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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

ermittler, kriminalroman, norwegen, bernhard stäbe, callmeabookaholic

Kein guter Ort

Bernhard Stäber
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe Ag, 15.08.2017
ISBN 9783741300431
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Arne Eriksen ist Psychiater in Südnorwegen. Schon in seiner Vergangenheit hat er der Polizei durch eigenständige Ermittlungen weitergeholfen. Und so ist es auch hier wieder. Als die Tochter des Polizeichefs, Janne, zu Arne in die Klinik geschickt wird, um ihre Drogensucht behandeln zu lassen, erweckt ein alter Mordfall ihr Interesse. Als Janne aus Neugier das heute verlassene Hotel an der Rabenschlucht aufsucht, in der Vater und Tochter einer deutschen Einwandererfamilie zu Tode gekommen sind, findet sie das versteckte alte Tagebuch der überlebenden Schwester. Sie zieht ihre eigenen Schlüsse zur Aufklärung des Mordes daraus und zieht Arne mit in den Fall. Ist der Täter von damals etwa immer noch ganz in der Nähe?
Das Buch ist sehr spannend geschrieben. Eine alte Mordgeschichte um ein unheimliches, verlassenes Hotel, in dem es heutzutage spuken soll. Das vermittelt eine gruselige Atmosphäre. Die Idee mit dem geheimen Tagebuch bringt einen als Leser selber zum Grübeln, da man so die Tage vor dem Mord aus Sicht der überlebenden Schwester nacherleben kann und so auch an Informationen gelangt, die die Polizei damals in ihren Ermittlungen nicht hatte. So stellt man als Leser eigene Vermutungen bezüglich möglichen Täter und Motive und es ergeben sich immer wieder unerwartete Wendungen.
Arne ist auch ein sehr spezieller Charakter. Ein Psychiater, der gerne eigene Ermittlungen anstellt und dabei auf bewusstseinserweiternde Mittel zurückgreift. Das war etwas Neues für mich und fand ich durchaus interessant. Überhaupt fand ich den Krimi erfrischend anders. Es braucht hier kein brutales Verbrechen. Hier reichen die teils unheimlichen Bilder, die der Autor vor dem Auge des Lesers auftauchen lässt, oftmals ohne ihn wissen  zu lassen, was davon der Realität entspricht und was Einbildung der Figuren ist.
Sehr interessant fand ich das sich durch den Krimi durchziehende Thema des Buches: Orte können einen Menschen beeinflussen, im positiven wie auch im negativen Sinne. Welchen Einfluss haben Energien eines Ortes auf einen Menschen? Können sie ihn zu einem Mord treiben?
„Kein guter Ort“ ist ein sehr spannender Krimi, der erfrischend anders ist als der typische Norwegen-Krimi. Ich würde das Buch auf jeden Fall jedem Krimi-Fan weiterempfehlen, der nicht unbedingt ein brutales, blutiges Verbrechen braucht, und offen ist für neue Elemente.        

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(95)

231 Bibliotheken, 31 Leser, 1 Gruppe, 82 Rezensionen

sklaverei, amerika, usa, flucht, rassismus

Underground Railroad

Colson Whitehead , Nikolaus Stingl
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 21.08.2017
ISBN 9783446256552
Genre: Romane

Rezension:

          Die Underground Railroad, ein unterirdisches Netzwerk, in dem Menschen ihr Leben riskieren, um Sklaven aus dem Süden Amerikas in den Norden zu bringen, wo sie eine Chance auf ein freies Leben haben. Doch kann man als schwarzer Sklave im Amerika des 19. Jahrhunderts wirklich jemals frei sein?
Cora ist als Tochter einer Sklavin auf einer Baumwollplantage geboren worden und kennt daher kein Leben in Freiheit. Erst Caesar kann sie dazu überreden, mit ihm zu kommen und die Flucht zu wagen. Ein Scheitern würde den sicheren Tod für beide bedeuten. Caesar hat Kontakte zur Underground Railroad und so beginnt für Cora der Kampf um ihre Freiheit.
Das Buch hat mich sehr beeindruckt. Colson Whitehead schildert die brutale Realität der Sklaverei, die so unglaublich erscheint, doch für einen Großteil der schwarzen Bevölkerung Alltag war. Als Leser taucht man ein in den tiefsten Süden, wo ein schwarzes Leben nichts weiter als eine Ware, ein Eigentum und Arbeitskraft war. Skrupellose Sklavenjäger reisen durch das ganze Land, um entflohenes Eigentum dem rechtmäßigen Besitzer zurück zu bringen. So etwas wie Freiheit gibt es für jemanden mit dunkler Hautfarbe nicht. Auch Cora wird diese Illusion schnell genommen.
Ich finde das Buch unheimlich gut recherchiert. Auch wenn das Konstrukt der Underground Railroad hier wortwörtlich umgesetzt wurde, was in der Realität nicht so gewesen ist, kann man sich sehr gut in die damalige Zeit hinein versetzen. Ich finde es beängstigend, wie gut es dem Autor auch gelungen ist, hier Aspekte des Holocausts mit einzubringen, wie z.B. die medizinischen Experimente, die an angeblich "freien" Sklaven durchgeführt werden oder Coras Versteck auf dem Dachboden, das an Anne Franks Schicksal angelehnt ist. Das hat mich sehr zum Nachdenken gebracht.
"Underground Railroad" ist ein wichtiges Buch über eine dunkle Zeit, dessen Auswirkungen leider heute noch spürbar sind. Von mir gibt es dafür eine ganz klare Leseempfehlung. Es ist wahrscheinlich eines der besten Bücher dieses Jahres.        

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(70)

98 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

sklaverei, afrika, ghana, usa, amerika

Heimkehren

Yaa Gyasi , Anette Grube
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 22.08.2017
ISBN 9783832198381
Genre: Romane

Rezension:

          Was für ein beeindruckendes Buch! Anhand zweier Schwestern, die sich nie begegnet sind, verfolgt es die Geschichte der schwarzen Afrikaner. Effia, die einen weißen Sklavenhändler aus England geheiratet hat und Esi, die als Sklavin nach Amerika verschifft wurde. Die Geschichte der beiden wird über die nachfolgenden Generationen hinweg weiter erzählt. An Effias Nachkommen wird die Scham weitergegeben, von einem Sklavenhändler abzustammen, während Esis Nachkommen um ihr Überleben auf dem neuen Kontinent zu kämpfen haben.In Marcus und Marjorie treffen sich schließlich in unserer Zeit die jüngsten der Nachkommen. Sie begegnen sich in Amerika, ohne zu wissen, dass sie von Schwestern abstammen und kehren schließlich zurück in das Land ihrer Vorfahren.
Das Thema Feuer und Wasser zieht sich von Anfang an durch das Buch. Effia wird verfolgt von der Angst vor Feuer, ihre Kinder und Kindeskinder werden von Alpträumen von der Frau aus dem Feuer geplagt und so zieht sich die Angst vor dem Feuer durch die Familie. Bei Esi ist es die Angst vor dem Wasser. Als Sklavin nach Amerika verschifft fürchtet sie das Wasser, das Grenzenlose und große Unbekannte, was damit einhergeht. Ich finde das auf dem Cover sehr passend und schön dargestellt.
Mich hat das Buch tief beeindruckt. Die Autorin schafft es, starke Bilder zu erzeugen. Das Leiden der Charaktere wird dadurch umso greifbarer. Man fühlt mit, nicht nur mit den Charakteren im Buch, sondern für die Menschen, die durch diese repräsentiert werden. Ich finde es sehr interessant, in die afrikanische Kultur einzutauchen und die Geschichte der Sklaverei ein bisschen mehr verstehen zu können.
Ich finde, es ist ein wichtiges Buch, dessen Thema leider immer noch aktuell ist, in einer Welt, in der Leute immer noch aufgrund ihrer Hautfarbe unterschiedlich behandelt werden. Ein ganz großes Dankeschön an die Autorin, die dieses Thema so sensibel und gründlich aufgearbeitet und in eine wunderbare Geschichte verpackt hat.        

