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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

101 Dinge, die ein Eisenbahn-Liebhaber wissen muss

Stefan Friesenegger
Flexibler Einband
Erschienen bei GeraMond Verlag, 04.05.2016
ISBN 9783956130281
Genre: Sachbücher

Rezension:

Rekorde, Randnotizen, Kuriositäten und Alltagswissen aus dem Betrieb sind ebenso Teil des kleinen Kompendiums wie spezielles Fanwissen. Damit lässt sich einerseits ein Überblick über die wichtigsten Aspekte des Schienenverkehrs erlangen und außerdem so manche interessante Nische erkunden. Neben Triebfahrzeugen, Modellbahnthemen, der Geschichte der Eisenbahn und technischen Fakten wird unter anderem sogar Hagen von Ortloffs beliebte TV-Sendung "Eisenbahnromantik" gewürdigt (870 Folgen bisher!). Also ein unverzichtbares Buch für jeden Fan?

Nicht unbedingt. Viele Dinge wissen langjährige Enthusiasten vermutlich bereits, seien es die Entstehungsgeschichten diverser Modellbahnspurweiten, Kupplungstypen, deutsche Steilstrecken oder die oft porträtierten schnellsten Züge der Welt. Am interessantesten sind noch die Kapitel, in denen es um zusätzliches "unnützes" Wissen geht, das normalerweise selbst viel belesenen Experten vorenthalten bleibt. So erfahren wir unter anderem, wie die Deutsche Bahn Unkraut bekämpft, wo sich die größte Sammlung von Eisenbahnliteratur befindet, welche längst verschwundenen Berufe es einst bei der Bahn gab und an welchen immer noch befahrenen Strecken über einhundert Jahre alte (!) Gleisstücke verbaut sind. An diesen Stellen wurde gut recherchiert und man möchte dem Autor gerne umfangreiches Interesse und Sachkenntnis zugestehen.

Umso enttäuschender sind Fehler wie auf Seite 13, wo laut Bildunterschrift ein Triebwagen der Bauart "Fliegender Hamburger" in Dresden zu sehen sein soll. Wer dieses seit beinahe zwei Jahrzehnten nicht bewegte Fahrzeug jemals selbst gesehen hat, wird sich allerdings in Leipzig befunden haben, immerhin ein Unterschied von rund einhundertzwanzig Kilometern. Einzelne Seiten wirken zudem wie Lückenfüller, um unbedingt die (un)runde Zahl vollzukriegen. Anstatt sich auf die gut recherchierten wenig bekannten Fakten zu verlassen, füllen obligatorische Informationen wie ein (zu) kurzer Abriss über Einheits-E-Loks oder gleich mehrere Kapitel über diverse Brücken die Seiten.

Damit stellt sich die Frage, an welches Publikum sich das Buch richtet. Für Einsteiger dürften etliche Informationen zu speziell sein, für Fans auf der Suche nach neuem Fachwissen kann höchstens die Hälfte des Inhalts wirklich etwas bieten. Über die reichhaltige Bildauswahl kann man sich hingegen nicht beklagen. So gut wie jedes Kapitel bietet passende Fotos, Grafiken, Karten oder Tabellen, auch die Sprache ist durchweg verständlich. Gelungen sind auch die ausklappbaren Abkürzungsverzeichnisse, auf die man somit jederzeit zugreifen kann. Für die schnelle Lektüre zwischendurch am ehesten geeignet.

Seitenzahl: 192
Format: 12,1 x 18,5 cm, Klappenbroschur
Verlag: GeraMond

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100 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

krimi, drohnen, science fiction, überwachung, mord

Drohnenland

Tom Hillenbrand
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 15.05.2014
ISBN 9783462046625
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Werk firmiert bescheiden unter dem Label "Kriminalroman", kann aber deutlich mehr, als einem ganz besonders psychopathischen Mörder den hunderttausendsten deprimierten Ermittler hinterherjagen zu lassen. Hauptkommissar van der Westerhuizen ist zunächst kein Kritiker des Überwachungssystems, vielmehr arbeitet er tagtäglich mit den Errungenschaften der digitalen Forensik, hat ironischerweise aber auch eine Vorliebe für "alte" analoge Filme. Das Techtelmechtel mit seiner Assistentin war vorhersehbar und auch die Richtung, aus der der Mörder kommt, kann man spätestens ab der Hälfte des Buches ausmachen. Die eigentliche Stärke liegt im detailliert dargelegten Bild einer möglichen paneuropäischen Zukunft.

Hillenbrand muss seinen Lesern nicht plakativ vorbeten wie potentiell böse die im Roman benutzte Technik sein kann, spätestens wenn der als Ich-Erzähler auftretende van der Westerhuizen selbst zum Opfer manipulierter Ermittlungsdaten wird zeigt sich, dass weder in der Zukunft noch in der Gegenwart irgendein Mensch in der Lage ist, perfekte Systeme zu erschaffen. Der schicke Fahndungscomputer Terry kann zwar anhand verschiedener Parameter Verbrechen vorhersagen und eindämmen, ist aber dennoch dem Willen seiner Schöpfer unterworfen. Auch nach einem Update kann er nichts mit Emotionen oder Sarkasmus anfangen. Da nützt es auch wenig, dass sich die Ermittler per "Spiegelung" an virtuell projizierte Tatorte oder überwachte Gebiete begeben können, solange die Daten heimlich verändert werden und niemand die Überwacher selbst überwacht.

Zudem ist die in dieser Zukunftsversion stark aufgeblähte Europäische Union längst eine gnadenlose Weltmacht geworden, die andere Länder ausbeutet und im Kampf um Rohstoffe und Sonnenenergie so manchen Krieg führt. Da äußern sich Befürchtungen, die anhand gegenwärtiger politischer Praktiken gar nicht so weit hergeholt scheinen. Doch Hillenbrand kann mehr als schwarzmalen. Für ihn ist diese Zukunft eine Möglichkeit, aber keine unausweichliche. Solange der rasante Fortschritt der Informationstechnologie noch hinterfragt werden darf, besteht die Chance, dass digitale Täterprofile nicht der Weisheit letzter Schluss bleiben. Im Gegensatz zu diversen Genrekollegen unterlässt der Autor übrigens die allzu detaillierte Beschreibung technischer Details, sondern treibt die Handlung zügig voran. Hat man sich erst einmal eingelesen, will man das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Fazit: Einer der besten deutschen und in Europa spielenden SciFi-Romane der letzten Jahre. Unbedingt lesen!

Seitenzahl: 432
Format: 13,5 x 19 cm, Broschur
Verlag: KiWi

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

jesus, wagenrennen, verrat, galeere, sklave

Ben Hur

Carol Wallace
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei adeo, 29.08.2016
ISBN 9783863341220
Genre: Historische Romane

Rezension:

Es ist ein großer Gewinn für den Stoff, dass er nun endlich in dieser Ausgabe vorliegt. Ich erinnere mich, das Original vor vielen Jahren gelesen zu haben, richtig fesselnd war es trotz aller großen Gefühle und wichtigen Inhalte nicht. Umständliche Formulierungen und ein altertümlicher Stil machten das Werk schwer zugänglich, doch damit ist es nun vorbei. Dieser neue "Ben Hur" bleibt inhaltlich dem Klassiker treu, liest sich aber ebenso spannend wie die meisten anderen zeitgenössischen Historienromane. Der Fokus liegt weiterhin auf Judahs Geschichte, während das Leben und Sterben von Jesus Christus die Rahmenhandlung bildet.

