Leserpreis 2018

detlef_knuts Bibliothek

316 Bücher, 223 Rezensionen

Zu detlef_knuts Profil Zur Autorenseite
Filtern nach
316 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Tödliche Sonate

Natasha Korsakova
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.10.2018
ISBN 9783453422674
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

"thriller":w=1,"eifel":w=1,"helfersyndrom":w=1,"samariter":w=1

Die Samariterin

Ulrike Bliefert
Flexibler Einband: 296 Seiten
Erschienen bei KBV, 08.11.2018
ISBN 9783954414352
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Am Rande der Eifel pflegt die Krankenschwester Susanne in einer abgelegenen Forstvilla ihre kranke Mutter. Hingebungsvoll verzichtet sie auf ein eigenes Leben, obwohl ihre Mutter wie ein Drachen nie ein gutes Wort an sie richtet. Die Mutter setzt alles daran, dass Susanne nicht an ein Leben außerhalb der Villa denkt.

Doch dann tritt eine alte Schulfreundin Susannes auf den Plan. Die ist Psychologin in der JVA Diez und betreut Strafgefangene. Sie versucht Susanne zu animieren, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Zaghaft nimmt Susanne einen Briefwechsel mit einem Strafgefangenen auf. Doch aus den Briefen wird mehr und das Unheil nimmt seinen Lauf.

Ulrike Bliefert hat einen Thriller geschrieben, der fast ohne Ermittlungen auskommt. Nur scheinbar am Rande denkt ein Ex-Kriminalbeamter über das Verschwinden eines Mädchens nach, welches vor Jahren stattfand. Dieser Fall konnte nie geklärt werden und schlummert noch heute als Cold Case vor sich hin. Die Autorin hat diesen alten Fall in Form von Polizeiprotokollen zwischen die Kapitel der aktuellen Handlung geschoben, was die Spannung sowohl beim aktuellen Geschehen um Susanne als auch beim alten Fall erhöht. Denn als Leser spürt man, dass der alte Fall noch irgendetwas mit dem aktuellen Geschehen zu tun haben wir.

Obwohl Ulrike Bliefert (Autorin und Schauspielerin) viel lokales Eifel-Kolorit eingebunden hat, ist es mitnichten ein Regiokrimi. Irgendwo muss ein Thriller spielen. Hier ist es die Eifel.

Besonders gut gelungen ist die Nachvollziehbarkeit der Handlungen und Gedanken der Figuren. Besonders Susannes Psyche wird immer glaubwürdiger mit dem Fortschreiten des Romans. Obwohl die kenntlich gemachten Gedanken in durchaus weniger hätten sein können, denn der Charakter Susannes wird auch ohne dem verständlich. Auch wenn man sich anfangs das Helfersyndrom schwer vorstellen kann, wird es immer plausibler und die Frage, ob sie dieses ablegen kann, rückt immer mehr in den Fokus. Eine besonders positive Figur ist Susannes junge Kollegin Nadja, die sich bemüht, Susanne das Leben zu erklären.

Die gestalteten Dialoge sind eine Klasse für sich. Bliefert versteht es, für jede Figur einen ganz eigenen Sprachstil zu finden und diesen konsequent durchzuhalten. Es macht Spaß, die Worte der einzelnen Leute im inneren Ohr klingen zu lassen.

Kribbelnde und knisternde Spannung für alle, die den Thrill mögen.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2018

  (4)
Tags: eifel, helfersyndrom, samariter, thriller   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(41)

77 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

"gutshof":w=2,"caspian":w=2,"greifenau":w=2,"liebe":w=1,"band 1":w=1,"opfer":w=1,"familiensaga":w=1,"erster weltkrieg":w=1,"1. weltkrieg":w=1,"preußen":w=1,"kaiserreich":w=1,"graf":w=1,"www.die-rezensentin.de":w=1,"pommern":w=1,"gutsbesitzer":w=1

Gut Greifenau - Abendglanz

Hanna Caspian
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2018
ISBN 9783426521502
Genre: Historische Romane

Rezension:

"Abendglanz" ist der erste Band der brandneuen Familiensaga von Hanna Caspian, die als "Gut Greifenau"-Trilogie im Handel verfügbar ist. Alle drei Bände werden bis März 2019 erscheinen.

Es ist Mai 1913. Die Zeiten sind im Umbruch. Die Grafenfamilie von Grafenau hält traditionell an eingefahrenen Wegen und Ritualen fest. Doch den Kindern wird das Korsett der adligen Etikette zu eng. Der alte Patriarch verstirbt bald, sein Sohn hat bisher nur gelernt, Lebemann zu sein. Doch er ist der Erbe des Gutes und regiert fortan als neuer Patriarch. Aber sein Sohn Konstantin hat Landwirtschaft studiert und brennt darauf, seine Ideen dem Vater vorzustellen und das Gut für die Zukunft fit zu machen. Sein Großvater hatte ihn mit "dem neuen Zeug' ins Leere laufen lassen. Obwohl sein Vater nicht viel von Landwirtschaft versteht, will der die Zügel aber nicht aus der Hand geben. Konstantins Schwester Katharina verliebt sich in einen etwa gleichaltrigen Industriellenjungen. Obwohl dessen Eltern, somit auch er, steinreich sind, kommt für die Gräfin eine Verbindung von Katka mit Julius nicht infrage. Die Hauptberufung der Gräfin besteht darin, ihre Tochter so teuer wie möglich zu verheiraten. Da kommt ihr ein Neffe des Kaisers gerade recht. Doch Katharina wehrt sich.

