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67 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

angststörung, angst, leben, panikattacken, angststörungen

Rattatatam, mein Herz

Franziska Seyboldt
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 11.01.2018
ISBN 9783462050479
Genre: Sachbücher

Rezension:

INHALT

Jahrelang leidet Franziska Seyboldt an Angststörungen ohne es zu wissen. Zu wenig wird über das Thema gesprochen, zu häufig versuchen die Betroffenen ihre Krankheit zu vertuschen. Erst durch therapeutische Sitzungen wird Franziska klar was mit ihrer Psyche los ist und wie sie mit ihrer Angst umgehen kann. In Rattatatam, mein Herz spricht die Autorin über ihre Angststörung und den alltäglichen Kampf mit widerstreitenden Gefühlen.

MEINUNG

In Rattatatam, mein Herz erzählt Franziska Seyboldt ihre Geschichte vom Leben mit der Angst. Dabei hat die Autorin sich ganz bewusst dazu entschieden nicht unter einem Pseudonym zu schreiben. Wie bei so vielen anderen Themen auch gilt: viel zu häufig fühlen sich die Betroffenen, angesichts möglicher Konsequenzen, dazu gezwungen unter einem fremden Namen zu schreiben. Franziska Seyboldt setzt mit ihrem Buch ein Zeichen. Schließlich sind Angststörungen weit verbreitet und nur, wenn die Betroffenen die Möglichkeit erhalten sich offen über ihre Angst auszutauschen und sich mit ihr auseinanderzusetzen können sie lernen ihre Angst zu akzeptieren und mit ihr umzugehen.

Sehr bildlich schildert Franziska Seyboldt ihren Alltag mit der Angst. Die Angststörungen begleiten sie bereits seit ihrer Kindheit, erst im Erwachsenenalter und mit Hilfe Außenstehender erkennt sie diese jedoch auch als eine solche. Von da an lernt die Autorin sukzessive ihre Angst zu akzeptieren und schließlich auch offen nach außen hin zu kommunizieren. Ihre Offenbarung sorgt dabei nicht selten für Verwirrung. Zu tief sitzt die Vorstellung eine Person mit Angststörungen sei zwangsläufig als eine solche zu erkennen.

Doch nicht nur ihren Bekannten öffnet Franziska durch ihre Ehrlichkeit die Augen. Im offenen Austausch mit anderen erkennt die Autorin, dass sie kein Einzelfall ist. Allerdings scheint kaum Jemand darüber im Bilde zu sein. Denn wer entblößt sich schon gerne vor seinen Mitmenschen. Und sei es nur verbal.

Mit ihrem Buch lenkt Franziska den Blick auf ein Thema, das in der Öffentlichkeit derzeit (noch) viel zu wenig Beachtung erfährt. Sie macht den Betroffenen Mut sich ihren Ängsten zu stellen und sie offen nach außen zu kommunizieren. Ihr Bericht liest sich leicht und ermöglicht auch Außenstehenden einen Zugang zur Thematik.

Rattatatam, mein Herz ist also nicht nur für Betroffene eine durchaus lesenswerte Lektüre.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

england, englischer klassiker, london/themse

Drei Mann in einem Boot. Ganz zu schweigen vom Hund!

Jerome K. Jerome , Gisbert Haefs , Harald Martenstein
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Manesse, 02.10.2017
ISBN 9783717524403
Genre: Humor

Rezension:

INHALT


Als die drei Freunde George, Harris und Jerome eines Tages beisammensitzen und sich über den Stand ihrer gesundheitlichen Beschwerden austauschen, entscheiden sie sich spontan dazu eine mehrtägige Bootsfahrt auf der Themse zu begehen. Natürlich nur, weil eine solche Bootstour ihrer Gesundheit sicherlich zuträglich wäre. Schließlich signalisieren die Krankheitsbilder der drei jungen Männer klar und deutlich: Alle drei haben dringend einen Urlaub nötig.

Kurzerhand beginnen George, Harris und Jerome mit der Reiseplanung, bevor es frohen Mutes und mit Hund Montmorency im Gepäck auf zu neuen Ufern geht.

MEINUNG

Nachdem mich im letzten Jahr bereits Evelyn Waugh mit seinem Werk Wiedersehen mit Brideshead begeistern konnte, überkam mich Anfang des Jahres die Lust, mich erneut einem britischen Schriftsteller zu widmen. Und Drei Mann in einem Boot, so hieß es auf dem Klappentext, sei ein Klassiker des britischen Humors – es musste mir also zwangsläufig gefallen.

Die drei Protagonisten des Romans sind skurril und liebenswert, trotz oder auch gerade wegen ihrer hypochondrischen Anwandlungen. Und so kommt es, dass ich ihnen von Anfang an zugetan war. Dabei brachten mich George, Harris und der Ich-Erzähler Jerome so häufig zum Lachen, wie es zuvor noch bei keinem Roman der Fall war. Der Hund Montmorency, welcher der Bootstour der drei britischen Gentlemen eine tierische Note verleiht, setzt dem Ausflug schließlich die Krone auf.

Zu Beginn des Romans fragte ich mich zunächst immer wieder, worauf die ganze Begebenheit womöglich hinauslaufen könnte oder sollte. Da den männlichen Protagonisten jedoch jegliche Planungsgabe abgeht, lernte ich mit der Zeit den jeweiligen Moment für sich zu genießen und nicht immer gleich vorauszudenken. Immerhin bleibt die Handlung somit stets unvorhersehbar.

Dabei ist der Roman mit so vielen Anekdoten des Ich-Erzählers gespickt, dass man teilweise vergisst, in welcher Situation die Geschichte zuletzt endete. Hält man bereits die Bootstour für ein chaotisches Unterfangen, so wird durch die Erzählungen des Protagonisten Jerome deutlich, dass die Vorkommnisse auf der Bootstour lediglich die Spitze eines massiven Eisbergs bilden. Und während man zwischen bereits erlebtem und den gegenwärtigen Erlebnissen hin und her wechselt, fällt kaum auf, dass am Ende sowieso nichts wie geplant läuft.

Neben den Protagonisten und ihrer Geschichte konnte mich auch der Schreibstil des Autors (in meinem Fall somit zugleich die Übersetzung von Haefs) von Anfang an begeistern. Die Schreibe ist stets locker-leicht und heiter, während sie mit ihrer bildlichen Art die Geschehnisse auf der Themse real werden lässt. Die Komik wirkt dabei nie wie etwas Erzwungenes, sie wird vielmehr indirekt über die Schilderungen transportiert. So ist kaum vorherzusehen, wann sich der nächste Lacher anbahnt.

Drei Mann in einem Boot hat in meinem Bücherregal nun einen Ehrenplatz unter vielen weiteren tollen Klassikern eingenommen. Allerdings wird das Buch diesen Ort in Zukunft wohl noch häufiger verlassen müssen, um mir heitere Lese-Momente zu bescheren.

Für mich ist das Buch absolut eine riesengroße Empfehlung wert!

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112 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

mareike fallwickl, roman, dunkelgrün fast schwarz, freundschaft, begegnung

Dunkelgrün fast schwarz

Mareike Fallwickl
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Frankfurter Verlagsanstalt, 05.03.2018
ISBN 9783627002480
Genre: Romane

Rezension:

INHALT

Seit Jahren hat Moritz nichts von Raffael gehört, bis er eines Tages völlig unvermittelt vor seiner Türe steht.

Wo hat Raffael die letzten Jahre verbracht?

Warum hat er sich nie bei Moritz gemeldet?

Und was hat er zu verbergen?

Das sind nur einige der Fragen, die Moritz stellt, als er nach Jahren wieder mit der Vergangenheit konfrontiert wird. Und die droht ihm alles zu nehmen, wofür er in den letzten Jahren gekämpft hat.

MEINUNG

Zahlreiche positive Leserstimmen, ein geheimnisvoller Klappentext und ein unglaublich schönes Buchcover waren es, die mich letztlich dazu brachten, den Debütroman von Mareike Fallwickl unbedingt lesen zu wollen. Und was soll ich sagen? Nun, nach der Lektüre des Romans, kann mich den positiven Leserstimmen nur anschließen.

Mit ihrem ausdrucksstarken Schreibstil konnte mich die Autorin von der ersten Seite an begeistern. In diesem Buch wird nicht um den heißen Brei herumgeredet. Vielmehr wird der Leser mit einer authentischen Sprache (voll österreichischer Einflüsse) und mit direkten Worten konfrontiert. Völlig verfallen war ich ihrem Roman so bereits zu Beginn der Geschichte. Noch dazu springt man als Leser in der Geschichte des Dreier-Gespanns, ebenso wie in den Perspektiven. Je mehr ich las, desto weniger wollte und konnte ich das Buch beiseite legen.

Die Geschichte um Moritz, Raffael und Johanna ist ebenso unglaublich wie lebensnah. Treffen die drei aufeinander, so entspinnt sich jedes Mal von Neuem eine Dynamik, in der ein Jeder sich in seine scheinbar festgeschrieben Rolle fügt. Immer weiter treibt das Gespann den Abgründen des menschlichen Daseins entgegen, ohne sich jemals aus ihrer Starre lösen zu können. Selbst Raffael, der als gekonnter Strippenzieher über alle anderen nur Unglück zu bringen scheint, ist dem Ganzen letztlich machtlos ausgeliefert. Erst als sich die Wege von Moritz, Raffael und Johanna trennen kehrt in Moritz Leben wieder Normalität ein.

