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155 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

liebe, ruthie knox, zukunft, young adult, west

Caroline & West - Lass mich nie mehr los

Ruthie Knox , Marion Herbert
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei INK, 05.06.2015
ISBN 9783863960759
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich habe den ersten Band der Dilogie um Caroline und West so geliebt. Ich habe dieses Buch inhaliert, es verschlungen, es in mich aufgesogen und für immer in meinem Herzen verewigt. Und ein wenig wünschte ich jetzt, ich hätte es nach dem Beenden gut sein lassen, hätte mich mit dem zufriedengegeben, was die Autorin mir angeboten hat. Aber nein - ich war süchtig und gierig nach mehr, habe ich hemmungslos und rücksichtslos auf die Fortsetzung gestürzt. Und sitze nun hier und starre dieses Buch an, das mich so enttäuscht hat und gegenüber dem ich es nicht schaffe, so viel zu empfinden wie gegenüber Band 1.

Versteht mich nicht falsch: Ruthie Knox hat mit Sicherheit alles richtig gemacht mit dieser Fortsetzung. Sie hat die Geschichte logisch forgeführt, hat die Charaktere nicht daran gehindert, sich völlig richtig zu verhalten. Die Fortsetzung MUSSTE einfach so sein, um authentisch zu sein. Denn Caroline und West sind beide nicht mehr die, die sie noch im ersten Teil waren. Ihre Beziehung ist nicht mehr die, die sie im ersten Teil war. Es hat sich vieles verändert und auch im Laufe des Buches verändert sich vieles. Ich fand es logisch und total korrekt. Aber mir hat so vieles gefehlt, was mich an Band 1 so begeistert hat. "Lass mich nie mehr los" ist so ein negatives Buch, das voll ist mit Wut, Trauer, Enttäuschung. Vor allem West zeigt sich echt nicht von seiner besten Seite, auch wenn diese negativen Eigenschaften natürlich einfach ein Teil von ihm sind, mit denen man leben muss, wenn man mit ihm leben möchte. Aber es war einfach nicht schön zu lesen, wie er sich seinen negativen Gefühlen hingibt und diese letztlich auch an Caroline auslässt. In dieser Fortsetzung wird die ganze dunkle Seite von West und seiner Vergangenheit aufgearbeitet und aufgeräumt und auch wenn es am Ende des Tunnels ein Licht gibt, ist der Weg dorthin einfach sehr lang und beschwerlich. Das Lesen des Buches hat keinen Spaß gemacht, weil sich die negative Stimmung der Charaktere einfach total auf mich übertragen hat. Wo waren die kleinen Szenen, die mich im ersten Teil zum Schmunzeln bringen konnten, die gefühlvollen Szenen zwischen Caroline und West, die mein Herz haben schneller schlagen lassen? Die Emotionen in diesem Buch sind ganz anderer Art und mir hat das Positive echt einfach gefehlt.

Mein einziger Rettungsanker war Caroline, die mir in diesem Buch echt noch mehr ans Herz gewachsen ist. Während es in Band 1 häufig Mitleid war, das ich für sie empfunden habe, konnte ich sie in dieser Fortsetzung nur bewundern für ihre Willenskraft, ihre Stärke, ihren Mut.

Letztlich werde ich sicherlich den ersten Band der Reihe immer wieder zur Hand nehmen, weil ich ihn so sehr liebe. Band 2 wird natürlich auch einen festen Platz in meinem Regal haben, aber für einen Platz in meinem Herzen wird es leider nicht reichen.

Mein Fazit

Ich kann durchaus leben mit den Geschehnissen in diesem zweiten Band, aber leider konnte Ruthie Knox mich damit nicht auf positive Art und Weise erreichen.

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289 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 110 Rezensionen

zodiac, sternzeichen, fantasy, weltall, romina russell

Zodiac

Romina Russell ,
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.11.2015
ISBN 9783492703819
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich hatte mir von diesem Buch leider mehr erhofft. Ich bin nicht unbedingt im Sci-Fi-Genre zu Hause, aber dieses Buch klang vom Klappentext her so gut und mir gefällt auch das Cover so sehr, dass ich mich richtig darauf gefreut hatte, es zu lesen. Leider hat es mir die Autorin sehr schwergemacht, mich in das Buch fallenzulassen. Die Welt, die Romina Russell entworfen hat, ist vom Grundkonzept her total interessant, aber mir hat eine wirkliche Einführung in diese Welt gefehlt. Es gibt so viele Details, so viele Begriffe, die nicht richtig erklärt werden, sondern die der Leser sich praktisch selbst erklären muss, dass ich nie so richtig verstanden habe, wie das Konzept der fremdartigen Welt denn nun tatsächlich funktioniert. Das Grundprinzip der 12 Häuser, repräsentiert durch die 12 Sternzeichen, ist mir schon klargeworden, aber mir fehlte dennoch einfach das Hintergrundwissen, um mich wirklich in diese Welt fallenlassen zu können. Das Buch ist meiner Meinung nach überladen mit fremden Begriffen und es mangelt einfach an Erklärungen.

Die Handlung erschien mir ebenfalls überladen. Es passiert meiner Meinung nach viel zu viel, als Leser kommt man gar nicht zur Ruhe, sondern ist ständig nur mit dem Versuch beschäftigt, der Autorin irgendwie zu folgen. Das Buch wirkt hektisch und auch hierdurch fiel es mir wieder schwer, mich richtig in der Geschichte zu verlieren. Das war einfach nicht möglich. Und dazu kommt, dass trotz der überladenen Handlung nicht wirklich viel passiert. Man trifft auf neue Charaktere, kommuniziert auf einer 2. Ebene, ist ständig unterwegs. Aber die Handlung kommt trotzdem nicht voran. Das war nicht nur langweilig zu lesen, sondern irgendwie auch frustrierend.

Leider blieben mir auch die Charaktere viel zu blass. Nicht mal mit Rho, der weiblichen Hauptperson, konnte ich mich anfreunden. Ich habe ebenso wie zu der Welt einfach keinen Zugang gefunden.

Daher gibt es leider nur 2 Sterne von mir.

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(126)

354 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

liebe, new adult, internet, college, fotos

Caroline & West - Überall bist du

Ruthie Knox , Marion Herbert
Flexibler Einband: 470 Seiten
Erschienen bei INK, 05.03.2015
ISBN 9783863960728
Genre: Liebesromane

Rezension:

Schon allein mit dem Prolog hat es Ruthie Knox direkt geschafft, mich zu fesseln, mich zu begeistern und mich förmlich in das Buch zu saugen. Ihr Schreibstil ist einfach so lebhaft und intensiv, dass man als Leser förmlich an den Seiten klebt und zusammen mit der weiblichen Hauptperson Caroline, die als Ich-Erzählerin auftritt, die Geschichte erlebt.

Im Prolog lernt der Leser Caroline direkt kennen, die erzählt, wie sie vor 2,5 Wochen eine SMS von ihrer besten Freundin bekommen hat, die ihr einen Link zu einer Internetseite mit dem Kommentar "Oh mein Gott. Das musst du dir ansehen" geschickt hat. Der Link führt zu einer Seite, die Carolines Ex-Freund aus Rache erstellt hat, nachdem die Beziehung der beiden zu Bruch gegangen ist. Die Seite zeigt mehrere Fotos von Caroline, in sexy Unterwäsche, aber auch in sehr intimen Situationen mit ihrem Ex-Freund. Innerhalb kürzester Zeit hat diese Seite fast 500 Kommentare erhalten, die nettesten lauten "Du Schlampe". Auch zu finden sind der vollständige Name von Caroline, der Name ihrer Highschool, der Name ihres Colleges. Caroline zieht es den Boden unter den Füßen weg. Schlagartig wird ihr klar, dass sie ihre Karriere nun vergessen kann, Richterin wird sie nun wohl nicht mehr werden. Und fast noch fassungsloser macht es sie, dass sie als die Böse abgestempelt wird, obwohl doch ihr Ex-Freund derjenige war, der die Bilder gemacht und veröffentlicht hat.

Und obwohl der Prolog echt nicht lang ist und nur gerade mal fünf Seiten umfasst, ist mir Caroline sofort sympathisch und das Buch hat es geschafft, mich schon nach diesen wenigen Seiten extrem zu berühren.

Und das setzt sich auch im Rest des Buches fort, denn was ich wirklich krass fand, ist, wie gut es der Autorin gelingt, das Gefühlsleben von Caroline zu beschreiben. Sie befindet sich einfach in einer ganz schrecklichen Situation und schonungslos beschreibt Ruthie Knox, wie sie sich auf den heftigsten Porno-Seiten umschaut, auf der Suche nach den Bildern, die sie in äußerst ungünstigen Situationen zeigen, um dann denjenigen, der das Bild hochgeladen hat, ausfindig zu machen und ihn dazu zu bringen, es von der Seite zu löschen. Oder wie sie jedem Kerl, dem sie auf dem Campus oder in der Stadt begegnet, ausweicht, weil sie nicht weiß, ob der Blick, den sie erntet, ausdrückt, dass der Kerl sie nackt im Internet gesehen hat. Das ist schon echt krass und auch nicht ganz leicht zu lesen. Auch hier schreibt die Autorin sehr direkt und schonungslos.

Was ich unbedingt erwähnen möchte: "Caroline & West. Überall bist du" ist ein New-Adult-Buch, in dem es recht schnell körperlich sehr heiß hergeht zwischen den Charakteren. Schon im ersten Kapitel ist die körperliche und auch sexuelle Spannung zwischen Caroline und West schon sehr intensiv zu spüren und die Autorin beschreibt diese Spannung auch nicht gerade umständlich. Es geht hier nicht unbedingt nur um das süße Flirten zweier Hauptcharaktere, sondern hier geht es schon recht schnell zur Sache. Normalerweise mag ich bei New-Adult-Romanen gerade dieses Katz-und-Maus-Spiel zwischen den Charakteren, das Flirten, das Umsichwerfen mit witzigen Sprüchen. So ist "Caroline & West" aber gar nicht. Natürlich gibt es auch diese Szenen, als sich Caroline und West nicht nur körperlich, sondern auch gefühlsmäßig näherkommen, und es wird auch hier geflirtet. Aber auch die körperlichen Aspekte einer Beziehung, wenn man das, was sich zwischen Caroline und West entwickelt, so nennen möchte, kommt nicht zu kurz.

