Leserpreis 2018

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32 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

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Das Ritual der Toten (Ein Winter-und-Parkov-Thriller 3)

Martin Krüger
E-Buch Text
Erschienen bei Edition M, 30.10.2018
ISBN 9782919803040
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nachdem ich bereits die beiden ersten Teile der Reihe verschlungen habe, hatte ich schon auf die Fortsetzung gewartet. Und diese hat meine Erwartungen mehr als übertroffen - ich bin begeistert.


Inhalt
Alles beginnt als eine verwirrte Frau aufgegriffen wird, die verängstigt von einem Fluch spricht und Zahlen an die Wand schreibt. Kurz darauf beginnt eine perfide Schnitzeljagd, in der Winter und Parkov einer Verbrechergruppe hinterherjagen. Ihre Reise führt sie nicht nur in einen afrikanischen Mythos, sondern auch in die eigene Vergangenheit.. Können sie es schaffen dem Verbrecher einen Schritt voraus zu sein? Oder wird sich alles wie von ihm geplant abspielen?

Meine Meinung:
Winter und Parkov sind ein unglaublich dynamisches und authentisches Ermittlerduo. Bereits seit dem ersten Band bin ich von den Beiden begeistert und dies zieht sich auch durch den dritten Teil.
Auch hier gelingt es Martin erneut, den Spannungsbogen ab der ersten Seite aufzubauen und auf einem extrem hohen Level zu halten. Außerdem ist Voraussehbarkeit in seinen Thrillern überhaupt nicht zu finden, was meiner Meinung nach ein weiterer extrem großer Pluspunkt ist. Man ist als Leser gepackt, teilweise atemlos liest man Kapitel um Kapitel und vergisst darüber die Zeit.
Dabei schafft er es nicht nur eine realistische, atmosphärische Szenerie zu kreieren, sondern baut die Handlung auch derart komplex auf, dass man konzentriert dabei sein muss und miträtseln kann. Die Auflösungen waren jedoch überraschend und für mich nicht voraussehbar, auch wenn sie nachvollziehbar waren.
Ein weiterer extrem bewundernswerter Schachzug ist, dass dieser Teil Bezug auf die Vorbände nimmt und viele dort geschehene Szenen oder Personen in Verbindung mit dieser Handlung gebracht werden. Alles ist vernetzt, man findet in diesem Teil Lösungen und auch neue weiterfolgende Rätsel. Denn der "Täter" hat ein großes Netzwerk aufgebaut.
Somit ist dieser Band das "Showdown" der Vorbände, in denen nicht zu viel verraten wurde. Natürlich bleibt die eine oder andere Frage bestehen und bildet einen gelungenen Cliffhanger für den vierten Teil.

Fazit
Ein extrem gelungenes Buch und einer der besten Thriller die ich bisher gelesen habe. Meiner Meinung nach der stärkste Band der Reihe und absolut empfehlenswert! Ich kann keinen Kritikpunkt finden.

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(18)

40 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

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Herzenswege

Dagmar Hansen
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 25.09.2018
ISBN 9783499273124
Genre: Romane

Rezension:

"Alle Reisen haben eine heimliche Bestimmung, die der Reisende nicht ahnt."

Inhalt
Vor einem Jahr ist Susannas Tochter Marie plötzlich an einer Erkrankung gestorben. Noch immer ist die Trauer groß. Das schlägt sich auch in ihrer Ehe nieder. Anstatt Halt und Hoffnung ineinander zu finden, gehen Martin und Susanna sehr unterschiedlich mit ihrer Trauer um und entfremden sich immer mehr. Martin verdrängt, Susanna hängt ihrer Tochter nach und sieht sie oder eine tiefere Bedeutung in allen Dingen und Symbolen.
Marie war ein lebenslustiger Mensch der viel reiste. Susanna beschließt (so gar nicht ihre Art) Maries letzte Reise zu wiederholen und lernt dabei nicht nur Neues über ihre Tochter, sondern auch über sich selbst, sowie einen Weg aus der Trauer zu finden.

Meine Meinung
Fünf Stationen werden von Susanna bereist - Italien, Bretagne, Somerset, Irland, Spanien und retour nach Berlin. Jedem dieser Orte wohnt eine besondere Stimmung inne, die eindrücklich beschrieben ist. An jedem dieser Orte lernt Susanna auch tolle neue Menschen kennen (manche die auch mit ihrer Tochter in Verbindung standen, manche neue).
Der Aufbau des Buches ist gut gelungen. Vor jedem Kapitel kann man auch die Postkarte lesen, die Marie an ihre Eltern von dem jeweiligen Ort geschickt hatte. Auch eine Karte mit der Lage des Ziels befindet sich hier. Am Ende des Kapitels schreibt Susanna im Dialog mit Marie schlussfolgernd ihre Erlebnisse auf. So kann man ihre Entwicklung gut nachverfolgen.
Die gewählten Orte waren mir unbekannt. Sie sind auch meist etwas spirituell/religiös angehaucht (es geht um die Anderswelt, Zauberer Merlin usw.). Dass keine typischen Touristenziele gewählt wurden war für mich zum Kontext passend. (Auch wenn ich nicht alle mit der beschriebenen Marie in Verbindung bringen konnte..)
Über Marie erfährt man wenig. Sie scheint alle Menschen denen sie auf ihrer Reise begegnet ist tief beeindruckt zu haben. Jeder kann sich an sie erinnern und sie wird als schillernde Persönlichkeit beschrieben. Dass es für einen jungen Mann dem Susanna begegnet bei Marie Liebe auf den ersten Blick war, war mir dann doch etwas zu viel des Guten. Marie wird etwas unrealistisch dargestellt (was jedoch zum Kontext passt. Nach dem Tod erinnert man sich vermutlich nur an die positiven Seiten)
Gut nachvollziehen lässt sich hingegen Susannas Reise der Trauerbewältigung. Man kann erleben, wie sie an den einzelnen Herausforderungen und Begegnungen wächst und schlussendlich am Ende der Reise wieder in die Zukunft sehen kann.

Fazit
Alles in allem ein kurzweiliges Buch, das vor allem Menschen die sich in Phasen der Trauerbewältigung befinden, vielleicht helfen kann. Viele Worthülsen und Lebensweisheiten sind eingestreut, die in diesen Momenten vermutlich sinnvoll erscheinen. Es hat mich großteils berührt, allerdings war mir persönlich der spirituelle Teil (z.B. Marie als Rotkehlchen, das ein Zeichen in der Fremde ist) etwas zu groß. So gänzlich überzeugt bin ich nicht, auch wenn es eine schöne Leseerfahrung war.

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(78)

128 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

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Die wundersame Mission des Harry Crane

Jon Cohen , Alexandra Kranefeld
Flexibler Einband: 536 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 02.10.2018
ISBN 9783458363620
Genre: Romane

Rezension:

Fazit: 

Wunderschön geschriebene Geschichte über Trauerverarbeitung, märchenhafte Abenteuer, Natur- (vor allem Baum-) und Bücherliebe. Leider vor allem in der zweiten Hälfte deutlich nachlassend mit teilweise unrealistischen und gestellten, langatmigen Szenen. Für mich 3-4 Sterne.

Inhalt:
Harry Crane hat seine Frau Beth verloren und gibt sich die Schuld daran. Als er daran als Schmerzensgeld vier Millionen Dollar verdient, setzt er sich in den Wald ab, da er seit jeher ein Baumliebhaber ist. Dort trifft er auf das Mädchen Oriana. Auch sie hat ihren Vater etwa zur selben Zeit verloren wie Harry seine Beth. Sie verleugnet dies aber und flüchtet sich in eine Märchenwelt, in der ihr Vater sich in ihrer Vorstellung in ein Flügelwesen verwandelt hat. Zusammen versuchen die Beiden ein Märchen wahr werden zu lassen und ihre Trauer zu verarbeiten.

Meine Meinung:
Der bildreiche und märchenhafte Schreibstil der Geschichte konnte mich sofort packen. Der Erzählstil ist eher langsam und detailreich gestaltet, was der Geschichte eine gemütliche Wohlfühlatmosphäre verleiht. Gut gefallen haben mir auch die teilweisen Ausschweifungen zu Natur und insbesondere Bäumen (einem der Hauptthemata). Hier konnte man manches wissenswertes erfahren. Allerdings sollte man Naturliebhaber sein, um diese Stellen genießen zu können. ;)
Leider konnte ich zu den Hauptfiguren Harry und Oriana nur wenig Bindung aufbauen. Ihr Handeln ist zwar mehr oder weniger schlüssig, aber der Funke konnte leider nicht ganz überspringen. Hingegen punktet das Buch mit tollen Nebencharakteren, welchen auch so einiges an Text zuteil wird. Diese konnte ich besonders ins Herz schließen.
Da es sich um ein Märchen handelt, ist natürlich der grobe Ausgang der Geschichte bald zu erahnen. Dennoch gab es für mich die eine oder andere überraschende Szene und unerwartete Wendung (wobei mir leider nicht alle gefallen haben).

