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121 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

thriller, horror, spiel, spannung, mord

Das Spiel - Opfer

Jeff Menapace , Sven-Eric Wehmeyer
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.07.2016
ISBN 9783453677074
Genre: Krimi und Thriller

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

rache, vergewaltigung, berlin, missbrauch, mobbing

Vergelte!

Siegfried Langer
Flexibler Einband: 290 Seiten
Erschienen bei Amazon Publishing, 10.03.2015
ISBN 9781477830710
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es ist immer wieder schön, wenn alte Bekannte zu Besuch kommen, so möchte man fast sagen. Siegfried Langer hat letztes Jahr mit Niklas Steg und Sabrina Lampe ein wunderbar ungleiches Ermittlerpaar ins Rennen geschickt nd mit seinem Thriller “Leide!” zeitgleich einen großartigen Krimi in die Bahn geworfen. Die Freude über die Ankündigung, dass die beiden zurückkehren würden, war dementsprechend natürlich groß. Noch viel größer aber die Freude darüber, mit “Vergelte!” den Nachfolger in den Händen zu halten. Fast so groß wie die Erwartungen.

Es wird hierbei schnell klar, dass Langer den gleichen Weg einschlägt, den er schon mit dem Vorgänger beschritten hat. “Vergelte!” startet direkt durch und wirft den Leser mitten in die Geschichte. Der Spannungsbogen wird von Anfang an gut gezeichnet und kennt dabei nur eine Richtung: steil nach oben. Das können auch die immer wieder eingeflochtenen Rückblenden, beziehungsweise die Perspektivenwechsel nicht verhindern, die zwar zunächst etwas gewöhnungsbedürftig sein mögen, Kennern der Reihe aber schon aus dem Vorgänger bekannt sind. Trotz dieser Sprüche kommt es zu keiner Unterbrechung im Lesefluss und mit steigender Seitenzahl wird zudem auch klar, dass sie für die Geschichte essentiell sind und ihr nur noch mehr Tiefe verleihen. Wenn man sich darauf einlassen kann (wie gesagt, irgendwann fällt es einem gar nicht mehr großartig auf), wird man mit einer sehr dichten und gut durchdachten Storyline belohnt, die keine Logiklücken aufweist und zudem von einer tollen Atmosphäre gestützt ein absolut rundes Gesamtbild aufweist. Man sollte jedoch nicht erwarten, dass man eine lange Jagd auf die Mörderin präsentiert bekommt, während man über ihre Identität im Dunkeln bleibt. Es wird sehr schnell offenbart, wer sie ist und warum sie das tut, es ist also mehr so, dass im übertragenen Sinn der Weg das Ziel ist. Was aber nicht bedeutet, dass der Autor am Ende nicht doch einen schicken Twist aus dem Handgelenk schüttelt, der tatsächlich überraschend kommt und dem Finale noch mal eine gehörige Portion Würze verleiht.

Ähnliches gilt auch für die Figuren. Zwar muss man “Leide!” nicht unbedingt gelesen haben, um Spaß an “Vergelte!” zu haben, ich würde aber jedem interessierten Leser ans Herz legen, es trotzdem zu tun. Nicht nur, weil es ebenfalls ein tolles Buch ist, sondern auch aus dem Grund, dass man nur so die volle Qualität der Figurenzeichnung genießen kann. Langer baut auf den Geschehnissen des Vorgängers auf und nutzt seine neuste Veröffentlichung, um Steg und Lampe noch mehr Profil zu verleihen und zudem eine interessante und glaubwürdige Entwicklung durchmachen zu lassen. Auch die Nebenfiguren wissen durch die Bank zu gefallen, haben ihre eigene Tiefe und sind zudem in Hinsicht auf ihren Hintergrund teilweise erschreckend hart gezeichnet. Gezielt zu erwähnen ist übrigens ein kurzes Kapitel über Sabrinas Tochter Lara, die einen Radioauftritt der besonderen Art spendiert bekommt.

Stilistisch ist bei Siegfried Langer alles beim Alten geblieben. “Vergelte!” ist gut geschrieben. Der Autor kommt schnell auf den Punkt, redet nicht lange um den heißen Brei herum und verfällt dabei doch nicht in eine unansehnliche Larifari-Schreibe. Die Punkte sitzen da, wo sie sitzen müssen und man hat zu keiner Zeit dass Gefühl, dass etwas fehlen würde.

Fazit:

“Vergelte!” macht genau da weiter, wo “Leide!” aufgehört hat. Auch wenn Siegfried Langer sich dem Experiment Amazon Publishing zugewandt hat, ist das keinesfalls eine Aussage über die Qualität. Die ohnehin schon tollen Figuren bekommen hier noch ein bisschen mehr Profil verliehen, die Spannung ist von der ersten Seite an da und leistet sich keine Einknicker, der Schlusstwist ist absolut gelungen. Alles in allem wieder eine absolut runde Sache. Und das Versprechen, dass Niklas Steg und Sabrina Lampe weiter ermitteln werden, nehme ich übrigens wörtlich, Herr Langer!

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

science fiction, novelle, gefängnis, weltall, thriller

Im Turm des Panopticons

Daniela Rohr
Flexibler Einband: 102 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 18.12.2013
ISBN 9781494724290
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich möchte gleich vorweg sagen, dass diese Besprechung nicht ganz ohne Spoiler auskommen wird. Zwar widerstrebt es mir aus genau diesem Grund, sie zu schreiben, aber wie sagt man so schön “Was muss, das muss”. Wer sich also daran stört, möge nicht auf “Weiterlesen” klicken, sondern die Besprechung an dieser Stelle einfach mit den Worten “Keine schlechte SciFi-Novelle” beschließen und sich selbst eine Meinung bilden.

“Im Turm des Panopticons” ist die dritte Veröffentlichung von Daniela Rohr und wandelt, wie auch ihre Kurzgeschichtensammlung “Der Zeit-Zwirbel-Effekt & seine Knöpfchendrücker” auf Science Fiction-Pfaden. Durch die Novellenform nimmt die Geschichte schnell Fahrt auf und schnell erwischt man sich dabei, dass man das Büchlein nicht mehr aus der Hand legen möchte. Fast möchte man sagen, dass die Autorin durch gezielt eingesetzte Schockmomente, wie ich es bei Filmen betiteln würde, den Leser immer wieder dann am Kragen packt, wenn der Spannungsbogen etwas abzusacken droht. Das macht Spaß, das ist gelungen. Auch die Stimmung in der Kommandozentrale der Raumstation ist sehr gut präsentiert, man fühlt mit Linea mit und kann sich gut in sie hinein versetzen. Klaustrophobisch, düster, teilweise erschreckend. Bis dann schließlich der Story-Twist kommt. Und an dieser Stelle auch der bereits angekündigte Spoiler. Man kann nicht sagen, dass die Story ab diesem Moment weniger bedrückend und erschreckend wird, eher ist das Gegenteil der Fall. Allerdings stellt man auch fest, dass Daniela Rohr sich ab diesem Moment recht großzügig bei einem meiner persönlichen Highlight-Filme aller Zeiten bedient, “Event Horizon”. Das stößt mir persönlich ein wenig bitter auf, ändert aber nichts daran, dass die Novelle auch (oder vielleicht besser gesagt besonders”) ab diesem Zeitpunkt ein regelrechter Schlag in die Kauleiste wird. Ein Ende, welches sicherlich nicht vorhersehbar, dafür aber bedrückend und auf seine Art und Weise zudem ziemlich grausam ist und dafür sorgen wird, dass man sich als Leser sicherlich auch noch eine Weile nach dem Genuss des Büchleins damit beschäftigen wird.

Charakterlich kann man zu “Im Turm des Panopticons” nicht viel sagen. Das ganze ist im Grunde genommen eine ziemliche One Woman-Show mit ein paar kurzen Gastauftritten. Gerade deshalb ist die Hauptfigur Linea jedoch zu jeder Zeit überzeugend. Bedingt durch die Kürze der Geschichte wie auch der Handlung wäre nicht viel Platz für eine große Ausarbeitung und Entwicklung von vielen Figuren gewesen. Das umschifft die Autorin gekonnt, indem sie sich auf eine Person konzentriert, dem Leser gerade genug vom persönlichen Hintergrund mitteilt, um diese echt wirken zu lassen und sich davon abgesehen auf das Hier und Jetzt und die aktuellen Gedankengänge zu beschränken. Das funktioniert gut, sorgt nur noch mehr für klaustrophobische und beängstigende Stimmung und sorgt für ein gehöriges Maß an Identifikation mit Linea.

Am Stil gibt es nichts auszusetzen. Daniela Rohr präsentiert mit “Im Turm des Panopticon” einen gelungenen Science Fiction-Thriller, der trotz der Kürze nicht oberflächlich ist, sondern den Leser gefangen nimmt. Die Story ist zugänglich geschrieben und lässt sich flott in einem Rutsch durchlesen. Wer bei dem Wörtchen “Selbstverlag” nun an ein schlecht korrigiertes Manuskript, welches nur ein paar Euro in die Tasche des Autoren spülen soll, denkt, kann beruhigt werden. Die Novelle hat offensichtlich ein gutes Korrektorat genossen, so dass es keine störenden Tippfehler, Buchstabenverdreher oder ähnliches gibt.