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(69)

100 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 65 Rezensionen

marx, darwin, london, charles darwin, karl marx

Und Marx stand still in Darwins Garten

Ilona Jerger
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 11.08.2017
ISBN 9783550081897
Genre: Romane

Rezension:

Charles Darwin und Karl Marx: zwei bedeutende Köpfe des 19. Jahrhunderts. Obwohl ihre Leben und Ansichten so verschieden waren, hatten sie doch einige Gemeinsamkeiten, denen sie sich vielleicht selber gar nicht bewusst waren. Beide am Ende ihres Lebens in London, nicht weit voneinander entfernt, doch im wahren Leben sind sie sich nie begegnet. In diesem Buch macht die Autorin ein Gedankenexperiment und lässt die beiden Charaktere aufeinanderprallen.
Ich finde den Ansatz sehr interessant. Als Leser lernt man beide Charaktere näher kennen. Als Verbindungsperson fungiert Dr. Beckett, der gemeinsame Hausarzt der beiden, der schon bald merkt, dass ein Treffen der beiden bedeutenden Denker sehr interessant sein könnte. Doch Darwin, dem der kommunistische Deutsche nicht ganz geheuer ist, lehnt ab. Erst durch einen kleinen Trick stehen sich die beiden doch irgendwann gegenüber.
Das Treffen der beiden Persönlichkeiten steht in diesem Buch gar nicht so sehr im Mittelpunkt - dieses ist auch nur relativ kurz. Eher lernt man sehr viel über beide Persönlichkeiten, ihre Gedanken und ihr Leben. Besonders Darwin steht im Mittelpunkt. Er merkt, dass es langsam mit ihm zu Ende geht und schaut auf sein Leben zurück, sucht den Sinn darin und hadert mit seinem Bruch mit der Religion.
Die Frage nach dem Glauben, der Existenz Gottes und dem Ungewissen nach dem Tod spielt eine große Rolle. Charles Darwin, Schöpfer der Evolutionstheorie, wird von seinen Zeitgenossen vorgeworfen, Gott getötet zu haben. Er steht im Zwiespalt zwischen seinem eigenen Glauben und dem Wissen, das er im Laufe seines Lebens angesammelt hat. Wie kann er Wissenschaft und Glaube vereinbaren? Je älter er wird, desto mehr drängt er auf eine Lösung dieses Zwiespalts.Für Karl Marx hingegen, als klarer Atheist, gibt es keinen Gott. Seiner Meinung nach ist die Kirche eine Institution zur Unterdrückung der Arbeiter. 
Ich fand es sehr interessant über diese beiden so wichtigen Persönlichkeiten zu lesen und mehr über ihre Leben herauszufinden. Die Hintergründe scheinen sehr gut recherchiert zu sein. Besonders die Gedanken, die sich beide Charaktere so intensiv machen, sind sehr interessant nachzuvollziehen und hat das Ganze persönlich gemacht. Das Buch ist dabei nie trocken, sondern oft sogar sehr amüsant und hat mich zum Schmunzeln gebracht.
Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für das Buch für jeden, der sich für Geschichte, Wissenschaft und/oder spannende Charaktere interessiert.

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82 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

drogen, thriller, london, drohnen, brexit

Die Lieferantin

Zoë Beck , Thomas Wörtche
Flexibler Einband: 324 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.07.2017
ISBN 9783518467756
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

London in der nahen Zukunft: seit dem Brexit geht es bergab für Großbritannien. Nun steht ein neues Referendum an: der Druxit, der jegliche Drogen abschaffen soll. In dieser schwierigen Zeit hat Ellie sich mit dem besten Drogenhandel im Darknet selbstständig gemacht. Sie selber hat ihren Bruder durch eine Überdosis verloren, daher möchte sie eine sichere und anonyme Quelle für Abhängige bieten. Sie hat alles perfekt organisiert: die Drogen kommen werden innerhalb kürzester Zeit per Drohne geliefert. Damit ist sie den anderen Drogenhändlern natürlich ein Dorn im Auge, die schon bald ein Kopfgeld auf sie aussetzen.
Ich fand das Buch wahnsinnig gut geschrieben. Es gibt mehrere Hauptcharaktere, aus deren Sicht abwechselnd erzählt wird. Die Übergänge zwischen den einzelnen Kapiteln ist so gut gemacht, dass eins in das andere über zu fließen scheint. So gut hab ich das selten bei einem Buch erlebt. Meist ist es ja so, dass man sich oft erst mal wieder in den nächsten Charakter einfinden muss. Hier ist das super gelöst.
Die Charaktere sind außergewöhnlich und durchweg sympathisch und nachvollziehbar (sogar die "Bösewichte"). Jeder Charakter hat eine tiefgehende Vorgeschichte, die sein Handeln in der Gegenwart beeinflusst. Es ist außerdem sehr interessant zu sehen, wie das Großbritannien der Zukunft aussehen könnte. Der Brexit ist sicher, die Zeiten ungewiss und es könnte vielleicht wirklich sein, dass es so kommt wie in diesem Buch beschrieben. Das Buch bietet eine völlig neue Sichtweise auf den Brexit und damit verbundene Konsequenzen. Die Autorin scheint sehr gut recherchiert ihre Idee sehr ausführlich ausgearbeitet zu haben, bevor sie sich auf dieses Projekt eingelassen hat.
Mich hat das Buch durchweg begeistert. Auch wenn ich es nicht unbedingt als "Thriller" bezeichnen würde. Es ist zwar spannend, aber nicht thrillermäßig, womit ich mehr psychischen Nervenkitzel verbinden würde. Es ist trotzdem spannend, interessant und auf jeden Fall lesenswert.

