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2 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der große Lord

Raymond A. Scofield , Theresia Singer , Louis F. Thiele
Audio CD
Erschienen bei Headroom Sound Production, 14.08.2017
ISBN 9783942175944
Genre: Kinderbuch

Rezension:

An Heiligabend erscheint in Erleboro auf der Polizeiwache ein junger Mann und verlangt festgenommen zu werden, da er Lord Fauntleroy erschossen habe! Der diensthabende Wachtmeister Paddock ist ganz erstaunt und hört sich mit immer größerem Interesse die Geschichte an, die der junge Mann zu erzählen hat. Als Achtjähriger kam er mit seiner Mutter aus Amerika und war für kurze Zeit Cedric, der junge Lord Fauntleroy, bis es zu einem fatalen Unfall kam, den Anwalt Mr. Havisham ihnen als Mord ins Gewissen redete. Er gab vor, ihnen helfen zu wollen und so übergab er Cedric einem Slumlord und hieß von nun an Tom Tipton und seine geliebt Mutter blieb in der Hand des skrupellosen Anwalts zurück. Doch die Unbekümmertheit des kleinen Lords und sein gutes Herz lassen ihn auch in den Slums gute Freunde finden und als das Schicksal ihn nach Windsor Castle führt, nimmt sein offenes Wesen auch dort die Herzen der Damen für sich ein!
Der Beginn der Geschichte, der Wandel des wohlwollenden Anwalts zum fiesen Schurken, ist für mich nicht ganz so nachvollziehbar. Cedrics Leben in den Slums hingegen sehr realistisch, man wird unwillkürlich an Oliver Twist erinnert. So trifft Cedric wie auch Oliver immer wieder auf gute Menschen, doch Slumlord Charlie Froggat, hält ihn fest in seinen Fängen und will ihn zu immer schändlicheren Machenschaften heran ziehen und sogar seine eigene liebenswerte Großtante Lady Constantina bestehlen. Doch schafft Cedric es mit seinem guten Herzen ein gutes Ende zu finden. Dieses gute Ende, läßt jedoch sehr lange auf sich warten, was es für mich ein wenig abschwächt. Seine unfreiwillige Trennung von seiner Mutter und seiner übrigen Familie dauert so lange, es ist unwiederbringlich verlorene Lebenszeit, die sich nicht nachholen lässt, vor allem nicht für seine Mutter.
Oft habe ich bei Hörspielen das Problem, daß ich der Handlung nicht folgen kann, weil ich die Stimmen nicht schnell genug auseinander halten kann. Dieses Problem stellt sich hier nicht. Die Stimmen sind sehr angenehm, gut verständlich und unterscheidbar. Aber auch zwischen den Dialogen werden genügend Hinweise gestreut, daß man immer genau weiß, was gerade passiert und wer gerade spricht. Dass keine total bekannten Stimmen mitsprechen finde ich eigentlich ganz angenehm, so wird man weniger abgelenkt und es sticht kein einzelner heraus. Auch unangenehme Lautstärkeschwankungen konnte ich nicht feststellen. Die Verständlichkeit der Produktion ist ausgezeichnet.
Dieses Hörspiel entstammt dem WDR-Hörfunk-Programm und wurde an zwei Sendeterminen ausgestrahlt, so daß beide Tonträger gleich lang besprochen sind und CD 2 noch einmal mit einer kurzen Zusammenfassung des bisher erlebten beginnt. Eigentlich sehr komfortabel.
Hörspiele haben es so an sich, daß sie den ursprünglichen Text stark verkürzen und ich fürchte, dies ist der Grund dafür, daß ich einige Entwicklungen der Geschichte als etwas zu schnell empfinde. Da dies aber nun ein Charakteristikum eines Hörspiels ist, ziehe ich hierfür nur einen Stern ab.
Die Klapphülle ist ebenso wie die Tonträger sehr liebevoll und weihnachtlich gestaltet. Sämtliche Sprecher und ihre Rollen sind aufgelistet.
Für mich eine schöne stimmungsvolle Fortsetzung des kleinen Lords. Nicht ganz perfekt, aber schon schön. Zuerst hatte ich so meine Zweifel, ob es so passend für Hörer ab 8 Jahren sei, zu hören wie Cedric in den Slums zu einem Trickbetrüger ausgebildet werden soll, doch auf Grund der weiteren Entwicklung kann man das Hörspiel durchaus ab 8 Jahren empfehlen.
Lord Fauntleroy gehört einfach zu Weihnachten und ich habe mich sehr über die Fortsetzung gefreut und so geben wir trotz der Schwächen noch gute 4 von 5 Sternen.

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Ein Dings namens Schröder

Hartmut El Kurdi , Marine Ludin
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei TULIPAN VERLAG , 24.07.2017
ISBN 9783864293580
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Dies ist eine ungewöhnliche Weihnachtsgeschichte, auch wenn der Titel es nicht vermuten läßt!
Es ist Heiligabend, das Fest der Liebe und der Versöhnung steht vor der Tür. Aber leider nicht bei Lilly! Ihre Eltern streiten sich wie die Kesselflicker, über den krummen Baum, das Essen und überhaupt und sowieso. Manchmal brauchen Paare ja keinen Grund zum Streiten. Für die Kinder ist es dennoch entsetzlich und so rettet sich Lilly schnell auf den Hof, denn sie ahnt, daß es mit dem Eintreffen der Omas noch schlimmer werden wird! Auf dem Hof trifft sie ihren muslimischen Freund Karim, der auch so gerne einen Weihnachtsbaum hätte, aber nicht darf. Um sich von ihrem Kummer abzulenken unternehmen sie ein Wettretten. Dummerweise kommt es dabei zu einem Unfall mit einer Rollerfahrerin im weißen Overall und mit wilden blonden Locken, die anschließend ihr Gedächtnis verloren hat. Dieser wie vom Himmel gefallene Engel beschließt einfach Lilly nach Hause zu begleiten, sie hat da so ein Gefühl, so wie sie meint Schröder zu heißen und ein Dings zu sein. Dieser etwas schräge Engel sorgt für das schönste Weihnachtsfest für Lilly und irgendwie auch für Karim.
Dieses Buch ist wirklich sehr ungewöhnlich, denn es beginnt mit Zank und Streit. Aber es behandelt aber viele wirklich aktuelle Themen für Kinder, mit sehr viel Humor und Einfühlungsvermögen! So hätte Karim gerne einen Weihnachtsbaum, einfach weil er ihn so schön findet und das ohne sich von seiner Herkunft und seiner Religion distanzieren zu wollen. Das geht vielen Kinder von Migranten, überall auf der Welt so. Lilly hingegen wünscht sich vor allem, daß ihre Familie endlich mal aufhört zu streiten, auch das ist leider Alltag. Ebenso die die verwirrte Omi und die herrische Oma, die noch zusätzlich die schlechte Stimmung anheizen, obwohl doch alles so schön sein könnte, mit etwas Geduld und Toleranz. Die Hauptsache ist es doch, daß man sich liebt, den Rest bekommt man dann auch schon hin. Eine wichtige Erkenntnis, die im Alltag leider viel zu oft untergeht und in Nichtigkeiten ertrinkt. Manchmal kommt das Glück wie hier unverhofft und unangemeldet, es drängt sich einfach hinein und dann sollten wir es zulassen, uns darüber freuen und mit ihm lachen. Dass ein Engel einfach nur Schröder heißt und Motorrad fährt, ist für Kinder ein Riesenspaß!
Es ist ein wunderbar warmherziges und lustiges Buch, trotz des Familienzanks. Man sollte es selbst lesen oder vorlesen, um es sich besser vorstellen zu können und wird dabei durch viele farbenfrohe, fröhliche Bilder von Marine Ludin noch belohnt.
Diese Weihnachtsgeschichte kommt aus der Tulipan Reihe: Kleiner Roman, der sicheren Leseanfängern mit längeren Geschichten ein Erfolgserlebnis vermittelt, daß sie es schon geschafft haben, einen ganzen Roman alleine zu lesen! Dies ist eine schöne Idee, da jeder kleine Leser anders ist. Einige brauchen ganz kurze Sätze und wenig Text pro Seite, an diese richtet sich die Tulipan ABC Reihe, dass seine Geschichte nach Lesekompetenzstufen, statt nach Alter einteilt und diese Reihe ist eben für die besonders engagierten Jungleser! Dennoch ist das Vorlesen dieses Buches gerade in der Weihnachtszeit nicht verboten und macht auch gerade Eltern Spaß!

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Blutzeuge

Tess Gerritsen , Andreas Jäger , Tanja Geke , Britta Steffenhagen
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 20.11.2017
ISBN 9783837139716
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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24 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

wermaus, kinderbuch, goldenes kalb, mut, tiere

Kalli Wermaus

I. L. Krauß
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 25.10.2016
ISBN 9783741293245
Genre: Kinderbuch

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14 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

phantasie, weihnachtsmann, weihnachten, wichtel, weihnachtosaurus

Der Weihnachtosaurus

Tom Fletcher , Franziska Gehm , Simon Jäger
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 13.10.2017
ISBN 9783742402394
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Auch wenn auf dem Cover ein süßer Saurier ist,  ist dies keine Weihnachtsgeschichte für Kleinkinder!

Der kleine William Trudel ist ein glückliches Kind, auch wenn seine Mutter vor Jahren bei einem Autounfall ums Leben kam und er nun alleine mit seinem Vater in einem windschiefen Haus in London in bescheidenen Verhältnissen lebt. Er hat Freunde, sein Vater ist der Weltgrößte Weihnachtsfan und er der weltgrößte Dinosaurier Fan. Als sich sein Leben 3 Jahre später zum Schlechten gewandelt hat, weil die fiese Brenda Pein ihm nun an der Schule das Leben zur Hölle macht und er erstmals wahrnimmt, wie traurig sein Vater aussieht, gibt dieser ihm für seinen Weihnachtswunsch einen Rat: er solle sich das wünschen, was er am liebsten hätte, erst durch den Glauben werden Wünsche wahr! Also wünscht er sich einen Dinosaurier!

Der Weihnachtsann ist bei dem Wunsch etwas ratlos, einen echten Dinosaurier wird sich der kleine William Trudel in seinem Rollstuhl wohl kaum wünschen, aber was will er dann für einen? Wie gut, daß die Wichtel ein Dinosaurier-Ei im ewigen Nordpol-Eis gefunden haben, das der Weihnachtsmann mit seinem gigantischen Po ausgebrütet hat. Die perfekte Vorlage für einen Kuscheldino. Doch bei der Geschenkübergabe kommt alles anders, denn ein böser Jäger hat es auf die magischen, fliegenden Rentiere des Weihnachtsmannes abgesehen. Eine magische, aberwitzige und spannende Jagd beginnt!

Diese Geschichte steht in der britischen Erzähltradition von C.S. Lewis und J.K. Rowling. Fantastisch, abenteuerlich und sehr spannend. Die Weihnachtswichtel sprechen bzw. singen ausschließlich in Reimen, bei deren Übersetzung es des ganzen Sprachgefühls von Franziska Gehm bedurfte, diese bisweilen recht umfangreichen Botschaften in sinnvolle Reime zu verpacken. Alle Achtung für diese Leistung, ein wenig eigen wirken sie trotzdem. Beim Kürzen des Buches, sind auch einige dieser Wichtelreime entfallen. Das finde ich sogar ganz gut, da die Wichtel oft gemeinsam sprechen. Das liest sich völlig unproblematisch, aber das akustisch umzusetzen ist nicht so ohne. Der Audio Verlag nahm hierfür extra weitere Wichtelsprecher mit auf. Das klingt zwar sehr süß, wenn man wie ich es aber leise zum Einschlafen hört, finde ich es schwer verständlich, weil mehrere zarte Stimmen übereinander gelegt worden zu sein scheinen.

Neben den Wichteln gibt es natürlich noch die Hauptstimme von Simon Jäger. Mich hat er anfangs etwas an die Synchronstimme von Tom Hanks erinnert, aber das hat sich gegeben. Ich finde seine Stimme sehr angenehm, weniger allerdings in seiner Tonlage des Vaters. Als Engländer ist er ein recht junger Vater und ich finde, daß er einfach zu alt und schrullig als Vater klingt. Die übrigen Stimmfarben von Simon Jäger finde ich allerdings sehr gelungen. Meine Jüngste 8 Jahre fand ihn auch sehr gut, die Große 10 Jahre, war mit ihm nicht zufrieden. Das dürfte am Alter liegen, ich habe oft den Verdacht, daß Sprecher mehr Gnade in ihren Ohren finden würden, wenn man kein Bild von ihnen abdrucken würde, dabei ist Simon Jäger optisch nicht zu beanstanden, sieht aber schon älter aus als 10 oder 12. Was sie allerdings wirklich störte, war daß in der Hörbuchfassung, das fiese Mädchen „Pein“ auf Deutsch ausgesprochen wurde, während ich mir die Freiheit genommen hatte sie englisch „Pain“ zu taufen und die Bedeutung  als Schmerz zu erklären. Daß die Hörfassung von meiner dichterischen Freiheit abwich, fand sie nicht gut, vor allem weil das gute alte Wort „Pein“ Kindern heute wohl kein Begriff mehr ist. Sehr gelungen finde ich hingegen die Musikeinspielungen, die wirklich sehr atmosphärisch geglückt sind. Ebenfalls toll ist die Umsetzung der wunderbaren Zeichnungen auf Cover und Tonträger. Die Illustrationen von Shane Devries sind wirklich ganz hinreißend und so gefällt es mir umso besser, daß die Zeichnungen von der Nordpolranch auf dem Klappcover abgebildet sind.

