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33 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

geister, kinderkrimi, kinderbuch, mobbing, oma

Max und die Wilde Sieben - Die Geister-Oma

Lisa-Marie Dickreiter , Winfried Oelsner , Ute Krause
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.03.2015
ISBN 9783789133343
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Max, das Kind, das in einem echten Schloss lebt, ist wieder da!
Max, das Kind, das in einem Altersheim lebt, ist wieder da!
Gegensätze? Von wegen! Genau darin besteht der Reiz dieser Kinderbuchserie, die im 2. Band unsere großen Erwartungen nicht enttäuscht hat: Max lebt als Sohn einer Krankenschwester in einem als Altersheim umfunktionierten Schloss und hat sich dort mit drei etwas „bekloppten“ Omis und Opis angefreundet, mit denen er bereits (Band 1) einen Krimi-Fall gelöst hat. Auch diesmal sind Intelligenz, Gespür und Mut gefragt, denn im Schloss spuckt! Ob Max und seine Freunde den Fall lösen werden?

Eine tolle Geschichte mit ganz viel Humor, originell, durchdacht, kindgerecht, spannend. Im Buch entwickeln sich diesmal zwei Handlungssträhne parallel: die Geisteroma-Geschichte im Schloss, und ein Fußballspiel zwischen Schülern und „alten Säcken“, um „die Ehre von Max“ vor seinen Schulkameraden zu verteilen. Uns hat es gut gefallen, dass im Vergleich zum 1. Band etwas mehr vom Schulalltag erzählt wurde, und die Fußballszenen waren sowieso urkomisch (und die Zeichnungen auch! Es gibt z.B. ein Bild mit drei „Liegestuhl-Omas im Fußballfieber“, bei der wir uns totgelacht haben). 

Sehr schön finden wir die Beziehung zwischen Max und den alten Freunden, die er im Altersheim hat: Dies ist das Beste am Buch, die Beziehung zwischen den Generationen wird mit Tiefsinn und Leichtigkeit zugleich erzählt, es wird Wichtiges gesagt, ohne die jungen Leser zu belehren! Max ist diesmal rücksichtsvoller im Umgang mit den älteren Leuten, er versteht sie besser, und sie verstehen ihn, die Beziehung läuft runder und entspannter, man kann die Dialogen wirklich genießen. 

Im Vergleich zum 1. Band ist vielleicht etwas weniger Spannung drin, aber vielleicht lag es daran, dass meine Kinder relativ schnell verstanden hatten, wer der Täter sein konnte. Trotzdem konnten wir diese tolle Geschichte bis zum Schluss genießen… und nun freuen wir uns sehr auf den nächsten Band! 

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Tags: freundschaf, geister, max, mut, schloss, spa, spannung   (7)
 

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

abenteuer, dracula, vampire, bella, vampir

Henry Hunter jagt den Urvampir

John Matthews , Nadine Mannchen ,
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Knesebeck, 12.02.2015
ISBN 9783868737622
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Rudolphus ist ein braves Kind in einem seltsamen Internat. Dort lernt er den abenteuerlustigen Henry kennen, der nicht nur sehr viel Geld hat, sondern auch alle möglichen Sprachen spricht, sich mit vielem auskennt und diverse Kampfsportarten beherrscht. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach dem Urvampir und reisen bis nach Transsilvanien. Ob sie das gefährliche Abenteuer überleben?

„Henry Hunter jagt den Urvampir“ ist der 1. Band einer neuen Serie auf dem Kinderbuchmarkt (Knesebeck Verlag). Obwohl schon im Titel auf das Thema „Vampire“ verwiesen wird, sieht das Buch keinesfalls gruselig aus, denn auf dem Coverbild erkennt man die beiden Hauptdarsteller vor einem schönen blauen Hintergrund, es wird auf die üblichen Schlösse, Fledermäuse und Vollmonde verzichtet, die normalerweise Kinderbücher zu diesem Thema schmücken. So hat man beim Aufschlagen des Buches auch nicht den Eindruck, dass es sich um ein Gruselbuch handelt, obwohl natürlich Spannung zu erwarten ist (s. auch den Klappentext).

Das Buch ist in der Tat kindgerecht geschrieben, spannend aufgebaut, jedoch nie übertrieben gruselig, sodass vor allem Kinder im Alter von ca. 9 Jahren hiermit auf ihre Kosten kommen werden. Schwarz-weiße Zeichnungen unterstreichen die Erzählung und lockern manche Seiten auf.
Das Beste am Buch ist für mich der Sprachstil. Das Buch ist schön geschrieben, die Sätze sind nicht zu lang und es wird viel direkte Rede verwendet, allerdings ist das Sprachniveau ziemlich hoch und auch der Wortschatz ist nie zu platt oder banal, ohne dass die Sprache jedoch für die Zielgruppe unverständlich oder unrealistisch wirkt.
Weniger gut haben mir die Figuren gefallen. Das Buch ist aus der Sicht von Rudolphus Pringle geschrieben, wobei der eigentliche Held eher sein Freund Henry Hunter ist. Beide Kinder sind im selben Internat und freunden sich im 1. Kapitel (meiner Ansicht nach das beste im ganzen Buch) an, doch sie sind sehr verschieden. Henry Hunter stammt aus sehr wohlhabenden Eltern, die sich zwar nicht um ihn kümmern, ihm jedoch alle Mittel zur Verfügung stellen, um ohne finanzielle Sorgen Flugzeuge anmieten zu können, Hotelzimmer zu bezahlen usw. Das ist für mich auch das größte Manko an das Buch: Die Figuren sind völlig unrealistisch, vor allem Henry, der ohne zu zögern alles bekommen kann, was er für seine Abenteuer braucht. Das Buch thematisiert es gar nicht, denn es geht hier um die Suche nach den Spuren von Graf Dracula und vom Urvampir, doch die Fähigkeiten und die Mittel von Henry sind teilweise so übertrieben, dass das Ganze auch für ein phantastisches Kinderbuch zu unglaubwürdig wirkt. Kinder würden sich zwar von der Abenteuer in ihren Bann ziehen lassen, würden sich jedoch sicherlich auch fragen, warum die beiden Hauptdarsteller als Kinder allein in einem Hotel ein Zimmer bekommen können, dazu auch noch allein fliegen, überall nachfragen, die Schule schwänzen usw. Die reichlichen finanziellen Mittel von Henry Hunter reichen als Erklärung nicht unbedingt.
Darüber hinaus fand ich das Ende etwas enttäuschend, aber wahrscheinlich ist es so gewollt, um gleichzeitig mit diesem Abenteuer abzuschließen und eine Brücke zum nächsten Band der Serie zu schlagen, was aber meiner Meinung nach nicht so gut gelingt.

Fazit: Ein spannendes, nicht zu gruseliges Abenteuer zum Mode-Thema Vampire mit einem guten Sprachstil, aber inhaltlich nicht 100% überzeugend. 

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Tags: abenteuer, dracula, freundschaf, henry hunter, henry hunter jagt den urvampir, transsilvanien, vampir   (7)
 

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71 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

familie, familiengeschichte, baltimore, haus, geschwister

Der leuchtend blaue Faden

Anne Tyler , Ursula-Maria Mössner
Fester Einband: 452 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 27.02.2015
ISBN 9783036957128
Genre: Romane

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212 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

frankreich, islam, universität, dystopie, islamisierung

Unterwerfung

Michel Houellebecq , ,
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 02.02.2015
ISBN 9783832197957
Genre: Romane

Rezension:  
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351 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 95 Rezensionen

glück, familie, autismus, kinderbuch, jugendbuch

Das Blubbern von Glück

Barry Jonsberg , Ursula Höfker
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei cbt, 22.09.2014
ISBN 9783570162866
Genre: Kinderbuch

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100 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 30 Rezensionen

england, london, nick hornby, fernsehen, blackpool

Miss Blackpool

Nick Hornby , Ingo Herzke ,
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 13.11.2014
ISBN 9783462046908
Genre: Romane

Rezension:

Englische Provinz, sechziger Jahre. Ein sehr hübsches Mädchen gewinnt einen Schönheitswettbewerb, möchte aber gar keine Schönheitskönigin sein, deshalb verzichtet sie sofort auf den Titel und verlässt ihr Geburtsort Richtung London. Dort hofft sie, Karriere zu machen, und zwar als komische Darstellerin in Fernsehen. Ein hübsches Gesicht, eine wundervolle Figur, sehr viel Ehrgeiz und etwas Glück, und der Sprung gelingt. Barbara wird zu TV-Star, aber wird sie deshalb auch glücklich?

