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33 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

datenschutz, gentechnik, digitalisierung, dystopie, zeitgeschehen

QualityLand

Marc-Uwe Kling
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2017
ISBN 9783550050152
Genre: Romane

Rezension:

In einer für ihn typischen Weise malt Marc-Uwe Kling das Bild einer neuen Welt mit Onlineshops, die – bewusste und unbewusste – Wünsche erfüllen, selbstfahrenden Autos, intelligenten Suchmaschinen. Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. QualityPartner weiß, wer am besten zu dir passt. Fast unvorstellbar, einen Partner offline zu finden.
Aber als Peter Arbeitsloser einen Artikel erhält, den er nicht will, beschleicht das Gefühl, dass diese Welt vielleicht doch nicht so toll ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Zwar muss man keine schwierigen Entscheidungen mehr treffen; das erledigen die Maschinen. Aber hat man denn überhaupt noch eine Wahl oder ist das der Algorithmus, bei dem man mit muss?

Das Buch darf man nicht allzu ernst nehmen. Der eine oder andere Seitenhieb gegen bestehende Verhältnisse ist allerdings unverkennbar. Eingestreut in die Erzählung findet man Artikel, Anzeigen, Reklamen und bekommt ein ganz gutes Bild von QualityLand und den dortigen Verhältnissen.
Ich habe mich beim Lesen hervorragend amüsiert; gleichzeitig hat das Buch zum Nachdenken angeregt. Es ist kurzweilig und abwechslungsreich und auch der Held der Geschichte verdient diesen Namen. Seine Entwicklung zu erleben, wirkte geradezu ermutigend auf mich.
Beim Lesen habe ich mich allerdings auch gefragt, was Marc-Uwe Kling um Himmels Willen gegen Jennifer Aniston hat. ;o)

Eine wirklich kurzweilige Geschichte, die sich durchaus mit der Känguru-Trilogie messen kann.

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(70)

110 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 59 Rezensionen

jugendbuch, alina bronsky, berlin, selbstfindun, buch

Und du kommst auch drin vor

Alina Bronsky
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.09.2017
ISBN 9783423761819
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kim Josephine staunt nicht schlecht, als sie im Rahmen einer Lesung mit einem Buch in Berührung kommt, das aus ihrem Leben erzählt. Zumindest ist Kim fest davon überzeugt. Eine beunruhigende Vorstellung.
Kim verschlingt es regelrecht. Klar, nicht alle Details sind korrekt, aber wer will stört sich denn an Kleinigkeiten… oder weiß die Autorin mehr?

Mit dem Finale des Buchs kann sich Kim allerdings nicht anfreunden, weswegen sie mit ihrer besten Freundin Petrowna der Autorin nachstellt.

Eine skurrile Geschichte, die sich um Kim Josephine und insbesondere um Petrowna dreht. Kims Charakter hatte ich zu Beginn ganz anders eingeschätzt. Besonders ans Herz gewachsen ist sie mir im Laufe der Geschichte nicht. Im Gegensatz zu Petrowna. Auch sie ist nicht unbedingt charmant, dafür aber willensstark und durchsetzungsfähig.

Des Rätsels Lösung ist allerding wesentlich simpler, als der Einstieg vermuten lässt und lässt Kim nicht gerade in einem guten Licht erscheinen. Die Straftaten, die die Protagonistinnen begehen, sind außerdem bedenklich und nicht zum Nachmachen empfohlen. (Stalking ist kein Kavaliersdelikt!)

Die Geschichte ist kurz, was das Buch für junge Leser sicher interessant macht. Darunter hat die Geschichte nicht gelitten; besonders beeindruckt war ich allerdings auch nicht.

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(44)

53 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

roman, familie, kinder, anne b. ragde, anne b. ragd

Sonntags in Trondheim

Anne B. Ragde , Gabriele Haefs
Flexibler Einband
Erschienen bei btb, 14.08.2017
ISBN 9783442757374
Genre: Romane

Rezension:

Die Neshovs haben sich auseinandergelebt.
„Der Alte“ ist glücklich, dem Hof für immer den Rücken kehren zu können. Margido führ ein erfolgreiches Unternehmen in der Gegend. Er ist der einzige, der Kontakt zu dem Alten hält. Erlend, der sich für einen Lebensstil entschieden hat, der bei seiner Familie auf wenig Gegenliebe stößt, lebt mit seinem Lebenspartner/Ehemann und zwischenzeitlich auf Kindern in Kopenhagen. Und Torunn, die unehelich Tochter von Margidos und Erlends verstorbenen weiteren Bruder Tor, zieht es vor, in Oslo zu leben. Kontakt haben sie untereinander wenig.
Doch Torunn ist mit nunmehr 40 Jahren ihre Situation leid: zwar nicht mittellos, dafür aber kinderlos, ohne Arbeit und mit einem untreuen Lebensgefährten. Die Großstadt hat sie satt. Und sosie beschließt, zurück nach Neshov zu gehen.

Im Groben ist das die Geschichte des Buchs, rundherum wird über die einzelnen Familienmitglieder zwar viel erzählt, aber eigentlich nichts gesagt. Viel Belangloses erfährt man über Erlend, was für die Handlung völlig nebensächlich ist.
Anna, das einstige Familienoberhaupt, die als eine Art Tyrannin dargestellt wird, wird zwar immer wieder erwähnt, aber über ihr Wesen, was sie schließlich so unsympatisch gemacht hat, schweigt sich die Geschichte aus. Was einst vorgefallen ist, darf – oder muss – sich der Leser anhand vager Andeutungen und mithilfe der im Einband dargestellten Übersichten zusammenreimen. Was sich irgendwann zwischen den Brüdern zugetragen hat, warum der Alte sich mit Händen und Füßen gegen einen Besuch auf dem alten Familiensitz so wehrt… dazu wird im Buch ebenfalls nichts gesagt.

An sich eine nette Familiengeschichte, über das Wesentliche erfährt man aber nichts. Ich hatte insoweit auf viel mehr gehofft.

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(58)

95 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

herzinfarkt, familie, new york, adoption, stress

Manchmal musst du einfach leben

Gayle Forman , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 19.07.2017
ISBN 9783810525291
Genre: Romane

Rezension:

Maribeth ist 44 Jahre alt, hat einen Vollzeitjob und ist darüber Mutter von Zwillingen. Vor lauter Stress bemerkt sie gar nicht, dass sie einen Herzinfarkt erleidet. Sie schiebt die Symtome zunächst auf das fettige chinesische Essen, das sie wenige Stunden zuvor zu sich genommen hat. Selbst in der Notaufnahme des Krankenhauses hat sie es eilig, ihren alltäglichen Aufgaben wieder nachzukommen.

