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241 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

hiddensee, journalistin, mord, kambodscha, vergangenheit

Das Nebelhaus

Eric Berg
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Limes Verlag, 04.03.2013
ISBN 9783809026150
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

--- Inhalt ---
Die freiberufliche Journalistin Doro Kagel erhält einen neuen Auftrag. Es handelt sich um einen Bericht zu der Blutnacht von Hiddensee. Im September 2010 ereignete sich in einem Haus auf der Insel ein Amoklauf, der drei Tote und eine schwer verletzte Komapatientin forderte. Doro gilt als Expertin für Amokläufe und Morde. Sie beginnt zu recherchieren, was in jener Nacht geschehen ist.

Der auf Hiddensee lebende Architekt Philipp Lothringer und seine Frau Genoveva Nachtmann haben Gäste eingeladen. Es handelt sich um folgende Personen: Yasmin Germinal, Leonie Korn und Timo Stadtmüller. Alle sind Freunde aus Philipps Jugendzeit, die er auf Facebook wiedergefunden hat. Darüber hinaus sind die in Kambodscha gebürtige Haushälterin des Ehepaares und deren Mann und Sohn in die Geschehnisse verwickelt.
Leonie Korn wird beschuldigt, das Verbrechen begangen zu haben, gesehen hat es niemand. Doros Recherchen erweisen sich als schwierig, die Überlebenden äußern sich nur unwillig.
Szenenwechsel, die Gäste langen auf Hiddensee an. In ihrer Studienzeit gehörten sie zu einer Gruppe von Aktivisten, die die Welt verbessern wollten. Heute sieht es anders aus. Philpipp ist ein erfolgreicher Architekt und lebt mit Frau Genoveva, genannt Vev, und Töchterchen Clarissa in einer modernen Villa auf Hiddensee. Die Villa aus Glas und Holz wird bereits vor der Bluttat von den Einheimischen das Nebelhaus genannt. Die Kambodschanerin Frau Nan hilft der Familie im Haushalt.
Das Wiedersehen der Jugendfreunde gestaltet sich schrittweise zu einem Fiasko. So unterschiedlich sich alle entwickelt haben, sind auch ihre Ansichten. Sie entzweien sich immer mehr. Bis es schließlich zu einem Drama kommt, bei dem drei Menschen erschossen werden.

Inzwischen ist es Doro gelungen, Kontakt zu Frau Nans Sohn Yim aufzunehmen. Sie begleitet den jungen Mann auf die Insel Hiddensee. Dort gelingt es ihr, mit Yims Vater zu sprechen und sie kommt einem furchtbaren Familiengeheimnis auf die Spur.
Der Besuch auf Hiddensee hilft ihr, weitere Teile des Puzzles zu einem Bild zusammenzufügen. Schließlich kann sie den wahren Täter entlarven.

--- Meine Meinung ---

Eric Berg hat die Handlung seines Kriminalromans auf der Ostseeinsel Hiddensee und in Berlin angesiedelt. Das Buch ist in Kapitel unterteilt, die abwechselnd in der Gegenwart und in der Vergangenheit spielen. Durch die zwei Erzählebenen wird nicht nur Spannung erzeugt, sondern der Leser kann die Geschehnisse besser nachvollziehen.
Dem Autor ist es gelungen, seine Protagonisten umfassend und authentisch zu zeichnen. Da haben wir den erfolgreichen Architekten Philipp, der seine früheren Grundsätze über Bord geworfen hat. Jetzt sind ihm Geld und Anerkennung wichtig. Er sieht sich gegenüber seinen alten Freunden als überlegen an und bringt das deutlich zum Ausdruck. Daneben wirken der erfolglose Autor Timo, die teilzeitbeschäftigte Yasmin und die Erzieherin Leonie farblos. Es kommt zu Streitigkeiten und im weiteren Verlauf des Zusammenseins zu Spannungen und Konflikten.
Eric Berg hat einen kleinen Teil der Handlung auf einen anderen Kontinent, in das Kambodscha unter der Schreckensherrschaft der Roten Khmer verlegt.

Dem Leser wird nach und nach immer mehr bewusst, dass das Wiedersehen der Freunde in einem Drama enden wird. Der am Abend vor den Morden aufkommende Sturm über der Ostsee ist ein Hinweis auf das sich kurz darauf anbahnende Drama.
Der Autor versteht es geschickt, die Spannung bis zum Schluss zu erhalten. So erfährt der Leser etwa in der Mitte des Buches, wer die Überlebende des Amoklaufs ist. Die Namen der anderen Opfer werden erst gegen Ende des Buches offenbart. Ganz zum Schluss kommt Doro dem wahren Täter auf die Spur.
Eric Berg erzeugt ohne nennenswerte Gewaltszenen Spannung. Die Handlung ist dafür psychologisch sorgfältig durchdacht.
Der Autor hat besonders der Romanfigur Leonie breiten Raum eingeräumt. Aus meiner Sicht kommt dafür die Charakteristik einiger anderer Protagonisten zu kurz. Das ist schade, ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Eric Berg ein spannender Kriminalroman gelungen ist.
Ich vergebe für das Buch vier Sterne.

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91 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

berlin, krieg, kaufhaus, ddr, familie

Torstraße 1

Sybil Volks
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.11.2012
ISBN 9783423280044
Genre: Romane

Rezension:

Im Jahr 2010 wird in Berlin das Soho House eröffnet, ein exklusiver Privat-Club. Unter den Gästen befinden sich Elsa und Bernhard, das Gebäude war vor 80 Jahren ihr Geburtsort.
Berlin, zur Zeit der Inflation, die Eröffnung des Kaufhauses Jonass & Co. wird mit Musik und Sekt gefeiert. Die Verkaufstische quellen über von erlesenen Waren, die auch auf Kredit zu erhalten sind. Mitten im Gewühl von Menschen befindet sich die junge Angestellte Vicky Springer. Sie erwartet ein Kind von Harry Grünberg, dem Sohn des jüdischen Kaufhausbesitzers. Überraschend setzen die Wehen ein und Vicky bringt in der benachbarten Poststelle eine Tochter zur Welt, Elsa. Zur gleichen Zeit wird dort Bernhard geboren, der Sohn des Zimmermanns Wilhelm Glaser und seiner Frau Martha.
Harry hat nicht den Mut, sich öffentlich zu seiner Tochter zu bekennen. Vicky findet Trost und Hilfe bei ihrer Freundin Elsie und bei Wilhelm.
Elsa und Bernhard feiern ihre Geburtstage zusammen, werden Spielgefährten und entdecken gemeinsam die erste Liebe.
Vicky muss miterleben, wie Harry und seine Familie enteignet und von den Nationalsozialisten vertrieben werden. Um ihre Tochter in dieser Zeit zu schützen, heiratet sie den Nazi Gerd Helbig.
Nach dem Ende des 2. Weltkrieges und der Teilung Berlins leben Bernhard und seine Familie im Osten. Vicky und Elsa sind im Westen der Stadt Zuhause. Mittlerweile haben Elsa und Bernhard andere Partner gefunden. Beide Ehen bestehen aus unterschiedlichen Gründen nicht lange. Die Mauer trennt beide Familien, die dennoch in Kontakt zueinander bleiben. Elsa kommt einige Male in den Osten, um sich mit Bernhard zu treffen.
Nach 80 Jahren und wechselnder Geschichte der Torstraße 1 treffen sich beide wieder und lassen ihr Leben Revue passieren. Zudem birgt ein Raum des jetzigen Soho Houses ein Geheimnis aus der Vergangenheit.

Torstraße 1 ist der zweite Roman der Berliner Autorin Sybil Volks, die selbst unweit dieser Straße lebt. Das Haus existiert wirklich und die Autorin versteht es meisterhaft, die wechselseitige Geschichte des Gebäudes und das Schicksal zweier Familien zu verknüpfen. Die einstigen jüdischen Besitzer konnten genauso wie Harry und seine Familie emigrieren und die NSDAP nutzte das Gebäude für Ausstellungen. Nach dem Krieg residierten Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl im „Haus der Einheit“ und danach zog das Institut für Marxismus-Leninismus dort ein. Hier arbeitet später Bernhard. Ein neues Kapitel wurde erst nach der Wende, mit dem Soho House Berlin, eröffnet.
Sybil Volks nimmt ihre Leser mit auf eine beeindruckende Zeitreise in die deutsche Geschichte. Die Handlung besticht durch starke Gefühle, Spannung und gut dargestellte Protagonisten. Die Romanfiguren sind sowohl starke als auch schwache Charaktere. Die einen trotzen den Wirren ihrer Zeit, wie Vicky und Wilhelm, die anderen zerbrechen daran, wie Wilhelms Frau Marta.
Die Autorin knüpft geschickt ein enges Band zwischen beiden Familien. Dieses reißt auch nicht, als eine Diktatur von einer anderen abgelöst und Berlin durch die Mauer geteilt wird. Immer wieder zieht es Elsa und Bernhard zueinander hin.
Das Buch hat mich vom Beginn bis zum Ende durch Stil und präzise Gestaltung gefesselt. Wie in einem Film lässt die Autorin ihre Leser an bewegenden geschichtlichen Abläufen und am Leben zweier Familien teilnehmen. Ein Roman, den ich nicht aus der Hand legen konnte und sehr gerne gelesen habe.

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65 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

konstantinopel, historischer roman, island, russland, grönland

Der Thron der Welt

Robert Lyndon , Karolina Fell
Flexibler Einband: 976 Seiten
Erschienen bei Wunderlich, 02.01.2013
ISBN 9783805250269
Genre: Historische Romane

Rezension:

Im 11. Jahrhundert ist England von den Normannen besetzt, die eine grausame Herrschaft ausüben. Der Leser wird gleich zu Beginn des Buches Zeuge, wie Normannen einen jungen Engländer hinrichten und von Hungersnöten geplagte Bauern zu Kannibalen werden. Sie werden von dem fränkischen Krieger Vallon und seinem Gefährten Hero vertrieben. Die beiden Männer haben sich ein Jahr zuvor in den Alpen kennengelernt. Der junge Grieche Hero hat auf der Reise seinen Meister Cosmas von Byzanz verloren. Der Gelehrte hinterließ aber ein Vermächtnis. Er sollte dem türkischen Sultan ein außergewöhnliches Lösegeld für den normannischen Ritter Walter von Olbec überbringen. Es handelt sich um sehr seltene und überaus kostbare weiße Gerfalken, die im hohen Norden Grönlands zu Hause sind. Vallon und Hero begeben sich an den Hof des Ritters von Olbec und stoßen bereits dort auf Widerstand. Walters Bruder Drogo ist von der Kunde, dass sein Bruder lebt, alles andere als begeistert. Einzig Walters Mutter Lady Margaret unterstützt die beiden Abenteurer dabei, eine Expedition in das ewige Eis zu starten. Mit wenigen Gefährten begeben sich Vallon und Hero auf eine gefährliche Reise, verfolgt von Drogo. Es gelingt ihnen, die Gerfalken zu fangen und an Bord eines Schiffes zu bringen. Ihre Erleichterung über den Erfolg hält nicht lange an. Auf einem Raubzug befindliche Wikingerkrieger stellen ihnen nach. Vallon und seine Gefährten müssen kämpfen und gelangen schließlich über das wilde Russland nach Anatolien an den Hof des Emirs. Nichts ist so, wie sie es sich vorgestellt haben.