Mit sehr großen Erwartungen habe ich mich diesem neuen Roman eines meiner Lieblingsautoren angenähert, versprochen habe ich mir dabei Ironie, außergewöhnliche Figuren, einen tiefen Blick in die Gesellschaft, nicht nur in die englische. Leider wurden meine Erwartungen etwas enttäuscht. Das Buch ist nicht schlecht, die Thematik ist interessant, die subtilen Geistesblitze von Nick Hornby sorgen hin und wieder für scharfsinnige Unterhaltungsmomente, doch wollte diesmal der Funke nicht überspringen. Vielleicht lag es an Barbara-Sophie, die Hauptdarstellerin, mit der ich mich überhaupt nicht identifizieren konnte: Sie definiert sich über ihren Ehrgeiz, ihre Schönheit, ihr „anders sein“, aber ist sie wirklich so toll, so witzig, so außergewöhnlich? Irgendwie verzettelt sich der Autor in der Beschreibung einzelner Handlungen, Nebenfiguren, Details aus der tatsächlichen Fernsehwelt der Sechziger, und verliert dabei seine Hauptdarstellerin aus den Augen. Sie wird immer lebloser, beinahe richtig unsympathisch, ohne dass ernsthafte kritische Absichten des Autors dabei erkennbar werden.

Mein Eindruck ist, dass Hornby hier zu viel erreichen wollte und zum Schluss ins Leere greift. Sein Roman strebt zu viel an: Portrait einer ganzen Epoche (60. Jahre), eines ganzen Milieus (Fernsehwelt), bestimmter gesellschaftlichen Gruppierungen (Frauen, Homosexueller, vermeintliche Kreative), und dann noch ein bisschen Darstellung der Dialektik Provinz – Hauptstadt, Theater – Fernsehen, Jugend – ältere Generationen, Armut – Reichtum, Ehe als Leidenschaft – Ehe als Familienpflicht… etwas weniger Zutaten, und das Ergebnis hätte deutlich besser geschmeckt.    

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Tags: fernsehwelt, miss blackpoo, nich hornb, sixtie   (4)
 

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51 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 25 Rezensionen

akademie, geschichte, internat, abenteuer, fantasy

Die Akademie der Abenteuer - Die Knochen der Götter

Boris Pfeiffer
Fester Einband: 284 Seiten
Erschienen bei Bibliographisches Institut, 19.07.2010
ISBN 9783411071043
Genre: Fantasy

Rezension:

Rufus ist ein Junge, der die Schule nicht wirklich mag, deshalb ist er in den letzten Wochen immer ins Museum statt in die Schule gegangen, um die Gemälde nachzuzeichnen. Als seine Mutter plötzlich einen Brief bekommt, wo drauf steht, dass er Hochbegabt ist, ist er völlig durcheinander. Wer hat ihn empfohlen und steckt seine Mutter vielleicht dahinter? So landet er in der Akademie der Abenteuer und lernt zwei neue Freunde kennen. Zusammen erleben sie viele spannende Abenteuer aus alten Zeiten. Werden sie es schaffen, das Geheimnis der Pharaonin zu lüften?

In diesem Roman geht es um Freundschaft, aber auch um das alte Ägypten. Die Figuren reisen nämlich in die Vergangenheit, und deswegen fand ich das Buch besonders interessant, denn ein Roman, in dem über die Vergangenheit geschrieben wird, ist doch wirklich spannend! Für mich als 10-jähriger Junge war alles gut verständlich, was man in den Zeitreisen lesen konnte. Ich habe in der Schule noch keinen Geschichtsunterricht gehabt, so habe ich viel gelernt, denn es kommen im Buch viele interessante historische Elemente vor, z.B. wie man im alten Ägypten Statuen aus Metall gemacht hat, die davor nur aus Wach bestanden. Doch kam ich nie auf die Idee, dass dies ein Schulbuch sei, denn das Lesen war einfach nur spannend.

Dieses Buch enthält viele Rätsel, die aber erst zum Schluss aufgeklärt werden, z.B. habe ich mich die ganze Zeit gefragt, warum Filine so viel über das Ägypten wusste. Deshalb blieb die Lektüre bis zum Schluss äußerst interessant.

Das Abenteuer findet die meiste Zeit in einem riesigen, magischen Internat statt, wo man die komischsten Fächer lernt. Ich würde aber nicht gerne in ein solches Internat gehen, denn meine Familie würde mir bestimmt fehlen.

Dieses ist der erste Band einer spannenden Abenteuerserie und ich würde gerne auch die anderen Bänder lesen. Meiner Meinung nach wird diese Lektüre allen Kindern ab 10 Jahren gefallen.

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Tags:  
 

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

abenteuer, akademie, geschichte, kinderbuch, ägypten

Die Akademie der Abenteuer

Boris Pfeiffer
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.04.2013
ISBN 9783551311825
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Rufus ist ein Junge, der die Schule nicht wirklich mag, deshalb ist er in den letzten Wochen immer ins Museum statt in die Schule gegangen, um die Gemälde nachzuzeichnen. Als seine Mutter plötzlich einen Brief bekommt, wo drauf steht, dass er Hochbegabt ist, ist er völlig durcheinander. Wer hat ihn empfohlen und steckt seine Mutter vielleicht dahinter? So landet er in der Akademie der Abenteuer und lernt zwei neue Freunde kennen. Zusammen erleben sie viele spannende Abenteuer aus alten Zeiten. Werden sie es schaffen, das Geheimnis der Pharaonin zu lüften?

In diesem Roman geht es um Freundschaft, aber auch um das alte Ägypten. Die Figuren reisen nämlich in die Vergangenheit, und deswegen fand ich das Buch besonders interessant, denn ein Roman, in dem über die Vergangenheit geschrieben wird, ist doch wirklich spannend! Für mich als 10-jähriger Junge war alles gut verständlich, was man in den Zeitreisen lesen konnte. Ich habe in der Schule noch keinen Geschichtsunterricht gehabt, so habe ich viel gelernt, denn es kommen im Buch viele interessante historische Elemente vor, z.B. wie man im alten Ägypten Statuen aus Metall gemacht hat, die davor nur aus Wach bestanden. Doch kam ich nie auf die Idee, dass dies ein Schulbuch sei, denn das Lesen war einfach nur spannend.

Dieses Buch enthält viele Rätsel, die aber erst zum Schluss aufgeklärt werden, z.B. habe ich mich die ganze Zeit gefragt, warum Filine so viel über das Ägypten wusste. Deshalb blieb die Lektüre bis zum Schluss äußerst interessant.

Das Abenteuer findet die meiste Zeit in einem riesigen, magischen Internat statt, wo man die komischsten Fächer lernt. Ich würde aber nicht gerne in ein solches Internat gehen, denn meine Familie würde mir bestimmt fehlen.

Dieses ist der erste Band einer spannenden Abenteuerserie und ich würde gerne auch die anderen Bänder lesen. Meiner Meinung nach wird diese Lektüre allen Kindern ab 10 Jahren gefallen.

