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Wir Buddenbergs - Das Geheimnis vor der Tür

Antje Herden , Florentine Prechtel
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 26.09.2018
ISBN 9783737341110
Genre: Kinderbuch

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19 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Die Schwestern von Mitford Manor – Unter Verdacht

Jessica Fellowes , Andrea Brandl , Juliane Köhler
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 10.09.2018
ISBN 9783837143195
Genre: Historische Romane

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Simsalahicks. Die freche Hexe und die verschwundene Freundin

Katja Frixe , Jodie Ahlborn
Audio CD
Erschienen bei Jumbo, 31.08.2018
ISBN 9783833738852
Genre: Kinderbuch

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Neues von der kleinen frechen Hexe mit dem Schluckauf-Verhicksern! Fritzi, die freche Hexe, der bisweilen beim Hexen ein Schluckauf dazwischen kommt, der für allerlei Durcheinander sorgt, verbringt gerade einen schönen Nachmittag mit ihrem fliegenden Hexenpony Prinz und ihrer besten Freundin Luna. Doch als Prinz verkündet, daß Fritzis Tante mit ihrer eingebildeten Tochter Talea zu Besuch erwartet wird, sinkt ihre gute Laune sofort. Fritzi versucht verzweifelt sich zur Abschreckung eine ansteckende Krankheit zu hexen, doch sie verhickst sich wieder und alles geht schief! Zu dumm, daß Talea und ihre Mutter gerade ins größte Chaos platzen. Talea hat natürlich nichts besseres zu tun, als mit ihren Künsten vor Luna zu prahlen und Fritzi zu verspotten. Um Fritzis Ehre zu retten, schlägt Luna schnell einen Hex-Wettbewerb vor. Doch das Wetthexen geht reichlich schief und plötzlich ist ausgerechnet Luna spurlos verschwunden. Wo kann das Mädchen nur sein? Zwangsläufig müssen Fritzi und Talea nun zusammen halten, um Luna zu finden und damit ihre Mütter nicht merken, was sie angestellt haben!

Diese Geschichte richtet sich an Mädchen ab 5 Jahren und wurde wegen der noch kürzeren Aufmerksamkeitsspanne dieser Altersklasse, als Lesung mit Musik und Geräuschen vertont, die ganz wunderbar Jodie Ahlborns warme und wandelbare Stimme unterstreichen und ergänzen. Egal ob die kleinen frechen Hexen oder das magische Pony Prinz, jeder bekommt seine eigene Stimme und seinen eigenen Charakter. Und Charakter haben die Damen, auch wenn sie noch sehr jung sind! So wird ziemlich schnell klar, warum Fritzi ihre Cousine nicht leiden kann. Denn sie ist eine echt fiese Angeberin und scheut auch nicht davor zurück Fritzi vor ihrer besten Freundin schlecht zu machen. Zum Glück hat sie aber Prinz der sie verteidigt und eine sehr warmherzig und verständnisvolle Mutter, die zwar Regeln aufstellt, aber auch Verständnis für Verhickser und andere Schwächen hat. Daher ist sie auch immer zur Stelle, wenn Not an Hexe ist und hilft natürlich wo sie nur kann! Das macht dieses junge frische Hexenabenteuer sowohl lustig, als auch für die Altersgruppe ganz klar, daß Luna nichts passieren kann, mit solcher Unterstützung im Rücken. Ganz sicher wird alles gut ausgehen, ein Gefühl, daß das von der fröhlichen Zwischenstücksmusik noch unterstrichen wird. Daher eignet sich diese 40 minütige CD auch für sensible Kinder gut als Einschlafgeschichte, weil es trotz unerwarteter Pannen, niemals bedrohlich, sondern nur leicht spannend und überraschend wirkt.

Die Geschichte lebt von liebevollen kleinen Details. So verbringen Prinz und die Hühner einen sonnigen Vormittag im Garten und zum Schutz von Fritzis Mutter kleine Sonnenbrillen auf den Schnabel gehext. Es sind gerade diese Details, die das Besondere der Geschichte ausmachen und sie neben den Verhicks-hex-pannen von anderen Freundschafts- und Hexengeschichten unterscheidet.

Ein wirklich verrückt-süßes Hexenabenteuer für Mädchen ab 5 Jahren.

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S.P.U.K. - Sammler paranormaler Unregelmäßigkeiten

Barry Hutchison , Johanna Wais , Max Meinzold
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Egmont Schneiderbuch, 02.08.2018
ISBN 9783505141935
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Denzel ist ein 12 jähriger Junge, der glücklich mit seinen zwei Adoptivvätern in England lebt. In der Schule hat er es nicht leicht, der Busfahrer lässt ihn an der Haltestelle stehen und sein Lehrer drangsaliert ihn, aber immerhin trifft er sich in den Pausen mit Schmitti, der ihm Gesellschaft leistet, mit ihm lacht und Spaß all merkwürdigen „was wäre dir lieber“ Fragen hat. Eines Abends als er auf die Heimkehr seiner Väter wartet, nimmt er plötzlich ein rauchiges, dunkles Wesen mit Tentakelarmen im Wohnzimmer wahr. Während er noch grübelt was das denn nun sein soll, wird ein Loch in die Wand gesprengt und ein Junge und Mädchen, kaum älter als er stürmen herein und zicken sich an. Sie S.P.U.K. Geisterjäger, können aber anders als Denzel weder mit ihren magischen Fähigkeiten, noch mit ihren technischen Gimmicks das Tentakelwesen erblicken. Nach dem erfolgreichen Einsatz löschen sie Denzels Erinnerung und ihre Spuren und verschwinden. Doch am nächsten Tag wird Denzel von einem Müllmonster in der Schule angegriffen und flieht mit Schmitti so schnell er kann. Erneut tauchen die S.P.U.K. Samara und Boyle auf und helfen ihm aus der Misere. Diesmal nehmen sie ihn jedoch mit in das Hauptquartier der Organisation, denn er erscheint die Wesen auf unerklärliche Weise anzuziehen….
Anfangs wurde ich nicht so recht warm mit der Geschichte, wahrscheinlich weil es binnen kurzer Zeit das zweite Buch von einem Adoptivkind mit zwei Vätern war. Das war für mich dann etwas zu viel der Toleranz und Offenheit, weil es einfach doch nicht die Realität lesender Kinder widerspiegelt. Für die nachfolgende Geschichte ist es nämlich völlig unerheblich, ob er Vater und Mutter, eine alleinerziehende Mutter, einen Witwer als Vater, zwei Mütter oder Transgender-Eltern hat. Er hat Eltern die er liebt und das ist wichtig, mehr nicht, denn weswegen er so geärgert wird, wird nicht thematisiert. Das hätte ich allerdings sehr interessant gefunden zu erfahren. Sein Kumpel Schmitti ist hingegen echt eine Marke, aber eine treue Seele, die ihn stets aufheitert und das kann er nur zu gut gebrauchen. Allein schon zu wissen, daß er bei ihm ist, als das übernatürliche Chaos um ihn herum ausbricht ist schon beruhigend. Die zwei Nachwuchs-S.P.U.K. sind nur bedingt sympathisch und ihre Direktorin sehr dubios. Er wird von ihnen in eine ihm völlig fremde Welt als Nachwuchs gebracht, welche relativ gut durchdacht ist. Allerdings hat es mich zwischendurch immer wieder an Ghostbusters erinnert, gerade eben auch, wegen Schmittis ungeschickter Art. Während man immer tiefer in die Gänge der Organisation eindringt, kommen immer mehr Zweifel und Fragen auf und mit ihnen steigt die Spannung. Am Ende wird es richtig rasant und man will unbedingt wissen, wie denn Denzel sich aus dieser brenzligen Situation wieder befreien will. Dabei geht es auch ganz schön zur Sache und die unglaublichsten Waffen der Geisterjagd werden gezückt, so daß es schon ein wenig an ein Computerspiel erinnert, wie hier geballert wird. Daher ist die Altersempfehlung ab 10 Jahren sehr passend, da man in diesem Alter auch ganz gut zwischen Realität und Fiktion unterscheiden kann und merkt, daß es ja vor allem Geisterzerstörungswaffen sind. Doch es ist nicht reine Aktion, gerade durch Schmitti und seine bisweilen völlig verpeilten Sprüche ist es auch immer wieder witzig und kein reiner Spannungsroman. Anders als die politisch überkorrekte Familienkonstellation von Denzel, finde ich es aber sehr gut, daß die S.P.U.K. jeweils im Team bestehend aus einem magischen Oberon und einem technikverrückten Vulteron besteht, wobei ein Team-Mitglied männlich und eines weiblich ist. Die Einteilung in Vulteron und Oberon ist nicht geschlechtspezifisch, sondern hängt von der jeweiligen Begabung ab. Auch weiblich ist Direktorin Quinn, weshalb ich durchaus der Meinung bin, daß dieses Geisterjägerabenteuer sowohl für Jungs als auch Mädchen geeignet ist. Meine Jüngste fand es nämlich durchaus interessant.
Für alle Kinder ab 10 Jahren, die Spass an Geisterjagden und Computerspielen haben, ist es sehr spannend und witzig. Wir können es empfehlen.

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Amalia von Flatter - Wer hat Angst vor Einhörnern?

Laura Ellen Anderson , Katrin Segerer
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Egmont Schneiderbuch, 06.09.2018
ISBN 9783505140877
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Nachdem sich im ersten Band Amalia, das Vampirmädchen aus dem Reich der Finsternis, daß sich vor den Wesen des Lichts fürchtet, mit Prinz Marillo angefreundet hat. Geht sie gemeinsam mit ihrem Haustier Kürbis Kürbinian, dem Jungsensenmann Todd, Flora, die kein Monster ist, sondern einer seltenen Yeti-Art angehört, König Vladimir und Prinz Marillo gemeinsam auf die Suche nach Marillos lange verschollener Mutter Königin Morgentau. Ziemlich bange machen sie sich gemeinsam auf den Weg ins Königreich des Lichts, das ihnen mit all dem Glitzer und seiner Helligkeit ganz schön Angst macht. Sie vermuten, daß Morgentau in der Hauptstadt des Reichs festgehalten wird, doch König Vladimir sucht schon seit Jahren nach diesem legendären Ort, bislang vergeblich. Zuerst geht dank Floras unbedachtem Mundwerk alles schief und der erhoffte Weg in die Stadt des Glitzers, der edlen Einhörner, verschmusten Engelskatzen und süßen Feen bleibt ihnen verschlossen. Doch zum Glück sind sie als Wesen des Lichts verkleidet und so treffen sie auf den freundlichen Kobold McSchiller, der ebenfalls seinen lange vermissten Bruder McSchimmer sucht. Dieser zeigt ihnen nicht nur den Weg, er verrät ihnen auch, daß immer mehr mutige Wesen des Lichts verschwinden und daß dafür die Wesen der Finsternis verantwortlich gemacht werden. Doch der Regent des Landes Alpha Einhorn ist entschlossen, sie vor allen Gefahren durch die Wesen der Finsternis zu beschützen....

Im ersten Band durften wir das Königreich der Nacht kennen lernen und mußten mit einigen Vorurteilen gegenüber Vampiren (die vertragen gar kein Blut), Sensenmänner und Monster aufräumen. Sehr witzig war diese liebevolle Welt der Schattengestalten, die alle außerordentlich freundlich sind und so gar nicht unseren Vorstellungen entsprechen, sondern einfach alles auf den Kopf stellen, was wir so kennen (in die Schule geht es natürlich nachts und geschlafen wird tagsüber). Nun geht es in die helle und glitzernde Welt, die unseren liebgewonnen Helden rund um Vampirmädchen Amalia von Flatter, ganz schön suspekt ist. Aber um die Mutter ihres Freundes Marillo zu retten, nehmen sie diese Risiken gerne in Kauf! Schön ist dabei fest zu stellen, daß Marillo trotz all seiner guten Vorsätze noch nicht so recht aus der Haut kann und immer wieder Anzeichen des rumkommandierenden verwöhnten Prinzen zeigt. Aber auf freundliche Art, erinnern ihn seine Freunde an die gelobte Besserung. Was sie im Nachbarland erwartet ist ganz anders als erwartet, alles ist ganz anders und der Wunschbrunnen, den sie als erstes treffen ist auch wirklich eigenwillig. Da in dieser Welt alles ganz fremd ist, ist zu Beginn des Buches erst einmal eine wunderbare Landkarte vom Königreich des Lichts und der Grenze zum Königreich der Nacht gezeichnet. Anschließend werden noch kurz die wichtigsten Personen dieses Abenteuers vorgestellt, mit ihren Vorlieben und Abneigungen. Wie die richtig zahlreichen Illustrationen stammen auch diese aus der Feder der Autorin. Diese hat jede Seite illustriert, z.T. Nur mit kleinen Ranken, aber größtenteils wirklich mit aussagekräftigen Bildern, die gleichzeitig richtig süß und doch auch Halloween-Feeling vermitteln. Nein, Gruseln kann man sich bei diesen lustigen und freundlichen Illustrationen nicht wirklich! Es ist ein wirklich witziges und ungemein schönes Kinderbuch, daß aber auch durch seinen Subtext eventuell mitlesenden Eltern richtig Spaß macht. Denn es geht um Ängste, die durch Unkenntnis und gezielte Irreführung entsteht. Die Reiche des Lichts und der Nacht fürchten sich ganz furchtbar voreinander, weil sie so gegensätzlich sind und man nichts voneinander weiß. Na ja, nichts stimmt auch nicht, denn irgendjemand setzt gezielt Horror-Darstellung des jeweils anderen in die Welt, die dafür sorgen, daß die Bewohner der jeweiligen Reiche einander fürchten und sich nicht kennen lernen wollen. Doch wer steckt hinter diesen Falschmeldungen? Dieser spannenden Frage kommen Amalia und ihre Freunde auf die Spur, während sie im Nachbarland auf unglaublich witzige und liebenswerte Wesen treffen, die ihnen natürlich niemals helfen würden, wären sie nicht verkleidet....

Ach ja, die Schrift ist übrigens für junge Leser sehr angenehm groß und der große Zeilenabstand verhindert ein unfreiwilliges Verrutschen zwischen den Zeilen. Durch die zahlreichen Verzierungen ist die Textmenge prima zu bewältigen. Hinzukommt, daß Freundin Flora so groß, stark und laut ist, daß sie stets in GROSSBUCHSTABEN spricht, noch dazu mit einem witzigen Sprachfehler. Der lässt die jungen Leser nebenbei über die richtige Schreibweise nachdenken und über ihre Fehler liebevoll kichern. Denn bei aller Tolpatschigkeit ist Flora so sympathisch beschrieben, daß man mit ihr und nicht über sie lacht. Der Schreibstil ist altersgerecht, frech und abwechslungsreich, so daß die rund 235 Seiten ratzfatz gelesen sind und das Kind am Ende nicht nur stolz ist, so ein dickes Buch alleine gelesen zu haben, es darf sich auch noch über ein Rezept für „Reizende Rosenblattröllchen“ freuen. Viel Spaß auf der Suche nach den Zutaten ;)

Abgerundet wird diese Vampirgeschichte der besonderen Art durch ein glückliches Ende, von dem man meinen könnte „Ende gut, Alles gut!“, doch nein, auf der letzten Seite, als Amalia glücklich mit Kürbinian in ihrem Sarg einschlummert, lauern schon wieder neue Gefahren! Wir freuen uns also schon auf den kommenden 3. Band!

Richtig tolle Halloween Lektüre, für alle, die sich von den Weihnachtssüßigkeiten in den Geschäften nicht ablenken lassen! Nein, eine junge Vampirheldin für alle Jahreszeiten ab 8 Jahren!