Fazit:

“Im Turm des Panopticons” ist eine gelungene Mischung aus Science Fiction, Thriller und letztlich auch Dystopie. Spannend und atmosphärisch geschrieben mit einer überzeugenden Hauptfigur sind die gut 100 Seiten schnell Geschichte. Das Ende ist auf seine Weise brutal und in jedem Fall unvorhersehbar. Abzüge in der B-Note gibt es aber dennoch, denn die starke “Event Horizon”-Anlehnung kann ich als Freund des Films einfach nicht unkommentiert übersehen und stehen lassen.

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107 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

thriller, berlin, mord, privatdetektivin, familie

Leide!

Siegfried Langer
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Lago, 09.05.2014
ISBN 9783957610089
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich muss gestehen, dass ich den Namen Siegfried Langer bis vor kurzem noch nicht auf dem Radar hatte. Als er dann ein Gewinnspiel zu seiner neuesten Veröffentlichung “Leide!” veranstaltet hat, war das Interesse jedoch schnell geweckt, denn Klappentext und Leseprobe versprachen ein interessantes deutsches Thriller-Intermezzo. Und da unbekannte Autoren mich ja zumeist positiv überraschen konnten, durfte das Buch schließlich auch bei mir einziehen.

Langer geht dabei vom Start weg in die Vollen und entwickelt einen sehr konstanten Spannungsbogen für sein mittlerweile viertes Werk. Die Story ist dynamisch aufgebaut und führt den Leser auf mehreren Zeitzonen durch das Buch – ohne dabei jedoch den roten Faden zu verlieren oder verwirrend zu wirken. Eine gelungene Gratwanderung, die es auch gut ermöglicht, die Hintergründe der Charaktere zu verstehen und nachzuvollziehen. Dabei hebt sich der Autor einen sehr gelungenen Twist für den Schluss auf, der überraschend kam und mich für einen Moment mit heruntergeklappter Kinnlade hat sitzen lassen. “Leide!” erzeugt dabei auch über weite Strecken eine ziemlich fiese Atmosphäre, die oftmals sehr negativ daher kommt, an anderen Stellen aber fast zwangsläufig schon zum einen oder anderen Grinsen führt. Die Story bleibt bis zum Schluss hin unvorhersehbar und lässt den Leser tatsächlich auch erst mit der Auflösung des Plots wieder los.

Man merkt deutlich, dass Langer sich mit seinen Charakteren Mühe gegeben hat. Keine von ihnen wirkt wie vom Reißbrett für Standardkrimis, sondern kommt mit liebenswerten (oder eben auch nicht) Ecken und Kanten daher, die ihnen durchweg eine gelungene Eigenständigkeit verleiht. Alle, selbst die sehr böse ausgefallenen Antagonisten, wirken bodenständig und echt. Im Verlauf der Geschichte lässt sich, wie oben schon erwähnt, sehr gut erkennen, warum nun zum Beispiel Sven zu dem geworden ist, was er ist. Auch die Polizisten sind keinesfalls 08/15-Standardbullen, sondern haben ebenfalls ihr Kreuz zu tragen und bleiben dadurch eben menschlicher, als es bei vielen “Mitbewerbern” am Markt ist. In “Leide!” sind diese Probleme übrigens auch etwas anders ausgefallen, der Abwechslungsreichtum dankt es, dass man es nicht schon wieder mit einem Polizisten zu tun hat, dessen Ehe wegen seinem Job in die Brüche gegangen ist – zumindest nicht ausschließlich.

Stilistisch kann ich mich ebenfalls nicht beschweren. Siegfried Langers Stil ist locker und eingängig, so dass die ersten 170 Seiten von “Leide!” nach knapp einem Tag durch waren. Mir hat besonders gefallen, dass der Autor augenscheinlich eine Menge Ahnung von den Lokalitäten hat, in der er seine Geschichte ablaufen lässt, denn besonders bei diesen Beschreibungen kam der Roman ungemein bildlich daher. Wie in den meisten modernen Thrillern wird auch hier nicht auf die eine oder andere Gewaltspitze verzichtet, diese sind allerdings gut in die Story eingepasst und wirken nicht wie ein aufgesetzter, selbstzweckhafter Versuch, den Gore-Freunden einen blutigen Knochen hinzuwerfen.

Fazit:

Eigentlich könnte man “Leide!” mit drei Worten beschreiben: “Alles richtig gemacht”. Siegfried Langer zeigt sehr deutlich, dass gute Thriller nicht zwangsläufig aus Übersee kommen müssen, sondern dass es auch in Deutschland genug Spielraum für spannende, actionreiche Geschichten und durchweg nachvollziehbare, bodenständige Figuren ist. Super, mehr davon!

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83 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

feuer, kalifornien, brandstiftung, versicherungsbetrug, usa

Die Sprache des Feuers

Don Winslow , Chris Hirte
Flexibler Einband: 419 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 12.03.2012
ISBN 9783518463505
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich bin ja immer etwas skeptisch, wenn es um gehypte Autoren oder Romane geht. Mittlerweile führt jedoch im Bereich der Thriller kaum noch etwas an Don Winslow vorbei, wo man auch hinsieht heimst der gute Mann Lob und positive Kritiken ein. Es war also mal an der Zeit, das auch ich mich an den Herren heran traue.

Schnell ist dabei klar geworden, dass Don Winslow mit “Die Sprache des Feuers” einen Roman unter das Volk gebracht hat, der vor allem durch eines bestechen kann: ein sehr umfangreiches Hintergrundwissen des Autoren. Er bringt fachliche Kenntnisse mit, die dem Leser auf eine ziemlich prägnante und oftmals auch recht unterhaltsame Weise vermittelt werden. Allerdings muss man auch sagen, dass diese Hintergründe trotz des zumeist vorhandenen Unterhaltungsfaktor hier und da doch schon einmal dazu neigen, etwas trocken und zu wissenschaftlich zu wirken. Schade, denn über einen Großteil des Umfangs weiß “Die Sprache des Feuers” mit einer sehr actionreichen und spannenden Geschichte zu überzeugen, die allerdings unter eben jenen Einknickern ein bisschen zu leiden hat. Das trübt die Atmosphäre, die aber glücklicherweise genau so schnell auch wieder aufgefangen wird. Die Gratwanderung gelingt dem Autoren also nicht unbedingt zu jeder Zeit, alles in allem kann man jedoch sagen, dass sein Roman unterhält und zudem mit einem furiosen Finale für diese kleinen Schwachpunkte zu entschädigen weiß.

Die größte Stärke sehe ich bei den Figuren des Buches. “Die Sprache des Feuers” liefert dem Leser mit Jack Wade einen klassischen Antihelden im Sympathengewand. Man kann einfach nicht anders, als den Kerl trotz (oder gerade wegen?) seiner zynisch/ sarkastischen Ader zu mögen. Die Handlungsweisen sind jederzeit nachvollziehbar und werden durch die eingangs erwähnte Fachkenntnis Winslows nur noch einen Tick glaubwürdiger. Auch bei den Nebencharakteren hat der Autor ins Schwarze getroffen, sie sind ebenfalls durch die Bank überzeugend, auch wenn sich hier ein klares Schwarz/ Weiß-Bild abzeichnet und man von Beginn an genau weiß, wer nun einer von den guten Kerlen und wer ein Bad Guy ist – zumindest auf den ersten Blick, denn ein sehr später Twist lässt den Leser dann doch etwas überrascht zurück, da er in dieser Form absolut nicht vorhersehbar war.

Erzähltechnisch ist ebenfalls alles im grünen Bereich. Don Winslow hat einen sehr eigenen Stil, der auf der einen Seite ungemein locker wirkt, auf der anderen aber schnell auf den Punkt kommt. Somit ist “Die Sprache des Feuers” größtenteils sehr locker zu lesen, ohne dass man sich Sorgen darum machen müsste, den Faden zu verlieren. Hier allerdings muss man sagen, dass der fachliche Aspekt (ich weiß, auch das sagte ich schon) manchmal etwas kontraproduktiv ist und eben, aller Lockerheit zum Trotz, doch etwas schwer zu verdauen ist.

Fazit:

“Die Sprache des Feuers” ist ein gelungener Actionthriller mit tollen Figuren. Don Winslows Schreibstil ist sehr auf den Punkt hinaus und weiß zumeist zu unterhalten, auch wenn er sich manchmal zu sehr in seinen Hintergrundkenntnissen ergeht, was zu kleinen Einknickern im Spannungsbogen führt. Alles in allem jedoch unterhaltsam, Thrillerfans können gerne ein Auge darauf werfen. Ich muss jedoch sagen, dass sich mir der Hype um den Autoren nach der Lektüre immer noch etwas verschließt. Ja, Winslow kann schreiben und unterhalten- das können andere aber genau so gut.

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34 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

fantasy, science fiction

Terror der Tentakel

A. Lee Martinez , Karen Gerwig
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.05.2014
ISBN 9783492269438
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Wenn es um den Begriff „Humoristische Science Fiction“ geht, wird vielen in erster Linie der Name Douglas Adams einfallen – zu Recht natürlich. Es gibt allerdings auch einige andere Schriftsteller, die diese Pfade begehen, die einen mit mehr, die anderen mit weniger Erfolg. Unter diesen ist A. Lee Martinez wohl als einer der bekanntesten zu nennen. Mit „Terror der Tentakel“ hat der Piper Verlag seine aktuelle Veröffentlichung auf den Markt gebracht.

