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Die Ferkeltaxe

Lothar Weber
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Motorbuch, 31.03.2016
ISBN 9783613715158
Genre: Sachbücher

Rezension:

Schön, dass dem sympatischen Triebwagen erstmals ein eigenes Buch gewidmet wird. Weber füllt die knapp einhundertdreißig Seiten mit exzellent recherchierten Fakten und verschweigt auch nicht die Situation, in der die Deutsche Reichsbahn nach dem Zweiten Weltkrieg steckte: Dieseltriebwagen wurden entweder von der DRG übernommen (teils mit Kriegsschäden), verblieben in den westlichen Besatzungszonen oder wurden samt Fertigungstechnik als Reparationsleistung in die Sowjetunion verfrachtet. Während der Bau größerer in der DDR produzierter Diesellokomotiven noch in den Kinderschuhen steckte, stand bereits 1959 ein Prototyp des LVT 2.09 bereit.

Da der für dieses Buch verantwortliche transpress-Verlag selbst ein unfangreiches Archiv an DR-Publikationen wie das sechzehnbändige "Triebfahrzeugarchiv" und das "Merkbuch für Triebfahrzeuge" verfügt, bekommt der interessierte Eisenbahnliebhaber hier neben Abdrucken der Original-Risszeichnungen und vollständigen technischen Daten auch Schaltpläne und Ausschnitte aus dem offiziellen Handbuch dieser Fahrzeuge zu sehen. Besonders interessant sind außerdem jene Kapitel, die sich mit den verbliebenen Museumsfahrezugen und den ins Ausland verkauften Triebwagen befasst. Auch hier bekommen wir passende Fotos zu sehen, wenn auch noch immer mintgrün lackierte Ferkeltaxen mit DB-Logo unter kubanischen Palmen auf den ersten Blick surreal wirken mögen.

Seitenzahl: 128
Format: 21,5 x 21,1 cm, Broschur
Verlag: transpress

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Orphan X

Gregg Hurwitz , Mirga Nekvedavicius
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 10.04.2017
ISBN 9783959671026
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Seit James Bond ist bekannt: Waisenkinder sind der Stoff, aus dem Killer gemacht werden. Da ist es nur passend, dass Hurwitz ihm und anderen (Anti)Helden das Werk auch gleich widmet, denn die Parallelen zum Spion im Dienste ihrer Majestät und vielen weiteren bekannten Agenten/Auftragsmördern sind unübersehbar: die menschliche Seite, der väterliche Ausbilder, der verschrobene Ausstatter, der mysteriöse Hintermann und die unscheinbare Tarnidentität. Trotzdem gelingt es Hurwitz, seiner Hauptfigur eine ganz eigene Seite zu verpassen, die zwar relativ einseitig idealistisch sein mag, ihn aber vor so viele Herausforderungen stellt, dass man Evan gerne durch die unmöglichsten Situationen folgt. Da kann schon eine Fahrstuhlfahrt mit den lieben Nachbarn zur Herausforderung werden.

Seien es vertrackte Alltagssituationen oder die im Mittelpunkt stehende eskalierende Situation - die Handlung wird so schnell nicht langweilig. Sinnvoll platzierte Rückblicke in Evans Vergangenheit erklären wie er zu dem wurde, was er ist, nehmen aber auch nicht übermäßig viel Platz ein. Inmitten der Verfolgungsjagden, Einbrüche und Zweikämpfe sorgen die Begegnungen mit Evans Nachbarn dafür, dass der Humor nicht zu kurz kommt und er seine menschliche Seite zeigen darf. Elegante Twists bereichern die Story, driften aber nie ins Unglaubwürdige ab. Lediglich eine Killerin von der Konkurrenz, die anfangs als Domina auftritt und später auch noch den Decknamen "Hot Mama" (echt jetzt?) trägt, erinnert zu stark an billige Actionfilme, in denen körperliche Reize leicht bekleideter Femmes fatales zum Stopfen von Logiklücken herhalten müssen.

Im Übrigen nimmt es Evan Smoak mit der Moral relativ genau. Seine Entwicklung vom überzeugten Regelbefolger hin zum freischaffenden und freidenkenden Vigilanten nimmt ihn nicht derart mit wie einen Jason Bourne oder Daniel Craigs 007. Smoak hat noch mehr vom klassischen rechtschaffenen Helden, ist aber in jedem Fall zugleich auf der Höhe der Zeit. Die akribisch recherchierten technischen Details seines Vorgehens und der dabei verwendeten Ausrüstung zeugen zudem von Sachkenntnis, die Hand in Hand mit einer flüssigen Schreibe geht, der man sich einfach nicht entziehen kann. Die Frage nach der Identität von Evans Gegnern und ihren Absichten treibt die Geschichte bis zum eleganten aber nicht zu einfach gedachten Showdown unerbittlich voran. Ein wenig ahnt man beim Lesen schon, worauf das ganze hinausläuft, aber hey, man wird dabei äußerst gut unterhalten.

Fazit: Ein Buch, für das man gerne mal den Fernseher auslässt und das die besten Eigenschaften kurzweiliger Thriller in sich vereinigt. Die Verantwortungslosigkeit skrupelloser Regierungen und anderer Organisationen wird zwar kurz angeschnitten, Hurwitz manövriert sich jedoch dermaßen geschickt an den meisten Klischeefallen des Genres vorbei, dass man ihm die wenigen kleinen Schnitzer gerne verzeiht. Zudem spickt der außerdem als Drehbuchautor tätige Verfasser seine Geschichte mit allerhand Filmreferenzen, die allen Geeks viel Spaß bescheren dürften.

Seitenzahl: 432
Format: 15 x 22,2 cm, gebunden mit Schutzumschlag
Verlag: HarperCollins

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Parodie, Die

Michel Rodrigue
Fester Einband
Erschienen bei Splitter-Verlag, 01.09.2016
ISBN 9783958399235
Genre: Comics

Rezension:

 Selbst wenn man aus der frankophonen Comicwelt "nur" die großen Klassiker wie Asterix, Lucky Luke, die Schlümpfe oder Tim und Struppi kennt, wird man hier auf viele bekannte Figuren und Szenarien stoßen. Da gibt es Dorfkeilereien, einen untalentierten Möchtegernbarden, einen verwirrten Professor, Bogenschützen, die schneller als ihr Schatten schießen, kleine blaue Kobolde, lokale Dialekte ohne 'R' und vieles mehr. Aber auch die zeitgenössische Popkultur findet Eingang in das Werk, etwa in Form eines Ikea-Katalogs für Wikinger-Schiffe oder eines Gastauftritts von Darth Vader. Außerdem rauben die Wikinger mit Vorliebe belgische "Manuskripte, voll mit prächtigen Buchmalereien", auf denen nicht zufällig die Namen bekannter Comicautoren stehen.

Und das ist nur der Anfang. Rodrigue stopft den Band mit dermaßen vielen Hommagen, Parodien, Subtexten, Anspielungen und ironischen Verweisen voll, dass die eigentliche Handlung schon fast zur Nebensache wird. Thorax' surrealer Selbstfindungstrip, der ihn durch unterschiedlichste Dimensionen, Zeitalter und Situationen führt, hat nur relativ wenige Auswirkungen, die launige Suche der Wikinger nach der sogenannten Zivilisation birgt hingegen schon mehr Stoff für eine süffisante Abrechnung mit dem Zeitgeist des Mittelalters. Aber auch in diesem Handlungsstrang bricht der Autor und Zeichner geradezu anarchisch aus den anfangs noch sorgfältig etablierten Erzählmustern aus.