Meine Kinder waren von dieser Geschichte ganz verzaubert und so widersprüchlich die Begriffe Weihnachten und Dinosaurier auch zu sein scheinen, es passt eigentlich schon gut zusammen, denn neben aller Magie und Fantasy geht es auch um weihnachtliche Botschaften wie Versöhnung, die Macht der Liebe und des Glaubens. „Wichtig ist allein, dass das, was immer du auch glaubst, dich zu einem glücklicheren, besseren Menschen macht.“ Es hat bei Ihnen echte Emotionen hervorgerufen, sie haben an den passenden Stellen gelacht und Tränen verdrückt. Meinen Mann hat es auch sehr begeistert, daß Williams sehnlichster Wunsch es nicht war, wieder laufen zu können, denn solange er Freunde hatte, hat ihn sein Rolli nicht weiter gestört, denn er war voll in die Klasse integriert. Ein wirklich schöner Punkt ist in dieser Geschichte, daß für William weder sein Rolli, noch seine kraftlosen Beine ein Problem sind, das Problem ist Brenda, die die anderen, die zuvor seine Freunde waren, gegen ihn aufbringt und ihn aufzieht.

Bei Online Buchhändlern lese ich immer schlechte Kritiken, wenn ein Weihnachtsbuch keine 24. Kapitel hat. Hat dieses Buch wirklich nicht. Ich habe auch so meine Zweifel, dass es die meisten Vorleser schaffen würden, dieses Buch an 24 Tagen in einheitlich langen „Portionen“ vorzulesen, selbst das gekürzte Hörbuch kommt auf deutlich mehr Kapitel. Es muss auch einfach mal schöne Weihnachtsgeschichten geben. Diese Geschichte ist richtig magisch und voller Poesie, die zwischen den Zeilen steckt, von daher haben wir uns nachdem ich das Buch vorgelesen habe, entschieden, daß wir dringend das Hörbuch brauchen, weil ich das Buch sicher nur einmal vorlese, die Kinder diese Geschichte aber öfter hören wollen.

Dieses Buch ist für Jungen und Mädchen die die Narnia-Chroniken oder Harry Potter lieben gleichermaßen geeignet, also ab 8 Jahren.

Allerdings: Ja, es geht um Verzeihung und Versöhnung, aber nicht im Hinblick auf den Bösewicht! Dessen Ende hat mir in einer weihnachtlichen Kindergeschichte ab 8 Jahren nicht gefallen. Ich kann ja mit Weihnachtsdinos um Gottes Willen leben, aber das Schicksal des Schurken war mir wirklich zu unweihnachtlich. Irgendwo ist dann meine Grenze überschritten und so gibt es trotz der totalen Begeisterung meiner Töchter und meines Mannes „nur“ gute 4 von 5 Sternen.

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weihnachten, familie, wellensittich, tradition, christbaum

Wer hustet da im Weihnachtsbaum?

Sabine Ludwig , Ute Krause , any.way , Barbara Hanke
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.11.2012
ISBN 9783499216527
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Dies ist kein Adventskalenderbuch, sondern einfach eine sehr witzige, kurze Weihnachtsgeschichte, mit tollen Illustrationen!

Alle Jahre wieder kommt Großtante Traudl am zweiten Weihnachtsfeiertag zu Besuch und extra für sie, gibt es Gans mit Rotkohl und Kartoffelknödeln, obwohl niemand in der Familie Gans mag. Aber Mama möchte doch so gerne später mal Tante Traudl Biedermeier-Kommode bekommen! Und Hannes möchte nichts lieber als ein Haustier, darf aber keines haben, weil sie zu viel Dreck machen. Doch dieses Jahr ist alles anders: Tante Traudl liegt mit Grippe im Bett! Als der Opa seines besten Freundes ins Heim kommt, darf der seinen sprechenden Wellensittich Bubi nicht mitnehmen. Seine Tochter ist jedoch gegen Federn allergisch und nun sucht der Vogel samt Käfig ein neues zu Hause. Da muß Hannes einfach zugreifen! Bis er Mama so weit hat, will er Bubi in der Wohnung von Nachbarin Frau Moll unterbringen, deren Blumen er gießen soll, während sie verreist ist. Dumm nur, daß seine kleine Schwester und der misstrauische Vermieter ständig hinter ihm her schnüffeln. Luzie ist erst in der 1. Klasse und verplappert sich ständig. Das chaotischste und aufregendste Weihnachten aller Zeiten steht vor der Tür!

Dieses Buch hat 123 Seiten und ist herrlich farbig illustriert von Ute Krause. Auch wenn sie das Buch nicht selbst geschrieben hat: sie legt wirklich Wert aufs Detail! Sie kennt den Text wirklich, denn die Illustrationen sind haargenau auf den Text abgestimmt, das weiß ich richtig zu schätzen! Und die Leser ab 8 Jahren sicher auch, die selbst als Lesemuffel diese Geschichte innerhalb der Weihnachtszeit schaffen können. Allerdings empfinde ich die Schrift für dieses Alter als schon etwas klein.

In diesem Buch lernen wir eine ganz normale Familie kennen. Keine Fantasy-Elemente, keine Magie, keine Vorzeigekinder. Da gibt es Zank und Streit und die Kinder sagen nicht die Wahrheit. Die Erwachsenen machen es ihnen aber auch nicht leicht! Es ist einfach herrlich witzig, wie aus alltäglichen Situationen solche Missverständnisse und Chaos entstehen können. Sabine Ludwig hat einfach ein Auge für Alltagskomik, die uns wirklich laut hat los lachen lassen. In ganz vielen Punkten erkennen sich sämtliche Familienmitglieder wieder, aber durch die Schilderungen, schafft Sabine Ludwig es, daß wir quasi über uns selbst lachen. Auch bei uns dürfen die Kinder eigentlich kein Haustier haben, denn Chaos können wir auch ohne Tier…. Aber dann haben sich die Kinder eine streunende Katze angelacht…

Immer wieder ist man gespannt, wann denn der ewig lauernde Vermieter Herr Dobelmann wieder auftaucht und schnüffelt, oder Luzie ihren nächsten Erpressungsversuch startet. Jaaaaa, vorbildlich geht anders, aber real ist es schon und es ist ja noch nicht aller Tage Abend!

Die Geschichte hat meinen Kindern und mir richtig gut gefallen! Meine Jüngste wollte sie im Anschluß direkt noch mal alleine, für sich lesen, weil es so witzig ist. Geschichten brauchen oft kein großes Brimborium (oder Gedöns wie wir Rheinländer sagen), der Witz liegt oft im Detail und als ich unseren Weihnachtsbaum kaufte und in den Christbaumständer zwängte, mußte ich einfach grinsen, weil ich an Vater Trautwein denken musste…

Einfach herrlich, da hätte Loriot sicher seine Freude dran gehabt und Familie Hoppenstedt hätte mitgefeiert!

5 von 5 Sternen!

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

kinderbuch, ab 8 jahren, hörbuch, jumbo verla, klaus-peter wol

Die Nordseedetektive [5]

Klaus-Peter Wolf , Bettina Göschl , Robert Missler
Audio CD
Erschienen bei Jumbo, 10.02.2017
ISBN 9783833736841
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Hinter den Nordseedetektiven versteckt sich Familie Jansen, die von ihrem Onkel dem Meisterdetektiv Theodor C. Janssen eine alte Villa hinterm Deich mit eingerichtetem Detektivbüro geerbt hat. Mutter Sarah ist Sängerin und Schauspielerin und Vater Mick träumt von seinem großen Durchbruch als Schriftsteller und lebt bisweilen in seiner eigenen Welt. Die Kinder Lukas und Emma, stehen jedoch mit beiden Beinen auf dem Boden und nutzen nur allzu gerne die Hinterlassenschaften ihres Erbonkels zur Lösung ihrer eigenen Fälle.
Ein heftiger Sturm tobt über der Nordsee und verschont auch die alte Villa der Familie Janssen, direkt hinterm Deich, nicht. Während zu Hause die zerbrochenen Scheiben repariert werden, zieht es Emma und Lukas an die See. Was mag der Sturm wohl angeschwemmt haben? Auch wenn Lukas Emma vor den Gefahren der Priele warnt, stürzt er sich hinein, da seine Schwester doch eine uralte geheimnisvolle Flasche entdeckt haben.
Das Chaos der Flut haben die Ganoven Lang und Finger jedoch zur Flucht aus dem Gefängnis genutzt, in das sie dank Lukas und Emma gesperrt wurden. Nun sinnen sie auf Rache, werden aber auch von einem durch den Sturm angespültes Schiffswrack magisch angezogen. Dort machen auch sie eine geheimnisvolle Entdeckung.
Die CD beginnt mit dem anfangs geflüsterten Nordseedetektive-Lied gesungen von Bettina Göschl und Matthias-Meyer Göllner in Akustikversion. Das Flüstern hatte mich zuerst irritiert, aber nach mehrmaligem Hören ging mir das Lied mit Gitarrenbegleitung nicht mehr aus dem Ohr. Meinen Töchtern gefiel es auch.
Neben der Detektivgeschichte, die wirklich altersgerechte Spannung aufbaut und erfreulicher Weise die Festnahme der Polizei überlässt, vermitteln die Nordseedetektive nebenbei jede Menge Nordsee- und Detektivwissen. Neben der Gefahr durch Stürme an der See und den Prielen, Plastikmüll im Meer, sowie versunkenen Schiffen, erfahren wir einiges über Geheimschriften. Im Booklet das beiliegt, sind unter den gezeichneten Portraits der Familienmitglieder wichtige Detektiv Utensilien abgebildet. Außerdem sind im Booklet eine vollständige Trackliste, Fotos der Autoren und des Sprechers mit Kurzvita und sämtliche Bücher und Hörbücher der Nordseedetektive abgebildet. Unter dem Tonträger findet sich noch eine weitere Illustration, von dem gestrandeten Schiffswrack.
Meine Tochter (10) mag vor allem die schlauen und logisch denkenden Kinder, während die Eltern eher Lebenskünstler sind, besonders Vater Mick, der auch schon mal gerne sein Krabbenrührei anbrennen lässt, während er von seinen Träumen schwärmt. Auch die Gauner Lang und Finger fand sie lustig. Mich erinnerten sie sehr an Hinky und Pinky von Bibi Blocksberg, die ich ja auch mag, aber die Parallele fand ich schon sehr auffällig, schließlich ist Bibi ein Klassiker.
Robert Missler ist für meine Tochter der Größte und so ziemlich der einzige Sprecher, bei dem es ihr völlig egal ist, wie sein Foto aussehen mag (für vorpubertierende Kinder mag es ansonsten besser sein, die Sprecher ohne Foto abzubilden, die können an jedem Bild etwas aussetzen). Da es ihr absoluter Lieblingssprecher ist, auch wenn inzwischen auch andere Gnade vor ihrem Ohr gefunden habe, erübrigt sich jeder Kommentar zu seiner Sprechkunst. Nein, sie meint, ich solle schreiben, daß er das Hörbuch sehr witzig spricht.
Mir gefallen die wirklich logisch aufgebaute Geschichte und die sensibel pädagogischen Inhalte. Krumme Touren lohnen sich nicht und sind kein Beruf, Ehrlichkeit zahlt sich aus. Die Kinder sind hier auch keine Superhelden, sondern einfach sympathisch und clever. Auch mit dem fünften Band kann man wirklich gut in die Reihe einsteigen, die man sicherlich auch in ungeordneter Reihenfolge hören kann.
Uns hat das Hörbuch richtig gut gefallen und wir empfehlen es sehr gerne mit 4 von 5 Sternen weiter.

