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flüssiger schreibstil, neu, unverwechselbar

Auf den Spuren der Karanai: FYNIA

Anna Fricke
E-Buch Text
Erschienen bei null, 02.12.2017
ISBN B0771PJTLS
Genre: Sonstiges

Rezension:

„Auf den Spuren der Karanai“ ist ein fast 550 Seiten langer Fantasy–Roman, der auf einer meiner Meinung nach kreativen und außergewöhnlichen Idee basiert. Alles in allem gefiel mir das Buch allerdings nur mäßig, da die Idee leider meiner Meinung nach nicht gut umgesetzt worden ist. Ich hatte zudem das Gefühl, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt im Buch die eigentliche Handlung vergessen worden ist und stattdessen zwanghaft versucht wurde, eine Liebesgeschichte daraus zu machen.

Zu Beginn möchte ich anmerken, dass sehr viele Fehler enthalten sind. Darunter Rechtschreib– und Zeichensetzungsfehler, aber auch recht simple wie doppelte Buchstaben oder falsch gesetzte Leerzeichen. Für mich ist dies ein Anzeichen eines fehlenden Lektorats, auch wenn eine simple Rechtschreibprüfung von z.B. Word schon ausgereicht hätte, um die meisten Fehler zu korrigieren. Des Weiteren sind auch kleinere Logikfehler enthalten, die ebenfalls den Lesefluss stören und Fragen über Fynias Fähigkeiten aufwerfen, welche leider unbeantwortet bleiben. Ist sie im Stande mit jedem Tier zu kommunizieren? Wieso erkennt der Familienhund sie in der Wolfsgestalt, aber es besteht keine Kommunikation? Wieso ist ihr diese Gabe nie zuvor aufgefallen? Der Lesefluss wird des weiteren durch unnötig viele „...“ gestört und zudem, was allerdings auch an meiner Version des Buches liegen kann, kommen mehrere Male Auslassungen mitten im Satz vor, was ich in keinem Buch auffinden möchte.

Ich hatte auch das Gefühl, dass sich das Buch an manchen Stellen sehr in die Länge gezogen hat. Besonders am Anfang wird Fynias Schwester Luna oft thematisiert, doch eigentlich spielt sie keine Rolle im Handlungsverlauf. In anderen Teilen des Buches vermisse ich hingegen Details, die es dem Leser vereinfachen würden, in die von der Autorin erschaffenen Welt einzutauchen. Was ich mir ebenfalls wünschen würde, wäre eine Erklärung, wie man denn überhaupt das Wort „Karanai“ ausspricht (Ka–ra–na–i oder Ka–ra–nai?).

Zudem muss ich anmerken, dass mir vereinzelt aufgefallen ist, dass nicht nur am Lektorat gespart worden ist, sondern auch vereinzelt an der Recherche, wie zum Beispiel der Tatsache, dass Schokolade giftig für Hunde ist und ich keinen Hundebesitzer kenne, der so ruhig darauf reagieren würde, wenn das Tier Schokolade gegessen hätte. Auch wenn dies keine Rolle für die Haupthandlung spielt, hinterlässt es einen schlechten Eindruck auf mich.

Ein weiterer Aspekt, der mir immer wieder aufgefallen ist, war der vertauschte Name von Jaspers Vorgesetztem James, welchen Jasper aber immer als Jim anspricht. Entweder dies ist ein immer wieder auftretender Fehler, es wird in einem kurzen, etwas untergehenden Abschnitt erwähnt oder es ist zwar beabsichtigt, aber die Erklärung fehlt. Ich persönlich fand es jedoch ziemlich verwirrend.

Ebenso verwirrend waren die Perspektivwechsel mitten in den Kapiteln, ohne jegliche Vorwarnung oder Kennzeichnung. Dies hätte die Autorin deutlich besser gestalten können. Die Rückblenden bewerte ich zum Teil positiv, zum Tril aber auch negativ. Das erste Treffen von Jasper und Fynias beispielsweise wurde auch aus Jaspers Sicht erzählt, was im Prinzip einfach nur eine Wiederholung und somit langweilig war.

Mit dem Schreibstil der Autorin hatte ich ehrlich gesagt Probleme, da er mir mal gefallen und mal überhaupt nicht gefallen hat. Das lag vor allem daran, dass die theatralischen Sätze sehr erzwungen klangen und ich das Gefühl hatte, dass die Autorin lediglich versucht, professioneller zu wirken, was meiner Meinung nach gerade damit das Gegenteil bewirkte.

Zwei Szenen, die mir komplett missfallen haben, waren die Szene beim Konzert und die Szene am Ende mit Jasper und James. Ich möchte der Autorin hier in keinem Fall Homophobie unterstellen. Für mich ist es allerdings sehr fraglich, wieso Fynia das offensichtlich gleichgeschlechtliche Paar fragen musste, wer die Frau sei. Vor allem, da sie ja schon zuvor feststellte, dass keine der beiden Personen weibliche Züge aufweist. James hingegen wird plötzlich als klischeehafter Schwuler hingestellt, der versucht heterosexuelle Männer zu „konvertieren“, wie es die rechte Szene gerne beschreibt. Diese Stelle ist nicht nur vollkommen unnötig, sondern auch noch extrem daneben. Homosexualität ist kein Mittel um Drama zu erzeugen und dass sie dann auch noch so dargestellt wird, kann ich überhaupt nicht begreifen.

Es fällt mir schwer, das Buch einer Altersgruppe zuzuordnen, da ich es nicht wirklich für Erwachsene geeignet bzw. interessant halte, aber aufgrund der expliziten Szenen auch keinem Kind/Jugendlichen empfehlen würde.

Der Preis (14,95€ auf Amazon für die Taschenbuchausgabe) ist viel zu hoch für ein Buch, bei dem offensichtlich am Lektorat gespart worden ist und bei dem auch die inhaltliche Qualität Mängel aufweist. Ich habe die ebook-Ausgabe kostenlos im Gegenzug für eine Rezension erhalten und muss sagen, dass ich es mir vielleicht für einen niedrigeren Preis gekauft hätte, rein von der Beschreibung abhängig. Nach dem Lesen würde ich allerdings keinen einzigen Cent dafür ausgeben und kann das Buch auch leider niemandem empfehlen. 

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