Somit werden Judahs Rachegefühle gleich deutlich greifbarer, die brodelnde Stimmung in der jüdischen Provinz gewinnt ebenfalls an Brisanz. Überhaupt fällt es leichter mit der Hauptfigur zu fühlen, das Original schien eher auf professioneller Distanz zu den Charakteren bedacht. Leider bleiben auch die historischen Ungereimtheiten der Vorlage erhalten, wie zum Beispiel die Tatsache, dass Sklavendienste auf römischen Galeeren nicht belegt sind. Hier hätten allzu genaue Anpassungen allerdings die Dramaturgie gefährdet, man kann es also verschmerzen und sich bescheiden freuen, dass man es besser weiß.

Schön, dass der inhaltlich auf jeden Fall zeitlose Klassiker nun einer neuen Generation von Lesern zugänglich gemacht wurde. Die behutsamen Kürzungen, beispielsweise bei den ursprünglich sehr ausschweifenden Landschaftsbeschreibungen (Karl Mays Reiseromane lassen grüßen), verderben den Genuss keineswegs. Im Vorwort gibt Carol Wallace übrigens bereitwillig zu, dass sie sich mit dem literarischen Erbe ihres Ururgroßvaters lange Zeit schwer getan hat. Erst als sie sich nach vielen Jahren tatsächlich an die Lektüre gewagt hat, wurde ihr das Potenzial der Handlung bewusst. Ein Glücksfall für jeden Liebhaber spannender historischer Romane.

Seitenzahl: 480
Format:  14,7 x 22,3 cm, gebunden
Verlag: adeo

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

ICE

Dieter Eikhoff
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Motorbuch, 18.08.2016
ISBN 9783613715318
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bereits 2006 veröfentlichte Eikhoff ein Buch mit dem Titel "Alles über den ICE", das hier als Neuausgabe vorliegt. Format und Fotografien wurden überarbeitet und die Informationen zu den neuesten ICE-Baureihen ergänzt. Positiv fällt auf, dass auch die internationalen Varianten der ICE-Familie ausführlich besprochen werden, seien sie nun in China, Russland, der Türkei oder Spanien unterwegs. Auch Testgarnituren wie der für einst für den amerikanischen Markt bestimmte Amtrak-ICE, der "Eurotrain" oder auch ICE-S und ICE-V finden ihren Platz.

Alle anderen Baureihen werden ebenfalls ausführlich behandelt, inklusive technischer Daten, aktueller Einsatzgebiete und Ausblicke in die Zukunft der lichtgrauen Schnelltriebwagen. So findet sich bereits ein Kapitel zum eingangs erwähnten ICE 4, der sich aktuell noch in der Testphase befindet. Selbst dunkle Kapitel wie das ICE-Unglück von Eschede (inklusive Ursachenforschung) und das Debakel mit der Baureihe 605 (ICE-TD) bleiben nicht unerwähnt. Gelegentlich hätte man sich noch eine klarere Trennung der Baureihen in den einzelnen Kapiteln gewünscht, denn mancher Exkurs erweckt den Eindruck, dass mitten im Text über eine bestimmte Baureihe bereits die nächste vorgestellt würde.

Darüber hinaus darf sich dieses Buch zu recht als Standardwerk bezeichnen, denn alle nötigen Informationen sind enthalten, die großzügigen Abbildungen machen die Lektüre angenehm und lockern das Layout auf. Pflichtlektüre für Fans der Hochgeschwindigkeit.

Seitenzahl: 128
Format: 23 x 27,4 cm, gebunden
Verlag: transpress

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

wikinger, geschichtsunterricht, geschichte, krieger des nordens, desaster

Krieger des Nordens

Jonas Herlin
Flexibler Einband: 482 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.12.2015
ISBN 9783734101892
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Geschichten von den abenteuerlichen Rache- oder Beutezügen der nordgermanischen Völker sind bestens bekannt. Jonas Herlin (ein Pseudonym des Fantasyautors Alfred Bekker) umgeht jedoch viele Klischees elegant und nimmt die historisch tatsächlich nachgewiesenen Einfälle der Wikinger in Städten wie Novaesium (Neuss) und Xanten zum Anlass, um die Abenteurer auf das für ihre Verhältnisse hochentwickelte Volk der Franken treffen zu lassen. Natürlich gibt es in den Reihen der Nordmänner die üblichen Berserker, lockere Moralvorstellungen und man beschwört allenthalben die Götter, doch die der Handlung zugrunde liegenden Konflikte machen die Lektüre spannend genug, um bis zum Ende dabei zu bleiben.

Nachdem sich Herlin reichlich Zeit für die Einführung der handelnden Charaktere genommen hat, verschlägt es einen der Krieger zu den Franken, was wiederum für einen interessanten Perspektivenwechsel sorgt. Hier bricht der Roman aus dem Schema der einfachen Abenteuergeschichte aus und entwickelt sich vorübergehend zum ernstzunehmenden Historienroman. Der Culture Clash, den der Nordmann bei den Franken erlebt und der zuweil an Rebecca Gablés "Das Haupt der Welt" erinnert, birgt reichlich Potential, wird aber kürzer als nötig abgehandelt. Vor dem großen Finale verschwindet schließlich ein nicht ganz unwichtiger Charakter mir nichts dir nichts aus dem Blickfeld und der Einblick in die frühmittelalterliche Politik im geteilten fränkischen Reich bleibt eine vergleichsweise knappe Episode.

Mit etwas mehr Fokus auf die geschichtlichen Umstände, weniger pragmatischer Sprache und dreidimensionaleren Charakteren hätte "Krieger des Nordens" ein ausgezeichneter tausendseitiger Historienschmöker werden können. Aber vielleicht ist das gar nicht unbedingt nötig. Die Handlung ist geradlinig, spannend und transportiert bekannte Muster in eine Gegend, in der man die Wikinger bisher noch nicht erlebt hat. Mal was anderes, als alle Nase lang nach England zu segeln oder sich aus reinem Heldenmut untereinander zu bekriegen. Für Freunde kurzweiliger und gut zugänglicher historischer Romane in jedem Fall ein Lesetipp, der aus dem Einheitsbrei ähnlicher Werke heraussticht.

Seitenzahl: 480
Format: 11,8 x 18,9 cm, Taschenbuch
Verlag: Blanvalet

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elfen, ork, mmorpg, allianz, sachbuch

Warcraft: The Beginning

Daniel Wallace , Diana Bürgel , Dominic Cooper , Toby Kebell
Fester Einband: 168 Seiten
Erschienen bei Zauberfeder Verlag, 26.05.2016
ISBN 9783938922699
Genre: Sachbücher

Rezension:

Film und Buch sind in erster Linie ein Geschenk für die Fans. Regisseur Duncan Jones, selbst passionierter "World Of Warcraft"- Spieler, spickte sein Leinwandabenteuer mit zahllosen Verweisen auf die Spielereihe und auch das Buch zum Film kommt nicht ganz ohne aus. Außenstehende müssen sich eventuell erst etwas einlesen und sich außerdem mit der oft überdimensionierten Ästhetik anfreunden, doch man wird das Gefühl nicht los, hier etwas besonderes in der Hand zu halten.