Für mich ein definitives Lesevergnügen, auch wenn es manche Kritikpunkte gab. Vor allem für Märchen- und Naturliebhaber empfehlenswert. Auch Leser, die einen geliebten Menschen verloren haben könnten sich Lebensweisheiten zur Trauerbewältigung herauspicken.

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40 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

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Wenn Liebe nicht reicht

Nova Meierhenrich
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Edel Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH, 05.10.2018
ISBN 9783841906366
Genre: Biografien

Rezension:

Inhalt

Nova Meierheinrich spielt im Job bzw im Fernsehen ihre glatte Rolle. Doch hinter der Fassade steckt viel mehr - ein tiefreichendes, berührendes Schicksal. Ihr Vater litt jahrzehntelang unter einer Depression, bevor er schlussendlich den Freitod wählte. Wie sich dies auf die ganze Familie auswirkte, beschreibt sie in diesem Buch Schritt für Schritt. So bekommt man einen anderen Einblick in eine Krankheit, die jeder fünfte Deutsche einmal in seinem Leben durchmacht. Aufgrund dieser hohen Anzahl an Betroffenen ein sehr wichtiges Thema, für das jeder sensibilisiert werden sollte, um Angehörigen und Freunden helfen zu können bevor es zu spät ist und "die Mauern der Depression unüberwindbar geworden sind".

Meine Meinung
Der Einstieg in das Buch fiel mir aufgrund des flüssigen, angenehmen Schreibstils leicht. Die Autorin beginnt mit ihrer Erzählung, und schon bald erhält man einen groben Umriss der Situation, bevor man Schritt für Schritt durch ihre Erfahrungen geführt wird. Ergänzt werden ihre Erinnerungen durch ärztliche Hintergrundinformationen, die sich aber absolut im Rahmen halten und einen informative Zusatz bilden, sowie durch Gespräche mit ihrer Mutter.
Einziger Kritikpunkt meinerseits (und daher die vier Sterne): vor allem in der ersten Hälfte bemerkte ich beim Lesen Längen und Wiederholungen.

Alles in allem erhält man einen guten Einblick in die Situation - die Erkrankung des Vaters wirkt sich mit Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, bis hin zu völligem Ausrichten des eigenen Lebens auf die Stimmung des Vaters und eine Co-Depression aus. Ein berührendes und einfühlsam geschildertes Buch, an das ich sicher noch öfter denken werde und zu dem ich im Zweifelsfall sicher wieder zurückgreifen werde, wenn ich den Verdacht hege, ein mir nahe stehender Mensch könnte betroffen sein.
Positiv finde ich auch, dass mehrmals betont und beschrieben wird, dass Depression eine Erkrankung ist - nicht einfach nur ein Stimmungstief, in dem man sich als Betroffener "zusammenreißen kann". Ohne fachmännische Hilfe ist man als Betroffener bzw Angehöriger oft machtlos. Hier sind die am Ende des Buches angeführten Adressen hilfreich. Außerdem wird aufgezeigt, dass die Aufsuchung eines Psychotherapeutens kein Zugeständnis von Schwäche ist.

Fazit
Ein gelungenes und wichtiges Buch zur Sensibilisierung zum Thema Depression. Nicht nur für Angehörige depressiver Menschen wichtig, sondern eigentlich für alle Leser.

Es half mir, die Krankheit Depression besser zu verstehen und auch ihre Auswirkungen auf das persönliche Umfeld des Patienten zu begreifen. Definitive Leseempfehlung.

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(37)

57 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

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Dodgers

Bill Beverly , Hans M. Herzog
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.09.2018
ISBN 9783257070378
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt

Das Buch beginnt in einem Drogenviertel in LA - nicht ganz der übliche Hintergrund einer Amerika Story. Die Protagonisten sind der sensible East, sein unberechenbarer Bruder Ty, der Gamer Michael und der dicke, clevere Walter. Alle Jungs sind noch relativ jung. Nach einer Razzia werden sie unter falschen Namen quer durch die USA geschickt - mit einem Mordauftrag im Gepäck. Doch die vier Teenager, die vorher noch nicht wirklich miteinander zu tun hatten, sind noch nie aus ihrer Stadt herausgekommen. Bei der Reise geht somit natürlich einiges schief. Werden sie ihren Auftrag trotzdem erledigen (können)? Was ist danach?

Meine Meinung
East ist ein beobachtender, introvertierter Charakter der nicht viele Emotionen zeigt. So ist auch der Schreibstil gehalten. Daher und auch aufgrund der stellenweise etwas holprigen Übersetzung fiel mir der Einstieg in die Handlung anfangs etwas schwer. Doch im Laufe des Buches habe ich ihn und auch die anderen Charaktere zunehmend ins Herz geschlossen. Ihre persönliche Entwicklung und die Gruppendynamik fand ich interessant mitzuverfolgen.
Vor allem in der zweiten Hälfte passieren einige unerwartete Wendungen und der Spannungsbogen erhöht sich stellenweise etwas. Alles in allem ist es eine runde, authentische Geschichte an der nichts unglaubwürdig erscheint. Auch das Ende ist schlüssig und die Schlussszene ein passender Abschluss.
Anfangs fragt man sich als Leser natürlich, warum die Organisation gerade vier Teenager für den Auftragsmord losschickt. Doch auch das klärt sich schlussendlich noch auf. Immer wieder muss man sich auch ins Gedächtnis rufen, wie jung die Protagonisten eigentlich noch sind - und dass so eine Geschichte auch in der Realität leider großteils vorstellbar wäre. Somit bietet sie einen Einblick in das kriminelle Milieu und die Perspektivlosigkeit der viele Kinder und Jugendliche aus ärmlichen Verhältnissen ohne Rückhalt von den Eltern und ohne Chancen aus dem Kreislauf auszusteigen ausgesetzt sind.

Fazit
Eine lesenswerte Geschichte, auch wenn die Spannungsbögen großteils gering sind. Jedoch absolut nachvollziehbar, gut durchdacht und für mich in weiten Teilen nicht vorhersehbar. Besonders die Weiterentwicklung der Jungs hat mir gut gefallen. Vor allem Walter hätte ich anfangs ganz anders eingeschätzt. Hinter seiner Fassade steckt viel mehr als gedacht.

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(83)

103 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 77 Rezensionen

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Wie ich fälschte, log und Gutes tat

Thomas Klupp
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 04.09.2018
ISBN 9783827013668
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Benedikt Jäger und seine Freunde Vince und Prechtl stecken mitten in den Jugendjahren bzw der Pubertät. Sie gehören zu den "Tennisprofis" der Schule. Bei einer Kampagne zu Schulbeginn sind sie deswegen mitten auf einem Antidrogenplakat zu sehen. Doch die Realität sieht etwas anders aus. An den Wochenenden feiern sie exzessiv im "Butterhof" - nicht nur Alkohol, sondern auch Drogen werden ausprobiert. Mädchen spielen natürlich auch eine Rolle.
Lernen und die Evaluierung im neuen leistungsorientierten MINT System, das die Transparenz der Schulleistungen für die Eltern verbessern soll, stehen nicht auf der Liste ihrer Hauptprioritäten. Vor allem Benedikt begibt sich hier in einen Strudel der Fälschungen.. Wird er weiterhin alles vor seinen Eltern verbergen können, um so eine ruhige Kugel schieben zu können? Das steht in den Sternen..

Meine Meinung
In dem Roman begleitet man Benedikt durch seinen Alltag. Er ist ein typischer Teenager und erzählt pointiert und rasant von kleinen Missgeschicken, Fälschungen und Unfug mit seinen Freunden. Sein Vater ist Chirurg, seine Mutter leidet unter Depressionen und will ein Scheinbild eines elitären Kreises aufrechterhalten.
So gelangt Benedikt unter Leistungsdruck. Er will seiner Mutter helfen und nebenbei natürlich sein Leben genießen und typisch Jugend alles ausprobieren.
Der Erzählstil ist locker und großteils authentisch in Jugendsprache gehalten. Die Handlung verläuft rasant, manchmal unerwartet und keinesfalls langweilig. Alles in allem ein kurzweiliger Roman der gute Unterhaltung bietet.
Die Figur des Benedikt ist denke ich durchaus mit einem realen Teenager zu vergleichen. Allerdings merkt man an vielen Aktionen, dass er aus reichem Hause stammt (z.B. Erkaufen von Schummelleistungen mit einem neuen iPhone um tausend Euro). Seine Handlungen sind großteils nachvollziehbar. Allerdings fand ich eine Aktion am Ende des Buches absolut unnachvollziehbar und Benedikt büßt damit deutlich an Sympathiepunkten ein.

Ein Fünkchen Wahrheit steckt vielleicht auch dahinter: Der Roman zeigt eine Gesellschaft, in der Lügen fast zum Alltag gehört. Nicht nur Benedikt verstrickt sich immer tiefer in sein Lügengebilde, um dem Leistungsdruck gerecht zu werden.

Fazit
Kurzweiliger Roman über die Jugend, unterhaltsam und eine leichte Lektüre. Für jüngere Leser oder junggebliebene Erwachsene. Auch für Eltern eventuell interessant (zeigt auf humorvolle Weise wie Leistungsdruck bezüglich Noten ausarten kann).

