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1.380 Bibliotheken, 21 Leser, 14 Gruppen, 257 Rezensionen

insel, fantasy, monster, kinder, zeitschleife

Die Insel der besonderen Kinder

Ransom Riggs , Silvia Kinkel
Fester Einband: 415 Seiten
Erschienen bei PAN, 02.11.2011
ISBN 9783426283684
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Jacob ist mit seinen 16 Jahren mittlerweile zu alt, um die Märchen und Schauergeschichten, die sein Großvater ihm seit seiner Kindheit erzählt, zu glauben. Als er seinen Großvater aber eines Tages ermordet im Wald auffindet und ein "Monster" wegrennen sieht, beginnt er diese Schauergeschichten zu hinterfragen. Obwohl seine Eltern und ein Psychiater ihn davon überzeugen wollen, dass er sich das alles nur einbildet, weiß er, dass er der Sache nachgehen muss, um seinen Seelenfrieden zu finden. Diese Suche nach der Wahrheit führt ihn nach Wales, in das Waisenhaus, indem sein Großvater seine Kindheit verbracht hat und wo angeblich Kinder mit besonderen Fähigkeiten einen Unterschlupf vor den Monstern gefunden haben.
Zunächst stellt Jacob ernüchtert fest, dass das alte Waisenhaus nur mehr einer Ruine gleicht, doch dann geschieht etwas merkwürdiges und er entdeckt mehr, als er für möglich gehalten hätte...

Meinung

Bei "Die Insel der besonderen Kinder" fiel mir von Anfang an auf, wie außergewöhnlich und einzigartig dieses Buch ist. Als erstes springt einem natürlich die ungewöhnliche Aufmachung ins Auge, denn im Roman werden alle paar Seiten eigenartig anmutende Bilder eingefügt, die eben die"besonderen Kinder" darstellen. Diese leben versteckt auf einer relativ verlassenen Insel vor Wales. Ihre Fähigkeiten erstrecken sich von ungeheurer Kraft, über Unsichtbarkeit bis zum Schweben. Beaufsichtigt werden sie von Mr. Peregrine, die sich, wie ihr Name bereits vermuten lässt, in einen Vogel verwandeln kann.
So lautet jedenfalls die Geschichte, die Jacob immer von seinem Großvater erzählt bekommen hat. Als sein Großvater ermordet wird, reist Jacob nach Wales, um das "Monster", welches er für seinen Tod verantwortlich hält, zu enttarnen. Jacob tritt zunächst als nicht besonders interessanter Charakter auf, er ist der typische Einzelgänger und verlor mit seinem Großvater seine einzige Bezugsperson. Doch auf der Insel angelangt, beginnt sein Charakter sich positiv zu verändern.
Was dieses Buch aber so einzigartig macht, ist die Entdeckung, die Jacob in dem alten Waisenhaus macht: Denn plötzlich steht er jenen ungewöhnlichen Kindern gegenüber, von denen sein Großvater immer erzählt hat. Er fiel nämlich in eine Zeitschleife, die von den Kindern und Mr. Peregrine errichtet wurde, um sie alle vor dem schrecklichen Bombenangriff zu schützen, der ihr Leben kosten würde. Daher erleben sie alle seit über 60 Jahren den selben Tag. Dies ist zwar für die Kinder selbst mittlerweile schon zur Routine geworden, für den Leser allerdings alles andere als langweilig. Ganz im Gegenteil, ich finde dass man diesen mittleren Teil des Buch, in dem das Alltagsleben der Kinder beschrieben wurde, ruhig noch ein wenig ausbauen hätte können. Auch die "Monster" kamen zunächst ein wenig zu kurz. Besonders toll an ihnen fand ich aber, dass sie richtig düster und böse waren, genauso wie es sich für echte Monster gehört.
Nicht mehr aus der Hand legen wollte ich das Buch aber vor allem wegen der zarten Liebesgeschichte zwischen Jacob und Emma, die aufgrund ihrer Vergangenheit mit seinem Großvater zunächst etwas kompliziert ist. Abgesehen davon, dass sie ja eigentlich nicht in seiner Realität lebt und auch nicht mit ihm in seine Zeit gehen kann.
Jacob muss sich also früher oder später zwischen ihr und den anderen Kindern, die mittlerweile seine Freunde geworden sind und seinem alten Leben mit seiner Familie entscheiden. Doch Zeit zum Nachdenken bleibt ihm kaum, denn die Monster bleiben nicht untätig...

Fazit

Ein erfrischend außergewöhnliches Buch, das beweist, dass im Fantasygenre immer noch Raum für neues ist.

  (6)
Tags: fantasy, irland, jugend   (3)
 

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408 Bibliotheken, 2 Leser, 12 Gruppen, 78 Rezensionen

flucht, jugendbuch, whisper island, gedankenlesen, insel

Whisper Island - Sturmwarnung

Elizabeth George , Ann Lecker-Chewiwi , Bettina Arlt ,
Fester Einband: 444 Seiten
Erschienen bei INK, 04.11.2011
ISBN 9783863960018
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Becca kann die Gedanken von Menschen lesen, was ihr zum Verhängnis wird. Als ihrem Stiefvater nämlich klar wird, dass sie weiß, dass er seinen Geschäftspartner getötet hat, verfolgt er sie skrupellos. Sie flieht zu einer Freundin ihrer Mutter auf eine abgeschiedene Insel. Doch diese trifft sie dort nie an, da diese erst kürzlich verstarb. Von nun an ist die 14-Jährige auf sich allein gestellt, denn auch ihre Mutter ist plötzlich nicht mehr erreichbar. Sie versucht in der Inselgemeinschaft Anschluss zu finden. Da sie aber aufgrund ihrer besonderen Fähigkeit mehr weiß, als sie wissen sollte, fällt ihr das zunächst recht schwer. Mit der Zeit lernt sie aber immer mehr Menschen kennen, die ihr helfen. Als einer davon - Derric - im Wald abstürzt, gerät sie ins Fadenkreuz der Polizei und fürchtet, dass ihre wahre Identität enttarnt wird...

Meinung

Von "Whisper Island" habe ich mir zunächst sehr viel erwartet. Immerhin trägt das Buch den Namen einer sehr berühmten und beliebten Krimiautorin: Elizabeth George, die für ihren mitreißenden Erzählstil von allen Seiten gelobt wird.
Da der Genrewechsel beispielsweise bei Kathy Reichs problemlos funktionierte, konnte mit diesem Buch eigentlich nicht viel schief gehen. Meine Enttäuschung war dann jedoch ziemlich groß. "Whisper Island" konnte mich von Anfang an nicht so mitreißen, wie ich es erwartet hätte. Das liegt vor allem daran, dass mir die Geschichte rund um Becca über weite Teile nicht sehr logisch erschien. Als Beispiel ist hier zu erwähnen, dass sie kaum besorgt wirkt, als ihre Mutter, die wohlgemerkt auch von einem Mörder verfolgt wird, sich plötzlich nicht mehr meldet. Sie wundert sich zwar kurz, lebt dann aber scheinbar unbekümmert ihr Leben auf der Insel weiter. Meiner Meinung nach würde jede "normale" 14-Jährige, die von ihrer Mutter dermaßen allein gelassen wird, einfach nur in Panik ausbrechen.
Auch ihre Fähigkeit Gedanken zu lesen, fand ich nicht sehr spektakulär. Meistens hört sie in diesem "Flüstern" nämlich nur Gedankenbruchstücke, die kaum bis schwer zu interpretieren sind.
Die Handlung im Allgemeinen ist zwar nicht sterbenslangweilig, aber eben auch nicht richtig spannend genug, um bei mir Interesse oder gar Begeisterung auszulösen. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass die Autorin einfach einmal drauflos geschrieben hat, ohne ein wirkliches Konzept im Kopf zu haben. Des Weiteren wollte sie wohl viel zu viele Aspekte in einer Handlung unterbringen. Dies führt unweigerlich dazu, dass sich unnötige Nebenhandlungen aneinanderreihen, sodass man als Leser die Haupthandlung teilweise aus den Augen verliert. Auch die Liebesgeschichte zwischen Becca und Derric ist alles andere als aufregend.

In vielen Rezensionen wird ja kritisiert, dass sich das Wort "Freude", das immer wieder in Derrics Gedanken herumschwirrt, als Name entpuppt. Ich muss dazu sagen, dass das zwar wirklich sehr unglücklich klingt, aber wohl auch nicht anders möglich gewesen wäre. Elizabeth George kann ja schließlich nicht wissen, dass ihre "Joy" auf deutsch einfach nicht als Name funktioniert. Auch den Übersetzerinnen kann ich in diesem Fall keine Schuld geben, denn wenn sie "Joy" nicht übersetzt hätten, wäre von Anfang an klar gewesen, dass es sich dabei um eine Person handelt, was ja von der Autorin nicht so gewollt war. Meiner Meinung nach gab es also keinen Ausweg aus diesem Dilemma.

Übrigens fällt mir erst jetzt auf, dass mir nicht ganz klar ist, warum das Buch den Untertitel "Sturmwarnung" trägt. Geht es da nur mir so?

Fazit

Insgesamt auf keinen Fall besser wie Durchschnitt

  (3)
Tags: jugendbuch   (1)
 

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629 Bibliotheken, 7 Leser, 8 Gruppen, 128 Rezensionen

thriller, augen, entführung, psychothriller, berlin

Der Augenjäger

Sebastian Fitzek
Fester Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 27.09.2011
ISBN 9783426198810
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt

Dr. Zarin Suker ist tagsüber einer der renommiertesten Augenärzte der Welt. Doch in der Nacht wird er zum Monster. Er entfernt seinen Opfern die Augenlider, bevor er sie anschließend vergewaltigt und erst danach lässt er sie wieder gehen. Dennoch hat bisher keines seiner Opfer überlebt, denn sie sind alle so traumatisiert, dass sie nur einen Ausweg sehen: Selbstmord.
Daher gibt es kaum stichhaltige Beweise gegen Suker und er steht kurz vor der Freilassung. Die Polizei hat aber noch einen Trumpf im Ärmel: Alina Gregoriev, das Medium, das bereits bei der Identifikation des Augensammlers geholfen hat.
Alexander Zorbach sucht währenddessen immer noch verzweifelt nach seinem entführten Sohn, obwohl er sich mittlerweile sicher ist, nur noch die Leiche finden zu können. Er setzt alles daran den Augenjäger endlich aufzuspüren und Rache zu üben, doch dieser kommt ihm zuvor, was bei Zorbach tiefe Spuren hinterlässt...

Meinung

Sebastian Fitzek setzt mit diesem Buch die fesselnde Geschichte des Augensammlers fort, gleichzeitig erschafft er einen weiteren psychopathischen Mörder, der auf das menschliche Auge fixiert ist. Im "Augenjäger" werden teilweise zwei Krimis gleichzeitig erzählt, wobei allerdings klar ist, dass es einen Zusammenhang zwischen den beiden Killern geben muss.
Das Buch wird hauptsächlich aus der Sicht von Zorbach und Alina Gregoriev erzählt, wobei sich die beiden Handlungsstränge abwechseln, was zu einer fast unerträglichen Spannung führt.
Gleich am Anfang schockt Fitzek seine Leser mit einem Kopfschuss von Zorbach. Doch dieser überlebt wie durch ein Wunder und hat jetzt endgültig nur noch ein Ziel: Vergeltung. Noch nie konnte ich diese Sehnsucht nach Rache so nachvollziehen wie in "Der Augenjäger". Zorbachs Leben wurde ein für alle Mal zerstört und auch wenn nichts und niemand etwas daran ändern kann, hofft man, dass er durch einen Racheakt endlich Frieden finden wird.

Auch in Alinas Leben läuft nicht alles, wie geplant. Nach ihrer ersten Begegnung mit Suker kann sie ihn und das was sie gesehen hat, als sie ihn berührte, nicht mehr vergessen. Und auch er vergisst sie nicht, sondern wählt sie als sein nächstes "Versuchsobjekt".
Alinas Gefangenschaft wurde so realistisch und spannend erzählt, sodass mir ein ums andere Mal der Atem stockte. Das es neben dem Augenjäger und dem Augensammler noch einen dritten Beteiligten gibt, hätte ich mir nie gedacht. Der Auftritt von Iris war eine für Sebastian Fitzek typische unerwartete Wendung. Allerdings erfährt der Leser meiner Meinung nach etwas zu wenig über sie. Apropo Wendungen: Was Zorbach am Ende aufdeckt, war äußerst überraschend! Ich war ziemlich fassungslos und das ist hier absolut positiv gemeint. Fitzek schafft es wie kein anderer seine Leser zu schockieren.

Auch dieses Mal enthält das Buch wieder ein kleines Extra, das man so wohl noch nie gesehen hat. Besonders hervorheben und loben möchte ich das letzte Kapitel - sehr raffiniert Herr Fitzek, ich bin begeistert!

Fazit

Ein Fitzek, wie er im Buche steht - spannungsgeladen mitreißend und vor allem schockierend! Ein absolutes Muss für Thrillerfans, denn bei allen anderen würde "Der Augenjäger" wohl Albträume auslösen!

  (7)
Tags: krimi, psychothriller, thriller   (3)
 

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(85)

205 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 22 Rezensionen

geister, fantasy, london, friedhof, träume

Memory - Stadt der Träume

Christoph Marzi
Fester Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.09.2011
ISBN 9783401066226
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Judes einzige Freunde sind die Geister des Highgate Cementary. Nur dort fühlt er sich wohl und kann er selbst sein. Während einer Geisterparty trifft er auf ein Mädchen, das nicht weiß, wer sie ist. Schnell freundet sich Jude mit dem Mädchen, das bald den Namen Story erhält, an und versucht gemeinsam mit den Geistern herauszufinden, was mit ihr passiert ist. Geister erinnern sich normalerweise an das Leben vor ihrem Tod, Story allerdings scheint überhaupt keine Erinnerungen zu haben. Keiner weiß, was genau sie ist, sie ist auf alle Fälle noch kein Geist, aber auch nicht mehr richtig lebendig. Im Zuge ihrer Suche stoßen die beiden auf unheimliche Wesen ohne Gesichter. Diese sind offensichtlich dafür verantwortlich, dass die Geister von einigen Friedhöfen in London spurlos verschwunden sind.
Jude und Story ahnen nicht, in welche Gefahr sie sich mit der Suche nach ihrer Identität begeben...

Meinung

Christoph Marzi entführt den Leser mit "Memory" wieder einmal an einen seiner Lieblingsschauplätze: London. Dieses Mal stehen vor allem die Friedhöfe der Stadt im Vordergrund. Diese beschreibt er so interessant, dass ich es bereits nach wenigen Seiten bereut habe, den Highgate Cementary noch nicht besichtigt zu haben.

Was die Location betrifft, lässt das Buch also keine Wünsche offen. Bei den Charakteren habe ich allerdings gemischte Gefühle, während ich Jude und vor allem seine Geschichte sehr interessant fand, konnte ich mit Story einfach nichts anfangen. Von ihr weiß man einfach zu wenig, so dass es schwer fällt, sich mit ihr zu identifizieren. Die vielen Geister in der Geschichte waren allerdings sehr spannend und haben auch für den ein oder anderen Lacher gesorgt.
Was die Bösewichte betrifft, war ich zwischendurch sehr begeistert, denn dieses gesichtslosen Gestalten waren so unheimlich, dass ich einfach weiterlesen musste, um herauszufinden, was es mit ihnen auf sich hat. Im letzten Drittel liest sich "Memory" fast wie ein Krimi, was mir sehr gut gefallen hat. Jude und Story kommen nach und nach dem Rätsel ihrer Identität auf die Spur und erkennen, dass sie einen mächtigen Gegner haben. Bis dahin war ich ja noch ganz begeistert von der Geschichte, die Auflösung des Rätsels hat mir allerdings weniger gefallen. Mit den mystischen Geschichten, die dann als Erklärung für Judes Fähigkeit Geister zu sehen dienten, konnte ich leider nichts anfangen, ich hätte mir irgendwie eine andere Erklärung gewünscht.Trotzdem habe ich das Buch sehr gerne gelesen, was meiner Meinung nach vor allem an Marzis wunderbarer Sprache liegt, bei ihm wird einfach jeder Satz zum Genuss.

