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30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

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Blau Türkis Grün

Mareike Guhr
Flexibler Einband: 168 Seiten
Erschienen bei Delius Klasing, 10.09.2018
ISBN 9783667114242
Genre: Sachbücher

Rezension:

          Jeder Segler träumt irgendwann von der großen Auszeit, der Weltumsegelung. Dennoch schaffen es nur wenige, diesen Traum zu verwirklichen. 
Mareike Guhr hat es getan - und berichtet in diesem traumhaft schönen Buch, auch stellvertretend für alle, die es nicht schaffen, von den Facetten von Blau-Türkis-Grün, ihre Liebe zu den Wellen und der Schönheit des Wassers. Das Buch ist eine Liebeserklärung an die Ozeane, an die Natur. Und Mareike Guhr schafft es, diese Faszination zu transportieren, ohne dabei andauernd sich selbst, ihre großartige Leistung (die es vorbehaltslos verdient, bewundert und gefeiert zu werden - denn als Frau alleine um die Welt zu segeln ist sicherlich kein Honigschlecken) in den Vordergrund zu spielen. Natürlich gibt es auch Unfälle, Probleme, Schwierigkeiten - doch mit Eigeninitiave und gesundem Menschenverstand werden diese gelöst und nur als Anekdoten erwähnt. Eine ordentliche Dosis "Vitamin Sea", ein Sehnsuchtsbuch, ein Buch für Meerliebhaber, ein Buch, um Fernweh zu heilen und gut tut! 

        

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55 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 43 Rezensionen

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Unverfrorene Freunde

Klemens Pütz , Dunja Batarilo
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 21.09.2018
ISBN 9783550050343
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klemens Pütz erforscht seit Jahrzehnten die wohl eigenartigsten Vögel der Welt: Pinguine. 

Ohne den Fehler zu machen, ihnen menschliche Eigenarten andichten zu wollen, berichtet er in Anekdoten über sein Leben mit den Flauschkugeln, die Fürsorglichkeit um den Nachwuchs, die Gefahren, bei der Aufzucht die auf die unverfrorenen Frackträger lauern. Wobei man ja als Landgänger von der eigentlichen Lebenswelt, in der diese Tiere sich wohl fühlen, dem Leben im Wasser, sonst nichts mitbekommt. Und erst im Wasser sind diese Tiere wirklich in ihrem Element. 

Ich habe selbst einmal eine "Pinguinlandung" in Australien / Philipp Island miterleben dürfen, die Spannung, wenn die ersten Tiere an Land gehen, die oh-Rufe, wenn sich Jungtiere wieder ohne Vorwarnung ins Wasser werfen, gegenseitig anstänkern und rempeln. Doch die Faszination, was diese Tiere unter Wasser anzustellen vermögen, konnte ich erst mit diesem Buch wirklich erfassen. 

Klemens Pütz erzählt hinreißend, Karten und Bilder machen es leicht, seine Erzählungen mitzuverfolgen. Eindrücklich weist Klemens Pütz auch auf Gefahren hin, die auf diese faszinierenden Vögel lauern: Plastik im Meer, Verschmutzungen, Überfischung, Klimaerwärmung. 

Ein tolles Werk für Jung und Alt, für alle, denen Pinguine am Herzen liegen. 

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(24)

42 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

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Dodgers

Bill Beverly , Hans M. Herzog
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.09.2018
ISBN 9783257070378
Genre: Romane

Rezension:

Nachdem in einem von East und seiner Jugendtruppe bewachtem Haus eine Razzia durchgeführt wird und dabei auch ein unschuldiges Mädchen zu Tode kommt, wird der 15jährige East gemeinsam mit drei anderen Jugendlichen - seinem 13jährigen Halbbruder Ty, Walter, einem Computergenie, und Michael, einem älteren Jugendlichen, der Drogen an einer Uni vertickt, auf eine Reise quer durch die USA geschickt, um einen Zeugen in einem Prozess gegen seine Organisation, zu eliminieren. 

Als einsame Wölfe, die sie alle sind, bringt sie diese gemeinsame Fahrt an die Grenzen der Belastbarkeit. Doch als sie Michael zurücklassen müssen, werden die Probleme noch größer: sie bekommen nicht die versprochenen Waffen, ihre Organisation wird verraten, die Zielperson ist nicht zu Hause. Hartnäckig bringen die drei trotzdem den Auftrag zu Ende, töten dabei aber auch noch eine weitere Person. Auf der Flucht zersprengt sich die Truppe, East schießt auf seinen Bruder, Walter fliegt retour, und East findet in einem kleinen Dorf in Ohio plötzlich so etwas wie Frieden. Einen halbwegs geregelten Job in einer Paintball-Range, jemanden, der ihm offenbar vertraut. Doch als sein Arbeitgeber stirbt und er Walter um die Zusendung einiger Unterlagen bittet, taucht plötzlich Ty auf und beordert East in die Organisation retour. 
Hart, intensiv, erschütternd. Man vergisst oft beim Lesen, wie JUNG diese Burschen sind. Ty ist am Ende des Buches vierzehn Jahre alt, mehrfacher Killer, fährt bereits Auto, hat in der Organisation etwas zu sagen, ist ein Krimineller, durch und durch. Bei East merkt man immer wieder Gewissensbisse, er reflektiert über seine Taten, versucht, sie möglichst harmlos zu gestalten - und ist trotzdem ein Gangster, ein Dieb, ein Mörder. 
Das Buch ist sehr flüssig geschrieben, leicht zu lesen, ein Pageturner. 