Sie ist dem Tod noch einmal von der Schippe gesprungen. Die Sorgen bleiben aber. Besonders ihre genetische Veranlagung zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen gibt ihr zu denken. Ihre Mutter kann ihr hierüber keine Auskunft erteilen, denn Maribeth wurde adoptiert. Bislang hatte sie sich wenig für ihre Herkunft interessiert, aber mittlerweile liegt die Sache anderes.

Hinzu kommt, dass ihr Mann und ihre Mutter, die ihr während ihrer Genesung helfend zur Seite stehen soll, sie wenig unterstützen - ob es sich dabei um Maribeths subjektive Einschätzung handelt oder nicht, sei dahingestellt. Maribeth verschwindet kurzerhand...

Eine Geschichte, die ich mir so tatsächlich vorstellen kann.

Der Leser tappt zunächst ein wenig im Dunkeln, was Maribeth bewegt haben kann, ihre kleinen Kinder und ihren Mann so übereilt zu verlassen. Doch so einfach, wie meine Zusammenfassung es erscheinen lassen vermag, ist die Angelegenheit nicht. Mir kam ihr Handeln zunächst befremdlich und übereilt vor. Maribeths Intentionen stellen sich im Laufe der Geschichte allerdings als vielschichtiger heraus, als man anfangs vermuten mag.

Außerdem nimmt die Geschichte eine Wendung und ab einem bestimmten Punkt wusste ich gar nicht mehr, welchen Ausgang ich mir für Maribeth wünsche. Also habe ich auf das Beste für sie gehofft.

Eine wunderschöne Geschichte, von der ich mir gewünscht habe, das sie nie endet.

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(68)

106 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 66 Rezensionen

liebe, skandal, intrigen, kleinstadt, familie

June

Miranda Beverly-Whittemore , Anke Caroline Burger
Flexibler Einband: 555 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 08.05.2017
ISBN 9783458362739
Genre: Romane

Rezension:

Ein Städtchen ist in heller Aufregung: Hollywood kommt nach St. Jude. Die Stadt soll als Kulisse für „Erie Canal“ herhalten. Viele Bewohner erhoffen sich eine Komparsenrolle in dem Film. Große Hollywoodstars halten sich in St. Jude auf. Fast jeder möchte ein bisschen Glamour verspüren. Nur eine lässt das völlig kalt: June steht kurz vor ihrer Hochzeit. Arthur Danvers ist der Glückliche. Ihre beste Freundin Lindie zweifelt allerdings an seinen Absichten und ist davon überzeugt, dass June nur mal wieder die Erwartungen anderer erfüllen will. Deswegen sorgt sie dafür, dass June Jack Montgomery kennenlernt...
60 Jahre später steckt Cassie in einer tiefen Lebenskrise. Sie flüchtet von New York nach St. Jude. Ihr Leben ist ziemlich aus der Bahn geraten: Erst verstirbt June und hinterlässt ihr Two Oaks und ihre (wenigen) Ersparnisse. Und dann  und wird sie auch noch testamentarisch durch Jack Montgomery bedacht...

Ein interessanter Ansatz. Die Geschichte wäre denkbar, wäre da nicht das alte Haus, Two Oaks, das June Zeit ihres Lebens bewohnt hat und in das Cassie, ihre Enkelin, sich nun flüchtet. Denn das Haus träumt und „schenkt“ diese Träume seinen Bewohnern.

Die Kost ist allerdings nicht ganz so leicht: Das Buch spielt in zwei Zeitebenen, und zwar 1955 und 2015. Dabei träumt Cassie zu einen großen Teil Junes Geschichte. Anderes muss sie mühsam recherchieren. Die steckt allerdings mit ihren 25 Jahren in einer tiefen Lebenskrise und die Umstände die dazu geführt haben, sind wiederum Teil der Geschichte. Klingt verwirrend, ist im Buch aber sehr gut dargestellt. Es wird eine gewisse Spannung aufgebaut und im Verlauf der Geschichte gerade so viel preisgegeben, dass man zum Weiterlesen angehalten ist. Um zu dem im Umschlagtext erwähnten Mord zu gelangen, muss man Durchhaltevermögen beweisen. Am Ende löst sich natürlich alles auf und bei alledem wartet auch noch eine Überraschung auf den Leser.

Tolles Buch und eine schöne Geschichte.

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(58)

81 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 55 Rezensionen

hoffnung, tod, schicksal, transplantantation, hoffnun

Wünsche, die uns tragen

Kathryn Hughes , Uta Hege
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 07.04.2017
ISBN 9783548289175
Genre: Romane

Rezension:

Beths kleiner Sohn benötigt dringend eine Spenderniere. Sie und Michael, ihr Ehemann, kommen als Spender nicht infrage. Diese Ereignisse lassen den Tod Beths geliebter Mutter glatt in den Hintergrund rücken. Noch mehr grämt sie, dass ihre Mutter mit ins Grab genommen hat, wer Beths leiblicher Vater - und damit ein möglicher Lebendspender für Jake - ist.
Als sie sich endlich überwindet, das Haus ihrer Mutter auszuräumen, findet Beth einen Zeitungsausschnitt aus dem Sommer 1973 über einen schrecklichen Autounfall, der mindestens zwei Menschen das Leben gekostet hat...
... und plötzlich erzählt die Autorin wortreich über die Zusammenhänge aus dieser Zeit, deutet an, was damals passiert ist und welche Bürde einzelne Beteiligten im Nachhinein zu tragen hatten.

Eine dramatische Geschichte, keine Frage. Ich habe mich allerdings Seite um Seite gefragt, was die Geschichte rund um diesen Unfall mit Jakes akuter Erkrankung zu tun haben. Vielleicht war ich einfach nur unachtsam und nicht ganz bei der Sache, aber ich hatte das Gefühl Kathryn Hughes führt den Leser absichtlich in die Irre, indem sie massenhaft Informationen vorenthält und "falsche Spuren" legt, um am Ende mit einer "Überraschung" aufzuwarten. Mehr als einmal dachte ich, ich hätte des Rätsels Lösung vor Augen, um dann festzustellen, dass ich auf dem Holzweg war.

Am Ende klärt sich dann alles auf und es werden mehr oder weniger plausible Erklärungen geliefert.
Mehr möchte ich aber gar nicht verrat, um dem interessierten Leser nicht die Spannung zu nehmen.

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

billy the beast, gewalt, witzig, bert, schreibt trotz kompliziertem doppelnamen gute bücher

Billy the Beast - Ein Traum von einem Tiger

Jörg Menke-Peitzmeyer
E-Buch Text: 273 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 24.02.2017
ISBN 9783843714730
Genre: Humor

Rezension:

Es ist nicht einfach ein Teenager zu sein. Wenn man dann noch von der „Norm“ abweicht, wird es umso schlimmer.
Bert ist dick… Im Alter von 16 Jahre bringt er stolze 101 kg auf die Waage. Seine bisherigen Diätversuche waren nicht von Erfolg gekrönt. Dabei ist auch nicht hilfreich, dass seine alleinerziehende Mutter aller Nase lang osteuropäische Bauarbeiter zu Hause versorgt und ihre neuen „Partner“ mit selbstgekochten Speisen aus deren Heimatland zum Bleiben ermuntern will. (Nicht gerade die leichteste Küche.)
Einem glücklichen Zufall hat Bert zu verdanken, dass er als Maskottchen für eine Eishockeymannschaft im Tigerkostüm auftritt. Und wie durch ein Wunder purzeln die Pfunde. Und dann ist da noch Cheerleaderin Lilly, in die er sich verguckt hat… Ein weiterer Anspurn?