Fazit

Für Marzi-Fans ein Muss, ansonsten bietet das Buch nette Unterhaltung für zwischendurch.

  (5)
Tags: fantasy, jugenbuch, lonson   (3)
 

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(39)

99 Bibliotheken, 4 Leser, 4 Gruppen, 16 Rezensionen

steampunk, fantasy, magier, london, luftschiff

Magierdämmerung - In den Abgrund

Bernd Perplies
Flexibler Einband: 503 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 08.09.2011
ISBN 9783802582660
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Nachdem Lordmagier Wellington die Wahre Quelle der Magie geöffnet hat, häufen sich weltweit die mysteriösen Vorfälle. Wellingtons Gier nach Macht ist allerdings noch nicht gestillt und er begibt sich mit einem teuflischen Plan erneut zur Quelle. Er ahnt allerdings nicht, dass ihm gleichzeitig mehrere seiner Feinde dicht auf den Fersen sind. Einerseits Jonathan Kentham und Kendra McKellen, die sich mit einem fliegenden Segelschiff fortbewegen. Der Kapitän dieses Schiffes will nur "der Hölländer" genannt werden und hat einige Geheimnisse.
Der ganze Trubel jat auch die Magieabwehr des Vatikans in die Tat schreiten lassen. Mit Randolph und Jupiter Holmes an Bord des riesigen Luftschiffes Gladius Dei wollen sie Wellington den Gar ausmachen.
Doch auch die amerikanischen Magier haben von Wellingtons Machenschaften Wind bekommen und machen sich ihrerseits auf den weiten Weg über den Atlantik. Dunholms ehemalige Gefährten hoffen unterdessen auf königliche Hilfe im größten Kampf der Magier aller Zeiten...

Meinung

Mit "In den Abgrund" legt Bernd Perplies den finalen Teil seiner "Magierdämmerung" - Trilogie vor. Alles steuert auf den großen Kampf der Magier zu. Der Leser begleitet die verschiedenen Parteien auf ihrer Reise und erlebt dabei einige Überraschungen. Verblüfft hat es mich, dass jetzt auch die Amerikaner eingreifen und an die Geschichte des indianischen Sehers Wovaka musste ich mich zunächst gewöhnen. Dieses Mal interessierten mich generell einige Handlungsstränge mehr wie die anderen. Vor allem der fliegende Holländer und die Geschichte der Urenkelin von Königin Victoria hat mich fasziniert. Die Magie steht hier noch mehr im Mittelpunkt, denn neben der ersten Sphäre der Fadenbündel gibt es noch eine zweite und dritte Sphäre, die eine wichtige Rolle spielen. Mit Magie, Steampunk, witzigen, sehr überzeugenden Charakteren und den ungewöhnlichsten Feinden bietet "In den Abgrund" wieder alles, was sich das Leserherz wünscht. Besonders die aggressiven urzeitlichen Drachen sorgen bereits am Anfang für Spannung.
Was ich in meinen vorangegangenen Rezensionen nur kurz angesprochen habe, mir aber vor allem in "In den Abgrund" sehr aufgefallen ist, sind die unzähligen Anspielungen auf andere literarische Werke. Schon nach wenigen Seiten musste ich schmunzeln, als sich Holmes dem vermeintlichen Feind als Moriarty vorstellt. Bei vielen anderen Namen von Nebencharakteren ist auf einen Blick klar, dass sie wohl kaum zufällig gewählt wurden. So kommt es, dass plötzlich vier Namensvetter von amerikanischen Präsidenten gemeinsam in einem Zugabteil sitzen. Nach kurzer Recherche habe ich herausgefunden, dass es Parson mit seiner Turbinia in der Wirklichkeit doch noch zum diamantenen Thronjubiläum von Königin Victoria geschafft hat. All das ist nur ein kleiner Auszug aus den vielen Anspielungen in dieser Reihe von Bernd Perplies. Ich bin mir auch sicher, dass ich bei weitem nicht alle entdeckt habe, aber bei manchen Namen spürt man beim Lesen einfach, dass mehr dahinter steckt. Der Rechercheaufwand, den der Autor hier offensichtlich hatte, gehört meiner Meinung nach gelobt, vor allem da das Buch ohne diese ausgeklügelten Namen fast gleich gut gewesen wäre und wahrscheinlich viele nicht einmal einen Zusammenhang sehen. Für mich haben diese Anspielungen aber einen ganz besonderen Reiz dargestellt, alle paar Seiten habe ich mir Namen herausgeschrieben und das obwohl ich mir sonst beim Lesen nie etwas notiere.
Das Ende hätte man meiner Meinung nach nicht besser gestalten können, denn alle Handlungsstränge zu einem so runden Abschluss zu bringen, ist eine Kunst für sich. Ich habe das Gefühl, dass alles sehr zufriedenstellend aufgelöst wurde. Positiv zu erwähnen ist außerdem, dass sich am Ende nicht unzählige Liebespaare gebildet haben und dann glücklich bis ans Ende ihrer Tage leben. Die Liebe bzw. Beziehungen zwischen den Charakteren wurde zwar angedeutet, dennoch weiß man nicht, wie ihre Geschichte weitergeht.

Fazit

Viel bleibt mir nicht mehr zu sagen, außer dass Bernd Perplies mit der "Magierdämmerung" - Reihe wohl einen neuen Steampunk-Meilenstein gesetzt hat.

  (4)
Tags: fantasy, jugendbuch, london, steampunk   (4)
 

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(123)

293 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 42 Rezensionen

liebe, geist, tod, geister, brücke

Wenn du mich siehst

Tara Hudson , Ute Brammertz
Fester Einband: 351 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 25.08.2011
ISBN 9783453267237
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Amelia stirbt an ihrem 18. Geburtstag. Doch sie ist noch immer auf der Erde - als Geist. Ganz allein streift sie umher, mittlerweile hat sie bereits das Zeitgefühl verloren, fühlt sich einsam und verlassen. Bis eines Tages ein tragischer Unfall passiert. Joshua verliert die Kontrolle über sein Auto und stürzt in den selben Fluss, in dem auch Amelia ertrunken ist. Amelia versucht verzweifelt den Jungen zu retten, doch da sie ein Geist ist, kann sie ihn nicht berühren und an die Oberfläche bringen. Als sein Herz aufhört zu schlagen, reißt Joshua plötzlich die Augen auf und sieht Amelia, die seit gefühlten Jahren von niemanden mehr gesehen wurde. Als Joshua dann doch noch gerettet wird, kann sie ihn nicht vergessen. Sie ist daher überglücklich als er eines Tages vor ihr steht und wissen will, wer sie ist. Joshua kann sie nämlich immer noch sehen. Schnell entwickelt sich eine tiefe Zuneigung zwischen den beiden und Amelia vergisst beinahe, das sie ein Geist ist. Doch Amelia hat Feinde. Neben Joshuas
Großmutter Ruth, einer bekannten Seherin, trachtet ihr auch der
Geist Eli nach dem Leben...

Meinung

In "Wenn du mich siehst" beschreibt Tara Hudson die Liebe zwischen einem Geist und einem Menschen. Nichts wirklich neues, aber dennoch überzeugt die Autorin großteils mit einer nachvollziehbaren Geschichte. Am Anfang nerven die ständigen Liebesbekundungen der beiden Protagonisten allerdings gewaltig. Dass es immer so toll kribbelt, wenn sich ihre Hände berühren, fand ich schon beim ersten Mal unfreiwillig komisch, dass ich das dann aber noch geschätzte fünft weitere Male lesen musste, ließ mich zwischendurch genervt mit den Augen rollen.
Mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran und kann den Rest der Geschichte genießen. Besonders die Schwierigkeiten, die so eine Beziehung mit einem Geist, also jemanden den nur er sieht, an den den Tag bringt, brachten Joshua in die ein oder andere peinliche Situation. Allerdings hätte ich gern mehr von diesen Aufeinandertreffen zwischen Amelia und seinen Freunden bzw. seiner Familie gelesen. Doch die beiden verbringen die meiste Zeit allein, unterhalten sich über alles mögliche und versuchen Amelias Identität herauszufinden. Sie kann sich nämlich an überhaupt nichts aus ihrem wahren Leben erinnern. Das war wohl der interessanteste Teil der Geschichte. Vor allem die Suche nach Amelias Eltern und ihre Rückkehr in ihr altes Zuhause stellten sehr emotionale Momente dar, die mich sehr gerührt haben. Auch der etwas düstere Teil der Handlung, rund um Eli, einem Geist, der sich selbst als Hüter des Lebens nach dem Tod sieht, war sehr spannend. Auch die Geschichte rund um Ruth, Joshuas Großmutter, die neben ihm die einzige ist, die Amelia sehen kann, hat mir sehr gut gefallen. Ruth ist allerdings alles andere als begeistert von der neuen Liebe ihres Enkels, denn sie ist eine Seherin, die Geister, die auf der Erde verbleiben, als böse ansieht. Sie will daher nur eins: Amelia los werden. Dieser Handlungsstrang verläuft dann aber irgendwie im Nichts und ich frage mich warum er überhaupt eingeführt worden ist. Die Geschichte rund um Eli führte dann nämlich zum Spannungshöhepunkt, sodass Ruth sowieso in Vergessenheit geriet. Der finale Showdown zwischen Amelia und Eli war richtig düster und für mich das Highlight des Buches. Der Ausgang dieser Auseinandersetzung war mir dann aber zu positiv, ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn diesem Kampf mehr Charaktere zum Opfer gefallen wären.

Fazit

Gute Unterhaltung, tiefgründige Dialoge darf man sich allerdings nicht erwarten

  (6)
Tags: fantasy, jugendbuch, young adult   (3)
 

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(126)

239 Bibliotheken, 0 Leser, 7 Gruppen, 75 Rezensionen

magie, blut, liebe, fantasy, blutmagie

Blood Magic - Weiß wie Mondlicht, rot wie Blut

Tessa Gratton , Anne Brauner
Fester Einband: 444 Seiten
Erschienen bei cbj, 14.07.2011
ISBN 9783570152867
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Als Silla ein unheimliches Buch mit Zaubersprüchen in der Handschrift ihres Vater findet, will sie nur eines: Die Magie ausprobieren! Dabei gibt es nur ein Problem - für jeden Zauberspruch braucht sie einen Tropfen Blut und Blut kann sie nicht mehr sehen seit sie ihre Eltern erschossen aufgefunden hat. Sie überwindet sich aber und die Magie gelingt nicht nur, Silla wird förmlich süchtig nach der Energie, die sie durchströmt.
Nicholas beobachtet Silla heimlich und fühlt sich auf den ersten Blick zu ihr hingezogen. Gleichzeitig will er aber auch am liebsten weg rennen, als er sieht, dass Silla die selbe Magie praktiziert, die seine Mutter mehrmals fast in den Tod getrieben hat. Langsam erinnert er sich wieder an seine Kindheit, die auch voller Magie war und gemeinsam mit Silla versucht er die Wahrheit über die Vergangenheit ihrer Eltern zu erfahren. Dabei werden beide immer mehr von der Magie gefangen genommen und übersehen dabei die Gefahren, die sie mittlerweile umgeben....

Meinung

Was bei "Blood Magic" als erstes auffällt, ist der abrupte Start. Silla kramt nicht lange am Dachboden in alten Kisten, um das Zauberbuch ihres Vaters zu finden, nein sie hat es von Anfang an. Bereits nach wenigen Seiten praktiziert sie zum ersten Mal erfolgreich Magie. Dieser direkte Einstieg hat mir wahnsinnig gut gefallen, denn bei so gut wie jeden Buch gibt es am Anfang mindestens 20 Seiten Einleitung bevor die wirkliche Spannung beginnt, doch hier war sie von Anfang an vorhanden und blieb auch bis zu letzten Seite aufrecht. Als Leser wird man fast genauso an das Buch gefesselt, wie Silla an die Magie.
Dafür sorgen vor allem die handschriftlichen Notizen ihres Vaters, die die Gefahr erahnen lassen, in der die Protagonisten schweben und die Auszüge aus dem Tagebuch von Josephine, die am Anfang des 20. Jahrhunderts beginnen und im Verlauf immer deutlicher machen, dass Josephine böse, ja sogar gefährlich ist. Dabei war lange nicht klar, was Josephines Geschichte mit jener von Silla und Nicholas zu tun hat. Bis zum großen Showdown bleibt der Leser ratlos.
Die Charaktere machen dieses Buch wirklich zu etwas besonderen. Silla und Nick, die abwechselnd aus der Ich-Perspektive erzählen, sind auf ihre eigene Weise etwas besonders. Genauso wie Sillas Bruder Reese haben sie das Gefühl für Magie im Blut. Ihnen gelingt jeder Zauberspruch auf Anhieb, egal ob sie welke Blätter zum Leben erwecken oder sich in den Körper eines Vogels begeben. Natürlich kann man es als unrealistisch betrachten, dass immer gleich alles perfekt funktioniert, doch bei Silla und Nick wirkt die Magie einfach natürlich, sie ist seit Generationen Teil ihrer Familien. Sie wissen allerdings noch nicht warum genau sie Magie praktizieren können und versuchen diesem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Fakt ist, dass Sillas Vater und Nicks Mutter in der Highschool ein Paar waren, sich dann plötzlich getrennt haben und Nicks Mutter im Laufe ihres Lebens immer verrückter wurde. Sillas Vater schien hingegen ein geheimes Doppelleben zu führen, denn seine Familie hatte keine Ahnung von seiner Tätigkeit als Magier. Das dunkle Geheimnis, dem Silla und Nick auf der Spur sind, wird immer bedrohlicher und ich war überrascht wie blutig das Buch gegen Ende hin wurde, denn das Blut für die Zaubersprüche ist nicht das einzige, welches vergossen wird. Das Ende ist ohnehin auf positive Weise untypisch, denn nach dem Kampf gegen den Bösewicht ist nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen! Obwohl es Silla, nach allem was sie bisher erlebt hat, wahrlich verdient hätte. Obwohl ich mich seit langem nach einem abgeschlossenem Fantasybuch sehne und das mit "Blood Magic" schließlich auch bekommen habe, hätte ich überhaupt nichts dagegen, wenn die Geschichte von Silla und Nick doch noch fortgesetzt wird. Die beiden sind mir einfach ans Herz gewachsen, was viel über die Qualität dieses Buches aussagt. Außerdem ist hier zu erwähnen, dass nicht wie in vielen anderen amerikanischen Jugendbüchern körperliche Nähe zwischen den Hauptcharakteren minimiert wird, da meistens das Mädchen "noch nicht dazu bereit ist", sondern dass es hier vor allem Silla ist, die kaum ihre Hände von Nick lassen kann.

Fazit

Viel Blut und keine Vampire - alles in allem eine willkommene Abwechslung.