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31 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

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Die Fotografin - Am Anfang des Weges (2 MP3-CDs)

Petra Durst-Benning , Svenja Pages
Schallplatte
Erschienen bei Audiobuch, 18.09.2018
ISBN 9783958620810
Genre: Historische Romane

Rezension:

Als Tochter eines Pastors in Esslingen genießt Mimi Reventlow ihre Kindheit. Sie ist fasziniert von der Natur, von Flora und Fauna. Ihr Onkel Josef, der Bruder ihrer Mutter, der als Wanderfotograf mit seinem Sonnenwagen in ganz Deutschland unterwegs ist, weckt ihre Begeisterung für die Fotografie und zeigt ihr auch die Kniffe der Retusche. Nach einem Unfall erlaubt die Mutter Mimi, ihre Berufswahl frei zu treffen, und Mimi darf, nach einem Jahr "Frauenschule bei einer Tante in Berlin" eine Fotografenlehre antreten. Obschon der Chef sie kaum mehr machen lässt als Kaffee kochen, ist Mimi stolz auf ihren Beruf und fassungslos, als ihr Verehrer Heinrich, der ihr einen Heiratsantrag macht, erwartet, dass sie nach der Hochzeit ihre Erwerbstätigkeit aufgeben soll. Sie lehnt den Antrag ab und verwendet die von der Mutter beigegebene Aussteuer für den Kauf einer guten Kamera, mit der sie daraufhin als Wanderfotografin das Land bereist. Jahre später, als Mimi sich bereits einen Namen gemacht hat, erfährt sie von einer schweren Erkrankung ihres Onkels, der sich inzwischen in Laichingen auf der Schwäbischen Alb sesshaft gemacht hat. Sie fährt in den abgeschiedenen Weberort, eigentlich nur, um den Onkel zu besuchen, aber als sie merkt, wie schlecht es ihm tatsächlich geht, bleibt sie bei ihm und versucht, sein Atelier und seinen Laden wieder in Schwung zu bekommen.

Einfühlsam schildert Petra Durst-Benning die Entbehrungen der Weberfamilien auf der Alb in den Beginnen der Industrialisierung, aber auch die persönlichen Empfindungen der Protagonistin. Wie bereits in „Die Glasbläserin“ erstaunt die Geschichte mit jeder Menge technischem Wissen über den Beruf ihrer Hauptdarstellerin. Und auch die bereits sehr ausgereifte Technik der Retusche und Fotomontage hat mich überrascht. Durst-Benning schafft es mit der sehr persönlichen Art, die Protagonisten höchst lebendig darzustellen, obwohl die dargestellte Zeit über ein Jahrhundert vergangen ist.

Die Sprecherin Svenja Pages fand ich eigentlich sehr angenehm, einzig die Darstellung der Männer- und Kinderstimmen fand ich jetzt nicht so toll intoniert. 

Die knapp 11 Stunden kamen mir höchst kurzweilig vor – die Spannung und das Interesse des Lesers über eine so lange Zeitspanne zu erhalten spricht eindeutig für das Buch. Hörempfehlung!

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120 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

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Ein Winter in Paris

Jean-Philippe Blondel , Anne Braun
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 24.09.2018
ISBN 9783552063778
Genre: Romane

Rezension:

Victor, ein unauffälliger Student aus der Provinz, der unbedingt die Concours für den Staatsdienst schaffen möchte, ist im zweiten Vorbereitungsjahr am Lycee D. Victor ist einsam, nur mit Mathieu aus dem ersten Jahrgang raucht er ab und zu eine Zigarette, auch wenn die beiden sich kaum kennen. Als Mathieu Suizid begeht, ist Victor als erster zur Stelle - und plötzlich wenden sich ihm alle zu, er, der einst unsichtbar war, kommt durch den Tod seines Freundes plötzlich ans Licht, wird begehrter Gast und Freund. Auch der Vater von Mathieu sucht seine Nähe – und es entspinnt sich eine besondere Freundschaft zwischen den beiden, die abrupt endet. Jahrzehnte später schreibt Mathieus Vater Victor, der gerade einen neuen Roman veröffentlicht hat, und Victor erinnert sich an die Ereignisse im Winter 1984. 

Einfühlsam und unprätentiös lässt uns Jean-Philippe Blondel teilhaben am Leben von Victor. Erst durch Mathieus Tod wird Victor offenbar lebendig und beginnt erstmals zu leben. 


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116 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

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Bösland

Bernhard Aichner
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei btb, 01.10.2018
ISBN 9783442756384
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ben findet an seinem zehnten Geburtstag nach jahrelangen Demütigungen und Schlägen seinen Vater erhängt im Dachboden - dem "Bösland", in dem er immer geschlagen wurde. Zusammen mit seinem besten und einzigen Freund Felix Kux lädt er andere Kinder gegen Entgelt zur Leichenschau, vom Erlös kaufen sie sich eine Torte und eine Flasche Wein. Wenige Jahre später, das "Bösland" ist inzwischen Rückzugsort von Ben und Felix geworden, wird ein Mädchen am dort erschlagen aufgefunden. Da die Mordwaffe Ben's Fingerabdrücke trägt, wird er des Mordes beschuldigt und kommt erst Jahre später, über Jugendpsychiatrie, geschlossene Anstalt, betreutes Wohnen endlich in Freiheit und sortiert sein Leben neu. Da gerät durch Zufall ein Foto von Felix Kux in seine Hände - und er erlebt den Alptraum seiner Kindheit wieder - nur für die Zeit des Mordes verwehrt ihm die Erinnerung immer noch den Zugang. 
Um endgültige Gewissheit zu erlangen, kehrt er in sein Elternhaus zurück - und findet endlich die Wahrheit über seine Taten heraus. Das Buch besteht aus direkten Dialogen, inneren Rückblicken, bedeutenden Begegnungen und besticht mit den Aichner-typischen kurzen, prägnanten Sätzen, in denen aber so viel Emotion mitschwingt. Interessant auch die kurzen Zitate und Teaser, die jedes Kapitel, in spannendem Rot und riesigen Buchstaben gehalten, "überschreiben". Wie im Rausch wendet man Seite um Seite, verfolgt den Täter im Blutrausch, unfassbar, dass seine perfiden Taten unbestraft bleiben können. Und empfindet am Ende, trotz der Ungerechtigkeit, Befriedigung. 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

Alles, nur nicht Emma!

Carmen Mayer
E-Buch Text: 130 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 28.11.2016
ISBN 9783958130975
Genre: Sonstiges

Rezension:

Sophie lebt seit ihrer Scheidung alleine und lässt sich ein bisschen treiben. Ein Kaffee am Donnerstag mit ihren besten Freundinnen, ein bisschen Window-Shopping, ein bisschen Smalltalk mit ihrer Tochter. Die größte Aufregung ist da der geplante Name Emma für ihr noch nicht geborenes Enkelkind.  Da bietet ihr Ex-Mann Georg ihr eine Recherchearbeit an einer Familienchronik an: raus aus dem Trott, hinein ins Leben. Ihre Arbeit führt sie bis nach USA, wo sie interessante Menschen kennenlernt - und wieder zu Hause stellt sie fest, dass das Leben eigentlich ganz unterhaltsam ist. Und Emma gar nicht so schlimm ist, wie sie dachte. 

