Leserpreis 2018

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144 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 81 Rezensionen

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Deutsches Haus

Annette Hess
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 21.09.2018
ISBN 9783550050244
Genre: Romane

Rezension:

Eva Bruhns lebt noch zusammen mit ihren Eltern und zwei Geschwistern in einer Wohnung über dem Familienbetrieb "Deutsches Haus". Sie ist Dolmetscherin für Polnisch und wird mehr durch Zufall aufgrund eines kurzfristigen Personalausfalls als Übersetzerin im Auschwitz Prozess angeheuert.


Eva ist tief erschüttert über die Zeugenaussagen, die sie zu hören bekommt. Obwohl sie den Krieg als Kind schon miterlebt hat, hatte sie anscheinend keine Ahnung, was wirklich in den Vernichtungslagern passiert ist. Wie auch? Denn ihre Eltern hüllen sich in Schweigen und Verleugnung.


Eva macht im Laufe des Buches einen Reifeprozess durch. Sie wird unabhängiger, stärker und bricht schließlich mit ihren Eltern, als sie ihre eigenen Nachforschungen anstellt. Dies macht sie als Charakter tiefschichtiger und sympathisch.


Ich fand es sehr interessant, durch Evas Augen den Prozess mit zu verfolgen. Gerne hätte dieses Thema noch ausführlicher behandelt werden können. Anstelle z.B. des Nebenplots um Evas Schwester, der irgendwie außen vor wirkt und nicht wirklich in die Geschichte hinein passt, hätte die Autorin noch tiefer in das Thema eindringen können, denn so bleibt es in meinen Augen etwas oberflächlich.


Dennoch finde ich das Buch sehr lesenswert, denn es greift ein Thema auf, das beim Thema Holocaust oft zu kurz kommt: die Verfolgung der Täter und die Art und Weise, wie die Gesellschaft zur damaligen Zeit damit umgegangen ist. Durch den flüssigen Schreibstil lässt sich das Buch auch trotz des schweren Themas gut lesen.


Da ich mir ein wenig mehr Tiefe gewünscht hätte, ziehe ich einen Punkt ab und vergebe vier von fünf Punkten.


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Mit der Faust in die Welt schlagen

Lukas Rietzschel
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 07.09.2018
ISBN 9783550050664
Genre: Romane

Rezension:

Sieht so eine ganz normale Familie in Ostdeutschland aus? Diese Frage stellte sich mir das ein oder andere Mal beim Lesen. Das Buch wirkt sehr authentisch. Durch den überragenden Sprachstil kommt die triste Atmosphäre zur Geltung, so dass man als Leser die Langeweile und den Frust der Bewohner des kleinen, ostdeutschen Nests richtig nachempfinden kann.

In der Geschichte geht es um eine ostdeutsche Familie mit zwei Kindern, Philipp und Tobias, die kurz nach der Wende über 15 Jahre begleitet werden. Hauptcharaktere sind die beiden Brüder, die charakterlich sehr verschieden sind und dementsprechend unterschiedlich auf die äußeren Umstände reagieren und sich weiter entwickeln. Während der eine ein Mitläufer bleibt, in seinem Frust versinkt und einfach alles zu akzeptieren scheint, entwickelt der andere seine eigenen Gedanken zu seinem Umfeld. Da kam mir gleich die Frage in den Sinn: Inwieweit beeinflusst die Umwelt das Denken eines Individuums? Und inwieweit spielt der Charakter eine Rolle? Das kann man am Beispiel dieser beiden Brüder sehr gut beobachten.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es beschreibt auf einzigartige Weise das Gefühl, das in weiten Teilen Ostdeutschlands kurz nach der Wende (und auch immer noch heute) geherrscht haben muss. Es versucht die Frage zu beantworten, wie es in diesen Teilen zu einem so hohen Anteil an Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit kommen konnte. Und auch wenn diese Frage hier nicht beantwortet werden kann, so bekommt man doch einen guten Eindruck davon, was viele Menschen im Osten (auch wenn man nach fast 30 Jahren eigentlich nicht mehr vom "Osten" sprechen sollte) bewegt. Die Einheit ist zwar da, doch in vielen Teilen Deutschland ist sie immer noch bloß reine Theorie.

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Blutrausch - Er muss töten

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 24.08.2018
ISBN 9783548289533
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich bin ein großer Fan von Chris Carter und daher durfte ich den neuesten Thriller auf keinen Fall verpassen. Der Titel verspricht blutige Szenen, wie man es von Carter gewohnt ist. Und schon auf den ersten Seiten ist der Titel Programm. LAPD Sonderermittler Hunter und Garcia werden zu einem Tatort gerufen, der über und über mit Blut verschmiert ist. Als Ermittler der Einheit für besonders gewalttätige Verbrechen und Serienmörder ist dies für die beiden nichts Neues. Doch als nur wenige Stunden später das FBI vor der Tür steht, um den Fall an sich zu reißen, muss es sich hier doch um einen besonderen Fall handeln.

Dass es in diesem Buch nicht nur um die Ermittlungsarbeit von Hunter und Garcia geht, sondern eine Zusammenarbeit mit dem FBI, fand ich spannend, auch wenn mir die FBI Charaktere manchmal ein wenig flach rüberkamen. Es war erfrischend, dass sich dieses Mal nicht alles um Hunter gedreht hat, der die Ermittlungen mit seinen genialen Einfällen vorantreibt, sondern dass es auch ganze Passagen gibt, die ganz ohne ihn auskommen, wenn die FBI Agenten unter sich sind.

Der Schreibstil ist wie von Carter gewohnt, rasant, spannend und voller unerwarteter Wendungen. Noch kurz vor Schluss hat sich etwas ergeben, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte und auch kurz geschockt war. Ich finde, dass genau dies, gepaart mit der einzigartigen Dynamik zwischen Hunter und Garcia, die Bücher so lebendig machen. Man kann sich als Leser einfach mitreißen lassen und steckt tief im Strom einer spannenden Ermittlung.

Das Motiv des Täters und die Auflösung, was hinter den Taten steckte, fand ich einzigartig und spannend. Da man als Leser immer ganz nah am Fall bleibt, kann man sehr gut mitfiebern und eigene Theorien aufstellen, was mir besonders bei diesem Fall sehr viel Spaß gemacht hab (auch wenn ich sehr oft daneben lag).

Insgesamt hat mich der neue Carter auf keinen Fall enttäuscht. Er hat mich nur noch neugieriger auf den nächsten, zehnten Fall gemacht, denn wenn man dem (übrigens wirklich toll inszenierten) Cliffhanger am Ende des Buches glauben kann, wird man es mit einem altbekannten, faszinierenden Charakter zu tun bekommen. Ich bin jetzt schon wahnsinnig gespannt.

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106 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 68 Rezensionen

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Manhattan Beach

Jennifer Egan , Henning Ahrens
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 29.08.2018
ISBN 9783103973587
Genre: Romane

Rezension:

Ich hatte eigentlich einen Roman über eine Frau erwartet, die für ihre Träume kämpft und sich in der Männerwelt des Tauchens in den 40er Jahren behauptet. Doch ich hatte vielmehr den Eindruck, dass dieser Erzählstrang nur nebensächlich ist anstatt Hauptthema.