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17 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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3 Zimmer, Küche, Mord

Lotte Minck
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Droste Verlag, 12.09.2018
ISBN 9783770020195
Genre: Krimi und Thriller

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Willow in Deutschland

Stefan Rensch , Christian Ulmen
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Random House Audio, 03.09.2018
ISBN 9783837143027
Genre: Romane

Rezension:

Die Menschheit steht kurz davor einen weiteren Entwicklungsschritt zu machen und intelligent zu werden! Höchste Zeit diese Spezies noch rechtzeitig zu erforschen, ehe es so weit ist und einen Beobachter auf die Erde zu schicken. Daher wird Willow in einen Tarnkörper gesteckt, der einem Durchschnittstypen entspricht, die Intelligenz drastisch herunter gefahren und er für ein Jahr nach Deutschland geschickt. Dort ist er artgerecht in einem Mehrfamilienhaus in der Nähe von Düsseldorf, in einem wohlhabenden Ort genannt L.A., in einem sozial sich eher auf dem absteigenden Ast befindlichen Stadtteil untergebracht. Um die Ergebnisse forschungsrelevanter zu gestalten bekommt Willow gerade zu Beginn immer wieder Forschungsaufgaben, wie Kontaktaufnahme zu den Einheimischen aufzubauen. Willow stellt sich daher den Mitbewohnern des Hauses vor. Anders als Willow, repräsentieren die Nachbarn nicht unbedingt den Durchschnitt. Da wäre Witwe M.M., die meint, mit einer gewissen Ikone nicht nur die Anfangsbuchstaben gemein zu haben, Klaus, ein Metall-Fan alter Schule, Karla, die etwas schwierige Kunststudentin, Chicago Hurensohn ein noch nicht aufgegangener neuer Stern am Rap-Firnament und Torben, ein Cineast und Kenner der Filmsparte ab 18 Jahren, so wie Ramid, der CEO mit Migrationshintergrundes der Trinkhalle an der Ecke. Eigentlich passt das alles so gar nicht zusammen, aber Willow geht so offen und unbedarft auf alle zu, daß schließlich sogar Karla ihn in ihr Herz schließt.

Willow ist eigentlich total unbedarft, was die Menschheit angeht und wundert sich zu Beginn vor allem, auch nach einem Jahr, hat er noch nicht alle Feinheiten durchschaut, aber schon eine Menge kennengelernt und sich gut angepasst. Das Schöne an Willow ist die Unbekümmertheit, mit dem er alles aufnimmt und sich an seine Aufträge heranwagt. Der Humor ist hier nicht von der Sorte, daß der dumme Außerirdische über Lichtschalter und Klospülungen staunt. Nein, Willow bekommt z.B. den Auftrag Kontakt zu Frauen aufzunehmen. Der Kioskbesitzer hält sich gleich für den optimalen Ansprechpartner, der Willow auch sogleich zu Weiterbildungszwecken sämtliche Frauenzeitschriften seines Sortiments aufs Auge drückt. Nach eingehender Lektüre begibt sich dann Willow an den Feldversuch. Seine Sprüche aus den Frauenzeitschriften, kommen bei der realexistierenden Damenwelt ebenso wenig an, wie die Aufreißsprüche, der er nach Filmabenden mit Pornofan Torben vom Stapel lässt. Klar, man weiß, daß Willow nun Blödsinn loslassen wird, wenn er versucht sich den Frauen zu nähern, aber wie Christian Ulmen das mit naiv-treuer Art so an die Frau bringt, da mußte ich sowohl hinterm Steuer, als auch beim Kochen laut loslachen. Das Schöne ist, daß man Christian Ulmen kennt und sein Image entspricht dem von Willow ganz herrlich. Er ist für mein Empfinden die absolut perfekte Wahl. Dadurch ist es nie schmierig oder anrüchig. Willow versucht stets seiner Aufgabe gerecht zu werden und sich einzudenken. Sei es bei seinen Versuchen Geld zu verdienen oder als Weggefährte des Old-School-Rappers Chicago. Stefan Rensch trifft dabei den Ton der zu parodierenden Gruppe hervorragend, aber ohne das man sagen muß „ja, so isses halt, ja und?“, er kombiniert die Phrasen und Clichés herrlich neu. So, wie auch Willow das Stadt-Marketing neu erfindet. Dabei kommen auch Themen wie das deutsche Vereinsleben, Oper, Kultur, Shoppingmalls, Köln-Chorweiler, Berlin und seine Party-Kultur, der Weihnachtsmann, die Gentrifzierung, Gleichstellungsbeauftragte, Sissi, Heinz-Ehrhardt und des Deutschen liebstes Haustier nicht zu kurz. Denn ja, Willow wird auch innerhalb dieses Jahres Halter eines Haustieres, auch wenn ihm dieses Konzept bis zuletzt sehr befremdet. Z.T. Ein herrlicher Nonsens, der uns selbst von außen über uns selbst lachen lässt.

Willow ist einfach schräg und wunderbar liebenswert, kein Wunder, daß jeder noch so skurrile Nachbar letztendlich an ihm hängt.

Autor Stefan Rensch ist Jahrgang 1979, dessen sollte man sich bewußt sein. Ich denke es hilft ungemein, wenn die Zuhörer so zwischen 1964 bis 1983 geboren sind, um die Anspielungen alle zu verstehen. Gerade die Bands aus dem Metall-Bereich sind jüngeren Zuhörern wahrscheinlich ansonsten kein Begriff, während Ältere wiederum mit Tocotronic herzlich wenig anfangen können. Es hilft auch sehr, das Düsseldorfer Umfeld zu kennen und die WDR-Radiolandschaft, sprich 1 Live. Sprich, o.k. Ich falle absolut ins Raster der Zielgruppe, so kommt es auch daß ich wirklich mehrfach laut und herzlich losgelacht habe, während ich einige gesellschaftskritische Parodien im Kino (z.B. Rossini und Late Night) zum Gähnen fand. Dieses Hörbuch fand ich sehr witzig, auch ohne den beschriebenen Berufsgruppen anzugehören, sondern zu denen, die laut Willows Zukunftsforschung absolut überflüssig, da durch Computer ersetzt werden (wie gut, daß ich bereits ein paar Beitragsmonate absolviert habe ;))

Das Hörbuch ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden, dessen Anspielungen man beim Anhören dieser Geschichte lachend versteht. Viel Spaß innerhalb dieses einen Jahres mit Willow in Deutschland, ehe ihn seine Forschungen wieder weiter führen.

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Gespensterponychaos, Band 01

Karin Müller , Stéffie Becker
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Egmont Schneiderbuch, 02.08.2018
ISBN 9783505141942
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Dies ist der Auftakt zu einer neuen Reihe für Mädchen ab 8 Jahren, die Ponys, Spuk und Spaß kombiniert:
Mira zieht mit ihrem Vater, einem zertreuten Professor und Katze Frau Morgenschön in ein altes Landgut. Da ihre Mutter derzeit an einem Projekt in Asien arbeitet, wurde zum Schutz von Haus und Bewohnern eine Haushälterin Frau Fiedler. Die ist neu und Mira zu Beginn nicht ganz geheuer. Sie findet ja, daß sie keine Haushälterin brauchen und schon gar keine, die keine Tiere mag. Denn als Mira den riesigen Garten mit Mirabellen Bäumen (ganz wie ihr eigentlicher Name: Mirabelle), entdeckt sie auch einen Schuppen, ein perfekter Ort für einen Ponystall. Denn hier auf dem Land wäre doch endlich Platz für ein Pony. Doch Papa denkt gar nicht daran, er würde dort gerne sein Labor einrichten. Sollte mal wieder was schief gehen bei seinen Experimenten, wäre das Haus weit genug entfernt – in Sicherheit! Schon bald gehen merkwürdige Dinge im Haus vor sich und Mira wird stets die Schuld dafür gegeben, allerdings beginnt sie langsam zu grübeln, ob es in dem alten Haus nicht doch etwa spukt? Mira und Katze Frau Morgenschön, wollen der Sache auf den Grund gehen.

Als Reihenauftakt werden die Leser natürlich zuerst mit allen wichtigen Personen bekannt gemacht. Mira und ihre Katze mochten wir auf Anhieb! Die Haushälterin Frau Fiedler ist zwar kugelig und extravagant gekleidet, aber leider nicht so gemütlich und kuschelig, wie man sich das von Haushälterinnen so vorstellt. Da kann noch so einiges auf Mira und Frau Morgenschön zu kommen.
In diesem Band, muß Mira erst einmal den Schuppen gegen ihren Vater verteidigen, denn sie möchte nicht nur ihren privaten Freiraum, sondern auch ein zu Hause für das Pony, von dem sie schon immer geträumt hat und das ihr nun zwar nicht in den Schoß fällt, aber wie durch Geisterhand, bei ihr schon eingezogen ist. Denn diese Ponygeschichte ist nicht wie andere. Dieses Pony ist nicht für jedermann sichtbar, denn es ist schon mehrere Hundert Jahre alt und immer noch frech und abenteuerlustig, aber wir wollen ja nicht zu viel verraten. Auf jeden Fall sind die Charaktere, auch die tierischen, alle sehr liebenswert eigen (na ja, bei Frau Fiedler sind wir uns noch etwas unschlüssig, sie hat noch Verbesserungspotenzial). Unser ganz besonderer Liebling ist bislang Katze Frau Morgenschön, die immer ihre Nase in alles reinsteckt und mehr zu ahnen scheint, als alle anderen. Die Schriftgröße ist für die Altersgruppe sehr angenehm, ebenso wie die Illustrationen. Der Umfang ist noch schön begrenzt, so daß auch Kinder, die nicht ständig Bücher verschlingen ein zeitnahes Erfolgserlebnis haben. Ansonsten gibt es auf den Bilder eine Menge zu entdecken und zwischen den Zeilen, eine Menge, worüber meine Tochter nachdenken und mir während des Vorlesens berichten mußte.

Nicht nur das Cover ist ausgesprochen liebevoll gestaltet mit Glanzlack- und Reliefdruck, auch im Buchinnern lockern viele kleine lustige Illustrationen im Dreifarbdruck (schwarz-weiß-rot). Stéffie Becker ist für uns ein ganz neues Talent am Illustratorenhimmel, das wir gerne entdeckt haben. Denn die Illustrationen unterbrechen nicht nur immer mal wieder längere Textpassagen, für die noch recht jungen Leser, sie sind auch gleichzeitig fröhlich und freundlich. Bei allem Spuk überwiegt da einfach der Spaß. Sie wurde 1977 in Paris geboren, ehe sie mit ihren Eltern und Schwestern nach Deutschland aufs Land zog. Mittlerweile lebt sie nach ihrem Kommunikationsdesignstudium mit ihrer Familie in der Nähe von Bonn.

Autorin Karin Müller ist uns bereits von der magischen Islandpony-Reihe „Nordlicht“ bekannt. Aber schon vor dieser Reihe hat sie viele Tier-Ratgeber, sowie Kinder- und Jugendbücher geschrieben. Nach ihrem Studium arbeitete sie lange als Fernseh- und Rundfunkredakteurin. Heute lebt sie mit ihrer Familie und Tieren auf dem Land bei Hannover (wir bekommen so langsam den Eindruck, daß dies der heimliche Treffpunkt der reitenden Autorinnen ist, Hannover hat offensichtlich mehr zu bieten, als ich bisher dachte.) Dort hat sie die besten Ideen am Gartenteich, oder beim Anblick eines grasenden Pferdes.
Eine sehr schöne neue Kinderbuchreihe für Mädchen ab 8 Jahren.

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Wieso? Weshalb? Warum? ProfiWissen. Haie, Wale und Delfine

Dela Kienle
Audio CD
Erschienen bei Jumbo, 31.08.2018
ISBN 9783833739422
Genre: Kinderbuch

Rezension:

In ihrem neuen Fall für die Wissensprofis von der Schülerzeitungsredaktion führt es Jette, Lilli, Ben und Finn in das neue Meereskunde-Museum, das erst in wenigen Wochen eröffnet wird. So lange können die Vier nicht warten, müssen sie aber auch nicht, denn als Journalisten bekommen sie schon vor dem offiziellen Eröffnungstermin eine eigene Führung. Sie sind fasziniert von den Giganten der Meere: bewundern ein Blauwalskelett, untersuchen Überreste von Wassersauriern, lauschen dem Gesang von Jettes geliebten Delfinen und staunen über die mächtigen und nachwachsenden Zähne der Haie. Dabei werden alte Mythen ausgeräumt und überraschende Beobachtungen gemacht. Aber auch sie werden beobachtet, von der Tochter der Museums-Direktorin, die sie mit in das Aquarium nimmt. Dort können sie die Tiere im Wasser betrachten. Von dort aus geht es dann weiter zu Umweltaktivisten, die für die Reinheit der Meere und den Erhalt der Meeresbewohner kämpfen. Sie stellen dabei fest, daß es auch einiges gibt, was sie selbst für den Schutz der Artenvielfalt tun können.

Meine Tochter (11) findet es total spannend, mehr über die Giganten der Meere zu erfahren, aber eben nicht von Erwachsenen, sondern von Gleichaltrigen. Dabei ist die Mischung gut gewählt, zwischen der Betrachtung der Exponate, der lebenden Tiere, kombiniert mit den Möglichkeiten, die jeder Einzelne, also auch Kinder, haben, um etwas für die Meere und ihre Bewohner zu tun. Dazu gehört natürlich vor allem: Plastikmüll vermeiden!

Die einzlnen Themen kann man wieder der Trackliste entnehmen: Wer sind die Herrscher der Meere? Wer tauchte durch die Ozeane der Urzeit? Wie sieht ein Blauwal von innen aus? Welche Wale zeigen Zähne? Wie unterschiedlich sind Delfine? Sind Delfine wirklich Schlauberger? Können Wale singen und sprechen? Wer hat Angst vor dem „bösen Hai“? Was macht einen Hai zum Hai? Wer jagt Wale und tötet Haie? Wie kannst Du helfen? Eingerahmt natürlich wie immer von dem Wissensprofi-Lied „Was wollt ihr wissen?“ Der Liedtext ist auch dieses Mal wieder im Booklet abgedruckt, zum leichteren Mitsingen.

Außerdem enthält das Booklet wieder Abbild
ungen mit Kurzsteckbrief der vier Wissensprofis Ben (10), Finn (11), Jette (11) und Lilli (9). Ein Test „Was schwimmt denn da?“ verdeutlicht noch einmal die Unterscheidungsmerkmale von Robbe, Walen (inkl. Delfinen), Haien und Knochenfischen. Der Aufbau eines Hais wird mit einem beschrifteten Querschnitt in der CD-Hülle dargestellt, ebenso wie das Orientierungssystem per Echoortung der Delfine auf dem anderen Hülleninnenteil grafisch erklärt wird.

Statt einfach trockener Wissensvermittlung, wird die Erkundungstour der Wissensprofis wieder mit authentischen Geräuschen und Musik unterlegt, fast wie ein Hörspiel. Auch dieses Mal werden die vier Wissensprofis wieder von Kindern/Jugendlichen gesprochen, wobei nicht alle Folgen der Reihe von den gleichen Kindern gesprochen werden, denn diese altern ja auch, was gerade durch den Stimmbruch bei Jungen nicht ohne hörbare Folgen bleibt. Das stört aber selbst meine Tochter nicht, die sonst immer großen Wert auf gleichbleibende Sprecher legt.

Das Konzept der Ravensburger Kindersachbücher ist wieder überzeugend akustisch umgesetzt worden. Meine Tochter findet auch diesen Band der Reihe wieder richtig klasse und wünscht sich auch noch weitere. Nun denn ich lerne gerne mit. Dieser Band ist zwar nicht so schulisch relevant wie z.B. Deutschland oder der Körper, aber das Thema Umweltschutz geht uns alle an.

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Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst

Alex Rühle , Axel Scheffler
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 31.08.2018
ISBN 9783423762342
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Paul ist ein Schlüssselkind. Sein Vater unterrichtet in einer Firma das Programmieren und seine Mutter ist Opernsängerin. Wenn er aus der Schulbetreuung nach Hause kommt, ist die Wohnung noch leer und er ziemlich einsam. In der Schule wird er von den tumben Fieslingen der Klasse geärgert und Freunde hat er dort auch noch keine. Als er am ersten Tag nach den Schulferien seinen Schlüssel in das alte Wohnungstürschloss steckt, stört er den dortigen Bewohner. Im Schloss wohnt ein kleines Gespenst, ein Schlossgespenst! Paul kann es nicht fassen, so etwas aufregendes hat er noch nie erlebt! Er darf ihm sogar noch einen Namen geben! Der ist bald klar, so oft wie der neue Gast „Zippelzefix!“ sagt. Doch scheint auch dieses neue Glück bedroht. Pauls Eltern finden das alte Schloss nicht mehr sicher genug und wollen es austauschen lassen. Doch wohin dann mit Zippel? In einem Sicherheitsschloss ist kein Platz mehr für Bewohner. Gemeinsam stromern sie durch das Haus, auf der Suche nach Türen die noch alte Schlösser haben. Zippel ist noch sehr jung und hat jede Menge Unsinn im Kopf. Da bleiben die Komplikationen nicht aus, aber langweilig ist es nie!

