claudia_reinert

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Logik

Dan Cyran , Sharron Shatil , Bill Mayblin , Dan Cryan
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei TibiaPress, 29.09.2010
ISBN 9783935254236
Genre: Sachbücher

Rezension:

Am Regal mit den Sachcomics bin ich in der Bahnhofsbuchhandlung einfach nicht vorbeigekommen. Dieser fand den Weg in meine Handtasche. Und es war auch kein Impulskauf, der in den Monaten darauf im Bücherregal versauerte: Ich habe es geschafft, den Band durchzulesen, was man wahrlich nicht von vielen Büchern über Philosophie bei mir sagen kann.

Dieses Buch punktet eindeutig mit anschaulichen Beispielen und den passenden Bildern dazu - etwa dem heiligen Sebastian, der nach der Logik von Achilles und der Schildkröte irgendwann aus Angst vor den Pfeilen stirbt. Auch sehr schön war die Skizze von Alan Turing, der "Möglich-Zustände" mit hochwertigen Keyboards vergleicht (im Gegensatz zu normalen Keyboards, deren Tasten man entweder drücken kann oder eben nicht). Dank dieses Buches werde ich immer die markanten Gesichtszüge einiger Philosophen mit ihren zentralen Denkanstößen im Kopf behalten (z.B. Quine, der sich in seinem Überzeugungsnetz ausruht, oder John Stuart Mill, der als Billardspieler das Vertrauen in Verallgemeinerungen verteidigt: "Dieser Stoß hat noch immer funktioniert!"). Natürlich: Besonders tief geht das erworbene Wissen nicht - aber erwarten wir das von einem Comic? Eben nicht.

Vielleicht kann ich nach der Lektüre endlich Wittgensteins Tractatus lesen (und über die Wahrheitstafeln hinauszukommen). Dann schaffe ich es dank diesem Buch, die Leiter hinter mir zu lassen, die ich hinaufgestiegen bin ...

Einziger Wermutstropfen der pingeligen Leserin: Manchmal wirkt die Übersetzung sehr englisch ("die Logik untergrabend"), an weniger wichtigen Stellen finden sich ein paar Rechtschreibfehler.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

prognostische literatur, gesundheitsdiktatur, cyborg, gesellschaftsroman, zukunftsvision

Heimlich, heimlich mich vergiss

Angelika Meier
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Diaphanes , 12.03.2012
ISBN 9783037341841
Genre: Romane

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

liebe, stendhal, kristallisation, essays, klassiker

Über die Liebe

Stendhal , Franz Hessel ,
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 19.01.2012
ISBN 9783596902989
Genre: Klassiker

Rezension:

Es war kein Buch, das ich mit wachsender Spannung gelesen habe, kein Buch, das einen hineinzieht. Wer solch einen Prolog verbricht und erst von den Misserfolgen anfängt, dann es all denjenigen ohne Liebeskummer verbietet und dann den Hauptteil damit anfängt das komplexe Phänomen Liebe ohne weitere Erklärung in vier Varianten aufzuspalten (nur vier Stück, von denen sich zwei ziemlich ähnlich sehen) - der hat heute schlechte Karten. Aber eines muss man ihm lassen: Jetzt, wo ich mich dazu aufgerafft habe, über Seite 50 hinauszukommen, habe ich bis zum Ende weitergelesen.

Kurz gesagt geht es im ersten Teil darum, wie Liebe entsteht, was sie fördert und was sie hindert (beispielsweise Schamgefühl, Stolz, Eifersucht). Der zweite Teil könnte auch eine empirische Studie über die Liebe in verschiedenen Ländern und unter verschiedenen Bedingungen (Erziehung der Frau, Ehrenkodizes) sein - wenn da mehr Empirie wäre. Kurzum: Ein essayistisches Sittengemälde des frühen 19. Jahrhunderts.

Zeitlich befindet man sich ziemlich genau zwischen dem spanischen honra-System, in dem die Ehre der Frau auf der Unantastbarkeit ihres Rufs beruht, und dem Heute . Ich muss gestehen, ich war angenehm überrascht, Stendhals feuriges Plädoyer für mehr Bildung bei den Frauen zu lesen. Das könnte man heute ähnlich nochmal schreiben, auch wenn die Ausgangsbedingungen (glücklicherweise) andere geworden sind. Da sieht man über Äußerungen wie die, dass Frauen in 19 von 20 Fällen von Liebe träumen, oder dass in der Liebe der Mann angreift und die Frau verteidigt (das erinnert schon wieder an Spanien und an den Stierkampf ...) schonmal hinweg. Auch für die Ablehnung der Liebe auf den ersten Blick, die heute so romantisch verklärt wird, ziehe ich vor dem Autor den Hut. Als ich hingegen vom "Nervenfluidum" las, das bei den Männern beim Denken, bei den Frauen vom Herz verbraucht wird ... also, wütend ist kein Ausdruck. Anfang des 19. Jahrhunderts eben - und der Autor ein Mann.

Die Liebe in den verschiedenen Nationen schien mir eher pauschalisierend, vor allem weil die Regierungsform in solch enger Korrelation zur Liebe stehen soll. Mir wäre nicht bekannt, dass mein Liebesleben von einem Regierungssystem beeinflusst worden wäre.

Summa summarum war es spannend die Detailveränderungen in den Sitten und Gewohnheiten zu sehen - wo konnte man sich schon eine recht emanzipierte Haltung erlauben, wo ist man doch noch in der Vergangenheit verwurzelt. Auch der krasse Unterschied zwischen Laclos und ihm hat mich überrascht - auch wenn ich es mir bei einer post-revolutionären Schrift hätte denken können.