Neben Caroline tritt auch West als Ich-Erzähler auf. Und das nicht ohne Grund, denn auch seine Gedanken und Gefühle stehen sehr stark im Vordergrund dieses Buches, ebenso wie seine Vergangenheit. Denn West führt kein sorgloses Leben. Im Gegenteil. Er ist in ständiger Sorge um seine Mutter und seine kleine Schwester, die er zurückgelassen hat, als er für sein Studium sein Zuhause verlassen hat. Und seine Vergangenheit ist es auch, die zwischen ihm und Caroline steht. Er kann mit Caroline nicht darüber sprechen, verschließt sich vor ihr, weicht ihm aus, wenn er Fragen stellt. Bis Caroline das nicht mehr durchgehen lässt und er kurz davor ist, sie zu verlieren.

Ich war total fasziniert davon, wie lebendig und einzigartig Ruthie Knox ihre Figuren gezeichnet hat. Neben Caroline und West gibt es natürlich noch weitere Figuren, zum Beispiel Carolines beste Freundin Bridget oder Wests Kumpel Quinn. Ich habe alle Charaktere einfach total in mein Herz geschlossen. Bis auf Nate und seine Anhänger. Mann, was habe ich diese Typen während des Lesens verflucht! Es ist unfassbar, wie sich Nate verhält. Er hat Caroline so etwas Schreckliches angetan und verhält sich danach einfach immer noch wie ein totales Arschloch, ohne Einsichtsfähigkeit, ohne Reue, ohne Verständnis für irgendwas. Über ihn habe ich mich wahnsinnig aufgeregt, zum Glück konnten mich dann aber regelmäßig die gefühlvollen Szenen zwischen Caroline und West ablenken.

Denn die haben das Lesen für mich zu einem absoluten Highlight gemacht. Und neben den großen Gefühlen, die in diesem Buch eine Rolle spielen, kommt auch der Humor nicht zu kurz. Denn natürlich macht Caroline im Laufe des Buches eine Entwicklung durch und wird endlich wieder zu der Person, die sie war, bevor Nate ihr diese schreckliche Sache angetan hat. Sie geht wieder unter Leute, hat Spaß mit ihren Freunden. Und diese positiven Gefühle übertragen sich direkt auf den Leser, sodass ich regelmäßig ein breites Grinsen im Gesicht hatte, während ich Seite um Seite umgeblättert habe.

Obwohl sich "Caroline & West. Überall bist du" nach dem Klappentext zu urteilen vielleicht wie ein typisches "New Adult"-Buch anhört, war es das für mich überhaupt nicht. Klar, wir haben den Charakter mit seiner schrecklichen Vergangenheit, die er immer noch nicht verarbeitet hat und die es ihm verwehrt, echte Gefühle für jemanden aufzubringen. Und wir haben das hübsche Mädchen, das sich in den Bad-Boy verliebt und heiße Nächte mit ihm verbringt. Aber dieses Buch ist einfach noch so viel mehr. Die Charaktere sind so wundervoll, dass man regelrecht mit ihnen mitfiebert. Es passiert zwischenmenschlich so unglaublich viel, das Leseerlebnis ist so intensiv. Für mich hat hier einfach alles gepasst und ich freue mich riesig auf die Fortsetzung, denn natürlich endet dieser erste Band mit einem richtig fiesen Cliffhanger, sodass ich es kaum abwarten kann, endlich zu erfahren, wie es mit Caroline und West weitergeht.

Mein Fazit

Obwohl ich durch J. Lynn echt verwöhnt bin, was Romane aus der Gattung "New Adult" betrifft, konnte mich Ruthie Knox mit "Caroline & West. Überall bist du" einfach restlos begeistern. Ich glaube, mit diesem Buch habe ich mein Lesehighlight 2015 gefunden.

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925 Bibliotheken, 18 Leser, 0 Gruppen, 155 Rezensionen

liebe, theater, leisa rayven, romeo und julia, schauspieler

Bad Romeo & Broken Juliet - Wohin du auch gehst

Leisa Rayven ,
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.07.2015
ISBN 9783596033225
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich muss zugeben, dass ich auf dieses Buch nicht unbedingt aufgrund des Klappentextes aufmerksam wurde. Ich finde nicht, dass dieser so einzigartig klingt, dass ich das Gefühl bekommen habe, dieses Buch unbedingt lesen zu müssen. Stattdessen waren es die Meinungen und Besprechungen zum englischen Original, die mich neugierig gemacht haben.

Nach dem Lesen des Buches bleibe ich jedoch etwas ratlos zurück. Irgendwie hatte ich mir dann doch mehr von der Lektüre erwartet. Gerade das Versprechen der "tiefen Verbindung" zwischen den Charakteren, die von wahrer Liebe zeugen soll, hat sich für mich nicht erfüllt. Zwar habe ich das Buch insgesamt ganz gerne gelesen und ich werde sicherlich auch den zweiten Band lesen, aber meine Begeisterung hält sich doch etwas in Grenzen. Ich habe das Gefühl vermisst, komplett in dieses Buch hineingezogen zu werden, von den Emotionen der Charaktere völlig gefangengenommen zu werden.

Stattdessen war die Anziehung zwischen den Charakteren für mich rein körperlich. Aber dass sich Ethan und Cassandra wirklich aus vollem Herzen und aus tiefster Seele lieben sollen - davon ist bei mir nichts angekommen. Und es fällt leider auch sehr schwer, die Anziehung der Charaktere nachzuvollziehen, wenn ständig die Wörter "Fuck" und "Arschloch" fallen, sobald sich die beiden zusammen in einem Raum befinden. Dazu kamen dann diese ständigen Machtspielchen nach dem Motto "Schau mir in die Augen und sag mir, dass du mich wirklich nicht mehr liebst." Ich weiß nicht, wie oft dieses Spielchen gespielt wurde. Es wurde mit der Zeit jedenfalls sehr anstrengend. Leider waren die Dialoge zwischen den Charakteren häufig sehr nichtssagend, haben sich im Kreis gedreht und die Handlung überhaupt nicht vorangetrieben.

Und leider konnte ich dadurch keine Beziehung zu den Charakteren aufbauen. Cassandra war stellenweise so anstrengend, dass ich das Buch genervt zur Seite gelegt habe. Dabei mochte ich ihren Humor am Anfang des Buches so sehr. Dieser geht aber nach dem ersten Kapitel recht schnell verloren. Stattdessen dreht sich für sie dann fast alles nur noch um den Verlust ihrer Jungfräulichkeit, was sich in teilweise echt merkwürdigen Gedankengängen widerspiegelt. Zur Abwechslung ist dieses Buch mal eines, in dem die Frau mehr will als der Mann. Und das hat sich in teilweise echt komischen Handlungen und Gedankengängen von Cassandra gezeigt. Dabei fand ich es unglaubwürdig, dass sie noch nie geküsst worden sein soll. Nee, das habe ich ihr nicht abgekauft. Und an manchen Szenen wollte ich sie so gerne schütteln, wenn sie sich mal wieder total unmöglich benimmt und mit ihrer Sturheit alles kaputtmacht.

Und leider hat mir die Autorin keine Chance gegeben, mich in Ethan zu verlieben. Ihr kennt das bestimmt, dass man sich als Leserin irgendwie zusammen mit der weiblichen Hauptperson in den männlichen Protagonisten verknallt. So ein bisschen zumindest. Bei Ethan war das nicht möglich. Ich mochte ihn, ja. Aber mehr auch nicht. Dabei macht es für mich den besonderen Reiz dieses Genres aus, als Leserin selbst auch in den wunderschönen Augen und den starken Armen der männlichen Hauptfgur zu versinken ... Schade, dass es mir bei diesem Buch nicht gelungen ist.

Leider habe ich auch den großen Knall, auf den das Buch die ganze Zeit zuzusteuern scheint, vermisst. Denn der hat sich am Ende als kleine Verpuffung herausgestellt, die mich mit offenem Mund zurückgelassen hat, weil ich nicht glauben konnte, dass DAS der Aufhänger für das Buch war. Vielleicht lag darin aber die Besonderheit des Buches, der Punkt, der es von den vielen anderen Romanen im "New Adult"-Bereich unterscheidet, wo es sonst üblicherweise große Dramen und schwierige Vergangenheiten zu verarbeiten und zu überwältigen gilt. Aber wirklich überzeugen kann mich Leisa Rayven damit dann doch nicht. Dann hätte ich mir doch lieber mehr Drama gewünscht als diese unnötige Aufbauscherei der berühmten Mücke zum Elefanten.

Gut gefallen hat mir hingegen, wie das Thema Schauspielerei untergebracht wurde. Erika, die Schauspiellehrerin, fand ich wirklich klasse. Sie hat das Buch häufig prima aufgelockert und ihm insgesamt so gut getan. Auch fand ich die Aufführung des Stückes "Romeo und Julia", das dem Buch seinen Namen verliehen hat, wirklich toll und fesselnd.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass sich das Buch insgesamt sehr schnell lesen ließ. Ich glaube, wenn der Schreibstil von Leisa Rayven nicht so locker und angenehm gewesen wäre, hätte ich irgendwann aufgegeben. So hatte ich das Buch aber in kurzer Zeit durch, was die teilweise nervige Cassandra und die unspektakuläre Handlung wieder wettgemacht hat.

Mein Fazit

So ganz kann ich den Hype um das Buch nicht nachvollziehen. Dementsprechend häufig habe ich in dieser Rezension wahrscheinlich auch das Wort "leider" verwendet. Denn ich wollte dieses Buch wirkich gerne mögen ... Teil 2 werde ich dennoch lesen, vielleicht kann ich dann am Ende doch verstehen, was an dieser Reihe so besonders ist.

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809 Bibliotheken, 14 Leser, 3 Gruppen, 119 Rezensionen

liebe, freundschaft, uni, manchester, liebesroman

Wir in drei Worten

Mhairi McFarlane , Karin Dufner , Ulrike Laszlo
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2013
ISBN 9783426514535
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die Charaktere des Buches fand ich ganz in Ordnung, aber mir fehlte dieses Gefühl, das Buch nicht mehr zur Seite legen zu können, dieser Drang, einfach weiter lesen zu müssen. Die Handlung war leider recht oberflächlich, mir fehlte vor allem die Spannung zwischen den Charakteren.

Den Schreibstil fand ich ganz ok, allerdings war mir der Humor stellenweise zu gewollt. Wirklich lachen konnte ich nicht. Und teilweise habe ich die Witze gar nicht verstanden. Vor allem, wenn irgendwelche Andeutungen gemacht wurden, die ich nicht nachvollziehen konnte.

