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113 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

krimi, drohnen, science fiction, überwachung, mord

Drohnenland

Tom Hillenbrand
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 15.05.2014
ISBN 9783462046625
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eines Sommers traf ich einen alten Mann, der meinte, dass ich „Drohnenland“ von Tim Hillebrand mögen würde, da ich ja Fantasy mag, und „'Drohnenland' ist ja Science Fiction, und das ist ja das Gleiche wie Fantasy! Und es ist ein Krimi!!“

Meine Antwort: „Ich fand Krimis aber noch nie besonders toll...“ Darauf meinte er: „Jo, les das, das ist eher SciFi als Krimi, und SciFi ist ja eigentlich Fantasy!!“ Das jedenfalls war seine Aussage. Er schickte mir eine Ausgabe des Buches per Post – und das ist eigentlich der einzige Grund, warum ich dieses Buch gelesen habe, denn ich mag weder deutsche SciFi-Romane, noch Kriminalromane – und beides trifft leider auf dieses Buch zu. Ich habe aber darüber hinweg gesehen, und das Buch gelesen.


Das Buch ist im Präsens geschrieben, und wird aus der Ich-Perspektive des Protagonisten Kommissar Westerhuizen erzählt. Das ist erst einmal gewöhnungsbedüftig, nach gewisser Zeit habe ich mich dann aber daran gewöhnt.


Das Buch spielt mehrere Jahre in der Zukunft. Drohnen zeichnen alles auf, und man kann, wenn man dazu berechtigt ist, diese Daten abrufen – was für einen Mordfall ziemlich nützlich sein kann. Diese treten dementsprechend selten auf, denn wie kann man sicher sein, dass man nicht beobachtet wird?

Kommisar Westerhuizen, der Protagonist dieses Buches, muss in einem Mordfall ermitteln: ein Parlamentarier wird kurz vor einer wichtigen EU-Abstimmung ermordet. Obwohl die Drohnen so ziemlich alles, was irgendwo passiert, aufnehmen, gibt es kaum Indizien für den Mörder. Jedoch taucht – kurz nachdem Westerhuizen fast seinen Job verliert, da er den Mörder nicht schnappt – ein Bekennerschreiben auf, das natürlich der einzige Grund ist, warum der Mordfall aufgelöst wird. Jedoch taucht in dem Video nur eine kyrptische Nachricht auf, die nichts mit dem Tod zu tun hat... Anscheinend sah der Plan des Autors beim Schreiben so aus: „Mord passiert. Ermitteln, aber ohne wirkliche Indizien, darüber sehr viel schreiben!!! Das ist wichtig, weil da Drohnen gebraucht werden!!! Und ich so die Welt beschreiben kann!!!!! Dann taucht Erkennerschreiben auf. Modfall wird sofort gelöst.“

Das war die erste Hälfte des Buches, aber spätestens hier hat es in mir geschrieen: „Dieses Buch hat keinen bemerkenswerten Plot!! Dieses Buch tut nur auf Krimi und SciFi, damit es sich verkauft!!!! Und der Autor ist nur auf Geld aus, weshalb er es geschrieben hat!!!!“ Eigentlich hätte ich hier aufgehört... aber da ich ja eine Rezension hier hochladen wollte, entschloss ich mich, weiter zu lesen. Ich bin aber nicht weiter gekommen, denn das Buch war mir zu schlecht.



Das wars mit dem Plot. Nun zu den Charakteren!

Ava, Westerhuizens Assistentin, soll durch ein neues Programm ausgetauscht werden. Westerhuizen ist nicht gerade erfreut darüber, dass dies geschieht – und als Grund wird zwar angeführt, dass „Programme keine Intuition haben, Menschen jedoch schon, und das braucht man bei der Polizei“ - der wirkliche Grund wird jedoch nicht gesagt, wenn man aber jedoch zwischen den Zeilen liest, bemerkt man ihn: Westerhuizen sieht Ava nicht als Mensch, sondern als Sexobjekt, das man für seine persönliche Begierde benutzen kann. Er zieht sie in seinen Gedanken öfters aus, reduziert sie auf ihren Körper (und wird, als er ein kleines Stückchen ihrer Haut sieht, sexuell erregt). Außerdem sind Frauen bei der Polizei nur Assistenten, die die ausführenden Personen... und die meisten Kommissare haben auch eine Affäre mit ihren Assistenten. Der Grund, laut Westerhuizen: Die Assistenten sind alle heißt und müssen deswegen als Affäre herhalten.

