dark_swan

dark_swans Bibliothek

32 Bücher, 21 Rezensionen

Zu dark_swans Profil Zur Autorenseite
Filtern nach
32 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

lesbisch, lesbe, queer, transsexuell, großstadt

beziehungsweise liebe

Tania Witte
Flexibler Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Querverlag, 01.03.2011
ISBN 9783896561855
Genre: Romane

Rezension:

Unterhaltungsliteratur zu schreiben, ist in Deutschland ja leider immer noch so ein bisschen verpönt. Dabei ist es sehr, sehr schwer, wirklich gute (!) Unterhaltung zu machen. Und diese Trilogie IST gute Unterhaltung.

Sie ist sprachlich wunderschön gemacht, die Figuren wachsen einem regelrecht ans Herz (ich vermisse sie schon!), die Spannungsbögen sind straff - man freut sich andauernd aufs Weiterlesen.

Da auf den Covern die Reihenfolge nicht ersichtlich ist, hier die optimale Lesereihenfolge:

1) beziehungsweise liebe
2) leben nebenbei
3) bestenfalls alles

Ich selbst habe allerdings zufällig mit dem zweiten Buch angefangen, dann das dritte und danach das erste gelesen. Und was völlig chaotisch klingt, war eine höchst interessante Erfahrung: Die Bücher lassen sich super auch durcheinander lesen! „grin“-Emoticon

Spannender ist es jedoch definitiv, mit dem ersten zu beginnen und sich auf die Geschichten und Charaktere der Figuren einzulassen, vor allem aber auf ihre Geheimnisse, die nach und nach entfaltet werden.

Figurenarbeit ist übrigens die große Stärke der Autorin. Sie schafft es, mit liebevoller Hand plastische Charaktere zu schaffen, die uns aus den Seiten herauswinken – und sie macht mit jeder einzelnen eine echte (und manchmal höchst überraschende!) Entwicklung durch.

Warum geht’s eigentlich?

In „beziehungsweise liebe“, „leben nebenbei“ und „bestenfalls alles“ wird ein herrlich queerer Kosmos an Beziehungsgeschichten entworfen.
Man verfolgt – wie in einer süchtig machenden Soap – verschiedenste Lebensgeschichten, die alle lose oder fester miteinander verschränkt sind, und die natürlich immer an besonders spannenden Stellen abbrechen, während dann eine der anderen Geschichten weitergeführt wird. Die Autorin erzeugt damit einen Lesesog, dem man schwer entkommt. (Und es auch gar nicht möchte.)

Die Stimmungen, die wir Leser/-innen in der Trilogie durchlaufen, sind vielfältig: von brüllend komisch, über mystisch-geheimnisvoll, bis kriminalistisch-detektivisch und zum Schluchzen – alles ist dabei. Und alles passt.
Der dritte Teil ist merklich ernster als die ersten beiden, trotzdem – und das ist eine Stärke! – ist er nicht weniger unterhaltsam als die ersten beiden. Er schenkt uns einfach noch ein weiteres Gefühl, traut sich, emotionaler werden.

Und das Tolle: Die Autorin hat nicht nur interessante Themen, sie kann v.a. schreiben! Oh ja. Immer werden da mit leichter Hand kleine sprachliche Perlen ausgeworfen. So kommen auch sprachaffine Leser und Leserinnen auf ihre Kosten!

Tania Wittes unterhaltsame Trilogie ist ein Lesevergnügen in der Manier der Maupin'schen Stadtgeschichten. Gefühlvoll, witzig, farbig – und manchmal sogar richtig herzzerreißend.

Tania Witte hat hier etwas ganz Wunderbares geschaffen: eine große, kleine Serie, der ich viele Leser/-innen wünsche!

  (2)
Tags: humor, lesbe, lesbisch, lesbische liebe, queer, serie, transsexuell   (7)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

queer, lesben, lesbisch, bds, lieb

bestenfalls alles

Tania Witte
Buch: 240 Seiten
Erschienen bei Querverlag, 01.09.2014
ISBN 9783896562241
Genre: Romane

Rezension:

Unterhaltungsliteratur zu schreiben, ist in Deutschland ja leider immer noch so ein bisschen verpönt. Dabei ist es sehr, sehr schwer, wirklich gute (!) Unterhaltung zu machen. Und diese Trilogie IST gute Unterhaltung.

Sie ist sprachlich wunderschön gemacht, die Figuren wachsen einem regelrecht ans Herz (ich vermisse sie schon!), die Spannungsbögen sind straff - man freut sich andauernd aufs Weiterlesen.

Da auf den Covern die Reihenfolge nicht ersichtlich ist, hier die optimale Lesereihenfolge:

1) beziehungsweise liebe
2) leben nebenbei
3) bestenfalls alles

Ich selbst habe allerdings zufällig mit dem zweiten Buch angefangen, dann das dritte und danach das erste gelesen. Und was völlig chaotisch klingt, war eine höchst interessante Erfahrung: Die Bücher lassen sich super auch durcheinander lesen! „grin“-Emoticon

Spannender ist es jedoch definitiv, mit dem ersten zu beginnen und sich auf die Geschichten und Charaktere der Figuren einzulassen, vor allem aber auf ihre Geheimnisse, die nach und nach entfaltet werden.

Figurenarbeit ist übrigens die große Stärke der Autorin. Sie schafft es, mit liebevoller Hand plastische Charaktere zu schaffen, die uns aus den Seiten herauswinken – und sie macht mit jeder einzelnen eine echte (und manchmal höchst überraschende!) Entwicklung durch.

Warum geht’s eigentlich?

In „beziehungsweise liebe“, „leben nebenbei“ und „bestenfalls alles“ wird ein herrlich queerer Kosmos an Beziehungsgeschichten entworfen.
Man verfolgt – wie in einer süchtig machenden Soap – verschiedenste Lebensgeschichten, die alle lose oder fester miteinander verschränkt sind, und die natürlich immer an besonders spannenden Stellen abbrechen, während dann eine der anderen Geschichten weitergeführt wird. Die Autorin erzeugt damit einen Lesesog, dem man schwer entkommt. (Und es auch gar nicht möchte.)

Die Stimmungen, die wir Leser/-innen in der Trilogie durchlaufen, sind vielfältig: von brüllend komisch, über mystisch-geheimnisvoll, bis kriminalistisch-detektivisch und zum Schluchzen – alles ist dabei. Und alles passt.
Der dritte Teil ist merklich ernster als die ersten beiden, trotzdem – und das ist eine Stärke! – ist er nicht weniger unterhaltsam als die ersten beiden. Er schenkt uns einfach noch ein weiteres Gefühl, traut sich, emotionaler werden.

Und das Tolle: Die Autorin hat nicht nur interessante Themen, sie kann v.a. schreiben! Oh ja. Immer werden da mit leichter Hand kleine sprachliche Perlen ausgeworfen. So kommen auch sprachaffine Leser und Leserinnen auf ihre Kosten!

Tania Wittes unterhaltsame Trilogie ist ein Lesevergnügen in der Manier der Maupin'schen Stadtgeschichten. Gefühlvoll, witzig, farbig – und manchmal sogar richtig herzzerreißend.