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kinderbuch, freundschaft & familie

Fünf Wunder für den Weihnachtsmann

Rüdiger Bertram , Heribert Schulmeyer
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.07.2014
ISBN 9783473525171
Genre: Kinderbuch

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

michael koglin, london, zeitreise

Ein Pony für den König

Michael Koglin , Fréderic Bertrand
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Egmont Schneiderbuch, 05.10.2017
ISBN 9783505139550
Genre: Kinderbuch

Rezension:



Was bisher geschah: Lias Opa ist der verkannte Professor
Tempus, dem es nach vielen Jahren endlich gelungen ist, eine Zeitmaschine zu
bauen. Zu dumm nur, daß er den Sicherungshebel vergessen hat umzulegen und so
ist die Zeitmaschine ganz alleine durch die Zeit gereist und hat von jeder
Reise ein Tier mitgebracht. Nun stehen auf der kleinen Koppel von Professor
Tempus kleinem Bauernhof jede Menge Tiere, die für die Zeitgeschichte von
fundamentaler Bedeutung sind: Katze, Pony, Rabe, Dino…. Um die Zeitachse wieder
ins Lot zu bringen, müssen Lia, ihr Opa und dessen Hund Madame Curie, genannt
Curry, alle Tiere wieder zurück bringen.



Kaum sind sie von ihrem Ägyptenabteuer zurück, schon knurrt
Curry wieder der Magen. Doch zum Futtern ist gerade keine Zeit, das Pony muß
unbedingt ins 12. Jahrhundert nach England an den Hof von Prinz Löwenherz
zurück gebracht werden. Sollten sie das nicht schaffen verliert der gute Prinz
das Turnier gegen den fiesen Ritter Eisenblatt und er wird niemals König!
Unvorstellbar, was das für Konsequenzen für die späteren Zeiten hätte. Doch wie
sollen sie das Pony zurück bringen und wofür ist es so wichtig? Kaum sind die 3
im mittelalterlichen London angekommen, treffen sie den Knappen des Prinzen
Casper, der schon verzweifelt nach dem Pony sucht. Wer glaubt, daß nun alles
ganz einfach wäre, der irrt! Nun fängt die Aufregung erst an!



Sehr witzig an dieser Zeitreisereihe ist, daß sie aus Sicht
des gefräßigen aber mutigen Hundes Curry erzählt wird. Dieser Held der
Geschichte wird oft von Wachen übersehen und unterschätzt, aber gerade darin
liegt seine Stärke, hätte er nur nicht ständig Hunger! Obwohl dieses Buch für
Leseanfänger ab 2./3. Schuljahr recht kurz ist, schafft der Autor es dennoch,
dass man die Zeitreisenden in sein Herz schließt. Allen voran natürlich die
pfiffige Curry. Die Illustrationen von Fréderic Bertrand, der vor allem für seine
Illustrationen von Gespenstergeschichten bekannt ist, sind richtig witzig und
lockern das Abenteuer wunderbar auf. Die Idee, warum gerade scheinbar
unbedeutende Tiere für den Lauf der Geschichte von fundamentaler Bedeutung
sind, ist sehr orginell und hebt sich von aktuellen Zeitreise Geschichten ab.
Dennoch schafft Michael Koglin es nebenbei so viel Wissen über das Leben in der
damaligen Zeit mit Humor zu vermitteln, daß auch mitlesende Eltern noch was
dazu lernen können. Ehrlich, ohne das hinten angehängte Glossar hätte ich keine
Ahnung gehabt, was ein Plattner ist! Selbst in der Mittelalterreihe während des
3. Schuljahrs der Großen kam das nicht vor, ein Beruf der damals aber gang und
gäbe war (er schmiedet Eisenblatt für die Rüstungen). Aber das war nicht alles,
was ich dazu gelernt habe.



Durch meine Jüngste habe ich gemerkt, wie geschickt der
Blickwinkel des Hundes gewählt ist. Curry ist lustig und mutig und natürlich
immer hungrig! Kinder können sich unglaublich gut mit Tieren identifizieren und
lesen dadurch mit viel mehr Begeisterung weiter. Das ist es ja, was erreicht
werden soll: Freude am Lesen zu wecken. Außerdem sind selbst die unbekannten
Begriffe wie „Hellebarde“ oder „Katapult“ für Leseanfänger ohne größere
Schwierigkeiten eigenständig erlesbar, sofern sie noch nicht bekannt sind.
Trotz der fremden Zeit ist das Vokabular dennoch geeignet für Leseanfänger, sie
werden bisweilen etwas gefordert, aber nicht überfordert. Dafür werden sie mit
jeder Menge Spaß und Abenteuer belohnt!



Ein tolles Buch für den jungen Lesenachwuchs, für Jungen wie
für Mädchen, je nach Lesekompetenz ab ca. 2. Klasse.



Wir vergeben begeisterte 5 von 5 Sternen!



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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

theo, junge, pubertät, glücklich, reich

Wie ich plötzlich reich wurde und dachte, alles wird cool

Stephanie Polák
Fester Einband: 184 Seiten
Erschienen bei Südpol, 28.08.2017
ISBN 9783943086478
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der vierzehnjährige Theo lebt mit seiner alleinerziehenden Mutter Katja und deren arbeitslosen Schwester Britta in einer winzigen Wohnung ein einer sozialen Wohnsiedlung. Als seine Mutter von ihrer Chefin im Kosmetikstudio die Arbeitszeit verkürzt bekommt, beschließen Mutter und Tante, sich mit einem eigenen Beautysalon selbstständig zu machen: in Theos Zimmer! Als er das ganz gefrustet seinem besten Freund Luca erzählen will, muß er auch noch mit ansehen, wie sein großer Schwarm Kim sich ausgerechnet dem schnöseligen Danny an den Hals wirft. Steht sie nur auf ihn, weil seine Eltern Geld haben und er deshalb cool ist?
Dann rückt Tante Britta unvermittelt in die Spielshow „Spiel dich reich!“ mit Gunnar Hauch nach und hat die Chance 500.000,- € zu gewinnen. Wie könnte sich ihr aller Leben ändern, wenn sie auf einmal Geld hätten? Ob Theo dann auch cool wäre und Kim ihn so anschmachten würde? Aber erst einmal muß Britta ja gewinnen und Theo muß im Fernsehpublikum lässig aussehen.
Dieses Buch spricht aus dem Herzen eines Pubertiers und ist durchaus auch für Mädchen ab 12 Jahren interessant, damit sie mal sehen, daß es Jungen nicht viel besser geht mit ihrem Gefühlschaos und ihrer Unsicherheit, als ihnen.
Es dreht sich um die ewige Frage der Jugend: Wie werde ich cool? Aber eigentlich ist es Theo ja gar nicht sooooo wichtig cool zu sein, er steht halt nur auf Kim die später Model werden möchte und sicher nicht mit einem Uncoolen abhängen möchte. Doch was macht ihn uncool? Dass er keine teuren Klamotten trägt? Nicht in einem schicken Haus wohnt? Wird man dann automatisch glücklich? Dabei hat sein Leben doch auch gute Seiten. In der italienischen Familie seines Freundes Luca geht er seit Jahr und Tag ein und aus, auf ihn ist immer Verlass. Seine Mutter ist stets für ihn da, doch die Verantwortung macht ihr sehr zu schaffen. Tante Britta sorgt da für Auflockerung.
Sehr gut gefällt mir, daß das Buch zum Nachdenken anregt, was wirklich wichtig ist. Statt auf die schiefe Bahn zu geraten ist Theo schon sehr reif und verantwortungsbewußt für sein Alter. Auch wenn er sich ärgert, daß er in bescheidenen Verhältnissen lebt, macht er dies nicht für jedes Missgeschick in seinem Leben verantwortlich und läßt sich deshalb gehen. Nein, Theo ist clever und gut in Mathe (wie schön, mal ein Buch mit einem Schüler der gut in Mathe ist, darüber schimpft meine Tochter immer ;)).
Dabei verzichtet Stephanie Polak auf molarisierende Töne. Stattdessen unterhält sie ganz ausgezeichnet mit den Aufnahmen von der Spielshow. Gut, das konkurrierende Muttersöhnchen plus Muttern, werden nicht ganz so nett dargestellt, dafür aber sehr lustig, aber die übrigen Personen werden wirklich mit viel Respekt und Wärme gezeichnet. Nur weil man nicht auf der Sonnenseite des Lebens geboren wurde ist man weder doof noch faul. Aber selbst auf die schöne Kim kann ich nicht nur sauer sein.
Sprachlich gefällt mir das Buch sehr gut, es ist locker-flockig, ohne sich sprachlich anzubiedern und ist auch für jüngere und ältere Semester verständlich. Auf Fäkal-Floskel wird ebenso verzichtet, wie auf Trendbegriffe, die bereits zum Zeitpunkt des Erscheinens des Buches schon wieder out gewesen wären. Das hat Autorin Stephanie Polak sicherlich in ihrer Zeit als Redakteurin bei MTV gelernt, wo sie vor ihrer Zeit in den Babelsberger Studios und ihrer Tätigkeit als freie Autorin (seit 2010) tätig war.
Stattdessen kommt es jungen Lesern mit seiner erfrischenden Kürze entgegen. Kein Geschwafel, keine unnötigen Beschreibungen, da sitzt einfach jedes Wort! Vielleicht lässt sich damit ja doch so manch erklärter Lesemuffel hinter dem Ofen hervorholen. Daher eignet es sich auch wirklich gut als Schullektüre gerade auch für Haupt- und Gesamtschulen, für die es manchmal schwieriger ist geeigneten Lesestoff zu finden. Dieses Buch spricht alle Pubertiere an.
Wirklich tolle 5 von 5 Sternen.

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5 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Als der Weihnachtsmann seinen Bauch verlor

Marit Bernson
Fester Einband: 76 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 16.10.2017
ISBN 9783746010533
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Dieses kleine feine Weihnachtsgeschichtenbuch erzählt in 24 kurzen Geschichten von ganz unterschiedlichen Erlebnissen der Weihnachtszeit. Stopp, es sind nur 22 Geschichten, dafür aber noch zwei Gedichte. Für alle die ein Buch suchen, daß sie Kindern als Adventskalender vorlesen können, ist dieses sehr gut als Gute-Nacht-Adventskalender geeignet.
Es sind kleine feine Geschichten mit einem Funken Weihnachtsmagie. Das bisweilen Traditionelle wird mit dem Besonderen gepaart, ohne daß es ins Fantasy-Genry abdriftet. Es geht nicht um das Spektakuläre, sondern das Herzerwärmende.
So begleiten wir den Weihnachtsmann und seine Rentiere auf Geschenketour und erleben, was passiert, wenn ein übereifriger Elf, zu wilde Manöver fliegt.
Der Weihnachtsmann ist so im Stress, daß er vor lauter Arbeit das Essen vergisst und so dünn wird, daß ihm die Hose rutscht und er gar nicht mehr nach Weihnachtsmanna aussieht. Eine sehr lustige Vorstellung, fand meine Floh-Tochter.
Was passiert eigentlich, wenn bei einem Schokoadventskalender hinter einem Türchen die Schokolade fehlt? Auch das kann zu wunderbaren Erlebnissen führen.
Größere Geschwister, die die Kleineren auf das Kinderkarussell begleiten, werden mit einem Schlittenflug zum Nordpol belohnt.
Selbst ein Stromausfall an Heiligabend hat etwas besinnlich Gemütliches, wenn man im Kreise seiner Lieben bei Kerzenschein feiert.
Wenn man an Heiligabend bei Opa und Oma ist, während die Eltern im Krankenhaus auf die Geburt des Geschwisterchens wartet, scheint alles traurig und trüb. Doch wenn man dann erstmal den kleinen Bruder sieht, ist es dann doch das schönste Geschenk.
Jede Geschichte ist anders, doch jede hat ein Wohlfühlende, meint meine Jüngste. Sprachlich sind die einzelnen Episoden bildhaft und gut verständlich geschildert.
Alle Geschichten werden von einem Funken Magie geprägt und sei es die Magie der Liebe. Auch in der Kürze vermag Marit Bernson jede Menge Weihnachtsstimmung und Abwechslung zu vermitteln. Durch die Kürze können auch schon kleine Kinder zuhören, die noch eine kurze Aufmerksamkeitsspanne haben, oder Leseanfänger, die Geschichten in Fibelschrift selbst lesen (die Schrift ist aber nicht sehr groß, angenehm, aber nicht riesig).
Jede Geschichte wird mit einer liebevollen Illustration von Stella Chitzos geschmückt. Diese entsprechen stilistisch dem Cover und heben sich mit ihrer nostalgischen Realitätsnähe von den meisten aktuellen Illustrationen ab. Weihnachten versprüht ja auch heute noch den Charme des Althergebrachten.
Die Autorin Marit Bernsen wurde 1977 in Mecklenburg geboren und studierte in Kassel und Berlin. Inzwischen lebt sie mit ihrem Mann und ihren Kindern in Oberfranken, wo sie Kinderbücher, Liebesromane und humorvolle Geschichten schreibt und verlegt.
Illustratorin Stella Chitzos wurde 1978 geboren und arbeitete zuerst als Diplom-Grafik-Designerin in einer Werbe- und Eventagentur, ehe sie sich selbstständig machte. Neben der freiberuflichen Tätigkeit für verschiedene Agenturen, illustriert sie Kinderbücher. Sie lebt mit ihrer Familie in Erkrath.
Wem noch einfällt, daß er noch gar kein Adventskalenderbuch für dieses Jahr hat, kann sich dieses ganz schnell noch auf seinen e-reader oder sein Handy laden, es ist aber auch als Taschenbuch erhältlich, dann wird es aber zeitlich etwas knapp.
Uns haben diese Geschichten und Gedichte richtig gut gefallen. Natürlich haben wir unsere Lieblinge, aber alle sind wirklich schön, keine hat unsere Erwartungen getäuscht und wir haben uns stets auf die nächste gefreut.
Wir bedanken uns ganz herzlich für dieses wunderbare Rezensionsexemplar und geben gerne 4,5 Sterne, da wir einige Geschichten doch noch schöner als andere fanden.