Letztendlich dürfte "Die Parodie" vor allem bei Insidern so richtig zünden. Wem Titel wie "XIII" und "Thorgal" etwas sagen, der dürfte in dem bunt durcheinandergewürfelten Szenario noch sehr viel mehr entdecken.

Originaltitel: "La Parodie"
Seitenzahl: 48
Format: 21,5 x 29,9 cm, gebunden
Verlag: Toonfish

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Eisenbahn von oben im Wirtschaftswunderland

Andreas Knipping
Fester Einband
Erschienen bei GeraMond Verlag, 04.05.2016
ISBN 9783956130311
Genre: Sachbücher

Rezension:

Verfechter zeitgenössischer Fototechnik lassen sich gerne über die Qualitätsunterschiede im Vergleich zum "analogen Zeitalter" aus. Dieses Buch beweist in erster Linie, was man schon in den fünfziger Jahren mit entsprechender Ausrüstung alles umsetzen konnte. Die Mehrheit der ausschließlich schwarzweißen Aufnahmen ist so detailreich wie man es sich von Luftbildern wünscht, Kontrast und Licht stets ausgewogen, die wichtigsten Inhalte klar erkennbar. Natürlich kommt man stellenweise um eine gewisse Grobkörnigkeit nicht herum, aber gerade das macht einen Teil des Reizes der stilvoll zusammengetragenen Fotografien aus.

Wo immer es möglich war, geht Knipping auf gleisbauliche Besonderheiten ein, beschreibt die jüngere Geschichte der abgebildeten Orte oder identifiziert Fahrzeugtypen. Lok- oder Wagennummern sucht man vergeblich, denn trotz aller Liebe zum Detail lässt sich davon nichts erkennen. Macht aber nichts, die einzigartigen Perspektiven ermöglichen eine spannende Zeitreise, die im wahrsten Sinne des Wortes wie im Flug vergeht. Die Begleittexte sind stets mehr als bessere Bildunterschriften, weshalb sich dieser überaus gelungene Bildband auch zum Lesen eignet.

Seitenzahl: 192
Format: 26,8 x 28,9 cm
Verlag: GeraMond

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wissenschaftsthriller, thriller, pandemie

Pandemie: Science Thriller

Thor Ansell
E-Buch Text: 302 Seiten
Erschienen bei null, 24.08.2016
ISBN B01KYQ4WSK
Genre: Sonstiges

Rezension:

An der Schnittstelle zwischen Science Ficton und real denkbaren Szenarien siedelt Ansell seine Geschichte an, womit ihm zweierlei gelingt: erstens wirkt seine Geschichte dadurch einigermaßen geerdet und zweitens schafft er die nötige Distanz, um das Geschehen in Ruhe betrachten zu können. Die Frage nach dem korrekten Umgang mit der Krise im sonst so wohlorganisierten Deutschland  stellt sich ebenso, wie das die Handlung vorantreibende Rätsel, worum es sich bei diesem Berlin-Syndrom denn nun eigentlich handelt. Allzu einfach macht es sich der Autor mit der Auflösung dann zum Glück nicht, die Quintessenz erinnert entfernt an M. Night Shyalamans Film "The Happening", aber wir wollen nicht zuviel verraten.

    "Ein zerstörtes Land, rauchende Ruinen oder eine eingedämmte Krise mit deutscher Ordnung. Mad Max oder THW."
    (↦ S. 231)

Alex gibt eine passende Identifikationsfigur ab, während viele der anderen Charaktere eher grob skizziert werden. Das Hauptaugenmerk liegt ohnehin auf Spannung und Atmosphäre, was zumindest in der futuristischen Bunkeranlage (Freunde des Suspense wissen, dass Isolation auf Dauer nicht gut gehen kann) und deren Laboratorien gut umgesetzt wird. Titelbild und Inhaltsangabe könnten auch zu einem germanisierten Zombiereißer passen, Body-Horror gibt es aber trotz der fehlenden Untoten immer wieder. Stellenweise wünscht man sich in diesen Szenen etwas weniger Spekulationen, Dialoge, rhetorische Fragen und Beschreibungen von Gefühlszuständen, sowie einen insgesamt einen klareren Fokus auf das Geschehen, denn gerade die Schockmomente tauchen vereinzelt wie aus dem Nichts auf und sind dann flugs wieder vorbei.

Während man in Typografie und Satzbau oft noch den Debütanten erkennt, ist Thor Ansell jenseits davon ein stellenweise durchaus spannender Thriller mit gut informiertem Hintergrund gelungen, der vor allem im letzten Drittel das Zeug zum Pageturner hat.

Seitenzahl: 302
Format: 15,2 x 22,9 cm, Taschenbuch
Verlag: Createspace

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kinderheim, vergewaltigung, dänemark

Die vergessenen Mädchen

Sara Blædel , Marieke Heimburger
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2016
ISBN 9783492309097
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Man möchte niemandem gerne unterstellen heimlich Inhalte anderer Autoren zu verarbeiten, aber die Parallelen zwischen Louise Rick und dem von Jussi Adler Olsen erfundenen Kommissar Carl Mørck sind unübersehbar: Beide arbeiten in einer Abteilung, in der ungelöste Verbrechen landen und die bei ihren Chefs kaum Ansehen genießt, ihre Fälle reichen weit in die Vergangenheit hinein, dazu kommen private Probleme Mitbewohner, die bereitwillig den Haushalt schmeißen. Vielleicht ist es auch der ganz besondere Geist dänischer Krimis, der Situationen wie diese immer wieder hervorbringt.
Jenseits davon ist die Vorgeschichte von "Der Pfad des Todes" ähnlich spannend wie der Nachfolger. Der Einstieg ist aufregend, bis danach die ermittelnden Personen und deren Lebensumstände erst einmal vorgestellt wurden vergeht ein wenig Zeit. Wann immer die Handlung ins Stocken zu geraten scheint kommt aber in der Regel ein weiteres Verbrechen daher, so dass das Tempo konstant hoch bleibt. Hinweise auf Louises Vergangenheit sorgen für zusätzliche Spannung, denn für die Ermittlungen muss sie sich in ihre ehemalige Heimatstadt begeben und Fans nordischer Kriminalliteratur ahnen natürlich, dass es dort selten so friedlich zugeht wie es aussieht ...
Insgesamt ein spannender Krimi, der abgesehen von manchen allzu konventionellen Elementen prächtige Unterhaltung bietet. Im Buch findet sich zusätzlich eine eingedruckte Landkarte, auf der die Tatorte anschaulich eingezeichnet sind. Schade nur, dass sie sich mitten im Buch befindet, denn man könnte sie beim Lesen öfter gebrauchen als nur an gerade dieser Stelle.