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100 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 65 Rezensionen

freundschaft, hautfarbe, rassismus, london, großbritannien

Swing Time

Zadie Smith , Tanja Handels
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.08.2017
ISBN 9783462049473
Genre: Romane

Rezension:

Auf "Swing Time" bin ich schon alleine durch das farbenkräftige Cover und Titel aufmerksam geworden. Ich mag es, wenn ein Buch anstatt eines aufwändigen Covers alleine durch Farbe und Wahl des Titels heraussticht. Das weckt mein Interesse und so war es auch hier.
Zwei Mädchen, die aus ähnlichen Verhältnissen kommen, lernen sich beim Tanzunterricht kennen und werden Freundinnen. Der Traum selber einmal eine berühmte Tänzerin zu werden, verbindet die beiden zunächst, doch nur eine der beiden wird es später schaffen. Die beiden einmal so eng befreundeten Mädchen leben sich auseinander, der Kontakt bricht ab, doch aus den Gedanken der jeweils anderen können sie sich niemals ganz löschen.
Das Buch begleitet beide Mädchen durch ihre Kindheit bishin ins Erwachsenenalter. Mir gefällt es sehr, wie Zadie Smith die Entwicklung der beiden Charaktere so bildhaft in treffenden, kurzen Szenen darstellt. Es fühlt sich an, als würde man als Leser wirklich am Leben der Protagonistin teilhaben, und das über Jahre hinweg.
Die (meist weiblichen) Charaktere sind interessant, einzigartig und tiefgründig. Jede hat ihre eigene Geschichte, die sie zu dem Menschen gemacht hat, die sie heute ist. Das ist interessant nachzuvollziehen und spannend, wenn die Charaktere, die teils extrem unterschiedlich sind, aufeinander treffen und lernen müssen, miteinander zurecht zu kommen. Der Autorin gelingt es wirklich gut, die Charaktere vor dem inneren Auge lebendig zu machen.
Insgesamt ein sehr interessantes Buch, das durch tiefgründige Charaktere besticht und gesellschaftskritische Fragen aufwirft. Im Hintergrund steht immer die besondere Beziehung der beiden Mädchen, die trotz der unterschiedlich eingeschlagenen Lebenswege doch immer bestehen bleibt.      

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112 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 67 Rezensionen

krimi, norwegen, oslo, serienmor, brutal

Teufelskälte

Gard Sveen , Günther Frauenlob
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 16.06.2017
ISBN 9783471351499
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich bin ein bisschen zwiegespalten, was dieses Buch betrifft. "Der letzte Pilger" war eines meiner Favoriten des letzten Jahres, daher war ich auch sehr gespannt auf das zweite Werk von Gard Sveen, doch wirklich überzeugen konnte es mich nicht.
"Teufelskälte" beginnt mit Tommy Bergmanns erstem Fall, die brutale Ermordung mehrerer junger Frauen 1988. Der Fall konnte damals aufgeklärt und der Täter hinter Gitter gebracht werden. Doch Bergmanns neuester Fall weist seltsame Ähnlichkeiten zu den damaligen Morden auf, wodurch die gesamten Ermittlungsergebnisse in Frage gestellt werden müssen.
Was mir an Sveens Schreibweise gefällt, ist die Geschwindigkeit, mit der er erzählt. Schnelle, spannende Szenenwechsel sind typisch für ihn. Bei diesem Buch kommt nun noch die zeitliche Komponente hinzu. Es wird hin und her gesprungen zwischen den damaligen Ermittlungen und der Gegenwart. Dass gleichzeitig immer neue Charaktere eingeführt werden, macht den Überblick mit der Zeit schwierig. Teilweise wirkt die Handlung etwas wirr. Es werden immer neue Fährten gelegt, so dass ich irgendwann den Faden verloren habe.
Die Charaktere sind auch so eine Sache. Einige sind gut ausgearbeitet und werden interessant dargestellt (mir haben besonders die Szenen in der psychologischen Anstalt gefallen), doch andere sind klischeebehaftet, so wie die weibliche Ermittlerin, die zwar alleinerziehend ist, doch trotzdem ihren Alltag und die Ermittlungen ganz wunderbar miteinander vereinbaren kann.
Von dem Ende war ich sehr enttäuscht. Da fiebert man über 400 Seiten mit, erhofft sich eine Auflösung des Falls und wird dann mit einer halbherzigen Lösung abgespeist, die mehr Fragen aufwirft als sie beantwortet. Warum so kompliziert? Etwa damit man noch eine Fortsetzung verkaufen kann? Dem Buch hätte es besser getan, man hätte die Handlung gestrafft und in ein einziges Buch verpackt. So wie es gelöst wurde, wirkt die ganze Handlung absolut nicht rund.

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

glück, geld, st.gallen

Glück ist teuer

Silvan Aeschlimann
Fester Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Zytglogge, 04.04.2017
ISBN 9783729609549
Genre: Romane

Rezension:


          Noah ist 22, Student und auf der Suche nach seinem Platz im Leben. Er studiert Wirtschaft, doch das auch nur, da er das für etwas Vernünftiges hält, etwas, worauf man aufbauen kann. Was er damit in der Praxis einmal anfangen möchte, weiß er noch nicht. Und gleichzeitig realisiert er, dass er das gesamte Weltwirtschaftssystem in Frage stellt. Er stellt sich die Frage nach dem Sinn des Geldes und des Lebens. Ist Glück wirklich käuflich? Als er herausfindet, dass sein Vater einer der reichsten Geschäftsmänner der Schweiz ist, treibt ihn dies noch mehr in einen Gewissenskonflikt.


Ich fand das Buch sehr interessant. Noah ist ein Charakter, der sich viele Gedanken um die Welt und den Sinn des Lebens macht. Er hat gerade erst seinen leiblichen Vater kennen gelernt und bekommt die Chance in kurzer Zeit sehr viel Geld zu verdienen. Die Gedanken, die er sich macht und wie er auf die neuen Lebensumstände reagiert, macht ihn zu einem interessanten Charakter, der dazu noch sehr sympathisch rüberkommt. Als Leser begleitet man ihn einfach gerne.
Gut gemacht sind die kurzen Episoden aus der Kindheit des Protagonisten, die zwischendurch eingestreut werden. Da diese Episoden wichtig für Noahs spätere Entwicklung sind, fand ich es spannend, ihn auch als Kind zu erleben. Man kann nachvollziehen, wie sich Noahs Blick auf die Welt mit der Zeit verändert (besonders im Hinblick auf das viele Geld, was ihm plötzlich zur Verfügung steht und was er damit erreichen möchte) und wie sich die Wurzeln seines Handelns schon in seiner Kindheit gebildet haben.


Besonders gut gelungen fand ich, dass der kurze Prolog und Epilog die Geschichte perfekt einrahmen. Das lässt die Geschichte rund erscheinen und mich als Leser zufrieden zurück.


Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Offen gelassen wird die Frage, was denn nun eigentlich Glück ist, denn das muss jeder für sich selber beantworten. Ich würde das Buch definitiv weiter empfehlen.
        

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91 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

flucht, familie, lissabon, hochstapler, kindheit

So, und jetzt kommst du

Arno Frank
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Tropen, 29.05.2017
ISBN 9783608503692
Genre: Romane

Rezension:


          Familie Frank hat das große Geld gemacht. Jedenfalls wird das so den Kindern gesagt, als sie Hals über Kopf mitten in der Nacht nach Südfrankreich zu ihrem "neuen Leben" aufbrechen. Angeblich steinreich braucht der Vater nicht mehr zu arbeiten, die Familie lebt in Luxus und die Kinder sind glücklich. Doch schon bald müssen sie wieder weiterziehen und weiter und weiter und besitzen bald nicht mehr als das, was sie am eigenen Körper tragen. Die Wahrheit wird vor den Kindern so lange geheim gehalten bis es nicht mehr geht.


Ich finde das Buch hervorragend geschrieben. Mir hat dieser unterschwellige Humor, der sich durch das gesamte Buch zieht, sehr gut gefallen. Die Lektüre war daher sehr unterhaltsam, auch wenn es im Buch selber gerade nicht lustig zuging.


