buecherkompass

buecherkompasss Bibliothek

111 Bücher, 93 Rezensionen

Zu buecherkompasss Profil
Filtern nach
111 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(24)

47 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

dinosaurier, jugendbuch, romeo und julia, paläontologie, empfehlung

Vom Suchen und Finden

Kenneth Oppel , Jessika Komina , Sandra Knuffinke , Wolfgang Staisch
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Dressler, 24.07.2017
ISBN 9783791500409
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT

Rachel und Samuel teilen eine gemeinsame Leidenschaft: die Paläontologie.

Auf einer Veranstaltung in der Akademie für Naturwissenschaften sollen sich die beiden zum ersten Mal begegnen, doch ihr Aufeinandertreffen steht unter keinem guten Stern: Die Väter von Rachel und Samuel sind Erzfeinde und bekriegen sich bereits seit Jahren.

Als schließlich alle vier in der selben Gegend gedenken ihre Ausgrabungen durchzuführen wird die Lage immer misslicher.

Doch Rachel und Samuel sind nicht so schnell unterzukriegen.

MEINUNG

Ein Hauch von Romeo und Julia und dazu eine Geschichte über Dinosaurier? Es war vorherzusehen, dass ich meine Finger nicht von diesem Buch würde lassen können.

Mit viel Herz führt der Autor den Leser an die Charaktere und das Setting des Buches heran. Die Hauptcharaktere Rachel und Samuel lernen sich auf einer Veranstaltung kennen und verstehen sich auf Anhieb. Blöd nur, dass ihre Väter einige Minuten später zankend auf der Bühne stehen und versuchen sich ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse streitig zu machen. Doch dabei soll es nicht bleiben.

Ein Hinweis eines begeisterten (Hobby-)Fossiliensammlers führt die Paläontologen zur ein und derselben Ausgrabungsstätte und so geht es bei der Suche nach dem König der Dinosaurier (Rex) alles andere als gesittet zu.

In wechselnden Perspektiven erlebt man das Geschehen dabei jeweils aus Rachels oder Samuels Sicht und erhält so zugleich Einblicke in die Gedankenwelt der Protagonisten.

Während die Väter ein offensichtlich kindisches Verhalten an den Tag legen, indem sie ihre Kämpfe vor ihren Kindern, aber auch vor ihren Auftraggebern austragen, wirken die beiden jungen Erwachsenen (ein wenig) reifer und reflektierter. Gemeinsam hecken sie einen Plan aus und bieten ihren Vätern das nötige Kontra, um sie schließlich zur Vernunft zu bringen.

Bei so vielen unterschiedlichen Interessen und Zielvorstellungen geht, wie nicht anders zu erwarten, natürlich einiges schief. Und das nicht zuletzt, weil die Paläontologen sich stets gegenseitig ins Verderben zu stürzen versuchen. Dass die Indianer wenig erfreut über das Eindringen der Wissenschaftler sind verkompliziert die Suche nach dem König der Dinosaurier zusätzlich.

Zeitweise überschlagen sich die Ereignisse, sodass man dem Geschehen beinahe hinterher hechelt. Gerade noch rechtzeitig kühlt die Geschichte jedoch wieder immer wieder ab, sodass man erstmal zu Atem kommen kann.

Vom Suchen und Finden ist eine kurzweilige Liebesgeschichte, gespickt mit Sarkasmus und Wortwitz und dürfte demnach nicht nur für jugendlichen Lesern gefallen.

  (0)
Tags: dinosaurier; uhrzeit, empfehlung, jugendbuch, kinderbuch, rezension, romeo und juliet   (6)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(24)

62 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

robin hobb, fantasy, empfehlung, gabe, bastard

Die Gabe der Könige

Robin Hobb , Eva Bauche-Eppers
Flexibler Einband
Erschienen bei Penhaligon, 28.08.2017
ISBN 9783764531836
Genre: Fantasy

Rezension:

INHALT

Als der uneheliche Sohn des Anwärters auf den Thron von seinem Großvater mütterlicherseits eines Tages vor den Toren der Stadtfestung abgesetzt wird, ist es um den scheinbaren Frieden im Königshaus nicht mehr allzu gut bestellt.

Vom Tag seiner Ankunft an, wird der Bastard in die Obhut des Königs gegeben, während sich um den Jungen herum zahlreiche Intrigen entspinnen.

Doch Fitz ist kein gewöhnlicher Sterblicher – er verfügt über Kräfte, die nicht nur ihm, sondern auch dem Königreich von großem Nutzen sein könnten. Doch mit der Macht kommt die Verantwortung. Und so ist es an ihm das Netz an intriganten Machenschaften zu durchschauen, um seine Gabe letztlich für das Gute einsetzen zu können.

MEINUNG

Die Gabe der Könige wurde bereits unter diversen Namen in unterschiedlichen Verlagen veröffentlicht. Auf die Reihe gestoßen bin allerdings auch ich erst in diesem Jahr. Nach Beenden des ersten Bandes frage ich mich nun, warum ich zuvor noch nie von der Reihe gehört habe.

Robin Hobb hat eine wunderbare Fantasy-Welt geschaffen, die (und da bin ich mir ziemlich sicher) insbesondere Patrick Rothfuss-Anhängern gefallen dürfte. Denn nachdem ich nun seit gefühlten Ewigkeiten auf die Fortsetzung der Königsmörder-Chronik wartete, kam die Chronik der Weitseher wie gerufen. Eine Trilogie, bei der bereits alle Bände vorliegen – kein endlos langes Warten, kein Vergessen.


Doch nicht nur aus diesen Gründen lohnt sich der Griff zu Robin Hobb. Mit ihrem Schreibstil nimmt sie den Leser ganz für sich ein und führt ihn durch ihre eigens geschaffene Welt. Die fantastischen Elemente setzen der Geschichte die Krone auf und machen die Chronik zu etwas Besonderem.

Die Geschichte des Bastards wird rückblickend von diesem selbst erzählt. Vom Zeitpunkt seiner Ankunft bei Hofe, bis zur Gegenwart schreibt er die Ereignisse nieder, die ihn formten und zu der Person werden ließen, die er heute ist. Sein umsichtiger Blick ermöglicht es ihm ein umfassendes Bild der vergangenen Jahre zu zeichnen und den Leser Teil des Geschehens werden zu lassen. Neben einem mitreißenden Schreibstil tragen auch die Intrigen und Geheimnisse bei Hofe, ebenso wie die Gabe ihren Teil dazu bei, dass die Lektüre fesselnd bleibt.

Von mir gibt es eine absolute Buchempfehlung. Nun bleibt nur noch abzuwarten – auf den Oktober und den zweiten Band der Trilogie.

  (0)
Tags: empfehlung, fantasy, rezension, rezensionsexemplar, robin hobb   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(12)

41 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

reise, rezension, blogger, gesellschaft, fernweh

Gehen, um zu bleiben

Anika Landsteiner
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.05.2017
ISBN 9783442176724
Genre: Sachbücher

Rezension:

INHALT

In 15 Geschichten erzählt Anika Landsteiner von Erlebnissen auf Reisen, von anderen Ländern und anderen Sitten. Jedes Land steht für eine bereichernde Erfahrung, für ein zentrales Ereignis oder einen Wendepunkt im Leben der Autorin.

Denn: Nur wer sich aufmacht, zu anderen Ufern, wird sehen, dass das Gras auf der anderen Seite (nicht) immer grüner ist.

MEINUNG

Für mich gibt es (abgesehen vom Reisen) kaum etwas schöneres als Reiseberichte zu lesen und mich in andere Länder zu träumen oder das nächste (Reise-)Abenteuer zu planen. Somit kamen auch die Geschichten von Anika Landsteiner wie gerufen, sobald ersichtlich wurde, dass es dieses Jahr mit dem Urlaub wohl nicht klappen würde. Ich entschied mich auf eine mentale Reise zu gehen – mit der wohl angenehmsten Urlaubsbegleitung die man sich vorstellen kann.

Schließlich lernt man im Verlauf der 15 Kapitel nicht nur die unterschiedlichsten Länder und Landsleute, sondern auch die Autorin näher kennen. Durch ihre sympathische Art ist es ein Leichtes, ihren Ausführungen und Erfahrungen zu folgen.

Anika Landsteiners Schilderungen öffneten mir Türen, zu Ländern, die mir (aus den unterschiedlichsten Gründen) bislang verwehrt geblieben waren. Sodass sich beim Lesen, wie von unsichtbarer Hand, die Liste der Länder, die ich gerne in Zukunft bereisen würde zunehmend füllte.

Umso schöner, dass die Autorin in ihren Berichten nicht nur bei den schönen Seiten des Reisens verharrt. Auch auf Missstände und Probleme innerhalb der Länder macht sie aufmerksam, ebenso wie auf Probleme, die beim Reisen entstehen können und regt so zur (Selbst-)Reflexion an.

Die Geschichten sind kurzweilig und häufig hätte ich mir gewünscht, das Kapitel möge an dieser Stelle noch nicht enden. Vermutlich war es aber auch gut so wie es war – schließlich heißt es nicht umsonst man solle aufhören, wenn es am schönsten ist.

Besonders gut gefiel mir die Unterteilung in die unterschiedlichen Erfahrungswerte. Nur allzu deutlich geht aus den Schilderungen hervor, wie wichtig es für die eigene (Weiter-)Entwicklung ist, nicht nur positive Erfahrungen (auf Reisen) zu machen.

Ein Buch, das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

  (0)
Tags: abenteuer, empfehlung, gesellschaft, kultur, lesen, reise, rezension   (7)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(36)

74 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

liebe, schicksal, behinderung, jessica koch, die endlichkeit des augenblicks

Die Endlichkeit des Augenblicks

Jessica Koch
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 18.08.2017
ISBN 9783499274237
Genre: Liebesromane

Rezension:

INHALT

Neben ihrer langjährigen Freundschaft verbindet Sebastian und Josh auch ein tragischer Schicksalsschlag.

Als Sebastian nach Jahren der Einsamkeit auf Sam trifft gerät seine Welt aus den Fugen. Sam ist die Frau seiner Träume – mit ihr an seiner Seite fasst er neuen Mut. Josh aber scheint von der Beziehung der beiden alles andere als angetan. Doch wen versucht er mit seinem Verhalten zu schützen?

MEINUNG

Von Jessica Koch (Autorin des Bestsellers Dem Horizont so nah) habe ich bereits viel Gutes gehört und so war es nun an der Zeit, mir endlich selbst ein Bild von den Werken der Autorin zu machen. Ihr neuer Roman schien mir die richtige Gelegenheit zu sein, einen ersten Einblick zu erhaschen (ohne direkt an zwei Folgebände gebunden zu sein).