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irland, how to be irish, irisch sein, bauen, sozialstudie

How To Be Irish: Ein Anthropologe packt aus

David Slattery
E-Buch Text: 320 Seiten
Erschienen bei btb Verlag, 15.06.2015
ISBN 9783641154349
Genre: Sonstiges

Rezension:

Anfangs klingt das noch alles recht seriös, was Mr. Slattery vorhat. Als Anthropologe ist er für Volkskunde durchaus qualifiziert, das verschmitzte Foto im Klappentext verdeutlicht zudem seine Literaturbegeisterung und macht klar, dass er sich dem Thema ebenso informativ wie unterhaltsam nähern will. Meist funktioniert das recht gut. Hat man sich ein wenig eingelesen, kommt es früher oder später kaum noch darauf an, welche Fakten und Geschichten nun stimmen und was der Fantasie des Autors entsprungen sein mag.

Die einen werden ihr Bild von dem verschrobenen Inselvölkchen bestätigt sehen und sich köstlich darüber amüsieren, während andere nachdenklich lächelnd feststellen, dass nicht alle Übertreibungen allzu weit hergeholt sind. Besonders irische Themen wie Kneipenbesuche, Begräbnisse, die Politik und Weihnachten mit allen seinen Bräuchen lesen sich am besten, während manche Begebenheit am Arbeitsplatz oder beim Hausbau auch anderswo passiert sein könnte. Vielleicht sind die Menschen auf der Welt trotz mancher Eigenarten gar nicht so verschieden oder wir sind alle ein bisschen irisch. Warum eigentlich nicht? Schade nur, dass die irische Sprache, die zwar nur noch wenig gesprochen wird, dafür aber mit Irlands Geschichte und Kultur untrennbar verbunden ist, mit keiner Silbe gewürdigt wird.

Wer bereits ist, sich dem Phänomen Irland und seinen augenscheinlich manchmal verschrobenen aber grundsätzlich liebenswürdigen Bürgern mit viel Augenzwinkern zu nähern, der wird hier angenehme Lesstunden verbringen. David Slattery versteht es, Tatsachen und solche die es gerne wären virtuos mit Fachwissen und Anekdoten abzuschmecken. Was dabei herauskommt schmeckt mindestens so gut wie ein anständiger Irish Stew.

Sláinte!

Seitenzahl: 320
Format: 13,4 x 21,6 cm, Klappenbroschur
Verlag: btb

"Prost!" (wörtlich: Gesundheit!)

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

krimi, 2. weltkrieg, flugscheibe, düsseldorf, 1945

Geheimprojekt Flugscheibe

Sebastian Thiel
Flexibler Einband: 278 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 01.07.2015
ISBN 9783839217993
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Man kommt nicht umhin beim Titel dieses Buches an trashige Nazi-Abenteuer à la "Iron Sky" zu denken. Die sogenannte Reichsflugscheibe ist ein beliebter Mythos unter Verschwörungstheoretikern und nun soll sie den Hintergrund eines ernstzunehmende Thrillerkrimis bilden. Da mag Skepsis angebracht sein, allerdings nur in Maßen. Denn Sebastian Thiels Roman hat mehr zu bieten als einen reißerischen Aufhänger.

Offiziell handelt es sich um einen Kriminalroman, doch außer dem (ehemaligen) Beruf der Hauptfigur erinnert nur noch wenig daran. Nach dem Prolog befindet sich der Leser urplötzlich mitten in einer Handlung voller Charaktere, auf die der Autor Bezug nimmt, als ob man sie längst kennen müsste. Eine kurze Recherche bestätigt, dass "Geheimprojekt Flugscheibe" der dritte Teil einer Buchreihe über Kommissar Brandenburg ist. Liest man sich ein wenig ein, kann man vieles aber auch als Neueinsteiger verstehen. Die geradlinige und spannend aufgebaute Handlung fesselt spätestens im zweiten Kapitel auch kritische Geister.

Während Autoren wie Benjamin Montferat ("Welt in Flammen") ähnliche Spionagegeschichten auf tausendseitige Wälzer ausdehnen, sorgt die Kürze hier für einen angenehmen Lesefluss. Langeweile kommt so gut wie nie auf, lediglich eine Handvoll Wendungen wirken etwas zu plötzlich. Seine besten Momente hat der Roman, wenn die dekadenten Ausschweifungen der Nazi-Elite auf die Kriegswahrnehmung der einfachen Bevölkerung treffen. Diverse Techtelmechtel und persönliche Racheakte sind vorhersehbar, doch dem zähen Herrn Brandenburg folgt man trotzdem gerne durch alle Gefahren bis zum brutalen Showdown. Auch wenn man schon vorher ahnt, was es mit der Flugscheibe auf sich hat, wird das Geheimnis sinnvoll aufgelöst und niemand muss einen Ausflug in Richtung Retro-SciFi befürchten.

Ein kurzweiliges Abenteuer also, das den Krieg an keiner Stelle verharmlost, ihn aber dennoch glaubwürdig und effektiv als Hintergrund für eine Thrillerhandlung verwendet, die sich gewaschen hat.

Seitenzahl: 278
Format: 12 x 19,8 cm, Taschenbuch
Verlag: Gmeiner

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Die Hüter der Himmelsscheibe

Hermann Multhaupt
Fester Einband: 205 Seiten
Erschienen bei St. Benno, 01.03.2012
ISBN 9783746233598
Genre: Historische Romane

Rezension:

Normalerweise assoziiert man die Himmelsscheibe mit ihrem Fundort Nebra, doch in dieser Geschichte hat es das Instrument entgegen aller archäologischen Erkenntnisse bis nach Irland verschlagen. Macht erstmal nichts, im Roman darf man das, solange es eine halbwegs logische Erklärung dafür gibt. Noch dazu ist das irische Frühmittelalter eine spannende Epoche, in der sich politisch und (kirchen)geschichtlich eine Menge getan hat, der Autor selbst gilt laut Klappentext als Irland-Experte. Leider wird dieses Potential kaum genutzt.

Während manche Details gut recherchiert wirken, sorgen diverse Ungenauigkeiten, Logikfehler und Stilbrüche für Ärger. Neben der Handlung, in die natürlich noch eine eindimensionale Liebesgeschichte eingeflochten wird, wechselt Multhaupt jenseits der kargen Dialoge oft in den Tonfall eines belehrenden Sachbuches. Das geschieht teils so unvermittelt, dass man schon erstaunt fragen will, ob sich die irischen Mönche im achten Jahrhundert bereits als "mittelalterlich" bezeichnet hätten. Nein, denn dieser Begriff taucht nicht vor 1300 auf! Außerdem zitiert ein Charakter einen Bericht aus dem Jahr 842, obwohl die Handlung im Jahr 793 spielt (vgl. S. 158).

Dazu gesellen sich weitere sachliche Fehler: Das zu dieser Zeit gesprochene Altirisch wird kurzerhand "Gälisch" genannt, während andere keltische/gälische Sprachen, wie es sie zu dieser Zeit bereits in unterschiedlichen Varietäten gab, keinerlei Erwähnung finden. Die Wikinger stilisiert der Autor im Kontrast zu den friedliebenden Iren als rohes aber trotzdem literates Volk, das zwar Briefe schreibt, aber Blutrache höher schätzt als den Ehebund und die Verantwortung für die Familie. Da hilft es auch wenig, die längst zum Klischee gewordene kulturelle Verständigung im Mittelalter zu bemühen (der wilde Wikinger lernt von den braven Brüdern), auch wenn der Gedanke natürlich löblich ist. Des Weiteren leben die grundsätzlich keuschen Mönche zum Zeitpunkt der Handlung bereits vollständig nach Art der römischen Kirche, obwohl die Transformation von der iroschottischen Kirche zum katholischen Ritus zu dieser Zeit noch lange nicht abgeschlossen waren und auch die Doppelhäuser, in denen verheiratete Mönche und Nonnen zusammen lebten, immer noch existierten.