Ich bin nicht wie Bert und auch nicht übergewichtig, konnte mich dennoch von Anfang in dieser Figur finden. Der steinige Weg, den er bestreitet, die Rückschläge. Es kam mir bekannt vor. Dabei habe ich Bert nicht bemitleidet. Vielmehr ist er bewundernswert. Und obwohl die Umstände, mit denen sich der Protagonist herumschlagen muss, alles andere als komisch sind, konnte ich mir den einen oder anderen Lacher nicht verkneifen. Der Schreibstil lädt einfach dazu ein.

Ein wunderbares Buch. Die Geschichte ist nicht besonders anspruchsvoll, eignet sich also wunderbar für einen entspannten Urlaub (so habe ich das gemacht).

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(71)

96 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

tod, roman, krankheit, verlust, liebe

In jedem Augenblick unseres Lebens

Tom Malmquist , Gisela Kosubek
Fester Einband: 301 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.03.2017
ISBN 9783608983128
Genre: Romane

Rezension:

Mit dem vorliegenden Buch verarbeitet Tom Malmquist einen herben Schicksalsschlag: Sein langjährige Lebensgefährtin Karin stirbt nach kurzer schwerer Krankheit... kurz nach der Geburt ihrer gemeinsamen Tochter. Nun ist Tom Vater und steht vor der großen Aufgabe, das Kind zu versorgen.

Eine dramatische Geschichte, ohne Zweifel. Mit dem Schreibstil habe mich allerdings sehr schwer getan. Einerseits spielt das Buch in verschiedenen Zeitebenen. Es ist auch nicht immer klar, in welcher Zeit man sich gerade bewegt. Viele Geschehnisse werden - ohne weitere Erklärung - in Bezug genommen. An der einen oder anderen Stelle habe ich mich dann gefragt, ob ich unachtsam war und irgendwas überlesen habe. In der Rückschau wird dann klar, was geschehen ist (schwierig zu erklären, ohne zu viel vorweg zu nehmen - sorry). Auf mich hat der Autor den Eindruck gemacht, in Selbstmitleid zu baden. Ja, der Verlust eines nahestehen Menschen ist schlimm... sehr schlimm sogar. Die vorliegende Geschichte wirkte zum Teil aber weinerlich.

Insgesamt eine traurige und zugleich schöne Geschichte, jedoch mit Mängeln.

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(77)

127 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 66 Rezensionen

alter, freundschaft, sibirien, roman, bäume

Betrunkene Bäume

Ada Dorian
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 24.02.2017
ISBN 9783961010011
Genre: Romane

Rezension:

Worum geht es eigentlich? Um Entwurzlung im doppelten Sinn:

Da ist einerseits der 80-jährige Erich, der nach und nach seine Unabhängigkeit verliert. Als junger Forscher hatte er eine Expedition durch die sibirische Taiga unternommen. Und nun gehört er zum alten Eisen. Leistet Zuarbeit, die kaum Beachtung findet. Sein Verstand ist längst nicht mehr so scharf und im Übrigen können Rechner die Arbeit deutlich schneller erledigen.
Erich hat noch ganz andere Päckchen zu tragen. Seine große Liebe hat er verloren und er hat Schuld auf sich geladen, die ihn bis heute verfolgt und vereinsamen lässt.
Auf der anderen Seite steht die junge Abiturientin Katharina, die von zu Hause ausgerissen ist, als ihr Vater die Familie verlassen hat. Sie wünscht sich nichts mehr, als ihren Vater zur Rückkehr zu bewegen.
Beide Protagonisten sind entwurzelt.
Und nicht zu vergessen, die titelgebenden betrunkenen Bäume.

Das Buch verbreitet beim Lesen eine eher bedrückende Stimmung. Anfangs war ich mir nicht im Klaren, ob ich mich in einer oder mehreren Zeitebenen bewege. Die Erleuchtung kommt im Laufe der Geschichte, deswegen will ich das nur am Rande erwähnen.
Beim Lesen haben sich mir so einige Fragen gestellt. Viele wurden beantwortet, einige blieben offen und irgendwie hat mich die ganze Geschichte verwirrt… aber in einem guten Sinne.
Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass mich die Geschichte darüber hinaus berührt hat.
Um nicht zu viel zu verraten: Ein unbeschreibliches Buch.

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107 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 63 Rezensionen

sterbebegleitung, sterben, tod, krebs, hospiz

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

Susann Pásztor
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.02.2017
ISBN 9783462048704
Genre: Romane

Rezension:

Wie geht man mit einer Frau um, die voraussichtlich das Frühjahr nicht überleben wird? Fred - soweit ich das herausgelesen habe arbeitet er im öffentlichen Dienst - hat sich zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter ausbilden lassen. Motiviert packt er seinen "ersten Fall" an. Aber Karla erfüllt überhaupt nicht seine Erwartungen. Sie ist sich bewusst, dass sie nicht mehr lange leben wird, will sich dennoch - obwohl sie es offenbar in Anspruch genommen hat - nicht auf die Sterbebegleitung einlassen... oder auf ihren Sterbebegleiter. Trotz fortgeschrittener Krankheit ist sie sehr selbständig und verzichtet weitestgehend auf Hilfe.

Es war interessant, sowohl Karla als auch Fred besser kennenzulernen. Beide haben durchaus interessante Lebensläufe, die im Buch thematisiert werden. Allerdings finde ich, Karlas Verhältnis zu ihrer Schwester kommt dabei kurz. Karlas "Sicht der Dinge" hätte mich wirklich interessiert.

Der Schreibstil ist sehr angenehm. Die Autorin erweckt nicht den Eindruck, die Handlung vorantreiben zu wollen. Die Gesichte entwickelt sich; es wirkt, wie aus dem Leben gegriffen.
Bei der Thematik ist es auch nicht verwunderlich, dass die Geschichte traurig ist, aber auch das ganz ohne Übertreibung. Die Autorin hat es geschafft, das richtige Maß zu finden.

Ich bin trotz anfänglicher Zweifel froh, dass ich das Buch lesen durfte.