Außerdem wird Ava nur gebraucht, um die Drecksarbeit zu erledigen, da Westerhuizen einfach keine Lust darauf hat: „Wir stellen uns an eine Straßeneckevon der aus man alles gut im Blick hat. Ava markiert Milar für mich, [...]“ (Seite 123) und „Ich lasse Ava ein bisschen vorspulen [während ich nichts mache] [...]“ (Seite 126).

Die Reduzierung Avas und der anderen Frauen auf ein begehrtes Sexobjekt, dass nur für die Befriedigung der männlichen Bevölkerung dient und die Drecksarbeit erledigen muss, stört mich sehr.


Mit Aart Westerhuizen, dem Kommissar, konnte ich mich nicht wirklich anfreunden. Er nutzt seine Assistentin und manche seiner polizeilichen Vorteile schamlos aus, und sitzt ofr einfach nur nichtstuend in einem Taxi rum, oder guckt sich Spiegelungen (also die Drohnenaufnahmen) an und schwadroniert dann darüber. Derweil frisst er Lakritz (und zwar nur Lakritz) in sich hinein – nichts anderes. Kein schnelles Mittagessen während der Ermittlung, oder ein spätes Abendessen nach einem anstrengenden Tag – nein, einfach nur Lakritz, pausenlos. Die lässt er sich dann noch in die Drohnenaufnahmen projizieren und stopft da auch noch pausenlos (nicht reales) Lakritz in sich hinein. Ich stell mir da so einen sabbernden, alten Mann vor, der einfach nichts auf die Reihe bekommt, und sich deswegen auf seine Assistentin und die (teilweise veraltete Polizei-)Technik, stützen muss.




Der Schreibstil ist natürlich auch noch wichtig. Man merkt, dass es ein deutsches Buch ist, von einem deutschen Autor. Viele Übersetzungen sind ja alle in einem ähnlichen Stil verfasst (da anscheinend viele Übersetzer nicht so viel Sprachgefühl haben), weswegen ein in Deutsch geschriebens Buch mal angenehm zu lesen war. Der Stil war aber nicht herausragen gut, er war eher so lala. Einen gleichen Stil hätte ich auch bei Fanfictions erwartet.





Zum Schluss kommt ja immer die eigene Meinung, aber ich denke, die wurde schon in der Rezension klar... Gut fand ich das Buch jetzt nicht – aber ich habe auch schon schlechteres gelesen. Da stehen noch diverse Jugend- und Schundliteratur darunter, sowie die meisten Romanzen... aber viel besser wars jetzt auch nicht. Ernsthaft – ich habe schon diverse Geschichten online gelesen, die nicht lektoriert waren, aber besser als dieses Buch geschrieben waren. Ein Pluspunkt ist aber, dass er eine einigermaßen realistische Zukunftsversion gestaltet hat. Das schaffen auch nicht alle Autoren.

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klassiker, hermann hesse, harry haller, selbstfindung, depression

Der Steppenwolf

Hermann Hesse
Flexibler Einband: 421 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 18.06.2012
ISBN 9783518463550
Genre: Klassiker

Rezension:

Ich musste das Buch „Der Steppenwolf“ von Hesse das erste Mal in der letztes Jahr für die Schule lesen, also nicht ganz freiwillig – jedoch muss ich zugeben, dass ich mir das Buch ausgesucht hatte, da eine Freundin von mir sehr von diesem Buch geschwärmt hatte. Leider kann ich ihre Begeisterung nicht ganz teilen.



Der Roman erschein erstmals 1927, also kurz nach dem 1. Weltkrieg. Die Entstehungszeit des Romans fällt in die „Goldenen Zwanziger“, ein Jahrzehnt in dem sich die Gesellschaft technisierte und motorisierte, was von vielen Zeitgenossen als ebenso radikaler Umbruch wahrgenommen wurde wie das Aufkommen der modernen Massenkultur (z. B. Jazzmusik). Dies wird im Buch sehr deutlich herausgestellt.



Der Protagonist ist Harry Haller, der das Buch aus der 1. Person erzählt; das Buch sind seine eigenen Erfahrungen, die er aufschrieb. Er ist ein ambivalenter (von Gegensätzen bestimmter) Charakter: die menschliche, zivilisierte Natur in ihm steht im Gegensatz zu der wölfischen Natur; seinen Depressionen steht die Lebenssehenssucht entgegen.

