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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

winter, eisdrache, hilfe, mädchen, hilfsbereitschaft

Der Eisdrache

Troon Harrison , Pauline Katz , Andrea Offermann
Fester Einband: 56 Seiten
Erschienen bei Residenz, 01.09.2013
ISBN 9783701721245
Genre: Kinderbuch

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

roman

Der Schatten des Windes

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar , Carlos Ruiz Zafón
Fester Einband: 784 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 26.09.2013
ISBN 9783596512980
Genre: Romane

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

musik, schauspiel, straßenmusik, armut, jugendroma

Kelly und ich

Myron Levoy
Flexibler Einband
Erschienen bei DTV
ISBN 9783423780971
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Eine wundervolle, überhaupt nicht kitschige, aber dafür abenteuerliche Liebesgeschichte im modernen New York. Anthony, Sohn einer erfolglosen, labilen, alleinerziehenden Schauspielerin, hat sich das Gitarrespielen beigebracht, die einzige Abwechslung in seinem öden Leben, in dem er nichts auf die Reihe kriegt. Bis er Kelly kennen lernt. Wie Tony macht sie auf der Straße Musik, nur dass sie viel besser singt und er viel besser Gitarre spielt. Kurz entschlossen tun sie sich zusammen und versuchen von nun an, ihr Geld mit der Musik zu verdienen, was sie jedoch täglich wieder ausgeben und mit vollen Händen an die Obdachlosen der New Yorker Unterschicht verschenken, da Kelly behauptet, ihr sei 'als Kind 'Robin Hood' auf den Kopf gefallen'... Fasziniert von ihrer leicht verrückten, aber mitreißenden Art, macht Anthony alles mit, bis er Kellys großes Geheimnis erfährt. Als ihre Eltern nach Hause zurückkehren, gibt es viel Stress, jede Menge Temperament und eine Flucht - nur leider nicht mit Happy End!

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Tags: armut, freiheit, gitarre, jugendbuch, jugendliebe, jugendroma, liebe, musik, myron levoy, new york, romantik, schauspiel, straßenmusik   (13)
 

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43 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

fantasy, wolfgang hohlbein, monarchie, drachen, althochdeutsch

Der Ring der Nibelungen

Wolfgang Hohlbein , Torsten Dewi
Flexibler Einband: 477 Seiten
Erschienen bei cbt, 06.08.2007
ISBN 9783570304037
Genre: Fantasy

Rezension:

Hohlbeins und Dewis Nacherzählung des Nibelungenlieds bringt viel Spannung, Abwechslung und interessante, vielschichtige Charaktere in die doch eher flache Überlieferung. Siegfried wird als der rechtmäßige Nachkomme des Xantener Königpaares geboren, welches stirbt und sein Reich verliert, während der Junge in einer geheimen Schmiede bei Regin in Odins Wald aufwächst. Irgendwann begegnet er bei seinen Ausflügen Brunhilde, der Prinzessin von Island und beide versprechen sich eine spätere Heirat. Doch wie immer kommt alles völlig anders. Siegfried reist mit seinem 'Vater' an den Hof von Worms, um Waren zu verkaufen, doch von nun an ist sein Schicksal nicht mehr aufzuhalten. Er verliebt sich in Kriemhild, die Tochter des Königs und erfährt schließlich auch von seinem königlichen Erbe. Ohne zu zögern zieht er aus, um den Drachen Fafnir zu erlegen, der schon so viel Unglück über das Land Burgund brachte und den König und seinen ersten Sohn das Leben kostete. Doch Siegfried stellt das Ungeheuer und stiehlt den Schatz der Nibelungen, den Fafnir bewachte.Doch damit lädt er sich ihren Fluch auf. Unverwundbar geworden und mit einem Tarnhelm ausgestattet, erobert er sich mit seinem Heer zwar das Land Xanten zurück und freit Kriemhild als seine rechtmäßige Königin, doch diese Rechnung hat er ohne Brunhilde gemacht. Nach langem Warten auf Siegfried, ihren versprochenen Ehemann und zahlreichen Prüfungen, in denen ihre Freier starben, kommt sie an den Hof als die Königin Gunters, der seine politische Position gegen seinen Rivalen Siegfried zu festigen versucht, der noch vor kurzem sein bester Freund war. Schon bald drängt sein Berater Hagen darauf, Siegfried zu ermorden, um ihn aus dem Weg zu räumen, und auch Brunhilde fordert als Rache dieses Opfer von ihrem Gemahl. Siegfried stirbt durch eine List, doch Kriemhild erfährt von der Intrige und bis zum Ende des ersten Teils fließt mehr und mehr Blut. Am Schluss scheint die Blutgier der Nibelungen gestillt und ihr Schatz kehrt zu ihnen in den Wald zurück, während Sigfried, das neu geborene Kind der toten Königin mit Gernot und Elsa, den letzten übrigen des Königshauses, nach Island reist, um in stiller Abgeschiedenheit und fern von Burgund die Herrschaft Brunhildes fortzusetzen. Ein tragisches Ende, das auf Besseres im zweiten Teil hoffen lässt. Doch auch hier findet sich leider Bedrohung, Grausamkeit und die Missgunst der Götter, um dem jungen Siegfried das Leben schwer zu machen. Durchweg spannend und interessant, fällt die Fortsetzung allerdings noch drückender aus und die wenigen glücklichen Momente im Leben des Prinzen werden schon bald aufgewogen mit noch größerem Übel und Leid. Nichts desto trotz kann man sich den Schluss gar nicht so schlimm vorstellen, wie er ist, und es bleibt lediglich zu hoffen, dass mit dem Ende der Saga auch ein Ende des Nibelungenfluchs zu erwarten ist. Ein weiterer Teil könnte kaum noch dramatischer ausfallen! Der Vergleich mit dem Herrn der Ringe (wird auf dem Cover angeführt) ist diskutierbar, weil es sich hier einfach um etwas völlig Anderes handelt, aber die Saga ist wahnsinnig spannend mit sehr interessanten Charakteren und unzähligen unerwarteten Wendungen und verrät dabei viel über die europäische Geschichte, das höfische Leben und die Hintergründe des Nibelungenlieds, bei dem in der Schule wahrscheinlich niemand so richtig durchsah. Also für Mittelalter-Freaks und Freunde von spannenden Fantasy-Büchern mit viel Leidenschaft, großen Schlachten und vielschichtigen Figuren in jedem Fall zu empfehlen, an vielen Stellen allerdings alles andere als jugendfrei!