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Tags: ägypte, akademie der abenteue, freundschaf, internat, reise in die vergangenheit   (5)
 

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

heribert schulmeyer, humor, comic, rüdiger bertram, coolman und ich – geht nicht gibt’s nicht

Coolman und ich - Geht nicht gibt's nicht

Rüdiger Bertram , Heribert Schulmeyer
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 19.09.2014
ISBN 9783789120244
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Kai ist ein Kind und hat einen Freund, nur dass sein Freund halt ein unsichtbarer Freund ist. Er heißt Coolman und man versteht nicht, wie alt er ist und ob er ein Außerirdischer, ein Superheld oder ein außergewöhnlich komischer Mensch ist. Im Labor drück Kai aus Versehen auf einen Knopf und ist auf einmal unsichtbar. Das ist zwar für manche Sachen praktisch, z.B. um kostenlos mit dem Bus zu fahren, aber trotzdem lästig, denn dann setzen sich die Leute auf einen drauf. Da hilft Lena (seine Freundin) ihm, wieder sichtbar zu werden. Leider stellt sich Coolman ungeschickt an und wird deshalb auch sichtbar, was für Aufmerksamkeit sorgt. Werden sie es schaffen, alles wieder „normal“ zu machen?

In diesem Roman gibt es viel Humor und auch ein bisschen Spannung. Eigentlich handelt es sich um den 8. Band der Abenteuer mit Coolman: Obwohl ich die anderen Bände nicht gelesen hatte, konnte ich alles gut verstehen. In diesem Buch gibt es viele Witze, aber trotzdem kann man auch eine interessante Geschichte erkennen. Mir hat Coolman besonders gefallen, denn er ist zwar ein Superheld, aber ich hatte mir Superhelden anders vorgestellt. Coolman kann nicht fliegen, ist nicht besonders stark und eher witzig als beängstigend, deshalb heißt er auch „Coolman“ von „cool“. In diesem Buch handelt es sich um einen Jungen, der wie ich heutzutage in die Schule geht und Familie und Freunde hat, aber es geschehen auch merkwürdige Dinge, die sehr witzig und nicht alltäglich sind. 

Ich fand es schön, dass Kai direkt mit dem Leser kommuniziert, denn so versetzt man sich sofort in ihn. Eine weitere Besonderheit dieses Romans sind die vielen Comics, die zur Geschichte gehören und nicht wie normale Bilder einfach das wiederholen, was man schon gelesen hat. Sie begegnen einem fast jede Seite und bringen einen oft zum Lachen.

Ich hoffe, dass diese Serie nicht hier endet, denn ich würde gerne weitere Geschichten über Coolman lesen. Ich empfehle die Lektüre dieses Buches für Jungen und Mädchen ab 9 Jahre (ich bin 10 Jahre alt), auch wenn sie nicht so viel lesen, weil durch die Comicbilder lässt sich die Geschichte schnell lesen.      

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Tags: chul, coolma, ics, wi, superhelden   (4)
 

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243 Bibliotheken, 7 Leser, 4 Gruppen, 65 Rezensionen

wien, daniel glattauer, journalist, vater-sohn-beziehung, spenden

Geschenkt

Daniel Glattauer
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 25.08.2014
ISBN 9783552062573
Genre: Romane

Rezension:

Ein etwas antriebsloser Journalist, der Kurznachrichten für eine lokale Gratiszeitung schreibt und abends die Gemeinheiten seiner höhepunktlosen Existenz mit genauso uninspirierten Kumpels in einer typischen Wiener Kneipe bis in die Morgenstunde bespricht, während Bier- und Schnapsgläser ununterbrochen aufeinanderfolgen… Der aufgeweckte 14-jährige Sohn einer alleinerziehenden Ärztin, die einige Monate beruflich in Afrika tätig ist und ihn für die Dauer ihres Auslandsaufenthalts Verwandten und alten Freunden anvertraut. Eine alleinstehende Zahnärztin, bei der es ziemlich lange dauert, bis sich Gefühle entwickeln. Ein geheimnisvoller „Geldgeber“, der mit anonymen Spenden für große Freude und für mindestens genauso große mediale Unruhe sorgt…und schließlich jede Menge armer Schlucker, Asylbewerber, Kranken, Alkoholiker bzw. Alkoholgefährdeter und mittelloser jeglichen Alters und Geschlechts. Aus diesen Zutaten ist es Daniel Glattauer gelungen, eine höchst amüsante und jedoch tiefsinnige, teilweise etwas utopische Geschichte zu schreiben, die ihren Lesern auf subtile Art unterhält und zugleich zum Nachdenken anregt. 
 
„Geschenkt“ könnte als ein etwas untypischer Bildungsroman gelten, in dem die Entwicklung einer Hauptfigur dargestellt wird, denn in der Tat erzählt dieses Buchs die Geschichte eines Mannes, dessen Leben und Lebenseinstellung sich durch anfangs unvorhersehbare Ereignisse radikal verändern. Doch würde eine solche Beschreibung das Auffälligste an diesem Buch nicht erwähnen, nämlich die äußerst feine (Selbst-)Ironie, mit der das Schicksal des Hauptdarstellers – übrigens auch der Ich-Erzähler – beschrieben wird und die diese teilweise wenig glaubwürdige Geschichte besonders erfrischend und vergnüglich erscheinen lässt. Während der Lektüre dieses Romans ertappt sich der Leser dauernd beim Schmunzeln, denn die zum Teil auch spannend gestaltete Jagd nach dem anonymen Geldspender wird durch die äußerst amüsanten Gedanken und Selbstausreden der Hauptfigur zum wahren Lesegenuss. Dabei werden jedoch auch wichtige soziale Themen gestreift, etwa Armut, Asyl und Ausländerrecht, Zerfall der Familie und übermäßiger Alkoholkonsum. 

So gelingt es Daniel Glattauer eine unterhaltsame, intelligente, humorvolle Geschichte zu präsentieren, die neben Vater-Kind-Beziehungen, Liebe und persönliche Verwirklichung auch allgemein relevante, soziale Themen ohne gehobenen Zeigefinger und jedoch mit feiner Leichtigkeit darstellt.
 
Eine überzeugte Leseempfehlung für alle, die trockenen Humor und Optimismus schätzen. 

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Tags: alkoholkonsu, daniel glattauer, journalismus, optimismus, spende, vater-sohn-beziehung, wie   (7)
 

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143 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

liebe, vergangenheit, erinnerungen, paris, frankreich

6 Uhr 41

Jean-Philippe Blondel , Anne Braun
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 28.07.2014
ISBN 9783552062559
Genre: Romane

Rezension:

Cécile und Philippe waren einst ein Paar. Sie hatten einander auf einer Party im Garten kennengelernt, oder besser gesagt kannte Cécile Philippe bereits, denn wer kannte damals nicht den gutaussehenden, beliebten jungen Mann, der „das eigene Leben zu einem Fest machen würde“ (S. 51)? Doch er hätte die unscheinbare, eher durchschnittliche Cécile nie bemerkt, hätte er an jenem Abend nicht zu viel getrunken und wäre Cécile nicht so schlagfertig gewesen. Aber eine derart ungleiche Beziehung hatte keine Zukunft, etwas passierte, eine Nacht in London… Nun sind viele Jahre vergangen (siebenundzwanzig), das Leben hat bei den beiden seine Spuren hinterlassen, sie haben sich viel verändert. Und dann steigen sie beide in denselben Zug von 6 Uhr 41 nach Paris und das Schicksal spielt nochmal mit ihnen, indem sie plötzlich nebeneinander sitzen. Was wird nun passieren? Und wird überhaupt etwas passieren?