Tania Witte hat hier etwas ganz Wunderbares geschaffen: eine große, kleine Serie, der ich viele Leser/-innen wünsche!

  (1)
Tags: bds, humor, lesben, lesbisch, lieb, queer, transsexuell   (7)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

queer, transsexuell, episodenroman, roman, stadtgeschichte

leben nebenbei

Tania Witte
Buch: 304 Seiten
Erschienen bei Querverlag, 01.09.2012
ISBN 9783896562029
Genre: Romane

Rezension:

Was für ein spritziger, luftiger Episodenroman!

Tania Witte entwirft mit leichter Hand einen queeren Kosmos an Beziehungsgeschichten. Eigentlich eine Fortsetzung des Romans "Beziehungsweise Liebe", lässt sich das Buch auch problemlos einzeln lesen. Ich selbst habe den Vorgänger beispielweise nicht gelesen und hatte keine Mühe, mich einzufühlen in die verschiedenen Leben, in die Ängste, Hoffnungen und Träume der Personen.

"Leben nebenbei" gleich einer (guten) TV-Serie, in der man Folge für Folge die Lebensgeschichten verschienener Personen erlebt, die lose oder fester miteinander verschränkt sind, und die natürlich immer an besonders spannenden Stellen abbrechen - was wunderbar gemein und raffiniert ist -, während eine der anderen Geschichten weitergeführt wird. Die Autorin erzeugt damit hat einen Lesesog, dem man schwer entkommt. Man möchte weiterlesen, mehr erfahren, wissen, wie es weitergeht mit den einzelnen Leuten.
Hinzukommt, dass uns das Buch einen wunderbaren Blick auf jene Details schenkt, die auf den ersten Blick unwichtig scheinen, sich jedoch oft als viel wesentlicher herausstellen als die, die wir selbst als bedeutsam erachten.

Die liebevolle Art, in der die Autorin ihre Figuren gestaltet, ihnen ein dreidimensionales Leben mitgibt und keine langweilige Abziehbildfläche, führt dazu, dass jede/r einem ans Herz wächst, und damit meine ich nicht nur die sympathischen Figuren. Manch Episode ist höchst amüsant, eine andere kriminalistisch oder gar mystisch, die nächste geht einem richtig nahe. Die Autorin schreibt mit sicherer Hand und beschenkt die LeserInnen hin und wieder mit kleinen aphoristischen Perlen, die man sich am liebsten um den Hals hängen möchte. (Ich wünschte, es wären noch mehr, denn es ist eine Stärke der Autorin, eine, die ihre Handschrift in Zukunft von vielen anderen deutlich unterscheiden könnte.)

Noch etwas möchte ich anmerken: Es ist der zweite Roman der Autorin, und die Souveränität, die es ausstrahlt ist auch insofern bewundernswert, weil zweite Romane häufig misslingen. (Ein seltsames Phänomen, das viele AutorInnen kennen. Zweite Bücher sind die schwersten.) Hier aber spürt man keine Angestrengtheit, sondern eine begeisternde Leichtigkeit. Natürlich arbeitet das Buch unter anderem auch mit Charakter-Stereotypen (aber welche Serie tut das nicht?), versieht sie jedoch immer wieder mit überraschenden kleinen Details, fügt etwas Unerwartetes hinzu und bricht sie somit wieder auf.

Fazit: "Leben nebenbei" ist ein unterhaltsamer Episodenroman in der Manier der Maupin'schen Stadtgeschichten. Gefühlvoll, witzig, farbig, atmend, auch traurig an mancher Stelle. Der Autorin liegen ihre Figuren spürbar am Herzen. Dadurch hat sie ein Buch gechaffen, das nicht nur Spaß macht, sondern auch süchtig wie eine rasante Fernsehserie!

  (2)
Tags: episodenroman, lesbisch, maupin, queer, roman, stadtgeschichte, transsexuell   (7)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

einsamkeit, freundschaft, liebe, gegenstände, sammelleidenschaft

Gegen einsam

Daniela Meisel
Fester Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Picus Verlag, 01.02.2012
ISBN 9783854526797
Genre: Romane

Rezension:

Gerade habe ich "Gegen einsam" beendet, das mich mehrmals (im Zug sitzend und lesend) fast zum Weinen gebracht hat, einen Roman über zwei Sonderlinge, die der Zufall zusammenwürfelt.

Nun - ich bin wirklich begeistert. Selten lese ich in der deutschsprachigen Literatur Texte, die Wert auf so viele (wunderbare) Details legen, die sich Zeit nehmen für die kleinen, feinen Beobachtungen.
Eine der Hauptfiguren sammelt beispielsweise Gegenstände, um irgendwann einmal viel mehr als die 17.000 Gegenstände zu besitzen, die ein durchschnittlicher Mitteleuropäer laut Statistik besitzt. Ganz einfach deshalb, weil er - wenigstens an einer einzigen Stelle in seinem Leben - überdurchschnittlich sein möchte. Das ist so absurd schön, das ist zum Seufzen. Und genauso funktioniert auch dieses Buch - es sammelt die winzigen, aber entscheidenden Details, die es aus dem Einheitsbrei hervorheben, die diese kleinen Aha-Erlebnisse bescheren, dieses: "Das kenne ich, das geht mir auch so." Nur hat man es eben noch nie auf so eine Weise gelesen, in so ein Bild gegossen.

Die Sprache ist schlank, teils atemlos, teils so zurückgenommen wie die ProtagonistInnen selbst. Nichts Überflüssiges und doch reich.

Das Grundthema, um das der Roman sich zusammenzieht, ist - wie der Titel schon verrät - Einsamkeit. Die durchpocht tatsächlich alles - von der ersten bis zur letzten Seite. Manchmal so dermaßen intensiv, dass man vor Mitgefühl aufschluchzen möchte. Doch - und das sei klar gesagt - es kommt nicht wie mit der Dampframme in den Boden gestampft daher. Dies ist kein Faust-in-den-Magen-Buch. Es ist melancholisch, nimmt sich aber zu gleichen Teilen Zeit für einen feinen Humor.

Was für ein wundervolles Buch! So bescheiden auf der einen Seite, doch löst es so viel Gefühl aus. Das mag auch daran liegen, dass Daniela Meisel ihre Figuren mit so viel Wärme und Zärtlichkeit gestaltet und behandelt. Man gewinnt sie sehr lieb und zittert richtig, dass ihnen nicht Schlimmes passieren möge.

Ich empfehle diesen Roman von Herzen gern weiter. Wer wie ich Bücher über Sonderlinge liebt, wer Freude an Zwischentönen und Zwischenzuständen hat und an jenen besonderen Details, die in vielen Büchern nicht vorkommen, weil diese sich in Allgemeinplätzen bewegen, trifft mit "Gegen einsam" die richtige Wahl. Ein wunderschönes Herbst/Winter-Buch!