Wie bei einem recht kurzen Roman kaum anders zu erwarten, schlägt man die erste Seite auf und wird sogleich (mehr oder weniger) sanft in das Geschehen hineinbugsiert. Ein kurzer Prolog, der es vermag die Gesamtstimmung der Geschichte aufzugreifen und den Leser in die richtige Stimmung zu versetzen, gibt einen ersten Einblick in die (tragische) Vorgeschichte von Sebastian und Josh.

Die Kapitel werden im Wechsel aus der Sicht von Sam, Josh und Sebastian erzählt, sodass man stets nah an den Protagonisten ist und deren jeweilige Gefühlslage problemlos einfangen kann. Der Schreibstil ist flüssig, frei von überflüssigen Phrasen und eben deshalb (so scheint es) wiegen die Worte häufig bleischwer. Gekonnt wirkt die Autorin auf den Gemütszustand des Lesers ein, indem sie sich die Sprache zum Werkzeug macht.

Die Geschichte ist keineswegs spannungsheischend und doch hält der Plot einige unerwartete Momente und Wendungen bereit, die bei mir jedes Mal für Momente der Atemlosigkeit sorgten.

Insgesamt ist Die Endlichkeit des Augenblicks eine wahnsinnig kurzweilige, wie schwer verdauliche Lektüre. Die Gefühlswelt der Protagonisten war so greifbar, dass es schwer fiel sich ihrem Sog zu entziehen. Die Vergangenheit von Josh und Sebastian ist eine Last, die sich schwer abschütteln lässt.

Ein wunderbares Werk, das jedoch (etwas) schwerer wiegt als so manch anderer Roman.

  (1)
Tags: die endlichkeit des augenblicks, dreiecksgeschichte, empfehlung, jessica koch, liebe, rezension, rowohlt, schicksal   (8)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(126)

324 Bibliotheken, 18 Leser, 0 Gruppen, 65 Rezensionen

liebe, nachtblumen, carina bartsch, sylt, trauma

Nachtblumen

Carina Bartsch
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 23.06.2017
ISBN 9783499291081
Genre: Liebesromane

Rezension:

INHALT

Jana und Collin lernen sich in einem Wohnprojekt kennen. Beide sind gezeichnet durch ihre Vergangenheit, die wie eine dunkle Wolke über ihren Köpfen hängt und kaum ausreichend Sonnenstrahlen durchlässt, um sie zu wärmen.

Bei Tag tragen die Jugendlichen altbekannte Kämpfe, mit sich selbst und mit anderen aus – eine Nacht soll alles ändern. Doch heilt die Zeit wirklich alle Wunden?

An jedem neuen Tag müssen Jana und Collin sich erneut der Herausforderung stellen, vor- anstatt zurück zu blicken.

 

MEINUNG

Eine unglaublich schöne Cover-Gestaltung und ein geheimnisvoller Klappentext waren es, die mich in Versuchung führten dieses Buch lesen zu wollen. An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich weder Kirschroter Sommer noch Türkisgrüner Winter gelesen habe und somit völlig unvoreingenommen in die Lektüre einstieg.

Carina Bartsch hat einen wundervollen Schreibstil. Sie bedient sich der schönsten vorstellbaren Metaphern und schafft es immer wieder Dinge in Worte zu fassen, für die es keine Worte zu geben scheint. Die Autorin hält sich nicht zurück mit Beschreibungen – der Umgebungen, der Personen und der Gefühle, die in ihnen brodeln. Sie verweilt und nimmt sich die Zeit, um jedem Detail der Geschichte ausreichend Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Dann und wann entsteht beim Lesen so ein Innehalten, ein ruhiger Moment, um eigenen Emotionen nachzufühlen und um die Stimmung und Bedeutung des Buches in ihrer Tragweite zu erfassen.

Die Protagonisten, insbesondere Jana und Collin, strahlen (trotz ihrer Hilflosigkeit) eine Wärme aus, die sich aus dem fiktionalen Kontext herauszulösen scheint und einen beim Lesen mitten ins Herz trifft. Gebannt verfolgt man jeden Handlungsstrang, jede noch so kleine Widrigkeit im Leben der beiden und hofft immerzu, dass sie es doch endlich schaffen mögen sich aus den Fängen ihrer Vergangenheit zu befreien.

"Wenn du scheiterst, dann gibt es nur einen Weg: Du musst wieder aufstehen. Egal, wie oft, und egal, wie viel Kraft es dich kostet. Du darfst niemals liegen bleiben. Sonst verlierst du."

Nachtblumen ist ein Werk voller Weisheiten, atemraubender Momente und tragischer Tatbestände. Die Charaktere sind so detailgetreu wie authentisch gezeichnet und ebenso zugänglich wie unnahbar. Das Buch lässt mich auch nach seinem Ende nicht los und ich bin sicher, dass ich in Zukunft nochmal dazu greifen werde. Ausgestattet mit dem (nun vorhandenen) Wissen über die Vergangenheit der Charaktere und mit dem Bedürfnis weitere Facetten der Geschichte zu entdecken.

Den Inhalt habe ich hier bewusst außen vor gelassen, weil er zu umfassend ist, als dass ich ihn in Kürze beleuchten könnte, ohne seine wertvollsten Seiten unberücksichtigt zu lassen. Ich kann interessierte Leser nur dazu ermuntern, dass Buch in die Hand zu nehmen und selbst Teil der Geschichte von Jana und Collin zu werden.

Carina Bartsch hat mich mit Nachtblumen restlos begeistert. Die über 500 Seiten habe ich innerhalb eines Tages nur so in mich aufgesaugt, um bloß keinen Moment – ja auch nicht nur den Hauch eines Momentes zu verpassen. Nach der Lektüre ist mein Exemplar des Buches nun gespickt mit Post-its, die mir die Möglichkeit geben einzelne Augenblicke der Geschichte wieder und wieder zu durchleben.

Für mich definitiv eines der Buch-Highlights diesen Jahres. Eine Empfehlung gibt es für alle, die ausgestattet sind mit ein wenig Empathie und einem Faible für Schicksalsgeschichten.

  (1)
Tags: carina bartsch, empfehlung, nachtblumen, rezension, rowohlt   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

solotrip, rezension, alleinreisen, reiseblogger, reisen

Solotrip

Annika Ziehen
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 19.05.2017
ISBN 9783499632594
Genre: Sachbücher

Rezension:

INHALT

Die Autorin zieht seit Jahren auf eigene Faust um die Welt. In Solotrip schildert sie Erfahrungen, die sie während des Alleinreisens gemacht hat. Sie gibt Interessierten Tipps an die Hand und ermutigt dazu aufzubrechen und bestehende Ängste zu überwinden. In den Kapiteln führt sie den Leser durch zahlreiche Orte und Städte auf unterschiedlichen Kontinenten und greift Themen und Tagespunkte auf, die bei einem Solotrip relevant werden.

MEINUNG

Bereits seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit der Idee eines Solotrips. Allein in die Ferne zu reisen, neue Welten und Kulturen zu entdecken verspricht Wunderbares und wirkt zugleich etwas einschüchternd. Ein Land bereisen, ohne die Sprache zu kennen, ohne einen Blick für Gefahren des Alltags zu haben und ohne eine bekannte Person zur Seite zu haben? Alles kein Problem – verspricht Annika Ziehen.

Bereits früh soll die Autorin erfahren, was es bedeutet alleine in der Welt unterwegs zu sein. Direkt nach dem Abitur reist sie nach New York, um Land und Leute kennen zu lernen und sich auf ihre Studienjahre in der Weltmetropole vorzubereiten. Seit damals ist ihr die Reiselust nicht vergangen und Jahr für Jahr macht sie sich auf, um unbekannte Gefilde (und zugegebenermaßen auch neue Gerichte) zu entdecken.

Ihr Buch ist ein Plädoyer für das Alleinreisen – das nicht immer so einsam ist, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Ist man ohne Begleitung unterwegs, so wird man schneller mal von Einheimischen (zum Familienessen) nach Hause eingeladen, bekommt eher einen Zugang zu anderen Reisenden und schließlich kann man sich in einem Hostel auch ein Mehrbettzimmer mit anderen teilen oder sich Reisegruppen anschließen.

Den Einstieg in das Buch machen Argumente, die für (und gegen) das Alleinreisen sprechen. Gängige Vor- und Nachteile werden gegeneinander abgewogen und mit eigenen Erfahrungen verknüpft. Auch die üblichen Ausreden, die selbst Interessierte von einem Solotrip abhalten mögen, lässt Annika Ziehen nicht aus. Sie zeigt Lösungen auf, ebenso wie Kompromisse, die sich schließen lassen und schafft es mögliche Hürden etwas niedriger wirken zu lassen.

Die Autorin berichtet von den schönen sowie von den negativen Seiten des Alleinreisens und legt dar, warum sie es niemals missen möchte. Das Buch umfasst zudem Tipps zur Planung einer eigenen Soloreise; Hinweise zu den Möglichkeiten (und Risiken) vor Ort (Unterbringung, Transport, Gastronomie, Währung etc.) und schließt mit Routen zum Nachreisen. Ausgehend von den Erfahrungen der Autorin wird man so bestens auf das Alleinreisen vorbereitet. Die in das Buch integrierten Bilder befeuern die Reiselust zusätzlich.

"Make your choice, adventurous stranger. Strike the bell and bide the danger. Or wonder ‚til it drives you mad, What would have followed, if you had." – C. S. Lewis

Solotrip umfasst all das, was ich mir von diesem Buch erhofft hatte und noch einiges mehr. Es gibt einem Mut, den Schritt zu wagen und sich von selbst errichteten Mauern nicht abhalten zu lassen. Ein Buch für alle, die die Lust verspüren zukünftig einen (oder gar mehrere) Solotrips zu unternehmen.

  (1)
Tags: alleinreisen, empfehlung, reisebericht, reiseblogger, reisen, rezension, rezensionsexemplar, solotrip   (8)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(131)

295 Bibliotheken, 26 Leser, 1 Gruppe, 79 Rezensionen

rassismus, angie thomas, the hate u give, jugendbuch, thug

The Hate U Give

Angie Thomas , Henriette Zeltner
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei cbt, 24.07.2017
ISBN 9783570164822
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT

Nachdem die sechzehnjährige Starr miterleben musste wie ihr bester Freund, seiner Hautfarbe wegen, von einem Polizisten ermordet wurde, ist es an ihr, ihre Stimme zu erheben und dem Rassismus in ihrer Heimat ein Ende zu bereiten. Während Starr noch versucht den Mut aufzubringen, den es benötigt, um für ihren Freund einzustehen sieht sie sich jedoch immer wieder mit Rückschlägen konfrontiert. Denn schließlich lebt auch sie gefangen zwischen zwei Welten. Doch aufgeben kommt für die Sechzehnjährige nicht in Frage.