Es beginnt bei der Aufteilung des Buchs. Blättert man es von vorn durch, stößt man ab der Hälfte plötzlich auf "verkehrt herum" bedruckte Seiten. Eine Drehung um 180° und die Betrachtung des hinteren Buchdeckels schafft Abhilfe, denn ähnlich wie die Welt des Films ist auch das Buch in "Allianz" und "Horde" aufgeteilt. Eine Hälfte befasst sich mit der Welt der Menschen, Elfen und Zwerge, die zweite mit jener der Orks. Ein sinnvolles Konzept, das auch in seiner künstlerischen Gestaltung konsequent umgesetzt wurde: blau, grün, gold und silber dominieren die der Allianz gewidmeten Seiten, während die orkische Kultur eher mittels Rot-, Grau- und Schwarztönen dargestellt wird.

Es bleibt also nicht beim bloßen Abdrucken der Filmkunst und diverser Szenenfotos, das Buch darf vielmehr selbst zum Kunstwerk werden. Entsprechend hochwertig ist die Gestaltung, lediglich eine Handvoll doppelseitiger Szenenbilder fällt durch Unschärfe negativ auf. Im Zeitalter von digitalen 8K-Kinokameras sollte es doch möglich sein, ein scharfes Standbild zu rendern. Alle übrigen Charakterbilder und Zeichnungen liegen jedoch gestochen scharf vor und lassen den kleinen Patzer schnell vergessen.

Für Fans und Liebhaber ästhetisch anspruchsvoller Filmkunst ist das Werk jedenfalls wärmstens zu empfehlen. Details, die im Film nur am Rande vorkamen werden zusätzlich erklärt und erlauben einen noch tieferen Einblick in den "Warcraft"-Kosmos.

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lucky luke

Der Mann, der Lucky Luke erschoss

Matthieu Bonhomme , Klaus Jöken
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Egmont Comic Collection, 03.08.2016
ISBN 9783770439256
Genre: Comics

Rezension:

Was das Cover schon andeutet bewahrheitet sich beim Lesen: dieser Band ist nicht ganz so leichtfüßig wie frühere Ausgaben oder gar die Lucky-Kid-Abenteuer, wie man sie kennt und schätzt. Schon Bonhommes visueller Ausdruck hebt sich von der cartoonhaften Darstellung von Morris' legendärem Cowboy ab und kommt ungleich realistischer und düsterer daher. Stellenweise fühlt man sich an den von Clint Eastwood verkörperten namenlosen Fremden in Sergio Leones unvergesslichen "Dollar"-Western erinnert. Darüber hinaus gibt es, passend zum Kanon, eine weitere Erklärung dafür, warum Luke nicht (mehr) raucht, warum er sich gut mit Indianern versteht und wie gesprächig Jolly Jumper in Wirklichkeit ist.

Eine wahre Hommage also und zugleich ein Denkmal für jene Kultfigur, die nun schon seit mehreren Generationen ihre Leser bestens unterhält. Ein wenig Humor darf natürlich nicht fehlen, doch wenn Luke eine ernste Origins-Story á la "Batman Begins" verpasst bekäme, würde vermutlich etwas ähnliches herauskommen. Der Titel verlangt natürlich, die Geschichte bis zum Ende durchzuschmökern. Fans ahnen möglicherweise worauf das Ganze hinausläuft, spannend bleibt es dennoch.

Bonhomme erfindet Lucky Luke nicht neu, aber eine spannende Ergänzung der bekannten Abenteuer, die das Phänomen aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, ist der insgesamt äußerst gelungene Band allemal.

Originaltitel: "L'Homme qui tua Lucky Luke"
Seitenzahl: 64
Format: 22,1 x 29,2 cm, gebunden
Verlag: Egmont Ehapa

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Vollhorst

Bruno Jonas
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.07.2016
ISBN 9783492308946
Genre: Sachbücher

Rezension:

Als hauptberuflicher Kabarettist bringt der Autor eigentlich das Handwerkszeug mit, um sich stilvoll aufzuregen. Pardon, um die Probleme der Gesellschaft treffsicher und scharfsinnig bis unterhaltsam zu inszenieren, natürlich. So bleibt kaum ein Thema in diesem Buch verschont, von Bildungspolitik über Populismus bis hin zu Genderwahn und Altersvorsorge spannt er den Bogen. Und obwohl Cover und Inhaltsangabe immer wieder darauf verweisen, dass der Vollhorst eben nicht nur in der Politik anzutreffen ist, lässt es sich Jonas nicht nehmen, trotzdem immer wieder darauf anzuspielen. Gegenbeispiele gibt es kaum. Die Klischees vom Politiker, der nur auf seinen Vorteil bedacht ist und nicht einmal den kleinsten Rest Anstand besitzt, ermüden den Leser spätestens nach der dritten Wiederholung. Ja, Korruption und Käuflichkeit sind ein Problem. Aber diese Fälle widerspruchslos zum Standard zu erklären ist ein wenig zu einfach gedacht.

Damit entpuppt sich die eigentliche Prämisse stellenweise als Mogelpackung. Pluspunkte gibt es für die Annahme, dass vielleicht alle Menschen ein bisschen Vollhorst sind, wobei Bruno Jonas sich selbst nicht ausschließt. Selbstkritik und Selbstironie als Ausgangspunkt für Kritik an der Umwelt - keine schlechte Idee. Allerdings geht er damit alles andere als konsequent um. An einigen Stellen freut man sich noch über die lustvolle Abrechnung mit mancher undurchsichtigen Instanz, während Behauptungen über vererbte Intelligenz, mit denen schon Thilo Sarrazin gewaltig aneckte, ohne jeden Quellenbeleg stehengelassen werden.

So ist am Ende nicht klar, ob diese "scharfzüngige Satire" tatsächlich ein augenzwinkernder Blick auf eine vorteilsgeile Gesellschaft oder nur die hilflose Abrechnung mit derselben ist. Jonas grantelt mit niederbayerischem Niveau vor sich hin, hat aber genauer betrachtet nur wenig Neues zu bieten.

Seitenzahl: 272
Format: 11,8 x 18,8 cm, Taschenbuch (auch als gebundene Ausgabe erhältlich)
Verlag: Piper

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod

Bastian Sick
Fester Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Anaconda Verlag, 31.01.2015
ISBN 9783730602096
Genre: Sachbücher

Rezension:

Auch wenn man Deutsch in der Schule eher zum Davonlaufen fand, Bastian Sick hat auf unterhaltsame Weise dafür gesorgt, dass man sich auch ganz zwanglos mit Rechtschreibung und kuriosen Sprachphänomenen befassen kann. Viele Bücher, Brettspiele, Bühnenshows und Merchandiseartikel später ist es Zeit für ein Best-Of von "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod". Die vorliegende gebundene Ausgabe enthält die ersten drei Bände der beliebten Zwiebelfisch-Kolumne, die ein wenig Orientierung im "Irrgarten der deutschen Sprache" verheißt.

Aus der Perspektive eines Philologen kann man es theoretisch gar nicht genug würdigen, was diese Bücher leisten. Seltsame Schreibweisen, sprachliche Zweifelsfälle und Streitpunkte begegnen aufmerksamen Alltagsbeobachtern ständig, von der Vielfalt regional unterschiedlicher Ausdrucksweisen ganz zu schweigen. Entsprechend weit gefächert sind die Themen der ersten drei Bände. Neben ausführlichen Kolumnen zu bestimmten Phänomenen finden auch Leserbriefe, Tabellen mit unterschiedlichen Schreibweisen und Quizspiele ihren Platz.