Hanna Caspian hat ein allumfassendes Universum rund um Gut Greifenau (fiktiv!) geschaffen. Vorbild mag die britische TV-Serie "Downton Abbey" gewesen sein. Denn genau wie dort gibt es zahlreiche Handlungsstränge in allen Schichten der Menschen, die in diesem Roman eine Rolle spielen. Sowohl bei den Bediensteten als auch bei der Adelsfamilie, bei den Pächtern, den Dorfangestellten und den Bekannten gibt es Geheimnisse und Verwicklungen. Es müssen zahlreiche Probleme gelöst werden. Der Autorin ist es fantastisch gelungen, den Weg zum Ziel zu machen. Soll heißen, dass zunächst nicht auf eine Lösung am Ende des Romans/ der Trilogie hingearbeitet wird. Der Leser verfängt sich dermaßen in den Verwicklungen der einzelnen Figuren, leidet mit ihnen, freut sich mit ihnen, wünscht Ihnen die Pest an den Hals. Am Ende möchte man nur noch wissen, wie es mit den einzelnen Figuren weitergeht. Für mich persönlich gilt: Gefangen auf Gut Greifenau! Ich wünsche es ebenso jedem neuen Leser, jeder neuen Leserin.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2018

  (4)
Tags: caspian, greifenau   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

"krimi":w=1,"mord":w=1,"gewalt":w=1,"korruption":w=1,"mexiko":w=1,"südstaaten":w=1,"louisiana":w=1,"hardboiled":w=1,"hardcore":w=1,"bigotterie":w=1,"vermißtenfall":w=1,"burke":w=1,"dave robicheaux":w=1,"rpbicheaux":w=1

Flucht nach Mexiko

James Lee Burke
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Pendragon, 04.10.2018
ISBN 9783865326218
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dave Robicheaux, Protagonist dieser Krimi Reihe von James Lee Burke, wird in diesem Roman an alte Vorgänge in seinem Leben erinnert. Obwohl er seine Erinnerungen lieber verdrängen würde, zwingt ihn das Geständnis eines alten Mannes zum Gegenteil. Die Ereignisse um das Verschwinden von Ida Durban treten in den unmittelbaren Vordergrund. Sein Halbbruder Jimmy war damals so verknallt in Ida, dass der so viele Jahre kaum an ein anderes Mädchen gedacht hatte. Jimmy und Ida wollten damals nach Mexiko abhauen und ein neues Leben beginnen. Doch Jimmy wartete an dem ausgemachten Termin umsonst, Ida kam nie. Von dem Tag an blieb sie verschwunden. Und je mehr Zeit verging, umso mehr glaubte Jimmy, dass sie tot war.

Der Fall von der Vermissten Ida ist aber nicht der einzige Fall, mit dem sich Dave befasst. Seine Freundin, Kollegin und Chefin Helen bei der Polizei holt ihn wegen seiner außerordentlich guten Ermittlungsleistungen in den Dienst zurück. Schließlich ist gerade ein Serienmörder unterwegs, der junge Frauen entführt und brutal ermordet. Dave ist gut und sie braucht jeden Mann, da kann sie auf die Gründe seiner Entlassung keine Rücksicht nehmen.

James Lee Burke ist für seine schonungslose Beschreibung des Amerikas von heute bekannt. Es ist das Amerika abseits der riesengroßen Megacitys, ein Amerika in den Tiefen des Landes, ein Amerika, wo US-Präsident Trump seine Freude hat, Wähler zu gewinnen. Doch der Autor protokolliert in seinen Fiktionen sehr authentisch und detailreich die Vorgänge in der amerikanischen Seele. Neben den actionreichen Szenen holt Burke immer wieder Luft und lässt die Gedanken der Leser baumeln, wenn er durch den Kopf und die Erinnerungen des Protagonisten dessen Leben und Gefühlswelt schildert. Man kommt so nah an Dave Robicheaux heran, dass man meint, mit ihm in einer Kneipe zu sitzen und ein Bier zu trinken. Dabei trinkt der gar kein Bier. In anderen Momenten fasziniert Burke mit einer Landschaftsbeschreibung, wenn das Auto über die Straßen rollt oder geangelt wird. Und besonders beruhigend ist es, wenn sich der Protagonist an solche schönen Bilder erfreut. Jegliche Brutalität und Gewalt, zu der Robicheaux immer wieder gezwungen wird, ist dann verschwunden. Man spürt den Drang genau wie Dave, allen Schmutz und Dreck hinter sich zu lassen. Die Mischung aus besinnlichen und actionreichen Szenen ist dem Schriftsteller extrem passend gelungen.

Ein fesselnder Roman, der seinen Autor von der besten Seite zeigt. Unbedingt zu lesen!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2018

  (4)
Tags: burke, hardcore, louisiana, mexiko, rpbicheaux   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

"paris":w=2,"frankreich":w=1,"masson":w=1,"bertin":w=1

Madame Bertin steht früh auf

Julie Masson
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 23.10.2018
ISBN 9783499274718
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ab nach Paris, dachte ich mir und griff bei diesem Buchtitel und seinem Klappentext zu. Für Kriminalromane im „Miss Marple"-Stil gibt es ja schon eine ganze Reihe von Autorinnen und Autoren, z. B. ermittelt in Cornwall „Miss Mabel" (Rebecca Michéle) oder am Niederrhein „Kati Küppers" (Barbara Steuten). Wenn der Verlag also einen Krimi als die „Miss Marple von Paris" ankündigt, dann wird er gewisse Erwartungen bei den Lesern wecken. Und diese werden im vorliegenden Roman erfüllt.