MEINUNG

Angie Thomas hat sich dazu entschieden in ihrem Erstlingswerk ein Thema von gesamtgesellschaftlicher Relevanz zu verarbeiten und es zugleich jugendgerecht aufzubereiten. Rassismus und Diskriminierung sind auch heute keine Gelegenheitserscheinung und allzu häufig wird (wie bei Ungerechtigkeiten so oft) weggeschaut oder Geschehenes gar aus dem Kontext gerissen und vor den falschen Hintergrund gerückt, um es zu rechtfertigen. Auch die sechzehnjährige Starr erfährt bereits früh, was es bedeutet Teil einer Minderheit in einer Mehrheitsgesellschaft zu sein. Mehr als einmal muss sie in ihrer Kindheit mit ansehen, wie ein Freund erschossen wird.

In ihrem Roman illustriert Angie Thomas bestehende Missstände und zeigt, wie nur eine unbedachte Handlung seitens der falschen Person, zu der nur schlimmsten vorstellbaren Konsequenz führen kann. In einfacher Sprache und mit viel Wortwitz führt die Autorin den Leser in die bunte Welt einer Sechzehnjährigen ein, die nach einigen tragischen Vorfällen schließlich droht, sich in schwarz-weiße Kontraste aufzulösen. Das Doppelleben des Mädchens (vorwiegend weiße Privatschule vs. schwarzes Viertel) trägt seinen Teil dazu bei. Doch der Rückhalt durch die Familie gibt Starr Kraft und so beschließt sie zu kämpfen, um den herrschenden Ungerechtigkeiten ein Ende zu setzen.

"Manchmal machst du alles richtig, und es geht trotzdem alles schief. Entscheidend ist, dass du dennoch nie aufhörst, das Richtige zu tun."

Beim Lesen war ich mal gespannt, mal fassungslos. Neben einigen Schockmomenten wurden von der Autorin auch zahlreiche schöne Momente des menschlichen Zusammenhalts eingewebt, die dem Stoff des Buches die nötige Struktur verliehen. Schwer zu sagen ist, ob der Plot realistisch ist – was dem Ganzen jedoch keinen Abbruch tut. Die Botschaft der Autorin ist eindeutig. Sie schwingt in jedem Wort mit, sie ist laut und sie ist wahr. Denn schließlich läuft alles darauf hinaus, dass wir nicht weg-, sondern hinschauen. Uns gegen jegliche Missstände in der Gesellschaft stark machen und nichts unversucht lassen die Mauern, die uns trennen niederzureißen.

"Es wäre leicht aufzugeben, wenn es hier nur um mich, Khalil, jenen Abend und diesen Cop damals ginge. Aber es geht um so viel mehr."

Ein Buch, dass die Aufmerksamkeit, die ihm entgegengebracht wird, definitiv wert ist.

  (0)
Tags: angie thomas, cbj, cbt, diskriminierung, empfehlung, gesellschaft, jugendbuch, leben, politik, rassismus, rezension, rezensionsexemplar, the hate u give   (13)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(94)

151 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 82 Rezensionen

rainbow rowell, magie, zauberer, fantasy, jugendbuch

Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423640329
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT

Seit ihrem ersten Jahr in Watford sind Simon Snow und Basilton Pitch, seinerseits Vampir, dazu verdammt sich ein Zimmer zu teilen. Für Simon Snow, den Auserwählten und mächtigsten Zauberer, den die Welt je zu sehen bekam, gibt es denkbar nichts schlimmeres als Basilton zum Zimmergenossen zu haben.

Und als Baz nach den Sommerferien nicht in die Schule zurückkehrt, lässt Simon nichts unversucht, hinter sein Geheimnis zu kommen. Er ist sich sicher: Der Vampir führt etwas im Schilde und nur er kann ihm Einhalt gebieten.

Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow ist das Spin-Off von Fangirl und zugleich eine Fanfiction (ähnlich der Fanfiction über die Protagonistin Cath in Fangirl schreibt) . Während die Bücher in ihrer Originalfassung nacheinander erschienen sind, wurden sie in Deutschland beinahe zeitgleich veröffentlicht. Die Romane können in beliebiger Reihenfolge gelesen werden, sie bestehen unabhängig voneinander.

MEINUNG

Nachdem ich Fangirl beendet hatte, führte für mich kein Weg an Aufstieg und Fall des außerordentlichen Simon Snow vorbei. Die kurzen Textpassagen aus der fiktiven Originalfassung sowie aus der Fanfiction von Cath machten Lust auf mehr und so wollte ich unbedingt erfahren, welche Pläne Rainbow Rowell für Simon Snow und Basilton Pitch hatte. Abgesehen davon: Wer kann zu diesem liebevoll gestalteten Cover schon Nein sagen?

Ausgestattet mit ersten Einblicken aus Fangirl, die illustrierten wie die Begegnungen zwischen Simon und Baz aussehen könnten, ließ ich mich also auf die Geschichte ein und stieß dort zunächst auf einige bekannte Motive aus Harry Potter. Je näher man den Protagonisten beim Lesen jedoch kommt, desto mehr Unterschiede offenbaren sich (in Charakteren und Handlungssträngen).

Besonders gut gefiel mir die Idee von einem Vampir an einer Zauberschule, der seinen wahren Charakter nach außen hin nur allzu gut zu verbergen weiß. Denn während Simon so seine Probleme mit der Magie zu haben scheint und regelmäßig für Explosionen sorgt, hat Basilton sich und seine Triebe vollkommen unter Kontrolle.

Der Auserwählte und ein Verstoßener teilen sich ein Zimmer und müssen so schließlich Wege finden miteinander auszukommen. Doch die Feindschaft zwischen Simon und Basilton besteht eher oberflächlich. Als Baz entschließt dem Mörder seiner Mutter nachzujagen, schließt sich Simon ihm an und das scheinbar Unmögliche wird Wahr. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Jedenfalls nimmt die Geschichte an dieser Stelle Fahrt auf und schafft Platz für einige unverhoffte Ereignisse.

Rainbow Rowell versteht es sich fiktionaler Welten zu bedienen und Charaktere zu erschaffen, die ebenso authentisch wie zugänglich sind. Simon und Baz habe ich sehr ins Herz geschlossen – haben die beiden die Lektüre doch zu einer magischen Erfahrung werden lassen.

Wer Fangirl mag wird auch Gefallen an Simon Snow finden, dessen bin ich mir sicher. Auch an dieser Stelle gibt es eine Buchempfehlung und vier Sterne für den Funken Magie, den die Autorin mit ihrer Geschichte versprüht.

  (0)
Tags: buchempfehlung, carry on, dtv, empfehlung, fangirl, harry potter, magie, rainbow rowell, rezension, simon snow   (10)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(125)

255 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

jugendbuch, fangirl, fanfiction, college, rainbow rowell

Fangirl

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband
Erschienen bei Hanser, Carl, 24.07.2017
ISBN 9783446257009
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT

Die Zwillinge Cath und Wren kann nichts trennen – das denkt zumindest Cath. Jedoch nur solange bis Wren beschließt auf dem College neue Wege zu begehen, ohne ihre Schwester. Und so muss sich Cath nach Jahren des Zusammenlebens mit ihrer engsten Verwandten plötzlich ein Zimmer mit einer völlig Fremden teilen.

Überfordert mit der neuen Situation versinkt sie zunehmend in die Welt der Fanfiction. Bis sie mit Levi Bekanntschaft macht und mit den schönen Seiten des Lebens, außerhalb der eigenen vier Wände. Jetzt ist es an Cath ihren Weg zu finden und die Augen nicht länger vor der Realität zu verschließen.

MEINUNG

Es gibt wohl kaum ein Jugendbuch, das international einen solchen Hype ausgelöst hat wie Fangirl. Und mit jeder positiven Leserstimme wuchs meine Neugierde auf die Geschichte hinter dem wundervollen Cover. Als das Buch schließlich in deutscher Fassung erschien, konnte ich es kaum erwarten, in die Welt von Cath und Wren und somit zugleich in die von Simon Snow einzutauchen.

Der einfache Schreibstil trug dazu bei, dass die ersten Seiten schnell gelesen waren und man des Lesens auch weiterhin nicht müde wurde. Und obwohl die Geschichte sehr ruhig ist und die Autorin sich mit dem Einsatz von spannungssteigernden Elementen zurückhält, wollte und konnte ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen.

Im Zentrum der Geschichte stehen die Charaktere: darunter die Zwillinge Cath und Wren, ebenso wie die Schlüsselfiguren Levi und Reagan, die Wren aus ihrem Schneckenhaus hervorzulocken verstehen. Zwischen den Charakteren entspinnt sich im Verlauf der Geschichte eine Dynamik, die zur Charakterentwicklung (insbesondere der Protagonistin) beiträgt und beim Lesen besonders Freude macht.

Neben der Haupthandlung finden sich im Buch vereinzelt Passagen aus Caths Fanfiction von Simon Snow sowie aus dem fiktiven Original. Die Passagen greifen Handlungsstränge auf und führen Gedanken weiter, die in der Geschichte unausgesprochen bleiben, während sie zugleich Caths Charakterentwicklung unterstreichen. Obwohl mir die Idee hinter den Passagen von Simon Snow gefiel, hatte ich zeitweise meine Probleme damit, mich in die kurzen Textausschnitte einzufinden und sie richtig innerhalb der Geschichte verorten. Im Verlauf der Lektüre fiel das Verarbeiten der parallelen Handlungen jedoch zunehmend leichter, bis ich schließlich auch an diesen Textteilen meine Freude hatte.

Alles in allem hat Rainbow Rowell eine wundervolle Welt geschaffen, mit Charakteren, die einem beim Lesen so sehr ans Herz wachsen, dass man sie nach Beenden des Buches nur ungern in die Welt entlässt. Fangirl ist ein absolutes Wohlfühlbuch, mit einer Geschichte die berührt. Deshalb gibt es an dieser Stelle auch eine absolute Buchempfehlung.

  (0)
Tags: carryon, empfehlung, fangirl, hanser, hanserverlag, jugendbuch, rainbowrowell, rezension, rezensionsexemplar, simonsnow   (10)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

21 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

empfehlung, j paul henderson, rezension, diogenes, blogger

Letzter Bus nach Coffeeville

J. Paul Henderson , Jenny Merling
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.05.2017
ISBN 9783257243918
Genre: Romane

Rezension:

INHALT

Seit Generationen erkranken die Frauen in Nancys Familie an Alzheimer. Und so ahnt sie bereits in jungen Jahren, dass sie eines Tages das selbe traurige Schicksal ereilen wird. Ihr einziger Hoffnungsschimmer: Ihr Jugendfreund Eugene Chaney, dem sie das Versprechen abnimmt, dass er Nancy, sollte es soweit kommen, nach Coffeeville begleiten und ihrem Leben ein Ende setzen wird.

Und so braucht sie nur zum rechten Zeitpunkt zum Hörer greifen, um ihre Reise in Gang zu setzen.