Das Buch ist in insgesamt drei Erzählstränge aufgeteilt, von dem einer von Anna und ihrer Familie handelt. Ein weiterer geht um Eddie, einem Nachtclubbesitzer, der in der Unterwelt New Yorks zuhause ist und für den auch Annas Vater gearbeitet hat, der verschwunden ist. Der dritte Erzählstrang verfolgt die Geschichte von Annas Vater, die ich noch am interessantesten fand.

Ich finde, dass das Buch Potential verschenkt hat, denn der Klappentext verspricht eine tiefgehende Geschichte mit starken Charakteren. Doch ich muss sagen, dass die drei Geschichten eher oberflächlich behandelt werden. Anstatt tiefer zu gehen verliert sich die Autorin in langatmigen Beschreibungen. Dadurch konnte ich zu den Charakteren keine richtige Verbindung herstellen, weil sie oberflächlich blieben.

Es ist schade, dass sich die Autorin hier nicht auf die Hauptgeschichte konzentriert hat. Normalerweise mag ich es, wenn sich verschiedene Erzählstränge miteinander verweben und am Ende ein großes Ganzes ergeben. Doch die Autorin konnte mich hier leider nicht überzeugen, so dass mir das Buch als Bruchstücke dreier Geschichten in Erinnerung bleiben wird.

Schade, da ich schon so viel Gutes über die Autorin gehört hatte. Mich konnte die Autorin leider nicht überzeugen.

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(149)

251 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 145 Rezensionen

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Vier.Zwei.Eins.

Erin Kelly , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 22.08.2018
ISBN 9783651025714
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Anhand der Aufmachung des Buches und des Klappentexts hatte ich etwas völlig anderes erwartet. Das Buch ist dem Genre "Thriller" zugeordnet, was ich allerdings absolut nicht nachvollziehen kann, denn Spannung kommt, wenn überhaupt, erst ganz zum Schluss etwas auf. Der Rest des Buches plätschert so vor sich hin und es geht nicht wirklich voran.

Hätte ich keinen Thriller erwartet, wäre die Enttäuschung vielleicht nicht so groß gewesen. Daher gebe ich dem Buch trotzdem noch milde drei Sterne, denn es hat auch seine positiven Seiten. Die Hauptcharaktere sind sympathisch und handeln, wenn man erst mal ihre Beweggründe kennt, nachvollziehbar.
Die Handlung selbst könnte durchaus spannend sein, denn sonst hätten mich der Klappentext und die Leseprobe gar nicht erst gefangen genommen. Doch leider zieht sich die Handlung so wahnsinnig zäh dahin, dass ich mehrere Anläufe gebraucht habe, um das Buch noch zu Ende zu lesen. Und wenigstens zum Schluss kam auch noch die so sehr vermisste Spannung auf.

Es ist wirklich schade, denn das Buch hätte gutes Potential für einen spannenden Thriller gehabt. Leider haperte es an der Umsetzung. Dennoch, wenn man keine großen Ansprüche an den Spannungsbogen hat, kann man das Buch gut mal zwischendurch weglesen.

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309 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 149 Rezensionen

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Der Schatten

Melanie Raabe
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei btb, 23.07.2018
ISBN 9783442757527
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Dies ist nun schon mein dritter Thriller von Melanie Raabe. Während ich von der "Falle" begeistert war, hat mich die "Wahrheit" eher enttäuscht, da ich weiß, dass Melanie Raabe es besser kann. Und dass sie es kann, hat der "Schatten" nun eindeutig bewiesen.
Es handelt sich hier um einen wahren Thriller, so spannend, dass man ihn trotz der hohen Seitenzahl in einem Rutsch durchlesen könnte. Die Idee dahinter grandios: wie sehr kann man einen Menschen manipulieren? Was passiert, wenn man einem Menschen einen Gedanken einpflanzt und ihn wachsen lässt (dies erinnert fast schon an den Film Inception)?

Wie bisher immer bei Melanie Raabe handelt es sich bei der Protagonistin um eine starke Frau, die ihre ganz eigenen Schwachstellen hat. War sie mir bei der "Wahrheit" psychisch etwas zu labil und chaotisch in ihrem Denken, hat Melanie Raabe hier genau die perfekte Mischung gefunden. Norah ist in ihrem Denken und Handeln nachvollziehbar, trifft aussagekräftige Entscheidungen und ist dazu noch sehr sympathisch. Dadurch hat sie mich als Leser für sich eingenommen.

Doch was auch ganz typisch für Melanie Raabe ist, dass man sich als Leser nie ganz sicher sein kann, dass alles so ist, wie es scheint. Ob es an einer verzerrten Wahrnehmung der Protagonisten liegt oder an Geheimnissen, die erst später aufgedeckt werden. Das gefällt mir sehr und macht die Geschichte unvorhersehbar.

Kurz zusammengefasst: Ich bin begeistert und freue mich sehr, dass Melanie Raabe nach der etwas schwachen "Wahrheit" zu ihrer großartigen Form zurückgefunden hat.
       

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67 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

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Der Sprengmeister

Henning Mankell , Verena Reichel , Annika Ernst
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 23.07.2018
ISBN 9783552059016
Genre: Romane

Rezension:

          Mankell kennt man normalerweise eher aus dem Krimi Genre, daher war es interessant, ihn mal außerhalb dieses Genres zu lesen. In dem Buch "Der Sprengmeister" geht es um das Leben von Oskar Johansson, schwedischer Sprengmeister, der bei einem Unfall als junger Mann ein Auge und seine rechte Hand verliert.

Das Besondere an diesem Buch ist, dass es einen Erzähler gibt, der Oskars Leben in vielen Fragmenten und kurzen Episoden darzustellen versucht, in anderen Kapiteln wiederum kommt Oskar selbst zu Wort.
An diesen fragmentierten Schreibstil muss man sich gewöhnen, doch mir hat er sehr gefallen. Der Autor schafft es, mit wenigen Worten viel auszudrücken und auch emotional in die Tiefe zu gehen.

Obwohl Johansson selber immer wieder betont, dass er nichts Besonderes ist ("Ich habe die Spiele gespielt, die jeder gespielt hat."), macht ihn genau diese Bescheidenheit und die Art und Weise, wie er mit seinem Schicksal umgeht, besonders und einprägsam.

"Der Sprengmeister" ist ein sehr ruhiges Buch mit einer aussagekräftigen Sprache. Es zeichnet nicht nur ein Bild von Oskar, sondern von der gesamten schwedischen Gesellschaft und deren Wandlung am Anfang des 20. Jahrhunderts.
Man sollte sich Zeit für dieses Buch nehmen, denn ich finde, dass es erst dann, wenn man hin und wieder innehält und seinen eigenen Gedanken über das gerade Gelesene nachhängt, sein wahres Potential entwickeln kann. Wenn man dazu bereit ist, gibt es von mir eine definitive Leseempfehlung.
       