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Die Muskeltiere

Ute Krause , Ute Krause , Andreas Fröhlich
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Erschienen bei cbj audio, 11.09.2017
ISBN 9783837134834
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Es ist Nacht und der mutige Mäuserich Picandou erwacht von einem kratzenden Geräusch am Kellerfenster. Die Rattenbande kommt während eines Zwischenstopps ihres Kreuzfahrtschiffes im Hamburger Hafen zu Besuch und stellen ihren Jüngsten, den kleinen Rattibor vor. Er ist winzig, zahnlos und kann nicht viel mehr als Mama, Papa und Tortääää sagen. Letzteres kann er sogar brüllen, wenn er nicht seinen Willen bekommt und wenn das immer noch nicht hilft, hält er die Luft an, bis er blau anläuft. Picandou ist ziemlich genervt von dem Kleinen, auch wenn der ihn besonders ins Herz geschlossen zu haben scheint. Die liebliche Rattendame seines Herzens, Gruyère Joséphine, findet ihn dennoch total süß. Nach der wilden Party erwachen die vier getreuen Freunde Picandou, Gruyère, Pomme de Terre und Hamster Bertram von Backenbart in ihrer Höhle im Keller unter dem Feinkostladen und stellen fest, daß Rattibor bei ihnen geblieben ist. Schnell machen sie sich auf den Weg, um den Kleinen in den Hafen zu bringen, ehe das Schiff gegen Mittag in den See sticht. Doch Rattibor will einfach nicht hören und so wird es eine Reise voller Abenteuer, die alles bisher Erlebte in den Schatten stellt.

Ute Krause ist nicht nur eine preisgekrönte Kinder- und Jugendbuchautorin, sondern auch eine begnadete Illustratorin. Bei dieser Reihe hat sie die Illustrationen alle selbst gefertigt und sie passen einfach hervorragend. Damit die Hörer dieser Reihe nicht völlig diesen Genuss entbehren müssen, sind auch die Tonträger mit diesen bedruckt und das Booklet enthält eine kleine Einführung in die Reihe mit einer Illustration des Feinkostladens, und der vier Muskeltiere mit Kurzvorstellung.

Andreas Fröhlich liest auch diesen Band wieder richtig großartig. Er schafft es nicht nur den hanseatischen Ton genau zu treffen, sondern trifft genau den Humor der Reihe. Gerade dieser feine Humor zwischen den Zeilen, macht diese Reihe auch für die Eltern zum Genuss. Mit dem kleinen Tortääää-Schreihals schafft er es auch dem neuen Charakter eine unvergleichliche Stimme zu verleihen.

Auch wenn dieser Band deutlich kürzer ist als die Vorgänger, so ist er wieder richtig spannend und witzig. Picandou als Vater wider Willen, ist schon sehr witzig, ebenso die Sicht der Nager auf unsere Zweibeinerwelt (immer diese weißen Schränke in den Küchen, in denen es so dunkel und kalt ist!). Trotz der veränderten Zielgruppe, blitzt der Schalk der Autorin durch, wenn sie die Tricks und Macken des kleinen ungezogenen Rattibor beschreibt und die Reaktion der Erwachsenen. Gruyère schmilzt dahin, während Picandou eigentlich nur genervt ist und alles tut, um den Kleinen wieder loszuwerden. Aber nein, dieses Buch zeigt Kindern nicht, was sie für eine Qual sind, aber es macht schon deutlich, welche Gefahren aus Ungehorsam entstehen können. Aber vor allem ist es wieder ein echtes tierisches Abenteuer, in dem nur bestehen kann, wer zusammen hält: Einer für alle, alle für einen!

Natürlich gibt es ein glückliches Ende für alle Beteiligten, nur nicht für die Tortääää!

Bei dieser Reihe ist es wirklich sehr schwierig sich zwischen dem Buch und dem Hörbuch zu entscheiden.

Meine Töchter lieben auch mit 8 und 10 Jahren die Geschichten noch, waren aber etwas traurig, daß es diesmal so kurz war. Ein längeres Abenteuer hätten Picandous und Bertrams Nerven wohl auch nicht ausgehalten!

Ein Hoch auf die Muske(l)tiere! Wie stets zauberhafte 5 von 5 Sternen

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talentshow, lustig, abenteuerlich, nasser direktor, kinderbuch

Eine Klasse für sich - Das Klogespenst

Pamela Butchart , Becka Moor
Buch: 104 Seiten
Erschienen bei Orell Füssli Verlag, 10.03.2017
ISBN 9783280035412
Genre: Kinderbuch

Rezension:

„Eine Klasse für sich“ ist ein Leseanfängerbuch mit drei Geschichten aus der sehr lebhaften und fantasievollen Klasse von Frau Miller, welche sehr bunt gemischt und multi-kulti ist.
Da es sich um ein englisches Kinderbuch handelt, sind die Namen auch für heutige Verhältnisse etwas ungewohnt, aber das wundert heute kein Kind mehr. Da die Klasse mit Lehrern immerhin 17 Personen enthält ist vor dem Inhaltsverzeichnis noch quasi ein Klassenbild mit Namen auf 2 Seiten abgebildet. Dort kann man während des Lesens immer schnell nachschauen, wer wer ist. Ebenso wie der Rest des Buches, bis auf das Cover, ist dieses dreifarbig illustriert von Becka Moor.
Das Buch enthält folgende Geschichten:
1. Das Klogespenst: Einmal als Nick während des Unterrichts auf Toilette muss, kommt er klitschnass von dieser zurück. Er wollte sich doch nur nach dem Toilettengang die Hände waschen und als er den Wasserhahn aufdrehte wurde er von oben bis unten nass gespritzt, das kann nur ein Klogespenst gewesen sein. Klar daß da die Kinder nachforschen Müssen und ganz erstaunliche Entdeckungen machen.
2. Der stinkende Zauberschuh: Die Klasse führt eine Talentshow auf und jeder muß sich eine besondere Nummer zum Vorführen ausdenken. Milo und Julian kündigen einen Zaubertrick an. Milos Schuh ist ein Zauberschuh und kann die Zukunft voraussagen! Als die erste Vorhersage zutrifft sind alle ganz beeindruckt und wollen natürlich auch wissen, was sie zu erwarten haben. Da wird es langsam kniffelig.
3. Der uralte Fluch: Endlich ist wieder Mitbringstunde. Alle Kinder dürfen etwas von zu Hause mitbringen, nur nicht ihre Haustiere. Ben hat diesmal etwas ganz besonderes in einem festverschlossenen Schuhkarton dabei: einen uralten Fluch, den er auf dem Spielplatz im Gebüsch eingefangen hat! Kaum daß sie den Karton öffnen, fangen alle ganz verzweifelt an sich zu jucken. Wie werden sie diesen Fluch nun wieder los?
Die drei Geschichten sind sehr einfach geschrieben, wie aus Kindersicht geschildert. Dadurch ist es auch sehr einfach zu lesen, selbst für Leseanfänger. Allerdings muß man immer bedenken, daß es ein Schweizer Kinderbuch ist und die Schweizer und Österreicher bei der Rechtschreibreform ganz konsequent das „ß“ abgeschafft haben (da bin ich echt neidisch!). Beim Vorlesen spielt dies aber überhaupt keine Rolle, da die meisten Eltern die neuen Regeln wahrscheinlich immer noch nicht kennen. Die Schrift ist sehr angenehm groß und einige besonders zu betonenden Ausrufe oder Begriffe sind dann noch zur Hervorhebung oder Betonung extra fett und extra groß gedruckt. Das lockert die Geschichten zusätzlich auf und macht einfach Spaß.
Es sind einfach kleine lustige Kindergeschichten, die von kindlicher Vorstellungskraft und planmäßig ungeplanten Unsinn berichten. Dabei erweisen sich die kleinen Schüler als sehr fantasievoll aber auch als echte Einheit. Wenn es darauf ankommt halten sie zusammen, bei all den kleinen Mogeleien zwischendurch. Die Autorin Pamela Butchart unterrichtet heute Teenager in Dundee (Schottland) in Philosophie. Vielleicht sind es gerade diese Gespräche, die ihre eine treffliche Einsicht in die kindliche Denkweise ermöglichen.
Meine Kinder fanden den Titel schon toll und die Geschichten auch sehr lustig und originell, gerade eben auch wegen der Schilderungen aus Kindersicht. Die Illustrationen gefielen ihnen aber weniger. Warum genau haben sie nicht näher begründet, was etwas erstaunlich ist, da sie nach Auspacken des Buches sofort riefen: au ja, das lesen wir!
Ach ja, und als wir das Buch beendet hatten, sagten beide: dürfen wir davon auch noch mehr Geschichten lesen? Auch wenn sich dieses Buch an die Zielgruppe der 5 – 7 Jährigen richtet kommt es auch bei Älteren noch gut an.
Ein wirklich schönes Buch, aus einer Reihe, die wir im Auge behalten werden.
Gerne vergeben wir gute 4 von 5 Sternen

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fabelwesen, deutsch, mordversuch, deutscher, einhorn

Ein Einhorn taucht unter

Claudia Puhlfürst
Buch: 8 Seiten
Erschienen bei Edition Wannenbuch, 15.09.2017
ISBN 9783981787061
Genre: Sonstiges

Rezension:

Stefan liegt in der Wanne und leert angenervt die angeblich letzte Flasche Einhorn-Duschgel, mit „Glücksklee-Extrakt“, mehr farbigem Glitter und regenbogenfarbigen Schaum. Die Krönung ist natürlich der Bonbon-Geruch - widerlich! Der Einhornfimmel seiner Angetrauten Julia geht ihm auf dem Keks! Ein letztes Mal macht er gute Miene zum bösen Spiel und pfeift Mickie Krauses Einhorn-Song.
Julia steht angewidert vor der Badezimmertür. Ihr Mann ist ein ekelhaftes Riesenbaby, wie er so in der Wanne plantscht und mit den Schaummassen spielt. Schnell die Gesichtsmuskeln zurechtrücken, ehe sie ein letztes Mal das Bad betreten will, um gute Miene zum bösen Spiel zu machen und dann…
Dieser Krimi für die Wanne ist echt böse und trieft vor schwarzem Humor. Unter alldem Einhornkitsch schlummert das Böse. Die Bücher der Edition Wannenbuch versprechen, daß sie in 15 Minuten gelesen sind und absolut wasserfest! Dieses Versprechen hält dieses Buch auf jeden Fall! Das schöne ist, daß Claudia Puhlfürst, die erfolgreiche Krimiautorin es versteht, den Spaß in die Sprache zu packen. Bei diesem Krimi gibt es zwar am Ende eine echte Pointe, aber sie packt so viel schwarzen Humor in ihre Sätze, daß es auch in Kenntnis der Pointe durchaus Spaß macht, den Krimi bei einem erneuten Badegang nochmal zu lesen.
Herrlich wird der aktuelle Einhorntrend auf den Arm genommen, bei dem Einhörner auf dem Toilettenpapier, dem Duschgel, dem Sekt, den Keksen u.ä. einfach nicht fehlen dürfen.
Da es nur ein Kurzkrimi ist, kann der Leser keine komplizierte Ermittlungsarbeit erwarten, aber das ist ja auch gar nicht immer nötig. Mordwille, Mordmotiv und Mordwaffe sind auf jeden Fall da und garantieren einen Mordsspaß.
Wer also noch dringend zu Weihnachten, einen Krankenbesuch oder zum Wichteln eine Kleinigkeit benötigt, ist mit diesem Krimi für die Wanne bestens bedient – einzige Bedingung, es darf kein Schrottwichteln sein. Dafür wäre das Buch einfach zu schade. Die Geschichte ist originell, das Buch gewohnt solide und haptisch wirklich angenehm. Mit 5,- € Kaufpreis liegt das Buch auch definitiv im Wichtel-Preisrahmen und es wird sich positiv von all dem anderen Quatsch der üblicherweise absetzen. Da braucht man sich als Schenker weder zu verstecken, noch unter zu tauchen.
Prima Mitbringsel, Wichtelgeschenk oder „nur so“ Spaß! 5 von 5 Sternen für diesen kurzweiligen Wannenspaß!