MEINUNG

Letzer Bus nach Coffeeville, im Original 2014 erschienen, ist der Debütroman des Autors J. Paul Henderson und kein schlechter noch dazu, aber mal der Reihe nach.

Klappentext und Cover sprachen mich an und auch die Stimmen zum Buch versprachen nur Gutes. Also griff ich beherzt zu und ließ mich in die Geschichte fallen, neugierig der Dinge harrend, die mich dort erwarten würden.

Im ersten Teil des Buches wird man mit den Protagonisten bekanntgemacht. Man lernt also zunächst die Lebensgeschichte eines jeden Charakters kennen, bevor man selbst Teil der Reisegesellschaft wird, die sich auf den Weg nach Coffeeville und somit auf Nancys letzte Reise begibt.

Nancy und Eugene werden auf ihrer Fahrt nicht nur von ihrem guten Freund Bob begleitet, sondern auch von einem Waisenkind das verloren ging, ebenso wie von Eugenes Patensohn Jack. Während die Stimmung in der Truppe zu Beginn der Reise gefährlich oft zu kippen scheint, kommen sich die Protagonisten im Verlauf der Geschichte zunehmend näher, sodass aus einem bloßen Zusammenleben letztlich wahre Freundschaft wird.

Aus dem bunten Mosaik der mehr oder weniger zufällig zusammengewürfelten Reisegesellschaft ergaben sich stets die skurrilsten Situationen, die mich ebenso häufig zum Schmunzeln wie zum Lachen brachten. Und dennoch gab es Augenblicke, in denen sich das Leid der Krankheit wie ein dunkler Schleier über die Geschichte legte und ihr zeitweise die Leichtigkeit nahm. Es sollte jedoch nur Augenblicke dauern und schon brachen helle Strahlen der Freundschaft durch den dunklen Schleier und beraubten ihn seiner Macht.

J. Paul Henderson illustriert die Tücken einer Krankheit und wie Freundschaft heilen kann – nicht körperlich, aber seelisch. Er zeigt wie Humor hilft, ohne zu verharmlosen. Und er macht in seiner Geschichte vor allen Dingen eines deutlich: Ein Jeder hat sein Päckchen zu tragen, doch wenn wir Freundschaft schließen mit uns selbst und anderen, wird das Päckchen leichter – nicht nur das eigene.

Von mir gibt es eine absolute Buchempfehlung für eine wunderbar tragisch-komische Geschichte und ihre liebenswerte Besatzung.

  (1)
Tags: blogger, diogenes, empfehlung, j paul henderson, rezension, rezensionsexemplar   (6)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(103)

229 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 77 Rezensionen

dschinny, jessica khoury, aladdin, fantasy, liebe

Ein Kuss aus Sternenstaub

Jessica Khoury , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei cbj, 10.07.2017
ISBN 9783570403532
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT

Sein Leben lang schon sinnt Aladdin auf Rache.

Als er die magische Lampe entdeckt, in der die mächtigste aller Dschinnys gefangen ist, scheint der Augenblick gekommen sich seinen sehnlichsten Wunsch zu erfüllen. Doch kaum ist die Dschinny der Lampe entschlüpft überschlagen sich die Ereignisse.

Nun steht Aladdin vor der Entscheidung seinem Hass nachzugeben oder der Stimme seines Herzens zu folgen.

MEINUNG

Aus dem Klappentext wurde ich nicht so richtig schlau und doch kam ich nicht an dem Buch mit dem magischen Cover vorbei, dessen Geschichte versprach absolut märchenhaft zu werden.

Und was soll ich sagen: Die Adaption von Aladdin und der Wunderlampe begeistert ab der ersten Seite. Ohne langes Vorgeplänkel wird man in die Geschichte geschubst, in der sich gleich zu Beginn die Ereignisse häufen. Recht rasant wird man mit den beiden Hauptcharakteren Aladdin und Zahra bekanntgemacht und dann geht es auch schon los.

Vor der Lektüre habe ich mich wahnsinnig auf eine orientalische Geschichte gefreut, während der Lektüre musste ich allerdings feststellen, dass das Buch so viel mehr zu bieten hat. Da der Klappentext nicht allzu viel vorweg nimmt und ich die Entdeckungsreise während des Lesens sehr genossen habe, möchte ich hier nicht anfangen zu spoilern. Wer sich jedoch für bewegende Fantasy, Märchen wie aus 1001 Nacht oder für Dschinnys im Allgemeinen interessiert ist bei diesem Buch bestens aufgehoben.

Die Autorin weiß die richtige Balance zwischen Spannung und Liebe zu finden und ihre Ideen geschickt zu einer komplexen und abenteuerlichen Geschichte zu verweben. So vergehen die 450 Seiten wie im Flug und schweren Herzens musste man sich viel zu schnell von Aladdin und Zahra verabschieden.

Leser, die der Klappentext nicht anspricht sollten unbedingt einen Blick in die Leseprobe werfen: Die Liebesgeschichte entwickelt sich sehr spät und steht definitiv nicht im Zentrum des Buches. Sie ist vielmehr ein entscheidender Teil des Ganzen der den Plot vorantreibt und ihm den nötigen Zauber einhaucht.

Alles in allem ist Ein Kuss aus Sternenstaub ein wundervolles Buch, das ich beim Lesen sehr genossen habe.

  (1)
Tags: 1001 nacht, aladdin und die wunderlampe, cbj verlag, empfehlung, fantasy, jessica khoury, jugendbuch, liebe, rezension   (9)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(29)

73 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

fantasy, verbündete, historischer fantasy, heyne, highfantasy

Die Königin der Schatten - Verbannt

Erika Johansen , Sabine Thiele
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Heyne, 26.06.2017
ISBN 9783453315884
Genre: Fantasy

Rezension:

INHALT

Nachdem Kelsea Glynn sich von der Roten Königin hat entführen lassen, um ihr Volk zu retten, liegt die Verantwortung über ihr Königreich nun in den Händen eines anderen. Jetzt hängt alles davon ab, ob die Rote Königin ihr Versprechen halten und das Königreich Tearling verschonen wird.

Doch während Kelsea in Mortmesne noch mit dem Verlust ihrer Saphire kämpft, gerät Mace in seiner Rolle als Übergangs-Regent in innere Konflikte.

Wird das Volk sich mit dem neuen Herrscher zufrieden geben und kann das Königreich Tearling vor dem endgültigen Untergang bewahrt werden?

MEINUNG

Bereits die ersten beiden Bände der Trilogie habe ich geradezu verschlungen und so konnte ich es kaum erwarten den dritten und finalen Band der Reihe in den Händen zu halten. Und wie sollte es anders sein: Auch beim dritten Band erwartet den Leser ein dicker Schmöker, dessen zahlreiche Seiten beim Lesen jedoch im Nu an einem vorbeizurauschen scheinen.

Das unerwartete Ende des zweiten Bandes verhieß wenig Gutes für die Zukunft des Königreichs Tearling, weswegen die Geschichte zunächst auch etwas düster und umso geheimnisvoller anmutet. Langsam baut sich der Plot auf, während zugleich erneut Handlungsfäden aus der Zeit direkt nach der Überfahrt in die Handlung eingesponnen werden. So bewegt sich die Geschichte langsam aber sicher auf ihr Ende zu. Dabei sorgt Protagonistin Kelsea auch in Band 3 für einige Überraschungsmomente. Unerwartete Wendungen im Plot kommen allerdings auch durch die Entscheidungen von Mace und der Roten Königin zustande – Es bleibt also spannend.

Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und macht die Lektüre vollkommen. Man versinkt beim Lesen vollends in der Geschichte und muss sich schon beinahe dazu zwingen das Buch nach einigen Stunden aus der Hand zu legen.

Das Ende kam für mich wahnsinnig überraschend und leider auch etwas abrupt. Nach drei Bänden, in denen (auch durch Nebengeschichten) zunehmend Spannung aufgebaut wurde, scheint die Auflösung etwas träge, wenn auch nicht fad. Gegen ein wenig mehr Pauken und Trompeten zu Ende des Buches hätte ich jedoch nichts einzuwenden gehabt. Insgesamt war auch der dritte Band der Reihe wahnsinnig stark, konnte jedoch nicht mit Band 2 mithalten.

Ich spreche an dieser Stelle eine Buchempfehlung für die gesamte Reihe aus. Insbesondere Fantasy-Liebhaber werden ihre Freude an dem Buch haben. Die Lesezeit, die ich auf diese Trilogie verwendet habe, hätte ich nicht besser nutzen können. Vier Sterne gibt es für das Buch, viereinhalb Sterne für die gesamte Trilogie.

  (2)
Tags: empfehlung, erika johansen, fantasy, heyne, randomhouse, rezension, rezensionsexemplar, spannung   (8)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(56)

112 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

fantasy, magie, jugendbuch, nicole gozdek, die magie der namen

Die Magie der Namen

Nicole Gozdek
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.06.2017
ISBN 9783492281294
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT

Sein Leben lang schon fiebert Nummer 19 auf den Tag der Namensgebung hin. Am Tag der Namensgebung offenbart sich der wahre Charakter eines Menschen. Ein großer Name führt zu Macht und Ansehen. Dieser eine Tag wird alles ändern. Nicht länger wird Nummer 19 als Außenseiter am Rande des Geschehens stehen.

Doch als der Tag der Namensgebung endlich gekommen ist, muss Nummer 19 sich eingestehen, dass es schlimmeres gibt als eine Nummer zu sein. Wer konnte auch ahnen, dass er einen Namen bekommen würde, der den Gelehrten völlig fremd ist. Und so macht er sich auf, die Wahrheit hinter seinem Namen in Erfahrung zu bringen.

MEINUNG

Bereits die Idee hinter dem Buch klang vielversprechend: Eine Welt, in der Namen alles bedeuten. Dabei werden die Namen von Träger zu Träger weitergegeben, jeweils solange bis ein Träger stirbt und der nächste Träger am Tag der Namensgebung seinen Namen erfährt. Und doch stoße ich immer wieder auf Fantasy-Bücher deren Klappentexte ebenso vielversprechend klingen, wie die Plots letztlich enttäuschen. Doch dies war hier keineswegs der Fall.

Nicole Gozdek hat aus ihrer Idee eine fantastische Erzählung gesponnen. Nach einigen Seiten taucht man ab, in eine fantastische Welt voll Magie und liebenswerter Charaktere. Zeitweise fühlte ich mich dabei in die Zeiten von Harry Potter hineinversetzt. Als Leser begleitet man den Außenseiter Nummer 19 (später Tirasan Passario) auf der Suche nach sich selbst. Sein Name verrät wenig über seine Identität, seine Taten umso mehr. Immer an seiner Seite: Krieger Rustan Polliander und seine Freunde. Mit ihnen gemeinsam begibt man sich auf eine aufregende Reise zum Namensarchiv in Himmelstor. Hier soll das Geheimnis um Tirasan Passario gelüftet werden. Über den Verlauf der Reise gewöhnt man sich richtiggehend an die Protagonisten und so fällt es schwer, das Buch nach beenden aus der Hand zu legen.

