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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Dear Martin

Nic Stone
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Crown Books for Young Readers, 17.10.2017
ISBN 9781101939499
Genre: Sonstiges

Rezension:

It's short and yet deep - doesn't need more pages. Plus, I think that the amount of pages and the different styles in the book (script parts, letters, articles and narrative parts of course) increase the accessibility of the book. If I were to read a novel about police brutality and racism with students, I'd chose Dear Martin instead of THUS (which I also read an loved this year) because many kids have problems with reading big books. Dear Martin has so much potential! It's heartbreaking as well, by the way. How could it be not. Big recommendation, one of my highlights of this year.

--- Die Autorin hat übrigens bestätigt, dass es ins Deutsche übersetzt wird. <3

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

love, pain, gedichte, poems

The Sun and Her Flowers

Rupi Kaur
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Simon & Schuster UK, 03.10.2017
ISBN 9781471165825
Genre: Sonstiges

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(47)

126 Bibliotheken, 12 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

rassismus, hebamme, gegenwartsliteratur, usa, diskriminierung

Kleine große Schritte

Jodi Picoult , Elfriede Peschel
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 02.10.2017
ISBN 9783570102374
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung
Jodi Picoult ist eine Autorin, die den meisten ein Begriff sein dürfte. Jodi Picoult ist außerdem eine weiße Autorin, die sich einem sehr schwierigen Thema angenommen hat: Rassismus. Das ist schon mal etwas, was ich prinzipiell kritisieren würde: Dass sie als Nicht-Betroffene darüber schreibt und den Platz im Verlag einer potentiellen Autorin wegnimmt, die aus eigener Erfahrung darüber schreiben könnte und ohnehin durch ihre Hautfarbe schwierigere Voraussetzungen hat, ein Buch zu veröffentlichen. Warum also tut Picoult das, obwohl sie weiß, dass es strukturellen Rassismus gibt?

 Ich hätte mir gewünscht, das Nachwort des Buches wäre am Anfang gewesen. Dort erklärt Picoult, dass das Buch vor allem für diejenigen ist, kein Problem damit haben, einen Skinhead rassistisch zu nennen, den eigenen Rassismus aber nicht erkennen – und dass sie selbst so jemand war/ist. Also schreibt sie für Leute wie sie – weiße Leute. Ich glaube, die durchschnittliche Picoult-Leserin wird wohl auch eine weiße, mittelständische, westliche Frau sein, weshalb sie ihre Zielgruppe sicher erreicht. Und ich habe wenig daran auszusetzen, dass die Autorin da, wo sie Einfluss hat, etwas bewirken möchte. 


Ihren Einfluss nutzt sie allerdings auf eine eher plakative Art. Ich habe schon ewig kein Buch mehr von der Autorin gelesen, ich weiß nicht, ob sie immer so schreibt (à la Fitzek und Hoover), aber die Situation um eine Schwarze Krankenschwester, einen weißen Nazi und eine weiße Anwältin war schon sehr dazu verdonnert, das Bewusstsein mit einer Brechstange zu wecken. Vieles las sich eher wie eine Aneinanderreihung an (anti-)rassistischem Knowhow und als hätte Picoult einfach alles unterbringen wollen, was sie gelernt und gelesen hat, damit es auch ja die letzte Person versteht. An einer Stelle fragt die 4-jährige Tochter der Anwältin den 17-jährigen Sohn der Angeklagten, ob seine Kette bedeute, dass er ein Sklave sei. Solche und ähnliche Situationen wirkten für mich einfach zu konstruiert, um als Geschichte und Roman zu funktionieren. Auch handelten einige Charaktere manchmal sehr unstimmig zu dem, wie sie sonst dargestellt wurden. 