  (7)
Tags: fantasy, liebe, magie   (3)
 

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(238)

591 Bibliotheken, 8 Leser, 10 Gruppen, 114 Rezensionen

fantasy, new york, liebe, dystopie, wendigo

Zweilicht

Nina Blazon
Fester Einband: 411 Seiten
Erschienen bei cbt, 24.08.2011
ISBN 9783570161173
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Für Jay wird der Traum eines jeden 17-Jährigen war: Er darf ein Jahr als Austauschschüler nach New York und kann dort bei seinem Onkel leben. Dort verliebt er sich auf den ersten Blick in Madison, die ihn mit ihren geheimnisvollen Augen in den Bann zieht. Doch neben Madison tritt ein weiteres Mädchen in sein Leben. Ivy, die außer ihm niemand zu sehen scheint und die sich ganz anders verhält als alle anderen Menschen. Als Jay die alten Postkarten seines Vaters in die Arme fallen, beginnt er darüber nachzudenken ob dieser wirklich so verrückt war, wie alle glaubten, oder ob doch etwas Wahres an seinen wahnwitzigen Geschichten dran ist. Besonders als in Gegenwart von Ivy immer ungewöhnlicheres passiert, zweifelt er an sich selbst und an den Menschen um ihn herum. Das Madison aber böse sein soll, glaubt er Ivy nicht und vermutet als Motiv dahinter Eifersucht. Schnell wird ihm jedoch klar, dass diese geradezu besessen von ihm und seiner Liebe ist. Ivy rettet ihn daraufhin in eine andere Welt. Jay befindet sich zwar noch in New York, allerdings im Jahre 2113 und in den letzten 100 Jahren ist so einiges passiert...

Meinung

Ich liebe es, wenn ich von Büchern so richtig überrascht werde und genau das war hier der Fall. Ich hätte mir nie gedacht, dass sich dieses Buch so von den anderen Nina Blazon Büchern unterscheiden würde und auf den ersten 200 Seiten ahnt man zunächst auch nichts davon. Wie gewohnt wird eine Liebesgeschichte erzählt, einige Feen und andere Fantasywesen haben ihren Auftritt, aber sonst ist alles beim alten. Doch dann ändert sich der Plot schlagartig und zwar auf eine so geniale Art und Weise, wie ich es selten erlebt habe. Plötzlich befindet man sich in einem dystopischen New York 100 Jahre in der Zukunft. New York als Kulisse einer Dystopie - gibt es etwas besseres? Ich kann mir jedenfalls nichts vorstellen. Besonders begeistert hat mich die genaue Recherche über die Stadt. Nina Blazon hat sich offensichtlich wirklich ernsthafte Gedanken darüber gemacht, wie die Stadt im Falle von weltweiten Umweltkatastrophen verändert werden würde.

Über dem Ganzen steht außerdem noch ein scheinbar unbesiegbarer Bösewicht - der Wendigo. Ein Wesen mit einem Herz aus Eis, das sich von den Ängsten der Menschen ernährt. Somit sind wir schon bei der zentralen Botschaft des Buches angelangt, denn für mich ist es offensichtlich, dass die Autorin darauf aufmerksam machen wollte, dass der Mensch auf dem besten Weg ist die Erde zu zerstören. Auch die Aussage "Wir sind Wendigo" gegen Ende des Buches, macht das deutlich. Denn die Menschheit entwickelt sich immer mehr zu einem zerstörerischen Monster.

Auch bezüglich der Charaktere lässt das Buch keine Wünsche offen. Spannend fand ich, dass man auf den ersten 200 Seiten nicht weiß, welches der beiden Mädchen real und welches übernatürlich ist. Diese Frage klärt sich dann auch nicht so schnell, bis zum Schluss bleiben stets Zweifel. Hier sind es aber nicht unbedingt die Hauptcharaktere, die "Zweilicht" zu etwas besonderem machen, sondern viel mehr Madman und Liberty, zwei Geister des zerstörten New Yorks. Besonders Liberty, die bei jeder Gelegenheit Anekdoten und Nachrichten "ihrer" Stadt zum Besten gibt, hat den Unterhaltungswert des Buches enorm gesteigert.

Fazit

Dystopisches New York plus Fantasy - muss ich noch mehr sagen?

  (10)
Tags: dystopie, fantasy, jugendbuch, new york, young adult   (5)
 

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80 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

sommer, liebe, freundschaft, meer, strand

Der Sommer, als ich schön wurde

Jenny Han ,
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 01.01.2011
ISBN 9783446236608
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Seit ihrer Kindheit verbringt die 16-jährige Belly ihren Sommer in einem Strandhaus in Cousins Beach. Das Haus gehört Susannah, einer Freundin ihrer Mutter. Susannah und ihre beiden Söhne Jeremiah und Connor gehören für Belly genauso zum Sommer wie der Strand und das Meer. Bisher fühlte sich von den Jungs aber immer ein wenig ausgeschlossen, denn bei ihren Spielen durfte sie nie mitmachen, da sie für alle immer das "kleine Mädchen" war. Doch jetzt ist Belly 16 und alles ändert sich schlagartig. Plötzlich bemerkt sie, dass hinter ihrer jahrelangen Schwärmerei für Connor mehr steckt, fühlt sich aber gleichzeitig zu Jeremiah hingezogen. Während dieser Sommerferien durchlebt sie den Wandel vom Mädchen zur Frau und das in unmittelbarer Nähe von zwei gleichaltrigen Jungs. Gefühlschaos ist dabei vorprogrammiert, vor allem weil sich die beiden plötzlich selbst so anders verhalten...

Meinung

Ich habe von "Der Sommer, als ich schön wurde" von Anfang an erwartet, dass es ein netter Roman für Zwischendurch sein würde und das war es auch. Gemeinsam mit Belly erlebt man den wohl wichtigsten Sommer ihres Lebens, jene Monate in denen sie Erwachsen wird. Am Anfang konnte ich ihre Empfindungen sehr gut nachvollziehen, vor allem ihre Meinung vom Sommer und die Aussage, dass sie nur im Sommer wirklich lebt und sich das ganze Jahr über auf diese wenigen Wochen der Wärme freut. Mit der Zeit ging mir ihr Gefühlschaos aber ehrlich gesagt mehr und mehr auf die Nerven. Ich verstehe es zwar sehr gut, dass man mit 16 Jahren nicht immer weiß, was man will, bei Belly wurde das ganze aber meiner Meinung nach ein wenig zu übertrieben dargestellt. Am Anfang versucht sie die ganze Zeit herauszufinden, ob sie jetzt Jeremiah oder Connor lieber mag. Dann erscheint aber auch noch ein dritter Junge auf der Bildfläche, was natürlich zu weiteren Verwirrungen führt.
Neben Bellys Gefühlsleben bleibt kaum Platz für etwas anderes, die Krebserkrankung von Susannah wird beispielsweise nahezu komplett in den Hintergrund gedrängt. Auch das veränderte Verhalten der Brüder hätte man ruhig ausführlicher schildern können. Was mich an dem Buch aber am meistern gestört hat, sind wohl die Zeitsprünge. Zwischen den Kapiteln, in denen Belly von der Gegenwart berichtet, wurden nämlich Geschichten aus früheren Sommerurlauben geschoben. Diese werden aber nicht chronologisch erzählt, sondern es wird scheinbar wahllos in der Vergangenheit vor- und zurückgesprungen, so dass man teilweise etwas den Überblick verliert. Die vergangenen Ereignisse sollen die Beziehung zwischen Belly, Jeremiah und Connor verständlicher machen, allerdings erreicht die Autorin damit genau das Gegenteil und verwirrt den Leser mehr, außerdem haben mich diese Kindheitserinnerungen nicht sonderlich interessiert oder besonders angesprochen.
Lesenswert ist aber vor allem das Ende, das sehr schön und nicht zu kitschig verfasst wurde.

Meinung

Das Gefühlschaos eines Teenagers - für Mädchen in diesem Alter empfehlenswert.

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Tags: jugendbuch, liebe   (2)
 

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(92)

225 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 50 Rezensionen

frankreich, träume, liebe, internat, geister

Eternally - Selbst die Ewigkeit kann uns nicht trennen

Lisa Cach , Susanne Arnold
Fester Einband: 347 Seiten
Erschienen bei INK, 04.08.2011
ISBN 9783863960193
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Nach dem Tod ihrer Mutter lebt Caitlyn bei ihrem Vater und ihrer Stiefmutter. Dort fühlt sie sich aber nicht wirklich wohl und ist daher sehr begeistert, als sie ein Stipendium einer hoch angesehenen französischen Schule bekommt. Als Andenken an ihre Mutter nimmt sie jene Tarotkarte, die sie ihr am Tag vor ihrem Tod gegeben hat mit. Das abgebildete "Rad des Schicksals" scheint eine besondere Bedeutung zu haben. Caitlyn fühlt sich am Chateau de la Fortune trotz einiger Sprachschwierigkeiten sehr wohl. Ihre lebhaften Träume, die bereits in Amerika an der Tagesordnung standen, erlebt sie aber auch hier. Neben einer mysteriösen Begegnung mit ihrer Mutter trifft sie auch einen Jungen, der ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf geht. Raphael versucht einen geheimnisvollen Schatz zu finden, um seinen Schwestern zu helfen. Caitlyn setzt im Traum und auch in der Realität alles daran mehr über diesen Schatz herauszufinden, um Raphael helfen zu können. Außerdem ist das noch Bianca de Medici, eine Hexe, die auch irgendwie mit Caitlyns Schicksal verbunden zu sein scheint...

Meinung

Von "Eternally" habe ich eigentlich nicht viel mehr erwartet als eine nette Liebesgeschichte mit Fantasyelementen. Doch schon schnell wurde mir klar, dass dieses Buch viel facettenreicher ist, als ich es mir vorgestellt hatte.
Schon allein Caitlyns Träume und das Mysterium, welches sie und ihr Talent umgibt, hätte als Grundlage für eine spannende Erzählung ausgereicht. Doch am Chateau de la Fortune, einer alten Burg in Frankreich, passieren noch viel mehr unheimliche Dinge. Seit Jahren soll im Chateau nämlich ein Geist sein Unwesen treiben. Die Frau in Schwarz sucht nachts verzweifelt nach ihrem geliebten Raphael - jenem Raphael, von dem Caitlyn fast jede Nacht träumt.
Außerdem träumt Caitlyn von Bianca de Medici, die als Hexe verbrannt wurde und die mit Raphael in Verbindung steht. Dieser versucht einen Schatz der Tempelritter zu finden, um seine Schwestern aus der Gewalt von Caterina de Medici zu befreien.
Das Buch verbindet all diese verschiedenen Elemente sehr gut und hat dabei genau meinen Geschmack getroffen. Besonders toll fand ich die Symbologie, die in "Eternally" von Anfang an eine wichtige Rolle spielt. Angefangen bei der Bedeutung von Tarotkarten bis hin zu versteckten Hinweisen in Gemälden. Außerdem versucht die Leiterin des Internats Caitlyns Träume zu deuten, was mich persönlich auch sehr interessiert. Das Caitlyn sogar jenes Wissen, das sie im Traum besitzt, in die Realität mitnehmen kann, hat mich auch fasziniert. Zum Beispiel kann sie plötzlich perfekt französisch und reiten. Das geht so weit, dass sie selbst und auch der Leser gar nicht mehr wissen, was Realität und was Traum ist. Ganz nebenbei erfährt man noch einiges über die Geschichte der Medicis, weil Caitlyn alles über dieses Thema herauszufinden versucht.

"Eternally" ist wahnsinnig spannend zu lesen, weil es so viele Geheimnisse gibt, die man aufdecken will. Besonders gegen Ende, als sich Traum und Realität immer mehr vermischt haben, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen.
Wie die Geschichte um Caitlyn und Raphael aufgelöst wurde, hat mich sehr überraschend und fasziniert.

Fazit

Tempelritter, Symbologie, Geschichte, Hexen, Geister und eine Liebesgeschichte die über den Tod hinaus geht - was will man mehr?
Einen halben Stern Abzug gibt es nur wegen kleinen Logikungereimtheiten.

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Tags: fantasy, geister, hexen, jugendbuch, liebe   (5)
 

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(558)

960 Bibliotheken, 17 Leser, 11 Gruppen, 127 Rezensionen

labyrinth, dystopie, freundschaft, experiment, lichtung

Maze Runner: Die Auserwählten - Im Labyrinth

James Dashner , Anke Caroline Burger
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.03.2011
ISBN 9783551520197
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Thomas wacht in einer ihm fremden Umgebung auf. Außer an seinen Namen kann er sich an nichts erinnern. Er weiß nicht woher er kommt und was er an diesem bizarren Ort soll. Dabei handelt es sich um eine Lichtung, die von einigen Dutzend Jungs bewohnt wird, die alle auf den selben Weg wie er dort hin kamen und genauso wenig über ihr Schicksal wissen. Die Lichtung wird von einem Labyrinth umgeben und seit ihrer Ankunft vor zwei Jahren versuchen die Jungs einen Weg durch das Labyrinth zu finden - vergeblich. Bei den Fluchtversuchen wurden schon einige getötet, denn im Labyrinth leben unheimliche und überaus aggressive Wesen: Die Griewer.
Nach Thomas Ankunft scheint sich einiges auf der Lichtung zu ändern . Gleich am darauf folgenden Tag kommt ein Mädchen an. Bisher kamen noch nie zwei Neue innerhalb von so kurzer Zeit an, geschweige denn ein Mädchen. Das Mädchen fällt gleich nach der Ankunft in einen tiefen Schlaf und kann den Jungs daher keinerlei Auskunft geben. Thomas fühlt aber, dass er Teresa schon einmal begegnet ist.
Das und die Tatsache, dass er sich von Anfang an besser als alle anderen auf der Lichtung und vor allem im Labyrinth zurecht findet, löst schnell Misstrauen bei seinen Kollegen aus. Mit der Zeit zweifelt Thomas an sich selbst und er weiß nur eins: Er muss einen Ausweg aus dieser Hölle finden...

Meinung

Bei "Die Auserwählten" ging ich zunächst davon aus, dass es mehr auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet ist, wurde dann aber schnell eines Besseren belehrt. Dieser erste Band einer Trilogie von James Dasher kann nämlich durchaus mit den vielen Dystopien, die derzeit auf dem Markt sind, mithalten. Die Welt, in der die Handlung spielt, wird einfach nur als "die Lichtung" bezeichnet. Ein sehr beschränkter Schauplatz also, der nur aus wenigen baufälligen Häusern, einem Garten und einem Labyrinth besteht. Diese räumliche Enge sorgt für eine sehr dicht Atmosphäre. Das Labyrinth, dessen Mauern sich jede Nacht bewegen, so dass die Gänge jeden Tag anders verlaufen, ist ein Symbol für die Hoffnungslosigkeit, die sich mit der Zeit breit macht. Die Jungs, oft erst 12, 13 Jahre alt, versuchen zwar ihr Bestes um mit den harten Bedingungen klar zu kommen, viele haben die Hoffnung aber schon aufgegeben. Die älteren, mutigeren versuchen hingegen alles, um aus dem Labyrinth zu flüchten. Jeden Tag werden einige losgeschickt, um durch das Labyrinth zu laufen und eine Karte zu erstellen. Seit zwei Jahren machen sie das jetzt schon und sind ihrem Ziel noch kein Stück näher gekommen.
Thomas, der sehr souverän mit der Situation umgeht, spricht einen wichtigen Punkt an: Warum sind sie überhaupt dort, was haben sie in ihrem früheren Leben, an das sie sich nicht mehr erinnern können, verbrochen um das zu verdienen? Gibt es überhaupt einen Ausgang? Warum werden sie von den Griewern angerufen und wohin gehen diese bei Tag? All diese brennenden Fragen schwirren auch dem Leser im Kopf herum und man will einfach wissen, was dort los ist. Ich habe ja gehofft, dass dieses Buch ohne Liebesgeschichte auskommt, aber mit der Ankunft von Teresa war klar, dass dies nicht der Fall sein wird. Das zwischen ihr und Thomas eine Verbindung besteht, war mir ein wenig zu vorhersehbar. Allerdings hat es mir sehr gut gefallen, dass sich durch Gedankenübertragung miteinander kommunizieren können. Ich bin auf alle Fälle gespannt, woher sich die beiden kennen.
Bei dem Buch fällt auf, dass ich nicht nur daran interessiert bin, wie die Handlung weiter geht, sondern auch, was geschah bevor die Jungen auf die Lichtung kamen. Das nichts, was auf der Lichtung geschieht, Zufall ist wird mit Fortschreiten der Geschichte immer klarer.