Der Schreibstil der Autorin ist mitreißend, das Buch beinahe zu kurz. Endlich wieder ein Fantasy-Roman, dessen Erzählung ohne große Liebes- oder Dreiecksgeschichte auskommt. Jetzt bleibt nur noch zu warten, auf den Herbst und auf Band 2.

Ein Buch, das Fantasy-Liebhaber begeistern wird.

  (2)
Tags: die magie der namen, fantasy, magie, nicole gozdek   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(84)

225 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 64 Rezensionen

italien, florenz, liebe, jenna evans welch, toskana

Love & Gelato

Jenna Evans Welch , Henriette Zeltner
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 12.06.2017
ISBN 9783959670913
Genre: Liebesromane

Rezension:

INHALT

Nach dem Tod ihrer Mutter steht Lina plötzlich alleine da und in der Obhut ihrer Großeltern kann sie nicht bleiben.

So kommt sie schließlich, wenn auch widerwillig, dem letzten Wunsch ihrer Mutter nach und reist in die Toskana. Die Vorfreude auf das unbekannte Land will sich jedoch nicht so recht einstellen.

Kein Wunder! Immerhin hat sie, zumindest bevor ihre Mutter krank wurde, noch nie etwas von dem Mann gehört, bei dem sie nun unterkommen soll. Doch vor Ort wendet sich das Blatt und Lina taucht ein, in eine ihr bislang unbekannte Welt voller Geheimnisse und verborgener Schätze.

MEINUNG

Ich hatte bereits viel Gutes über das Buch gehört und so ließ ich mich, ohne mich zuvor lange mit dem Klappentext zu beschäftigen, voller Vorfreude in die Lektüre fallen.

Schnell wurde ich Teil der Geschichte und versank in Linas Welt und dem Italien ihrer Mutter. Mit der Protagonistin lässt es sich schnell warm werden, ist sie doch ein herzensguter Mensch, dem es zu Teilen etwas an Selbstbewusstsein mangelt. Doch obwohl sie es in ihrem Leben nicht immer leicht hat, blickt sie immer positiv nach vorne.


Ein sommerlich-leichter Schreibstil, weckt Urlaubsgefühle und so lief beim Lesen vor meinen Augen ein wundervoller Italien-Film ab. Schnell bekommt man das Gefühl selbst Teil der Handlung und so zugleich Teil der Orte zu sein, die Lina im Verlauf der Handlung erkundet.

Besondere Freude bereitet ein Buch über die Besonderheiten der Toskana insbesondere dann, wenn man bereits selbst vor Ort war. Aber vermutlich werden Leser, denen ein Trip in die Toskana bislang verwehrt geblieben ist, nach der Lektüre schnellstmöglich ihre Koffer packen und in den nächsten Flieger steigen.

Neben den ganzen Italien-Gefühlen kommt die Handlung natürlich nicht zu kurz und so begibt man sich als Leser nicht nur auf eine Reise nach Italien, sondern zugleich auf eine Reise zurück in die Vergangenheit. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten – schließlich sollte Jeder die Möglichkeit erhalten, die verborgenen Geheimnisse selbst zu erkunden.

Aber soviel sei vorab gesagt: Die Geschichte hält einige spannende Grübel-Momente bereit, die dazu führen, dass man völlig in das Buch versinkt. Hintergrundgeschichten und sich im Verlauf des Buches entwickelnde Beziehungen hauchen den Charakteren Leben ein und so fällt es richtig schwer die Protagonisten am Ende des Buches loszulassen.

Allerdings erwartet uns wohl ein Spin-Off der Geschichte, in dem es um Linas Freundin Addie gehen soll – ich verbleibe gespannt und würde am liebsten jetzt schon zum Buch greifen.


Alles in allem ist Love & Gelato eine gelungene Sommerlektüre, an der ich definitiv noch lange meine Freude haben werde und so gibt es eine absolute Buchempfehlung von mir.

  (0)
Tags: empfehlung, harper collins, italien, jenna evans welch, liebe, love & gelato, rezension, sommer, urlaub   (9)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(48)

173 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

lucy clarke, freundschaft, vergangenheit, schuld, lügen

Die Bucht, die im Mondlicht versank

Lucy Clarke , Claudia Franz
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.06.2017
ISBN 9783492060271
Genre: Romane

Rezension:

INHALT

Als junge Mädchen waren Sarah und Isla unzertrennlich, doch die Jahre haben die alten Bande morsch werden lassen. Es ist allerdings nicht nur die Zeit ist , die an der Freundschaft der beiden Frauen nagt.

Vor sieben Jahren verschwand Islas Sohn in den Wellen. Am Jahrestag des Ereignisses verschwindet auch Sarahs Sohn Jacob spurlos.

Doch wie hängen die beiden Ereignisse zusammen? Sarah hat nun keine Wahl: Um zu verstehen was geschehen ist, muss sie nach den Puzzleteilen suchen, die über die Jahre abhanden kamen.

MEINUNG

Lucy Clarke schafft es immer wieder mich zu begeistern. So habe ich bereits Der Sommer, in dem es zu schneien begann gelesen und geliebt. Nicht anders erging es mir mit Lucy Clarkes jüngstem Roman Die Bucht, die im Mondlicht versank.

Man schlägt das Buch auf und wird Teil einer Geschichte, die unglaublicher nicht sein könnte. Die Hauptcharaktere: zwei Freundinnen, die soviel verband wie sie nun trennt. Hinzu kommt eine Partnerschaft mit einigen Ungereimtheiten; ein Kind, das in den Wellen ertrank und eine Nachbarschaft voller Geheimnisse und vergrabener Wahrheiten, die nur darauf warten ans Tageslicht gezogen zu werden.

Die Charaktere des Buches sind dabei bis ins feinste Detail ausgearbeitet und so vielschichtig wie sie in fiktiver Form nur sein können. Mit jedem gelüfteten Geheimnis wirken die Protagonisten realer, greifbarer, authentischer. Und mal wieder zeigt sich: Es ist nicht alles Gold was glänzt.

Nebst der fesselnden Geschichte verzaubert die Autorin mit einer Bildsprache, die das Geschehen lebendig werden lässt. So wurde ich beim Lesen immer wieder von meinen Emotionen überwältigt und habe doch ein paar Tränen vergoßen.


Ebenso wie die anderen Bände von Lucy Clarke, die im Piper Verlag erschienen sind, hat natürlich auch dieser Band ein wunderschönes Cover und einen dazu passenden Buchschnitt.

Von mir gibt es, wie sollte es anders sein, eine absolute Buchempfehlung. Greift zu Lucy Clarke – ihr werdet es nicht bereuen.

  (1)
Tags: empfehlung, lucy clarke, piper, rezension, sommer   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

heyne, heyne verlag, rezension, hyeonseo lee, biographie

Schwarze Magnolie

Hyeonseo Lee , David John , Elisabeth Schmalen , Merle Taeger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.07.2017
ISBN 9783453604339
Genre: Biografien

Rezension:


INHALT

Hyeonseo ist 17 Jahre alt, als sie beschließt die Grenze zu China zu überqueren. Als sie zu ihrer Familie zurückkehren möchte, ist aus der einen Neugierde blutiger Ernst geworden. Eine Rückreise in ihr Heimatland kommt für sie nicht in Frage. 10 Jahre später findet sie in Südkorea Asyl, doch ein Anruf von ihrer Familie zwingt sie nach Hause zurückzukehren. Und so beschließt die junge Frau dem Land, dem sie einst so verbunden war, einen letzten Besuch abzustatten, bevor sie ihm für immer den Rücken kehrt.

MEINUNG

Nachdem ich im letzten Jahr bereits Meine Flucht aus Nordkorea von Yeonmi Park gelesen hatte war ich überzeugt davon, nichts könne mich mehr schockieren. Doch damit habe ich weit gefehlt. Ein Jeder macht so seine Erfahrungen und fördern die Schilderungen Hyeonseos eine Menge neuer Grausamkeiten zu Tage.

In Nordkorea geboren und aufgewachsen, vermag es Hyeonseo Außenstehenden einen ungefähren Eindruck davon zu vermitteln, mit welch ermüdender Lebensrealität die Einwohner Nordkoreas tagtäglich konfrontiert werden. So ist Hyeonseo sieben Jahre alt, als sie ihre erste Hinrichtung erlebt. Und dennoch glaubt sie im besten Land der Welt zu leben, unter der Herrschaft zweier allmächtiger Führer.

Freiheiten kennt Nordkorea nicht und so beschließt Hyeonseo kurz vor ihrer Volljährigkeit das Land für einige Tage zu verlassen, in der Hoffnung als Minderjährige mit ihrem Grenzübertritt ungeschoren davon zu kommen. Eine Volkszählung durchkreuzt ihre Pläne. Über Jahre hinweg schlägt sich die junge Frau alleine durch, ohne Hoffnung darauf ihre Familie jemals lebend wiederzusehen. Als Illegale führt Hyseonseo ein Leben in Armut, doch aufgeben ist keine Option.

Ein Bericht der aufwühlt und zugleich begeistert. Mit ihrer Willensstärke hat Hyeonseo sich aus den Fängen eines eisernen Regimes befreit, klagen kam für die junge Frau nie in Frage. Und obwohl einige glückliche Gegebenheiten wohl einen Beitrag zur Wendung ihres Schicksals geleistet haben inspiriert die Biographie der gebürtigen Nordkoreanerin.

Der Schreibstil trägt seinen Teil dazu bei, dass die 400 Seiten des Buches im Handumdrehen verflogen sind. Die Bilder in der Buchmitte vermögen kaum an die Bildhaftigkeit der Erzählung heranzukommen und dennoch runden sie das Buch ab.

Eine Biographie, die ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

Tipp! 'Schwarze Magnolie' gibt es seit dem 10. Juli 2017 im Heyne Verlag auch als Taschenbuch.

  (2)
Tags: bericht, biographie, buchempfehlung, erfahrung, heyne, heyne verlag, hyeonseo lee, nordkorea, rezension, schwarze magnolie   (10)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(61)

127 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

thriller, dreh dich nicht um, jennifer l. armentrout, spannend, jennifer l armentrout

Dreh dich nicht um

Jennifer L. Armentrout , Karl-Heinz Ebnet
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.04.2017
ISBN 9783453412897
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT

Samantha und Cassie sind schön und beliebt, vor allem aber sind sie eines: unzertrennlich. Zumindest so lange, bis sie eines Tages spurlos verschwinden.