Was ich im Nachhinein ebenfalls unglücklich finde, ist, dass die Anwältig eine Art White Saviour wird – hat mich ein bisschen an To Kill A Mockingbird erinnert, das auch antirassistisch sein will, es aber nicht schafft. Zugegeben, Picoult gelingt es besser als Lee. Es werden auf nahezu jeder Seite Themen angesprochen wie Mikroaggressionen, Alltagsrassismus, Colourism und was alles dazu zählt. Zum Beispiel auch der Satz der Anwältin, sie sähe keine Farben. Der_die Leser_in wird an die Hand genommen und durch dieses riesige Feld geführt, das Rassismus ist. Bei Menschen, die sonst mit dem Thema nicht viele Berührungspunkte haben, kann das sicher erkenntnisreich sein. Wenn allerdings schon ein bestimmtes Wissen vorhanden ist, ist das Buch kein Muss. Womit ich auch schon beim nächsten Punkt wäre: Schwarzen Menschen und PoC würde ich das Buch und insbesondere die deutsche Übersetzung (dazu gleich mehr) nicht unbedingt empfehlen. Es ist, wenn auch authentisch, doch sehr krass, dass in den Kapiteln des Nazis ganz oft das N-Wort und andere gewaltvolle Worte auftauchen. Da müsst ihr abwägen, ob ihr das lesen möchtet. 


Nun zur deutschen Übersetzung. Der C. Bertelsmann-Verlag hat es leider geschafft, ein antirassistisch gemeintes Buch durch die Übersetzung rassistischer zu machen. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass das Lektorat sprachsensibler und rassismuskritischer gewesen wäre und hoffe, dass da vielleicht noch Änderungen vorgenommen werden, denn: „People/Person of Colour“ bedeutet übersetzt nicht „Farbige“. Im Gegenteil. „Farbige ist ein rassistisches, vom Kolonialismus geprägtes Wort, das eine Fremdbezeichnung von Weißen war/ist. Das Äquivalent ist „coloured“. „People of Colour“ hingegen ist eine Selbstbezeichnung. Ich weiß, dass es davon keine gute deutsche Übersetzung gibt. Aber es kann keine Lösung sein, stattdessen durchgängig ein deutsches rassistisches Wort zu verwenden. Zum Nachlesen empfehle ich da diese und diese Seite. Ähnlich verhält es sich mit dem Wort „Race“, das – augenscheinlich richtig - mit „Rasse“ übersetzt wurde und ebenfalls oft vorkam. Nicht ungewöhnlich, weil „Race“ im englischen Sprachraum sehr gängig ist, der deutsche Diskurs ist jedoch ein anderer, da wir aufgrund der deutschen Geschichte eine größere Vorbelastung haben. Deshalb kann und sollte „Rasse“ nicht unkritisch verbreitet werden. Dazu empfehle ich diesen Link. Vielleicht kann man das beim Übersetzen lösen, indem man das Wort in Anführungszeichen setzt oder ein „sog.“ Davorsetzt – ich habe keine Ideallösung im Ärmel, werdet einfach kreativ, aber bitte reproduziert keinen Rassismus, insbesondere nicht in Antirassismus beabsichtigenden Büchern.

Fazit
Dieses Buch war mächtig. Nicht nur von der Seitenzahl her. Picoult hat sich etwas Großes vorgenommen und es größtenteils auch gemeistert, unter ihrem Vermittlungsdrang litt allerdingt die Geschichte selbst. Ich glaube, ihrer eigenen Absicht, der Zielgruppe, zu der sie selbst gehört, etwas beizubringen, um die Welt ein bisschen besser zu machen, wird sie gerecht werden können. Wer allerdings bewusst ein Buch über Rassismus sucht und nicht einfach einen neuen Picoult-Roman, sollte trotzdem lieber Schwarze Autor_innen oder Autor_innen of Colour unterstützen. Für den Roman selbst würde ich 3 Sterne vergeben, für die Übersetzung gibt es allerdings noch einen Punkt Abzug, sodass es von mir 2 von 5 Sternen gibt.