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(93)

128 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 86 Rezensionen

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Mit der Faust in die Welt schlagen

Lukas Rietzschel
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 07.09.2018
ISBN 9783550050664
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Tobias und Philipp sind zwei Brüder die in einem kleinen Dorf in Sachsen aufwachsen. Als Leser begleitet man sie in drei Zeitabschnitten beginnend in der Kindheit, bis in ihre Jugend hinein. Unter der Eintönigkeit des Alltags kann man Frustration, Gewalt, Hass und Perspektivlosigkeit entdecken. Kommunikation wird in den Familien und auch in der Schule nicht groß geschrieben. Jeder lebt isoliert sein Leben, ohne sich viel mit anderen auszutauschen. Niemand beantwortet die Fragen und Unklarheiten der Kinder. Rassismus und Ausländerfeindlichkeit nehmen zu und die Brüder geraten immer tiefer in eine gewaltbereite Clique, die ihnen die Zuneigung und Anerkennung gibt, den Zusammenhalt, den sie in ihrem auseinandergebrochenen Elternhaus nicht spüren lernen.

Meine Meinung
Mit dem ersten Einstieg in das Buch fiel mir der außergewöhnliche Schreibstil auf. Der Autor schreibt nüchtern und emotionslos, ohne die Situation zu bewerten. Dennoch wird die vorherrschende Hoffnungslosigkeit und Tristesse zwischen den Zeilen extrem gut transportiert, wodurch das Buch aufwühlt. So eine Art des Schreibens habe ich noch nicht gelesen. Sie passt aber hervorragend zu dem Buch! Vor allem bei so einem brisanten Thema ist ein Schreiben ohne Bewertung wichtig. Als Leser kann man sich selbst gut ein Bild machen.

Die beiden Brüder und ihre Charaktere werden gut beschrieben. Durchgehend spürt man zwischen den Zeilen die begleitende Hoffnungslosigkeit, die Ausweglosigkeit des trüben Alltags. Im weiteren Verlauf nimmt die unterschwellige Gewalt zu, die sich immer wieder in kleinen Szenen entlädt. Großartige Action Szenen mit brutalen Gewalttaten sucht man vergeblich - doch gerade das möchte ich loben. Dem Autor gelingt es auch ohne solche Brutalitäten ein klares Bild zu zeichnen. Umso realistischer, da überzogene Brutalität fehlt.

Es ist ein Buch das aufwühlt und im Gedächtnis bleibt. Teilweise ist es etwas deprimierend zu lesen, da die Stimmung derart gut transportiert wird. Inwieweit es mit der realen Situation in diesem Gebiet übereinstimmt kann ich nicht beurteilen, da ich aus Österreich bin. Dennoch konnte es mir einen Einblick in die Gedankenwelt von Jugendlichen, die in die rechtsextreme Szene abrutschen gewährleisten. Ich denke die wichtigste Botschaft des Romans ist wie wichtig Bildung und Kommunikation bzw Aufklärung sind!
Viele Fragen sind bei mir während des Lesens aufgetaucht und ich wurde zum Nachdenken angeregt. Wo beginnt Rechtsextremismus? Wie kann man entgegenwirken? Was sind die Gründe sich solchen Gruppierungen anzuschließen? - Die Antwort auf viele dieser Fragen ist für mich wie bereits geschrieben Bildung und Kommunikation. Gerade aus diesem Grund ist es wichtig das Buch zu lesen und sich damit bekannt zu machen.

Fazit
Ein aufwühlendes Buch eines sehr begabten jungen Autors. Es würde sich gut als Schullektüre für Jugendliche eignen, da es auch viel Diskussionsstoff bietet. Allerdings wäre eine begleitende Unterstützung durch Erwachsene von Vorteil.
Auch für alle anderen Leser absolut empfehlenswert und hochaktuell!!

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(35)

59 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

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Sommerfrauen, Winterfrauen

Chris Kraus
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070408
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Jonas soll im Zuge seines Studiums einen Sexfilm in New York drehen. Doch diese Reise soll sich ganz anders entwickeln. Die Bekanntschaft zu seiner "Tante", einer Malerin die seit fünfzig Jahren in New York lebt, zwingt ihn auch dazu sich mit seiner Familiengeschichte, der Nazi-Vergangenheit, die er eigentlich ablehnt und verabscheut auseinanderzusetzen. Als er schließlich auch noch auf die junge Nele trifft, eine Sommerfrau und damit ein klarer Kontrast zu seiner Freundin und Winterfrau in Berlin, gerät auch sein restliches Privatleben aus den Fugen. - Alles in allem lässt sich dadurch schon erahnen, dass es sich um eine bunte Mischung aus Inhalten handelt und nichts so sein wird wie es war.

Meine Meinung
Das Buch ist nach einem kurzen Vorwort der Tochter des Protagonisten in Tagebuchform gegliedert. Dies erlaubt einen guten und passenden Einblick in das Leben und die Vorkommnisse des Protagonisten und ist im Gesamten gesehen eine sehr gute Stilwahl.
Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar. Der Autor beschreibt eine bildhafte, sehr bunte Welt, er spielt nahezu mit der Sprache in all ihren Modalitäten.
Die Handlung selbst war für mich absolut unvorhersehbar. In keiner Szene konnte ich die nächsten Schritte bestimmen, wodurch definitiv keine Langeweile aufkommt. Dem Autor gelingt es jedoch trotzdem meisterhaft das Gesamtbild stimmig und authentisch wirken zu lassen. Alle seine Figuren sind skurill und absolut einzigartig, aber in ihrer eigenen persönlichen Art sehr authentisch bis zum Ende.
Auch die Mischung aus Nazi-Vergangenheit, Sexfilm und persönlichen Hintergründen gelingt dem Autor absolut perfekt. Der Film selbst spielt schlussendlich nicht unbedingt die Hauptrolle, doch sind alles Themen perfekt und schlüssig verwoben und spielen dauerhaft eine Rolle.

Fazit
Alles in allem ein wunderbares, buntes, lebendiges Buch zu dessen Beschreibung mir schlichtweg die Worte fehlen. Ein absolutes Highlight und eine definitive Leseempfehlung!

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39 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Bullshit Jobs

David Graeber , Sebastian Vogel
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 14.10.2018
ISBN 9783608981087
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt

In diesem Sachbuch blickt David Graeber kritisch auf die Arbeitswelt. Er nimmt das Phänomen der Bullshit Jobs näher unter die Lupe. Bullshit Jobs - das sind Jobs, die keinem größeren Sinn dienen. Sie sind "unnötige" Arbeit, die nur der Arbeit selbst willen geschaffen wurde. Auch die Ausführenden dieser Jobs wissen dies, was zu psychischen und gesellschaftlichen Auswirkungen führt.

Meine Meinung
Grundsätzlich handelt es sich um ein sehr spannendes und interessantes Thema. Der Autor behandelt die für mich wichtigen Themen - Was sind Bullshit Jobs? Wie kann man sie genauer unterteilen bzw welche Facetten beinhalten sie? Wie sind sie (geschichtlich) entstanden? Welche psychischen Folgen hat diese Arbeit auf die Ausführenden? Warum unternimmt die Gesellschaft nichts gegen die Vermehrung derselben?

Allerdings ist der Schreibstil anspruchsvoll und großteils öde gestaltet. Dadurch kann man das Buch nicht so nebenbei lesen, sondern benötigt viel Konzentration und Aufmerksamkeit. Der Autor verliert sich in weitreichenden Ausschweifungen und viel Blabla. Er kommt selten auf den Punkt und verliert seinen roten Faden häufig.
Gut fand ich, dass Beispiele von realen Menschen mit eingestreut wurden. So konnte ich mir oft mehr unter dem Phänomen vorstellen. Doch auch hier wieder das selbe Problem - ausschweifend und viel zu viele Worte.

Der letzte Punkt - Welche Lösungsstrategien gibt es? Lässt sich an der Situation etwas ändern? Was kann man als Einzelperson dagegen tun? - kam für mich leider viel zu kurz. Der Autor gibt an, keine Stellung beziehen zu wollen - Was er jedoch anschließend doch tut. Wirkliche Änderungsvorschläge bringt er nicht ein.

Fazit
Sehr interessantes und wichtiges Thema, aber leider in der Ausführung mangelhaft. Ich hatte Schwierigkeiten die Kernaussagen für mich herauszufiltern.
Wäre es nicht ein Leserunden-Buch gewesen, hätte ich mich vermutlich nicht durchgekämpft.
Das Wie und Warum wurde gut erklärt. Doch Lösungsansätze wurden weder angesprochen, noch konnte ich für mich aus dem Material welche bilden.

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161 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 96 Rezensionen

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Königskinder

Alex Capus
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 20.08.2018
ISBN 9783446260092
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Max und Tina nehmen trotz schlechter Wetterprognosen eine Passstraße. Nachdem ihr Auto im Schneetreiben steckenbleibt, müssen sie notgedrungen die Nacht darin verbringen. Um die Zeit zu vertreiben beginnt Max Tina eine Geschichte zu erzählen. Sie handelt von Jakob, einem Kuhhirten, der sich in Marie, die älteste Tochter eines wohlhabenden Bauers, verliebt. Natürlich hat diese Liebe gesellschaftlich keine Chance. Doch wird es für die beiden doch noch eine gemeinsame Zukunft geben? Und wie lange wird die Liebe halten, wenn sie immer wieder längere Zeit (wir sprechen nicht nur von Tagen oder Wochen, sondern auch von Jahren) getrennt sind?