Es ist das erste Buch des Autors Robert Lyndon, das ich gelesen habe. Ich war von dem flüssigen Schreibstil sofort begeistert. Das Buch vermittelt von der ersten bis zur letzten Seite Spannung sowie ungeahnte Wendungen.
Zu dem engeren Kreis der handelnden Personen gehören Vallon, Hero und der junge Falkner Wayland. Die Falknerei nimmt einen breiten Teil der Handlung ein, was ich sehr interessant finde. Weiße Gerfalken waren im mittelalterlichen England und anderen Teilen der Welt tatsächlich außergewöhnlich wertvoll.
Im Laufe der Erzählung offenbart sich dem Leser, dass in Wahrheit jeder der Beteiligten ein anderes Motiv hat, an den Hof des Emirs zu gelangen. Es geht nicht ausschließlich um die Befreiung des normannischen Ritters. Vallon wird von Schuldgefühlen geplagt und will Buße tun. Eigentlich ist er auf dem Weg nach Konstantinopel, als er auf den hilflosen Hero trifft. Auf der langen, gefährlichen Reise erfährt Vallon, was wahre Freundschaft bedeutet. Er muss gnadenlose Feinde bekämpfen und gleichzeitig Freunde opfern. Dabei wächst er über sich hinaus.
Hero weiß um ein weiteres Geheimnis, das sein Meister gehütet hat und Wayland sinnt auf Rache. Am Ende ihrer Reise finden sie sich in einer anderen Welt wieder.
Das Buch besticht durch fesselnde Dialoge und spannende Szenen, ist voller Atmosphäre. Der Autor hat interessante, starke, aber auch schwierige Protagonisten geschaffen. Er zeichnet ein lebendiges Bild des Mittelalters in der Zeit um 1072 n. Chr. in England, Nordeuropa, Russland und Anatolien.
Es wird offensichtlich, wie viel Mühe Robert Lyndon auf geschichtliche Recherchen verwendet hat.
Der Roman hat meine Erwartungen übertroffen und ich kann ihn Liebhabern historischer Bücher sehr empfehlen.

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180 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 77 Rezensionen

berlin, thriller, vergangenheit, drogen, wg

Sterbenswort

Siegfried Langer
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.07.2012
ISBN 9783548610917
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wenn dich die Schatten der Vergangenheit einholen

--- Inhalt ---

Im Prolog begegnen wir der vierjährigen Mia, die allein und in völliger Finsternis erwacht. Das Kind ist gefesselt und weiß nicht, wo es sich befindet. Die letzte Erinnerung des kleinen Mädchens besteht darin, dass es bei der Oma war.

Danach werfen wir einen Blick in die Vergangenheit. In einer kalten, verschneiten Winternacht schleppen Heinrich und Thomas den toten Erik zwischen sich in Richtung S-Bahngleise. Begleitet werden sie von zwei jungen Frauen, Kathrin und Amelie. Die Freunde, Mitglieder einer Wohngemeinschaft, werfen gemeinsam den toten Erik auf die Bahngleise.

Viele Jahre später ist Kathrin Voss eine erfolgreiche Ärztin und hat eine kleine Tochter, Mia. In ihrer Wohnung verschwinden plötzlich Dinge, wie eine Fernbedienung und Handcreme, Bilder hängen schief. Die Gegenstände tauchen dann an den unmöglichsten Stellen wieder auf oder verschwinden gänzlich. Kathrin hat zunächst Mia in Verdacht, das Kind hat aber nichts weggenommen.
Die Situation spitzt sich dramatisch zu. Bald wird Kathrin klar, dass jemand in ihre Wohnung eindringt. Damit nicht genug, spricht ein Fremder die kleine Mia im Kindergarten an. Er sieht genauso aus wie Kathrins ehemaliger Mitbewohner, der tote Erik. Auch andere Mitglieder der Wohngemeinschaft erhalten Nachrichten von Erik oder sehen ihn sogar selbst. Für sie stellt sich nun die Frage, können Tote auferstehen oder war Erik gar nicht tot? Sogar die nüchterne Kathrin, die immer alles im Griff hat, stellt sich diese Frage.

Allen ehemaligen Freunden ist gemeinsam, dass sie ein dunkles Geheimnis hüten und sich schuldig gemacht haben. Für Kathrin ist nichts mehr, wie es war, sie kann die Dinge nicht unter Kontrolle bringen.

--- Meine Meinung ---

Siegfried Langer hat die Handlung seines Thrillers in Berlin angesiedelt.

Der Autor hat das Buch in kurze, überschaubare Kapitel gegliedert, die zugleich verschiedene Zeitebenen enthalten. So begegnen wir den Protagonisten in einem ständigen Wechsel von damals und heute. Einige, wenige Kapitel enthalten die Überschrift neulich. Darin werden die Leser zumeist mit neuen Details konfrontiert. Der Schreibstil ist flüssig, der Autor verwendet kurze, prägnante Sätze.

Der Aufbau der Handlung ist psychologisch sehr geschickt durchdacht. Bereits im Prolog wird gezeigt, was sich im Laufe der Handlung ereignet.

Danach lernen wird die Hauptprotagonisten kennen. Vier Freunde, die in einer WG leben, ein fünfter kommt hinzu. An einem Winterabend fassen sie einen verhängnisvollen Entschluss. Es drängen sich sofort Fragen auf. Ist Erik durch einen Unfall ums Leben gekommen? Der Autor führt seine Leser nach und nach zu den Geschehnissen von damals. Es wird spürbar, dass sich diese Bilder für immer in Kathrins Gedächtnis eingeprägt haben. Sie hat sie verdrängt, bis eines Tages die Ereignisse von damals wieder in ihr Leben treten. Die Beunruhigung ist zunächst kaum wahrnehmbar, steigert sich erst langsam zu purer Angst.

Der Autor hat seine Protagonisten sorgsam und authentisch gezeichnet. Ich kann mich gut in jeden einzelnen hineinversetzen. Freunde, wie sie gegensätzlicher nicht sein können, alle haben Schuld auf sich geladen.

Kathrin, die erfolgreiche Ärztin, die alles im Griff hat, eine Macherin. Heinrich, der gut situierte Rechtsanwalt, nicht minder erfolgreich, aber leicht aus der Fassung zu bringen.

Mit Amelie und Thomas hingegen hat es das Leben nicht gut gemeint. Sie sind an den Geschehnissen von damals zerbrochen.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe interessanter Nebenprotagonisten. Ungewöhnlich ist, dass der Autor weitestgehend auf Ermittler verzichtet hat. Lediglich zu Beginn der Handlung begegnet uns Polizeioberkommissar Theo Kron. Somit konzentriert sich alles um Kathrin, ihre ehemaligen Mitbewohner und einige weitere Personen.

Der Autor versteht es die Spannung zu halten. Immer wieder baut er neue Details in das Geschehen ein. Die einzelnen Erzählstränge werden am Ende gekonnt zusammengeführt. Aus den einzelnen Puzzleteilchen wird ein Bild zusammengesetzt. Der anfängliche Verdacht, wer Mia entführt haben könnte, zerschlägt sich. Erst zum Ende des Buches wird klar, wer für die Tat verantwortlich ist.
Siegfried Langer hat einen intelligenten, spannenden Thriller geschrieben, der ohne brutale Szenen auskommt.
Das düster gestaltete Cover ist perfekt auf die Handlung des Buches ausgerichtet.

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102 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 58 Rezensionen

krimi, alpen, berchtesgaden, gift, holzhammer

Die Holzhammer-Methode

Fredrika Gers , ,
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.06.2012
ISBN 9783499258763
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Tod im Berchtesgadener Land

Eine idyllische Landschaft in Bayern, zwischen Watzmann und Königsee - ein junger Gleitschirmflieger ist abgestürzt und hat den Tod gefunden. Das Wetter an diesem Tag war gut, Gleitschirm und Notfallschirm in Ordnung. Alles sieht zunächst nach einem Unfall aus. Hauptwachtmeister Franz Holzhammer hat aber daran seine Zweifel. Wie soll er diese seinem Chef verdeutlichen?
Dann ist da noch Dr. Christine Müller-Halberstadt, Chefärztin in einer psychosomatischen Klinik. Sie macht sich über eine Patientin mit seltsamen Panickattacken Gedanken. Kurz darauf wird die Frau tot in einer Wanderhütte aufgefunden. Die Todesursache gibt Rätsel auf.
Eine unbekannte Gestalt taucht immer wieder inmitten der Alpenlandschaft auf und sucht nach ganz bestimmten Pflanzen.
Hauptwachtmeister Holzhammer und die Ärztin machen sich Gedanken, ob zwischen den Todesfällen des jungen Mannes und der älteren Dame ein Zusammenhang bestehen könnte.
Dann kommt es zu neuen Todesfällen. Die Spur führt den Polizisten in Andenkenläden, die „Resis Brotaufstrich“, eine Substanz aus dem Fett von Murmeltieren im Angebot haben. Zwischendurch hat Holzhammer Ärger mit seinem arroganten Vorgesetzten. Die Zeit wird knapp, es darf in dem Touristenort keine neuen Todesfälle geben.

Fredrika Gers setzt sich mit ihrem Buch nicht von ihren Alpenkrimi schreibenden Kollegen ab.
Der Debutkrimi der Autorin wirft den Leser im wahrsten Sinne des Wortes sofort mitten ins Geschehen. Ein Gleitschirmflieger ist von Himmel gestürzt, was den Hauptwachtmeister Holzhammer zu dem Kommentar veranlasst: "Wen Gott liebt, den lässt er fallen in dieses Land." Wunderbar, dieser trockene Humor, der dem Leser noch einige Male begegnet. Dazu der Hauptprotagonist selbst, der kleine, kugelige Franz, der sehr gewitzt ist. Und er versteht es, sich seinem Chef gegenüber zu behaupten. Der etwas arrogante Dr. Fischer macht es seinem Untergebenen nicht leicht. Aber Franz wäre nicht Franz, wenn er damit nicht fertig werden würde.
Die Beschreibung des herrlichen Berchtesgadener Landes kommt ebenso wie der bayerische Dialekt nicht zu kurz.
Die Hauptprotagonisten Franz, Christa sowie der anfangs etwas eigenbrötlerisch wirkende Matthias sind sofort sympathisch. Darüber hinaus hat es die Autorin verstanden, auch interessante Nebenprotagonisten zu zeichnen. Da ist die unfreundliche Vermieterin Frau Schön, die bislang noch jeden Feriengast vergrault hat.
Das Buch ist flüssig geschrieben, leicht und schnell zu lesen. Spannung kommt zu Anfang auf, wird aber leider nicht gehalten. Nach nicht einmal der Hälfte des Buches steht fest, wer für die Todesfälle verantwortlich ist. Dem Krimi fehlt die Würze, daran ändern auch der Humor und die Landschaftsbeschreibungen nichts.
Murmeltierfett wird in der Realität nicht als Brotaufstrich verwendet, zum Glück für die Tiere.