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Ein Teil von ihr

Karin Slaughter
E-Buch Text: 512 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 01.08.2018
ISBN 9783959677790
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Ich habe zuvor noch nichts von Karin Slaughter gelesen, hatte aber schon viel von der Autorin gehört und war somit sehr gespannt auf ihr neuestes Buch. Der Leser wird gleich zu Beginn von der Geschichte gepackt und mitgerissen. Andy und ihre Mutter Laura sitzen in einem Diner, als plötzlich ein Amokläufer vor ihren Augen zwei Menschen erschießt und Andy soll die nächste sein. Durch das geistesgegenwärtige Handeln ihrer Mutter, die den Amokläufer mit einem Messer tötet, wird Andy verschont. Doch schon bald nach der Tat, als ein Video davon auftaucht, stellt sich die Frage, ob dies wirklich Notwehr war oder nicht viel mehr vorsätzlicher Mord. Laura wird von der Presse als gefühlskalte Tötungsmaschine dargestellt. Und Andy weiß nicht mehr, was sie glauben soll.
Noch am selben Abend wird Laura von einem Angreifer heimgesucht, den Andy zur Strecke bringen kann. Für sie beginnt eine rasante Flucht vor der Polizei und sie entdeckt Wahrheiten über ihre Mutter, die sie zuerst nicht richtig einordnen kann. Erst mit der Zeit und ganz langsam kommt die Wahrheit über ihre Mutter ans Licht.
Es gibt zwei Erzählstränge, die abwechselnd und mit viel Spannung erzählt werden. Als Leser fiebert man mit und ist zum Teil auch schockiert über das, was passiert. Insgesamt eine gute Mischung für einen Thriller. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und wird bestimmt nicht mein letztes von Karin Slaughter bleiben.
       

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91 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 85 Rezensionen

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Familie und andere Trostpreise

Martine McDonagh , Marion Ahl
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 02.07.2018
ISBN 9783959671958
Genre: Romane

Rezension:

          Sonny Anderson ist ein skurriler Typ. Zusammen mit seinem Vormund lebt er in Kalifornien, seine Mutter hat er nie kennen gelernt und sein Vater ist schon vor einigen Jahren gestorben. Er ahnt, dass seine Familiengeschichte nicht ganz gewöhnlich ist. Doch erst als er an seinem 21. Geburtstag eine Reise nach England geschenkt bekommt, erweckt in ihm sein Wunsch, mehr über seine Familie zu erfahren. So macht er sich auf, um einerseits die Drehorte seines Lieblingsfilms zu besichtigen, und Bekannte seiner Eltern aufzusuchen, um mehr über seine Geschichte zu erfahren.

Sonny ist mir von Anfang an sehr sympathisch, mit seinen kleinen Macken und teils seltsamen Abneigungen und Vorlieben. Er ist ein Durchschnittstyp, doch diese Details machen ihn zu etwas Besonderem.
Man merkt seine Zwiespalt, was seine Vergangenheit betrifft. Auf der einen Seite möchte er nichts mit dem "verrückten" Teil seiner Familie zu tun haben, doch andererseits merkt man, dass er seine Mutter doch schon gerne mal kennen lernen würde, um zu sehen, ob sie wirklich so schräg drauf ist, wie viele behaupten.

So hat dieses Buch durchaus eine emotionale Tiefe, die hinter einer Fassade von Komik und Witz versteckt ist. Diese Mischung hat mir sehr gefallen und hat die Geschichte auch so nachvollziehbar gemacht. Eine Familiengeschichte ohne Kitsch, dafür mit ganz viel Humor und zum Teil wirklich abgedrehten Episoden.

Ganz wundervoll. Auch wenn ich mich am Anfang mit den vielen (noch) unbekannten Namen etwas schwer getan habe mit der Orientierung. Die Geschichte spielt in Sonnys Kopf, zeigt seine Sicht auf die Welt und ist immer wieder auch eine tadelnde Ansprache an seine unbekannte Mutter. In dieser Gedankenwelt muss man sich als Leser erst zurechtfinden. Doch wenn man sich darauf einlässt, erlebt man eine ganz außergewöhnliche Geschichte.
       

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(49)

78 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 42 Rezensionen

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Ida

Katharina Adler
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Rowohlt, 24.07.2018
ISBN 9783498000936
Genre: Romane

Rezension:

          "Ida" handelt von einer der bekanntesten Fälle Sigmund Freuds. In seinen Berichten hat er sie "Dora" genannt, doch Ida Adler war ihr richtiger Name. Ich fand es sehr spannend, ihre Lebensgeschichte nun aus der Sicht ihrer Urenkelin, Katharina Adler, zu lesen.

Das Buch fängt mitreißend an, als Ida Adler 1941 aus Europa vor der Judenverfolgung flieht und zu ihrem Sohn nach Chicago geht. Schon bald wird ersichtlich, dass Ida sich in der neuen Situation nicht wohl fühlt. Mit ihrem Sohn als auch ihrer Schwiegertochter hat sie große Probleme. Diese werden aber erst mal nicht näher erläutert, da es recht schnell einen großen Zeitsprung gibt und die Handlung in Idas Kindheit weitergeht.

Die gesamte Geschichte ist nicht chronologisch erzählt, immer wieder gibt es Zeitsprünge in die Zukunft und zurück in die Vergangenheit. Als Leser ist dies manchmal ein wenig schwer nachzuvollziehen. Doch mit ein wenig Konzentration kann man sich nach so einem Sprung relativ schnell wieder in der Geschichte zurecht finden.

Besonders interessant und auch spannend fand ich Idas Sitzungen bei Sigmund Freud, die mir in diesem Buch leider etwas zu kurz gekommen sind, da diese auch erst relativ spät erst zur Sprache kommen. Doch wenn sie mal auftauchen, fand ich es sehr interessant, in die damalige Sichtweise auf psychische Krankheiten einzutauchen. Herr Freuds Ansichten sind ja ziemlich umstritten. So war es gut, neben seinen Berichten auch die Sichtweise seiner Patientin mal mitzuerleben und ihre Geschichte kennen zu lernen.

Sehr gelungen fand ich es, dass einigen Kapiteln ein kurzer Bericht von Freud über "Dora" vorangestellt war. In dem Kapitel selber wurde meist gar nicht weiter auf Freud eingegangen, sondern Episoden aus Idas Leben beschrieben, auf die diese Berichte Bezug nehmen. Das fand ich sehr spannend, denn dadurch wurden diese eher klinischen Berichte nachvollziehbar.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, auch wenn ich ein paar Stellen etwas langatmig fand und mir insgesamt der Bezug zu Freud etwas zu kurz kam. Die Atmosphäre der damaligen Zeit wird sehr gut rübergebracht. Und Ida ist eine einzigartige Frau mit einer interessanten Geschichte.
       

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(69)

88 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 68 Rezensionen

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Das Jahrhundertversprechen

Richard Dübell
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.06.2018
ISBN 9783548289663
Genre: Historische Romane

Rezension:

          Ich war sehr gespannt auf diesen dritten und somit letzten Teil der Trilogie um die Familie von Briest. Von den ersten beiden Teilen war ich schon begeistert und hatte daher hohe Erwartungen an den Abschluss. Nun, was soll ich sagen, ich wurde nicht enttäuscht.