Meine Meinung
Max und Tina, ein seit 26 Jahren verheiratetes Paar, das jedoch immer wieder streitet und sich gegenseitig hänselt, bilden die Rahmenhandlung für die Liebesgeschichte zwischen Jakob und Marie. Immer wieder werden wir durch Tinas Unterbrechungen zurück "in die Realität" geholt und erhält man parallel einen Einblick und ein Gefühl für die unterschiedlichen Beziehungen. Trotz ihrer Zankereien spürt man zwischen den Zeilen sowie durch kleine Gesten die Zuneigung die zwischen Max und Tina besteht.

Die spürbare Zuneigung und Wärme, verbunden mit dem Gefühl mit ihnen im eingeschneiten Auto zu sitzen, schafft eine heimelige Wohlfühlatmosphäre.
Der Schreibstil des Autors ist auf jede Fall außergewöhnlich. Er schließt poetische Gedanken wie z.B. die Herkunft von Fossilien genauso wie wahre historische Tatsachen in die Geschichte ein. Die Figuren sind absolut authentisch. Außerdem besteht die Kunst des Autors auch darin, dass Tinas Einwände relativ genau meine Gedanken und meine Skepsis gegenüber Maxs Geschichte wiedergaben. Es scheint fast als könnte der Autor Gedanken lesen. ;)

Als Leser beschäftigt einen natürlich auch der Gedanke ob die Geschichte wahr ist (bzw. für Max wahr ist) oder erfunden. Doch im Endeffekt ist das egal - sie ist märchenhaft schön und ein wahres Leseerlebnis. Im Laufe der Leserunde zeigte sich, dass die Geschichte viel Interpretationsspielraum lässt. Jeder Leser nimmt die Geschichte etwas anders wahr denke ich. Und genau das macht ein Meisterwerk aus.

Leider lässt das Buch in der zweiten Hälfte etwas nach. Die Geschichte zwischen Jakob und Marie wird etwas übertrieben, zu unrealistisch und endet sehr abrupt. Dennoch vergebe ich aufgrund des außergewöhnlichen Schreibstils und des vermittelten wunderbaren Gefühls 5 Sterne.

Fazit
Eine gelungene, märchenhafte Geschichte die zum genießen und zum in aller Ruhe lesen einlädt. Eine Geschichte, in die man versinken kann und die eine entspannende, heimelige Atmosphäre voller Gefühl schafft. Max und Tinas Zankereien und Diskussionen lockern die Geschichte auf, machen sie lebendig. Eine absolute Leseempfehlung!!

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Herz auf Empfang

Karen Witemeyer , Rebekka Jilg
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 29.06.2018
ISBN 9783963620027
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Grace arbeitet als Telegrafistin in einer Frauenkolonie. Über den Draht lernt sie einen Kollegen aus einer anderen Telegraphenstation kennen - Amos. Die beiden verstehen sich gut und verlieben sich ineinander - ohne sich jemals gesehen zu haben.
Doch plötzlich erreicht Grace eine schreckliche Nachricht. Ein Verfolger, der auch bereits ihren Vater umgebracht hatte, ist ihrem Aufenthaltsort auf die Spur gekommen. Amos verfolgt die Nachricht ebenfalls bestürzt und macht sich auf den Weg. Kann er Grace vor der Gefahr beschützen? Entspricht sie seinen Erwartungen auch im realen Leben? Was erwartet ihn überhaupt? Und haben ihre Gefühle auch in der Realität, von angesicht zu angesicht, eine Chance?

Meine Meinung
Der flüssige Schreibstil ließ mich schnell in die Geschichte einfinden. Sie spielt im wilden Westen. Die Figuren wirken manchmal reichlich naiv, was aber zu der damaligen Zeit und den Umständen passt. 
Es handelt sich um ein Buch eines christlichen Verlages. Daher spielen auch Gott sowie Bibelzitate immer wieder eine große Rolle. Auch dieses Gottvertrauen und die Gläubigkeit passen zur Epoche. Allerdings sollte man diesen Fakt als Leser bereits vor Beginn des Buches wissen, um sich darauf einstellen zu können! Hätte ich dies vorher nicht gewusst, wäre ich vermutlich nur wenig begeistert gewesen..
Leider ist die Handlung relativ vorhersehbar. Schon bald weiß man wer gut und wer böse ist. Doch gegen Ende hin steigt die Spannung. Man kennt zwar bereits die groben Züge der Geschichte im Vorhinein. Allerdings werden dennoch spannende Szenen und unerwartete Ideen eingebracht.
Die Charaktere und ihre Entwicklung haben mich eindeutig überzeugt. Sie sind sehr authentisch dargestellt. Amos und Grace, die beiden Hauptfiguren, sind sympathisch und liebenswert. Alle Figuren werden jedoch rein gut oder rein böse dargestellt. Andere Charakterzüge findet man bei ihnen nicht wirklich. Es ist eher eine reine Schwarz-Weiß-Geschichte.
Der Autorin gelingt es einen gemütlichen Schreibstil zu finden, der sowohl romantisch, actionreich als auch feinfühlig ist, ohne in die Extremen zu schwanken. Sie bleibt ihrem Stil durchgehend treu. Schön beschrieben fand ich die zwischenmenschlichen Gefühle und das jeweilige Lesen der Mimik des Gegenübers.

Fazit
Eine kurzweilige Lektüre, die eine angenehme, leicht zu lesende Abwechslung darstellt.

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81 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

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Der Hirte

Ingar Johnsrud , Daniela Stilzebach
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 26.06.2017
ISBN 9783764505875
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Kari Lise Wetre, die Tochter einer einflussreichen Politikerin, wird vermisst. Ein Routinefall für Fredrik Baier, der diesen und ähnliche  Fälle behandeln soll, nachdem er durch persönliche Probleme in seiner Belastbarkeit im Polizeidienst eingeschränkt wurde. Kari Lise war Mitglied in der Sekte "Gottes Licht". Kurz darauf wird Fredrik nach Solro beordert, dem Hauptsitz der Sektenmitglieder. Fünf Männer wurden grausam ermordet, die restlichen Mitglieder bleiben spurlos verschwunden. Im Keller des Anwesens stoßen die Ermittler auf ein Labor, dessen Sinn sie sich lange nicht erklären können. Langsam beginnen die Ermittlungen Fahrt aufzunehmen und Fredrik kann die langweilige Komfortzone  mit Kafa, einer jungen und attraktiven Mitarbeiterin, an seiner Seite verlassen. Doch die beiden geraten zunehmend in Gefahr..

Meine Meinung:
Ich habe zuerst den zweiten Teil der Trilogie gelesen und durfte im Zuge einer Buchverlosung nun auch den ersten Teil der Reihe kennenlernen. Daher war mir das Ermittlerteam bereits bekannt.
Fredrik und Kafa ermitteln teilweise (unverantwortlich) auf eigene Faust, wodurch sie sich in gefährliche Situationen bringen. Diese werden manchmal übertrieben actionreich und heldenhaft beschrieben. Brutalität wird in den Kämpfen auf jeden Fall großgeschrieben und genau erläutert.
Über die persönlichen Hintergründe der beiden erfährt man nur wenig, wodurch die Charaktere blass und ohne Tiefe bleiben. Auch wenn sie mir beide durchaus nicht unsympathisch sind.

Die Handlung ist vielschichtig. Neben Religion wird auch Rassenhygiene, Politik und das Dritte Reich angeschnitten. Diese diversen Handlungsstränge gestalten das Buch teilweise verwirrend, da man als Leser die Verbindung der Einzelteile oft nicht ganz oder erst spät herstellen kann. Da mich die Themen jedoch angesprochen haben und sie meiner Meinung nach gut für die Kreation eines Thrillers geeignet sind, haben sie mich dennoch (meist) überzeugt.

Trotz einiger Längen lässt sich das Buch gut und flüssig lesen. Auch wenn mir am Ende einige Zusammenhänge unklar bleiben, war es eine nette Lektüre. Dieser Band gefiel mir um einiges besser als der zweite Teil (vielleicht auch weil die behandelten Themen eher meinen Geschmack getroffen haben).

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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Totes Gleis

Ulrich Stoll
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei bebra verlag, 13.09.2017
ISBN 9783898095471
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Der Roman spielt in West Berlin im Jahre 1988 - in einer Zeit des Umbruchs und des nahenden Mauerfalles. Das an sich schafft bereits ein sehr spannendes und atmosphärisches Klima.
Kein Kriminalkommissar ermittelt, sondern der Hauptprotagonist ist ein Journalist - Lucas Hermes. Dieser steht beruflich und privat vor dem Nichts. Er ist seit kurzem obdachlos und dringend auf der Suche nach einer großen Story, um wieder auf die Beine zu kommen. Als innerhalb kurzer Zeit mehrere (teils vertuschte) Bombenanschläge geschehen und dabei in den Ermittlungen immer wieder Beweismaterial verschwindet usw., vermutet er zu Recht etwas großes dahinter und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei führen die Spuren bald ins rechtsextreme Milieu - ein gefährliches Pflaster.
Bei seinen Ermittlungen wird die junge Journalistin Anna Rademacher teilweise zu seiner Gefährtin. Doch auch sie ist ein sehr eigener Charakter und bringt ihre eigenen Probleme mit sich..