Martinez macht auch schnell von Beginn an klar, was Phase ist, indem er den Leser direkt mit seinem Protagonisten Imperator Mollusk in die Schlacht ziehen lässt und ihnen vor Auge führt, dass der schleimige Neptuner ja eigentlich ein ganz anständiger Kerl ist. Nun ja… bedingt zumindest, denn immerhin ist er einer der gefürchtesten Warlords unseres Sonnensystems, hat sich mit so ziemlich jedem schon einmal angelegt und dürfte wohl nur unter erschwerten Bedingungen für den Friedensnobelpreis nominiert werden. Macht aber nichts, denn gerade durch dieses Antihelden-Ding nimmt die Geschichte schnell Fahrt auf, ist trotz einiger Rückblenden spannend und atmosphärisch sehr gelungen. Man sollte natürlich bei „Terror der Tentakel“ nicht mit einer ernsthaft bedrohlichen Atmosphäre rechnen, sondern sich viel mehr auf eine abgedrehte und durchaus lustige Story einstellen.

Die Figuren, oder besser gesagt das Zusammenspiel eben jener, ist es auch, was die Geschichte am Laufen hält. Unser kleiner Tyrann wird von einer Venusbewohnerin begleitet, die eigentlich nichts anderes will, als ihn für seine Verbrechen zur Verantwortung zu ziehen. Dumm nur, dass ihr Befehl lautet, ihn zu schützen – und wie wir alle aus eigener Erfahrung wissen, sind Venuserinnen (oder so) sehr von ihrem Pflichtgefühl gesteuert. Das führt immer wieder zu Reibereien zwischen die Figuren, die vor zynischem Humor nur so sprühen. Schön zu beobachten ist dabei die Entwicklung, die die Hauptakteuere im Verlauf von „Terror der Tentakel“ erleben und welche durch Rückblenden in die Vergangenheit Mollusks auch immer wieder gut untermauert wird. Martinez ist es hier trotz aller Abgehobenheit gelungen, glaubwürdige Aliens mit nachvollziehbaren Handlungsweisen in eine Sci-Fi-Story zu stopfen. Klingt paradox? Mag sein, ist aber nun einmal so.

Stilistisch kann man sich ebenfalls nicht beklagen. Der Autor ist flott bei der Sache, schreibt sehr locker und bringt den Leser dazu, mitunter ein ziemliches Dauergrinsen aufzusetzen. Man sollte hier nicht mit brachialem Humor rechnen, Martinez zeigt in „Terror der Tentakel“ sehr deutlich, dass er die leisen, aber dennoch ungemein amüsanten Töne sehr gut beherrscht. Dies, verbunden mit der temporeichen Geschichte, sorgt dafür, dass man als Freund dieses Genres nur schwer mit dem Lesen aufhören kann. Dazu kommt eine, wie sie zum Beispiel bei Pratchett zum guten Ton gehört, sehr menschliche Herangehensweise an die abgefahrene Action, die Martinez uns hier präsentiert.

Fazit:

A. Lee Martinez mag nicht das Format eines Douglas Adams oder eines Terry Pratchett haben. Noch nicht jedenfalls. „Terror der Tentakel“ ist nichtsdestotrotz ein sehr amüsanter und unterhaltsamer Roman, der durchaus die Qualiäten der beiden Vorgenannten durchscheinen lässt. Wer also vor allem Adams mag, darf hier gerne einmal einen Blick riskieren, ich wage zu behaupten, dass er nicht enttäuscht werden wird.

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90 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 9 Rezensionen

thriller, freundschaft, mord, clean team, antiheld

Das Clean Team

Charlie Huston , Alexander Wagner
Flexibler Einband: 493 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 05.10.2009
ISBN 9783453407305
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zufallskäufe können eine tolle Sache sein. Ganz klar. Man entdeckt so Bücher, von denen (bzw. derem Autoren) man im Leben noch nichts gehört hat. So auch in diesem Fall, Charlie Huston war mir bislang kein Begriff und dementsprechend war “Das Clean Team” für mich auch ein ziemlicher Blindflug. Die können natürlich positiv überraschen – müssen es aber nicht zwangsläufig.

Glücklicherweise kann man aber recht schnell Entwarnung geben, denn Huston hat es sehr schnell geschafft, mich in seinen Bann zu ziehen. Er wirft den Leser mit Höchstgeschwindigkeit mitten in die Geschichte, ohne große Erklärungen, wer Hauptfigur Web ist und was er überhaupt macht. Dafür nimmt er sich dann aber nach dem kurzen Prolog die nächsten 180 Seiten Zeit – und lässt auch dabei keine Langeweile aufkommen, obwohl die Geschichte bis dahin eigentlich nicht einmal besonders actionreich ist. Tempo kommt trotzdem auf, Spannung auch… und die Action wird dann auf den folgenden Seiten auch ausgiebig nachgeholt, an der Geschwindigkeitsschraube gedreht und ein kleines, absurdes Feuerwerk von unglücklich verketteten Zufällen abgebrannt. Sehr gelungen, bis zum Ende spannend und ohne merkliche Durchhänger, dafür aber mit einer Menge bissigen, wenngleich auch manchmal etwas stumpfen, Humor.

Die Figuren in “Das Clean Team” sind dabei genau so wichtig für das Gelingen des Buches wie die Story selbst. Mit Web hat Huston einen tollen Anti-Helden geschaffen, der vor Zynismus nur so übersprüht (was aber, wie oben bereits angedeutet, sehr ausführlich und irgendwie nachvollziehbar begründet wird) und eigentlich eine unglaubliche Arschloch-Attitüde an den Tag legt. Trotzdem kommt er sehr sympathisch rüber und kann tatsächlich als Identifikationsfigur gesehen werden. Auch seine Wegbegleiter sind durch die Bank markante, eigenständige Figuren mit Wiedererkennungswert. Auch sie kommen eigentlich mit einem ziemlich guten Hintergrund daher, auch wenn im Fall von Gage ziemlich viel Mysterium dabei ist – was aber nicht störend wirkt, da es gut zur Figur passt. Alle haben allerdings gemein, dass sie mitunter sehr überdreht wirken, was aber gut in den Kontext der Story passt.

Handwerklich kann man sich über Charlie Huston eigentlich auch nicht beschweren. Grundsätzlich ist sein Stil sehr eingängig und gut zu lesen. Man sollte sich aber bewusst machen, dass der Mann eigentlich ein Drehbuchautor ist und das schlägt sich hier und da auch in der Schreibweise nieder. So ist es anfangs doch sehr gewöhnungsbedürftig, dass die wörtliche Rede nur von Gedankenstrichen angezeigt wird. Dadurch kommt zumindest zu Beginn hier und da mal etwas Verwirrung auf, besonders in Szenen mit vielen Akteuren. Dennoch ist “Das Clean Team” keine schwere Kost. Zartbesaitete sollten sich übrigens vom Setting rund um den Tatortreiniger Web nicht abschrecken lassen. Ja, Huston hat diverse, nicht gerade harmlose, Gewaltspitzen in seiner Story verbaut – diese sind aber tatsächlich nur Spitzen und so wird man nicht permanent mit einem Blutgemetzel überschüttet. Anmerken sollte man vielleicht, dass mir die Übersetzung mitunter etwas wörtlich geschrieben scheint. Wie sonst kommt man auf den Fluch “Fickende Hölle”? Macht aber nichts, ist vielleicht eher unfreiwillig komisch, passt aber in diesem Fall trotzdem gut.

Fazit:

“Das Clean Team” ist ein abgefahrener Trip, der in erster Linie durch Hauptfigur Web gestemmt wird. Man sollte als Leser also ein Faible für Antihelden haben. Zudem sollte man sich direkt bewusst machen, dass die Schreibweise Charlie Hustons nicht dem Standard entspricht und hier und da vielleicht auch einmal etwas anstrengend sein kann – ist man aber erstmal in der Geschichte, lässt sie einen dann auch nicht mehr los und ist sehr unterhaltsam.

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93 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

horror, entführung, abtreibung, jack ketchum, angst

Lebendig

Jack Ketchum , Kristof Kurz
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.05.2014
ISBN 9783453676589
Genre: Krimi und Thriller

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Straße der Toten

Joe R. Lansdale
E-Buch Text: 298 Seiten
Erschienen bei Golkonda Verlag, 31.03.2013
ISBN B00C4ZPIRO
Genre: Fantasy

Rezension:

Manchmal ist man einfach zwiegespalten. Auf der einen Seite weiß man um seine eigene Abneigung gegen Kurzgeschichten, auf der anderen Seite gibt es Autoren, von denen man einfach unbedingt alles lesen möchte. Und genau das ist hier der Fall, zumal “Straße der Toten” von Joe R. Lansdale nicht einfach eine Kurzgeschichtensammlung ist, sondern mit “Dead in the West” auch noch eine Novelle ins Gesamtpaket packt, die dann doch schon wieder interessant ist. Also, zurücklehnen und überraschen lassen war die Devise.

“Dead in the West” ist dann auch gleich die in meinen Augen stärkste Story des Buches. Der Leser wird mit der Figur des Reverend Jebediah Mercer bekannt gemacht und erlebt mit ihm gemeinsam seine erste Begegnung mit den Untoten. Es fällt hier schon auf, dass Lansdale in allen Geschichten aus “Straße der Toten” weniger auf Humor setzt, dafür seinem Ruf als Splatterpunk hier und da alle Ehre macht. Vor allem hier, denn das Finale der Geschichte ist absolut spritzig (im wörtlichen Sinn genommen) und stellt sogar die abschließende Auseinandersetzung in “From Dusk Till Dawn” in den Schatten, wobei man fast meinen möchte, dass Regisseur Rodriguez sich hier nicht nur für diese Sequenz so manche Inspiration geholt hat. Geradeaus nach vorne, gehörige Gewaltschlagseite und alles in allem eine runde Sache.