Madame Bertin ist Inhaberin einer Bäckereikette in Paris. Sie hat als Bäckermeisterin höchste Ehren erlangt und darf deshalb den französischen Präsidenten im Elysée-Palast beliefern. Doch nun möchte sie sich zur Ruhe setzen und hat die Geschäftsführung an ihren Neffen abgegeben. Plötzlich sieht sie im Haus gegenüber hinter einer Fensterscheibe eine blutige Hand hinabgleiten. Aufgeregt begibt sie sich dorthin, weil sie einen Unfall vermutet. Doch da ist im Hausflur und an dem Fenster nichts zu entdecken. Ihr Anruf bei der Polizei lässt sie jetzt dumm dastehen. Doch nicht mit Madame Berti!. Sie ist fest davon überzeugt, dass in diesem Haus ein Verbrechen geschehen ist. Schließlich weiß sie doch, was sie gesehen hat. Ihr Counterpart von der Polizei ist da ganz anderer Meinung. Die Verwicklungen machen den Roman immer spannender. Dadurch, dass das Setting schon durch den Lieferantenstatus an die Regierungskreise heranreicht, zeigen die verschiedensten Spuren wunderbar auch in diese Richtung. Zudem gibt es ein zwielichtiges Restaurant, in welchem gepokert wird. Die Pokerrunden sind ebenfalls mit hochrangigen Geschäftsleuten und Politikern besetzt.

Das Pariser Lokalkolorit kommt hervorragend zum Vorschein. Man sieht die Wasserpfützen auf den Gehsteigen, man riecht den warmen Gestank der Metro. Paris-Liebhaber werden einen großen Wiedererkennungswert haben, sehr bildreich wird diese Metropole in die Handlung eingebunden. Ebenso bildreich, aber für mich wesentlich zu detailreich und langatmig, sind die Beschreibungen von Kleinigkeiten des täglichen Bedarfs, z. B. der Inhalt eines Kühlschrankes über mehrere Seiten hätte gerne gekürzt werden können, ohne dass der Handlung des Romans damit Schaden zugefügt worden wäre.

Ein gemütlicher und humorvoller Krimi mit einem besonderen Lokalkolorit, der mir sehr viel Spaß gemacht hat.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2018

  (2)
Tags: bertin, masson, paris   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

22 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

"liebe":w=2,"roman":w=1,"familie":w=1,"erotik":w=1,"ehe":w=1,"leidenschaft":w=1

Das Leuchten in mir

Grégoire Delacourt
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 04.10.2018
ISBN 9783455002737
Genre: Romane

Rezension:

Schlägt man einen Roman von dem französischen Schriftsteller Gregoire Delacourt auf, so entfaltet sich sofort ein Gefühl von ganz besonderer Literatur. Das hat er in der Vergangenheit mehrfach bewiesen und auch die jetzige deutschsprachige Fassung aus dem Hoffmann und Campe Verlag steht dem nicht nach.

Emmanuelle ist fast Vierzig, 18 Jahre davon verheiratet und hat zwei Kinder. Sie erzählt von einer ungewöhnlichen Begegnung. Sie erzählt von einem fremden Mann. Sie versucht, vor ihm zu verbergen, dass sie ihn beobachtet, dennoch sucht sie immer wieder den Ort auf, an dem sie ihn zum ersten Mal traf. Irgendwann begegnen sich ihre Augen, irgendwann lädt er sie zu Essen ein. Sie weiß nicht, wie ihr geschieht. Sie liebt doch ihren Mann, sie liebt ihre Familie. Warum fühlt sie sich zu diesem fremden Mann, der mittlerweile kein Fremder mehr ist, hingezogen? Dann beschließen beide, gemeinsam fortzugehen und ein ganz neues Leben zu beginnen. Doch da passiert das Unfassbare und das Leben bekommt tatsächlich eine Wendung.

Faszinierend an diesem Roman ist seine Montage und der gesamte Stil, auf den der Autor ein besonderes Augenmerk gelegt hat. Die Geschichte von Emma wird zunächst in drei Teilen erzählt, wobei die Kapitelzählung im ersten Teil rückwärts verläuft bis zu dem Zeitpunkt, der einen Wendepunkt im Leben der Protagonistin darstellt. Ab dann wird vorwärts gezählt. Die Kapitel enthalten manchmal nur einen oder zwei Sätze, die mit Metaphern oder Zitaten gefüllt sind. Der Geschichte "Die Ziege des Monsieur Segiun" von Alphonse Daudet kommt dabei eine besondere Rolle zu. Sie ist im Anschluss des Romans deshalb noch mal komplett abgedruckt. Die Perspektive aus der Sicht der Protagonisten schafft eine ganz besondere Nähe zum Leser. Man hat das Gefühl, Emmanuelle mindestens genauso gut zu kennen wie das ihre Freundin Sophie tut. Jeder der drei Teile vermittelt einen eigenen Spannungsbogen durch einen anders gearteten Konflikt, dessen Lösung man unbedingt erfahren möchte.

Ein dramatischer und hinreißender Liebesroman, der nicht nur durch seine Erzählweise sondern auch durch seine Tiefe besticht.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

"crime":w=1,"parker":w=1,"spenser":w=1

Raues Wetter

Robert B. Parker
Flexibler Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Pendragon, 29.08.2018
ISBN 9783865326225
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nun habe ich meinen ersten Spenser-Roman, jedoch nicht meinen ersten Parker-Roman gelesen. Ich muss sagen, er enttäuscht nicht. Im Gegenteil, er macht Lust auf mehr. Im Mittelpunkt dieser Krimireihe steht der Privatdetektiv Spenser, der in der gleichnamigen 80er-Jahre-TV-Serie von Robert Urich gespielt wird.