Meine Meinung:
Der Schreibstil ist flüssig, gut lesbar und lies mich rasch in die Geschichte eintauchen.
Da die Ermittlungen primär durch einen Fernsehreporter geschildert werden, kann die Geschichte nicht mit einem typischen Krimi verglichen werden. Lucas ist natürlich an einer guten Geschichte interessiert. Er arbeitet mit Kommissar Klamm zusammen und tauscht Informationen aus, dabei ist er allerdings immer auf seinen Vorteil bedacht. Dieser etwas andere Blickwinkel der Ermittlungen war erfrischend zu lesen.
Allerdings konnte ich mich mit Lucas als Person nicht wirklich anfreunden. Er ist teilweise sehr egozentrisch und nicht alle seine Taten und Aussagen sind für mich nachvollziehbar.. Diese fehlende Sympathie gibt für mich einen kleinen Abzug. Auch mit Anna konnte ich mich nicht ganz anfreunden. Sie schwankt hin und her und weiß nicht wirklich was sie will. Klare Entscheidungen zu treffen fällt ihr schwer. Weder bezüglich Beziehungen noch in ihren persönlichen Ermittlungen. Das machte es teilweise anstrengend, ihre Handlungen zu verfolgen und lies mich ungeduldig zurück.
Da ich das Berlin dieser Zeit nicht kenne, konnte ich hier nur wenig Assoziationen aufbauen. Das ist vielleicht bei Lesern älterer Semester anders. Die unterschiedliche Stimmung in den zwei verschiedenen Stadtteilen war jedoch gut spürbar und ein interessanter Aspekt!
Da die Handlung weite und verstrickte Kreise zieht, waren die Zusammenhänge für mich nicht immer ganz einfach zu verstehen. Diese Komplexität macht sie aber umso spannender. Schlussendlich habe ich doch ein gutes Bild der Umstände erhalten denke ich. Ich freue mich auf die Fortsetzung!

Fazit
Ein interessanter Krimi mit historischem Hintergrund, den ich empfehlen kann!

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33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

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Bevor wir verschwinden

David Fuchs
Fester Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 20.11.2018
ISBN 9783709934333
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt:

Benjamin absolviert als angehender Arzt ein Praktikum auf der Onkologie. Dabei trifft er auf Ambros, seine Jugendliebe. Dieser wird als Patient behandelt und ist von einem metastasierendem Melanom betroffen. Langsam nähern sich die Beiden in diesem Setting wieder an. Doch wie findet das statt, im Angesicht des Todes? Welche Gefühle treten auf? Und was ist letztendlich wirklich wichtig?

Meine Meinung
Der ungewöhnliche Schreibstil machte es mir anfangs schwer, in das Buch hineinzufinden. Es werden kurze und relativ sachliche Sätze verwendet. Der Protagonist wirkte vor allem anfangs sehr distanziert und teilweise fast abweisend auf mich. Ich fand es anfangs schwer, mich in ihn hineinzuversetzen. Im Laufe der Geschichte gelang mir dies besser. All seine Handlungen und Gedanken konnte ich jedoch nicht nachvollziehen. Hier lies er mich manchmal zwiegespalten zurück. Eine gewisse Distanz zwischen Leser und Protagonist bleibt nach wie vor weiter bestehen.

Im Nachhinein betrachtet ist der Schreibstil jedoch sehr gelungen. Er drückt das nüchterne klinische, "sterile" Setting gut aus. Trotz der sachlichen Sprache werden in jedem Kapitel mehr Emotionen transportiert, die man zwischen den Zeilen herauslesen kann. Diese Emotionen nehmen im Laufe des Buches stetig zu. Dabei wird es jedoch auf keinen Fall zu kitschig. Alles in allem also rückwirkend betrachtet ein sehr gelungener Schreibstil.

In Rückblenden erzählt der Autor szenenweise von der Vergangenheit, der Beziehung zwischen Ambros und Benjamin. Als Leser erhält man jedoch nur Ausschnitte davon. Vieles bleibt verborgen und schlussendlich der Fantasie bzw. den eigenen Gefühlen die man in das Gelesene hinein interpretiert überlassen.

Medizinische Fachbegriffe und Informationen fallen auch immer wieder. Dafür sollte man sich als Leser interessieren oder vielleicht sogar Vorwissen bzw. Erfahrungen mitbringen.

Alles in allem ein Buch das zum Nachdenken anregt und berührt bzw. beschäftigt. Ein schwieriges Thema, das gut, fast schon literarisch, umgesetzt wurde.

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98 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 56 Rezensionen

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Das Gift der Wahrheit

Julia Corbin
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.07.2018
ISBN 9783453359772
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Das Gift der Wahrheit" ist nach "Die Bestimmung des Bösen" der zweite Band zur Ermittlerin Alexis Hall und ihre Freundin und Kollegin die Kriminalbiologin Karen Hellstern. Ich kannte den ersten Teil nicht, hatte jedoch keine Probleme in die Geschichte einzusteigen. Man kann also die Bände durchaus unabhängig voneinander lesen. Nach dieser Lektüre werde ich den ersten Band allerdings noch nachholen. ;)


Inhalt
Am Mannheimer Klärwerk wird eine Leiche gefunden. Sie trägt ein seltsames Medaillon - eine Spinne, eingeschlossen in Bernstein. Sie war geschieden und lebte mit ihrer Lebenspartnerin zusammen. Wer kommt als Täter infrage? Ihr Ex? Ein Gegner von Homosexuellen? Ein religiös motivierter Täter?
Bald geht es Schlag auf Schlag. Weitere Leichen und damit auch weitere Spinnen werden entdeckt. Schon bald tauchen Karen und Alexis in die düstere Welt eines ganz speziellen Täters ein..

Meine Meinung
Karen war mir von Beginn an sympathisch. Ich konnte mich gut mit ihr identifizieren. Mit Alexis wurde ich erst nach einigen Kapiteln warm. Sie ist eher distanziert und verschlossen, was aber aufgrund ihrer Vorgeschichte und Kindheit nicht verwunderlich ist. Beide Figuren sind absolut schlüssig und authentisch beschrieben. Schön fand ich auch, einen kleinen Teil ihres Privatlebens einfließen zu lassen. So werden sie realistischer.

Bereits zu Beginn hat mich der Thriller gepackt. Der Spannungsbogen wird rasch aufgebaut und während des gesamten Buches auf hohem Niveau gehalten. Ich konnte das Buch fast nicht mehr aus der Hand legen! Zu Ende wird die Spannung ins schier unerträgliche gesteigert und endet in einer Überraschung, mit der ich nicht gerechnet hatte. Diesen Täter hatte ich absolut nicht am Schirm! Das Ende ist schlüssig beschrieben und wird ausreichend aufgeklärt, sodass ich rundum zufrieden zurückbleibe.

Interessant fand ich auch, dass Details zur Arbeit einer Kriminalbiologin eingeflochten wurden. Diese waren passend kurz und informativ gehalten und störten den Lesefluss absolut nicht. Ganz im Gegenteil - dadurch taucht man noch tiefer in die Personen und die Geschichte ein.

Fazit
Ein extrem spannender Thriller, den ich absolut empfehlen kann! Ich habe damit eine neue Autorin für mich entdeckt, von der ich bestimmt noch mehr lesen werde.

Allerdings ist er nichts für schwache Nerven! Szenenweise ist der Schreibstil extrem eindrücklich und in gewisser Weise auch brutal geschildert. Da Spinnen eine wichtige Rolle spielen, sollte er bei Arachnophobie besser nicht gelesen werden. ;)

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38 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Mit anderen Augen

Fabian Sixtus Körner
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ullstein extra, 11.05.2018
ISBN 9783864930607
Genre: Biografien

Rezension:

Inhalt:

Der Autor Fabian-Sixtus Körner wurde als "Journeyman" mit seinen Reiseberichten bekannt. In diesem Buch geht es um ein ganz persönliches Thema. Er wurde Vater einer Tochter mit Down-Syndrom. In diesem Buch setzt er sich damit auseinander, was das für sein weiteres Leben bedeuten wird. Muss er das Reisen aufgeben? Kann er das überhaupt? Welche kulturellen Unterschiede gibt es bzw. wie begegnen die Mitmenschen seiner Yanti? Ist das Leben mit einem Kind mit Beeinträchtigung als Bürde anzusehen oder ist es nicht auch eine Bereicherung? Was bedeutet es, Elternteil eines Kindes mit Down-Syndrom zu sein?