Weiter geht es dann mit der Titelgeschichte. Wesentlich kürzer ausgefallen als der Auftakt ist hier die Atmosphäre zwar noch etwas dichter, aber dafür fehlte mir etwas die Spannung, auch der Actionfaktor ist hier deutlich geringer ausgefallen als in der ersten Story. “Die Straße der Toten” ebnet dabei aber den Weg für die Entwicklung des Reverends, der von Geschichte zu Geschichte etwas düsterer, blasphemischer und misanthropischer zu werden scheint. Auch die Idee um die Wiedergänger war interessant und somit kann man auch “Straße der Toten” nicht als Ausfall bezeichnen.

Werwölfe! Im Wilden Westen! Ohne romantisch verklärten Mist! Das ist was! “Das Gentlemen’s Hotel” ist wieder mehr an die erste Story des Bandes angelehnt, actionreich und blutig. Dazu kommt eine ziemlich beklemmende, fast schon klaustrophobische Atmosphäre, die passt wie die Faust auf’s Auge. Und man beginnt sich zudem langsam die Frage zu stellen, wie der gute Jebediah seinen Pferdeverbrauch nur finanzieren kann.

Der Tiefpunkt von “Straße der Toten” war für mich dann die vorletzte Geschichte, “Schleichender Himmel”. Zwar ist die Stimmung hier nicht schlecht, vor allem die Atmosphäre ist wie in der vorangegangenen Story sehr beklemmend, allerdings blieb hier für mich die Spannung doch sehr auf der Strecke, irgendwie fehlte das Mitfiebern mit den Figuren. Schade, denn prinzipiell wäre hier mit Sicherheit mehr möglich gewesen.

Zum Abschluss geht es dann in “Tief unter der Erde” in die finsteren Schächte eine Silbermine. Jeb entwickelt langsam wieder etwas menschlichere Züge und auch der lansdaletypische Humor blitzt hier etwas öfters durch. Da er seinem Protagonisten wieder einiges von dessen Ernst genommen hat funktioniert das auch ganz gut und somit ist die Jagd auf eine Horde Goblins (!) zwar kein krönender, zumindest aber ein versöhnlicher Abschluss für einen unterhaltsamen Story-Band.

Fazit:

“Straße der Toten” lebt alles in allem in erster Linie von seiner düsteren Hauptfigur Reverend Jebediah Mercer und dessen Auslegung der Bibel und von Gottes Gesetzen. Zynisch, brutal und alles andere als kirchenkonform metzelt er sich durch die 5 zumeist recht blutigen Geschichten, die zumeist auch auf einem recht guten Niveau liegen. Einziger Einknicker ist “Schleichender Himmel”, was man aber auf Grund der sonstigen Qualitäten des Buches durchaus verkraften kann.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

echnaton, abenteuer, ägypten, pharaonen, cheopspyramide

Geheimakte Aton

André Milewski
Flexibler Einband: 308 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 14.03.2014
ISBN 9781496112101
Genre: Sonstiges

Rezension:

Es ist ja immer wieder so, dass man die kleinen Geheimtipps quasi nebenbei zu Gesicht bekommt. Sei es auf Facebook, über eine Bannerwerbung oder wie in diese Fall durch eine Leserunde auf whatchareadin (übrigens immer einen Besuch wert). Das Cover hat mich als alten Indiana Jones-Fan ja direkt angesprochen und irgendwie versprach der Titel eine interessante Mischung aus Mr. Jones, Uncharted-Drake und, zumindest dem Titel nach, den Geheimakte-Adventures. Mehr als ein guter Grund also, nicht nur einen Blick darauf zu werfen, sondern sich den Roman komplett zu Gemüte zu führen.

Man wird als Leser von “Geheimakte Aton” auch schnell mitten ins Geschehen geschoben. Milewski beginnt vom Start weg, eine action- und spannungsreiche Geschichte zu erzählen, die dabei allerdings sehr offensichtlich auf den Pfaden des berühmten Archäologen mit der Peitsche wandert. Das beginnt bei dem liebevoll gestaltenen Cover mit dem farblich eindeutig passenden Schriftzug und hört bei den Gegenspielern des jungen Max Falkenberg (Alt-Nazis) auf. Manch einer mag diesen Umstand nun als blindes abkupfern abtun, ich für meinen Teil empfand es während des Lesens viel mehr als eine Verneigung vor einer der wohl beliebtesten und bekanntesten Filmfiguren überhaupt, Kenner der Filme werden noch die eine oder andere weniger offensichtliche Anspielung entdecken, die dem beiläufigen “Beobachter” so vermutlich gar nicht ins Auge fallen wird. Dem Autoren gelingt es gut, dem Plot Drive zu geben und nebenbei auch so manchen geschichtlichen Hintergrund sehr gut mit seiner Phantasie zu verweben und zudem, besonders nach dem Eintreffen der Hauptfiguren in Ägypten auch eine tolle Atmosphäre zu schaffen, die der des offensichtlichen Vorbildes mitunter schon ziemlich nahe kommt.

Die Figuren sind dabei ebenfalls gut gelungen, auch wenn man hier natürlich keine Wunder erwarten sollte. Die Rollen sind genretypisch verteilt, man hat es also mit ganz klaren Gut-/ Böse-Zeichnungen zu tun – denkt man zumindest über weite Strecken und liegt nicht ganz falsch damit. Dennoch hat der Autor zum Finale hin eine faustdicke Überraschung in der Hinterhand, die so zumindest für mich nicht abzusehen war und deswegen nur umso besser funktioniert hat. Etwas schade fand ich hingegen, dass es einige Anleihen und Querverbindungen zum mir (noch) nicht bekannten Vorgänger “Geheimakte Labrador” gibt, die andeuten, dass die Hauptfiguren eine sehr viel längere Bekanntschaft haben, dabei jedoch so manche Frage offen lässt. Was bei mir noch für Neugier sorgt, mag für so manch anderen ein Hemmnis sein, welches Milewski vielleicht besser hätte umschiffen können. Alles in allem funktionieren die Charaktere jedoch genau so wie sie sollen: man baut Sympathien zu Max und Joe auf, findet die Deutschen ziemlich doof und bleibt dabei trotzdem hochzufrieden, man wusste ja schließlich von vornherein, worauf man sich eingelassen hat.

Stilistisch kann man André Milewski nichts vorwerfen. “Geheimakte Aton” ist natürlich kein kulturell hochwertiges Stück Literatur – will es aber auch gar nicht sein. Der Roman hat seine Wurzeln ganz offensichtlich im klassischen Abenteuerroman, den bekannten Filmvorlagen und (so kann man der Danksagung des Autoren ebenfalls entnehmen) im Comicbereich. Und diese Wurzeln transportiert auch Milewskis Stil. Schnell und gut auf den Punkt, passend zur actionreichen Handlung sehr eingängig geschrieben unterhält der Roman von Anfang bis Ende. Dazu kommen immer wieder eingewobene historische Fakten und Mythen, die vom Autoren natürlich noch etwas ausgebaut werden um eben das klassische “Adventure”-Feeling aufkommen zu lassen. Und das haut hin.

Fazit:

“Geheimakte Aton” geht von Anfang an ganz offen mit den nüchternen Fakten um: “Für alle Fans von Indiana Jones, Pulp-Stories & „klassischer“ Abenteuergeschichten!”, so steht es schon auf dem Buchrücken – und diese wenigen Worte bringen es tatsächlich auch unglaublich gut auf den Punkt. Das Buch ist eine Hommage an die großen Helden des Abenteuer-Genres, lässt dabei aber eine gewisse Eigenständigkeit nicht vermissen und kann den Leuten, die sich von dieser Headline auch tatsächlich angesprochen fühlen ohne schlechtes Gewissens ans Herz gelegt werden. Leuten wie mir also – ich habe es jedenfalls definitiv nicht bereut.

Eine Besprechung von www.review-corner.de

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

entführung, keller, psychothriller, psycho, thriller

Karl - ausgeliefert

Bernhard Giersche ,
Flexibler Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Begedia Verlag, 28.04.2014
ISBN 9783943795905
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gut, ich gestehe: der Titel lässt nun so manches vermuten. Entwarnung vorab: “Karl – Ausgeliefert” hat weder etwas mit Kurierdiensten noch mit irgendwelchen seltsamen BDSM-Praktiken zu tun. Tatsächlich handelt es sich hier um einen Thriller aus der Feder Bernhard Giersches, dessen Erstling “Das letzte Sandkorn” schon sehr gut bei mir angekommen ist. Keine Frage also, dass ich trotz der grundlegend anderen Thematik einen Blick auf das Buch werfen musste, schon alleine um zu sehen, ob der Autor auch abseits der phantastischen Stoffe zu unterhalten weiß.

Generell sollte man schon vom Start weg sagen, dass es sich bei diesem Roman nicht unbedingt um einen Thriller im klassischen Sinn handelt. Bei “Karl – Ausgeliefert” stehen nicht die Verbrecher beziehungsweise die Jagd nach ihnen im Vordergrund, sondern vielmehr die Tat an sich und die Auswirkungen, die sie auf die unmittelbar Betroffenen sowie deren gesamtes Umfeld hat. Giersche gelingt es hierbei vom Start weg, den Leser in ein morbides Spiel rund um Macht und Geld hinein zu ziehen, ihm immer wieder mit einem lässigen Fingerzeig in eine bestimmte Richtung zu schicken – und ihn dann kurz darauf feststellen zu lassen, dass er in eine gänzlich falsche Richtung gedacht hat. Das Ergebnis sind diverse spannende und unvorhersehbare Wendungen, die auch tatsächlich bis zum Schluss hin dafür sorgen, dass man immer wieder auf Glatteis wandert, sich in falschen Ideen verrennt und letztlich wieder überrascht wird. Das lässt den Kniff des Autoren, den Ausgang der Entführung schon im Prolog vorweg zu nehmen noch einmal in einem ganz speziellen Licht erscheinen, da der Leser ja eigentlich schon weiß, was passieren wird. Die Atmosphäre des Romans ist von Anfang bis Ende bitterböse und sehr dicht.