  (3)
Tags: gegenwartsliteratur, sonderlinge   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

düster, sprachkraft, neue deutsche literatur, endzeit, deutsche gegenwartsliteratur

Träume Digitaler Schläfer

Anja Kümmel , Claudia Reiche , Andrea Sick
Buch: 408 Seiten
Erschienen bei thealit, 01.05.2012
ISBN 9783930924202
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Als ich „Träume digitaler Schläfer“ gelesen habe, hat es mir buchstäblich den Atem verschlagen. Was für ein sprachgewaltiges, denkerweiterndes, herrliches Buch! Warum wird es nicht im großen Feuilleton besprochen? Wieso wird die Autorin nicht als neue Stimme in der deutschen Gegenwartsliteratur gefeiert?

Nun – offenbar ist der Verlag zu klein. Zu unbekannt. Rutscht durch die Wahrnehmung der Presse. Was ich in diesem Falle hier unerhört bedauere. Hier bleibt ein brillantes Buch und ein echtes Talent unentdeckt! Umso mehr ist jetzt die Stimme der LeserInnen gefragt, die dieses Buch entdeckt haben und die es genauso atemberaubend finden wie ich. Redet darüber! Postet eure Meinung!

Der Markt ist gerade bis zum Bersten mit Dystopien gefüllt. Und meist heftet sich da eine Wiederholung an die nächste. Es wird imitiert, was das Zeug hält. Wie berauschend anders, wie unverschämt, wie herausragend dieser Roman dagegen ist!

Anja Kümmel entwirft mit sicherer Hand eine Dystopie, die ihresgleichen erst einmal sucht. Ich möchte zum Inhalt eigentlich nichts mehr sagen – das tut der Klappentext.
Eher dies: Das Buch ist nicht nur inhaltlich, sondern auch formal ein Kleinod. Hier wird ein Buch-im-Buch-im-Buch entworfen. Mit großer Raffinesse werden die Plots entrollt, schieben sich gegenseitig an, überlappen, fasern aus, blinken an anderen Stellen wieder auf, und verlöschen, verweisen auf etwas Vergangenes oder Zukünftiges, und überall und unentwegt klingen andere Bücher, andere AutorInnen, andere Gedankenwelten mit. Echoräume tun sich auf, schwebende Geschichten, die nicht erzählt, sondern im Leser ausgelöst werden. Eine postmoderne Wundertüte.

Es ist schwer, über einen Roman zu erzählen, der so stark von und mit und durch seine außergewöhnliche Form lebt. Vielleicht so: Wer dieses Buch betritt, betritt ein lebendiges Schloss voller Korridore, Treppenaufgänge, Geheimtüren, Verliese und Zinnen – und hier wie da tun sich plötzlich Tapetentüren auf, und man landet in einem verborgenen Seitenflügel des Schlosses, im Wandschrank oder … in der Luft. Zwischen zwei Zuständen.

An vielen, vielen, vielen Stellen gelingen der Autorin unfassbar atmosphärische Stimmungen, entwirft sie atmende, düstere Räume und poetisiert Technik mit einer beneidenswerten Leichthändigkeit und Sprachkraft. Selbst die „Kopfigkeit“ mancher Passage, die manchmal (selten) die Lebendigkeit der Handlung übertönt, hält Spannung bereit: Sie belohnt einen mit ungewöhnlichen, ja beglückenden Denkimpulsen.

Wer Bücher er-leben will, wer die Nase voll davon hat, immer alles bereits vorgekaut und ausgelutscht präsentiert zu bekommen, wer erfahren möchte, wie ein Buch einen selbst ständig verwandelt und in Räume und Gedanken mitnimmt, die man noch nie gesehen und gehabt hat, wer nichts dagegen hat, als veränderter Mensch aus der Lektüre hervorzugehen - der sollte dieses Buch auf keinen Fall verpassen.

FAZIT: Lesen, darin versinken, den Atem komplett verlieren, ihn am Ende wiederfinden und dann dieses Buch laut weiterempfehlen. Diese Autorin hat es verdient!

  (7)
Tags: atmosphärisch, deutsche gegenwartsliteratur, düster, dystopie, endzeit, endzeitroman, neue deutsche literatur, sprachkraft   (8)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

liebe, schreiben, mittdreißiger, freundschaft, stummfilm

Fräulein Kellermann und die Kunst des Schwärmens

Andrea Voß , any.way , Barbara Hanke , Cordula Schmidt
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.11.2007
ISBN 9783499245657
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(43)

81 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

geister, geisterhaus, horror, geheimnis, krimi

Der kalte Hauch des Flieders

Judith Hawkes , Cornelia Holfelder-von der Tann
Fester Einband: 508 Seiten
Erschienen bei Weltbild, 01.01.2000
ISBN 9783898977593
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: geheimnis   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

trivial, liebe, teri, trennung, trivialliteratur

Ein paar Tage Zärtlichkeit

Ruth Gogoll
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei el!es-Verlag, 01.03.2011
ISBN 9783941598188
Genre: Romane

Rezension:  
Tags: groschenheftchen, schund, trivial, trivialliteratur   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

joyce carol oates, seelische abgründe, psychothriller, sprachschön, pseudonym

Dein Tod, mein Leben

Joyce Carol Oates , Rosamond Smith
Flexibler Einband
Erschienen bei DTV
ISBN 9783423120012
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: joyce carol oates, pseudonym, psychothriller, seelische abgründe, sprachschön   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(26)

63 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

fantasy, horror, hohlbein, mystery, wolfgang hohlbein

Wyrm

Wolfgang Hohlbein
Fester Einband: 286 Seiten
Erschienen bei Thienemann Verlag, 01.01.1998
ISBN 9783522171830
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

krimi thriller frauenkrimi

Toeten ist ein Kinderspiel

Corinna Waffender
Flexibler Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Querverlag, 01.09.2010
ISBN 9783896561794
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich lese eigentlich gar nicht so gern Krimis. Weil mir oft etwas ganz Bestimmtes fehlt. Aber dieser Krimi hier ist anders.
Er ist schlicht mehr als "nur" ein Krimi. Er sprengt das Genre zwar nicht, aber er weitet es.

Krimis gelten im Allgemeinen als nicht besonderes literarisch. Wenn es eine Waage gäbe, dann würde wohl die Seite "Plot" bei einem Krimi schwerer wiegen als die Seite "raffinierte Sprache". Und genau hier ist die Stelle, an der "Töten ist ein Kinderspiel" sich auffallend von den meisten Krimis unterscheidet.

Zwar ist "Töten ist ein Kinderspiel" ganz genretypisch aufgebaut - mit einer Kommisarin und ihren beiden sympathischen Kollegen, die auf die jeweils ureigene Art und Weise einen komplexen Fall lösen -, doch hinzu kommt noch ein weiterer Akteur, der bei den meisten anderen, den gewöhnlichen Krimis eben meist außen vorbleibt: eine hervorragende Sprache.
Denn: diese Autorin kann schreiben!
Anders gesagt: Hier fesselt nicht (nur) der Plot, sondern v.a. diese rhymthmisch komponierte Sprache, die wunderschönen Sprachbilder und Sätze, die sich einbrennen, so gut sitzen sie.

Corinna Waffender bewegt sich mit ihren Krimis an der Schnittstelle von Unterhaltung zur Literatur, und genau das ist es, was dieses Buch und auch seinen Vorgänger "Tod durch Erinnern" so aufregend und besonders macht.