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(31)

40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

nordsee, erbe, strand, strandkorb, liebe

Nackt unter Krabben

Marie Matisek
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 16.04.2012
ISBN 9783471350744
Genre: Humor

Rezension:

Stress auf der Nordseeinsel


Der ewige Student Falk Thomsen erbt unerwartet von seinem Onkel Sten ein altes Haus samt Strandkorbverleih auf der Nordseeinsel Heisterhoog. Die Freude darüber ist bei Freundin Bille besonders groß, braucht sie doch Geld für einen Trip auf die Insel Goa. Falk sieht das jedoch mit anderen Augen. Das Geschäft hat der Onkel in der dritten Generation betrieben und die Hochsaison steht vor der Tür. In Falk regt sich eine Spur Verantwortungsbewußtsein. Mit gemischten Gefühlen begibt er sich von Hamburg aus auf die Nordseeinsel. Kindheitserinnerungen werden wach, an den Onkel, die gemütliche Hütte, die Nordsee und die Strandkörbe.
Kaum angelangt, sieht die Realität anders aus. Falk muss früh aus den Federn, sich um den Strandkorbverleih mühen. Das ist alles andere als einfach, aber er findet Helfer. Den Klabautermann Nille, der schon für seinen Onkel gearbeitet hat und Thies Hoop, den eigenwilligen Strand- und Vogelwart. Bald muss sich Falk auch mit unliebsamen Urlaubern herumschlagen, Zeit zur Erholung ist für ihn rar. Nebenher macht er die Bekanntschaft, der blonden Gina und freundet sich mit einigen Inselbewohnern an. Bei alledem ahnt Falk noch nicht, dass sein Onkel auch einen Widersacher hatte, den Immobilienhai Hubert von Boistern. Diesen lernt Falk auch bald kennen und erfährt, dass von Boistern es auf sein geerbtes Land abgesehen hat. Noch sträubt Falk sich gegen einen Verkauf, doch dann treten unvorhergesehene Ereignisse ein.

Mit diesem Buch ist Marie Matisek eine heitere Lektüre gelungen, die Urlaubsfeeling verbreitet. Schauplatz der Handlung ist die imaginäre Nordseeinsel Heisterhoog. Ich habe mich schon lange nicht mehr so köstlich amüsiert. Es gibt jede Menge komischer Situationen, in die der unerfahrene Student Falk hineintappt. Seinen Aufenthalt auf der Nordseeinsel hat er sich ganz anders vorgestellt. Statt gemütlich Strand und Sonne zu genießen, muss er hart anpacken. Nicht nur, dass er von den Standorten der Strandkörbe keinen blassen Schimmer hat, er muss sich auch mit streitsüchtigen Urlaubern herumschlagen. Ganz besonders haben mir die witzigen Dialoge gefallen, damit hat die Autorin wahrhaft nicht gespart. Die Charaktere der Protagonisten hat sie sorgfältig, fast schon liebevoll gezeichnet. Ich denke da an die liebenswert-schrulligen Inselbewohner und an die Hauptfigur Falk, dessen Entwicklung ungeahnte Fortschritte macht. Der nette, ewige Student und Lebenskünstler, der von Arbeit nicht viel hält, mausert sich zum verantwortungsbewußten Strandkorbvermieter und Inselbewohner. Diese Phasen hat Marie Matisek mit viel Humor dargestellt. Die Beschreibung der Landschaft kommt nicht zu kurz, ein Hauch von Nordsee, Strandkorb und Sand ist förmlich zu spüren.
Die Lektüre von „Nackt unter Krabben“ gestaltet sich kurzweilig und verspricht pures Lesevergnügen. Das Ende des Buches ist zwar vorhersehbar, schreit aber dennoch nach einer Fortsetzung.
Nicht zuletzt ist es das schön gestaltete Cover, das Leselust erweckt.

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(334)

680 Bibliotheken, 15 Leser, 4 Gruppen, 93 Rezensionen

sri lanka, liebe, tee, vergangenheit, teeplantage

Die Schmetterlingsinsel

Corina Bomann
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.03.2012
ISBN 9783548284385
Genre: Romane

Rezension:

Das Geheimnis der Schmetterlingsinsel

Die Erzählung beginnt mit einem geheimnisvollen Brief aus dem Jahr 1888, den eine Frau namens Victoria geschrieben hat. Sie berichtet von einer Schuld, die sie auf sich geladen hat.
Berlin 2008, die Anwältin Diana Wagenbach steht vor dem vermeintlichen Trümmerhaufen ihres Lebens, sie wurde gerade geschieden. Da erreicht sie ein Anruf aus England, dass ihre Tante Emmely schwer erkrankt ist und Diana noch einmal sehen möchte. Diana fliegt sofort nach England und wird von ihrer Tante eingeweiht, dass es ein dunkles Familiengeheimnis gibt. Dieses liegt lange zurück und hängt mit Dianas Ururgroßmutter, Victoria, zusammen. Emmely nimmt Diana das Versprechen ab, das Geheimnis zu lüften. Nach dem Tod ihrer Tante findet Diana einige, wenige Hinweise zur Geschichte ihrer Familie. Diese führen sie weit fort, auf die Insel Sri Lanka. Für die junge Frau wird es eine Reise zu ihren Wurzeln, die ihr Leben ändert.


Das Buch ist in Kapitel unterteilt, die abwechselnd in der Vergangenheit und in der Gegenwart spielen. So können wir Diana auf ihrer Reise begleiten und uns gleichzeitig 120 Jahre zurück begeben, in die Vergangenheit der Schwestern Grace und Victoria. Beide haben eines mit Diana gemeinsam: sie lernen eine neue, bunte, Welt kennen. Die Familie Tremayne ist gerade aus England auf der Insel Ceylon angekommen, um die Teeplantage eines verstorbenen Verwandten zu übernehmen. Der Name der Teeplantage lautet in der Sprache der Einheimischen Vannattuppucci – Schmetterling.
Die Autorin beschreibt die exotische Gegend mit ihren farbenprächtigen Pflanzen und Tieren sehr eindrucksvoll. Der Schreibstil ist angenehm, mit bedacht gewählten Worten, gefühlvoll und poetisch. Dem Leser wird das Gefühl vermittelt, mittendrin zu sein. Allerdings sind einige Episoden, vor allem zu Beginn, etwas zu lang gehalten.
Die Schwestern leben sich schnell in ihrer neuen Heimat ein und gewöhnen sich auch an die einheimische Bevölkerung, vor allem Grace.
Dann soll Grace mit dem Sohn eines benachbarten Plantagenbesitzers verheiratet werden. Sie rebelliert dagegen, weil sie einen anderen Man liebt.
Worin das Familiengeheimnis besteht, lässt sich schon bald erahnen.
Die ansprechende Gestaltung des Covers und der Buchseiten mit zarten Schmetterlingen und Blüten passt perfekt zum Buch und stimmt wirkungsvoll darauf ein.

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(373)

736 Bibliotheken, 9 Leser, 8 Gruppen, 97 Rezensionen

thriller, haut, autor, hamburg, mord

Das Skript

Arno Strobel
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 19.01.2012
ISBN 9783596191031
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Buch:
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Der Psychothriller ist im Fischer - Verlag erschienen, umfasst 390 Seiten und kostet 9,30 €.

ISBN: 978-3-596-19103-1

Inhalt:
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Die Studentin Nina Hartmann erhält eine Päckchen eines ihr unbekannten Absenders mit merkwürdigem Inhalt. Es handelt sich dabei scheinbar um einen mit Leinwand bespannten Keilrahmen. Darauf ist der Anfang eines Kriminalromans aufgezeichnet. Bei näherem Hinsehen hat die Studentin den Verdacht, dass es sich auch um Haut handeln könnte. Sie informiert daraufhin sofort die Polizei.
Etwa zur gleichen Zeit ist die Verlegertochter Heike Kleenkamp entführt worden. Von ihr gab es bislang kein Zeichen.
Der schreckliche Verdacht bestätigt sich, es handelt sich um Menschenhaut.
Zwischendurch werden grausame Szenen in einem dunklen, feuchten Keller dargestellt, entführten Frauen werden Hautstücke vom Rücken geschnitten. Bald gibt es auch die erste enthäutete Tote. Bei einem Opfer soll es nicht bleiben.
Gibt es einen Zusammenhang mit der Entführung der Verlegertochter?
Die Kommissare Andrea Matthiesen und Stephan Erdmann übernehmen die Ermittlungen. Beide kennen sich noch nicht lange, verstehen sich nicht besonders gut und müssen sich zusammenraufen.
Schnell steht fest, dass ein irrer Psychopath den Roman des Autors Christoph Jan „Das Skript“ auf perfide Weise nachzeichnet. Darüber hinaus finden sich auch weitere Verdächtige.
Dann gerät Nina Hartmann in Lebensgefahr und für die Ermittler beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.

Meine Meinung:
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Arno Strobel ist mit seinem neuesten Roman ein raffiniert ausgeklügelter Psychothriller gelungen. Der Ort der Handlung ist Hamburg.
Die brutalen Szenen in dem Keller sind sehr detailliert dargestellt. Der Autor hat diese Abschnitte sicher bewusst kurz gehalten und immer wieder in das Geschehen eingeflochten. Danach wird die Aufmerksamkeit des Lesers sofort wieder auf die Ermittlungen gelenkt. Diese Taktik garantiert, dass das Grauen keine Überhand gewinnt und die Spannung weiter steigt.
Ein irrer Serienmörder nimmt den Roman des wenig erfolgreichen Autors Christoph Jan zur Vorlage für seine schrecklichen Taten. Ähnliches ist bereits vor einigen Jahren schon einmal in Köln geschehen. Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um denselben Täter handelt.
Der Täter bringt nun mehrere Frauen in seine Gewalt, foltert sie und schneidet Hautteile von deren Rücken. Bald werden tote enthäutete Frauen aufgefunden. Christoph Jan gerät selbst in Verdacht, es werden aber auch noch andere Verdächtige präsentiert. Geschickt versteht es Arno Strobel, falsche Spuren zu legen.
Außer den sympathischen Ermittlern Matthiesen und Erdmann werden weitere Protagonisten mit sehr interessanten Charakteren vorgestellt.
Erst zum Ende des Buches hin kann der Leser ahnen, wer der Täter ist.
Das Buch ist fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite und voll atemberaubender Spannung.

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(77)

161 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 46 Rezensionen

england, kinder, freundschaft, familie, thriller

Angsthauch

Julia Crouch , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.01.2012
ISBN 9783548283326
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Besuch der Freundin



Rose lebt mit ihrem Mann Gareth und den beiden Töchtern in einem Cottage auf dem Land. Dort erreicht sie eines Tages der Anruf ihrer alten Freundin Polly. Diese wohnt mit ihrem griechischen Mann und den beiden Söhnen auf der Insel Karpathos. Pollys Mann Christos ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Nun hält sie nichts mehr in Griechenland, sie möchte zurück nach England. Rose überlegt nicht lange, sie lädt Polly und ihre Söhne zu sich nach Hause ein. Gareth hat allerdings ein ungutes Gefühl. Er war mit Christos befreundet, mochte Polly aber noch nie.
Kaum ist Polly im Cottage eingezogen, kommt es zu Unstimmigkeiten. Zuerst geht es um Kleinigkeiten, die Rose an ihrer Freundin unangenehm auffallen. So vernachlässigt diese ihre Söhne, genauso wie sich selbst. Dann kommt es zu mysteriösen Unfällen. Hat die tablettenabhängige Polly Roses Baby vergiftet?
So langsam kommen Rose immer mehr Zweifel an der Freundin.
Rose selbst verbirgt aber auch ein Geheimnis, das nur Polly kennt. Inzwischen hat sich Gareths Mißtrauen zu Polly auf eigentümliche Weise gewandelt.
Rose wird immer verzweifelter und hilfloser, zieht sich immer mehr zurück. Nur wenige Menschen glauben ihr, darunter ihre Hausärztin und ein guter Freund.
In ihrer Verzweiflung begeht Rose eine folgenschwere Tat. Wird sie jemals vor Polly Ruhe finden?