Seine neu gewonnene Freiheit nutzt er, um sich endlich ein eigenes Leben aufzubauen, auch wenn er einige seiner Träume inzwischen begraben musste. Doch plötzlich ist da Raffael und die Vergangenheit beginnt seine Gegenwart zu überschatten.

Mit Spannung verfolgt man als Leser die Entwicklungen in Vergangenheit und Gegenwart. Wobei sich ein Puzzleteil jeweils in ein anderes fügt, bis man zu guter Letzt ein Gesamtbild erhält, dass deutlich macht, wie es in der Geschichte von Moritz, Raffael und Johanna so weit kommen konnte.

Mareike Fallwickl lässt dem Leser kaum Verschnaufpausen -das Buch macht atemlos. Es ist energisch und ehrlich und allemal eine Lektüre wert!

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148 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 75 Rezensionen

indien, frauen, schicksal, italien, kanada

Der Zopf

Laetitia Colombani , Claudia Marquardt
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 21.03.2018
ISBN 9783103973518
Genre: Romane

Rezension:

INHALT

In Indien kämpft Smita um die Zukunft ihrer Tochter. Dabei wünscht sie sich nichts sehnlicher, als dass die kleine Lalita ihrem Schicksal als Unberührbare eines Tages entfliehen kann.

Zur selben Zeit bangt auch Giulia in Sizilien um ein Leben – das Leben ihres Vaters. Und während sie nur darauf hofft, dass er so bald wie möglich aufwachen möge, stolpert sie über ein Geheimnis, dass ihre Zukunft für immer verändern wird.

In Montreal investiert die ehrgeizige Sarah seit jeher alles für ihre Karriere und das mit Erfolg. Kurz vor ihrem großen Durchbruch jedoch, tut sich ein Abgrund auf, den die Staranwältin nicht hat kommen sehen.

Drei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten stehen vor einem Wendepunkt in ihrem Leben, der dazu führen wird, dass ihre Schicksale in Zukunft für immer miteinander verwoben bleiben.

MEINUNG

Als ich zu Jahresbeginn von Laetitia Colombanis Werk hörte, war für mich klar: das muss ich lesen. Gesagt, getan.

In ihrem Roman verflicht Laetitia Colombani drei Schicksale dreier Frauen aus drei unterschiedlichen Kontinenten miteinander. Smita, Sarah und Giula könnten unterschiedlicher nicht sein, und doch gibt es etwas, das sie alle miteinander verbindet.

Ein wunderbar eingängiger Schreibstil führt den Leser dabei durch die Leben der drei Frauen. Im Wechsel begleitet man diese durch ihren Alltag, erhascht Einblicke in ihre Gedankenwelt und wird als stiller Beobachter Teil der Verstrickungen dreier Schicksale.

Angesichts der Kürze des Romans war ich zunächst skeptisch – immerhin waren drei Geschichten zu erzählen. Nach Beenden des Buches allerdings hatte habe ich das Gefühl, dass eine Stärke des Romans auch die Kürze seiner Erzählung/en war. Jeder Charakter, jeder Moment, jedes Ereignis, jede Wendung blieb so hängen. Während man sich bei umfassenderen Werken häufig an irrelevanten Details aufhängt und zentrale Elemente in den Hintergrund geraten, war dies hier definitiv nicht der Fall. Auch Wochen nach dem Lesen des Romans ist die Geschichte in meinem Kopf ebenso präsent wie direkt nachdem ich das Buch zugeschlagen hatte.

Die Autorin öffnet dem Leser die Augen für die Tragik, aber auch für die Schönheit des Lebens. Durch die Geschichte von Smita, Sarah und Giulia wird wieder einmal deutlich, dass ein jeder sein Päckchen zu tragen hat – doch die Hoffnung aufzugeben ist der falsche Weg. Vielmehr gilt es sich den Widrigkeiten des menschlichen Daseins zu stellen und für seine Träume zu kämpfen.

Der Zopf ist ein unglaublich schöner und tiefgründiger Roman, den ich allen Interessierten nur ans Herz legen kann.

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199 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 103 Rezensionen

selbstmord, tod, trauer, jugendbuch, liebe

Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente

Peter Bognanni , Anja Hansen-Schmidt
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 29.01.2018
ISBN 9783446258631
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT

Als Tess von dem Tod ihres Freundes Jonah erfährt, droht nicht nur ihre Gegenwart, sondern ihre Zukunft daran zu zerbrechen. Viel zu schön war die Vorstellung davon diese gemeinsam mit Jonah zu verbringen. Wie hätte Tess auch ahnen können, dass Jonah seit jeher mit seiner Krankheit zu kämpfen hatte.

Erst die tragische Nachricht führt ihr vor Augen, wie wenig sie über Jonah wusste. Doch Tess wäre nicht Tess, wenn sie es dabei belassen würde. Und so macht sie sich auf, um einen Menschen zu verstehen, dem sie zugleich so nah war und doch so fern.

MEINUNG

Mit der wunderschönen Aufmachung des Buchcovers hat der Hanser-Verlag bei mir (wie so häufig) das Interesse an einem Buch geweckt. Auch die Geschichte schien ungewöhnlich und so beschloss ich dem Ganzen eine Chance zu geben.

Der sprachliche Stil ist, wie bei Jugendbüchern üblich, einfach gehalten – dennoch berührt er. Als Leser wird man eingeführt in die Welt einer Jugendlichen, deren Leben alles andere als vollkommen scheint. Insbesondere ihre familiäre Situation macht Tess zu schaffen und so flüchtet sie sich über Monate in eine Online-Bekanntschaft (naja, nicht ganz: Jonah und Tess haben sich auf einer Party kennengelernt, danach fand der Kontakt allerdings nur noch medial vermittelt statt). Mit Jonah kann sie träumen, sich eine Zukunft ausmalen, die viel heller strahlt als ihr gegenwärtiger Alltag. Nichts kann die Teenager davon abbringen, tagtäglich miteinander zu kommunizieren. Bis Tess eines Tages erfahren muss, dass vieles ganz anders ist als es zu sein scheint.

Auch wenn sie mich nicht immer mitreißen konnte hat die Geschichte um Tess und Jonah definitiv mein Herz berührt. Sie macht deutlich, dass es nicht immer alles so einfach ist wie es scheint und dass es manchmal mehr als nur eine Wahrheit gibt.

Obwohl sich das Buch mit dem Tod auseinandersetzt, wird der Roman nie allzu bedrückend, was zu großen Teilen wohl ein Verdienst der Protagonisten ist. Diese strahlen eine Ruhe aus, die den Anschein erweckt, dass alles gut werden kann, wenn man nur fest genug daran glaubt. Denn schließlich sind wir nicht allein auf dieser Welt und so sind wir auf den Berg- und Talfahrten unseres Lebens stets in Begleitung. Wie unscheinbar diese Begleitung auch sein mag, fest steht: sie ist da.

Und so ist Mein Leben oder ein Haufen unvollkommener Momente ein lesenswertes Jugendbuch über das Leben und alles was danach kommt.

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303 Bibliotheken, 14 Leser, 2 Gruppen, 127 Rezensionen

wonder woman, amazonen, superhelden, fantasy, leigh bardugo

Wonder Woman - Kriegerin der Amazonen

Leigh Bardugo , Anja Galić
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 06.02.2018
ISBN 9783423761970
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT

Seit jeher träumt Diana, die Tochter der Amazonenkönigin auf Themyscira davon, den anderen Bewohnern der Insel, vor allem aber sich selbst, beweisen zu können, dass sie den Platz auf der Insel verdient hat. Als sich während eines Wettlaufs ein unglaubliches Unglück ereignet, packt Diana die Gelegenheit beim Schopf.

Für die Prinzessin ist die Sache eindeutig: diese ewige Ungewissheit muss ein Ende haben. Es ist an der Zeit die Dinge in die Hand zu nehmen und sich ihren Platz als Thronerbin zu verdienen.

MEINUNG

Vier Autoren (Leigh Bardugo, Marie Lu, Sarah J. Maas, Matt de la Peña), vier Helden – eine Reihe. Die DC-Superhelden-Reihe lockt den Leser auf ganz besondere Art. Nachdem ich im letzten Herbst Das Lied der Krähen nur so verschlungen habe, konnte ich es kaum erwarten Wonder Woman in die Finger zu bekommen. Umso mehr genoss ich den Moment, in dem es dann endlich soweit war.

Bereits der erste Band der DC-Superhelden-Reihe erregt Aufmerksamkeit mit einem Cover, das zwischen anderen (Jugend-)Büchern heraussticht. Ebenso auffallend wie das Cover: Die Protagonistin. Obwohl man auf ihrer Insel kaum mehr als ein Augenrollen für die Amazonen-Prinzessin übrig hat, ist Diana allen Normalsterblichen überlegen und das nicht nur körperlich. Auch in Sachen Charakterstärke hat sie wohl dem Großteil der Menschheit einiges voraus. Doch auch eine Amazonen-Prinzessin wünscht sich scheinbar nichts sehnlicher als Anerkennung zu ernten.

Als sich eines Tages eine Möglichkeit auftut ihre Stärke zu beweisen ergreift Diana diese. Unbeirrt begibt sie sich auf eine waghalsige Reise, bei der sie im schlimmsten Fall alles zu verlieren droht. Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt – das weiß auch Diana.

Neben Diana begeistern auch die weiteren weiblichen Protagonistinnen des Buches. Leigh Bardugo zeigt, dass weder körperliche noch charakterliche Stärke vom Geschlecht abhängig sind. Vielmehr definiert ein jeder Mensch für sich wo seine physischen und psychischen Grenzen liegen.