Im letzten Teil der Saga geht es weiter mit Otto und Hermine von Briest, die sich mit ihrer Detektivagentur durch die Wirtschaftskrise Ende der 20er Jahre schlagen. Die Detektei steht kurz vor dem Bankrott, die Familie hoch verschuldet und es kann eigentlich nur noch ein Wunder helfen, damit das Gut im Familienbesitz bleiben kann.
Doch wie man es aus den letzten Teilen kennt, geht es in einem Band nie um nur eine Generation. Luisa, die Tochter der Briests, wächst heran. Ihr großer Traum ist die Schauspielerei, doch die Ausbildung ist für die finanziell fast ruinierte Familie so gut wie unerreichbar. Ziehsohn Max Brandow zieht es zu den Automobilien, deren Entwicklung in diesen Jahren so richtig Fahrt aufnimmt. Er wird Rennfahrer und Mechaniker und träumt von einer eigenen Tankstelle.

So haben alle Familienmitglieder ihren eigenen Traum in einer Zeit, die immer beängstigender und unsicherer wird. Doch umso mehr stärkt sich ihr Zusammengehörigkeitsgefühl, wofür ich diese Familie bewundere.

Der Schreibstil von Richard Dübell ist gewohnt gut, flüssig und bis aufs letzte Detail recherchiert. Ich mag seine Bücher sehr, da sie einen wirklich gut in die entsprechende Zeit entführen, in der seine Bücher spielen. Mit vielen kleinen Details wird die Geschichte realistisch und sehr interessant. Es gelingt ihm sehr, die Atmosphäre dieser dunklen, beängstigenden Zeit einzufangen. Daher finde ich es schade, dass die Trilogie hiermit seinen Abschluss genommen hat. Nach mehr als einem Jahrhundert, in der ich als Leser viel über die Geschichte gelernt habe, heißt es Abschied nehmen. Ich hoffe aber darauf, dass dies nicht Dübells letzter historischer Roman sein wird.

Das Buch ist gut, doch einen Punkt muss ich leider abziehen, weil mich die Familiengeschichte in diesem Band nicht ganz so sehr gepackt hat wie in den beiden letzten. Ich kann nicht genau sagen, woran es gelegen hat. Ich bin einfach nicht ganz so gut warm geworden mit diesem Buch. Dennoch würde ich es auf jeden Fall weiterempfehlen, denn es geht hier ja nicht nur um die Familie von Briest.

Wer geschichtlich interessiert ist, wird damit auf jeden Fall glücklich werden, denn die Präzision und Detailtreue, mit der die Atmosphäre der damaligen Zeit neu erschaffen wird, ist einfach unschlagbar.
       

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(131)

186 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 115 Rezensionen

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Der Alphabetmörder

Lars-Erik Schütz
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.06.2018
ISBN 9783548289304
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Fallanalytiker Jan Grall wird zur Unterstützung bei der Aufklärung einer brutalen Mordserie in seine alte Heimat angefordert. Der Mörder vergibt seinen Opfern Buchstaben. Im schlimmsten Fall werden dem ersten Opfer also noch 25 folgen. Und als gegenüber Jans Hotelzimmer ein Z an die Wand geschmiert wird, ist sicher, dass Jan nicht nur das Leben der weiteren Opfer, sondern auch sein eigenes retten muss.

Das Buch ist super spannend geschrieben und kommt trotzdem ohne übertriebene Effekthascherei aus. Ich bin gut in die Geschichte reingekommen und habe sofort Zugang zu den Hauptpersonen gefunden. Der Fall nimmt sehr schnell an Fahrt auf, so dass man als Leser nur so durch die Seiten rast, weil man unbedingt auf die Auflösung des Falls wartet. Doch zwischendrin gibt es immer wieder unerwartete Wendungen, die Auflösung am Ende eine echte Überraschung.

Ich liebe Bücher, die so spannend geschrieben sind und einen richtig in die Handlung reinziehen, so dass man das Buch kaum beiseite legen kann. Die Charaktere sind mir dabei fast genau so wichtig wie die Handlung. Und dieses Buch ist ein Volltreffer. Sympathische, nachvollziehbare Charaktere, die nicht in die Klischeefalle tappen und ein wirklich interessanter, spannender Fall, der gelöst werden muss. Ich bin begeistert.

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(78)

84 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 73 Rezensionen

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Der einsame Bote

Gard Sveen , Günther Frauenlob
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 08.06.2018
ISBN 9783471351505
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Auf dem Klappentext habe ich einen Hinweis vermisst, dass es sich hier um einen reinen Fortsetzungsband zu "Teufelskälte" handelt. Ohne den Vorgänger zu kennen, ist das Buch, denke ich, kaum lesbar, da fast nichts aus dem Vorgängerbuch, worauf hier angespielt wird, noch mal erklärt wird. Ich habe "Teufelskälte" zwar vor einer Weile schon gelesen, hätte es aber wahrscheinlich jetzt noch ein zweites Mal lesen sollen, um richtig in dieses Buch hinein zu kommen.

Zum Inhalt: Es geht immer noch um ein verschwundenes Mädchen, Amanda. Im Vorgängerband wurde sie für tot und der Fall, nachdem auch der vermeintliche Täter tot aufgefunden wurde, für gelöst erklärt. Doch nun gibt es Hinweise, dass der Täter und auch Amanda noch am Leben sind. Trotz drohender Suspendierung macht sich Tommy im Alleingang auf die Suche. Wieder mit dabei ist auch Susanne, alleinerziehende Mutter einer Tochter, die ebenso in Gefahr schwebt, die Tommy so gut es ihr möglich ist, unterstützt.

Ich bin nur sehr schwer in dieses Buch reingekommen. Zum Teil lag es daran, dass viele Details aus dem letzten Teil wieder aufgegriffen aber leider nicht näher erklärt wurden. Zum anderen hätte ich mir zumindest einen neuen Fall für dieses Buch gewünscht. Dass es aber immer noch rein um den letzten Fall geht, stärkt meinen Eindruck nur noch mehr, dass dieser Teil nur als Abschluss des letzten gedacht war. So ist kaum Spannung aufgekommen und man hat eigentlich nur auf die Lösung gewartet. Ein eigenständiges Buch ist "Der einsame Bote", meiner Meinung nach, nicht.

Zumindest bin ich froh, dass dieser alte Fall nun aufgeklärt werden konnte. Zwischendrin hatte ich befürchtet, dass man hier noch einen dritten Teil anhängen möchte. Den wird es vermutlich auch geben, wenn ich den Schluss richtig gedeutet habe, doch wenigstens ist der Fall um die verschwundene Amanda nun endlich mal abgeschlossen.

Für mich war das Buch aus den oben genannten Gründen enttäuschend. Eine nicht wirklich gelungene Fortsetzung zu "Teufelskälte", die kaum Spannung erzeugen konnte. Schade. Ich hoffe, dass Gard Sveen mit seinem nächsten Buch wieder an die beiden Vorgänger herankommen kann.
        

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206 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 129 Rezensionen

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Kluftinger

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 27.04.2018
ISBN 9783550081798
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein neuer Fall für Klufti! Und dieses Mal soll er selber das Opfer werden. Aus einem geschmacklosen Streich auf dem Friedhof wird bald bitterer Ernst, als jemand Kluftingers Tod auf den Tag genau vorhersagt.

Wie gewohnt ist auch der neueste Teil der Kluftinger Reihe sehr unterhaltsam geschrieben. Dass Klufti gerade erst Opa geworden ist und sich erst langsam an die Betreuung seines Enkels gewöhnen muss, bringt so manche witzige Situation mit sich. Überhaupt ist es sehr erfrischend mal einen Krimi zu lesen, in dem der Ermittler nebenbei ein ganz normales Familienleben hat.