Im vorliegenden Roman wird Spenser von einer High Society Lady angeheuert, um bei der Hochzeit ihrer Tochter als Mann an ihrer Seite aufzutreten. Sie selbst war dreimal verheiratet, jeweils mit Millionären, denen sie das Geld aus der Tasche gezogen hat. Die Hochzeit findet auf einer Insel, dem Anwesen ihres dritten Ex-Mannes, statt. Irgendwie hat Spenser kein gutes Gefühl bei diesem Auftrag. Einfach nur als männlicher Begleiter auftreten? Völlig ungewohnt für ihn. Rätselhaft wird es dann aber, als einer seiner Erzfeinde, der Graue Mann, der die Verbrecherszene an der Ostküste beherrscht, ebenfalls als Gast auftaucht. Aber es dauert nicht lange, und es werden tote Wachleute aufgefunden. Zudem wird der frische Schwiegersohn der Lady erschossen und der Graue Mann verschwindet mit der Braut in seinem Hubschrauber. Das war offenbar eine sehr kurze Ehe, die vielleicht gerade mal für eine Erbschaft standhält? Spenser ist neugierig und beginnt zu ermitteln.

Es muss Gründe geben warum die Romane von Parker in TV-Serien verwandelt wurden („Spenser", „Jesse Stone"). Wahrscheinlich weil sie einfach spannend, amüsant und gut sind. Er lässt seine Figuren in sämtlichen Milieus ermitteln und gibt ausreichend privaten Spielraum. Spenser hat immer einen kessen Spruch auf den Lippen. Voller Ironie und Sarkasmus interviewt er die Leute, die er mit Verbrechen in Verbindung bringt. Mit einem spitzbübischen Hintergedanken unterhält er sich aber mit seinen Freunden und Bekannten. Dialoge sind generell die Besonderheit und Stärke in den Parker-Romanen, so auch in diesem. Wenig Erzählstränge, umso mehr wörtliche Rede. Außerdem ist sich Robert B. Parker nicht zu schade für ein gelegentliches Crossover seiner Reihen. So haben seine beiden Protagonisten Jesse Stone und Spenser jede Menge gemeinsame Bekannte.

Ein Roman, mit dem man sich entspannt in den Sessel lehnen und in eine andere Welt abtauchen kann.


© Detlef Knut, Düsseldorf 2018

  (1)
Tags: crime, parker, spenser   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

"thriller":w=2,"freundschaft":w=1,"ermittlungen":w=1,"schuld":w=1,"gesellschaftskritik":w=1,"rätselhaft":w=1,"flüchtling":w=1,"krebserkrankung":w=1,"emotional bewegend":w=1,"chuld":w=1,"todbringende krankheit":w=1

Bad Friends - Was habt ihr getan?

Gilly Macmillan , Maria Hochsieder
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.07.2018
ISBN 9783426522585
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Erneut ein Thriller, der auf den britischen Inseln spielt. Abdi, Sohn somalischer Einwanderer, und Noah, Sohn eines britischen Kriegsfotografen und dessen Frau, sind beste Freunde. Die beiden Fünfzehnjährigen machen vieles gemeinsam. Doch dann werden sie auf einem Schrottplatz am Rande des Meeres gesehen. Sie stehen dicht beieinander auf dem Rand des befestigten Hafenbeckens. Noahs Atem geht schwer und er fleht seinen Freund Abdi wegen eines Gefallens an. Doch der geht auf Noahs Wunsch nicht ein. Im Gegenteil: Er will ihn davon abhalten, etwas Unüberlegtes zu tun. Dann ist Noah plötzlich verschwunden. Die Ermittlungen von Jim Clemo und seinem Team stecken fest. Abdi hat einen Schock erlitten und hat seitdem Schrottplatz kein Wort mehr gesprochen.

Unheimlich geschickt führt MacMillan ihre Leser an der Nase herum. Jede Handlung von Seite zu Seite scheint so plausibel zu sein, so selbstverständlich, dass man unwillkürlich denkt: Warum hat der Roman denn noch so viele Seiten? Es ist doch alles klar.

Doch diese Meinung muss man mehrmals revidieren und erst am Schluss wird klar, was tatsächlich geschehen ist. Dabei erfährt der Leser kaum mehr als Detective Inspector Jim Clemo. Durch die Verschachtelung der Handlung ist er dem maximal wenige Stunden voraus mit seinem Wissen.

Was die Privatsphäre des Ermittlers angeht, hält sich die Autorin ziemlich bedeckt. Zwar gibt es eine Schwester, deren Handlungsstrang tatsächlich rein privat ist, aber schon Clemos Psychotherapie, mit der der Roman startet, und seine Ex-Polizeipartnerin, die jetzt Kriminalreporterin ist, haben etwas mit den Ermittlungen um das Verschwinden Noahs zu tun. Gerade Clemos jüngste Vergangenheit führte dazu, dass er nach seinen letzten Fall zunächst wieder ganz sanft mit einem „Vermisstenfall" im Job einsteigen sollte. Dass das anders kommt, war ja auch für seine Chefin nicht absehbar, sondern nur für die Autorin Gilly MacMillan.

Spannung pur mit brisanten gesellschaftlichen Hintergrund. Top Empfehlung von mir.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2018

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

"thriller":w=1,"sabine klewe":w=1,"klewe":w=1,"nachtjäger":w=1,"karen sander":w=1

Der Nachtjäger

Sabine Klewe
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442487318
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dieser Thriller hat es in sich und er hat mir besonders viel Spannung und Spaß gemacht. Nicht nur, weil viele Teile bei mir in unmittelbarer Nachbarschaft spielen.