Die ganze Geschichte spielt sich in den Köpfen der Hauptfiguren ab, die während der Fahrt ihren Gedankenfäden verfolgen und sich jeder für sich mit der gemeinsamen Vergangenheit und den jeweils darauf folgenden Leben auseinandersetzen. Jeder für sich. Die einzelnen Kapitel stellen abwechselnd ihre Gedanken dar, während der Leser sich immer stärker fragt, ob sie sich endlich ansprechen oder doch weiter so tun werden, als würden sie sich nicht (er-)kennen. Eine subtile Spannung steigt auf, Vergangenheit und Gegenwart vermischen sich, die Perspektiven vervielfachen sich auf eine äußerst interessante und originelle Art. Dem Leser steht für jede Figur immer ein sehr facettenreiches Bild zur Verfügung: die unscheinbare Cécile der Vergangenheit, die selbstbewusste Cécile heute, die unattraktive Cécile in der damaligen Betrachtung von Philippe, die erfolgreiche Cécile, wie er sie mit den jetzigen Augen wahrnimmt, der vielversprechende Philippe in der Jugendzeit, seine eigene eher gescheiterte Existenz, die Erinnerungen von Cécile an einen jungen, arroganten, gutaussehenden Philippe und der glanzlose Philippe der Gegenwart, den sie beinahe bemitleidet. Bilder vermehren sich wie in einem Kaleidoskop, und der Leser kann bei diesem feinen „Bildungsroman im Rückblick“ die Entwicklungen der Hauptdarsteller rekonstruieren und den Puzzle ihrer Existenzen nach und nach zusammenbauen. 

Dabei ging es mir persönlich gar nicht wirklich darum, ob Cécile und Philippe sich schließlich ansprechen werden oder nicht, sondern um die grundlegenden, existentiellen Fragen der Entwicklungen, die das eigene Schicksal mit sich bringen kann, der eigenen und der fremden Wahrnehmungen, der Auseinandersetzung mit dem, was man geworden ist und was man hätte werden können.

Eine subtile Geschichte, die viele Anregungen zum Nachdenken bietet, ohne jemals langweilig oder schwerfällig zu werden. Eine Geschichte, in welcher jeder etwas von sich wieder finden wird.  

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Tags: 6 uhr 41, erinnerungen, jean-philippe blonde, schicksal, vergangenhei, zugfahrt   (6)
 

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

tiere, freundschaft, kinderbuch, tollkirsche, vergiftung

Die sagenhafte Saubande - Polly in Not

Nina Weger , Stefanie Reich
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.08.2014
ISBN 9783789151316
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Matheo hat eine seltsame Gabe: er kam mit Tieren sprechen. Mit dem Spürschwein Max, den Pudeln Toffy und Nero und der Rabenkrähe Dr. Black (die Professor an einer Rabenuniversität ist und deshalb alles besser weiß!) haben sie bereits andere Abenteuer erlebt (s. Band 1: Die sagenhafte Saubande – Kommando Känguru), denn sie verstehen ihn und er sie! Nur Polly, Matheos beste Freundin, weiß nicht von seiner Gabe, denn er hat Angst, sie könnte ihn für verrückt halten. Ehrlich gesagt weiß keiner was davon, nicht einmal seine Eltern. Nun diesmal ist die Lage wirklich ernst, denn Polly wird beschuldigt, ihre Mitschülerin Anna aus Neid vergiftet haben zu wollen, und zwar während der Theaterprobe mit einer Tollkirsche ins Marmeladenbrötchen! Polly droht, aus der Schule zu fliegen, Anna liegt im Krankenhaus, nur Matheo und seine „Saubande“ können Polly helfen, die Wahrheit ans Licht zu bringen.

In diesem Buch steht sehr viel auf dem Tisch: Mordverdacht in der Schule (!), Behinderung (Polly hat einen Hinkebein), Neid (oder zumindest „Neid-Verdacht“, denn Anna ist zwar die allerbeste Schülerin und ein Wunderkind, sie beneiden tut Polly trotzdem nicht), sogar Alkohol (der Hausmeister ist betrunken), und zahlreiche Erwachsene, vor allem Eltern, die ihre Kinder nicht verstehen, ihnen kaum zuhören oder diese so viel „fördern“, dass sie irgendwann komplett durchdrehen. Ehrlich gesagt war dies uns etwas zu viel, es hätte gereicht, wenn das Buch eine spannende Freundschaftsgeschichte zwischen einem „Tierpflüsterer“ und einem frechen, leicht behinderten Mädchen erzählt hätte, möglicherweise mit etwas mehr Witz. Meine Tochter (7) war von der Thematik etwas überfordert, sie hatte Mitleid mit Anna und mit Polly und hat immer wieder beklagt, dass beide Mütter so böse seien, weil sie sie überhaupt nicht verstehen wollen (die Mutter von Polly hat am Anfang Polly sogar zu Hause eingesperrt!). Der abenteuerliche Detektiventeil mit dem Einbruch in die Schule, der Spurensuche usw. kam hingegen etwas zu kurz, obwohl ein paar Szenen sehr gelungen waren. Wir hätten gerne mehr davon gehabt!

Auch die Tiere fanden wir nicht wirklich lustig, aber die gelehrten Erklärungen von Prof. Dr. Black haben uns gut gefallen, sie haben im Buch für Abwechslung gesorgt und zugleich den Kindern Wissen vermittelt.

Ein paar Sachen erschienen uns wenig glaubwürdig (bspw. warum hat die Polizei die Brot-Dose nicht entdeckt und überprüft?) Sehr gut haben uns die Illustrationen gefallen, obwohl auch hier einige Unstimmigkeiten gab (z.B. sollte der Hausmeister in seinem Klappstuhl stecken bleiben, das ansonsten sehr gelungene Bild stellt ihn aber auf einem ganz „festen“ Stuhl dar, S: 51). 


Das Buch ist gut geschrieben und enthält ein paar witzige Ideen, wir hätten uns dennoch eine leichtere und spannendere Geschichte gewünscht.       

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Tags: freundschaf, mit den tieren sprechen, mordverdacht, neid, saubande, tollkirsche   (6)
 

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15 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

dandy, morphin, warschau, expressionistisch

Morphin

Szczepan Twardoch , Olaf Kühl ,
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Berlin, 07.03.2014
ISBN 9783871347795
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

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47 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

magie, familie, backen, kuchen, waisenkind

Eine Messerspitze voll Magie

Lisa Graff , Alexandra Ernst , Felicitas Horstschäfer , Irmtraud Guhe
Fester Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 18.07.2014
ISBN 9783764150358
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Was haben ein Frettchen, ein Heißluftballon, ein schwarzer Porzellanvogel, leckere Erdnussbutter, ein puderblauer alter Koffer, ein rotes Armband mit drei Silberperlen, der Zehenknochen eines ausgestorbenen Vogels und Dutzende und Aberdutzende Knoten und Kuchen gemein? Ein magischer Faden verbindet diese Elemente und einige mehr miteinander und der Leser dieser originellen Geschichte soll ihn nach und nach entwirren.

Die Hauptfigur, wenn bei einer solchen Menge an skurrile Gestalten überhaupt von einer Hauptfigur die Rede sein kann, heißt Cady und ist ein Waisenkind. Sie träumt von einer richtigen Familie und inzwischen backt sie einzigartige, wundervolle Kuchen, denn sie besitzt das sonderbare Talent, den perfekten Kuchen für jeden einzelnen Menschen backen zu können. Als Toby, ein Mitarbeiter des Warenhauses „für verloren gegangene Gepäckstücke“ eines Tages in ihr Waisenheim zufälligerweise landet, ändert sich ihr Leben.