Die wahre Stärke des Buches sind aber die Figuren. Giersche präsentiert uns in “Karl – Ausgeliefert” Psychopathen jeglicher Couleur. Er sorgt dafür, dass man die Charaktere, vor allem den Titel”helden” zu hassen beginnt, ihn verachtet und ihn dabei dennoch irgendwie für sein abgebrühtes und absolut kalkuliertes Verhalten bewundern muss. Sympathien kommen dabei natürlich keine auf, aber ich denke auch nicht, dass das die Intention des Autoren gewesen ist. Auch die weibliche Hauptfigur, zunächst als mausgraue Sekretärin eingeführt, zeigt dabei immer mehr und immer düstere Facetten aus ihrem Charakter, die auf der einen Seite absolut erschreckend sind, auf der anderen aber auch für ein sehr gut funktionierendes Wechselspiel zwischen ihr und Karl sorgt. Beide werden mit einem glaubwürdigen und nachvollziehbaren Hintergrund ausgestattet, was sie nur noch tiefgründiger wirken lässt und diese Gratwanderung zwischen Abscheu und Bewunderung überhaupt erst ermöglicht. Die Nebenfiguren sind dagegen recht blass, erfüllen aber ihren Zweck: die Story voran zu treiben. Und natürlich auch, den Leser immer wieder in die unterschiedlichen gedanklichen Sackgassen zu lotsten.

Stilistisch kann man sich über Bernhard Giersche ebenfalls nicht beschweren. Man merkt “Karl – Ausgeliefert” deutlich an, dass auf der einen Seite ein gesundes Hintergrundwissen um die menschliche Psyche vorhanden ist, auf der anderen aber auch einiges an Recherche investiert wurde. Gekonnt werden so zum Beispiel historische Fakten aufgegriffen und für die Geschichte mit einem fiktiven Ereignis verwoben. Dazu kommt ein sehr eingängiger Schreibstil, der gut lesbar ist, ein sehr angenehmes und zum Roman passendes Tempo anschlägt – und auch, anders als noch bei der Erstauflage des “Sandkorns”, nicht durch die Veröffentlichung eines teillektorierten Manuskripts mit häufigen Fehlern den Lesefluss stört.

Fazit:

“Karl – Ausgeliefert” ist ein deutliches Zeichen dafür, dass gute Thriller nicht zwangsläufig aus dem englischen Sprachraum kommen müssen. Bernhard Giersche präsentiert mit seiner zweiten Veröffentlichung einen Roman, der tiefschürfend ist, Fragen aufwirft und den Leser mit starken Figuren und einer unvorhersehbaren, wendungsreichen Geschichte dauerhaft bei der Stange hält. Ja, “Karl” ist mit Sicherheit ungewöhnlich, keine leichte Kost und auf keinen Fall ein herkömmlicher Thriller. Dennoch ist das Buch von Anfang bis Ende absolut unterhaltsam und lässt mich nach dem ebenfalls sehr lesenswerten Debüt Giersches zu der Erkenntnis kommen, dass wir es hier mit einem der interessantesten deutschen Jungautoren zu tun haben, von dem man sicherlich noch mehr erwarten darf.

Eine Besprechung von www.review-corner.de

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176 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 33 Rezensionen

thriller, paul finch, entführung, london, frauen

Mädchenjäger

Paul Finch , Johannes Sabinski
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.04.2014
ISBN 9783492304627
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

irakveteranen, frauenmorde

Gauklersommer

Joe R. Lansdale , Richard Betzenbichler
Buch: 300 Seiten
Erschienen bei Golkonda Verlag, 15.08.2011
ISBN 9783942396097
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Viel muss ich mittlerweile wohl nicht mehr zu Mister Lansdale sagen. Seine Bücher haben mich von anfang an angefixt wie es bislang bei kaum einem anderen Schriftsteller der Fall war, im Interview hat er sehr tief blicken lassen und kam unglaublich sympathisch rüber… Grund genug also, sich direkt wieder mit einem seiner Romane zu beschäftigen. Dieses Mal fiel die Wahl also auf “Gauklersommer”. Als kleine “Warnung” möchte ich noch mit auf den Weg geben, dass dieses Buch mit dem neuen Titel “Gluthitze” im Suhrkamp-Verlag wiederveröffentlicht wurde. Seltsame Verkaufsstrategie, die zu ärgerlichen Doppelkäufen führen könnte.

Die Geschichte geht sich dabei an, wie es für Lansdale typisch ist. Eine eher alltägliche Situation, die sich schon vom Start weg steil und dramatisch zuzuspitzen beginnt. Wie auch seine anderen Werke ist “Gauklersommer” dabei von der ersten bis zur letzten Seite absolut spannend und, bedingt durch den für den Autoren typischen Humor, auch wieder mit einer Garantie für das eine oder andere breite Grinsen ausgestattet. Lansdale schafft es dabei wieder, die schmale Linie, die einen Roman von einer gelungenen Sache zu einem lächerlichen Buch werden lässt gekonnt in Sichtweite zu halten, sie dabei jedoch nie zu übertreten. Dem Autoren gelingt es auch in diesem Buch wieder, eine tolle Atmosphäre aufzubauen, dicht und trotz allem Zynismus in seiner Schreibweise absolut überzeugend. Besonders das Finale war zudem äußerst temporeich und wusste mit einer bitterbösen, aber sehr gefälligen Wendung aufzuwarten.

“Gauklersommer” gibt sich auch auf der charakterlichen Seite keine Blöße. Wie gewohnt sind die Figuren gut ausgearbeitet und überzeugend. Es gibt bei Lansdale keine Übercharaktere, keine Ritter in strahlender Rüstung. Jeder hat Dreck am Stecken und seine ganz persönlichen, privaten Probleme und Macken. Das sorgt natürlich dafür, dass die Charaktere glaubwürdig sind (auch wenn ich im Falle von Booger sagen muss, dass man hier eine gewisse Überzeichnung nicht absprechen kann). Wie immer lässt sich ein tolles Beziehungsspiel zwischen den Akteuren feststellen, welches bezeichnend für das Werk Lansdales ist.

Stilistisch bleibt auch alles beim alten. Der Meister (ja, so sehe ich ihn mittlerweile tatsächlich) präsentiert dem Leser die bezeichnende wie auch gelungene Mischung aus spannendem Krimi und schwarzem Humor, der manchmal fast schon an eine Genre-Parodie grenzt. Angereichert wird dieser Mix wie immer mit einigen Gewaltspitzen, die bei “Gauklersommer” allerdings verhältnismäßig dezent ausfallen. Unvermeidlich ist ebenfalls, dass Lansdale seine Leser bei den sprichwörtlichen Eiern packt und sie mit der Nase in eine Thematik stößt, die mitunter schon weh tut. Weh tun soll. Solche Themen nicht zu vermeiden ist ein weiteres Markenzeichen, welches man in seinen Romanen nicht missen möchte, zumal es auch immer in irgendeiner Form mit einem humanistischen Unterton verbunden ist.

Fazit:

Auch wenn ich mich damit nun sehr aus dem Fenster lehne, da ich bislang immer noch nur einen Bruchteil seines Gesamtwerkes kenne, ist “Gauklersommer” für mich bislang der ultimative Lansdale-Roman. Hier stimmt von der Figurenzeichnung über den Spannungsbogen bis hin zu bösem Humor da, wo er hin gehört und blutigem Ernst da, wo er nötig ist, einfach alles. Hochspannend, hochunterhaltsam und von Seite zu Seite immer mehr ein Pageturner. Super.


Eine Rezension von www.review-corner.de

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Dark Worlds

Alfred Wallon , David Whitehead
Flexibler Einband: 488 Seiten
Erschienen bei Low, Torsten, 13.03.2014
ISBN 9783940036223
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Die Verbindung zwischen Western und Endzeit scheint auf den ersten Blick zunächst etwas absonderlich. Wenn man sich beide Thematiken genauer betrachtet, gibt es jedoch so manchen Schnittpunkt in den grundsätzlichen Mechaniken: beide Genres zeigen im Normalfall Menschen in einer Welt, die sehr hart ist und mit den (noch) vorhandenen technischen Mitteln nur schwer zu handhaben. Mit diesen Gedanken im Hinterkopf schien es mir so, als ob Alfred Wallons Genremix “Dark Worlds” durchaus gut funktionieren könnte.