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117 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 48 Rezensionen

frankreich, kurzgeschichten, erzählungen, anna gavalda, paris

Ab morgen wird alles anders

Anna Gavalda , Ina Kronenberger
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.01.2017
ISBN 9783446250499
Genre: Romane

Rezension:

Zu dumm: Mathilde lässt in einem Pariser Café ihre Tasche stehen; darin befinden sich neben Schlüsseln, Handy und anderen - zum Teil äußerst privaten - Dingen auch ein kleines Vermögen. 10.000 Euro, um genau zu sein; Geld, das ihr anvertraut wurde, um einen Handwerker zu bezahlen. Während sich Mathilde noch gedanklich um die Wiederbeschaffung sorgt (und nebenbei einen heftigen Kater auskuriert), meldet sich ein junger Mann bei ihren Eltern und outet sich als Finder. Ob er auch ehrlich ist?
Der Einstieg ist gar nicht schlecht. Leider musste ich feststellen, dass es sich bei dem Buch nicht um eine fortlaufende Geschichte handelt, sondern insgesamt fünf Kurzgeschichten. Keine davon hat mich überzeugt. Nicht einmal Mathildes Odysee. Die Geschichten sind für meinen Geschmack nicht "rund". Zwar scheinen die Geschichten wie aus dem Leben gegriffen, aber man erfährt kaum etwas über die Personen. Nur am Rande werden hier und da ein paar Informationen eingestreut.
Ich war noch nie ein Freund von Kurzgeschichten und auch dieses Buch konnte mich nicht überzeugen.

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60 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

roadtrip, bucket list, amerika, selbstfindung, krankheit

Eliza will Fahrrad fahren

Kim Nina Ocker
E-Buch Text: 366 Seiten
Erschienen bei Forever, 13.01.2017
ISBN 9783958181618
Genre: Romane

Rezension:

Harlows Leben ist durchgeplant bis ins Detail, doch dann erleidet ihre Großmutter einen Schlaganfall. Harlow hat das Gefühl den Boden unter den Füßen zu verlieren. Und dann geschieht das schier Unfassbare: Eliza schickt ihre ordnungsliebende und planungssüchtige Enkelin zusammen mit einer uralten Bucket-List, die sie in jungen Jahren gefertigt hatte und die verrückte Vorhaben enthält, nach Seattle, um ihre Träume zu leben. Und so kommt es, dass sich Harlow mit lila Haaren auf einen unvorhersehbaren Roadtrip begibt.

Die Geschichte hat mich von Anfang an bewegt. Harlows Entwicklung fand ich sehr interessant. Auch die Details, die man über Eliza erfährt, fand ich äußerst spannend, denn auch Eliza ist nicht (nur) die Frau, die sie zu seien scheint. Der Ausgang der Handlung fand ich allerdings sehr vorhersehbar. Jedes weitere Wort hierzu, würde jedoch zu viel verraten. Deswegen: Jedem, der an der Geschichte interessiert ist, wünsche ich viel Vergnügen dabei. Und vielleicht ahnt der eine oder andere ja nichts.
Die  „Seiten“ (soweit man bei einem ebook davon sprechen kann) flogen im Verlauf der Handlung einfach nur so dahin. Der Text ist an den richtigen Stellen witzig, an anderen stand mir dann auch schnell das Wasser in den Augen. Der Klappentext verspricht nicht zu viel.

Am Buch selbst bemängle ich, dass es viel zu viele Schreibfehler enthält. Hier besteht dringender Überarbeitungsbedarf.

Dennoch: Eine schöne Gesichte, die (auch) das Fernweh weckt.

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84 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

vegan, rezepte, diät, kochen, abnehmen

Vegan for Fit Gipfelstürmer – Die 7-Tage-Detox-Diät

Attila Hildmann , Hubertus Schüler , Justyna Krzyzanowska
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 02.12.2016
ISBN 9783954531318
Genre: Sachbücher

Rezension:

Eines vorweg: Ob das neue Diätkonzept von Attila Hildmann funktioniert, kann ich nicht beantworten; bislang habe ich lediglich ein paar Rezepte ausprobiert. Warum das Buch unbedingt in der Vorweihnachtszeit erschienenen musste, ist mir ein Rätsel. ;o) Ich wüsste allerdings nicht, was gegen einen (kurzfristigen) Abnehmerfolg sprechen sollte. Das Konzept basiert - ganz klassisch - auf gesunder, kalorienreduzierter Ernährung mit Sport. Vor einiger Zeit hatte ich "Vegan for youth" ausprobiert und war von dem Ergebnis positiv überrascht: Die Rezepte wären leicht nachzukochen und lecker - zumindest die, die ich ausprobiert habe. So war es auch in diesem Fall.
Für neue Rezeptideen ist das Buch auf jeden Fall gut zu gebrauchen.
Verfällt man nach der "Challange" wieder in alte Gewohnheiten, ist der Jojo-Effekt vorprogrammiert.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

roman

Im Sommer wieder Fahrrad

Lea Streisand
E-Buch Text: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 18.11.2016
ISBN 9783843714358
Genre: Romane

Rezension:

In einem Alter, in dem ihre Freundinnen sich Gedanken über die Familienplanung und ihren beruflichen Werdegang machen, erkrankt Lea Streisand schwer. Diagnose: Krebs. Die Chemotherapie übersteht sie mithilfe ihrer Familie, ihres Lebensgefährten, Paul, und den Geschichten ihrer Großmutter.

Die Autorin berichet von ihrem Erfahrungen im Kampf gegen ihre Erkrankung, ihren Ängsten, Hoffnungen und von Rückschlägen, ohne dabei Mitleid erregen zu wollen. Neben den medizinischen Aspekten berichtet sie davon, welche Auswirkungen die Krankheit auf ihre soziale und wirtschaftliche Lage hat.
Leas Geschichte hat mich zum Nachdenken angeregt, auch wenn ich mich nicht in einer auch nur ähnlichen Situation befinde. Das alleine macht das Buch lesenswert.

Ganz nebenbei erzählt die Autorin die Geschiche ihrer Großmutter: Einer Frau, die scheinbar immer gegen den Strom geschwommen ist. Von ihrer Berufswahl über den Widerstand, ihre Heimatstadt zu verlassen oder dem Einsatz, ihren halbjüdischen Verlobten aus einem Gefangenenlager zu befreien. Ihre Großmutter war immer etwas anders als andere. Eine wirklich bemerkenswerte Frau - dabei allerdings weder sympatisch noch politisch besonders korrekt. Aber Mut kann man ihr nicht absprechen.

Ich kann nicht sagen, welche Geschiche mich mehr berührt hat. Bewegt haben mich definitiv beide!

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174 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

mops, magie, schweden, fantasy, lars simon

Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen

Lars Simon
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 14.10.2016
ISBN 9783423216517
Genre: Romane

Rezension:

Lennart, ein erfolgreicher schwedischer Unternehmensberater, scheint ein Frauenheld zu sein. Und darüber hinaus auch ziemlich beziehungsunfähig. Eine Nacht mit seiner neuen Kollegin Emma führt bei ihm zu Ausschlag (nicht das erste Mal, dass er so auf eine Frau reagiert). Lennart nimmt sich vor, ihr den Laufpass zu geben; doch dann ist es Emma, die ihn versetzt (vielleicht steckt aber auch etwas anders dahinter?).