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Doktor Proktor und das beinahe letzte Weihnachtsfest

Jo Nesbø , Maike Dörries , Günther Frauenlob , Philipp Schepmann
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Erschienen bei Der Hörverlag, 09.10.2017
ISBN 9783844527636
Genre: Kinderbuch

Rezension:

In der Kanonenstraße bereiten sich alle auf Weihnachten vor. Lise und Bulle sitzen bei Doktor Proktor dem genialen, aber verkannten Erfinder, in der Küche während Juliette herrlichen Milchreis kocht. Da wird im Radio folgende Durchsage gesendet: Der König von Norwegen hat Weihnachten an den ehemaligen Nachbarn Herrn Thrane verkauft! Nur wer für mindestens 100.000 Kronen in Herrn Thranes Kaufhaus zu Weihnachten einkauft ist Mitglied im Weihnachtsclub und hat die Erlaubnis Weihnachten zu feiern, Weihnachtslieder zu singen oder selbst „Frohe Weihnachten!“ zu wünschen! Oh je, Doktor Proktor, Juliette und Bulle können sich das nicht leisten! Wie kann der König von Norwegen überhaupt Weihnachten verkaufen, gehört es ihm denn überhaupt? Warum hat er das getan und wie können sie dieses herrliche Fest retten? Bulle besorgt schnell eine Audienz beim König, um das ganze Ausmaß der Katastrophe festzustellen und Doktor Proktor kennt zum Glück den Weihnachtsmann persönlich! (Wie gut, das Norwegen so weit im Norden liegt!) Doch auch der Besuch beim Weihnachtsmann rettet das Fest nicht, da müssen die Freunde die Rettung halt selbst in die Hand nehmen!

Meine Tochter fand die Geschichte von Anfang an urkomisch und erzählte mir immer ganz aufgeregt die witzigsten Szenen! Ich fürchtete es wäre klamaukig, aber dem war zum Glück nicht so. Stattdessen bekam ich ein wirklich spannendes, aber auch gesellschaftskritisches Abenteuer zu hören. O.k. einiges ist echt absurd, wie z.B. Australier die auf alles was fliegt ballern, oder Vampirgiraffen, die New York unsicher machen, doch es geht letztendlich um Weihnachten, daß vom Fest der netten Aufmerksamkeiten für die Lieben zu einer hoffnungslosen Konsumschlacht verkommen ist. Alles Schöne, was bislang noch umsonst ist, als allgemeines Kulturgut, wie das Singen von Weihnachtsliedern, muß nun erkauft werden! Ein schrecklicher Gedanke, so schrecklich, daß man echt mitfiebert, wie die ungleichen Freunde das wohl verhindern mögen.

Mich brauchte zudem sehr zum Schmunzeln, wie denn der König zum Verkauf des Festes gebracht wurde. Dieses Schurkenstück erinnerte mich schon sehr an Andersens „Des Kaisers neue Kleider“. Es bedarf halt oft des vorbehaltlosen Blickes eines Kindes, um die Wahrheit zu sehen.

Natürlich wird auch wieder auf altbewährtes zurückgegriffen und so benötigen die Freunde zur Rettung des Weihnachtsfestes die letzten Reste Zeitseife und das spezielle Pupspulver, um die Geschenke noch rechtzeitig auszuliefern. Teilweise geht es so übertrieben hart zur Sache, daß auch Kinder die Übertreibung merken. Selbst der fiese Bösewicht kommt nicht zu Schaden, auch wenn er leider nicht bekehrt wird, aber so können wir auf weitere Doktor Proktor Abenteuer gespannt sein.

Sehr unangenehm ist mir im Film die Figur von Bulles Mutter aufgestoßen, die selbstsüchtig und faul ist. Bei ihr hat Bulle echt nichts zu lachen, weswegen er sich zu Hause auch äußerst rar macht. Auch zu Beginn dieser Weihnachtsgeschichte ist dies so, doch dank der Rettung des Weihnachtsfest ändert sich so einiges. Das hat mir als weihnachtliche Botschaft sehr gut gefallen. Bei allem Spaß und aller Action, schaffen es die Freunde nicht nur Weihnachten zu retten, sondern auch ihren Geist der Weihnacht und der Liebe weiterzugeben. Das ist aber nicht der einzige Grund sich über ein rundum fröhliches Ende zu freuen.

Dies ist die erste Doktor Proktor Geschichte, die Philipp Schepmann liest, da der bisherige Sprecher Andreas Schmidt dieses Jahr leider viel zu früh verstorben ist. Es ist natürlich immer schwierig, eine bewährte Stimme abzulösen, aber das Problem haben wir nicht, da es unser erstes Doktor Proktor Hörbuch ist. Auch meine Sorge, daß ich ständig den kleinen Drachen Kokosnuss vor meinem inneren Auge sehen würde, war unbegründet. Philipp Schepmann verleiht Bulle, Lise, Doktor Proktor und Juliette eigene Stimmen, die nicht weniger lebendig und lebensfroh sind.

Jo Nesbo, Jahrgang 1960, arbeitete lange Jahre als Broker, wurde als Sänger von Norwegens populärer Band „Di Derre“ (kenne ich die? ) berühmt, aber Weltruhm erreichte er als Krimiautor und ist inzwischen Norwegens erfolgreichster Autor, dessen Krimi „Der Schneemann“ von Martin Scorsese verfilmt wird und auch von Doktor Proktor, seiner Kinderbuchserie, gibt es bereits zwei Kinoabenteuer, allerdings von einem anderen Regisseur. Wer nach dieser CD noch nicht genug hat, der findet im CD-Booklet nicht nur die vollständige Tracklist und alle Infos zu Buch und CD sondern auch noch eine Abbildung sämtlicher Doktor Proktor Hörbücher aus dem Programm des Hörverlags.

Anders als meine Tochter hatte ich sehr niedrige Erwartungen und bin total positiv überrascht worden! Diese Geschichte ist witzig, spannend und tatsächlich weihnachtlich, im eigentlichen Sinne. Bei Weihnachten geht es um kleine Freuden und nicht den großen Kommerz!

Wirklich begeisterte 5 von 5 Sternen!

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jürgen von der lippe, hörbuch, bühnenprogramm, deutscher, deutsch

Wie soll ich sagen …

Jürgen Lippe , Jürgen Lippe
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 25.09.2017
ISBN 9783837139020
Genre: Humor

Rezension:

Der studierte Deutschlehrer Jürgen von der Lippe ist mit seinem Live-Programm auf Tournee. Er spricht so über dies und das, redet sich von der Seele, was ihm so in den Sinn kommt, so scheint es zumindest.  Das Ganze wird dann noch aufgelockert durch ein paar Partyspiele mit Mitspielern aus dem Publikum und einige Lieder die zum Teil auch Parodien auf bekannte deutsche Schlagergrößen oder Liedermacher sind. Ich schätze ihn eigentlich für intelligenten Spaß und besonders seine Deutschlehrer-Scherze wie z.B. über Heidi Klums rheinische Grammatik, haben mir großen Spaß gemacht, auch als selbst Betroffene (rein grammatikalisch natürlich). Auch wenn er andere Promiente durch die Kakao zieht, so macht er das meist nicht, um sie bloß zu stellen. In einem Fall, der zugegebener Weise ausgesprochen lustig war, überdehnte er den Bogen jedoch, so dass mir eine kürze Nummer über das Liebesleben dieses Boxers durchaus mehr Spaß bereitet hätte.  Die Spitzen gegen die Kirche gefallen mir allerdings weniger.

Ich habe einige Male wirklich ganz laut im Auto gelacht und auf in der Wiederholung fand ich es noch lustig. Aber, ein paar Mal waren mir die Witze zu flach und einfach nicht familientauglich. Sobald die Kinder ins Auto stiegen, habe ich auf das Radio umgeschaltet. Einige Fäkalspäße entsprachen nicht meiner Erwartung an ihn, das kenne ich gerade auch von ihm anders.

Die Partyspiele sind zwar witzig, und bieten sich sicherlich auch für Sylvester oder ähnliche Anlässe an, aber das ist für mich keine wirklich eigenständige Comedyleistung.

Gut gefiel mir wiederum die Mischung. Die humorvollen Gedanken über Sprache oder das Leben, Männer und Frauen, unterbrochen durch Lieder oder die Bühnenspiele. Am Showaufbau merkt man bereits, daß man es mit einem Profi zu tun hat!

Sehr gut gefiel mir der Ton. Obwohl es eine Live-Übertragung ist, hatte ich keinerlei Verständnisprobleme. Jede Silbe kam an, alles war gut verständlich und prima ausbalanciert. Das Problem war ein anderes: Einige Witze zünden einfach nur live. Gerade wenn Jürgen von der Lippe sich über unnötige Gesten mockiert, die begleitend zum gesprochenen Wort nicht erforderlich sind oder über Gebärdensprache, so war dies für das Saalpublikum offensichtlich erheiternd, aber für den reinen Zuhörer, etwas frustrierend. Dies kommt leider so häufig vor, daß es echt eines dicken Punktabzuges bedarf, für diejenigen, die ihn nicht live gesehen haben. Für die Besucher der Show ist es sicher dennoch urkomisch, aber ich hatte leider nicht das Vergnügen ihn live zu sehen.

Ich habe wie gesagt mehrmals richtig laut und spontan losgelacht, aber es zünden natürlich nicht alle Gags bei jedem gleich. Ich bereue es auch auf keinen Fall diese Doppel-CD gehört zu haben, denn ich hatte meinen Spaß. Dennoch komme ich wegen der vielen Gags die nicht zünden, wenn man Gestik und Mimik nicht sieht, nicht über mittelmäßige 3 Sterne hinaus. Er ist immer noch einer meiner Lieblingskomiker, aber ich würde mich künftig nicht für einen Live-Mitschnitt entscheiden, oder ihn mir stattdessen lieber selbst live ansehen.

 

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Tage wie diese

John Green , Maureen Johnson , Lauren Myracle , Julia Meier
Audio CD
Erschienen bei Jumbo, 08.09.2017
ISBN 9783833738036
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dieses Jugendhörbuch aus der Edition Goya Libre, erzählt 3 romantisch verschneite Liebesgeschichten von ganz normalen Teenagern, die doch was ganz besonderes sind. Alle drei Geschichten spielen um Heilig Abend während des größten Schneesturm der Geschichte in dem kleinen Städtchen Gracetown, wo es nicht viel mehr als einen Bahnhof, eine High School, ein Wafflehouse, einen Herzog-Minimarkt und ein Starbucks Café gibt, weshalb sich die Wege der Teenager auch alle früher oder später zu dieser magischen Weihnacht kreuzen, verbinden und somit die jeweiligen Geschichten abrunden. Es lohnt sich also genau zu zuhören, diese kleinen Begegnungen sind einfach wunderbar.

1.       Der Jubilee-Express, Maureen Johnson, gelesen von Julia Meier

Die 16 Jährige Jubiliee freut sich schon total auf ihr „einjähriges“ mit ihrem scheinbar perfekten Freund Noah, bei der traditionellen schwedischen Weihnachtsfeier bei Noahs Familie. Jubilees Eltern wollen nur kurz vorher zur Flobie Manufaktur die zu Weihnachten strenglimitierte Keramikhäuschen für das Flobie Deko-Weihnachtsdorf verkaufen. Ihre Eltern sammeln mit voller Leidenschaft und haben sogar ihre Tochter nach Gebäude Nr. 4 der Jubilee-Hall benannt. Da es dieses Jahr nur 10 Exponate gibt, kommt es zu einer Schlägerei und ihre Eltern werden verhaftet. Wegen des Schneesturms soll Julie nun zu ihren Großeltern nach Kalifornien mit dem Zug fahren. Doch der endet in einer Schneewehe in Gracetown. Um den schrecklichen Cheerleaderinnen im Zug zu entkommen, steigt sie aus und strandet vorerst in einem Wafflehouse, wo sich der junge in Tüten gekleidete Stuart ihrer erbarmt und sie zu Weihnachten mit zu sich nach Hause nimmt.

In dieser ersten Geschichte kommen, wenn man genau zuhört alle Personen schon vor, ohne dass es groß auffällt. Sowohl Julie, als auch Stuart sind echt sympathische normale High School Kids. Insofern verstehen sie sich eigentlich auch gleich auf Anhieb, käme es da nicht zu Irrungen und Wirrungen, die alles verkomplizieren, sie aber auch dazu bringen, einander wirklich kennen zu lernen und sich zu öffnen.

Julia Meier liest diese Geschichte wirklich großartig. Durch ihre geschickten Betonungen kommen der trockene Humor und die dezente Ironie richtig zur Geltung. Da besteht keine Gefahr von Kitsch, aber ich habe mich richtig amüsiert, während ich dahin geschmolzen bin. Hinzukommt, daß die geschulte Stimme der Folkwang Absolventin wirklich sehr angenehm und wandlungsfähig ist.