Das alles beschreibt Sick so unterhaltsam, dass sich niemand rüde korrigiert fühlen müsste, sondern immer so, dass man über eigene Fehler schmunzeln und die Sprache gleichzeitig besser verstehen kann. Der lockere zugängliche Stil wird Wissenschaftlern vermutlich nicht genügen, für strenge Linguisten ist die Lektüre sicher ohnehin zu trivial. Nebenbei kann man als Normalsterblicher aber unter anderem anhand der übersichtlichen Tabellen und alphabetisch geordeneten "ABCs des Zwiebelfischs" viel über die jeweiligen Sprachphänomene lernen und bereits vorhandenes Wissen vertiefen. Und man nimmt notorischen Besserwissern mit der Tatsache, dass die offiziellen Rechtschreibregeln in wahrlich vielen Fällen Ausnahmen oder mehrere Möglichkeiten erlauben, den Wind aus den Segeln.

Im Regal macht diese Ausgabe auch neben den offiziellen Beiträgen aus dem Hause Duden (die zufällig fast das selbe Format haben) einiges her und enthält darüber hinaus alle Anhänge und Inhalte der Originalausgaben. Schade ist lediglich, dass das relativ dünne Papier leicht reißt und schnelles Nachschlagen damit erschwert wird. Darüber hinaus gibt es leider kein Gesamt-Inhaltsverzeichnis, sondern erst nach dem Ende eines Bandes erfährt man, was im nächsten geschrieben steht. Darüber hinaus ist dieser Band ein guter Einstieg in die Auseinandersetzung mit sprachlichen Sonderfällen und der Rechtschreibung an sich.

Seitenzahl: 768
Format: 12,2 x 18,7 cm, gebunden
Verlag: Anaconda

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43 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

roman, fremdbild, ch: niveau 2016, jonas karlsson, selbstbild

Das Zimmer

Jonas Karlsson , Paul Berf
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 11.04.2016
ISBN 9783630874609
Genre: Romane

Rezension:

Die Prämisse dieses Romans erinnert stark an Lars Berges "Der Büro-Ninja", in dem ebenfalls ein Angestellter eines großen Unternehmens mit der Beliebigkeit des Alltags im Großraumbüro nicht mehr zurechtkommt. Jonas Karlssons Antiheld Björn steigert sich allerdings erst so richtig in seine Arbeit hinein, nachdem er das geheime Zimmer entdeckt hat. Was dieses von der Kritik einhellig gefeierte Buch aber am Ende eigentlich aussagen will, muss sich der Leser selbst zusammenreimen.

Die Handlung verläuft ohne allzu große Höhepunkte, die zentrale Frage, ob das Zimmer denn nun wirklich existiert oder nicht, verliert schließlich an Bedeutung. Die Krisengespräche mit dem Chef, das Intrigieren der Mitarbeiter, die sofort misstrauisch werden wenn jemand Spaß bei der Arbeit hat, indirekte Belobigungen vom Direktor und gezwungen lustige Weihnachtsfeiern mag manch einer aus dem eigenen Büroalltag kennen, sie wurden aber auch schon kurzweiliger in Szene gesetzt. Immerhin entlarvt Karlsson die postmoderne Bürowelt als vermutlich absurdeste Erfindung aller Zeiten. Eine Umgebung, in der eigentlich niemand arbeiten will, was aber zugleich niemanden davon abhält, es doch zu tun.

Früher oder später wahnsinnig zu werden, die Wirklichkeit auszublenden und sich in mehr oder weniger imaginäre Zimmer zurückzuziehen scheint also nur die logische Konsequenz aus der unemotionalen Gleichschaltung der Arbeitsplätze zu sein. Das alle vermittelt der Autor mit sparsamer Sprache in kurzen Kapiteln, die bis zum Ende des kaum zweihundert Seiten langen Romans leicht zu lesen sind. Interpretationsfreudigen Literaturkritikern dürften sich noch tiefere philosophische Schichten in der Handlung offenbaren, als die beworbene scharfsinnige Parodie oder gar Satire taugt "Das Zimmer" allerdings nur bedingt.

Originaltitel: "Rummet" ("Der Raum"/"Das Zimmer")
Seitenzahl: 176
Format: 13,5 x 20,5 cm, gebunden
Verlag: Luchterhand

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Das kalte Herz

Wilhelm Hauff
Flexibler Einband: 77 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.09.2016
ISBN 9783458361749
Genre: Klassiker

Rezension:  
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41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

fantasy, zyklus, high fantasy, post apokalyptisch, shannara

Das Zauberlied von Shannara

Terry Brooks
Flexibler Einband
Erschienen bei Goldmann
ISBN 9783442238934
Genre: Fantasy

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47 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 5 Rezensionen

england, london, schottland, großbritannien, humor

Bitte ein Brit!

Wolfgang Koydl
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.09.2010
ISBN 9783548281766
Genre: Romane

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Unnützes Wissen 5

NEON
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.10.2016
ISBN 9783453604087
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wieder einmal sind es größtenteils Fakten, mit denen man nicht gerechnet hätte. Manches, und das lässt sich im Infotainment-Zeitalter vermutlich nicht vermeiden, kommt Liebhabern verrückter Tatsachen schon bekannt vor, sei es aus ähnlichen Büchern oder entsprechenden Internetseiten. Auch wenn es dem Format zuwider läuft, wären außerdem hin und wieder Quellenverweise für weiterführende Recherche oder die Überprüfung der Fakten hilfreich gewesen. Nicht alles erscheint auf den ersten Blick plausibel, etwa wenn es um Schätzungen und Studien namentlich nicht genannter Institutionen geht.

Typografisch hat dieser Band im Vergleich zum Vorgänger etwas an Qualität eingebüßt. Die Mehrheit der Seiten beinhaltet zweispaltig formatierten schwarzen Text auf weißem Papier, inklusive diverser Rechtschreibfehler. Die alle paar Seiten eingeschobenen Specials über diverse Themen (u.a. Udo Lindenberg, Flugzeuge, Tiere, Politiker und Mode) sind eine nette Idee, probieren mit ihrer eintönigen Farbpalette aber nur wenig Neues. Besonders die Doppelseite über Sex sieht damit trotz ihres unterhaltsamen Inhalts so verschämt aus wie eine Bravo-Ausgabe aus den Siebzigern. Einzelne einfarbig hinterlegte Fakten belegen zudem gleich eine komplette Doppelseite, was oft eher wie ein Lückenfüller wirkt. Dafür sind viele der farbigen Fotos kreativer und passender ausgewählt als im letzten Band.

Alles in allem eine würdige Fortsetzung der Reihe für alle, denen es hauptsächlich auf neues unnützes Wissen ankommt.

Seitenzahl: 192
Format: 11,8 x 18,9 cm, broschiert
Verlag: Heyne

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Tungdil

Markus Heitz , Che Rossié , Yann Krehl
Fester Einband: 48 Seiten
Erschienen bei Splitter-Verlag, 01.12.2013
ISBN 9783868695410
Genre: Comics

Rezension:

Ein schönes Schmankerl für alle Fans, aber auch Neueinsteiger dürften an diesem Band Gefallen finden. Der Zeichenstil erinnert entfernt an die 2010 erschienene illustrierte Ausgabe des Romans, schlägt aber dennoch eine eigene, oft realistischere Richtung ein. Nicht immer übertreibt es Zeichner Che Rossié so wie bei dem riesenhaften Ork auf dem Cover, doch die Monumentalbauten der Zwerge und die unterschiedlichen Dimensionen der verschiedenen Wesen werden durchaus anschaulich vermittelt. Ein wenig erinnert die Optik an die Ästhetik von "World of Warcraft", vor allem hinsichtlich diverser Frisuren, der Statur der Orks und so mancher zwergischer Rüstung.