Auch wenn das Buch im Allgemeinen sehr gut aufgebaut und überaus spannend ist, gibt es einige Makel, die ich an dieser Stelle nicht verschweigen möchte.
Auffallend ist vor allem der ungewöhnliche Sprachgebrauch der Jungen. Sie haben für einige Schimpfwörter nämlich eigene Begriffe erfunden, zum Beispiel "Klonk" und "Neppdepp". Das fand ich vor allem am Anfang sehr eigenwillig und auch ein wenig störend. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran. Außerdem ist es mir wahnsinnig auf die Nerven gegangen, das Thomas nicht schon viel früher kapiert hat, was "ANGST" bedeutet. Er kam nämlich erst 100 Seiten nachdem es wirklich offensichtlich war, auf die Bedeutung. Für den Jungen, der sonst so intelligent und schlagfertig ist, fand ich das einfach nicht realistisch.

Fazit

Eine überaus interessant Dystopie, die sich ein wenig von den vielen anderen abhebt.

  (6)
Tags: dystopie, jugendbuch, young adult   (3)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

dystopie, mut, kampf, jugendbuch, young adult

Divergent

Veronica Roth
E-Buch Text: 501 Seiten
Erschienen bei Katherine Tegen Books, 03.05.2011
ISBN B004CFA9RS
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Tris wächst in Abnegation auf, jenem der fünf Stadtteile, der glaubt die Probleme der Menschheit durch Zurückhaltung, Selbstaufopferung und Nächstenliebe zu lösen. Kurz nach ihrem 16. Geburtstag findet allerdings ein Eignungstest statt, der den jungen Stadtbewohnern verraten soll, in welche Fraktion sie charakterlich am besten passen. Tris hat schon seit längerem das Gefühl mit der Nächstenliebe ihrer Familie nicht mithalten zu können und überlegt am Entscheidungstag sich einer anderen Fraktion anzuschließen, allerdings müsste sie dafür ihre Familie verlassen.
Doch das Ergebnis ihres Tests ist ungewöhnlich, denn es kann nicht genau festgestellt werden, welcher Fraktion sie angehört. Die Testleiterin bezeichnet Tris' Status als "Divergent" - abweichend. Außerdem warnt sie Tris davor jemanden ihre Untersuchungsergebnisse zu verraten, denn als "Divergent" stehe sie unter großer Gefahr. Tris, die sich nichts unter dieser Gefahr vorstellen kann, entscheidet sich schließlich schweren Herzens von nun an in der Fraktion "Dauntless" zu leben. Dort muss sie ein Einführungsprogramm durchlaufen, um ihren Mut unter Beweis zu stellen. Im Camp lernt sie gute Freunde kennen, aber auch Feinde. Sie ahnt nicht, dass sie immer mehr Teil einer Verschwörung gegen ihre Heimatfraktion wird und durch ihren "Divergent"-Status in große Gefahr gerät...

Meinung

Bei "Divergent" handelt es sich um eine Dystopie, die recht fassettenreich aufgebaut ist. Am Anfang dauert es ein wenig, bis man sich mit den fünf Fraktionen und ihren Tugenden auskennt. Das Bild rechts fasst dies aber sehr gut zusammen. Es gibt jedenfalls "Abnegation" - Die Selbstlosen, "Erudite"- Die Intelligenten bzw. Die Wissbegierigen, "Dauntless" - Die Mutigen, "Amity" - Die Friedlichen und "Candor" - Die Ehrlichen.
Tris - eigentlich Beatrice -vist als Abnegation geboren, entscheidet sich dann aber für ein Leben als "Dauntless". Schon bei ihrem Eignungstest erfährt man aber, dass sie anders ist als die meisten anderen Einwohner der Stadt. Da sie keiner Fraktion richtig zugeordnet werden kann, wird sie als Abnormalität betrachtet und schwebt in großer Gefahr, weil die Führenden der Stadt die "Divergent" nicht akzeptieren. Tris, die mit der Zeit immer mutiger und offener wird und somit einen wirklich tollen Hauptcharakter darstellt, versucht sich so gut es geht bei den "Dauntless" ein zu leben. Dort erlebt sie aber auch Schreckliches. Was mich an dem Buch so begeistert, ist dass man im Laufe der Handlung immer mehr mit hinein gerissen wird. Besonders Tris, die am Anfang noch versucht selbstlos und nächsten liebend zu sein, zeigt dann ihr wahres Ich. Sie ist einer der stärksten weiblichen Charaktere, die mir seit langem untergekommen sind. Doch auch alle anderen Charaktere des Buches sind einfach perfekt konzipiert, bis hin zu Tris' Todfeind Peter. Die männliche Hauptperson ist aber Four, einer der Lagerleiter. Er birgt genauso wie Tris ein Geheimnis, was die beiden mit der Zeit immer näher bringt. Die Beziehung der beiden, die sich für ein Jugendbuch recht langsam entwickelt, wirkt genau deshalb realistischer als in anderen Büchern.
Die Handlung, die von Anfang an interessant ist, steigert sich zum Ende hin ungemein. Neben dem Rätsel um den "Divergent"-Status und dessen Bedeutung raubt vor allem ein immer größer werdender Konflikt zwischen den Fraktionen dem Leser den Atem. Darüber hinaus gibt aber noch viele Kleinigkeiten, die dieses Buch zu dem machen, was es ist: Eine der besten Dystopien am Büchermarkt.

Veronica Roth ist mit 22 Jahren noch eine sehr junge Autorin und ich bin immer wieder erstaunt, wie man in diesem jungen Alter so mitreißend und spannend schreiben kann. Hut ab!
Das Ende ist übrigens entgegen meiner zwischenzeitlichen Befürchtungen KEIN Cliffhanger. Allerdings will ich trotzdem unbedingt mehr von dieser Welt erfahren. Ich finde es jetzt schon traurig, dass "Divergent" nur Teil einer Trilogie ist, denn aus den fünf Fraktionen könnte man noch viel mehr herausholen.

Fazit

Ein dystopisches Highlight!

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Tags: dystopie, jugendbuch, young adult   (3)
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

fremdsprache: englisch, liebe, erwachsen werden, jugendroman

Other Words for Love

Lorraine Zago Rosenthal
E-Buch Text: 368 Seiten
Erschienen bei Delacorte Books for Young Readers, 05.01.2011
ISBN B004FGMP9E
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt

Ari gilt bisher als die vorbildliche Tochter in ihrer Familie. Im Gegensatz zu ihrer Schwester Evelyn, die die Highschool abgebrochen und schon mit 18 ein Kind bekommen hat. Auf Ari lasten daher alle Hoffnungen ihrer Familie. Aus ihr soll einmal etwas werden, sie soll aufs College gehen und Karriere machen. Bisher hat die 16-Jährige bei diesem Plan auch brav mitgespielt. Doch dann lernt sie Leigh kennen, die ihr die Welt abseits der Schule zeigt. Es dauert nicht lange bis sich Ari in Leighs Cousin Blake verliebt. Ari, die bisher immer im Schatten ihrer hübschen Freundin Summer stand, erkennt langsam, dass auch sie attraktiv ist. Als sie dann mit Blake zusammenkommt, ist sie überglücklich. Die Beziehung der beiden ist sehr intensiv. Aris Mutter hat jedoch Angst, dass auch ihre zweite Tochter ihr Leben weg wirft, indem sie zu früh schwanger wird. Doch Blake scheint die Meinung seines Vaters wichtiger zu sein, als seine Beziehung mit Ari...

Meinung

"Other words for love" hat mich von Anfang an überrascht und das nur im positiven Sinne. Denn in diesem Debüt-Roman von Lorraine Zago Rosenthal passieren Dinge, die man von Jugendbüchern aus den USA nicht gewohnt ist. Vor allem der offene Umgang mit Sex war eine willkommene Abwechslung zu all den Büchern, in dem die Jugendlichen oft monatelang zusammen sind ohne Sex zu haben oder gar auf die Ehe warten.
Auch Geschlechtskrankheiten und Abtreibung werden hier ganz offen angesprochen. Die Handlung beginnt im Jahr 1985, also in einer Zeit in der den Menschen immer mehr bewusst wird, dass ungeschützter Geschlechtsverkehr gefährlich ist. AIDS wurde gerade entdeckt und die Angst davor ist allgegenwärtig.
Ansonsten beschäftigt sich das Buch vor allem mit den gängigen Problemen von Jugendlichen: zu strenge Eltern, Streit im Freundeskreis und die erste große Liebe. Ari ist mit all diesen Problemen konfrontiert. Vor allem ihre Mutter macht ihr das Leben schwer. Sie kann noch nicht akzeptieren, dass ihre kleine Tochter jetzt erwachsen wird und will ihr vorschreiben, was sie zu tun und zu lassen hat. Doch Ari will endlich ihr eigenes Leben führen und lehnt sich gegen ihre Eltern auf. Gerade deshalb war mir diese Hauptperson so wahnsinnig sympathisch. Ich konnte ihre Gefühle immer nachempfinden.
Wie die erste große Liebe in diesem Buch dargestellt wurde, hat mir euch sehr gefallen. Das Gefühl ohne den anderen nicht leben zu können wurde perfekt vermittelt. Ari und Blake lieben sich leidenschaftlich, alles um sie herum scheint unwichtig zu sein.
Blake ist ganz nebenbei bemerkt auch der perfekte erste Freund und lässt Ari alle Zeit, die sie braucht bis die beiden den großen Schritt wagen und das erste Mal Sex haben. Sowieso scheint am Anfang alles perfekt, doch mit der Zeit wird beiden klar, dass sie wohl doch noch nicht die Liebe ihres Lebens gefunden haben. All das macht dieses Buch so authentisch, endlich treffen sich nicht zweit Jugendliche, verlieben sich und leben dann "happily ever after", sondern gehen nach einigen Monaten wieder getrennte Wege, mit der Gewissheit eine wertvolle Erfahrung für ihr weiteres Leben gemacht zu haben.
Soweit ich mich erinnern kann, bereut es Ari auch nicht ihre ach so wertvolle Jungfräulichkeit an einen Jungen verschenkt zu haben, der sie jetzt gar nicht heiratet. Genau das kennt man ja aus anderen Büchern nur zu gut.
Aris Reaktion auf das Beziehungsende fand ich dann schon ein wenig krass, aber andererseits auch wieder sehr realistisch. Außerdem wird die Frage aufgeworfen, ob es sich bei Aris Gefühlen überhaupt um Liebe gehandelt hat, oder um etwas anderes, wie reine Neugier oder die Sehnsucht nach Aufmerksamkeit.
Auch das Ende war überraschend, weil es anders war, als man es von einem Jugendbuch erwarten würde.

Fazit

Ein Jugendbuch, das die Fassetten des Erwachsenwerdens realistisch darstellt.

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283 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 67 Rezensionen

vergangenheit, liebe, zukunft, erinnerungen, vergessen

Forgotten

Cat Patrick , Sybille Uplegger
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Schroeder, Marion von, in Ullstein Buchverlage GmbH, 27.09.2011
ISBN 9783547711820
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Londons tägliches Leben unterscheidet sich sehr von dem ihrer Mitschüler, denn sie erinnert sich nicht an ihre Vergangenheit, sieht jedoch bruchstückhaft ihre Zukunft. Wenn sie morgens aufwacht, erinnert sie sich nicht mehr daran mit wem sie gestern geredet hat, welche Klamotten sie trug oder was sie getan hat. In ihrem Umfeld fällt sie allerdings nicht auf, weil sie sich jeden Abend, bevor sie schlafen geht, die wichtigsten Vorkommnisse des Tages notiert. Als sie aber einen netten Jungen kennenlernt, wird ihr noch deutlicher bewusst, wie sehr sie durch ihre Erinnerungsstörung in ihrem täglichen Leben beeinträchtigt wird. Doch diesmal hat sie auf ihre Notizen vergessen und so lernt London den Jungen am nächsten Tagen erneut kennen. Dieser wundert sich allerdings, warum sie sich nicht an ihn erinnert. Diesen Fehler begeht sie allerdings nicht noch einmal. Von nun an schreibt sie sich jeden Abend auf, was sie mit Luke geredet hat, um ihre Aufzeichnungen am nächsten Morgen lesen zu können. Schon bald werden die beiden ein Paar. Doch London macht die Tatsache stutzig, dass sie ihn nicht in ihrer Zukunft gesehen hat. Außerdem scheint ihre Mutter Geheimnisse vor ihr zu haben und der täglich wiederkehrende Traum einer Beerdigung beunruhigt sie zunehmend...

Meinung

Ein Mädchen sieht ihre Zukunft, erinnert sich aber nicht an ihre Vergangenheit - klingt unglaublich interessant, oder? Und ich kann nur sagen, dass es das auch absolut ist. Diese verkehrte Erinnerung bietet so viele inhaltliche Möglichkeiten und hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Wie London stellte ich mir während des Lesens des öfteren die Frage, ob Londons Zukunft nur genauso eintrifft, weil sie genau weiß, was passieren wird und daher bewusst oder unbewusst auf dieses Ziel hinsteuert. Ein Beispiel dafür ist der Konflikt mit ihrer besten Freundin Jamie, die eine Affäre mit einem verheirateten Lehrer hat. London sieht in Jamies Zukunft, dass die Beziehung für alle Beteiligten schlecht enden wird und versucht daher mit allen Mitteln die beiden auseinander zu bringen. Doch genau durch diese Versuche führt sie Jamies Zukunft so herbei, wie sie es in ihren Vorahnungen gesehen hat.
London spielt mit den Gedanken die Zukunft zu verändern, wie sie es schon einmal als Kind versucht hat, als sie voraus sah, dass sie sich bei einer Geburtstagsfeier am nächsten Tag die Nase brechen wird. Sie konnte den Nasenbruch zwar an diesem Tag verhindern, allerdings hat sie sich dann einige Monate später die Nase trotzdem verletzt.
Besonders aufregend ist auch der wiederkehrende, bedrückende Traum, in dem sie sich auf einer Beerdigung sieht. Außerdem versucht sie mehr über ihren Vater herauszufinden, der ihre Familie verlassen hat, als sie noch klein war. Dabei entdeckt sie ein schockierendes Geheimnis ihrer Mutter, welches sehr überrascht hat. Durch dieses Geheimnis findet sie auch heraus, dass sie sich bei weitem nicht an alles in ihrer Zukunft erinnern kann, manche sehr wichtige Ereignisse scheinen aus ihren Erinnerungen gelöscht zu sein.
Trotz all dieser interessanten Geschehnissen steht in "Forgotten" die Liebesbeziehung zwischen London und Luke im Vordergrund. "Forgotten" ist dabei aber viel mehr als ein Liebesroman.
Selbst nach fünf Monaten Beziehung muss London jeden Morgen ihre Notizen lesen, um zu wissen wer Luke ist. Dabei erlebt sie die Gefühle des ersten Dates, des ersten Kusses aber auch des ersten großen Streits täglich aufs Neue. Diese Gefühle, die normalerweise mit der Zeit abschwächen jeden Tag erneut zu durchleben muss einerseits wunderschön, andererseits aber auch furchtbar sein.
Dieses Buch beinhaltet so viel, dass ich im Nachhinein kaum glauben kann, dass die Autorin das alles in 280 Seiten untergebracht hat. Und für die Idee mit der verkehrten Erinnerung hat sie meiner Meinung nach sowieso jeden Buchpreis verdient.
Londons Familienleben und Hintergrund spielt in der zweiten Hälfte des Buches eine sehr entscheidende Rolle. Besonders die letzten Seiten haben mich zu Tränen gerührt.