Die Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart wurden nicht deutlich angekündigt und folgten auch keinem bestimmten Schema. Ich hatte auch das Gefühl, dass man da sehr deutlich lesen muss. Es wurde nur durch die Zeitform deutlich, da der Schreibstil je nach Zeitpunkt der Handlung auch zwischen Gegenwarts- und Vergangenheitsform wechselt. Zu Beginn eines jeden Kapitels musste ich mich aber auch immer erst mal orientieren.

Leider konnte ich insgesamt einfach nicht genügend mit den Charakteren mitfiebern. Mir hat die Sympathie für sie total gefehlt. Schade, denn das Buch klang so vielversprechend und eure begeisterten Rezis haben mir das Gefühl gegeben, dass ich dieses Buch auch mögen würde.

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173 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

liebe, krebs, australien, neuseeland, tod

Dinner mit Rose

Danielle Hawkins , Nina Bader
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Schroeder, Marion von, in Ullstein Buchverlage GmbH, 13.03.2013
ISBN 9783547711875
Genre: Romane

Rezension:

Ich bin echt mit hohe Erwartungen an dieses Buch herangegangen. In das Cover habe ich mich sofort verliebt und auch die Meinungen zu dem Buch klangen alle so toll. Ich bin davon ausgegangen, dass das mal wieder ein 5-Sterne-Buch sein könnte. Am Ende hat es allerdings nur für vier Sterne gereicht.

Mir war das Buch insgesamt einfach zu oberflächlich. Die Charaktere waren zwar toll herausgearbeitet, aber ich habe mich in keinen von ihnen verliebt. Ich fand sie nett, allen voran Rose, und auch den Rest. Sie hatten alle ihre Besonderheiten und ihre ganz eigene Art von Humor, sodass ich öfters schmunzeln musste. Aber eine gewisse Distanz zu ihnen war doch immer da, mir hat irgendwie etwas gefehlt, das mich den Figuren ganz nahe bringt. Und auch die Handlung war stellenweise viel zu schnell erzählt. Da hätte ich mir doch regelmäßig mehr Details und Informationen gewünscht.

Und der größte Kritikpunkt ist wohl, dass mir das Buch zu unemotional war. Ich bin von Anfang an davon ausgegangen, dass ich hier weinen würde. Aber keine einzige Träne ist geflossen. Dafür war der Schreibstil der Autorin irgendwie zu neutral. Und auch die Charaktere waren mir zu unemotional.

Aber gut, ins Regal stellen werde ich das Buch trotzdem. Schon allein wegen dem tollen Cover.

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

Der ungeladene Gast

Sadie Jones , Brigitte Walitzek
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei btb, 12.05.2014
ISBN 9783442747726
Genre: Romane

Rezension:

Irgendwie mag ich die Romane von Sadie Jones einfach. Sie ist mittlerweile eine Autorin für mich geworden, deren Bücher ich unabhängig von ihrem Inhalt lesen würde. Ich mag ihren Erzählstil einfach sehr gerne und auch die Handlungen ihrer Romane sind alle sehr originell und individuell.

"Der ungeladene Gast" hat mir ein ganz besonderes Lesevergnügen geboten. Die Stimmung in diesem Roman war von Anfang an besonders. Irgendwie geheimnisvoll, auch etwas beunruhigend, angespannt, nervös und aufgeregt. Das Buch lässt sich überhaupt nicht in die Karten blicken, als Leser hat man gar keinen Plan, worauf das Ganze hinauslaufen soll. Was einen sehr großen Reiz beim Lesen ausmacht und für große Spannung sorgt, obwohl die Handlung an sich nicht in der Weise spannend ist, dass ständig etwas Aufregendes passieren würde.

Und dazu kamen dann die besonderen Beschreibungen der Autorin, sowohl von den Charakteren als auch von der Handlungsumgebung, die so humorvoll, irgendwie auch ironisch waren. Und die dem Buch das gewisse Etwas verliehen haben. Die Autorin arbeitet hier viel mit stilistischen Mitteln wie Bindestrichen oder in Klammern gesetzten Sätzen, mit denen sie schnell noch etwas einfügt, was nicht wichtig für die Handlung ist, aber das Gesamtbild abrundet. Das fand ich wirklich toll.

Die Stimmung in diesem Buch war wirklich besonders und auch das Haus oder Anwesen "Sterne" strahlte eine besondere Atmosphäre aus. Ich kann gar nicht so richtig in Worte fassen, wie sehr mich dieses Buch fasziniert hat. Denn genauso undurchsichtig wie die Handlung waren für mich auch die Charaktere. Die meisten von ihnen konnte ich gar nicht so richtig einschätzen bzw. haben viele von ihnen im Verlauf des Buches eine interessante Wandlung durchlebt. Hach, das Buch war einfach so schön mysteriös, ein wenig bedrückend, fast schon unheimlich. Toll!

Eine rationale bzw. realistische Erklärung und Auflösung wäre mir am Ende dann zwar doch lieber gewesen. Aber irgendwie ist das Buch insgesamt doch stimmig.

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40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

familie, feminismu, verbreche

Stimmen in der Nacht

Laura Brodie
E-Buch Text: 336 Seiten
Erschienen bei Deutscher Taschenbuch Verlag, 18.12.2013
ISBN 9783423413329
Genre: Romane

Rezension:

Ich fand das Buch eher mittelmäßig. Es war mir zu ruhig und irgendwie konnte ich die Auflösung des Ganzen zu schnell erahnen. Obwohl die Autorin noch Kleinigkeiten eingebaut haben, die man natürlich nicht erwarten konnte und die dadurch umso erschreckender wirkten.

Das Buch ist zwar wirklich eine nette Abhandlung darüber, wie man mit Schuldgefühlen umgeht und andererseits lernt, zu verzeihen, aber die Autorin konnte mich nicht fesseln. Maggie war die einzige Person, zu der ich so etwas wie eine Beziehung aufbauen konnte, die anderen Charaktere waren mir alle zu flach.

Den Schreibstil der Autorin empfand ich ebenfalls als sehr angenehm, aber nicht sooo einnehmend, wie ich es von anderen Autoren bzw. Büchern kenne. Aber meist ist es ja sowieso die Kombination Stil-Handlung, die überzeugt. Und hier konnte das keines von beiden so wirklich.

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(152)

283 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 67 Rezensionen

vergangenheit, liebe, zukunft, erinnerungen, vergessen

Forgotten

Cat Patrick , Sybille Uplegger
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Schroeder, Marion von, in Ullstein Buchverlage GmbH, 27.09.2011
ISBN 9783547711820
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich glaube, Cat Patrick entwickelt sich langsam zu einer neuen Lieblings-Autorin von mir. "Die fünf Leben der Daisy West" fand ich schon so toll und auch "Forgotten" ist ein ganz besonderes Buch.

Die Idee hinter dem Buch ist einfach großartig, auch wenn ich schon ein wenig darüber gegrübelt habe, wie das Leben von London "funktioniert". Erklärungen hierzu gibt es von der Autorin nicht besonders viele. Aber der Klappentext hilft weiter und man muss außerdem ein bisschen mitdenken. Aber das schadet ja nicht. ;-) Auf jeden Fall hat es mir richtig gut gefallen, wie Cat Patrick an das Thema Gedächtnisverlust herangegangen ist und etwas völlig Neues daraus geschaffen hat.

London ist eine Ich-Erzählerin, die mir von Anfang an sympathisch war. Und auch die anderen Charaktere fand ich toll. In Luke habe ich mich ebenfalls ein wenig verliebt und Jamie war für ein paar Stunden auch meine beste Freundin. Das Buch übt einen großen Sog aus und hat es geschafft, mir die Handlung und die Charaktere so nahe zu bringen, dass ich mich als Teil von Londons Leben gesehen habe.

Ganz bezaubernd fand ich die Liebesgeschichte zwischen London und Luke. Es sind hier viele Kleinigkeiten, die das Besondere daran ausmachen. Und natürlich die Tatsache, dass London sich jeden Tag auf's Neue in ihren Luke verliebt. Das muss wohl wirklich die wahre Liebe sein. <3

Ich habe zwei kleine Kritikpunkte, für die es zusammen einen Stern Abzug gibt.

Zum Einen ist das Buch zu dünn. Es hätte durchaus 100 Seiten mehr vertragen können und vor allem am Ende geht mir alles irgendwie etwas zu schnell und ich hätte durchaus noch mehr über das weitere Leben der Figuren erfahren.

Zum Anderen hat mich ein Teil der Handlung gestört, der zwar etwas Dramatik in das Buch gebracht, aber irgendwie hat es für mich nicht so ganz gepasst. Das Buch war eigentlich schon interessant genug, ich hätte diese neue Wendung nicht gebraucht.

Am Ende gibt es also 4 Sterne von mir und die weiteren beiden Bücher der Autorin, die bislang nur im Original erhältlich sind, wandern direkt auf meine Wunschliste.

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(407)

767 Bibliotheken, 11 Leser, 4 Gruppen, 93 Rezensionen

entführung, raum, gefangenschaft, kind, vergewaltigung

Raum

Emma Donoghue , Armin Gontermann
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.11.2012
ISBN 9783492301299
Genre: Romane

Rezension:

Wow, das Buch hat es echt in sich und ist etwas ganz Besonderes! Das Buch würde sich sehr gut für eine Leserunde zusammen mit anderen Lesern eignen, denn es gibt viele diskussionswürdige Szenen.

An den besonderen Schreibstil der Autorin habe ich mich schnell gewöhnt. Dass der fünfjährige Ich-Erzähler keine Artikel vor die Substantive setzt und die Grammatik nicht einwandfrei beherrscht, ist zwar ungewöhnlich, aber wirkt sich nicht unbedingt negativ auf den Lesefluss auf.

Der Inhalt des Buches ist wirklich sehr beeindruckend. Man muss sich mal vor Augen halten, was es bedeutet, einen winzigen Raum für die ganze Welt zu halten. Das ist unfassbar! Es gibt so viel, das Jack lernen muss! Furchtbar! Seine Mutter hat meiner Meinung nach aber Großartiges geleistet, denn sie gibt sich so viel Mühe mit Jack, denkt sich Spiele aus und ermöglicht ihm tatsächlich ein angenehmes Leben, mit dem Jack zufrieden ist! Gerade am Ende des dritten Teils konnte ich das Buch gar nicht mehr zur Seite legen und habe total mitgefiebert! Man, war das spannend!

Aber man merkt eben doch, dass Jack Vieles nicht versteht. So ist zum Beispiel das Spiel Licht an - Licht aus ein Mittel für seine Mutter, um einzuschlafen, während sie in Wirklichkeit SOS Signale in die Welt sendet.