Dieser Fall dringt sehr tief in Kluftingers Vergangenheit ein. Ich fand es sehr interessant, etwas über seine Jugend und seinen Werdegang bei der Polizei zu erfahren.

Ich finde, dass es nicht der beste Kluftinger ist, da der Fall erst spät Fahrt aufnimmt, was dem Buch bis zum Mittelteil etwas an Spannung nimmt. Doch trotzdem war es sehr unterhaltsam und ich bin jetzt schon gespannt auf einen nächsten Teil.

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515 Bibliotheken, 15 Leser, 2 Gruppen, 155 Rezensionen

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Wie man die Zeit anhält

Matt Haig , Sophie Zeitz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.04.2018
ISBN 9783423281676
Genre: Romane

Rezension:

Tom Hazard ist ein Albatross. Er sieht aus wie 40, hat jedoch schon mehr als 400 Jahre auf der Welt gelebt und viel Leid, aber auch Freude erlebt. Um nicht aufzufallen, kann er nirgendwo länger als acht Jahre bleiben. Und nun steht er wieder vor der Entscheidung, wohin er als nächstes gehen möchte. Er entscheidet sich für London. Nicht die leichteste Wahl, denn dort hat er einst seine große Liebe an die Pest verloren. Doch die Sehnsucht und der Wunsch danach seine einzige Tochter, die er seitdem nicht mehr gesehen hat, irgendwann zu finden, treibt ihn dorthin zurück. Er muss sich seinem tiefsten Schmerz stellen und hat es nicht leicht, dort ein neues Leben aufzubauen. Umso komplizierter wird es, als die bezaubernde Camille auftaucht, die ihn von irgendwoher zu kennen meint.

Das Buch hat mich wirklich begeistert. Zusammen mit Tom erlebt man in Rückblenden sein ganzes Leben, teilt sein Leid, aber auch sein Glück. Ich hab das Buch innerhalb von zwei Tagen durchgelesen, weil ich es nur schwer aus der Hand legen konnte. Es ist toll geschrieben, verbindet fantastische Elemente mit historischen und weckt ganz große Gefühle. Tom ist sehr sympathisch, wie normal er in der ganzen Zeit mit diesen Schicksalsschlägen doch geblieben ist. Man muss einfach wissen, wie es mit ihm weitergeht und ob er eine Chance hat, seine Tochter irgendwann noch mal zu finden, denn ob sie überhaupt noch lebt, weiß er nicht.

Ich hab selten ein Buch gelesen, das mich so gefangen genommen hat. Aus diesem Grund liebe ich Bücher, weil sie einen in eine komplett andere Welt mitnehmen können, wenn sie interessant, spannend, gut geschrieben und einfach fesselnd sind. Und auf dieses Buch trifft alles zu. Ein ganz wunderbares Buch.

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Das Eis

Laline Paull , Dorothee Merkel
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Tropen, 31.03.2018
ISBN 9783608503524
Genre: Romane

Rezension:

Polarforscher Tom Harding wurde beim Einsturz einer Gletscherhöhle getötet. Seine Leiche wurde erst vier Jahre später von Passagieren eines Kreuzfahrtschiffes entdeckt, als diese Zeugen eines Kalbungsprozesses dieses Gletschers waren. Kurz darauf beginnt der Aufklärungsprozess in London, um die Todesumstände des Forschers zu klären. Wichtigster Zeuge dabei ist Sean Cawson, bester Freund des Getöteten und Überlebender des Einsturzes. 

Sean muss sich Vorwürfen von Seiten Toms Familie stellen und Anfeindungen von Naturschützern, denn wie er selber schmerzlich erfahren muss, ist seine Luxuslodge in der Arktis nur ein Vorwand für seine Geldgeber, um eigentlich ganz andere Interessen dort zu vertreten.

Ich konnte mich sehr gut in die Geschichte hinein versetzen, was auch am spannenden und flüssigen Schreibstil der Autorin liegt. Sie versteht es, überwältigende Naturbilder in der Fantasie des Lesers zu kreieren, so dass die Arktis vor meinem inneren Auge zum Leben erweckt wurde. 

Zwischen den einzelnen Kapiteln gibt es kurze Auszüge aus realen Berichten von Polarforschern, wie z.B. Knud Rasmussen, die zwar nicht direkt etwas mit der Geschichte zu tun haben, doch die wunderbar hinein gepasst haben und der so für mich als Laien ungreifbaren Arktis etwas Authentisches verliehen haben. Diese kurzen Episoden haben mein Interesse so stark geweckt, dass ich auf jeden Fall noch weiter in die Richtung recherchieren werde. Somit hat die Autorin ihr Ziel, nämlich das Interesse an der Arktis und vor allem auch deren Bedrohung durch den Menschen, hat sie somit bei mir völlig erreicht.

Auch die Gedanken und zum Teil widersprüchlichen Gefühle von Sean Cawson und seine Entwicklung im Laufe der Geschichte wurden nachvollziehbar dargestellt. Ohne zu viel zu verraten fand ich das Ende sehr gelungen.

Der Roman wird mir bestimmt noch länger im Kopf bleiben. Ich würde ihn definitiv weiter empfehlen.

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133 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 76 Rezensionen

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Höllenjazz in New Orleans

Ray Celestin , Elvira Willems
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2018
ISBN 9783492060868
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Krimi basiert auf dem Axeman Mörder, der in New Orleans des frühen 20. Jahrhunderts sein Unwesen trieb. Sein Markenzeichen: seine Opfer werden mit einer Axt getötet und er hinterlässt mysteriöse Tarotkarten. Das Buch wurde als True Crime Krimi angepriesen, was ich grundsätzlich sehr spannend finde. Allerdings finde ich, dass der True Crime Anteil hier etwas zu kurz kam. Vor allem hätte ich mir eine kurze Erklärung gewünscht darüber, was der Fantasie des Autors entsprungen ist und was auf wahren Begebenheiten beruht.

Grundsätzlich ist das Buch gut geschrieben. Es gibt drei verschiedene Personen, die die Ermittlungen auf eigene Faust in die Hand nehmen. Das ist ein interessanter Ansatz und die drei Charaktere auch sehr interessante, einzigartige Persönlichkeiten. Jeder von ihnen geht verschiedenen Spuren nach und ermitteln auf völlig unterschiedliche Weise, doch zum Schluss kommen alle, auch wenn auf anderen Wegen, zum selben Ergebnis.

Die Atmosphäre in New Orleans ist wirklich toll beschrieben. Ich konnte mich sehr gut an den Ort und die einzigartige Stimmung hineinversetzen. Man spürt die Lebenslust der Bewohner, die Energie des Jazz, die durch die gesamte Stadt schwingt, aber auch die Spannungen zwischen Schwarz und Weiß, die zu der Zeit noch sehr ausgeprägt waren, und natürlich die Angst, die umgeht, dass jeder das nächste Opfer des Axemörders werden könnte.