Wie von einer Superhelden-Geschichte kaum anders zu erwarten ist sie angelehnt an das Muster der Heldenreise. Das macht sie jedoch nicht weniger reizvoll. Denn wo Diana und ihre Begleiter auch hinkommen: Es liegt immer Spannung in der Luft. Und so bleibt bis zur letzten Seite offen, wie die Geschichte um Diana nun enden wird.

Eine absolute Empfehlung, nicht nur für Superhelden-Fans.

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33 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

dystopie, christen, der report der magd, autoritär, arthur c. clark award

Der Report der Magd

Margaret Atwood , Helga Pfetsch
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 17.11.2017
ISBN 9783827013842
Genre: Romane

Rezension:

INHALT

In dem totalitären, auf amerikanischem Boden errichteten Staat Gilead hat eine jede unter den Frauen, ihr eigens zugeteilte Aufgaben zu erfüllen. Während die Marthas, die Ehefrauen ihren Ehemännern als treue Dienerinnen zur Seite stehen, stellen die Mägde ihre Fortpflanzungsorgane zur Verfügung, um so den Fortbestand der nächsten Generation zu sichern. Die Hausfrauen kümmern sich derweil um den Haushalt und das leibliche Wohlergehen der Gebärmaschinen.

Wer es unter diesem Regime wagt, seine Rolle nicht zu erfüllen, der darf sich auf das Schlimmste gefasst machen.

MEINUNG

Nachdem ich, der positiven Stimmen wegen, bereits einige Zeit um Atwoods Roman herumgeschlichen war, sollte die unglaublich schön gestaltete Sonderausgabe mich endgültig in die Knie zwingen. Ich musste einfach wissen, was es mit Desfred und der Republik Gilead auf sich hatte. Jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, kann ich nur den Kopf darüber schütteln, dass ich so lange gebraucht habe dazu zu greifen. Aber bekanntermaßen geschehen solche Dinge besser spät als nie.


Von ihrem Schreibstil, der ebenso direkt wie eingängig ist, überzeugte die Autorin mich bereits nach wenigen Seiten. Auch zur Protagonistin, aus deren Perspektive die Handlung geschildert wird, fand ich bald einen Zugang. Als Lesender ist man stets an Desfreds Seite und erlebt die Folgen des Putsches hautnah mit.

Die Welt in der Desfred lebt, besser gesagt die Welt, in der sie zum Zeitpunkt ihrer Schilderungen lebt, wirkt authentischer als man meinen sollte, während der Gedanke, dass eine zukünftige Welt so oder so ähnlich aussehen könnte nicht allzu abwegig scheint. Schließlich haben auch heute nicht alle Politiker eine besonders hohe Meinung von Frauen oder ihren Rechten.

Desfreds Schilderungen nach kam der Sturz bisheriger gesellschaftlicher Normensysteme völlig unerwartet. Es war ja nicht vorherzusehen was geschehen würde. Keine Aufmärsche, keine Proteste, keine Widerrede. Und ganz plötzlich stehen die Frauen ohne Rechte da, ohne Verantwortung – außer der einen (jeweils spezifischen). Und nicht nur Desfred fragt sich was eigentlich hinter den Kulissen geschieht, auch der Lesende erfährt nicht mehr und nicht weniger, als von den Dingen, die Desfreds Erinnerungen herzugeben vermögen.

Ich habe das Buch gelesen und geliebt – es in die Hand genommen, sobald ich eine freie Minute zur Verfügung hatte. Der Roman hat sich so nicht nur im Regal einen ganz besonderen Platz verdient.


Alles in allem ist Der Report der Magd ein fesselnder gesellschaftskritischer Roman in Form einer Dystopie, den ich an dieser Stelle allen sehr ans Herz legen möchte.

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246 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 93 Rezensionen

juli zeh, dystopie, roman, leere herzen, deutschland

Leere Herzen

Juli Zeh
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 13.11.2017
ISBN 9783630875231
Genre: Romane

Rezension:

INHALT

Seit die Besorgte-Bürger-Bewegung an der Macht ist, hat sich in Deutschland einiges verändert.

Brittas Praxis macht sich die Veränderungen zu Nutze, indem sie online potenzielle Selbstmordattentäter akquiriert. Gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Babak unterzieht sie geeignete Kandidaten zahlreichen Tests, nur um sicherzustellen, dass diese auch tatsächlich den Wunsch hegen zu sterben.

Die Einnahmen, die durch diese Vorgehensweise zustandekommen lassen nicht zu wünschen übrig. Bis zum dem Tag, an dem ein Attentat verübt wird, dessen Strippenzieher nicht Britta und Tabak sind.


MEINUNG

Von Juli Zeh habe ich im letzten Jahr viel Gutes gehört, sodass ich mir vornahm ihren neuen Roman, der im November erscheinen sollte, zu lesen.

Leere Herzen ist Politthriller und Dystopie in einem und vereint (Alt-)Bekanntes mit Neuem. In ihrem Werk lässt Juli Zeh eine Partei an die Macht kommen, die die Lage in Deutschland beträchtlich verändern soll. So ändern sich beispielsweise gesellschaftlich verbreitete Vorstellungen von Moral derart, dass es Britta Söldner und ihrem Geschäftspartner Babak Hamwi möglich ist eine Praxis für potenzielle Selbstmordattentäter zu führen. Unter dem Deckmantel einer psychotherapeutischen Praxis akquirieren die beiden Selbstmordgefährdete und verdienen damit gutes Geld.

Nebenbei führt Britta ein gesittetes Familienleben, das für sie jedoch eher selten Priorität besitzt. Ihr Fokus liegt auf der Ausbildung der Kandidaten, auf der Akquise weiterer Attentäter und auf der Erhaltung ihrer Geschäftsbeziehungen.

Bei allem was sie beschäftigt merkt Britta nicht, wie sie langsam aber merklich den Halt verliert und das nicht nur in geschäftlicher Hinsicht. Als Brittas Mann eines abends verkündet er wolle nun das Geld für die Familie verdienen ist die zweifache Mutter geschockt. Wie kann er sie ihrer Position berauben wollen und zugleich behaupten, dass es zu ihrem Besten sei und das auch noch zum denkbar unpassendsten Zeitpunkt.

Ein Konkurrent macht Britta ihr Geschäftsmodell streitig, sodass sie sieht sich gezwungen sieht, das letzte Bisschen Familienalltag zu Gunsten ihrer Praxis zu opfern. Doch je stärker Brittas Alltag von ihrem moralisch fragwürdigen Geschäft bestimmt wird, desto mehr muss sie sich eingestehen, dass sie den Blick für das Richtige verloren hat.

Leere Herzen entwirft ein erschreckendes, wenn auch nicht allzu abstruses Bild von der Zukunft unserer Gesellschaft, in der sich die Moral hinten anzustellen hat. Denn welche Bedeutung hat ein Leben in einer Welt, in der moralische Grundsätze tagtäglich beiseite geschoben werden, um wichtigeren Dingen Platz zu machen?

Auch wenn ich so meine Schwierigkeiten hatte eine Verbindung zu den Protagonisten des Romans aufzubauen und mich das Buch entsprechend nicht ganz mitreißen konnte, ist Leere Herzen ein gut geschriebener Roman, der dem Lesenden nur allzu deutlich Augen führt was in einer Gesellschaft, in der das Leben des Einzelnen scheinbar seinen Wert eingebüßt hat alles möglich wird.

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Die kuriosen Symptome der Liebe

Colleen Oakley , Stefanie Retterbush
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Wunderraum, 28.08.2017
ISBN 9783336547876
Genre: Liebesromane

Rezension:

INHALT

Jubilee scheint vom Leben nicht gerade mit Glück gesegnet zu sein. Sie hat eine Allergie gegen Menschen und wäre in ihrer Jugend beinahe an ihrem ersten Kuss gestorben, der zu allem Überfluss auch noch Teil einer Wette unter den pubertierenden Mitschülern war. Nach diesem Ereignis hat Jubilee sich dazu entschieden, der Welt vor ihrer Haustür den Rücken zu kehren – stattdessen sucht sie Zuflucht zwischen den Seiten ihrer Bücher. Neun Jahre lang scheint das Versteckspiel auch bestens zu klappen, doch ein Anruf soll alles verändern.

Nun ist es an Jubilee über ihren eigenen Schatten zu springen und der undankbaren Welt entgegenzutreten, vor der sie sich in den letzten Jahren so sorgsam gehütet hat.

MEINUNG

Die kuriosen Symptome der Liebe ist das erste Buch der Autorin das ins deutsche übersetzt wurde und noch dazu ein ganz wunderbares.

Laut Website des Verlages, möchte Wunderraum sich auf einige wenige ganz besondere Bücher konzentrieren und ihnen alle Aufmerksamkeit widmen, die sie verdienen. Als ich auf den Verlag stieß wurde ich erst einmal positiv von der Gestaltung der Bücher überrascht: ein Buchrücken aus Leinen, ein Lesebändchen und dazu die liebevoll gestalteten Cover. Ich gebe zu, es waren schließlich die Aufmachung der Bücher und der Name des Verlags, die mich neugierig machen sollten. Nach einiger Stöberzeit im Verlagsprogramm entschied ich mich dann dafür es zunächst mit Colleen Oakley zu versuchen.

Was ich nicht erwartet habe, ich aber im Nachhinein betrachtet vielleicht hätte erwarten sollen, war, dass die Protagonistin tatsächlich eine Allergie gegen Menschen haben würde. Als ich den Klappentext las war ich davon überzeugt die Worte seien im übertragenen Sinne gemeint – aber warum hätten sie das auch sein sollen?