Dieses Buch lebt vor allem durch seine Originalität und durch die Liebe für extrem fantasievolle Details. Jedes Kapitel ist einer anderen Figur gewidmet und nur in der zweiten Hälfte des Buches wird es langsam klar, welche Verhältnisse die einzelnen Darsteller miteinander verbinden. Doch der erkennbare Faden ist eine klare Botschaft: Jeder soll seinen Platz in der Welt suchen und dabei nicht verzweifeln, denn jeder hat ein Talent, er muss es nur entdecken und vor allem richtig nutzen können: „Ein Talent zahlt sich nur dann aus, wenn man es anzuwenden weiß.“

Die Handlung ist teilweise etwas verwirrend und meine Tochter (7) hatte große Mühe, der Geschichte wirklich zu folgen. Jedoch hat sie dieses Buch geliebt, denn nur selten verbirgt ein Kinderroman so viele Einfälle, magische Gegenstände, kleine feine Details, über die man lange nachdenken kann. Es wurden so viele Fragen aufgeworfen, dass das Buch ruhig etwas länger hätte sein können, um zum Schluss die einzelnen Handlungsstränge „in Ruhe“ wieder zu ziehen.

Nicht unerwähnt sollen dabei die vielen Rezepte, die im Buch auftauchen: Wir haben sie nicht nachgekocht und teilweise auch nicht wirklich durchgelesen, doch fand meine Tochter es schön, Rezepte in ihrem Roman zu finden und möchte demnächst sicherlich etwas davon nachbacken.
Ein Buch, das vielleicht von der Handlung her nicht komplett überzeugt, aber trotzdem so viel vor bunten Fantasie und Liebe übersprudelt, dass man es nur mögen kann.   

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Tags: familie, fantasie, koffer, kuchen, magie, talent   (6)
 

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86 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

humor, mord, schwarzer humor, immobilienmakler, stalker

Die seltsame Berufung des Mr Heming

Phil Hogan , Alexander Wagner
Fester Einband: 367 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 01.06.2014
ISBN 9783036957043
Genre: Romane

Rezension:

Stellt euch vor, ihr habt vor kurzem euer neues Zuhause gekauft. Ihr habt lange gesucht, die Wochenende-Zeitung monatelang sorgfältig studiert, und dann war sie da, die Wohnung eurer Träume. Der Umzug war stressig, aber endlich hat alles wieder sein Platz. Eure Bücher stehen im Regal, eure Kleider hängen ordentlich im Schrank, die Unterwäsche sind in der Schublade sogar farblich sortiert, die CDs gestapelt, die letzte Ausgabe der Modezeitschrift auf dem Sofatisch. Arbeiten, Einkaufen, das Fitnessstudium, die Kinder in der Schule abholen… während ihr nicht da seid, schleicht sich jemand ins Haus. Nein, kein Einbrecher, also kein richtiger Einbrecher. Er macht die Tür auf, wie ein Wochenendengast, dem ihr kurzfristig den Schlüssel ausgehändigt habt. Er öffnet den Kühlschrank, holt sich Käse und Trauben, blättert in dem Roman, der aufgeschlagen auf dem Nachttisch liegt, zieht eure Hausschuhe an. Vielleicht nimmt er auch etwas mit, nichts Wertvolles, bloß ein Souvenir. Möglicherweise besucht er euch morgen wieder…während ihr nicht da seid…

Hier ist Mr Heming am Werk, denn er besitzt beinahe alle Schüssel der Stadt und kommt und geht, wie es ihm passt. Er ist ein Immobilienmakler der besonderen Art, er sammelt Schlüssel, er liebt es, in das Privatleben fremder Menschen hineinzuschlüpfen und sich dort kurz aufzuhalten. Er liebt das Kitzeln der Angst, entdeckt zu werden, doch meistens läuft es gut… Tja, meistens…

Dieses äußerst amüsante und skurrile Buch erzählt die Geschichte eines Psychopathen auf eine sehr raffinierte Art. Die Erzählung in der Ich-Perspektive, die direkte Ansprache, die minutiös aufgelisteten Details machen den Leser schnell zum Voyeur, zum Stalker, zum Komplizen. Obwohl man Mr Heming nicht wirklich sympathisch findet und man sich ständig von ihm distanziert, ertappt man sich oft beim Schmunzeln und heimlich Zustimmen, denn vieles, was Mr Heming einstellt, würde der Leser gerne auch mal zu tun wagen. Doch werden die Einfälle von Mr Heming immer dreister, sodass Perplexität und Kopf-Schütteln mit dem heimlichen, frechen Beifall einhergehen, bis der schwarze Humor definitiv die Oberhand gewinnt.

Wer in diesem Roman eine soziale Studie mit einer glaubwürdigen Erklärung für das gestörte Verhalten seines Protagonisten sucht, wird schnell enttäuscht, denn weder die Familiengeschichte von Mr Heming noch die Gesellschaft können seine Taten rechtfertigen, ganz egal wie er sie schönzureden versucht. Doch wird mit diesem Buch der Leser fündig, der höchst raffinierten, britischen Humor liebt und eine äußerst originelle, nicht unbedingt ernst zu nehmende, mit großem künstlerischen Geschick geschriebene Geschichte schätzen wird.

So lasst ihr Mr Heming euch besuchen, neben euch im Bett liegen, mit euch das Sofa teilen: Er wird sicherlich sein Zeichen hinterlassen, doch Ihr werdet es nicht bereuen!    

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Tags: britischer humor, humor, immobilienmakler, mord, mr heming, schwarzer humor, stalker   (7)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

monster, robert paul westo, firma, die monsterabteilung, erfindungen

Die Monsterabteilung

Robert Paul Weston , Nicola T. Stuart , Bastian Pastewka
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 01.08.2014
ISBN 9783862314140
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
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155 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

klassiker, london, gedanken, england, selbstmord

Mrs Dalloway

Virginia Woolf , Klaus Reichert , Walter Boehlich
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.09.1997
ISBN 9783596140022
Genre: Klassiker

Rezension:

Die Handlung dieses Romans ist schnell erzählt: Eine Londoner Dame, 52 Jahre alt, verheiratet mit einem britischen Politiker, geht aus ihrem Haus, um Blumen zu kaufen. Sie wird abends eine große Dinnerparty geben und ist den ganzen Tag mit den notwendigen Vorbereitungen beschäftigt. Dabei trifft sie viele Bekannte, sogar ihre Jugendliebe besucht sie unerwartet. Dieser Handlungsstrang kreuzt sich mit dem Schicksal von Septimus Warren Smith, ein Kriegsveteran der unter Depression leidet und nicht mehr dazu fähig ist, mit seiner Frau, mit den Ärzten, mit der Außenwelt zu kommunizieren. Doch nicht die beiden, sehr dünnen Handlungsfäden machen die Stärke dieses Romans aus, sondern die Art und Weise, wie die Autorin uns durch das Labyrinth der Gedanken der Romanfiguren führt. Wir folgen nicht Clarissa bei ihrer Besorgungen, wir lauschen keine Dialogen, wie man normalerweise beim Lesen eines Romans der Fall ist: Wir sind in ihrem Kopf und springen vom Gedanken zum Gedanken, von einer ihrer Erinnerungen zur nächsten. So lernen wir sowohl Clarissa als auch die weiteren Figuren dieses Romans sozusagen von Innen kennen, was teilweise die Lektüre erschwert, andererseits viel tiefere Einblicke in die menschliche Psyche erlaubt. 