Meine einzigen Kritikpunkte sind, dass mir für ein Buch, das so als True Crime angepriesen wird, zu wenig darauf eingegangen wurde, was wirklich auf Fakten beruht. Und zum Schluss wird es ziemlich verwirrend, wenn das Erzähltempo noch mal angezogen wird und alle Beteiligten ihre finalen Schlüsse ziehen. Da bin ich das ein oder andere Mal nicht mit ganz mitgekommen bzw. fehlte mir die ein oder andere Erklärung. Trotzdem würde ich das Buch an diejenigen weiterempfehlen, die einen guten Krimi suchen.

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78 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

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Böse Schwestern

Mikaela Bley , Katrin Frey
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.02.2018
ISBN 9783548288611
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Mord in ihrer Heimatstadt führt Ellen Tamm nach vielen Jahren zurück in ihre Heimat. Dort muss sie sich mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen und dies mehr als ihr lieb ist. Alles dort erinnert sie an ihre Zwillingsschwester, die vor vielen Jahren im See ertrunken ist. Doch ob dies wirklich ein tragischer Unfall war, ist plötzlich nicht mehr so sicher.

Das große Thema in diesem Krimi sind komplizierte Familienverhältnisse und die Frage, inwieweit Kinder schon grausam sein können und für ihre Taten verantwortlich gemacht werden können.

Ellen Tamm ist eine interessante Persönlichkeit. Dadurch, dass man als Leser tief in ihre Vergangenheit eintaucht, lernt man sie sehr gut kennen und kann ihre Handlungen nach einiger Zeit besser nachvollziehen als zu Anfang, als sie teils in manchen Situationen leicht hysterisch gewirkt hat.

Der Fall ist spannend und macht im Laufe der Ermittlungen einige unerwartete Wendungen durch, die den Fall und alle Beteiligten in einem ganz neuen Licht erscheinen lassen. Das hat mir besonders gut gefallen, denn die Auflösung am Schluss kommt noch einmal völlig unerwartet, obwohl man zeitweise dachte, das Rätsel vielleicht schon gelöst zu haben.

Der Krimi ist interessant und spannend bis zum Schluss. Daher würde ich ihn definitiv weiterempfehlen. 

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83 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 60 Rezensionen

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Revolution im Herzen

Claudia Beinert , Nadja Beinert
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.04.2018
ISBN 9783426654330
Genre: Historische Romane

Rezension:

Lenchen Demuth wird in ärmlichen Verhältnissen in Sankt Wendel geboren. Sie wird von allen nur "Zitterhand" genannt, da ihre Hände besonders bei Aufregung anfangen zu zittern. Dadurch wirkt sie auf ihr Umfeld tollpatschig und zu keiner richtigen Arbeit zu gebrauchen. Nach dem Tod ihres Vaters verlässt sie ihr Elternhaus, um nach Trier zu gehen, um sich dort trotz ihres Makels eine Stelle als Dienstmädchen zu suchen. So lernt sie schon früh, sich durchzukämpfen und für sich selber einzustehen. 
Durch einen Zufall wird sie von der Baronenfamilie von Westphalen als Dienstmädchen aufgenommen. Was Lenchen noch nicht weiß, ist, dass sich dies als wahrer Glücksgriff herausstellen wird, denn sie wird dieser Familie nicht mehr von der Seite weichen. 
Karl Marx ist mit den Kindern Jenny (die er später auch heiraten wird) und Edgar befreundet. Auf Lenchen wirkt er mit seinem bösen, eindringlichen Blick und der dunklen Haarpracht unheimlich. Die Ablehnung scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Doch im Laufe der nächsten Jahrzehnte wird sich eine ganz besondere Liebe zwischen den beiden entwickeln. 

Die Schwestern Beinert zeichnen in diesem Buch ein beeindruckendes Porträt von Lenchen. Sie kümmert sich aufopferungsvoll um die Familie und scheut auch nicht davor zurück, ihre Meinung zu sagen und Veränderungen im Leben der Familie durchzusetzen, wenn sie diese für nötig hält (wie z.B. das Einführen des unerwünschten Schuldbretts, um die Finanzen im Überblick zu behalten). Sie ist intelligent, kann Lesen und Schreiben und ist für ihre Verhältnisse überraschend gebildet. Sie macht eine Entwicklung durch von der schüchternen "Zitterhand" zu einer starken Persönlichkeit. 

Mir hat die Lektüre des Buches sehr gefallen. Die Atmosphäre der damaligen Zeit wird authentisch rübergebracht. Man leidet bei dem auf und ab, das die Familie ständig begleitet, richtig mit. Besonders gefallen hat mir aber, wie die Entwicklung der Beziehung zwischen Karl Marx und Lenchen Demuth dargestellt wird. Dies passiert sehr unterschwellig, doch als die Gefühle schließlich bei beiden mit voller Kraft ausbrechen, passiert dies leidenschaftlich und vollkommen nachvollziehbar. 

Ich finde, dass durch diese besondere Liebe noch mal eine andere Seite des Karl Marx gezeigt wird, über die man nur selten liest, denn es wird oft verdrängt, dass dieser Revolutionär und Kämpfer für den Kommunismus auch eine zärtliche und familienbezogene Seite hat.

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91 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 64 Rezensionen

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Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée

Beate Sauer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.01.2018
ISBN 9783548289571
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Deutschland im Winter der Nachkriegszeit. Friederike Matthée ist bei der Weiblichen Polizei und soll den Leutnant Richard Davies bei einem Mordfall unterstützen. Ein Schwarzhändler wurde umgebracht und der einzige Zeuge ist ein kleiner Junge. 

Ich fand die Charaktere interessant. Beide haben ihre Vergangenheit und ein Geheimnis, das sie hüten. Richard Davies, geboren in Deutschland, der nun auf der Seite der Briten kämpft. Und Friederike Matthée, die aus Ostpreußen geflohen ist und auf ihrer Flucht viel Schreckliches erlebt hat.

Die düstere Atmosphäre, die Armut, Hunger und bittere Kälte des Nachkriegsdeutschlands zeigt, zieht sich durch das ganze Buch und wirkt erschreckend realistisch. Man sieht sehr deutlich, mit welchen ursprünglichen Problemen die Menschen zu kämpfen hatten und dass es trotz Ende des Krieges jeden Tag aufs Neue um das Überleben geht.

Betrachtet man nur die Charakter und Atmosphäre, hätte der Krimi 5 Sterne verdient. Leider zieht sich das Buch in der Mitte ein wenig. Die Spannung vom Anfang kann nicht aufrecht erhalten werden und phasenweise scheint die Handlung ein wenig vor sich hin zu plätschern, ohne dass wirklich etwas passiert.

Daher würde ich den Krimi zwar weiterempfehlen, da die Geschichte im Grunde gut und die Atmosphäre gut rübergebracht wird, doch nur an Leser, die auch geschichtlich interessiert sind, da hier der Schwerpunkt des Buches liegt und der eigentliche Kriminalfall öfter in den Hintergrund rückt.

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161 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 69 Rezensionen

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Die Morde von Pye Hall

Anthony Horowitz , Lutz-W. Wolff
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.03.2018
ISBN 9783458177388
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Susan Ryeland ist Lektorin des Bestseller Autors Alan Conway. Als sie das Manuskript seines neuen Krimis bekommt, fehlt das letzte Kapitel und somit die Auflösung des Täters. Doch bevor sie Conway nach dem fehlenden Kapitel fragen kann, wird der Autor tot aufgefunden. Susan zweifelt daran, dass es wirklich Selbstmord war und findet seltsame Parallelen zu seinem letzten Roman.