Vier Tage lang fehlt jede Spur der Mädchen, dann taucht Samantha auf, alleine und blutverschmiert. Ihr Gedächtnis hat sie verloren, doch offenbar hat es jemand auf sie abgesehen.

MEINUNG

Nachdem ich bereits einige Bücher von Jennifer L. Armentrout verschlungen habe, war ich nun besonders gespannt darauf zu erfahren, wie mir wohl ein (Jugend-)Thriller der Autorin gefallen würde. Und ich wurde nicht enttäuscht.

Bereits auf den ersten Seiten baut Jennifer L. Armentrout Spannung auf, indem sie den Leser Teil von Samanthas Erfahrungen werden lässt. Gemeinsam mit der Protagonistin kehrt man in eine Vergangenheit zurück, die man selbst noch nicht kennt und an die Samantha sich nicht erinnert. Die Puzzleteile fügen sich so erst nach einer Weile zu einem großen Ganzen zusammen. Genau diese Lücken sind es aber, die das Buch zu etwas Besonderem machen.

Dennoch hatte ich auf den ersten Seiten Schwierigkeiten in die Geschichte zu finden. Dies lag vor allem daran, dass ich mit Samantha (zumindest mit der Vergangenheits-Samantha) absolut nicht warm wurde, ebenso wenig wie mit ihren Eltern oder ihrem festen Freund – allesamt Protagonisten, die sich durch ihre Oberflächlichkeit mehr als durch ihren Charakter auszeichnen.

Samanthas Bruder und sein Kumpel Carson hingegen bereichern den Plot und sorgen für die nötige Wärme in der Geschichte. Auch mit der neuen Samantha konnte ich mich gut anfreunden. So versank ich nach den ersten Stolpersteinen zunehmend in der Geschichte und begann mitzurätseln, wie sich die Ereignisse wohl zugetragen haben mochten.

Insbesondere die fehlende Sympathie gegenüber einigen Charakteren lässt sie schnell tatverdächtig wirken. Häufig kommt man zu dem Schluss, man sei dem Täter bereits auf die Schliche gekommen. Der Schein aber trügt.

Ein spannendes und kurzweiliges Lesevergnügen und eine Empfehlung für diejenigen, die Jugendthriller oder Jennifer L. Armentrout lieben.

  (3)
Tags: dreh dich nicht um, heyne, heynefliegt, heyne fliegt, jennifer l armentrout, j. lynn, jugend-thriller, randomhouse, thriller   (9)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(92)

181 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

amrum, demenz, familie, liebe, sommer

Immer wieder im Sommer

Katharina Herzog
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.04.2017
ISBN 9783499291111
Genre: Liebesromane

Rezension:

INHALT

Eigentlich wollte Anna den Sommer dazu nutzen, ihrer Jugendliebe Jan wieder näher zu kommen. Nur dafür hatte sie den Trip zur Insel Amrum, Jans neuer Heimat, geplant.

Nicht eingeplant war allerdings, dass ihre ganze Familie, mitsamt ihrer Mutter und ihrem Exmann, sie nach Amrum begleitet. Und obwohl es zunächst scheint, als legten diese ihr auf der Suche nach dem Glück Steine in den Weg, machen sie ihr ganzes Glück schließlich überhaupt erst möglich.

MEINUNG

Katharina Herzog schildert die Geschichte dreier Generationen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Nicht nur Anne hat für die Sommerferien so ihre Pläne, auch ihre Töchter Sophie und Nelly haben eine ganz genaue Vorstellung davon, wie ihre Ferien auszusehen haben, doch Annas Exmann Max und ihre Mutter Frieda machen den dreien einen Strich durch die Rechnung. Als auch noch ein Anhalter nach einer Mitfahrgelegenheit sucht, droht der alte VW-Bus aus allen Nähten zu platzen. Unausgetragene Konflikte zwischen den Familienmitgliedern machen das Chaos perfekt. Doch es nicht selten kommt es schließlich ganz anders als man denkt…

Katharina Herzog hat mich mit ihrer Geschichte vollends verzaubert. In den 384 Seiten des Buches kommt man jedem Familienmitglied so nahe, wie es in einem Roman eben nur geht. Von Kapitel zu Kapitel wechseln die Perspektiven (Frieda, Anna, Sophie), sodass man als Leser tiefe Einblicke in die Wünsche, Sehnsüchte und Probleme dreier Generationen erhält. Dabei lernt man ganz nebenbei wundervolle Menschen kennen, denen man nach beenden des Buches nur ungern Lebewohl sagt.

Umrahmt von einem wunderschönen Einband und mit einem federleichten Schreibstil schafft es die Autorin Sommerstimmung aufkommen zu lassen. Ein Buch das meines Erachtens nach nicht nur der ideale Reisebegleiter für Sommerurlaube ist, sondern ebenso gut eine Insel im Alltag sein kann.

  (3)
Tags: buchempfehlung, empfehlung, immer wieder im sommer, katharina herzog, rezension, rowohlt   (6)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(232)

386 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 108 Rezensionen

liebe, anne freytag, jugendbuch, homosexualität, den mund voll ungesagter dinge

Den Mund voll ungesagter Dinge

Anne Freytag
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 06.03.2017
ISBN 9783453271036
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT

Als Sophies Vater beschließt, mit ihr zu seiner Freundin nach München zu ziehen, bricht für Sophie eine Welt zusammen. Doch in München angekommen lernt sie das Nachbarsmädchen kennen, Alex.

Alex ist anders, mit ihr kann man gut reden und gut schweigen zugleich. Mit Alex an ihrer Seite blüht Sophie auf – gemeinsam sind sie stark und unbezwingbar. Und so scheint sich letztlich doch noch alles zum Guten zu wenden, bis ein Kuss alles verändert.

MEINUNG

Den Mund voll ungesagter Dinge ist bislang mein erstes (gelesenes) Buch von Anne Freytag und obwohl ich es bereits seit Februar besitze (vielen Dank an dieser Stelle an Heyne fliegt für die überraschende Zusendung), kam ich jetzt erst dazu es zu lesen.

Und was soll ich sagen? Ich bin völlig überwältig von der Vielzahl an Emotionen, die ich beim Lesen durchlaufen habe. Aber fangen wir am besten vorne an:

Ich war natürlich wahnsinnig gespannt darauf, welche Geschichte, sich wohl hinter dem knallroten Einband verbergen würde. Schließlich wusste ich absolut nicht, was ich zu erwarten hatte, mit Anne Freytag habe ich (sozusagen) literarisches Neuland betreten.

Einmal aufgeschlagen konnte ich das Buch jedoch nicht mehr aus der Hand legen. Sophie habe ich, trotz oder gerade wegen ihrer Art, bereits früh ins Herz geschlossen und Alex muss man einfach gern haben. Die Mädchen sind jung und unerfahren und keineswegs perfekt und das ist gut so, weil man nur so die Möglichkeit dazu hat sie auf ihrer Reise zu sich selbst zu begleiten.

Besonders schön ist es, die Charakterentwicklungen mitzuerleben, die sich im Verlauf des Buches vollziehen. Zu Beginn der Geschichte trifft man auf zwei Mädchen, die ihre Unsicherheiten so gut es geht zu verbergen versuchen. Doch ihre Freundschaft lässt sie aufblühen, sie kommen zu neuem Selbstbewusstsein, werden erwachsen.

Der Schreibstil von Anne Freytag steckt voller Emotion und ist zur gleichen Zeit so leicht, dass man mit Hochgefühlen durch die Seiten schwebt. Selbst die traurigsten Stellen haben mich beim Lesen positiv berührt. Es ist schwer in Worte zu fassen, doch die Geschehnisse wirken niemals beklemmend oder bedrückend, es werden zu keinem Zeitpunkt negative Gefühle geschürt – das Buch steckt voll Hoffnung und Lebensfreude.

Während ich häufig mit Buchtiteln hadere, weil sie nicht so recht zur Geschichte passen wollen, könnte der Titel des Buches bei diesem Werk nicht passender gewählt sein. Allzu viel möchte ich hier jedoch nicht vorweg nehmen.

Wer noch zögert das Buch zu lesen, dem möchte ich es an dieser Stelle unbedingt ans Herz legen. Anne Freytag zeigt, dass es manchmal nur den Mut braucht zu sich selbst zu stehen, um Dinge für sich selbst und andere zum Positiven zu wenden und Schönes zu schaffen.Anne Freytag zeigt, dass es manchmal nur den Mut braucht zu sich selbst zu stehen, um Dinge für sich selbst und andere zum Positiven zu wenden und Schönes zu schaffen

  (1)
Tags: anne freyta, empfehlung, heyn, heyne verlag, rezension   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(26)

30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

anschlag von rechts, flüchtlinge, rechtsextremismus, reiner engelmann, wahre begebenheit

Anschlag von rechts

Reiner Engelmann
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei cbj, 22.05.2017
ISBN 9783570174371
Genre: Kinderbuch

Rezension:

ZUM AUTOR

Reiner Engelmann wurde 1952 in Völkenroth geboren. Nach dem Studium der Sozialpädagogik war er im Schuldienst tätig, wo er sich besonders in den Bereichen der Leseförderung, der Gewaltprävention und der Kinder- und Menschenrechtsbildung starkmachte. Nebenher veröffentlichte er Bücher, vorwiegend zu sozialen Brennpunktthemen. Für Schulklassen und Erwachsene organisiert Reiner Engelmann regelmäßig Studienfahrten nach Auschwitz. Bei einem dieser Aufenthalte lernte er auch Wilhelm Brasse kennen.

Quelle: cbj

INHALT

Spät in der Nacht machen sich drei Freunde auf den Weg, um einen Molotowcocktail in ein Flüchtlingswohnheim zu werfen. Die Bewohner entkommen dem Feuer knapp, doch psychische Folgen greifen zuweilen tiefer, als physische. Die Täter werden gefasst und verhört, sie sind sich keiner Schuld bewusst.

Was motiviert Menschen zu solchen Gewalttaten? Welche Geschichten haben die Täter? Und was haben die Flüchtlinge zu erzählen?

Reiner Engelmann macht sich auf die Suche nach den Hintergründen einer grausamen Tat. Auf Basis einer wahren Begebenheit offenbart er, den Hass der unter der Oberfläche unserer Gesellschaft brodelt und macht aufmerksam auf ein Thema, dem (zu) lange Zeit kaum Beachtung geschenkt wurde.

MEINUNG

Vorab ist zu sagen, dass es sich bei diesem Buch nicht um eine fiktive Geschichte handelt. Reiner Engelmann hat die Hintergründe einer rechtsextremen Tat recherchiert und rekonstruiert Täter, Opfer und Tathergang möglichst authentisch. Als Grundlage dienten ihm Interviews mit Tätern, Opfern und Aussteigern aus der rechten Szene.