Dieses Buch wurde 1925 geschrieben. Es stellt sich somit die Frage, was uns seine Lektüre knapp hundert Jahre nach seiner Redaktion überhaupt geben kann. Selbstverständlich stellt Mrs Dalloway ein Meisterwerk der literarischen Erzähltechnik des Bewusstseinstroms (Engl. stream of consciousness) dar, was immer noch eine äußerst interessante und bereichernde Leseerfahrung verspricht. Doch über seinen literaturhistorischen Wert hinaus bietet dieser Roman dem zeitgenössischen Leser viele Anreize. Sehr vielfältig erscheinen die Menschenportraits, die aus den Wahrnehmungen und Erinnerungen der Romanfiguren rekonstruiert werden können: Septimus, der Kriegsveteran, der mit der Welt nicht mehr zurecht kommt und in gewisser Weise zum Symbol der modernen Entfremdung wird; Richard Dalloway, der Ehemann, der zwischen dem konservativen, traditionellen Männerbild und dem unausgesprochenen Wunsch nach einer gefühlsvolleren Rolle kein Gleichgewicht findet; Peter Walsh, der ewig zögert, eine äußerst aktuelle Mann-Figur, der im reifen Alter immer noch nicht weiß wohin mit seinem Leben; und vor allem Clarissa, die hinter ihrer scheinbaren Ruhe ein Gewirr aus Gedanken, Bedauern, Sehnsüchten, Zweifeln verbirgt. Alle diese Figuren haben die Eigenschaft, perfekte Zeuge ihrer Zeit und zugleich zeitlos zu sein, denn ihre Wurzeln stecken tief im Boden der britischen bürgerlichen Gesellschaft der ersten Nachkriegszeit, jedoch verkörpern sie Gefühle, Einstellungen und Menschentypen, die universeller Natur sind. 
 
Darüber hinaus bietet dieses Buch viele teilweise auch sehr moderne Ansätze, was die Rolle der Frau in der Gesellschaft, die Bedeutung der Ehe, die psychische Krankheit als Zeichen unserer Zeit, die Folgen des Krieges, die Macht der Medizin und vieles mehr betrifft. 
 
Ich habe mich gefragt, wer die Hauptfigur dieses Buches wirklich sei. Geht es um Clarissa, um ihre Sehnsüchte und Erinnerungen? Oder doch um Septimus, um seine Unfähigkeit, sich wieder der Welt zuzuwenden? Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass der wahre Hauptdarsteller dieses Buches die Zeit sei, die Zeit, deren Vergehen durch den ganzen Roman vom Glockenschlag des Big Ben bestimmt wird, die Zeit, die sich im grau gewordenen Haar von Clarissa bemerkbar macht, die Zeit, die die junge Elizabeth noch vor sich hat, die Zeit, die Septimus nicht mehr erleben wird.

Eine sehr anspruchsvolle, komplizierte und zeitaufwendige Lektüre, die in der Nacherzählung des Gedankenflusses eines einzigen Tages zur Metapher des ganzen Lebens wird. 

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Tags: britische literatur, gedankenfluss, klassike, stream of consciousness, virginia woolf   (5)
 

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50 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

freundschaft, kinderkrimi, krimi, senioren, lustig

Max und die Wilde Sieben - Das schwarze Ass

Lisa-Marie Dickreiter , Winfried Oelsner , Ute Krause
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 21.07.2014
ISBN 9783789133329
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Welcher Junge hat nie davon geträumt, in einer echten Burg zu leben? Max tut es, denn er und seine Mutter sind gerade in die mittelalterliche Burg Geroldseck eingezogen, doch sind dort derzeit keine Waffenkammer und Rüstungen mehr zu finden, statt dessen nur “halb durchgeknallte Senioren”, die täglich im Rittersaal ihre Sahnetorte friedlich genießen. Das ist wirklich alles Andere als cool, und Max wird deshalb bereits am ersten Tag zu allgemeiner Witzfigur seiner neuen Schulklasse. Aber der Sommer in der Seniorenburg entpuppt sich rasch als spannendes Abenteuer: Ein mysteriöser Dieb beklaut die Omas und hinterlässt seltsame Spielkarten, Max und die skurrilen Rentner vom Tisch Nr. 7 (genannt “Die Wilde 7”) entscheiden sich, den Fall selbst zu lösen.

Dieses Buch gehört zweifelsohne zu den originellesten Kinderkrimis, die meine Kinder und ich je gelesen haben! Nicht nur die auβergewöhnliche Kulisse eines Seniorenheims in einer Burg gibt reichlich Anlass zu humorvollen Ideen und Situationen (man denke z.B. an den klitschnassen Max bedeckt mit stinkendem Algenschmodder, als er versucht, den Burggraben zu überqueren): Es sind vor allem die unterschiedlichen Figuren, die für Abwechslung und eine spaβige Lektüre sorgen. Vera mit ihrem flattrigen, feuerroten Mantel, und die “verrückten Opas vom Tisch Nr. 7”, der eine klein und breit, mit platter Nase, einem Trainingsanzug und einem weiβen Handtuch um den Hals, der andere lang, dünn, mit watscheligem Gang, Gummistiefeln und einer riesigen Piratenpistole (s. Kap. 4) sind einfach unvergesslich!

Doch ist dieses Buch mehr als eine lustige Krimigeschichte für Kinder: Die Beziehung zwischen dem einsamen Max und den “verrückten” Senioren von Tisch Nr. 7 wird mit feinstem Humor und auβergewöhnlicher Sensibilität dargestellt, man merkt, wie der kleine Max seine ursprüngliche, “normale” Diffidenz den alten Leuten gegenüber abbaut, man kann sehr gut verfolgen, wie sich alle anfreunden. So wird aus einer netten Geschichte ein Plädoyer für das Verständnis und die Freundschaft über die Generationsgrenzen hinweg, ohne jemals den Zeigefinger zu erheben. Die Autoren schaffen es, eine durchaus sehr wichtige Botschaft mit Leichtigkeit, extrem viel Humor und Sprachwitz so nett und amüsant zu verpacken, dass Kinder im Zielgruppenalter (ab 7-8, wie meine Tochter) sich am Ende nichts Anderes wünschen, als solche witzige Groβeltern zu haben! Meine Tochter hat dieses Buch ihrer Uroma (die Groβmutter meines Mannes) nacherzählt und ihr alle Zeichnungen von der Wilden 7 gezeigt, es war das erste Mal, dass sie mit einem Buch zur Uroma gerannt ist :-)

Nicht unerwähnt dürfen übrigens die witzigen, liebevoll gestalteten Zeichnungen dieses Buches (Lieblingsbilder meiner Tochter: die Wilde 7 alle zusammen auf S. 33 und auf dem Sofa grinsend auf S. 63) und die tolle, kreative Sprache, die uns immer wieder kichern lieβ (der “Gummistiefel-Opa”, die “Oberschwester”, der “Zwergen-Kommissar”, “aus Matsch zusammenpampen”, “verdammtes Tomatenleben” und vieles mehr).

Von uns kommt eine überzeugte Leseempfehlung für diese originelle und amüsante Geschichte: Wir warten bereits gespannt auf die angekündigte Fortsetzung!

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Tags: das schwarze as, die wilde 7, kinderkrim, ritterbur, seniorenhei   (5)
 

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

musik, freundschaft, schule, rockmusik, freundschaf

Die Nacht, in der ich supercool wurde

Juma Kliebenstein , Alexander Bux
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 21.07.2014
ISBN 9783789140600
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Martin und Karli sind beste Freunde und sie haben einen Traum: Sie möchten Musiker werden. Plötzlich haben sie auch eine Chance, denn die Schule veranstaltet einen Wettbewerb für die Unterstufe: Die neue Schulband wird gesucht, sie soll nach einer “Musik-AG” beim Schulfest vom Publikum gewählt werden. Martin und Karl entscheiden sich, es zu versuchen, doch ist es nicht einfach, passende Bandmitglieder zu finden, einen richtigen Song zu komponieren, vor der ganzen Schule aufzutreten und vor allem sich gegen die fiesen Fabfive aus der Klasse durchzusetzen. Ob sie es schaffen werden?