Was ich auch sehr gut gelungen fand, ist die Charakterentwicklung, besonders vom Jungen. Als Leser lernen wir ihn schon sehr jung kennen. Im Laufe des Buches wächst er heran und wird zum Teenager. Da aus seiner Sichtweise geschrieben wird, weiß der Leser immer nur so viel, wie der Junge mitbekommt und verstehen kann. Er ist ein sehr guter Beobachter und so versteht der Leser oft mehr als der kleine Junge, der beschreibt und Dinge noch nicht richtig einzuordnen weiß. Doch während er heranwächst, ändert sich auch der Schreibstil passend dazu und wird erwachsener. Er vertraut nicht mehr blind seinen Eltern, sondern beginnt Zusammenhänge zu erkennen und seine eigenen Schlüsse zu ziehen bis er sich schließlich sogar gegen seine Eltern stellt.


Die Charaktere sind überhaupt durchgehend gut entwickelt mit vielen Facetten und Eigenheiten, die auch konsequent durchgezogen werden. Ich habe selten ein Buch gelesen, bei dem ich alle Charaktere so klar vor Augen sehen konnte wie hier.


Einen Punkt muss ich leider abziehen, da die Handlung im Mittelteil teilweise etwas langatmig wurde. Doch das war wirklich nur stellenweise und dank des ausgeprägten Humors, der immer wieder eingeflochten wird, war das auch kein großer Störfaktor.


Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen. Es war eine amüsante Lektüre mit sehr interessanten Charakteren. Ich würde es definitiv weiterempfehlen.
        

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149 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 85 Rezensionen

irland, geister, mord, tote, roman

Der Freund der Toten

Jess Kidd , Klaus Timmermann , Ulrike Wasel
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 04.09.2017
ISBN 9783832198367
Genre: Romane

Rezension:


          Dieses Buch hat es mir echt angetan. Erstmal ist die Handlung wirklich spannend. Der junge Mahony kehrt an den Ort zurück, in dem er geboren wurde, um das Rätsel um seine Herkunft zu lösen. Trotz der Ablehnung, die ihm fast überall entgegen schlägt, geht er zielstrebig und unerschrocken vor, um herauszufinden, was nach seiner Geburt mit seiner Mutter passiert ist.


Mahony ist wunderbar einzigartig. Er ist ein Einzelgänger, unabhängig und lässt sich von niemandem etwas vormachen, doch gleichzeitig weiß er genau, wie er sich verhalten muss, um jemanden um den Finger zu wickeln und so zu erreichen, was er möchte. Seine erfrischende Art wird mir bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben.
Auch die anderen Charaktere dieser Geschichte sind faszinierend und haben alle ihre ganz eigene Art und Weise, was sie zu wirklichen Individuen macht.


Die Sprache, in der das Buch geschrieben ist, ist absolut schön. Ich habe selten etwas in einem so poetischen Stil gelesen, das gleichzeitig noch so packend und spannend war.


Ich würde dieses außergewöhnliche Buch jedem weiter empfehlen, der auf der Suche nach einer guten Geschichte mit außergewöhnlichen Charakteren ist.
        

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(67)

85 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 63 Rezensionen

physik, einstein, gott, albert einstein, urknall

Das Einstein Enigma

J.R. Dos Santos , Paula Porter
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei luzar publishing, 23.03.2017
ISBN 9783946621003
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


          Schon als ich die Kurzbeschreibung des Buches gelesen hatte, wusste ich, dass das genau das richtige Buch für mich ist. Ein altes Manukript von Albert Einstein wird gefunden, der Titel "Die Gottesformel". Doch in dem Manuskript befinden sich verschlüsselte Passagen. Der Kryptanalyt Tomás Noronha soll dabei helfen, diese zu entschlüsseln und hat keine Ahnung, auf was er sich bei diesem Vorhaben einlässt. Das Manuskript soll eine Anleitung zum Bau der Atombombe enthalten, die es dem Iran ermöglicht, auf einfache Weise Atomwaffen herzustellen. Noronha wird gleichzeitig vom Iran und von der CIA angeheuert. Vom Iran, um das Manuskript zu entschlüsseln und von der CIA, um das Vorhaben des Irans auszuspionieren. Noronha verwickelt sich in etwas, bei dem es bald um Leben und Tod geht und evtl. auch einem Beweis für die Existenz Gottes.


Die Handlung ist wahnsinnig spannend. Ich konnte es fast gar nicht mehr aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgehen würde. Ich fand auch die wissenschaftlichen Erklärungen, von denen es viele im Buch gibt, sehr interessant. Für manch anderen Leser mögen diese vielleicht etwas zu viel des Guten sein, doch da ich mich sowieso für diese Themen interessiere, war es für mich sehr interessant, mehr über die existenziellen Fragen der Physik zu erfahren.
Bei der ganzen Spannung und Wissenschaft kommen aber auch die Charaktere nicht zu kurz. Besonders Tomás Noronha ist ein sympathischer Charakter, bei dem es auch in die Tiefe geht. Seine Eltern fand ich hingegen ein wenig flach, besonders die Mutter scheint nur aus Klischees zu bestehen, doch diese spielen ja auch nur eine Hintergrundrolle.


Insgesamt war das Buch eine sehr interessante Reise in die Physik auf der Spur des größten Rätsels, das die Welt wohl beschäftigt: die Existenz Gottes. Ich würde das Buch allerdings nur denjenigen weiterempfehlen, die auch wenigstens etwas Interesse an den physikalischen Zusammenhängen in der Welt haben. Sonst könnte das Buch passagenweise etwas langweilig werden.
        

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436 Bibliotheken, 14 Leser, 2 Gruppen, 205 Rezensionen

thriller, london, ragdoll, serienmörder, mord

Ragdoll - Dein letzter Tag

Daniel Cole , Conny Lösch
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 27.03.2017
ISBN 9783548289199
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


          Auch wenn die Idee nicht neu ist, ein Killer, der eine Liste seiner nächsten Mordopfer veröffentlicht und am Ende sogar der Hauptermittler selber auf der Liste steht, wurde sie spannend umgesetzt.


Die Charaktere waren mir durchweg sympathisch. Ohne Klischees zu bedienen hatte jede Figur ihre eigenen Macken und persönliche Geschichte, die sie individuell gemacht haben. Mir hat vor allem die Interaktion zwischen den Figuren gefallen, da sie realistisch und unterhaltsam erschien. Ohne die Vorgeschichte zu kennen, hat man als Leser den Eindruck gewonnen, dass die Figuren schon einiges miteinander erlebt haben, was die Figuren noch lebhafter gemacht hat. Dies hatte allerdings auch einen kleinen Haken: dadurch dass die Figuren sich gegenseitig so gut kennen, wird man manchmal als Leser etwas außen vor gelassen, z.B. wenn eine Figur mit einem Namen erwähnt wird, der vorher noch nie erwähnt wurde und man erst mal rätseln muss, wer gemeint ist.