Den Lesegenuss hebt der poetische Stil, der es bisweilen fast bis zur Sentenz bringt: "Ich sehe in unsern Büchern eine Art Lotterielose, sie haben wirklich nicht mehr Wert. Die Nachwelt, welche die einen vergißt und die anderen wieder druckt, wird erklären, welche Lose gewonnen haben." Ein treffendes Bild. Wenn es auch nicht ganz so oft auftritt wie in Graciáns Handorakel.

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

ägypten, vampire, ankhaba, vampir, teufel

Ankhaba - Aufstieg und Zerfall der Untoten und ein menschliches Ende

Gunter Dueck
E-Buch Text
Erschienen bei epubli GmbH, 02.03.2012
ISBN 9783844218923
Genre: Sonstiges

Rezension:

Eine Bombenbau-Protestaktion von Martha und Brain geht nach hinten los – Marthas Mann Otto wird von seinem elfjährigen Sohn Leon getötet, Tochter Anke hätte das beinahe verhindert, wäre da nicht die teuflische schwarze Katze gewesen. In seinem Forscherdrang findet Brain heraus, woher sie kam – und entdeckt einen Vampir, wobei er selbst in einen verwandelt wird. Durch mehrere Missgeschicke werden auch Anke, Martha und Leon zu Vampiren, überstehen aber eine Jahrzehnte dauernde Frist, während der Menschen beinahe rar werden, weil sich Leon zum Herrscher aufschwingt, der fast alle Menschen zu Vampiren verwandelt.
Anke, Brain und Martha laufen durch eine ägyptische Pyramide, um nach dem Geheimnis des Vampirismus zu suchen und Leons grausamer Herrschaft ein Ende zu setzen, die Menschenfarmen einschließt ...

Am Plot scheint (bis hierher und aus dieser Makroperspektive) auf den ersten Blick wenig auszusetzen – an der Umsetzung hingegen so viel, dass das Lesen wirklich zur Qual wurde, und zwar aus vier Gründen.

Als erstes gibt es hier die Details oder Ausschmückungen in der Geschichte, die teilweise in den Plot hineinreichen und die vor dem Schreiben hätten eliminiert werden müssen: Diese sind unglaublich unterschiedlich - und wäre das Buch eine Speise, dann würde es schmecken wie Vanilleeis mit sauren Gurken. Hier treffen ägyptische Legenden und deren Symbole auf den Mythos vom heiligen Gral und seiner Lanze (die in Amfortas/Brain steckt), etwas Michail Bulgakow (der sprechende abgeschlagene Kopf, die sprechende schwarze Katze, sich häufende Teufelserwähnungen), Douglas Adams („42“ und Enthüllungen von Wahrheiten, die überraschend platt sind), Goethe (Prolog, Intermezzo und Epilog auf dem Friedhof zwischen Engeln und Teufeln), Management-Weisheiten (die ad absurdum geführt werden) und dazu etwas Quentin Tarantino und abgeschlagene Gliedmaßen und viel Blut. Normalerweise mag ich solche Stilmischungen und Intertextualität – aber hier war's mir eindeutig zu viel.

Als nächstes der Stil, der unkontrolliert zwischen normaler Umgangssprache und gespreizten biblischen Formulierungen changiert. Ein gläubigerer Mensch als ich wäre wütend geworden und hätte das Buch in die Ecke gepfeffert – ich fand es nur unglaublich unausgegoren, so als hätte ein kleines Kind schnell geschrieben und keinen Cent auf seine Sprache gegeben. Ein Lektor hätte diesen Stil niemals angenommen.

Drittens wurde dieses Buch niemals korrigiert: Ein Korrektor hätte das manchmal unzutreffende Vokabular des Autors moniert: „desolate Autos“ gibt es nicht, da sie nicht traurig an sich sein können. „Dann nahm er einen Stein und ritzte auf dem Felsen etliche Kreuze ein. »Das tue ich zu meinem Gedächtnis.«“ - So ein Quark! Das würde bedeuten, dass er etwas für sein eigenes Andenken unter anderen Menschen tut, z.B. einen Grabstein kauft, dabei ritzt Brain nur Zeichen als Gedächtnisstütze für sich selbst ein. Es wimmelt außerdem vor Tippfehlern, bei denen man den Eindruck hat, der Autor habe einmal ein fremdes Manuskript gescannt und dieses nie mehr durchgelesen. Zwei kleine Kostproben davon: „eine Antwort Litte“, „Vertraue und glaube. Sieb nickt bin. Du wirst seben.“. Manchmal ist es so grotesk, dass man meint, es sei ein Fehlersuchspiel.

Viertens hätte dem Buch ein Mediengestalter/Hersteller gutgetan. Teilweise wurden Größer-kleiner-Zeichen anstelle von französischen Anführungszeichen verwendet, an einigen Stellen brachen Sätze ab oder waren sinnlose Zeilenumbrüche verteilt. Vielleicht lag das hier auch gar nicht am Autor, sondern an epubli – darauf deutet die Rückrufaktion hin, die ich nur so halb mitbekommen habe.

Mein Fazit: Sofern ich es vermeiden kann, lese ich nie wieder etwas von einem Ebookverlag, sei es nun epubli, neobooks oder wer auch immer. Ungeprüfte, unlektorierte, unkorrigierte und schlecht gesetzte Manuskripte verderben einem den Spaß am Lesen – der mir sonst eigentlich selten fehlt.

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