Darüber hinaus wurden viele ikonische Schlüsselmomente und Charakterzüge aus der Vorlage so eingefangen, wie man sie sich schon beim Lesen vorgestellt hat. Tungdil erscheint wie gewohnt als Sympathieträger und auch der gewohnte Humor der Zwillinge Boïndil und Boëndal findet Eingang in diese Fassung. Außerdem gibt es allerhand zu lesen. Man hetzt nicht von einer Actionszene zur anderen, sondern bekommt allerhand Hintergrundinformationen, Dialoge und Handlungsbeschreibung geliefert, für die es mitunter etwas Geduld braucht. Danach und dazwischen geht es allerdings richtig zur Sache, denn die Kampfszenen sind mindestens genauso blutig, wie sie im Roman beschrieben wurden. Wo man im Buch Heitz' Verbundenheit mit dem Horrorgenre spüren konnte, greifen die Bilder nun Splattermotive wie in einem Zombiecomic à la "The Walking Dead" auf.

Nach 48 großzügig und dennoch angenehm bodenständig kolorierten Seiten ist vorläufig Schluss mit den stilvoll adaptierten High-Fantasy-Szenarien. Rund ein Viertel der Romanhandlung hat es in den Comic geschafft, der Rest folgt in weiteren Bänden. Bleibt zu hoffen, dass die hohe Qualität gehalten wird und eines Tages auch die übrigen Bücher adaptiert werden. Auch Ableger über die Albae und andere Wesen des Geborgenen Landes sind aufgrund von Markus Heitz' ungebrochener Produktivität denkbar.

Seitenzahl: 48
Format: 23,8 x 32,5 cm, gebunden
Verlag: Splitter

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Eisenbahnknoten Leipzig

André Marks
Fester Einband
Erschienen bei Sutton, 15.03.2016
ISBN 9783954006786
Genre: Sachbücher

Rezension:

Fans des erweiterten Allgemeinswissens wissen es womöglich, Eisenbahnfreunde sowieso: Leipzig hat den (flächenmäßig) größten Kopfbahnhof Europas. Damit sind Messestadt und Eisenbahn schon einmal fast untrennbar miteinander verbunden. Seit dem Mittelalter liegt Leipzig an der Kreuzung vieler wichtiger deutscher und europäischer Handelsrouten, was sich von Anfang an auch auf den Eisenbahnbau ausgewirkt hat. André Marks zeichnet im vorliegenden Band die Geschichte von Stadt und Verkehrsmittel nach.

Gleich nach dem Aufschlagen des Buchdeckels springt dem Leser ein großer historischer Gleisplan des Leipziger Hauptbahnhofs und seiner sämtlichen Gleisanlagen (Stand: 1955) ins Auge. Ein guter Anfang, auf den noch vor dem ersten Kapitel eine aktuelle Luftaufnahme des Bahnhofs und eine Streckennetzkarte von 1983 folgt. Danach geht es erst richtig los. Marks beginnt mit der Entwicklung der Leipzig-Dresdener- Eisenbahn von den Anfangstagen bis 1945 und spannt danach den Bogen bis hin zum Bau und zur Vollendung des Leipziger City-Tunnels.

Angenehm wird die Lektüre vor allem durch die abwechslungsreiche Einbindung von meist farbigen Fotografien, die das kompetent Beschriebene passend illustrieren. Seltene Fotos wie von den ehemaligen Bahnhöfen, die einst auf dem Gelände des heutigen Hauptbahnhofs standen, vom verwitterten Portikus des Bayrischen Bahnhofs und vom Bau des City-Tunnels finden ebenso ihren Platz wie Alltagsaufnahmen aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Neben allen geschichtlichen Fakten finden sich auch solche über die unterschiedlichen Fahrzeuge, die einst und heute in der Messestadt unterwegs sind und waren. Zu den Reichsbahn-Raritäten gehören hier die Schnelltriebwagen der Baureihe 175 und die S-Bahn-Prototypen der Baureihe 280.

Ein gelungenes Buch, das ortkundigen Eisenbahnfans und Besuchern der Stadt interessante Informationen und Bilder liefert, insbesondere von Orten und Fahrzeugen, die heutzutage ganz anders aussehen oder nicht mehr vorhanden sind. Die passenden Karten und Gleispläne laden ein, sich selbst auf Spurensuche zu begeben und die Geschichte dieses einmaligen Verkehrknotens zu erforschen.

Seitenzahl: 128
Format: 16,7 x 24,1 cm, gebunden
Verlag: Sutton

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königskrone, könig, brand, königsschwur, dorn

Königskrone

Joe Abercrombie , Kirsten Borchardt
Flexibler Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.04.2016
ISBN 9783453316010
Genre: Jugendbuch

Rezension:

War es im letzten Band noch die draufgängerische und rebellische Kriegerin Dorn Bathu, ist es nun mit Skara fast das Gegenteil: Wie eine Heldin fühlt sich das zierliche Mädchen mit dem schwachen Magen ganz und gar nicht und sie muss sich unverhofft in einer harten Welt zurechtfinden. Ein reizvoller Gegensatz, vor allem wenn Skara auf die bereits bekannten Helden trifft. Weitere neue Charaktere wie die ebenfalls sehr unterschiedlichen Jungen Koll und Raith fügen sich ebenfalls gut ins Gesamtbild ein und mit dem ewig grinsenden Hell Yilling gibt es noch einen Bösewicht dazu, wie er im Buche steht.

Ein würdiger Abschluss dieser Trilogie also, der ebenso geradlinig wie sprachlich vielseitig geschrieben ist. Einzig die in der zweiten Hälfte der Handlung stattfindende Queste findet allzu schnell ein Ende, das man sich hätte denken können. Da hätten ruhig noch ein paar weitere Seiten und Gefahren auf den Leser losgelassen werden dürfen, denn Abercrombies Kollegen (und er selbst) hatten bisher noch nie Probleme mit zu dicken Büchern. Auch die große Schlacht ist erstaunlich schnell vorüber. Die zahlreichen Epiloge zeigen allerdings, warum das so ist: Auch in diesem Buch stehen die Figuren und ihre Gedanken und Gefühle im Mittelpunkt, weniger das große Spektakel oder eine möglichst exotische neue Fantasywelt.

In dieser Hinsicht knüpft der Autor also an die Traditionen an, die das Genre einst groß gemacht haben und schickt seine Helden auf bodenständige Weise in ihre Abenteuer. Das ist auf erfrischende Art normal und trotz allem spannend bis zum Ende. Selbst Charaktere, die man bisher meinte einschätzen zu können zeigen kurz vor Schluss noch einmal ganz neue Seiten, die man nicht unbedingt erwartet hätte.