Dieses Buch ist wirklich einzigartig und mit keinem anderen Buch zu vergleichen. Die Autorin hat sich so eine krasse Geschichte ausgedacht, dass ich teilweise fassungslos vor meinem Buch saß und auch jetzt wirkt das Buch immer noch nach. Es ist ein wahrer Schatz im Regal.

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90 Bibliotheken, 1 Leser, 6 Gruppen, 12 Rezensionen

endzeit, stromausfall, computervirus, deutschland, dystopie

Rattentanz

Michael Tietz
Flexibler Einband: 720 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.11.2011
ISBN 9783548283937
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe das Buch mit großer Begeisterung, aber auch Beklemmung gelesen. Denn das Szenario, das Michael Tietz erschaffen hat, ist wohl gar nicht sooo abwegig. Während des Lesens habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie ich mich verhalten würde, sollte einmal ein solches Chaos herrschen. Aber letztlich bin ich zu dem Ergebnis, dass ich darüber eigentlich gar nicht nachdenken will, weil die Vorstellung einfach zu schrecklich ist.

Es wird in diesem Buch von mehreren Charakteren erzählt, besonders berührt hat mich das Schicksal von Aleksandr Glück und seiner Frau. Da haben sich ja wirklich herzergreifende Szenen abgespielt. Eva Seger war einer meiner Lieblings-Charaktere, weil sie noch am menschlichsten von allen ist. Aber auch Beck und Frieder Faust mochte ich irgendwie. Und Thomas war auch ein sehr interessanter Charakter! Überhaupt fand ich es toll, dass der Autor Michael Tietz so viele unterschiedliche Charaktere geschaffen hat, um die unterschiedlichsten Reaktionen auf diese schreckliche Katastrophe in die Handlung einzubauen.

Stellenweise ist das Buch sehr brutal und bei manchen Szenen hat sich mir der Magen umgedreht. Aber leider ist diese Brutalität meiner Meinung nach eine nachvollziehbare Folge der Ereignisse. Daher ist das Buch sehr authentisch und die Entwicklungen nachvollziehbar. Das fängt schon bei Bubi an, der total besessen davon ist, tolle Fotos zu schießen, und geht bei den Banden und Plünderern weiter.

Das Buch ist grausam und abschreckend, aber dennoch konnte es mich fesseln und hat mich auf eine gewisse Art und Weise auch fasziniert.

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(44)

75 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 11 Rezensionen

(verkauft), london, kinder, familie, beziehung

Das Leben kleben

Marina Lewycka , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.03.2012
ISBN 9783423213493
Genre: Romane

Rezension:

Irgendwie ist dieses Buch etwas ganz Besonderes! Vor allem den Stil der Autorin mochte ich total. Das Buch ist kurzweilig und unterhaltsam geschrieben, es gibt viele Stellen, an denen ich schmunzeln musste und mich über den unterschwelligen Witz amüsiert habe.

Und auch die Geschichte hat mich einfach überzeugt. Die Charaktere sind toll gezeichnet und die Handlung hat einfach das gewisse Etwas.

Und irgendwie ist es ein Buch, bei dem es mir schwer fällt, zu begründen, warum es denn schön ist. Ich kann nur sagen, dass ich mich immer aufs Weiterlesen gefreut habe, dass die Geschichte interessant war, ebenso wie die Charaktere.

Die Auflösung um Ben war zwar nicht hundertprozentig zufriedenstellend, aber akzeptabel. Dafür gibt es in der Bewertung einen Stern Abzug.

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(110)

185 Bibliotheken, 2 Leser, 8 Gruppen, 41 Rezensionen

mord, familie, vergangenheit, thriller, massaker

Finstere Orte

Gillian Flynn , Christine Strüh
Fester Einband: 527 Seiten
Erschienen bei Scherz, 19.02.2010
ISBN 9783502100959
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Innerhalb eines Tages habe ich dieses Buch beendet. Das spricht echt für das Buch, die Spannung und den Schreibstil der Autorin. Wobei ich auch einige Längen während des Lesens empfunden habe. Vieles wird meiner Meinung nach zu stark ausgebreitet, ohne die Handlung voranzutreiben. Manches wird wiederholt und stört so den Lesefluss. Aber insgesamt liest sich das Buch doch flüssig und die Spannung wird immerhin stark genug aufrechterhalten, um mich als Leser zum Weiterlesen zu bringen.

Witzigerweise war mir kein Charakter in diesem Buch so richtig sympathisch. Aber es hat mich überhaupt nicht gestört. Wichtig war für mich nur, zu erfahren, was in der Mordnacht tatsächlich passiert ist.

Das Besondere an dem Buch ist, dass man zusammen mit Libby beginnt, die Ereignisse der Mordnacht nach und nach aufzudecken. Dabei hat mir die Erzählperspektive besonders gut gefallen: Libby kommt als Ich-Erzählerin zu Wort, während Ben, ihr Bruder, und Patty, ihre Mutter, am Tattag begleitet werden. So ergibt sich nach und nach ein Bild und der Leser kann die einzelnen Puzzleteile zusammensetzen.

Das Ende des Buches fand ich überraschend, aber nachvollziehbar und stimmig. Auf die Auflösung wäre ich aber niemals gekommen - ich hatte ganz andere Vermutungen!

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(2.793)

3.665 Bibliotheken, 23 Leser, 13 Gruppen, 157 Rezensionen

thriller, dänemark, entführung, krimi, sonderdezernat q

Erbarmen

Jussi Adler-Olsen , Hannes Thiess
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.02.2011
ISBN 9783423212625
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich hatte Schwierigkeiten, mich in das Buch rein zu finden. Am Anfang kam meiner Meinung nach nicht wirklich Spannung auf. Selbst der Prolog, der oft erreichen soll, dass der Leser sich Gedanken über den weiteren Verlauf der Handlung macht, konnte mich nicht packen. Dazu fand ich den Aufbau etwas verwirrend. Ständig diese Zeitsprünge zwischen 2002 und 2007. Ich wusste zwar, was der Autor damit ausdrücken will und dass er es auch so aufbauen musste, weil das Sonderdezernat Q ja alte Fälle wieder aufrollen soll, aber ich fand diese Vorgehensweise einfach nicht besonders gelungen.

Dann habe ich aber doch noch ganz gut in das Buch hineingefunden, was vor allem aber an dem Charakter Assad lag. Der bringt echt Schwung in die Handlung und ist wohl echt Gold wert für Carl Morck. Und irgendwie auch für den Leser.

Es hat mich aber doch gestört, dass zu viele alte Fälle aufgerollt werden. Das stört den Lesefluss etwas und der Spannungsbogen wird nicht kontinuierlich aufrecht erhalten. Ein Fall neben dem Hauptfall kommt ja öfters vor, aber in diesem Buch sind es zwei oder drei Nebenfälle, das war etwas viel.

Das Buch lebt meiner Meinung nach fast noch mehr von seinen Charakteren als von der Story. Mal sehen, was die Folgebände von der Story her bringen.

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2.133 Bibliotheken, 94 Leser, 8 Gruppen, 236 Rezensionen

bücher, fantasy, bibliomantik, magie, libropolis

Die Seiten der Welt

Kai Meyer
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 25.09.2014
ISBN 9783841421654
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Rezension wird heute etwas anders als gewohnt aussehen, denn ich habe während des Lesens von “Die Seiten der Welt” eine Art Tagebuch geführt und darin meine Eindrücke zu den einzelnen Abschnitten festgehalten. Daher möchte ich meine Meinung heute gerne in dieser Form mit euch teilen. Vielleicht werde ich das in Zukunft bei Büchern, auf die ich mich besonders gefreut habe, öfters so machen.

Sonntag, 21.09.2014, 19.06 Uhr

Schon seit ein paar Wochen steht der neue Kai Meyer in meinem Regal und hat mich jedes Mal, wenn es darum ging, mir ein neues Buch auszusuchen, mit seinem wunderschönen Cover angelächelt und in Versuchung geführt. Aber ich habe mir das Buch für die etwas gemütlichere Jahreszeit aufgehoben, weil ich das Gefühl hatte, das es von der Lesestimmung her besser in den Herbst passt. Der meteorologische Herbstanfang liegt schon hinter uns, der kalendarische Herbstanfang lässt nicht mehr lange auf sich warten. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass die Zeit für das Buch nun gekommen ist. Und so habe ich mich gerade in meine Kuscheldecke vergraben und eine Tasse dampfender Tee steht vor mir. Die perfekte Wohlfühl-Atmosphäre ist geschaffen und ich hoffe, dass ich gleich so richtig in das Buch abtauchen und in den Seiten der Welt verschwinden kann.

Kai Meyer konnte mich nicht mit jedem seiner Bücher überzeugen. Ich liebe seine älteren Werke: Mit “Loreley”, “Das Buch von Eden” oder “Der Rattenzauber” verbinde ich wunderbare Lese-Erinnerungen. Aber “Phantasmen” oder auch “Arkadien erwacht” konnte mich nicht ganz begeistern. Von “Die Seiten der Welt” verspreche ich mir aber sehr viel. Schon allein die Aufmachung ist so toll: das Cover, aber auch der Einband selbst. Und das fehlende Lesebändchen wird durch die Eintrittskarte nach Libropolis ersetzt.

Ich bin dann mal weg…

Sonntag, 21.09.2014, 21.42 Uhr, Seite 54

Wow, was hat Kai Meyer nur für eine unglaubliche Fantasie?! Origami-Vögel erwachen zum Leben, Furia ist befreundet mit einem Wesen namens Ypsilonzett, das aus Unmengen an Buchstaben besteht, und verfügt über die Gabe, im Schlaf Bücher zu verschlinge. Ja, Kai Meyer versteht es einfach, großartige und fantastische Welten zu erschaffen. Und welchem Leser geht bei der Beschreibung der Bibliothek nicht das Herz auf?

Auf den ersten 50 Seiten erwarten den Leser schon jede Menge Informationen, aber ebenso viele offene Fragen schwirren auch in meinem Kopf.

Ich denke, ich mag Furia. Und Pip erst!

Noch fehlt mir etwas das Gefühl, völlig in der Geschichte zu versinken. Ich kann momentan nicht richtig abtauchen, werde leicht abgelenkt.