Auch der etwas konfuse Erzählstil hat mein Lesevergnügen etwas gemindert. Ständige Szenenwechsel, die an sich ja nicht schlecht sind, aber hier weiß man als Leser oft nicht, wo man gerade ist oder was überhaupt passiert ist. Da zusätzlich auch dauernd in der Zeit herumgesprungen wird, hab ich öfter den Überblick verloren und musste ganze Passagen mehrmals lesen, um zu verstehen, wann was passiert ist. An manchen Stellen war die Erzählung auch sehr vage, so dass ich mir nicht sicher war, was der Autor mir nun eigentlich sagen wollte.


Zum Schluss hat alles Sinn ergeben. Die Auflösung fand ich auch echt gut, weil es mal etwas anderes war. Doch der Weg dorthin war etwas beschwerlich. 


Insgesamt ist dies ein spannender Thriller mit einer überraschenden Wendung, wenn man sich erst mal an den Erzählstil gewöhnt hat.
        

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(90)

132 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 87 Rezensionen

holocaust, auschwitz, konzentrationslager, polen, 2. weltkrieg

Der letzte Überlebende

Sam Pivnik , Ulrike Strerath-Bolz
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Theiss, Konrad, 01.03.2017
ISBN 9783806234787
Genre: Biografien

Rezension:


          Mir fällt es schwer, dieses Buch zu rezensieren, weil ich keine Worte finde. Sam Pivnik schreibt hier über sein Leben und doch liest es sich wie eine unvorstellbare Horrorgeschichte.  Eine Horrorgeschichte, die er über Jahre durchleben musste. 


Die Lektüre des Buches ist mir teilweise sehr schwer gefallen, weil er sehr detailreich beschreibt, was ihm widerfahren ist. Aber auch wenn es schwer gefallen ist, fand ich es wichtig, dieses Buch zu lesen. Das Grauen des Dritten Reiches wird einem so noch einmal sehr viel näher gebracht. Und es ist so wichtig, dass nicht vergessen wird, was damals passiert ist.


Ich möchte dieses Buch jedem weiterempfehlen. Sam Pivnik hat so eine unfassbare Lebensgeschichte hinter sich, die sich kein Autor ausdenken könnte. Und das Schlimme daran: es ist alles wahr. Es darf nicht vergessen werden und darf sich niemals wiederholen.
        

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(45)

87 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 39 Rezensionen

frankreich, krieg, gesellschaft, rassismus, irak

Die Zeit der Ruhelosen

Karine Tuil , Maja Ueberle-Pfaff
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 10.03.2017
ISBN 9783550081750
Genre: Romane

Rezension:


          "Die Zeit der Ruhelosen" wird aus drei Perspektiven geschrieben: der Offizier Romain Roller, der gerade zutiefst traumatisiert aus Afghanistan zurückgekommen ist, der erfolgreiche Unternehmer Francois Vely, dessen gesamtes Leben durch einen Faux-Pas vor dem Aus steht und Osman Diboula, der sich aus dem Pariser Problemviertel Banlieue hochgearbeitet hat und mittlerweile zum engsten Stab um den Präsidenten gehört. Doch auch seine Karriere ist gefährdet.
Jede dieser drei Figuren hat eine Vergangenheit, die sie stark geprägt hat. Und jede dieser Figuren muss sich nun durch Schicksalsschläge oder eigenem Unvermögen zurück in die Gesellschaft kämpfen und ihren Platz behaupten.


Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da ich die Charaktere gut ausgearbeitet fand und sie mir auch alle in ihrer eigenen Art und Weise sympathisch waren, so dass ich wirklich mit ihnen mitleiden konnte. Es war interessant zu sehen, wie sich die Geschichten der drei sich anfangs völlig fremden Charaktere im Laufe der Zeit immer weiter ineinander verwoben haben. Die Charaktere haben eine Entwicklung durchgemacht, die nachvollziehbar, aber dennoch nicht von Anfang an zu erwarten war. Diese Entwicklung erklärt auch die Länge des Buches. Für Leser, die viel Spannung und Handlung in einem Buch erwarten, könnten manche Passagen vielleicht langatmig sein, doch mir kam es nicht so vor, da mich so vielschichtige Charaktere, die sich stetig weiter entwickeln, interessieren.


Ich würde das Buch auf jeden Fall weiter empfehlen, aber nur an Leser, denen auch die Charaktere und nicht nur die Spannung in einem Buch wichtig sind.
        

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(77)

127 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 66 Rezensionen

alter, freundschaft, sibirien, roman, bäume

Betrunkene Bäume

Ada Dorian
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 24.02.2017
ISBN 9783961010011
Genre: Romane

Rezension:


          Erich ist jemand, der die Bäume liebt. So sehr, dass er mit seinen 80 Jahren immer noch nicht aufhören kann mit seinen Forschungsarbeiten. Als junger Mann war er in Sibirien unterwegs, um die Bäume zu erforschen, dem Phänomen der betrunkenen Bäume auf der Spur. Damals hat er etwas getan, wofür er sich immer noch schuldig fühlt und was ihn daran hindert, dorthin zurück zu gehen, noch nicht mal seiner Frau zuliebe, die schon vor Jahren zurück in ihre russische Heimat gezogen ist.
Mittlerweile lebt er fast vereinsamt in seiner heruntergekommenen Wohnung und muss lernen zu akzeptieren, dass er durch sein Alter nicht mehr so unabhängig ist, wie er gerne sein möchte. Erst durch Katharina, einem Mädchen, das von zuhause ausgerissen ist und in die leerstehende Wohnung ihm gegenüber zieht, gelingt es ihm, sich zu öffnen und wieder jemanden in sein Leben zu lassen.


Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist eine warmherzige Geschichte, die so schön beschrieben wird, dass man die Wärme, die zwischen den auf den ersten Blick so kühlen Charakteren wächst, spüren kann. Mir hat es sehr gefallen, dass die Geschichte nicht chronologisch erzählt wird, sondern dass es zwei Erzählstränge gibt, die Gegenwart und die Vergangenheit, die sich miteinander abwechseln. So erfährt man nach und nach mehr über die Charaktere und deren Vergangenheit, wodurch man ihr Verhalten in der Gegenwart allmählich immer besser verstehen kann.


Die Charaktere sind wirklich einzigartig. Besonders Erich ist ein sehr interessanter Charakter, den man wahrscheinlich bis zum Schluss nicht ganz ergründen kann. Er liebt die Natur so sehr, dass er in seinem Schlafzimmer unter echten Bäumen schläft. So jemand bleibt einem einfach im Gedächtnis. Ich bin froh darüber, dass ich ihn ein kleines Stückchen auf seinem Weg begleiten durfte.
        

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370 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 181 Rezensionen

mord, psychologie, krimi, manuskript, erinnerungen

Das Buch der Spiegel

E.O. Chirovici , Werner Schmitz , Silvia Morawetz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 27.02.2017
ISBN 9783442314492
Genre: Romane

Rezension:


          Ich bin wirklich begeistert von diesem Buch. Es fing schon sehr interessant und ungewöhnlich an, nämlich mit dem Anschreiben und den ersten Kapiteln eines Manuskripts. Der Autor des Manuskripts behauptet, über ein echtes Verbrechen zu schreiben, in das er selber zum Teil verwickelt war. Vor kurzem hat er neue Erkenntnisse gewonnen, wodurch er sich dazu gezwungen sieht, die Erlebnisse aufzuschreiben und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, da er es nicht länger für sich behalten kann.