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51 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Sommerfrauen, Winterfrauen

Chris Kraus
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070408
Genre: Romane

Rezension:

Jonas wird vom egozentrischen Professor Lila eine Aufgabe gestellt: in New York einen Film über Sex zu drehen - rau, ehrlich, lebendig. Als Unterkunft hat Lila Jonas die Adresse eines Schriftstellers genannt - Jeremiah, der sich als Messie und Alptraummitbewohner entpuppt. Und so soll Jonas in knapp zwei Wochen neben den Vorbereitungen für seinen Film auch noch Unterkünfte für seine nachfolgenden Kommilitonen organisieren, mit dem Goetheinstitut eine Filmpräsentation vorbereiten und ganz nebenher auch noch seiner eigenen "Nazischeiß"-Familiengeschichte begegnen in Gestalt von "Tante" Paula, einer KZ-Überlebenden, die als Kindermädchen für seinen Vater und dessen Geschwister fungierte. Keine einfache Aufgabe für jemanden, dessen Kopf nach einem Unfall empfindlich wie Porzellan ist und er jeden Moment, bei jedem festeren Schlag, dem Tod geweiht ist wie Jonas. Und der Katastrophen und Überfälle anzuziehen scheint wie das Licht die Motte. 

Über all das und noch viel mehr, wie Mah, Jonas Freundin, und Nele, die Mitarbeiter des Goetheinstituts, der Jonas in NY näher kommt, erfahren wir durch Jonas Tagebuchkladden.  Kein Videotagebuch wie aufgetragen, kein Film über Sex, Titten, Ficken, wie der Professor es fordert, sondern eine Darstellung seiner Zeit in New York in Form eines schriftlichen Tagebuchs (Bleistift 2B). 
Ehrliches, tiefgründiges Porträt über die Künstlerszene New Yorks Ende der Neunziger. Man musste schon etwas ganz Besonderes sein, um sich hier einen Namen zu machen. Homosexualität alleine genügte schon lange nicht mehr. 
Chris Kraus spielte selbst in Rosakinder, eine Dokumentation über die Schüler Rosa von Praunheims, den er selbst als "väterlichen Freund" und Mentor bezeichnet. Ich denke, dass Kraus viel aus der Beziehung zu Rosa und aus Rosas Leben (Riga) in "Sommerfrauen, Winterfrauen"  verarbeitet hat und das Buch gewisse autobiografische Inhalte aufweist, auch wenn natürlich streng darauf verwiesen wird, dass alle Inhalte fantastischer Natur sind. 

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

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Das Flimmern der Wahrheit über der Wüste

Philipp Schwenke
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 07.09.2018
ISBN 9783462051070
Genre: Romane

Rezension:

Wunderbar kurzweilig und gar nicht wie eine klassische Biografie erscheint dieses Buch dem Leser. Karl May, Doktor Karl May, wie er sich lange Zeit nannte, war eigentlich ein Gauner und Hochstapler und hat all die Länder, die er angeblich als "Old Shatterhand" bereist hat, nie gesehen. Doch offenbar hatte May eine so blühende Fantasie und auch eine gute Darstellungsgabe, dass er lange Zeit als Held der Nation verehrt wurde. Mit 57 beschließt er plötzlich, auf Reisen zu gehen, um zumindest einen Teil seiner Kritiker zum Verstummen zu bringen, löst damit aber bei vielen das Gegenteil aus. Nach einem kurzen Prolog, in dem wir erfahren, weshalb Karl May mit 21 Jahren bereits das erste Mal im Gefängnis landete, erzählt  Philipp Schwenke abwechselnd in zwei Zeitebenen aus dem Leben Mays. Die erste Ebene betrachtet May auf seiner großen Reise - die Kritiker, denen er bereits auf der Überfahrt ausgesetzt ist, die Vorbereitungen, die May getroffen hat, um seine Feinde zu überzeugen (so gibt er ein Bündel Pferdehaare als Locken seines Blutsbruders Winnetous aus), die Ängste, mit denen May kämpft. Die zweite Ebene zeigt das langsame Zerbröckeln der Ehe Mays, v.a. nach der Reise, bei der auch seine Frau Emma und die besten Freunde, Richard und Karla Pöhn, Karl begleiteten. Der Leser versteht vielleicht die Wandlung Karls noch am besten, auf Emma, die sich bereits vor der Reise mit Karl auseinandergelebt hatte, musste der "neu erschaffene" Karl May wie ein Fremder wirken. Spannend, da sich vieles genauso zugetragen haben musste wie von Schwenke geschildert, liest man diverse Einträge im Internet über May. Für Fans von Winnetou und Old Shatterhand bzw. alle, die mit dieser Generation von Abenteuerromanen aufgewachsen sind, ein Muss! 

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75 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 64 Rezensionen

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Die Tote im Wannsee

Lutz Wilhelm Kellerhoff
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 10.08.2018
ISBN 9783550050640
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Was für eine aufgeheizte Stimmung im Berlin der späten 60er. Der Studentenführer Rudi Dutschke wurde gerade ermordet (was dieses Jahr übrigens 50 Jahre her war), die RAF ist in der Hochphase, 
nd ein armes Mädchen wird in einer Gartenlaube ermordet, in der sie an diesem Nachmittag Schluss machen wollte mit etwas. Ihrem Liebhaber? Oder warum geht es hier? 
Der charismatische, überlegte Wolf Heller wird zu den Ermittlungen herangezogen - und ist tief berührt von den Bildern der beiden Kleinen. 
Er selbst hat eine Nachbarin, Paula, mit zwei kleinen Kindern, die ihn gerne als neuen Vater sehen würden. Und Paula hätte ihn gerne im Bett. Aber eigentlich will Heller nur freundlich sein. 
Doch als der Mann der Ermordeten unter allen Umständen zum Mörder erklärt werden soll und die Kinder plötzlich verschwinden, wird Heller klar, dass das zu konstruiert wirkt. 
Und dass etwas größeren dahinterstehen muss als nur ein Eifersuchtsmord. Parallel dazu verfolgen wir die Entwicklung der Studentenbewegung bzw. der Kommune Wielandstraße, die in einer höchst gewaltätigen Demonstration RAF-Anwalt Mahler
 aus dem Gerichtsgebäude "befreien" will und zunehmend auf Gewalt setzt - Molotowcocktails und Pflastersteine inklusive. Die junge amerikanische Studentin Louise erlebt den Wechsel der Ideologie von freier Liebe hin zur Gewalt höchst 
zwiespältig und ist auch einige Male drauf und dran, sich Heller anzuvertrauen. 

