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232 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 100 Rezensionen

paris, roman, nanny, familie, mord

Dann schlaf auch du

Leïla Slimani , Amelie Thoma
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 21.08.2017
ISBN 9783630875545
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe mir am heutigen Tag ein Bild machen können. Von Familien. Von Frauen. Und von ihren Ehemännern. Ihren Kindern. Aber auch von einer gesellschaftlichen Trennung. Einer Schere, die weit auseinander geht. Von Menschen, die von einer Einsamkeit befallen sind, dass es wehtut. Zu allem Übel nicht nur ihnen selbst.

Es gibt Momente in meinem Leben, da mag ich es mir tatsächlich nicht so dramatisch vorstellen – die Vereinbarkeit von Karriere und Familie. Ich denke, dass es schon irgendwie gehen wird, dass da Menschen sein werden, die einem unter die Arme greifen, dass man ja schließlich alles planen kann – das Leben.

Myriam und Paul, dem Ehepaar aus dem Roman „Dann schlaf auch du“ von Leila Slimani aus dem Verlag Luchterhand, mag es ähnlich ergangen sein. Sie haben sich allerdings für eine andere Lösung entschieden. Eine Nanny sollte es sein. Vertrauensvoll. Engagiert. Erfahren. Den Fragen im Vorstellungsgespräch gewachsen.

Und sie bekommen eine solche Nanny. Nounou nennen sie sie. Louise heißt sie mit bürgerlichem Namen und ist genau das, was die Familie aus einem besser gestellten Stadtteil von Paris sucht. Denn sie hütet nicht nur die ihr anvertrauten Kinder, sondern kümmert sich dazu noch um den Haushalt, wartet mit kleinen Überraschungen auf, fährt mit in den Familienurlaub. Myriam kann nun endlich wieder ihrem Beruf als Juristin nachgehen, Paul arbeitet wie jeher als Musikproduzent.

Aber nach und nach schleicht sich noch etwas anderes ein. Abhängigkeit. Und zwar auf beiden Seiten. So wie Louise für die Erziehung der Kinder und damit auch das berufliche Leben der Eltern unentbehrlich wird, so kann sich selbst bald ein Leben ohne die Familie nicht mehr vorstellen. Ein schleichender Prozess setzt sich in Gang, dessen Verlauf die psychischen Auffälligkeiten der Kinderfrau nach und nach zutage fördern, während sich Myriam immer öfter mit der Frage auseinandersetzen muss, ob sie nicht gerade wieder vollkommen wegen so mancher Verhaltensweise der Nanny übertreibt. Bis es zu einem Unglück kommt, in dem alle Beteiligten die Verlierer sind.

Für mich ist dieser Roman wie kein anderer. Und er wird mir nachhängen, das ist ganz deutlich. Denn in diesem schmalen Bändchen von nur knapp 230 Seiten werden ganz unterschiedliche Themen aufgegriffen, die allerdings schnell ein Ganzes ergeben.

Da geht es um Frauen. Es geht um Frauen, die arbeiten, den Haushalt besorgen und bestenfalls noch wunderbare Kinder erziehen sollen. Gleichzeitig müssen sie sich damit konfrontiert sehen, den eigenen Idealen und Anforderungen nicht mehr gerecht zu werden. Es geht hierbei um Myriam, die so unbedingt einem Beruf, den sie liebt, nachgehen möchte und von einem Leben, dass sie allein mit den Kindern in ihrer Wohnung führt, gelangweilt ist. Sie möchte mehr. Und wer würde es ihr verübeln? Es geht auch um Louise, die den Kontakt zu ihrer eigenen Tochter verloren hat. Die verwitwet in einer Wohnung mit einem einzigen Zimmer nahezu am Rande der Gesellschaft lebt, kaum Kontakte pflegt und sich einfach grundlegend einsam fühlt. Und diese Angst vor der Einsamkeit, die sie jeden Abend aufs Neue befällt, wenn sie nach der Arbeit nach Hause fährt, wird zu einem Unglück führen. Aber irgendwie ist es auch die Geschichte von Sylvie, Myriams Schwiegermutter, die weder unterstützend noch verständnisvoll auf ihre Schwiegertochter reagiert. Voller Unverständnis Vorwürfe macht was die Kinder und die Erziehung angeht.