Aber die junge Kollegin ist nicht seine einzige Baustelle. Plötzlich fangen sonderbare Dinge an sich abzuspielen und sein merkwürdiger Nachbar wurde offenbar ermordet. Die beiden kannten sich – schließlich war es Lennart, der Herrn Bolem Marias italienische Spezialitäten regelmäßig überbrachte -, aber mehr als eine gute Bekanntschaft ist daraus nie entstanden. Und nun wurde Lennart von Buri Bolem testamentarische bedacht und soll dessen „magisches“ Erbe antreten. Die Dinge werden immer mysteriöser, bis schließlich bei einem schweren Gewitter Buris treuer Gefährte, Mops Bölthorn, zu sprechen beginnt.

Die Geschichte hat mich hellauf begeistert. Sie ist vielleicht nicht total neu und innovativ; die Schreibweise hat mich dafür überzeugt. Sie ist witzig mit der richtigen Portion Ernst. Sie ist nicht zu ausschweifend oder zu kurz, sondern perfekt dosiert. Die Charaktere sind so beschrieben, dass man sie förmlich vor sich sieht und ihre Reaktionen nachempfinden kann. Besondern Bölthorn ist mir ans Herz gewachsen.
Alles in allem habe ich das Lesen genossen und mich köstlich amüsiert.

Die Geschichte endet schließlich mit einem Cliffhanger und ich sehe mich (in einer positiven Weise) gezwungen, das Abenteuer weiter zu verfolgen. Ich hoffe allerdings auch, dass meine (zugegeben hohen) Erwartungen dann nicht enttäuscht werden. Ich bin sehr gespannt…

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181 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

wiedergeburt, reinkarnation, sharon guskin, kind, familie

Noah will nach Hause

Sharon Guskin , Carina Tessari
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Allegria, 22.09.2016
ISBN 9783793423065
Genre: Romane

Rezension:

Ein Vierjähriger, der sich absonderliche Geschichten ausdenkt, zu seiner "anderen" Mutter will, von einem Großvater spricht, den es gar nicht gibt, behauptet, mit einer Pistole geschossen zu haben und erzählt, dass er unter Wasser gedrückt wurde, bis er das Bewusstsein verloren hat? Janie ist einerseits stolz auf ihren Sohn, der Dinge aufschnappt, verarbeitet und ohne Weiteres wiedergeben kann; andererseits droht ihr gerade deswegen eine Auseinandersetzung mit dem Jugendamt. Eine Psychotherapie soll Abhilfe schaffen. Doch die Ärzte sind ratlos, haben Noah eher in Verdacht, psychisch krank zu sein und verschreiben ihm – trotz drohender erheblicher Nebenwirkungen - Psychopharmaka.
In ihrer Verzweiflung zieht die verzweifelte Mutter das Internet zu Rate und stößt dabei auf einen Psychologieprofessor, der das Phänomen der Wiedergeburt erforscht.
Kann es wirklich sein, dass Noah all seine Darstellungen in einem früheren Leben wiederfahren sind?

Eine wirklich spannende Ausgangsituation.
Noahs Geschichte ist gleichwohl dramatisch und sehr berührend. Und nicht nur seine; auch Professor Andersons Schicksal hat mich nicht kalt gelassen.
Der Aufbau der Geschichte ist ansprechend und lässt sich angenehm lesen. Mehrere Handlungsstränge werden nebeneinander erzählt, fügen sich aber schnell zusammen. Das Buch bietet außerdem eine gute Begründung dafür, was mit Noah vorgeht.
Unabhängig, ob man an Wiedergeburt glaubt oder nicht, das Buch ist es auf jeden Fall wert, gelesen zu werden. An einigen Stellen erscheint mir die Geschichte doch „zu dick aufgetragen“, aber auch das mag Geschmackssache sein. Mein Fazit ist daher überwiegend positiv.

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(102)

136 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 89 Rezensionen

liebe, nerd, liebesroman, monika peetz, traumfrau

Ausgerechnet wir

Monika Peetz
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.09.2016
ISBN 9783462049398
Genre: Liebesromane

Rezension:

Tom gerät anlässlich seines 29. Geburtstages in Panik. Mit jedem Tag, der verstreicht, sinkt seine (statistische!) Chance, eine der 6 Frauen (Berlins und Umgebung) kennenzulernen, die (statistisch gesehen) perfekt zu ihm passen. Ach ja, und Tom liebt Mathe. Zahlen sind seine Leidenschaft. Bei Frauen kommt er hingegen nicht so gut an. Er scheint ein ziemlicher Nerd zu sein.
Von einer auf Rechenmodellen basierenden Datingseite verspricht er sich nun Abhilfe. Und nach kurzem Warten hat „Nico“, der offenbar Gründer dieser Seite ist, die Frau für ihn, die zu 94 % die richtige ist. Fast perfekt. Ein Date ist schnell vereinbart. Doch statt der erhofften Traumfrau erscheint ihre Mutter, die ihre Tochter lieber früher als später unter der Haube sehen will und ihr daher das Profil erstellt hat.
Tom ist geschockt und tritt die Flucht an, doch diese hohe Kompatibilität geht ihm nicht aus dem Kopf: Er will (die echte) Lisa kennenlernen. Leichter gesagt als getan, denn Lisas Datingprofil wird gelöscht und er weiß nicht, wie er sie erreichen soll. Er versucht, sie aufzuspüren, aber das mit dem Funken will einfach nicht klappen.
Und plötzlich ist Tom Lisas Konkurrent um einen Job als Unternehmensberater und Lisa zeigt ihm die Zähne.

Wie ich schon erwartet habe, war die Geschichte sehr unterhaltsam. Ich hatte auch ein wenig Mitleid mit Tom. Alles, was er unternimmt, um Lisa näher kennenzulernen oder um Karmapunkte zu sammeln, funktioniert nicht wie erwartet. Er ist ein richtiges „Opfer“.
Das Ende hat mich nicht gänzlich überrascht. Irgendwie musste es so kommen. Allerdings hatte ich es mir doch ein wenig anders ausgemalt. Gut gelöst!