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Tags: drachen, gier, gold, island, legend, magi, mittelalter, nibelungen, nordische mythologie, rhein, wolfgang hohlbein, zwerge   (12)
 

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65 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

vampire, blut, menschen, fantasy, science fiction

Ich bin ... das Ende

Celeste Ealain
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei tredition, 30.04.2014
ISBN 9783849578558
Genre: Science-Fiction

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

katharsia, hades, tod, retamin, seelen

Katharsia

Jürgen Magister
Fester Einband: 732 Seiten
Erschienen bei salomo, 01.02.2011
ISBN 9783941757226
Genre: Fantasy

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

thriller, meißener porzellan, barockes dresden, transmutator, usa

7 Stunden

Martin Weteschnik
Flexibler Einband: 310 Seiten
Erschienen bei EDITIA, 01.03.2015
ISBN 9783943450187
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Indianer, eine Wahrsagerin, ein Einsiedler und skrupellose Wirtschaftsbosse – was klingt wie eine fantastische Zusammenstellung, hat die Geschichte zweier Papierstücke vereint: Die der verschollenen Fragmente aus der Dresdner „Tschirnhauslegende“.

Weteschniks Thriller beginnt im Barock: Im 18. Jahrhundert erleben Porzellanmacher Böttger und Juwelier Dinglinger den Tod des Wissenschaftlers Tschirnhaus, der sein Geheimnis um den „Transmutator“ mit seinen beiden Freunden teilt – ebenso wie einen Zettel, der Zugang zu seinem Versteck, einem Kunstwerk Dinglingers, verschaffen soll. Tschirnhaus prophezeit, dass die beiden Hälften nie zusammengefügt werden sollen, weil die ungeheure Macht in den Händen eines Menschen die Apokalypse heraufbeschwören kann.

Was zu Augusts Zeiten noch magisch wirkte, kennt man heute unter der „Tschirnhauslegende“, einer Erzählung, der plötzlich zwielichtige Söldner ihre Aufmerksamkeit widmen. Während die Uhr „7 Stunden“ rückwärts zählt, sucht der Trupp nach den beiden Fragmenten, die den Code enthalten sollen, um Dinglingers „Silberberg“ zu öffnen, in dem sich der Transmutator verbirgt. Das Ziel ist eine mysteriöse Blockhütte, in der ein Einsiedler lebt, der sich plötzlich auf abenteuerlicher Mission wiederfindet. Mit sich führen die Gauner „Mecusa“, ein infiltrierendes Hackerprogramm, das sich ab und an zu verselbstständigen scheint … Der Countdown und die hohe Brutalität des Teams wirken wie eine Bedrohung, deren Bedeutung zu Beginn noch nicht erfasst werden kann.

Von Amerika über den Atlantik führt die Jagd nach angeblich künstlich hergestelltem Gold Böttgers, das die Bande aus dem Dresdner Porzellanmuseum stehlen will. Im Linearbeschleuniger soll der Transmutator Aufschluss über „die fundamentalen Bausteine des Kosmos“ geben. Es geht um die Bewegung der Himmelskörper, um die Konkurrenz von Wissenschaft und Glaube
und den sagenhaften „Transmutator“, das Bruchstück eines Kometen, das Energie anzieht und Materie in seinem Umkreis verwandeln können soll – hat Tschirnhaus den begehrten „Stein der Weisen“ gefunden?

Während sich ein Wettlauf um die Fragmente entwickelt, bei dem Menschen verschwinden und entführt werden, findet Weteschnik Zeit, nicht nur Tschirnhaus’ erschütterten Glauben in Gott zu thematisieren, sondern auch Dinglingers ausgeklügelte Mechaniken, die Gefühle der Maschine Mecusa und das kollektive Denken. Die Fragmente reisen in parallelen Handlungssträngen durch die Zeit und viele Hände: Kleine Exkurse führen den Leser zu Münchhausen, der in Wolfenbüttel Page des Herzogs ist, zu Casanova, Lessing und Napoleon, die auf unterschiedliche Art in den Besitz der Zettel gelangen. Auch Nebenfiguren werden auf diese Weise in persönlichen Sequenzen eingeführt und vorgestellt, trotzdem bleiben die zahlreichen Figuren individuell charakterisiert. Beinahe liebevolle Episoden widmen sich den Schicksalen der Söldner und dem Ursprung ihrer Spitznamen und zeigen emotionale Seiten und die Motivation der Gegenspieler:

„Lacroix befeuerte den Kamin noch eine Weile mit Holz und Büchern, die immer noch wüst verstreut herumlagen. Krank, diese Menschen, die all das hier lasen, dachte er. Das ist das Leben doch gar nicht. Die kannten es nicht. Der Dicke war der beste Beweis. Die hatten keine Ahnung, wie es war, wenn eine Frau oder ein Kind lächelnd auf einen zukam und in der Tasche eine Bombe mitschleppte.“

Weteschniks zügige Erzählung wechselt mit einem bildgewaltigen, fast schon lyischen Stil. Eine außergewöhnliche Mischung vereint sich in den Themen, die sonst verschiedenen Genres angehören. Dazu passend erscheint der trockene Actionheld-Humor, der rasante Szenen unterstützt und auflockert. „7 Stunden“ ist stilistisch sicher und spielt gekonnt mit der Sprache, was die Unterhaltungsliteratur mittlerweile häufig vermissen lässt – scheinbar gibt es doch ein Klientel für Thriller, die sich hoch ansiedeln. Ein informativer Anhang setzt dem Werk ein Porzellankrönchen auf: Kurzbiografien der historischen Persönlichkeiten und eine grafische Darstellung der Wege, die die beiden Zettel durch die Zeit fanden, geben dem Leser Anreize zur weiteren Nachforschung.