Ich habe dieses Vorlesebuch meinen Nachbarskindern 5 und fast 8 und meiner jüngsten Tochter vorgelesen. So ganz überzeugt, daß es auch etwas für die Jüngste war, so ganz ohne Prinzessin, Meerjungfrau oder weibliche Heldin, war ich ja nicht. Das war ein ganz großer Irrtum! Die Kinder haben es geliebt und die Jüngste Debbie begrüßte mich nur noch mit „Zippel!“ Man kann diese Geschichte aber auch herrlich mehrstimmig vorlesen, denn so ein junges, freches Gespenst spricht ja schon anders, als ein Schuljunge oder seine merkwürdige Nachbarin mit dem zusammengekniffenen Auge. Den Begriff „Schlüsselkind“ kannten meine Zuhörer noch gar nicht, sie fanden das sehr spannend. Die Vorstellung jeden Tag längere Zeit alleine zu Hause, was man da wohl anstellen könnte? Das hat ihre Fantasie schon sehr beflügelt. Nicht so sehr jedoch, wie die Idee in antiken Türschlössern nach Gespenstern zu suchen. Sehr gut gefiel ihnen der Gedanke, daß Zippel auch tagsüber aktiv war und gar nicht völlig unsichtbar, sondern einfach eine neblige kleine Gestalt. Wenn er nicht gesehen werden will, schwebt er einfach unter die Decke, da ist er prima getarnt, denn Decken sind ja meistens weiß! So kann Zippel Paul dann sogar unauffällig in die Schule begleiten und dort für Paul für Gerechtigkeit sorgen. So ein Zippel, der sich für einen einsetzt, wenn man gerade in arger Bedrängnis ist, ist ein echter Kindertraum!

Die Geschichte ist in der neuen „Vorlesegeschichten“-Reihe von dtv-Junior erschienen und daher nicht bei Antolin gelistet (zumindest enthält es keinen entsprechenden Hinweis) und entspricht auch sonst nicht den Vorgaben für Bücher für Erstleser, es ist wirklich zum Vorlesen gedacht, was meine Zuhörer prima fanden, obwohl zwei von ihnen es auch hätten lesen können. Kinder im vorgegebenen Alter, die aber schon sehr lesesicher sind, können es natürlich auch alleine lesen. Die Schrift ist recht groß mit großem Zeilenabstand, so daß auch ältere Vorleser es gut und entspannt vorlesen können (also Vorleser, die noch keine Star-OP hinter sich haben, oder Eltern, die noch keine Lesebrille suchen). Die farbigen Illustrationen haben allen drei Kindern und mir sehr gut gefallen. Sie sind lustig und passen sehr gut zum dazugehörigen Text. Bisweilen sind sie sogar ganzseitig. Das empfohlene Alter ist 6 - 9 Jahre. Meine jüngste Zuhörerin mit 5,5 Jahren liebte das Buch. Allerdings fanden sie es so toll, daß ich es in 3 oder 4 Tagen zu Ende gelesen haben, also immer wirklich lange Passagen gelesen habe. Bei dem letzten Abschnitt murrte Debbie dann auch tatsächlich: „Wann kommt denn endlich das nächste Bild?“, denn das vorletzte Kapitel hat tatsächlich kein einziges. Die Geschichte ist wirklich wunderbar, aber die Altersvorgabe ist wirklich zutreffend. Jüngere Kinder hätten Probleme so lange konzentriert die reinen Textpassagen zu verfolgen. Super fand Debbie das Buch aber dennoch und war traurig, als es dann doch zu Ende war. Die Geschichte ist wirklich witzig. Zippels „Zippelzefix“ und seine Buchstabendreher bei unbekannten Wörtern haben die Kinder zum Kichern gebracht, ebenso wie seine Versuche für Ordnung zu sorgen. Die Ideen sind neu und nicht abgedroschen, so daß uns die Geschichte immer wieder überraschen konnte. Mit Spannung haben die Kinder verfolgt, wie Paul verzweifelt mit Zippel nach einem neuen zu Hause gesucht hat, wo doch nun der Ausbau seines Türschlosses bevorstand. Die Vorstellung, daß Zippel dann Paul nicht mehr nach der Schule Gesellschaft leisten könnte, fanden sie schon wirklich traurig und die Handlung dadurch um so spannender.

Autor Alex Rühle ist nach zahlreichen unterschiedlichen Tätigkeiten inzwischen Kulturredakteur bei der Süddeutschen Zeitung. Er lebt mit seiner Familie in München in einer Wohnung mit uraltem Türschloss, aber das Schlossgespenst hat sich noch nicht offenbart. Dies ist sein erstes Kinderbuch.

Axel Scheffler ist als Illustrator der Grüffalo Geschichten von Julia Donaldson schon ein Klassiker unter den Kinderbuch-Illustratoren. In Hamburg geboren zog es ihn zum Studium an der Bath Acacdemy of Art nach England wo er mittlerweile mit seiner Familie in London lebt.

Eine emotionale, witzige und spannende Vorlesegeschichte, die meine 3 Zuhörer und die Vorleserin geliebt haben.

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Belgravia

Julian Fellowes , Maria Andreas , Beate Himmelstoß
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 14.11.2016
ISBN 9783844524918
Genre: Romane

Rezension:

London 1841 James Trenchard ist ein ehrgeiziger, fleißiger Mann, der sich aus einfachen Verhältnisses, als Proviantmeister der englischen Armee zur Zeit der letzten napoleonischen Schlachten, in Belgien, hochgearbeitet hat. Damals in Belgien lebte er mit seiner intelligenten, weitsichtigen Frau Anne, seiner schönen, aber dickköpfigen Tochter Sophia und seinem zu weichen Sohn Oliver. Sophia hatte es durch Hartnäckigkeit geschafft, der Familie Eintrittskarten für einen privaten Ball in höchsten aristokratischen Kreisen zu besorgen, da sie und der Neffe der Gastgeberin Edward Brockenhurst, eine heimliche Liaison hatten. Während Edward kurz darauf auf dem Schlachtfeld fiel, starb Sophia im Kindbett. Ihr Sohn wurde heimlich einem kinderlosen Landpfarrer in Obhut gegeben. Nun 25 Jahre später ist James Trenchard ein reicher Bauunternehmer und nimmt den nichtsahnenden Enkelsohn Charles Probe unter seine Fittiche. Dieser hat nach einem Studium und einer erfolgreichen Zeit in einer Bank nun eine Baumwollspinnerei erworben und ist in seinen Anfängen sehr froh über seinen Mentor und Mäzen, sehr zur Missbilligung von Sohn Oliver. Als die hochwohlgeborene Lady Brockenhurst erfährt, daß der Sohn ihres einzigen Kindes lebt, nimmt sie so regen Anteil an seinem Werdegang, daß die feine Gesellschaft sich zu wundern beginnt. Das nimmt sie hin, da ein illegitimes Kind eines Sohnes, nicht die gesellschaftliche Ächtung bedeutet, wie dies für die Familie der Mutter sein könnte. Doch ist dies nicht die einzige Gefahr, auch der designierte Brockenhursterbe und die Dienstboten schmieden ihre eigenen Pläne für ihr vermeintliches Glück.

Dieses Hörbuch stammt aus der Feder des Autors der erfolgreichen BBC-Serie „Downton Abbey“ und das macht sich sofort bemerkbar, auch wenn diese Geschichte in einer anderen Zeit spielt.
Geschildert wird diese Familiengeschichte, in der die Schicksale eines alteingesessenen Adelsgeschlechts mit der einer neureichen Kaufmannsfamilie unwiderruflich miteinander verwoben sind, aus verschiedenen Perspektiven. Es gibt keine Hauptfiguren, denen Blickrichtung man annimmt, doch gleich mehrere intelligente und starke Frauen, mit denen man sympathisieren kann, bzw. deren Kunst zur Intrige man in anderen Fällen nur bestaunen kann. Die Damen dieses Gesellschaftsromans, sind deutlich gerissener, als die Männer, deren gesellschaftliche Stellung zu Beginn der viktorianischen Regentschaft deutlich gefestigter ist. Die Industrialisierung kommt in Schwung, der Bau der großen Eisenbahnstrecken lässt Entfernungen schwinden und die Städte scheinen näher aneinander zu rücken. Landgüter werden nach Fertigstellung der Bahnlinien deutlich schneller erreichbar sein. Es wird der Fokus jedoch weniger, auf die Entwicklung und die Folgen des Fortschritts wie der Verelendung der Arbeiterklasse, wie bei Dickens gelegt, als viel mehr auf die gesellschaftliche Stellung, der aufsteigenden, reichen Kaufmannsklasse. Diese haben oft ein vielfaches an Vermögen gegenüber dem bisweilen stark verarmten Adel, der alles tut, um den Untergang ihrer Häuser durch geschickte Heiraten zu verhindern und die Fassade aufrecht zu erhalten. Besonders deutlich wird dies an Lady Maria, auf deren Schönheit die Hoffnung ihrer verarmten Mutter liegt, die aber deren Intellekt und Menschenkenntnis. nicht im geringsten zu schätzen weiß. Doch gerade diese Eigenschaften verhindern ihren gesellschaftlichen Untergang und behüten sie vor den um sie herumtobenden Intrigen.

Es gefällt mir gut, daß sowohl Anne und James Trenchard als auch Lady und Lord Brockenhurst vielschichtige Charaktere sind. Gerade Anne und Lady Brockenhurst taktieren, aber planen nicht gezielt jemandes gesellschaftlichen Untergang, wobei Lady Brockenhurst dies jedoch durchaus billigend in Kauf nimmt. James Trenchard ist jedoch vor allem ein ehrenwerter Kaufmann, der es durch Fleiß und Kaufmannsgeist es sehr weit gebracht hat, wenn auch noch nicht zu der gesellschaftlichen Position, die seinem Vermögen entspricht. Richtig hinterhältig und durchtrieben sind vor allem die Nebenrollen, deren soziale Absicherung so mies ist, daß sie natürlich auch nicht mit der Selbstverständlichkeit und Zuversicht in die Zukunft schauen können, wie eine hochwohlgeborene Lady Brockenhurst.

Beate Himmelstoß hat mich sehr positiv überrascht bei diesem Hörbuch. Bislang kannte ich sie vor allem aus Agatha Christie Vertonungen, in denen sie deutlich älter klang (gut Miss Marple ist auch nicht mehr die Jüngste). Gerade bei Susan Trenchard der Schwiegertochter finde ich ihre Interpretation sehr überzeugend. Jung, schön und taktierend. Lady Maria klingt vor allen Dinge jung und überschwänglich, jedoch nicht ganz so intelligent und gebildet, wie ihr Verlobter, der designierte Erbe der Brockenhursts beklagt. Bei Anne Trenchard und Lady Brockenhurst liefert sie sich selbst ein Duell der Geister, dem Lady Templehurst, die Mutter von Lady Maria, einfach nicht gewachsen ist. Doch auch die Herrenrollen bewältigt sie mit Bravour, ebenso wie die Dienstboten. Interessant fand ich auch, daß ein männlicher Autor, den weiblichen Protagonisten mehr Raum und Esprit gibt, die eigentlichen Stars der Geschichte, sind hier eindeutig die Frauen.

Julian Fellowes wurde 1949 in Ägypten geboren, wuchs in England auf und studierte in Cambridge. Er ist Schauspieler und Drehbuchautor. Für Gosford Park erhielt er den Oscar und Downton Abbey machte ihn berühmt. 2009 wurde er von Queen Elisabeth II in den Adelsstand erhoben. Wie bereits bei Gosford Park und Downton Abbey gibt es zahlreiche Protagonisten und Handlungsstränge mit Intrigen. Anders als in den klassischen Romanen von Jane Austen, den Brontes oder Charles Dickens, gibt es nicht eine erklärte Hauptperson, aus deren Sicht man die Welt sieht und mit der man mitleidet. Man nimmt mehr Anteil am Familienschicksal, als an Freud und Leid eines einzelnen. Hierdurch wird diese Geschichte die durchaus ihre emotionalen Höhen und Tiefen hat, jedoch weniger emotional berührend, was ich etwas schade finde. Nichtsdestotrotz ist es dramatisch und spannend und ich wollte unbedingt beide MP3 zu Ende hören, obwohl mir das Medium eigentlich nicht sonderlich liegt.

Die Pappklappbox ist sehr edel und dem Sujet entsprechend gestaltet, der Anblick eines großen Herrenhauses umrahmt von einem Goldrahmen. Schade nur, daß auf ein Personenverzeichnis im Inneren verzichtet wurde, genügend Platz hätte sich auf den Pappflügeln befunden, denn gerade mit den Dienstboten, allen voran der Zuordnung der Zofen, habe ich mir etwas schwer getan.

Ein wirklich packendes und gut interpretiertes Hörbuch über die gesellschaftlichen Verquickungen zweier sehr unterschiedlicher Familien.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Lovelybooks und der Hörverlag für diesen Gewinn aus der „Der Sound der Bücher“-Aktion.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Villa Wunderbar. Das Zimtschnecken-Wunder

Linnea Svensson , Martin Baltscheit
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 17.09.2018
ISBN 9783844531077
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Dies ist nun schon der 3 Band der kleinen Alltagsabenteuer rund um die Villa Wunderbar. Dort leben die gleichaltrigen Schulkinder Matilda und Joschi mit ihren Familien. Im Erdgeschoß betreibt Oma ein Waschsaloncafé, in dessen ausrangierter Miele-Waschmaschine sich heimlich ein kleiner Waschbär namens Henri eingenistet hat. Henri ist der tollste überhaupt, allerdings verstehen ihn nur die Kinder und das ist auch geheim und soll nicht jeder wissen. Er ist witzig, frech und sorgt immer wieder für allerlei Turbolenzen. In 10 Geschichten kann man Matilda, Joschi und Henri durch das Jahr begleiten. Egal ob der Backofen im Café kaputt geht, ein neues Sofa ins Café einzieht, das ein wunderbares altes Familiengeheimnis offenbart, Henri einen eigenen Verkaufsladen eröffnet, Matilda Geburtstag feiert und dabei einen Herzenswunsch erfüllt bekommt, Matilda für das wichtigste Schwimmabzeichen mit der ganzen Familie übt, Zeit für den Laternenumzug ist, oder Henri sich an Schnee gewöhnen ist. In der Villa Wunderbar ist kein Tag wie jeder andere!

In der Villa Wunderbar ist immer was los, auch im dritten Band werden wieder Kinderträume wahr! So gibt z.B. der Backofen des Cafés seinen Geist auf, als Oma gerade eine große und wichtige Bestellung für Zimtschnecken erhalten hat. Die Not ist groß, denn ein Café ohne einen Backofen kann ja gleich dicht machen! Doch die Kinder und Henri wollen nicht aufgeben und lassen sich nicht nur zusammen mit den Nachbar etwas einfallen, um die Zimtschnecken doch noch rechtzeitig zu backen, sondern auch wie sie noch genug Geld einnehmen können, damit Oma sich mit ihren Ersparnissen und den neuen Einnahmen doch noch einen neuen Ofen kaufen kann. Die Idee die die Kinder haben ist auch eine ganz klassische Kinderidee, mit der sich die Zielgruppe von Kindern ab 4 Jahren wirklich gut identifizieren können. Da Joschi und Matilda schon zur Schule gehen, können aber auch ältere Kinder die Geschichten noch gut hören und sich an Henris Unsinn erfreuen. Denn von Matildas Herzenswunsch-Geburtstag, einen Tag ein Spieleparadies eines Möbelladens ganz für sich und seine Freunde zu haben, ohne die nervenden großen Kinder, die einen immer ärgern, das ist doch eine Idee, von der alle Kinder träumen!

