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113 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

jugendbuch, familie, koma, anders, unfall

Anders

Andreas Steinhöfel
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.10.2014
ISBN 9783551560063
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich bin seit "Die Mitte der Welt" ein großer Fan von Steinhöfels Büchern und habe mich sehr gefreut, als ich neulich bei einem Buchladenbummel auf "Anders" stieß. Natürlich musste es sofort mit und wurde umgehend gelesen.

Anders heißt eigentlich Felix, vor seinem Unfall. Doch dann fällt er für 263 Tage ins Koma, aus dem er ohne Erinnerungen an sein altes Leben erwacht, und nennt sich fortan Anders. Seine Umwelt reagiert sehr unterschiedlich auf den veränderten Jungen. Die einen mit Skepsis, die anderen mit Neugier, nur einer nimmt ihn so an, wie er nun ist.

Im Laufe der Zeit erfährt man, dass es ein Geheimnis gibt um Anders, das selbst er nicht mehr entschlüsseln kann. Andeutungen hier und da, man ahnt es irgendwann, und doch dauert es eine ganze Weile bis man erfährt, was damals vor dem Unfall nun wirklich geschehen ist.

Die Sprache ist wunderbar, poetisch, leicht und doch sitzt jedes Wort exakt am richtigen Platz. Andreas Steinhöfel braucht nicht viele Worte, um Situationen und Emotionen zu zeichnen, und er versteckt an vielen Stellen kleine Andeutungen an Märchen, Mythen und Mathematik.

Ich habe beim Lesen mehrfach nachgesehen, an welche Altersgruppe sich das Buch richtet. Anders ist elf, als der Unfall passiert, und knapp zwölf, als er wieder erwacht. Doch das Buch liest sich nicht wie ein Kinderbuch, zu sehr ist es aus der Sicht der Erwachsenen geschrieben, zu vieles auch in Worten, die ich als (durchaus immer Bücher für ältere Kinder lesende) Elfjährige nur schwer verstanden hätte. Und an manchen Stellen ist das Buch erschreckend brutal - nicht, weil die Dinge in aller Deutlichkeit geschildert würden, sondern weil einzelne Wörter so plötzlich entsetzlich klar aus dem Text springen, dass sie einen gerade zu angreifen und man die Verletzung selber zu spüren meint, die beschrieben wird.

Wer dieses Buch für ein Kind kauft, sollte es vorher selber lesen und entscheiden, ob das eigene Kind mit dem Buch glücklich sein wird. Als Erwachsene habe ich es unglaublich gerne gelesen, habe Botschaften darin gefunden, die auch oder gerade für Erwachsene wichtig sind, habe die Sicht der Welt eines Kindes durch die Augen einer Gruppe Erwachsener betrachten dürfen, was ein seltsames und gleichzeitig unglaublich spannender Prozess ist.

Ich ziehe einzig aus dem Grund einen Punkt ab, weil ich das Buch nicht als uneingeschränkt kindertauglich betrachte. Mir selbst hat es unglaublich gut gefallen und ich habe es sehr gerne und mit einem noch immer deutlich spürbaren Eindruck gelesen.

Nun bleibt nur noch die Frage, ob ich es zu "Die Mitte der Welt" ins Regal stelle, das bei mir zwischen allen "Erwachsenenbüchern" steht, oder zu den Jugendbüchern. Darüber werde ich noch eine Weile nachdenken.

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34 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

aufräumen, ordnung, lebenshilfe, ratgeber, putzen

Magic Cleaning

Marie Kondo
E-Buch Text: 224 Seiten
Erschienen bei Rowohlt, 01.03.2013
ISBN 9783644491014
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich kenne nur sehr wenige Menschen, die wirklich gerne aufräumen. Und ich kenne sehr wenige Menschen, bei denen es immer und zu jeder Zeit ordentlich ist.
Die meisten von uns haben doch irgendwo immer eine "Rumpelecke" und kämpfen gegen die Windmühlen der Unordnung an. Bei mir ist die Ecke langsam aber stetig zu einem ganze Berg geworden und ich hab es auch eher mit einem Windpark zu tun.
In einem Anfall von "ich brauche eine sinnvolle Anleitung, um damit fertig zu werden" bin ich am Montag in eine Buchhandlung gegangen und kam mit "Magic Cleaning" wieder heraus. Und habe angefangen, es zu lesen. Musste widerwillig eine Pause einlegen, weil nun mal Weihnachten das Fest der Familie ist, und habe es heute beendet.