Die Dramaturgie weiß nur am Anfang einigermaßen zu fesseln. Konfliktpotenzial gibt es zuhauf, dennoch werden große Zeiträume kurzerhand übersprungen, gefährliche Situationen lösen sich in Wohlgefallen auf und über die Himmelsscheibe erfährt der Leser nichts neues. Ihre mögliche Hintergrundgeschichte wird am Ende des Buches, dem übrigens jeglicher Schlusskonflikt fehlt, nachgeschoben. Immerhin berücksichtigt Multhaupt die Tatsache, dass die Scheibe zusammen mit zwei bronzezeitlichen Kurzschwertern gefunden wurde und spekuliert sogar ein wenig über deren Funktion.

Fazit: Nichts neues unter der Himmelsscheibe. So spannend das Experiment auch sein mag, die fiktive Geschichte des Fundstücks ins irische Mittelalter zu verlegen, die sachlichen Fehler und die allzu vorhersehbare Handlung machen diesen "historischen Roman" für Freunde des Genres nur schwer genießbar. Auch sprachlich ist man hier auf einem Stand, den kaum ein Lektorat durchgehen lassen würde. Während viele Figuren für die damalige Zeit viel zu moderne Ausdrucksweisen verwenden, ist sie für ein heutiges Publikum nur schwer lesbar.

Seitenzahl: 205
Format: 14 x 17 cm, gebunden
Verlag: St. Benno

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Living Language Dothraki

David J. Peterson , Stephan Naguschewski
Buch: 120 Seiten
Erschienen bei Zauberfeder Verlag, 20.11.2015
ISBN 9783938922903
Genre: Fantasy

Rezension:

Im Gegensatz zum schicken goldgeprägten Schuber in DVD-Größe (sieht neben den GoT-Staffeln toll im Regal aus!) wirkt das Innenlayout des Buches schon beinahe pragmatisch. Zuviele Fotos und Illustrationen hätten da aber vermutlich nur abgelenkt, schließlich möchte der geneigte Fan hier ja etwas lernen. Der Aufbau ist gut strukturiert, man arbeitet sich von Aussprachebeispielen einzelner Laute über einfache Begrüßungsformeln bis zu Grammatik und Satzbau vor. Kurze Einschübe über die Kultur der Dothraki erklären interessante sprachliche Besonderheiten. Dabei werden vor allem die Prioritäten dieses stolzen Volkes deutlich, dem Reiten und Kämpfen über alles gehen.

Die Hörbeispiele wurden im englischen Original vom Autor David J. Peterson, der weite Teile der Sprache für die Serie erfunden hat, eingesprochen. Glücklicherweise wurde dies auch bei der deutschen Fassung beibehalten und diese Teile nicht wie in den Serienfolgen von einer Synchronstimme neu interpretiert. Muttersprachler bleibt eben Muttersprachler, auch wenn sich die deutschen Stimmen der Charaktere noch so viel Mühe geben. Am Ende eines jeden Hörbeispiels bleiben einige Sekunden Stille, um das Gehörte wiederholen zu können. Besonders bei Aussprache von Doppelkonsonanten und anderen Lautkombinationen lohnt es sich genauer hinzuhören, denn aufgrund fehlender phonetischer Umschrift ist deren Artikulation anhand des Buches nicht immer klar ersichtlich.

Philologisch vorbelastete Leser werden womöglich sprachliche Substrate aus dem Arabischen, Slawischen und Mongolischen erkennen, aber auch interessierte Laien dürften ihren Spaß damit haben. Alles in allem ein interessanter und professionell gestalteter Sprachkurs für Liebhaber konstruierter Sprachsysteme und ein guter Fanartikel für alle anderen.

Seitenzahl: 120
Format: 14,2 x 19 cm, Taschenbuch im Schuber
Verlag: Zauberfeder Verlag
Bonusmaterial: CD mit Hörbeispielen

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Die Heimkehrer

Jan Guillou , ,
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.11.2015
ISBN 9783453419209
Genre: Historische Romane

Rezension:

Was im zweiten Band Kunst und Kultur waren, ist in diesem Buch die Politik. Guillou erweist sich wieder einmal als hervoragend recherchierender Autor, der ein ausgezeichnetes Gefühl für die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen vermittelt. Die Bedrohung durch die sich mehr oder weniger an die Macht putschenden Nazis ist dabei ebenso präsent wie der teils unbegrenzte Fortschrittsglaube einiger Charaktere. Diskurse über Kultur, Ideologie und Architektur finden ebenso ihren Platz, denn Oscars Ehefrau Christa gibt mit Vorliebe Abendgesellschaften, in denen unter anderem ein gewisser Bert(hold Brecht) verkehrt. Den literarischen Helden zahlreicher Linksintellektueller (zu denen Guillou sich mit Sicherheit ebenfalls zählen würde) und sein Umfeld porträtiert der Autor erfreulich glanzlos und bodenständig.

Die Handlung schreitet selbst eher indirekt voran. Dialoge und atemlose Szenen sind in der Minderheit, es überwiegen Beschreibungen gesellschaftlicher Zustände und historischer Einzelheiten. Damit liest sich das Buch teils wie ein unterhaltsamer Ausflug in die jüngere deutsche (teils auch in die schwedisch/norwegische) Geschichte, zugänglich bleibt es trotzdem. Wo andere Autoren auf Intrigen, Affären und überspitze Spannungsbögen setzen, vertraut Jan Guillou gänzlich auf die Sogwirkung der geschichtlichen Umstände, die nicht für jede Figur gut ausgehen können. Das macht die Lektüre vielleicht etwas informationslastiger als andere historische Romane, die auf Krampf auch noch eine Liebesgeschichte mit unterbringen müssen, doch so etwas hat "Die Heimkehrer" nicht nötig.

Im letzten Drittel schreitet die Handlung dann aber doch schneller voran, als man es bis dahin gewohnt ist. Die Nazis kommen an die Macht und ihrer zumindest in Deutschland spürbaren Omnipräsenz können sich auch die Lauritzens nicht samt und sonders entziehen. Einer der Söhne wird sogar ein überzeugter Hauptmann der SS. Das bietet reichlich Konfliktpotential, ausgeschöpft wird es aber nur teilweise. Eine schockierende Wendung hebt sich der Autor für die letzten Seiten auf und entlässt den Leser mit dem Gefühl, dass auch diese Geschichte noch nicht ganz zuende erzählt wurde. Immerhin: Nachschub ist in Sicht, in diesem Jahr erschien der vierte Band "Schicksalsjahre" und auch danach soll es noch nicht vorbei sein.

Nachdem "Die Brüder" ein wenig einseitig auf Sverres Schicksal fixiert war, gelingt es dem vorliegenden Roman, die Stärken des ersten Teils wieder aufzugreifen. Für Fans gut informierter Historienromane über die jüngere Geschichte unverzichtbar.