Montag, 22.09.2014, 13.37 Uhr, Seite 54

Meine heutige Mittagspause habe ich dazu genutzt, das Buch noch einmal neu anzufangen. Denn gestern hatte ich das Gefühl, nicht richtig in die Geschichte rein zu finden, was aber wohl mehr an mir selbst als am Buch lag. Vielleicht hatte ich doch einfach nicht die nötige Ruhe. Deshalb habe ich mir das Buch heute noch einmal geschnappt und die ersten 54 Seiten erneut gelesen. Jetzt bin ich schon viel besser in der Geschichte drin, bin abgetaucht in die Handlung und freue mich darauf, heute Abend weiter zu lesen.

Montag, 22.09.2014, 22.21 Uhr, Seite 132

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Wow, Kai Meyer hat so eine verdammt gute Fantasie! Es ist so klasse, wie hervorragend er die Handlung durchdacht hat, was er sich alles hat einfallen lassen, um seine Geschichte besonders und einzigartig zu machen. Er hat einen so kreativen Weg gefunden, Hintergrundinformationen zu vermitteln (Stichwort “Severin”) und er hat seinen Charakteren so viel Leben eingehaucht.

Die Zusammenhänge finde ich einigermaßen anspruchsvoll und stellenweise musste ich schon sehr genau lesen, um alles zu verstehen.

Was ich auch schon an “Phantasmen” zu kritisieren hatte, ist in diesem Buch wieder ein Punkt: Mir ist die Handlung stellenweise zu actionreich. Ich kann mit Verfolgungsjagden und Schießereien nicht viel anfangen und stehe nicht so auf diese Agententhriller-Geschichten…

Dienstag, 23.09.2014, 22.08 Uhr, Seite 311

Es ist einfach nur toll, wie Kai Meyer seine Figuren gezeichnet hat. Jeder Charakter in diesem Buch ist wichtig und spielt seine ganz eigene Rolle. Und sei es auch “nur” ein Sessel oder eine Stehlampe. Ich habe mich gerade ganz doll in zwei ganz besondere Figuren verliebt. :love: (Und betrachte nebenbei meine Möbel gerade mit etwas anderen Augen…)

Aber Kai Meyer kann auch anders. Er kann auch ziemlich gnadenlos sein. Puuhh, ich musste gerade tief durchatmen…

Der Autor muss ein wahrer Bücherfreund sein, denn wie er die Stadt Libropolis beschreibt, die sich mehr als nur am Bücherdorf Hay-on-Wye orientiert, ist einfach nur großartig. Es ist der Ideenreichtum des Autors, der mich einfach fasziniert. Kai Meyer hat ganz wunderbare und liebevolle Ideen, die mich als Bücherliebhaberin einfach berühren.

Gleichzeitig wird die Handlung aber auch actionreicher, was mir leider eher weniger zusagt. Aber ich bin gespannt, was mich noch alles erwarten wird.

Donnerstag, 25.09.2014, 21.31 Uhr, Seite 556

Die letzten gut 200 Seiten des Buches musste ich jetzt einfach in einem Rutsch lesen. Abgesehen von den actionreichen Szenen, die mich stören, ist das Buch wirklich spannend und ich war jetzt einfach so gespannt darauf, wie alles enden würde, dass ich das Buch nicht mehr weglegen konnte.

Die Handlung ist durchweg total gut durchdacht. Obwohl sie sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt, ist alles stimmig und schlüssig. Ja, Kai Meyer weiß eben einfach, wie es geht.

Einige Charaktere sind mir während des Lesens richtig doll ans Herz gewachsen, andere sind mir etwas fremd geblieben. Aber das ist ok, ich muss nicht jeden mögen.

Was mir von diesem Buch am meisten in Erinnerung bleiben wird, ist die grenzenlose Fantasie und das Herzblut, das Kai Meyer in dieses Buch gesteckt haben muss, um so eine fantastische Geschichte zu erzählen, die das Herz jedes Büchermenschen höher schlagen lässt und von der ersten bis zur letzten Seite gefangen nimmt.

Mein Fazit

Vier aufregende Lesetage habe ich mit diesem Buch verbracht und bin dabei in eine Welt abgetaucht, in der die Liebe zum Buch gelebt wird.

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236 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

fantasy, wanderer, kunst, sand der zeit, schule

Wanderer - Sand der Zeit

Amelie Murmann
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 03.07.2014
ISBN 9783646600667
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Was mir an diesem Debüt am besten gefallen hat (und was mir daher wohl auch immer als erstes einfallen wird, wenn ich an die Autorin Amelie Murmann denke), ist der unglaublich erfrischende Schreibstil. Man merkt der Autorin ihr junges Alter an, denn “Wanderer. Sand der Zeit” sprüht vor jugendlichem Charme und ist herrlich frech, direkt und kurzweilig geschrieben. Teilweise sind es Redewendungen, mit denen die Charaktere um sich schmeißen, die aber immer an passender Stelle platziert sind. Oder es sind einfach wunderbar amüsante und freche Bemerkungen und Kommentare in den Dialogen. Es hat dadurch großen Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Und nicht selten musste ich schmunzeln oder laut lachen.

Auch die Idee hinter dem Buch hat mich sehr begeistert. Amelie Murmann hat sich einen kreativen Handlungshintergrund ausgedacht und diesen auch authentisch und konsequent umgesetzt. Besonders gut gefallen hat mir dabei, wie sich die junge Autorin mit der Bedeutung der Zeit und dem Umgang mit der Zeit auseinandergesetzt hat. Der Klappentext deutet es ja bereits an: Einige der Figuren in diesem Buch haben eine ganz besondere Fähigkeiten – sie können durch verschiedenste Gemälde zwischen Raum und Zeit wandern. Emilia wird von Träumen geplagt, mit denen sie nicht viel anfangen kann, die aber natürlich eine ganz besondere Bedeutung haben. Und es gilt, eine ganz besondere Aufgabe zu erfüllen. Hier hat Amelie Murmann wirklich ihren Ideenreichtum und ihre Kreativität bewiesen, denn auch wenn es bereits viele Bücher mit dem großen Thema “Zeitreisen” gibt, ist die Hintergrund-Idee bei diesem Debüt doch neu und anders.

Allerdings hatte das Buch doch einige Längen. Dieser Eindruck kommt vor allem daher, dass sich einige Szenen zu wiederholen scheinen. Die Handlung war mir nicht spannend genug. Und wenn Amelie Murmann dann doch spannende Elemente eingebaut hat, waren diese für mich einfach zu übertrieben und arteten zu sehr in agententhrillermäßiger Manier aus, mit Blut und Waffen. Das war mir doch ein bisschen zu viel des Guten und hat irgendwie nicht zu der Geschichte gepasst. Neben der interessanten Hintergrund-Idee gibt es weitere Handlungsstränge, die mich leider nicht fesseln konnten. Unter anderem fehlt es nicht an der jugendlichen Liebe auf den ersten Blick. Nachvollziehen konnte ich diese leider nicht wirklich, da sie einfach viel zu schnell passiert und den Charakteren gar nicht die Möglichkeit gegeben wird, sich vorher wirklich kennen zu lernen.

Mein Fazit

“Wanderer. Sand der Zeit” überzeugt durch seine sehr gut durchdachte Hintergrund-Idee und den frechen Schreibstil der Autorin, die Handlung selbst weist leider einige Längen auf, wodurch das Buch mich nicht durchweg fesseln konnte.

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(68)

173 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

liebe, alkohol, leben, jugend, familie

Perfekt ist jetzt

Tim Tharp , Jessika Komina , Sandra Knuffinke
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Magellan, 21.07.2014
ISBN 9783734850035
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem ich bereits “Glücksdrachenzeit” von Katrin Zipse aus dem Magellan Verlag gelesen habe, das von einem etwas anderen Road-Trip berichtet, habe ich mit “Perfekt ist jetzt” ein Buch eines Autors gelesen, der in seinen wilden Jahren als Tramper durch die USA gereist ist. Die Serie setzt sich also fort. :wink: Aber “Perfekt ist jetzt” erzählt selbst nicht von den Erfahrungen des Autors auf dem Gebiet des Trampens. Stattdessen stellt uns dieses deutschsprachige Debüt den unperfekten Helden Sutter Keely vor, den Godfather of the Party, Gottes persönlichen Betrunkenen. Aber nicht, dass Sutter den Alkohol wirklich braucht zum Leben. Er hilft ihm einfach dabei, besser durch den Tag zu kommen. Denn das wäre ansonsten manchmal gar nicht so einfach. Besonders, weil Sutter ein Geheimnis hat. Nicht mal seinem besten Kumpel hat er davon erzählt. Und dann trifft Sutter auf die schüchterne, nerdige Aimee. Und plötzlich findet er in ihr einen Menschen, dem er selbst sein größtes Geheimnis anvertrauen würde.

Sutter ist einfach nur toll. Auch wenn er echt der typische Anti-Held ist, ist er einfach eine gute Seele mit einem riesigen Herzen. Von der ganzen Welt wird er missverstanden. Zwar ist er sehr beliebt und auf Partys gerne gesehen, aber niemand weiß, was er denkt und was er fühlt. Und dadurch, dass er das Wort ganz oft an den Leser richtet, bekommt man das Gefühl vermittelt, dass man selbst der einzige ist, der ihn wirklich versteht. Dabei ist es jedoch kein Mitleid, das man für ihn empfindet, sondern einfach Mitgefühl. Irgendwie ist da sofort eine Verbindung zu ihm, da ist sofort Sympathie. Klar, das heißt nicht, dass man das Verhalten von Sutter toll findet. Es gibt einige Szenen in diesem Buch, bei denen man als Leser den Drang verspürt, Sutter ein bisschen auf die Sprünge zu helfen. Aber generell ist er echt ein liebenswerter Kerl, der einfach etwas vom Weg abgekommen ist.

Sutter hat seine ganz eigene Sicht auf die Dinge, seine ganz eigenen Erklärungen für alles. Und man kauft es ihm ab. Sutter ist einfach total überzeugend, wenn es darum geht, seinen Alkoholkonsum zu rechtfertigen oder zu erklären, warum er lieber blau macht, anstatt Algebra zu pauken. Für die Mysterien des Lebens findet Sutter Erklärungen und stellt Zusammenhänge her, auf die man selbst nie gekommen wäre, die plötzlich aber total einleuchtend sind. Sutter ist einfach Sutter. Und das ist gut so. Er lebt total im Hier und Jetzt, denkt nicht an die Zukunft, denkt nicht an die Folgen seines Handelns. Und das wird so eindringlich beschrieben, dass man als Leser das Gefühl bekommt, dass diese Lebenseinstellung die einzig richtige ist.