Sicher liefert das Buch nichts absolut Neues. Es ist aber eines der Besseren seines Genres. Leicht zu folgen, nicht zu weitschweifend. Eine leichte Lektüre, aber nichts anderes habe ich erwartet.
Ich bin mir im Übrigen erst Im Nachhinein über die Doppeldeutigkeit des Titels bewusst geworden. :)

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82 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

familie, schwestern, geheimnis, vergangenheit, roman

Schwestern bleiben wir immer

Barbara Kunrath
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.08.2016
ISBN 9783548288420
Genre: Romane

Rezension:

Die Idee hinter dem Buch hat mir ausgesprochen gut gefallen und die Erzählung auch weitestgehend gelungen: Zwei Schwestern, die verschiedener kaum sein können.
Alexa groß und dunkelhaarig und ein absoluter Familienmensch. Ihren Job hat sie vor der Geburt ihrer Tochter aufgegeben und kümmert sich hingebungsvoll um ihre Kinder und ihren Mann. Und seit einiger Zeit auch um die Gräber ihrer Mutter und ihrer eigenen, viel zu jung verstorbenen Tochter.
Ihre Schwester Katja wird hingegen als schöne und unabhängige Frau beschrieben, die einen hohen Verschleiß an Männern hat. Ihren 15jährigen Sohn sieht sie nur selten und lässt ihm so gut wie alles durchgehen.
Nur die gemeinsame Kindheit, die von dem zerrütteten Verhältnis zur ihrer abweisenden Mutter geprägt war, verbindet sie.
Ein Brief aus dem Nachlass ihrer Mutter, den diese begonnen und niemals beendet hat, macht die beiden neugierig und dann stellt sich heraus, dass die Mutter ihnen ihr Leben lang die Wahrheit über ihre Vergangenheit verschwiegen hat. Gemeinsam machen die beiden ungleichen Schwestern sich auf die Reise.

Die Schreibweise ist ganz gut. Störend fand ich allerdings die Rückblicke. Mitten in der Handlung fließen längst vergessene Geschehen ein; kursiv geschrieben, damit der Leser weiß, dass jetzt eine Erinnerung aus der Vergangenheit ans Tageslicht befördert wird. Etwa in der Mitte des Buches wird sich besonders häufig erinnert. In der Hinsicht bevorzuge ich den Stil á la Camilla Läckberg, die Vergangenes, das von Bedeutung für eine Handlung ist, einem Kapitel voranstellt. Aber das ist Geschmackssache.
Die Gesichte betreffend Clara, Alexas behinderte Tochter, die viel zu früh verstorben ist und von der ich dachte, sie könnte eine Bedeutung für den Verlauf der Geschichte haben, war in meinen Augen überflüssig. Immer mal wieder wird darauf aufmerksam gemacht, dass der Tod tragisch war und Alexa unter Schuldgefühlen leidet. Wäre Clara gar nicht zur Sprache gekommen, hätte es die Geschichte nicht besser oder schlechter gemacht. Offenbar sollte einer bereits dramatischen Geschichte noch zu etwas mehr Dramatik verholfen werden.
Das Ende war dann mehr als vorhersehbar; genau das, was ich erwartet habe und in der Hinsicht leider enttäuschend.
Insgesamt ein gutes Buch. Die Geschichte ist nicht neu, aber gut umgesetzt. Es eignet sich in meinen Augen hervorragend als Ferienbuch für Sommer, Sonne, Strand und Meer.

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114 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 62 Rezensionen

israel, liebe, palästina, new york, nahostkonflikt

Wir sehen uns am Meer

Dorit Rabinyan
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 11.08.2016
ISBN 9783462048612
Genre: Liebesromane

Rezension:

New York 2003
9/11 ist noch äußerst präsent. Mitten drin: Liat, eine israelische Jüdin, und Chilmi, ein Palästinenser. Beide lernen sich in New York kennen und fühlen sich zu einander hingezogen. Liat sträubt sich hartnäckig und geht dann doch eine Beziehung mit Chilmi ein. Doch während Chilmi mit einem Künstlervisum in der Stadt lebt, muss Liat in wenigen Monaten zurück nach Tel-Aviv. Die kulturellen Unterschiede sind enorm und daher soll die Beziehung pünktlich am 20. Mai 204 enden. Und dann werden die Gefühle während des Herbstes und des ungewöhnlich harten Winters immer intensiver.

Eine Liebesgeschichte, die an Romeo und Julia erinnert.
Obendrein bot mir der Roman die Gelegenheit, meine kürzlich in New York verbrachte Zeit ein wenig Revue passieren zu lassen. Aber da nur nebenbei.
Die Entwicklung der beiden Protagonisten und ihrer Beziehung ist anschaulich dargestellt. Wie schnell sie sich doch an das Miteinander gewöhnt haben und wie verschwenderisch sie doch mit der gemeinsamen Zeit umgegangen sind. Und immer wieder stellt sich der Leser die Frage, wie es für die beiden nach New York weitergehen soll.
Alles gepaart mit einem schrecklichen Ende.

Die langen politischen Ausführungen fand ich jedoch streckenweise anstrengend.
Aber im Übrigen enthüllt das Buch einen interessanten Blick auf die Konflikte in Jerusalem.

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241 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 12 Rezensionen

john cleaver, thriller, dan wells, dämonen, mord

Ich will dich nicht töten

Dan Wells , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2012
ISBN 9783492273855
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

John Cleaver ist 16 Jahre alt und zeigt Tendenzen eines Serienkillers. Um den Killer, der in ihm schlummert, im Zaum zu halten, unterwirft er sich Regeln. Nachdem er in Band eins und zwei der Reihe zwei Dämonen zur Strecke gebracht hat, meint er seine dunkle Seite – Mr. Monster – entfesselt zu haben.
Und dann ist da noch Marci, der John nicht widerstehen kann. Er möchte mit ihr zusammen sein; sie berühren; einfach ein normaler sechzehnjähriger Junge sein, was natürlich im Widerspruch zu seinen Regeln steht: Sieh Mädchen nicht an. Sprich nicht länger mit ihnen als nötig. Und, um Gottes willen, verlieb dich nicht in sie!
Und doch liebt er Marci. Und er will sie nicht töten. Kann er sein Monster im Zaum halten und das Schlimmste jetzt noch verhindern?
Cayton muss eine wahre Dämonenhochburg sein, denn schnell stellt sich heraus, dass auch in diesem Band ein Dämon das Städtchen heimsucht und nur John erkennt die Zusammenhänge und zieht die richtigen Schlüsse.

Im Gegensatz zu den anderen Bänden finde ich dieses Buch recht vorhersehbar. Der Dämon hat zwar einen anderen Antrieb als die vorhergehenden, zu töten. Alles in allem finde ich das Buch verzichtbar. Letztlich habe ich es nur der Vollständigkeit halber gelesen. Es wurde angekündigt, dass die Serie fortgesetzt wird. Ich bin gespannt, ob das nicht ein Fehler ist.