Heller hingegen will unbedingt den Mord an Heidi Gent aufklären und sticht in ein Wespennest aus DDR-Spitzeln und Korruption, lässt sich aber weder von Morddrohungen, noch von einer Suspendierung abhalten. 
Spannende Mordermittlungen vor einer überaus historisch interessanten Zeitkulisse, vor allem, wenn man bedenkt, dass einige der Protagonisten aus dieser Zeit, die im Buch auch erwähnt werden, noch am Leben (und im Gefängnis, z. B. Mahler) sind. 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Königskinder

Alex Capus , Ulrich Noethen
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 20.08.2018
ISBN 9783844531039
Genre: Romane

Rezension:

Max und Tina, die gerade ihren jüngsten Spross bei einer Hochschule abgeliefert haben, wagen ein kleines Abenteuer und wollen, trotz nächtlicher Sperre und Schneefall, die Panoramaroute über den Jaunpass wagen. 
Die kleinen Sticheleien und Frotzeleien der beiden haben durchaus komödiantisches Niveau. Er beschwert sich über das zu frühe Einschalten der Scheibenwischer, sie sich über seine Phobie, als Spießer zu gelten. Doch zwischen den Sticheleien spürt man eine tiefe Zuneigung, die Max und Tina verbindet. 
Max und Tina rutschen von der Straße ab und werden eingeschneit. Um zu verhindern, dass sie einschlafen und eventuell erfrieren, beginnt Max, seiner durchaus kritischen und skeptischen Zuhörerin die Geschichte von Jakob, einem Kuhhirten aus der Region, und der Bauerstochter Marie zu erzählen. Das Spannende ist, dass hier Wahrheit und Fiktion gekonnt vermischt werden – denn tatsächlich ist Alex Capus über das Lied des „Pauvre Jacques“ auf die Lebensgeschichte eines Jakob Boschung aus dem Greyerzer Land gestoßen, und auch seine Frau Marie taucht in den Akten auf. 
Lyrisch spannt Alex Capus den Bogen vom Jetzt ins Jahr 1779, wo ein Junge namens Jakob Boschung nach dem Tod seiner Eltern und Geschwister alleine auf einer Melkhütte aufwächst. Bereits erwachsen, verliebt er sich in Marie, die Tochter des reichen Bauern Magnin, die aber unerreichbar für ihn ist. Dennoch können sie einige Stunden für sich alleine stehlen, bevor Jakob sich zum Militärdienst meldet. Des Schreibens unkundig, können die beiden nur aus ihren Erinnerungen die Gefühle füreinander aufrecht erhalten. Und als Jakob nach den Jahren als Soldat in die Heimat zurückkehrt, zieht Marie zu ihm auf die Melkhütte. Da erreicht Jakob aber der Befehl, nach Versailles zu marschieren, um der Schwester des Königs mit ihren Schweizer Milchkühen zu helfen. Jakob befolgt den Befehl, Marie zieht auf den elterlichen Hof zurück. In Montreuil, nahe Versailles, das als größte Kloake Frankreichs beschrieben wird, erwartet Jakob ein beschaulicher Alltag. Dennoch trübt die Sehnsucht nach Marie Jakobs Alltag, aber er getraut sich nicht, den erhaltenen Befehl zu verweigern. Elisabeth, die Schwester des Königs, möchte jedoch alle Lebewesen in ihrer Umgebung glücklich wissen und lockt daher auch Marie nach Versailles, wo Jakob und Marie, beide bereits Ende Zwanzig/Anfang dreißig, auf Geheiß des Königs verheiratet werden und Marie auch bald darauf schwanger wird. Doch die französische Revolution zwingt die beiden wieder auf die Wanderschaft. 

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20 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Europareise

Diverse , Richard Barenberg , Oliver Rohrbeck , David Nathan
Audio CD
Erschienen bei Audiobuch, 31.07.2018
ISBN 9783958620483
Genre: Sonstiges

Rezension:

Es ist eine andere Welt, in der wir mit Zweig, Goethe, Dickens, Seume, Irving reisen. Oft beschwerlich, tagelange Kutschenfahrten oder Zugreisen in Kauf nehmend, bewegten sich die Autoren von "Europareise" langsamer, aber ungleich aufmerksamer quer über den Kontinent und erzählen von ihren Erlebnissen auf den Reisen und in den Zielorten. Whymper und Nansen erzählen von den Entbehrungen im Gebirge, der eine anhand einer Matterhornbesteigung, bei der mehrere Menschen zu Tode kamen, der andere beschreibt eine Schneeschuhwanderung über teils extra beschwerliche Routen. 


Schwer vorstellbar und deshalb gerade äußerst faszinierende akustische Reise quer durch Europa. Die verschiedenen Sprecher scheinen gut an das Buch angepasst und lesen die Erzählungen lebendig und dramatisch.

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(14)

20 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

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Eine Nacht, ein Leben

Sophie Van der Linden , Valerie Schneider
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei mareverlag, 14.08.2018
ISBN 9783866482784
Genre: Romane

Rezension:

Wir begleiten den Künstler Henri für 24 Stunden auf seinem Weg zu einer kleinen Insel. Dort lebt Youna, die Frau, die Henri liebt, die aber ihren eigenen Weg alleine gehen möchte. Henri verbringt den Tag mit Youna und die Nacht auf der Wanderung über die Insel, mit Fabelgestalten, Geschichten von Fischern und Katzen. Deprimiert und traurig verlässt er die Insel am nächsten Morgen, Youna läuft zwar noch zum Steg, erreicht Henri aber nicht mehr. Bei der Ankunft am Festland empfängt Henri die Mobilmachung zum ersten Weltkrieg.