Dieses Manuskript macht sehr schnell Lust auf mehr. Als das Manuskript plötzlich abbricht, möchte man am liebsten sofort weiterlesen, um herauszufinden, wie es weitergeht. Doch das Problem ist: der Autor ist mittlerweile verstorben und der Rest des Manuskripts verschollen. Also macht sich der Literaturagent Peter Katz selber auf die Suche, weil er das Buch unbedingt verlegen möchte.


Diese Idee für einen Buchanfang finde ich wirklich genial. Es ist für einen Leser eine ganz neue Situation, denn normalerweise weiß man ja, dass man ein vollständiges Buch kauft. Doch in diesem Fall ist bis kurz vor Schluss nicht sicher, wohin die Reise überhaupt geht und wie viel man vom eigentlichen Manuskript erfahren wird. Das fand ich als Leser besonders spannend und reizvoll.


Das Buch ist insgesamt in drei Teile gegliedert. Jeder Teil wird aus der Sicht eines anderen Charakters erzählt, der seine eigenen Nachforschungen bezüglich des Manuskripts angestellt hat. Als Leser rätselt man mit, denn zum Schluss muss ja alles irgendwie zusammenpassen, oder nicht?


Warum das Buch diesen Titel hat - "Das Buch der Spiegel" -  kommt erst kurz vor Schluss ans Licht. Doch die Auflösung ist wirklich genial und passt perfekt zu diesem Buch.
        

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232 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 97 Rezensionen

thriller, drama, familie, vergangenheit, perfect girl

Perfect Girl - Nur du kennst die Wahrheit

Gilly Macmillan , Maria Hochsieder
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.02.2017
ISBN 9783426520567
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


          Aufgrund des Klappentexts und der Leseprobe war ich sehr gespannt auf diesen Thriller. Es geht auch ganz spannend los. Zoe, eine begabte junge Pianistin, gibt ihr erstes Konzert, nachdem sie aus dem Jugendarrest entlassen wurde. Verurteilt wurde sie, weil bei einem von ihr unter Alkoholeinfluss verursachten Autounfall drei Jugendliche ums Leben gekommen sind. Auf dem Konzert taucht plötzlich der Vater einer der verstorbenen Jugendlichen auf und beschimpft Zoe und ihre Familie. Am nächsten Morgen ist Zoes Mutter tot. Natürlich möchte man sofort wissen, was nach dem Konzert passiert ist.


Bis dahin war es spannend, doch dann folgt ein ziemlich langatmiger Teil. Aus mehreren Perspektiven werden die Stunden vor und nach dem Konzert geschildert, wenn man eigentlich eher wissen möchte, wie es denn nun weitergeht. Dieser Teil hat ziemlich viel Geschwindigkeit aus dem Roman genommen, was schade ist.


Zum Glück wurde der dritte Teil aber wieder spannender. Ein richtiger Thriller ist das Buch meiner Meinung nach aber nicht, weil dafür zu wenig Spannung aufgebaut wird. Doch trotzdem hat mir das Buch gut gefallen, was vor allem an dem Schreibstil lag. Den fand ich nämlich echt gelungen. Gilly Macmillan schreibt sehr gefühlvoll und beschreibt sehr schön, so dass es einem leicht fällt, sich in die Geschichte und die Charaktere hinein zu versetzen.


Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, auch wenn manchmal ein bisschen die Spannung gefehlt hat.

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107 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 63 Rezensionen

sterbebegleitung, sterben, tod, krebs, hospiz

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

Susann Pásztor
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.02.2017
ISBN 9783462048704
Genre: Romane

Rezension:


          Anhand des Klappentextes hätte ich erwartet, dass dies ein Buch ist, in dem der Tod im Mittelpunkt steht. Fred Wiener hat erst vor kurzem seine Ausbildung zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter abgeschlossen und wird nun mit seinem ersten Fall beauftragt: Karla. Sie hat nur noch wenige Monate zu leben und möchte diese nicht in einem Krankenhaus verbringen. Sie ist sich selber unsicher, ob sie einen Sterbebegleiter überhaupt braucht und verhält sich daher Fred Wiener auch erst mal distanziert. Ich kann mir vorstellen, dass diese Beziehung zwischen den beiden ziemlich realistisch geschrieben ist.


Doch eigentlich steht Karla nicht im Mittelpunkt des Buches. Es ist Fred und seine Beziehung zu seinem Sohn Phil, die durch diesen intensiven Lebensabschnitt, den sie gemeinsam durchleben, wieder mehr zusammenwächst. Durch seinen Job, den Phil bei Karla übernimmt, nämlich die Archivierung ihrer riesigen Fotosammlung, bekommt er zum ersten Mal einen Eindruck darüber, was es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen. Nicht nur für die Ausübung des Jobs, sondern auch für Karla, zu der er ein inniges Verhältnis aufbaut. Und man kann sehen, wie gut ihm das tut und wie er an dieser Erfahrung wächst.


Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist sehr gefühlvoll geschrieben und doch möchte man an einigen Stellen loslachen aufgrund Karlas schrägen Sinn für Humor oder Freds zeitweise hilfloser tollpatschiger Art. Ich finde, der Autor hat hier eine sehr gute Mischung gefunden. Es wirkt alles sehr realistisch, ist nicht überzogen oder überdramatisch.


Einen Stern muss ich leider abziehen, weil ich das Buch insgesamt nicht ganz rund fand. Es wurden ein paar Sachen aus Karlas Leben aufgeworfen, die nicht wirklich zu Ende erzählt wurden. Über manche Dinge hätte ich gerne noch mehr erfahren. Doch wahrscheinlich hätte dies auch nicht anders zu Karla gepasst.


Insgesamt ist es ein sehr schönes, gefühlvolles Buch, das ich auf jeden Fall weiterempfehlen würde.
        

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107 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 56 Rezensionen

dübell, historisch, luftfahrt, fliegen, zeppelin

Der Jahrhunderttraum

Richard Dübell
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.01.2017
ISBN 9783548288277
Genre: Historische Romane

Rezension:


          Ich habe die Familie von Briest schon durch den Jahrhundertsturm begleitet und war daher sehr neugierig darauf, wie es mit ihr im Jahrhunderttraum weitergehen würde.


Im Jahrhunderttraum spielen der Sohn und die Enkel von Paul und Louise, um die es im Jahrhundertsturm ging, die Hauptrolle. Paul und Louise sterben am Anfang des Buches in einem Zugunglück. Die Familie ist nicht davon überzeugt, dass es sich dabei wirklich um einen Unfall oder vielleicht doch um Manipulation gehandelt hat und stellt Nachforschungen an. Für Levin von Briest dreht sich hingegen die Welt um den Traum vom Fliegen, nachdem er Otto von Lilienthal bei einem seiner Versuche mit dem Gleiter beobachten durfte.


Im Jahrhunderttraum geht es hauptsächlich um diesen Traum vom Fliegen, auch wenn viele andere Themen der Zeit um 1900 aufgegriffen werden. Das ist auch einer der Gründe, warum ich Richard Dübells historische Romane so gerne mag. Er hat ein unglaubliches Talent, fiktive Personen zu erschaffen und diese auf historische Personen treffen zu lassen. So taucht man als Leser wirklich tief ein in die deutsche Geschichte. Im Jahrhundertsturm war dies hauptsächlich Otto von Bismarck, während es hier nun Otto von Lilienthal und Graf von Zeppelin sind, mit denen man als Leser einige Zeit verbringen darf.