Nein, Protagonistin Jubilee hat es tatsächlich so hart getroffen: sie hat eine reale Allergie gegen Menschen, ist also quasi unberührbar. Jeder Kontakt mit anderen Menschen könnte tödlich für sie enden. Und so traurig wie das klingt ist es eben auch. Über Jahre verlässt Jubilee nicht das Haus, nicht nur aus Angst vor ihrer Allergie, aber auch und vor allem aus Angst vor anderen Menschen. Die haben ihr nämlich bereits in ihrer Kindheit gezeigt, dass Anderssein in dieser Gesellschaft nicht erwünscht ist.

Als Jubilee durch einen Vorfall schließlich dazu gezwungen ist das Haus zu verlassen, stellt sie fest, dass die Welt nicht immer grausam ist und dass sie, selbst für Jubilee, Schönes bereithält. Und auch wenn es nicht immer einfach ist (und das gilt insbesondere für den Fall, dass man eine Allergie gegen Menschen hat), ist es das Leben doch wert gelebt zu werden. Oder etwa nicht?


Die kuriosen Symptome der Liebe ist eine wunderschöne tragisch-komische Geschichte, die mich nicht nur zum Lachen gebracht, sondern auch zu Tränen gerührt hat.

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(65)

132 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 43 Rezensionen

freundschaft, berge, alpen, italien, nepal

Acht Berge

Paolo Cognetti , Christiane Burkhardt
Fester Einband
Erschienen bei DVA, 11.09.2017
ISBN 9783421047786
Genre: Romane

Rezension:

INHALT

In ihrer Kindheit haben Pietro und Bruno sich gesucht und gefunden. Jahre später trennen sich die Wege der jungen Männer, während ein Jeder seinem scheinbaren Schicksal entgegen geht.

Als sie Jahre später erneut aufeinander stoßen, stellt sich ihnen unausweichlich die Frage nach den Entscheidungen, die schließlich ihr Leben prägen sollten. Gibt es ein Richtig und ein Falsch? Und wenn ja: Hat einer der beiden sich für das Richtige entschieden?

Auf den Spuren ihrer Vergangenheit versuchen sie dem Unergründlichen auf den Grund zu gehen.

MEINUNG

Ein Buch, das bereits durch seine Einbandgestaltung besticht und dies derart, dass ich einfach nicht um die Lektüre herum kam. Und tatsächlich überzeugt auch der recht kurze und mindestens ebenso kurzweilige Roman über zwei Freunde und deren Schicksale.

Der Schreibstil des Autors ist angenehm flüssig und animiert stets zum Weiterlesen, während die Leben der zwei Männer sich ruhig und eindrucksvoll vor den Augen des Lesenden entfalten. Man wird Teil einer wunderbaren Begegnung und zahlreicher darauf folgender Jahre voll aufkeimender Hoffnungen, voll Nächstenliebe und leider auch voll bedrückender Momente.

Und am Ende des Ganzen stehen die Fragen nach dem Wie und dem Warum.


Acht Berge hat mich von der ersten Seite an überzeugt.

Das Schauspiel ereignet sich vor atemberaubender Kulisse: inmitten des Monte-Rosa-Massivs. Und während man sich in der Geschichte allmählich vorantastet, wird offensichtlich, dass nicht nur die Berge vor kalten Felswänden nur so strotzen.

Die Geschichte mutet dabei wahnsinnig authentisch an. Indes kommt man den Protagonisten mit jedem Ereignis ein Stückchen näher und erhascht so jeweils einen weiteren Blick hinter die Fassade ihrer Männlichkeit, bis man schließlich bis zu den Emotionen vordringt die, sicher vor der Außenwelt verborgen, tief im Inneren der Männer vor sich hin brodeln. Sie sind es, die ihre Entscheidungen bedingen und zugleich nie offensichtlich nach außen dringen.

Ein tiefsinniger und unglaublich lesenswerter Roman über Freundschaft, das Leben, die Liebe und den Tod - und all das inmitten der Berge.

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(130)

178 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 79 Rezensionen

weihnachten, dinosaurier, tom fletcher, kinderbuch, weihnachtosaurus

Der Weihnachtosaurus

Tom Fletcher , Franziska Gehm , Shane Devries
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei cbj, 02.10.2017
ISBN 9783570164990
Genre: Kinderbuch

Rezension:

INHALT

Seit Jahren hat William Trudel nur einen Wunsch: Einen richtigen Dinosaurier.

Als er den Wunsch auf den diesjährigen Brief an den Weihnachtsmann schreibt rechnet er wohl kaum damit, dass er in Erfüllung gehen wird. Doch da hat William die Rechnung ohne den Weihnachtosaurus gemacht.

Als dieser nämlich an Heiligabend durch den Kamin schlüpft, sorgt er in Williams Welt für ordentlich Trubel.


MEINUNG

Den doch sehr außergewöhnlichen Alltag von Tom Fletcher und seiner Familie verfolge ich nun schon eine ganze Weile lang auf YouTube. In seine Musikvideos und Vlogs habe ich mich damals sofort verliebt und so war ich hin und weg als ich davon erfuhr, dass Tom Fletcher eine Weihnachtsgeschichte veröffentlichen würde. Dieses Jahr war es dann endlich soweit – die deutsche Übersetzung erschien bei cbt und ich musste sie unbedingt lesen.


Wie es nicht anders zu erwarten war, zaubert Tom Fletcher in wenigen Worten eine wundervolle Weihnachtswelt herbei, in der man sich als Leser zwangsläufig sofort wohlfühlt. Man wird Familie Trudel vorgestellt und verfolgt anschließend das Geschehen um Weihnachtsmann und Co. am Nordpol. Während Williams sich nichts sehnlicher als einen Dinosaurier wünscht, machen die Wichtel am Nordpol eine seltsame Entdeckung. Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Durch die liebevoll gestalteten Illustrationen lässt sich das Geschehen nicht nur in Textform mitverfolgen. In Bildern und Worten bringt Tom Fletcher uns den Geist der Weihnacht näher und schafft es Spannung und weihnachtliche Glücksgefühle in einer herzerwärmenden Geschichte zu vereinen. An einigen Stellen des Buches musste ich tatsächlich herzlich lachen, weil die Figuren so natürlich und zugleich urkomisch gezeichnet sind, dass man sich beim Lesen zuweilen an eigene Erfahrungen erinnert fühlt.

Ein unglaublich schönes Buch, das gerade jetzt zur Weihnachtszeit sicherlich nicht nur den Kleinen eine große Freude bereiten wird.

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(199)

353 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 144 Rezensionen

sklaverei, flucht, amerika, underground railroad, usa

Underground Railroad

Colson Whitehead , Nikolaus Stingl
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 21.08.2017
ISBN 9783446256552
Genre: Romane

Rezension:

INHALT

Cora ist noch ein Kind als ihre Mutter sie verlässt, um als freier Mensch zu leben. Und so bleibt der kleinen Cora nichts weiter übrig als sich Tag für Tag alleine durchzuschlagen und ihren Platz auf der Baumwollplantage zu verteidigen, der das Einzige bisschen etwas zu sein scheint, das ihr gehört.

Als Caesar, ein Sklave vom selben Gut, ihr den Vorschlag macht gemeinsam zu fliehen zögert Cora. Doch die Aussicht auf ein Leben in Freiheit erscheint zu vielversprechend, um die Flucht der Gefahren wegen nicht zu wagen.

MEINUNG

Mit Pulitzer-Preisträgern hatte ich bisher wenig Glück: Nur in den seltensten Fällen sagte mir das Buch zu. Doch diesmal kam es anders.

Ich gebe zu, es war nicht der Pulitzer-Preis, der mich auf das Buch aufmerksam machte, sondern der unglaublich schön gestaltete Einband. Nach Lesen des Klappentextes war dann klar: dieses Buch musste ich lesen. Gesagt, getan.

Schon der Einstieg in das Buch gefiel mir besonders gut. In ein paar einleitenden Worten verortet Julia Schröder (freie Journalistin und Literaturkritikerin) den Roman historisch und schafft so ein (sehr grobes) Grundverständnis für Meilensteine in der Geschichte der Sklaverei. Es folgt ein Interview mit Colson Whitehead, in welchem der Autor dem Leser einige Hintergrundinformationen zur Entstehung des Romans mit an die Hand gibt. Bestens informiert kann das Leseerlebnis nun beginnen.

Das Buch ist untergliedert in zwölf Abschnitte, die jeweils dazu dienen etwas über die Charaktere und Orte der Geschichte zu offenbaren. Mit der Geschichte von Coras Großmutter soll alles beginnen – mehr möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

An Coras Seite wird der Leser im Verlaufe des Geschehens Zeuge abscheulicher Gräuel und sanft leuchtender Hoffnungsschimmer. Doch meint man einen Silberstreifen am Horizont zu erkennen, so scheint er im selben Moment bereits wieder verschwunden.

Coras Weg ist kein leichter und doch scheint nichts und niemand sie an ihren Plänen, den Weg in die Freiheit zu finden, hindern zu können. Mehrfach wird die Protagonistin in die Knie gezwungen, doch niemals verliert sie den Boden unter den Füßen.

So bedrückend die Geschehnisse im Verlauf des Buches auch sind – Cora bewahrt sich den Glauben an eine bessere Zukunft und schafft es so, dass der kleine Funken Hoffnung auch beim Leser nicht verglüht.