Sabine Klewe, die auch unter dem Pseudonym Karen Sander schreibt, stellt mit diesem Roman einen neuen Privatdetektiv Linus Roth vor. Er ist ehemaliger Polizist und lebt auf einem Hausboot im Düsseldorfer Hafen. Nachdem er für einen Auftrag einen Einbrecher bei einem Kunstraub observierte, bekommt er den Auftrag, den Journalisten Bodo Stein ausfindig zu machen. Stein recherchierte in einem Vermisstenfall, der zwanzig Jahre zurückliegt. Die Leiche des damals gesuchten Jungen wurde nun gefunden. Doch für Linus Roth wird es von jetzt an ungemütlich: An der Leiche des Jungen wurde die DNA von Roth gefunden und Roth war der letzte, der Stein lebend gesehen hat. Die Kripo steht in Form eines Ex-Kollegen vor seiner Tür.

Die Spannung wurde von der Autorin konsequent nach oben geschraubt. Dabei wurden nicht gerade falsche Spuren gelegt, sondern es passierte immer irgendetwas, mit dem man als Leser nicht gerechnet hatte. Linus Roth ist auf der Flucht und versucht gleichzeitig zu ermitteln. Er flieht er nicht nur vor der Polizei, sondern auch vor den ihn jagenden Verbrechern. Hilfe bekommt er von alten und neuen Freunden.

Die Handlung spielt an Schauplätzen in Düsseldorf und in der Eifel. Ich habe mehrere Romane von ihr bereits gelesen und lasse mich deshalb dazu hinreißen, zu sagen, dass dies ihr bester ist. Chapeau!

(Lediglich bei der Covergestaltung hätte ich mir seitens des Verlages mehr Sorgfalt gewünscht. Ein Rheinschiff, welches am Ufer von Oberkassel strandet, hätte nicht unbedingt darauf montiert werden müssen.)

Top-Empfehlung mit Bestnote. Sympathische Protagonisten, von denen man unbedingt mehr erfahren möchte.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2018

  (3)
Tags: karen sander, klewe, nachtjäger, sabine klewe   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

"michael connelly":w=1,"harry bosch":w=1

Die Verlorene

Michael Connelly , Sepp Leeb
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Droemer, 20.08.2018
ISBN 9783426281925
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Neu erschienen ist die deutsche Fassung des vorliegenden (21.) Harry-Bosch-Romans. Ich genieße wieder das Gefühl von Sanftheit und Entspanntsein bei diesem mitreißenden Krimi. Connelly fängt mich immer wieder mit seinem Schreibstil ein.

Hieronymus (Harry) Bosch, ehemals Detective beim LAPD, jetzt im Ruhestand als Privatermittler und in Teilzeit beim San Fernando Police Department tätig. Privat ermittelt er einen Auftrag von einem der reichsten Männer Amerikas. Seine Cold Cases beim SFPD muss er auch liegen lassen, denn ein Serienvergewaltiger geht in San Fernando Valley um, bei dem Bosch wegen seinen Erfahrungen hinzugezogen wird. Zwischen diesen Fällen versucht er, sein Privatleben mit seiner Tochter auf die Reihe zu bringen.

Ich weiß nicht, wie der Schriftsteller Connelly ist schafft, zwischen all den zahlreichen Informationen, trotz Schießereien und Hetzjagten eine Atmosphäre aufzubauen, die beinahe besinnlich wirkt. Ich komme mir beim Lesen vor, als wäre ich am Flughafen LAX in ein Mietauto gestiegen und cruise bei Tempo 50 bis nach Hollywood. Zurückgelehnt und entspannt. Dabei lasse ich die Informationen über den Vietnamkrieg, die Strukturen und Arbeitsweisen der Polizeikräfte, die Stadtpläne und Stadtviertel von LA und umliegenden Counties auf mich einwirken. Die Sonne bahnt sich langsam durch die diesige Luft ihren Weg. Bosch zofft sich mit Vorgesetzten oder anderen Leuten, er isst und trinkt mit Kolleginnen und Kollegen. Man spürt seinen Drang, nicht zum Abstellgleis zugehören. Bosch ist ein sehr erfahrener Ermittler. Meist bleibt er ruhig und entspannt bei seiner Arbeit, obwohl er auch mal kräftig ausrasten kann. Aber diese Gelassenheit des Profis geht beim Lesen auf den Leser über. Zumindest bei mir ist das so.

Eigentlich werden in diesem Krimi zwei unterschiedliche Fälle gelöst. Jeder für sich in separaten Strängen, die sich gelegentlich überschneiden. Im Kopf der Leser und bei Bosch sind beide Fälle präsent. Und Bosch bekommt als Protagonist die zusätzliche Aufgabe, die Ermittlungen in beiden Fällen zu organisieren, weil er von unterschiedlichsten Seiten ins Visier genommen wird. Der Knaller ist aber das Ende des Romans. Obwohl komplett plausibel und bei genauem Nachdenken eigentlich nicht unerwartet, präsentiert der Autor am Ende eine völlig überraschende Auflösung. Beste Spannung, ausgestattet mit reichlich Lokalkolorit a la Westcoastsound. Sehr zu empfehlen!