Bis Sutter auf Aimee trifft, die als weibliche Hauptfigur ebenso intensiv gezeichnet ist wie Sutter selbst. Aimee ist das genaue Gegenteil von Sutter: Sie plant ihre Zukunft im Voraus, hat ganz konkrete Pläne, die sie umsetzen will und auch wird. Und irgendwas fasziniert Sutter an ihr. Und umgekehrt. Und so entwickelt sich eine ganz besondere Freundschaft, die sich kaum mit Worten beschreiben lässt. Plötzlich merken beide, worauf es im Leben wirklich ankommt. Und jetzt kommt Sutters größtes Geheimnis ins Spiel, das vielleicht nicht besonders spektakulär ist, aber dennoch nicht weniger unbedeutend.

Die Handlung des Buches ist eher ruhig, neben dem Alltag von Sutter passieren nur wenige erwähnenswerte Dinge, wodurch beim Lesen ein paar Längen auftreten – gerade auch wegen der Dialoge, die sich teilweise im Kreis drehen. Wichtig ist in diesem Buch vor allem die zwischenmenschliche Ebene. Denn hier tut sich so einiges. Und dabei wird besonders gut und ohne erhobenen Zeigefinger deutlich, dass Party und Alkohol nicht alles im Leben sind. Sutter lernt im Laufe des Buches, was es heißt, Verantwortung für sich selbst und auch für andere zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen.

“Perfekt ist jetzt” ist als Jugendbuch für Leser ab 14 Jahren ein recht anspruchsvolles Buch. Sutter ist zwar kein Ich-Erzähler, der sich besonders gewählt ausdrückt, aber es gibt in diesem Buch viel zwischen den Zeilen heraus zu lesen. Gerade dadurch, dass Sutter als Ich-Erzähler auftritt, gibt es niemanden, der den Leser an die Hand nimmt und ein paar ergänzende Erklärungen liefert.

Wieder hat sich der Magellan Verlag etwas ganz Besonderes für die Gestaltung des Buches ausgedacht. Das Hardcover kommt ohne Schutzumschlag daher und macht dadurch auf alt. Das Vorsatzpapier passt perfekt zum Cover und insgesamt macht dieses Buch einfach nur gute Laune.

Mein Fazit

“Perfekt ist jetzt” ist ein Buch voller kleiner Weisheiten und überzeugt durch einen Anti-Helden, der heldenhafter nicht sein könnte.

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(710)

1.251 Bibliotheken, 15 Leser, 3 Gruppen, 274 Rezensionen

liebe, unfall, tod, freundschaft, dani atkins

Die Achse meiner Welt

Dani Atkins , Birgit Moosmüller , Dr. Birgit Moosmüller
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.08.2014
ISBN 9783426515396
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich bin immer wieder auf der Suche nach besonderen Büchern, die Geschichten erzählen, die es in dieser Form noch nie gab. “Die Achse meiner Welt” klang nach so einem einzigartigen Buch. Und auch die ersten Rezensionen, die ich dazu gelesen habe, klangen vielversprechend. Leider konnte das Buch meine Erwartungen jedoch nicht erfüllen. Die Idee hinter dem Buch ist nicht ganz neu. Es gibt einige Bücher, bei denen die Charaktere plötzlich in der Vergangenheit aufwachen und die Gelegenheit bekommen, ihr Leben noch einmal zu leben. Bei “Die Achse meiner Welt” wacht die weibliche Hauptperson zwar nicht in der Vergangenheit, sondern “nur” in einer anderen Gegenwart auf, aber das Prinzip ist das gleiche: Plötzlich ist das Leben so, wie es hätte sein können. Und nun gilt es, mit dem Wissen, das man den Menschen um sich herum voraus hat, umzugehen und das Beste aus der zweiten Chance, die man geboten bekommt, zu machen.

Ich finde es nicht schlimm, dass die Idee der Autorin hinter dem Buch nicht völlig neu und einzigartig ist, sondern es ist vielmehr die Umsetzung, die mich stört. Denn Rachel zum Beispiel war eine Hauptfigur, mit der ich mich nicht gut identifizieren konnte. Zwar ist sie ungefähr in meinem Alter und ich hatte auch absolutes Verständnis für ihre Situation, aber ich bin mit ihr überhaupt nicht warm geworden. Ich konnte keine Sympathie für sie aufbauen, ihr Schicksal hat mich nicht berührt. Und auch zu den anderen Charakteren des Buches konnte ich keine richtige Verbindung herstellen. Dadurch habe ich beim Lesen immer eine gewisse Distanz empfunden und konnte mich nicht völlig auf das Buch einlassen.

Dabei hat es so gut angefangen, denn den Prolog und auch das erste Kapitel, das im Jahr 2008 und damit fünf Jahre vor der eigentlichen Handlung des Buches spielt, empfand ich als sehr eindringlich und fesselnd geschrieben und die ersten Seiten machten definitiv neugierig auf den Rest des Buches. Ich war mir sicher, einen Roman in Händen zu halten, der es schaffen würde, mich so richtig zu fesseln und mitzureißen. Aber leider ließ meine Begeisterung dann doch recht schnell nach, denn auf den folgenden Seiten plätschert die Handlung nur noch vor sich hin. Nachdem Rachel aufgewacht ist, ihr bester Freund plötzlich an ihrer Seite und sie mit ihrer ersten großen Liebe verlobt ist, wird sie völlig panisch und versteht die Welt nicht mehr. Natürlich wird versucht, eine natürliche Erklärung zu finden. Von Amnesie ist schnell die Rede. Aber Rachel lässt sich nicht so einfach überzeugen und forscht in ihrem zweiten Leben nach Spuren ihres ersten Lebens. Natürlich kommt sie dabei ihrem (eigentlich totgeglaubten) besten Freund näher und die Handlung ist insgesamt nicht überraschend. Am Ende erscheint sie mir sogar etwas übertrieben, aber dazu kann ich an dieser Stelle nicht mehr verraten…

Dazu geht die Handlung teilweise zu schnell voran bzw. ist der Schreibstil der Autorin zu oberflächlich. Sie geht meiner Meinung nach nicht umfassend genug auf die Gefühlswelt der Charaktere ein. Das Buch ist ziemlich nüchtern geschrieben, irgendwie kamen bei mir keine Emotionen an. Dadurch konnte ich nicht richtig abtauchen in die Geschichte, bin immer nur an der Oberfläche geschwommen. Ich kam einfach nicht richtig rein in das Buch.

Gut gelöst fand ich, wie sich die beiden Leben von Rachel mehr und mehr verbinden und vermischen. Auch die Auflösung am Ende fand ich zwar nicht besonders spektakulär, aber doch überraschend. Ich hatte mich natürlich während des Lesens gefragt, wie die Autorin am Ende alles auflösen würde. Mit ihrer Lösung kann ich durchaus leben.

Einen Pluspunkt bekommt das Buch für die Anmerkung der Autorin ganz am Ende. Hier beschreibt Dani Atkins, wie sie auf die Idee zu diesem Buch gekommen ist. Fast fand ich diese zwei Seiten noch spektakulärer als den Rest des Buches…

Mein Fazit

Leider wurden meine Erwartungen an dieses Debüt nicht erfüllt. Weder kam ich mit den Charakteren, der Handlung noch dem Schreibstil zurecht. :|

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(761)

1.231 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 123 Rezensionen

liebe, colleen hoover, tod, layken, will

Weil ich Layken liebe

Colleen Hoover ,
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.11.2015
ISBN 9783423216142
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich habe "Weil ich Layken liebe" auf Deutsch als Ebook gelesen. Schon nach den ersten Zeilen war ich total gefangen vom Schreibstil der Autorin. Und nach ungefähr 40 Seiten habe ich mir spontan die komplette Trilogie im Original bestellt. Als gedruckte Bücher, damit ich sie in mein Regal stellen kann. :wink: Denn schon in der Übersetzung finde ich Colleen Hoovers Art zu schreiben einfach nur genial. Sie malt so tolle Bilder, ihre Sprache ist so eindringlich und poetisch. Wie toll muss sich diese Reihe dann erst im Original lesen lassen?! Ich bin sonst echt nicht so spontan und bestelle mir die Folgeteile schon, bevor ich überhaupt den ersten Band einer Reihe beendet habe. Aber hier kam es einfach über mich und vor ein paar Tagen durfte ich dann alle drei Bücher in unserer örtlichen Buchhandlung abholen. (Übrigens habe ich mir zusätzlich noch den ersten Band einer weiteren Reihe der Autorin geleistet: „Hopeless“.) Und jetzt freue ich mich schon total darauf, „Weil ich Layken liebe“ noch mal im Original zu lesen. Und ich glaube, ich werde mich endlich dazu überwinden, mir die besonders schönen Stellen mit einem Textmarker zu markieren. Ich denke, bei diesem Buch lohnt sich das echt und am Ende wird es bestimmt total bunt aussehen.

Denn zum Einen sind es die großartigen Zitate aus Songtexten der Avett Brothers, die jedem Kapitel vorangestellt sind, die mich total begeistert haben. Und dazu kommt dann diese tiefgründige, gefühlvolle und einfach wundervolle Handlung mit diesen so großartigen Charakteren. Und besonders erwähnen muss ich hier auf jeden Fall, dass nicht nur die Hauptfiguren Will und Layken einfach ganz toll gezeichnet sind, sondern auch die Nebencharaktere echt überzeugen. Eddie zum Beispiel, Laykens beste Freundin! Ich hätte auch gerne eine Eddie in meinem Leben. :wink: Aber da gibt es noch so viel mehr Figuren, die so liebenswert sind. Nicht zu vergessen nämlich auch Laykens kleiner Bruder, der sein Leben manchmal gerne rückwärts lebt. Schon allein diese Idee und wie sie umgesetzt wurde (Ich sage nur: Pizza!) finde ich einfach großartig und macht dieses Buch so besonders. Es sind so viele Kleinigkeiten, die ich so noch in keinem anderen Buch gesehen habe.

Richtig gut gefallen hat mir auch, wie das Thema „Poetry Slam“ in das Buch eingebaut wurde. Ich habe diese Veranstaltung auch erst vor Kurzem durch ein Video von Julia Engelmann entdeckt und war sofort Feuer und Flamme. Ich finde es toll, wenn Menschen mit Sprache umgehen und dadurch Menschen begeistern können. Und deswegen passt das Thema auch so gut zu diesem Buch, weil Colleen Hoover einfach ihre Sprache beherrscht und ganz bestimmt eine tolle Slammerin wäre.

