, voller verschiedener Themen, vielen Personen, einem Protagonisten, in den man sich beim Lesen verliebt und einer Story, die so gut all dies zusammenführt, dass man sich beim Zuklappen des Buches auf den nächsten Fall von Tom Perlinger freut.
Ich hatte mich zu Beginn gewundert, warum eine Personenliste der Story voransteht, aber fand sie bei den ersten Kapiteln sehr hilfreich, musste immer mal wieder nachschauen, denn es passiert so viel, auf unterschiedlichen Ebenen und die Zusammenhänge der Personen sind für den Fall sehr wichtig. Das Buch behandelt nicht nur die Münchner Wirtshausszenerie in einer charmant bayrischen Art (manchmal etwas mühsam für eine Preußin wie mich zu lesen, denn das Bayrisch ist doch ein wenig schwieriger zu „entziffern“) sondern hier geht es auch um Liebe, Sex, Drogen, Raub, Erpressung.... also alles, was einen Krimileser fesselt. Vor allem im letzten Drittel nimmt die Geschichte nochmal so richtig Fahrt auf und man fliegt nur so durch die Seiten. Mit hat das Buch sehr gut gefallen und das ansprechende Cover tut sein Übriges. Ich finde die Geschichte, auch wenn sie komplett erfunden ist, sehr glaubwürdig und noch dazu in einer leichten und guten Sprache rübergebracht, die einfach Spaß macht!
Fazit:
Ein toller Krimi, der auf alle Fälle Lust auf einen neuen Fall des sympathischen Hauptkommissars im Kreise seiner bayrisch verrückten Familie macht.

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Anne, finde mich!: Stuttgart Krimi (Band 2)

Mia Bruckmann
E-Buch Text
Erschienen bei null, 29.06.2018
ISBN B07F5KQLGS
Genre: Sonstiges

Rezension:

Cover:
Ein sehr gelungenes, auffälliges Cover mit der gelben Schrift und die Bordeauxdogge im leichten Hintergrund, die auch im zweiten Fall der Reihe wieder eine Rolle spielt, finde ich sehr gelungen!

Inhalt:
Anne von Hohenstedt ist noch mit Ihrer Familie im Urlaub, erholt sich weiterhin von ihrer Schussverletzung ihres letztes Falles, als sie die Nachricht von ihrem Kollegen erhält, dass eine Joggerin eine Leiche gefunden hat. Kurz darauf wird ein zweiter tödlicher „Unfall“ gemeldet und Anne ist wieder in ihrem Element und wird in die Modewelt katapultiert, denn hierher führt die Ermittlung.
Meine Meinung:
Schon der erste Teil dieser neuen Reihe hat mich total begeistert und auch diesen habe ich in kürzester Zeit verschlungen. Der leichte, aber sehr fesselnde Schreibstil der Autorin lässt dem Leser kaum eine Pause und doch spielen sich witzige Momente und ehrliche Situationen ab, in denen ich lachen musste. Mit ihrem Schwager in spe, der ihr Kollege Berti ist, ihrem Hund Pollux, seines Zeichens Bordeauxdogge, die auch gern mit Katzen kuschelt, einer Tochter, die sich ebenfalls auf Ermittlungswege begibt und einem Mann, der irgendwie eine Nebenrolle spielt, ist Anne von Hohenstedt eine so sympathische Protagonistin, dass ich mich jetzt schon auf den dritten Teil freue.
Mia Bruckmann fängt den Leser sofort wieder ins Familien- und Arbeitsleben der Ermittlerin ein und ich war bereits auf den ersten Seiten komplett in der Geschichte. Was mir unglaublich gut wieder an diesem Teil gefällt, und das war bereits im ersten sehr auffällig für mich, war ein sehr tiefgehendes Wissen und somit gute Recherche, hier zu Themen der Pathologie sowie auch beispielsweise dem Bombenbau (worauf ich nicht näher eingehen möchte ).
Ein weiterer Pluspunkt für mich als Leser, und ich weiß, dass Mia selbst ein paar Vierbeiner besitzt, ist das Thema Tiere. Ich bin ganz vernarrt in Pollux, der wieder eine große Rolle spielt und für die Ermittlerin ein perfekter Partner ist. Und diesmal gibt es ja noch einen Vierbeiner mehr.... aber ich möchte nicht zu viel verraten.
Auch die Kapitelüberschriften in Uhrzeiten und Örtlichkeiten gefallen mir wieder ausgesprochen gut, machen die ganze Story noch schneller...
Da sich die Geschichte in der Welt der Mode abspielt, ist auch hier Abwechselung garantiert, auch, wenn ein paar Klischees natürlich bedient werden müssen (die exaltierte Designerin, die Sekt trinkenden Models.... ein paar Marken fallen auch... ). Man lebt es aber alles mit und möchte einfach nur wissen, wer der Designerin etwas Böses möchte, oder warum auf einmal nicht nur zwei Leichen eine Rolle spielen.