Der renommierte Sachbuchautor Weteschnik widmet sich inzwischen ganz seinen belletristischen Werken. Sein erster Thriller „7 Stunden“ führt den Frankfurter dabei nach Dresden und in die USA, wo er selbst einige Zeit lebte. Ob Hotels, Plätze oder barocke Bauten … vom Essen in der Weißen Gasse bis hin zum Einbruch im Porzellenmuseum und dem Geiselaustausch auf dem Hausmannsturm – die alten Mauern werden hier frisch angestrichen und bieten spannende historische Einblicke in das historische Dresden, ganz jenseits von Augusts Mätressen.

Josefine Gottwald für Elbmargarita.de

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Tags: barockes dresden, dresden, martin weteschnik, meißener porzellan, stein der weisen, thriller, transmutator, tschirnhauslegende, usa   (9)
 

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leipzi, hooligans, ukraine, ddr, sachsen

Flashback Ost

Francis Mohr
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei salomo, 01.05.2011
ISBN 9783941757271
Genre: Romane

Rezension:

Hannes, Igor und Stanislaw verschieben in den 90er Jahren geklaute Autos von Sachsen über Polen in die Ukraine. Was sie alle erlebt haben – in der DDR und nach der Wende, in Dresden, Leipzig und in Osteuropa –, hat sie geprägt und zu einem ungleichen Trio werden lassen, das Onkel Pavels alten Bauernhof besetzt und sich mit Wodka und Wurstbemme durchs Leben schlägt, bis sich die drei Freunde für dieselbe Frau interessieren: Die temperamentvolle Polin Graczyna.

Vom Bauernhof als Ausgangspunkt springen die Kapitel in die 80er, 70er und noch weiter zurück und unterbrechen die aktuellen Pläne der Bande mit Sequenzen aus anderen Lebensabschnitten oder von Orten, die die Figuren geprägt haben. Mohrs „Flashbacks“ sind Rückblenden, die sich in die etwas schleppende Haupthandlung geschickt einpassen. Mit einem Drittel des Buches ist das Setting für den Roman stabil, aber der Spannungsbogen bleibt diffus und verliert sich in atmosphärischer Erzählung. Dichte und Beschreibungen sind dabei Mohrs große Stärke, und sein bildhafter Stil macht den Genuss der Sprache leicht:

„Den Hof hatte man erst nach dem ersten Weltkrieg durch ein Pflaster geadelt. Den Belastungen der Zeit hatte es nicht standgehalten, sodass es nur noch Stückwerk war. Traktoren und Vieh hatten ihm zugesetzt. Die Pflastersteine wurden zum Material beim Ausbessern an Stall und Scheune. An manchen Stellen sah es so aus, als klettere der Hof die Mauern hoch. Löwenzahn und Unkraut schickten sich an, das marode Hofpflaster zu ersticken. In den Ecken türmten sich Schrott und verdreckte Fässer.“

Die zahlreichen Exkurse in verschiedene Lebens- und Zeitabschnitte sind gerade ausreichend lang gewählt, um bedeutende Themen nicht nur zu streifen. Ob Fußball in den 80er Jahren, die Hooliganszene, osteuropäischen Kulturen, Menschenschmuggel, politische Betrachtungen der Jugend zur Wendezeit oder die Probleme, in der DDR an einen Studienplatz zu kommen …

„Hannes passte nicht hinein in die Begrenzungen, den Zerfall, die Lügen, die geistige Zucht, die engen Perspektiven, die Diktatur des Proletariats. Er verachtete die geduckte Intelligenz, die ihre Existenz infrage stellte und ihr Potential verriet. Er hasste diesen Staat, der von nuschelnden Idioten geführt und von Anpassern getragen wurde. Aber er liebte sein Land, seine Stadt, seine Familie, seine Freunde. Seine Heimat. Die würde er nie verlassen.“

Die Reflektionen sind vielseitig und markant und lassen auch die Nachkriegszeit und die Bombardierung Dresdens nicht aus – prägende Episoden aus dem Leben einer anderen Generation. Dabei werden verschiedene Perspektiven der Parteien beleuchtet, bis Mohr schließlich alle Fäden gekonnt wieder zusammenführt.

Der Dresdner Autor gibt seiner Stadt im Buch eine Rolle als Hintergrund für Teile der Handlung: Vorwiegend Autodiebstähle in verschiedenen Stadtteilen, die mit ihren demografischen Variationen skizziert werden. Insgesamt lässt sich der Roman als Chronik betrachten, als buntes, aber auch kontrastreiches Album der neueren Geschichte unserer Region, die durch bewegte und bewegende Bilder ausgefüllt wird.

Josefine Gottwald für Elbmargarita.de

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Tags: autodiebstahl, autoschieber, ddr, dresde, hooligans, leipzi, polen, sachsen, ukraine   (9)
 

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

krimi, dresden, erpressung, lesbische liebe, rache

Leichentuch

Andreas M. Sturm
Flexibler Einband: 310 Seiten
Erschienen bei fhl Verlag Leipzig, 07.03.2014
ISBN 9783942829489
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Weihnachten in Dresden: Der Schnee bedeckt die Stadt wie ein Tuch. Doch als Tauwetter einsetzt, offenbart sich Schreckliches: In seinem Wagen wurde ein Familienvater grausam ermordet. Das Kommissaren-Team um Karin Wolf und Sandra König verfolgt den Fall in ein düsteres Milieu um Erpressung und Kinderpornografie.