Ein Buch, das definitiv eine Leseempfehlung wert ist.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

frankreich, meer

Schwimmen

Sina Pousset
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 08.09.2017
ISBN 9783961010073
Genre: Romane

Rezension:

INHALT

Nach einem schweren Schicksalsschlag ist im Leben von Milla und Kristina nichts mehr so wie es einmal war. Hatten die beiden jungen Frauen soeben noch ihr ganzes Leben vor sich – Träume, Hoffnungen, eine Zukunft – scheint alles Wunderbare vom einen auf den anderen Moment weggeschwemmt.

Milla und Kristina müssen lernen zu schwimmen, um nicht in den Fluten unterzugehen.

MEINUNG

Hinter dem unscheinbaren Cover verbirgt sich ein wahrer Schatz. Der Titel ist dabei so einfach gewählt, dass er schon wieder neugierig macht. Auf die Bedeutung hinter dem Wort, das stark genug ist, um stellvertretend für eine ganze Geschichte zu stehen. Auf die Geschichte, die sich hinter dem Titel verbirgt. Auf die Autorin, die sich für einen so simplen Titel entschieden hat.

Das Buch hat nicht viele Seiten, doch diese sind mit umso mehr Bedeutung und Emotionen gefüllt. Man schlägt das Buch auf und wird direkt überwältigt von den Gefühlen der Protagonistin.

Ein zurückliegendes Ereignis wirft seinen Schatten auf das Leben der Charaktere und lässt jeden Moment unbedeutend und trist erscheinen. Dabei schafft es die Autorin, dass die Verzweiflung der Protagonisten beim Lesen auf einen überschwappt. Gemeinsam mit ihnen klammert man sich an deren vergangene Erinnerungen, lässt Geschehenes Revue passieren und kommt letztlich zur Erkenntnis, dass die einzige Möglichkeit nicht unterzugehen ist zu schwimmen, selbst wenn die Last der Vergangenheit dem eigenen Bemühen entgegenwirkt.

Schwimmen ist ein großartiges Buch – vielmehr als ein Buch ist es jedoch ein Gefühl. Sina Poussets Schreibstil ist so poetisch wie schmerzhaft und so lassen einen die Worte der Autorin auch nach Beenden des Buches so schnell nicht los.

Ein wahnsinnig starkes Debüt von einer Autorin von der man zukünftig hoffentlich noch einiges hören wird.

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43 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

penhaligon, fantasy, der schattenbote, die chronik der weitseher, des königs meuchelmörder

Der Bruder des Wolfs

Robin Hobb , Eva Bauche-Eppers
Flexibler Einband: 896 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 16.10.2017
ISBN 9783764531843
Genre: Fantasy

Rezension:

INHALT

Nachdem Fitz Chivalric Weitseher erst kürzlich knapp dem Tod entronnen ist, wähnt er sich nun in Sicherheit. Doch die roten Korsaren und mit ihnen die Entfremdeten, rücken unaufhaltsam näher und hinterlassen dabei eine Spur der Zerstörung.

In Veritas Auftrag geht Fitz den Dingen nach und wird so erneut zur Zielscheibe für bösartige Anschläge. Doch während die Bedrohung von außen offensichtlich ist, lauert die größte Gefahr in der Burg und so scheint der Verfall des Königreichs mit jedem Tag ein wenig näher zu rücken…

MEINUNG

Nach dem wahnsinnigen Ende des ersten Teils war ich gespannt zu erfahren, wie sich die Geschichte um Fitz Chivalric Weitseher weiterentwickeln würde und ich wurde nicht enttäuscht!

Zu Beginn des Buches wird der gesamte erste Band noch einmal in aller Kürze und Prägnanz zusammengefasst, sodass man auch bei längeren Pausen zwischen den Bänden kein Problem hat sich erneut in die Geschichte einzufinden. Da bei mir kaum sechs Wochen zwischen den Bänden lagen war die Wiederholung nicht notwendig, aber sie las sich dennoch angenehm.

Der Schreibstil entspricht, wie sollte es anders sein, dem ersten Band und ist Grund genug das Buch (resp. die Reihe) zu lesen. Wer an der Geschichte keine Freude haben sollte (was ich bei Fantasy-Liebhabern stark bezweifle), kann sich immer noch an Robin Hobbs wundervoller Sprache erfreuen.

Fitz Chivalric scheint im zweiten Band nun endlich soweit auch mal eigenständig die Initiative zu ergreifen und die Handlung entscheidend voranzutreiben. In der Obhut von Veritas entwickelt er sich stets weiter, wobei auch der Narr einen entschiedenen Teil zur Charakterentwicklung von Fitz beiträgt. Edel hingegen scheint unverändert und schmiedet weiter seine Intrigen (und macht sich beim Leser wieder einmal unbeliebt, indem er so ist wie er nunmal so ist). Ein wenig aus dem Fokus des Geschehens rückt der gute alte Burrich mit seiner grantigen aber liebenswerten Art.

Zum Geschehen an sich möchte ich nicht viel sagen, da ich nicht spoilern möchte, allerdings haben mich die im Verlauf der 900 Seiten stattfindenden Ereignisse mal mehr, mal weniger befriedigt. Dabei ziehen die Charaktere des Buches nur selten an einem Strang, sodass die Handlung stets unvorhersehbar bleibt.

Auch in Band 2 konnte man sich ganz wunderbar verlieren und in eine vollkommen neue (naja nicht ganz) Welt eintauchen. Beinahe wünscht man sich die Geschichte möge nie enden, aber jede Geschichte braucht ja bekanntlich ihr Ende und somit bin ich nun umso neugieriger auf den Abschluss der Trilogie und die Auflösung des Ganzen. Denn nach zwei Bänden bleibt immer noch unvorhersehbar wie der dritte nun enden wird.

Die Empfehlung, die ich nach Lesen des ersten Bandes ausgesprochen habe bleibt definitiv bestehen. Alle (High) Fantasy Fans – greift zu dieser Trilogie!

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100 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

adel, schloss, graf, belgien, wahrsagerin

Töte mich

Amélie Nothomb , Brigitte Große
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2017
ISBN 9783257069891
Genre: Romane

Rezension:

INHALT

Nicht ohne Grund ist Graf Neville völlig außer sich, als er von einer Wahrsagerin prophezeit bekommt, er würde zu seinem Gartenfest – noch dazu zu seinem letzten – einen Gast töten. 


Verzweifelt sucht er nach dem rettenden Ausweg aus seiner schier ausweglosen Lage. Doch dann eilt ihm seine Tochter zu Hilfe. 


Sérieuse hat einen Plan und damit ist es ihr todernst.

MEINUNG

Nach zahlreichen autobiographischen Romanen der Autorin haucht Amélie Nothomb hier einem, von ihrer Lebensgeschichte losgelöstem Werk, Leben ein.

In einem kurzweiligen Roman erzählt sie die Geschichte eines Grafen und seiner Tochter, die (zwischen den Zeilen) doch soviel mehr birgt als das Schicksal zweier Protagonisten. Zwei Schicksale, untrennbar miteinander verbunden, machen im Verlauf von 100 Seiten eine unglaubliche Entwicklung durch, während das Gartenfest immer näher rückt und der Gedanke an den bevorstehenden Mord die Spannung ins schier unermessliche wachsen lässt.

Neben den skurrilen Dialogen überzeugt das Buch auch durch die Einblicke in die Gedankengänge des Grafen, der sich angesichts seiner verzwickten Lage zu stets absurderen Ideen hinreißen lässt. Mit viel Humor illustriert Amélie Nothomb die Tücken des schönen Scheins und die Abgründe des menschlichen Daseins.

Dank der Unentschlossenheit der Protagonisten bleibt das Ende bis zu guter Letzt tatsächlich unvorhersehbar.

Von mir gibt es an dieser Stelle definitiv eine Kauf- und Leseempfehlung.

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671 Bibliotheken, 26 Leser, 3 Gruppen, 160 Rezensionen

john green, schlaft gut, ihr fiesen gedanken, freundschaft, jugendbuch, johngreen

Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

John Green , Sophie Zeitz
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 10.11.2017
ISBN 9783446259034
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT

Aza Holmes lebt in ihrer eigenen Welt. Fernab der äußeren Gegebenheiten wird sie von den Gedanken beherrscht, die sie Tag für Tag (und Nacht für Nacht) ganz von sich einnehmen.

Doch dann wird Aza gebraucht – in der echten Welt. Schließlich stehen Hunderttausend-Dollar auf dem Spiel und das nicht nur für sie. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin geht Aza dem Geheimnis auf den Grund.

Doch je näher sie dem Geheimnis kommt, desto näher kommt sie – so scheint es – auch sich selbst. Jetzt kommt es darauf an, sich nicht weiter von den Gedanken beherrschen zu lassen, sondern die Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

MEINUNG

Bücher von John Green sorgen immer für Furore – auch diesmal scheint es nicht anders. Und auch ich muss zugeben, dass ich mich jedes Mal erneut vom John-Green-Fieber anstecken lasse und tief in mir Drang verspüre sein neues Werk unbedingt sogleich lesen zu müssen. Enttäuscht wurde ich vom Autor bislang glücklicherweise noch nie.

Und nun kommt es noch besser: Nachdem an der Spitze meiner John-Green-Bücher bislang Das Schicksal ist ein mieser Verräter stand, ist es Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken gelungen, ihm den Platz streitig zu machen. Was wohl daran lag, dass der neue John Green sich durch mehr Nähe zu meiner persönlichen Lebensrealität auszeichnet und die Protagonistin für mich nun einiges an Identifikationspotenzial bot.