Meine Meinung:
Dank eines ehrlichen und persönlichen Schreibstils bin ich sofort gut in das Buch gestartet. Es beginnt mit der Geburt Yantis, ein absolut berührender und sehr emotional geschriebener Moment. Besonders gut hat mir gefallen, dass der Autor seine Gedanken ehrlich und schonungslos wiedergegeben hatte. Denn wenn man als Elternteil unerwartet diese Diagnose erfährt, sind die ersten Gedanken natürlich nicht nur positiv und optimistisch.
Im anschließenden Teil lernt man Fabian und seine Frau besser kennen. Er enthält vorwiegend Reiseberichte aus ihrer Zeit vor Yantis Geburt, jeweils verknüpft mit einer Verbindung zu den Gedanken nach Yantis Geburt. Hier beginnt sich der Autor mit der Diagnose auseinanderzusetzen.
Der Rest des Buches besteht aus Erfahrungen vom Leben mit seiner Tochter. Davon, wie sie ihren ersten gemeinsamen Start als Familie meistern.
Meine Erwartungen in das Buch wurden nur teilweise erfüllt. Es war definitiv spannend und schön zu lesen. Ich hatte erwartet, dass sich der Autor intensiv mit der Diagnose seiner Tochter auseinandersetzt und zahlreiche Szenen aus dem Alltag einstreut. Die Auseinandersetzung mit dem Thema fand statt, allerdings war mir der Teil mit den Reiseberichten etwas zu lange gehalten. Das lenkt von Yanti als Hauptperson etwas ab, auch wenn sie absolut lesenswert waren. Ein zweiter Kritikpunkt ist, dass mir einige Alltagsszenen mit Yanti fehlten. Sie wurden zwar grob angeschnitten, aber ich hätte mir hier noch mehr erwartet.
Gut gefallen hat mir, dass auch das Thema Integration in die Gesellschaft angesprochen wurde. Wie verschieden Mitmenschen in unterschiedlichen Ländern mit Personen mit Down-Syndrom umgehen und auch die persönliche Auseinandersetzung des Autors damit, was es für ihn bedeuten würde, wenn andere Leute Yanti hänseln oder ignorieren würden.
Schön zu lesen war die Entwicklung vom Pessimisten bzw. An-der-Zukunft-Zweifler zum definitiven Optimisten der für seinen Lebensstil, seine Familie und natürlich vor allem für Yanti kämpft.

Fazit:
Ein Buch für alle Reisebegeisterten, für alle Leser die sich für das Thema Behinderung interessieren, sowie für alle betroffenen Eltern, welche sich um ein Kind mit Down-Syndrom kümmern. Es ist ein Buch das Mut macht und zum Nachdenken anregt.
Nach dieser Leseerfahrung bleibe ich mit vielen neuen Denkansätzen die mich noch länger beschäftigen werden und einem Lächeln im Gesicht zurück.

Ein Buch, das Emotionen und Familienzusammegehörigkeit extrem gut transportiert.

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58 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

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Fiona: Den Toten verpflichtet

Harry Bingham , Kristof Kurz
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 26.06.2018
ISBN 9783499291357
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Fiona ist mit den Berechnungen eines langweiligen Betrugsfalls beschäftigt, als eine Prostituierte und ihre kleine Tochter ermordet aufgefunden werden. Obwohl sie diesem Fall nicht zugeteilt ist, lassen ihr die beiden Toten keine Ruhe und bald entdeckt sie die ersten Verbindungen zu ihrem Fall. Sie beginnt teilweise auf eigene Faust zu ermitteln, oft auch am Rande der Legalität. Dadurch bringt sie sich jedoch in große Gefahr.. Hat sie ihre Gegner unterschätzt?
Neben diesem Kriminalfall wird begleitend über Fionas Gefühlswelt und ihren Alltag geschrieben. Schon bald wird klar - Fiona ist nicht wie die anderen, sie scheint große Probleme zu haben. Was steckt dahinter, dass sie so ist wie sie ist?

Meine Meinung:
Der Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen, weshalb man bald mitten in der Geschichte ist. Auch die Ich-Perspektive aus der Sicht der Protagonistin trägt dazu bei. Die teilweise brutalen Szenen werden mit einem Hauch von Humor durchmischt, was ihnen die Schärfe nimmt. Der Spannungsbogen wird gut aufgebaut. Die schlussendliche Auflösung des Kriminalfalls war zwar teilweise vorhersehbar, aber dennoch mit unerwarteten Momenten gespickt.

Der Hauptfokus liegt jedoch weniger bei der Kriminalgeschichte, sondern beim Kennenlernen von Fiona. Ihr Handeln wird teilweise durch die Auswirkungen eines Kindheitstraumas bzw. einer zwei Jahre dauernde Erkrankung im Teenageralter überlagert. Dadurch ist es manchmal unverständlich und nicht sofort nachvollziehbar. Sobald man jedoch im weiteren Verlauf nach einigem Rätseln mehr über ihre Erkrankung und die Hintergründe dieser erfährt, sind erst unverständliche, ja manchmal sogar grenzwertige Szenen, im Nachhinein besser zu verstehen und zu interpretieren.
Sie ist eine absolut außergewöhnliche, aber authentisch und interessant dargestellte Persönlichkeit. Sie ist sympathisch und eine Polizistin mit einem untrüglichen Bauchgefühl. Anfangs hatte ich mit einigen Facetten ihrer Person meine Schwierigkeiten, doch diese klärten sich auf und nun finde ich ihre Person schlussendlich durch und durch faszinierend.

Fazit
Für alle Krimifans die eigenwillige Ermittler lieben, oder auch für Psychologie-Interessierte Leser absolut empfehlenswert.

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

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Zwischen Wahrheit und Lüge

James Grippando , Marco Mewes
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 04.06.2018
ISBN 9783959672139
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Isabelle Bornelli, die mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter seit Jahren berufsbedingt in Hongkong gelebt hatte, wird am Flughafen Miami verhaftet. Der Grund lautet "Mordverdacht". Jack Swyteck ist ein Schulfreund von Isas Ehemann Keith und Strafverteidiger für Fälle von Todeskandidaten. Er übernimmt den Fall.
Keith beteuert natürlich Isas Unschuld. Doch nach und nach enthüllen sich Ereignisse aus der Vergangenheit, die an Isas Glaubwürdigkeit zweifeln lassen. Wie gut kennt Keith sie wirklich? Ist sie Opfer einer Vergewaltigung, Mörderin oder einfach nur eine sehr gute Lügnerin? Bis zuletzt ist keinem der beteiligten diese Frage klar..

Meine Meinung:
Durch den flüssigen und angenehmen Schreibstil fiel mir der Einstieg in das Buch leicht. Es beginnt unmittelbar mit der Verhaftung Isas, was den Spannungsbogen sofort aufbaut. Dieser flacht im Mittelteil, wo juristische Überlegungen der Strategien im Vordergrund stehen ab, steigt jedoch gegen Ende hin wieder rasant an.
Als Leserin wusste ich bis zum Schluss nicht, ob Isa nun die Wahrheit sagte oder nicht. Dass sie Opfer der Vergewaltigung wurde glaubte ich meist. Aber hatte sie ihren Peiniger gefoltert und umgebracht oder zumindest den Plan für die Ausführung dessen geschmiedet? Oder war sie unschuldig und die wahren Täter wollten ihr den Mord anhängen?
Die Vermutung, dass ein Opfer einer Vergewaltigung Rache an dem Täter üben will liegt natürlich nahe. Vor allem nachdem sie den Vorfall aus Angst vor fehlendem Glauben ihrer Aussage nicht angezeigt hatte. Doch ist Selbstjustiz wirklich die einzige Lösung? Und treibt man es als Opfer wirklich bis zum äußersten?

Ich konnte mich mit den Personen großteils schwer identifizieren bzw. mich meist schwer in ihr Leben und ihre Gedanken hineinversetzen. Allerdings hielt vor allem die Frage nach der Wahrheit die Spannung bis zum Schluss aufrecht. Ich stellte Theorie um Theorie auf, die ich jedoch immer wieder verwarf. Bis zum Schluss war ich mir unsicher bezüglich Isas Schuld. Genau das macht den speziellen Reiz des Buches aus!
Außerdem warf die Handlung einige Fragen in mir auf: Wird Vergewaltigungsopfern zu wenig Verständnis entgegengebracht? Wie schwierig muss es sein solch ein belastendes Trauma im Nachhinein vor Gericht aufzubreiten? Kann ein Vergewaltigungsopfer jemals eine unbelastete Beziehung führen - wohl eher nicht denn die durch die Tat verursachten Verletzungen brechen immer wieder auf.. Warum ist die Hemmschwelle groß seinem Partner über das frühere Ereignis zu erzählen? Ist dies nicht irgendwie nachvollziehbar, damit man nicht ständig Mitleid bekommt und daran erinnert wird?

Fazit:
Ein spannender Thriller, bei dem man bis zum Schluss an der Hauptperson zweifelt. Allerdings merkt man, dass der Autor Anwalt war. Ein Großteil spielt sich im Prozess oder in juristischen Fragen ab. Deshalb sollte ein minimales Interesse für das Justizsystem bestehen.

Ein Pluspunkt ist für mich der Realitätsbezug, der nachdenklich stimmt.