Originaltitel: "Mellan Rött Och Svart" ("Zwischen Rot und Schwarz")
Seitenzahl: 480
Format: 13,5 x 22,1 cm, gebunden mit Schutzumschlag
Verlag: Heyne

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

101 Dinge, die ein Eisenbahn-Liebhaber wissen muss

Stefan Friesenegger
Flexibler Einband
Erschienen bei GeraMond Verlag, 04.05.2016
ISBN 9783956130281
Genre: Sachbücher

Rezension:

Rekorde, Randnotizen, Kuriositäten und Alltagswissen aus dem Betrieb sind ebenso Teil des kleinen Kompendiums wie spezielles Fanwissen. Damit lässt sich einerseits ein Überblick über die wichtigsten Aspekte des Schienenverkehrs erlangen und außerdem so manche interessante Nische erkunden. Neben Triebfahrzeugen, Modellbahnthemen, der Geschichte der Eisenbahn und technischen Fakten wird unter anderem sogar Hagen von Ortloffs beliebte TV-Sendung "Eisenbahnromantik" gewürdigt (870 Folgen bisher!). Also ein unverzichtbares Buch für jeden Fan?

Nicht unbedingt. Viele Dinge wissen langjährige Enthusiasten vermutlich bereits, seien es die Entstehungsgeschichten diverser Modellbahnspurweiten, Kupplungstypen, deutsche Steilstrecken oder die oft porträtierten schnellsten Züge der Welt. Am interessantesten sind noch die Kapitel, in denen es um zusätzliches "unnützes" Wissen geht, das normalerweise selbst viel belesenen Experten vorenthalten bleibt. So erfahren wir unter anderem, wie die Deutsche Bahn Unkraut bekämpft, wo sich die größte Sammlung von Eisenbahnliteratur befindet, welche längst verschwundenen Berufe es einst bei der Bahn gab und an welchen immer noch befahrenen Strecken über einhundert Jahre alte (!) Gleisstücke verbaut sind. An diesen Stellen wurde gut recherchiert und man möchte dem Autor gerne umfangreiches Interesse und Sachkenntnis zugestehen.

Umso enttäuschender sind Fehler wie auf Seite 13, wo laut Bildunterschrift ein Triebwagen der Bauart "Fliegender Hamburger" in Dresden zu sehen sein soll. Wer dieses seit beinahe zwei Jahrzehnten nicht bewegte Fahrzeug jemals selbst gesehen hat, wird sich allerdings in Leipzig befunden haben, immerhin ein Unterschied von rund einhundertzwanzig Kilometern. Einzelne Seiten wirken zudem wie Lückenfüller, um unbedingt die (un)runde Zahl vollzukriegen. Anstatt sich auf die gut recherchierten wenig bekannten Fakten zu verlassen, füllen obligatorische Informationen wie ein (zu) kurzer Abriss über Einheits-E-Loks oder gleich mehrere Kapitel über diverse Brücken die Seiten.

Damit stellt sich die Frage, an welches Publikum sich das Buch richtet. Für Einsteiger dürften etliche Informationen zu speziell sein, für Fans auf der Suche nach neuem Fachwissen kann höchstens die Hälfte des Inhalts wirklich etwas bieten. Über die reichhaltige Bildauswahl kann man sich hingegen nicht beklagen. So gut wie jedes Kapitel bietet passende Fotos, Grafiken, Karten oder Tabellen, auch die Sprache ist durchweg verständlich. Gelungen sind auch die ausklappbaren Abkürzungsverzeichnisse, auf die man somit jederzeit zugreifen kann. Für die schnelle Lektüre zwischendurch am ehesten geeignet.

Seitenzahl: 192
Format: 12,1 x 18,5 cm, Klappenbroschur
Verlag: GeraMond

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104 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

krimi, drohnen, science fiction, überwachung, mord

Drohnenland

Tom Hillenbrand
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 15.05.2014
ISBN 9783462046625
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Werk firmiert bescheiden unter dem Label "Kriminalroman", kann aber deutlich mehr, als einem ganz besonders psychopathischen Mörder den hunderttausendsten deprimierten Ermittler hinterherjagen zu lassen. Hauptkommissar van der Westerhuizen ist zunächst kein Kritiker des Überwachungssystems, vielmehr arbeitet er tagtäglich mit den Errungenschaften der digitalen Forensik, hat ironischerweise aber auch eine Vorliebe für "alte" analoge Filme. Das Techtelmechtel mit seiner Assistentin war vorhersehbar und auch die Richtung, aus der der Mörder kommt, kann man spätestens ab der Hälfte des Buches ausmachen. Die eigentliche Stärke liegt im detailliert dargelegten Bild einer möglichen paneuropäischen Zukunft.

Hillenbrand muss seinen Lesern nicht plakativ vorbeten wie potentiell böse die im Roman benutzte Technik sein kann, spätestens wenn der als Ich-Erzähler auftretende van der Westerhuizen selbst zum Opfer manipulierter Ermittlungsdaten wird zeigt sich, dass weder in der Zukunft noch in der Gegenwart irgendein Mensch in der Lage ist, perfekte Systeme zu erschaffen. Der schicke Fahndungscomputer Terry kann zwar anhand verschiedener Parameter Verbrechen vorhersagen und eindämmen, ist aber dennoch dem Willen seiner Schöpfer unterworfen. Auch nach einem Update kann er nichts mit Emotionen oder Sarkasmus anfangen. Da nützt es auch wenig, dass sich die Ermittler per "Spiegelung" an virtuell projizierte Tatorte oder überwachte Gebiete begeben können, solange die Daten heimlich verändert werden und niemand die Überwacher selbst überwacht.

Zudem ist die in dieser Zukunftsversion stark aufgeblähte Europäische Union längst eine gnadenlose Weltmacht geworden, die andere Länder ausbeutet und im Kampf um Rohstoffe und Sonnenenergie so manchen Krieg führt. Da äußern sich Befürchtungen, die anhand gegenwärtiger politischer Praktiken gar nicht so weit hergeholt scheinen. Doch Hillenbrand kann mehr als schwarzmalen. Für ihn ist diese Zukunft eine Möglichkeit, aber keine unausweichliche. Solange der rasante Fortschritt der Informationstechnologie noch hinterfragt werden darf, besteht die Chance, dass digitale Täterprofile nicht der Weisheit letzter Schluss bleiben. Im Gegensatz zu diversen Genrekollegen unterlässt der Autor übrigens die allzu detaillierte Beschreibung technischer Details, sondern treibt die Handlung zügig voran. Hat man sich erst einmal eingelesen, will man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Fazit: Einer der besten deutschen und in Europa spielenden SciFi-Romane der letzten Jahre. Unbedingt lesen!

Seitenzahl: 432
Format: 13,5 x 19 cm, Broschur
Verlag: KiWi

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jesus, wagenrennen, verrat, galeere, sklave

Ben Hur

Carol Wallace
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei adeo, 29.08.2016
ISBN 9783863341220
Genre: Historische Romane

Rezension:

Es ist ein großer Gewinn für den Stoff, dass er nun endlich in dieser Ausgabe vorliegt. Ich erinnere mich, das Original vor vielen Jahren gelesen zu haben, richtig fesselnd war es trotz aller großen Gefühle und wichtigen Inhalte nicht. Umständliche Formulierungen und ein altertümlicher Stil machten das Werk schwer zugänglich, doch damit ist es nun vorbei. Dieser neue "Ben Hur" bleibt inhaltlich dem Klassiker treu, liest sich aber ebenso spannend wie die meisten anderen zeitgenössischen Historienromane. Der Fokus liegt weiterhin auf Judahs Geschichte, während das Leben und Sterben von Jesus Christus die Rahmenhandlung bildet.