Originaltitel: "Half A War"
Seitenzahl: 480
Format: 13,6 x 207 cm, Klappenbroschur
Verlag: Heyne

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2016

Wie Sie den Schwedenkrimi des Jahrhunderts schreiben

Henrik Lange , Leena Flegler
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.07.2016
ISBN 9783442158928
Genre: Humor

Rezension:

Spätestens seit der Verfilmung von Stieg Larssons Millenium-Trilogie ist der Begriff "Nordic Noir" in aller Munde. Krimis aus Schweden und anderen skandinavischen Ländern gab es zwar vorher auch schon, ab sofort war jedoch eine neue Mode geboren, an der jeder gerne teilhaben wollte. Wie in vielen anderen Literaturgenres auch, gibt es gewisse Eigenschaften, auf die man sich als Liebhaber dieser Gattung verlassen kann. Manche würden sie auch als Klischees bezeichnen. Ein Grund mehr, diesem Phänomen ein nicht ganz ernst gemeintes Buch zu widmen.

Henrik Lange erklärt auf einhundertsechzig gut gefüllten Seiten, wie ein typischer Schwedenkrimi zustande kommt und wie er zu funktionieren hat. Kurze Comics erklären anschaulich was gemeint ist und ganz nebenbei erzählt der Autor eine selbsterfundene prototypische Krimihandlung, der keinerlei Stereotypen zu schade sind. Einige knapp zusammengefasste Beispiele aus der nordischen Krimiliteratur (Spoiler inklusive) der letzten siebzig Jahre zeigen deutlich, dass man sich den typischen Handlungsmechanismen offenbar kaum entziehen kann. Zumindest dann nicht, wenn man erfolgreich sein will.

Es ist zugleich eine Liebeserklärung und eine humoristische Abrechnung, die Lange hier abliefert. In dem kurzweilig bebilderten Buch finden sich so ziemlich alle Stilmittel, die man in den Werken der skandinavischen Kollegen finden kann. Den düsteren Szenarien begegnet Lange mit entwaffnender Leichtigkeit und entlarvt durch trockene Kommentare manche Dinge, bei denen gewisse Schriftsteller voneinander abgekupfert haben könnten. Ob es so ist weiß man natürlich nicht genau. Auch der Beruf des Autors an sich wird zum Gegenstand der Parodie. Wenn das Schreiben von Krimis als Notlösung daherkommt, falls einem nichts anderes mehr einfällt (oder weil es der Lektor vorschlägt), dann ist das mit einem kritischen Blick auf den Buchmarkt vielleicht doch nicht ganz so weit hergeholt.

Außerdem genial getroffen sind die jeweils einseitigen Comic-Zusammenfassungen berühmter Beispiele aus der schwedischen Krimiwelt, mit der sich sogar Astrid Lindgren (!) schon befasst hat. Die entsprechenden Klischees, von der kaputten Kaffeemaschine bis hin zu exzentrischen Kollegen, Raucherlunge und chronischen Magenverstimmungen erkennt man als Fan sofort wieder und ertappt sich immer wieder beim verständnisvollen Nicken.

Schade ist lediglich, dass Bücher wie Jussi Adler Olsens Carl-Mørck-Romane oder "Tea-Bag" von Krimiveteran Henning Mankell keinerlei Erwähnung finden, obwohl sie die typischen Elemente nordischer Krimis gelungen mit Humor kombinieren und so auf ihre Art das Genre hinterfragen. Aber man kann nicht alles haben. Für tolerante Freunde entsprechender Literatur ist dieses Büchlein eine unterhaltsame "Gebrauchsanweisung", wie man am besten (nicht) schreibt.

Originaltitel: "Lektioner i mord"
Seitenzahl: 160
Format: 13,6 x 20,5 cm
Verlag: Goldmann

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polizei, polizeialltag, parallelgesellschaft, gewalt, respektlosigkeit

Deutschland im Blaulicht: Notruf einer Polizistin

Tania Kambouri
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Piper, 05.10.2015
ISBN 9783492060240
Genre: Sachbücher

Rezension:

Es ist ein heißes Eisen, das Migrationsthema. Jeder scheint eine Meinung dazu zu haben und schnell bekommt man, egal von welcher Seite, einseitiges Denken oder gar Volksverhetzung vorgeworfen. Umso besser, dass Tania Kambouri im Vorwort klar auf ihre Motivation hinweist. Es soll vor allem um Verhaltensmuster straffälliger Migranten gehen, die Leistungen erfolgreich Integrierter würdigt die Autorin gleichzeitig und stellt klar, dass niemand durch ihren Bericht diffamiert werden soll. Vermutlich ist sie als Frau und Griechin die einzige, die ein solches Buch überhaupt veröffentlichen konnte, einen "biodeutschen" männlichen Kollegen hätte eine dekonstruktivistische Kulturkritik schon aufgrund dieser beiden Eigenschaften in der Luft zerrissen.

Aber das Buch kann mehr, als nur Problemlisten zu erstellen. Es ermöglicht einen ungeschönten Einblick in den Polizeialltag, in dem man von vornherein damit rechnen muss, mindestens verbal angegriffen oder gar körperlich bedrängt zu werden. Wenn Beamte in einem Problemviertel Ausweise kontrollieren, wird schnell mal per Handy Verstärkung gerufen, allerdings nicht für die Polizisten. Bald darauf sind größere Menschenmengen um den Schauplatz versammelt, die den Einsatz behindern oder die Einsatzkräfte einschüchtern wollen. Hart durchgreifen oder zurückziehen? Kambouri weiß um die Probleme die jede dieser beiden Optionen mit sich bringt und setzt sich daher auch mit Frühprävention auseinander, damit es nicht zu derartigen oder gar schlimmeren Situationen kommen muss.

Die dringend nötige kritische Auseinandersetzung mit Kriminalstatistiken findet ebenso ihren Platz wie konkrete Vorschläge für Maßnahmen, die bei konsequenter Missachtung des Rechtsstaats, aber auch zur Vorbeugung nützlich sein können. Dabei beansprucht die Autorin nicht die Lösung sämtlicher Probleme für sich, sondern zeigt anhand ihrer individuellen Erfahrung Möglichkeiten auf, wie in Zusammenarbeit mit verschiedenen Instanzen und Einrichtungen, aber auch per Wahnrnehmung der Eigenverantwortung geholfen werden kann. Kein Loblied auf eine unfehlbare Polizei also, sondern ein Aufruf zu Engagement und klarer Benennung der Tatsachen.

Wer sich inmitten der aufgeheizten Debatte um verstärkte Einwanderung und Kriminalität in Stadtteilen diverser Metropolen ein realistisches Bild von der Basis der Verbrechensbekämpfung und -prävention machen möchte, ist mit diesem unaufgeregten Sachbuch an der richtigen Adresse. Gerade im Hinblick auf Vorfälle wie in Berlin, wo Anwohner die Polizei kurzerhand aus ihrem Viertel verjagten oder die Übergriffe in der Silvesternacht vor dem Kölner Hauptbahnhof, ist es dringend nötig, sich sachlich mit dieser Thematik auseinanderzusetzen.