Im Booklet befindet sich nehmen der Tracklist zu allen drei Geschichten auch eine Kurzvita der Sprecher und Autoren

2.       Ein cheer unglaubliches Weihnachtswunder, John Green, gelesen von Jakob Weigert

Der 16 jährige Tobin sitzt mit seinen besten Freunden JP und dem Herzog zu Hause und veranstaltet eine lange James Bond Nacht. Seine Eltern sitzen wegen des Schneesturms auf einem Ärztekongress in Boston fest und rufen ständig an, weil sie ein schlechtes Gewissen haben, ihren Sohn über Weihnachten ganz alleine zu lassen. Plötzlich ruft ihr Freund Quinn an, der im Wafflehouse arbeitet: 14 Cheerleaderinnen sind durch die Schneewehe bei ihm im Laden gestrandet, sie müssten unbedingt sofort herkommen, ehe die Freunde seiner zwei Kollegen sich die Cheerleaderinnen schnappen. Die Nerds Tobin und JP sind sofort begeistert und auch die burschikose Angie, wie der Herzog wirklich heißt, zieht mit ihnen los, in die schneeverwehte Nacht, in der ein Durchkommen unmöglich scheint.

Das ist eigentlich eine richtige Jungsgeschichte, die mich an den legendären „Der Volltreffer“ mit John Cusack erinnert, ein Film den auch Mädels lieben, aus gutem Grund. Die Nerds haben nur ein Ziel vor Augen und verkennen völlig, daß Cheerleader nicht ihre Kragenweite sind. Aber es geht ja auch eigentlich um etwas ganz anderes und das worum es geht finden sie und noch viel mehr.

Jakob Weigert liest jugendlich frisch und schafft es für diese etwas verpeilten Nerds richtig Sympathien zu wecken.

3.       Der Schutzheilige der Schweine, Lauren Myracle, Leonie Landa

Es ist Heilig Abend und die junge schöne Addie hat nichts Besseres zu tun, als sich selbst zu bemitleiden! Aus reiner Theatralik und Dramabedürfnis hat sie mit ihrem Freund Schluss gemacht und bereut es nun zutiefst. Doch ihr Traumtyp Jep ist vor Weihnachten  zu seiner Familie ins Reservat gereist und nicht zu dem von ihr vorgeschlagenen Treffen erschienen. Ihre zwei besten Freundinnen Tegan und Dorrie waschen ihr gehörig den Kopf. Sie solle aufhören nur um sich selbst zu kreisen und auch mal an andere zu denken. Um zu beweisen, das mehr in ihr steckt, bietet sie an, während ihrer Schicht bei Starbucks das für Tegan an die Tierschutzstation nahe Starbucks gelieferte Tee-Tassen-Miniatur-Hausschwein abzuholen. Doch in Addies Leben überschlagen sich die Ereignisse und dieses Mini-Schwein macht es ihr nicht leicht!

Diese Odyssee der jungen Dramaqueen lässt einen beim Zuhören nicht kalt. Man kann ihre Freundinnen verstehen, warum sie Addie zu recht weisen und im Laufe der Geschichte, wird auch klar, weshalb sie beliebt ist, obwohl sie doch ständig im Mittelpunkt stehen will. Dieses Mal ist sie echt gefordert und sie muß zeigen, was in ihr steckt, falls doch etwas mehr in ihr steckt, als nur die süße, leicht egozentrische Hülle.

Am Ende laufen während Addies Schicht bei Starbucks alle Fäden zusammen und als Zuhörerin wird einem weihnachtlich warm ums Herz!

Leonie Landa hat eine sehr passende, junge und sehr weibliche Stimme, die Addie sowohl zerbrechlich und unglücklich, als auch etwas verzogen klingen lässt. Sie spricht lebendig und leicht, wirklich die perfekte Stimme für Addie am Rande der Verzweiflung.

Eine wunderbar weihnachtlich romantische Box, die amüsiert, kurzweilig unterhält und jeden glauben lässt, daß das Glück für jeden ganz nah und möglich ist! Immerhin ist Weihnachten das Fest der Liebe!

So schön, daß man es immer wieder hören kann und das warme Gefühl im Bauch kommt immer wieder!

Für dieses herrliche Weihnachtsglück ab 14 Jahren gebe ich glückliche 5 von 5 Sternen

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hörbuch, weihnachten, suza kolb, die haferhorde - süßer die hufe nie klingen, bürger lars dietrich

Die Haferhorde – Teil 9: Süßer die Hufe nie klingen

Suza Kolb , Nina Dulleck , Bürger Lars Dietrich
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 08.09.2017
ISBN 9783742401724
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Weihnachtszeit ist auf dem Blümchenhof eingekehrt. Maria plant eine spektakuläre Weihnachtsdeko und scheucht Otto herum. Mit Fohlen Finchen haben sie ja jetzt noch ein weiteres Kind auf dem Hof, da muß man sich noch mehr Mühe geben. Die Ponys schauen ihr mit freudiger Erwartung zu, sind aber völlig entgeistert, als plötzlich ein leuchtender Weihnachtsmann mit Rentierschlitten vor der Tür steht. Rentiere vor dem Weihnachtsmannschlitten? Was soll das denn? Ponys können das doch viel besser! Schoko beschließt, daß es sein sehnlichster Weihnachtswunschwäre selbst ein Weihnachtsmannpony zu werden! Doch bei ihrem nächsten Ausflug in die Stadt macht Schoko-Superpony eine entsetzliche Entdeckung: Der Weihnachtsmann fährt in einem Auto auf der Rückbank sitzend an ihm vorbei. Das geht doch nicht, der Weihnachtsmann kommt doch auf einem Schlitten, der muß entführt worden sein, oder das Rentier krank! Noch während Schoko und seine Ponyfreunde grübeln, wie sie den Weihnachtsmann und damit das Fest noch retten können, setzt starker Schnellfall ein. Ein winterliches Weiß setzt sich auf alle Bäume und Sträucher, es sieht herrlich friedlich aus. Vor allem auch weil der Schnee so hoch liegt, daß für Autos kein Durchkommen mehr möglich ist. Wie sollen dann die ganzen Geschenke zu den Kindern ins Waisenhaus kommen? Die frechen kleinen Ponys und ihre Freunde auf dem Blümchenhof sind schon richtig im Weihnachtsfieber und mit Fohlen Finchen hat Schoko so eine richtig kleine freche Verstärkung bekommen, sehr zum Leidwesen der edlen Stute „die Gräfin“ die sich Sorgen um das damenhafte Benehmen ihrer Tochter macht. Band 9 knüpft somit nahtlos an Band 8 „So ein Fohlentheater!“ an. Auch in diesem Band erfahren wir wieder witzige Einblicke in die Gedankenwelt der Ponys und wie sie die Menschenwelt deuten. Das ist gerade für Kinder, die sich ja auch allzu oft so ihre eigenen Gedanken zur Welt um sie herum machen, sehr lustig. So kommt auch in der vorweihnachtlichen Stimmung auf dem Blümchenhof auch der Spaß nicht zu kurz. Denn natürlich ist auch auf dem Blümchenhof auch im Advent nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen. Bei den Schneemassen müssen die Tiere enger zusammenrücken und die Hühnerdamen sind nach wie vor nicht so gut auf die Ponys zu sprechen, da kommt es im Stall zu einigem Gegacker, Geschnaube, Gebelle und Miauen. Bürger Lars Dietrich läßt jeden zu seinem tierischen Wort kommen und vertont die einzelnen Tiere und Kinder nicht nur liebevoll sondern auch richtig lebendig, so daß man stets weiß wer wer ist. Allerdings ist dies schon der neunte Band und es gibt keine Bildergalerie mit Namen, wie dies bei den von Nina Dulleck illustrierten Büchern der Fall ist. Für Neulinge der Serie bedarf es daher erst einmal eines Einhörens, wer denn nun Mensch und wer Tier ist. Dies gelingt Kindern aber meist viel leichter als Erwachsenen, weil sie die Dinge noch viel besser so nehmen können, wie sie kommen. Dennoch fänden wir eine Aufnahme gerade der Bildergalerie aus der Bucheinbandseiten in das CD-Innencover für Neuzugänge der Serie sehr hilfreich und für die Fans einfach nur richtig süß! Da es sich um eine ungekürzte Lesung handelt, ist das Verständnis ohne Vorkenntnisse der Reihe jedoch deutlich einfacher, weil keine noch so kleine Information beim Kürzen verloren gehen konnte. So kommen auch alle Kinder in den vollen Genuss des herrlichen Ponygesangs von „Süßer die Hufe nie klingen!“ der ganz eigenen Version unseres altbekannten Weihnachtsliedes, bei dem Bürger Lars Dietrich sein wieherndes und schnaubendes Gesangstalent beweist. Wieder ein sehr kurzweiliges und sehr schönes Abenteuer unserer Pony-Freunde, die meiner eigentlich „Pferde-hassenden“ großen Tochter eine Krankheitsphase versüßte. Nicht nur Pferdefans kommen hier auf ihre Kosten, sondern alle die lustig, freche Tierabenteuer lieben und deren Fantasie noch frei ist! Gerne geben wir 5 von 5 Weihnachtssternen!

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La Belle Sauvage: The Book of Dust Volume One (Book of Dust Series)

Philip Pullman
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Penguin Random House Children's and David Fickling Books, 19.10.2017
ISBN 9780857561084
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die ist eine Prequel zu “Der Goldene Kompass” und wie auch schon bei “His dark materials” ist auch das Prequel wohl als Triologie angelegt worden, 22 Jahre später.
Es empfiehlt sich gewisse Grundkenntnisse mitzubringen, denn der Autor scheint vorauszusetzen, daß man die „His dark materials“ Triologie kennt.
Die Geschichte spielt in einem Paralleluniversum, ähnlich dem unsrigen, aber nicht ganz und auch in einer etwas früheren Zeit. Gekocht wird mit Feuer, Telefon gibt es nicht, dafür aber was Ähnliches wie Helikopter. Jeder Mensch hat einen Dämon, mit dem er von Geburt an, Zeit seines Lebens, verbunden ist. Dämon und Mensch sind können sich nur unter großen Schmerzen räumlich voneinander entfernen, sie bilden eine Einheit. Der Mensch kann auch durch die Augen seines Dämons sehen. Während der Kindheit können die Dämonen noch Form und Gestalt wechseln und sich so den Bedürfnissen ihres Menschen anpassen, wenn sie z.B. Nachts zu seiner Eule werden, um besser sehen zu können. Sobald der Mensch ausgereift ist, steht die endgültige Natur des Dämons fest und es gibt keine Verwandlung mehr.
Nun zur Geschichte: der elfjährige Malcolm und sein Dämon Asta leben mit seinen Eltern im Gasthaus „Trout“ und hilft selbstverständlich mit. Dennoch mag er die 15 jährige verstockte Spülhilfe Alice nicht. Die zwei haben eine Art Waffenstillstand geschlossen. Als pfiffiges Kerlchen hilft Malcolm auch im benachbarten Kloster aus und in seiner Freizeit ist er gerne mit seinem Kanu unterwegs. Eines Nachts kommen seltsame Gäste in den Trout und erkundigen sich nach dem Kloster und ob dort ein Baby aufgezogen wird. Als er der Frage nachgeht lernt er Baby Lyra kennen, daß von der Küchenschwester versorgt wird. Lyra ist die Tochter von Lord Asriel und Mrs. Coulter aus dem Goldenen Kompass. Das religiös-fanatische Magisterium will Lyra unbedingt in seine Gewalt bringen und setzt seinen Geheimdienst und den durchtriebenen, in Ungnade gefallenen Gerald Bonneville auf Lyra an. Sowohl Malcolm, als auch Alice schließen die hilflose Lyra schnell in ihr Herz. Das ist auch Lyras einziger Schutz, denn die zwei retten sie, als die Welt wie sie sie kennen unter einer Flut zu ertrinken droht.
Das Buch fängt richtig super an. Neben Malcolm, Alice und Lyra lernt man noch viele andere spannende Charaktere kennen. Besonders Dr. Hannah Relf habe ich ins Herz geschlossen. Sie ist eine Professorin für die Geschichte der Ideen und führt Malcolm ein, in ein viel breiteres Gedankenspektrum. Sie leiht ihm Bücher und diskutiert mit ihm darüber. Ihr erzählt Malcolm alles Besorgniserregende oder Auffällige was er erlebt oder beobachtet. Denn Dr. Relf arbeitet für Oakley Street, eine Geheimorganisation, die sich dem Magisterium widersetzt. Gerade diese Passagen, in denen es um Geheimbünde und Spionage geht finde ich sehr spannend. Die Organisation, die Struktur, aber auch der tiefe Einblick in das sich immer stärker zusammenbrauende Böse des Magisteriums. Da fällt es nicht schwer beim Lesen unwillkürlich Vergleiche mit Diktaturen in unserer realen Geschichte zu ziehen und zu erschaudern. Leider verlässt uns Dr. Relf mit Ende von Teil 1. Teil zwei schildert die Flucht der Kinder durch die unendlichen Fluten in Malcolm kleinen Kanu. Es ist toll mitzuerleben wie Malcolm und Alice einander näherkommen, die Abneigung sich auflöst und einer tiefen Verbundenheit und Vertrauen weicht. Sie haben unheimlich spannende Aufgaben auf ihrem Weg durch die Wasserödnis zu bewältigen. Doch leider entgleitet Teil 2 gegen Ende. Während Malcolms Welt bisher noch relativ real war, wird sie plötzlich einfach so bizarr und mystisch. Das stellt für mich wirklich einen Bruch innerhalb des Buches dar. Er scheint für mich der inneren Logik des Buches zu widersprechen. Auch der Aufbau von Dr. Relf als wirklich zentralen Charakter, der plötzlich nicht mehr auftaucht, im Gegensatz zu vielen anderen, ließ mich unbefriedigt zurück. Während ich anfangs noch total begeistert war, hat mich das etwas enttäuscht. Ich hoffe sehr, daß Pullmann in seinem nächsten Band, der hoffentlich nicht wieder 22 Jahre auf sich warten läßt, zu seiner Form aus dem ersten Teil des Buches zurückfindet. Noch will aber wissen wie es weitergeht, noch hat er mich nicht als Leser verloren.
Sprachlich kann man Pullmann sehr gut folgen, auch wenn man bisweilen die Tiergestalt der Dämonen oder nautische Begriffe nachschlagen muß. Gerade bei den nautischen Begriffen mußte ich aber feststellen, daß mir das deutsche Wort ebenso wenig sagt, wie das englische. Ich habe einfach keine Ahnung von der Seefahrt, was dem Spaß an dem Buch aber keinen Abbruch tut.
Ein stellenweise sehr fesselndes Buch, aber leider durch den Bruch in der Geschichte kann ich nicht mehr als 3,5 Sterne vergeben (d.h. etwas besser als Mittelmaß) gerundet auf 4.