Der Schreibstil ist – wie in den ersten beiden Teilen - leger und flüssig und passt zur Story. Der Ausdruck ist einfach, was für mich das Lesen der weiteren Bände in der Originalsprache äußerst einfach machte.
Es gibt wahrlich schlechtere Bücher, deswegen will ich mit meiner Punktevergabe nicht so hart sein.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

krimi

Fuchskind: Kriminalroman (Ein Gesine-Cordes-Krimi 2)

Annette Wieners
E-Buch Text: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 17.06.2016
ISBN 9783843713030
Genre: Sonstiges

Rezension:

Friedhofsgärtnerin Gesine Cordes ist erneut in einen Mordfall verwickelt.
Vor allen anderen tritt sie ihre Arbeit an und entdeckt auf dem Friedhofsgelände einen Säugling, der im Gebüsch abgelegt wurde – an einem kühlen nebligen Herbstmorgen. Wer bringt das über sein Herz? Und warum? Vielleicht weil das Kind an behindert ist (wie sich wenig später herausstellt).
Glück für das Kleine, dass Gesine sich ihm annimmt und dafür sorgt, dass es schnellstmöglich der notwendigen Versorgung zugeführt wird. Erinnerungen an ihren eigenen Sohn überkommen sie, der durch einen tragischen Unfall in jungen Jahren ums Leben kam (Band 1 berichtet mehr über die erschütternden Umstände von damals).
Nur wenige Meter vom Friedhof entfernt wird eine nackte Frauenleiche gefunden. Offensichtlich keines natürlichen Todes gestorben.
Obendrein wird auch der Friedhofspfördner kurze Zeit später in seiner Wohnung überfallen und halbtot geschlagen.
Besteht ein Zusammenhang?

Wie schon der erste Band ist das Buch mitreißend und spannend geschrieben. Als i-Tüpfelchen lernt der Leser Gesines Exmann kennen, der momentan in Tifles im Einsatz ist. In die georgische Hauptstadt führen auch die Spuren in dem oben geschilderten Fall. Erschütternde Zustände werden beschrieben. Ob das ansatzweise der Wahrheit entspricht? Eine gute Geschichte gibt es auf jeden Fall ab.
Es stellt sich dem Leser die Frage, welche Rolle Klaus Cordes in der Geschichte spielt. Was weiß er und welche Verantwortung trägt er?
Und immer noch frage ich mich, ob Gesine vielleicht doch in ihren alten Beruf zurückkehrt. Auch in diesem Fall beweist sie Talent, ist den Ermittlern immer einen Schritt voraus.

Erstaunt hatte mich, dass eine Geschichte, die im Herbst spielt, ausgerechnet im Frühsommer veröffentlicht wird.
Insgesamt bin ich erneut positiv überrascht über das Buch. Es ist kurzweilig; der Showdown kommt a la Hollywood daher, was ich wiederum übertrieben fand. Dennoch ist das Buch allein durch die weitere Entwicklung, die Gesine vollzieht, lesenswert.
Vor diesem Hintergrund freue ich mich auf Band 3... Hoffentlich kann die Autorin das Niveau beibehalten.

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281 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 106 Rezensionen

familie, selbstmord, tod, roman, tragödie

Was ich euch nicht erzählte

Celeste Ng , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 27.05.2016
ISBN 9783423280754
Genre: Romane

Rezension:

Die ersten 70 Seiten waren frustrierend.
"Lydia ist tot." Der erste Satz wie ein Alarmsignal. Und dann wird der Leser mit Details aus dem Leben der Eltern „gelangweilt“ und mir zwang sich die Frage auf: Muss ich das wirklich alles wissen? Ja, muss ich!

Aber der Reihe nach:
„Lydia ist tot.“ Prägnanter kann ein Buch kaum beginnen.
Es ist der 3. Mai 1977 und älteste Tochter erscheint sie nicht zum Frühstück. Die erklärte Lieblingstochter, die Augenweide, der Hoffnungsträger von James und Marilyn Lee. Was ist dem ruhigen, strebsamen, intelligenten Mädchen zugestoßen? War es Mord oder doch Selbstmord?
James – der Sohn chinesischer Einwanderer –, und seine Frau, die Amerikanerin Marilyn setzen alle Hoffnung in ihre große Tochter, die mit aller Kraft versucht, es allen recht zu machen. Warum? Das verrät das Buch. Und auch, was diese Situation aus Lydia mach. Darüber zu schreiben, würde zu viel verraten.
Alle Ereignisse führen (un-mittelbar) schließlich zu Lydias Tod. Und schließlich erfährt der Leser am Ende, was sich in jener Nacht wirklich ereignet hat.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt: Die Zeit vor und die Zeit unmittelbar nach Lydias Tod, beginnend in der Kindheit der Eltern, deren Lebensweg umrissen wird, um schließlich zu verstehen, warum sie so handeln wie sie handeln; warum sie Lydia behandeln wie sie es tun und sie sich schließlich zu dem entwickelt, was sie ist bzw. war.
Das Geschehene wird dramatisch erzählt und dabei kein Wort zu viel gesagt – ganz im Gegenteil zu meiner anfänglichen Feststellung. So vieles spielt eine Rolle: Emanzipation, Integration, binationale Abstammung… Eine brisante Kombination mit dramatischem Ausgang? Ob es wirklich so „einfach“ ist, will ich an dieser Stelle nicht verraten. Das Buch muss man schon selbst lesen.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

mentalität, soziale probleme, delhi, teeplantage, traditionen

Der 50-Jährige, der den Hintern nicht hochbekam, bis ihm ein Tiger auf die Sprünge half

Mikael Bergstrand , Ursel Allenstein , Christian Baumann
Audio CD
Erschienen bei Audio Media Verlag, 25.04.2016
ISBN 9783956390814
Genre: Romane

Rezension:

Es handelt sich um die Rezension zum Buch:

Sein 50. Geburtstag liegt schon weit hinter Göran Borg. Ebenso Ehescheidung, Sinnkrise sowie Verlust seines Jobs. Und nur eins seiner beiden Kinder sucht seinen Kontakt.
Diese Rückschläge konnte er aber mehr oder weniger gut in Indien verarbeiten. Doch jetzt ist er zurück in Schweden und der Alltag hat ihn bald wieder fest im Griff. Die erneute Krise versucht er nun mithilfe einer Therapeutin zu bewältigen; und soweit er seiner Tochter glauben kann, gehört das heutzutage ohnehin zum guten Ton. Schnell stellt Frau Vallberg Torstensson fest, dass Göran mit Indien noch nicht abgeschlossen hat, denn das Einzige, was ihn noch aufrecht hält, ist die bevorstehende Hochzeit seines besten Freundes aus Delhi, Yogi. Doch die wird aufgrund »horoskopieller« Umstände immer wieder verschoben.
Das hält Göran nicht davon ab, doch nach Delhi zu reisen – allerdings spielen auch homophobe Ambitionen eine entscheidende Rolle. ;o)
Und schon findet sich unser Protagonist in einer rasanten Reise wider, die alles andere als geplant verläuft.