Seitenzahl: 224
Format: 12 x 22,5 cm, Klappenbroschur
Verlag: Piper

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

wikinger, norwegen, krieger, schlachten, rache

Götter der Rache

Giles Kristian ,
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.11.2015
ISBN 9783453438248
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Kultur der Wikinger birgt jede Menge interessanten Stoff. Wo die Überlieferungen aufhören muss man die Lücken zwar auffüllen, aber auch das kann man mit Feingefühl und umfangreicher Recherche ausgleichen. Leider ist davon in der ersten Hälfte des Buches wenig zu spüren. Ein Klischee reiht sich an das nächste und die Rachegeschichte kennt man auch schon aus anderen Büchern. Dabei enthalten gerade die Entdeckungsfahrten und kulturellen Kontakte der Nordmänner (und -frauen) noch so viel unerforschtes Terrain. Stattdessen verarbeiten Sigurds Männer ihren Götterglauben in belustigende Flüche ("Bei Thórs haarigen Eiern!" und dergleichen) und saufen, raufen und schippern durch mehrere episodische Szenen. Noch dazu bezieht man sich in gefühlt jedem zweiten Satz auf die Heldentaten irgendwelcher Sagengestalten, die die Taten der Truppe legitimieren sollen. Rhetorische Fragen und die ausführlichen Gedankengänge Sigurds sorgen zudem oft für einen schleppenden Lesefluss.
In der zweiten Hälfte gibt es allerdings einen Hoffnungsschimmer. Die bunt gemischte Kriegerschar enthält manchen überraschend gestalteten Charakter, was Schwung in Figurenkonstellation und Handlung bringt. Zudem wirken die Segeltechniken und die Sagenwelt ausführlich recherchiert. Letztendlich bleiben diese Aspekte aber Randerscheinungen in einem überschaubaren Szenario, das nur selten aus seiner stringenten Erzählweise ausbricht. Wolfgang Thon, der selbst wiederholt als Buchautor und Übersetzer entsprechender Genreliteratur in Erscheinung getreten ist, überträgt den Roman sinnvoll ins Deutsche, lässt stellenweise aber noch die Satzstruktur des englischen Originals durchschimmern. Ob das Absicht ist oder im Eifer des Gefechts geschah weiß man nicht. Schön ist jedenfalls die verwendete Schriftart, die mit ihrer dezenten Eleganz das Thema des Romans angemessen hervorhebt. Positiv hervorzuheben sind außerdem die sinngemäß verwendeten (alt)nordischen Buchstaben wie ð und ø bei diversen Eigennamen, insgesamt erfolgt das aber eher inkonsequent. Immer wieder variieren die Schreibweisen, was aber auch bei der typografischen Umsetzung passiert sein kann.
Insgesamt ein eher einfach gehaltenes Wikingerabenteuer, das anspruchsvollen Lesern von Historienromanen vermutlich nicht ausreichen wird. Wer mehr Wert auf ausführlich recherchierte Hintergründe legt, dem seien die Uthred-Romane von Bernard Cornwell empfohlen, der ebenfalls einen jungen Mann unter Wikinger geraten lässt, das Ganze im Gegensatz zu Giles Kristian aber mit historischen Ereignissen verknüpft. Wikingerfans finden hier aber zumindest die Grundlagen ihrer Leidenschaft, was manch einem vielleicht genügt.

Originaltitel: "God of Vengeance" ("Gott der Rache")
Seitenzahl: 608
Format: 11,8 x 18,7 cm
Verlag: Heyne
Bonusmaterial: Glossar mit Erläuterungen zu den verwendeten Begriffen

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The World of Vikings

Justin Pollard , Diana Bürgel , Michael Hirst
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Zauberfeder Verlag, 20.11.2015
ISBN 9783938922910
Genre: Sachbücher

Rezension:

Auf einhundertsechzig gut gefüllten großformatigen Seiten informiert niemand anderes als Justin Pollard, der historische Berater der Serie, über die Hintergründe der Figuren und die Wikingerkultur. Es handelt sich weniger um ein papiergewordenes Featurette über die filmischen Seiten der Produktion, sondern eher um eine umfangreiche Ergänzung des auf den Heimkinoausgaben vorhandenen Bonusmaterials. Dabei verlässt sich der Autor nicht nur auf seine eigenen Erkenntnisse, sondern lässt auch Serienschöpfer Michael Hirst (dem wir u.a. auch "Die Tudors" zu verdanken haben), weitere Crewmitglieder und die Schauspieler zu Wort kommen, die jeweils ihre eigenen Herangehensweisen an die Figuren erläutern. Darüber hinaus erfährt der Leser viel über die historischen Ereignisse hinter der Handlung, kann altnordische Flüche lernen und in die Kultur eines Wikingerdorfes eintauchen.
In besonderer Weise würdigt der Band auch die Buchkultur des Mittelalters. Der Einband imitiert Leder und Holz, die Lettern des Titels wurden reliefartig in den Buchdeckel geprägt. Das große Format macht sich hervorragend neben anderen Büchern über Filmkunst und Co. (wie beispielsweise die beliebten "Hobbit-Chroniken" zur gleichnamigen Filmtrilogie), Text und Bilder befinden sich auf höchstem Niveau. Noch dazu kommt das Buch genau zum richtigen Zeitpunkt. Mit der zuletzt gesendeten dritten Staffel hat Hauptprotagonist Ragnar Lothbrok mittlerweile drei unterschiedliche Reiche bereist, deren Eigenheiten hier ebenfalls Erwähnung finden. Die tatsächlich existierenden Fürsten und Könige, wie Karl der Kahle und Ecbert von Wessex sind ebenso Thema wie die frühmittelalterliche Politik und Kultur auf dem Kontinent.
Alles in allem ein wahres Prachtstück, das Kennern der Serie vergnügliche Lesestunden bescheren dürfte. Die ausgewogene Mischung von Texten und großformatigen Szenenfotos lässt nie Langeweile aufkommen, die Beiträge sind ausführlich recherchiert und zeigen viele bisher unbekannte Seiten der Serie. Bleibt zu hoffen, dass diese auch über die bereits angekündigte fünfte Staffel hinaus verlängert wird und irgendwann ein weiteres qualitativ ähnlich hochwertiges Buch ein Blick hinter die Kulissen der neuen Folgen ermöglicht.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

james bond, comic, 007

James Bond VARGR - Band 1

Warren Ellis , Ian Fleming , Jason Masters
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Splitter-Verlag, 01.06.2016
ISBN 9783958393967
Genre: Comics

Rezension:

Alle Fans können beruhigt sein. Bond ist ziemlich genau so, wie man ihn sich wünscht und vorstellt. Rein äußerlich eine Mischung aus einem jungen Sean Connery, Daniel Craig und ein wenig Pierce Brosnan, sein Wesen ist unterkühlt, ein bisschen machohaft und sarkastisch wie eh und je. Auch die vertrauten Figuren um ihn herum finden sich wieder - Eve Moneypenny, Q und natürlich M. Deren Aussehen weicht teilweise von dem in den Filmen ab, teils nimmt man mehr oder weniger direkt Bezug darauf. Macht ja nichts, die Besetzung hat in den letzten Jahrzehnten auch im Kino immer wieder gewechselt, was dem Franchise bisher nicht nachhaltig geschadet hat. Sogar der stilisierte Vorspann wurde bewusst nach dem Prolog eingefügt und quasi literarisch adaptiert.
Apropos: Auch wer kein langjähriger Comicenthusiast ist, kann mit den filmreifen Bildern seine Freude haben. Die großformatigen Zeichnungen spielen immer wieder mit den Konventionen beider Genres und adaptieren gerade in Actionszenen sinnvoll Stilelemente wie Zeitlupen und Beleuchtung. Die Mission ist gleichfalls filmreif. Ein Bond-Bösewicht wie er im Buche steht macht James das Leben schwer, skurrile Helfershelfer und Bond-Girls eingeschlossen. Überhaupt präsentiert sich der beliebte Agent in diesem Band ebenso klassisch wie zeitgemäß und empfiehlt sich damit als idealer Hauptdarsteller für eine hoffentlich langlebige Comicserie.
Auffällig ist die im Unterschied zu den Filmen stark überzeichnete Gewaltdarstellung. Folterszenen und Schießereien ist man als Bond-Fan normalerweise gewohnt, aber das von Q für dieses Abenteuer neu entwickelte Splittergeschoss setzt auf seine Art neue Maßstäbe. Schädel platzen, Brustkörbe werden zerfetzt und das Fleisch hängt in Fetzen von Bonds Gegnern herunter. Auch diverse Drogenopfer scheinen sich förmlich selbst aufzulösen. Die Abstraktion der Zeichnungen macht das noch einigermaßen erträglich, ein Kinofilm mit derartigem Realismus hätte vermutlich kaum eine Jugendfreigabe bekommen.
Wer sich damit abfinden kann und nicht bis zum nächsten Leinwandstreich des Agenten ihrer Majestät warten will, der ist mit "Vargr" gut bedient. Der schicke Hardcovereinband macht diese Ausgabe außerdem zu einem Schmuckstück im Regal, das großzügige (und im Vergleich zum Original etwas größere) Format lässt die Bilder bestens zur Geltung kommen. Für neuen Stoff wird übrigens in Kürze gesorgt. Im September erscheint im selben Verlag die ersehnte Fortsetzung dieses gelungenen Auftaktes.

Seitenzahl: 144
Format: 20,2 x 27,9 cm, gebunden
Verlag: Splitter

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lucky luke, lucky luk, comic

Lucky Luke 94

Achdé , Klaus Jöken
Fester Einband
Erschienen bei Egmont Comic Collection, 03.03.2016
ISBN 9783770439195
Genre: Comics

Rezension:

Im Gegensatz zu den meisten anderen Bänden, enthält "Martha Pfahl" hauptsächlich (Kurz)Geschichten, die nur eine Seite lang sind. Das sorgt für Abwechslung und genug Raum, um so gut wie alle typischen Figuren aus dem Lucky-Luke-Universum auftreten zu lassen: Tante Martha, Rantanplan, Jolly Jumper, Oldtimer, Cowboykollege Sam und sogar einer der Daltons lassen sich kurz blicken, was besonders langjährigen Fans gefallen dürfte. Einfallsreich sind die meisten Geschichten ebenfalls gestaltet, kleinere moralische Belehrungen kann sich Zeichner und Texter Achdé, der seit 2003 das Erbe des geistigen Vaters Morris angetreten hat, allerdings nicht völlig verkneifen. So erfahren wir, was beim Gebrauch von Schusswaffen alles passieren kann und, für welchen Körperteil das Rauchen besonders schädlich ist.
Im Stil eines unterhaltsamen Sachbuchs informieren knappe Texte unter den jeweiligen Geschichten über interessante Fakten und "unnützes Wissen" aus dem Wilden Westen. Obwohl seit 1995 bereits einige Bände mit Abenteuern von "Lucky Kid" erschienen sind, findet man hier tatsächlich neue Episoden, die es in dieser Form noch nicht zu lesen gab. Die sind durchweg kindgerecht gestaltet, auch wenn vereinzelt der erwachsene Lucky Luke darin vorkommt. Im Gegensatz zu den "regulären" Bänden wird hier weniger subtil mit Ironie gearbeitet, ein paar augenzwingernde Kommentare zum Expansionsdrang der amerikanischen Pioniere und zum allgemeinen Waffenfetisch gibt es trotzdem.
Damit knüpft dieses Heft trotz aller Einfachheit meist stilvoll an die übrigen Geschichten an und fällt nicht allzu sehr aus dem Rahmen. Hardcore-Liebhaber werden vieleicht manche liebgewonnenen Eigenschaften des erwachseneren "lonesome cowboy" vermissen, für alle andere stellt "Martha Pfahl" aber eine nette Überbrückung bis zum nächsten Abenteuer der legendären Figur dar.

Originaltitel: "Kid Lucky - Statue Squaw"
Seitenzahl: 48
Format: 22,1 x 29,2 cm, gebunden (auch als Softcover erhältlich)
Verlag: Egmont Ehapa

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plattenbausiedlung, alkohol, monolog, verlierer, brutalität

Nationalstraße

Jaroslav Rudiš , Eva Profousová
Flexibler Einband: 178 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 29.02.2016
ISBN 9783630874425
Genre: Romane

Rezension:

Als braver Normalbürger fragt man sich, ähnlich wie professionell schockierte Reporter, anhand diverser Gewaltexzese oft, was denn nun im Kopf der Täter vor sich geht. Rudiš ist offenbar nicht daran gelegen, allgemeingültige Lösungsansätze und die Verantwortung der Gesellschaft zu diskutieren. Vielmehr schreibt er, inspiriert von einer wahren Begebenheit, die Geschichte Vandams schonungslos als die eines tschechischen "Wendeverlierers", den sein Frust in die Arme der selbstgerechten Gewalt getrieben hat. Als Nazi sieht er sich keineswegs, obwohl er gerne mal den Arm zum "römischen Gruß" erhebt. Immerhin waren die Römer für ihn nicht nur militärische Genies, sondern die ersten "wirklichen Europäer".
Die Begeisterung für Kriege, die nach Vandams Meinung nur kurz von Friedensphasen als "Pause dazwischen" unterbrochen werden, spricht für sich. Das Klischee vom dummen Rechten greift nur teilweise, in Bezug auf sein Lieblingsthema ist er überaus belesen. Dafür stempelt Vandam alle, die seine Meinung angreifen, als bigotte Lügner ab, die für alles Schlechte in der Welt mitverantwortlich sind. Ihn selbst trifft natürlich keine Schuld, er ist ein Opfer der Umstände und wiederholt seine Mantra der Ungerechtigkeit in scheinbar endlosen Monologen. Die Erzählung wechselt nur für ein Kapitel in die Sichtweise eines auktorialen Erzählers, welches gleich einer Filmszene stimmungsvoll erzählt wird. Ansonsten wirft der halbfiktive Vandam als Ich-Erzähler dem Leser seinen Hass weitgehend ungefiltert entgegen. Er hat ja nichts gegen Minderheiten, aber Anstand und Ordnung müssen sein. Und so findet sich immer wieder ein Grund für Ausfälligkeiten gegenüber anderen, den er nur vor sich selbst und in traumartigen Szenen im Gespräch mit seinem Sohn rechtfertigt.
Wer sich neue Erkenntnisse über den Weg ins faschistische Milieu erhofft, der wird von "Nationalstraße" vermutlich enttäuscht sein. Es ist eine leicht vereinfachte, eher symbolische Geschichte, die sich zwar an manchen Klischees abarbeitet, dafür aber zeigt, dass es nicht nur in Deutschland Probleme mit gewalttätigen Wutbürgern gibt.

Originaltitel: "Národní třída"
Seitenzahl: 160
Format: 13,4 x 20,5 cm, Broschur
Verlag: Luchterhand

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

edgar wallace, krimi, wallace, roter kreis, scotland yard

Der rote Kreis

Edgar Wallace
Flexibler Einband
Erschienen bei Goldmann, 01.01.1982
ISBN 9783442000357
Genre: Krimi und Thriller

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