Das Buch ist anders. Anders als alle Tipps und Ratgeber, die ich kenne. Die meisten Bücher empfehlen, Dinge wegzuwerfen, die man zwei Jahre nicht mehr angesehen hat. Oder sich ein vernünftiges Ordnungssystem zu besorgen. Alles in durchsichtige Kisten zu packen, damit es von außen erkennbar ist. Und natürlich, jeden Tag ein bisschen zu erledigen, das sei schließlich besser, als gar nichts zu tun. Und so weiter und so fort.
Keiner dieser Tipps hat meine Wohnung bisher lnagfristig ordentlicher gemacht, eher im Gegenteil. Ich habe ohne Ende Regale und Kisten, aber davor stapeln sich noch immer Kartons und bedrohlich schwankende Ablagestapel.
Marie Kondo empfiehlt, all diese Tipps in den Wind zu schießen und stattdessen "in einem Schwung" zu entrümpeln. Und erst dann aufzuräumen.

Hä?

Ja, richtig gelesen. Und zwar soll man jeden (!) Gegenstand in die Hand nehmen, fühlen, ob er einen glücklich macht, und ihn andernfalls wegwerfen. Klingt radikal, hilft aber, Ballast loszuwerden. Ich habe bei meinem letzten Umzug alle Schulhefte bis auf zwei entsorgt. Das eine war mein Religionsheft aus der fünften Klasse, das dank eines genialen Lehrers wirklich toll gestaltet war, das andere war meine Mappe "kreatives Schreiben" aus dem Deutsch-LK. Ich habe nicht einen Zettel vermisst, der vor knapp sieben Jahren im Altpapier gelandet ist.

Nur leider habe ich sowohl noch immer zu viel unnötiges Zeug mitgenommen, als auch neues angehäuft.

Marie Kondo sagt, man soll sich bei den ausgedienten Gegenständen bedanken und sie gehen lassen. Und es ist seltsam, aber alleine der Gedanke macht mich frei. Ich habe - wie von ihr empfohlen - mit dem Kleiderschrank begonnen, fünf Tüten an Oberteilen und Jacken entsorgt und bereue es nicht. Ich habe mich verabschiedet und bedankt und freue mich geradezu darauf, weiterzumachen. Bis alle Kleidung in meinem Schrank Lieblingsstücke sind. Nicht mehr so viele wie zuvor, aber dafür alle mit dem Ziel, mit glücklich zu machen. Und wenn ich das nach und nach im gesamten Wohnbereich (und letztendlich auch in Wohnung und Keller) mache, dann heißt es nur noch, allen verbliebenen Dingen einen festen Platz zuzuweisen und alles nach Gebrauch zurückzulegen. Was ja dann nicht mehr schwer ist, weil es einen Platz hat. Und damit bleibt die Ordnung erhalten.

Ich bin gespannt, ob es wirklich dauerhaft funktioniert, halte das Buch aber für einen wirklich empfehlenswerten Ratgeber. Einen Stern Abzug, weil ein paar der Ideen selbst für mich zu abgefahren sind. Meine T-Shirts üben gerade, auf der Kante zu stehen, meine Socken werden vermutlich als Schnecken prima in die Schublade passen, aber meine Karotten werden nicht senkrecht im Kühlschrank stehen! :D
Und für manche Bereiche fehlen die Tipps komplett, weshalb ich das Buch als Anleitung an und für sich gut finde, mich aber frage, ob Frau Kondo keine Hobbies mit Zubehör hat, noch nie jemanden kennengelernt hat, der auch privat zwingend mehr als zwei Aktenordner benötigt (ihrer Meinung nach kann alles weg, was nicht gerade eine Versicherungspolice ist) und wie sie wohl ein Büro ordnet. Da meines zuhause ist, muss ich da dann wohl intuitiv anhand der bisherigen Lektionen arbeiten. Ich bin gespannt!