Ich habe den 1. Band dieser Reihe nicht gelesen, was dem Verständnis keinen Abbruch getan hat. Die entscheidenden Episoden wurden nochmals kurz zusammengefasst, sodass man sich ein Bild dessen machen konnte, was Göran bei seiner ersten Indienreise (teilweise) erlebt hat. An manchen Stellen habe ich mich hingegen gefragt, ob das 1. Buch eine Erklärung liefern würde (z. B. warum Yogi bei seinen Garantien so maßlos übertreibt – 395 % sicher???). Alles in allem eine amüsante Geschichte, deren Ende – wie sich das gehört – offen gehalten ist… Nun heißt es also auf Band 3 warten.
Die Figuren werden ansehnlich und ausführlich beschrieben, sodass ich ein klares Bild derer vor Augen hatte, mit denen ich hier zu tun habe. Auch die Geschichte ist alles andere als langweilig und der Handlungsverlauf einleuchtend. Die Motive der einzelnen Personen sind nachvollziehbar.
Eine Geschichte, bei der man schön abschalten und sie genießen kann.

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38 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

bücherbus, reise, bücher, abenteuer, freundschaft

Die Reise mit der gestohlenen Bibliothek

David Whitehouse , Dorothee Merkel
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.09.2016
ISBN 9783453418844
Genre: Romane

Rezension:

Bobby Nuskus Mutter ist verschwunden. Er lebt nun bei seinem Vater und dessen neuer Freundin Cindy und wartet sehnsüchtig auf die Rückkehr seiner Mutter. Soviel sei vorab verraten: Der Verbleib der Mutter wird im Laufe des Buches geklärt und meine dahingehenden Vermutungen bestätigt.
Die Zeit vertreibt er sich mit seinem einzigen Freund Sunny Clay, der Bobby um jeden Preis beschützen will. Deswegen hat er sich in den Kopf gesetzt, ein Cyborg zu werden. Der scheitert natürlich. Anstatt eine Gestalt – halb Mensch, halb Maschine – zu werden, wird Sunny nur schwer verletzt. Vielleicht ist genau das der Grund, warum Sunny mit seiner Mutter nach Südengland zieht.
Nun hat Bobby auch noch seinen besten Freund verloren.

Man würde Bobby nicht zwingend als mutig bezeichnen. Aber er hat ein großes Herz.
Eines Tages – noch vor Sunnys Umzug – trifft er die etwa gleichaltrige und geistig behinderte Rosa Reed. Das Zusammensein währt nicht lange, denn drei stadtbekannte Rowdies erscheinen auf der Bildfläche. Entgegen Bobbys Rate ergreift die gutmütige Rose nicht die Flucht. Von den Schlägern wird ihr mächtig zugesetzt. Bobby, der in seinem Versteck alles mit angehört hat, begleitet Rosa nach Hause, wo ihre Mutter Bobby für den Übeltäter hält oder zumindest einen Freund der Schläger.
Bobby beschließt, die Sache in seine Hände zu nehmen. Die Rache ist zwar äußerst wirkungsvoll, handelt Bobby aber noch mehr Ärger ein.
Dabei hat er davon schon mehr als Genug. Seinem Vater kann er es nicht recht machen. Vielleicht ist das auch nur die Rache für das Verschwinden seiner Frau. So oder so ist Bobby den Handgreiflichkeiten seines Vaters ausgesetzt. Hämatome zieren ständig seinen Körper.

Val putzt ihrerseits den Bibliotheksbus, dessen Betrieb nun eingestellt werden soll und sie ihre Anstellung verliert. Diese Arbeit gibt ihr ausreichend Freiraum, sich um die speziellen Belange ihrer Tochter zu kümmern. Schnell entwickelt sich eine tiefe Verbundenheit zwischen den dreien (Val, Rosa und Bobby); eine Freundschaft, die Bobbys Vater nicht gutheißt und den Umgang mit seinem strikt untersagt.
Als Val eines Tages die zahlreichen Blessuren auf Bobbys bemerkt, lädt sie Bobby zu einer Abenteuerreise im Bücherbus ein. Eine verrückte Reise quer durch das vereinigte Königreich beginnt.

Die Geschichte ist ansprechend geschrieben. Jede einzelne Hauptfigur hat ihr (mehr oder weniger dunkles) Geheimnis und ein (mehr oder weniger schweres) Los zu tragen. Eine sehr rührende Geschichte, die trotzdem nicht ins Sentimentale oder Melancholische verfällt. Nebenbei wird auf zahlreiche weltbekannte Bücher Bezug genommen, wobei ich die Umsetzung hier wesentlich besser finde, als im Buch "Die Seiten der Welt". Einfach nur ein wunderbar erzähltes Buch, das ich auf jeden Fall noch ein weiteres Mal lesen werde. Ein richtiger Lesegenuss.

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

lebensträume, demenz, abschied, reise, freundschaft

Etta und Otto und Russell und James

Emma Hooper , Michaela Grabinger
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 02.11.2016
ISBN 9783426305461
Genre: Romane

Rezension:

Ganz in der Manier von Harold Fry oder auch Alan Karlsson macht sich Etta auf den Weg. Sie will das "Wasser" sehen und läuft los. Tausende Kilometer, um einmal in ihrem Leben das Meer zu sehen. Ihrem Mann hinterlässt sie eine kurze Nachricht und eine Sammlung Rezepte und verschwindet. Und tatsächlich, das Buch erinnert stellenweise sehr stark an Bücher wie: Der Hundertjährige, ... und Die unwahrscheinliche Pilgerreise... oder sogar Ein Mann namens Ove.
Etta beginnt zu vergessen. Manchmal lebt sie in einer völlig anderen Zeit, erkennt ihren geliebten Mann oder nahestehende Personen nicht mehr. So dramatisch sich die Gegenwart darstellt, so rührend ist die Vergangenheit. Ebenso wie die oben erwähnten Bücher lebt die Geschichte von Rückblicken. Auszüge aus Kindheit und Jugend von Otto, Etta und Russell werden wiedergegeben.
Eine Frau, die zwischen zwei Männern steht, Wirrungen des Krieges. Otto, der in seine Frau vertraut und Russell, dem noch nach all den Jahren immer noch viel an Etta liegt und sich auf die Suche nach der Frau macht. Dazu ein handzahmer, „sprechender“ Coyote, der Etta nicht von der Seite weicht.

Das Buch überzeugt durch einfache Sprache und ansprechendem Schreibstil, sodass es auch auf Englisch leicht verständlich ist. Nur der zeitliche Rückgriff zur Darstellung der Geschichten der einzelnen Protagonisten ist stellenweise verwirrend. Nicht immer ist klar, in welcher Zeit man sich bewegt.

Es war trotzdem ein Vergnügen, diese Personen näher kennenzulernen; mehr über ihren Lebensgeschichten erfahren. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das Buch bald wieder zur Hand nehmen werde. Schon jetzt habe ich das Buch meinen Freunden ans Herz gelegt.
Gerne mehr davon.

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