Ich kann hier nur sagen: Lesen, staunen und verschenken!

  (7)
Tags: krimi thriller frauenkrimi   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(93)

148 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

wien, einsamkeit, österreich, roman, alleinsein

Die Arbeit der Nacht

Thomas Glavinic
Fester Einband: 394 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 05.08.2006
ISBN 9783446207622
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(12)

15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

lesben, niveaulos, schund

Taxi nach Paris

Ruth Gogoll
Flexibler Einband: 253 Seiten
Erschienen bei el!es-Verlag, 01.07.1996
ISBN 9783932499005
Genre: Romane

Rezension:

Was für ein schwaches Buch!
Dieses Buch ist nicht nur inhaltlich das hohlste, was ich je gelesen habe, es ist vor allem sprachlich eine Zumutung. Gab es überhaupt ein Lektorat? Als ungelenke Tagebuchnotizen mag das alles ja noch angehen, aber bitte: doch nicht als gedrucktes und veröffentliches Buch! Das ist Betrug am Leser und reine Geld- und Zeitschwendung. Die Dialoge sind eine totale Katastrophe, die Geschichte ist an den Haaren herbeigezogen und erzählt konsequent an einer glaubhaften (und damit meine ich auch im Genre Unterhaltung glaubhaften) Lebensrealität vorbei, von Charakterzeichnungen oder gar - entwicklung keine Spur! Es strotzt vor sprachlichen Wiederholungen, Stilblüten, Logikfehlern, die Psychologie der Figuren ist hanebüchen, von einer Konfliktführung scheint die Autorin noch nie gehört zu haben. Ehrlich - ich war regelrecht schockiert, als ich das Buch gelesen hab.
Man kann nicht einmal "Unterhaltungsliteratur" dazu sagen, denn diese ist flüssig geschrieben, humorvoll und eben: unterhaltsam. Das Buch ist einfach nur schlecht.

  (9)
Tags: niveaulos, schund   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

autobiographie, sprache, geld, meinung, erinnerungen

Die halbe Wahrheit

W. Somerset Maugham ,
Flexibler Einband: 316 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 27.10.2000
ISBN 9783257232653
Genre: Biografien

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(29)

57 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 10 Rezensionen

trauer, familie, tod, verlust, selbstmord

Vom Atmen unter Wasser

Lisa-Marie Dickreiter
Fester Einband: 271 Seiten
Erschienen bei Bloomsbury, 05.08.2010
ISBN 9783827009456
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(92)

162 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 22 Rezensionen

thriller, öl, virus, endzeit, verschwörung

Black Monday

R. Scott Reiss , Charlotte Breuer , Norbert Möllemann
Flexibler Einband: 472 Seiten
Erschienen bei Ullstein TB, 01.01.2008
ISBN 9783548268514
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

düster, friedhof, kannibale, schauergeschichten, knochen

Von Kastanien und Knochen

Daniel Mosmann
Flexibler Einband: 249 Seiten
Erschienen bei Monsenstein und Vannerdat, 01.11.2008
ISBN 9783865827654
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Diesen Erzählband lege ich LeserInnen ans Herz, die ein Faible für Schauergeschichten haben, für atmosphärisch erzählte Grusler, die ohne Ekelszenen auskommen.

Daniel Mosmann ist ein wunderbarer Erzähler. Das Buch war für mich eine Überraschung und ja: eine kleine Offenbarung. Die Vorbilder des Autors liegen deutlich spürbar in der romantischen Tradition, bei Adalbert von Chamisso, E.T.A. Hoffmann, Ambrose Bierce, Edgar Allan Poe. Mit großer Sensibilität fühlt er sich in die Erzählhaltung und Motivik der Romantik ein und schenkt den LeserInnen eine Melange düster-melancholischer Gänsehautgeschichten.

Was mir - neben der gelungenen Atmosphärenentfaltung - besonders gefallen hat, war die ungeheure Warmherzigkeit des Autors seinen Figuren gegenüber. So etwas kenne ich nur von Adam Haslett in "Hingabe" oder von Andreas Steinhöfel. Nicht nur jeder einzelne Text, auch jede Figur ist von Atem durchzogen, einem Herzschlag. Dem Autor liegen seine Figuren am Herzen.

Was kann ich sagen: Die Geschichten haben mich berührt. Ich glaube, das ist das Beste, was man zu einem Buch sagen kann. Ich fand nicht alle Erzählungen erschreckend, dafür waren manche zu vorhersehbar (was an der Dramaturgie liegt, deshalb und nur deshalb vergeb ich einen Stern unter der Höchstwertung), aber stets waren sie berührend. Sie bringen etwas im Innern zum Klingen, und wenn ein Text so etwas schafft, dann ist er besonders.

Der Autor hat eine Stimme, die bereits in diesem, seinem ersten Buch auffällt. Ich freu mich unheimlich auf weitere Bücher. Diesen Erzählband empfehle ich mit Kusshand weiter. Für alle, die gepflegten Grusel mögen und für die, die Lust auf zeitgenössische Schauertexte in Poescher Manier haben.

Fazit: Kaufen, Gruseln und an Freunde weitergeben!

  (11)
Tags: düster, grusel, horror, romantik, schauergeschichten   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(52)

90 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

horror, thriller, fleisch, dystopie, vegetarier

Meat

Joseph D'Lacey , Stephan Glietsch
Flexibler Einband: 446 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 05.02.2009
ISBN 9783453433724
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

ich empfehle hier in vollem ernst ein ganz und gar schreckliches buch.

ich habe es gestern zu ende gelesen und bin ich bin höchst irritiert. es ist ein sehr spannender thriller, als unterhaltungsroman wirklich sehr gut. aber - das w i r k l i c h interessante an diesem buch ist, dass es eben tatsächlich bedeutung hat, echten gehalt. und damit literarische qualität beweist.
und DAS hätte ich nicht erwartet. es bekommt von mir 4 von 5 sternen. hätte es auf eine bestimmte sache verzichtet, was ich unten noch mal anspreche, hätte es sogar 5 sterne bekommen.