Diese Geschichte wird im Buch aus der Sicht und in der Sprache eines modernen Teenagers erzählt. Viele für die Zielgruppe wichtige Themen werden angesprochen: Schule, Freundschaft, die ersten Dates mit den Mädchen, Mobbing in der Klasse, die richtigen Klamotten zum ersten Mal ohne Mutter auszusuchen, die erste Geburtstagsparty ohne Eltern - aber mit dem Opa ;-) … Dieses Buch bietet vor allem Jungs ab ca. 10-11 Jahren viele Identifikationsmöglichkeiten und behandelt die gewählte Thematik mit Witz und Intelligenz. Mir hat besonders gut gefallen, wie vielfältig das Thema “cool vs. peinlich” dargestellt wird. Was ist für ein Kind aus der 7. Klasse peinlich? Vor der ganzen Klasse “tomatenrot” zu werden? Sich zum ersten Mal mit einem Kumpel und zwei Mädchen zum Eis-Essen zu verabreden? Eine zu kleine Hose anzuprobieren? Ein unordentliches Zimmer beim ersten Mädchenbesuch zu haben? Von der eigenen Mutter vor der ganzen Schule umarmt zu werden? Tausende Situationen werden beschrieben und ausführlich diskutiert, sodass der junge Leser sich gut in die Hauptfigur hineinversetzen und darüber reflektieren kann, wie es ihm selbst in einer ähnlichen Lage ergehen würde.

Toll ist auch die Darstellung des Familienlebens (endlich ein Kinderbuch ohne zerstörte Familien im Hintergrund!), ohne Schönreden (die Eltern streiten sich ständig, haben sich aber sehr gern), realistisch und liebevoll. Und natürlich das Thema Freundschaft und die wichtige Botschaft, dass Träume wahr werden können, wenn man hart dafür arbeitet.

Als Fazit möchte ich hier meinen Sohn (10) sprechen lassen, dem das Buch sehr gut gefallen hat: “Dieses Buch ist ganz anders als die Romane, die ich sonst lese. Hier gibt es keine Detektive, keine Götter und keine Monster, auch keine Spione und keine sprechenden Tiere. Es geht um einen ganz normalen Junge, der in einer normalen Schule geht, wo es nette und weniger nette Schulfreunde gibt. Ich hatte nicht gedacht, dass eine solche Geschichte so lustig und interessant sein könnte! Ich habe viele Sachen aus meinem eigenen Schulleben erkannt (auch wenn ich keine Musik spiele) und fand es gut, dass Martin am Ende richtige Freunde gefunden hat, denn das ist wichtiger als in einer Band zu spielen. Ich habe mich für ihn gefreut und hoffe, dass es bei mir auch so sein wird, wenn ich im September ins Gymnasium gehe.”

Ein gelungenes, erfrischendes Buch über den Alltag eines normalen Jungen, das Kinder im Zielalter unterhält und zugleich zum Nachdenken anregt!

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Tags: coo, freundschaf, juma kliebenstei, musi, rockmusik, schulban, schule, teenager   (8)
 

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72 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

liebe, freundschaft, familie, erste liebe, 2014

Verdammt gute Nächte

Kathrin Schrocke
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 20.02.2014
ISBN 9783737367134
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Bevor ich mit der inhaltlichen Besprechung dieses Romans beginne, möchte ich zunächst meine Begeisterung kundtun, denn mit „Verdammt gute Nächte“ hat Kathrin Schrocke ein starkes, originelles, tabubrechendes Buch geschrieben, das eine heikle Thematik mit höchster Sensibilität und einer direkten, ehrlichen Sprache behandelt. Aber nun zur Geschichte:

Jojos Teenagerleben spielt sich ohne viel Aufregung ab, in einem kleinen Dorf zwischen Schule, Kirchenchor und dem Haus seines gleichaltrigen, pornobesessenen Freundes Michael. Auch die anstehenden Sommerferien scheinen nicht viel zu versprechen: Jojo wird den Sommer bei seinem Vater verbringen, während seine Mutter mit ihrem Mann und ihren beiden vielschreienden Babys in den Schwarzwald fährt. Doch es kommt ganz anders: Der Vater sagt kurzfristig ab und Jojo bleibt unerwartet zu Hause, auf ihn passt Puma auf, eine Bekannte seiner Mutter, die wegen Eheproblemen vorläufig bei ihnen wohnt. Während die Außentemperatur steigt, kommen sich Jojo und Puma immer näher…

Dieser Roman spricht mit Mut und Offenheit ein gesellschaftliches Tabu an, das der möglichen Liebes- und Sexbeziehung zwischen einem Jugendlichen und einer reiferen Frau. Dabei wird das Thema nicht nur sehr glaubwürdig und sensibel aufgegriffen, sondern auch mit Originalität und Spannung entwickelt, sodass diese Geschichte ihre Leser zum Nachdenken auffordert und sie zugleich unterhält. Auch weitere knifflige, schwierige Aspekte werden zur Sprache gebracht, etwa der Gebrauch von Internetpornographie seitens der Jugendlichen oder auch der weibliche Orgasmus. Dabei benutzt Kathrin Schrocke eine sehr ehrliche, direkte und ausdrucksreiche Sprache, die niemals platt, banal oder vulgär wird, sondern immer das Gleichgewicht zwischen Realismus und künstlerischer Darstellung bestens behält. 
 
Mit diesem Buch gelingt es der Autorin, in relativ wenigen Seiten (202) zahlreiche überzeugende, feinsinnige Portraits zu zeichnen, die einem lange in Erinnerung bleiben. Dabei geht es nicht nur um die Protagonisten des Romans, sondern auch um die vielen Nebenfiguren, die so schlüssig gestaltet werden, dass sie aus dem Hintergrund hervorstechen und die Haupterzählung mit bunten Facetten bereichern: Die kleine Arielle mit ihren Puppen und Basteleien, die wie ein noch nicht ganz ausgeschlüpfter Schmetterling zur perfekten Darstellung der kindlichen Seite der Liebe dient, der verschlossene Sushi als Symbol der Suche nach dem Selbst, die fromme und etwas heuchlerische Frau Gütlein mit ihrer Doppelmoral, und nicht zuletzt die sehr gelungene Figur von Ralf, der etwa unbeholfene Stiefvater, der zwischen Zuneigung und Distanz still um eine ausgewogene Rolle in seiner Patchwork Familie kämpft („Gute Zeit, Jojo!“, sagte Ralf. Er klopfte mir freundschaftlich auf die Schulter. Dann umarmte er mich. Irritierenderweise fühlte es sich herzlicher an als bei Mama.“, S. 59)… 

Fazit: Eine eindeutige Leseempfehlung für ein sehr gelungenes Buch, das sich mit Intelligenz, Kreativität, Ehrlichkeit und Feingefühl mit einem gesellschaftlichen Tabu auseinandersetzt.  

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Tags: cougar, erste liebe, kathrin schrocke, liebe, selbstfindung, tabu, teenagerlieb   (7)
 

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635 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 106 Rezensionen

krebs, liebe, schicksal, amsterdam, tod

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

John Green , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei DTV, 01.06.2014
ISBN 9783423086417
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Man kann sich nicht aussuchen, ob man verletzt wird auf dieser Welt, alter Mann, aber man kann ein bisschen mitbestimmen, von wem. Ich bin glücklich mit meiner Wahl.“ (S. 333)

Ich wollte meine Rezension mit einem Zitat beginnen, woraus es deutlich wird, was dieses Buch wirklich ist: Eine Hymne auf das Leben und auf die Liebe, jenseits der Krankheit, jenseits des Todes. Die Handlung ist schnell erzählt: Hazel und Augustus sind krebskrank. Sie lernen sich in einer Selbsthilfegruppe kennen und verlieben sich ineinander, obwohl ihre Beziehung keine Zukunft haben kann, obwohl ihre Tage von vornherein eigentlich gezählt sind. Was folgt ist eine tiefsinnige, herzergreifende Geschichte, die keinen Leser unberührt und kein Auge trocken lassen kann. 

