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257 Bibliotheken, 7 Leser, 6 Gruppen, 69 Rezensionen

botanik, tahiti, historischer roman, weltreise, liebe

Vom anderen Ende der Welt

Liv Winterberg
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.06.2011
ISBN 9783423248471
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nach dem Tod ihres Vaters, einem Arzt und Wissenschaftler, wird Mary bei ihrer Tante aufgenommen die jedoch nichts anders im Sinn hat als die junge Frau schnellst möglich zu verheiraten. Doch die eigensinnige Mary hat andere Vorstellungen von ihrer Zukunft: Sie möchte die Botanik an den verschiedensten Plätzen der Welt erkunden. Doch da dies für eine Frau dieser Zeit nicht standesgemäß ist muss sie sich als Mann verkleidet auf die Reise begeben. Wird sie ihr Glück finden?

Auf den ersten Blick fiel mir dieses liebevoll gestaltete Cover auf das mit vielen kleinen Details meine Neugier erweckte und ein Titel der zum Träumen anregt. Liv Winterbergs Schreibstil lässt sich sehr flüssig lesen. Die mit Orts- und Zeitangaben versehenen Kapitel lassen die Geschichte gut in einen zeitlichen Rahmen einordnen. Dies war allerdings auch nötig, da die Autorin zwischen manchen Kapiteln Monate vergehen lässt auf die sie im Verlauf leider nicht weiter eingeht. Ein Punkt durch den es der Geschichte leider etwas an Tiefgang mangelt. Auch die in Kursivschrift gehaltenen Gedanken der handelnden Personen fand ich etwas gewöhnungsbedürftig. Normalerweise werden Gedanken in den meisten Büchern in passiver Erzählweise zu Papier gebracht doch hier schreibt Liv Winterberg aus Sicht der entsprechenden Person was dieser durch den Kopf geht. Dies ist manchmal sehr verwirrend und ich musste oftmals überlegen welcher Figur ich das beschriebene Gedankengut zuordnen kann. Ansonsten wurden die Romanfiguren jedoch sehr gut ausgearbeitet. Insbesondere die Protagonistin Mary wird als sehr feinfühlige selbstbewusste Frau dargestellt die mutig ihren Weg bestreitet. Zwar hat die dennoch Angst vor neuen Schritten aber sie überwindet ihre Ängste und dies lässt sie sehr sympathisch wirken.

Auch die Romantik kommt in diesem Werk nicht zu kurz, allerdings steht diese hier nicht im Vordergrund sondern eher Marys Abenteuerdrang und der Wunsch ihrer Berufung zu folgen. Man kann verfolgen wie aus dem jungen Mädchen eine selbstbewusste Frau und wie aus ihren schönen Träumen harte aber dennoch für sie sehr erfüllende Realität wird. Ein ganz besonders großes Lob bekommt die Autorin von mir für dieses unerwartete Ende. Aber wie dieses aussieht wird an dieser Stelle nicht verraten....

Ein absolut empfehlenswerter Roman der mit authentische Beschreibungen überzeugt und mit einem sehr außergewöhnlichen Schreibstil überrascht!

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 24 Rezensionen

historischer roman, braunschweig, familie, blinde, brand

Die Vergolderin

Helga Glaesener
Fester Einband: 459 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 21.03.2011
ISBN 9783471300077
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Vergolderin - eine Genre wird neu belebt

Braunschweig im Jahr 1604: Elisabeth, die Älteste von drei Geschwistern, hat eine schwere Bürde zu tragen. Nach dem Tod ihrer Eltern ist es nun ihre Aufgabe für ihre Geschwister zu sorgen. Dazu reist sie nach Braunschweig zu ihrem Großvater, einem Goldschmied, und bittet ihn um Hilfe. Da dieser selbst schon sehr alt und kränklich ist nimmt er die Geschwister auf und lässt sich von Elisabeth widerwillig in der Schmiede helfen. Elisabeth ist mit großem Talent gesegnet doch Frauen ist es strengstens untersagt in diesem Handwerk zu arbeiten! Als sie im Wald fast von Räubern überfallen wird ist es einzig dem Blinden Martin Clavius ist es zu verdanken, dass sie entkommen kann. Doch sie ahnt nicht welche Folgen dieses Treffen für sie und ihre Lieben haben wird...