Der Roman läuft ruhig an, wir erfahren viel über die Lebensumstände Roses und ihrer Familie sowie aus deren Vergangenheit. Dennoch gewinne ich den Eindruck, dass diese Idylle, das beschaulich Leben, das Roses Familie führt, bald zu Ende sein wird. Dies verstärkt sich mit fortschreitender Lektüre immer mehr. Bereits als Polly in England eintrifft, stellt sich die Frage, was für ein Mensch sie ist, da sie sich nicht um das weinende Baby ihrer Freundin Rose kümmert.
Schon bald stellt sich heraus, dass Polly einen ganz bestimmten Plan verfolgt und langsam in die Tat umsetzt, der nichts Gutes verheißt. Es gelingt Julia Crouch sehr gut, den Leser zunächst langsam, dann mit Steigerungen, darauf vorzubereiten und heranzuführen.
Für Rose kommt es immer schlimmer. Nicht nur, dass ihre vermeintlich beste Freundin ihr Haus in eine Müllkippe verwandelt, sie stellt nach und nach fest, dass Polly in Wahrheit ihre Feindin ist. Als sie es erkennt, ist es schon zu spät.
Ein einsames Cottage auf dem Land, eine Besucherin, die immer unheimlicher wird, das ist der Stoff, aus dem spannende Thriller geschrieben werden. Die Autorin hat einen solchen, psychologisch raffinierten Thriller geschrieben.
Das Buch liest sich flüssig, die Spannung steigt stetig noch etwas mehr an. Die Charaktere der Protagonisten, die Kontraste, die sie bilden, sind perfekt herausgearbeitet. Rose und ihre Jugendfreundin Polly, die immer mehr zu ihrer Gegenspielerin wird. War sie überfhaupt jemals eine richtige Freundin?
Dennoch kann ich einzelne Reaktionen der Hauptprotagonistin, Rose, nicht nachvollziehen. Sie kann nicht nein sagen. Als auch ihr Mann Polly noch wegschicken will, zögert sie viel zu lange. Damit nimmt das Verhängnis seinen Lauf.
Auch das Ende des Buches verheißt für Rose, die ein neues Leben begonnen hat, dass der Alptraum noch nicht zu Ende ist

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(115)

175 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 40 Rezensionen

niederkaltenkirchen, krimi, franz eberhofer, bayern, oma

Schweinskopf al dente

Rita Falk
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.12.2011
ISBN 9783423248921
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Buch:
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Der Regionalkrimi umfasst 239 Seiten, kostet 14,90€ und ist im Deutschen Taschenbuchverlag erhalten.
ISBN: 978-3-423-24892-1

Inhalt:
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Eigentlich könnte es dem Polizisten Franz Eberhofer in dem kleinen bayerischen Ort Niederkaltenkirchen gut gehen. Zumal Franz erst unlängst zum Kommissar befördert wurde.
Wenn da die Verbrecher nicht wären. Dem wegen Mordes verurteilten Psychopathen Dr. Küstner gelingt die Flucht aus dem Gefängnis. Nun will er sich an Richter Moratschek rächen. Als der Richter in seinem Bett einen Schweinskopf vorfindet, dreht er durch. Franz soll ihn bewachen, rund um die Uhr. Dafür findet der Moratschek seine eigene Methode.
Das ist für den Eberhofer aber nicht das einzige Problem.
Die Machenschaften anderer Dorfbewohner erfordern sein Einschreiten und auch die liebe Familie sorgt für Turbulenzen.
Stress pur für Franz, zumal ihn der Dr. Küstner an der Nase herumführt.
Als es ihm zu viel wird, beschließt er, eine Auszeit zu nehmen und bricht in Richtung Italien auf. Ruhe ist dort aber auch nicht angesagt, seine Begleitung kann sich Franz nicht aussuchen. Dann ist auch noch seine Flamme, die Susi, in Bella Italia und braucht Hilfe.

Wie immer, behält Franz letztendlich den Überblick und klärt alles auf. Natürlich mit Hilfe seines besten Freundes Rudi Birkenberger.

Meine Meinung:
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Auch der dritte Teil der Krimiserie um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer ist in dem kleinen Ort Niederkaltenkirchen angesiedelt.
Wir begegnen bekannten und beliebten Protagonisten wieder und nehmen regen Anteil an deren Leben.

Wie immer hat der grummelige, aber liebenswerte Franz, alle Hände voll zu tun.
Immerhin kann er den Richter Moratschek, der von einem entflohenen Psychopathen bedroht wird, nicht im Stich lassen. Wo kann er den Richter besser bewachen, als bei sich zu Hause? Das sorgt für einige Verwicklungen, da ja auch der kiffende, beatleshörende Papa mit im Haus wohnt.
Die Oma ist die Alte geblieben, schwer hörend und wie immer auf der Jagd nach Schnäppchen. Mit ihren Kochkünsten versorgt sie die Familie nach wie vor bestens. Ihr selbst gebackener Kuchen allerdings, sorgt dieses Mal bei einigen Dorfbewohnern für Probleme.

Dann ist auch noch der Bruder vom Franz, Leopold die alte Schleimsau, mit von der Partie. Dessen Besuche werden für Franz aber durch seine kleine Nichte versüßt, die Sushi. Das kleine Mädchen kann sogar schon Onkel Franz sagen, worüber dieser hoch beglückt ist.
Rita Falk ist es einmal mehr gelungen, die Lachmuskeln ihrer Leser zu strapazieren.
Für mich war dieser Regionalkrimi wieder Vergnügen pur und auch die Spannung kam nicht zu kurz.
Die liebenswert – schrulligen Hauptprotagonisten sind mir schon ans Herz gewachsen, vor allem natürlich der Franz und die Oma.
Schmunzeln musste ich darüber, wie schnell Franz für die geliebte Oma die Dienstwaffe zückt. Witzige Dialoge und der ausgeprägte bayerische Dialekt runden den Lesespaß ab.
Den Abschluss des Buches bilden wie gewohnt, Omas leckere Rezepte.
Darüber hinaus kommen die Hauptfiguren, die Belegschaft, wie Rita Falk es nennt, zu Wort.
Rundum gelungen, kann ich dazu nur sagen.

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62 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

kinderheim, köln, mord, krimi, erziehung

Nichts als Erlösung

Gisa Klönne
Fester Einband: 346 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 07.10.2011
ISBN 9783550087776
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine warme Augustnacht in Köln, Hauptkommissarin Judith Krieger plagen Albträume, sie kann nicht wieder einschlafen. Judith entschließt sich zu einem Spaziergang durch das nächtliche Köln. Dabei wird sie in Geschehnisse verwickelt, die mit dem Fund einer Leiche, die durch Kopfschuß getötet wurde, enden.

Ungefähr zur selben Zeit findet Eric Sievert, der in einem Wald nahe Darmstadt nach archäologischen Schätzen gräbt, eine Goldkette. Es handelt sich jedoch um keinen Gegenstand aus der Römerzeit, die Kette ist modern. Wenig später wird er in unmittelbarer Nähe einen grausamen Fund machen.

Inzwischen stellt es sich für Judith Krieger und ihren Kollegen Manni Korzilius als schwierig heraus, den Toten zu identifizieren. Als ihnen das gelingt, wird klar, dass das Mordopfer Jonas Vollenweider heißt und selbst unter Mordverdacht stand. Im Haus seiner Familie wurde ein Blutbad angerichtet, die Leichen seiner Eltern und Schwester wurden nie gefunden. Jonas hat die Tat geleugnet und Beweise gab es nicht. Er hat danach Deutschland verlassen und als Tauchlehrer auf der griechischen Insel Samos gelebt. Nun ist er nach Köln zurückgekehrt, um das Haus seiner Eltern zu verkaufen. Steht sein Tod im Zusammenhang mit der Ermordung der Eltern?

Die Suche nach dem Mörder führt Judith und Manni zurück in die Vergangenheit. Die Eltern von Jonas haben in den 60er Jahren ein Kinderheim in der Eifel geleitet. Über diese Zeit will niemand gerne reden. Manni Korzilius forscht nach und stößt auf entsetzliche Dinge.

Unterdessen hat Judith immer mehr das Gefühl, dass der Mörder in ihrer Nähe ist und sie beobachtet. Nicht nur das, er sendet ihr Botschaften. Judith fliegt schließlich nach Samos, um dem Täter auf die Spur zu kommen.

Meine Meinung:

Ich habe bislang noch keinen Kriminalroman von Gisa Klönne gelesen und war von dem flüssigen, anschaulichen und spannenden Schreibstil gleich gefesselt.

Die Autorin hat mit ihrem Buch ein Thema aufgegriffen, das erst in letzter Zeit aktuell geworden ist, das Schicksal von Heimkindern im Deutschland der Nachkriegszeit. Die grausamen Erziehungsmethoden, die nicht immer nur in körperlicher Misshandlung bestanden, bleiben für die Betroffenen nicht ohne Folgen. Das daraus resultierend Leid begleitet viele durch das gesamte Leben. Das bringt Gisa Klönne mit psychologischem Geschick und großem Einfühlungsvermögen zum Ausdruck.

Neben den Polizeibeamten und weiteren Protagonisten kommt zwischendurch immer wieder der Täter zu Wort. Er schildert die Ereignisse aus seiner Sicht und gewährt einen tiefen Einblick in seine freudlose und grausame Kindheit. Die Motive des Täters werden dabei auf erschreckende Weise klar. Ebenso der seelische Schmerz, den er nicht zu überwinden vermag. Es wird deutlich, dass der Täter selbst ein Opfer ist.

Auch die Kommissare wirken authentisch, mitten aus dem Leben gegriffen. Wir bekommen Einblick in deren nicht unkompliziertes Privatleben und auch das macht beide sympathisch. Nicht nur, dass Judith mit dem Nikotinentzug zu kämpfen hat, der Täter spielt Katz und Maus mit ihr. Ihre Psyche wird nicht zuletzt durch ihr schwieriges Verhältnis zur eigenen Mutter auf die Probe gestellt.

In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir Eric Sievert kennen. Er gräbt nachts heimlich nach archäologischen Schätzen, um sie unter der Hand zu verkaufen. Seine Schatzsuche fügt sich später nahtlos in das Geschehen ein.

Was mir an dem Buch nicht gefallen hat, ist die Tatsache, dass zum Ende einige Fragen offen bleiben.Wie der Täter im Einzelnen vorgegangen ist, blieb leider unklar.

Das Cover zeigt ein flüchtendes Kind, welches einen Weg aus einem verschlossenen Raum sucht und passt perfekt zum Inhalt des Buches, das betroffen macht und zum Nachdenken anregt.

Abschließend möchte ich hinzufügen, dass Misshandlungen schutzbedürftiger Kinder nicht nur ein Thema in westdeutschen Kinderheimen waren. Auch in der DDR standen derartige Vorkomnisse in vielen Heimen auf der Tagesordnug. Leider wird im Osten Deutschlands dieses Thema immer noch unter den Tisch gekehrt. Nicht zuletzt sicher deshalb, weil etliche Erzieher aus dieser Zeit noch im Amt sind

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629 Bibliotheken, 7 Leser, 8 Gruppen, 128 Rezensionen

thriller, augen, entführung, psychothriller, berlin

Der Augenjäger

Sebastian Fitzek
Fester Einband: 450 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 27.09.2011
ISBN 9783426198810
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Abgründe der menschlichen Seele

Inhalt des Buches:

Wir begegnen Johanna Strom, die sich in einer psychiatrischen Anstalt befindet. Johanna ist depressiv und alkoholabhängig, zudem ist ihre Tochter Nicola spurlos verschwunden. Johanna sitzt auf einer Bank im Park der Anstalt, als sich ein älterer Mann zu ihr gesellt. Sie erfährt, dass er kein Patient, sondern ein Besucher ist. Er zeigt Johanna ein Bild, das offensichtlich ihre Tochter zeigt. Es muss grausam sein, die Frau bricht zusammen.