Fazit:
Auch der zweite Teil, um die Ermittlerin Anne von Hohenstedt hat mich richtig begeistert, sonst hätte ich ihn nicht so zügig durchgelesen. Es ist ein leichter, aber sehr spannend aufgebauter Krimi, der auch wieder ein paar unerwartete Wendungen nimmt und mich noch mehr zum Fan von Mia Bruckmann gemacht hat! 

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99 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

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Der zauberhafte Trödelladen

Manuela Inusa
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.06.2018
ISBN 9783734106255
Genre: Liebesromane

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65 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 15 Rezensionen

belgien, beziehung, bindungsangst, biografisches, empfindungen, erinnerung, erste liebe, essen, familie, französischunterricht, freiheit, freundschaft, japan, liebe, tokio

Der japanische Verlobte

Amélie Nothomb , Brigitte Große
Fester Einband: 162 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.02.2010
ISBN 9783257067460
Genre: Romane

Rezension:  
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Teich

Claire-Louise Bennett , Eva Bonné
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 23.04.2018
ISBN 9783630875569
Genre: Romane

Rezension:


Rund ums Buch:
Titel: Teich
Autorin: Claire-Louise Bennett
Seiten: 217
Verlag: Luchterhand
Buch: Gebundenes Buch
Erscheinungstag: 23.04.2018
ISBN: 978-3-630-87556-9
Preis: 20,00 €

Cover/Titel:
Was für ein schönes, schlichtes Cover in gelb und blau.
Ein Stuhl, Schatten... nicht wirklich erkennbar. Aber ansprechend und doch so unbedeutend, da nichts aussagend.

Inhalt:
Der Alltag einer jungen Frau, die allein in einem Cottage an Irlands Westküste lebt, wird in diesem Buch in 20 unabhängig voneinander lebenden Geschichten dargestellt

Meine Meinung:
Eine großartige Sprache hat mich sofort in den Bann dieses Buches gezogen. Obwohl man nicht wirklich weiß, ob die Autorin ihre eigene Geschichte erzählt oder Fiktion auf Papier bringt, so wird der Leser sofort durch die ausschweifend dargestellten und umfassend beschriebenen Kleinigkeiten der einzelnen Geschichten abgeholt. Es ist erstaunlich, wie intensiv diese Frau, fern ab der Zivilisation lebt und somit das Gefühl für das Wesentliche entwickelt und sich auch mal auf einer Seite über Tomatenmark auslässt.
Die Beschreibungen der Sinne machen das Buch so ansprechend und es fällt auf, dass die Autorin ein Naturmensch sein muss. Beispielsweise, wenn sie sich unter einen Baum legt und einfach lauscht. Dies ist so intensiv geschrieben:
„Ich hörte den Käfer, der mir über die Stirn kroch, immer am Haaransatz entlang. Ich hörte eine Spinne, die sich durchs Gras der Decke näherte. Ich hörte zwei zankende Blaumeisen, die oben in den Zweigen schaukelten. Ich hörte eine Ringeltaube, deren Flügel auf die Äste der in Efeu gehüllten Birke eindroschen, und Stare auf den hohen Stromleitungen, und noch weiter drüben hörte ich Möwen und Mauersegler. Und jedes Geräusch war eine Sprosse einer Leiter, auf der ich immer weiter aufwärts stieg. Auf diese Weise gelangte ich in große Höhen, ich kletterte an den Wolken vorbei einer vogelhaften Ausgelassenheit entgegen, und dann gab es nichts mehr als Fortwährendes Licht und blaue Weiten.“ Seite 35

Die Einsamkeit macht die junge Frau zu einer einfühlsamen und doch verletzlichen Person, die sich trotz alledem nach Menschen sehnt, denn immer mal wieder besucht sie ihre Nachbarn oder macht ein Gartenfest... und gleichzeitig überlegt sie, beispielsweise im Kapitel „Kontrollknöpfe“, ob ihr defekter Herd dazu geeignet ist, sich umzubringen. Nur leider ist es ein Elektroherd...

Fazit:
Das Buch ist keine in sich geschlossene Geschichte, es ist vielmehr ein Gedankenkarussell einer nicht einzuordnenden Protagonistin, die einen in Höhen und Tiefen ihrer Gefühlswelt eintauchen lässt und somit auch hin- und her gerissen das Buch bis zum Ende verschlingen lässt. Es ist einfach ein großartiges Debüt. 