'meat' IST schrecklich. da gibt es nichts zu beschönigen. es ist widerwärtig, es ist schockierend, es geht definitiv über die grenzen. ABER - es ist intelligent. es ist ein buch, das mich wirklich berührt hat. es hat mich angegriffen und - am ende - sogar zum weinen gebracht.

das grandiose an diesem buch: es zeigt, wie sprache unsere realität konstituiert.

relativ schnell ist in dem buch klar, dass das "fleisch", das die stadt ernährt, nicht von rindern stammt, die milch nicht von kühen, sondern von menschen. aber - die sprachkodierung dieser stadt, die in einer art "bibel" festgehalten, gibt die wahrnehmung vor: die menschen, die zum verzehr gehalten werden, heißen "rinder", "kühe", "kälber". sie gebären nicht, sie "kalben". sie sind nicht schwanger, sondern "trächtig". die weiblichen opfer haben keine brüste, sondern euter, die gemolken werden, statt abgepumpt. usw. usf.

was das buch auf eine - wie ich finde - grandiose art zeigt, ist, wie sprache unsere realität nicht beschreibt, sondern h e r s t e l l t. denn die menschen nehmen nicht mehr wahr, dass es sich um menschen handelt, sie sehen tatsächlich tiere, vieh. die sprachkodierung hat sich fest im hirn eingenistet, sie ändert den blick. das eigentlich sichtbare "verschwindet", und gesehen wird etwas nicht vorhandenes, etwas, was nur in sprache vorhanden ist.
das einzige, was bleibt, ist ein tiefes unbehagen, und selbst dies ist nur in jenen menschen vorhanden, die etwas weiter denken, die die sprache in frage stellen. die in frage stellen, dass realität und sprache dasselbe sind.

in dieser hinsicht fand ich das buch tatsächlich grandios. außergewöhnlich. mutig. intelligent.
es hätte von mir eben sogar 5 sterne bekommen, wenn es auf seine splatterszenen verzichtet hätte. diese biedern sich zu sehr an ein sensationsgieriges lesepublikum an. und beugen sich damit runter zum voyeurimus. das hat das buch gar nicht nötig.

es ist - in meinen augen - ein höchst interessantes, intelligentes und besonderes buch. der autor hält sich nicht an die regeln (des guten geschmacks) und erschafft tatsächlich etwas ekelhaft kunstvolles. ich ziehe meinen hut und glaube, heyne hat das buch nicht seines literarischen sprengstoffs willen gedruckt, sondern wegen der grenzüberschreitung, die eben diese splatterästhetik hat.

von mir eine empfehlung an alle, die sich mit dem phänomen realitätserschaffung durch sprache auseinandersetzen wollen. das buch schaut dadurch weit über sich hinaus, es zeigt rassismus in einem anderen, schrecklichen licht, lässt am ende darüber nachdenken, was sprachlicher sexismus bedeutet und erinnert beklemmend an das dritte reich und deren sprachmanipulation.

noch ein 'achtung' am ende: da das buch bedauerlicherweise an einigen stellen direkt draufhält und splattert, ist es kaum für in dieser hinsicht empfindliche leserInnen geeignet. ich bedauere diesen anbiederungsversuch des autors vor allem deshalb, weil er dadurch höchstwahrscheinlich ein publikum verliert, das viel mit dem buch anfangen könnte.

  (8)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

erzählungen, short stories, adam haslett, hingabe, amerikanische literatur

Hingabe

Adam Haslett , Pociao de Hollanda , Roberto de Hollanda ,
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.06.2010
ISBN 9783499254192
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe dieses Buch aus einem Zufall erstanden und konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Es ist grandios. Abründig, bitterböse, ausweglos zärtlich - bewundernswert.

"Hingabe" ist kein herzerfrischendes Buch, keins, das man nach der Lektüre mit einem Lächeln im Gesicht weglegt, um beschwingt an den Tag zu gehen.
Ganz im Gegenteil: dieses Buch ist krank. Es ist obsessiv, hemmungslos, wildromantisch, schwarz, leidenschaftlich, und: Es schlägt Wunden. Es nimmt einen mit, und manche Geschichte darin vergiftet einen für immer.

Was mich an dem Buch (neben seiner unerhörten Spannung) am meisten fasziniert und berührt hat, war die Zärtlichkeit des Autors seinen Figuren gegenüber. Eine jede dieser Figuren hat einen nicht wieder zu behebenden "Schaden", es sind Menschen, die in irgendeiner Weise zerbrochen und damit auch brutal (geworden) sind, und sie sind so plastisch, so voller Blut und Atem beschrieben, als könnten sie uns aus dem Buchdeckeln entgegenspringen.

Die Geschichten sind dunkel und tief erschütternd, aber niemals auf der Oberfläche. Immer beginnen sie harmlos, fast begütigend, und das Abgleiten ins Abgründige geschieht fast nebenbei.

Wer sich nach harmonischen Stories sehnt - Finger weg von diesem Buch! Wer sich nicht davor scheut, Liebe als etwas Gnadenloses und Brutales zu lesen, sollte Haslett auf keinen Fall verpassen.

Die Monster leben nicht unterm Bett - sie sind mitten unter uns.

Lest dieses Buch, und ich hoffe, ihr seid genauso begeistert. Empfehlt und verschenkt es weiter - dieser Autor hat es verdient!

  (8)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(293)

546 Bibliotheken, 6 Leser, 8 Gruppen, 59 Rezensionen

folter, horror, thriller, vergewaltigung, misshandlung

EVIL

Jack Ketchum , Dallas Mayr , Friedrich Mader
Flexibler Einband: 335 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 22.09.2008
ISBN 9783453721883
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ja, das ist ein erschreckendes Buch.

Der Grund, weswegen ich dem Buch einen Stern gebe, ist mit Sicherheit der Punkt, der vielen Lesern viel Freude macht und der das Buch - auf eine eigene Weise - gewiss besonders macht.

Zuerst zum Handwerklichen: Der Text erzeugt eine hohe Spannung, die zu großen Teilen auf geschickten Schnitten beruht, auf der Weigerung, abzublenden, und auf Kontrasten. Er hat eine schlichte, eingängige Sprache. Charaktere, die durchaus interessant sind. Interessant vor allem ihrer Sperrigkeit wegen. Der Hauptheld und Ich-Erzähler ist jemand, dem man irgendwann immerzu in den A* treten möchte, weil er einfach nicht eingreift. Solche Perspektiven schätze und mag ich sehr, weil sie den Leser herausfordern und quälen. Der Autor weiß also, was er tut. Er beherrscht sein Handwerk.

Inhaltlich halte ich dem Text zugute, dass er zumindest v e r s u c h t, eine reflektorische Ebene einzubauen (was in meinen Augen nicht gelingt, sie wirkt wie eine Pseudoebene) - um den Voyeurismus abzufedern. (Ich vermute eher, um (berechtigter) Kritik ausweichen zu können.)
Ich halte dem Text auch zugute, dass er v e r s u c h t, eine Entwicklung zu zeigen, die Entwicklung der Dehnung von Grenzen, der Verselbstständigung von Gewalt, der Selbstverständlichwerdung - bis zur Eskalation.

Aber.

Und jetzt kommt der Punkt, an dem ich ganz klar aussteige.
Aber - das Buch zielt auf die Lust des Lesers.
Zielt b e w u s s t und klar k a l k u l i e r t dahin. und das macht es eben nicht "grenzgängerisch", wie es oft angekündigt wird, sondern zu etwas was man im Englischen "sensation" nennt. Es ist - leider - ein Animationsbuch. Hier - und das macht es vollkommen indisuktabel - auf Kosten eines ermordeten Mädchens. (Realer Fall.)

Ich möchte dieses harte Urteil erklären.
Es ist ein Verweis auf die Verantwortung, die man als Autor hat. Eine klare Kritik an einer bewussten Verantwortungslosigkeit, die hier als "grenzgängerisch" proklamiert wird.
Genau dieser Kritikpunkt macht es jetzt so schwierig, weil es da - wie die Rezensionen zeigen - ja ganz klare Gegenmeinungen gibt. Und weil die Verantwortungslosigkeit des Autors in diesem Fall natürlich ein Tabu aufreißt und dem Leser zugänglich macht, was natürlich - stets - einen sehr besonderen Reiz und damit auch Anhänger hat.