Alexander Zorbach ist auf der Suche nach seinem Sohn Julian, der von Frank Lahmann, dem Augensammler, entführt wurde. Da erhält er einen Anruf von Lahmann, Julian lebt noch. Um das Leben seines Sohnes zu retten, bleibt ihm nicht viel Zeit. Nach dem Willen des Augensammlers soll der Vater einen hohen Preis für die Rettung Julians zahlen, sein eigenes Leben.

Das Team um den Berliner Kommissar Stoya hat noch nicht den Augensammler gefasst, da werden sie mit einem neuen Fall konfrontiert. Der Augenarzt Dr. Zarin Suker zählt zu den besten Spezialisten seines Faches. Er ist aber ein Psychopath, der Frauen entführt. In der Nacht entfernt er ihnen in einem Versteck die Augenlider und vergewaltigt sie. Danach lässt er seine Opfer frei, die später Selbstmord begehen. Nur eine Frau überlebt, schweigt aber.

Aus Mangel an Beweisen kann Stoya den Augenarzt nicht länger in Haft lassen. Der Kommissar hat nur noch einen Trumpf im Ärmel, die blinde Physiotherapeutin Alina Gregoriev. Diese war im Fall des Augensammlers als Medium involviert.

Nun soll Alina Hinweise auf Sukers nächstes Opfer finden. Nur zögernd lässt sie sich darauf ein. Alina hat zwar eine Vision, aber sie soll sich täuschen. Dr. Suker erlangt seine Freiheit wieder und kommt Alina gefährlich nah. Für die junge, blinde Frau beginnt der Alptraum ihres Lebens und nicht nur für sie.

Meine Meinung:

Den Einstieg in das Geschehen bildet eine Warnung des Autors an seine Leser. Eine ungewöhnliche Idee, die das Interesse an dem Buch erst recht weckt. Außerdem hält Sebstian Fitzek eine weitere, kleine Überraschung für seine Leser bereit.

Diese befinden sich sofort mitten im Geschehen. Der Autor legt ein rasantes Tempo vor, entführt uns an verschiedene Schauplätze.

Eine Achterbahnfahrt ist nichts gegen das Wechselbad der Gefühle beim Lesen dieses Buches. Die Ereignisse überschlagen sich, der weitere Verlauf ist nicht vorhersehbar. Man kann zwar Vermutungen anstellen, diese laufen aber ins Leere. Nichts ist so, wie es scheint.

Das Buch ist in kurze Kapitel untergliedert, in denen die Protagonisten die Ereignisse aus ihrer Sicht schildern.

Wenn man denkt, dass die Spannung ihren Höhepunkt erreicht hat, spannt der Autor den Bogen noch weiter.

Die Charaktere der Handelnden sind treffend herausgestellt. Besonders gut kann ich mich in die blinde Alina, die dennoch nicht hilflos ist, hineinversetzen.

Die teuflische Wandlungsfähigkeit des Augenarztes erfüllt mich mit Erschrecken.

Ich habe das Buch in wenigen Tagen gelesen, jede Seite weckte Spannung auf die nächste.

Sebastian Fitzek hat mit diesem Buch einen Thriller geschaffen, der unter die Haut geht.

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143 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 19 Rezensionen

argentinien, historisch, auswanderer, südamerika, historischer roman

Im Land des Korallenbaums

Sofia Caspari
Flexibler Einband: 698 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.09.2011
ISBN 9783404166015
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Im April 1863 befindet sich die 23-jährige Anna Weinbrenner an Bord eines Auswandererschiffes mit Kurs auf Argentinien. Anna reist allein, ihre Familie befindet sich schon in der neuen Heimat. Auf dem engen Zwischendeck kommt es immer wieder zu Streit, Diebstahl und eines Tages wird Anna sogar Zeugin eines Mordes.
Die Reise gestaltet sich für die junge Frau dennoch kurzweilig.Sie lernt Viktoria Santos und Julius Meyer kennen.Obwohl die drei jungen Menschen unterschiedlicher Herkunft sind, verstehen sie sich gut.Es dauert nicht lange und Julius verliebt sich in Anna. Sie gibt ihm jedoch keine Chance.
Angelangt in der neuen Welt, ist nichts so, wie Anna es sich erträumt hat. Sie findet ihre Familie in einem der vielen Armutsviertel von Buenos Aires wieder.
Ihr Mann, Kaleb, stirbt bald nach ihrer Ankunft.Einzig ihren Brüdern, Eduard und Gustav, geht es materiell gut. Sie verdienen ihr Geld aber nicht durch ehrliche Arbeit.
Anna gibt nicht auf, arbeitet hart und hält dadurch die Familie über Wasser.Sie bekommt ein Kind von Kaleb, Marlena.
Auch eine andere Frau findet in der neuen Heimat nicht das erwartete Glück, Viktoria.
Ihr Ehemann Humberto erweist sich als Schwächling und von ihrer Schwiegermutter, Dona Ofelia, wird sie gehasst.Viktoria bekommt eine Tochter, Estella. Ansonsten führt sie ein trostloses Leben, bis sie den Halbindianer Pedro kennenlernt.Diese Beziehung bleibt nicht ohne Folgen.
Währenddessen ist es Julius besser ergangen. Er hat eine Anstellung und Zugang in beste Gesellschaftskreise gefunden.
Dona Ofelia will sich an ihrer Schwiegertochter rächen und ersinnt einen teuflischen Plan. Dadurch geraten sowohl Annas als auch Viktorias Tochter in große Gefahr.

Meine Meinung:

Sofia Caspari hat ihren Roman in Argentinien um 1860 angesiedelt. Eine Zeit, in der die
Einwandererströme aus Europa ihren Höhepunkt erreichten. Das Schicksal europäischer Einwanderer am Beispiel der Hauptprotagonisten Anna, Viktoria und Julius prägt im Wesentlichen den Inhalt des Buches.
Die Erzählung besticht durch detaillierte, lebendige Schilderungen. Ich kann mir die Strapazen der langen Seereise gut vorstellen und mich in die Erwartungen, Sehnsüchte und auch erlebten Enttäuschungen der Hauptfiguren hineinversetzen. Die Autorin hat viel Mühe darauf verwendet, deren Charaktere perfekt herauszuarbeiten. Das ist ihr auch gut gelungen. Man kann die jeweiligen Personen ins Herz schließen, wie Anna und Pedro. Man kann sie aber auch verachten, wie Dona Ofelia und Gustav.
Die Geschichte Argentiniens hat ebenfalls Eingang in die Erzählung gefunden, was mir sehr gefallen hat.
Sofia Caspari hat die gesellschaftlichen Unterschiede dieser Zeit dargestellt.Am Beispiel Humbertos, seines Vaters und dessen Freunden wird der wachsende Einfluss der Großgrundbesitzer deutlich. In diese Zeit fällt auch der Vernichtungskrieg gegen die Indianer der Pampa.
Ganz ohne Klischees kommt die Autorin jedoch nicht aus. Julius, der Sohn aus gutem Haus verliebt sich in eine Frau aus der einfachen Bevölkerungsschicht. Es mag aber sein, dass solche Unterschiede durch die Bedingungen und Einflüsse der neuen Heimat in den Hintergrund gerieten.
Das Buch ist flüssig geschrieben und angenehm zu lesen. Eine Lektüre, die man so schnell nicht aus der Hand legen kann. Das ansprechend gestaltete Cover stimmt perfekt auf das Buch ein.
Farbenfroh, facettenreich, eine Erzählung, wo der Rhytmus eines fernen Landes mitschwingt.

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88 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

schottland, familie, urlaub, humor, reise

Martha im Gepäck

Ulrike Herwig
Flexibler Einband: 263 Seiten
Erschienen bei Schroeder, Marion von, in Ullstein Buchverlage GmbH, 10.08.2011
ISBN 9783547711806
Genre: Romane

Rezension:

i
Mit Tante Martha in den schottischen Highlands

Gerade hat Karen die letzten Vorbereitungen getroffen, um mit ihrer Familie in den verdienten Urlaub nach Schottland aufzubrechen, da fällt ihr Tante Martha ein. Von Martha muss sie sich unbedingt noch verabschieden, ist sie doch die Erbtante. In deren Wohnung angelangt, traut Karen ihren Augen nicht. Tante Martha erwartet sie abfahrbereit im Schottenrock nebst Koffer und Schirm. Die Tante lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie die Familie in den Urlaub begleiten wird.

Die Thiemes, neben Karen gehören noch Ehemann Bernd und die Kinder Mark und Teresa dazu, sind davon wenig begeistert und können die Fahrt anfangs nicht recht genießen. Vor allem Karen grübelt, was alles auf sie zukommen wird. Als Tante Martha dann verlauten lässt, dass sie bereits in Schottland war und dort etwas zu erledigen hat, werden alle hellhörig. Eines ist der Familie schnell klar, mit Martha werden sie noch manche Überraschung erleben.

Entgegen der Vorstellung ihrer Verwandten ist die alte Dame ganz und gar nicht senil. Sie verfügt über ungeahnte Fähigkeiten. Nicht nur, dass sie Whisky trinkt, die englische Sprache beherrscht, sich auf den schottischen Straßen besser auskennt als der Familienvater und einen Trucker unter den Tisch pokert. Sie mischt die gesamte Familie tüchtig auf. Sogar die Kids steckt Martha mit ihrem Elan an und sie berät Karen in Mode- und Ehefragen. Martha möchte so schnell wie möglich nach Schottland gelangen, an einen Ort namens Glan Manor. Dort angekommen, erwartet die Familie eine Überraschung, die deren Leben von Grund auf verändern wird.

Mit diesem Buch ist Ulrike Herwig ein humorvoller, unterhaltsamer Roman gelungen. Infolge des lockeren, flüssigen Schreibstils lässt sich das Buch angenehm und schnell lesen.

Die Autorin hat viel Mühe darauf verwendet, die Charaktere ihrer Protagonisten detailliert zu beschreiben. Dabei nimmt die Figur Marthas eine zentralen Platz ein. Tante Martha ist liebenswert, eigenwillig, manchmal etwas quengelig. Sie weiß, was sie will und bekommt es auch.

Von allen Protagonisten ist mir eigentlich nur Tante Martha richtig sympathisch. Karen und Bernd werden so dargestellt, wie sie sind, kleinkariert und spießig. Bernd klammert sich an seinem Reiseführer fest und ist enttäuscht wie ein Kind, wenn die Realität anders aussieht. Karen träumt von ihrem viel jüngeren Kollegen.Theresa wird für ihre sechs Jahre viel zu kleinkindhaft dargestellt.

Die Autorin hat ein aktuelles Thema aufgegriffen, das Älterwerden. Am Beispiel Marthas und ihrer Angehörigen wird deutlich, wie die Gesellschaft auf alte Menschen reagiert.

Die alte, kinderlose Dame hat das Engagement ihrer Familie nur einem Umstand zu verdanken, der Aussicht auf ihr Geld.