Fazit

Ein Highlight des Lesejahres 2011!

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Tags: fantasy, jugendbuch, young adult   (3)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

young adult, jugendbuch, kimberly derting, fantasy, body finder

Desires of the Dead

Kimberly Derting
Fester Einband: 358 Seiten
Erschienen bei Harpercollins Childrens Books, 15.02.2011
ISBN 9780061779848
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt

Einige Zeit ist vergangen seit Viola maßgeblich dazu beigetragen hat einen Serienmörder aufzuspüren. Ihre bisher geheime Gabe das Echo von toten Menschen aber auch Tieren zu hören, wird für ihre Mitmenschen nun immer offensichtlicher. Viola hofft dieses Kapitel so schnell wie möglich abzuschließen und in ihr tägliches Leben zurückzukehren. Schließlich ist sie jetzt endlich mit Jay zusammen und möchte ihre junge Liebe in vollen Zügen genießen. Aber schon bald verspürt sie erneut ein sehr aufdringliches Echo, welches sie einfach nicht ignorieren kann. Sie ist davon überzeugt, dass es sich hierbei nicht nur um das Echo eines Tieres handelt und hat Angst erneut auf eine menschliche Leiche zu stoßen. Daher informiert sie - anonym - die Polizei, die kurz darauf wirklich die Leiche eines dreijährigen Jungen findet. Viola ist darüber zwar sehr erschüttert, aber auch froh, dass der Junge jetzt seine letzte Ruhe finden kann. Allerdings bleibt ihr Anruf bei der Polizei nicht ohne Folgen, denn er konnte zu ihr zurückverfolgt werden und schon bald steht eine Mitarbeiterin des FBI vor ihrer Tür und möchte unbedingt von Viola wissen, wie sie es geschafft hat die Leiche zu finden. Doch das ist nicht das einzige Problem mit dem Viola konfrontiert ist, denn sie erhält gruselige Nachrichten von einem Unbekannten und vermutet, dass ihre neuen Mitschüler nicht so unschuldig sind, wie sie sich geben...

Meinung

Nachdem ich vom "The Body Finder" so unglaublich begeistert war, habe ich der Veröffentlichung der Fortsetzung richtiggehend entgegen gefiebert. In "Desires of the Dead" erhält der Leser erneut Einblick in das Leben von Viola. Seit ihrer Kindheit hat sie die Fähigkeit tote Lebewesen aufzuspüren, da von ihnen ein Echo in Form von Farben, Geräuschen oder Gerüchen ausgeht. Bisher wissen nur ihre Eltern und ihr Freund Jay von dieser Gabe, aber das droht sich in "Desires of the Dead" zu ändern, da das FBI auf sie aufmerksam wird.
Dieser neue Aspekt der Handlung hat mir sehr gut gefallen und ich konnte Violas Angst als Versuchskaninchen in einem FBI Labor zu enden sehr gut verstehen. Allerdings wurde dieser Handlungsstrang dann gar nicht so intensiv behandelt, wie ich es mir erhofft hatte. "Desires of the Dead" dreht sich nämlich hauptsächlich um Violas Beziehung zu Jay und um die mysteriösen Nachrichten die Viola erhält. Vor allem am Anfang musste ich mich erst daran gewöhnen, dass das Gefühlsleben der beiden hier so intensiv behandelt wurde, da die Beziehung in "The Body Finder" nicht so sehr im Vordergrund steht. Die beiden erleben ihren ersten großen Streit und auch ihr erstes Mal, was mich ehrlich gesagt positiv überrascht hat, denn in letzter Zeit ist es ja Mode geworden Jugendliche in Büchern nicht miteinander schlafen zu lassen. Ich hätte mich ehrlich gesagt ziemlich darüber aufgeregt, wenn es hier auch so gewesen wäre.
Die Spannung in "Desires of the Dead" wurde vor allem durch die anonymen Nachrichten, die Viola erhält, aufrecht erhalten. Eines Morgens findet sie nämlich eine tote Katze neben ihrem Auto und infolgedessen häufen sich anonyme Anrufe und Nachrichten, die offensichtlich von einem Mädchen verfasst wurden. Viola hat auch schnell eine Verdächtige gefunden: Megan, die neue Mitschülerin, die ganz offensichtlich in Jay verliebt ist. Allerdings trägt Megan nicht das Echo der toten Katze und hat diese also nicht ermordet. Violas Nachforschungen ergeben, das Megans Familie dunkle Geheimnisse hat und Violas Gefühl sagt ihr, dass sie dabei ist ein weiteres Geheimnis aufzudecken.
Obwohl mir diese sehr persönliche Handlung sehr gut gefallen hat, hat es mich gestört, das über hunderte Seiten nicht mehr auf den toten Jungen eingegangen wurde. Außerdem war die Geschichte in "Desires of the Dead" meiner Meinung nach viel vorhersehbarer als in "The Body Finder". Vor allem die kurzen Zwischenkapitel, die schon aus dem Vorgänger bekannt sind, waren hier nicht mehr so angst einflößend, da man genau wusste, wessen Gedanken wiedergegeben wurden.
Kimberly Derting hat allerdings schon einen sehr guten Grundstein für den dritten Band gelegt, denn darin wird man sicher mehr von den Vorhaben des FBI erfahren. Außerdem wird ein sehr interessant neuer Charakter vorgestellt, der in der Fortsetzung mit Sicherheit eine wichtige Rolle spielen wird.

Fazit

Zwar spannend und mitreißend aber nicht mehr ganz so faszinierend und neu wie der erste Teil.

  (5)
Tags: body finder, fantasy, jugendbuch, kimberly derting, young adult   (5)
 

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jugendbuch, liebe, musik, krankheit

Sing Me to Sleep

Angela Morrison
Fester Einband: 310 Seiten
Erschienen bei Penguin Group USA, 18.03.2010
ISBN 9781595142757
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Beth ist viel größer als ihre Mitschüler, hat hässliche Narben im Gesicht und trägt eine altmodische Brille. Genau deswegen wird sie von ihren Mitschülern nur "das Biest" genannt, was ihr sehr zu schaffen macht. Mittlerweile hat sie sich mit ihrer angeblichen Hässlichkeit abgefunden und flüchtet in ihre Musik, um sich abzulenken. Doch dann bekommt sie einen Soloauftritt in ihrem Chor und ihre Gesangskolleginnen helfen ihr dabei, ihr Aussehen zu verbessern. Beth stellt ganz überrascht fest, dass sie doch nicht so hässlich ist, wie sie immer dachte. Als sie dann mit ihrem Chor zu dem wichtigsten Gesangswettbewerb der Welt in die Schweiz fahren darf, ist sie überglücklich, bis sie erfährt, dass sie eine genetische Krankheit hat, die eigene Kinder für sie unmöglich macht. Erneut ist sie am Boden zerstört, doch dann triff sie auf Derek, dessen Chor als der beste der Welt gilt. Beth kann sich Derek anvertrauen und die beiden verlieben sich. Doch nach ihrer Rückkehr in die USA wird ihre Beziehung kompliziert. Derek hat nämlich nie Zeit für sie und meldet sich oft wochenlang nicht bei ihr. Außerdem hat er Beth auch nach monatelanger Beziehung noch nie seinen Eltern vorgestellt und auf körperliche Nähe, die über leidenschaftliches Küssen hinausgeht, reagiert er abweisend. Beth beginnt langsam an seinen Gefühlen zu zweifeln und möchte herausfinden, was er ihr verheimlicht...

Meinung

Als ich das Buch "Sing me to sleep"gekauft habe, hätte ich mir nie erwartet, dass es mich so berühren würde. Schon kurz nachdem Beth auf Derek trifft, wird dem Leser bewusst, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Während Beth zunächst vermutet, dass Derek Drogen konsumiert, war mir spätestens, als sie seine ungewöhnlich salzige Haut erwähnt, bewusst, was wirklich hinter Dereks ungewöhnlichem Verhalten steckt. Und von da an war mir auch klar, dass das Buch kein gutes Ende nehmen kann. Ich habe aber dennoch auf jeder Seite gehofft, dass sich alles als weniger schlimm entpuppt. Teilweise habe ich sehr mit Beth mit gelitten, die von Derek vollkommen unwissend zurückgelassen wird. Sie hat keine Ahnung warum er sich wochenlang nicht bei ihr meldet und leidet sehr darunter. Später erklärt er ihr dann, dass er mit ihr wenigsten einen Teil seines Lebens genießen wollte, der nicht von seinem Geheimnis beeinflusst wird. Doch das gelingt ihm an einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr und Beth findet heraus, was sich hinter seiner Heimlichtuerei verbirgt. Sie ist zwar am Boden zerstört, steht aber weiterhin zu ihm. Die letzten 50 bis 100 Seiten waren für mich einerseits die schönsten, andererseits aber kaum zu ertragen, da sie auf ein unvermeidliches Ende zusteuern. Selten war ich beim Lesen so bedrückt und traurig, wie bei "Sing me to sleep" ich finde es aber wunderbar, dass ein Buch solche starken Gefühle auslösen kann.
Was während der ganzen Handlung von "Sing me to sleep" im Vordergrund steht, ist die Musik. Sowohl Derek als auch Beth sind unglaublich talentierte Sänger und schreiben und komponieren auch selbst. Diese Songtexte untermalen die Handlung perfekt und haben meine emotionale Bindung zu den beiden sehr gefördert. Auf der Website der Autorin kann man sich die Lieder anhören, denn es wurde sogar ein Soundtrack zum Buch veröffentlicht.
Trotz der emotionalen Tiefe hat das Buch einige Schwächen, die ich an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen will. Vor allem die Dreiecksbeziehung zwischen Derek, Beth und ihrem besten Freund Scott fand ich ehrlich gesagt etwas unnötig. Scott ist mir am Anfang sehr auf die Nerven gegangen und ich habe nicht verstanden, warum es überhaupt einen dritten Beteiligten in dieser Beziehung gab. Am Ende konnte ich Scotts Existenz ein wenig verstehen, da Beth jemanden brauchte, der sie auffängt. Allerdings ist mir das dann viel zu schnell gegangen, sie hat sich ja förmlich in seine Arme gestürzt und ihm war es offensichtlich egal nur die zweite Wahl zu sein, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann.
Auch die optische Veränderung von Beth am Anfang ist mir viel zu schnell gegangen, wenn sie wirklich so hässlich war, hätte es bestimmt länger gedauert sie in eine Schönheit zu verwandeln, außerdem ist es ziemlich unrealistisch, dass die Mutter ihrer größten Konkurrentin ihre gesamte Umgestaltung finanziert. Warum Beth am Anfang unbedingt hässlich sein musste, um sich dann innerhalb von 20 Seiten in ein wunderschönes Mädchen zu verwandeln, verstehe ich auch nicht. Ich hätte es besser gefunden wenn sie entweder hässlich geblieben wäre oder von Anfang an schön gewesen wäre, da ihr Aussehen für den Hauptaspekt der Handlung meiner Meinung nach keine Rolle spielt.

Fazit

Ein sehr ergreifendes Buch mit inhaltlichen Schwächen

  (8)
Tags: jugendbuch, krankheit, liebe, musik   (4)
 

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100 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 14 Rezensionen

liebe, fantasy, werwölfe, sam, forever

Forever

Maggie Stiefvater
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Scholastic, 15.07.2011
ISBN 9781407121116
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Am Ende von Linger ist jene Krankheit, die einen Menschen zum Wolf macht, endgültig bei Grace ausgebrochen. Seitdem gilt sie in Mercy Falls als vermisst und Sam wird verdächtigt ihr etwas angetan zu haben. Dabei ist er selbst sehr verzweifelt, weil auch er keine Ahnung hat, wo sich seine Freundin befindet.
Grace entdeckt unterdessen das Leben als Wolf, kann sich aber noch an einem gelbäugigen Jungen erinnern, dessen Name ihr allerdings entfallen ist. Als sie sich in ihre menschliche Gestalt zurückverwandelt fällt ihr alles wieder ein und sie versucht Kontakt zu Sam aufzunehmen, doch er kommt zu spät.
Als es dann wärmer wird kann Grace ihre menschliche Gestalt länger behalten und sie kehrt zu Sam zurück, der sie in Becks Haus versteckt.
Sam und die Wölfe haben noch ein weiteres Problem, denn Isabels Vater möchte unbedingt die Jagd auf die Wölfe eröffnen und alle ausrotten. Verzweifelt versucht Isabel etwas gegen dieses Vorhaben zu unternehmen, doch der Termin der Jagdfreigabe rückt immer näher. Doch Cole, der seit längerem Experimente an sich durchführt, hat eine Idee, welche die Wölfe von Mercy Falls retten könnte...

Meinung

Mit "Forever" legt Maggie Stiefvater den finalen dritten Teil der "Wolves of Mercy Falls" Reihe vor. Und ich kann gar nicht viel dazu sagen außer, dass Maggie Stiefvater diese Bücherreihe perfekt abgeschlossen hat. In "Forever" läuft alles auf ein großes Finale hinaus, das für die Wölfe lebensbedrohlich ist. Die geplante Jagd steht im Zentrum der Handlung und der Leser weiß, dass sie sich nicht verhindern lassen wird und Sam und Cole einen Weg finden müssen, um die Wölfe zu retten. Für Sam steht aber vor allem Graces Wohlergehen im Vordergrund. Immer wenn sie sich wieder in einen Wolf verwandelt, macht er sich wahnsinnige Sorgen um sie. Das liegt unter anderem an Shelby, die ihnen erneut das Leben schwer macht und in "Forever" neben Cole, Sam, Isabel und Grace sogar kurz selbst ihre Gedanken zum Ausdruck bringt. Über ihr Ende bin ich ehrlich gesagt sehr glücklich.
Die schönste Szene, die mir wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird, ist aber jene, in der Sam und Grace gleichzeitig in ihrer tierischen Gestalt sind und gemeinsam durch Wald und Wiesen laufen, um die anderen Wölfe zu retten. Besonders toll dabei fand ich, dass das Ganze aus Coles Sicht beschrieben wird, der angibt die Liebe der beiden förmlich zu spüren. Coles Veränderungen seit "Linger" haben mich insgesamt positiv überrascht, aus dem abstiegsgefährdeten Rockstar ist beinahe ein Held geworden, denn ohne seine teilweise selbstzerstörerischen Experimente hätte die Rettungsaktion wohl nie funktioniert. Auch seine oft schwierige Beziehung mit Isabel wurde sehr zufriedenstellend zu Ende geführt.
Auch Beck, der ja über lange Zeit weg war, kommt in "Forever" noch einmal dazu ein paar Worte der Reue zu sprechen. Darüber bin ich sehr froh, denn ohne diese Szenen hätte dem Buch eindeutig etwas gefehlt.