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(28)

39 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

Tod und tiefer Fall

Elias Haller
Flexibler Einband: 348 Seiten
Erschienen bei Edition M, 16.05.2018
ISBN 9782919801046
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Kriminalhauptkommissar Erik Donner ist psychisch und körperlich am Ende. Sein ehemaliger Partner hat seine Tochter ermordet und seine Frau verschwinden lassen. Bei diesem Manöver ist er vom Dach gestürzt. Nun ist er nicht nur körperlich entstellt, sondern hat natürlich auch psychische Probleme. Auch seine Karriere ist nun am Ende. Der ehemals beste Ermittler wurde an eine eigens für ihn eingerichtete Bürostelle versetzt.
Doch dann erhält er eine Nachricht geschrieben von seinem toten Partner. Zuerst nimmt er sie nicht ernst. Doch als weitere Nachrichten und Morde folgen beginnt eine gnadenlose Jagd.. Lebt sein ehemaliger Partner doch noch? Wer steckt hinter dem Manöver? Was sind seine Absichten? Kann Donner weitere Morde verhindern? Und steht eigentlich noch jemand hinter ihm oder ist er ganz alleine?

Meine Meinung:
Anfangs hatte ich große Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzufinden. Der Schreibstil ist zwar flüssig und gut zu lesen, doch die Erzählweise und auch die herrschenden Umgangsformen sind rau und teilweise sehr brutal. Donner selbst ist eine gewöhnungsbedürftige Figur. Er ist voller Hass auf sich und seine Mitmenschen und hat eine resolute Einstellung. Durch körperliche Fitness weis er sich in allen Situationen durchzusetzen und hilft sich wenn nötig auch rasch mit Gewalt weiter.
Im Laufe der Geschichte konnte ich jedoch hinter seine raue Fassade blicken und es zeigte sich ein Mensch, der voller Selbstzweifel ist und weder ein noch aus weiß. Er weiß nicht einmal, wem er noch Vertrauen schenken kann und glaubt am ehesten nur mehr an sich selbst und seine eigenen Fähigkeiten. Nach und nach wurde er mir sympathisch.
Der Spannungsbogen der Geschichte ist gut aufgebaut. Vor allem in der zweiten Hälfte konnte ich es kaum noch aus der Hand legen. Der Täter war für mich unerwartet und gab mir während der gesamten Handlung Rätsel auf - ein weiterer Pluspunkt.

Fazit:
Trotz der rauen Umgangsformen und des gewöhnungsbedürftigen Protagonisten lohnt es sich für Spannungsliebhaber dem Buch eine Chance zu geben.

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48 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Der Bote

Ingar Johnsrud , Daniela Stilzebach
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.05.2018
ISBN 9783764505882
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

In einer Villa in Oslo wird die Leiche eines Mannes gefunden, der vor zwanzig Jahren bei einem Militäreinsatz ums Leben gekommen sein soll. Kurz darauf wird in einem Abwasserschacht am anderen Ende der Stadt eine zweite männliche Leiche entdeckt, die schwere Folterspuren aufweist.
Hauptkommissar Fredrik Beier glaubt an eine Verbindung zwischen den beiden Fällen. Doch die Ermittlungen gestalten sich schwieriger als erwartet. Nicht nur gibt es persönliche Diskrepanzen zu seiner weiblichen Mitarbeiterin und ihrer gemeinsamen "Vorgeschichte", sondern jemand scheint auch verhindern zu wollen, dass zu viele Informationen ans Licht kommen. Akten verschwinden, Informationen werden von den Servern gelöscht, Beweismittel verschwinden usw. Hinzu kommt die etwas schwierige psychische Situation des Hauptkommissars. Alles in allem eine ziemlich bunte Mischung. Wird es ihm trotz dieser zahlreichen Hindernisse gelingen, den Fall aufzuklären? Auch wenn dieser größere Kreise zieht als erwartet und ein gründlicher Blick in die Vergangenheit nötig sein wird?

Meine Meinung:
Das Grundkonzept der Geschichte ist gelungen, auch wenn die Handlungsstränge zahlreich sind und viele Personen eine Rolle im weiteren Verlauf spielen, was bei mir manchmal zu Verwirrung führte. Allerdings handelte es sich eher um einen Krimi, als um einen Thriller. Hierfür fehlten mir teilweise die extremen Spannungselemente. Grundsätzlich kein Problem - aber ich hatte mich aufgrund des Genres auf etwas anderes eingestellt.
Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Ein Spannungsbogen wird aufgebaut und entlädt sich in einem actionreichen Finale.
Die Hauptfiguren des Fredrik Beier und seiner Arbeitspartnerin Kafa sind alltagsnahe, da sie beide einige persönliche Probleme zu tragen haben. Ich konnte mich jedoch mit beiden eher wenig identifizieren. Ein weiterer Grund warum ich mich nicht ganz in die Geschichte einfinden konnte. So blieb es lediglich eine spannende Lektüre, in die ich mich nicht ganz hineinversetzen konnte, auch wenn sie durchaus realitätsnahe und nicht zu überzogen oder unwirklich war.
Ein Pluspunkt ist jedoch, dass mir der Haupttäter lange Zeit ein Rätsel war.

Fazit
Spannende Lektüre, aber konnte mich nicht ganz überzeugen.

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207 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 129 Rezensionen

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Kluftinger

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 27.04.2018
ISBN 9783550081798
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Komissar Kluftinger - von allen liebevoll "Klufti" gerufen - ist gerade erst glücklicher Opa geworden. Als sie zu Allerheiligen in typischer Familientradition die Familiengräber besuchen staunen sie nicht schlecht. Neben den Gräbern der Bekannten und Verwandten finden sie ein frisch ausgehobenes Grab an dem Kluftis Namen, samt dem aktuellen Jahr als Sterbejahr steht. Erst wird der Vorfall vom Komissar noch als Scherz abgetan, doch die Vorfälle dieser Art häufen sich. Und schnell wird klar - irgendjemand will Klufti sterben sehen.. Doch was hat der-/diejenige mit seiner Vergangenheit zu tun? Welche Verbindung zu früheren Fällen oder Tätern bestehen? Was ist das Motiv und wer soll der Täter sein?
Eine spannende Suche nach Antworten auf diese Fragen beginnt..

Meine Meinung:
Bei dem Buch handelt es sich um den 10. Band einer Reihe um Komissar Kluftinger und seine Familie. Da ich bis jetzt noch keinen einzigen davon gelesen hatte, hoffte ich dennoch gut in die Geschichte einsteigen zu können. Dies gelang mir durch den langsamen Einstieg, in dem vorerst Familienszenen stattfinden und in dem ich die Personen etwas näher kennenlernen konnte gut. Auch ohne das Vorwissen der vorherigen Bände konnte ich den Krimi problemlos lesen und verstehen.
Durch gezielte Rückblicke in die Vergangenheit Kluftis erfährt man als Leser mehr über seinen Werdegang, sowie über seine "Jugendsünden". Die Figur des Kluftingers ist authentisch und durch und durch sympathisch. Dem Autorenduo ist hier eine einzigartige Figur gelungen, die meine Meinung nach die ländliche bayrische Idylle gut verkörpert.

Der Schreibstil ist flüssig zu lesen und die Ermittlungen beginnen eher gemächlich, was jedoch gut zur allgemeinen Stimmung des Romans und zu den Protagonisten passt. Der Spannungsbogen wird langsam aufgebaut, um am Ende seinen Höhepunkt zu finden. Zwischendurch werden typische Alltagsszenen eingebaut, die an eine Komödie erinnern und über Klufti mit seinen Eigenarten herzlich lachen lassen. Diese Kombination aus Spannung und Komödie macht den Roman zu etwas besonderem. Hier ist den Autoren eine perfekte Mischung gelungen.
Das Ende wurde eher offen gehalten, wobei jedoch die wichtigsten Fragen geklärt wurden und die noch bestehenden auf jeden Fall Spannung für den Folgeband erzeugen. Obwohl ich grundsätzlich in sich abgeschlossene Geschichten bevorzuge, hat mich dieses offene Ende hier nur wenig gestört und wurde gut umgesetzt.
Ein kleiner Kritikpunkt besteht jedoch darin, dass die Abschlussszene in der es zum Showdown kommt meinem Empfinden nach etwas zu durcheinander und unübersichtlich war. Ansonsten aber definitiv charmant herzlich und absolut lesenswert!

Fazit:
Ein charmanter Krimi mit einer perfekten Mischung aus Spannung und Spaß. Definitive Leseempfehlung!

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44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

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Das korsische Begräbnis

Vitu Falconi
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2018
ISBN 9783426521700
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Der Krimiautor Eric Marchand kommt mit den Änderungen an seinem neuen Roman nicht voran. Ein Umgebungswechsel soll Muse und Ideen für den Abschluss des Buches bringen. Da er in den Hinterlassenschaften seiner Mutter auf ein Medaillon und Tagebücher gestoßen ist, die auf Korsika hinweisen, wählt er diese Insel als Destination. 
Im Bergdorf Speloncato wird er zufällig Zeuge eines Begräbnisrituals. Da er ein guter Menschenkenner ist, bemerkt er sofort, dass zwischen den Einwohnern gewisse Gruppierungen zu bestehen scheinen. Seine Neugier ist geweckt und er beschließt zu bleiben.
Doch diese Neugier wird ihm zum Verhängnis - Schon bald ist er verwickelt in die korsischen Kulturen und rutscht von einem Ereignis ins nächste. Denn die Inselbewohner vergessen nichts und sind sehr nachtragend. Blutrache und Machtverhältnisse werden bei ihnen großgeschrieben. Kann sich Eric noch glimpflich retten? Wird er auch etwas über seine eigene Familiengeschichte und die Verbindungen seiner Mutter zu dieser Insel erfahren?