In drei Abschnitten schildert der Autor Fluchtgeschichten, Tathergang und den Prozess. Im Anhang finden sich Hinweise Symbole, Marken, Musik und weiteres aus der rechtsextremen Szene. Die Informationen sind kurz und prägnant dargestellt und liefern Anreize zum Weiterdenken, ohne dass das Buch dabei den Charakter eines Sachbuchs annimmt. Der Schreibstil ist einfach, schnörkellos und konzentriert sich auf das Wesentliche.

Als besonders gelungen empfand ich den Einstieg in die Thematik durch die Schilderung unterschiedlicher Fluchtgeschichten. Menschen, die vor Grausamkeit und Elend fliehen suchen in Deutschland Sicherheit und eine Zukunft und stoßen schließlich auf den Hass rechtsextremer Gruppierungen. Ihr Zufluchtsort scheint bedroht, neue Ängste werden geschürt.

Auch die Täter werden in einem ständigen Perspektivwechsel (von einem zum nächsten Täter) beleuchtet. Und schließlich zeigt sich, wie schnell Worte zu Taten werden, während die Ignoranz anderer den Tätern zugleich Spielräume eröffnet.

Mit seinem Buch greift Reiner Engelmann eine wichtige Thematik auf und bleibt dabei zu jeder Zeit sachlich. Täter wie Opfer werden ohne Wertung illustriert, es ist Aufgabe des Lesers Weiterzudenken, die eigene Perspektive zu erweitern und womöglich das eigene Handeln zu überdenken. Das abschließende Urteil des Gerichts ist eindeutig und beendet zugleich die Schilderung der Vorkommnisse.

Ein ausführliches Nachwort greift Fluchtursachen und Ängste rechtspopulistischer Gruppierungen auf und mündet schließlich in der Erkenntnis: auch der Holocaust kam nicht von ungefähr.

Viele kleine Dinge seien es gewesen, die sich im Laufe der Jahre aufgetürmt hätten. Das Schlimmste sei der Hass gewesen. (S.170)

Anschlag von rechts eignet sich als Freizeitlektüre für Jugendliche und junge Erwachsene, ebenso wie für die Integration in den schulischen Unterricht. Eine Wertung fällt mir schwer, da ich abseits der Zielgruppe des Buches liege und durch mein Studium bereits recht tief in das Thema Rechtsextremismus und Fremdenhass eingestiegen bin. In der Lektüre fehlten mir allerdings einige Informationen, das Thema hätte durchaus breiter behandelt werden können – selbst für eine jüngere Leserschaft.

Eine absolute Buchempfehlung gibt es hingegen für alle, die sich hier einer für sie völlig neuen Thematik widmen.

  (0)
Tags: anschlag von rechts, buchempfehlung, cbj, flucht, politik, populismus, rechtsextremismus, reiner engelmann, verlag cbj   (9)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

55 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

russland, couchsurfing, reisebericht, malik verlag, städt

Couchsurfing in Russland

Stephan Orth
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei MALIK, 20.03.2017
ISBN 9783890294759
Genre: Sachbücher

Rezension:

ZUM AUTOR

Stephan Orth, Jahrgang 1979, studierte Anglistik, Wirtschaftswissenschaften, Psychologie und Journalismus. Von 2008 bis 2016 arbeitete er als Redakteur im Reiseressort von SPIEGEL ONLINE, bevor er sich als Autor selbstständig machte. Für seine Reportagen wurde Orth mehrfach mit dem Columbus-Preis ausgezeichnet. Er ist Autor des Nr.1-Bestsellers »Sorry, wir haben die Landebahn verfehlt«. Bei Malik erschienen seine Bücher »Opas Eisberg« und »Couchsurfing im Iran: Meine Reise hinter verschlossene Türen«, das Platz 4 der SPIEGEL-Bestsellerliste erreichte und dort mehr als 70 Wochen lang vertreten war. Seit März 2017 ist der Nachfolger »Couchsurfing in Russland« erhältlich.

Quelle: Piper

INHALT

Zehn Wochen lang reist Stephan Orth durch Russland, übernachtet in unzähligen Betten und macht Bekanntschaft mit den Bewohnern des größten Landes der Erde. Munter reist der Couchsurfer von Moskau bis St Petersburg, von Yekaterinburg bis Nowosibirsk und ist dabei (beinahe) nicht aufzuhalten.

Während seiner Reise trifft er auf Putin-Versteher und Gläubige, auf Wissenschaftler und Musiker, auf die schönste Frau des Landes und auf Verschwörungstheoretiker. Nicht selten eint sie nur ihr Herkunftsland.

MEINUNG

Bereits Couchsurfing im Iran habe ich mit Begeisterung verschlungen und so waren meine Erwartungen an den Folgeband entsprechend hoch, doch tatsächlich hat Couchsurfing in Russland es geschafft, seinen Vorgängerband zu übertrumpfen.

Gewohnt ehrlich und frei von Vorurteil schildert Stephan Orth seine zehnwöchige Couchsurfing-Odysee durch das größte Land der Erde. Dabei macht er dem Leser Land und Leute so schmackhaft wie es eben nur geht. Gekonnt setzt der ehemalige Spiegel-Redakteur die skurrilsten Persönlichkeiten durch seine Schilderungen in Szene, ohne dabei wertend zu werden. Dank zahlreicher Konversationen zwischen Orth und seinen Gastgebern lernt man auch als Leser Menschen kennen, denen man so (vermutlich) nie begegnet wäre. Und es zeigt sich: Wer offen auf andere zugeht, wird (zumeist) auch mit offenen Armen empfangen.


Russland ist ebenso vielfältig wie weit, das wird beim Lesen nur allzu deutlich. Vom Fastenbrechen im Nordkaukasus, über die Zeitcafés in Sankt Petersburg, bis hin zum Besuch einer Endzeit-Sekte in Sibirien, Stephan Orth kennt kein Halten.

Und wieder einmal zeigt sich, dass nicht alle Bewohner eines Landes über einen Kamm zu scheren sind. Ein jeder hier hat einen eigenen Glauben, eigene Sorgen und Probleme und vor allem ganz eigenen Träume.

Wie viel (positives) könnten wir in unserer Welt erschaffen, indem wir uns alle selbst ein Bild machten von anderen Ländern und Kulturen, ohne übereilt zu urteilen. Stephan Orth macht sich auf die Reise, um zu verstehen und öffnet uns mit seinem Buch ein Stück weit die Augen.

Eine absolute Buchempfehlung also von mir.

  (1)
Tags: couchsurfing, couchsurfing in russland, malik verlag, piper verlag, russland, stephan orth   (6)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(85)

149 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

liebe, garten, gärtnern, gegen liebe ist kein kraut gewachsen, tod

Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen

Abbi Waxman , Katharina Naumann
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.03.2017
ISBN 9783499272769
Genre: Liebesromane

Rezension:

ZUR AUTORIN

Abbi Waxman wurde in England geboren und arbeitete für diverse namhafte Werbeagenturen in London und New York. Nachdem sie als Ghostwriterin von Nicole Ritchie deren ersten Roman geschrieben hatte, wandte sie der Werbebranche den Rücken zu und arbeitet seitdem als Drehbuchautorin fürs amerikanische Fernsehen. Abbi Waxman lebt zusammen mit ihrem Mann, drei Kindern, drei Hunden und sieben Hühnern in Los Angeles. Dies ist ihr erster Roman. Er wurde auf Anhieb in vierzehn Länder verkauft.

Quelle: Rowohlt

INHALT

Seit dem Tod ihres Mannes vor einigen Jahren scheint Lilian in ihrem Alltagstrott gefangen. Mit Job und zwei kleinen Kindern hat sie genug um die Ohren. Selbst ihr guter Engel Rachel, die treue Gehilfin und Schwester in einer Person verkörpert, kann daran nichts rütteln.

Doch dann steht plötzlich die Zukunft ihrer Firma auf dem Spiel. Ein Job beim wichtigsten Kunden der Firma soll die Finanzen ausgleichen. Der Auftrag lautet: Ein Gemüsebuch illustrieren. Und so wird Lilian von ihrer Chefin kurzerhand in einen Gärtnerkurs eingeschrieben, schließlich müssen die Illustrationen überzeugen.

Doch was zunächst nach Dreck und Arbeit klingt, entwickelt sich zu einem wahren Neuanfang, nicht nur für Lilian.

MEINUNG

Gegen Liebe ist kein Kraut gewachsen ist ein Buch, das mich wahnsinnig positiv überrascht hat. Denn zugegebenermaßen hätte ich im Laden wohl vermutlich nicht dazu gegriffen. Die Covergestaltung ist zwar liebevoll, lässt jedoch eine andere Zielgruppe als meine (Studenten Mitte 20) verlauten. Als der Rowohlt-Verlag und LovelyBooks mir das Buch überraschend zusendeten, entschloss ich mich allerdings mal einen Blick in ein Buch abseits meiner Lesegewohnheiten zu werfen. Und ich muss sagen: Es hat sich gelohnt. Selten hat mich ein Buch so beglückt, so häufig zum Lachen und dabei ebenso häufig zum Nachdenken gebracht. Die Situationen sind aus dem Alltag gegriffen, völlig realistisch und waren mir teilweise nur allzu gut bekannt.

Im Fokus der Geschichte stehen die Protagonisten, mit ihren Schicksalen und Geschichten und natürlich mit ihrem Träumen und Hoffnungen. Besonders ans Herz gewachsen sind mir beim Lesen Lilians Schwester und Lilians kleine Töchter. Aber auch die weiteren Charaktere versprühen solch einen Charme, dass einem dabei warm ums Herz wird. Ohne die liebevoll ausgewählten Charaktere wäre das Buch nicht halb so perfekt.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm leicht, absolut flüssig und verleitet zum Weiterlesen, sodass das Buch bei mir richtiggehend zum Pageturner avancierte. Abbi Waxman hat mich mit ihrem Erstlingswerk überzeugt, sodass ich nun aufrichtig sagen kann, dass ich mich auf weitere Romane von ihr freue.

Ein Buch, das wie gemacht ist für den Sommer.

  (1)
Tags: abbiwaxman, gegenliebeistkeinkrautgewachsen, liebe, lovelybooks, rowohlt, thegardenofsmallbeginnings   (6)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(23)

43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

klassiker, empfehlung, buch, rezension, diogenes

Farm der Tiere

George Orwell , Michael Walter
Fester Einband
Erschienen bei Diogenes, 26.04.2017
ISBN 9783257261370
Genre: Klassiker

Rezension:

ZUM AUTOR

George Orwell, eigtl. Eric Arthur Blair, wurde am 25. Juni 1903 in Bengalen, Nordostindien, geboren. In England besuchte er als armer Stipendiat eine Eliteschule. Er diente fünf Jahre in Burma bei der Indian Imperial Police, dann kündigte er, weil er »auf keinen Fall länger einem Imperialismus dienen konnte«, den er als »ziemlich großen Volksbetrug durchschaut hatte«. Er gesellte sich als Tellerwäscher, Hilfslehrer, Hopfenpflücker und als Buch- und Gemischtwarenhändler zum Proletariat, dessen Leben er in Reportagen und Büchern beschrieb. Zur entscheidenden Erfahrung, die in seine Negativutopien Farm der Tiere und 1984 und in die meisterhaften Essays einging, wurde sein Engagement in der kommunistischen Miliz im Spanischen Bürgerkrieg, in dem er schwer verwundet wurde. Danach arbeitete Orwell in London für die BBC, das Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte er als Korrespondent des Observer in Deutschland und Frankreich. Orwell starb am 21. Januar 1950 in London.