Doch war für mich das Tollste an diesem Buch nicht die mitreißende Erzählung des hoffnungslosen Schicksals der Hauptdarsteller, sondern die feine, höchstsensible Darstellung der Entstehung einer Teenager-Liebe. Die ersten schüchternen Annäherungsversuche („Ich hatte mich auf die Ecke seines ungemachten Betts gesetzt. Ich wollte ihn nicht anmachen oder so; aber langes Stehen erschöpfte mich einfach.“, S. 38); das Austauschen des „Lieblingsbuchs“ als erste intime Geste (ich habe auch mit meinen Freunden immer Lieblingsbücher ausgetauscht, um etwas von mir preiszugeben, ohne zu offen zu sein); die ironische Sprache als Selbstschutz („Hazel Grace“, sagte er, und aus seinem Mund klang mein Name neu und besser. „Es war wirklich ein großes Vergnügen, deine Bekanntschaft zu machen.“ „Dito, Mr Waters“, sagte ich. Ihn anzusehen machte mich verlegen. Mit der Intensität seiner wasserblauen Augen konnte ich nicht mithalten, nie.“, S. 44); die ersten SMS und Telefonate, bei denen der Abschied so schwer fällt („Ja, tu das“, sagte ich, und es klickte in der Leitung, ohne dass er noch ein Wort sagte.“, S. 61; „Klar“, sagte ich und legte auf.“, S. 63; „Okay“, sagte er nach einer Ewigkeit. „Vielleicht wird ‚okay‘ unser ‚für immer‘“. „Okay“, sagte ich.“, S. 82)… Dieses Buch erzählt zwar die dramatische Geschichte zweier Krebskranken, jedoch besitzt es eine weitere, universelle Ebene, die in der feinfühligen Beschreibung einer Jugendliebe besteht, die nie pathetisch oder kitschig wird. So schafft es der Autor, trotz einer schwerwiegenden Thematik eine Geschichte zu erzählen, die für jeden Leser großes Selbsterkennungspotenzial bereithält und nie erdrückend wird.

Dies soll nicht den trügerischen Eindruck erwecken, der Autor würde die Aussichtslosigkeit der Lage der Hauptdarsteller und ihre Krankheit schön reden: Niemals verweilt sein Blick selbstgefällig auf ihrem Leiden, keine falsche Hoffnungen werden ihnen angeboten, Schläuche, Schleim, trostlose Notstationen und jegliche nutzlose Therapien werden nie verdrängt, auch die Kritik an die leere Rhetorik des Mitleids und der Trauer finden in diesem Buch Platz. Umso stärker erscheint deshalb seine Botschaft, dass jedes Leben, egal wie kurz und schmerzhaft, lebenswert ist: „Ich kann dir nicht sagen, wie unendlich dankbar ich für unsere kleine Unendlichkeit bin. [..] Du hast mir mit deinen gezählten Tagen eine Ewigkeit geschenkt, und dafür bin ich dankbar.“ (S. 278) 

Ich kann dieses Buch nur wärmsten empfehlen, und zwar allen, die mindestens einmal im Leben „unendlich“ geliebt haben.

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Tags: john gree, jugendliebe, krebs, liebesgeschicht, schicksal, teenagerlieb   (6)
 

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

seeräuber, prinzessin, kinderbuch, abenteuer, piraten

Leinen los, Seeräubermoses!

Kirsten Boie , Barbara Scholz
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.01.2014
ISBN 9783789120206
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Wer kennt es nicht? Der Heldin wird mit Gewalt und List etwas weggenommen (ein Blutrubin!), sogar ihre Identität wird in Frage gestellt, doch ist sie so tapfer und schlau, dass sie es schafft, nicht zuletzt mithilfe ihrer treuen Freunde die Welt wieder in Ordnung zu bringen. Das Böse wird besiegt, das Gute triumphiert, ein großes Fest wird gefeiert…und wer nicht gestorben ist, der lebt noch heute.

„Leinen los, Seeräubermoses!“ erzählt das Märchen einer verkannten Prinzessin, die als Seeräuberkind viele Proben besteht, um Glück und Gerechtigkeit für ihren Volk und zwei liebevolle Eltern für sich selbst zu erkämpfen. Wie bei jedem Märchen ist die Handlung auch schnell rekonstruiert, doch ist dieses Buch viel mehr als ein einfaches Märchen und seine Stärke liegt eindeutig nicht in einem spannenden Plot, sondern im äußerst anspruchsvollen und kreativen Sprach- und Erzählstil. 
 
Bereits die Aufmachung des Buches verdient Pluspunkte: Der Buchrücken in rotem Leinen, ein Lesezeichenbändchen, stattliche 320 Seiten in einer relativ kleinen Schrift, unzählige farbige, detailreiche, teilweise auch sehr große Illustrationen, ein Plan des Schiffes, in der die wichtigsten Begriffe (Mast, Anker, sogar Bratspill) mithilfe von Bildern dargestellt werden, das ausführliche Glossar am Buchende, alles deutet daraufhin, dass es sich um ein „wertvolles“ Kinderbuch handelt, sorgfältig hergestellt und dementsprechend auch eine aufmerksame Lektüre wert. 

Die Kinder und die vorlesenden Eltern werden reichlich belohnt, die sich anfänglich von der teilweise recht komplizierten Sprache und von den vielen Figuren mit langen Namen nicht haben abschrecken lassen, denn nach einer erforderlichen „Gewöhnungsphase“ an den Schreibstil entpuppt sich dieses Buch als wahrer Fundus an Denkanstößen, Informationen und sprachlichen Einfällen jeglicher Art. Viele historische und geographische Kenntnisse werden vermittelt, etwa dass einige Häfen der Vergangenheit heutzutage im Landesinneren liegen (da musste meine Tochter staunen!), dass im Mittelalter selbst Könige keine Tischmanieren beherrschten, oder auch wie sich die Bauregeln von Burgen und Schlössern sich im Laufe der Zeit stark geändert haben und was die Hanse war. Auch werden zahlreiche Begriffe aus der Seemannssprache verwendet und am Buchende kindgerecht erklärt, nicht nur Fachausdrücke, sondern sogar lustige Seemannswörter für „Hintern“ oder „riesige Welle“. Das Tollste war aber für uns die Verarbeitung vieler Situationen aus dem Kinderalltag, die hier ausführlich diskutiert und lehrreich dargestellt werden, etwa wie man Streitsituationen lösen kann, wie man sich wieder versöhnt, wie man sich fühlt, wenn man „abgelehnt“ wird, wie unangenehm ist, beim Schwimmen Wasser in die Augen zu bekommen und vieles mehr.
Nicht zuletzt möchte ich die zahlreichen Sprichwörter erwähnen, die im Buch verteilt sind und meinen Kindern viel Spaß zubereitet haben: Ich hatte nie wahrgenommen, wie selten (meine) Kinder mit Sprichwörtern in Kontakt kommen, und sie fanden diese teilweise sehr witzig!

Fazit: Ein schönes Buch, das viele wichtige Themen und Gefühle auf phantasievoller und kindgerechter Art anspricht (Streit, Mut, Betrug, Glück, Familienzugehörigkeit, Freundschaft…). Aufgrund der verschachtelten Sätze und des anspruchsvollen Wortschatzes würden wir es eher als Vorlesebuch für intensive Lesestunden mit Kindern ab 7 Jahren empfehlen, während es uns zum Selbstlesen weniger geeignet erscheint.   

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Tags: abenteuer, boie, familie, freundschaft, hanse, kinderbuc, seeräuber   (7)
 

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

übergewicht, geschwister, familie, usa, krise

Großer Bruder

Lionel Shriver , Susanne Hornfeck
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 31.03.2014
ISBN 9783492056250
Genre: Romane

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69 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

diät, liebe, freundschaft, freunde, übergewicht

Dicke Freunde

Stephan Bartels
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.05.2014
ISBN 9783453437289
Genre: Humor

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road-tri, todkrank, jugendliche, vater, der weg im lebe

Der Sog der Schwerkraft

Gae Polisner , Catrin Frischer
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei cbj, 31.03.2014
ISBN 9783570154021
Genre: Jugendbuch

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