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Tags: aufräumen, lebenshilfe, ordnung, ratgeber   (4)
 

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38 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

kinderbuch, träume, juliane seidel, fantasy, bookshouse

Assjah - Die lebenden Träume

Juliane Seidel , Tanja Meurer
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei bookshouse, 01.02.2013
ISBN 9789963722259
Genre: Kinderbuch

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903 Bibliotheken, 12 Leser, 8 Gruppen, 181 Rezensionen

sarg, köln, thriller, psychothriller, mord

Der Sarg

Arno Strobel
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 17.01.2013
ISBN 9783596191024
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mein erstes Buch von Arno Strobel, aber mit Sicherheit nicht das letzte!

Durch die Lesechallenge bin ich zu dem Buch gekommen, und ich muss sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat! Freitag im Zug angefangen, Sonntag im Zug beendet. Das Buch übt einen Sog aus, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Es beginnt schon gruselig: Eva wacht auf und liegt in einem Sarg. Panik überkommt sie, sie versucht, sich zu befreien, schlägt um sich, versucht, sich zu beruhigen - und erwacht genauso plötzlich wieder in ihrem Bett. Ein Albtraum, denkt sie erleichtert - und dann bemerkt sie die Verletzungen an ihren Händen und die blauen Flecken am Körper.
In der Tageszeitung liest sie, dass ihre Halbschwester, zu der sie keinen Kontakt hat, tot in einem vergrabenen Sarg aufgefunden wurde.

Nach und nach lernt man immer mehr Figuren aus ihrem Umfeld kennen, und alle sind irgendwie verdächtig. Der Geschäftsleiter ihrer Firma, sein Sohn, sogar ihre beste Freundin wirkt irgendwann nicht mehr ganz koscher, und auch nicht der Therapeut, den diese Eva vorstellt, damit sie über ihre Erlebnisse reden kann.

Lange Zeit tappen die Ermittler im Dunklen, und als eine weitere Tote in einem Sarg gefunden wird, die keinerlei Bezug zu Eva hat, scheint es durchaus möglich, dass ihre Schwester Inge auch nut zufällig gewählt wurde - aber warum sollte dann Eva immer in diesen Nächten selber von einem Sarg träumen? Und wie kommen ihre Verletzungen zustande?
Dass Eva fast ihren Verstand verliert, weil alles keinen rechten Sinn ergibt, ist wirklich glaubwürdig. Und Arno Strobel schafft es gekonnt, den Leser immer wieder auf neue Fährten zu locken, ihm hier und da ein paar Häppchen zu servieren, die dann doch in eine Sackgasse führen.

Es gab relativ früh zwei Hinweise, die mich letztendlich auf die richtige Spur geführt haben. Den einen habe ich sofort enttarnt, der andere kam mir im richtigen Moment wieder in den Sinn, bevor Menkhoff (der Ermittler) darauf kommt. Was aber letztendlich die Lösung ist, war dann doch so im Detail kaum vorauszusehen.

Mehr als einmal hat das Buch mir den Atem stocken lassen und ich muss sagen, dass es ein wirklich intelligent komponierter Thriller ist, der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat und der sehr gut recherchiert ist! Hut ab und mehr davon, bitte.

Ich werde mir jetzt jedenfalls auch die anderen Thriller des Autors besorgen, allen voran "Das Wesen", weil im "Sarg" kurz Bezug darauf genommen wird.

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Tags: deutscher autor, düster, erwachsene, intelligent, junge erwachsene, kökn, köln, psychothriller, psychothriller, spannend, spannung, thriller   (12)
 

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60 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

flucht, asyl, tschechoslowakei, emigration, tschechien

Paradiessucher

Rena Dumont
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 28.01.2013
ISBN 9783446241640
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Rena Dumont ist selber mit 17 aus der Tschechoslowakei nach Deutschland geflohen und nutzt ihre Erinnerungen als Grundlage für diesen Roman über die 17jährige Lenka und ihre Mutter Nadja, die mit einem Touristenvisum nach Deutschland kommen und bleiben.