Wie nicht anders gewohnt, liest sich auch der neue Band von John Green unglaublich flüssig und verleitet dazu, das Buch am Stück zu lesen – die geringe Seitenanzahl macht das nur allzu gut möglich. Und so beschloss auch ich, mich dem Buch (als es bei mir eintrudelte) direkt von der ersten bis zur letzten Seite zu widmen, ohne Pausen einzulegen. Die waren auch nicht nötig. Die Geschichte ist mitreißend erzählt, die Charaktere wachsen beim Lesen schnell ans Herz und die Auflösung der Geschichte um den verschwundenen Pickett sowie Azas Entwicklung machen neugierig auf mehr.

Aus Azas Perspektive erlebt man die Höhen und Tiefen des Alltags, die ständigen Zwänge und Ängste sowie das Unverständnis von Seiten der Umstehenden. Gemeinsam mit ihr hofft man auf Besserung, hofft man darauf, sie möge die fiesen Gedanken bezwingen und endlich ein unbeschwertes Leben führen können. Doch das ist alles andere als einfach.

Mal wieder konnte ich nicht anders, als das Buch mit zahlreichen Post-its zu versehen – von Menschlichkeit und dem Zusammenspiel von Wörtern auf Papier versteht John Green eine Menge. Und so konnte er mich auch dieses Mal wieder völlig von sich überzeugen.

Ein Buch, das definitiv jeder gelesen haben sollte.

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54 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

max ernst, kunst, maler, biografie, künstler

Max

Markus Orths
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 21.08.2017
ISBN 9783446256491
Genre: Biografien

Rezension:

INHALT

Sein Vater führte Max in die Welt der Kunst ein. Revolutionieren musste Max sie mit anderen: Mit Frauen, Weggefährten, Gleichgesinnten, mit seinem Eigensinn. Für die Ideen seines Sohnes hatte der Vater nie viel übrig.

Doch Max geht seinen Weg. Unbeirrt und auf seine ganz eigene Art und Weise erlebt er die Kunst, macht sie sich zu Eigen. Wer möchte darf sich anschließen, auf alle anderen kann er verzichten.

Was nach seinem Tod bleibt: Die Geschichte eines Künstlers und zahlreiche Beweise seines endlosen Schaffensdrangs.

MEINUNG

In einem eindrucksvollen Roman erzählt Markus Orths vom Leben eines großen Künstlers: Max Ernst. Bereits in der Schule thematisiert, hatte ich mich in der Freizeit bislang kaum dem Leben und Schaffen des Künstlers gewidmet. Es schien nicht notwendig.

Und dann erschien der Band von Markus Orths. Ansprechend in seiner Gestaltung und gespickt mit den Worten Sechs Frauen, sechs Lieben, ein Jahrhundert. Mein Interesse war entfacht. Nachdem ich dann noch ein Interview (hier: 5 Fragen an…) mit Markus Orths gelesen hatte, in dem es um entsprechendes Buch ging war klar: Ich musste es lesen.

Mit der Lektüre habe ich mir Zeit gelassen, zu gerne verbrachte ich die Stunden mit Max und seinen Gefährten. Von dessen Kindheit an ist man als Leser quasi sein ständiger Begleiter und bekommt so einiges vom lieben Max mit. Nicht zu unterschätzen ist dabei der Einfluss, den die Frauenwelt auf den Max und der Max auf die Frauenwelt hat. So geht der Künstler stets auf’s Neue mal mehr mal weniger symbiotische Beziehungen ein, nur um letzten Endes zu Gunsten einer anderen Frau, aus der alteingesessenen Zweisamkeit auszubrechen und sich in die nächste Partnerschaft einzufinden. Eifersüchteleien bleiben dabei nicht aus.

Auf eine unfassbar mitreißende, weil humorvolle Art und Weise, erzählt Markus Orths von den Eigenarten des Künstlers, von seinen Höhen- und Sturzflügen, von der einen einzigen immerwährenden Liebe – der Liebe zur Kunst sowie von seinen Partnerschaften, Ehen, Affären, seiner Ménage à trois.

Die Figur Max ist dabei so authentisch gezeichnet, dass man nach Beenden des Buches meint, die Person hinter den Werken tatsächlich zu kennen und ihre Leidenschaft und Hingabe an das künstlerische Schaffen sowie den gewählten Lebensweg nachvollziehen zu können.

Ein wunderbares Werk, das mich der Kunst (und dem Künstler Max Ernst) soviel näher gebracht hat, als ich es mir zu Beginn der Lektüre hätte vorstellen können. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

Wir Strebermigranten

Emilia Smechowski
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin, 24.07.2017
ISBN 9783446256835
Genre: Biografien

Rezension:

INHALT

Emilia Smechowski erzählt von einem Schicksal, das so kein Einzelfall ist. Mit ihren Eltern flieht die Autorin 1988 aus Polen nach Westberlin. Als sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge wagen sie in Deutschland den Neuanfang. Doch das neue Leben macht es erforderlich die Vergangenheit hinter sich zu lassen – mit Polen abzuschließen. Und so geraten die polnischen Wurzeln der Familie zunehmend in Vergessenheit.

Doch ist es wirklich das, was eine gelungene Integration ausmacht: Die eigene Herkunft zu verleugnen und in einem fremden Land eine neue Identität anzunehmen?

Jahre später macht sich die innerlich zerissene Emilia auf die Suche nach ihrem Ursprung und stellt fest: sie ist nicht alleine. Plötzlich begegnen ihr täglich Landsleute, die ihre Wurzeln ebenso gekonnt zu verstecken wussten, wie Emilia.

Doch damit ist jetzt Schluss.


MEINUNG

In einem ergreifenden Essay erzählt Emilia von ihrem Schicksal und damit zugleich auch von dem Schicksal zahlreicher weiterer Polen, die in den 80er Jahren nach Deutschland reisten, um dort einen Neuanfang zu wagen.

In Deutschland wurden viele von ihnen mit offenen Armen empfangen – erhielten einen neuen Namen, einen neuen Geburtsort. Um bloß nicht als Migranten aufzufallen tauchten sie in der Masse unter. Büffelten stundenlang, um Deutsch zu lernen und in der Öffentlich bloß kein polnisches Wort fallen lassen zu müssen. Fehltritte wurden unter den polnischen Migranten nicht akzeptiert. Assimilation als oberste Priorität – Strebermigranten eben.

Emilia fühlt sich innerlich zerrissen. Der Zwang zur Perfektion und das ewige Versteckspiel verlangen der jungen Frau viel ab. Nach Jahren des Untertauchens, entschließt sie sich dazu, sich ihren polnischen Wurzeln zu öffnen. Überrascht erfährt Emilia in Folge dessen, dass ihr Schicksal kein Einzelfall ist.

In Wir Strebermigranten illustriert Emilia ihre Erfahrungen (ebenso wie die vieler anderer) und macht uns damit ein Schicksal zugänglich, dem in der Öffentlichkeit bislang viel zu wenig Beachtung geschenkt wurde.

Ein toller Bericht und eine absolute Leseempfehlung!

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

empfehlung, syrien, gesellschaft, malik, leben

Syrien. Ein Land ohne Krieg

Lutz Jäkel , Lamya Kaddor
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei MALIK, 13.10.2017
ISBN 9783890294933
Genre: Sachbücher

Rezension:

INHALT

In einem beeindruckenden Bildband erzählen syrische, deutsch-syrische und deutsche Autoren von ihren Erfahrungen mit einem Syrien vor dem Jahr 2011 – einem Land ohne Krieg. Persönliche Erinnerungen an das Land, Erzählungen und Reiseberichte reihen sich aneinander und machen deutlich:

"Syrien lebt, natürlich. Und Syrien muss lebendig bleiben."

Über einen Zeitraum von 20 Jahren hat Lutz Jäkel Syrien in Bildern festgehalten: Die Menschen, die Landschaft, die Architektur – das Leben vor Ort.


Zur Website des Buches geht es hier.

MEINUNG

Kaum ein Buch habe ich dieses Jahr so herbeigesehnt wie den Bildband von Lutz Jäkel. Nach zahlreichen Lektüren über Syrien, war es an der Zeit nun endlich auch einen visuellen Eindruck von Land und Leuten zu bekommen. Und was eignete sich dazu besser, als Aufnahmen, die nicht nur Momentaufnahmen waren, sondern sich über einen Zeitraum von 20 Jahren erstreckten?

Ein Vorwort der beiden Herausgeber führt den Leser in den Bildband ein, macht neugierig auf die Geschichten die folgen mögen – und auf die Bilder, natürlich.

Ein Sammelsurium an Geschichten und Erinnerungen unterschiedlicher Autoren ermöglicht Einblicke, in ein Land, dass in seiner Kultur so fern und doch so nah erscheint.


Eine Übersicht über die Autoren sowie weitere Informationen zu ihrer Person finden sich hinten im Buch und gestaltet die Lektüre noch persönlicher. Die Texte sind in Arabisch und Deutsch verfasst – ein Brückenschlag zwischen zwei Ländern.

Das Buch ist in fünf Abschnitte untergliedert. Auf Texte zur Hauptstadt Damaskus, folgen Berichte, die in alle vier Himmelsrichtungen verstreut sind. Eine Karte im hinteren Teil des Bildbandes macht den Nachvollzug möglich und illustriert geografische Gegebenheiten.

Die Geschichten und Bilder haben mich tief berührt und nachdenklich gemacht. Das Schicksal, dass ein Land quasi über Nacht ereilt hat macht deutlich, wie schnell ein (scheinbarer) Friede, durch Leid und Elend, durchbrochen werden kann.