Das Buch hat sich sehr flüssig und angenehm gelesen was auf den sehr einfühlsamen und lebendigen Schreibstil der Autorin zurückzuführen ist. Die Schauplätze sind sehr anschaulich beschrieben und schaffen es innerhalb kürzester Zeit den Leser in das späte Mittelalter zu versetzen. Leider muss ich gestehen, dass die Romanfiguren dieser Geschichte auf mich etwas farblos wirkten, da sie einfach in zwei Kategorien eingeteilt wurden - Gut oder Böse. Und so werden den guten Charaktären nur positive Attribute zuteil , sei es charakteristisch oder optisch, während die Bösen der Geschichte durchweg schlecht davonkommen. In diesem Punkt wäre es schöner gewesen wenn Frau Glaesener mehrere Facetten gezeigt hätte. Ansonsten ist die Geschichte gut recherchiert ohne durch den Einfluss zu vieler historischen Details den Lesefluss zu hindern und auch die Informationen rund um die Thematik der Vergoldung fließen nur am Rand in die Geschichte ein. Doch dieser Roman hebt sich in ganz besonderer Hinsicht von den vielen andere Romanen dieser Genre ab: Denn die Autorin hat in den Dialogen der Charaktäre keine Mundart verwand und auch bei den Bezeichnungen von Personen, Gewerken oder Gegenständen bedient sie sich der modernen Sprache. Obwohl ich selbst gerne und häufig historische Romane lese und die Sprache der Zeit und der Region für mich einfach dazu gehört störte mich dies bei diesem Buch überhaupt nicht. Da die Genre des historischen Romans doch sehr speziell ist und häufig von jüngeren Lesern gemieden wird, würde es mich wirklich freuen wenn Frau Glaesener es gelingt mit ihrem Stil wieder neue Leser für diese Art von Romanen zu gewinnen. Denn mich konnte sie damit auf alle Fälle überzeugen!

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230 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 41 Rezensionen

liebe, freundschaft, england, london, betrug

Kann ich den umtauschen?

Sarah Harvey ,
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2011
ISBN 9783492259347
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ein mordernes Märchen!
Ich habe bereits Bücher von Sarah Harvey gelesen und war schon sehr auf dieses Werk gespannt und schon nach wenigen Zeilen fand ich ihn: den außergewöhnlich blumigen und verträumten Schreibstil von Sarah Harvey. So beschreibt sie das Leben von "Prinzessin" Alice und nimmt den Leser dabei förmlich an die Hand um ihm das kleine Dörfchen Lower Whattelly und seine Bewohner zu zeigen und vorzustellen. Alice, die Protagonistin, stammt ursprünglich aus guten Verhältnissen doch ihr Vater hat seinen guten Namen und das Familienanwesen beim Poker in Las Vegas verloren. Die Jahre vergehen und Alice kehrt nach ihrer erfolgreichen Studienzeit mit nur wenig Geld und ohne Ziel zurück. So lernt Alice den erfolgreichen Nathan kennen und verliebt sich in ihn. Wie sich rausstellt hat Nathan das Familienanwesen zwichenzeitlich gekauft und wieder in Schuss gebracht.Doch Nathan ist beruflich sehr eingespannt und kann nur an den Wochenenden bei Alice sein. Als sie dann auch noch zu Weihnachten ein Wörterbuch und einen Bürokalender mit einer sehr interessanten "Widmung" geschenkt bekommt nimmt die Geschichte ihren Lauf...