Oftmals tut er das auch. Besonders die ersten Kapitel bieten eine sehr schöne Verbindung der Genres, welche dann aber im Mittelteil immer weiter abfällt und erst zum Finale hin wieder etwas mehr an Bedeutung gewinnt. Das ist etwas schade, denn besonders die Passagen, in denen die Verquickung im Mittelpunkt stand, habe ich persönlich als die gelungendsten empfunden. Der Mittelteil hingegen ist so eine “Them against us”-Geschichte, die man schon tausendfach irgendwo anders gesehen oder gelesen hat und die an anderen Stellen auch deutlich spannender und besser funktionert hat. Hier kommt es leider zur einen oder anderen Länge im bis dahin doch recht konstanten Spannungsbogen. Auch das Finale konnte mich nicht so wirklich vom Hocker reißen, denn durch die Intention der Hauptfigur und deren Glorifizierung schon im früheren Verlauf der Geschichte war recht deutlich abzusehen, wohin “Dark Worlds” sich entwickeln wird – und auch, wie es ausgehen wird. Dadurch ging die Spannung hier noch mehr verloren und ich muss gestehen, dass ich die letzten Seiten des Romans schließlich nur noch quergelesen habe. Es war schießlich klar, wie alles enden würde.

Auch die Figuren wussten mich nicht so richtig zu überzeugen. Die Entwicklung von Hauptcharakter Ryan war mir einfach zu schnell und sprunghaft. Zwar bildet die Ausformung seines Backgrounds einen wesentlichen Teil der Geschichte, dennoch konnte ich den Eindruck nie ablegen, dass er oberflächlich bleibt und eben jener Hintergrund nicht viel mehr als Mittel zum Zweck gewesen ist. Die Nebendarsteller der Geschichte kommen dabei fast gänzlich ohne einen Lebenslauf aus und dienen lediglich als Antrieb. Sehr schade, denn in einigen Fällen hätte man hier durchaus noch etwas reißen und die Charaktere deutlich lebendiger werden lassen können. Die Welt ist in “Dark Worlds” sehr eindeutig in gut und böse aufgeteilt, was ebenfalls etwas schade ist, denn gerade das gewählte Setting hätte deutlichen Spielraum für so manche Graustufe geboten.

Wallons Stil ist nach meinem Empfinden gewöhnungsbedürftig. Oftmals zeigt sich, dass er durchaus schriftstellerisches Talent hat, vor allem seine Umgebungsbeschreibungen sind (zumindest in den mehr an das Western-Genre angelehnten Passagen des Buches) sehr bildlich ausgefallen und haben es gut geschafft, meine Vorstellungskraft auf Betriebsgeschwindigkeit zu bringen. Andererseits wirkt sein Stil aber oftmals auch etwas altbacken, besonders was Formulierungen und Wortwahl angeht, dazu neigt er dazu, bestimmte Phrasen und Redensarten sehr gerne und sehr häufig zu wiederholen (zwischenzeitig habe ich tatsächlich überlegt, mir eine “Er wusste, was die Stunde geschlagen hatte”-Strichliste zu machen, Wallon scheint diesen Satz tatsächlich zu lieben). Das stört den Lesefluss teilweise schon, vor allem wenn man innerhalb von zwei oder drei Seiten tatsächlich ein und den selben Satz bis zu drei Mal gelesen hat. Was an dieser Stelle jedoch unbedingt erwähnt werden sollte, ist die (wie eigentlich immer) geniale Umschlagsgestaltung von Timo Kümmel.

Fazit:

“Dark Worlds” bietet eine an und für sich interessante Idee, deren Umsetzung und Ausarbeitung allerdings nicht komplett zu überzeugen vermochte. Die Geschichte wird ab dem Mittelteil absolut vorhersehbar und zudem hätten die Figuren noch deutlich mehr Feinschliff vertragen können, um sie vom Genre-Standard abzuheben. Wallons Stil ist nicht schlecht, aber gewöhnungsbedürftig. Hervorzuheben sind lediglich die bildlichen Umgebungsbeschreibungen, die aber natürlich nicht ausreichen, um aus einem mittelmäßigen Roman eine gute Geschichte zu machen.


Eine Kritik von www.review-corner.de

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996 Bibliotheken, 25 Leser, 1 Gruppe, 125 Rezensionen

thriller, serienkiller, ethan cross, serienmörder, mord

Ich bin die Nacht

Ethan Cross
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 20.12.2013
ISBN 9783404169238
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich muss gestehen, dass mich bei diesem Buch als allererstes das Layout angezogen hat. Tiefschwarzes Cover und dazu passend auch noch ein schwarzer Buchschnitt, in dem Autor und Titel noch einmal verewigt wurden – das springt ins Auge. Ja, auch meinereiner ist nicht ganz unempfänglich für optische Qualitäten. Der Klappentext war dazu auch noch recht vielversprechend und somit musste dem Buch einfach eine Chance gegeben werden.

Leider ist es nun aber so, dass gute Optik und interessanter Klappentext nicht zwangsläufig auch zu einem guten Buch führen. Doch eins nach dem anderen. Man kann wohl mit ruhigem Gewissen behaupten, dass “Ich bin die Nacht” eine dieser klassischen Psycho-Serienkiller-Kamellen ist und somit kaum Anspruch auf einen Innovationspreis hat. Zumindest im ersten Drittel. Danach kommt dann ein Storytwist, der zwar unvorhersehbar ist, aber auf der anderen Seite auch irgendwie nicht so richtig in die Geschichte zu passen vermag. Bis dahin ist das Buch jedoch sehr spannend und auch nach diesem Break kann man nicht sagen, dass man es mit gepflegter Langeweile zu tun bekommt, die Geschichte ist temporeich und auch weiterhin interessant erzählt, ohne dabei allerdings ganz oben im Genre mitzuspielen.. Es bleibt jedoch immer ein etwas unangenehmer Nachgeschmack, da man sich fragt, was genau Ethan Cross nun damit bezwecken wollte. Vielleicht doch noch etwas Abkehr vom stereotypen Killer-Roman? So recht gelungen war es jedenfalls nicht. Ein weiterer Twist kommt dann noch nach dem eigentlichen Finale (welches durchaus als sehr gelungen angesehen werden kann) zum tragen – und der versaut dann viel positives, da er einfach aufgesetzt und gezwungen in Richtung Sequel abzielt. Auf welches ich nach diesem Schlusspart, in dem sämtliche Figurenentwicklung des restlichen Romans einfach über den Haufen geworfen wird, wenig bis gar keine Lust mehr habe.

“Ich bin die Nacht” bringt dabei, wenn wir schon einmal beim Thema sind, sicherlich auch nicht die originellsten Figuren der Thriller-Welt zusammen, sehr wohl aber interessante. Die Figuren sind zu großen Teilen glaubwürdig, Cross kommt ohne das pure Gute und das absolut böse aus und verleiht jedem seiner Charaktere auf diese Art einen durchaus realistischen Zug und eine gute Portion Charaktertiefe. Das sie alle immer noch etwas klischeehaft daher kommen, mag man unter diesem Aspekt verzeihen. Nicht jedoch, dass (wie oben erwähnt) sämtliche Charakterentwicklung durch diesen unglücklichen Abschluss negiert wird und einen noch sehr viel bittereren Nachgeschmack hinterlässt.

Stilistisch bin ich etwas hin- und hergerissen. Auf der einen Seite zeigt Ethan Cross durchaus, dass er Schreiben und den Leser fesseln kann. Dann gibt es aber auch diverse Passagen, in denen ich mich fragen musste, ob das nun tatsächlich der Ernst des Autoren (Übersetzers?) gewesen ist. Sehr schade, denn über weite Strecken wusste das Buch in dieser Hinsicht schon gut zu gefallen.

Fazit:

“Ich bin die Nacht” macht an vielen Stellen vieles richtig, das kann man schwerlich bestreiten. Allerdings kommt es an anderen Punkten zu eklatanten Mängeln, besonders was die Storyführung mit ihren völlig unsinnigen wie auch überflüssigen Twists und damit in letzter Instanz auch die ansonsten eigentlich gelungenen Figuren betrifft. Schade, denn ohne diese Punkte (und natürlich den versauten Abschluss) wäre sicherlich mehr drin gewesen als ein solider Thriller mit streckenweise fadem Beigeschmack.

Eine Rezi von www.review-corner.de

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98 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 49 Rezensionen

lykaner, werwölfe, roter mond, krieg, usa

Roter Mond

Benjamin Percy , Michael Pfingstl
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 24.03.2014
ISBN 9783764531232
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Ich gebe zu, manchmal greife ich auch eher impulsiv zu bestimmten Büchern. Manchmal auch, wenn ich nur den Klappentext gelesen und nicht genau auf’s Cover geachtet habe. In diesem Fall eine fatale Entscheidung, denn sonst wäre mir aufgefallen, dass ich es bei Benjamin Percys “Roter Mond” mit einem Werwolf-Roman zu tun bekommen würde. Ernüchterung kam also schnell nach einem genaueren Blick (dummerweise erst, nachdem das Buch schon auf dem Tisch lag) auf, aber man gibt sich ja gerne unvoreingenommen und gibt einem Titel auch mal trotz entgegengesetzter Vorlieben eine Chance – zumal die Geschichte an sich  nicht uninteressant klingt.