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

krokodil, integration, kinder, austauschschüler, australien

Besuch Aus Tralien

Martin Baltscheit , Maria Karipidou
Fester Einband
Erschienen bei Dressler, 23.10.2017
ISBN 9783791500454
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die gutbetuchten schicken Eltern sind von ihrem verwöhnten Sohn Piet genervt, immer meckert er nur. Eine Auszeit in Australien, wo er zwei neue Sportarten, eine neue Sprache lernen und seine Eltern wieder schätzen lernen kann, scheint die perfekte Lösung. Dafür kommt mit dem Flug 0815 Dave aus Australien in die Familie. Dave hat eine komische grüne Haut und 72 spitze Zähne. Er liegt am liebsten im Teich, spricht nur ein Wort „Koi“ und hat ein verwesendes Huhn im Koffer, das er runterschlingt. Irgendwie scheint er nicht so recht zu passen. Das Baby liebt ihn jedoch und nennt ihn fröhlich „Bokodil“. Die Erwachsenen macht das dennoch nicht stutzig. Stattdessen geben sie ihr Bestes, damit er sich einlebt. Dabei lernt er auch den merkwürdigen Nachbarn kennen, ein Treffen mit Folgen.

Bereits das Cover läßt vermuten, daß es sich bei Dave nicht um einen gewöhnlichen Austauschschüler handelt, aber daß man ein Krokodil für einen Jungen hält, ist schon ziemlich abwegig. Darüber hätten wir jedoch hinsehen können, aber schon der Einstieg war für die Kinder sehr befremdlich. Die Eltern haben keine Namen, heißen durchweg nun Mutter und Vater und sind von ihrem Sohn nur genervt. Als er endlich weg ist, beschäftigen sie sich nur mit ihren Handys und machen erstmal Wellness im Hotel. Die Eltern sind sehr distanziert und so baut auch der Leser keine richtige Bindung zu ihnen auf, zu Dave aber auch nicht. Seine Gedanken werden in krokogrün gedruckt, so daß sie deutlich als seine Gedanken gekennzeichnet sind. Beim Vorlesen führt dies allerdings zu Verwirrung. Ebenso verwirrend ist, daß relativ viel Englisch in diesem Buch für 6 - 8 Jährige abgedruckt ist. Teilweise mit der Übersetzung in den Fußnoten, teilweise aber auch als längere Passage in den Illustrationen ohne Übersetzung. Der Einstieg ist etwas abrupt und weckt wenig Neugier bei den Kindern. Als es dann auch noch etwas distanziert und seltsam weiterging, verloren sie schnell das Interesse. Für 6 Jährige ist die Schrift meines Erachtens zu klein und das Text/Bildverhältnis trotz der oft einseitigen Illustrationen ungünstig. Meine 8 Jährige Tochter konnte die recht ungewöhnlichen Fremdwörter für das Alter wie Zimmerservice, Cocktail und Massage lesen, aber für Leseanfänger doch eher ungeeignet. Dennoch fand ich das Buch stilistisch nicht ansprechend. Irgendwie fanden wir überhaupt nicht in die Geschichte hinein. Wahrscheinlich liegt es an der distanzierten Art die Geschichte zu erzählen, aber auch daran, daß das Buch nicht so recht zu wissen scheint, was es denn sein will. Groteske, Satire oder Abenteuergeschichte? Für Kinder sind die vielen sozialkritischen Themen aber dennoch zu abstrakt selbst am Beispiel von Dave kommt es einfach nicht kindgerecht rüber. Der Unsinn deutscher Bürokratie ist z.B. kein Thema für 6 – 8 Jährige, das interessiert sie einfach nicht.

Schön an dem Buch sind die zahlreichen farbigen Illustrationen, bei denen ich aber bisweilen den Eindruck hatte, daß einige logische Lücken und eine unausgegorene Story von den bunten Bildern kaschiert werden sollen.

Mit diesem Buch wurden wir leider überhaupt nicht war. Für uns ist es einfach an der Zielgruppe vorbei geschrieben, es will zu viel und verzettelt sich dabei. Ambitioniert aber leider das Ziel verfehlt. Auch wenn einige wirklich aktuelle Themen angesprochen wurden, konnte ich auch bei den Übertreibungen oder Persiflagen nicht grinsen, weil ich mich einfach zu sehr über die Schwächen geärgert habe und gleichzeitig gelangweilt, ich war echt froh, daß es doch recht kurz ist.

Leider konnte uns das Buch überhaupt nicht überzeugen, aufgrund der amüsanten Illustrationen noch 2 von 5 Sternen.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Bridget Jones' Baby

Helen Fielding , Karin Diemerling , Heike Reissig , Stefanie Retterbush
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Der Hörverlag, 27.10.2016
ISBN 9783844525472
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ja, Bridget ist sich treu geblieben, sie hat noch immer den Hang dazu in jedes Liebesfettnäpfchen zu treten, daß an sich nur vorstellen kann, ihre zwei Freundeskreise, die Singels und die „glücklich“ Verheirateten passen nicht so recht zusammen, aber immerhin ist Jelly-Fish Rebecca nicht mehr in ihrem Leben (Schade, die fand ich immer herrlich unsympathisch). Tja, in „Am Rande des Wahnsinns“ sah es so aus, also ob es ein „Happily ever after“ sei, aber 5 Jahre nach dem romantischen Ende des 2. Tagebuchs ist Bridget wieder Single! Warum es mit ihre Traummann auf den zweiten Blick Mark Darcy nun doch nicht geklappt hat, erfährt die Leserin nicht auf Anhieb, daher mag ich es auch nicht verraten, aber es ist mal wieder ein echter-Bridget-Fettnapf! Auf der Arbeit hat sie mit Miranda eine super Kollegin-Freundin, sogar mit Richard Finch klappt es, aber die Zeiten sind hart und so ist eine Unternehmensberatung zur Optimierung von „Hello Britain“ nun auf den Plan getreten und das heißt nie was Gutes! In Grafton Underwood stehen alle Kopf, denn die Queen hat sich zum Besuch angekündigt. Der Pastor soll zu ihrer Rechten sitzen dürfen, doch wer darf an ihre Linke? Diese für Mutter-Pam-Jones quälende Frage ist für Bridget plötzlich gar nicht mehr so wichtig, als sie beginnt sich zu fragen, warum ihre Tage aussetzen? Noch schlimmer, wer ist der Vater? Eigentlich hat sie ja gelebt wie eine Nonne, aber zweimal eben nicht und das war auch noch kurz hintereinander und nun kommen gleich zwei Väter in Betracht! Wer könnte das wohl sein?

Ich habe mich sehr über dieses Wiederhören mit Bridget und Co. gefreut und werde mich nun auf die Suche nach dem englischen Originalbuch begeben, denn ich fürchte, daß durch die Kürzungen mir einige Lacher vorenthalten wurden. Es ist wieder eindeutig Bridget, aber ich fand Band 2 einfach witziger. Dieser Band ist witzig und das Ende gefällt mir auch, aber bisweilen hatte ich das Gefühl, daß Bridget aus den ganzen Fettnäpfen gar nicht mehr hinaus findet! Einiges Wissen über die Schwangerschaft sollte sich auch bis zu ihr rundgesprochen haben.

Bridget schafft es in diesem Tagebuchjahr natürlich mehr als ein kapitales Problem lösen zu wollen. Erst beginnt sie die Biologische Uhr ticken zu hören, nachdem als Freunde ihrer Eltern und auch die Gäste der Taufe zu ihrem 6. Patenkind sie daran erinnern, dann nimmt die Biologie ihren Lauf, aber durch wen? Bridget’s Vater ist wieder ein Schatz während ihre Mutter wieder eine Queen des Desasters ist. Aber auch wenn die Personen oftmals vertraut sind, ist es doch nicht langweilig. Es ist eine gelungene Mischung zwischen vertrauten Personen und neuen Katastrophen, die einen amüsieren und erheitern, sich fremdschämen und unterhalten.

Sehr gelungen finde ich, daß mit Ranja Bonalana die Synchronstimme der Kinoverfilmungen mit Rénee Zellweger gewählt wurde. Da die Filme ebenfalls gekürzte Fassungen der Romane sind, bekam man beim Hören auch gleich das Kinogefühl. Besonders ist der Umsetzung der verschiedenen Frauenstimmen liegt ihre Stärke, die Herren Mark und Daniel sind ihr dagegen etwas schwächer gelungen.

Eine sehr kurzweilige MP3 von rund 4 ½ Stunden haben mich wieder in meine Vergangenheit begleitet, als ich Liebeskummer mit Bridget Jones‘ Geschichten auskuriert und dabei Englisch gelernt habe. 

Gerne gebe ich unterhaltsame 4 von 5 Sternen für alle Fans von echten Katastrophen, die einen vom eigenen Chaos ablenken.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

jesus, stelzen, kinder, ab 2. klasse, schöne illustrationen

Du bist der Größte!

Max Lucado , Tanja Husmann
Fester Einband: 40 Seiten
Erschienen bei SCM R. Brockhaus, 21.08.2017
ISBN 9783417287899
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Olli lebt in der Stelzenstadt. Dort bekommen jeden Abend die beliebtesten Mitbürger Stelzen verliehen, mit denen Sie hoch über ihren Mitmenschen entlang stolzieren. Sie werden von allen bewundert. Olli träumt davon auch eines Tages ein Paar Stelzen zu erhalten, aber er ist doch so klein und unbedeutend! Als sein Traum endlich wahr wird, stellt er fest, daß es gar nicht so einfach ist, wie er dachte. Es ist sogar ganz schön anstrengend und gefährlich hoch oben in den Lüften und außerdem liebt Jesus alle Menschen, die Kleinen ebenso wie die Großen!
Dieses christliche Bilderbuch für Jungen und Mädchen ab 4 Jahren ist aus dem Englischen übersetzt worden. Das macht sich leider an den Reimen bemerkbar, die nicht immer ganz rund klingen. Aber Kinder lieben Reime und für die Sprachentwicklung sind sie auch echt wichtig!
Ich habe das Buch Johanna (10), Franziska und Antonia (8) vorgelesen. Alle drei fanden die Illustrationen mit ihren leuchtenden Farben richtig toll. Die Illustrationen wirken sehr freundlich und sind ausgesprochen detailreich. Allerdings fanden sie nur das Auftauchen von Jesus in der Geschichte sehr plötzlich (Jesus als solchen haben sie nicht in Frage gestellt, nur sein unvermitteltes Erscheinen). Hierbei ist besonders schön, daß Jesus nur als liebende Umarmung von hinten gezeigt wird. Er umarmt uns, bei ihm finden wir alle Schutz und Liebe. Johanna fand es besonders gut, daß cool zu sein, nicht wirklich erstrebenswert ist, sondern viel zu anstrengend, weil man sich ja dann eigentlich immer verstellen muss. Es ist ja viel praktischer auf seinen eigenen Füßen über den Boden zu laufen!
Meine Nachbarin hat das Buch mit ihren Max Lucardo begeisterten Kindern gelesen. Debbie ist auch tatsächlich 4 Jahre alt. Sie hat das plötzliche Auftauchen von Jesus nicht hinterfragt. Aus ihrer Perspektive war dies völlig normal. Auch Debbie und ihre Mutter fanden die Bilder richtig toll und auch die Botschaft, daß es Jesus völlig egal ist, wie groß oder bedeutend wir sind, er liebt uns alle, hat ihnen gut gefallen und meinen Mädels ebenso.
Die übersetzten Reime sind jetzt nicht wirklich schlecht und holprig, allerdings ist es sprachlich nicht optimal, weswegen wir einen Stern abziehen, so daß wir es mit guten 4 von 5 Sternen gerne weiterempfehlen.