Man merkt, dass Dübell sehr viel recherchiert und ein riesiges Wissen über diese Zeit besitzt. So streut er immer wieder kleine Details ein, die die Handlung so real werden lassen, z.B. erwähnt er nebenbei, dass in Berlin im Jahr 1900 die Post sechsmal am Tag ausgetragen wurde. Diese kleinen Details machen es aus, dass die Geschichte für den Leser real wird.


Am Ende des Buches gibt es ein Nachwort, in dem Dübell einige historisch wichtige Ereignisse und Personen noch mal aufgreift und erklärt, wie viel davon in seinem Roman Wahrheit und was Fiktion war, was sehr hilfreich ist, wenn man (so wie ich) sich darüber Gedanken macht, inwieweit die Handlung des Romans mit der Realität übereinstimmt.


Was mir außerdem sehr gut gefallen hat, ist, dass die Rolle der Frauen nicht zu kurz gekommen ist. Besonders Anthonie von Briest kämpft für die Rechte der Frauen aller Gesellschaftsschichten und muss mit den Konsequenzen leben, die dies für ihre gesamte Familie bedeutet.


Insgesamt ist der Jahrhunderttraum ein sehr gelungener historischer Roman über die Zeit um 1900, in der die ersten Luftschiffe konstruiert wurden und der Traum der Menschen vom Fliegen langsam real wird. Aufgrund der Detailtreue würde ich das Buch jedem Fan historischer Romane empfehlen. Mir hat es wirklich sehr gut gefallen und ich hoffe, dass es noch mehr Teile der Familiensaga geben wird.
        

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236 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 123 Rezensionen

schweden, krimi, fabian risk, dänemark, mord

Minus 18 Grad

Stefan Ahnhem , Katrin Frey
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 02.01.2017
ISBN 9783471351246
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Meine Rezension bezieht sich auf das Hörbuch zu "Minus 18°". Ich bin ein großer Fan von Ahnhems Krimis, habe schon "Und morgen Du" und "Herzsammler" verschlungen und war daher sehr gespannt auf den dritten Band der Reihe um Fabian Risk. 

Ahnhem hat mich auch dieses Mal nicht enttäuscht. Es handelt sich um einen sehr spannenden Krimi. Alles beginnt damit, dass ein Auto über die Hafenmauer in Helsingborg hinaus rast und der Fahrer nur noch tot geborgen werden kann. Alles deutet auf einen Unfall hin, bevor der Rechtsmediziner feststellt, dass die Leiche, die hinter dem Steuer gefunden wurde, schon seit einigen Wochen tot sein muss. Doch wie passt diese Aussage damit zusammen, dass die Person vor kurzem noch von mehreren Zeugen gesehen wurde? 
Der Kriminalfall fängt schon spannend an und scheint immer undurchdringlicher zu werden je mehr Fakten ans Licht kommen. Mit den Ausmaßen, die der Fall bald erreicht, hätte niemand gerechnet. 

Was ich bei Ahnhems Krimis bisher immer sehr gut fand, ist die Verwebung mehrerer Fälle, die auch die Polizei länderübergreifend zur Zusammenarbeit zwingt. Dieses Mal wirkt dies allerdings etwas konstruiert. Die schon aus den vorherigen Büchern bekannte dänische Kommissarin Dunja Hougaard bekommt auch hier wieder eine Rolle, doch die Motivation dahinter erschließt sich mir nicht so ganz. Das Buch hätte auch sehr gut ohne diesen zweiten Fall auskommen können, der so gar nichts mit dem eigentlichen Fall zu tun hat. 
Durch die damit zusammenhängende Einführung mehrerer neuer Charaktere ist es mir teilweise auch schwer gefallen, der Handlung komplett folgen zu können. Dies wäre mir wahrscheinlich noch besser gelungen, wenn ich das Buch vor mir gehabt hätte, doch durch das reine Hören habe ich öfter mal den Faden verloren, was ein wenig schade war. Auch wenn der Sprecher, David Nathan (u.a. die deutsche Stimme von Johnny Depp), wieder einen sehr guten Job gemacht hat. 

Insgesamt hat mir das Buch wieder sehr gefallen, trotz einiger meiner Meinung nach überflüssiger Nebenplots, die den Leser eher verwirren als noch mehr Spannung reinzubringen. Ich bin sehr gespannt zu sehen, ob es noch eine Fortsetzung geben wird. Mit diesem Cliffhanger am Ende dieses Buches, der auch alles bisher Geschehene noch mal in Frage stellt, bin ich mir ziemlich sicher, dass da noch was kommen muss.

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84 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

vegan, rezepte, diät, kochen, abnehmen

Vegan for Fit Gipfelstürmer – Die 7-Tage-Detox-Diät

Attila Hildmann , Hubertus Schüler , Justyna Krzyzanowska
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 02.12.2016
ISBN 9783954531318
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich habe die Detox-Diät selber noch nicht ausprobiert, doch das Konzept hört sich sehr interessant an. Eine ganze Woche wird vegan gegessen, auf Gluten verzichtet und Sport gemacht. Das Buch beinhaltet viele Rezepte für die sieben Tage. Für jede Mahlzeit (Frühstück, Mittag und Abendessen) der sieben Tage gibt es zwei Rezepte, aus denen man auswählen kann. So ist genug Abwechslung garantiert. Darüber hinaus gibt es Ideen für leckere Shakes. 

Attila Hildmann geht neben den Rezeptvorschlägen auch auf das richtige Trinken, die Bewegung und Entspannungstechniken ein. Detox für den Körper und die Seele eben. Ich finde es richtig gut, wie viele Informationen in diesem Buch zusammengetragen wurden. So hat man gleich alles zusammen, was man braucht, um sofort mit der 7-Tage Detox Diät zu starten. 

Ich habe schon das ein oder andere Rezept ausprobiert. Meine Favoriten sind dabei das Haferflocken Pfannenbrot, was eine einfach zuzubereitete, glutenfreie Alternative zu normalem Brot ist, und der leckere Matcha-Schoko-Shake. Besonders gut finde ich, dass neben jedem Rezept gleich die Kalorienzahl steht. Für diejenigen, die auf Kalorien achten, ist dies sehr praktisch, so dass man das nicht für jede Zutat mühsam selber ausrechnen muss. 

Einen Punkt muss ich leider abziehen, weil die Rezepte leider nicht immer so einfach sind wie das Pfannenbrot und oft außergewöhnliche Zutaten beinhalten, die schwer zu bekommen oder überteuert sind. Dennoch findet man in dem Buch genügend Alternativen oder kann einige Zutaten auch weglassen oder ersetzen.

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49 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

thriller, los angeles, rapper, joe ide, privatermittler

I.Q.

Joe Ide , Conny Lösch , Conny Lösch
Flexibler Einband: 387 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 14.11.2016
ISBN 9783518467282
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Buch ist außergewöhnlich, ein hochintelligenter selbsternannter Detektiv in den Hoods von L.A. klärt Kriminalfälle auf. Seine Auftraggeber sind dabei meistens selber so arm, dass sie ihn nur in Naturalien bezahlen können. Dadurch sieht sich I.Q. gezwungen, einen Auftrag anzunehmen, der ihn in die Tiefen des Rap-Business zieht. 