Ein weiterer wichtiger Charakter ist Hermine, eine lebenslustige Gelegenheitsprostituierte, die ihr Leben glücklich vor sich hin lebt und keine intelektuelle ist. Auch Maria, eine andere Prostituerte, spielt in Hallers Leben eine große Rolle, wird jedoch nicht weiter charakterisiert,

Auch Pablo, ein Jazzmusiker, spielt eine große Rolle. In kann man mit diesem Zitat am besten beschreiben: "Ich hatte Pablo in meinem Gedächtnis als eine hübsche Null verzeichnet, einen kleinen, etwas eitlen Beau, ein vergnügtes und problemloses Kind, das mit Freude in seine Jahrmarktstrompete faucht und mit Lob und Schokolade leicht zu regieren ist. Aber Pablo fragte nicht nach meinen Urteilen, sie waren ihm ebenso gleichgültig wie meine musikalischen Theorien. Höflich und freundlich hörte er mich an, immerzu lächelnd, gab jedoch nie eine wirkliche Antwort."




Das Buch ist in drei Teile geteilt: Vorwort des Herausgebers, Harry Hallers Aufzeichungen mit dem Untertitel „Nur für Verrückte“ und dem „Traktat vom Steppenwolf“, das Harry Hallers Aufzeichnungen unterbricht.

Im Vorwort erzählt der Herausgeber“ von seiner Zeit mit Harry Haller, der sich in dem Haus des „Herausgebers“ ein Zimmer mietet und sich selbst der „Steppenwolf“ nennt; die beiden lernen sich kennen. Als der Steppenwolf später verschwindet, findet der Herausgeber das Manuskript – den „Steppenwolf“ - und bringt diesen heraus. Nun beginnen Harry Hallers Aufzeichnungen. In diesen berictet Haller, wie er einsam vor sich hinlebt; eines Tages stößt er in einer Stadt auf ein Theater und kauft einem Mann auf der Straße ein Büchlein – das „Taktrat vom Steppenwolf“ - ab. Dieses unterbricht die Aufzeichnungen.

Im Taktrat vom Steppenwolf wird das Wesen Hallers genau beschrieben: es ist das Wesen eines Steppenwolfes und Selbstmörders. Diese sind Außenseiter dser Gesellschaft, und haben mehrere Selelen, weshalb sich die Integration in die Gesselschaft als sehr erschwerlich herausstellt.

Danach werden Hallers Aufzeichnungen weiter geführt. Haller zieht aus dem Traktat die Erkenntnis, dass er entweder sterben oder sich ändern und neu werden muss. Er entschließt sich für den Selbstmord, setzt jedoch erst sein normales Leben fort. Als eine Abendeinladung bei einem jungen Professor im Streit endet, beschließt Haller sich zu Hause umzubringen. Aus Angst vor dem Tod irrt Haller durch die Stadt, und trifft in einem Wirtshaus auf eine Gelegenheitsprostituierte(sie verrät ihm ihren Namen nicht). Sie behandelt Harry wie einen kleinen Jungen und hält ihm vor, akademisch gebildet zu sein, jedoch einfache Dinge wie Tanzen nicht zu beherrschen. Harry fühlt sich von ihr verstanden. Sie verabreden sich zum Essen, und da sie seinem Jugendfreund Hermann ähnelt, errät er ihren Namen: Hermine.

Hermine behauptet, ein Spiegel für Harry zu sein, in dem er Antworten auf seine Fragen finde. Er müsse deswegen ihre Befehle befolgen, und der letzte werde sein, sie zu töten.

In den nächsten Tagen lehrt Hermine Harry das Tanzen und besucht mit Hermine Tanzlokale, die Harry bisher verhasst waren. ermine bringt Harry mit der Prostituierten Maria zusammen und macht ihn mit dem Saxofonisten Pablo bekannt. Haller verliebt sich in Marie und beginnt eine Beziehung zu ihr.

Haller schafft es, sich zu verändern: durch Pablo kommt wieder Leichtigkeit in sein Leben, und durch Maria und Hermine lernt er ein schönes Leben kennen.

Hermine unterrichtet ihn weiterhin im Tanzen mit dem Ziel, an einem großen Maskenball teilzunehmen. Auf dem Maskenball fühlt Harry sich so lange fremd und nicht dazugehörig, bis er Hermine begegnet. Diese hat sich als Harrys Jugendfreund Hermann verkleidet und versteht es, Harry zu bezaubern. Er genießt Musik und Rhythmus und ist Teil der Gemeinschaft, etwas, das ihm nie zuvor geschehen ist. Pablo lädt Harry und Hermine zum Konsum von zu Haller unbekannten Mitteln (wahrscheinlich Drogen) ein und verschafft ihnen so Zutritt ins »Magische Theater«, wo

Harry das Lachen lernen und so den Steppenwolf töten soll.