Auch dieser 3. Band ist wieder ganz besonders liebevoll gestaltet. Das erste Hörbuch ließ sich ausklappen und zu einer kleinen Villa wunderbar zusammenstecken. Im zweiten Band waren dann Spielfiguren von Joschi, Matilda und Henri zum Ausschneiden enthalten und diesmal gibt es Oma, die alte Miele und Matildas Papa als weitere Spielfiguren zum Ausschneiden. Die anderen beiden Bände erhielten wir jeweils, als unsere Jüngste krank war und sie spielte dann fröhlich mit der Villa Wunderbar im Bett, während sie den Geschichten lauschten. Aber auch gesund und munter wurden die neuen Figuren ausgeschnitten und die Geschichten mit der nunmehr vorhandenen Villa-Wunderbar-Welt weitergespielt. Illustrator Nikolai Renger ist eine optisch sehr ansprechende und kindgerechte Spielwelt gelungen.

Hinter dem Pseudonym Linnea Svensson verbergen sich übrigens Sandra Grimm und Ann-Katrin Heger, die sich mit viel Freude neue Geschichten für ihre Lieblingsvilla ausdenken, in die sei am liebsten selbst einziehen würden.

Martin Baltscheit, Jahrgang 1965 ist Illustrator, Sprecher und Autor von Kinderbüchern, Theaterstücken und Hörspielen. Er wurde bereits vielfach prämiert. Er liest die Geschichten dieser turbulenten Villa sehr lebendig und einfühlsam. Mit jedem Band gefällt er mir besser. Seine warme Stimme macht die Geschichten zu wunderbaren Gute-Nacht-Geschichten, die jegliche Albträume verbannt.

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

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Feuerwerk mit Todesfolge

Robin Stevens , Nadine Mannchen
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Knesebeck, 15.03.2018
ISBN 9783957280541
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Für die Jungdetektivinnen Daisy Wells und Hazel Wong beginnt nach den abenteuerlichen Ferien im Orient-Express ein neues Schuljahr im exklusiven Deepdean Internat für höhere Töchter. Doch dieses Jahr ist alles irgendwie anders. Die neue Schulsprecherin Elisabeth mit ihren 5 Aufsichtsschülerinnen verbreitet unter den Mädchen Angst und Schrecken. Alle werden irgendwie gemeiner und fieser, es wird nicht mehr gelacht, es wird sich gefürchtet. Auch Hazel, die Tochter eines reichen Bankiers aus Hong Kong hat sich verändert. Sie ist selbstbewußter und eigenständiger geworden und führt heimlich einen regen Briefwechsel mit Alexander, mit dem sie sich bei ihrem letzten Abenteuer angefreundet hat. Dies missfällt der jungen selbstbewußten Daisy aus bester englischer Adelsfamilie umso mehr, als Hazel auch Details aus ihrem neuesten Fall stets unverzüglich berichtet, heimlich natürlich. Denn während des Guy Fawkes Feuers stirbt die verhasste Schulsprecherin Elisabeth. Während die neue Schulleiterin dies als Unfall abzutun versucht, sind Daisy und Hazel fest davon überzeugt, daß es Mord war. Erstmals werden ihre Schlafsaalgefährtinnen in die Ermittlungen einbezogen, denn es gilt die fünf Aufsichtsschülerinnen zu beschatten. Doch der Zwist zwischen Daisy und Hazel lastet schwer auf den Ermittlungen.

Dieser Band steht unter dem Zeichen mieser Stimmung. Elisabeth hat es binnen kürzester Zeit geschafft, die Stimmung an der Schule zu vergiften und ein Terror-Regime aufzubauen, von dem die Lehrerinnen, genannt Fräuleins, nichts mitbekommen. Der lange unausgesprochene Zwist zwischen Daisy und Hazel schwelt vor sich hin und belastet die Atmosphäre des Schlafsaals. Mir gefällt sehr gut, daß Hazel sich endlich wagt sich von Daisy zu emanzipieren und eigene Wege geht. Sie hat ihre Meinung, hält sie für richtig und ist nicht bereit, diese zu korrigieren, nur weil die zauberhafte Daisy Wells dies so wünscht. Hazel ist in den letzten Fällen gereift, während Daisy noch immer Daisy ist, mit allen Stärken und Schwächen. Denn in ihrer Detektei sind die Rollen klar verteilt: Daisy ist der Kopf und Hazel ist Protokollantin, daher nennt Daisy sie auch gerne Watson. Doch während Daisy eine brilliante Beobachterin und scharfsinnige Kombiniererin ist, hat Hazel eine untrügliche Intuition, der sie immer mehr lernt zu vertrauen, auch wenn sie nicht zu erklären mag warum. Dabei ist auch Hazel alles andere als dumm. Doch wer vermag schon neben der strahlenden Daisy zu bestehen? Genau das gefällt mir so an diesem Band. Daisys unbestrittene Unfehlbarkeit wird angekratzt. Sie wird zwangsläufig gezwungen ihr eigenes Urteil zu überdenken. Das ist absolut untypisch für sie. Dabei sollten ja all ihre mentalen Kräfte auf den neuen Fall gerichtet sein, denn dieser hat es durchaus in sich. Der Mord ereignete sich mal wieder in einer geschlossenen Gesellschaft, quasi vor aller Augen. Nur die Aufsichtsschülerinnen waren nicht in aller Blick und kommen daher als Täter in Frage. Auch wenn sie einander nicht zu mögen zu scheinen, schweißt sie etwas, daß größer und stärker ist als sie zusammen. Was kann das nur sein?

Sehr klassisch britisch, wunderbar nostalgisch, hilft Daisy und Hazel die moderne Forensik nicht weiter im Jahre 1935. Es helfen ihnen nur ihr Hirn und ihre fünf Sinne. Nebenbei lernen auch Nicht-Engländer die Tradition der Guy Fawkes Night kennen, die jährlich am 5. November im Gedenken an den vereitelten Sprengstoffanschlag auf König Jacob und das Parlament im Jahre 1605. So bekommt man neben Ermittlungen Einblick in das soziale Gefüge zu Zeiten von Georg V. Während Wells & Wong ermitteln, bereitet sich Nazi-Deutschland auf die bevorstehenden olympischen Spiele in Berlin vor und die Lage der Juden wird immer ernster. Auch dies spielt hier am Rande eine Rolle, eingebettet in die Handlung, ohne erhobenen Zeigefinger. Während das Settin historisch ist, ebenso wie die Ermittlungsmethoden, ist es der Stil nicht. Dieser ist frisch und jung und ich habe diesmal wieder mit Hazel mitgelitten, die den Fall ja dokumentiert, weshalb auch dieser Fall wieder aus ihrer Perspektive in der Ich-Form erzählt wird. Diesmal war ich bei den Ermittlungen auf dem völligen Holzweg und wurde von der Auflösung überrascht. Dabei ist es ja das Schöne bei den klassischen Whodunnits, daß man immer eine Chance hat mitzurätseln und den Fall vor den Detektiven zu lösen, da man als Leser seine eigenen Beobachtungen macht und Schlüsse zieht.

Auch dieses Mal ist dem Fall ein Plan der Schule und ihres Geländes, sowie ein Personenverzeichnis vorangestellt, damit man bei den Ermittlungen den Überblick erhält. Sehr nostalgisch anmutend und sehr schön dargestellt übrigens. Im Anschluß befindet sich wieder ein Glossar, in welchem Daisy Deepdean-typische bzw. sehr englische Begriffe erläutert, was gerade für die Junge Leserschaft sehr hilfreich ist.

Robin Stevens ist wieder ein wunderbarer historischer Jugendkrimi mit viel Atmosphäre gelungen und so freue ich mich schon auf die weihnachtliche Fortsetzung: Mord unterm Mistelzweig.

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Verloren in Eis und Schnee

Davide Morosinotto , Cornelia Panzacchi , Nicolás Artajo , Gabrielle Pietermann
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei cbj audio, 17.09.2018
ISBN 9783837143393
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Leningrad 1941, die Stadt wird von den deutschen Truppen im zweiten Weltkrieg eingekesselt. Die Versorgungssituation wird immer schwieriger, daher sollen Kinder und Jugendliche aus der Stadt gebracht werden, mit speziellen „Kinderzügen“. Diese sollen die Kinder möglichst weit weg von den herannahenden deutschen Truppen in Sicherheit bringen. Die 12 jährigen Zwillinge Nadja und Viktor bekommen von ihrer Mutter eingeschärft, daß sich sich auf keinen Fall trennen dürfen, sondern immer zusammen bleiben müssen. Aber sie waren bisher stets zusammen, sie sind Zwillinge, niemals würden sie sich freiwillig trennen. Doch die Aufpasser am Bahnhof lassen ihnen keine Wahl, obwohl Geschwister zusammenbleiben sollen. Nadja steigt in den Zug Nr. 76 der schon bald den Bahnhof verlässt, aber nach nur wenigen Kilometer anhält und nicht mehr weiterfährt. Viktors Zug bringt ihn in eine Kolchose in Sibirien, wo die Kinder zu harter Arbeit angehalten werden, um sich ihren Unterhalt zu verdienen. Nadja's Zug voll mit Müttern mit ihren Babys und der ebenso schönen wie faszinierenden Anna, fährt nicht weiter. Irgendwann steigen alle aus, weil sie nach Tagen, die Enge nicht mehr aushalten und eine Katastrophe ereignet sich. Dennoch sind Nadja und Viktor stets überzeugt, daß er andere noch lebt und sie sich finden müssen. Ein harter Kampf um Leben und Tod beginnt auf ihrem weiten und mehr als abenteuerlichen Weg.

Ich hatte altersgerechte Einblicke in das Leben während des zweiten Weltkriegs erwartet, die man auch erhält, doch rückt dies etwas in den Hintergrund. Es ist vor allem eine sehr harte und sehr spannende Abenteuergeschichte. Sehr hart, aufgrund der Witterungsbedingungen im Winter, als auch wegen des erbarmungslosen Umgangs mit Kindern und Jugendlichen in Kriegszeiten. Während einige zusammen halten und das Beste in ihrem Charakter zeigen, offenbaren sich bei anderen innere Abgründe und Selbstsucht. Beide Geschwister werden auf ihrem Weg begleitet, wobei die Truppe, die sich Viktor bei seiner Flucht aus der Kolchose anschließt, wahnsinnig groß ist, viel zu groß und zum Teil erbarmungslos dezimiert wird. Das ist schon starker Tobak, das muß man auch verkraften, weshalb ich der Altersempfehlung ab 12 Jahren nur bedingt zustimme.
Wirklich interessant ist der Einfallsreichtum der Kinder und zum Teile ihre Loyalität. Nadja hat wirklich Glück mit ihren Begleitern, auf die sie sich verlassen kann und die sie begleiten, obwohl sie ja eigentlich nicht müssen. Doch Anna ist schon bald eine wahre Freundin für sie geworden und ihre Schachpartien für beide eine überlebensnotwendige kurze Flucht vor dem Wahnsinn um sie herum. Anders ist es bei Viktor, er wird schon bei der Flucht verraten und ausgerechnet sein Feind aus Schulzeiten, schließt sich ihm an. Ein Umstand den ihn wurmt und den er gerne ändern würde, während er über die Gesellschaft von Clara sehr froh ist, auch dann noch, als er ihr Geheimnis aufdeckt. Die Geschwister und ihre Begleiter brauchen unheimlich viel Mut, Kraft und Überlebenswillen, um sich mit Einfallsreichtum, den gegebenen Gefahren zu stellen, auf die sie immer wieder treffen. Auch von Verrat und Korruption lassen sie sich nicht klein kriegen und lassen sich vor allem nicht selbst korrumpieren. Sie gehen so weit sie sie müssen, doch gibt es Grenzen der Menschlichkeit, die sie selbst in Kriegszeiten, in Kenntnis der geltenden Gesetze nicht bereit sind zu überschreiten. Festgehalten wird die Geschichte in Schulheften, die sie mit in den Kinderzug nahmen, ursprünglich um für ihre Eltern ihr Schicksal festzuhalten.

So liest Nicolas Artajo die Tagebuchaufzeichnungen von Viktor. Er ist mir bereits aus einem anderen Hörbuch bekannt, hier gefiel er mir eindeutig besser. Er konnte mich richtig überzeugen, mit einer Stimme, der man in allen Lebenslagen den an den Herausforderungen heranreifenden Viktor abnimmt. Wenn er nicht gerade Hörspiele spricht, ist er als Schauspieler auch in TV-Produktionen und als Moderator bei Disney Channel aktiv.

Gabrielle Pietermann liest Nadjas Tagebuchaufzeichnungen. Sie ist einem großen Publikum als die deutsche Stimme von Emma Watson, Emilia Clarke (Game of Thrones), Selena Gomez und Anna Kendrick bekannt. Als Synchronsprecherin arbeitet sie übrigens bereits seit ihre 9. Lebensjahr und klingt immer noch frisch und unverbraucht.

Deutlich älter klingt hingegen Reinhard Kuhnert, der gegen Ende den gestrengen Oberst Smirnow spricht. Er ist als Synchronsprecher von Peter Coyote, André Dussolier und David Stratharin bekannt, neben seiner Arbeit als Schauspieler, Regisseur, Dramatiker und Liedtexter. Er klingt streng, aber nicht grausam, einfach nach militärischer Autorität.

Alle drei Sprecher konnten mich absolut überzeugen. Sie schaffen es eine wahnsinnige Spannung aufzubauen. So spannend, daß ich nicht weiß, ob das nicht für 12 jährige etwas viel ist, da Kinder spannungstechnisch noch nicht so abgebrüht sind. Das Hörbuch zum Vorgänger „Die Mississippi-Bande“ fand meine inzwischen 11-jähre Tochter große klasse, aber es ist deutlich weniger spannend und dramatisch, für mein Empfinden (Altersempfehlung ab 10 Jahren meine ich). Die Spannung und Grausamkeit ist jedoch nie Selbstzweck sondern trägt stets die Handlung. Das vorgenannte Kinderbuch wurde übrigens für den Deutschen Jugendliteraturpreis nomminiert. Hierbei handelt es sich um eine bearbeitete Hörbuchfassung, was ich als sehr angenehm empfinde. Denn auch trotz der großen Personenanzahl und der vielen für mich fremden Namen, hatte ich fast keine Zuordnungsprobleme (Viktor ist zeitweise mit 78 Personen auf der Flucht), ich hatte kein Bedürfnis nach einem Personenverzeichnis.

Dieser erbitterte Überlebenskampf in Kriegszeiten verdeutlicht hoffentlich Jugendlichen heutzutage, den unschätzbaren Wert des Friedens den wir haben und weckt Verständnis für das Leid der Menschen auf der Flucht vor Krieg und Terror.

Ein ganz toller historischer Jugendroman, der unglaublich spannend und emotional ist. 5 von 5 Sternen.

Ich bedanke mich ganz herzlich bei cbj audio für dieses fantastische Hörbuch.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

Julie Jewels – Teil 2: Silberglanz und Liebesbann

Marion Meister , Nana Spier
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 31.08.2018
ISBN 9783742404015
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Julie ist dank des magischen Liebesringes endlich mit ihrem Traumtypen Noah zusammen und sie sind unzertrennlich. Sie kleben was schon zusammen, was den übrigen Mitgliedern von Noahs Band mächtig auf die Nerven geht. Dennoch ist Julie trotz ihrer Schmuckmagie nicht gegen Eifersucht immun, wenn ihre ehemals beste Freundin Chrissy sich hüftschwingend und Mähne wedelnd sich an ihn ranwirft. Außerdem trüben erste Wölkchen den rosaroten Himmel, da Julie den Eindruck gewinnt, daß Noah sich immer selbst aufgibt und nur noch ihr gefallen will. Doch mit ihrem Glück, trübt sich auch die einst so strahlende Perle des Rings. Woran kann das denn liegen? Während Ben die Doppelpack-Julie ebenfalls anstrengend findet, ist ihre Freundin Merle traurig, daß Ben sie überhaupt nicht als Mädchen wahr zu nehmen scheint, sondern nur als guten Kumpel und die Freundin von Julie. Während Julie und ihre Mutter sich immer noch anschweigen, lernt sie endlich ihre bis dato unbekannte Oma Daria kennen. In sie setzt sie große Hoffnungen und Erwartungen, daß sie sie endlich in alle Geheimnisse der Schmuckmagie einweiht. Sie ist fest davon überzeugt, daß sie mit ihrer Magie nur Gutes tun wird, auch wenn ihrer ersten Versuche ohne Hilfe, immer noch ziemlich viele unerwünschte Nebenwirkungen haben. Wie das Leben so spielt, kommt es natürlich ganz anders.