Aus ganz eindeutigen dramaturgisch-formalen Gründen stellt dieser Text keine Kritik an Gewalt dar, auch keine Dokumentation, wie es dazu kommen konnte, auch keine psychologische Erklärung via die zerrissene Hauptfigur, denn dafür ist der Text allzu berechnend voyeuristisch gearbeitet. Ein Autor, der einen Leser wirklich erreichen (und nicht nur inhaltlich masturbieren) will, versucht den voyeuristischen Zugang zu n u t z e n und ihn immer wieder zu brechen, um dem Leser die Möglichkeit zu geben zu verstehen, wo und warum er berührt wird, aber er wird unbedingt vermeiden, den Leser blank übers Voyeuristische zu erreichen, denn damit macht er den Text zur Hure.

Das ist ein sehr hartes Urteil, aber d a s war es, was mir bei diesem Buch die Faust in den Magen geschlagen hat, nicht der Text selbst, sondern diese fatale Benutzung einer bestialischen Qual zu Lust-Optimierung des Lesers. Denn d a r um geht es in dem Buch. Nicht um den psychologischen Versuch, die grausamsten menschlichen Regungen zu erklären und nicht um die Dokumentation eines schrecklichen Verbrechens - sondern um die Lustbefriedigung des Lesers.
Diese Lust muss nicht unbedingt sexuell sein (das Buch wird aber definitiv in manchem Leser auch sexuelle Lust auslösen), sie kann auch die Lust am Ekel, am Erschrecken sein, am Immer-mehr-Einzelheiten-wissen-wollen. Es um das blanke Kitzeln des voyeuristischen Nervs.
Und noch einmal: auf Kosten eines Mädchens, das bestialisch gequält wurde.

Die Möglichkeiten eines Autors, dem zu entgehen und den Text nicht zur Hure zu machen, der echtes Leid zu Lustzwecken ausnutzt, sind vielfältig. Das Buch nutzt keine.
Ich sehe an dem Buch nichts Aufklärerisches.
Das genussvolle Ausleuchten sexueller Gewalt und grausamster Folter - hat in meinen Augen nichts Aufklärerisches. Die Reflektionsebene, die notwendig wäre, um immer wieder eine Distanz für den Leser einzubauen, ist - bedauerlicherweise - zu schwach gearbeitet und fehlt über große Strecken ganz.

Nun könnte man sich fragen, ob der Autor nicht bewusst so geschrieben hat, um in dem Leser quasi eine ähnliche Lust auszulösen, wie die Täter sie vielleicht empfunden haben. Ich bin sogar sicher, dass der Autor dieses Argument bringt, um den Text zu rechtfertigen.
Aber - das Problem ist die Identifikation. Es ist wichtig, diese Identifikation des Lesers zu brechen. Und das geschieht über die FORM. Es geht eben ganz klar um eine bestimmte Machart, die eine Haltung verrät. Und der Autor hat bedauerlicherweise eben keine umstürzlerische oder provokante Haltung, wie hier oft geschrieben wurde, sondern eine FORMAL nachweisbar auf voyeuristischer Ausbeutung beruht. Deshalb ist das Buch leider auch nicht als Versuch wertbar, den Leser mit seinen eigenen Gefühlen zu konfrontieren. Denn - so etwas muss der text ZEIGEN. Und dafür gibt es - literarisch - zahlreiche Methoden.

Man kann einen Leser sehr schnell in diese Identifikationsrolle holen, und er empfindet quasi "stellvertretend". Nur - Literatur versucht den Leser nicht in die Szene zu holen, um ihn da "absaufen" zu lassen (in diesem Fall würde ich eben sogar sagen: um ihn zu masturbieren), sondern um ihn darüber erschrecken zu lassen. Und zwar immer wieder. Dazu muss er sich dessen aber bewusst sein. Notwendig ist also eine immer wieder ermöglichte Distanzierung zum eigenen Ergriffensein von der Handlung.

Wenn man das also wirklich literarisch (und nicht pornografisch wie hier) machen wollte, dann würde man versuchen, immer wieder die Identifikation (die Masturbation) zu brechen und den Leser zurückzuholen. Damit er erstens erfährt: "Das ist ein Text." Und zweitens: "Das fühle ich gerade: Ich stelle mich psychologisch auf die Stufe der Täter, indem ich jieperig jedes Detail verfolge auf mehr warte." Das Wichtige ich dieser Bruch. Immer und Immer wieder.

Ketchum hat nur eine einzige "Bruch"-Ebene eingebaut: Das ist diese Reflektionsebene des Ich-Erzählers. Diese Reflektionsebene ist jedoch so gestaltet, dass sie am Anfang sich einschaltet, am Ende etwas Gewicht bekommt und in der Mitte über riesige Strecken fehlt. (Das entlarvt diesen Text: Die Refelktionsebene ist nur Schein, sie ist ganz augenscheinlich nur als "Vorwand" eingebaut, um umso stärker ins Detail gehen zu können und entsetzliche Qual ausleuchten zu können, denn schließlich gibt es ja eine "Auffangebene", die das Ganze aus der pornografischen "Abbildung" herausholt. Aber dem ist eben nicht so, weil diese Ebene in der Mitte des Buchs, als es eben "zur Sache geht", fast gänzlich ausgeschaltet ist.)

Ehrlich gesagt finde ich dieses Buch unverzeihlich.
Warum es noch nicht vom Markt ist, fragen manche Leser. Weil es sehr schwer ist, diese Grenze zwischen einem kulturellen Produkt und Pornografie zu ziehen. Und selbst wenn das möglich ist (was man über die FORM tun kann), ist es sehr schwer, so eine Begründung anzubringen, ohne als moralistisch oder unaufgeschlossen für Neues zu gelten. Es ist zwar möglich zu zeigen, wo der Autor sehr bewusst als Literat "versagt", um Pornografie unter dem Deckmantel von Aufklärung und Dokumentation zu machen, aber mehr nicht, denn man kann eben nur die M a c h a r t des Texts entlarven. Damit hat man den Unterschied von Literatur und Unterhaltung erklärt. Es gibt viele Filme, die ebenfalls bestialische Qual ausleuchten - und die nicht verboten sind. Weil es ein bestimmtes Genre ist. Und im Genre kann man über alles Mögliche schreiben, wirklich: über alles. Solange es halbwegs begründbar ist.

Man kann aber auch literarisch (und gut) über so ein Thema schreiben. Es kommt einfach darauf an, warum man als Autor so ein Buch schreibt. Aus welchem Grund. Hier liegt der Grund leider auf der Hand, und es ist kein literarischer.

Jemand, der tatsächlich über Mechanismen von Gewalt schreiben möchte, wird sich auch darauf konzentrieren: auf diese Mechanismen, auf die S t r u k t u r von Gewalt. Er wird n i c h t die Gewalt selbst zum Hauptgegenstand machen, weil es darum ja im Grunde gar nicht geht.