Beim Blick in einen Spiegel erkennt Harry zunächst unzählige verschiedene Figuren, die sämtlich Facetten seiner selbst darstellen. Hinter geschlossenen Türen erwarten Harry Fantasiewelten: Mit seinem verschollenen Jugendfreund Gustav macht er in einem Krieg der Menschen gegen die Technik Jagd auf Autos. Harry trifft einen Schachspieler, der ihm zeigt, dass sich die verschiedenen Seelenteile wie Figuren auf dem Schachbrett zu immer wieder neuen Persönlichkeiten ordnen lassen. Noch einmal erscheinen ihm vergangene Lieben und Gelegenheiten, die er versäumt hat. Er begreift, wie reich an Liebe sein Leben gewesen ist.

Als Harry in seine alte Zerrissenheit zurückfällt, findet er Hermine nackt neben Pablo liegen und ersticht sie.

Als Mozart, modern gekleidet, den Raum betritt, ein Radio anstellt, und Händels Musik verzerrt erklingt, ist Harry entsetzt. Mozart dagegen behauptet, dass der Geist großer Musik von der unzulänglichen Technik des Radios nicht zerstört werden könne und vergleicht dies mit der ebenfalls unzerstörbaren Idee vom Leben. Mozart wird zu Pablo, der Hermine in eine kleine Figur verwandelt. Harry erkennt, dass er das Lachen Lernen muss. Damit endtet der Roman.



Der Charakter Harry Hallers entwickelt sich über das Buch hinweg weiter: von einem einsamen, depressiven Mann, der seine Gefühle nicht unter Kontrolle bekommt, zu einem (fast) glücklichen Mann, der denn Sinn des Lebens endlich versteht. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass es möglich ist, seinen eigenen Lebensstil zu verändern.


Spiegelmotiv:

Im "Steppenwolf" symbolische und tatsächliche Spiegel. Zum einen wird die Person Hallers aus dem Blickwinkel des Bürgertums (Vorwort) und von einem höheren Punkt (Traktat) aus beschrieben, dann spiegelt sich Hallers Person in dem Magischen Theater. So sagt Hermine, deren Name eine weibliche Variante des Autorenvornamen ist: "Begreifst du das nicht, du gelehrter Herr: daß ich dir darum gefalle und für dich wichtig bin, weil ich wie eine Art Spiegel für dich bin, weil in mir innen etwas ist, was dir Antwort gibt und dich versteht? Eigentlich sollten alle Menschen füreinander solche Spiegel sein und einander so antworten und entsprechen ..." (S. 119). Im Magischen Theater wird dann Haller auch mit seinem "wirklichen" Spiegelbild konfrontiert (S. 191, 192-95).


Realität und Traum vermischen sich oft in dem Roman. Die Grenzen zwischen den Unsterblichen, dem Magischen Theater und den wirklichen Erlebnissen Harry Hallers verwischen sehr, man kann die einzelnen Teile nicht wirklich abgrenzen.

Auch wissen Hermine und der Verfasser des Traktates zu gut über Haller bescheid und lassen vermuten, dass das Treffen von Haller und Hermine kein Zufall gewesen ist.

Daraus folgt, dass man den Plot auf verschiedene Weise interpretieren kann:

- alles real, am Ende ist der Protagonist auf Drogen

- Magie existiert, und das magisches Theate istr real

- Pablo, Hermine, Hermann, Maria sind Teil einer Organisation, die für „Steppenwölfe“ das magische Theater veranstaltet

- es ist egal, ob es real ist oder nicht, alles ist metaphorisch gemeint


Ich bin mir nicht sicher, wie ich den Plot interpretieren soll – es ist jedem sich selbst überlassen.


Interessant zu untersuchen wäre auch die Rolle des Humors, sowie Harrys midlife-crisis gewesen.


Eigene Meinung:

„Der Steppenwolf“ ist einmal etwas anderes zu lesen, da es hauptsächlich umd die Charakterisierung des Protagonisten geht. Jedoch macht die dauernde Charakterisierung des Protagonisten das Buch teilweise etwas langatmig und langweilig.

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