© Detlef Knut, Düsseldorf 2018

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(24)

44 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

"historischer roman":w=1,"familiengeschichte":w=1,"familiensaga":w=1,"erster weltkrieg":w=1,"1. weltkrieg":w=1,"schwindel":w=1,"gutshof":w=1,"altes land":w=1,"jary":w=1,"micaela jary":w=1,"von_doodoo":w=1

Der Gutshof im Alten Land

Micaela Jary
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442485963
Genre: Historische Romane

Rezension:

Dieser Roman hat mich in meine Kindheit mit den Erzählungen meiner Großmutter zurückkatapultiert. Meine Großmutter war als junges Mädchen auf einem Gutshof im Alten Land. Als Kindermädchen kümmerte sie sich um die Kinder der Herrschaften. Dieser Umstand sorgte für ein besonderes Gefühl beim Lesen.

Der Erste Weltkrieg ist gerade zu Ende. Viele Familien haben ihre Söhne und Väter verloren. So auch derer von Voss. Beide Söhne werden vermisst. Das Familienoberhaupt liegt im Sterben. Die Tochter Finja kümmert sich um den Hof, während ihre Mutter am Krankenbett sitzt. Finja fühlt sich in der Lage, den Hof zu führen, wenn da nicht ihr Cousin Roland wäre, der als männlicher Nachkomme im Familienstamm den Hof erben soll. Das gefällt allerdings keinem, nicht der von-Voss-Familie, und nicht deren Angestellten, denn Roland wird als Windhund gesehen. Da taucht plötzlich jemand auf und wirbelt die sich nach dem Krieg langsam wieder einspielenden Verhältnisse mächtig durcheinander.

Micaela Jary nimmt uns in diesem Roman mit auf eine Zeitreise an einem wunderschönen Ort. Sie hat ein Figurenensemble geschaffen, bei dem jede Figur auf Interesse beim Leser trifft. Vielen von ihnen begegnet man mit Sympathie, aber nicht nur. Das Zusammenspiel von alteingesessenen Menschen und Fremden im Alten Land weist auch auf die momentanen Verhältnisse in der Gesellschaft hin. Mit viel Liebe zum Detail beschreibt sie dieses diesen Landstrich in Norddeutschland und lässt uns darin heimisch werden. Gelungen fand ich die Verwendung des plattdeutschen Dialektes, der so smart vorgenommen wurde, dass er selbst für einen Bayer verständlich sein sollte. So wäre der Satz „Die jungen Lüüd heutzutage nun wieder." In seiner vollen Version „De jungen Lüud hüttodag nu wedder." Wäre er für so manchen Leser nicht ganz so verständlich gewesen. Ich fand den sanften Einsatz des Dialektes sehr passend.

Ein überraschendes und versöhnendes Ende sorgt schließlich dafür, dass man das Buch mit einem zufriedenen Lächeln aus der Hand legt. Eine Familiensaga, der man ruhigen Gewissens die beste Note geben kann.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2018

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(29)

67 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

"seuche":w=3,"liebe":w=2,"vertrauen":w=2,"lana":w=2,"schattenmond":w=2,"freundschaft":w=1,"fantasy":w=1,"spannung":w=1,"tod":w=1,"magie":w=1,"kampf":w=1,"gewalt":w=1,"new york":w=1,"hoffnung":w=1,"krankheit":w=1

Schattenmond

Nora Roberts , Heinz Tophinke
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.08.2018
ISBN 9783453422506
Genre: Liebesromane

Rezension:

Der Roman ist der Auftakt der Schatten-Trilogie. Die nächsten beiden Teile sollen im jeweils August in den nächsten beiden Jahren erscheinen. Es handelt sich um einen Mystery-Thriller. Ihn als Fantasy-Roman zu bezeichnen, wäre mir zu weit hergeholt, spielt doch alles im Hier und Jetzt, in keiner neu erschaffenen Welt. Aber mystisch sind große Teile von ihm. Fans von Fernsehserien können sich etwas vorstellen, wenn sie The Walking Dead oder The Cossing kennen. Mit ersterer ist der Roman am ehesten vergleichbar, wenn es auch keine Zombies gibt.

Auf der Welt ist ein unbezwingbarer Virus ausgebrochen. Innerhalb weniger Tage und Wochen wird fast die gesamte Menschheit ausgelöscht. Doch die Köchin Lana und der Schriftsteller Max scheinen immun zu sein, wie einige andere auch. Gemeinsam fliehen sie aus der Großstadt New York und schließen sich einer Gemeinschaft namens New Hope an, die von weiteren Immunen gebildet wurde. Doch die Gefahr rückt immer näher. Plündererbanden gehen rücksichtslos vor und schrecken nicht vor Mord und Totschlag zurück. Lana trägt ein Kind in sich, von dem behauptet wird, dass es die „Auserwählte" ist, die das Gleichgewicht auf der Welt wiederherstellen kann. Dieser Umstand bringt Lana jedoch in besondere Gefahr. Aber sie kämpft wie eine Löwin, um sich und Ihr Kind zu retten.

Zugegeben, ich kenne andere Romane von Nora Roberts und hatte deshalb etwas anderes erwartet. Aber dieser Roman hat mich sehr positiv überrascht. Mehrfach wurde ich an The Walking Dead und den Marsch der Serienhelden auf der Suche nach guten Menschen erinnert. Das machte diesen Roman sehr reizvoll für mich und ich finde es schade, dass die anderen beiden Bände erst in den nächsten Jahren erscheinen werden. Denn ich möchte schon ganz gerne wissen, wie es weiter geht. Nicht nur mit den mit der Protagonistin, sondern auch mit dem Leben auf der Erde.

Die Geschichte ist flüssig und spannend geschrieben. Sie wurde in mehrere parallele Stränge unterteilt, die kontinuierlich auf ein gemeinsames Ende zustreben. Abgesehen vom ersten, überraschenden mystischen Element ist auch danach alles mystische plausibel eingefügt.