Natürlich spielt die Poesie auch in "Forever" wieder eine Rolle, wobei sie hier meiner Meinung nach nicht ganz so groß ist wie in den beiden vorangegangen Büchern. Natürlich hat Maggie Stiefvater wieder das ein oder andere Gedicht von Rilke eingebaut, allerdings hätte ich gerne mehr von Sams Liedern gelesen. Vor allem ein Lied von ihm zu Abschluss habe ich vermisst.
Nachdem bei "Linger" alle so von der Sprache von Maggie Stiefvater geschwärmt haben und mir das sonst selten auffällt, habe ich hier extra darauf geachtet und ich kann nur zustimmen: Stiefvaters Sprache ist wirklich bezaubernd, poetisch und einfach zum dahin schmelzen.

Obwohl "Forever" mit fast 500 Seiten das dickste der Bücher ist, kam das Ende viel zu schnell. Auf den letzten 50 Seiten habe ich immer langsamer gelesen und viele Pausen eingelegt, weil ich einfach nicht wollte, dass es vorbei ist. Ich werde die Wölfe von Mercy Falls auf alle Fälle vermissen.
Das Ende von "Forever" bzw. der "Mercy Falls" Reihe ist sowieso ein besonderes Highlight, denn es ist nicht ein Happy End bei dem alles perfekt gelöst ist. Graces Zukunft ist in gewisser Weise noch ein wenig ungewiss, wobei man sich aber denken kann, was die Zukunft für Sam und Grace bereithält.

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht mehr zu dem Buch sagen, denn ich habe ohnehin schon das Gefühl zu viel verraten zu haben.

Fazit

Ein Buch, nein eine Buchreihe die mir sehr ans Herz gewachsen ist und die mir noch lange in positiver Erinnerung bleiben wird.
Wer die "Wolves of Mercy Falls" Reihe nicht gelesen hat, verpasst wirklich etwas, nämlich wunderschöne Stunden voller Lesevergnügen.

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Tags: fantasy, in deinen augen, jugendbuch, linger, nach dem sommer, romantasy, ruht das licht, shiver, wolf, wölfe, wolves of mercy falls, young adult   (12)
 

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219 Bibliotheken, 3 Leser, 6 Gruppen, 35 Rezensionen

caster, liebe, fantasy, magie, lena

Seventeen Moons - Eine unheilvolle Liebe

Kami Garcia , Margaret Stohl , Petra Koob-Pawis , Margaret Stohl Inc.
Fester Einband: 509 Seiten
Erschienen bei cbj, 12.09.2011
ISBN 9783570138298
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Nachdem sich Lena an ihrem 16. Geburtstag doch nicht für eine Seite der Caster entschieden hat und ihr Onkel Macon gestorben ist, fällt sie jetzt in tiefe Depressionen. Sie hat sich sehr verändert, nicht einmal Ethan kommt mehr an sie heran und sie verlässt kaum noch das Haus. Außerdem hat Ethan erneut Visionen und hört ein unheilvolles Lied, das von Lenas siebzehnten Geburtstag handelt. Als Lena dann immer mehr Zeit mit ihrer Cousine Ridley, die bekanntlich eine dunkle Caster ist, verbringt, befürchtet Ethan das Lena selbst dunkel werden könnte. Außerdem verschwindet sie immer wieder mit einem Jungen, der weder Caster noch Incubus zu sein scheint und Lena in seinem Bann hat.
Ethan wird immer mehr bewusst, dass er noch sehr viel über die Welt der Caster lernen muss und er vermutet, dass vor allem seine tote Mutter viel vor ihm geheim gehalten hat, was ihm jetzt helfen würde. Marian, die Hüterin der Casterbibliothek, erzählt ihm aber nach und nach die Geheimnisse seiner Mutter. Gemeinsam mit Link und Olivia, der neuen Helferin von Marian, dringt er in die Tiefen der Casterwelt vor, obwohl er sich der Gefahr bewusst ist, doch er muss einfach alles versuchen, um Lena vor der dunklen Seite zu retten...

Meinung

"Sixteen Moons" hat mich vor einem Jahr schon sehr begeistert und und ich konnte mir damals gar nicht vorstellen, dass eine Fortsetzung noch besser werden kann. Mit "Seventeen Moons" ist den Autorinnen aber genau das gelungen. Dieser 2. Band dringt noch tiefer in die Welt und vor allem in die Geheimnisse der Caster ein. Ab Seite 200 erfährt man alle paar Seiten etwas Neues zu diesen Wesen und zudem hat man immer das Gefühl, dass sowohl die Handlung als auch die Hintergründe sehr durchdacht sind. Selbst wenn manches zunächst zusammenhanglos erscheint, ergibt spätestens am Ende alles einen Sinn.
Alle Charaktere machen in "Seventeen Moons" eine Wandlung durch. Am wichtigsten ist wohl jene von Lena, die über weite Teile des Buches nicht sie selbst ist und sich immer mehr zur dunklen Seite hingezogen fühlt. Auch ihre Augen leuchten immer mehr golden, was sie eindeutig als dunklen Caster identifizieren würde.
Ethan, der hier wieder aus der Ich-Perspektive erzählt, ist wohl jener Charakter, mit dem am meisten mitfühlt. Er wird während des Buches vor allem erwachsener und reifer, da er mit den dunklen Geheimnissen seiner Mutter und Lenas Verhalten klarkommen muss. Mein absoluter Liebling Link geizt auch hier nicht mit (unfreiwillig) witzigen Kommentaren, die jede noch so schlimme Situation auflockern. Was mit ihm geschieht, hätte ich mir nie gedacht und ist wohl die größte Überraschung von "Seventeen Moons".
Neben diesen alten Bekannten haben Kami Garcia und Margaret Stohl auch einige neue Charaktere eingebracht. Angefangen bei John Breed, der weder Caster noch Incubus zu sein scheint und der eine maßgebliche Rolle für die Veränderung von Lena spielt. Auch Olivia, die quirlige Hüterin in Ausbildung hat für einige Lacher gesorgt und ist mir sofort ans Herz gewachsen.
In "Seventeen Moons" gibt es auffallend wenige Liebesszenen, weil Lena und Ethan über weite Teile des Buches zumindest örtlich getrennt sind. Dies stellt aber eine willkommene Abwechslung zu dem ganzen "Liebesgeschwafel", welches man von anderen Jugendbüchern gewohnt ist, dar.
Ich wiederhole mich vielleicht, aber für mich stellt die Welt der Caster eine der interessantesten Fantasywelten der letzten Jahre dar. Sie sind anders als alles, was man sonst in Fantasybüchern liest. Besonders der Kampf von Licht und Dunkel und der Kampf, den Lena mit sich selbst führt, faszinieren mich.
Die kleine Stadt Gatlin, spielt in "Seventeen Moons" eine noch größere Rolle als im Vorgänger, denn die für Außenstehende etwas eigenwilligen Gebräuche der Südstaaten werden hier sehr detailliert beschrieben. Vor allem das Verhalten der Einwohner der Stadt hat mich zum Lächeln gebracht, denn es ist in gewisser Weise eine Parodie der gängigen Meinung, die viele von Südstaatenbewohnern haben.

Einen winzigen Kritikpunkt möchte ich an dieser Stelle aber noch ansprechen und zwar die Übersetzung betreffend: Während die Caster im englischen Original als "Dark and Light Caster" bezeichnet werden, sind sie auf Deutsch "Dunkle und Lichte (!) Caster", das mag zwar wörtlich sehr gut übersetzt sein, klingt aber meiner Meinung nach ziemlich blöd. Daher ist es mir ein Rätsel, warum man aus den "Lichten" nicht einfach "helle" Caster gemacht hat. Das ist wirklich nur mein persönliches empfinden, weil es mich einfach jedes mal gestört hat, wenn ich "Lichte Caster" gelesen habe. Auch dass der "Old Man Ravenwood" zum "alten Mann von Ravenwood" gemacht wurde, finde ich schrecklich, obwohl ich noch froh bin, dass man nicht gleich "alter Mann von Rabenholz" daraus gemacht hat.

Fazit

Ein Fantasybuch dessen Handlung, Charaktere und Setting nicht besser sein könnte!

  (7)
Tags: beautiful creatures, beautiful darkness, caster, gatlin, kami garcia, margaret stohl, sixteen moons   (7)
 

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191 Bibliotheken, 5 Leser, 5 Gruppen, 43 Rezensionen

fantasy, liebe, krieg, prinzessin, alera

Geliebter Feind

Cayla Kluver , Henriette Zeltner
Fester Einband: 555 Seiten
Erschienen bei Piper, 11.08.2010
ISBN 9783492702164
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Alera ist die Kronprinzessin von Hytanica. Bis zu ihrem 18. Geburtstag muss sie sich entscheiden, welchen jungen Mann sie heiraten möchte, denn dann findet ihre Hochzeit statt und kurz darauf wird ihr Ehemann zum neuen König von Hytanica und sie zur Königin. Allerdings hat sie trotz ihrer adeligen Herkunft kein Recht darauf selbst über das Land zu regieren, denn das ist allein Männern vorbehalten. Ihr Vater, der König, besteht darauf alle Traditionen, die schon seit Jahrhunderten praktiziert werden, strengstens zu befolgen und er hat auch schon einen geeigneten Kandidaten für seine Nachfolge im Auge: Lord Steldor. Dieser ist allerdings sehr eingebildet und geht in den Gesprächen mit Alera überhaupt nicht auf sie ein, sondern schwärmt nur von seinen heldenhaften Leistungen. Alera, die von Steldor genervt ist, versucht verzweifelt einen Ausweg aus ihrer misslichen Lage zu finden. Das ganze wird noch komplizierter als Narian in ihr Leben tritt. Er wurde nämlich als Säugling in das Königreich Cokyri verschleppt und wuchs dort auf. Die Königreiche Cokyri und Hytanica sind schon seit ewigen Zeiten verfeindet. Narians Rückkehr wird daher mit gemischten Gefühlen aufgenommen, denn es bestehen immer noch Zweifel an seiner Loyalität und keiner vertraut ihm wirklich - außer Alera, die durch ihn erkennt, dass sie sich von ihrem Vater viel zu sehr unterdrücken ließ und jetzt auf begehrt und gegen ihre Heirat mit Steldor kämpfen will, denn ihr Herz gehört Narian...

Meinung

"Alera - Geliebter Feind" wird dem Leser als Fantasyroman verkauft, obwohl er das mit Sicherheit nicht ist. Das einzige Element, das man vielleicht als Fantasy bezeichnen könnte, ist die Prophezeiung um Narian. Alles andere entspricht allerdings dem Inhalt eines ganz normalen Jugendbuches.
Im Grunde geht es die ganze Zeit um die Kronprinzessin Alera und ihre Probleme mit den Pflichten am Königshof. Alera wirkt am Anfang sehr naiv - geradezu anstrengend naiv. Im Laufe der Handlung, die ziemlich genau ein Jahr ihres Lebens umfasst, wird sie aber reifer und vor allem aufmüpfiger. Sie lehnt sich immer mehr gegen die strengen Regeln am Hof auf und trifft sich sogar heimlich mit Narian. Mit dem Ende des Buches war ich nicht sehr glücklich, vor allem weil ihre Entscheidung einen Rückschritt in die Unterwürfigkeit bedeutet. Allerdings ließ ihr Vater ihr auch kaum Alternativen und sie hat dann das Glück ihrer Schwester über ihr eigenes gestellt, was sie wiederum sehr sympathisch erscheinen lässt.
Das Rätsel, das Narian umgibt, wirkte zwar am Anfang interessant, aber irgendwie wurde dieser Teil der Handlung dann nicht zufriedenstellend weitergeführt und geriet zunehmend in Vergessenheit. Hier blieben meiner Meinung nach viel zu viele Fragen offen.
Die Handlung ist außerdem nicht sehr abwechslungsreich. In den 550 Seiten des Buches passiert meiner Meinung nach nicht sehr viel Spannendes und ich hatte zwischendurch Mühe mich zum Weiterlesen zu bewegen, da ich das Gefühl hatte, dass nicht mehr viel passieren wird. Und das war dann auch so, wenn man von ein paar interessanten Ereignissen auf den letzten 100 Seiten absieht.
Streng genommen werden in "Alera" alle Klischees, die man vom Leben einer Kronprinzessin hat, erfüllt. Sie wird ständig von einem Leibwächter bewacht, hat kaum Freiheiten und muss den Mann heiraten, den ihr Vater für sie vorsieht. Diese Klischees wurden mit der Zeit sehr anstrengend, insbesondere weil sie die Handlung sehr vorhersehbar machten.
Das Buch spielt zwar in einer Fantasywelt, die aber so gut wie keinen Unterschied zu unserer Welt aufweist, so gibt es beispielsweise die gleichen Traditionen und Feste wie bei uns. Hier habe ich oft den Einfallsreichtum der Autorin vermisst.
Ich habe das Buch eigentlich nur zu Ende gelesen, weil mir die Charaktere alle sehr gut gefallen haben. Vor allem der Konflikt zwischen Narian und Steldor, war meiner Meinung nach gut aufgebaut. Aber auch alle Nebencharaktere waren sehr gut konzipiert, allen voran London, der Leibwächter von Alera.

Erst nach dem Lesen habe ich erfahren, dass die Autorin das Buch im Alter von 14 Jahren begonnen und mit 17 vollendet hat. Auch wenn das Buch nicht unbedingt mein Fall war, bewundere ich die Leistung der Autorin. Sprachlich habe ich auch überhaupt nichts zu bemängeln und ich zweifle auch nicht am Talent der jungen Autorin. Die Naivität der Charaktere lässt sich eventuell mit ihrem Alter erklären.

Fazit

Man sollte kein Fantasybuch oder einen tiefgründigen Roman erwarten. Bei "Alera- Geliebter Feind" handelt es sich um leichten Stoff für Zwischendurch, der vor allem auf jüngere Leser zugeschnitten ist.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Between Shades of Gray

Ruta Sepetys , Emily Klein
Audio CD
Erschienen bei Penguin Group USA, 22.03.2011
ISBN 9780142428979
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt

Eines Nachts wird die 15-jährige Lena gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem 10-jährigen Bruder Jonas aus ihrem Haus in Litauen gezerrt und mit vielen anderen Bewohnern ihrer Stadt in einen Viehwagen zusammengepfercht.
Vom sowjetischen Militär werden sie als Verbrecher und Abschaum behandelt, doch sie selbst kennen den Grund für ihre Verhaftung nicht. Neben der Sorge um ihr eigenes Leben quält sie auch der Gedanke an ihren Vater, dessen Aufenthaltsort unbekannt ist.
In den viel zu engen Viehwagen werden sie in Richtung Osten in die UDSSR gebracht. Nach 42 Tagen erreichen sie ein Gefangenenlager, in dem sie mit schweren Arbeiten gequält werden. Hunger, Leid und Tod stehen an der Tagesordnung. Sie müssen um jedes Stück Brot kämpfen und hoffen nicht der Willkür der Soldaten zum Opfer zu fallen. In einer kleinen Hütte kämpfen sie gegen die winterliche Kälte an, die Besitzerin der Hütte behandelt sie genauso schlecht wie die Soldaten und verlangt ihre Essensrationen als Miete.
Lena, die eine begabte Künstlerin ist, lenkt sich mit ihren Zeichnungen von dem Grauen um sie herum ab, muss die Zeichnungen aber verstecken. Falls sie gefunden werden, würde man sie hinrichten. Ihr Bruder Jonas, wird schwer krank und überlebt nur dank der Hilfe von Andrius, in den sich Lena verliebt.
Als sie nach fast einem Jahr glauben, dass es schlimmer nicht mehr kommen kann, werden sie wieder in einem Viehwagen an einen anderen Ort transportiert - die Reise geht in die Nordpolregion, den kältesten Teil Sibiriens. In einer selbst gebauten Hütte müssen sie die kalten Temperaturen überstehen, doch sie haben keine Kraft mehr, sind kurz vorm Verhungern und immer mehr Krankheiten brechen aus...