Aber plötzlich taucht auch ein alter Feind wieder auf: Der Killer Witkowski ist entflohen und versucht nun, Karin seine Vergehen anzuhängen und seine ganz persönliche Rache an ihr zu nehmen. Bis in ihre Wohnung folgt er ihr unbemerkt, und Karin entdeckt, dass jemand aus ihrem nächsten Umfeld gemeinsame Sache mit dem Verbrecher macht. Ungewollt wird sie schließlich von ihrem Fall abgezogen und ist mit ihren Ängsten allein. Ihr scheint nichts anderes übrig zu bleiben, als die direkte Konfrontation zu suchen …

Andreas M. Sturm schafft eine hohe Spannungsdichte, indem er immer wieder neue Fragen aufwirft und dabei private und berufliche Probleme der Figuren im Wechsel thematisiert. Seine Ermittlungen wirken authentisch und gut recherchiert, dabei schreibt er pragmatisch und ohne überflüssige lyrische Kapriolen. Die Charaktere sind einfühlsam gezeichnet und zeigen sich aus verschiedenen Blickwinkeln. Sturms Polizisten sind in erster Linie Menschen, und die heimliche Liebe der beiden Kommissarinnen bringt den Leser noch dichter an ihre Emotionen.

„Menschen wählen Verstecke aus, die ihren Interessengebieten entsprechen. Sie wusste aus Erfahrung, dass es kein Allgemeinplatz war, dass Hausfrauen ihre Heimlichkeiten sehr gern in Wäschestapeln verbargen. Vor Jahren war sie bei einer Durchsuchung im Haus eines Tischlers dabei gewesen. Die Beamten hatten in den selbst gebauten Möbeln des Handwerkers Bündel von veruntreutem Geld gefunden. Conrad war Techniker. Karin würde diesem Sachverhalt ihr besonderes Augenmerk widmen.“

Andreas M. Sturm ist inzwischen Herausgeber mehrerer Anthologien im Leipziger fhl Verlag zu den Schwerpunkten „Giftmorde“ und „Schauplatz Sachsen“. In seinem dritten Dresden-Krimi nennt er zahllose Orte in der Stadt, für die er aber nicht immer detaillierte Beschreibungen liefert, sodass Leser von außerhalb nicht unbedingt einen Eindruck der Atmosphäre erhalten. Lokalpolitische Probleme verbaut er geschickt mit einigen Hintergründen und lässt seine Figuren dazu Stellung beziehen. Der gebürtige Dresdner fotografiert die Cover seiner Bücher gern selbst und läuft die Routen seiner Protagonisten persönlich ab, um sich alle Details einzuprägen. Dresdner Tankstellen, Kirchen und Brücken halten in seinen Romanen als Mordschauplätze her, die bei Einheimischen ein gemischtes Gefühl von Erkennen und Schaudern erzeugen.

„Leichentuch“ ist ein spannender Lokalkrimi, bei dem höchstens ein einziger Konflikt etwas zu schnell gelöst wird. Doch die liebevollen, realitätsnahen Figuren und die Hintergründe der Fahndung machen den Roman zu einem besonderen Leseerlebnis in der Weihnachtszeit.

Josefine Gottwald für Elbmargarita.de

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Tags: andreas m. sturm, ermittlungen, erpressung, kinderpornoszene, krimi, lesbische liebe, stalking, verfolgung   (8)
 

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

ehe, dresden, familienalltag, beziehungen, licht

Liebe auf leisen Sohlen

Emilia Licht
E-Buch Text: 309 Seiten
Erschienen bei null, 01.11.2012
ISBN B00A0XHIE8
Genre: Sonstiges

Rezension:

Josina leitet das Hotel Anna Karolina am Blauen Wunder. Ehrgeizig und einfallsreich meistert sie ihre Familie wie ihren Job: Effizient und mit klarer Struktur. Trotzdem ist sie oft überfordert, vor allem mit ihren pubertierenden Kindern, und im ewigen Klinsch mit ihrer eigensinnigen Schwiegermutter, die sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, die Karrierefrau mit etwas mehr Liebe zu füllen. Genau 20 Jahre lebt Josi inzwischen mit ihrem Mann zusammen und allmählich verliert sie den Glauben an die Romantik in ihrer Ehe.

Ihre Freundin Ulrike – die in ihrem Leben selbst genug Baustellen hat – rät Josi zu einem Liebhaber, aber das entspricht ganz und gar nicht ihrem Stil. Sie packt das Problem lieber selbst an und plant eine besondere Überraschung für ihren Mann, bei der einiges nicht so läuft wie beabsichtigt …

Dieser Roman geht weit über skurrile Zufälle und alltägliche Streitfragen hinaus und beleuchtet die grundsätzlichen Themen der Zwischenmenschlichkeit: Wie kommt unsere Zuneigung abhanden und wie viel Arbeit kostet es, eine Liebe frisch zu halten? Josina erkennt in ihrer ganz persönlichen Geschichte den Wert des inneren Familienzusammenhalts und muss nach und nach begreifen, dass der Kampf um ihre Selbstständigkeit eine Flucht in Dinge war, über die sie sich einst anderen zuliebe definiert hat, um sich selbst zu schützen. Die harte Fassade einer Karrierefrau hat die Dresdnerin alles andere vergessen lassen – die Erkenntnis, dass sie ihr Leben anscheinend komplett umkrempeln muss, trifft Josina wie ein Schlag.

Emilia Licht hat Dresden zu ihrer Heimat gewählt und schrieb 2013 mit „Von Mauern und Flammen“ einen weiteren Roman, der den Charme der Stadt einfängt. Auch bei Josinas Aktivitäten und Ausflügen kann man Dresden kennen und lieben lernen: Herkuleskeule, Dixieland und Filmfestival – das lokale Kulturleben wird in allen Facetten präsentiert. Die Elbschlösser, Pillnitz und Radebeul kommen zur Sprache; Josina spaziert durch den Großen Garten und trainiert mit Ulrike auf der Prager Straße. Wie selbstverständlich bindet Emilia Licht ihre Stadt in den Alltag ihrer Figuren ein, sodass die Leser sich noch heimischer fühlen.