Während das Buch inhaltlich durchaus spannend ist und man einiges über das Leben im damaligen Ostblock lernt, bleibt Rena Dumont sprachlich leider oft hinter den Erwartungen zurück. Sie springt oft in der Perspektive, ohne dass dies sofort ersichtlich ist. Manchmal erzählt die siebzehnjährige Lenka aus der Situation heraus, was auch die Szenen sind, die mir am besten gefallen haben, weil sie authentisch sind und man nah an das Geschehen herankommt. Allzuoft aber erzählt eine distanzierte, erwachsene Lenka, und dann fühle ich mich ein wenig wie jemand, der einem endlosen Bericht zuhören muss, dem es an Feuer und Lebendigkeit fehlt.
Und dann sind da noch die Stellen, in denen die Autorin selbst den Text zu kommentieren scheint.
Ich hätte mir gewünscht, dass die Erzählstimme konsistenter ist, genauso, wie es mir wesentlich besser gefallen hätte, wenn manche Szenen mehr Raum erhalten hätten und dafür solche, die für die Handlung absolut unwichtig waren, einfach weggefallen wären. Auch hätte ich mir oft mehr Innenansicht von Lenka gewünscht, der Text wirkte auf mich oft sehr distanziert, ich konnte die Situationen zwar vor meinem geistigen Auge sehen, nicht aber erfassen, wie Lenka sich in diesen gefühlt hat. Das fand ich sehr schade, denn gerade so ein Text bietet sehr viel Möglichkeiten dazu.

Irritiert hat mich, dass Lenka vom Beginn bis zum Ende des Textes siebzehn Jahre alt ist. Der Handlungszeitraum sind ca zehn Monate, es ist also nicht unmöglich, aber während ihe Mutter ihren Geburtstag feiert, wird nie erwähnt, ob sie gerade erst siebzehn geworden ist, bevor die Flucht beginnt. Einige Rückblicke lassen jedoch darauf schließen, dass sie schon eine Weile siebzehn war, als sie das Visum erhalten haben. Hier könnte ggf. für eine weitere Auflage noch mal gründlich geschaut werden, ob man das irgendwo einflicht.

Alles in allem ein Buch, das sich flüssig liest und das durchaus Spaß macht, bei dem man aber auch hier und da Abstriche machen muss.

Der Autorin nehme ich nur schwer ab, dass der Roman nicht autobiografisch ist, da sie zum einen viele Szenen einbindet, die für den Roman nicht wichtig sind und die daher sicher aus ihrer Erinnerung stammen und "mit hinein" sollten, zum anderen hat sie in der Leserunde oft sich und Lenka in ihren Antworten vermischt. Mir ist es relativ gleich, ob ein Roman nun autobiographisch ist, nur in Teilen oder gar nicht, ich finde es allerdings befremdlich, wenn man auf der einen Seite betont, dass der Roman nicht die eigene Geschichte ist und dann Bilder aus dem eigenen Leben veröffentlicht, die angeblich Lenka und ihre Familie zeigen.

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10 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

fantasy, phantastik, homoerotik, homoerotischer fantasy, mystisch

Feuersänger

Tina Alba
Fester Einband: 532 Seiten
Erschienen bei Blitz, 23.03.2011
ISBN 9783898402941
Genre: Fantasy

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45 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

hölle, dämonen, dämon, luzifer, engel

Höllenjob für einen Dämon

Helen B. Kraft
Flexibler Einband: 362 Seiten
Erschienen bei Machandel-Verlag, 17.09.2012
ISBN 9783939727200
Genre: Fantasy

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tauchen, insel, beziehung, lanzarote, liebe

Nullzeit

Juli Zeh
Fester Einband: 255 Seiten
Erschienen bei Schöffling, 01.08.2012
ISBN 9783895614361
Genre: Romane

Rezension:

Nullzeit ist mein erster Roman von Juli Zeh, auch wenn sie mir als Autorin schon lange ein Begriff war.
Zu Nullzeit habe ich aus verschiedenen Gründen gegriffen: Zum einen wurde es mir empfohlen, zum anderen ist es mir immer und immer wieder in der Buchhandlung über den Weg gelaufen. Und nicht zuletzt hat es mich als aktive Taucherin interessiert, wie Juli Zeh dieses Thema unterbringt.

Das Buch hat mich vom ersten Satz an gefesselt. Juli Zeh ist eine Meisterin darin, mit wenigen Worten umfassende Bilder zu zeichnen, und auch die Psychogramme ihrer Figuren sind ausgefeilt.