Der Band macht Hoffnung, dass der syrische Alltag wieder aufleben kann und die Menschen in Syrien in ein friedliches Leben zurückkehren können. Fernab vom Krieg.

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Tags: bildband, empfehlung, gesellschaft, krieg, leben, malik, syrien   (7)
 

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236 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 118 Rezensionen

liebe, isabelle ronin, du bist mein feuer, wattpad, heiß

Du bist mein Feuer

Isabelle Ronin , Sabine Schilasky
Flexibler Einband: 752 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 09.10.2017
ISBN 9783956497728
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

INHALT

Als Caleb Veronica im Club tanzen sieht, scheint die Welt einen lang Moment stillzustehen. Und zwar genau so lange wie es braucht, um ihm vor Augen zu führen, dass er ein neues Leben beginnen will – gemeinsam mit der schönen Fremden. Koste es was es wolle.

Veronica kennt die Gerüchte um Caleb. Für sie ist er nur ein verwöhnter Sohn reicher Eltern, der in Scharen Frauen mit nach Hause nimmt. Doch als die Umstände dazu führen, dass sie plötzlich auf der Straße sitzt ist er es, der dafür sorgt, dass sie wieder ein Dach über dem Kopf hat und die Hoffnung auf ein besseres Leben nicht vergebens scheint.

MEINUNG

Du bist mein Feuer (Originaltitel: Chasing Red) erschien zunächst auf Wattpad und wurde dort bereits über 127 Millionen Mal gelesen, bevor diverse Verlage weltweit sich die Rechte am Buch sicherten. Für mich ein absolut triftiger Grund diesen Roman unbedingt lesen zu wollen (neben dem Klappentext, versteht sich).

Das Buch erzählt die Geschichte zweier junger Erwachsener, deren Leben sich, als sie eines nachts aufeinandertreffen, schlagartig ändern soll. Caleb, bekanntermaßen Herzensbrecher, scheint langsam aber sicher sein Herz an die verschlossene Veronica zu verlieren. Für sie ist Caleb bereit alles zu geben und nach und nach begreift das auch Veronica. Doch das Schicksal meint es nicht immer gut mit den beiden und so kämpfen sie sich durch Höhen und Tiefen während sie versuchen nicht den Mut zu verlieren.

Dank einem angenehmen Schreibstil und den Perspektivenwechseln, die meine Neugier begünstigten, kam ich gut in das Buch rein. Die ersten Kapitel flogen wie im Nu an mir vorbei und ließen mich Guter Dinge zurück.

Mit der Zeit fielen kleinere Schwächen, über die ich – angesichts der Entstehungsgeschichte des Romans – zu Beginn noch hinwegsah jedoch immer stärker ins Gewicht. Die Länge (über 600 Seiten) des Buches trug ihren Teil dazu bei, dass mir die Lektüre von Seite zu Seite schwerer fiel. So wurden einzelne Aussagen in einem Turnus von wenigen Seiten stets wiederholt (ich möchte hier nicht spoilern, weswegen ich nicht genauer auf die Details eingehe), während wiederkehrende Unstimmigkeiten und Zeitsprünge zugleich dazu führten, dass sich der Leseprozess zunehmend holpriger gestaltete.

Die Protagonisten blieben zu unscharf, zu eindimensional, um eine richtige Bindung zu ihnen aufbauen zu können. So konnte mich auch ihr Schicksal, trotz ausholender Spannungsbögen, nie so richtig packen.

Auch muss ich zugeben, dass ich leider bereits einige Geschichten gelesen habe, die dieser hier sehr ähnelten und im Großen und Ganzen einfach stärker waren. Wer zu diesem Buch greift sollte sich deshalb unbedingt über die Entstehungsgeschichte des Romans im Klaren sein. Da ich kein Wattpad-Leser bin kann an dieser Stelle leider keine Vergleiche mit anderen Wattpad-Veröffentlichungen anstellen. Trotz vereinzelter Schwächen glaube ich, dass Isabelle Ronin mit ihrem Werk etwas vollbracht hat, was nicht jeder schafft. Jedoch hätte die Geschichte (meines Erachtens nach) einen Feinschliff vertragen können, bevor sie in Form eines Romans auf den Buchmarkt losgelassen wurde.

Wer Lust auf eine Liebesgeschichte für zwischendurch hat und sich an kleineren Schwächen nicht stört, kann unbesorgt zum Buch greifen. Allen, denen es eher so ergeht wie mir, würde ich empfehlen zunächst Blick in die Leseprobe zu werfen und sich selbst ein Urteil zu bilden.

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Tags: harper collin, isabelle ronin, liebe, wattpad   (4)
 

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66 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

paris, seven nights, liebe, jeanette grey, erotik

Seven Nights - Paris

Jeanette Grey , Charlotte Seydel
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Diana, 11.09.2017
ISBN 9783453422018
Genre: Liebesromane

Rezension:

INHALT

Kate reist nach Paris, um sich selbst zu finden und findet stattdessen Rylan: millionenschwer und unfassbar attraktiv.

Und so kommt es, dass die beiden tagsüber Paris erkunden, während sie sich des nachts in andere Gebiete vorwagen.

MEINUNG

Seven Nights Paris ist der Auftakt der Seven-Nights-Reihe. Sieben Nächte hat Kate mit Rylan in Paris – sieben Nächte, die er unvergesslich machen wird.

Betrachtet man Kates Männerwahl so scheint es, wird sie vom Unglück verfolgt. Ihre Ex-Partner – skrupellose Egoisten, deren Hauptaugenmerk darauf lag, ihre eigenen Bedürfnisse zu stillen.

Rylan ist anders – oder etwa nicht?

Zu Büchern wie Seven Nights greife ich eher selten, wenn nicht sogar nie. Und dennoch haben mich Cover und Klappentext magisch angezogen. Wie auch nicht? Paris steht auf der Liste meiner favorisierten Städte ganz weit oben. Und obwohl der Fokus der Geschichte vermutlich nicht auf den Erkundungstouren des Protagonisten-Duos lag, so habe ich es doch genossen in Gedanken durch die Straßen von Paris zu schlendern und die ganzen wunderbaren Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.

Die Geschichte um Kate und Rylan ist so simpel wie auf dem Klappentext beschrieben. Sie hält, was sie verspricht und geht zugleich ein wenig mehr unter die Haut als gedacht. Während die Charaktere bei ähnlichen Geschichten oft wenig ausgearbeitet bleiben, sind Kate und Rylan mehr als sie zu sein scheinen. Ihre Lebensgeschichte macht ihnen zu schaffen – gemeinsam scheinen sie ihre Komplexe allerdings überwinden zu können. Aber sind sieben Nächte wirklich genug?

Seven Nights Paris ist eine wunderbar leichte Lektüre mit (ein wenig) Tiefgang. Für alle, die Bücher des Genres gerne lesen gibt es eine absolute Leseempfehlung.

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Tags: erotik, liebe, paris, romance   (4)
 

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(144)

304 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

nell leyshon, die farbe von milch, roman, missbrauch, bauernhof

Die Farbe von Milch

Nell Leyshon , Wibke Kuhn
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Eisele Verlag, 22.09.2017
ISBN 9783961610006
Genre: Romane

Rezension:

INHALT

Mary ist harte Arbeit gewohnt.

Gemeinsam mit dem Rest ihrer Familie schuftet sie, jeden Tag von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang, auf dem Hof ihres Vaters. Nur so kann die Familie überleben.

Als die Frau des Dorfpfarrers schwer erkrankt schickt ihr Vater Mary fort, um im Haushalt des Geistlichen auszuhelfen. Erstmals kommt Mary mit einer anderen Lebensweise in Berührung. Von der Frau des Pfarrers erfährt Mary zum ersten Mal was es bedeutet wertgeschätzt zu werden und Zuneigung zu erhalten.

Doch dann stirbt die Pfarrersfrau und zurück bleiben nur Mary und der Pfarrer.

MEINUNG

Die Farbe von Milch ist definitiv kein gewöhnliches Buch.

Bereits durch den besonderen Schreibstil hebt sich das Buch von anderen Büchern ab. Während der Dialogstil mich zunächst etwas stutzig machte, brauchte es nicht lange und ich hatte mich daran gewöhnt.

Mittels der Dialoge werden die Diskrepanzen zwischen den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten nur allzu deutlich. Ein weniger direkter Schreibstil hätte dies wohl nicht in entsprechendem Maße einzufangen vermocht.

Mit ihrer direkten Art trägt auch Protagonistin Mary ihren Teil dazu bei, dass man als Leser wiederholt auf unschöne Wahrheiten gestoßen wird. Was zu Beginn etwas befremdlich wirkt, scheint im weiteren Verlauf als angenehme Abwechslung. Eine unverblümte Darstellung der Realität – ohne Weichzeichner und dergleichen.

Die Geschichte ist so einfach wie realitätsnah und regt eben aus diesem Grund zum Nachdenken an. Mary ist eine bewundernswerte Protagonistin. Voller Elan stellt sie sich den zahlreichen Anforderungen des Alltags, die es in einem Leben wie dem ihren nunmal eben zu bewältigen gilt. Trotz der ausbleibenden Wertschätzung aus dem Elternhaus bleibt sie immer optimistisch und das selbst dann noch, als sie von zu Hause fortgeschickt wird, um im Haushalt des Dorfpfarrers auszuhelfen.

Umso schwerer fällt es Marys Schicksal mitzuverfolgen, ohne eingreifen zu können.