Das kommt in der Erzählung immer wieder deutlich zum Ausdruck. Ohne das Erbe der Großtante wäre der Traum vom eigenen Haus ausgeträumt. Also nimmt man die Tante wohl oder übel mit in den Urlaub. Wie würde das wohl ohne das in Aussicht gestellte Erbe aussehen?

Die Figur der Martha verkörpert aber auch den unbändigen Willen, sich nicht den Unannehmlichkeiten des Alters zu beugen.

Am Rande erfährt der Leser vieles zur Geschichte Schottlands und gewinnt Einblick in die rauhe, aber schöne Landschaft.

Das ansprechend gestaltete Cover vermittelt Lust auf Urlaub. Eine nette Idee bildet das beigefügte Lesezeichen in Form eines Kofferanhängers. Auch hier findet sich die Abbildung der witzigen Möwe mit den gelben Gummistiefeln in Kleinformat wieder.

Auch wenn einige Dialoge etwas flach geraten sind, garantiert das Buch unterhaltsame Lesestunden.

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211 Bibliotheken, 2 Leser, 8 Gruppen, 63 Rezensionen

berlin, rügen, thriller, mord, krimi

Stirb

Hanna Winter
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.08.2011
ISBN 9783548283449
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Berlin, im April 2005. Ein unbekannter Mann bringt eine Frau in seine Gewalt, die er zuvor verfolgt und beobachtet hat. Er wird die Frau töten.
Zwei Monate später begegnen wir Lara Simons in ihrem neu eröffneten Berliner Cafe. Wir lernen ihren Exmann Raffael sowie ihren besten Freund Torben kennen. Auch Lara wird von einem Unbekannten beobachtet, der sie wenig später entführt und mit einem Messer bedroht. Im letzten Moment gelingt es Lara zu fliehen. Für die Polizei ist schnell klar, dass Lara einem Serienmörder entkommen ist, der seine weiblichen Opfer brutal quält und mit einem Tranchiermesser tötet. Der Täter verwüstet Laras Cafe und lauert ihr in ihrer Wohnung auf. Noch einmal kann Lara gerettet werden, um einen hohen Preis.
Da auch das Leben ihrer kleinen Tochter Emma gefährdet ist, folgt Lara dem Rat der Polizei und begibt sich in ein Zeugenschutzprogramm.
Sechs Jahre später lebt sie auf der Insel Rügen unter einem anderen Namen und hat einen neuen Partner gefunden. Da ereignen sich plötzlich seltsame Dinge und wenig später gibt es auf der beschaulichen Insel eine Tote. Hat der Mörder Laras Spur gefunden? Kommissarin Sylvia Hausmann und ihr Kollege Magnus Kern, die den Fall in Berlin bearbeitet haben, begeben sich auf die Insel.
Bald ist der Mord aufgeklärt, alles scheint für Lara in Ordnung zu sein. Da wird plötzlich Laras Tochter entführt und auch sie gerät auf der Suche nach Emma in Gefahr.
Wieder gibt es einen Verdächtigen, der Killer scheint gefasst zu sein. Doch ist Lara wirklich außer Gefahr?


Bereits der Einstieg in das Geschehen ist rasant, Spannung ist von der ersten bis zur letzten Seite garantiert. Das Buch ist in verschiedene Handlungsstränge aufgeteilt. So kommt auch der Täter zu Wort und schildert die Ereignisse aus seiner Sicht, begleitet von Rückblicken in seine Vergangenheit.
Durch die kurzen Überschriften, die Orte und Tage umfassen, werden die Handlungen übersichtlich und gut nachvollziehbar.
Hanna Winter baut geschickt verschiedene Verdachtsmomente auf, es kommt zu überraschenden Wendungen. Für mich war aber sofort klar, dass der Verdächtige nicht der Mörder sein kann und Lara sich erst recht in Gefahr befindet.
Die Autorin hat sich bemüht, die Charaktere ihrer Protagonisten herauszuarbeiten. Besondere Sympathie kann ich, Lara und ihre Tochter ausgenommen, jedoch für keinen empfinden.
Der Schreibstil ist flüssig und das Buch leicht und schnell zu lesen. Auch eine kurze Beschreibung der Landschaft Rügens fand Eingang in die Handlung.
Das erwähnte Zeugenschutzprogramm hat mich nachdenklich gestimmt. Es muss schlimm für den Betroffenen sein, mit dem bisherigen Leben abzuschließen und eine völlig neue Idendität anzunehmen. Ganz zu schweigen von der Frage, ob dadurch wirklich absolute Sicherheit garantiert ist.
Was mich an dem Buch gestört hat, sind die detailliert brutal beschriebenen Morde, wie auch überhaupt die Gewalt gegen Frauen.
Ansonsten ist dieser Thriller für jeden, der Spannung liebt, zu empfehlen.

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162 Bibliotheken, 2 Leser, 5 Gruppen, 40 Rezensionen

skispringen, bayern, krimi, alpen, alpenkrimi

Hochsaison

Jörg Maurer
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.04.2010
ISBN 9783596186532
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Krimi beginnt etwas ungewöhnlich, mit einem Bekennerschreiben eines künftigen Täters an den Kommissar. Bei diesem einen Brief bleibt es nicht, der Unbekannte kündigt weitere Straftaten an.
Tatsächlich kommt es in der Folge in einem kleinen, beschaulichen Winterkurort zu einigen ungewöhnlichen Ereignissen. Auf der Skisprungschanze erleidet ein Springer einen merkwürdigen Unfall. Handelte es sich dabei etwa um ein Attentat?
Kommissar Jennerwein wird in den kleinen Alpenort geschickt, um die Ermittlungen zu leiten. Viel Zeit hat er nicht, denn ansonsten ist die Hochsaison in Gefahr. Da ereignen sich weitere Todesfälle und es gibt kaum Verdächtige.
Nicht leicht für den Kommissar, es tummeln sich viele unterschiedliche Menschen in dem Kurort. Prominente, Urlaubsgäste, Einheimische und ein merkwürdiges asiatisches Paar.
Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Ein unterhaltsamer Krimin, den Jörg Maurer da geschrieben hat. Der Einfallsreichtum des Autors scheint unerschöpflich zu sein. Man merkt, dass er von Beruf Kabarettist ist. Der trockene Humor des gebürtigen Allgäuers hat mir gut gefallen.
Für meinen Geschmack agieren jedoch zu viele Personen, die in zu viele Handlungen verstrickt sind. Angefangen von der zahlreichen Prominenz des Ortes über die VIP-Gäste, Manager, die einem Abenteuer-Event teilnehmen, Urlaubern, Pensionsangestellten und dem Polizistenstab. Weniger wäre hier zweifellos mehr gewesen. Der Autor hätte sich besser auf einige Hauptpersonen konzentriert und wäre auf diese näher eingegangen. Es gibt aber viele interessante Protagonisten, auf deren Beschreibung der Autor Wert gelegt hat.
Der Krimi hatte wirklich einiges zu bieten, unterhaltsam, abwegig, die Mischung macht’s. Die Szenen wechseln in rasanter Folge, Jörg Maurer legt ein atemberaubendes Tempo vor.
Insgesamt habe ich mich mit diesem Krimi gut unterhalten gefühlt.
Das Cover fand ich besonders nett, es weckt Lust auf Urlaub in den Bergen. Die Kuhköpfe am Anfang jedes Kapitels haben die Buchgestaltung zusätzlich bereichert.

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96 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 37 Rezensionen

föhr, familie, oma, nordsee, strandkorb

Ein Strandkorb für Oma

Janne Mommsen , ,
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.07.2011
ISBN 9783499256868
Genre: Romane

Rezension:

Moin Föhr

Die Inselbewohner Maria und Sönke erwarten auf dem Hamburger Flughafen ihre Cousine Jade. Beide staunen nicht schlecht, als ihnen statt des erwarteten Kindes ein 15-jähriges Grufti-Girl entgegen tritt. Zu allem Überfluss trinkt Jade auch noch Bier.
Auf Föhr angelangt, scheint Oma vom Aussehen des jungen Mädchens nicht sonderlich beeindruckt zu sein. Sie lässt sich sogar zu einem Picknick auf dem Inselfriedhof überreden.

Die Inselidylle wird in der Folge von einigen Ereignissen überschattet. Mit Oma Imke stimmt etwas nicht, sie wird immer vergesslicher.
Dann wird aus dem kleinen Inselmuseum ein Gemälde gestohlen. Marias Exfreund Tobias vom BKA wird auf die Insel geschickt, um an der Aufklärung mitzuwirken.
Haben Oma und Jade etwas mit dem Fall zu tun?
Als ob Maria und Sönke nicht schon genug Sorgen hätten, immerhin soll Polizistin Maria von der Insel aufs Festland versetzt werden. Zu allem Überfluss muss sich der selbstständige Evantmanager Sönke endlich etwas einfallen lassen, um weiter über die Runden zu kommen.
Aber zum Schluss löst sich alles in Wohlgefallen auf, Ende gut - alles gut.

Eine amüsante Erzählung, deren Kulisse die Nordseeinsel Föhr bildet.
Janne Mommsen hat einen lockeren Schreibstil gewählt, der Leser findet sich mühelos in das Geschehen ein.
Das Buch ist in viele kleine Kapitel untergliedert, die sich leicht und schnell lesen lassen.
Liebenswürdige und schrille Charaktere wie Oma und Jade bilden einen abwechslungsreichen Kontrast.
Der Autor hat viel Mühe darauf verwendet, die Charaktere seiner Protagonisten
liebevoll und lebendig zu zeichnen. Die Handelnden sind bis auf den arroganten Tobias sympathisch.
Aufregende Wendungen bringt das Buch trotz des Kriminalfalls nicht.
Einzelne Szenen haben mich zum Schmunzeln angeregt, aber auch nachdenklich gestimmt.
Das Ende des Buches ist etwas an den Haaren herbeigezogen.
Insgesamt handelt es sich um eine Urlaubslektüre für zwischendurch, die zum Abschalten einlädt.
Das ansprechend gestaltete Cover vermittelt zusätzlich Urlaubsidylle

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

krimi, allgäu, robert walcher, bodensee, rangnick

Bauernfänger

Joachim Rangnick
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.06.2011
ISBN 9783548610481
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Journalist Robert Walcher lebt in einem kleinen Ort im schönen Allgäu. Ein beschauliches Leben auf dem Land ist das, wie so oft erledigt er Einkäufe im Gemischtwarenladen der Frau Zehner. Die neuesten Informationen gibt es dort gratis dazu.
Wieder zu Hause angelangt, kann er die idyllische Alpenkulisse von seinem liebevoll ausgebauten Bauernhaus aus nicht mehr recht genießen. Aus dem Keller dringt Verwesungsgestank und Walcher ahnt Schlimmes. Er ruft seinen Nachbarn Josef hinzu und beide finden ein totes, verstümmeltes Schwein.
Wenige Tage zuvor hat sich der Journalist an den Bodensee begeben, um seinem Hobby, der Fotografie alter Häuser, nachzugehen. Dort entdeckt er in einer Villa eine männliche Leiche. Daneben findet er einen Ordner mit Unterlagen, dessen Inhalt er mitnimmt. Es handelt sich dabei um ein fragwürdiges Unternehmen, welches mit finanziellen Transaktionen in schwindelerregender Höhe befasst ist und Company heißt.
Wir lernen Walchers Freundin Lisa kennnen, die mit Tochter Irmi auf einen nahe gelegenen Gehöft lebt.
Der Journalist trifft einen der Gründer der Company und wird von diesem mit wichtigen Dokumenten betraut. Darauf haben es auch andere abgesehen. Walcher wird immer weiter und tiefer in den Sog der Company hineingezogen. Auch seine Freundin Lisa gerät in Gefahr.