Zunächst ist alles klar: Sven und Antje sind vor 12 Jahren nach Lanzarote ausgewandert, um den deutschen Strukturen zu entgehen. In ihrer kleinen Tauchbasis hat jeder seine Aufgaben, und auch wenn Sven Antje nicht auf die gleiche Art liebt wie wie ihn, haben sie ein funktionierendes Arrangement.
Dann holt Sven die neuen Gäste für die nächsten 14 Tage ab, Jola und Theo. Sie ist eine junge Seriendarstellerin, die als Charakterdarstellerin ernstgenommen werden will und sich mit dem Tauchkurs auf das Casting für die Rolle der Lotte Hass vorbereitet, er ist ein Schriftsteller, der einen einzigen großen Roman veröffentlicht hat und seitdem in einer Schreibkrise hängt. Die beiden verbindet eine eher krankhafte Beziehung: Jola bezeichnet ihn als "alten Mann", er nutzt jede Chance, sie zu erniedrigen. Mehr als einmal spielen sie mit ihrem Leben, bis Sven schließlich eingreift und klar macht, dass unter Wasser er die Regeln macht.

Während der Hauptteil der Geschichte aus Svens Sicht geschildert wird, kommt Jolas Sicht immer wieder in Form von Tagebucheinträgen zu Wort. Und während sich anfangs beide Perspektiven decken, driften sie immer weiter auseinander, so dass man sich als Leser irgendwann unweigerlich fragt, wessen Geschichte denn nun stimmt.

Juli Zeh webt die Fäden geschickt, und der Leser wird tief hineingezogen in diese Dreiecksbeziehung, die kein gutes Ende nehmen kann. Doch wer am Ende die Wahrheit sagt und wer lügt, muss jeder für sich selber entscheiden.

Fazit: Eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Und auch das Tauchen kam nicht nur nicht zu kurz, sondern war gut recherchiert! Ich muss wohl mal weitere Bücher der Autorin lesen.

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Tags: beklemmend, düster, erwachsene, lanzarote, literatur, psychothriller, tauchen, thriller, verwirrspiel   (9)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

fantasy, satire

Zweiland

Uwe Post
Flexibler Einband: 184 Seiten
Erschienen bei Books on Demand GmbH, 29.12.2008
ISBN 9783837067965
Genre: Fantasy

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weltuntergang, biopunk, science fiction, aliens, hybride

Symbiose

Uwe Post
Flexibler Einband: 198 Seiten
Erschienen bei Atlantis Verlag, 24.03.2009
ISBN 9783941258112
Genre: Fantasy

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Science Fiction - aber ohne Zeitreisen

Uwe Post
E-Buch Text: 136 Seiten
Erschienen bei null, 23.04.2012
ISBN B007X4CBNK
Genre: Sonstiges

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Fantasy. Aber ohne doofe Elfen

Uwe Post
E-Buch Text
Erschienen bei null, 03.11.2011
ISBN B0063BEY7U
Genre: Sonstiges

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

parodie, nervender neffe, ironie, detektiv, schwul

Walpar Tonnraffir und der Zeigefinger Gottes

Uwe Post
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Atlantis Verlag Guido Latz, 20.08.2010
ISBN 9783941258273
Genre: Science-Fiction

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1.380 Bibliotheken, 20 Leser, 14 Gruppen, 257 Rezensionen

insel, fantasy, monster, kinder, zeitschleife

Die Insel der besonderen Kinder

Ransom Riggs , Silvia Kinkel
Fester Einband: 415 Seiten
Erschienen bei PAN, 02.11.2011
ISBN 9783426283684
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Buch wurde mir von einer Bekannten empfohlen, die es mit ihren Schülern gelesen hat. Da wir einen ähnlichen Geschmack haben, was Bücher angeht, habe ich es mir gekauft.