Gewalt zeigt sich ohnehin am Deutlichsten in der Struktur, in der psychologischen Fessel. Und das hätte Ketchum wirklich sehr leicht machen können: indem er sich auf die Innenwelt des Protagonisten konzentriert, bei dem diese Mechanismen zu wirken beginnen. Er hätte dann - natürlich! - die Gewalt zeigen müssen, aber eben i n n e r h a l b des Protagonisten. Die Kamera hält dabei nicht stur auf das Gewaltantun in allen Details, sondern konzentriert sich auf die R ä n d e r des Geschehens: auf die Blicke der Umstehenden, auf Geräusche, Atem, die Atmosphäre, die Mischung aus Lust und Entsetzen, die in dem Jungen wächst, die Verunsicherung. Hin und wieder kann die Kamera auch einen raschen Blick werfen, aber nie so, dass ganze Sequenzen über viele ungebrochene Seiten gezeigt werden (und dem Leser die Gelegenheit geben, sich daran zu ergötzen), sondern nur als winziges Streiflicht. Denn die Konzentration des Texts sollte, wenn der Autor es ernst meint, eben wirklich n i c h t auf der Abbildung liegen (= pornografisches Schreiben), sondern auf der Entfaltung und Verständlichmachung der Struktur, der Automatismen und der Psychologie von Gewalt. Deshalb halte ich es auch für eine echte Frechheit, das Buch mit Goldings "Herr der Fliegen" zu vergleichen. Was Golding brillant beherrscht, vermeidet Ketchum auf eine geradezu grobschlächtige Weise.

Viele Leser werden denken: "Ich glaube, Ketchum hat einfach nur eine Geschichte erzählt, wie sie sich in etwa ereignet hat, und basta."
Ich selbst denke das überhaupt nicht. Das würde heißen, dass ein Ereignis vor allem seine Abbildung ist, dass also nicht der Mechanismus, der das Ganze trägt, ausschlaggebend für das Ereignis wäre. Ein Ereignis ist ein komplexes Gebilde. Nur das Physische abzubilden (bzw. fast nur) hat in meinen Augen nicht wirklich mit Wahrheitstreue zu tun, sondern mit Sensation.
Dass Ketchum sich für die Abbildung und nicht für die Mechanismen entschieden hat, spricht in meinen Augen Bände. Nicht über seine Geschicklichkeit oder gar sein angebliches "Grenzgängertum", sondern schlicht über das Kalkül hinter dem Buch.

  (8)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

kino, jugendliche, liebe

Monsterwochen

Ron Koertge
Fester Einband: 142 Seiten
Erschienen bei Carlsen
ISBN 9783551581211
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jemand fragte einmal, warum dieses Buch denn um Gottes Willen für den Jugendliteraturpreis nominiert wurde, behandelt es doch, wie er erklärt, die Themen "Behinderung", "Drogen", "Sex" usw. sehr oberflächlich.

Diese Herangehensweise zeigt (leider), worauf Jugendbücher im allgemeinen Verständnis reduziert werden: auf einen pädagogischen Zweck.
Und das halte ich für grundverkehrt. Büchern, die um einen pädagogischen Zeigefinger herum geschrieben werden (Stichwort "Brennpunktthemen", z.B. Magersucht, Leben im fremden Körper, Behinderung, Drogen, Ausländer, Missbrauch etc.) merkt man genau diesen Zweck auch an. Und das macht eigentlich nie Spaß. Wer will denn um Gottes willen beim Lesen "aufgeklärt" werden bzw. das Gefühl haben, an eine pädagogische Hand genommen zu werden, die einen jetzt mal in die richtige Richtung im Leben schiebt? Jeder kennt doch solche Bücher selbst, und jeder weiß, wie sehr das nervt. So was liest man doch nur den Eltern oder Lehrern zuliebe ...

Viel, viel interessanter und kunstvoller sind Jugendbücher, die eine große Fülle haben (und es schaffen, ein Thema wie Behinderung eben einfach mal nebenbei mit aufzugreifen, es aber nicht unbedingt ins Zentrum rücken müssen), vor allem aber, die Spaß machen, weil man sie so richtig gerne liest (!) und drittens: die mit einer guten Sprache aufwarten. Und genau das alles hat "Monsterwochen".

Ich bin begeistert von diesem Buch. Es betört einen geradezu mit seinen ungewöhnlichen Charakteren, die sehr plastisch und glaubhaft gezeichnet sind und vor allem eben: mit seiner originellen Sprache. Da werden Bilder entwickelt, die so fremd und witzig sind, dass man die Luft anhält oder laut herausplatzt vor Lachen, weil sie nichts mit den üblichen ausgelutschten Metaphern zu tun haben, nichts mit den Phrasen, die wir alle schon hundertmal gelesen oder gehört haben - nein, da werden mit einer rasanten Leichtigkeit sprachliche Kleinode aneinandergereiht, die einfach nur glücklich machen. Und DAFÜR hat dieses Buch die Nominierung einfach nur verdient.

Was auffällig ist an der Art, in der Jugendliteratur behandelt wird, ist die Meinung: "Ach, das ist doch nur ein Jugendbuch, da muss der Autor sich doch nicht so eine Mühe geben ..."
Aber warum? Warum sollten Jugendliche eine originelle, eigenwillige, spannende, GUTE Sprache, eine, die sich aus den ausgelutschten und langweiligen Bahnen herausbewegt, nicht schätzen können? Immer nur das gleiche Bild, die gleiche Metapher und dieselbe alte Phrase hinzuschreiben, heißt literarisches Fast-Food zu produzieren, und wenn man Kindern und Jugendlichen Fast-Food anbietet, wie und wieso sollen sie dann eigentlich später Appetit auf gute Bücher bekommen?
Nein, nein - ich bin komplett anderer Meinung als mein Vor-Rezensent. Und ich bin unheimlich froh, dass dieses Buch nominiert wurde, denn es passiert selten genug, dass auch mal die Form, die Sprache eben, die das Kunstvolle an einem Buch ausmacht, bei der Nominierung ins Auge gefasst wird.

All denen, die kein Betroffenheitsbuch über Behinderung und Drogen lesen wollen, sondern die es lieben, sich sprachlich überraschen (und damit beglücken) zu lassen, möchte ich dieses Buch von ganzem Herzen empfehlen. Behinderung und Drogen sind durchaus Thema im Buch, aber zum Glück nicht Brennpunktthema! Und genau damit wird das Ganze in meinen Augen viel glaubhafter und dringt tiefer ein, als wenn darauf herumgeritten wird. Hauptakteur in dem Buch ist kein Brennpunktthema, es ist im Gegenteil der selten gewordene sprachliche Einfallsreichtum. Dieser Roman sprüht geradezu vor höchstwitzigen und dennoch natürlich Dialogen, entfaltet eine wunderbar skurrile Sprachwelt, ist schlichtweg ein kleines Feuerwerk leuchtender Ideen.