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

The Language of Thorns: Midnight Tales and Dangerous Magic

Leigh Bardugo
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Imprint, 26.09.2017
ISBN 9781250122520
Genre: Jugendbuch

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318 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

südkorea, vegetarismus, korea, familie, rebellion

Die Vegetarierin

Han Kang , Ki-Hyang Lee
Fester Einband: 190 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 15.08.2016
ISBN 9783351036539
Genre: Romane

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

türkei, familie, sehnsucht, heimat, gastarbeiterin

Wo noch Licht brennt

Selim Özdogan
Fester Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 19.09.2017
ISBN 9783709972991
Genre: Romane

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197 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 67 Rezensionen

jane austen, liebe, football, familie, emma mills

Jane & Miss Tennyson

Emma Mills , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 18.03.2016
ISBN 9783551560254
Genre: Jugendbuch

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

man booker prize

Exit West

Mohsin Hamid , Monika Köpfer
Fester Einband: 220 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 22.08.2017
ISBN 9783832198688
Genre: Romane

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

When Dimple Met Rishi

Sandhya Menon
Flexibler Einband
Erschienen bei null, 01.06.2017
ISBN 9781473667402
Genre: Sonstiges

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2 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

The Good Immigrant


Fester Einband
Erschienen bei Unbound
ISBN 9781783522958
Genre: Sonstiges

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64 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

rassismus, hass, fremdenfeindlichkeit, homophobie, gesellschaft

Gegen den Hass

Carolin Emcke
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 13.10.2016
ISBN 9783103972313
Genre: Sachbücher

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59 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

contemporary, lgbtq+, lgbt, becky albertalli, unique

Simon vs. the Homo Sapiens Agenda

Becky Albertalli
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Balzer & Bray/Harperteen, 07.06.2016
ISBN 9780062348685
Genre: Jugendbuch

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48 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

indianer, wacholdersommer, antje babendererde, freundschaft, sommerfeeling

Wacholdersommer

Antje Babendererde
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei cbt, 10.07.2017
ISBN 9783570311530
Genre: Jugendbuch

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372 Bibliotheken, 24 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

jane austen, stolz und vorurteil, klassiker, england, roman

Stolz und Vorurteil

Jane Austen , Andrea Ott , Elfi Bettinger
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Penguin, 09.05.2017
ISBN 9783328101666
Genre: Klassiker

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8 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

utopie/dystopie, feminismus, englische klassiker

The Handmaid's Tale

Margaret Atwood
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Vintage, 29.06.2011
ISBN 9780099511663
Genre: Romane

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(184)

395 Bibliotheken, 21 Leser, 1 Gruppe, 97 Rezensionen

rassismus, angie thomas, the hate u give, jugendbuch, thug

The Hate U Give

Angie Thomas , Henriette Zeltner
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei cbt, 24.07.2017
ISBN 9783570164822
Genre: Jugendbuch

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

tamilen, tradition, gewalt in der ehe, integration, flüchtlinge

Im Glashaus gefangen zwischen Welten

Devakumaran Manickavasagan , Devakumaran Manickavasagan
Flexibler Einband: 196 Seiten
Erschienen bei Nova MD, 18.08.2017
ISBN 9783961112609
Genre: Romane

Rezension:

InhaltContent Note: Physische und psychische, sowie häusliche Gewalt
"Im Glashaus gefangen zwischen Welten" bietet einen Einblick in das Leben von Migranten, die ihre Heimat verlassen haben, um im Exil einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen. Am Beispiel der Jugend der in Deutschland lebenden Exil-Tamilen, zu denen er selbst gehörte, beschreibt der Autor Probleme und Hindernisse, die mögliche Gründe für eine verfehlte Integration sind. Von der einen Kultur in die andere gestoßen und in ihren Gefühlen verletzt, wissen sie oft nicht, wie ihr weiterer Weg verlaufen soll. Der Blick hinter die Kulissen ermöglicht betroffenen Migranten eine andere Sichtweise auf die Dinge und zeigt mögliche Wege auf.
Meine MeinungIch bin zwischen zwei Kulturen aufgewachsen. Mein Interesse an diesem Buch war also ganz persönlicher Natur. Leider konnte es mich nicht überzeugen. 
Der Autor versteht unter "Integration" - so der Eindruck, der durch das Lesen erweckt wird - eigentlich "Assimilation". Sprich, das Zurücklassen der kulturellen Besonderheiten, der Sprache, der Traditionen, des Umfelds, der Heimreisen... es ist die Art von vermeintlicher Integration, die vielerorts verlangt wird und die keine ist. Und lediglich zu lesen, dass die eine Kultur wegradiert werden und die andere angenommen werden sollte hatte für mich als 'Migrantenkind' leider keinerlei Mehrwert. Teilweise ist das, was die (tamilischen) Kinder hinter sich lassen sollten, durchaus enorm und erntet berechtigte Kritik - darunter zählen häusliche Gewalt, krasser psychologischer Druck und allerlei Zwänge. Allerdings sind das in meinen Augen kulturübergreifende Missstände, die mit der Annahme der deutschen Kultur nicht beseitigt sind. Der wiederholte Rat zur professionellen Hilfe ist positiv zu bewerten - allerdings ist das der Knackpunkt. Es sind psychologische und menschliche Missstände, keine spezifisch kulturellen, vor allem nicht, wenn die Absicht ist, am Beispiel einer Kultur mehrere Kulturen darzustellen. 
Ungenügend war auch, dass zwar Unterschiede zwischen der Behandlung von Mädchen und Jungen genannt, aber nicht weiter problematisiert werden. Dass dahinter sexistische / patriarchalische Strukturen stecken, wird nicht aufgegriffen - aber warum sonst sollte eine Feier hinlässlich der ersten Periode eines Mädchens stattfinden oder ein Mädchen weniger Freiheiten haben als ein Junge? Während dieser ungenügenden Darstellungen passiert es leider an einigen Stellen, dass der Autor selbst Alltagssexismus reproduziert. 
Stark mangelhaft war auch die Betrachtung der deutschen Kultur. Wenn das Buch lediglich ein subjektiver Bericht sein sollte, hätte ich nichts auszusetzen, da jeder Mensch andere Erfahrungen macht und diese unterschiedlich wahrnimmt. Allerdings hat es ja den Anspruch, für viele Migrantenkinder zu sprechen und diesen zu helfen - dabei bleibt die Kritik Deutschlands leider gänzlich außen vor. Die wenigstens Kinder mit Migrationshintergrund werden noch nie Erfahrungen mit Rassismus oder Othering gemacht haben und so freundlich, warmherzig und freiheitlich, wie das Land an vielen Stellen beschrieben wird, ist es leider auch nicht. Klar, wir haben es hier vergleichsweise sehr gut. Aber nur, weil es woanders schlimmer ist, sollten wir nicht aufhören, es hier auch besser machen zu wollen - und das geht eben nur durch Kritik. Migrantenkinder haben es nicht nur schwer, weil ihre Eltern anders aufgewachsen sind und das auf ihre Kinder münzen wollen. Sie haben es auch schwer, weil die deutsche Realität die andere Seite der Lebenswelt nicht anerkennt. Ein Buch, das sich an Migrantenkinder richtet, das solche Themen aber nicht aufgreift, ist leider nur für die wenigsten hilfreich. 
Nicht zuletzt hat mich auch der Schreibstil nicht einfangen können. Während er teilweise in Richtung Prosa und vermeintlich philosophische Gedanken abdriftet, ist er im nächsten Moment wieder belehrend und erschafft eine hierarchische Lehrer-Schüler-Situation mit eingeworfenen Fragen wie "Was merken wir an dieser Stelle?" (S. 35) und "Sagen Ihnen die Begriffe "Kapitalismus" und "Egoismus" etwas"? (S. 31). Der eher selbstüberzeugte und selbstdarstellerische Schreibstil erschafft den Eindruck, dass Fakten dargelegt werden, die beim zweiten Hinsehen allerdings stets ungenügend und nicht zu Ende gedacht sind. Nebenbei gibt es Teile, die sich nur noch sehr vage mit der eigentlichen Thematik beschäftigen: Kapitel mit Beziehungs- und Lebenstipps, Abschnitte, in denen die "Cyberwelt", das kommerzialisierte Weihnachtsfest oder die Fernsehlandschaft kritisiert werden, die jedoch eher Fehl am Platz erscheinen - möchte man doch einen Bericht über das Leben als Migrantenkind lesen und keinen Beziehungsratgeber. 
FazitVon Migrantenkind zu Migrantenkind hätte ich selbstverständlich sehr gerne eine positive Rückmeldung gegeben - Hürden gibt es genug, man muss sich nicht noch gegenseitig welche stellen. Leider ist mir das nicht möglich, da ich meine Kritikpunkte nicht außer Acht lassen kann. Ein Buch über das Leben zwischen zwei Kulturen, über Migrantenkinder, das vieles aufgreift, aber das Essentielle außer Acht lässt. Eines, das unter "Integration" eigentlich "Assimilation" versteht und so sicher einigen Leuten gefallen mag, die sich ein Ablegen der "fremden" Kultur wünschen, mir leider weniger. Das, was intensiv behandelt wird, sind kulturübergreifende Missstände - eine Ausflucht aus psychologischer und körperlicher Gewalt ist wichtig, hat aber mit dem gewöhnlichen Leben von Migrantenkindern wenig zu tun. Für solche bietet das Buch leider keinen Mehrwert. 