„Weil ich Layken liebe“ ist durch und durch ein sehr emotionales Buch, wobei es sowohl positive als auch negative Gefühle in dieser Geschichte gibt. Als Leser erlebt man zusammen mit den Charakteren ein wahres Wechselbad an Emotionen und ich habe bislang noch nicht viele Bücher gelesen, die mich so in eine Achterbandfahrt der Gefühle geworden haben. Unterstützt wird das Ganze durch Colleen Hoovers Art zu schreiben oder vielmehr Laykens Art zu erzählen. Denn Layken ist einfach eine tolle Ich-Erzählerin: herrlich ironisch, herrlich ehrlich, herrlich direkt.

Am Ende ziehe ich dann schweren Herzens doch einen halben Punkt in meiner Bewertung ab. Denn zwischendurch gab es doch den ein oder anderen Moment, in dem das hohe Niveau etwas nachgelassen hat. Ich könnte das jetzt an keiner bestimmten Episode festmachen, aber wenn ich an die Zeit zurückdenke, die ich mit dem Buch verbracht habe, muss ich doch sagen, dass meine Begeisterung zwischendurch etwas nachgelassen hat. Nicht viel, aber doch genug, um nicht mehr die volle Punktzahl vergeben zu können.

Ich freue mich aber total darauf, das Buch noch mal im Original zu lesen und anschließend auch die Teile 2 und 3 der Reihe. Ich bin gespannt, was mich da noch erwartet.

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(164)

312 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 54 Rezensionen

liebe, krebs, bipolare störung, schwangerschaft, tod

Tanz auf Glas

Ka Hancock , Katharina Volk
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.01.2015
ISBN 9783426512814
Genre: Romane

Rezension:

Ich wusste schon durch den Austausch mit euch und anderen Lesern, dass „Tanz auf Glas“ ein sehr emotionales Buch ist. Daher hatte ich mich auch schon auf reichlich Tränen eingestellt. Ich bin sehr nah am Wasser gebaut und dazu ein sehr emotionaler Typ. Tränen fließen bei mir immer sehr schnell. Umso überraschender war es für mich, dass bei „Tanz auf Glas“ keine Tränen flossen. Aber dafür gibt es eine ganz einfache Erklärung: Ich habe nach den ersten 150 Seiten begonnen, mich von der Handlung und den Charakteren zu distanzieren.

„Tanz auf Glas“ ist in der Tat ein sehr emotionales Buch. Aber leider sind es fast nur negative Gefühle, mit denen das Buch besetzt ist. Und dementsprechend negativ habe ich auch auf das Buch reagiert. Schon der Prolog hat mich mit seinem ersten Satz „Ich lernte den Tod auf einer Party kennen.“ total überrascht. Und auf jeder weiteren Seite, die folgt, ist der Tod allgegenwärtig. Das ganze Buch wird beherrscht von Angst, Trauer, Zweifeln, Unsicherheit, Krankheit. Das Buch ist so ernst. Und als mein Mann zu mir gesagt hat, dass ich beim Lesen so ernst schaue, dass er schon angefangen hat, sich Sorgen zu machen, wusste ich einfach, dass mir das Buch nicht guttut. Es hat mich runtergezogen.

Ich gehe normalerweise total auf in dem, was ich lese. Ich lebe zusammen mit den Figuren. Ich erlebe und fühle, was sie leben und fühlen. Und im Falle von „Tanz auf Glas“ sind das einfach keine positiven Dinge. Selbst in Kapiteln, die in der Vergangenheit spielen und zum Beispiel davon erzählen, wie sich die beiden Hauptfiguren Lucy und Mickey kennengelernt haben, was ja ein sehr schöner Anlass war, klingt immer ein ernster Unterton mit. In jedem Kapitel spielen Krankheiten eine Rolle. Immer wieder taucht der Tod auf, der in diesem Buch eine ganz eigene und irgendwie auch besondere Persönlichkeit hat. Und das wurde mir irgendwann einfach zu viel. Ich habe kein Problem damit, mich mit ernsten Themen zu beschäftigen und intensiv auseinander zu setzen. Ich finde das sogar sehr wichtig. Aber hier hat es mir einfach nicht gutgetan. Ich habe angefangen, negative Gedanken aufzunehmen und mich selbst in einem anderen Licht zu betrachten. Auf einmal waren da so viele Ängste und Sorgen, in die ich mich während des Lesens reingesteigert habe. Und deshalb musste ich nach ungefähr 150 einfach einen Strich ziehen und habe versucht, den Rest des Buches distanzierter zu betrachten. Zum Glück ist mir das gelungen, denn ich glaube, das Buch hätte mich richtig tief in ein Loch ziehen können.

Am Ende lassen sich natürlich auch einige positive Dinge feststellen, die Ka Hancock mit diesem Buch aussagen möchte. Aber dennoch kann ich nicht darüber hinwegsehen, dass der Großteil des Buches einfach mit zu vielen Ängsten, Nöten und Sorgen besetzt ist. Keinem Charakter scheint auch nur ein bisschen Glück vergönnt zu sein, jede Figur braucht Tragik in ihrem Leben. Und das betrifft nicht nur die Hauptfiguren. Selbst die Nebenfiguren, die am Ende ihren kleinen Teil zum großen Ganzen beitragen, müssen Kummer erleiden. Nicht eine Seite in diesem Buch ist nur gut oder nur fröhlich oder nur schön. Nein, selbst beim Beschreiben einer liebevollen Szene muss immer noch mal erwähnt werden, dass eigentlich alles ganz doll schlimm ist. Dadurch kam bei mir einfach kein Genuss auf, kein Gefühl, dieses Buch gerne zu lesen. Ich habe mich nach einer Lesepause nicht darauf gefreut, das Buch weiterlesen zu können, sondern mich eher davor gefürchtet.

Und obwohl der Schreibstil der Autorin so anschaulich ist und die Figuren alle so authentisch gezeichnet sind, kann ich daher am Ende nur 4 Sterne vergeben. Diese Bewertung ist sehr subjektiv, aber anders geht es in diesem Fall nicht.

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(104)

258 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 30 Rezensionen

märchen, alaska, familie, freundschaft, einsamkeit

Das Schneemädchen

Eowyn Ivey , Claudia Arlinghaus , Margarete Längsfeld , Martina Tichy
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.12.2013
ISBN 9783499258220
Genre: Romane

Rezension:

Jack und Mabel sind in die Einsamkeit Alaskas aufgebrochen, um ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Ein Leben, das begleitet war von Trauer über den Verlust eines neugeborenen Kindes und bestimmt von den Blicken der Nachbarn, der Freunde, der Familie, aus denen sich vor allem Mitleid lesen ließ. In der Ferne und Stille des fremden Landes hoffen Jack und Mabel auf einen Neubeginn und auf das Vergessen.

Doch das Leben in diesem rauen Land ist nicht einfach und schnell von Eintönigkeit bestimmt. Jack kümmert sich um das Holzhacken und das Jagen, Mabel sorgt für ein warmes Heim und Essen auf dem Tisch. Schnell legt sich der Alltag über das einst so glückliche Paar, das immer noch voller Liebe zueinander ist, aber verlernt hat, diese zum Ausdruck zu bringen.

Schon seit Tagen liegt Schnee in der Luft, der von den Bewohnern Alaskas sehnsüchtig erwartet wird. Und tatsächlich: Eines Abends rieseln leise die ersten Flocken. Schnell wächst ein Schauer heran, der Flocke um Flocke auf die Erde segeln lässt. Und bald ist alles in weißes Pulver gehüllt. Entzückt beobachtet Mabel das bunte Flockentreiben, schlüpft in ihren Mantel und zieht ihre wärmsten Stiefel an. Sie verlässt das Haus und wartet in der Kälte auf ihren Mann. Als sie ihn erblickt, formt sie mit ihren Händen einen Schneeball und wirft diesen vorwitzig nach Jack. Fast schämt sie sich und würde den Wurf am liebsten ungeschehen machen. Auch Jack ist im ersten Moment wie erstarrt. So etwas hätte er von seiner ruhigen und genügsamen Mabel nicht erwartet. Doch die Überraschung ist schnell überwunden und Jack und Mabel starten eine Schneeballschlacht. Und diese wirkt Wunder: Endlich haben die beiden wieder Spaß zusammen, lachen gemeinsam, verbringen Zeit miteinander. Und aus einer Laune heraus bauen sie eine Schneefigur. Ein Mädchen, mit einem Schal um den Hals und einem freundlichen Gesicht.

Am nächsten Morgen hat sich der Sturm beruhigt. Und die Schneefigur ist verschwunden. Zurück geblieben ist nur ein kleines Häuflein Schnee. Doch zwischen den Bäumen erkennt Jack ein kleines Mädchen. Es hat den Schal umgebunden, den vorher das Schneemädchen trug. Immer wieder taucht es auf, meist in Begleitung eines Fuchses. Wer ist das Mädchen? Wo kommt es so plötzlich her? Wo sind seine Eltern?

Das Leben von Jack und Mabel gerät völlig aus dem Tritt, denn von nun an dreht es sich nur noch um das kleine Mädchen. Und Mabel erinnert sich an ein Märchenbuch, das sie in ihrer Kindheit geliebt hat. Darin ging es um ein Mädchen, das ganz aus Schnee besteht. Aber das ist schließlich nur eine Geschichte. Oder nicht? Das Schneemädchen verbringt den Winter bei Jack und Mabel, doch sobald es wärmer wird und der Schnee zu schmelzen beginnt, verlässt sie das Ehepaar, um in die Berge zu ziehen. Dorthin, wo es kälter ist.

Das gemeinsame Leben von Jack, Mabel und später auch Faina - dem Schneemädchen - wird von Eowyn Ivey sehr anschaulich und lebendig erzählt. Als Leser fühlt man sich sofort in die Weite und Kälte Alaskas versetzt. Die Landschaft mit seinem reißenden Fluss und der Vielzahl an Tieren breitet sich vor dem geistigen Auge des Lesers aus. Die Autorin hat einen geschulten Blick für Details und lässt ihre Leser an der Atmosphäre der atemberaubenden Wildnis teilhaben. Sie fängt die Stimmung ihrer Charaktere und der Umgebung ein und gibt sie durch ihre detaillierten Beschreibungen an die Leser weiter. Besonders gut gelungen ist ihr dabei, die Stimmungswechsel zu beschreiben. Am Anfang liegt eine sehr deprimierte und melancholische Stimmung über dem Buch, die mit dem ersten Schneefall und vor allem dem Auftauchen von Faina lebendig und insbesondere fröhlich und hoffnungsvoll wird. Auch die Bewohner einer benachbarten Farm, mit denen sich Jack und Mabel im Verlauf des Buches anfreunden, bringen Leben und Schwung in die kleine Holzhütte.