Meine Meinung:
Der Schreibstil des Buches ist sehr bildhaft und flüssig zu lesen, weshalb ich mich gut in die Szenerie hineinversetzen konnte. Vor allem die Umgebungsbeschreibungen der zerklüfteten Berge und die Beschreibung der Bewohner konnte mich begeistern. Die Atmosphäre die im Dorf herrscht, wurde gut transportiert.
Auch in Eric konnte ich mich gut hineinversetzen. Allerdings konnte ich seine Handlungen vor allem zu Ende nicht immer ganz nachvollziehen. Szenenweise provoziert er, ist streitlustig oder lässt sich zu sehr von seiner Neugier leiten anstatt zu beobachten. Und gerade durch diese Eigenschaften bringt er sich immer wieder in brenzlige Situationen - was die Geschichte natürlich spannend macht.
Die ersten Hälfte des Buches erzählt nicht nur von Eric, sondern  schwenkt auch immer wieder zu anderen Morden und Ereignissen. Dies verwirrte mich anfangs etwas, wird gegen Ende jedoch alles schlüssig zusammengeführt. Da es einen Folgeband gibt, wird jedoch nicht alles aufgelöst. Aber gerade genug, um meine Fragen zu beantworten und mich mit einem zufriedenen Gefühl zurückzulassen.
Auch wenn die Geschichte stellenweise in einem gemächlichen Tempo dahinplätschert, wird vor allem gegen Ende ein Spannungsbogen aufgebaut.
Die korsische Kultur, in der Blutrache, Familiengeschichte bzw. Herkunft und die Verbindung zu den Ahnen eine große Rolle spielt, war mir bisher auch noch nicht bekannt. Über diese habe ich durch das Buch so einiges erfahren. Alles in allem haben diese Beschreibungen der Insel definitiv den Wunsch in mir geweckt, sie selbst einmal aufzusuchen und zu erleben. :)

Fazit
Kein typischer Kriminalroman in dem es um einen Mord und die damit verbundene Aufklärung geht, sondern vielmehr eine Studie der Insel Korsika und ihren Bewohnern. Man wird als Leser sanft in die Verstrickungen der Familiengeschichten und in eine traditionsreiche Kultur eingeführt.
Ein Buch, das mir sehr gut gefallen hat!

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Wahrheit gegen Wahrheit

Karen Cleveland , Stefanie Retterbush
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei btb, 10.04.2018
ISBN 9783442716746
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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NACHTWILD

Gin Phillips , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 29.03.2018
ISBN 9783423261968
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:

Joan und ihr Sohn Lincoln verbringen einen Tag wie jeden anderen - spielend im Zoo. Doch dieser Tag soll nicht wie die bisherigen enden.. Als sie sich auf den Weg zum Ausgang machen, hören sie Schüsse und sehen Leichen auf den Gehwegen, sowie einen Täter mit Waffe.
Für Joan ist klar: Nun geht es um das nackte Überleben. Sie muss ihren Sohn schützen! Um jeden Preis. Doch was wird das bedeuten? Was kommt alles auf sie zu?

Meine Meinung:
Der Einstieg in das Buch ist mir gut gelungen. Der Schreibstil ist flüssig und gut zu lesen. Was das Ganze ebenfalls spannend macht, sind Zeitangaben vor den Kapiteln. So liest man quasi in Echtzeit und erlebt so die Geschichte mit den Betroffenen mit. Einige Szenen, vor allem im zweiten Abschnitt, haben mich berührt oder mich den Atem anhalten lassen.

Das Buch beginnt mit einem ausführlichen Kennenlernen von Joan und Lincoln. Es ist in langen Beschreibungen geschrieben, was mich persönlich aber überhaupt nicht gestört hat. So erfährt man viel über die enge Bindung zwischen Mutter und Kind - die ja auch eines der Hauptthemen des Buches darstellt. Ich konnte mich gut in Joan hineinversetzen. Etwas schwer tat ich mich manchmal, da Lincoln von Superhelden begeistert ist - dafür interessiere ich mich wenig. Daher kenne ich "Predator" oder "Superman" nicht wirklich, wodurch mir vielleicht einiges entgangen ist.
Im weiteren Verlauf konnte ich Joans Handeln als Mutter gut nachvollziehen, was die Geschichte realistisch gestaltet. Auch Lincoln wirkte für mich wie ein typisches vierjähriges Kind, auch wenn er bereits etwas weiter entwickelt ist, was sich in seiner Wortwahl zeigt - für ein Einzelkind jedoch durchaus nachvollziehbar.

Auch zwei andere Charaktere, die sich im Zoo verstecken lernen wir kennen. Das hätte ich jedoch eher weniger gebraucht, da hier eindeutig ein Umdenken gefragt ist und ich mich durch die beiden kurzen Kapiteln im ersten Abschnitt nicht wirklich in die Personen hineinversetzen konnte. Was jedoch einen interessanten Aspekt des Buches darstellt, sind Kapitel aus der Sicht des Täters. So lernen wir seine verquerte Denkweise kennen und bemitleiden ihn sogar teilweise, wenn er in Rückblicken über sein bisheriges Leben erzählt.
Die genaue Motivation für seine Tat bleibt für mich jedoch schlussendlich etwas unklar.

An sich ist die Idee des Buches sehr gut und spannend und konnte meine Erwartungen bis zur Hälfte etwa ganz gut erfüllen. Danach nimmt es jedoch leider zunehmend ab. Die Geschichte wird immer wirrer und konstruierter, was zu Kosten der Spannung geht. Auch das Finale lässt mich mit einem unbefriedigendem Gefühl zurück. Hier konnte ich mich mit der Hauptperson Joan nicht mehr identifizieren. Ihre Handlungen weichen für mich von der bisher beschriebenen Person ab. Außerdem ist der Schluss etwas zu überzogen - "amerikanisch". Am Ende bleiben zu viele Fragen offen..

Fazit:
Gute Idee, allerdings ab der Hälfte zunehmend wirr und wenig spannend. Leider wurde viel Potential verschenkt - Ich hätte mir mehr erwartet!

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All die Jahre

J. Courtney Sullivan , Henriette Heise
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 29.01.2018
ISBN 9783552063662
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:
Nora Flynn wandert mit 21 aus Irland aus, um ihrem Verlobten Charlie nach Amerika zu folgen. Ihn liebt sie nicht wirklich, aber ihr Pflichtgefühl treibt sie. Außerdem möchte sie damit ihrer Schwester Theresa, die sie begleiten wird und für die sie seit dem Tod ihrer Mutter mehr oder weniger verantwortlich ist, eine Ausbildung ermöglichen. Doch es kommt anders als geplant - Theresa wird ungewollt schwanger. Nora muss eine Entscheidung treffen. Und diese hat weitreichende Folgen auf ihre ganze Zukunft..
Fünfzig Jahre später hat Nora vier Kinder: Brian, Bridget, John und ihren Liebling Patrick. Theresa lebt als Nonne im Kloster. Beide Schwestern haben keinen Kontakt mehr. Bis sie Patricks Tod wieder zueinander führt und sie sich mit der Vergangenheit auseinandersetzen müssen..


Meine Meinung:
Durch einen langsamen, flüssigen Schreibstil und eine ruhige Erzählweise konnte ich schnell in das Buch hineinfinden. Die Geheimnisse der Familie werden Stück für Stück langsam teilweise aufgedeckt, womit eine Spannung aufgebaut wird, die mich das Buch nicht mehr aus der Hand legen lies.
Die Charaktere sind sehr gut gelungen. Jeder einzelne hat eine unverwechselbare Persönlichkeit. Keiner gleicht dem anderen. Und jeder hat seine eigenen Probleme und Geheimnisse, was es noch spannender macht. Auch aktuelle Themen wie Homosexualität, Schulden, Alkoholismus, usw. werden eingeflochten.  Die Vielzahl der integrierten Probleme und Themen war mir persönlich jedoch nicht zu viel und passte gut zum Buch.
Fehlende Kommunikation ist ein Hauptthema, welches sich durch die Geschichte zieht. Verdrängen und Verschweigen wird stattdessen großgeschrieben. Dadurch wurde ein enorm großes Lügengerüst aufgebaut, welches man als Leser Stück für Stück aufdeckt.
Am Ende fehlte mir persönlich jedoch der große Knall. Das passt einerseits zum Buch, lässt bei mir allerdings viele offene Fragen zurück. Ich konnte das Verhalten der Hauptperson Nora nicht vollständig nachvollziehen. Einige Lösungen werden zwar am Schluss angedeutet, blieben mir aber zu unvollständig.


Fazit:
Ein netter und eindrücklicher Familienroman den ich empfehlen kann, obwohl mich das Ende nicht überzeugt hat.

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