Erstmals veröffentlichte Licht ihren Roman unter dem Titel „Hotel Blaues Wunder“ im Gmeiner Verlag, nachdem sie ihn als Wettbewerbsbeitrag eingereicht hatte. In diesem Jahr erschien das Buch als Neuauflage beim Amrûn Verlag unter dem Titel „Liebe auf leisen Sohlen“, der zunächst ein Selfpublishing-Projekt war. Die Geschichte um Josinas langsam einstürzende Welt steckt voller Liebe und glaubwürdiger Probleme, die direkt aus dem Leben gegriffen sind. Ein kurzweiliger Roman über die Herausforderungen in Beziehungen und Familie – und ganz eigenwillige Lösungen.

Josefine Gottwald für Elbmargarita.de

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Tags: beziehungen, dresden, ehe, emilia licht, familie, familienalltag, hotel blaues wunder, karrierefrau, liebesroman, powerfrau   (10)
 

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loschwitz, ddr, ausreise, bar, swing

Damals im Roten Kakadu

Rolf Bergmann , Hubert Bär , Michail Krausnick , Friedhelm Schneidewind
Flexibler Einband
Erschienen bei Verlag der Villa Fledermaus, 01.10.2005
ISBN 9783932683527
Genre: Romane

Rezension:

Dresden, 1961: Hans, der sich Johnny nennt, ist passionierter Schachspieler und Ted Herold-Fan und will am liebsten Journalistik studieren. Ihn interessiert alles, von Sport bis Sonnenfinsternis, aber mit dem Studium ist das nicht so einfach: An der Uni Leipzig will man ihn nicht haben, weil er für den Beruf nicht genug politische Gesinnung beweist, und da ihm seine gebliebte Bruni ohnehin die kalte Schulter zeigt, überlegt er, mit Achim nach Brasilien auszuwandern – dort könnte er dann Karten nach Hause schicken und vielleicht für die hiesige Zeitung schreiben … Aber erstmal muss er doch sein Abitur fertigmachen – und ist das überhaupt so einfach, wegzugehen?

Das Dresden der DDR ist bei „Damals im Roten Kakadu“ allgegenwärtig: Obusse und die lokalen Lichtspielhäuser, der „Pilz“ am Schillerplatz, Loschwitz mit seiner Seilbahn und die Elbwiesen sind Details, die damaligen Dresdnern täglich begegnet sind. Viele „Spuren“ von damals lassen sich noch heute live erleben: So zum Beispiel die „Kakadu“-Bar im Parkhotel, die jedoch nur noch für geschlossene Veranstaltungen gemietet werden kann. Auch wenn die Schaufester heute andere Auslagen zeigen, kann man bei einem Spaziergang am Schillerplatz oder auf dem Blauen Wunder die Zeitreise im Roman nachvollziehen – so lebendig beschreibt Bergmann das Dresden der frühen Sechziger.

Der gebürtige Dresdner flüchtete 1961 aus der DDR und kehrte erst 2006 endgültig zurück. Sein Roman ist autobiografisch geprägt, der Held Johnny ist gleich alt und durchlebt Höhen und Tiefen, während er nach einem Weg für sein persönliches Glück sucht. „Damals im Roten Kakadu“ (2005) schrieb Bergmann aus der Erinnerung mit aufwendigen Recherchen. Sein Erstling „Cuba Libre in Benidorm“ (1977) war eine literarische Tourismus-Kritik, die als Fischer Taschenbuch erschien. Danach weitete Rolf Bergmann seine Themen in alle Richtungen seiner Erfahrungen und Interessengebiete: Der Taxi-Krimi „422“ (2003) reiht sich neben zwei biografische Werke über den Mannheimer Art Brut Künstler Ernst Kolb (2000 und 2013), ebenso wie den Schriftsteller-Roman „Der Mann, der aus den Quadraten fiel“ (2009). Bergmanns neues Werk ist wieder ein Krimi, der auf Mallorca spielt, und kommt im November heraus.

Der zeitliche Abstand zwischen Handlung und Veröffentlichung des Romans schadet der Authentizität kein Stück: Die atmosphärischen Kulissen, wie die Jazzclubs, sind ebenso detailliert wie die Beschreibungen der angesagten Filme und Musiktitel in der damaligen Jugend. Die politische Prägung wirkt unterschwellig-aufdringlich auf eine sehr realistische Art: Während die Jugendlichen jeden Freiraum nutzen, den sie bekommen können, erklärt man ihnen sozialistische Interpretationen von Goethes Faust und beschuldigt ihre Rockmusik der „klassenfeindlichen“ Weltanschauung.

„Zero hatte Johnny insgeheim die Station getauft. Talstation klang zu banal. Die Welt war dazu da, neu benannt zu werden. Zero to One. Aus dem Nichts auf den Gipfel, plötzlich die Nummer Eins sein. Wie es Ted Herold geschafft hatte, der nur fünf Tage älter als Johnny war. Und Schiller war 18 gewesen, als er die ‚Räuber‘ schrieb. Er musste irgendwie auf die Tube drücken, wenn er noch etwas erreichen wollte.“

Stilistisch zeigt sich der Dozent und Lektor: Bergmann schreibt im anschaulichen Nominalstil und hält sich an jedem Fakt gerade lange genug auf, um das Interesse zu wecken. Er charakterisiert seine Figuren raffiniert von innen und außen – nur die Mädchen erscheinen ein wenig blass; in ihre Werte und Ziele bekommt man wenig Einblick.