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24 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

kochen, eintöpfe, suppe, genießen, löwenzahnverlag

Spoonfood

Bianca-Rafaéla Baswald , Michael Baswald
Fester Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Löwenzahn Verlag, 15.09.2017
ISBN 9783706626309
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich liebe Suppen und dieses Buch hat mich soooo lange schon angelacht, daß ich total glücklich war, es bei Lovely Books im Rahmen einer Leserunde zu gewinnen. Hierfür sollte man 3 Rezepte testen, wer mir auf FB folgt, der hat festgestellt, bei 3 Rezepten ist es nicht geblieben!

Dieses Buch bietet mehr als nur 120 Suppen bzw. Eintöpfe, die nach den vier Jahreszeiten sortiert sind. Es bietet Grundrezepte für Gemüsebrühe, Hühnerbrühe und Rindsbrühe, sowie Grundrezepte für die Beilagen Croutons, Nockerl, Ciabatta, Semmelknödel, Fleischbällchen, Cranberry-Couscous und Naan-Brot. Es endet mit einem Saison-Kalender für frische Zutaten, einem Glossar, der auch deshalb praktisch ist, weil es ein Österreichischer Verlag ist und einige Zutaten innerhalb von Österreich, der Schweiz und Deutschland andere Namen tragen, anschließend vor das Alphabetische Rezeptregister und das wird viele Veganer, Vegetarier, Lactose- oder Glutenintolerante freuen: ein Rezeptregister nach Ernährungsgewohnheiten! Das finde ich super, auch wenn ich nicht unter diese Kategorien falle, in Suppe Croutons oder Nockerl zu werfen, oder Sahne zu zufügen oder mit Hackfleisch sättingender zu machen, das bekomme ich schon hin.

Jedes Rezept ist mit einem wirklich appetitanregenden Foto versehen, schon optisch ist das Buch ein Genuß. Mehr Fotos von meinen Kochversuchen findet Ihr bei Facebook unter danielamariaursula

Ausprobiert habe ich jetzt im Herbst/Winter aus mindestens jeder Jahreszeit ein Rezept

Aus dem Bereich Frühling probierte ich die Kartoffel-Lauch-Cremesuppe. Sehr lecker, sehr einfach und mit selbstgemachten Croutons ein absoluter Genuss. Die Croutons aus altem Brot waren der absolute Liebling, sie wollte sie nun täglich essen, aber unser Brot ist ja nicht immer alt und frisches Brot braucht länger, um so richtig schön knusprig zu werden.

Der Karfiol-Kartoffel-Eintopf mit Kokosmilch kam bei uns Eltern auch sehr gut an (Karfiol für Blumenkohl finde ich echt klasse!), gerade die Kokosmilch verlieh diesem Eintopf eine besondere Note und Kokosöl habe ich nun auch immer vorrätig. Die Große fand die Kokosmilch aber nicht gut, da sie keine Kokosnuss mag.

Im Sommer-Teil lockte die Brokkolicremesuppe mit knusprigen Croutons (ja, die sind nun ein Muss) hatte mich etwas enttäuscht, bis ich feststellt, daß man sie besser vorkochen sollte. Als ich die Reste aufwärmte, fand ich sie viel aromatischer und sämiger. Auch diese Suppe ging schnell und einfach.

Gestern gab es den Kartoffel-Lauch-Pilz-Eintopf, zu sehen hier auf dem Foto, super lecker, da war ich richtig froh, daß meine Kinder keine Pilze mögen, da blieb mehr für mich! Aber man sollte schon für eine Einlage sorgen, um satt zu werden.

Bei den Winterrezepten brachte mich die Weißkohlsuppe an meine Grenzen. So ein Weißkohl ist ja riesig, wenn man ihn selbst zerteilen will! Dafür konnte ich aus einem Kopf allerdings auch mehr als einmal Suppe kochen, da wir keine größeren Töpfe haben. Mein Mann fand es super lecker und wollte mehrfach Nachschlag, die Große sah uns nur entgeistert an und das lag nicht nur daran, daß sie an dem Tag richtig krank war…

Nun könnte man meinen, die Rezepte wären jetzt nicht so unterschiedlich, ein wenig einseitig, aber das stimmt nicht, denn sie variieren vom Fenchel-Hühner-Eintopf, über Indischen-Kurkuma-Gemüse-Eintopf und Gemüse-Chili-mit Wraps oder Ratatouille mit Basmati-Reis. Allerdings sind einige Rezepte wirklich saisongebundener und andererseits, hat mein Mann das Problem, daß seine Frauen sehr speziell bei den Zutaten sind. Umso erstaunlicher ist es, daß nach 5 Suppen, mich immer noch ganz viele Rezepte anlachen, die ich ganz sicher noch ausprobieren werde. Irgendwann gibt es auf jeden Fall noch die Knoblauchcremesuppe und Zwiebelsuppe für die Eltern und auch die Bärlauchsuppe rufen nach mir und nicht nur die, die Liste könnte aber bis zu 100 weitere Rezepte lang werden.

Eigentlich sollten die Rezepte immer auf 4 Personen abgestimmt sein, aber der Hunger fällt ja bisweilen unterschiedlich aus. Das macht nicht wirklich was, denn wenn man mehrere Rezepte ausprobiert hat, dann versteht man das Prinzip, nachdem man Suppen und Eintöpfe ziemlich leicht selbst mit dem Inhalt des eigenen Kühlschrankes oder der Gemüsebeete zubereiten kann. Das gefällt mir sehr gut. Die Rezepte sind gut und übersichtlich aufgebaut und gegliedert. Durch die Hinweise, welche Zutaten man weglassen oder hinzugeben kann, um sie Vegan oder gluten-frei zuzubereiten, kann man sich auch gut ableiten, wie man die Rezepte selbst variieren kann, insbesondere da zu Beginn in den Basics darauf hingewiesen wird, worauf beim Suppenkochen zu achten ist und welche Basics man immer im Hause haben sollte. Das ist prima, kommt man Sonntag-Abends verfroren aus dem Schnee, kann man sich so nämlich leicht ein nahrhaftes gesundes Süppchen zum Aufwärmen kochen. Lecker!

Die Autoren wissen aber auch was schmeckt, denn sie leben davon, in Wien betreiben sie gemeinsam das Lokal „Spoonfood“.

Ganz sicher wird dies eines meiner am häufigsten benutzen Kochbücher werden!

Begeisterte 5 von 5 Sternen!

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31 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

krieg, frankreich, freundschaft, nazis, flucht

Der Pfad - Die Geschichte einer Flucht in die Freiheit

Rüdiger Bertram , Heribert Schulmeyer
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei cbj, 16.10.2017
ISBN 9783570172360
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Europa 1941: Europa befindet sich im Krieg. Nicht nur Juden verlassen wann immer möglich Deutschland, auch die geistige und kreative Elite versucht das Land zu verlassen. Viele sind zuerst nach Paris geflohen, bis sie auch von den Franzosen als Feinde in Lager gesteckt wurden. Als die Wehrmacht in Paris einmarschierte gelang vielen die Flucht in den „freien“ unbesetzten Süden. Doch auch dort unterstützen immer mehr deutsche Soldaten die französischen Polizisten oder Soldaten bei Razzien oder Kontrollen. Die Flucht nach Amerika wird immer dringender und immer schwieriger. Der kritische deutsche Journalist Ludwig Kaiser hat bereits seit Jahren seine Heimat verlassen, sein 12 jähriger Sohn Rolf spricht inzwischen Französisch. Über das Meer gibt es keine Fluchtmöglichkeiten mehr aus Marseille, da hilft nur noch eine Flucht über die Pyrenäen nach Spanien und vor dort auf ein Schiff im Lissaboner Hafen. Endlich hat Ludwig alle gefälschten Papiere beisammen und auch von seinen letzten Ersparnissen zwei Schiffspassagen gekauft, sie verlassen die Gemeinde der Gestrandeten in Marseille, um mit Hilfe von Widerstandskämpfern die Flucht durchs Gebirge anzutreten. Für die zwei Großstädter ist dies ein harter und gefährlicher Weg, geleitet von einem Ziegenhirten in Rolfs Alter.

Diese Geschichte ist ab 12 Jahren sehr gut geeignet. Sie ist so spannend, dass kein Kind zu sagen wagen würde: bitte keine Kriegsgeschichte. Der Krieg spielt auch eher am Rande eine Rolle, es ist mehr eine Frage der Bedrohungslage. Denn Rolf und sein Vater befinden sich ja eigentlich schon im unbesetzten Teil Frankreichs und dennoch kontrollieren dort auch deutsche Nazi. Selbst hinter der spanischen Grenze treiben deutsche Soldaten ihr Unwesen. Viel haben wir in der Schule gelernt über die Judenverfolgung, die Verfolgung der Sinti und Roma, der Kommunisten, der Homosexuellen, diesmal geht es um die Verfolgung der kritischen Geister aus Sicht eines 12 Jährigen. Als Journalist, fällt Vater Ludwig die Emigration nicht leicht. Während Romanautoren auch im Exil noch auf Deutsch schreiben können, in der Hoffnung eines Tages wieder verlegt zu werden, war es schier unmöglich als deutscher Journalist in den Vereinigten Staaten Artikel an deutschsprachige Zeitungen zu verkaufen, um davon zu leben. Seine Frau hatte weniger, was sie an Deutschland hielt. Als Tänzerin kann sie überall auftreten, ohne Sprachbarriere und ist daher schon nach New York vorgereist, um für ihre Familie alles vorzubereiten. Doch die Lage in Europa hat sich anders entwickelt, als von Ludwig erhofft und so versuchen sie noch auf den letzten Routen vor den Nazis zu entkommen. Denn auch Ludwig steht auf der Liste deren, die die Nazis auf keinen Fall entkommen lassen wollen. Im Rahmen der Schilderungen lernen die Kinder viel über die Bücherverbrennung in Berlin und Erich Kästner. Diesem ist Rolf in Berlin persönlich begegnet und so begleitet ihn sein persönlich signiertes Exemplar von „Der 35. Mai“ quer durch Europa. Ich möchte nun auch unbedingt dieses Werk von Kästner lesen. Es ist aber auch eine Geschichte über großen Mut in Zeiten der Not und wahren Freundschaft, die sich auch zwischen zwei Menschen entwickeln kann, die sich auf Anhieb nicht mochten und ein Leben lang halten. Großstädter Rolf mit seinem Kuschel-Terrier und Hirtenjunge Manuel, der nicht Lesen und Schreiben kann und nicht versteht, wozu man einen Hund zum Kuscheln braucht, kommen aus ganz verschiedenen Welten. Doch wenn man eine andere Welt kennen lernt, kann man sie besser verstehen und auch schätzen. Meist macht nur das Fremde Angst, daher ist es wichtig es kennen zu lernen.

Auch wenn diese Flucht, die an wahren Schicksalen orientiert ist, eine Zeit vor über 70 Jahren betrifft ist sie nicht nur eine Geschichte wider das Vergessen. Sie ist immer noch aktuell, denn noch immer fliehen Kinder ohne Eltern zu uns nach Europa, sie sind hier noch viel fremder, als der Berliner Rolf in den Pyrenäen. Daher hoffe ich, daß dieses Buch neben Spannung und Geschichtsverständnis auch Toleranz und Neugierde auf fremde Kulturen weckt. Eigentlich bin ich mir dessen sehr sicher und wünsche mir sehr, daß dieses wirklich wertvolle Buch auch im Schulunterricht zum Einsatz kommen wird. Ich bin ganz sicher, daß nicht nur die Comics zu Beginn und zum Ende des Buches die Kinder packen wird, sondern auch die Spannung und die Emotionen. Aber Vorsicht: dieses Buch ist ab 12 Jahren und kein Disney-Film! Es ist ein Abenteuer nahe an der damaligen Realität!

Begeisterte 5 von 5 Sternen, nicht nur für Jungs und Mädels ab 12, sondern auch für deren Eltern und Lehrer!

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Polly Schlottermotz - Potzblitzverrückte Weihnachten!

Lucy Astner , Lisa Hänsch
Flexibler Einband
Erschienen bei Planet! ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 05.10.2017
ISBN 9783522505673
Genre: Kinderbuch

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