Die Geschichte wurde um eine reihe alter Fotografien gewoben, was eine wunderbare Idee ist (ich denke da nur an Walter Moers, der mit “Wilde Reise durch die Nacht” den Kupferstichen von Gustave Doré ein neues Leben eingehaucht hat).
Jacob ist ein recht normaler Teenager im heutigen Amerika. Er ist nicht besonders beliebt, hat einen guten Freund, der ihn notfalls auch mal mit körperlicher Gewalt vor den Mitschülern beschützt und einen Großvater, der in jungen Jahren aus Europa eingewandert ist. Dieser erzählt ihm Geschichten aus seiner Jugend, aus dem Krieg und von dem Kinderheim, in dem er einen Teil des Krieges verbrachte und wo er glücklich war.
Die wenigen Fotos, die er aus der Zeit gerettet hat, sehen für Jacob mit zunehmendem Alter immer mehr nach Montagen aus. Da ist ein schwebendes Mädchen, ein Junge, der einen Felsbrocken hebt und ein gänzlich Unsichtbarer, den man nur anhand seiner Kleidung sehen kann. Jacobs Großvater Abe erzählt von diesen Kindern, als sei das alles real, und während Jacob als Kind noch gebannt an seinen Lippen hängt, wirft er als Sechzehnjähriger dem Großvater vor, sich das alles nur ausgedacht zu haben. Auch die Monster, vor denen der Großvater ihn warnt und um derentwillen er einen ganzen Schrank voller Waffen hat, entspringen Jacobs Ansicht nach nur der Phantasie des alten Mannes.
Als sein Großvater anruft und dringend um den Schlüssel für den Waffenschrank bittet, lügt Jacob und sagt, er wisse nicht, wo dieser sich befinde. Schließlich fährt er zum Haus seines Großvaters und findet ihn verletzt und sterbend im Wald, aus dem Augenwinkel sieht er ein schreckliches Wesen, das sich entfernt.

Von nun an muss Jacob sich mit einem Psychiater herumschlagen, der ihm helfen soll, das Trauma zu verarbeiten. Doch auch die seltsamen letzten Worte seines Großvaters gehen ihm nicht aus dem Kopf, und schließlich macht er sich mit seinem Vater auf, das Kinderheim zu finden, in dem sein Großvater vor sechzig Jahren untergebracht war.
Sie finden eine kleine irische Insel, skurrile Menschen und Jacob landet schließlich in der verfallenen Ruine, die einst voller Kinderlachen gewesen sein muss. Ein Koffer zieht seine Aufmerksamkeit auf sich, doch das Schloss ist als und verrostet. Seine Idee, den Koffer die Treppe herunterzuwerfen, um ihn zu öffnen, endet damit, dass der Koffer mit solcher Wucht im Erdgeschoss aufschlägt, dass er ein Loch in den morschen Boden reißt und im Keller zerplatzt.
Jacob traut sich hinab, udn während er im Dunklen nach dem Inhalt tastet und weitere Bilder findet, tauchen über ihm Kinder auf und fragen, ob er Abe sei, der zurückgekehrt ist. Jacob folgt den Kindern, die vor ihm fliehen, und muss erkennen, dass nichts gelogen war von dem, was sein Großvater erzählte. Er folgt den Kindern in den Sommer 1940, wo sie immer und immer wieder den gleichen Tag erleben – als einzige jedoch in fortlaufender Folge, so dass sie sich an die Tage erinnern können und jeden Tag aufs Neue frei sind, das zu tun, wonach ihnen ist.

Jacob wird zunächst misstrauisch beäugt und dann zunehmend in die Gemeinschaft integriert, doch er will sein Leben und seine Eltern nicht vollständig zurücklassen. Was er jedoch nach und nach über die Welt dieser Kinder erfährt, die alle eine besondere Begabung haben und sich daher vor den Menschen ohne diese Begabungen verstecken, lässt ihn immer enger mit deren Welt verschmelzen. Und dann müssen sie gemeinsam gegen die Monster kämpfen, die den Kindern nach dem Leben trachten, und Jacob muss sich entscheiden, wohin er gehört …

Das Buch ist spannend, wunderbar geschrieben und rankt sich wunderbar um die alten Fotografien. Allein das Ende hat mich etwas enttäuscht, denn es wirkt, als habe der Autor keine Lust mehr gehabt und wolle schnell fertig werden. Auch im Kampf gegen die Monster, die Hollowgasts, stellen die Kinder sich teilweise schlechter an als sie könnten – wenn vier besondere Begabungen zusammenkommen und darunter eine “übermenschliche Kraft” lautet, dann sollten die Kinder nicht panisch davonlaufen, sondern tun, was sie aussprechen: Dem Monster die Zähne einschlagen und es fertigmachen.

Am Ende ist so vieles offen, dass ich davon ausgehe, dass der Autor eine Fortsetzung geplant hat. Auf der einen Seite finde ich das gut, weil ich einfach wissen will, wie es mit Jacob, Emma, Millard, Miss Peregrine und all den anderen weitergeht, auf der anderen Seite wünsche ich mir auch einfach mal wieder Bücher, die in sich abgeschlossen sind. Derzeit scheint eine Trilogie-Seuche zu grassieren, und wenigstens eine Fortsetzung ist inzwischen Standard.