Joachim Rangnick versteht es meisterhaft, die schöne Landschaft des Allgäu zu beschreiben. Dort ist das Leben noch in Ordnung. Idylle pur, im Dorfladen wird geratscht, ich kann mir einzelne Szenen lebhaft vorstellen. Schmunzeln musste ich über Kater Bärendreck.
Das Buch ist in mehrere, zumeist kurze Kapitel unterteilt, der Schreibstil ist flüssig. Der Autor hat es verstanden, seine Protagonisten lebendig darzustellen und auf deren Charaktere einzugehen.
Die Schauplätze der Handlungen sind detailliert aufgezeichnet.
Einige Schilderungen sind nicht glaubwürdig und nur schwer nachvollziehbar. Es beginnt damit, dass Walcher in der alten Villa einen Toten findet und nicht die Polizei informiert. Stattdessen nimmt er einen Ordner an sich, was im Grunde genommen Entwendung fremden Eigentums darstellt.
Dann übergibt ein Gründer der Company einem unbekannten Journalisten äußerst wichtige Unterlagen.
Die Company selbst, aus einem kleinen Lotto-Unternehmen entstanden, umfasst wie ein riesiger Krake fast alle Wirtschaftbereiche in der Welt.
Nicht zuletzt ermittelt Walcher selbst weiter, obwohl ihm klar sein muss, dass er und seine Freundin Lisa sich in höchster Gefahr befinden. Er nimmt das billigend in Kauf und zahlt dafür einen hohen Preis.
Der Autor hat seiner Phantasie für meinen Geschmack zu großen Raum eingeräumt.

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378 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 33 Rezensionen

krimi, kluftinger, allgäu, mord, hotel

Rauhnacht

Volker Klüpfel , Michael Kobr
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.12.2010
ISBN 9783492259903
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kommissar Kluftinger möchte mit Frau Erika und dem befreundeten Ehepaar Langhammer ein erholsames Wochenende in einem Allgäuer Berghotel verbringen. Die Besitzerin und ehemalige Olympiasiegerin Julia König hat sich zur Neueröffnung des Hotels einiges einfallen lassen. Den Höhepunkt soll eine Unterhaltung der ganz besonderen Art bilden, ein Live-Kriminalspiel. Die Gäste sind Akteure und jedem Gast kommt eine bestimmte Rolle zu. Unerwartet wird aus dem Spiel Ernst, der Bankangestellte Carlo Weiß wird tot in seinem von innen verschlossenen Hotelzimmer aufgefunden. Über Nacht setzt ein Schneesturm ein und es besteht Lawinengefahr. Somit gelangt niemand aus dem Hotel und es ist keine Hilfe von außen zu erwarten. Telefone, Handys und auch der Computer funktionieren nicht mehr. Kluftinger ist ganz auf sich allein gestellt und er weiß eines mit Gewissheit, der Mörder befindet sich im Hotel. Der Kommissar beginnt zu ermitteln und erhält Hilfe von dem Arzt Dr. Langhammer. Schnell wird klar, dass die meisten Gäste nicht nur in einer Verbindung zu dem Toten stehen, sie haben auch ein Mordmotiv. Erst allmählich kommt Kluftinger einem wahrhaft mörderischen Plan auf den Grund.

Kluftingers fünfter Fall ist das erste Buch, das ich von dem Autorenduo Klüpfel/Kobr gelesen habe und es wird bestimmt nicht das letzte sein.
Der Schreibstil ist flüssig, locker, mit einer Prise trockenem Humor gewürzt. Das Buch ist in viele Kapitel mit kurzen, treffenden Kapiteln untergliedert. Das hat mir gut gefallen.
Es gibt viele komische Szenen, in denen der Hauptprotagonist Kluftinger zugleich Hauptakteur ist. Ich denke da an das Frühstücksbüfett. Da lädt sich Klufti mehrere Teller zum Bersten voll. Weil er nicht alles transportieren kann, höhlt er einfach Brötchen aus und füllt Marmelade hinein.
Amüsant sind auch seine Duelle mit Dr. Langhammer. Einerseits würde er gern auf den Arzt, der sich mit Hilfe eines Detektiv-Spielzeugkastens als Detektiv aufspielt, verzichten. Andererseite braucht er in aber, eine Art ständig wechselnde Konkurrenz.
Lange tappt der Kommissar im Dunkeln, bis er schließlich mit Hilfe seines Kollegen Maier den Fall lösen kann.
Insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt, die Spannung kam nicht zu kurz. Auch wenn einige Episoden doch ein wenig langatmig waren.

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

vatikan, thriller, opus dei, bibel, moses

Curia

Oscar Caplan , Annette Kopetzki
Flexibler Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.04.2011
ISBN 9783492259446
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kardinal Vanko St. Pierre übergibt einem Vertrauten einen Umschlag mit wichtigen Papieren. Sollte ihm etwas zustoßen, sollen diese Papiere an einen Notar in Rom weitergeleitet werden. Der Kardinal hat Zugang zum Geheimarchiv des Vatikans und offensichtlich eine wichtige Entdeckung gemacht. Diese muss so brisant sein, dass er um sein Leben fürchtet. Nicht zu unrecht, wie sich wenig später herausstellt. Kurz nach einer Unterredung mit einem engen Vertrauten des Papstes stirbt der Kardinal bei einem Verkehrsunfall.Wir erfahren, dass die Entdeckung Vankos weit zurück in die Vergangenheit reicht, ins alte Ägypten, zur Regierungszeit Pharao Echnatons. Sollten die gefundenen Schriftstücke Bekanntheit erlangen, wird die Glaubwürdigkeit der Bibel in Frage gestellt.

Der Bruder des Kardinals, Theo St. Pierre, ist Ägyptologe. Als er vom Tod Vankos erfährt, begibt er sich sofort nach Italien. Nachdem Theo Einsicht in die beim Notar hinterlegten Dokumente nehmen konnte, hat er Zweifel daran, dass es sich beim Tod seines Bruders um einen Unfall handelt. Er beschließt, sich Helfer zu suchen und der Sache nachzugehen.

Das Buch konnte leider nicht halten, was die Leseprobe versprochen hat. Es war der Versuch des Autors, die Themen Vatikan, Historie und Geheimgesellschaften auf spannende Art zu verknüpfen. Was ihm auch stellenweise durchaus gelungen ist.
Der Roman umfasst zu viele Handlungsstränge und zu viele Personen. Der Leser wird gnadenlos damit bombardiert und ich konnte anfangs kaum Freund von Feind unterscheiden.
Das Lesen des Buches erfordert viel Zeit und Konzentration, was an sich nicht negativ ist.
Hier wird der Leser allerdings mit zu vielen Fakten aus Geschichte, Religion, Politik, Physik und Chemie konfrontiert. Dadurch wirkt etliches verwirrend, z.B. als auch noch Quantentheorie, schwarze Löcher und Zeitreisen ins Spiel gebracht werden. Ebenso verhält es sich mit den zahlreichen und irgendwie schon hektisch wechselnden Schauplätzen der Handlung.
Zweifellos ranken sich um die Regierungszeit des Pharao Echnaton zahlreiche Legenden und auch die Bilderberger sind durchaus ein Thema.
Fazit: hier wäre weniger wirklich mehr gewesen.

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118 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

vatikan, tempelritter, kreuzritter, rom, thriller

Dogma

Raymond Khoury , Anja Schünemann , ,
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.05.2011
ISBN 9783499256387
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Zeichen des Kreuzes


Konstantinopel im Juli 1203, die von Kreuzrittern belagerte Stadt wird bald fallen. Eine Gruppe Tempelritter versucht unter Einsatz ihres Lebens, drei Truhen mit geheimnisvollem Inhalt aus der Bibliothek des Kaisers zu retten. Sie wähnen sich in einem abgeschiedenen Mönchskloster in Sicherheit. Doch diese Sicherheit ist trügerisch, die Tempelritter finden dort durch die Hand der Mönche den Tod.
Es soll über 100 Jahre dauern, bevor es wieder einem Tempelritter gelingt, den Inhalt der Truhen an sich bringen. Aber auch Conrad muss fliehen, kann aber die geheimen Papiere verstecken.

Istanbul im Jahre 2010, der Historiker Professor Sharafi wird auf der Straße von einem Fremden angesprochen. Der Professor erkennt mit Entsetzen, dass der Fremde alles über ihn und seine Familie weiß. Der Fremde beabsichtigt, mit Hilfe des Historikers an einen Schatz zu gelangen. Er setzt den Professor durch ein grausames Verbrechen unter Druck.
Zwei Monate später in Rom, FBI-Agent Sean Reilly muss die entführte Archäologin Tess Chaykin finden. Ihr Entführer, der Iraner Mansoor Zahed, schreckt vor Mord nicht zurück. Er kennt nur ein Ziel, die geheimnisvollen Papiere aus den Truhen an sich zu bringen.
Es gelingt Sean, die Archäologin zu befreien. Doch die beiden haben nicht viel Zeit. Wenn sie Zahed stoppen wollen, müssen sie das Geheimnis der Templer finden. Der Iraner kennt keine Skrupel und ist ihnen stets einen Schritt voraus. Die gefährliche Verfolgungsjagd führt Tess und Sean in unwegsame Gebiete der Türkei und in unterirdische Städte, die tausende von Jahren überdauert haben. Beide geraten dabei immer wieder in tödliche Gefahr. Wird es ihnen gelingen, dem Iraner zuvorzukommen?

Auch ohne den ersten Teil, „Scriptum“, gelesen zu haben, konnte ich mich mühelos in das Geschehen hineinfinden.
Raymond Khoury hat ein Thema aufgegriffen, welches unerschöpflich erscheint. Die Mythen um den Orden der Tempelritter und ein Geheimnis, welches sie angeblich aus dem Heiligen Land mitgebracht haben. Uralte Tagebücher, aus der Anfangszeit des Christentums, die belegen sollen, dass alles ganz anders war, als in der Bibel dargestellt.
Raymond Khoury hat es meisterhaft verstanden, Historie und Action miteinander zu verknüpfen. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Interessant war auch der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Habe ich geglaubt, einem Detail auf der Spur und der Lösung nahe zu sein zu sein, ging es bereits rasant weiter. Die Hauptfiguren Tess und Sean waren mir sehr sympathisch und ich habe sie gern auf ihrer gefährlichen Reise begleitet.
Die historischen Hintergründe des Buches sind gut recherchiert. Der Autor bezieht sich u.a.auf das Jahr 324, als Kaiser Konstantin die Macht erlangt hat. In der Erzählung gehen die Schriften in dieser Zeit auf den Weg, der bis in die Gegenwart führt. Sie dürfen nicht in falsche Hände geraten, weil dann die Grundlagen des orthodoxen Glaubens ins Wanken geraten.
Das Buch besticht nicht zuletzt durch eindrucksvolle Landschaftsschilderungen. Allerdings kann ich mir schlecht vorstellen, dass es in der Türkei Almwiesen gibt.
Geheimnisvoll, fesselnd, interessante Charaktere, ein Buch, das mir sehr gut gefallen hat.
Die Faszination des Templerordens ist ungebrochen und noch heute beziehen sich die Riten vieler Freimaurerlogen auf die Templer.