Doch die Unsicherheit in der Jugend ist spürbar: Eingeschränkte Perspektive und ständige Wachsamkeit, weil man Freund und Feind kaum unterscheiden kann. Ihre Träume sind bescheiden: Ein Kofferradio, Jeans oder die Fahrt nach West-Berlin sind die Highlights in Johnnys DDR-Jugend und zeigen das für heutige Verhältnisse einfache Leben ohne Überfluss und einen Horizont, der für viele an der Ostsee endet, die in Johnnys Vorstellung eigentlich genauso gut nur eine Kulisse sein könnte.

„… vor allem galt es, dem Schaffner ein überlegenes Gesicht zu zeigen, um ihn die ganze Lächerlichkeit seiner kleinkarierten Existenz spüren zu lassen, von der Johnny sich nie und nimmer unterkriegen lassen würde.“

Josefine Gottwald für Elbmargarita.de

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Tags: ausreise, bar, ddr, dresden, jugend, kakadu-bar, loschwitz, rock'n'roll, rolf bergmann, swing   (10)
 

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elke heidenreich, virginia woolf, else lasker-schüler, schreiben, hildegard von bingen

Frauen, die schreiben, leben gefährlich

Stefan Bollmann , Elke Heidenreich
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 10.03.2014
ISBN 9783458359951
Genre: Sonstiges

Rezension:

Sie leisteten Widerstand, wie Sophie Scholl, oder schufen wertvolle Zeitzeugnisse, wie Anne Frank. Sie schreiben über Unterdrückung und Befreiung – überall auf der Welt und zu allen Zeiten. Heute werden sie als Wegbereiterinnen einer neuen Denkweise angesehen, ob Hildegard von Bingen im Mittelalter, Christine de Pizan in der Renaissance oder Mary Wollstonecraft und Harriet Beecher-Stowe im 18. und 19. Jahrhundert. Eine Reihe von Kurzportraits beleuchtet bedeutende Künstlerinnen, die sich den Worten verschrieben haben. Oft suchten sie vergeblich nach Freiheit in der Kreativität; viele von ihnen brachten sich um. Ihre spannenden Persönlichkeiten und familiären Hintergründe werden nur oberflächlich angerissen, aber laden zur weiteren Recherche ein.

Das Vorwort von Elke Heidenreich schlägt die Brücke über die Sammlung von Namen und Gesichtern, die sich bereits im Titel ankündigt. Über die Epochen hinweg resümiert sie: »Das, was Männer beflügelt, zerstört offenbar Frauen: die Gleichzeitigkeit, eine Liebe zu leben und sich künstlerisch zu etablieren. Dazu kommt etwas ganz Einfaches, etwas ganz und gar Unerträgliches: Frauen regeln den Alltag von Männern, damit diese schreiben (oder was auch immer tun) können. Wer regelt den Alltag von Frauen? Frauen werden gern als die Musen der Männer bezeichnet. Wer und wo sind denn aber die Musen der Frauen? Die Frau muss sich selbst Muse sein.«

Unerschöpflich führt Heidenreich Beispiele von Frauen an, die an ihrer Leidenschaft zerbrochen sind: Virginia Woolf, Else Lasker-Schüler, Anne Sexton, Ingeborg Bachmann, Sylvia Plath … die Liste scheint endlos! Nur unter großen Opfern gelang es einigen von ihnen, sich eine Existenz als Schriftstellerin aufzubauen.

Das Nachwort von Stefan Bollman ist weniger emotional: Eine Abhandlung über die Frauenfrage und »die existentielle Bodenlosigkeit des Schreibens«. Es erklärt, weshalb Frauen lange nicht als Schafferinnen von Kunst gesehen wurden, während sie gleichzeitig ihre stärksten Konsumentinnen waren und sind. Aber unter welchen Umständen durften sie überhaupt lesen lernen und worin bestand im Einzelnen die Gefahr? Eine praktische Neuausgabe eines Werks, dass man zum Nachschlagen, zum Lernen, zur Inspiration verwenden kann – in jedem Fall eine hochinteressante Blickweise für Lesende!

Josefine Gottwald für DRESDNER Kulturmagazin

  (5)
Tags: anne frank, autorinnen, biografie, dichten, dichterinnen, elke heidenreich, else lasker-schüler, hildegard von bingen, ingeborg bachmann, poetinnen, schicksale, schreiben, sophie scholl, stefan bollmann, virginia woolf   (15)
 

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weihnachtsbaum, oma erzählt, ddr-weihnacht, weihnachten, sachsen

Weihnachtsgeschichten aus Dresden

Stefan Jahnke
Fester Einband: 79 Seiten
Erschienen bei Wartberg Verlag, 01.09.2014
ISBN 9783831327447
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ein Kleiderschrank mit Geschichte, eine kaputte Trompete und eine wilde Rodelfahrt. Den dresdner Autor Stefan Jahnke zieht es auch Weihnachten in seine Heimatstadt. Mal unterhaltsam, mal nachdenklich, aber immer feierlich führt er die Leser seines kleinen Büchleins durch die verschneiten dresdner Straßen und widmet seine kurzen Episoden dabei nicht nur Frauenkirche und Strietzelmarkt, sondern auch der Pyramide am Wasaplatz und dem berühmten Dresdner Stollenbacken. Typischen Weihnachtsfotos der DDR illustrieren den Erzählband passend mit Schlittenfahrten, Bäckersfrauen oder dem Altmarkt und entführen den Leser in eine idyllische Adventszeit, an der sich im Laufe der Jahrzehnte nur wenig verändert hat: Familie, Zusammenhalt, Besinnlichkeit ist die romantische Botschaft, die aus dem Lichterglanz spricht und sich auch durch das eine oder andere Malheur nicht trüben lässt.