Ein Buch, das auch nach beenden der Lektüre noch nachklingt. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Tags: eisele, empfehlung, gesellschaft, nell leyshon, roman   (5)
 

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479 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 93 Rezensionen

drachen, fantasy, iskari, kristen ciccarelli, liebe

Iskari - Der Sturm naht

Kristen Ciccarelli , Astrid Finke
Fester Einband
Erschienen bei Heyne, 02.10.2017
ISBN 9783453271234
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT

Seit Jahren macht Asha Jagd auf Drachen, um Vergebung zu erlangen, für das Unheil, das sie einst über ihre Heimatstadt brachte.

Die Iskari (Todbringerin) macht ihrem Namen alle Ehre. Nur einer scheint sich nicht vor ihr zu fürchten: Jarek – der Mann, der sie an jenem unheilbringenden Tag aus den Flammen rettete. Der Mann, den sie nun zum Dank ehelichen soll.

Es sei denn sie findet den Drachen, der die Stadt heimsuchte und in Trümmern legte und bereitet seinem Leben ein Ende.


MEINUNG

Seit jeher stürze ich mich auf jegliche Erzählung die Drachen beherbergt und so sollte es auch bei Iskari nicht anders sein. Und tatsächlich wurde ich nicht enttäuscht.

Der Einstieg in das Buch fiel besonders leicht. Und so zog mich Iskari vom ersten Kapitel an in seinen Bann. Der fließende Schreibstil der Autorin verleitet zum Weiterlesen und mach neugierig auf mehr.

Das Buch ist gespickt mit Einschüben – alte Geschichten, die erzählt werden, um Drachen herbeizulocken. Mit Hilfe der Einschübe erfährt man mehr über Traditionen und historische Begebenheiten des Landes. Während ich häufig das Gefühl habe, dass weitere Ebenen der Erzählung mich im Lesefluss hemmen, war es diesmal so, dass ich mir die eingeschobenen Geschichten geradezu herbeiwünschte.

Auch mit den Protagonisten (insbesondere mit Asha und ihrem Bruder sowie mit Torwin und Saphira) wurde ich schnell warm. Die Charaktere sind vielschichtiger als sie zunächst scheinen mögen und so hält die Handlung das ein oder andere Überraschungsmoment bereit.

Obwohl ich mir in freudiger Erwartung auf die Lektüre bereits einiges ausgemalt hatte, muss ich sagen, dass mich Iskari dennoch positiv überraschen konnte. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals eine ähnliche (Drachen-)Geschichte gelesen zu haben, weshalb mich das Buch umso mehr fesseln konnte.

Das offene Ende tut der Geschichte keinen Abbruch und so kann ich es kaum erwarten Ashas Entwicklung im zweiten Band weiter zu verfolgen.

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Tags: empfehlung, fantasy, heyne, iskari, kristen ciccarelli, liebe, rezension, roman, the last namsara   (9)
 

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1.082 Bibliotheken, 58 Leser, 1 Gruppe, 135 Rezensionen

leigh bardugo, fantasy, das lied der krähen, grischa, krähen

Das Lied der Krähen

Leigh Bardugo , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.10.2017
ISBN 9783426654439
Genre: Fantasy

Rezension:

"Ein Spieler, ein Sträfling, ein missratener Sohn, eine verlorene Grischa, ein Suli-Mädchen, das zur Mörderin geworden war, und ein Junge aus dem Barrel, der noch Schlimmeres geworden war."

Gemeinsam verfolgen sie ein Ziel. Doch ein Jeder unter ihnen hat ein ganz ein eigenes Motiv.

Wird die Befreiung des Magiers aus dem bestgesicherten Gefängnis der Welt gelingen? Und können die Gauner einander wirklich trauen?

"Sechs unberechenbare Außenseiter – eine unmögliche Mission Der Nr.-1-Bestseller aus den USA – Leigh Bardugos temporeiche Saga über den tollkühnsten Coup der Fantasy-Geschichte." (Quelle: Droemer Knaur)

MEINUNG

Nachdem ich die Grischa-Bände nicht gelesen habe muss ich zugeben, dass mir der Einstieg in Das Lied der Krähen zunächst etwas schwerfiel. Die Welt der Grischas war mir unbekannt, sodass die rasch einsetzende Handlung mich zu Beginn der Lektüre doch etwas zu überfordern drohte. Der Klappentext allerdings klang so vielversprechend, dass ich guter Dinge weiterlas, bis ich das Buch schließlich nicht mehr aus der Hand legen wollte.

Von Kapitel zu Kapitel springt man als Leser in der Perspektive. So erfährt man zahlreiche Details über die Charaktere der Geschichte, die so liebevoll ausgearbeitet sind, dass es nach Beenden des Buches schwerfällt sich von ihnen zu trennen. Ein Jeder unter den Verbrechern erzählt eine ganz eigene Geschichte. So wird man als Leser Teil von mehr als nur einem Handlungsstrang. Vielmehr umfasst der Plot unterschiedliche Geschichten und Schicksale, die miteinander in Verbindung stehen und im Rahmen der Handlung schließlich immer stärker miteinander verwoben werden.

"Keine Klageweiber, keine Beerdigungen."

So lautet die Devise unter den Krähen und kein noch so gefährliches Untergehen schreckt sie ab. Doch während die Verbrecher nach außen hin stets gefasst wirken brodeln unter der Oberfläche die Emotionen. Affekthandlungen und unerwartete Wendungen bleiben somit nicht auf der Strecke.

Der besondere Schreibstil der Autorin trägt seinen Teil dazu bei, dass man das Geschehen einfach mit Spannung verfolgen muss. Leigh Bardugos Worte fesseln den Leser an Charaktere und Handlung, während die komplexe Bildsprache dem Buch den letzten Schliff verleiht.

Nach dem überraschenden Ende kann ich es nun kaum erwarten den zweiten Teil der Dilogie in den Händen zu halten.

An dieser Stelle möchte ich eine absolute Leseempfehlung für das Buch aussprechen. Wer Fantasy mag, wird Das Lied der Krähen lieben!

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Tags: das lied der krähen, empfehlung, fantasy, leigh bardugo, rezension, rezensionsexemplar, six of crows   (7)
 

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jugendbuch, liebe, vergangenheit, geheimnis, malerei

Und wenn die Welt verbrennt

Ulla Scheler , Diana Mantel
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Heyne, 18.09.2017
ISBN 9783453271425
Genre: Jugendbuch

Rezension:

INHALT

Ihre Kindheit hat Alisa schwer zugesetzt. Ihr einziger Verbündeter: Ihr Bruder. Doch ein tragischer Schicksalsschlag reißt das Geschwisterpaar auseinander; legt ihre Beziehung in Trümmer. In München wagt sie einen Neuanfang, alleine.

Felix ist Künstler. Entgegen den Wünschen seiner Familie geht er auf den Straßen Münchens seiner Faszination für das Malen nach, Tag für Tag. Als er zwischen den Passanten Alisa entdeckt ist es um ihn geschehen.

Alisa ist anders. Etwas scheint die junge Frau zu belasten. Doch Felix sieht Menschen und so gibt er nicht eher auf, bis Alisa auch ihn sehen kann.

MEINUNG

Nachdem ich Ulla Scheler auf der Buchmesse in Leipzig am LovelyBooks-Stand bereits persönlich kennenlernen durfte, war ich wahnsinnig neugierig darauf, nun endlich Zeit für eines ihrer Bücher zu finden.

Während die Autorin und Studentin im persönlichen Gespräch angenehm unbeschwert wirkt, hat sie mit Und wenn die Welt verbrennt eine Geschichte geschaffen, die alles andere ist als leichte Kost.

Von der ersten Seite an verzaubert Ulla Scheler mit ihrem unglaublich treffenden Schreibstil. Metaphern gehen der jungen Autorin leicht von der Hand und sind so passgenau formuliert, dass man sich fragt, warum noch keine entsprechenden Redewendungen existieren.

Die Geschichte wird im Perspektivenwechsel (Alisa, Felix) erzählt. Durch die Einblicke in die Gedankenwelten der Protagonisten erlebt man eine Situation jeweils zweifach. Die Sinnesfragmente ergeben im Verlauf des Buches ein immer bunter werdendes Mosaik aus Gedanken, Gefühlen, Erinnerungen, Hoffnungen und Träumen. Sodass man zuletzt auf ein wahrlich facettenreiches Bild blickt. Auf das Bild einer Vergangenheit, einer Gegenwart und einer möglichen Zukunft.

"Ich könnte in die Nacht schreien, weil ich dieses schwelende Geheimnis habe, das herauswill; das Gefühl ist wie ein Brüllen im Hals. Aber was wäre der Sinn davon? Die Welt weiß es schon längst, und du weißt es auch."

Das gesamte Werk ist an die Gefühlswelt der Protagonisten angelehnt und so sind die Kapitel zuweilen extrem knapp, in anderen Fällen wiederum um einiges länger. Man könnte meinen man säße vor einer Leinwand und würde von Einstellung zu Einstellung getragen. Jeder Schnitt führt eine neue Szene ein; ein neues Bild; eine neue Farbe.

Und wenn die Welt verbrennt ist definitiv mehr als eine Liebes- oder Schicksalsgeschichte. Ulla Scheler malt mit Worten Bilder. Bilder, die ich nach Beenden des Buches immer noch in mir trage.

Wer das Buch noch nicht gelesen hat, sollte es unbedingt nachholen. Von mir gibt es eine uneingeschränkte Buchempfehlung.

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Tags: empfehlung, heyne, liebe, rezension, schicksal, ulla scheler, und wenn die welt verbrennt   (7)
 
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