Die Sprache umhüllt den Leser sanft wie Wasser, das Bild ist undeutlich und impressionistisch und lässt viel Platz für Kopfkino und Interpretationen. Man erfährt weder die Vorgeschichte von Henri und Youna (nur, dass sie sich bereits kennen), noch den Grund für die Trennung, für die Entscheidung Younas, alleine zu leben. Wie eine Momentaufnahme auf brüchigem Papier mit verschwimmenden Farben malt Sophie van der Linden das Bild dieser 24 Stunden.

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(51)

69 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

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Slow Horses

Mick Herron , Stefanie Schäfer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070187
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

River Cartwright war ein guter, ein sehr guter MI 5 Agent. Bis ihm bei einer Übung ein Fehler unterläuft und er die falsche Zielperson verfolgt. Normal wäre er aus dem Dienst entlassen worden, doch aufgrund seines Großvater, selbst Geheimdienstlegende, wird er "nur" nach Slough House versetzt - ein Ort, wo die Versager, Verräter und sonstige in Ungnade gefallenen Agenten unter der Führung des undurchsichtigen Jackson Lamb so deprimiert werden sollen, dass sie die Kündigung freiwillig einreichen. 
Als ein Pakistani entführt wird und live enthauptet werden soll, sind die slow horses verunsichert. Haben ihre Mini-Ermittlungen zu einem rechtsgerichteten Journalisten damit zu tun? Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, und jeder in Slough House muss um sein Leben kämpfen. 
Ich habe ein bisschen Zeit gebraucht, um mich an die Sprache, die dichte Atmosphäre, die schnellen Szenenwechsel zu gewöhnen. 
Definitiv kein Thriller zum Überfliegen, dazu sind Wortwitz und die Dialoge zu brillant, zu geschliffen. Extrem spannend.

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108 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 73 Rezensionen

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Vier Tage in Kabul

Anna Tell , Ulla Ackermann
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.08.2018
ISBN 9783499273841
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Amanda Lund ist eine Agentin und soll im Auftrag der schwedischen Regierung lokale Sicherheitskräfte in Kabul ausbilden. Dabei geht es in den Krisenregionen gegen die Taliban auch um Leben oder Tod. Nach einem Einsatz, den Amanda aufgrund der Rettung eines der lokalen Mitglieder der Truppe nur knapp überlebt und dabei einen Angreifer töten musste, erhält sie von ihrem Koordinator Bill, der in Schweden ihre Operationen organisiert, den Auftrag, umgehend nach Kabul zu reisen: ein Diplomatenpaar wurde entführt. Sehr eindrücklich und lebendig werden die Lebensumstände der Expats in dieser unbekannten Stadt geschildert, die dauernde Bedrohung, die Einschränkungen, die man der Sicherheit halber akzeptieren muss. 
In mehreren Erzählsträngen, die sich nach und nach zu einem durchgehenden Bild verweben, erfährt der Leser die Hintergründe der Geschichte, die aktuelle Situation der Opfer, eine parallele Handlung in Schweden, wo ein junger, offenbar schwuler, Toter aufgefunden wird. Der Botschafter selbst wird bedroht und erpresst. Doch es gibt noch jemanden, der offenbar im Falle einer Entdeckung noch viel mehr zu verlieren hat und mit allen Mitteln, auch den Tod unschuldiger in Kauf nehmend, die Aufklärung der Vorgänge zu verhindern sucht. 
Sehr spannender Thrill mit höchst lebendig dargestellten Protagonisten. 

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61 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

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Veilchens Show

Joe Fischler
Flexibler Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 06.08.2018
ISBN 9783709979075
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem Joe Fischler in den letzten 4 Fällen von „Veilchen“ Valerie Mauser bereits einige Interna aus Innsbruck und seinen Feriendörfern ausposaunt hat (beispielsweise die Verfügungsgewalt über die Poller am Weg zur Umbrüggler Alm) ermittelt Veilchen diesmal in Dunstkreis einer Kuppelshow: die Bauerlorette heißt die Show, in der fünf Bauern um die Gunst der begehrten „Jackie“ rittern. Valerie ist entsetzt, dass sowohl ihr Seelenverwandter Kollege und Freund Stolwerk, als auch ihr zukünftiger Schwiegersohn Schmatz sich als Fan der Show entpuppen und Stolwerk sie dann auch gleich auf den Flötzenhof oberhalb von Innsbruck schleift, als er dort zu früher Sendezeit einen Toten im Bett der Bauerlorette vermutet. Als Innsbrucker weiß man spätestens bei der Beschreibung des Fahrtwegs, welcher Hof gemeint ist. Und auch bei der Beschreibung des schwarzen Tourbusses, mit dem die Bauerlorette samt Mutter und spanischem Fahrer herumkutschiert kommt einem ein Lächeln aus, weil man auch hier ganz klar einen Firmennamen vor Augen hat. 
Joe Fischler’s nimmt auch im fünften Fall von Veilchen kein Blatt vor den Mund: mit Humor, aber auch viel Lokalkolorit und kleinen, feinen Seitenhieben teilt er ordentlich aus: nicht nur die Niveaulosigkeit und Unmenschlichkeit der Showbranche, die „fake“ reality Shows, nervtötende Werbung, gewisse regionale Gegebenheiten rund um Innsbruck bekommen ihr Fett ab. Und auch die Verkehrssituation rund um Hungerburg und Seegrube kommt wieder einmal vor. 
Durch die überbordende Showelemente und -details, in die schlussendlich auch Schmatz als verdeckter Ermittler integriert wird (ohne dass er was Sinnvolles beitragen könnte) wird kaum ein Motiv ersichtlich. Aber das tut der Unterhaltung keinen Abbruch, denn mit spitzen Zungen kämpft sich Veilchen samt ihrer kleinen Teufelchen auf der Schulter durch die skurrilsten Schauplätze und pittoresken Bühnenlandschaften. 
Doch nicht nur der Fall beschäftigt sie, auch der Verdacht, Stolwerk könnte ein vor ihr verborgenes Privatleben haben, scheint ein bisschen an ihr zu knabbern. 
Unterhaltsame Mischung aus Humor, Wortwitz und trotzdem noch feinen, kleinen, zwischenmenschlichen Tönen. Ich freue mich auf weitere Fälle aus Tirols Zentrum. 