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

liebe, freundschaft, hochzeit, unfall, hochzeitstorten

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Astrid Ruppert
Fester Einband: 386 Seiten
Erschienen bei Schroeder, Marion von, in Ullstein Buchverlage GmbH, 11.03.2011
ISBN 9783547711721
Genre: Romane

Rezension:

Es gibt immer eine Chance


Annemie Hummel ist Anfang sechzig, lebt sehr zurückgezogen und zaubert wunderbare Hochzeitstorten. Ihre Chefin, Liz Baumgarten, führt als Hochzeitsplanerin ein eigenes Unternehmen. Eines Tages hat Liz einen Unfall und muss im Krankenhaus bleiben. Was nun? Sie ruft Annemie an und bittet um Vertretung im Geschäft. Auf den Schreck muss Annemie erst einmal ein Glas Kirschlikör trinken, dann geht sie ihre neuen Aufgaben an. Die haben es in sich. Stehen doch viele Hochzeitsvorbereitungen an, darunter auch für Nina Winter, der Tochter des ersten Juweliers im Ort.
Anfangs ist sich Annemie sehr unsicher. Aber sie lässt sich auch durch Rückschläge nicht beirren und gewinnt immer mehr Selbstvertrauen.
Unterdessen lernt Liz im Krankenhaus ihren behandelnden Orthopäden näher kennen und bald wird mehr daraus. Auch Annemie findet letztendlich privat ihr spätes Glück.

Astrid Ruppert ist eine wunderbare Erzählung gelungen, warmherzig und voller Gefühle.Der Schreibstil ist herzerfrischend locker und angenehm zu lesen. Die Protagonisten sind sympathisch, mitten aus dem Leben gegriffen und mir gleich vertraut. Die Autorin stellt drei sehr unterschiedliche Frauen in den Mittelpunkt, die eines gemeinsam haben, sie gehen neue Wege.
Wenn nicht jetzt, wann dann? Es ist nie zu spät, sich an neue Aufgaben zu wagen, auch für die Liebe ist es nie zu spät. Ich war gleich nach den ersten Seiten von dem Buch gefangen, es vermittelt Optimismus und Lebensfreude. Ein Roman der großen Gefühle, ohne kitschig zu sein.
Das Cover ist sehr romantisch, lädt zum Träumen ein und passt perfekt zum Buch.

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176 Bibliotheken, 4 Leser, 5 Gruppen, 50 Rezensionen

bayern, franz eberhofer, mord, krimi, oma

Dampfnudelblues

Rita Falk
Flexibler Einband: 253 Seiten
Erschienen bei dtv, 18.04.2011
ISBN 9783423248501
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Herzerfrischend heiter, so geht es mit Franz weiter

Noch vor dem Frühstück läutet bei Dorfpolizist Franz Eberhofer das Telefon. "Stirb du Sau" hat jemand an die Hauswand von Schulrektor Höpfl geschrieben. Franz beschließt, erst einmal abzuwarten. Derweil kommt sein ungeliebter Bruder, Leopold, samt Familie zu Besuch. Da wird Franz noch oft als Babysitter für den Nachwuchs eingespannt. Aber zwischendurch gibt es andere Aufgaben für ihn. Erst verschwindet der Höpfl plötzlich spurlos, taucht wieder auf und liegt dann tot auf den Bahngleisen. Verdächtige finden sich schnell, immerhin war der Rektor weder bei den Schülern noch beim Lehrkörper beliebt, im Gegenteil. Mord hin oder her, wenn es um sein leibliches Wohl geht, kennt Franz nichts. Da können die Ermittlungen ruhig einmal warten. Dafür kocht die Oma viel zu gut. Auch sonst ist daheim alles wie gehabt, der Papa raucht weiterhin seelenruhig seine Hanfzigaretten. Dann gibt es noch Ärger mit seiner Flamme, der Susi aus der Gemeindeverwaltung. Diese dampft einfach so nach Italien ab. Selbstverständlich klärt Franz den Mord auf, wieder einmal mit Hilfe seines alten Freundes Rudi Birkenberger.


Die lang ersehnte Fortsetzung von "Winterkartoffelknödel" ist endlich da. Rita Falk lässt uns wieder regen Anteil nehmen am Leben von Franz, seiner Familie und der übrigen Dorfbewohner. Der gewohnt lockere Schreibstil der Autorin begeistert mich auch hier wieder. Witzig, spritzig, mit einer deftigen Prise bayerischen Humors gewürzt, kommt auch dieses Buch daher. Es zeichnet sich gleich ab, dass es für den Dorfpolizisten Franz mit dem ruhigen Leben erst einmal vorbei ist. Dadurch lässt er sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Er findet noch Zeit, die Oma mitsamt ihren Landfrauen auf eine Schnäppchentour zu begleiten. Das ist wieder mal so eine Gelegenheit, für private Zwecke den Dienstausweis zu zücken. Geschmunzelt habe ich auch über die Spitznamen, die Franz seinen Mitmenschen verpasst, wie Ohrensessel und Säbelzahntiger. Der grummelige Franz kann aber auch ganz anders, wenn er will. Beim Anblick seiner kleinen Nichte, liebevoll von ihm Zwerg Nase genannt, schmilzt er nur so dahin. Die Autorin hat es wieder meisterhaft verstanden, die Charaktere ihrer Protagonisten lebendig zu zeichnen. Die Spannung kommt nicht zu kurz, auch wenn ich schon relativ zeitig geahnt habe, wer der Mörder ist. Für mich war dieser bayerische Kultkrimi Lesegenuß pur, eine Mordsgaudi, würde Franz sagen. Hoffentlich gibt es für ihn bald den dritten Fall zu lösen, ich freu mich darauf.

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124 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 47 Rezensionen

berlin, krimi, mord, schrebergarten, pippa bolle

Unter allen Beeten ist Ruh

Auerbach & Keller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 15.04.2011
ISBN 9783548610375
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Keine Schrebergartenidylle

Die Übersetzerin Pippa Bolle ist aus Italien in ihren Heimatort Berlin zurückgekehrt. Sie bewohnt eine kleine Wohnung in einem Mietshaus und versteht sich gut mit ihren Eltern und der turbulenten Hausgemeinschaft. Nur eines hat sie nicht, Ruhe zum Übersetzen des vorliegenden Buches über Haubentaucher. Da tritt ihre Freundin Karin mit einem Vorschlag an Pippa heran. Sie soll in der Abwesenheit von Karins Vater dessen Schrebergarten hüten. Begeistert nimmt Pippa an und macht sich auf den Weg nach Schreberwerder, in ihr neues Reich. Dort ist nicht alles so ruhig, wie Pippa denkt. Sie begegnet einer bunten Ansammlung von Schrebergärtnern unterschiedlichen Alters. Es dauert nicht lange, da gibt es die erste Leiche. Dabei bleibt es nicht und ehe sich Pippa versieht, avanciert sie zur Detektivin.


Dem Autorenduo Auerbach und Keller ist eine witzige, unterhaltsame Erzählung mit Krimicharakter im Schrebergartenmilieu gelungen. Mit viel Sorgfalt zeichnen sie sympathische und weniger sympathische, zumeist liebenswert-kauzige Charaktere. Schon bei der Betrachtung der Namen der Protagonisten kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Ganz besonders angetan bin ich von der Familie Kästner mit den Kindern Anton, Emil, Lotte und Luise. Dann haben wir den lärmenden Luis Krawuttke, Berliner Urgestein und Betreiber der kleinen Inselkantine. Hinzu gesellen sich etliche andere, nette Schrebergartenkolonisten. Natürlich darf ein ausgemachtes Ekel, der Unternehmer Lutz Erdmann, nicht fehlen. Aber ob er wirklich der Mörder ist? Pippa hat ihre Augen überall und sie löst den Fall mit Hilfe ihres Bruders und des Kommissars Schmidt. Obwohl Spannung nicht zu kurz kommt, hat die Erzählung für mich eher den Charakter einer Komödie als eines Krimis. Der mitunter sehr stark ausgeprägte Berliner Dialekt ist eine Sache für sich. Alles in allem hat das Autorenduo eine unterhaltsame Story geschrieben.

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48 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 24 Rezensionen

schweden, mord, thomas andreasson, schärengarten, schäreninseln

Tod im Schärengarten

Viveca Sten , Dagmar Lendt
Flexibler Einband: 363 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 18.04.2011
ISBN 9783462043020
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Segelregatta in den Tod

Für den Rechtsanwalt und Vizevorsitzenden der Königlich Schwedischen Seglergemeinschaft, KSSS, Oscar Juliander, endet der Startschuss zu einer Segelregatta tödlich. Zeitgleich hat ein unbekannter Schütze auf ihn geschossen. Der Kriminalkommissar Thomas Andreasson wollte der Regatta nur zuschauen und bekommt sofort Arbeit. Gemeinsam mit seiner Kollegin Margit Grankvist beginnt er die Ermittlungen, die ihn in die Welt der Oberschicht führen. Schnell wird klar, dass Rechtsanwalt Juliander trotz seines beruflichen Erfolges ein unangenehmer Zeitgenosse war. Er hat gern Mandanten und Geschäftspartner übervorteilt und und illegale Deals durchgeführt. Zudem hatte er etliche außereheliche Affären. Mordmotive gibt es genügend, dennoch kommen die Ermittler nicht richtig weiter. Da geschieht ein zweiter Mord. Das Opfer ist wieder ein Vorstandsmitglied der KSSS. Die Ermittler beginnen von vorn und endlich kommen sie der tatverdächtigen Person auf die Spur.
In einem Nebenstrang lernen wir Nora Linde und deren Familie kennen. Nora ist eine Jugenfreundin von Thomas und hat von ihrer Tante eine alte Villa geerbt. Dadurch kommt es zu Streitigkeiten mit ihrem Ehemann.
Ein weiterer Handlungsstrang hat die nicht unproblematische Entwicklung eines siebenjährigen Jungen bis ins Erwachsenenalter zum Inhalt. Welche Rolle spielt diese nicht namentlich genannte Person in der Handlung?

In dem zweiten Band der Reihe von Sandhamn-Krimis mit Kriminalkommissar Thomas Andreasson und Juristin Nora Linde entführt Viveca Sten ihre Leser in den Schärengartens vor Stockholm.
Es handelt sich um einen durchaus fesselnden Krimi, eingebettet in die idyllische schwedische Inselwelt.
Das Buch besticht durch einen flüssigen Schreibstil und sympathische Protagonisten, die ich gleich mag. Die Autorin vermittelt den Eindruck, dass Nora und Thomas alte Bekannte sind. Wir lernen beide nicht nur beruflich, sondern auch privat näher kennen. Diese Nebenhandlungen wirken sich beim Lesen nicht störend aus, sondern runden das Geschehen angenehm ab.
Die Autorin hat es verstanden, die einzelnen Charaktere detailliert darzustellen. So kann sich der Leser eine genaue Vorstellung der handelnden Personen machen. Es hat mir gefallen, bei den Lagebesprechungen des Ermittlerteams dabei zu sein. Die Atmosphäre wirkte authentisch, es kam in dem Fall zu immer neuen Wendungen. Erst kurz vor Ende des Krimis kam ich auf die Lösung.
Viveca Sten hat mit ihrem Buch ein eindrucksvolles Beispiel dafür geliefert, dass es keiner brutalen Szenen bedarf, um einen spannenden Krimi zu schreiben

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