Ich finde es gut, dass es zwei Erzählstränge gibt. In dem einen erfährt man viel über I.Q.s Vergangenheit und wie er zu dem geworden ist, der er heute ist. Der andere spielt in der Gegenwart, in der er von seinen Geldsorgen konfrontiert wird und den neuen Fall aufklären muss. Diesem fehlt es leider an Spannung und das Ende ist darüber hinaus auch noch leicht vorhersehbar. 

Weniger gut fand ich den Schreibstil. Das Buch besteht aus vielen kleinen Szenen. Ich hatte manchmal das Gefühl, eher das Drehbuch zu einem Actionfilm zu lesen. Die Sprache ist rau, wirkt manchmal übertrieben, doch ob das wirklich der Realität entspricht, kann ich nicht beurteilen. Viele Klischees werden erfüllt, u. a. sind Frauen in diesem Buch anscheinend nur dafür gut, ihre Pobacken (um es nicht ganz so heftig wie in dem Buch auszudrücken) zu zeigen. Das ist wirklich etwas, was mich sehr gestört hat. Selbst wenn es in dem Milieu der Wahrheit entspricht, muss man dieses Klischee nicht auch noch bedienen. 

Insgesamt fand ich das Buch ok, mehr nicht. Die Figur hat eine tiefgründige Hintergrundgeschichte, was sie real werden lässt und kurzzeitig das Interesse aufrecht erhält. Doch die aktuelle Geschichte ist eher mau, vorhersehbar und behaftet von Klischees.

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49 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

europa, china, reisebericht, kultur, chinesen

Neuschweinstein - Mit zwölf Chinesen durch Europa

Christoph Rehage
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei MALIK, 17.10.2016
ISBN 9783890294353
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich fand die Idee des Autors spannend, sich als Europäer einer chinesischen Reisegruppe anzuschließen, um herauszufinden, wie die Leute ticken, die normalerweise auf diese Weise Urlaub machen. Da ich selber viel reise, war ich sehr gespannt darauf, zu sehen, wie es dem Autor auf seiner Reise ergeht. 

Das Buch ist interessant geschrieben. Man bekommt einen kleinen Einblick in die Gedankenwelt der Chinesen, die ihm auf seiner Reise begegnet sind. Die Leute sind ganz verschieden, eine junge Kunststudentin, eine Mutter mit ihrem Sohn, ein Geschäftsmann und eine ältere Dame. Obwohl die Menschen aus ganz verschiedenen Kreisen kommen, wachsen sie während der Reise zu einer Gruppe zusammen und zwischen manchen von ihnen bilden sich sogar darüber hinaus noch Freundschaften. Besonders interessant fand ich den letzten Teil des Buches. Der Autor hat einige Wochen nach der Reise einige der Teilnehmer in ihrer Heimat besucht und berichtet, wie ihr Alltag aussieht. 

Das Buch war eine amüsante Lektüre. Es hat mich oft zum Schmunzeln gebracht. Ich konnte ein paar interessante Fakten über China (und auch über Europa) lernen. Es war spannend, einen kurzen Blick in die asiatische Kultur zu werfen.

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54 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

freundschaft, liebe, belinda mckeon, dublin, roman

Zärtlich

Belinda McKeon , Eva Bonné
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2016
ISBN 9783550081286
Genre: Romane

Rezension:


          Als Catherine und James sich begegnen, scheint es wie Seelenverwandtschaft zu sein. Sie sind sofort auf einer Wellenlänge, schnell entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Doch als Catherine entdeckt, dass ihre Gefühle tiefer gehen, ist sie zunächst schockiert, bevor sich ihre Gefühle schließlich zu einer Obsession mit James entwickelt.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Gefühle der beiden Hauptcharaktere werden sehr intensiv und absolut nachvollziehbar beschrieben. Es stimmt, dass in dem Buch nicht sehr viel passiert, was die Handlung angeht -  hauptsächlich Studentenalltag. Doch die beiden Charaktere machen eine emotionale Entwicklung durch, die sehr interessant zu verfolgen ist. Ich habe die Lektüre des Buches sehr genossen, vor allem auch aufgrund des angenehmen, phasenweise fast schon poetischen Schreibstils der Autorin. Ihr gelingt es sehr gut, Bilder im Kopf des Lesers entstehen  zu lassen, die emotional berühren und in Erinnerung bleiben.

Der einzige Grund, warum ich einen Punkt abziehe, ist, dass ich James Verhalten und seine Haltung zu Catherine manchmal nicht ganz nachvollziehen konnte. Meiner Meinung nach hat er sie in einem viel zu guten Licht gesehen. Ich konnte sehr gut nachvollziehen, warum James ihr so viel bedeutet hat, aber andersherum war ich mir nicht ganz sicher. James ist auf jeden Fall ein sehr komplexer Charakter, was mir sehr gefallen hat, wohingegen Catherine flacher und unreifer erscheint, was sich im Laufe des Buches aber noch entwickelt.
        

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264 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 111 Rezensionen

island, thriller, mord, adoption, krimi

DNA

Yrsa Sigurdardottir , Anika Wolff
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 26.09.2016
ISBN 9783442756568
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


          Der Titel und Klappentext hat mich sehr neugierig auf das Buch gemacht, auch weil die Autorin zu den besten Kriminalautoren der Welt gehören soll. DNA war für mich das erste Buch der Autorin und es hat mich restlos begeistert. Die Handlung ist originell. Obwohl ich sehr viel im Bereich Krimi/Thriller lese, fand ich diese Handlungsstränge und Motive der Charaktere erfrischend und interessant. 

Ich habe die ganze Zeit gerätselt, was die (extrem grausamen) Morde mit den Kindern zu tun haben, die am Anfang des Buches zur Adoption freigegeben wurden. Ich hatte zwar eine Ahnung, die sich jedoch als total falsch herausgestellt hat. Das Buch ist dadurch sehr spannend, weil man unbedingt weiterlesen möchte, um herauszufinden, wie alles zusammen hängt. Auch die Idee mit den kryptischen Codes, die etwas mit den Morden zu tun haben und die per Funk an einen total Unbeteiligten gesendet werden, fand ich sehr interessant. Ich hab da richtig ein bisschen mitgeknobelt und versucht, den Code zu entschlüsseln. 

Die Charaktere sind nicht nur oberflächlich dargestellt, wie es besonders in Krimis gerne mal vorkommt. Die Autorin schafft es, sie dem Leser nahe zu bringen und sie realistisch handeln zu lassen, was das Geschehen erschreckend glaubhaft wirken lässt.

Der Spannungsbogen des Buches ist sehr gut ausgearbeitet. Wenn man denkt, man hat eine Idee, wer der Mörder sein könnte, wird mit einer Wendung alles wieder in Frage gestellt. Es ist eigentlich bis kurz vor Schluss noch total unklar, wer der Mörder ist. Am Ende ist es jemand, von dem ich es noch mit am wenigsten erwartet hätte. 

Ich würde es uneingeschränkt jedem Krimi-/Thriller Fan weiter empfehlen.
        

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