Meinung

Bei "Between Shades of Gray" handelt es sich um ein Buch, dass den Leser auch nach dem Lesen nicht so schnell loslässt. Vor allem die letzten Seiten der Handlung und die Anmerkungen der Autorin haben es in sich. Denn dadurch wird einem klar, dass das Leid der Menschen aus den baltischen Staaten bei uns kaum bekannt ist und in Vergessenheit gerät. Auch mir war nicht bewusst, wie sehr diese Menschen gelitten haben. Denn während dem 2. Weltkrieg wurden Litauen, Lettland und Estland zunächst von Stalin eingenommen. Die Menschen wurden aus ihren Häusern geworfen und in Arbeitslager gebracht, ohne jemals etwas falsches getan zu haben. Die Sowjetischen Soldaten wohnten unter dessen in ihren Häusern und zerstörten diese zum Großteil. 20 Millionen Menschen starben während Stalins Herrschaft. Bei uns weiß jeder von Hitler und seinen Verbrechen, aber was in der ehemaligen UDSSR vorgefallen ist, ist weit weniger bekannt. Schon allein deshalb bin ich wahnsinnig froh dieses Buch gelesen zu haben und ich bin der Meinung dass sich "Between Shades of Gray" sehr gut als Schullektüre anbietet, um der Allgemeinheit das Leid im Baltikum zu vermitteln.
Die Autorin Rita Sepetys, die auch einen persönlichen Bezug zu Litauen hat, erzählt das Schicksal eines Mädchens, wie es so oder so ähnlich sicher tausendfach geschehen ist. Am Anfang ist mir dabei aufgefallen, dass das Buch gar nicht so emotional ist, wie man es bei einer solch tragischen Thematik erwarten würde. Das hat mich zunächst ein klein wenig gestört, mit Fortschreiten der Handlung war ich aber ganz froh darüber, denn wenn das Buch auch noch emotional geschrieben wäre, hätte ich meine Tränen wahrscheinlich nicht mehr zurückhalten können. Das Leid, das Lena und ihre Familie, aber auch alle anderen Menschen im Arbeitslager widerfährt, ist unbeschreiblich. Im Mittelpunkt steht der tägliche Kampf ums Essen, denn die Menschen wurden von den Soldaten geradezu ausgehungert. Pro Kopf stand ihnen nur 300 Gramm Brot pro Tag zu, und das über Monate. Wie man das überlebt ist mir sowieso ein Rätsel und ich denke ohne heimlich geschmuggeltes Essen, hätten sie es wahrscheinlich auch nicht geschafft. Ganz schlimm wurde es dann in dem Lager in der Nähe des Nordpols. Dort mussten sie zunächst eigenhändig eine Hütte für den Winter bauen und dabei zusehen wie den Soldaten reichlich Essen und Brennholz geliefert wurde. Immer mehr Menschen erkrankten an Durchfall, Skorbut und außerdem waren sie alle von Läusen befallen. Täglich starb jemand und die Stimmung während der Polarnacht wurde immer depressiver. Dieses Gefühl der Hoffnungslosigkeit wurde von der Autorin wunderbar transportiert.
Bei all dem Leid hatte ich auch ständig Angst um das Leben von Lena und Jonas und habe zwischendurch an ihrem Überleben gezweifelt. Ich war richtig froh, dass das Ende dann nicht ganz so traurig und niederschmetternd war, wie zunächst befürchtet.
Lenas Gedanken an Andrius waren ihr Hoffnungsschimmer während der sibirischen Dunkelheit. Ich liebe es, wie hier mit dieser Liebesgeschichte umgegangen wurde. Ganz subtil werden die Gefühl der beiden deutlich gemacht, eine offensichtliche Liebesgeschichte wäre in Mitten dieser Tragik auch nicht realistisch gewesen.
Das Besondere an diesem Buch ist aber das Verhalten des Soldaten Kretzsky. Seine Taten verraten viel über die Menschen im Allgemeinen.
Ruta Sepetys, die hier meines Wissens nach ihren Debütroman vorlegt, ist eine sehr talentierte Autorin, denn Gefühle so rüber zu bringen, wie sie es hier geschafft hat, stelle ich mir sehr schwierig vor. Auch sprachlich lässt das Buch keine Wünsche offen. Ich hoffe, dass wir noch viel von ihr lesen dürfen. Außerdem passiert es selten, dass mich auch ein Buch noch Tage nach dem Lesen beschäftigt und ich weiß, dass das hier der Fall ist.

Fazit

Eine Geschichte, die erzählt werden musste. Meiner Meinung nach ist dieses Buch ein Muss für jeden. Neben dem geschichtlichen Hintergrund ist es vor allem eine Geschichte über Hoffnung und ein Buch über Menschen, die sich gegen das System stellen und für ihr eigenes und das Überleben anderer kämpfen .

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58 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

steampunk, fantasy, leviathan, kriegsmaschinen, behemoth

Behemoth - Im Labyrinth der Macht

Scott Westerfeld , Andreas Helweg , Keith Thompson
Fester Einband: 507 Seiten
Erschienen bei cbj, 25.04.2011
ISBN 9783570139936
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Nach langer Reise landet die Leviathan endlich in Konstantinopel. Doch auch dort nehmen die Probleme für den österreichischen Thronfolger Aleks kein Ende. Da Großbritannien Österreich-Ungarn den Krieg erklärt und Aleks Angst hat gefangen genommen zu werden, flüchtet er von dem Luftschiff und versucht in der orientalischen Metropole unterzutauchen.
Auch Dr. Barlows Plan geht nicht auf. Sie wollte dem Sultan der Stadt die Tiere in den mysteriösen Eiern, die sie auf der ganzen Reise beschützen ließ, schenken, um ihn friedlich zu stimmen. Doch dieser hat sich unterdessen mit den Deutschen verbündet. Diese haben mit der Tesla-Kanone die einzige Waffe erfunden, die der Leviathan etwas anhaben kann.
Deryn, die ihre Gefühle für Aleks mittlerweile nicht mehr leugnen kann, macht sich unterdessen auf die Suche nach ihm. Doch in einer Großstadt wie Konstantinopel entpuppt sich das als schwieriges Unterfangen, insbesondere da ihre Feinde nicht ruhen.
Gemeinsam mit einer der zahlreichen Untergrundorganisationen schmieden Deryn und Aleks dann einen Plan, um den Frieden in Europa wiederherzustellen. Die Darwinistin Deryn muss sich zum ersten Mal in ihrem Leben auf die Kraft von Maschinen verlassen und hat eine geniale Idee, wie sie die Schlacht gegen die Deutschen auch ohne Waffen gewinnen können...

Meinung

Der erste Band dieser Trilogie "Leviathan" hat mich vor einigen Monaten ja zum absoluten Steampunk-Fan gemacht. Dementsprechend viel habe ich von dieser Fortsetzung erwartet.
Es ist ja häufig der Fall, dass die Fortsetzungen nicht mehr ganz so spannend und überzeugend sind, wie der erste Teil.
Hier war das aber ganz und gar nicht der Fall. Im Gegenteil: "Behemoth" steht "Leviathan" um nichts nach. Während in "Leviathan" vor allem das Luftschiff selbst im Vordergrund steht, kommen hier die unterschiedlichsten Maschinen und Tierwesen zum Einsatz. Die mechanistische Stadt Konstantinopel ist genauso bunt und vielfältig, wie man sich eine Stadt im Orient vorstellt. Die zahlreichen unterschiedlichen Läufer und Maschinen fand ich überaus faszinierend.
Besonders schön und niedlich waren die Tiere, die aus den mysteriösen Eiern von Dr. Barlow geschlüpft sind. Ich bin schon gespannt, welche Rolle sie im finalen dritten Teil spielen werden. Dr. Barlow selbst habe ich in "Behemoth" ein klein wenig vermisst, nachdem sie mir in "Leviathan" so sehr ans Herz gewachsen ist.
Ich habe eigentlich erwartet, dass sich die Beziehung zwischen Aleks und Deryn ein wenig weiter entwickeln wird, doch diesbezüglich geschah nicht sonderlich viel, außer, dass sich Deryn mittlerweile sicher ist, das sie in Aleks verliebt ist und ihm ihre wahre Identität offenbaren will. Ich kann diese Szene wirklich kaum noch erwarten und bin jetzt schon gespannt wie Aleks reagieren wird.
Die politische Situation empfand ich etwas kompliziert und schwierig zu verstehen. Man verliert fast den Überblick, wer jetzt mit wem verbündet ist und welche Länder miteinander Krieg führen, vor allem wenn man im Geschichtsunterricht so aufmerksam war wie ich. Die Handlung bleibt aber genauso spannend und aufregend wie im ersten Teil.
Die Behemoth, das sagenumwobene Seeungeheuer, kommt in diesem Buch aber gar nicht so häufig vor, wie es der Buchtitel vielleicht vermuten lässt. Ich bin mir aber sicher, dass man auch hier im 3. Teil noch einiges erfahren wird.
Im Allgemeinen erwarte ich einen sehr actionreichen und emotionsgeladenen finalen Band. Die Wartezeit von einem geschätzten Jahr wird wiedereinmal beinahe unerträglich sein.

Die tollen Illustrationen von Keith Thompson möchte ich erneut hervorheben. Auch in "Behemoth" haben seine wunderschönen Zeichnungen sehr zum Lesevergnügen beigetragen.

Fazit

Ein Fortsetzung, wie man sie sich nicht besser wünschen könnte.

  (8)
Tags: ersten weltkrieg, europa, fantasy, leviathan, steampunk   (5)
 

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(1)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

liebe, young adult, jugend, romance, fantasy

Past Midnight

Mara Purnhagen
Flexibler Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Harlequin Books, 01.09.2010
ISBN 9780373210206
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt

Charlotte ist alles andere als ein normaler Teenager. Als Tochter von Geisterjägern stehen bei ihr Umzüge und gruselige Geisterjagden auf der Tagesordnung. Ihre Eltern glauben aber selbst nicht an Geister und suchen spuckende alte Häuser nur auf, um zu beweisen, dass es keine Geister gibt, sondern es sich dabei nur um die Energie der Menschen, die dort einmal lebten, handelt. Auch Charlotte und ihre Schwester Annalise sind fest davon überzeugt, dass sich alle bekannten Geisterphänomene logisch erklären lassen. Doch diese Meinung ändert sich bei einer Geisteruntersuchung in Charlston. Dort fühlen sowohl Annalise als auch Charlotte, dass etwas ganz anders ist als sonst. Auf dem Videomaterial entdecken ihre Eltern später zwei Schatten, die sich in Charlottes Nähe drängen und auch für das menschliche Gehör nicht wahrnehmbar mit ihr sprechen. Als die Familie in ihr neues Haus einzieht, häufen sie auch die mysteriösen Träume von Charlotte, in denen sie immer wieder ein Mädchen sieht. Bald findet sie heraus, dass das Mädchen in ihren Träumen auch Charlotte heißt und im 19. Jahrhundert plötzlich verschwand. Die Eltern des Mädchen versuchen jetzt offenbar über Charlotte Kontakt mit ihrer Tochter aufzunehmen. Doch Charlotte hat keine Ahnung wie sie dieses Mädchen finden soll, die Geister ihrer Eltern werden zunehmend wütender.
Als wäre das noch nicht genug, bemerkt Charlotte dass auch ihre neue beste Freundin Avery ein Geheimnis vor ihr hat, das sie irgendwie mit Jared verbindet, der von der ganzen Schule gemieden wird...

Meinung

Bei "Past Midnight" handelt es sich um ein Buch, dass ein Thema aufgreift, das neben all den anderen Fantasyelementen wie Werwölfen, Vampiren, Engeln und Feen noch nicht ganz so häufig aufgegriffen wurde: Geister. Das besondere ist auch, dass hier auf eine ganz andere Weise an die Materie herangegangen wird. Denn zunächst gehen alle davon aus, dass es so etwas wie Geister nicht gibt. Die Erklärung von Charlottes Eltern, dass sich ungewöhnliche Vorgänge wie plötzliche Luftzüge und unerklärliche Schritte durch die Energien, die Menschen nach ihrem Tot zurücklassen, verursacht werden, hat mir sehr gut gefallen. Auch, dass diese Energien nicht unbedingt durch negative Erlebnisse zurückbleiben, sondern auch durch positive Gefühle entstehen können, fand ich faszinierend.
Seit 25 Jahren reisen Charlottes Eltern daher durch die USA, um Menschen, die angeblich in einem Spukhaus wohnen davon zu überzeugen, dass sie sich vor nichts fürchten müssen. Ganz nebenbei sind sie durch Bücher und Dokumentationen zu diesem Thema berühmt und reich geworden. Charlotte leidet aber ziemlich unter dem Beruf ihrer Eltern. Eigentlich möchte sie einfach nur ein normaler Teenager sein ohne an jeder neuen Schule, an die sie kommt, als Freak abgestempelt zu werden. Mittlerweile ist sie von den vielen Umzügen ziemlich genervt und ist zunächst heilfroh jetzt endlich für ein ganzes Jahr einen festen Wohnsitz zu haben. Diese Freude lässt aber schnell nach, als sie immer öfter von einem Mädchen träumt und das Gefühl hat, nicht allein in ihrem Zimmer zu sein. Mit der Zeit findet sie heraus, dass die Eltern von Charlotte Perkins, einem Mädchen, das im 19. Jahrhundert von Zuhause weg lief, auf sie fixiert sind. Sie glauben, dass sie das Mädchen finden kann. Die Präsenz der Geister wurde überaus spannend beschrieben, sodass man Charlottes Angst stets spüren konnte. Besonders toll fand ich, dass es in "Past Midnight" trotz der wenigen Seiten noch einen weiteren interessanten Handlungsstrang gibt. Nämlich jener, der sich um Charlottes Freundin Avery, deren Freund Adam und den mysteriösen Jared dreht. Dieser Teil der Handlung sorgt auch für einige Überraschungen und unerwartete Wendungen. Das Ende dieser Geschichte und die Art und Weise, wie Avery und Jared Frieden mit sich und ihrer Vergangenheit schließen, hat mich wirklich zu Tränen gerührt.
Auch die Geschichte rund um die Charlotte im 19. Jahrhundert kommt zu einem sehr zufriedenstellendem Ende.
Besonders positiv aufgefallen ist mir, dass sich Charlotte nicht innerhalb von fünf Minuten an ihrer neuen Schule in einen Jungen verliebt und mit diesem gleich zusammenkommt. Sie ist sogar bis zum Ende dieses ersten Bandes einer Trilogie Single - was leider eine Seltenheit im Jugendbuchgenre zu sein scheint.
Die angenehme Sprache von Mara Purnhagen und die Ich-Perspektive tragen zusätzlich zum Lesevergnügen bei.
Obwohl am Ende keine Fragen offen bleiben, bin ich sehr auf die weiteren Geisterabenteuer von Charlotte gespannt.
Das Einzige, was man an "Past Midnight" aussetzen kann, ist die Länge des Buches. 216 Seiten sind mir einfach zu wenig! Bei so dünnen Büchern, die dann auch noch den Auftakt einer Trilogie bilden, habe ich immer das Gefühl, dass die insgesamt ca. 650 Seiten nur deswegen auf drei Teile aufgeteilt wurden, um möglichst viel Geld damit verdienen zu können. So dünne Bücher kaufe ich mittlerweile auch nur noch, wenn ich wirklich davon überzeugt bin und hier hat es sich auf alle Fälle gelohnt.