Und tatsächlich ging sich “Roter Mond” zumindest zum Beginn auch gut an. Benjamin Percy hat schnell unter Beweis gestellt, dass er mit tempo- und actionreichen Szenen aufwarten kann, die auch gut in der Lage sind, den Leser zu packen. Allerdings muss man im gleichen Atemzug auch erwähnen, dass er seine Geschichte auf drei Handlungsstränge aufteilt, die zwar irgendwo miteinander verwoben sind und sich zum Teil auch überschneiden, aber an anderen Stellen komplett autark laufen. An ich nichts schlimmes, allerdings springt der Autor sehr schnell von Szene zu Szene, ohne dabei allzuviel aus diesen heraus zu holen. Oftmals fühlt man sich an einen hektisch zusammengeschnittenen B-Movie-Actioner erinnert. Was beim Film allerdings durchaus gut funktioniert, wird bei einem Buch sehr schnell anstrengend, zumal der Leser immer wieder aus dem aktuellen Handlungsstrang herausgerissen und in den nächsten hinein geschubst wird. Das verhindert, dass echte Spannung aufkommt und macht es zudem auch schwierig, von einer durchgehend stimmigen Atmosphäre zu sprechen. Im weiteren Verlauf gewinnt man zudem den Eindruck, dass Percy nicht so richtig wusste, was für ein Buch er schreiben wollte. Ein bisschen Coming of age, ein bisschen Melodram, eine Portion Dystopie und noch ein paar andere Zutaten, die allerdings nicht übermäßig passend miteinander vermengt werden. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen – vielleicht auch durch Reduzierung, denn die 640 Seiten des Romans ziehen ich durch dieses Hin und Her doch mitunter sehr und können die Längen nur mäßig überspielen. Irgendwann ging mir auch das 9/11-Denken in der gesamten Geschichte auf die Nerven. Die Lykaner sind hier stellvertretend für so ziemlich jede ethnische Minderheit und jedes Feindbild zu sehen, welches die USA jemals hatten. Eine Parabel auf die reale Welt? Ja! Eine gelungene? Nein. Dafür bezieht sich Percy einfach zu klar auf den Krieg gegen den Terrorismus und wartet teilweise fast schon mit 1:1-Kopien von realen Terroranschlägen auf.

Auch bei den Charakteren konnte mich “Roter Mond” nicht überzeugen. Mir hat über die komplette Länge eine richtig sympathische Figur gefehlt. Oder ein echter Anti-Held. Leider kann Percy mit beidem nicht aufwarten und präsentiert stattdessen in erster Linie eine Reihe von austauschbaren und blassen Unsympathen. Die Handlungsträger schaffen es nicht, den Leser auf ihre Seite zu ziehen und unter dem Strich kann man sagen, dass sie mir irgendwann einfach völlig egal waren. Keine prägnanten Stärken oder Macken, kein gut ausgebauter Figurenhintergrund. Dafür aber diverse Unglaubwürdigkeiten. Auch hier wäre sicherlich mit ein bisschen mehr Konzentration auf weniger Hauptfiguren deutlich mehr drin gewesen.

Bei aller Kritik muss man dem Autoren aber eines lassen: stilistisch ist er überzeugend. Benjamin Percy schreibt wortgewaltig und sehr bildlich. Keine platte Unterhaltung, sondern eine schon starke und bemerkenswerte Art zu erzählen. Leider geht dieses Talent jedoch bei allen anderen Unzulänglichkeiten von “Roter Mond” unter und kann das schwache Gesamtbild nicht mehr rausreißen.

Fazit:

“Roter Mond” konnte mich leider nicht überzeugen. Benjamin Percy mag einen beeindruckenden und sehr bildlichen Schreibstil haben, allerdings rettet der die aus vielen hektisch aneinander gereihten Einzelszenen von unsympathischen, unglaubwürdigen und blassen Charakteren nicht mehr raus. Die Atmosphäre stimmt nicht, der Spannungsbogen knickt viel zu oft ein und so muss man leider alles in allem sagen: gut unterhalten sieht anders aus.


(Original-Kritik auf www.review-corner.de)

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473 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 78 Rezensionen

shining, stephen king, horror, thriller, dan torrance

Doctor Sleep

Stephen King , Bernhard Kleinschmidt
Fester Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Heyne, 28.10.2013
ISBN 9783453268555
Genre: Krimi und Thriller

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46 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

horror, nacht, jahrhunderten, zeitverschwendung, seicht

Eine Versammlung von Krähen

Brian Keene
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 31.05.2013
ISBN 9783865522061
Genre: Krimi und Thriller

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

ebook, messina, fantasy, trilogie, zwerg

Fengrin der Zwerg (Die Balior Chroniken)

Gian-Franco Messina
E-Buch Text: 180 Seiten
Erschienen bei Impact Books, KMG Music GmbH, 20.01.2013
ISBN B00B40YARY
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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52 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

das letzte sandkorn, gott, bernhard giersche, die sintflut, endzei

Das letzte Sandkorn

Bernhard Giersche
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Begedia Verlag, 14.06.2013
ISBN 9783943795523
Genre: Fantasy

Rezension:

“Das letzte Sandkorn” von Bernhard Giersche ist eines dieser Bücher, die man auf diversen Plattformen in höchsten Tönen lobt. Das ist prinzipiell ja gut, auf der anderen Seite aber auch mitunter schon schwer verdächtig und fordert enttäuschte Erwartungen geradezu heraus. Dank einer Leserunde auf Lovelybooks bestand nun also die Chance, sich selbst von den Qualitäten des Romans zu überzeugen.

Ruhigen Gewissens kann ich aber gleich von Anfang an Entwarnung geben: zwar gehe ich nicht mit den vielen Meinungen konform, die “Das letzte Sandkorn” mitunter als das beste Buch des Jahres titulieren, ich kann aber auf der anderen Seite auch nicht sagen, dass es eine maßlose Enttäuschung gewesen wäre, eher im Gegenteil: das Buch hat sich, besonders hinsichtlich meiner eher vorsichtigen Herangehensweise, als erstaunlich gut erwiesen. Giersche gelingt es vom Start weg, den Leser mit einem konstanten Spannungsbogen einzufangen, der ihn auch bis zum Ende der Geschichte nicht mehr los lässt. Kleinere Einbrüche fand haben sich für mich dabei lediglich in den Kapiteln mi der Figur Evelyn eingestellt, welche für mich mitunter etwas wie “Füllmaterial” wirkten, auch wenn der Charakter am Ende schon eine nicht unwichtige Rolle eingenommen hat. Er verzichtet dabei auf großes Geplänkel und lässt die Apokalypse, beziehungsweise das, was die Menschen aus dieser göttlichen Ansage machen, direkt los. Dabei entsteht eine sehr gute und dichte Atmosphäre, die sehr niederschmetternd erscheint, dabei aber nicht darauf verzichtet, mit einer ganz bestimmten Figur auch immer wieder so etwas wie Hoffnung auszustrahlen. Wer den Film “Children of Men” kennt, wird sicherlich nach dem Lesen des Buches mit mir konform gehen. “Das letzte Sandkorn” verfolgt dabei diverse Handlungsstränge, die sich zwar auf den ersten Blick offensichtlich alle in komplett unterschiedliche Richtungen bewegen, dabei aber im Finale zusammenlaufen und unter dem Strich ein rundes Gesamtbild ergeben. Interessant auch der Wechsel zwischen der Ich-Perspektive der Figur Adam (welche ich aber dennoch nicht als den Hauptcharakter ansehen würde) und der dritten Person, in welcher die anderen Fäden verfolgt werden. Besonders das Ende des Romans ist dabei im Speziellen erwähnenswert: es fällt in die Kategorie “Packend” und wird den Leser vermutlich auch noch einige Zeit über das Beenden der Lektüre hinaus beschäftigen. Es wirft Fragen auf, zwingt den Leser, sich mit der Situation und der Geschichte auseinander zu setzen. In diesem Punkt hat Giersche also definitiv einen Volltreffer gelandet.

Die Charaktere sind, wie aus dem bisherigen Text wohl ersichtlich werden dürfte, ohnehin das, was “Das letzte Sandkorn” ausmachen. Bernhard Giersche hat hier unterschiedlichste Figuren mit völlig unterschiedlichen Hintergründen geschaffen, die durch die Bank authentisch wirken und dabei in ihren Handlungsweisen, zumindest soweit es einem Leser, der wohl nie in eine solche Situation kommen wird, dabei immer glaubwürdig und nachvollziehbar. Sie alle haben ganz unterschiedliche Motivationen, ganz unterschiedliche Hintergründe und sind dabei erfreulich klischeefrei. Wie oben schon erwähnt bildet hier einzig Evelyn eine Ausnahme, mit der ich bis zum Schluss nicht warm geworden bin, auch wenn sie am Ende eben einen gewissen Anteil an der Nachdenklichkeit trägt, mit der der Autor den Leser zurück lässt. Ich denke jedoch, dass er das auch anders, wie zum Beispiel etwas ausführlicher mit Agnes hätte lösen können, ohne dabei die Spannungseinbrüche in der Geschichte hinnehmen zu müssen. Alle anderen werden jedoch sehr schön in ein Wechselspiel aus unterschiedlichsten Emotionen eingebunden.

Stilistisch kann man nichts gegen Giersche sagen. Er hat eine sehr bildliche Art, seine Apokalypsenvision zu beschreiben, die dem Leser das Geschehen sehr grafisch in die Synapsen brennt. Er schreibt anspruchsvoll, jedoch nicht hochgestochen oder ausschweifend, bleibt dabei jedoch zu jeder Zeit gut zugänglich. Eigentlich also ein gesunder Lesefluss…

… wären da nicht die Korrektoratsfehler, die sich in der Erstauflage des Romans noch recht häufig finden. Das geht über fehlende Buchstaben, kleine grammatikalische Fehler oder falsch platzierte Absätze. Während die ersten Punkte noch relativ problemlos zu überlesen waren, kam ich während der Lektüre speziell bei letzterem doch öfters mal ins stocken, was natürlich schon ärgerlich ist. Da die Kommunikation in der Leserunde jedoch sehr offen und von der Leber weg erfolgte und auch Autor Bernhard Giersche hier sehr aktiv und sympathisch dabei war und glaubhaft versichern konnte, dass diese Fehler in der zweiten Auflage behoben worden sind, möchte ich diesen Punkt hier nicht überbewerten, sondern dem interessierten Leser, welcher sich an so etwas jedoch stört, nahelegen, auf die zweite Auflage zu warten.