Für mich ist es auch eine Geschichte voller Scham. Scham, den eigenen Träumen und Wünschen nachgekommen zu sein. Diese immer wieder mit einem schlechten Gewissen in Verbindung bringen zu müssen. Allen Parteien gerecht werden zu müssen. Eine Scham der anderen Art ist auch auf der gegenüberliegenden Seite zu finden. Louise schämt sich. Wegen ihrer Wohnung, die sie angemietet hat, von Schimmel befallen und deren Fenster niemals sauber zu sein scheinen. Wegen ihrer Schulden, denen sie sich einfach nicht stellen kann – Briefe werden erst nicht geöffnet und dann vernichtet. Hilfsangebote kann sie nicht annehmen. Und was dann hinzukommt ist die Angst, die sich in ihr aufbaut. Die Angst davor, nicht mehr gebraucht zu werden – krampfhaft versucht sie, die ihr einzig einfallende und logisch erscheinende Lösung durchzusetzen. Allerdings ohne Erfolg.

Ich finde diesen Roman grandios. Kurzweilig ohne platt zu wirken baut dieser Roman chronologisch eine Atmosphäre des Grauens auf. Wir Leser müssen uns am Ende entscheiden – kann man sich doch irgendwie doch mit beiden Parteien irgendwie identifizieren…

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105 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

afrika, kolonialismus, kapitalismus, sandmaler, reise

Der Sandmaler

Henning Mankell , Verena Reichel
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 21.08.2017
ISBN 9783552058545
Genre: Romane

Rezension:

"Der Sandmaler" ist ein Roman aus der Feder von Henning Mankell, der am 21. August im Zsolnay Verlag erscheinen wird. Die Geschichte spielt sich zu einem großen Teil in einem Land an der Westküste Afrikas ab. Dem Urlaubsland, welches Elisabeth und Stefan, Abiturienten mit vollkommen entgegengesetzten Backgrounds auswählen, um Urlaub zu machen. Dabei beobachtet der Leser eine vollkommen naive und schamhafte Elisabeth und einen selbstverliebten Stefan, die beide einem Ort und seinen Menschen begegnen und vollkommen unterschiedlich damit umgehen. Zentral gestaltet sich hierbei die Naivität beider Jugendlichen, die unabhängig voneinander und auf unterschiedliche Weise durch diese Reise verwandelt wird. Während sich Elisabeth für das ihr Fremde öffnet, zuhört und empathisch einfühlt, stellt sich Stefan herablassend allem Neuen und vor allem Frauen gegenüber dar. Henning Mankell schafft es, weder mithilfe blumiger Ausdrucksweisen noch ellenlanger Sätze ein Westafrika vor dem inneren Auge entstehen zu lassen wie kein anderer. Er beschreibt Farben, Gerüche und menschliche Eigenheiten wie niemand sonst. Zunächst hatte ich einige kleine Schwierigkeiten Elisabeth zu verstehen. Bis mir klar wurde, dass sie ein Paradebeispiel dessen darstellt, was die Mehrheit der Menschen aus Europa und weiten Teilen der Welt einfach ist: Nichtwissend. Und das verknüpft Mankell wunderbar zu einem Lehrstück über die Folgen des Kolonialismus und der Gedankenlosigkeit der Menschen, die den Tourismus nutzen, um ihre Neugier zu befriedigen ohne Rücksicht auf Verluste...Auch wenn die Charaktere des Romans weitgehend vorhersehbare Muster verfolgen und eine tiefe Charakterstudie wahrscheinlich nicht im Interesse Henning Mankells stand, konnte ich mich für diesen Roman begeistern!

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62 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

thriller, politthriller, brüssel, schwimmer, schweden

Der Schwimmer

Joakim Zander , Ursel Allenstein , Nina Hoyer , Hauptmann & Kompanie, Werbeagentur
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.06.2016
ISBN 9783499268885
Genre: Krimi und Thriller

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