Fazit

Eine erfrischende Abwechslung im Young Adult/Fantasygenre. Am ehesten vergleichbar mit "The Body Finder". Kimberly Derting Fans werden auch hier auf ihre Kosten kommen.

  (5)
Tags: fantasy, geister, jugend, liebe, love, romance, young adult   (7)
 

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

feen, jugendfantasy, elfen, brückenorakel, himmelsauge

Die Geheimnisse des Brückenorakels: Weltenwanderer

Melissa Fairchild
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.12.2010
ISBN 9783426283233
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt

Avi hat sich mittlerweile in der Welt der Sterblichen eingelebt. Er ist noch immer sehr glücklich mit Hannah und hat mittlerweile sogar einen Job gefunden. Doch dieser Friede hält nur kurz an, denn in London häufen sich die mysteriösen Ereignisse. Schiffe tauchen plötzlich in der Themse auf, um dann ebenso schnell wieder zu verschwinden und im Zoo treibt ein unsichtbares Tier sein Unwesen. Avi wird schnell klar, dass nur einer hinter diesen Vorfällen stecken kann: Kellen, sein verhasster Stiefvater. Dieser will nämlich das Feenreich mit der Welt der Sterblichen vereinen, um die Menschen zu unterwerfen. Um dies zu erreichen, arbeitet er an einer Maschine, die mit einem Elixier aus Feenflügeln angetrieben wird. Avi reist daher erneut in die Feenwelt, um seinen Erzfeind ein für alle Mal zu besiegen. Doch vorher muss er noch in die schreckliche Zwischenwelt Dèopnes, um seinen Vater Oren zu befreien. Doch bisher ist noch niemand von dort zurückgekehrt...

Meinung

Dieser zweite Teil der "Die Geheimnisse des Brückenorakels" Trilogie hat mich wirklich von der ersten Seite an überzeugt. Das liegt vor allem daran, dass auf den ersten fünf Seiten die Geschehnisse aus Teil eins zusammengefasst wurden. Da es doch schon einige Monate her ist, seit ich den ersten Band gelesen habe, war ich sehr froh über diese Gedächtnisauffrischung. Meiner Meinung nach sollten alle Fortsetzungen so eine kurze Zusammenfassung haben.

Auch inhaltlich ist "Weltenwanderer" mindestens genauso spannend und aufregend wie "Himmelsauge". Es passiert sehr viel und alle paar Seiten droht eine neue Gefahr. Das Buch ist so aufregend, dass man es wirklich kaum aus der Hand legen kann. Im zweiten Teil spielt die Handlung hauptsächlich im Feenreich, was mir aber sehr gut gefallen hat. Vor allem die Verbindungen zwischen dem London der Sterblichen und dem Äquivalent in der Welt der Feen, fand ich sehr aufregend. Besonders das Gemälde in der National Gallery, welches Avi und seinen Freunden diesmal als Brücke in die Feenwelt dient, fand ich sehr interessant. Ich fand es allerdings schade, dass das Gemälde später in der Handlung nicht mehr erwähnt wird, denn ich hätte eigentlich gerne noch mehr darüber erfahren.

In "Weltenwanderer" sind alle Charaktere, die dem Leser schon aus "Himmelsauge" bekannt sind, mit von der Partie. Der etwas schwierige Roosevelt und die kleine Elfe Brucie sorgen dabei wieder für einige Lacher. Auch Fugit und sein Bruder Blink, die wie gewohnt Zeit und Raum beeinflussen, wie es ihnen gerade in den Sinn kommt, spielen eine sehr wichtige Rolle.
Das Brückenorakel tritt gewohnt distanziert auf und muss einen schweren Schicksalsschlag weg stecken, wobei ich eigentlich gedacht habe, dass dieser schwere Folgen für beide Welten haben wird, was aber bisher noch nicht zutraf. Ich bin gespannt, ob Melissa Fairchild im dritten Band noch einmal darauf zurückkommt.

Hannah rückt in "Weltenwanderer" etwas mehr in den Mittelpunkt. Besonders toll fand ich, dass sie teilweise mutiger und gelassener ist als der Feenprinz Avi, der teilweise etwas überfordert wirkt, was man ihm angesichts der ernsthaften Lage auch nicht übel nehmen kann.
Ich bin wirklich gespannt, zu welcher Lösung die beiden am Ende kommen, denn ich kann mir Avi einfach nicht dauerhaft in der Welt der Sterblichen vorstellen, Hannahs Mutter ist aber weiterhin auf seine heilenden Kräfte angewiesen.

Hier wurde auch das Ende sehr gut gestaltet, es zwar nicht offen, dennoch fallen mir auf Anhieb mindestens vier Sachen ein, die ich unbedingt noch wissen will und die daher das Warten auf Band drei ziemlich hart machen

Fazit

Wunderschöne, spannende Fantasy mit sehr überzeugenden Charakteren.

  (6)
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(30)

74 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 13 Rezensionen

jugendbuch, lilie, historischer roman, corina bomann, frankreich

Der Lilienpakt

Corina Bomann
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter, C, 01.02.2011
ISBN 9783800056019
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Frankreich im 17. Jahrhundert. Christine wächst als einzige Tochter eines Grafen auf. Seit sie klein ist, hadert sie allerdings damit ein Mädchen zu sein, viel lieber würde sie wie ihre drei Brüder fechten und sich austoben als zu einer braven Hausfrau und Mutter ausgebildet zu werden. Mit 17 setzt sie dann ihren größten Wunsch durch und überredet ihren Vater ihr das Fechten beizubringen. Sie ist besser als gedacht und zeigt sich sogar talentierter als ihre Brüder.
Doch diese Zeit der Gelassenheit wird je unterbrochen als ihre gesamte Familie eines Tages von Unbekannten ermordet wird. Nur Christine, die sich in einem Geheimgang versteckt, überlebt und wird daraufhin nach Paris gebracht, wo sie von einem Schmied aufgenommen wird. Um die Mörder ihrer Familie in die Irre zu führen, gibt sie sich als Junge aus.
Das Einzige, was Christine von ihrer Familie geblieben ist, ist der Degen ihres Vaters. In dessen Griff findet sie einen Zettel, der ihr dazu rät bei den Musketieren Hilfe zu suchen. Christine setzt daher alles daran in Kontakt mit dem Musketier d'Athos zu kommen. Sie hoff, dass er ihr bei der Suche nach den Mördern ihrer Familie helfen kann. Als sie schließlich sein Diener wird, erfährt sie den wahren Grund für diese grausame Tat: Christine ist nicht die, für die sie gehalten wird und birgt ein Geheimnis, das die gesamte französische Monarchie gefährden könnte...

Meinung

Ein Buch über einen mysteriösen Geheimbund und die sagenumwobenen Musketiere - schon nach dem Lesen des Rückentextes war mir klar, dass ich "Der Lilienpakt" unbedingt lesen muss.

Neben diesen sehr interessanten inhaltlichen Aspekten habe ich auch in Erwartung einer starken weiblichen Hauptperson zu diesem Buch gegriffen. Christine hat meine Wünsche dann zur Gänze erfüllt. Sie weiß - trotz ihrer Jugend - von Anfang an was sie will, lässt sich nicht von der gesellschaftlichen Erwartungshaltung klein kriegen und zieht ihr Ding durch. Das Erlernen des Fechtens war für eine Frau im 17. Jahrhundert quasi ausgeschlossen, doch Christine kämpft so lange, bis ihr Wunsch erfüllt wird.
Nach dem Tot ihrer Familie hatte ich zunächst das Gefühl, dass sie nicht ganz angemessen reagierte, sie wirkte nämlich gar nicht erschüttert, wie man es von einem Mädchen in ihrer Lage erwarten würde. Dann wurde mir allerdings klar, dass maßlose Trauer und Selbstmitleid einfach nicht zu Christine passen, sie reagiert auf die grausame Tat mit Wut und dem unbändigen Wunsch nach Rache.
Auch als sie dann nach Paris kommt und sich als Junge ausgeben muss, lässt sie sich nicht von ihrem Plan abbringen und setzt ihr Leben aufs Spiel, um die Mörder ihrer Familie ausfindig zu machen.
Schnell stößt sie dabei auf den Geheimbund "Schwarze Lilie", versteht aber zunächst nicht, was es damit auf sich hat. Als sie dann als Diener zu dem Musketier d' Athos geht, um mehr herauszufinden, riskiert sie erneut ihre Enttarnung.
Ihre Beziehung zu dem Sohn des Schmieds, Jules, wurde sehr feinfühlig erzählt. Ich empfand es als sehr angenehm, dass diese Beziehung nie unnötig in den Vordergrund gedrängt wurde. Das Buch beschäftigt sich wirklich hauptsächlich mit den Geheimbünden und Christines wahrer Identität. Meiner Meinung nach wurde diese aber viel zu früh offensichtlich enthüllt. Ich hätte es interessanter gefunden, wenn der Leser länger im Dunkeln gelassen worden wäre.
Christines wahres Ich und dessen mögliche Auswirkungen, war nämlich ohne Zweifel der interessanteste Aspekt dieses Buches.
Auch der historische Zusammenhang hat mir sehr gut gefallen. Vor allem der Einblick in die französische Monarchie des 17. Jahrhunderts war sehr interessant, man muss aber mit Sicherheit kein Fan von historischen Romanen sein, um dieses Buch zu mögen.
Auch die Geschichte rund um die Musketiere fand ich sehr interessant. Ich selbst war davor mit dem Roman "Die drei Musketiere" von Alexandre Dumas nicht vertraut und konnte mich dennoch schnell für die Soldaten des französischen Königs begeistern.

Die Handlung selbst wurde sehr aufregend gestaltet, besonders der Geheimbund "Schwarze Lilie" hat dazu beigetragen, dass man so gut wie jeden Charakter unter Verdacht hatte ein Verräter zu sein und ich habe es kaum erwarten können zu erfahren, wer auf welcher Seite steht.

Fazit

Historie, eine Verschwörung und als Krönung noch eine kleine Liebesgeschichte - "Der Lilienpakt" deckt all diese Bereiche ab.
Da mir Christines Identität etwas zu offensichtlich war, gibt es ein Sternchen Abzug.

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Tags: frankreich, historischer roman, jugendbuch, lilie   (4)
 

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jugendbuch, medizin, new york, 20. jahrhundert

Deadly

Julie Chibbaro , Jean-marc Superville Sovak
Fester Einband: 293 Seiten
Erschienen bei Simon & Schuster, 22.02.2011
ISBN 9780689857386
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt

New York 1906. Immer mehr Menschen erkranken an Typhus und keiner kann sich erklären woran das liegt. Auch das eifrige 16 - jährige Mädchen Prudance hat von diesen Vorfällen gehört und setzt alles daran bei der Aufklärung dieser Fälle zu helfen. Ihr unbändiges Interesse an der Medizin und ihr Ehrgeiz bringen sie schließlich ans Ziel, denn sie erhält einen Job als Assistentin im Gesundheitsministerium. Dort arbeitet sie an der Seite von Mr. Soper, der für die gehäuften Ausbrüche von Typhus zuständig ist. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der Ursache der Erkrankung und Prudance erhält dabei immer mehr Einblick in die Welt der Wissenschaften und schon bald wird ihr klar, dass sie in ihrem Leben mehr will als hinter dem Herd stehen und Kinder kriegen - sie will Medizin studieren. Als sie dann auch auf eine der wenigen weiblichen Ärztinnen ihrer Zeit stößt und diese sie dazu ermutigt für ihren Traum zu kämpfen, beschließt Prudance genau das zu tun.
Doch vorher muss sie noch das Typhus-Rätsel lösen, denn es sieht ganz danach aus, als wäre eine Person für die vielen Krankheitsfälle verantwortlich: Mary Mallon, die als Köchin bei jeder erkranken Familie tätig war...

Meinung

Typhoid Mary - wer hat noch nicht von ihr gehört? Vielen ist allerdings nicht bewusst, dass es sich dabei nicht um ein Ammenmärchen, sondern um die wahre Geschichte von Mary Mallon handelt. Als ich gehört habe, dass es in "Deadly" um genau diese Geschichte geht, musste ich das Buch natürlich sofort kaufen. Schon als ich es zum ersten Mal in Händen hielt, fiel mir auf, wie dünn das Buch ist und ich habe mich von Anfang an gefragt wie man diese doch sehr umfangreiche Geschichte in nur 280 Seiten unterbringen kann. Genau das war dann auch das Problem, denn hier wird nur ein kurzer Abschnitt aus dem Leben von Mary Mallon geschildert. Außerdem konzentriert sich die Handlung mehr auf Prudance, dem jungen Mädchen, das sich nichts sehnlicher wünscht, als Medizin zu studieren. Prudance war mir aber von Anfang an sympathisch und ihre Begeisterung für die Wissenschaft, die auf beinahe jeder Seite ihrer Tagebucheinträge vermittelt wurde, konnte ich absolut nachvollziehen.
Allerdings kam dabei leider Typhoid Mary zu kurz. Es wurde zwar von ihren wechselnden Arbeitsstellen als Köchin berichtet und dass die Familien, für die sie arbeitete, innerhalb von kürzester Zeit erkrankten. Auch ihre Festnahme und ihre Uneinsichtigkeit wurden sehr gut geschildert. Die einfache Frau aus Irland konnte nämlich zu keinem Zeitpunkt verstehen, was die Ärzte von ihr wollten. Da sie ja selbst nie krank war, war es ihr unerklärlich dass sie den Typhuserreger in sich tragen könnte. Sie hatte viel mehr das Gefühl diskriminiert und als "schmutzig" abgestempelt zu werden.
Da sie sich das nicht gefallen lassen wollte, hat sie schlussendlich auch gegen die auch meiner Meinung nach etwas zu rabiate Vorgehensweise des Gesundheitsministerium geklagt - ohne Erfolg.
Nach der Gerichtsverhandlung endet das Buch dann auch schon, was weiter mit Mary geschah erfährt man nur im Nachwort der Autorin. Das fand ich persönlich sehr enttäuschend. Denn die Geschichte von Typhoid Mary war am Ende der Handlung erst zur Hälfte erzählt. Nach ihrer erfolglosen Gerichtsverhandlung wurde sie nämlich weiterhin eingesperrt, bis sie dann mit der Vorgabe nie wieder für andere kochen zu dürfen freigelassen wurde. Daran hielt sie sich allerdings nicht und wurde Köchin in einer Schulkantine, was dazu führte dass viele Kinder erkrankten und einige sogar starben. Infolge dessen wurde sie auf Lebenszeit eingesperrt.

Meiner Meinung nach hätte all das in die Handlung eingebaut werden und nicht erst im Nachwort kurz erwähnt werden sollen.
Auch über Prudance weiteren Werdegang erfährt man nichts, sie nimmt sich zwar vor Medizin zu studieren und an einer Heilung für Typhoid Mary mitzuarbeiten, ob ihr das gelingt wird aber mit keinem Wort erwähnt.
100 Seiten mehr hätten diesem Buch also wirklich gut getan!

Fazit

Im Großen und ganzen fand ich das Buch sehr gut und spannend erzählt. Allerdings muss man glaube ich schon ein gewisses Interesse an der Medizin mitbringen, um Gefallen an "Deadly" zu finden. Außerdem sollte man sich nicht erwarten ein Buch über Typhoid Mary zu lesen, denn diese spielt hier leider nicht die Hauptrolle.

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Tags: 20. jahrhundert, jugendbuch, medizin, new york   (4)
 
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