Somit werden Judahs Rachegefühle gleich deutlich greifbarer, die brodelnde Stimmung in der jüdischen Provinz gewinnt ebenfalls an Brisanz. Überhaupt fällt es leichter mit der Hauptfigur zu fühlen, das Original schien eher auf professioneller Distanz zu den Charakteren bedacht. Leider bleiben auch die historischen Ungereimtheiten der Vorlage erhalten, wie zum Beispiel die Tatsache, dass Sklavendienste auf römischen Galeeren nicht belegt sind. Hier hätten allzu genaue Anpassungen allerdings die Dramaturgie gefährdet, man kann es also verschmerzen und sich bescheiden freuen, dass man es besser weiß.

Schön, dass der inhaltlich auf jeden Fall zeitlose Klassiker nun einer neuen Generation von Lesern zugänglich gemacht wurde. Die behutsamen Kürzungen, beispielsweise bei den ursprünglich sehr ausschweifenden Landschaftsbeschreibungen (Karl Mays Reiseromane lassen grüßen), verderben den Genuss keineswegs. Im Vorwort gibt Carol Wallace übrigens bereitwillig zu, dass sie sich mit dem literarischen Erbe ihres Ururgroßvaters lange Zeit schwer getan hat. Erst als sie sich nach vielen Jahren tatsächlich an die Lektüre gewagt hat, wurde ihr das Potenzial der Handlung bewusst. Ein Glücksfall für jeden Liebhaber spannender historischer Romane.

Seitenzahl: 480
Format:  14,7 x 22,3 cm, gebunden
Verlag: adeo

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ICE

Dieter Eikhoff
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Motorbuch, 18.08.2016
ISBN 9783613715318
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bereits 2006 veröfentlichte Eikhoff ein Buch mit dem Titel "Alles über den ICE", das hier als Neuausgabe vorliegt. Format und Fotografien wurden überarbeitet und die Informationen zu den neuesten ICE-Baureihen ergänzt. Positiv fällt auf, dass auch die internationalen Varianten der ICE-Familie ausführlich besprochen werden, seien sie nun in China, Russland, der Türkei oder Spanien unterwegs. Auch Testgarnituren wie der für einst für den amerikanischen Markt bestimmte Amtrak-ICE, der "Eurotrain" oder auch ICE-S und ICE-V finden ihren Platz.

Alle anderen Baureihen werden ebenfalls ausführlich behandelt, inklusive technischer Daten, aktueller Einsatzgebiete und Ausblicke in die Zukunft der lichtgrauen Schnelltriebwagen. So findet sich bereits ein Kapitel zum eingangs erwähnten ICE 4, der sich aktuell noch in der Testphase befindet. Selbst dunkle Kapitel wie das ICE-Unglück von Eschede (inklusive Ursachenforschung) und das Debakel mit der Baureihe 605 (ICE-TD) bleiben nicht unerwähnt. Gelegentlich hätte man sich noch eine klarere Trennung der Baureihen in den einzelnen Kapiteln gewünscht, denn mancher Exkurs erweckt den Eindruck, dass mitten im Text über eine bestimmte Baureihe bereits die nächste vorgestellt würde.

Darüber hinaus darf sich dieses Buch zu recht als Standardwerk bezeichnen, denn alle nötigen Informationen sind enthalten, die großzügigen Abbildungen machen die Lektüre angenehm und lockern das Layout auf. Pflichtlektüre für Fans der Hochgeschwindigkeit.

Seitenzahl: 128
Format: 23 x 27,4 cm, gebunden
Verlag: transpress

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wikinger, geschichtsunterricht, geschichte, krieger des nordens, desaster

Krieger des Nordens

Jonas Herlin
Flexibler Einband: 482 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.12.2015
ISBN 9783734101892
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Geschichten von den abenteuerlichen Rache- oder Beutezügen der nordgermanischen Völker sind bestens bekannt. Jonas Herlin (ein Pseudonym des Fantasyautors Alfred Bekker) umgeht jedoch viele Klischees elegant und nimmt die historisch tatsächlich nachgewiesenen Einfälle der Wikinger in Städten wie Novaesium (Neuss) und Xanten zum Anlass, um die Abenteurer auf das für ihre Verhältnisse hochentwickelte Volk der Franken treffen zu lassen. Natürlich gibt es in den Reihen der Nordmänner die üblichen Berserker, lockere Moralvorstellungen und man beschwört allenthalben die Götter, doch die der Handlung zugrunde liegenden Konflikte machen die Lektüre spannend genug, um bis zum Ende dabei zu bleiben.

Nachdem sich Herlin reichlich Zeit für die Einführung der handelnden Charaktere genommen hat, verschlägt es einen der Krieger zu den Franken, was wiederum für einen interessanten Perspektivenwechsel sorgt. Hier bricht der Roman aus dem Schema der einfachen Abenteuergeschichte aus und entwickelt sich vorübergehend zum ernstzunehmenden Historienroman. Der Culture Clash, den der Nordmann bei den Franken erlebt und der zuweil an Rebecca Gablés "Das Haupt der Welt" erinnert, birgt reichlich Potential, wird aber kürzer als nötig abgehandelt. Vor dem großen Finale verschwindet schließlich ein nicht ganz unwichtiger Charakter mir nichts dir nichts aus dem Blickfeld und der Einblick in die frühmittelalterliche Politik im geteilten fränkischen Reich bleibt eine vergleichsweise knappe Episode.

Mit etwas mehr Fokus auf die geschichtlichen Umstände, weniger pragmatischer Sprache und dreidimensionaleren Charakteren hätte "Krieger des Nordens" ein ausgezeichneter tausendseitiger Historienschmöker werden können. Aber vielleicht ist das gar nicht unbedingt nötig. Die Handlung ist geradlinig, spannend und transportiert bekannte Muster in eine Gegend, in der man die Wikinger bisher noch nicht erlebt hat. Mal was anderes, als alle Nase lang nach England zu segeln oder sich aus reinem Heldenmut untereinander zu bekriegen. Für Freunde kurzweiliger und gut zugänglicher historischer Romane in jedem Fall ein Lesetipp, der aus dem Einheitsbrei ähnlicher Werke heraussticht.

Seitenzahl: 480
Format: 11,8 x 18,9 cm, Taschenbuch
Verlag: Blanvalet

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elfen, ork, mmorpg, allianz, sachbuch

Warcraft: The Beginning

Daniel Wallace , Diana Bürgel , Dominic Cooper , Toby Kebell
Fester Einband: 168 Seiten
Erschienen bei Zauberfeder Verlag, 26.05.2016
ISBN 9783938922699
Genre: Sachbücher

Rezension:

Film und Buch sind in erster Linie ein Geschenk für die Fans. Regisseur Duncan Jones, selbst passionierter "World Of Warcraft"- Spieler, spickte sein Leinwandabenteuer mit zahllosen Verweisen auf die Spielereihe und auch das Buch zum Film kommt nicht ganz ohne aus. Außenstehende müssen sich eventuell erst etwas einlesen und sich außerdem mit der oft überdimensionierten Ästhetik anfreunden, doch man wird das Gefühl nicht los, hier etwas besonderes in der Hand zu halten.