Doch die ganze Zeit liegt etwas in der Luft. Etwas, was man nicht so richtig greifen kann. Etwas Märchenhaftes, etwas Zauberhaftes. Und ständig droht die Stimmung umzuschlagen. Es gibt einige Rückschläge zu verkraften und neuen Mut zu beweisen. "Das Schneemädchen" ist nicht nur ein sehr bewegter, sondern auch ein sehr bewegender Roman. Es trifft mitten ins Herz und überzeugt durch seine Lebendigkeit, seine liebevoll gezeichneten Charaktere und seine Detailfülle. Trotz seines Umfangs und der Eintönigkeit der Wildnis Alaskas ist das Buch stets abwechslungsreich und auf eine sehr subtile Art spannend. Es lässt den Leser nicht mehr los.

Das ganze Buch hindurch erfährt man nicht, ob das Schneemädchen nun real ist oder nicht. Zwar wird im Laufe des Buches klar, dass nicht nur Jack und Mabel das Schneemädchen sehen können, sondern auch die anderen Charaktere. Aber der Leser wird völlig im Unklaren darüber gelassen, ob Faina ein Mensch aus Fleisch und Blut ist, oder ob sie eben doch ein mystisches Wesen ist, das direkt dem russischen Märchen über das Schneemädchen entsprungen ist. Es gibt immer wieder Andeutungen, aus denen sich ableiten ließe, dass das Schneemädchen aus der Figur entstanden ist, die Jack und Mabel an dem Abend gebaut haben, als sie sich noch einmal so jung fühlten. Denn wieso fängt sie an zu schwitzen, sobald sie sich in der beheizten Hütte aufhält? Und wieso scheint es immer stärker zu schneien, sobald Faina in der Nähe ist? Aber dann gibt es wieder Szenen, in denen Faina so überaus menschlich erscheint. In denen sie so natürlich und lebhaft wie ein kleines Kind oder eine junge Frau auftritt. Durch das gesamte Buch zieht sich so eine ungewisse und traumhafte Stimmung, die den Leser völlig in ihren Bann nimmt.

Und am Ende? Am Ende wird es Schnee geben!

Mein Fazit:

"Das Schneemädchen" ist ein Roman von der ganz besonderen Sorte: stimmungsvoll, bezaubernd, einzigartig!

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noir, tod, drogen, liebe, gläserrücken

Noir

Jenny-Mai Nuyen ,
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Polaris, 01.10.2012
ISBN 9783862520282
Genre: Fantasy

Rezension:

"Noir" ist grundsätzlich ein französisches Wort und bedeutet auf Deutsch übersetzt "Dunkelheit", "Finsternis" oder auch "Schwarz". Und genau so ist dieser neue Roman von Jenny-Mai Nuyen: dunkel, finster und schwarz. Von dem Buch geht eine ganz besondere Stimmung aus, die den Leser tief in ihren Bann zieht und nicht mehr loslässt.

Dies liegt zum Einen an dem bildgewaltigen Schreibstil der Autorin. Dieser ist schon fast poetisch und Jenny-Mai Nuyen malt mit Worten lebendige Bilder, die vor dem geistigen Auge des Lesers entstehen. Die Autorin versteht es, mit wenigen Wörtern eine Menge auszudrücken, auch wenn man dabei teilweise zwischen den Zeilen lesen muss.

Zum Anderen ist die Handlung des Buches aber auch einfach fesselnd. Gläserrücken, Geisterbeschwörungen - wem läuft da nicht ein Schauer über den Rücken und wer fragt sich da nicht, ob solche Dinge wirklich möglich sind. Ob manche Menschen tatsächlich dazu in der Lage sind, Kontakt mit dem Jensseits aufzunehmen und mehr über das zu erfahren, was dort auf den Menschen wartet.

"Noir" ist ein sehr philosophisches Buch. Es handelt von Fragen, die sich wohl auch so mancher Leser bereits gestellt hat: Gibt es ein Leben nach dem Tod? Wenn ja, was erwartet den Verstorbenen? Gibt es vielleicht sogar einen Weg zurück unter die Lebenden?

"Noir" ist jedoch nicht nur ein französisches Wort, sondern zugleich der Name der weiblichen Hauptperson in diesem Buch. Und diese gibt dem männlichen Hauptcharakter Nino so manche Rätsel auf. Und sorgt zugleich dafür, dass Nino die Lust am Leben wiederentdeckt. Doch er weiß, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Und deshalb ist er entschlossen, alles zu tun, um seinem Schicksal zu entkommen.

Das Ende ist leider recht offen und vieles bleibt unbeantwortet. Zugleich ist es sehr undurchsichtig und als Leser bleibt man nach Beenden des Buches etwas hilflos und unbefriedigt zurück.

Mein Fazit:

Dieses Buch ist düster, dunkel und schwarz - und hält somit, was der Titel verspricht.

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An jedem neuen Morgen

Roger Rosenblatt , Sky Nonhoff
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 16.04.2012
ISBN 9783548284491
Genre: Romane

Rezension:

Mit „An jedem neuen Morgen“ verarbeitet Roger Rosenblatt seine Trauer über den Verlust seiner Tochter. Daher habe ich das Buch auch in das Genre „Biographie“ eingeordnet.

„An jedem neuen Morgen“ hat keine durchgängige Handlung. Das Buch besteht vielmehr aus vielen kleinen Episoden, die der Autor wahllos aneinanderreiht. Je nachdem, wie sie ihm gerade in den Kopf kommen. Darunter leidet meiner Meinung nach der Lesefluss sehr, denn der Leser springt mit den episodenhaften Erzählungen des Autors wahllos zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her und es ist kein roter Faden zu erkennen, der sich für einen angenehmen Handlungsverlauf durch ein Buch ziehen sollte.

Rosenblatt lässt Amy in seinen Erinnerungen wieder lebendig werden und erzählt über ihr Leben und ihre Art, die Dinge zu nehmen, wie sie sind. Auch die anderen Familienmitglieder, insbesondere die Kinder, werden beleuchtet, aber auch Freunde und Nachbarn spielen in diesem Buch eine Rolle. Letztlich ist Amy diejenige, die alle miteinander verbindet. Und tragischerweise auch ihr Tod.

Das Buch erzählt davon, wie Amys Familie deren Tod verarbeitet und lernt, ohne sie zurechtzukommen. Dabei legt der Autor viel Wert darauf, zu betonen, dass Amy immer in den Herzen ihrer Familienmitglieder weilt und nie in Vergessenheit geraten wird. Dies zu akzeptieren, fällt vor allem Amys Kinder schwer und die Szenen sind wirklich sehr emotional und sentimental.

Rosenblatt erzählt von tragischen und traurigen Momenten ebenso wie von fröhlichen und lustigen Augenblicken. Dabei ist sein Schreibstil sehr sachlich und fast schon distanziert. Dennoch löst er beim Leser umso intensivere Emotionen aus.

Mein Fazit:
Ein biographisches Buch, das in zahlreichen Episoden von der Schönheit des Lebens und der Schmerzhaftigkeit des Verlusts eines Familienmitglieds erzählt.

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london, radio, australien, leben, schicksal

Elf Leben

Mark Watson , Stefanie Jacobs
Fester Einband: 265 Seiten
Erschienen bei Eichborn, 22.02.2011
ISBN 9783821861241
Genre: Romane

Rezension:

Mich hat dieses Buch total fasziniert! Ich finde es einfach großartig, wie es dem Autor gelungen ist, die Elf Leben miteinander zu verknüpfen. Es ist fast schon erschreckend, welche Auswirkungen eine kleine Fehlentscheidung mit sich bringt! Und die Folgen betreffen nicht nur den Handelnden selbst, sondern 10 weitere Personen, die in irgendeiner Art und Weise in einem Zusammenhang mit dem Geschehen stehen. Toll!

Die Charaktere selbst sind nicht sehr ausführlich beschrieben, aber dennoch interessant gezeichnet und die Charakterisierungen waren ausreichend, um sie sympathisch oder unsympathisch zu finden.

Die Liebesgeschichte zwischen Xavier und Pippa nimmt nur eine kleine Nebenrolle ein, ist aber dennoch wunderschön!

Das Ende des Buches hat mich im ersten Moment sehr schockiert, aber es passt zu diesem Buch und ist kein Grund für mich, dem Buch Sterne abzuziehen. Volle Punktzahl!

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liebe, beziehung, wörterbuch, hoffnung, vertrauen

Das Wörterbuch der Liebenden

David Levithan , Andreas Steinhöfel
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 17.02.2012
ISBN 9783548610849
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch ist aufgrund seines Aufbaus wirklich ganz besonders. Aber insgesamt hatte ich mir doch mehr davon erwartet. Die Kapitel sind alle so kurz, dass sich das Buch innerhalb von kürzester Zeit lesen lässt. Es hat schon nur knapp 200 Seiten und die sind dann größtenteils auch noch nur zur Hälfte bedruckt...

Dazu kommt, dass das Buch kaum Handlung hat. Zwar beschreibt der Autor die Chronik einer Liebe, aber das total sprunghaft und unzusammenhängend. Es gab zwar einige sehr schöne Zitate, die mir aufgefallen sind, aber ich habe weder Zugang zu den Charakteren gefunden noch fand ich die Geschichte sonderlich berührend. Es gab eigentlich auch gar keine richtige Geschichte, sondern einfach eine Aneinanderreihung von Anekdoten, die sich dann stellenweise auch noch wiederholt haben. Manchmal hatte ich den Eindruck, das Buch verläuft chronologisch, aber insgesamt war das doch nicht der Fall.

Was den Ich-Erzähler betrifft, hatte ich den Eindruck, dass der stellenweise zwischen Männlein und Weiblein gewechselt hat. Zum Beispiel gab es eine Episode, in der auf die offen gelassene Zahnpasta-Tube hingewiesen wird. Das musste doch eindeutig von einer weiblichen Erzählerin geschrieben worden sein, oder?

Gut gefallen hat mir der stellenweise sehr poetische Stil von Levithan. Wie gesagt, aus dem Buch lassen sich einige sehr schöne Zitate rausschreiben. Gleichzeitig regt der Autor mit seinen kleinen Weisheiten zum Nachdenken an.

Das klingt jetzt wahrscheinlich kritischer, als ich das Buch am Ende bewertet habe, denn letztlich gibt es doch 4 Sterne von mir.

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