Neben der außerordentlich liebevollen Gestaltung als Schmuckkästchen sowohl des Buches, als auch des Hörbuches, gefällt mir am besten Julies Entwicklung. Zu Beginn dieses Bandes fand ich Julie sehr unreif und nervig, wobei das beim Hörbuch deutlich stärker war. Ich empfand sie als unangenehm egozentrisch, was ich sehr schade fand, da ich Julie in Band 1 wirklich mochte, auch wenn ich damals schon einige ihrer Aktionen, als zu weitgehend einschätzte. Ihre beste Freundin Merle erscheint mir oft empathischer, aber vor allem Nachbarsjunge Ben behält stets den Durchblick, sofern es nicht um chemische Formeln geht. Ben versteht Julie bisweilen besser als sie selbst, aber auch für ihn hält die Macht der Magie verführerische Verlockungen bereit.

Das Buch ist wunderbar flüssig und kurzweilige geschrieben. Für das Hörbuch wurde es sehr behutsam gekürzt, was mich nicht weiter störte, denn ich habe zwischen Hörbuch und Buch hin und her gewechselt. Bevor ich mit diesem Band begann, habe ich mich noch mal schnell das Hörbuch zu Band 1 angehört, das mir deutlich besser gefiel. Nana Spier spricht das Hörbuch sehr vielstimmig, wobei mir Noah, überhaupt nicht gefällt. Er klingt so dauerbekifft und neben der Spur, daß ich in den Passagen mich immer wieder gefragt habe, wie sich Julie denn in den verlieben konnte. Er klingt absolut wie in Trance, was er durch die Macht des Ringes ja auch ist, aber eben alles andere als attraktiv. Ben klingt da ganz anders, viel bodenständiger, wirklich ihr selbst, es liegt also nicht daran, daß Nana Spier keine männlichen Rollen sprechen kann. Leider hat sie es diesmal für mein Empfinden bei Julie, Daria und Noah einfach übertrieben, Das war auch sicherlich kein Versehen, denn stimmlich, drückt sie die Charakterschwächen der jeweiligen Personen durchaus sehr deutlich aus – zu deutlich für meinen Geschmack allerdings. Merle, Ben, Chrissy, Julies Mutter und alle übrigen mochte ich allerdings sehr gerne. Da hat das Buch ganz klar den Vorteil, daß man beim Lesen nicht ganz so festgelegt ist. Die süßen Schmuckornamenten auf einigen Buchseiten und die Whats-Darstellungen, sind bei der Buchausgabe auch echte Pluspunkte.

Ich bin ja nunmal etwas älter als die Zielgruppe und wenn ich auch über Julie bisweilen den Kopf schüttele, liegt es nicht nur an ihrem Alter, daß sie versucht Noah mittels Magie an sich zu binden. Es gibt den alten Spruch „Im Krieg und in der Liebe ist alles erlaubt“. Nein, wie Julies Mutter bin ich der Meinung, daß wahre Liebe niemals selbstsüchtig ist und dem anderen nicht schaden darf. Ben drückt sich da anders aus, kommt aber zum gleichen Ergebnis, wenn er sagt, daß ihm so scheint, daß viel von den Märchen wahr zu sein scheint und es somit neben guter Magie auch böse Magie gibt. Letztere will Julie natürlich niemals verwenden, sie doch nicht. Aber ist sie sich dessen so sicher? Eine langsame Erkenntnis und ein innerer Kampf drängen sich ihr auf, der sie langsam aber sicher klarer sehen lässt. Es ist nicht nur das Privileg der Jugend, sich zu irren, das kann immer passieren, man muß sich stets nur hinterfragen und an sich arbeiten. Während ich im ersten Band kein Verständnis für Julies Mutter hatte und ich sie wirklich ungerecht fand, mag ich sie nun richtig gern und bin sehr gespannt, was sie Julie noch offenbaren wird. Auch das Ende dieses Bandes macht schon richtig neugierig auf das, was noch kommen wird.

Der dritte und letzte Band wird im Frühjahr 2019 unter dem Titel Julie Jewels – Mondsteinlicht & Glücksmagie.

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

Die geheime Drachenschule

Emily Skye , Pascal Nöldner
Fester Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Baumhaus , 31.08.2018
ISBN 9783833905674
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Der 11 jährige Henry ist ein begabter Fußballer. Dennoch staunt er nicht schlecht, als er nach einem gewonnen Spiel nicht von einem Talentscout, sondern einem unbekannten Cousin abgeholt wird. Er wurde auserwählt seinen Clan auf dem geheimnisumwitterten Internat „Sieben Feuer“ zu vertreten. Um diesen Ort ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden, es ist alles streng geheim und nur eines ist gewiss, diese Schule ist absolut exklusiv und bringt erstaunliche Talente hervor. Zunächst ist er völlig begeistert. Doch schon am Treffpunkt, als er auf die anderen Schulneulinge trifft, sinkt seine Begeisterung. Während er sich mit dem oberschlauen Arthur und der etwas exzentrischen Lucy auf Anhieb versteht, tritt ihm Timothy sofort in offener Feindschaft gegenüber. Auf der versteckten Insel Sieben Feuer angekommen geht es ihm nicht besser. Auf dieser Insel leben die letzten Drachen und sie sollen zu Drachenreitern ausgebildet werden. Dafür müssen Sie ein tiefes Band zu ihrem Drachen knüpfen. Doch Henrys Drache ist feindselig und verweigert sich. Er hütet ein Geheimnis und hat eine dringende Aufgabe zu erledigen, ihm dabei zu helfen, traut er Henry jedoch nicht zu. Schafft Henry es dennoch, die Verbindung zu ihm zu knüpfen und auf Sieben Feuer zu bleiben?

Dieses neue Fantasy-Abenteuer besticht bereits auf den ersten Blick. Das Cover ist bildgewaltig und wild, dennoch strahlt es Freundlichkeit aus. In der Mitte des Buches befindet sich auf farbigen Hochglanzseiten „Die kleine Drachenkunde“. Auf Pergamentähnlichen Seiten sind die wichtigsten Infos über Drachen zusammengefasst, mit Illustrationen. Die übrigen Illustrationen des Buches sind im Stile des Buchcovers und ebenso ausdrucksstark. Jedes Kapitel beginnt mit einem anderen Wappen unter der Kapitelnummer, das lässt einen direkt in die entsprechende Wolkenburgstimmung kommen.

Die Geschichte startet direkt durch. Keine lange Einführung, das geschieht nebenbei. Man lernt Henry direkt einmal als Torschützenkönig kennen. Kühn, flink, unerschrocken, als Teamplayer ein echter Gewinnertyp und dennoch stößt Henry schon bald an seine Grenzen auf Sieben Feuer. Trotz des ungewohnten Misserfolges, weil sein störrischer Drache sich weigert, mit ihm zu kooperieren, gibt er nicht auf, vor allem aber vor allem Dank seiner Freunde, die es einfach nicht zulassen. Jeder neuer Anwärter auf Sieben Feuer hat eine besondere Begabung, diese Begabungen ergänzen sich und so hilft es, wenn man sich gegenseitig hilft. Doch nicht alle sind seine Freunde, Timothy hat Henry von Anfang an nicht leiden können. Daraus entstehen aufreibende Situationen, die Henry an seine Grenzen bringen. Sehr spannend und wirklich faszinierend, da man stets rätselt, warum der Drache Henry so ablehnt und welche Aufgabe er unbedingt erfüllen muß. Denn auch der Drache hat ein Geheimnis. Viele raue und herzliche Originale lernt man auf der geheimnisumwitterten Insel kennen. Diesmal gibt es nur sechs neue Schüler im ersten Jahr, die siebte Clan tritt nicht an. Die neuen Schüler sind ganz unterschiedlich. Wir mochten natürlich die leicht exzentrische Lucy besonders. Auch wenn Henry die Hauptperson ist, sind seine Freunde doch sehr präsent und daher auch für Jungen und Mädchen mit Identifikationspotenzial. Auf sieben Feuer gehen die Schüler 7 Jahre lang zur Schule, so daß wir noch 6 weitere spannende Abenteuer erwarten. Die Länge des Buches finden wir für die Zielgruppe 9 – 11 Jahre wirklich passend, wir hoffen, daß es bei diesem Umfang bleibt.

Sprachlich ist die Geschichte wirklich flüssig und packend geschrieben, gerade wenn man ein Buch vorliest, man sich das bemerkbar. Die Übersetzung aus dem Englischen ist wirklich geglückt.

Eine wirklich vielversprechende Fantasy-Serie für Kinder, magisch, spannend, mit Freundschaft und Feindschaft. Da wollen wir unbedingt dran bleiben.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

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Glückstage unterm Apfelbaum – Geschichten von Minna

Kathrin Rohmann , Yayo Kawamura
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.07.2018
ISBN 9783423762243
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Dieses Buch enthält 28 Vorlesegeschichten über Minna, ein siebenjähriges Mädchen mit jeder Menge Fantasie und ständig neuen Erlebnissen.
Anfangs lernt man Minna kennen, die gerne Kartoffelpuffer ist, manchmal auch heimlich in der Nacht. Dabei trifft sie jeder Menge ungewöhnlicher kleiner Gestalten, die sie durch den Alltag begleiten und in ihr den Entschluß Ideen-Mechanikerin zu werden, reifen lassen. Minna trifft in ihrer Welt Entdecker, Könige, eine Blaubeer-Prinzessin, Einhorn-Parfüm, eine Fußball-Kuh, einen Glücksbotaniker, Mini-Schafherden und Cowboys. Das mischt sich oft mit realen Kindererlebnissen, wie Eltern, die unbedingt ganz schnell in den Urlaub fahren wollen und dann doch gefühlte Ewigkeiten brauchen, ehe sie loskommen, wobei dies echt nicht an den Kindern liegt. Es geht um die Liebe zur Oma, die Bedeutung von Freundschaft, tolle Ferien und der Kunst, das Leben als schieres Abenteuer zu betrachten.

Die Geschichten sind zwar in sich abgeschlossen, bauen aber aufeinander auf, weshalb man sie unbedingt der Reihe nach lesen sollte. Jede Vorlesegeschichte dauert so rund 5 Minuten, so daß man gut mal 3 Geschichten am Stück vorlesen kann, sofern die Konzentrationsspanne des Kindes reicht. Durch die farbigen Illustrationen von Yayo Kawamura, die zwischen Tokyo und Deutschland aufwuchs und nun nach einem Kommunikationsdesignstudium mit ihrer Familie in Berlin Kreuzberg lebt und Kinderbücher illustriert.
Die Geschichten sind humorvoll und fantastisch oder „die sind aber mit viel Fantasie“ wie meine Tochter sagte. Als Vorlesegeschichten eignen sie sich am Besten für Kinder von 5 bis 7 Jahren. Immerhin geht Minna schon in die Schule und der Humor zwischen den Zeilen und in Minnas Fantastereien, können jüngere Kinder noch nicht so abstrahieren und würden alles für bare Münze nehmen. Außerdem spielen einige Geschichten zu Beginn des Buches, ehe sie in den Urlaub ans Meer fahren, in der Schule. Das ist als Thema für Vorschulkinder sehr viel interessanter, als für 3-Jährige. Dabei erlebt Minna viel am Strand, in der Natur oder auf dem Schulweg. Die Geschichten sind absolut analog, d.h. Frei von Handy- Internet oder Fernsehen in der Geschichte. 7-jährige können auch so genug entdecken und erleben und benötigen dazu keine Technik. Die Schrift ist zwar angenehm groß, so daß auch Großeltern die Schrift noch bequem lesen können, aber nicht groß genug für Leseanfänger. Auch die Schriftart entspricht nicht der üblichen Fibelschrift für Leseanfänger, aber an diese richtet sich das Buch auch nicht. Es sind einfach Geschichten zum Träumen, Spaß haben und weiterspinnen. Kleine Gegebenheiten aus Minnas Erlebnissen, werden einem auch im Alltag immer wieder in den Sinn kommen. Die Geschichten sind trotz des Einhorneinflusses nicht so typisch mädchenhaft. Es gibt auch einen Ritter mit seinem Drachen, Abenteurer und Mechaniker, man kann die Geschichten daher auch Geschwistern vorlesen. Jungen werden auch ihre Freunde an diesen „Quatsch-Geschichten“ haben. Quatsch insofern, als sie vor allem Spaß machen und so nicht real sind. Sie zeigen, daß Kinder zum Glücklichsein nicht viel mehr brauchen als Zeit und Fantasie.

Autorin Kathrin Rohmann ist gelernte Landwirtin und Argraringenieurin und wahrscheinlich auch Ideen-Mechanikerin. Seit 2008 schreibt sie Geschichten für Kinder. Ihre Geschichten von Minna entstanden, weil sie über ihre eigene Oma Minna nachdachte, die sie nie kennenlernte. Vielleicht hat sie ihre überschäumende Fantasie ja von ihr? Sie selbst lebt im Norden von Hannover.

Schöne, abwechslungsreiche Vorlesegeschichten für Mädchen und Jungen von 5 – 7, die wir gerne mit 4 von 5 Sternen weiterempfehlen.

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18 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Rachgier

Val McDermid , Wolfgang Berger
Audio CD
Erschienen bei steinbach sprechende bücher, 03.09.2018
ISBN 9783869743400
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein neuer Fall für Detective Chief Inspector Carol Jordan und Profiler Tony Hill (ihr 10.). Nach der erfolgreichen Vertuschung von Carols Trunkenheitsfahrt mit fatalen Folgen, hat sie es mit Tonys Hilfe nun endlich geschafft trocken zu werden. Doch es ist ein täglicher Kampf. Sie quält permanent das schlechte Gewissen und ist leicht reizbar. Sie hat den Eindruck es nicht verdient zu haben nun Leiterin der ReMIT Elitespezialeinheit zu sein und mit dieser Einschätzung ist sie nicht allein. Journalistin Peggy Burgess setzt alles daran, Carols dunkles Geheimnis zu skandalträchtig zu enthüllen. Auch ihr erster Fall in der neuen Position hat es in sich. Eine verkohlte Leiche in einem Auto in einer Haltebucht einer engen Landstraße in den Dales. Doch die unauffällige, einsame Büroleiterin Kathryn McCormick wurde nicht Opfer eines Unfalls, sondern eines Mordes und ihr Mörder kennt sich mit forensischer Spurensuche aus. Er ist ein Meister darin keine Spuren zu hinterlassen. Als eine zweite derartige Leiche wenig später gefunden wird, zeigt sich eine weitere Parallele, auch das zweite Opfer hatte gerade erst auf einer Hochzeit einen mysteriösen, attraktiven Mann kennengelernt, den weder das Brautpaar, noch die übrigen Gäste kannten. Auch Carols Sergeant Paula hat private Probleme, ihr Pflegesohn Torin ist Ziel einer Cybererpressung.

Für mich war es das erste ungekürzte Hörbuch eines Val McDermid Thrillers. Hierdurch werden die Motive und Gedanken deutlicher. Während dadurch das Werk für mich mehr ein Krimi als ein Thriller ist, verleihen diese Überlegungen der Geschichte mehr Tiefgang und mehr Nachhaltigkeit. Es gibt keine wilden Verfolgungsjagden oder eingesperrte Ermittler, die in letzter Sekunde aus den Fängen des skrupellosen Psychopathen befreit werden können. Nein, das Grauen ist subtiler, denn es ist irgendwie allgegenwärtig und kann jeden treffen. Manchmal reicht dazu einfach ein Missverständnis aus, oder verletzte Eitelkeit eines völlig Fremden.

