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60 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

thriller, reihe, verrückt, mob, spannung

Crimson Lake

Candice Fox , Thomas Wörtche , Andrea O’Brien
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 09.10.2017
ISBN 9783518468104
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Grundidee hinter "Crimson Lake" hat mich sehr angesprochen. Ein ehemaliger Detective des Drogendezernats namens Ted Conkaffey wird wegen der Entführung und brutalen Vergewaltigung einer 13-Jährigen verhaftet, doch das Verfahren wird eingestellt und er kommt wieder auf freien Fuß. Um seiner Vergangenheit und den damit verbundenen Vorwürfen zu entkommen, flüchtet er nach Crimson Lake, einem abgelegenen Dorf und gründet mit Amanda Pharell, die selbst eines Mordes beschuldigt wurde und ihre Haftstrafe abgesessen hat, eine Detektei.
Soweit so gut.
Die Umsetzung allerdings fand ich beinahe katastrophal.
Zunächst einmal zu den Charakteren: Die Charaktere sind total aufgebauscht und unrealistisch. Vor allem die Beschreibung Amanda Pharells wirkt sehr unglaubwürdig und als würde man zwanghaft versuchen, einen speziellen Charakter zu erschaffen. Allerdings kam das bei mir überhaupt nicht so an, ich hatte eher das Gefühl, ein Kinderbuch zu lesen, da der Charakter so überspitzt und lächerlich war. Nicht nur das äußere Erscheinungsbild, das überhaupt nicht zu einer kaltblütigen Mörderin passt, was ich passender und interessanter für die Story fände, auch ihre Art in Reimen zu reden, erzeugt einen sehr kindischen Eindruck.
Auch andere Charaktere wie die zwei bösen Cops des Dorfes, die als kleine Schweinchen bezeichnet werden und auch die Reporterin, die zunächst hinterhältig ist und an Informationen gelangen will und sich dann aber doch dazu entscheidet, Ted zu glauben, sind sehr klischeebeladen und passen meiner Meinung nach nicht in die Geschichte.
Was mir an der Geschichte gefallen hat, waren die beiden Verbrechen, die Ted und auch Amanda vorgeworfen wurden. Leider werden diese in den ersten zwei Dritteln so gut wie gar nicht thematisiert.
Die Haupthandlung des Buches ist die Suche nach dem vermissten Jake Scully. Diesen Handlungsstrang fand ich schrecklich. Lauter klischeebehaftete Personen, wie der reiche Autor, der eine Scheinehe führt, weil er schwul ist oder der pubertäre, wütende Sohn. Aber am allerschlimmsten war die Auflösung des Verbrechens. Zunächst einmal finde ich es äußerst unglaubwürdig, dass der gute Jake Scully von einem Krokodil gefressen wird. Wer lässt sich sowas einfallen?
Doch wie genau lösen Amanda und Ted den Fall? Durch einen Geistesblitz, den man nicht nachvollziehen kann und völlig an den Haaren herbei gezogen scheint. Ab da geschieht dann alles viel zu schnell. Die "Täter" werden überführt, was ich auch unglaublich unglaubwürdig fand.
Und plötzlich aus dem Nichts werden auch Teds und Amandas Fälle gelöst, obwohl es dafür vorher keine Anzeichen gab. Zack, Amandas Fall ist eindeutig gelöst und auf einmal findet sie heraus, wer an der Vergewaltigung des Mädchens schuld war und auch nur an einem so haarkleinen Detail, das vorher nie erwähnt wurde.
Generell wirkte es so, als hätte die Autorin zwanghaft versucht, einen Plottwist zu erschaffen und eine logische Erklärung für die Verbrechen von Amanda und Ted zu finden, ist aber kläglich dabei gescheitert und hat in letzter Minute irgendeine an den Haaren herbei gezogene Erklärung dafür gefunden und die Leser in Windeseile damit abgespeist, ohne genauer darauf einzugehen.
Im Großen und Ganzen war das Buch für mich leider ein Flop, ich hab mir wirklich viel mehr davon erhofft, da ich die Grundidee super spannend fand, allerdings ging es im Buch um ganz andere, meiner Meinung nach irrelevante Dinge wie das Verschwinden Jake Scullys.
Sollte es einen zweiten Teil geben, würde ich ihn dennoch lesen, da mir die Geschichte um Ted Conkaffey weiterhin interessant erscheint und Potenzial hat.

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