Für mich gestaltete sich dieser Roman zum Pageturner.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2018

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(78)

137 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

"thriller":w=6,"freundschaft":w=4,"vergangenheit":w=4,"geheimnisse":w=4,"claire douglas":w=3,"krimi":w=2,"spannung":w=2,"england":w=2,"freunde":w=2,"lügen":w=2,"psychothriller":w=2,"roman":w=1,"spannend":w=1,"vertrauen":w=1,"meer":w=1

Missing - Niemand sagt die ganze Wahrheit

Claire Douglas , Ivana Marinovic
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Penguin, 11.06.2018
ISBN 9783328101697
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei diesem Psychothriller, der an Englands Küste spielt, stellt man sich ständig die Frage: Wer treibt hier mit wem sein perfides Spiel?

Vor etwa 17 Jahren ist Sophie spurlos verschwunden. Sie und ihre Freunde hatten gerade mal das Teenagealter hinter sich gelassen, waren mit ihren Jobs in die Welt hinaus und hatten ihren kleinen Küstenort verlassen. Nun wurde die Leiche von Sophie an die Küste gespült. Francesca, ihre beste Freundin damals, erhält einen Anruf von Sophies Bruder Daniel. Er bittet sie, in den Heimatort zu kommen und mit ihm zusammen die Umstände aufzuklären, warum Sophie damals verschwunden und offenbar ums Leben gekommen war. Franks, wie die Freundin auch genannt wird, will erst nicht, gibt dann aber nach. Ihre Hotels in London lässt sie von einem engen Mitarbeiter betreuen. Für vier bis fünf Tage sollte es schon gehen. Doch sie ahnt nicht, was die Reise in ihre Heimatstadt, und damit in die Vergangenheit, für Gefahren mit sich bringt, welche Fakten plötzlich an die Oberfläche gespült werden.

Immer wieder wird man als Leser in die Irre geführt und erfährt plötzlich Wendungen, die man so nicht erwartet hatte. Erzählt wird die Geschichte aus zwei Perspektiven. Da ist zunächst die Sichtweise von Franks, die in der Gegenwart handelt und das Geschehen nach dem Fund der Leiche beleuchtet. Die zweite Sichtweise ist eine Rückblende etwa 17 Jahre zuvor. Dort erzählt Sophie in ihrem Tagebuch, was einige Wochen vor ihrem Verschwinden geschah. Auch Sophies Perspektive wird wegen des Tagebuchs grammatikalisch im Präsens geschildert. Beide Freundinnen tragen zu dem Zeitpunkt ein dunkles Geheimnis in sich. Und aus Franks heutiger Sicht hat das dunkle Geheimnis vielleicht auch etwas mit Sophies Tod zu tun. Obwohl davon eigentlich kein anderer wissen konnte. Die beiden Perspektiven sind abwechselnd angeordnet, so dass der Leser immer wieder dem Geschehen etwas voraus ist in seinen Vermutungen.

Eine gut gestrickte Story, die aber etwas langatmig erzählt wurde. Viele Details sind ausschweifend und verzögern das Umblättern der Seiten. Nichtsdestotrotz überrascht der Roman mit einem knalligen Ende und einer wiederkehrenden Spannung.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2018

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

"am anfang die schuld":w=1,"thriller":w=1,"schottland":w=1,"james oswald":w=1

Am Anfang die Schuld

James Oswald , Conny Lösch
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.04.2018
ISBN 9783442485598
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In diesem soliden Schottland-Thriller beginnt es fast harmlos. Den Mitgliedern der Sexual Crime Unit (SCU, deutsch umgangssprachlich Sitte) wurde ein Tipp zu einem Bordell gegeben. Sie machen eine Razzia. Doch was müssen sie feststellen? Es ist kein Bordell, sie stören eine private Party. Das ist mehr als peinlich. Tony McLean möchte herausfinden, wer den Tipp gegeben hatte und warum seine Einheit in eine Falle gelockt wurde. Doch seine Chefs wollen, dass er die Sache so schnell wie möglich abschließt und alles zu den Akten legt. Ihnen kann das Unter-den-Teppich-kehren gar nicht schnell genug gehen.

Die Story dieses Romans ist gut gebaut. Neben der Haupthandlung um die Ermittlungen der Polizei gibt es in kurzen Kapiteln den Blick auf zwei Täter, die aus nicht erkennbarer Ursache auf einer Mordsreise sind. Daneben nimmt das Privatleben des Protagonisten einen nicht gerade kleinen Teil ein und auch in diesem Part kann sich der Leser auf eine Überraschung freuen. Wie auch in vielen anderen Krimis und Thrillern wird die Arbeit der Ermittler von den unfähigen Kollegen und Vorgesetzten bombardiert. Hier ergibt sich stets die Frage, wann dem Protagonisten endlich der Kragen platzt. Es bleibt spannend. Und schließlich gibt es offenbar einen Zusammenhang der aktuellen Morde mit welchen aus der Vergangenheit. Obwohl eine neu gegründete cold cases Einheit wohl eher dafür geschaffen wurde, um die alten Fälle weiterhin ruhen zu lassen, scheint keiner mit der Verquickung in der Gegenwart gerechnet zu haben.

Ein Roman, der Überraschungen bereithält und bis zum Schluss spannend bleibt. Und doch hat er Passagen, die nicht glaubwürdig sind. Das hat mich am ehesten gestört. Um nicht zu spoilern, werde ich an dieser Stelle nicht zu viel erzählen. Aber das jemand, der ein Messer in der Brust hat, dieses herauszieht und den Spieß umdreht, erscheint abwegig. Ebenso die Methode, wie gemordet wird und das eine Zeugin den Protagonisten beinahe vergewaltigt. 