Neben den möglichen Rachemotiven und -gelüsten dreht sich hier die Tat auch um das Thema Selbstjustiz. Das stört mich ja meistens in Thrillern/Krimis, weil ich finde, daß es auch bei Mangel an Beweisen keine Lösung ist, sondern es bisweilen einfach etwas mehr Geduld bedurft hätte. Val McDermid ist nun nicht mehr die Jüngste und das merkt man auch an der Reife der Gedanken, da sie das Dilemma der Ermittler wirklich toll darstellt und beleuchtet, auf eine Art und Weise, die auch mich zufrieden zurücklässt, aber auch mit einem Fragezeichen für die Zukunft dieser Serie. Der deutsche Titel ist dabei sehr treffend gewählt, da einem am Ende so richtig bewußt wird, wie viele Rachepläne in diesem Fall eigentlich zusammentreffen. In der Lese-Hörrunde an der ich teilnahm, gab es einige kritische Stimmen, die meinten, daß man diesem Werk das Alter seiner Autorin anmerken würde. Ja, die Gedanken, die sich in den Taten spiegeln sind zum Teil profund und zeugen von Reife. Doch die Taten und ihre Tücken, mit denen sich Carol Jordan und ihr Team rumschlagen müssen, sind hochaktuell und in ihrer Ausführung sehr perfide. Und mit Jahrgang 1955 finde ich sie nicht alt oder senil. Das stellt sie auch dadurch unter Beweis, daß sie es schafft sich in die Cyberkriminalität, Mobbing an Schulen und die Gefahren der Social Medias hervorragend hineinzudenken. Gefahren, die immer und überall lauern. Besonders interessant finde ich, daß einige Probleme wiederkehrend von verschiedenen Seiten beleuchtet werden, mit zum Teil unterschiedlichen Ergebnissen, sei es das Thema Rache, oder Selbstjustiz.

Val McDermid ist Schottin, doch empfinde ich ihre Thriller zwar nicht als Frohnaturen, aber eben auch nicht als so düster und melancholisch wie skandinavische Werke. Sie studierte in Oxford Literatur und hat viele Jahre als Journalistin gearbeitet. Daher ist ihre Sprache nicht nur ausdrucksstark, sondern ihre Fälle auch gut recherchiert und logisch. Auch wenn es am Ende anders kommt, als ich es erwartet habe, ist es in sich absolut schlüssig und durch den Charakter der Personen fast schon zwingend angelegt. Denn die Charaktere sind Persönlichkeiten, die sich von Fall zu Fall weiterentwickeln, so daß man auch Einblick in das Privatleben des Teams erhält, aber ohne von Nebenschauplätzen erschlagen zu werden.

Schauspieler Wolfgang Berger spricht mit seiner ruhigen, bedächtigen Stimme passend zu dieser realistischen, bodenständigen Geschichte. Seine Stimme klingt älter als er auf dem Foto erscheint. Aber auch Tony und Carol sind inzwischen reifer und gealtert, so daß ich es eigentlich ganz passend finde. Man kann ihn gut verstehen, er hat eine klare, deutliche Aussprache. Da es sich um den ungekürzten Buchtext handelt und ich beim Hören den Text nicht vor Augen habe, hatte ich beim Hören bisweilen etwas Schwierigkeiten die Pronomen zuzuordnen, da man anders als beim Lesen ja bisweilen abgelenkt wird. Vor allem zu Beginn der Handlung, war ich damit etwas überfordert, weil ich erst mal wieder überlegen mußte, wer nun wer ist und was in den Bänden bisher geschehen ist... noch kenne ich einige, aber nicht alle Bände der Reihe. Da es kein Personenverzeichnis gibt, ist mir der Start etwas schwer gefallen.

Dieser Thriller ist kein Kracher, kein Reißer, kein Schocker, sondern mehr ein paranoides Grauen der alltäglichen Gefahren, derer wir uns gar nicht so bewußt sind, die wir allzu gerne verdrängen, weil es für uns das Leben leichter macht. Die Intelligenz der Überlegungen und Denkanstöße hat mir wirklich gefallen, ebenso, daß die Autorin ihren Personen Zeit und Raum für Entwicklung gibt. Wer rasante Action liebt, der sollte nicht zugreifen, wer aber Gefallen an menschlichen Abgründen und was-wäre-wenn Gedankenspielen hat, der ist hier Gold richtig.

Ich werde nun wohl meine Lücken innerhalb der Reihe schließen, denn mir ist mal wieder aufgefallen, wie gerne ich ihre Werke mag. Intelligenz, Psychologie und Aktualität, für mich topp.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das Mädchen, das im Buchladen gefunden wurde

Sylvia Bishop , Sigrid Ruschmeier , Ilka Teichmüller
Audio CD
Erschienen bei Argon Sauerländer Audio ein Imprint von Argon Verlag, 22.08.2018
ISBN 9783839841846
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Mit 5 Jahren betrat eine Familie den Buchladen von Netty Miller und verlässt ihn, ohne ihre Tochter. Nettys Sohn Michael, der nur wenige Jahre älter ist, findet sie und stellt sie in das Regal für Fundsachen bzw. „Lost Property“ denn die Geschichte spielt in England. Als Netty sie dort entdeckt, nimmt sie sie herzlich bei sie auf und weil ihnen kein besserer Name einfällt, heißt das Mädchen fortan Property. Property schließt Netty und Michael sofort in ihr Herz und traut sich daher nicht, zuzugeben, daß sie mit 5 Jahren noch nicht Lesen und Schreiben kann (in England beginnt die Schule ja viel früher als bei uns). Sie liebt ihr Leben, doch als gute Beobachterin, merkt auch sie, daß es mit dem Buchladen bergab geht und ihr Leben immer ärmlicher wird. Da entdeckt Netty in der Zeitung, daß Mr. Montagomery seinen legendären Buchladen „Montgomerys Bücherparadies“ in London verlost. Warum sollte man so einen traumhaften Buchladen einfach verschenken, Property wundert sich. Als sie bei dieser Lotterie auch noch gewinnen und in den neuen Laden einziehen, wird es immer mysteriöser und das liegt nicht nur an der eigenwilligen Katze, die es als Beigabe obenauf gibt.

Diese Geschichte hat meine 9-jährige Tochter auf Anhieb fasziniert. Sowohl der Name Property, als auch sein Kind in einem Buchladen und vergessen und es dann ins Regal zu den Fundsachen zu räumen! Na sowas! Ich finde das als Gedanken ja furchtbar traurig und auch andere Erlebnisse, die nun folgen, finde ich eher schwermütig, z.B. daß Familie Miller sich die Beheizung des Buchladens nicht mehr leisten kann und daher ohne Ende Tee kocht und auch an die Kunden verteilt. Aber sie hat Recht. Auch wenn sie immer ärmer werden und die Verhältnisse immer schwieriger, so haben sie doch einander und das Reich der Wörter, der Geschichten, der Bilder und der Fantasie! Da Property nie gelernt hat zu lesen (was mich persönlich schon gewundert hat, daß Michael und Property anscheinend nie in die Schule gehen) ist sie eine ausgezeichnete Beobachterin. Mit ihrem wachen Geist reimt sie sich einiges zusammen und stellt Fragen, die sonst anscheinend niemandem in den Sinn kommen. Natürlich lässt Property die Zuhörer an ihren Fragen und Verwunderungen teilhaben, so daß man sich mit ihr wundert und auf alles gefasst ist. Na ja, nicht ganz auf alles, denn was da letztendlich auf sie zu kommt, kann man nicht erwarten und vorher sehen, denn das legendäre „Montgomery Bücherparadies“ ist beispiellos, ebenso wie die dunklen Machenschaften, die sich um dieses ranken. Das ist sehr aufregend und geheimnisvoll! Doch Property ist in ihrer Grundeinstellung so positiv und Ilka Teichmüllers Stimme so warm, daß meine sehr empfindsame jüngste Tochter, die sich bisweilen bei CD's für 4 oder 6 – Jährige gruselt, jederzeit vollstes Vertrauen in den guten Ausgang der Geschichte hatte, daß sie sie gleich zum Einschlafen gehört hat.

Es ist eine sehr ungewöhnliche Geschichte. Sehr atmosphärisch, etwas märchenhaft, etwas magisch und auf jeden Fall sehr fantastisch, ohne gleich Fantasy zu sein, aber eben sehr fantasievoll. Das Gefühl, diese Geschichte irgendwo schon mal gehört zu haben, so ungefähr, überkommt einen nie. Dabei kann man bisweilen herrliche Zitate genießen und eine malerische Sprache.
Ebenso sympathisch wie Property sind auch Netty Miller und ihr Sohn Michael, die das Findelkind ganz selbstverständlich bei sich aufnehmen und das wenige teilen, was sie haben. Bei aller Traurigkeit über den Verlust ihrer Familie, aber auch wieder sehr beruhigend, denn Property fühlt sich sehr geborgen. Nicht jedoch, wenn die Schurken auftauchen, aber da wollen wir ja nicht vorgreifen.... Es ist auf jeden Fall eine Geschichte, die nicht nur für Bücherfans und Leseratten gedacht ist, sondern auch für Fans geheimnisvoller Spannung.

Ilka Teichmüller ist Theaterschauspielerin und Sprecherin für Funk, Fernsehen und Hörbücher. Den Gedanken ein Kind in einem Buchladen zu vergessen fand ich ja sehr traurig, als meine Tochter sich das Hörbuch wünschte, aber als ich las, daß Ilka Teichmüller es einliest, war ich dann einverstanden. In „Das Wolkenschloss“ gefiel sie mir persönlich noch besser, als in dieser Geschichte, doch laufen im Grand Hotel aber natürlich noch viel mehr Menschen herum, als selbst in Mr. Montgomerys Bücherparadies und somit mehr Möglichkeiten seine Wandlungsfähigkeit zu präsentieren. Warm und voll ist ihre Stimme aber auch hier, weswegen meine Tochter stets ein wohlig warmes Gefühl beim Zuhören hatte, auch wenn es gerade sehr spannend war.

Sylvia Bishop studierte an der Universität von Oxford und ist nun als Kabarettistin Teil des Duos „The Peablossom Cabaret“. Ihre Ideen für Geschichten schreibt sie am liebsten bei einer Tasse Tee und schummrigen Licht nieder. Wir wünschen ihr sehr, daß sie sich eine funktionierende Heizung leisten kann, anders als Familie Miller.

Dieses atmosphärisch dichte Hörbuch hat den Nerv meiner Tochter getroffen, die sich nicht mit so lästigen Fragen abgibt wie: warum ist das Jugendamt nicht eingeschaltet worden? Warum kann sie immer noch nicht lesen? Für die Magie dieser Geschichte sind solch pragmatische Fragen wenig förderlich, denn sie lebt von der Fantasie. Wer „Penelop und der funkenrote Zauber“ und ähnliche Hörbücher mag ist hier goldrichtig und wird sicherlich verzaubert werden.

Märchenhafte Spannung ab 8 Jahren, der meine Tochter gerne 5 von 5 Sternen gibt.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Minus Drei und die wilde Lucy - Die blöde Sache mit dem Ei

Ute Krause , Ute Krause
Fester Einband: 80 Seiten
Erschienen bei cbj, 29.05.2018
ISBN 9783570175347
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Minus Drei ist bekümmert. Eigentlich war sein Leben doch richtig toll, aber nun wird sich alles ändern. Er hat im Schlafzimmer seiner Eltern ein schlecht verstecktes riesiges Ei entdeckt. Niemand redet mit ihm darüber, aber er weiß genau was das bedeutet: Demnächst sind sie nicht mehr zu Dritt! Wie sollen sie denn Familie Drei sein, wenn sie nicht mehr nur Drei sind? Wozu brauchen seine Eltern denn doch ein Kind, wo sie doch schon ihn und Lucy haben? Dann haben die doch gar nicht mehr genug Zeit für ihn. Wo soll das Baby überhaupt hin? In sein Zimmer ganz bestimmt nicht und seine Spielsachen wird er auch nicht hergeben! Minus wird immer trauriger, wenn er darüber nachdenkt und vor lauter Traurigkeit vergisst er ganz mit Lucy zu spielen. Die kann das Trübsal nicht mehr länger mit ansehen und bei der ersten sich ihr bietenden Gelegenheit, ergreift sie die Initiative.

Dies ist bereits der 4. Band der Reihe um Minus Drei und die wilde Lucy, wobei es bereits 5 Bände rund um Minus 3 gibt. Minus Drei und die wilde Lucy ist die Reihe mit mehr Text und immer noch sehr vielen wundervollen Illustrationen der Autorin. Beide Reihen eignen sich bestens zum Vor- und Selberlesen, wobei die Reihe um Minus Drei (natürlich auch mit seinem „Haustier“ dem Urmädchen Lucy) eben für noch jüngere Selbstleser gedacht ist und auch die Konzentrationsspanne beim Zuhören noch kürzer sein kann. Minus Drei ist ein Dinosaurierjunge, der einzige Sohn der Familie Drei und sie leben alle zusammen in Farnheim, einem kleinen Örtchen von dem eine Übersichtskarte im Inneneinband abgedruckt ist. Viele der Nachbar und Freunde der Familie haben auch Haustiere, wenn auch sonst außer Minus einen Ur-Menschen hat. Herr Fossil liebt seinen Tyrannosaurus Rex T.R. über alles und Frau Meso ihren nicht ganz so gut erzogenen Triceratop Topsi.
Diese Reihe hören meine Töchter immer noch sehr gerne, obwohl sie ab 6 Jahren ist. Sie ist einfach witzig und verbirgt immer heimliche Wahrheiten aus dem Kinderalltag. Da meine älteste Tochter sich aber immer über das Foto des Sprechers Andreas Fröhlich beschwert hat (keine Ahnung, was damit sein soll) und meine Nichte (5) abends eines der Bücher vorgelesen war, sind wir nun auf das Buch umgestiegen, da ich die Illustrationen von Ute Krause auch wirklich immer toll finde. Reaktion: Beide Kinder waren empört, daß es kein Hörbuch war! Dennoch, die Illustrationen fanden sie auch richtig klasse und die werden nun auch immer wieder angeschaut, während man die Hörbücher hört. Als Autorin und Illustratorin der Bücher schafft Ute Krause es auch immer wieder, daß die Illustrationen perfekt zum Text passen. So kann man sich die Abenteuer in Farnheim bestens vorstellen!
Die Geschichte ist wirklich ab 6 Jahren, ohne Alterbegrenzung nach oben und wirklich sehr gut geeignet mit altersgemischten Kindergruppen gelesen zu werden bzw. gehört, was sehr praktisch ist, wenn man mehrere Kinder hat eventuell auch zu Besuch.
Man muß kein großer Dinosaurier-Fan sein, um diese Reihe zu lieben. Es schadet aber auch nicht. Wir haben übrigens nicht mit den Bänden 1 der Reihe begonnen, so daß wir aus Erfahrung sagen können, daß ein Quereinstieg durchaus möglich ist. Man sollte nur wissen, daß Haustier Lucy ein Ur-Mensch ist und mit Minus nicht sprechen, sondern nur gestikulieren kann. Ein Umstand, der für Kinder sehr viel leichter zu akzeptieren ist, als für Erwachsene.
Diesmal geht es um das Thema: große Veränderung, ein Geschwisterchen steht ins Haus! Die Frage: wie sage ich es meinem Kinde, scheinen die Eltern Drei ebenso wenig für sich gelöst zu haben, wie Minus diese nagende Eifersucht. Themen, die für Kinder sehr real sind und auch schon oft angesprochen. In diesem Buch allerdings ausgesprochen witzig und spannend. Denn die wilde Lucy ist in der Umsetzung ihres Planes Minus von den Sorgen um das blöde Ei zu befreien außerordentlich gründlich. Wobei die Sorge seiner Eltern um das Ei, Minus erstmals dazu veranlasst, die Angelegenheit mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten: nicht nur, wie fühlt er sich mit der Existenz des Eis, sondern was bedeutet es, und insbesondere sein Verlust, für seine Eltern!
Liebe ist ein Gefühl, das sich vermehrt, wenn man es teilt, das muß letztendlich auch Minus einsehen und mit ihm die jungen Leser oder Zuhörer. Aber bis zu dieser Erkenntnis, hat man schon eine Menge gelacht und mitgefiebert.
Die Schrift ist schön klar und fettgedruckt. Sie ist auch größer und somit auch sehr gut für ältere Vorleser geeignet. Allerdings steht schon recht viel Text auf jeder einzelnen der rund 80 Seiten, so daß ein Selbstleser schon sicher sein sollte und vor allem gerne lesen. Für unsichere und ungeübte Leser, mag es anstrengend und ermüdend zu sein, so viel lesen zu „müssen“ ehe sie umblättern können, diese sollten dann besser zur „Minus-Drei“-Reihe greifen. Aber wer aus dieser schon lesetechnisch herausgewachsen ist, oder gemeinsam mit erfahrenen Lesern liest, der ist hier goldrichtig!
Eigentlich schon das 9. Abenteuer rund um den kleinen Dinosaurier und sein Haustier, die wilde Lucy, aber immer noch ganz ohne Abnutzungserscheinungen. Immer noch witzig und spannend und jederzeit aktuell! Sehr zu empfehlen, nicht nur, wenn man gerade seinem Kind versucht zu erklären, daß ein Geschwisterchen unterwegs ist!
Begeisterte 5 von 5 Sternen.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

Luzifer junior – Teil 4: Der Teufel ist los

Jochen Till , Raimund Frey , Christoph Maria Herbst
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 31.08.2018
ISBN 9783742406590
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Luzi vermisst immer noch seinen Vater, den Chef der Hölle. Außerdem fürchtet er, daß Onkel Gabriel sein Stellvertreter-Höllenjob auf Dauer zu viel wird! Er muss ihn unbedingt wieder finden. Wie gut, daß gerade jetzt der Ober-Tüftler der Hölle, Steven, einen neuen Hinweis hat. Luzifer senior ist in eine Radarfalle geraten, in der Bretagne. Für Luzi steht sofort fest, daß er dorthin muß. Natürlich sind seine Freunde Aaron, Lily und Gustav sofort entschlossen ihn auf der Suche zu begleiten, ebenso wie sein wandlungsfähiger Dämon Cornibus. Doch seine Freunde ausgerechnet vor den Weihnachtstagen von ihren Familien zu trennen erweist sich als komplizierter als Erwartet. Doch wo ein Wille da auch ein Weg und endlich können sie, mit Stevens neuesten Gimmicks ausgestattet, aufbrechen. Allerdings führen in Frankreich nicht alle Wege nach Rom, sondern nach Paris und da wollte Lily ja schon immer mal hin! Auch wenn dort Luzifer sen. nicht zu finden ist, schwelgen sie schon bald in ungeahnten Genüssen, erliegen diversen Missverständniss und lösen so manches Chaos aus. Es beschleicht Lily aber auch ein böser Verdacht: sie werden verfolgt!