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76 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 70 Rezensionen

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Bülent Rambichler und die fliegende Sau

Anja Bogner
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei btb, 14.05.2018
ISBN 9783442716760
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine witzige Idee: Ein sauberkeitsfanatischer, türkischstämmiger Franke auf Ermittlungen in seinem Heimatdorf. Doch dorthin wollte der „Büli“ Rambichler eigentlich nie mehr hin. Seine vegane Sunshine-chen-Assistentin findet aber auch mal, dass er wieder mal an die Luft gehen sollte, und so landet Büli in –Strunzheim, wo sein Vater „Erri“ sich über den ermittelnden Sohnemann zum ersten türkischstämmigen Gemeinderat profilieren will.


Leider wird der Klamauk aber zunehmend flacher, die Figuren werden ein bisschen gar arg überzogen, und dass eine Veganerin nur zum „gute-Laune-erzeugen“ einen Schinken isst, nachdem sie zuerst eine Sau gerettet hat, glaubt keiner. Ebenso, wie es doch verwundert, wenn der Erri Erkan samt Sohn sich ein Schweinefleisch-Produkt nach dem anderen in die Figur stopft und fleissig mit Alk aller Sorten nachspült. 


Der Kriminalfall ist am Schluss eigentlich ein Suizid. Und es bleibtein übler Nachgeschmack, wenn man feststellt, dass mit der fliegenden Sau nicht das gerettete Borstentier gemeint war, sondern das Opfer, das eigentlich Opfer jedes einzelnen im Dorfs wurde.  

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112 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 68 Rezensionen

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Zwischen uns ein ganzes Leben

Melanie Levensohn
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.08.2018
ISBN 9783596702718
Genre: Romane

Rezension:

Beatrice arbeitet an der Weltbank in Washington, wird gestresst von den Abgabeterminen für ihre Pressemitteilungen und ihrem Vorgesetzten Michael, der sie bei jeder sich bietenden Gelegenheit drangsaliert. Und auch ihre Beziehung zum geschiedenen Joaquin bietet keine Ruhe und Halt, die Joaquin lässt es zu, dass Teenagertochter Laura Beatrice mobbt und beschimpft. Nach einem Fehler, zu dem Michael sie gedrängt hat, und einem frustrierenden Wochenende trifft sie vor der Weltbank auf eine ehrenamtliche Mitarbeiterin eines sozialen Netzwerkes, das sich um ältere Menschen kümmert, und beschließt, dort mitzuarbeiten. Die ihr zugeteilte Jacobina ist anfangs sehr abweisend, doch sie erzählt Beatrice schlussendlich, dass sie noch eine Schuld zu begleichen hat: sie hat ihrem Vater Lica 1982 auf seinem Totenbett versprochen, ihre Halbschwester Judith zu finden, doch bis dato (2006) hat sie diese Aufgabe vor sich hergeschoben. Sie bittet Beatrice um Unterstützung. Beatrice macht sich mit Feuereifer auf die Suche und findet im Holocaust-Center nicht nur Informationen über Judith, sondern auch Gregoire, einen faszinierenden jungen Mann aus Frankreich, der hier ein Freiwilligenjahr leistet. Während Beatrice mit Hilfe Gregoires und der zahlreichen ehrenamtlichen Hilfsorganisationen (denen hier auch sehr viel Anerkennung zukommt) versucht, Judiths Weg zu verfolgen, die als Jüdin im Paris des zweiten Weltkriegs mit ihrer großen Liebe Christian, einem Bänkersohn, fliehen wollte und plötzlich verschwand, muss sie sich eingestehen, dass sie privat gescheitert ist. Eine ungeliebte Arbeit und eine ungewollte Schwangerschaft bringen Beatrice an ihren seelischen Tiefpunkt, v.a. als sie erfährt, dass Gregoire sein Freiwilligenjahr beendet hat und auf das Weingut seines Vaters nach Frankreich zurückgekehrt ist, ohne ihr Bescheid zu geben. Beatrice verliert das Baby und erfährt zu dieser Zeit die Identität von Judith, die tragischerweise kurz zuvor verstorben ist, wo sie Gregoire zu finden glaubt - und dabei auch noch das Rätsel um Judiths große Liebe Christian klären kann.


Kein klassischer Liebesroman, geht es doch in weiten Teilen um die Schrecken von WW II, die nie vergessen werden dürfen. Für mich ein besonderes Erlebnis, dass ich das Buch lesen durfte - gab es doch in meiner Familie eine ähnliche Geschichte, die zum Glück auch aufgeschrieben und für die Nachwelt bewahrt wurde. Es ist wichtig, den zahllosen Opfern Gesichter zu geben, Namen und Familien - so bleiben sie lebendig.

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151 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 94 Rezensionen

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Ein unvergänglicher Sommer

Isabel Allende , Svenja Becker
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 13.08.2018
ISBN 9783518428306
Genre: Romane

Rezension:

Unvergleichlich poetisch stellt Isabel Allende ihre Protagonisten vor: da ist Lucia, Chilenin, eine heitere Person, die in den Dunstkreisen der Unruhen um den Sturz von Salvator Allende Chile verlassen hatte, der Bruder vermisst, die Mutter aufgrund eines tiefgehenden Betruges des Vaters verhärmt. Richard, Lucias Vermieter, der auch an der gleichen Universität lehrt wie Lucia, ein zurückhaltender Mann, der in Brasilien einst so glücklich mit Frau und zwei Kindern lebte, nun aber offensichtlich an schwerer Trauer leidet und dem seine ehemalige Alkoholsucht ebenso zu schaffen macht wie sein Magengeschwür. Und schlussendlich Evelyn Ortega, aus Guatemala geflohen, da die Familie von einer Mafiabande bedroht wurde. Durch einen Unfall auf schneeglatter Fahrbahn in einem Schneesturm in Brooklyn, als Richard eine seiner vier Katzen zum Tierarzt brachte und einen Moment nicht aufpasste, werden diese drei Leben unabdingbar miteinander verknüpft, die Lebensgeschichten miteinander verwoben. Denn Evelyn ist illegal in den USA - und hat ein Problem im Kofferraum des Wagens, den sie nur kurz von ihrem Arbeitgeber ausborgen wollte.  Isabel Allende baut einen Kokon aus Worten, aus dem man erst am Ende des Buches aufwacht und sich fragt, wo diese Freunde, die man so intensiv kennengelernt hat über die Länge des Buches, denn abgeblieben sind. Wir wissen so viele Details über die Protagonisten, dass wir das Gefühl bekommen, sie ewig zu kennen - und jeden auf seine Art zu schätzen gelernt haben. Wunderbarer Roman, in dem so viel an Realität, an Wahrheit, an Grausamkeit, an Liebe und an Schönheit verarbeitet wurde, in einer wunderschönen Sprache, die Allende meisterhaft beherrscht. Dabei kommen auch wie bei Allende gewohnt Mystik, Romantik, Familienbande und die Frau als Bewahrerin aller Geheimnisse nicht zu kurz. Und obwohl draußen klirrende Kälte herrscht, scheinen die Herzen der Protagonisten auf Sommer eingestellt. Absolute Leseempfehlung! xxx

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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Familienboot

Karen Eriksen
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei PARIMARE Verlag, 25.05.2018
ISBN 9783947244058
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dr. Karen Eriksen (wofür bei einem Reisebericht ein Doktortitel angeführt wird, hat mich schon von Anfang an skeptisch gemacht) beschreibt in ihrem Buch "Familienboot" die Teilnahme am ARC mit der ganzen Familie. Zur Vorbereitung wird von Dubrovnik nach Griechenland gesegelt, dann ein Abstecher in die Türkei. Dass es nicht um das Segeln an sich geht, zeigt sich, als plötzlich Landurlaube auf Helgoland und Guernsey eingeflochten werden. 

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Die wundersame Erkundung der Farbe Moll

Esther Grau
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 01.08.2018
ISBN 9783862825936
Genre: Romane

Rezension:

Mona und Ben stecken in der beruflichen Sackgasse. Bei Consultant Ben droht ein Burnout, bei Mona eher ein Boreout. Als die beiden sich begegnen, schlaflos in München miteinander spazieren und miteinander schweigen, spüren sie eine Verbundenheit. Und so brechen sie wenige Tage später gemeinsam in die Schweiz auf, auf den Spuren Hodlers. Ben ist noch nicht bereit für den Neuanfang, nimmt in Zürich eine Auszeit seiner Auszeit und lässt Mona zurück, die, anstatt nach München zurückzukehren, sich treiben lässt auf den Spuren ihrer Kindheit, Heidi-Welten besucht und immer wieder zu Hodler findet. In Bern, vor dem bekanntesten Werk Hodlers, treffen Ben und Mona sich wieder. Und als sie anschließend auf Idee Monas auch Bens Bruder in Biel besuchen, findet auch Ben wieder zu sich selbst. Wunderbare kleine, feine Geschichte über den Weg zu sich selbst, gespickt mit Gedanken zum Festhalten, Reflektieren und Nachdenken. 

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

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Commissario Pavarotti kam nie nach Rom

Elisabeth Florin
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 28.06.2018
ISBN 9783740803162
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im beschaulichen Kurort Meran wird ein deutsch-österreichisches Ehepaar ermordet. Sie, Anna, war Schriftstellerin und recherchierte in Meran offenbar gerade für ihr neuestes Buch. ihr Mann, Lex Santer, arbeitete als Fondsmanager. Alles deutet auf das Werk eines Profis hin. Der offensichtlich mit privaten Problemen kämpfende Commissario Pavarotti tappt auf der Suche nach dem Motiv im Dunkeln. Auf einer Reise nach Deutschland läuft er Lissie, seiner ehemaligen Partnerin, in die Arme. Auch Lissie hat Anna und Lex gekannt (wobei ihr nicht bewusst ist, dass Pavarotti darüber Bescheid weiß) und kehrt mit Pavarotti nach Meran zurück, offiziell, um die Arbeiten an Annas Buch fortzuführen, wozu sie von ihrem Verleger beauftragt wurde. Was aber weder Pavarotti noch sein Ispettore Emmenegger wissen: Lissie denkt gar nicht daran, die fremde Geschichte zu bearbeiten, sondern arbeitet an ihrem eigenen Buch, und sie und Anna hatten anscheinend einen heftigen Streit. In Meran überschlagen sich dann die Ereignisse, Lissie gerät selbst ins Visier des Mörders, und Pavarotti und Emmenegger haben alle Hände voll zu tun, um sie zu retten. 

Besonders attraktiv fand ich die persönlichen Spannungen zwischen den Protagonisten - man konnte teilweise richtig die Funken sprühen sehen in den Seiten. Durch gekonnt gezielte Rückblicke, einerseits in das Meran der Nachkriegszeit, andererseits in die Jugend von Anna, gewinnt der Leser nach und nach ein Einblicke in die komplexe Story. Gewinnt man anfangs den Eindruck, die Verbrechen wurden aus profaner Profitgier begangen, wird einem nach und nach deutlich, dass es hier um viel mehr geht, um Schicksale, um Geschichten. Fast jeder der Befragten ist irgenwie involviert, jedes Haus, jede Pension hat seine Geschichte in der Nachkriegszeit. Als Viertelsüdtirolerin, die in Innsbruck aufgewachsen ist, kenne ich auch aus meiner unmittelbaren Umgebung viele solcher Geschichten. Elisabeth Florin lässt ihre Protagonisten durch kleine Details und liebevolle Schilderungen lebendig, nahbar und menschlich erscheinen, z. B. spürt man die Verzweiflung Pavarottis am Anfang bzw. kann das Gefühl genau nachvollziehen, das Pavarotti in dieser Milchbar hat, als sie schreibt: "Nur 10 cm trennten ihn von Rom, aber der Streifen aus hellblauem Resopal war so breit wie der Po, und er wusste, er würde Rom nie erreichen". Die grandiose, eigene Landschaft rund um Meran, das immer noch eine deutschsprachige Enklave im inzwischen stark italienisch durchsetzten Südtirol darstellt mit den einsamen Tälern rundum bildet den perfekten Rahmen für diesen herausragenden zeitgeschichtlichen Krimi mit Lokalkolorit. Einige Fragen sind mir geblieben, ich hoffe, diese mithilfe der früheren Pavarotti-Fälle, die ich schon bald lesen werde, lösen zu können. Und dann freue ich mich auf weitere Fälle mit Pavarotti und Co. 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

beziehung, kriminalbeamte, liebe, literatur, psychologin, visionen

Aprilsommerjahr

Anke Schmidt
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei ihleo verlag, 23.05.2018
ISBN 9783940926821
Genre: Romane