Es beginnt bei der Aufteilung des Buchs. Blättert man es von vorn durch, stößt man ab der Hälfte plötzlich auf "verkehrt herum" bedruckte Seiten. Eine Drehung um 180° und die Betrachtung des hinteren Buchdeckels schafft Abhilfe, denn ähnlich wie die Welt des Films ist auch das Buch in "Allianz" und "Horde" aufgeteilt. Eine Hälfte befasst sich mit der Welt der Menschen, Elfen und Zwerge, die zweite mit jener der Orks. Ein sinnvolles Konzept, das auch in seiner künstlerischen Gestaltung konsequent umgesetzt wurde: blau, grün, gold und silber dominieren die der Allianz gewidmeten Seiten, während die orkische Kultur eher mittels Rot-, Grau- und Schwarztönen dargestellt wird.

Es bleibt also nicht beim bloßen Abdrucken der Filmkunst und diverser Szenenfotos, das Buch darf vielmehr selbst zum Kunstwerk werden. Entsprechend hochwertig ist die Gestaltung, lediglich eine Handvoll doppelseitiger Szenenbilder fällt durch Unschärfe negativ auf. Im Zeitalter von digitalen 8K-Kinokameras sollte es doch möglich sein, ein scharfes Standbild zu rendern. Alle übrigen Charakterbilder und Zeichnungen liegen jedoch gestochen scharf vor und lassen den kleinen Patzer schnell vergessen.

Für Fans und Liebhaber ästhetisch anspruchsvoller Filmkunst ist das Werk jedenfalls wärmstens zu empfehlen. Details, die im Film nur am Rande vorkamen werden zusätzlich erklärt und erlauben einen noch tieferen Einblick in den "Warcraft"-Kosmos.

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lucky luke

Der Mann, der Lucky Luke erschoss

Matthieu Bonhomme , Klaus Jöken
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Egmont Comic Collection, 03.08.2016
ISBN 9783770439256
Genre: Comics

Rezension:

Was das Cover schon andeutet bewahrheitet sich beim Lesen: dieser Band ist nicht ganz so leichtfüßig wie frühere Ausgaben oder gar die Lucky-Kid-Abenteuer, wie man sie kennt und schätzt. Schon Bonhommes visueller Ausdruck hebt sich von der cartoonhaften Darstellung von Morris' legendärem Cowboy ab und kommt ungleich realistischer und düsterer daher. Stellenweise fühlt man sich an den von Clint Eastwood verkörperten namenlosen Fremden in Sergio Leones unvergesslichen "Dollar"-Western erinnert. Darüber hinaus gibt es, passend zum Kanon, eine weitere Erklärung dafür, warum Luke nicht (mehr) raucht, warum er sich gut mit Indianern versteht und wie gesprächig Jolly Jumper in Wirklichkeit ist.

Eine wahre Hommage also und zugleich ein Denkmal für jene Kultfigur, die nun schon seit mehreren Generationen ihre Leser bestens unterhält. Ein wenig Humor darf natürlich nicht fehlen, doch wenn Luke eine ernste Origins-Story á la "Batman Begins" verpasst bekäme, würde vermutlich etwas ähnliches herauskommen. Der Titel verlangt natürlich, die Geschichte bis zum Ende durchzuschmökern. Fans ahnen möglicherweise worauf das Ganze hinausläuft, spannend bleibt es dennoch.

Bonhomme erfindet Lucky Luke nicht neu, aber eine spannende Ergänzung der bekannten Abenteuer, die das Phänomen aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, ist der insgesamt äußerst gelungene Band allemal.

Originaltitel: "L'Homme qui tua Lucky Luke"
Seitenzahl: 64
Format: 22,1 x 29,2 cm, gebunden
Verlag: Egmont Ehapa

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Vollhorst

Bruno Jonas
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.07.2016
ISBN 9783492308946
Genre: Sachbücher

Rezension:

Als hauptberuflicher Kabarettist bringt der Autor eigentlich das Handwerkszeug mit, um sich stilvoll aufzuregen. Pardon, um die Probleme der Gesellschaft treffsicher und scharfsinnig bis unterhaltsam zu inszenieren, natürlich. So bleibt kaum ein Thema in diesem Buch verschont, von Bildungspolitik über Populismus bis hin zu Genderwahn und Altersvorsorge spannt er den Bogen. Und obwohl Cover und Inhaltsangabe immer wieder darauf verweisen, dass der Vollhorst eben nicht nur in der Politik anzutreffen ist, lässt es sich Jonas nicht nehmen, trotzdem immer wieder darauf anzuspielen. Gegenbeispiele gibt es kaum. Die Klischees vom Politiker, der nur auf seinen Vorteil bedacht ist und nicht einmal den kleinsten Rest Anstand besitzt, ermüden den Leser spätestens nach der dritten Wiederholung. Ja, Korruption und Käuflichkeit sind ein Problem. Aber diese Fälle widerspruchslos zum Standard zu erklären ist ein wenig zu einfach gedacht.

Damit entpuppt sich die eigentliche Prämisse stellenweise als Mogelpackung. Pluspunkte gibt es für die Annahme, dass vielleicht alle Menschen ein bisschen Vollhorst sind, wobei Bruno Jonas sich selbst nicht ausschließt. Selbstkritik und Selbstironie als Ausgangspunkt für Kritik an der Umwelt - keine schlechte Idee. Allerdings geht er damit alles andere als konsequent um. An einigen Stellen freut man sich noch über die lustvolle Abrechnung mit mancher undurchsichtigen Instanz, während Behauptungen über vererbte Intelligenz, mit denen schon Thilo Sarrazin gewaltig aneckte, ohne jeden Quellenbeleg stehengelassen werden.

So ist am Ende nicht klar, ob diese "scharfzüngige Satire" tatsächlich ein augenzwinkernder Blick auf eine vorteilsgeile Gesellschaft oder nur die hilflose Abrechnung mit derselben ist. Jonas grantelt mit niederbayerischem Niveau vor sich hin, hat aber genauer betrachtet nur wenig Neues zu bieten.

Seitenzahl: 272
Format: 11,8 x 18,8 cm, Taschenbuch (auch als gebundene Ausgabe erhältlich)
Verlag: Piper

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod

Bastian Sick
Fester Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Anaconda Verlag, 31.01.2015
ISBN 9783730602096
Genre: Sachbücher

Rezension:

Auch wenn man Deutsch in der Schule eher zum Davonlaufen fand, Bastian Sick hat auf unterhaltsame Weise dafür gesorgt, dass man sich auch ganz zwanglos mit Rechtschreibung und kuriosen Sprachphänomenen befassen kann. Viele Bücher, Brettspiele, Bühnenshows und Merchandiseartikel später ist es Zeit für ein Best-Of von "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod". Die vorliegende gebundene Ausgabe enthält die ersten drei Bände der beliebten Zwiebelfisch-Kolumne, die ein wenig Orientierung im "Irrgarten der deutschen Sprache" verheißt.