Warum geb ich trotzdem nur 4 von 5 sternen? weil ich mir im Gesamten mehr Ausdauer gewünscht hätte. In der Konfliktführung und -lösung ist mir das buch ein bisschen zu "amerikanisch" - seine Stärke liegt in rasch gestreuten Pointen, aber das geht auf Kosten einer Konzentration auf die Beziehung der beiden Hauptcharaktere. Koertge lässt sie von einem Ort zum nächsten springen, und erzeugt dadurch Eindruck permanenter Bewegung, doch dies ist leider nur eine äußere Bewegung, während die innere Bewegung in der Beziehung (und in den Figuren) etwas mangeljaft gezeichnet ist. Innere Bewegung würde spürbar werden, wenn er die beiden im Ruhezustand zeigte. Koertge lässt sich - für mein Gefühl - ein bisschen zu wenig Zeit für die Ausleuchtung des (Figuren-)Konflikts und für die Durchdringung der (interessanten und spannungsgeladenen) Verbindung dieser beiden Hauptcharaktere, und am Ende schreibt er Colleen dann einfach aus dem Plot heraus, statt sich der Herausforderung (und die beiden Charaktere in den aktiven Konflikt) zu stellen.

Fazit: Ein Buch, das sehr viel Wert auf Details und kleine Finessen legt, den Plot ein wenig vernachlässigt zugunsten eines hingebogenen Endes und einer äußeren Rasanz, die einem als Leser den Atem nimmt und einen mitreißt, jedoch nicht allzu sehr weh tut und allzu tief dringtŽ- alles in allem aber ein schönes, spannendes, lohnenswertes, witziges und ungewöhnliches Buch!

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

jugendbuch, freundschaft, verlust, tod, trauer

A LAZY EYE

Donna Daley-Clarke
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Simon & Schuster Ltd, 04.07.2005
ISBN 9780743259804
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dieses Buch ist ein Glücksgriff.

Ein hochwitziges, tiefberührendes, intelligentes, fantasievolles Buch. Ein Buch, das zwar von einem gräßlichen Verbrechen erzählt - von dem Moment, an dem eine Familie bricht und nichts mehr sein wird wie zuvor, dem Moment des äußersten Entsetzens - aber auf eine so magische und magnetische, zärtliche und zugleich schonungslose Weise, daß man den Roman, einmal angefangen, nicht mehr weglegen möchte.

Erzählt wird aus drei Perspektiven. Es ist hierbei psychologisch so feinfühlig gearbeitet worden, daß sich drei (reichhaltige) Welten vor dem Auge entfalten, daß wir als Leser in drei Köpfe, Herzen, Lebensträume und -ängste hineinsteigen.

Ein Buch auch, in dem man versinkt. Nicht nur überzeugt es und verzaubert es durch seine wunderschöne Sprache und mit gewitzten, hakenschlagenden Gedanken, sondern auch durch die "Echtheit", die einem da aus den Buchseiten entgegenschlägt. Man schmeckt, sieht, hört, riecht das Leben. Die Lebendigkeit der Dialoge und die Schönheit der Beschreibung gehen Hand in Hand, keines überlagert das andere - detailreiches, wuchtiges, atmendes Leben breitet sich vor einem aus.

Ich wünsche diesem Buch eine (gute) Übersetzung, damit es auch einem deutschen Lesepublikum zugänglich wird. Allen, die jedoch auch gern mal Bücher im Original lesen, möchte ich "Lazy Eye" aus tiefsten Herzen empfehlen.

Es ist erschreckend, unterhaltsam, witzig, grausam hart, zum Träumen und zum Heulen. Eins der wirklich besonderen Bücher.

  (4)
Tags: freundschaft, jugend, jugendbuch, tod, trauer, verlust   (6)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

frauen, liebesroman, late bloomers, frauenliebe, andrea krug

Mrs. Medina

Ann Wadsworth , Andrea Krug
Fester Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Krug u. Schadenberg, 20.11.2006
ISBN 9783930041558
Genre: Liebesromane

Rezension:

Meine fünf Sterne gelten in diesem Falle nicht (nur) dem Buch (das mir ebenfalls gut gefällt!), sondern v.a. der Übersetzung. Mit einer großen Feinfühligkeit und Treffsicherheit, mit viel Zartheit und wahrscheinlich einer Menge "Hirnblut" wurde hier eine sehr gute Übersetzungsarbeit geleistet. Die sprachliche Schönheit des Originals wurde an manchen Stellen sogar noch übertroffen, und das ist eine echte Leistung.

Ein großes Lob also an die Übersetzerin, denn ausländische Bücher, die auf dem deutschen Markt ankommen und bestehen wollen, stehen und fallen mit ihrer Übersetzung. Vielen Dank für diesen Glücksfall!

  (5)
Tags: andrea krug, coming out, frauen, frauenliebe, late bloomers, lesben, liebe, liebesroman   (8)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(18)

33 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

schweden, skandinavien, länder, erfahrungsbericht, schwedenfreunde

Gebrauchsanweisung für Schweden

Antje Rávic Strubel
Fester Einband: 231 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.06.2009
ISBN 9783492275569
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

jugendbuch, amerika, babysitter, jilly, jolly

Wenn dir das Leben eine Zitrone gibt, mach Limonade draus

Virginia E. Wolff ,
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.03.2002
ISBN 9783423620901
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zu Virgina Euwer Wolff kann man spontan nur eines sagen: WOW!

Und das gleich gilt für die Übersetzerin: WOW!

Wenn Eltern unter den Lesern dieser Rezension sind: Ich möchte Euch ans Herz legen, dieses Buch zu kaufen. Es ist ein Juwel in einem Haufen Glasperlen.

Dieses Buch vereint alles, was man sich (nicht nur für ein Jugendbuch) wünschen kann: eine wunderwunderbare Sprache, unbequemen, aufwühlenden Inhalt, spannende Charaktere, Liebe, Weisheit, Zärtlichkeit.
Über den Inhalt haben meine VorrednerInnen schon viel gesagt, ich möchte nur noch sagen: Die Form dieses Buches ist etwas Besonderes.
Wolff wählt freie Verse für einen Roman, und das - erstaunlich - funktioniert. Es funktioniert sogar so gut, daß sie - durch diese Form - weitere Bedeutungen hinzufügen kann, Aussagen vertiefen oder Gedanken mit Doppeldeutigkeiten versehen kann, weil es ihr z.b. und anders als in normaler Prosa, möglich wird, mitten im Satz ab- und wegzubrechen, eine Zeile hinabrutschen, ein einzelnes Wort in eine Zeile zu setzen usw...

Man will am Anfang nicht glauben, daß so etwas wirklich geht, v.a. in der langen Form eines Romans geht, man sträubt sich sogar ein wenig gegen die ungewöhnliche und ungewohnte Leseform, aber spätestens ab der zweiten Seite ist man "mittendrin", und will es nicht mehr anders, ist fasziniert und folgt der Autorin in ihrem "Gesang" und ihrem Rhythmus durch das Buch. Am Ende wünscht man, daß ALLE Romane so geschrieben würden ...

Nicht zuletzt diese wunderbare Form gibt dem Inhalt des Buches eine zusätzliche Schärfe und macht diese Geschichte besonders. Ich selbst bin -schlicht gesagt - hingerissen. Es ist ein Buch zum Verlieben. Nein, zum Lieben.

Bitte kaufen!

  (6)
Tags:  
 
32 Ergebnisse