Josefine Gottwald für DRESDNER Kulturmagazin

  (5)
Tags: ddr-weihnacht, dresden, dresdner stollen, lokalkolorit, oma erzählt, romanti, sachsen, stollen, tradition, weihnachten, weihnachtsbaum   (11)
 

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(7)

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shakespeare, geschichte, sozialgeschichte, england, 17. jahrhundert

Shakespeares ruhelose Welt

Neil MacGregor ,
Fester Einband: 347 Seiten
Erschienen bei Beck, C H, 08.03.2016
ISBN 9783406652875
Genre: Sachbücher

Rezension:

»Es liegt eine merkwürdige Kraft in den Dingen: Sie können, einmal von uns hergestellt, unser Leben verändern. Das ist eine Wahrheit, von der die großen Religionen der Welt wussten und die sie auch stets genutzt haben. Heilige Reliquien und geweihte Orte haben diese Kraft, uns in der Zeit zu transportieren und damit zugleich auch zu transformieren. Wir glauben dann, neben den Propheten und den Heiligen zu stehen, ihr Menschsein zu teilen, für einen kurzen Augenblick auch ihre Welt zu bewohnen.«

Neil MacGregor hat sein Leben den Dingen verschrieben. Der Direktor des Britischen Museums unternimmt nach »Die Geschichte der Welt in 100 Objekten« einmal mehr eine individuelle Führung durch ein Museum, das beim Leser lebendig wird. Zu William Shakespeares 450. Geburtstag 2014 hat er sich zur Aufgabe gemacht, die Gedanken und das Wirken des großen englischen Dichters zu beleuchten – nach seiner Art über zwanzig elisabethanische Objekte, die ihre ganz eigenen Geschichten erzählen, belegt durch Zitate aus den Stücken, die zeigen, wie Shakespeare zentralen Problemen und kritischen Themen immer wieder eine Bühne gab:

Ein schlicht gehaltener Abendmahlkelch steht für die Ablösung des Prunkvollen im verhassten Katholizismus – wie die Engländer wird auch Hamlet, der dem vergifteten Kelch entkommt, von der protestantischen Zukunft Nordeuropas eingeholt. Seekarten in teilweise bewusst manipulierter Form zeigen den Aufstieg Englands gegenüber der spanischen Armada – und geografische Exkurse der etwas obszönen Art finden sich auch in der »Komödie der Irrungen«. Neumodische Degen der wohlhabenden Heißsporne beweisen die illegalen Unruhen auf nächtlichen Straßen – Duelle waren nicht nur bei Romeo und seinen Rivalen in Mode. Eine im Theater verlorene Konfektgabel diente der höheren Schicht zur Repräsentation der Trends aus dem exotischen Italien – auch Shakespeares Sir Falstaff sprach den Gaumenfreuden zu, die vor der Bühne auf unterschiedlichste Weise genossen wurden. Der »Kaufmann von Venedig« portraitiert eine Stadt, in der man teures Kristallglas findet – bei MacGregor ein Symbol für Gelage und unmoralische Ausschweifungen, eine neue Offenheit und Toleranz, wie sie in England noch größtenteils fremd war. Aber auch die »Wissenschaft« der Magie wird thematisiert, die Pest oder Hinrichtungen, die Angst vor dem Verlust der Königin, ein Bündnis mit Afrika und politische Probleme mit Irland.

Shakespeares Welt war in der Tat ruhelos und lässt sich durch Lebloses unerwartet lebendig machen. Doch entgegen des Titels ist MacGregors Anspruch nicht, viel über Shakespeare selbst aufzudecken. Es geht ihm einzig um die Denkart seines Publikums, der einfachen Leute, die Frage, wie sie lebten und was ihre Werte, Ängste und Wünsche waren, die Shakespeare erstmals auf der Bühne thematisierte. Was seine Gesellschaft bewegt hat, prägte letztlich auch Shakespeare selbst, aber seine »innere Welt bleibt, so bitter das ist, im Dunklen.«.

Josefine Gottwald für DRESDNER Kulturmagazin

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Tags: archäologie, elisabethanisches england, england, globe theatre, renaissance, schauspiel, shakespeare, sozialgeschichte, theater   (9)
 

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john garth, biografie, tolkien, mittelerde

Tolkien und der Erste Weltkrieg: Das Tor zu Mittelerde

John Garth
E-Buch Text: 464 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 24.03.2014
ISBN 9783608106954
Genre: Biografien

Rezension:

John Ronald Reuel Tolkien glaubte von sich selbst, er wäre »ein Mann mit zu viel Fantasie und zu wenig Mut«. Persönlich fand er es gar nicht gut, Werke von Künstlern mit Hilfe ihrer Biografie zu interpretieren – er meinte, das lenke vom Werk zu sehr ab –, trotzdem wurde er später immer wieder Opfer solcher Auslegungen. Sein Biograf John Garth, der laut Evening Standard »das absolut beste Buch über J.R.R. Tolkien« geschrieben hat, räumt mit dem Interpretationsübereifer auf und erzählt die wirkliche Geschichte: Tolkiens Kindheit, der frühe Verlust beider Eltern, das einfache Studentenleben und seine immer stärker werdende Obsession für die Sprachwissenschaft.

Als die ersten Kommilitonen sich zur Armee melden, erkundet der junge Tolkien Feenmärchen und fremde Sprachen, erfindet eigene Mythologien und Phylogenien, während um ihn herum die Welt im Chaos versinkt. Im Vorwort zum »Herrn der Ringe« schrieb er später: »1918 waren alle meine guten Freunde tot, bis auf einen.«

Tolkien überlebte als Fernmelder an der Somme – was ihn nicht daran hinderte, sich zusätzliche geistige Herausforderungen zu suchen. Seine Mythologie gab den erfundenen Sprachen die Möglichkeit, zu leben. Diese Schöpfung mit Eskapismus abzutun würde ihm nach John Garth nicht gerecht werden, Tolkien liebte das Märchen und seine Mythen waren für ihn so real wie die Toten in den eigenen Reihen. Dass »Der Herr der Ringe« eine Allegorie auf den großen Krieg ist, stritt er Zeit seines Lebens ab, und John Garth beweist, wie es tatsächlich war. Zwar findet man Tolkiens bekannteste Epen erst im Nachwort der Biografie, doch seine Mythologie ist so verästelt wie die Krone eines Baumes, die sich erst im Laufe der Jahrzehnte voll und ganz entwickeln kann.