Fazit:

“Das letzte Sandkorn” ist für mich eindeutig nicht das beste Buch des Jahres, hierfür finden sich in der Erstauflage noch zu viele Lektoratsfehler und kleinere Spannungseinbrüche. Der Roman ist jedoch davon ab eine runde und gelungene Sache mit toll ausgearbeiteten und glaubwürdigen Charakteren. Zumeist spannend, atmosphärisch dicht und vor allem mit einem Ende, welches vermutlich von jedem Leser etwas anders interpretiert wird und dafür sorgen dürfte, dass man sich auch nachdem man das Buch zur Seite gelegt hat noch mit “Das letzte Sandkorn” beschäftigt.

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106 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

ehe, psychothriller, verschwinden, thriller, usa

Gone Girl - Das perfekte Opfer

Gillian Flynn
E-Buch Text
Erschienen bei Fischer E-Books, 22.08.2013
ISBN 9783104027098
Genre: Krimi und Thriller

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105 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

bourbon kid, vampire, santa mondega, fantasy, kid

Das Buch des Todes

Anonymus
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 19.07.2013
ISBN 9783785760895
Genre: Fantasy

Rezension:

[...]Kenner der Reihe bemerken es schon an der Inhaltsangabe: “Das Buch des Todes” macht da weiter, wo “Das Buch ohne Staben” aufhörte. Und zwar ansatzlos. Nachdem der Autor mit “Das Buch ohne Gnade” Ereignisse 10 Jahre vor der Blutnacht in Santa Mondega schilderte, finden wir uns also im hier und jetzt wieder.

Was das bedeutet, sollte von vornherein ganz klar gesagt werden: “Das Buch des Todes” setzt es fast schon zwingend voraus, dass man die Vorgänger ebenfalls gelesen hat – und zwar alle drei. Immer wieder wird Bezug auf bekannte Figuren und Geschehnisse genommen, ohne dass der Leser eine genauere Erklärung hierfür erhält. Für den Fan der Reihe ist das natürlich ein ungemein interessanter Umstand, wenn man jedoch unbeleckt an Anonymus gerät, wird man des öfteren fragend die Augenbrauen heben. Selbst mit dem Wissen aus den ersten drei Bourbon Kid-Romanen musste ich teilweise wirklich überlegen, worauf Anonymus nun hinaus will, da mittlerweile ja doch einige Zeit seit der letzten Veröffentlichung vergangen ist. Zugänglichkeit sieht auf jeden Fall anders aus. Ein altbekanntes Lied, was letztlich auch für den Rest des Romans gilt. Wieder baut der Autor einen sehr gelungenen Spannungsbogen auf, der den Leser in eine sehr bizarre und abgefahrene Welt mit allerlei untotem Gesocks, verrückten Serienkillern und einer Menge Blut nimmt. Zwar brauchte ich in diesem Band etwas Anlaufzeit, um damit warm zu werden, spätestens nach dem ersten Drittel fand ich mich jedoch wieder ganz in der Welt von Santa Mondega wieder. Alles in allem also gewohnt hohe Qualität.[...]

Die komplette Rezi findet ihr wie immer auf Review-Corner.de

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

horror, besti, flucht

DOWN

Nate Southard
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 24.07.2013
ISBN 9783865522153
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

[...]Gleich zu Beginn wird man feststellen, dass Southard sich, wie bekannt, wenig Zeit dafür nimmt, die Geschichte mit Geplänkel einzuläuten. Er nutzt den Prolog, um die Figuren einzuführen, was aber auch immer wieder von Ausflügen in die “Gegenwart” unterbrochen wird. Faktisch findet sich der Leser also wie gehabt mitten in der Action wieder. Geändert hat sich auch nichts daran, dass der Autor den Gaspedal bis ganz unten durchtritt und dabei vom Start weg einen Spannungsbogen aufbaut, der sich gewaschen hat und sich auch bis zum Ende der Story zieht. “Down” ist jedoch, anders als “Red Sky”, kein actiongeladener Roadtrip, sondern macht einen Schritt näher auf den klassischen Horror zu, wobei bei dieser Handlung natürlich vereinzelte Survival-Einflüsse unvermeidlich sind. Zwar kommt auch hier die Action nicht zu kurz, allerdings setzt Southard dieses Mal nicht so massiv auf dieses Element wie beim Vorgänger. Das macht den Roman aber keinesfalls schlechter. Äußerst gelungen fand ich zudem auch die sehr verstörende und äußerst dichte Atmosphäre, die zum Schluss hin durch den Einsatz von leichten Mystery-Elementen nur noch unheimlicher wird.[...]

Die komplette Rezension findet ihr wie immer auf Review-Corner.de

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Roadkill (Zombie-Novelle)

Sönke Hansen
Flexibler Einband: 92 Seiten
Erschienen bei Amrun Verlag, 28.06.2013
ISBN 9783944729008
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

“Roadkill” ist der erste Output des deutschen Autoren Sönke Hansen. Das hat die Novelle, neben den sehr positiven Aussagen im Bekanntenkreis, schon einmal für eine nähere Sichtung qualifiziert. Nun sind hohe Erwartungen ja nicht immer von Vorteil, schnell werden sie mitunter enttäuscht. Es bleibt nun abzuwarten, ob Hansens Werk in diese Kategorie fällt.

Und relativ schnell kann in diesem Punkt auch Entwarnung gegeben werden. Hansen verschwendet keine Zeit damit, unnötiges Geplänkel an den Tag zu legen, sondern wirft den Leser vom Start weg mitten in die Action. Das ist hier nämlich das Stichwort. “Roadkill” ist ein blutiger, an einigen Stellen schon hart an Splatter grenzender Roadtrip, der in erster Linie vom Adrenalin lebt, welches er versprüht. Die Geschichte selbst ist dabei natürlich alles andere als innovativ, aber das bis zum Bodenblech durchgetretene Gaspedal und die damit verbundene Spannung entschädigen auf jeden Fall dafür. Die Atmosphäre stimmt ebenfalls, Hansen vermittelt dem Leser das Gefühl, mittendrin statt nur dabei zu sein.

Natürlich kann man in einer Novelle wie dieser nicht auf ausgefeilte Charaktere hoffen. Umso überraschender ist für mich die Tatsache, dass Protagonist Dave im Verlauf der Geschichte doch sehr gut herausgearbeitet und mit einem für die Kürze der Story recht ansehnlichen Hintergrund daher kommt – das bleibt den meisten anderen Figuren zwar verwehrt, überzeugend kamen sie zumindest in ihren Handlungsweisen dennoch rüber (auch wenn eine als “Rambo” bezeichnete Figur mir doch etwas zu klischeehaft war).

Vom Stil her wusste “Roadkill” auch zu gefallen. Hansen schreibt auf eine sehr erfrischende Art und Weise und scheut sich auch nicht davor, auch gerne mal etwas umgangssprachlich zu schreiben. Passt auf jeden Fall zur Geschwindigkeit der Geschichte, wirkt nicht aufgesetzt oder “amateurhaft”. Sehr gut haben mir die Ortsbeschreibungen gefallen, wobei Hansens Herkunft aus Eckernförde hier natürlich einen beträchtlichen Teil beigetragen haben dürfte. Aber das ist ja nichts verwerfliches.

Fazit:

“Roadkill” ist eine Zombie-Novelle, die von Anfang bis Ende auf Action setzt. Rasant und dabei doch locker geschrieben ist sie für Freunde der Untoten mit Sicherheit einen Blick wert. Ich habe mich jedenfalls einen Vormittag lang gut unterhalten gefühlt.

(eine Rezension von www.review-corner.de)

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gott im unglück, a. lee martinez, fantasy, witzig, niemand

Gott im Unglück

A. Lee Martinez , Karen Gerwig
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.11.2012
ISBN 9783492267526
Genre: Fantasy

Rezension:

[...]Dabei ist die Geschichte an sich eigentlich gar nicht so neu, recht schnell findet sich der Leser in einer Story um verschmähte Liebschaften und Rachepläne wieder, die es eigentlich schon recht oft gegeben hat. In dieser Form jedoch war es für mich doch etwas ganz neues, weswegen ich schon sagen würde, dass der Autor mit seinem Werk schon ein halbwegs innovatives Stück Urban Fantasy geschaffen hat. Das “Gott im Unglück” dabei nicht auf einen Spannungsbogen abzielt, der sich steil nach oben entwickelt sollte dem Leser von vornherein klar sein. Martinez baut eher auf eine Grundspannung, die vom Beginn der Geschichte an da ist und sich ohne große Ausschläge nach oben oder unten auch bis zum Ende des Romans fortsetzt. Hier hätte man die eine oder andere Spitze gut vertragen können. Langweilig wird das Buch aber trotzdem nicht, denn zunächst ist da eben jene Grundspannung, die sich schon auf einem passablen Niveau bewegt, auf der anderen Seite kommt dazu noch eine recht nette und vor allem witzige Atmosphäre, die gut zur Geschichte passt und sie lesenswert macht. Es soll an dieser Stelle noch vermerkt werden, dass der Autor zu Beginn noch drei Handlungsfäden verfolgt, welche aber gut miteinander verwoben werden und zum Schluss im relativ actionreichen Finale aufeinanderprallen.[...]

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