Dieser Band bringt uns nun nicht nur Luzis Vater näher, wir kommen auch Lilys rätselhaften Kräften auf die Spur. Das ist ganz schön spannend und befeuert unsere Fantasie schon für die nachfolgenden Bände (wir hoffen, daß doch noch mehr als ein teuflisch guter Band folgen wird!). Außerdem lernen wir die Familien von Aaron, Gustav und Lilys Onkel besser kennen. Aaron ist ja schon auf Grund seines unglaublichen Wissens, seiner Intelligenz und seines Tourette-Syndroms eine Marke. Seine Eltern lieben ihn sehr, haben aber noch immer so ihre Probleme mit seiner Andersartigkeit, im Gegensatz zu seinen Freunden, die ihn so nehmen wie er ist und sich vor allem über seine Stärken freuen. Das ist richtig toll, es macht Kindern aber nicht nur Mut, sondern ist auch ein toller versteckter Appell an die Toleranz oder wie wir Rheinländer sagen: jeder Jäck is anders. Wäre doch auch langweilig, wenn wir alle gleich wären, dann wäre selbst ein Luzi nichts Besonderes mehr. Aber wer mit dem Sohn des Teufels unterwegs ist, der kann sicher sein, sich nicht zu langweilen. Denn trotz seiner Zeit im Internat, ist ihm noch vieles aus der Menschenwelt ganz fremd und Luzis Interpretation unser Welt, ist nicht nur für Kinder lustig. Diese Perspektivwechsel, kombiniert mit den Gepflogenheiten der Unterwelt, sind sehr reizvoll. Es gibt ja inzwischen viele Abenteuer Geschichten mit Helden, der Mythologie... aber Agenten aus der Hölle? Ja, man lernt sich dort unten auszukennen. Ein Onkel von Luzi ist Asrael, der Engel des Todes und als der uns letztens begegnete, rief meine Tochter sofort: Asrael, wie der Onkel von Luzi? Yep! Willkommen in der Hölle. Dem Ort, wo es für jede menschliche Sünde eine eigene passende Strafe gibt und wir lassen uns immer wieder überraschen, welche Gruppen es denn da unten noch so alles gibt, und was sie zur Strafe erleiden müssen. Das ist immer originell und mit Augenzwinkern, aber Vorsicht, Gefahr der mitlachenden autofahrenden Elternteile!

Eins beweist Autor Jochen Till auch in diesem Werk ganz klar: er hat Geschmack! Mit ihm würden wir sofort nach Paris reisen und Eclaris, Crèpes und Pain au Chocolat essen. Diese Tour durch Paris ist nicht nur witzig, sie leistet dem Interesse von Kindern an Land und Sprache sicherlich mehr Vorschub, also so manche geplante Schulaktion. Diese Folge zeugt von der Liebe des Autors für das Land und seine Köstlichkeiten, ebenso wie für seine Skepsis einiger allzu befremdlicher Spezialitäten. Außerdem lernt man einiges über die Sehenswürdigkeiten und seine Funktionen/Besonderheiten, denn Luzi ist ja was Kulturhistorie angeht noch ziemlich unbeleckt. Meine Tochter war total glücklich, mit ihrer 1. Fremdsprache Französisch im Vorteil zu sein (keine Sorge, man versteht die CD aber auch, ohne Französisch-Kenntnisse, es gab bei uns nur einen zusätzlichen Motivationsschub). Dabei ist sein Erzählstil so rasant-witzig, daß man sich fragt, wie man denn beim Lachen noch den Atem anhalten soll.

Christoph Maria Herbst ist eine tolle Wahl für dieses Hörbuch. Seine dämonischen Fähigkeiten hat er ja auf dem Bildschirm schon zur Genüge unter Beweis gestellt, aber er hat auch unweigerliche sprachliche Qualitäten als Portier, Hausmeister, oder Höllen-Agent. Da macht das Zuhören bei seiner Sprachakrobatik richtig Spaß. Trotz aller Rasanz der Handlung, kann man ihr aber auch immer gut folgen.

Eine Reihe, die bei uns ganz heiß begehrt ist, die CDs bei uns aufzutreiben, ist nicht immer so leicht, weil es 3 Zuhörerinnen im Haus gibt, die die Hörbücher über die Räume verteilen. Wir wünschen Jochen Till noch viele höllisch gute Ideen für weitere Bände, denn die vier bisherigen lieben wir!

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Kokosöl

Laura Agar Wilson
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Südwest, 09.10.2017
ISBN 9783517096377
Genre: Sachbücher

Rezension:

Nach dem letzten Alea Aquarius Band war ich überzeugt, wir brauchen mehr Naturkosmetik und die lässt sich sicher nicht immer so kompliziert herstellen, wie früher in der Hobbythek von Jean Pütz. Mit den aktuellen Verteufelungen von Kokosöl, fiel mir dann ein, daß wir ja auch noch ein fast volles Glas Bio-Kokos-Öl haben, dessen Geschmack einer Tochter toller völlig missfiel, der Geruch der anderen Tochter und mir, aber sehr gut. Die Konsistenz ist sehr speziell, daraus lässt sich doch sicher was machen! Und siehe da, wer sucht, der findet, in meinem Fall: „Kokosöl“ von Laura Agar Wilson.

Dieses Buch bietet 200 Kochrezepte und Anwendungstipps für Gesundheit und Schönheit. Das stimmt nicht ganz, es bietet auf Neudeutsch auch Life-Hacks, also Anwendungsgebiete, die mir im Traum nicht eingefallen wären, wie z.B. quietschende Scharniere mit Kokosöl zu schmieren und ähnliches. Man sieht, es dreht sich also nicht alles nur um die orale Anwendung eines Öls mit mehrfach gesättigten Fettsäuren, sondern viele andere Möglichkeiten. Ein Löffelchen Kokosöl hin und wieder, wenn man Kokosnussgeschmack mag, wird einen sicher nicht umbringen, aber es sollte wohl besser nicht das Hauptöl in der Küche verwendet werden. Das Buch gliedert sich daher wie folgt:

Einleitung, Ernährung, Gesundheit, Haushalt, Beauty, Register.

In der Einleitung wird allgemein auf die Eigenschaften und Besonderheiten von Kokosöl eingegangen, das z.B. antibakterielle, entzündungshemmende und pilzhemmende Wirkungen hat. Natürlich ist es auch fettend. Bei oraler Anwendung bevorzuge ich persönlich andere Öle, z.B. für antibakterielles Öl-ziehen (flüssige Öle sind von der Konsistenz her auch besser dazu geeignet, meines Erachtens), aber man kann dieses Öl ja auch hervorragend äußerlich anwenden. Mir persönlich schwebt eine Kombination mit Ringelblume vor, für die ich hier jedoch leider kein Rezept gefunden haben (das nicht bereits fertiges Ringelblumenöl verwendet), vielleicht bietet sich es aus einem Grund nicht an, mir fällt aber kein offensichtlicher ein. Das schöne am Kokosöl ist: es wird in unseren Graden nicht ranzig, wenn man es im Schraubglas im Dunkeln aufhebt. Es gibt z.B. auch einige Einkaufstipps z.B. für Sheabutter, aber leider nicht für Kakaobutter. Beides habe ich persönlich nicht auf Anhieb in der Alnatura-Abteilung von dm gefunden (ich stand etwas unter Zeitdruck, vielleicht gibt es dort ja doch).

Der Ernährungsteil wurde von uns nicht getestet, weil ein Kind den Kokosgeschmack nicht mag. Da es sich um mehrfach gesättigte Fettsäuren handelt, bin ich da nun auch nicht ganz so traurig drüber. Das andere Kind fand allerdings einige der Rezepte, z.B. Pfannkuchen mit Blaubeeren und gerösteten Kokosraspeln sehr verlockend. Die Rezeptauswahl ist auf jeden Fall sehr vielfältig und bunt gemischt.

Der Gesundheitsteil ist für mich nicht ganz offensichtlich vom Beautyteil zu unterscheiden, z.T. überschneidet es sich für meinen Geschmack. Teilweise wird die orale Aufnahme von Kokosöl empfohlen, was ich vermeiden möchte, teilweise sind es aber auch wirklich Kleinigkeiten, die es sich auszuprobieren lohnt: So lässt sich die Ohrmuschel sehr milde mit Kokosöl reinigen, auch bei Haustieren. Es gibt ein einfaches Rezept für Magnesium-Körperbutter, welches insbesondere nach dem Sport hilfreich ist. Das Einreiben mit Kokosöl soll bei juckenden Windpocken, bei Milchschorf oder gereizten Brustwarzen helfen. Das finde ich jetzt nicht unlogisch, kann ich aber gerade nicht ausprobieren. Auch die Hilfe bei frischen Tatoos oder das Rezept für Salben gegen Ekzeme kann ich jetzt gerade nicht testen, aber es ist wirklich eine reichhaltige Einsetzbarkeit zu erkennen, auch für Menschen, die einfach nur ihre Altbestände verbrauchen möchten. Auch das Rezept für eine Creme bei Sonnenbrand und kühlende Aloe-Vera-Kokoscreme klingt interessant. Testen werde ich auf jeden Fall den Peeling-Riegel für raue Haut. Auch im Beautyteil folgen noch andere Peelingrezepturen, was ich deshalb besonders interessant finde, da in konventionellen Peelings meistens Kunststoffmikropartikel verwendet werden, die unsere Umwelt sehr stark belasten, anders als zum Beispiel Kaffeesatz oder Rohzucker als Peelingteilchen. In der Aromatherapie ist Kokosöl eine sehr geeignete Trägersubstanz für aromatische Öle. Daher wird auch dieser Einsatz mit verschiedenen Rezepten angeregt.

Der Haushaltsteil ist der kürzeste Anwendungsbereich, aber auch hier sind der Autorin diverse Möglichkeiten eingefallen wie z.B. zur Holzpflege, Rostentfernung, festsitzenden Ringen oder klemmenden Reißverschlüssen. Neben Einsatzweisen bei Haustieren z.B. für eine Wurmkur oder zur Hufpflege (brauchen wir alles nicht) finde ich allerdings den Einsatz zur Herstellung von Knetmasse und als Mittel gegen Läuse. Ja, da hilft es tatsächlich und die anschließend empfohlene Haarspülung mit Apfelessig-Wasser ist sicher auch ohne vorherige Kopfläuse empfehlenswert. Kokosöl erstickt die Läuse, so daß es auch nicht zu Resistenzbildungen wie bei diversen Mitteln auf Rezept kommen kann.

Mein Lieblingsteil war natürlich der Beautyteil, denn um die Naturkosmetik, aber auch Naturheilmittel ging es mir ja gerade. Als großer Gegner von Treibgasen (meistens geht es auch ganz wundervoll anders, warum also nicht einfach darauf verzichten, wenn es doch unnötig ist!), fand ich die Rezepte für Rasieröl und Rasiercreme toll.

Die Herstellung von Badebomben ist so kinderleicht, daß ich sie sofort mit meiner Jüngsten Tochter ausprobiert habe. Ganz schnell, kinderleicht und eigentlich auch ziemlich sauber, sofern man nachher nicht das Kind unbeaufsichtigt in der Nähe des aushärtenden Kokosöls zurücklässt (unsere Badebomben sind nun besonders reich an natürlichem, getrocknetem Lavendel! Gesichtsmasken, Gesichtsreinigung, Peeling, Creme, Haarspülung, Shampoo, was das Herz begehrt! Die Rezepte beschränken sich auf einige wenige erlesene Zutaten, wobei ich ganz besonders die flüssige Olivenölseife sehr interessant fand. Nach der werde ich nun wirklich aktiv auf die Suche gehen. Oft werden ätherische Öle verwendet, wobei ich dann immer an meine Chemielehrerin denken muss (sie war super, bei ihr habe ich fürs Leben gelernt. Danke!), die vor diesen gerade bei sensiblen Menschen warnte, da sie allergieauslösend sein können, daher sollte man sie im Zweifel weglassen.

Gestaltung: die Gestaltung empfinde ich als sehr ansprechend. Es ist ein handliches, broschiertes Format mit Farbfotos auf jeder Doppelseite. Da die einzelnen Seiten mehrere Rezepte immer mind. 2 aufführen ist nicht jedes Rezept bebildert, dies ist aber auch wirklich nicht immer nötig. Z.T. Dienen sie nur der Anschauung zur besseren Orientierung bei der Durchsicht z. B. Bei der Abbildung einer Frau beim Abschminken, z.T. sind sie aber wirklich auch sehr appetitanregend oder sie machen Lust auf das sofortige Ausprobieren. Da viele Rezepte nur wenige Zutaten benötigen, die man oft auch zu Hause hat oder sich auf Kokosöl an sich beschränken, ist das auch ohne weiteres möglich. Kritische Stimmen fehlen leider, weswegen ich einen Stern abziehe.

Der Stil ist kurz und knapp, schnörkellos, was mir persönlich sehr entgegenkommt.

Fazit: Entgegen des großen YouTube Erfolges einer Professorin, die Kokosöl als reines Gift bezeichnet, gibt es viele interessant und völlig ungefährliche Einsatzmöglichkeiten, die ich gerade im Hinblick auf die rückfettenden Eigenschaften des bei Zimmertemperatur festen Öls bei Menschen mit trockener Haus, sehr attraktiv finde. Ähnlich wie beim Palmöl, dessen Einsatz in Kosmetikartikel aufgrund der riesigen Anbauflächen in tropischen Gebieten, dürfte mein aus Sri Lanka stammendes Bio-Kokosöl ökologisch nun auch nicht unbedingt das gelbe vom Ei sein. Es gilt daher wie bei den meisten Dingen im Leben: man möge es mit Bedacht verwenden und sparsam.

Auch jenseits des Verzehrs ist Kokosöl vielfältig einsetzbar. Wer es aufgrund der aktuellen Diskussion nicht mehr in der Küche verwenden mag, der findet hier jedoch viele unbedenkliche und empfehlenswerte andere Einsatzmöglichkeiten und kauft dann sogar vielleicht, wie ich, noch neues nach.