Aus der Perspektive eines Philologen kann man es theoretisch gar nicht genug würdigen, was diese Bücher leisten. Seltsame Schreibweisen, sprachliche Zweifelsfälle und Streitpunkte begegnen aufmerksamen Alltagsbeobachtern ständig, von der Vielfalt regional unterschiedlicher Ausdrucksweisen ganz zu schweigen. Entsprechend weit gefächert sind die Themen der ersten drei Bände. Neben ausführlichen Kolumnen zu bestimmten Phänomenen finden auch Leserbriefe, Tabellen mit unterschiedlichen Schreibweisen und Quizspiele ihren Platz.

Das alles beschreibt Sick so unterhaltsam, dass sich niemand rüde korrigiert fühlen müsste, sondern immer so, dass man über eigene Fehler schmunzeln und die Sprache gleichzeitig besser verstehen kann. Der lockere zugängliche Stil wird Wissenschaftlern vermutlich nicht genügen, für strenge Linguisten ist die Lektüre sicher ohnehin zu trivial. Nebenbei kann man als Normalsterblicher aber unter anderem anhand der übersichtlichen Tabellen und alphabetisch geordeneten "ABCs des Zwiebelfischs" viel über die jeweiligen Sprachphänomene lernen und bereits vorhandenes Wissen vertiefen. Und man nimmt notorischen Besserwissern mit der Tatsache, dass die offiziellen Rechtschreibregeln in wahrlich vielen Fällen Ausnahmen oder mehrere Möglichkeiten erlauben, den Wind aus den Segeln.

Im Regal macht diese Ausgabe auch neben den offiziellen Beiträgen aus dem Hause Duden (die zufällig fast das selbe Format haben) einiges her und enthält darüber hinaus alle Anhänge und Inhalte der Originalausgaben. Schade ist lediglich, dass das relativ dünne Papier leicht reißt und schnelles Nachschlagen damit erschwert wird. Darüber hinaus gibt es leider kein Gesamt-Inhaltsverzeichnis, sondern erst nach dem Ende eines Bandes erfährt man, was im nächsten geschrieben steht. Darüber hinaus ist dieser Band ein guter Einstieg in die Auseinandersetzung mit sprachlichen Sonderfällen und der Rechtschreibung an sich.

Seitenzahl: 768
Format: 12,2 x 18,7 cm, gebunden
Verlag: Anaconda

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roman, fremdbild, ch: niveau 2016, jonas karlsson, selbstbild

Das Zimmer

Jonas Karlsson , Paul Berf
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 11.04.2016
ISBN 9783630874609
Genre: Romane

Rezension:

Die Prämisse dieses Romans erinnert stark an Lars Berges "Der Büro-Ninja", in dem ebenfalls ein Angestellter eines großen Unternehmens mit der Beliebigkeit des Alltags im Großraumbüro nicht mehr zurechtkommt. Jonas Karlssons Antiheld Björn steigert sich allerdings erst so richtig in seine Arbeit hinein, nachdem er das geheime Zimmer entdeckt hat. Was dieses von der Kritik einhellig gefeierte Buch aber am Ende eigentlich aussagen will, muss sich der Leser selbst zusammenreimen.

Die Handlung verläuft ohne allzu große Höhepunkte, die zentrale Frage, ob das Zimmer denn nun wirklich existiert oder nicht, verliert schließlich an Bedeutung. Die Krisengespräche mit dem Chef, das Intrigieren der Mitarbeiter, die sofort misstrauisch werden wenn jemand Spaß bei der Arbeit hat, indirekte Belobigungen vom Direktor und gezwungen lustige Weihnachtsfeiern mag manch einer aus dem eigenen Büroalltag kennen, sie wurden aber auch schon kurzweiliger in Szene gesetzt. Immerhin entlarvt Karlsson die postmoderne Bürowelt als vermutlich absurdeste Erfindung aller Zeiten. Eine Umgebung, in der eigentlich niemand arbeiten will, was aber zugleich niemanden davon abhält, es doch zu tun.

Früher oder später wahnsinnig zu werden, die Wirklichkeit auszublenden und sich in mehr oder weniger imaginäre Zimmer zurückzuziehen scheint also nur die logische Konsequenz aus der unemotionalen Gleichschaltung der Arbeitsplätze zu sein. Das alle vermittelt der Autor mit sparsamer Sprache in kurzen Kapiteln, die bis zum Ende des kaum zweihundert Seiten langen Romans leicht zu lesen sind. Interpretationsfreudigen Literaturkritikern dürften sich noch tiefere philosophische Schichten in der Handlung offenbaren, als die beworbene scharfsinnige Parodie oder gar Satire taugt "Das Zimmer" allerdings nur bedingt.

Originaltitel: "Rummet" ("Der Raum"/"Das Zimmer")
Seitenzahl: 176
Format: 13,5 x 20,5 cm, gebunden
Verlag: Luchterhand

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

reichtum, deutschland

Das kalte Herz

Wilhelm Hauff
Flexibler Einband: 77 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.09.2016
ISBN 9783458361749
Genre: Klassiker

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

fantasy, zyklus, high fantasy, post apokalyptisch, shannara

Das Zauberlied von Shannara

Terry Brooks
Flexibler Einband
Erschienen bei Goldmann
ISBN 9783442238934
Genre: Fantasy

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48 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 5 Rezensionen

england, london, schottland, großbritannien, humor

Bitte ein Brit!

Wolfgang Koydl
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.09.2010
ISBN 9783548281766
Genre: Romane

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Unnützes Wissen 5

NEON
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.10.2016
ISBN 9783453604087
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wieder einmal sind es größtenteils Fakten, mit denen man nicht gerechnet hätte. Manches, und das lässt sich im Infotainment-Zeitalter vermutlich nicht vermeiden, kommt Liebhabern verrückter Tatsachen schon bekannt vor, sei es aus ähnlichen Büchern oder entsprechenden Internetseiten. Auch wenn es dem Format zuwider läuft, wären außerdem hin und wieder Quellenverweise für weiterführende Recherche oder die Überprüfung der Fakten hilfreich gewesen. Nicht alles erscheint auf den ersten Blick plausibel, etwa wenn es um Schätzungen und Studien namentlich nicht genannter Institutionen geht.

Typografisch hat dieser Band im Vergleich zum Vorgänger etwas an Qualität eingebüßt. Die Mehrheit der Seiten beinhaltet zweispaltig formatierten schwarzen Text auf weißem Papier, inklusive diverser Rechtschreibfehler. Die alle paar Seiten eingeschobenen Specials über diverse Themen (u.a. Udo Lindenberg, Flugzeuge, Tiere, Politiker und Mode) sind eine nette Idee, probieren mit ihrer eintönigen Farbpalette aber nur wenig Neues. Besonders die Doppelseite über Sex sieht damit trotz ihres unterhaltsamen Inhalts so verschämt aus wie eine Bravo-Ausgabe aus den Siebzigern. Einzelne einfarbig hinterlegte Fakten belegen zudem gleich eine komplette Doppelseite, was oft eher wie ein Lückenfüller wirkt. Dafür sind viele der farbigen Fotos kreativer und passender ausgewählt als im letzten Band.

Alles in allem eine würdige Fortsetzung der Reihe für alle, denen es hauptsächlich auf neues unnützes Wissen ankommt.

Seitenzahl: 192
Format: 11,8 x 18,9 cm, broschiert
Verlag: Heyne

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