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Tags: düster, jugendliche, junge erwachsene   (3)
 

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1.074 Bibliotheken, 14 Leser, 5 Gruppen, 152 Rezensionen

glas, liebe, fantasy, ida, insel

Das Mädchen mit den gläsernen Füßen

Ali Shaw , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 397 Seiten
Erschienen bei script5, 09.01.2012
ISBN 9783839001318
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich gebe es zu: Die Amazon-Rezensionen haben mich neugierig gemacht, und zwar vor allem die negativen.

Worum geht es?
Ida hat ihren Sommerurlaub auf St. Haudas Land verbracht, einem kleinen Insel-Archipel, dessen Lage nicht näher beschrieben wird und der sich klimatisch und von der Namensgebung seiner Orte her irgendwo zwischen Großbritannien und Norwegen befinden dürfte. Kurz: Die Inseln sind fiktiv.
Als Ida wieder auf dem Festland ist, bemerkt sie eine Veränderung an sich: Schleichend werden ihre Füße zu Glas. Es beginnt mit einem Splitter, der sich nach dem Joggen nicht aus dem Fuß ziehen lässt, und es wird mehr. Immer mehr. Ida ist sich sicher, dass St. Haudas Land die Antwort zu diesem Rätsel und auch ein Heilmittel bereithält, und so reist sie mitten im Winter zurück. Inzwischen geht sie schwerfällig, benutzt eine Krücke und trägt überdimensionale Stiefel, um ihre empfindlichen Füßen mit ausreichend vielen Socken schützen zu können.

Sie lebt bei Carl im Haus, der vor vielen Jahren in ihre Mutter verliebt war und nicht den Mut hatte, Freya für sich zu gewinnen. Im Blumenladen begegnet sie Midas, dem schüchternen und ein wenig verschrobenen Fotografen, der ihr Herz erobert ohne selber zu wissen, wie es dazu kommen konnte. Und sie macht sich auf die Suche nach Henry Fuwa, den Mann, der im Sommer auf der Straße stürzte und ihr von den Ochsenmotten erzählte, einem Geheimnis der Natur der Inseln, welches er hütet. Im Sommer glaubte sie ihm nicht, nun glaubt sie, dass er ihr helfen könne.

Während Carl versucht, alles von ihr fernzuhalten, was ihr schaden könne und seinerseits nach einer Lösung des Problems sucht, ist Midas zunächst mit seiner Rolle völlig überfordert und wächst nach und nach in diese hinein.

Das Buch lebt vor allem von seinen wunderbaren Beschreibungen und geradezu märchenhaften Einfällen. Abgesehen von den Ochsenmotten, winzigen geflügelten Kühen, und der seltsamen Krankheit, die Menschen zu Glas erstarren lässt, gibt es noch das Tier, dessen Blick alles zu Weiß werden lässt und Quallen, deren Gift lähmt und die in Schwärmen zum Sterben in die Buchten der Inseln kommen, wobei sie zu Licht zerfallen.

Nicht alle Fäden der Geschichte laufen am Ende zusammen und nicht alle Geheimnisse werden gelüftet, und doch ist das Buch in sich rund. Es hat eine märchenhafte und melancholische Grundstimmung, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat, und auch die Sprache ist wunderbar verspielt und einem Märchen angemessen.

Manche Fragen hätte ich gerne noch geklärt, das Ende ist nicht unbedingt als happy end zu bezeichnen, und die Frage meiner Mutter, als ich ihr von dem Buch erzählte, “welche Botschaft steckt denn nun dahinter? Warum wird Ida zu Glas?”, kann ich nicht wirklich beantworten. Es geht um Liebe in all ihren Facetten, um Verlust und verpasste Chancen, um Hoffnung und um Schicksal – vor allem aber geht es darum, dass das Leben sich nicht lenken lässt, sondern einfach passiert, wie es ist.

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und werde das sicher noch einmal tun.
Und weil es so besonders ist, möchte ich auch das äußere Erscheinungsbild hervorheben: Das Cover ist in weiß, hellblau und silber gehalten, es gibt Hochglanz-Vorhebungen und die Natur von St. Haudas Land spiegelt sich in der filigranen Zeichnung wider. Und die Beschnittkante ist silbern, was dem Buch einen sehr edlen Anstrich gibt. Auch das Lesebändchen ist silbern.

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