Quelle: Diogenes

INHALT

Kurz vor seinem Tod bittet der Eber Old Major die Tiere auf Bauer Jones Farm sich in der Scheune zu versammeln. Er hat Großes zu verkünden, von einem Traum. Von einem Traum der Freiheit verspricht. In diesem Traum werden Tiere nicht weiter von Menschen kommandiert, sind ihre eigenen Herren, verfügen über ihren eigenen Besitz. In einer solchen Welt sind alle Tiere gleich.

Als es den Tieren nach dem Tod des Ebers gelingt, den Farmer tatsächlich zu stürzen, wähnen sie sich in Freiheit, blicken einem gleichberechtigten Leben entgegen.

Doch was sich zunächst nach Freiheit anfühlt, scheint mit der Zeit die Gestalt eines Trugbilds anzunehmen.

MEINUNG

Während Tiere bekanntermaßen häufig die Protagonisten in Kinderbüchern darstellen, zieht Orwell ebenjene als Mittel der Fiktionalisierung gesellschaftlicher Prozesse heran. Der Bezug zu historischen Entwicklungen ist allerdings nicht sehr subtil, sodass die Verlage anfänglich eine ausgesprochen deutliche Abneigung gegen Orwells Werk zu Tage tragen.

Farm der Tiere ist eine Parabel (von Orwell wurde das Werk als Märchen betitelt), die modellhaft die Entwicklung von der Oktoberrevolution bis hin zum Stalinismus nachzeichnet.

Nachdem die Tiere die Herrschaft über die Farm erfolgreich an sich gerissen haben, bestellen sie ihre Felder in Eigenregie. Die Erträge lassen zu wünschen übrig, doch zugleich sind sich alle einig: ohne Bauer Jones geht es uns besser.

Und so stürzen sich die Tiere in unbändiger Euphorie auf die (Mehr-)Arbeit, ungeachtet dessen, dass einige von ihnen hierbei nicht selten leer ausgehen. Während eine der wichtigsten Regeln des Animalismus zunächst lautete: Alle Tiere sind gleich, schleichen sich in das Farmleben nun zunehmend Hierarchien ein.

Insbesondere die Schweine, die ursprünglich den Anstoß zur Revolution gaben, verfallen zunehmend in menschliche Sitten. Und schließlich wagen die anderen Tiere kaum mehr einen Unterschied zu treffen zwischen Schwein und Mensch. Als Ebenbild Stalins tritt der Eber Napoleon vor die anderen Tiere und verkündet, vom heutigen Tage an übernehme er die Führung.

Orwell vermeidet unnötige Schlenker, konzentriert sich in der Geschichte vollkommen auf die Haupthandlung und bekennt ganz klar Farbe. Seine Schilderungen sind eingängig und verdeutlichen die Komplexität gesellschaftlicher Prozesse. Während die Machtmechanismen von außen klar erkennbar sind, scheinen die Tiere in ihrem Glauben an das Gute, das der Revolution zwangsläufig folgen muss, gefangen zu sein. Ohne ihren Herren sind sie offensichtlich frei. Weniger offensichtlich sind die neuen Zwänge, die ihnen durch ihresgleichen aufgebürdet werden. Gekonnt vermögen es die Schweine jegliche Ansätze des eigenen Denkens in den anderen Tieren zu unterbinden und sich so ihre Machstellung zu sichern.

Farm der Tiere sollte definitiv jeder gelesen haben. Orwell ist zeitlos, regt zum kritischen Denken an und weiß grundlegende gesellschaftliche Wahrheiten in einfachen Geschichten zu verpacken.

  (0)
Tags: diogenes, empfehlung, klassiker, rezension, rezensionsexemplar   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(132)

319 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 89 Rezensionen

roman, freundschaft, gail honeyman, ich eleanor oliphant, liebe

Ich, Eleanor Oliphant

Gail Honeyman , Alexandra Kranefeld
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 24.04.2017
ISBN 9783431039788
Genre: Romane

Rezension:

INHALT

Eleanor führt ein eintöniges, beinahe farbloses Leben. Tag für Tag gibt sie sich den selben Routinen hin, erledigt ihre Pflichten und geht schließlich einsam zu Bett.

Bis sie eines Tages ihrer große Liebe begegnet, dem Traummann schlechthin. Auf so einen hat sie ihr Leben lang gewartet. Und mit der Liebe ändern sich die Dinge: Kleinigkeiten gewinnen an Relevanz, Prioritäten verschieben sich und Routinen werden aufgebrochen.

Ihrem Traummann zu Liebe kriecht Eleanor allmählich aus ihrem Schneckenhaus und entdeckt so die Wunder des Alltags.

MEINUNG

Nachdem ich mich wahnsinnig auf das Buch gefreut hatte, gestaltete sich der Einstieg in die Lektüre zunächst schwieriger als gedacht. Eleanor ist keine einfache Protagonistin, was heißen soll: Sie ist recht eigen, schottet sich von ihrer Umwelt ab und lebt in ihrer eigenen kleinen Welt. Doch das sollte mich nicht stören. Ihre Art des Umgangs jedoch mit anderen Menschen war für mich schwer nachvollziehbar. Ihre Gedankengänge lassen auf eine emotionale Kälte schließen, die ich zunächst als sehr unangenehm empfand. 


Im Verlauf der Geschichte fiel es mir zunehmend einfacher mich auf Eleanor einzulassen, nicht sofort über sie zu urteilen, nicht in ihre Art des Denkens zu verfallen. 


Über den Handlungsverlauf lernt man Eleanors positive Seiten kennen, ihre verletzlichen Seiten und immer mit im Boot: die Schattenseiten ihrer Vergangenheit. 


Während Eleanor beschlossen hat sich von der Welt abzuschotten, den Menschen fernzubleiben und ihr Leben in Einsamkeit zu führen, ist es schließlich die Liebe, die ihr neue Spielräume eröffnet. Zaghaft lässt Eleanor sich auf das Leben und die Menschen ein und erfährt dabei, dass das Schöne überall ist – man muss nur die Augen offen halten. 

Das Leben ist jedoch nicht nur voller Glück, sondern ebenso voller Rückschläge. Und genau diese sind es, die Eleanor zu schaffen machen. So drohen gute Tage jederzeit in schlechte zu kippen.

Als Leser ist man immer an Eleanors Seite. So erlebt man im Verlauf des Buches eine Charakterentwicklung die ihresgleichen sucht. Die Geschichte regt zum Nachdenken an und ist teilweise doch recht bedrückend. Dessen ungeachtet wurden von der Autorin einige amüsante Stellen eingestreut, zu denen nicht nur Eleanor ihren Beitrag leistet.

Gail Honeyman überzeugt nicht nur mit einer Geschichte in der eben soviel Herz wie Verstand steckt, sondern zugleich mit ihrem Schreibstil. 

'Ich, Eleanor Oliphant' ist ganz wunderbares Debüt einer Autorin, von der wir hoffentlich noch einiges zu lesen bekommen werden.

  (0)
Tags: bastei lübbe, eleanor oliphant, gail honeyman, lübbe, one verlag   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

flurin jecker, roman, lanz, buch, hanser

Lanz

Flurin Jecker
Fester Einband
Erschienen bei Nagel & Kimche, 20.02.2017
ISBN 9783312010226
Genre: Romane

Rezension:

INHALT

Eigentlich hatte Lanz die Projektwoche ganz anders geplant. Er wollte seiner großen Liebe Lynn ein Stück näher kommen, mit ihr im selben Seminar sitzen, sie für sich gewinnen.

Nur aus diesem Grund hat er sich für den Blogger-Kurs angemeldet. Nur aus diesem Grund gleicht seine Projektwoche nun einer Schulwoche. Nur aus diesem Grund muss er eine weitere Woche lang Herr Gilgens Geschwätz ertragen.

Und dann taucht Lynn noch nicht einmal auf.

Doch das Schreiben setzt bei Lanz einen Prozess in Gang. Er schreibt sich seine Gedanken, Gefühle und Erlebnisse von der Seele und befreit sich vom Ballast des Alltags.

MEINUNG

In Lanz begleiten wir einen 14-jährigen Jungen 5 Tage lang durch seinen Alltag und seine Gedankenwelt. Als Leser ist man Teil seines Lebens, ein stiller Leser seiner Blogeinträge (die vermutlich kein anderer zu lesen bekommen wird), und rückt Lanz entsprechend Stück für Stück ein bisschen näher.

Flurin Jecker lässt uns teilhaben an den Stimmungen, den Hochs und Tiefs des Alltags eines Jugendlichen und offenbart, welche Schwere bereits auf einer jungen Seele lastet.

Während Lanz nach außen hin kühl und abgeklärt wirkt, brodelt es unter der Oberfläche. Er ist verliebt in Lynn, enttäuscht von seinen Eltern, sehnt sich nach Zuneigung und Anerkennung und bekommt zumeist das Gegenteil.

Auf der Suche nach der eigenen Identität bieten die Blogeinträge Lanz eine Gelegenheit zu sich selbst zu finden – sich auszusprechen ohne den sozialen Rahmen. Beim Schreiben wird sich Lanz schließlich der Macht gewahr, die er über sein eigenes Leben hat. Er begreift, dass er nicht nur Produkt ist, sondern Produzent. Und plötzlich scheint die Welt nicht mehr ganz so trüb, denn das Schicksal liegt in seiner Hand. Ein schmales Buch, das doch einige Wahrheiten birgt.

Durch die gewählte Jugendsprache, die angelehnt ist an den Berner Dialekt, wirken die Blogeinträge besonders authentisch. Denn, wie Flurin Jecker kommt auch Lanz aus einem Ort nahe Bern und so hat sich der Autor dazu entschieden seiner Heimat in der Sprache treu zu bleiben.

Lanz liest sich gut, regt zum Nachdenken an und versetzt einen beim Lesen um einige Jahre zurück. In eine Zeit, in der Liebeskummer noch das Ende der Welt zu sein schien.

  (0)
Tags: empfehung, flurin jecker, hanser, lanz, rezension, verlag: nagel & kimche   (6)
 
111 Ergebnisse