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107 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

musik, gitarre, blues, rock, gitarren

Vintage

Grégoire Hervier , Alexandra Baisch , Stefanie Jacobs
Fester Einband
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2017
ISBN 9783257070026
Genre: Romane

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114 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

feminismus, frauen, biografie, starke frauen, heldinnen

Good Night Stories for Rebel Girls

Elena Favilli , Francesca Cavallo , Birgitt Kollmann
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 25.09.2017
ISBN 9783446256903
Genre: Jugendbuch

Rezension:

An alle rebellischen Mädchen
dieser Welt:
Träumt größer
Zielt höher
Kämpft entschlossener
Und im Zweifelsfall merkt auch:
Ihr habt Recht.

Ich war Feuer und Flamme, als mir „Good Night Stories for Rebel Girls“ zum ersten Mal aufgefallen ist – und noch mehr, als ich gesehen habe, dass es auf Deutsch erscheint. Darauf habe ich gewartet und ich freue mich schon drauf, die Geschichten demnächst zwei rebellischen Minimenschen vorzulesen. An dieser Stelle muss ich aber auch direkt meinen ersten Kritikpunkt anbringen – ich finde es schade, dass das Buch sein Zielpublikum mit der Formulierung „for Rebel Girls“ so einschränkt. Natürlich sollte sich niemand davon abbringen lassen, die Geschichten allen Kindern vorzulesen, aber ich finde geschlechtsspezifische Vermarktung immer ein bisschen schade. Auf dem Blog buuu.ch wird angemerkt, dass der Titel mit „of Rebel Girls“ bzw. „von rebellischen Mädchen“ passender gewesen wäre – dem kann ich nur zustimmen. Dort findet sich außerdem auch ein Urteil aus Kinderperspektive.


Auch musste ich manchmal ein wenig schlucken, weil natürlich viele Frauen dabei sind, die kontrovers betrachtet werden können – von Profiteurinnen des Kolonialismus (besonders makaber, wenn wenige Seiten später eine Kriegerin oder Aktivistin gegen ebenjene genannt wird) bis hin zu fragwürdigen Politikerinnen ist vieles dabei. Da die Texte mit einer Seite sehr verkürzend sind und das kritische Bewusstsein bei Kindern selbstverständlich noch nicht auf dem Level eines erwachsenen Menschen sein kann, kann ich dem dennoch einiges abgewinnen und sehe in den meisten Fällen ein, dass die Frauen für ihre Zeit und ihre Umstände beachtenswerte Schritte gegangen sind.
Bei einem Text allerdings musste ich mich dann doch sehr wundern: Ruth Harkness ist als „Tierschützerin“ genannt. Gelebt hat sie von 1900 – 1947 in den USA und ihr Verdienst war, es als erste Person geschafft zu haben, einen Panda aus China zu stehlen. Ja, richtig. Sie fand ein Pandababy in einer Höhle und war so nett, es nicht in einem Käfig zu transportieren, sondern in einem Pelzmantel (erwähnte ich „Tierschutz“?) auf dem Arm. In den USA sorgte sie dann wohl für „artgerechte“ Haltung – ein Pandababy zu stehlen, es komplett von Artgenossen und natürlicher Umgebung zu entfernen und dann in einen Käfig zu sperren ist also – ich erwähne es noch einmal – Tierschutz… wow. So kritisch man auch einige der Persönlichkeiten betrachten muss – mit Ruth Harkness wurde einfach gänzlich das Thema verfehlt und ich kann diese Wahl überhaupt nicht nachvollziehen. Deshalb würde ich allen Vorlesenden sehr ans Herz legen, die Texte kritisch zu beleuchten und auch mit den Kindern kindgerecht kritisch darüber zu reden.