Sehr angenehm hingegen sind dann wieder die privaten Passagen mit Tonys Katze namens Mrs McCatcheons Katze. Ich spüre sie heute noch um meine Beine schnurren.

Ein guter Thriller, der noch mehr Potenzial hätte, wenn die oben genannten Passagen glaubwürdiger wären. Gut unterhalten hat er mich alle mal.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2018

  (3)
Tags: schottland, thriller   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(18)

25 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

Blauer Montag

Nicci French , Birgit Moosmüller
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Penguin, 09.07.2018
ISBN 9783328102458
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dieser Roman ist der erste aus einer neuen Reihe um die Psychiaterin Dr. Frieda Klein. In erster Linie geht es um vermisste Kinder, eine Konstellation, die bei britischen Autoren keine Seltenheit darstellt. Der Prolog schildert das Verschwinden der kleinen Joanna Vines. Ihre neunjährige Schwester sollte damals auf die Fünfjährige aufpassen. Doch zwanzig Jahre später verschwindet der kleine Matthew Faraday. Für die Polizei kein Anlass, hier einen Zusammenhang zu dem alten Fall zu vermuten. Nur Frieda Klein, die mehr zufällig einen neuen Patienten betreut, der ihr von seinen Träumen berichtet, bekommt ein komisches Bauchgefühl. Eigentlich darf sie nicht und soll sie nicht ermitteln, doch ihre eigene Neugier treibt sie an, ihren Gefühlen auf den Grund zu gehen.

Die Grundstory ist spannend, doch die Geduld der Leser wird arg strapaziert. Es passiert zu viel im privaten Umfeld der Protagonistin, was absolut gar nichts mit der Handlung zu tun hat. Es tauchen Kollegen, Liebhaber, Handwerker, Verwandte auf. Ihre Zahl ist schier unendlich. Doch wer soll sie sich merken, wenn sie nichts mit dem Kriminalfall zu tun haben? Die privaten Teile sind auch keine parallelen Stränge, sie führen nicht auf falsche Fährten. Sie halten den Leser zwar auf, den Kriminalfall zu verfolgen, aber in die Irre leiten sie ihn nicht.

Der tatsächliche Kriminalfall um die vermissten Kinder hingegen ist ein Strang, bei dem der Leser mit Überraschungen rechnen kann. Es geht zwar schnurgerade aus und manchmal meint man, den Täter bereits zu kennen. Aber man sollte bis zum Ende durchhalten.

Der Roman ist nicht der große Wurf, vielleicht waren meine Erwartungen auch zu hoch, aber er kann trotzdem gut unterhalten und hält für England-Fans Londoner Lokalkolorit bereit.


© Detlef Knut, Düsseldorf 2018

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(25)

36 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

"krimi":w=4,"politik":w=2,"ministermord":w=2,"dorf":w=1,"machtkampf":w=1,"hannover":w=1,"lokalkolorit":w=1,"politi":w=1,"niedersachsen":w=1,"dorfpolizist":w=1,"sprachgewandt und spannend geschrieben":w=1,"cloppenburg":w=1,"kriminalinski":w=1,"humor-krimi":w=1,"hendrik pommes willen":w=1

Ministermord

Kriminalinski
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 19.10.2017
ISBN 9783958131132
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

"krimi":w=2,"gift":w=2,"verlag: edition oberkassel":w=2,"liebe":w=1,"drama":w=1

Der Tod im Flakon

Sibyl Quinke
Flexibler Einband: 230 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 17.08.2017
ISBN 9783958131040
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(37)

45 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

autorin, bad münstereifel, detektiv, eifel, erpressung, karriere, kinder, krimi, kriminalgeschicht, lesereise, lesereise in den tod, liebe, mona de la mare, mord, privatermittler

Lesereise in den Tod

Jürgen Schmidt
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 19.01.2017
ISBN 9783958130807
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Forsyte Saga

John Galsworthy , Johanna Bönisch
Fester Einband: 470 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 01.06.2018
ISBN 9783958131224
Genre: Klassiker

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

"krimi":w=1,"pubertät":w=1,"friedhof":w=1,"kindheitserinnerungen":w=1,"ich-erzähler":w=1,"rückblick":w=1,"empathie":w=1,"schmetterlinge":w=1,"obdachloser":w=1,"renovierung":w=1,"fingerabdrücke":w=1,"verlag: edition oberkassel":w=1,"allerheiligen":w=1,"krimi aus essen":w=1,"kölner dialekt":w=1

Gang zum Friedhof

Klaus Heimann
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 18.01.2018
ISBN 9783958131262
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Kellerasseln

Carmen Mayer
Flexibler Einband: 250 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 16.11.2017
ISBN 9783958131156
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Wanda

Karl May
Flexibler Einband: 250 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 01.12.2018
ISBN 9783958131583
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

michele

Der Weg der verlorenen Träume

Rebecca Michéle
E-Buch Text: 500 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 06.04.2018
ISBN 9783958131354
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

"2. weltkrieg":w=1,"starke frauen":w=1,"masuren":w=1

Der Weg der verlorenen Träume

Rebecca Michéle
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 17.05.2018
ISBN 9783958131347
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(12)

15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

"krimi":w=1,"ruhrpott":w=1,"verlag: edition oberkassel":w=1,"krimi aus essen":w=1

Mord eines Anderen

Klaus Heimann
Flexibler Einband: 250 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 15.11.2018
ISBN 9783958131545
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 
316 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.