Rezension:

Anke Schmidt spielt mit den Worten, gibt uns klare Bilder beim Lesen, kein Buch zum einfachen Überfliegen, nein, man wird gezwungen, jedes Wort in sich aufzunehmen, Gefühle werden greifbar gemacht, die Worte zielen direkt auf das Herz und nehmen es gefangen. 
Die überaus menschlichen Protagonisten wachsen einem während des Lesens ans Herz, man kennt sie besser als manches Familienmitglied, da sie mit ihren Problemen, Höhen, Tiefen bis ins Innerste dargestellt werden. Man begegnet eigenen Dämonen, wenn man mit Franziska, Psychologin und seit der Trennung von ihrem Exmann Single, in eine Beinahe-Depression rutscht, die Müdigkeit und Resignation erfährt, die Franziska immer tiefer hinunterzieht, wo Franziska doch alleine schon aus beruflicher Sicht die Probleme erkennen sollte. Es belastet auch den Leser, wenn Jochen, Polizist und durch eine Krankheit an seine Frau gekettet, die er nach eigenen Worten nie geliebt hat, versucht, seinen Tiefen mit Alkohol zu begegnen. Man liebt mit den beiden, versucht, sie zusammenzuhalten, auch wenn keine Zukunft möglich scheint. Und über all dem die Schönheit und Magie der Worte Goethes, die er verschämt an die angebetene Charlotte von Stein richtet. Dadurch, dass Eltern, Exehemänner, Nachbarn und Freundinnen in wenigen, aber aber deutlichen und treffenden Zeilen geschildert werden, wird die intensive Begegnung mit den Hauptdarstellern verstärkt. Und trotz aller Tiefen schließt man nach einem geschilderten Jahr im Leben der beiden das Buch mit einem Lächeln und freut sich darüber, diesen Schatz entdeckt zu haben.

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44 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

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Das Strandcafé an der Riviera

Jennifer Bohnet , Johannes Heitmann
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 04.06.2018
ISBN 9783956498152
Genre: Liebesromane

Rezension:

Rosie hat beschlossen, ihr Leben von Grund auf zu ändern und kauft ein Café an der französischen Riviera. Schuld an ihrem radikalen Wandel ist offenbar ein ominöser Charlie, der auch gleich ein paar Tage nach der Eröffnung bei Rosie auftaucht. Parallel dazu muss Rosie, die selbst als gute Köchin gilt, mit dem Problem zu kämpfen, dass einer der besten Köche Frankreichs im Hotel neben ihrem Café kocht. Neben der Geschichte von Rosie lernen wir in diesem Buch auch die Lebensgeschichte von Erica mit ihrer Tochter Cammie, soei Erica's Freundin GeeGee kennen, und auch Haubenkoch Seb verbirgt ein Geheimnis. Und da ist dann auch noch Olivia, Rosies Mutter, nebst jugendlichem Liebhaber, und Terry, Rosies Vater, der Olivia und Rosie früh verlassen hat. Eine wunderschöne Gegend, die aber leider im Buch zuwenig Platz einnimmt, bietet die Kulisse für die Liebesgeschichten der unterschiedlichen Freundinnen. Das Liebes-Happy-End am Ende scheint ein wenig dick aufgetragen, bei den Lebensgeschichten wäre weniger vielleicht mehr gewesen, aber alles in allem ein flüssig zu lesendes Sommerbuch. 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

belletristik. historischer roman

Das Jahrhundertversprechen: Historischer Roman (Jahrhundertsturm-Serie 3)

Richard Dübell
E-Buch Text: 656 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 08.06.2018
ISBN 9783843716017
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nach dem 1. Weltkrieg ziehen die nicht entschädigten Soldaten marodierend durch die Straßen Berlins - es ist Weihnachten, und es fehlt an allem. Der Gossenjunge Max  sieht, dass die Familie von und zu Briest, die in Berlin eine Detektei betreiben und außerhalb noch ein Gut besitzen, noch nicht aus Berlin abgereist ist, und geht zu ihnen, um sie zu warnen. Otto von Briest bietet Max an, sie zu begleiten, und Max kümmert sich rührend um Töchterchen Luisa, die zwei Jahre jünger ist als er selbst, und verspricht ihr, auf sie aufzupassen. Bei einer Patrouille wird auf Luisa geschossen, und Max löst sein Versprechen ein, was dazu führt, dass er wie ein Sohn bei Otto und Hermine von Briest aufgenommen wird - und wir das Leben der Familie, mit den Höhen und Tiefen des in einer tiefen Rezession gefangenen Deutschland in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, miterleben. Otto muss mehrfach um das Familiengut fürchten, und Max sucht sogar den Weg in die frühere Illegalität, um sein Versprechen zu halten, für Luisa zu sorgen. Und Luisa wird plötzlich klar, welch große Rolle Max in ihrem Leben spielt. Doch ein Widersacher macht den schönen Traum beinahe zunichte, und der aufkeimende Nationalsozialismus gefährdet die Familie erneut. Schöne Familiensaga mit sehr klar gezeichneten Charakteren, die Familie Briest ist samt und sonders sehr sympathisch. Ein Plädoyer für Menschlichkeit! 
Nachtrag: ich kenne die ersten beiden Bände nicht, das Buch ist aber ohne Probleme auch ohne Vorwissen sehr angenehm und flüssig zu lesen. 

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