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Man hat hier sozusagen eine Geschichte in einer Geschichte und kann in beiden Fällen miträtseln. Alle Charaktere und möglichen Verdächtigen werden sehr detailreich vorgestellt, so dass man gut eigene Schlüsse und Verdächtigungen anstellen kann. So fiebert man der Auflösung am Ende entgegen, ohne jemals sicher zu sein, ob es diese Auflösung überhaupt geben wird. Denn ob Susan das letzte Kapitel finden wird und ob Conway wirklich Selbstmord begangen hat, bleibt bis zum Schluss offen.

Teilweise ist mir das Buch aber auch ein wenig langatmig vorgekommen. Zuerst liest man das Manuskript, was die ersten 300 Seiten einnimmt und was mir auch sehr gut gefallen hat. Man fühlt sich hineinversetzt in einen Agatha Christie Krimi in der englischen Provinz. Danach gibt es einen Schnitt und geht es weiter in der "Realität", wo die Suche nach dem letzten Kapitel beginnt. Dieser Teil fängt sehr spannend an, zieht sich aber leider zum Ende hin immer mehr. Mir kam es auch so vor, als ob sich manche Teile wiederholt haben, die ich zum Teil dann übersprungen habe. Das war schade, weil es den Lesefluss unnötig verlangsamt hat.

Insgesamt ist es aber ein sehr gutes, außergewöhnliches Buch, was ich sehr gerne gelesen habe und auch Fans des typischen Krimis unbedingt weiterempfehlen würde.
        

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71 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 47 Rezensionen

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Nackt über Berlin

Axel Ranisch
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein fünf, 23.02.2018
ISBN 9783961010134
Genre: Romane

Rezension:

Ich bin ganz begeistert von diesem Buch. Ich habe den Titel eher per Zufall entdeckt und war mir erst gar nicht sicher, ob es etwas für mich ist. Doch ich bin froh, dass ich mich darauf eingelassen habe.

Es geht um zwei Freunde: Jannik, der Tschaikowsky vergöttert, über ein unglaubliches Wissen über klassische Musik verfügt, sich selber, seine Stimme und seine eigenen Wünsche und Träume aber erst noch finden muss. Und Tai, der erst vor ein paar Jahren aus Vietnam nach Berlin gekommen ist, eine ausgeprägte Fantasie hat und der sein Leben durch die Linse seiner Kamera, die er ständig bei sich trägt, wahrnimmt und dokumentiert. Durch Zufall begegnen sie eines Nachts ihrem völlig betrunkenen Direktor und Tai hat plötzlich eine Idee: Den Direktor in seinem hochmodernen Apartment einzuschließen und ihn mit Kameras zu überwachen. Kommunizieren können sie schriftlich mit ihm über seinen Laptop.

Was erst mal ziemlich banal klingt, bekommt schnell eine außergewöhnliche Tiefe, alsTai das Thema auf Melanie lenkt, einer Schülerin, die sich vor kurzem vom Dach der Schule in den Selbstmord gestürzt hat. Die Geschichte bekommt eine ganz neue Dimension, als der Lehrer beginnt auszupacken. 

Währenddessen macht sich Jannik ganz andere Gedanken. Um Tai, und welche Rolle er in dieser Geschichte spielt. Und was ist mit ihm selber? Nutzt Tai ihn nur aus, um die Verantwortung der Tat, auf ihn abzuwälzen? War alle von Anfang an von Tai so geplant oder verlieren sie langsam die Kontrolle in diesem Spiel, das zuerst ganz harmlos begann, doch schnell ernst wird?

Ich finde die Charaktere sehr gut dargestellt. Als Leser bekommt man die Chance ganz tief in ihre Gedanken- und Gefühlswelt einzutauchen. Besonders gut hat mir die Entwicklung von Jannik gefallen, der sich seinem eigenen Handeln immer mehr bewusst wird und seine eigene Stimme findet. Je weiter der Roman fortschreitet, umso tiefer dringt man in die Psyche aller Charaktere ein. So eine charakterliche Tiefe hätte ich von diesem Roman erst gar nicht erwartet, da Titel und Cover eher an Humor erinnern.

Doch auch der Humor kommt nie zu kurz. Es gibt so viele, teils so absurde Situationen, die mich zum Lachen gebracht haben, so dass ich mich perfekt unterhalten gefühlt habe.

Ich würde das Buch ganz klar weiterempfehlen. Es ist wunderbar unterhaltsam und gleichzeitig bietet es eine tolle Geschichte über zwei ganz außergewöhnliche Jugendliche, die nach ihrem Weg im Leben suchen und die Konsequenzen ihres Handelns kennen lernen müssen. Man muss sich aber auch darüber bewusst sein, dass hier zum Teil derbe Jugendsprache gebraucht wird. Wen das stört, sollte vielleicht eher nach einem anderen Buch greifen. Alle anderen sollten zugreifen und werden mit einer tollen Geschichte belohnt.

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58 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

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Das Glück kurz hinter Graceland

Kim Wright , Elfriede Peschel
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.03.2018
ISBN 9783548289120
Genre: Romane

Rezension:

          Vielleicht bin ich etwas voreingenommen, da ich Elvis sehr mag und selber einen Roadtrip auf einer sehr ähnlichen Route vor einiger Zeit unternommen habe, aber ich fand das Buch einfach nur wunderbar.
Cory findet nach dem Tod ihrer Mutter den schwarzen Blackhawk, der einmal Elvis gehört hat. Im Rekorder befindet sich die wahrscheinlich letzte Aufnahme des King of Rock'n'Roll. Cory hat Grund zur Annahme, dass Elvis ihr leiblicher Vater ist und macht sich auf eine Reise quer durch den Süden der USA bis nach Graceland, um den Blackhawk zurück zu bringen, aber auch um ihrer eigenen Herkunft näher zu kommen.
Wie schon erwähnt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Cory war mir von Anfang an sympathisch und so hat es großen Spaß gemacht, sie auf ihrer Reise zu begleiten. Die Spannung wurde durchweg durch die Frage der Vaterschaft aufrecht erhalten, denn plötzlich tauchen noch zwei andere Anwärter auf. Ist Cory wirklich die Tochter von Elvis? Cory findet auf dieser Reise nicht nur über sich selbst, sondern auch über ihre Mutter viel Neues heraus. Es entsteht ein ganz anderes Bild von ihr als das, was sie jahrelang in ihrem Kopf hatte.
Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und hinter jeder Ecke lauern neue unerwartete Wendungen, so dass ich das Buch in nur zwei Tagen durchgelesen habe. 
Ich fand es besonders gut, dass zwischendurch immer wieder Erzählungen aus Honeys Sicht, Corys Mutter, eingestreut wurden. Dies hat die spannenden, fehlenden Lücken geschlossen, die sich während des Lesens aufgetan haben. Man ist hier sehr nah an den Figuren dran. Wenn Honey erzählt hat, konnte ich das Leben auf Graceland tatsächlich vor mir sehen. Nicht nur den Glamour, sondern vor allem auch die nicht so tollen Seiten, die ein Leben an der Seite des wohl größten Superstars zu der Zeit mit sich gebracht hat. Auch wenn hier natürlich auch viel der Fantasie der Autorin entsprungen ist, wirkt es doch sehr authentisch und gut recherchiert.
Einen ganz kleinen Kritikpunkt habe ich dann doch noch: Die Route 66 ist nämlich kein Teil dieses Roadtrips, wie es fälschlicherweise auf dem Cover angedeutet wird. Die verläuft in der Realität nämlich viel weiter westlich als die Strecke, die Cory abgefahren ist.
Ich würde das Buch definitiv weiterempfehlen. Natürlich nicht nur Elvis Fans, doch diesen wird es bestimmt ganz besonders gut gefallen.         