Obwohl ich vom Alter her wohl eher nicht in die Zielgruppe des Romans passe war ich schon nach wenigen Seiten wieder total begeistert. Der Schreibstil von Sarah Harvey ist absolut einzigartig und sie schafft es wieder den Charaktären der Geschichte, insbesondere Alice, mit sehr viel Liebe zum Detail Leben einzuhauchen. Obwohl die Figuren stellenweise etwas überzogen dargestellt werden verleiht dies der Geschichte doch erst ihren Charme und gefällt mir persönlich sehr gut. Die Romanidee ist zwar nichts grundlegend Neues doch durch einige Wandlungen der Geschichte ist diese stellenweise sehr überraschend. Da schon der Klappentext darauf schließen ließ, dass es sich bei Nathan um die Umtauschware handelt war mir in diesem Punkt die Entwicklung der Figur und die Veränderung in seiner Beziehung zu Alice wichtig. Dies wurde sehr gut ausgearbeitet und machen die Geschichte glaubhaft.

Insgesamt darf man sich hier auf eine Geschichte freuen die den Leser nicht nur mitreißt sondern ihn auch mit ihrem funkensprühenden Humor verzaubert. Wer schon andere Bücher der Autorin gelesen hat weiß, dass Sarah Harvey auch für einige Überraschungen bekannt ist und so dürfen Sie sich an dieser Stelle darauf freuen rauszufinden wer der Prinz ist der Alice Herz erobern wird.

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krimi, mord, regen, liebe, autobahn

Das Regenmädchen

Gabi Kreslehner
Fester Einband: 295 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 16.12.2010
ISBN 9783550088605
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Krimi der etwas anderen Art!

Ein Mädchen liegt in einem wunderschönen Ballkleid tot am Straßenrand. Keine Papiere geben Auskunft über die Identität des Mädchen. Wer war sie und warum musste das Regenmädchen sterben? Die Kommissarin Franza Oberwieser und ihr Kollege Herz beginnen zu ermitteln und stolpern dabei über einige Abgründe die sich hinter den Türen so manch unscheinbarer Bürger verbergen....

Als ich das Buch zum ersten Mal in den Händen hielt fiel mir sofort dieses interessante Cover auf. Ein kleines Mädchen in einem weißen Hemd welches mit leerem Blick bei Regen aus dem Fenster schaut. Sehr ungewöhnlich und dennoch faszinierend und genau so würde ich den Roman von Gabi Kreslehner beschreiben. Mit ihrem außergewöhnlichen fast poetischen Schreibstil beschreibt die Autorin die Ermittlungsarbeiten der Kommissare und erzählt dadurch die Geschichte des Regenmädchens. Ich möchte an dieser Stelle auch gar nicht mehr über das Regenmädchen verraten, denn sonst kommt der Spannungsbogen den die Autorin sehr geschickt aufgebaut hat nicht wirklich zur Geltung. Kurze prägnante Sätze und kurze Kapitel lassen keine Langeweile aufkommen und mir hat es sehr gefallen wie sich der stetige Spannungsaufbau durch den Roman gezogen hat. Wahrscheinlich habe ich wohl deshalb das Buch innerhalb von zwei Tagen durchgelesen.

Insgesamt wurden sämtlichen handelnden Figuren und ihre Schicksale von Frau Kreslehner sehr gut herausgearbeitet und wirkten mit ihren Ecken und Kanten auf mich sehr realistisch. Einzig Oberwiesers Antennen für mögliche Affären der Verdächtigten war mir persönlich etwas zu viel und hätte man besser weglassen sollen. Denn schließlich sollte jemand der im Glashaus sitzt nicht noch mit Steinen werfen. Doch dies ist auch mein einziger Kritikpunkt.

Ich glaube Gabi Kreslehner ist es gelungen die Genre des Krimis neu zu erfinden, denn wie man sieht brauch es kein spritzendes Blut oder einen Killer mit eiskalten Augen um einen Leser zu fesseln. Mit dem Buch "Das Regenmädchen" findet man einen wirklich guten Krimi der etwas anderen Art.

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