Ja, ich weiß, Kokosöl enthält vielfach ungesättigte Fettsäuren, dennoch ist es nicht grundsätzlich giftig, sondern hat auch sehr positive Eigenschaften, weshalb ich es mit 4 von 5 Sternen sehr gerne weiterempfehle.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Mein Lotta-Leben. Da lachen ja die Hunde

Alice Pantermüller , Katinka Kultscher
Audio CD
Erschienen bei Jumbo, 22.06.2018
ISBN 9783833739286
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Dies ist nun schon die 14. Episode aus Lottas (6. Klasse), chaotisch-charmantem Leben. In der Schule steht zur Vorbereitung auf die nächstes Jahr beginnenden Praktika, das Thema „Die Berufe der Eltern“ an. Dazu sollen im Rahmen einer Projektwoche die Schüler eine Woche lang die Eltern die sich bereit erklärt haben, an ihren Arbeitsplätzen (auf-/heim-)gesucht werden. Dummerweise haben sich nicht genug Eltern gemeldet, so daß Lottas Vater, ein Grundschullehrer, sich nun doch noch nachträglich gemeldet hat. Wie peinlich! Aber immer noch besser als der Richter-Vater (superlangweilig) von Ober-Lämmer-Girl Berenike, oder Liv-Gretes Hundesalon-Mutter. Spannend versprechen dahingegen der Besuch bei Pauls Mutter auf dem Flughafen zu werden, wo sie als Leiterin der Security arbeitet und natürlich im Tierheim. Dort arbeitet Schulsozialpädagoge Herr Lobelius ehrenamtlich und Lotta und Cheyenne können endlich ihre Lieblingshunde Anton und Kalle in der Schulzeit besuchen! Denn leider wollen ja von beiden Freundinnen die Eltern auf gar keinen Fall den Hunden ein neues zu Hause geben! Die Armen, dabei sind die doch sooooo süß!

Auch nach 13 Folgen ist die 14. richtig turbolent. Wir kennen kennen ja noch nicht alle insbesondere die ersten nicht, aber das macht nichts, macht kommt wirklich schnell rein. Damit das noch besser gelingt, ist im Coverinlet ein witziges Personenverzeichnis und ein Steckbrief von Lotta Petermann (11 Jahre) abgedruckt, gestaltet mit den witzig bunten Kritzel-Zeichnungen von Daniela Kohl, deren Illustrationen die Comic-Buchvorlage so unverwechselbar machen. Die Kenner der Reihe können sich natürlich auf viele bekannte Personen und Stimmen freuen. Diesmal darf man Cheyennes weitere Familie kennenlernen, ihre kleine Schwester ist bei Lottas Papa auf der Schule, Vater Guido bittet zum Besuchswochenende und Oma Ramona treffen sie auf dem Flughafen, denn auch sie arbeitet doch. Auf den ersten Blick, sind sie tatsächlich so, wie man sich die Familie einer Cheyenne vorstellt. Aber wie es so ist im Leben, lohnt es sich, sie nicht alle nach ihrem Äußeren zu beurteilen, sondern sie einfach mal besser kennen zu lernen. Naja, einige zumindest. Mit Cheyenne habe ich mich ja anfangs auch sehr schwer getan, sie ist ja nicht gerade der intellektuelle Typ, aber Lotta stets eine loyale und gute Freundin, was man von den Lämmer-Girls nicht gerade sagen kann. Meine Tochter findet Cheyenne sehr unterhaltsam und lustig und die Hunde Anton und Kalle lieben sie ja auch.
Projektwoche klingt ja eigentlich super, keine Schule, aber natürlich dennoch Hausaufgaben, die Schüler müssen ja Berichte über die kennengelernten Berufe schreiben. Schade, daß bei den Punkten die sie abarbeiten müssen, der Punkt: Ausbild/vorausgesetzter Schulabschluß fehlt, das ist bei unseren Praktikanten nämlich ein durchaus wichtiger Punkt. Einige der vorgestellten Berufe erfordern ein Studium, andere noch nicht einmal eine abgeschlossene Berufsausbildung oder Schulabschluß. Das war so der mütterliche Gedanke, meine Tochter hat es nicht gestört, sie fand es nur tröstlich, daß Lotta und Cheyenne auch solche Aufgaben erledigen müssen. Sehr schön waren die Episoden im Tierheim. Rémy mit seinen Sprachschwierigkeiten sorgt wieder für Erheiterung und Berenike nervt mal wieder.
Lotta ist so herrlich unperfekt und menschlich, das macht sie so liebenswert, sie ist weit davon entfernt perfekt zu sein und hat dennoch ihre feste Clique die wilden Kaninchen und eine liebevolle Familie. Das macht ihre witzig-turbulenten Geschichten zu solchen Erfolgsgaranten. O-Ton meiner Tochter (11): Lotta-Leben ist bei uns total angesagt (es müssen ja in der Schule regelmäßig Buchvorstellungen geübt werden).
Offiziell ist diese Reihe kein Hörspiel, sondern ein Hörerlebnis, mit zahlreichen Sprechern für die einzelnen Personen und ganz vielen z.T. Sehr witzigen Geräuschen. Lotta wird wie immer von der jungen Katinka Kultscher gesprochen, die uns mit ihrer jungen Stimme auch die „Leonie Looping Reihe“ von Cally Stronk versüßt. Zahlreiche namenhafte Sprecher unterstützen sie dabei und machen es zu einem wirklich ganz besonderen Hörerlebnis für Mädchen von 8 – 11 Jahren!

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91 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 65 Rezensionen

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Die Magischen Sechs - Mr Vernons Zauberladen

Neil Patrick Harris , Katrin Segerer , Lissy Marlin , Kyle Hilton
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Egmont Schneiderbuch, 06.09.2018
ISBN 9783505141881
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Carter ist in einem kleinen und gemütlichen Häuschen bei liebevollen Eltern aufgewachsen. Sein Vater hat ihm allerhand Zaubertricks bei gebracht und Carter war glücklich. Bis seine Eltern beide viel zu früh starben und er zu seinem einzigen lebenden Verwandten Onkel Sly kam. Während sein Vater Zaubertricks nutzte, um Menschen zu überraschen und zu erfreuen, nutzt Sly sie zu seinem eigenen Vorteil, um andere übers Ohr zu hauen und sich zu bereichern. Trotzdem sind sie arm und leben auf der Straße, ziehen von Ort zu Ort, von Obdachlosenunterkunft zu Obdachlosenunterkunft. Doch eines Tages geht Onkel Sly zu weit und Carter der inzwischen ca. 12 Jahre alt ist, reißt aus. Im Städtchen Mineral Wells entdeckt er einen Jahrmarkt voll funkelnder Verheißungen, die sich jedoch als genauso falsch erweisen, wie Onkel Sly. Als man ihn zwingen will, sich mit seinen geschickten Händen der Truppe anzuschließen, nimmt er erneut die Beine in die Hand. Im Ortskern trifft er auf eine buntgemischte Truppe Kinder, die sich zum Zaubern und Entfesseln in Mr. Vernons Zauberladen trifft. Zum ersten Mal erlebt er so etwas wie Freundschaft und die Kinder beschließen den Betrügereien des Jahrmarktes ein Ende zu setzen.

Ich war ja anfangs skeptisch. Nur weil jemand als Schauspieler berühmt ist, muß er nicht automatisch gute Kinderbücher schreiben können. Doch die Geschichte klang interessant und das Cover gefiel meinen Kindern, also bekam es eine Chance (ich war ja auch neugierig, schon wegen meiner Vorurteile). Diese Chance hat das Buch mehr als verdient, denn es hat die Kinder und mich von Beginn an in seinen Bann gezogen. Beide drängten mich immer wieder ihnen weiter „Carter“ vorzulesen. Bereits das Inhaltsverzeichnis zu Beginn ist es wert gelesen zu werden, denn es ist witzig kommentiert und weicht deutlich vom üblichen ab. Während des Erzählstrangs gibt es immer wieder kürzere Einschübe mit Gedanken von Carter und detailliert beschriebene Anweisungen für ganz unterschiedliche Zaubertricks, die wir auch schon begonnen haben zu üben. Aber wie Carter immer wieder betont: Das Geheimnis liegt im „üben, üben, üben“! Allerdings nicht nur beim Zaubern ;) Es gibt übrigens Tricks aus ganz verschiedenen Bereichen und am Ende kann man sogar noch geheime Botschaften entschlüsseln. Da mußte ich unbedingt den Spielkarten-Code kopieren, um ihn auch an die Freunde zu verteilen.

Sprachlich lässt es sich wirklich sehr gut auch vorlesen. Die Sprache ist sehr flüssig und durch die direkte Ansprache des Lesers, in der dieser in die Geschichte eingebunden wird, kann man auch wirklich gut seine Zuhörer ansprechen und so sprachlich fesseln. Keine sprachlichen Stolpersteine, allerdings merkt man bisweilen, daß der Text im Original aus dem Amerikanischen kommt, weil das Leben dort etwas anders ist. Schön ist aber, daß das Abenteuer in keiner besonderen Zeit spielt, außer definitiv nach dem großen Börsencrash, aber es kommen keine Handies oder technischen Spielereien vor, an denen man das Jahrzehnt festmachen könnte. Es ist eine Geschichte, spannend, witzig, analog, denn auch Freundschaft, wie diese jungen Zauberkünstler sie erleben, ist analog und magisch zugleich. Die Kinder die Carter trifft sind alle sehr ungewöhnlich und werden wegen ihres Faibles für's Zaubern, Entfesseln, Verschwindenlassen etc. von Gleichaltrigen als Freaks wahrgenommen. Aber untereinander, sind sie ganz normal, na ja, fast, sie können halt einiges besser als andere. Dabei ist Theo schwarz und sehr musikalisch, aber seine Hautfarbe ist nie ein Thema und er scheint interessanterweise aus der wohlhabendsten Familie zu stammen. Leila ist ein Waisenkind mit zwei Vätern, Ridley sitzt im Rollstuhl und ist sehr misstrauisch, während Olly und Izzy, die im Hotel aufwachsen, Zwillinge mit eigener Showeinlage sind. Dies ist der erste Band einer auf vier Bände angelegten Reihe. Bis Izzy und Olly zu der buntgemischten Truppe stoßen dauert es in diesem Band eine ganze Weile und wir haben daher relativ lange über den Titel nachgedacht und immer wieder die Kinder auf dem Cover durchgezählt... und endlich betraten sie dann gegen Ende der Geschichte die Bühne!

Ach ja, Autor Neil Patrickk Harris (bekannter als Barney Stinson aus „How I met your mother“) ist selbst Vater von Zwillingen und Zauberer. Er war von 2011 bis 2014 Präsident der Academy of Magical Arts.

Die ausdrucksstarken Illustrationen, sowie das Cover mit Spot- und Relieflack stammen von Lissy Marlin und haben beide Töchter direkt angesprochen.

Bis zum Erscheinen der nächsten Bände werden wir noch fleißig weiter üben, denn wir wollen alle 3 unbedingt wissen, wie es mit Carter und seinen Freunden weitergeht. Die Kinder fanden die Geschichte sehr spannend, witzig und auch emotional. Definitiv für Jungen und Mädchen ab 9 Jahren geeignet. Sie haben das Buch geliebt (Mama, wie lange dauert es noch bis zum nächsten Band?) und geben daher einstimmig 5 von 5 Sternen.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Lilo auf Löwenstein - Nichts für Feiglinge

Mara Andeck , Eleni Livanios
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Boje, 23.02.2018
ISBN 9783414825032
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Dies ist der dritte und leider letzte Band der Lilo auf Löwenstein-Reihe, die meine beiden Töchter lieben. Noch sind Sommerferien und die Kinder der Familien Lorenz und Chevalier haben sich gut auf Schloss Löwenstein eingelebt. Mittlerweile ist auch die Familie von Papas altem Freund Fred ständig zu Gast, so daß David fast auch schon dort lebt. Zusammen mit dem Enkelsohn, des menschenscheuen Grafen, Golo sind sie inzwischen ein eingespieltes Team, eine richtige Bande mit Bandengeheimnis. Denn noch immer haben die Kinder nicht herausgefunden, wie man die geheime Tür im alten Speicherschrank öffnet, um in das verborgene Zimmer zu gelangen. Sie sind fest überzeugt, daß darin ein Schatz verborgen sein muss, den sie dem Grafen aber lieber verheimlichen. Als dann aber ein Sturm das alte Schlossdach so stark beschädigt, daß der Graf eine Reparatur nicht mehr bezahlen kann, kommen sie ins Grübeln, ob sie ihn nicht doch besser einweihen sollen. Noch während sie nachdenken, spitzt sich die Lage zu, als sie ein Gespräch belauschen, das nicht für ihre Ohren bestimmt ist. Schloss Löwenstein ist in ernsthafter Gefahr und es sieht so aus, als ob nur sie den Erhalt des Schlosses im Familienbesitz retten könnten.

Dieser Band rundet die Triologie für uns voll zufriedenstellend ab (auch wenn meine Töchter gerne noch weitere Bände lesen würden). Endlich wird das Geheimnis gelüftet und es ist völlig anders, als es die Leser erwarten. Meine Große, die das Buch als erste las, musste sich wirklich zusammenreißen uns nicht zu verraten, was die Löwenbande denn dort entdeckt hat. Neben dem großen Schlossgeheimnis und der sich anbahnenden Gefahr lernen wir nach Golo, nun auch Graf Benno von einer ganz anderen, persönlichen Seite kennen. Die Kinder staunen Bauklötze, als er ihnen von seiner Kindheit erzählt. Sie wußten ja, daß Kinder es früher oft schwer hatten, aber wenn man weiß wie ein Mensch aufwächst, kann man ihn auch oft viel besser verstehen und besser leiden, stellen sie fest. Eine sehr schöne Einsicht.
Lilo auf Löwenstein bannt zwischen zwei Buchdeckeln Kinderträume von abenteuerlichen Ferien, Banden und echter Freundschaft, die durch dick und dünn geht. Aufgelockert wird dies alles natürlich wieder durch die wunderbar anschaulichen Zeichnungen von Eleni Livanios. Denn sie muß Lilos Erklärungen (z.B. zu den verschiedenen Schloßbewohnern und ihren Beziehungen untereinander) und Ideen bildlich darstellen, so wie Lilo auch gerne ihre Gefühle als Feelies, als Tonaufnahmen von ihren sprachlich ausgedrückten Gefühlen auf ihrem Handy, ausdrückt. Anders als die zweifarbigen Illustrationen, sind die geschriebenen Listen & Regeln dreifarbig in schwarz, weiß und grün, während die Feelies in grüner Handschrift gedruckt sind. Diese Darstellungen finden beide toll, weil sie sehr anschaulich sind und die Zeichnungen aussehen, als hätten sie wirklich Lilo und Anni gezeichnet. Wunderbar kindgerecht gemacht. Das Highlight für meine Jüngste war allerdings eine zu entziffernde Geheimschrift, die zu entknobeln ihr richtig Spaß macht.

Sprachlich kommt Mara Andeck einer Romanerzählung aus Sicht zweier Elfjähriger sehr nahe, allerdings ohne so viele Wiederholungen im Ausdruck, wie es wohl Kinder machen würden. Der Spaßfaktor wird durch diesen Eindruck aber noch weiter erhöht.

Das Schriftbild ist sehr angenehm groß mit relativ großem Zeilenabstand, so daß auch Kinder, denen das Lesen optisch noch etwas Probleme bereitet, es leichter haben, sich nicht in den Zeilen zu irren. Es ist schon wie ein richtiges Buch, aber eben durch den Zeilenabstand optisch sehr entspannt. Meine Kinder lehnen Bücher nämlich gerne ab, bei denen ihnen das Druckbild unangenehm ist. Ab 8 Jahren ist dieses Buch daher optimal lesbar, weshalb es sich meine Jüngste zur Kommunion gewünscht hat.

Eine ganz tolle, nicht ganz so mädchenhafte, Mädchenbuch-Reihe, die aber nun leider abgeschlossen ist (auserzählt, wie die Autorin sicher einwenden würde). Wir lieben die Reihe 5 von 5 Sternen.

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