Jetzt habe ich wirklich viel kritisiert, dabei finde ich das Buch eigentlich wirklich gut. Das fängt beim Aufbau schon an – jeder Frau sind zwei Seiten gewidmet. Auf einer Seite wird erzählt, was sie gemacht hat und auf der anderen Seite sind immer wunderschöne Illustrationen, die alle von unterschiedlichen Künstler_innen sind. Neben Beruf(ung) finden sich zu jeder Frau der Geburtstag, ggf. der Todestag und das Heimatland, sodass es sehr übersichtlich bleibt.

Da mir die Diversität der Auswahl sofort positiv aufgefallen ist, habe ich mich daran versucht, alle Länder und weitere Aspekte rauszuschreiben. Wenn ich mich nicht verzählt habe, werden Frauen aus insgesamt 43 Ländern genannt. Von den 100 sind mit 28 die meisten aus den USA, gefolgt von 9 englischen Frauen, 6 italienischen und 5 deutschen. Aus den meisten Ländern wird je eine Persönlichkeit genannt.

Auch habe ich versucht, zu schauen, wie viele der Frauen weiß, wie viele Schwarz und wie viele Women of Colour sind. Ich bin mir bei einigen nicht 100% sicher, aber die Tendenz wird so schon stimmen - das Verhältnis weiß – nicht-weiß ist ziemlich 50:50, wovon dann noch 18 Schwarze Frauen beinhaltet sind. Außerdem haben – zumindest nach den Textinformationen – zwei der Frauen körperliche Behinderungen und ein Mädchen ist trans.



Diese Vielfältigkeit finde ich großartig! Trotz meiner Kritikpunkte kann ich diesem Buch nur Anerkennung zollen, da es ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist.
Was mir außerdem sehr gut gefällt, sind die zwei leeren Seiten am Ende des Buches, damit jedes Kind sich selbst hinzufügen und seine eigene Geschichte schreiben kann.

Dazu glaube ich, dass es nicht nur etwas für Kinder ist – ich habe die Geschichten unglaublich gerne gelesen und habe mich über jede mir unbekannte Frau gefreut, weil sie mich ausnahmslos alle neugierig gemacht haben. Ich musste das Buch alle paar Seiten weglegen, um die jeweilige Frau nochmal näher zu recherchieren, weil vieles davon einfach unglaublich spannend und interessant ist - von Wissenschaftlerinnen zu Musikerinnen zu Sportlerinnen zu Schriftstellerinnen und Kämpferinnen ist wirklich alles dabei. Ich glaube, jeder Mensch kann hier mindestens ein Vorbild finden - und insbesondere als Kind kann es nur wertvoll sein, zu wissen, dass Träume wichtig sind und wahr werden können.

Fazit

„Good Night Stories for Rebel Girls“ ist kein makelloses Buch – aber dennoch eines, das ich sehr gerne als Kind gelesen hätte. Die Vielfältigkeit der ausgewählten Frauen ist außerordentlich gelungen! Ich kann es definitiv empfehlen, wenn auch mit einem offenen, kritischen Auge beim (Vor-)Lesen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen – ich freue mich schon auf den zweiten Teil! 

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

southern, englisch, usa

The Bluest Eye

Toni Morrison
Flexibler Einband: 206 Seiten
Erschienen bei Random House Inc, 08.05.2007
ISBN 0307278441
Genre: Gedichte und Drama

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