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166 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 107 Rezensionen

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Das Lied der toten Mädchen

Linus Geschke
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.01.2018
ISBN 9783548289311
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Dieser Krimi ist ein wenig anders als der typische Krimi, denn hier ermittelt nicht die Polizei, sondern zwei Journalisten. Jan Römer und Stefanie Schneider ("Mütze") recherchieren in diesem Fall, um ihn in ihrer Serie zu ungeklärten Mordfällen zu veröffentlichen.
Vor zwanzig Jahren wurde auf dem Wilzenberg eine junge Frau ermordet. Neben ihr wurde eine Spieluhr gefunden, die das Schlaflied "Hush Little Baby" spielt. Allen Indizen nach handelte es sich damals um eine Beziehungstat, auch wenn der Mörder nie gefunden wurde. Als Jan & Mütze anfangen, den Fall neu aufzurollen, gehen ihre Ermittlungen auch noch in eine andere Richtung, nämlich um das Geheimnis des ominösen Hauses am Wilzenberg, in dem das Opfer vor ihrem Tod gearbeitet hat. Diese Ermittlungen scheinen den Täter neu anzustacheln, denn nun - zwanzig Jahre später - gibt es eine zweite Leiche. Der Täter hat erneut zugeschlagen.
Dass hier zwei "Laien" am Werk sind, die versuchen, die Tat aufzuklären, fand ich sehr erfrischend. Obwohl ich vorher noch keinen Jan Römer Fall gelesen habe, waren mir die beiden auf Anhieb sympathisch. Mütze erscheint mir wie ein weiblicher Kumpeltyp, auch wenn dieser Eindruck im letzten Drittel ein wenig revidiert wird, was für mich überraschend kam. Vielleicht war ich aber zu Anfang auch so von der Handlung gefangen genommen, dass ich hier nicht so sehr auf die Details geachtet habe.
Der Fall an sich ist sehr spannend. Es ist sehr lange unklar, wer der Täter sein könnte und ob es überhaupt eine Auflösung am Ende geben wird, schließlich gilt der Fall als ungeklärter Mordfall. Dass zwei Journalisten plötzlich den Fall lösen können, ist zunächst unwahrscheinlich.Doch Jan & Mütze sind ein wirklich gutes Team mit einer hervorragenden Kombinationsgabe (fast schon ein wenig zu gut), die es ihnen ermöglicht, neue Schlüsse zu ziehen, die bisher von der Polizei entweder nicht weiter verfolgt oder möglicherweise vertuscht wurden. Es hat mir sehr gefallen, dass der Fall hier eine sehr überraschende Wendung genommen hat.
Ich fand es gut, wie der Autor die unheimliche Atmosphäre vom Wilzenberg eingefangen hat. Die ganze Mordszene ist schon sehr gruselig: die Dunkelheit, die Stille der Natur und dann nur ganz leise die Klänge der Spieluhr. Das war gut gemacht. Und überhaupt hat er einen wunderbaren Sinn für Atmosphäre und Spannungsaufbau. Durch die wechselnden Erzählperspektiven meint der Leser oft mehr zu wissen als Jan & Mütze, doch ob dem wirklich so ist, erfährt man erst ganz zum Schluss.
Was mir nicht ganz so gut gefallen hat, ist, dass es an manchen Stellen deutlich wird, dass es sich um eine Serie von Büchern handelt. Natürlich kann man dieses Buch als abgeschlossenes Werk betrachten. Doch manchmal gibt es Andeutungen auf etwas, das wahrscheinlich erst in einem späteren Teil aufgelöst werden wird (wie z.B. Anspielungen auf Mützes Vergangenheit, von der sie Jan wahrscheinlich irgendwann einmal erzählen wird oder die Andeutung eines neuen Falls am Ende). Da ich kein großer Fan von Serien bin und nicht gerne dazu "gedrängt" werde, weitere Teile zu kaufen, hat mich das ein wenig gestört. Aber das ist nur ein kleiner Kritikpunkt, der im großen Ganzen wahrscheinlich auch nicht so auffällt.
Insgesamt ist "Lied der toten Mädchen" ein sehr gelungener, spannungsreicher Krimi, den ich auf jeden Fall weiter empfehlen würde.        

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369 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 162 Rezensionen

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Schlüssel 17

Marc Raabe
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.02.2018
ISBN 9783548289137
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als Tom Babylon zum Tatort eines neuen Mordfalls gerufen wird, ist er geschockt, denn das Opfer trägt denselben Schlüssel um den Hals, den seine kleine Schwester bei sich hatte, als sie damals verschwunden ist. Zusammen mit der Psychologin Sita Johanns macht er sich eigenständig auf die Suche nach dem Mörder, da er selber durch seine persönliche Verstrickung von dem Fall abberufen wurde. Beide sind trotz fehlender Sympathie aufeinander angewiesen, da sie beide ihre Geheimnisse aus der Vergangenheit haben, die sie nach und nach einzuholen drohen.
Das Buch ist packend geschrieben, die Geschichte spannend und es gibt einige unerwartete Wendungen. Zwischendrin werden immer mal wieder Episoden aus Toms Vergangenheit eingeblendet, die etwas mit dem Schlüssel   zu tun haben und somit immer noch Auswirkungen auf die Gegenwart zu haben scheinen. Das fand ich gut gemacht, denn so wird Tom sympathischer, menschlicher und seine Handlungen werden nachvollziehbarer. Außerdem lernt man so die anderen aus Toms ehemaliger Clique besser kennen, die alle auch noch eine Rolle in diesem Mordfall spielen. 
Das Buch ist in kurze Kapitel aufgeteilt, die oft die Perspektive wechseln. Das hat mir zuerst gut gefallen, da das automatisch das Lesetempo erhöht und durch ständige Cliffhanger Spannung aufbaut. Doch zum Ende hin wurde es doch etwas verwirrend und unübersichtlich, so dass ich teilweise den Faden verloren habe und zurückblättern musste, um bestimmte Details noch einmal nachzuschlagen. Das fand ich schade, da mir das Buch ansonsten sehr gut gefallen hat. Doch dieses Zurückblättern hat mich im Lesefluss gestört. Ein etwas weniger komplizierter Hintergrund hätte mir besser gefallen, vor allem da einige Handlungsstränge gar nicht richtig aufgelöst werden und ich mir daher nicht erklären kann, warum sie überhaupt erst aufgenommen wurden. 
Trotzdem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ein spannender Thriller, der viel Unterhaltung verspricht und für Thrillerfans definitiv zu empfehlen ist.

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