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60 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

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Die Lichter unter uns

Verena Carl
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 25.04.2018
ISBN 9783103973631
Genre: Romane

Rezension:  
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222 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 102 Rezensionen

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Das Mädchen, das in der Metro las

Christine Féret-Fleury , Sylvia Spatz
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 27.06.2018
ISBN 9783832198862
Genre: Romane

Rezension:  
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4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

florian werner

Die Weisheit der Trottellumme

Florian Werner
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Blessing, 12.03.2018
ISBN 9783896676191
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags: die weisheit der trottellumme, florian werner   (2)
 

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98 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Azurblau für zwei

Emma Sternberg
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.05.2018
ISBN 9783453422117
Genre: Liebesromane

Rezension:  
Tags: azurblau für zwei, emma sernberg   (2)
 

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Zimmermädchen

Markus Orths
Flexibler Einband
Erschienen bei Wagenbach, K, 27.04.2018
ISBN 9783803127983
Genre: Romane

Rezension:  
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achtsamkeit, nicole walter

Das Glück umarmen

Nicole Walter
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 12.01.2018
ISBN 9783426519691
Genre: Romane

Rezension:

Rund ums Buch:
Titel: Das Glück umarmen
Autorin: Nicole Walter
Seiten: 367
Verlag: Knaur
Buch: Taschenbuch
Erscheinungstag: 12.01.2018
ISBN: 978-3-426-51969-1
Preis: 9,99 €

Cover/Titel:
Das Cover finde ich gelungen und sehr ansprechend. Der geprägte Titel macht es haptisch zu einem besonderen Taschenbuch und die ruhigen Farben nehmen einen sofort mit.

Inhalt in Kurzform:
Leon rast durchs Leben, hat einen Unfall und wird von Johanna, ihrer Großmutter und dem Flüchtlingskind Kio aufgenommen.

Meine Meinung:
Tja, ich kann das Glück anscheinend nicht umarmen, denn dieser Achtsamkeitsroman konnte mich nicht überzeugen.
Der erfolgreiche Leon, der mit seinem Porsche - schön das Klischee bedient - durchs Leben rast und dann auch noch in einen Graben, wird von Johanna, die gerade durch die Welt spaziert, im wahrsten Sinne des Wortes, gefunden. Sie verliebt sich augenblicklich in ihn.
Leon zieht bei Johanna, die mit ihrer - früher hätten wir gesagt "durchgeknallten" - Großmutter eine Whiskeybrennerei betreibt und einen nigerianischen Flüchtling aufgenommen haben, ein und die Geschichte plätschert dahin. Ich musste mich durch die ersten 150 Seiten fast quälen. Natürlich hat Leon eine Freundin, natürlich kokst er und natürlich gibt es ein Happy End.
Ich für meinen Teil habe schon durch die Kapitelüberschriften keinen Zugang zum Buch gefunden, da sie für mich zu weit her geholt waren. Und irgendwie waren es ein wenig viele Themen: der Einzug von Leon bei Johanna (würde das so ein Mensch wirklich tun? – nein, er würde sich ein Hotelzimmer nehmen). Die Story rund um den Jungen Kio, die mir so gewollt „aktuell“ vorkam (Flüchtling, Boko Haram). Und dann packen wir auch noch das Thema Alzheimer hinzu, um die Protagonisten komplett auszustatten. Ne, das war mir alles etwas zu konstruiert.
Es gibt einige wenige schöne Stellen im Buch, die einen zum Nachdenken anregen:
-"Angst? Wovor?" Sie wurde ruhig. "Vor der Vergangenheit." Er wirkte irritiert, als habe er das nicht sagen wollen. Nach einem langen Atemzug fuhr er jedoch fort: "Wie soll man noch vorne schauen, wenn da so viel Vergangenheit ist?" (Seite 223)
Das hat für mich aber nicht gereicht, dass ich dieses Buch wirklich gut fand. Und was das Thema Achtsamkeit betrifft, kommt es mir viel zu wenig rüber. Denn hier geht es mehr um Liebe, Krankheit, Rassismus... und die Ohrfeigen, die Johanna an Leon verteilt, sind für mich nicht wirklich "achtsam" eingesetzt.

Fazit:
Ich hatte mich auf ein Buch gefreut, das mich das Thema Achtsamkeit, gerade weil ich mich viel mit Yoga und Buddhismus beschäftigt habe, doch sehr angesprochen hat. Erreicht hat mich die Geschichte wenig, ich habe es gelesen, weil ich wie immer wissen wollte, obwohl vorhersehbar, wie es ausgeht.

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