Nach den ersten traumatischen Erlebnissen schrieb er den Krieg von Morgoth im Silmarillion, der gegen maschinenhafte Gnome geführt wird. Seine Grafiken und Kalligrafien muss man im Text eher vermissen, dafür belegen unendliche Gedichte (größtenteils zweisprachig abgebildet), Briefe und Zitate, wie Tolkien von seinem studentischen Umfeld immer wieder inspiriert wurde, bis es grausam zerfiel. Der Einblick in die Sprachforschung, die Geschichten und die Lyrik zeigen dem Leser einen Wissenschaftler, der von der Idee lebendiger, allumfassender Mythen getrieben wurde – und in seinem Perfektionismus wahrscheinlich nie aus eigenem Antrieb veröffentlicht hätte.

Josefine Gottwald für DRESDNER Kulturmagazin

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Tags: biografie, john garth, mittelerde, tolkien   (4)
 

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freundschaft, der kleine prinz, familie, reise, frankreich

Bäume reisen nachts

Aude Le Corff , Claudia Steinitz
Flexibler Einband: 201 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 10.03.2014
ISBN 9783458360193
Genre: Romane

Rezension:

Manons Mutter ist fort, schon seit Monaten. Sie hat die Trauer über den Verlust ihres zweiten Kindes nicht ertragen und ihre Tochter allein zurückgelassen – mit einem Vater, der in seinem Sessel genauso wie in seiner Lethargie versinkt.

Das Mädchen hält sich an Ritualen fest, die ihm die Mutter zurückbringen sollen: Nie darf Manon auf die Fugen im Gehweg treten; den Katzen im Garten streichelt sie immer genau zweimal über den Kopf und fünfmal über den Rücken, immer wieder – doch von der Mutter kein Zeichen.

Der Nachbar Anatole ist ein Französischlehrer im Ruhestand, der allein alt wird. Als ihm das erste Mal Manons ernstes Gesicht auffällt, glaubt er, etwas für sie tun zu müssen. Er beginnt, dem vernachlässigten Mädchen aus dem „Kleinen Prinzen“ vorzulesen, und wird damit zum einzigen Lichtpunkt in ihrem Leben.

Als der erste Brief von der Mutter eintrifft, gibt es für Manon und ihren Vater kein Halten mehr: Sie packen den alten Mann und Tante Sophie ins Auto und wollen den ganzen Weg von Frankreich nach Marokko fahren, um die Mutter wiederzufinden.

Mit der Reise der vier Passagiere konstruiert le Corff eine abstruse und emotionale Situation, die das ungleiche Gespann mit seinen Sorgen, Gedanken und Erlebnissen zusammenschweißt und immer wieder zu tragisch-komischen Reibungen der Charaktere führt: „Sophie schnappt nach Luft: Sie steht nie vor neun auf! Anatole stammelt, dass man Pausen machen müsse, ein Unfall sei schnell passiert, und wenn man nicht gleich draufgehe, sei man auf jeden Fall gelähmt.“

In immer wieder wechselnder Perspektive schildert die Autorin die Wahrnehmung des kleinen Mädchens, die Jugenderinnerungen des alternden Mannes, die Identitätsfindung der Tante, die im falschen Körper geboren wurde, und die Hoffnungen des leidenschaftlich Verliebten Vaters. Dabei legt le Corff Saint-Exupérys „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ auf ernsthafte und gefühlvolle Weise neu aus und bringt vier verschiedene Menschen, die nichts gemeinsam zu haben scheinen, durch eine abenteuerliche Reise zusammen. Ein Leseerlebnis, das den Horizont auf emotionale Weise erweitern kann!

„Der Alte setzt stammelnd zu einer Antwort an, schweigt aber dann lieber. Er findet nicht die richtigen Worte um zu beschreiben, wie sehr sich sein Leben verändert hat. Nie mehr allein in einem Boot übers Wasser fahren, nie mehr in die dunklen Tiefen starren! Kein eisiger Todesatem in seinem Nacken!“

Josefine Gottwald für DRESDNER Kulturmagazin

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Tags: frankreich, kindhei, marokko, reise, transsexualität, trauma, trennung   (7)
 

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berlin, weimarer republik, erich kästner, fabian, gesellschaftskritik

Der Gang vor die Hunde

Erich Kästner ,
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Atrium Zürich, 01.01.2013
ISBN 9783855353910
Genre: Historische Romane

Rezension:

Trotz Doktortitel macht Jakob Fabian Werbung für Zigaretten. Er hat keinen Plan für sein Leben, lässt sich treiben und beobachtet die Entgleisung der Moral in der Berliner Gesellschaft um 1930. Eine neue Offenheit ist plötzlich angesehen, ein legerer Umgang mit dem Taktgefühl, der die Scham in Spitze und Seide erstickt und nach nackter Haut greift, um nicht am eigenen Elend zu verzweifeln: »Er betrieb die gemischten Gefühle schon lange aus Liebhaberei. Wer sie untersuchen wollte, musste sie haben. Nur während man sie besaß, konnte man sie beobachten. Man war ein Chirurg, der die eigene Seele aufschnitt.«

In der ursprünglich lange zensierten Fassung »Fabians«, des »Moralisten«, skizziert Erich Kästner die Gesellschaft seiner Zeit in kurzen Kapiteln und lädt den Leser am Vorabend der Machtergreifung in Clubs und Bordelle, zu Tanzpartys und einsamen Witwen. Sein spritziger Stil und seine scharfe Ironie erschaffen eine Situationskomik, die ein lachendes und ein weinendes Auge provoziert. Lästerlich, aber liebevoll betitelt Fabian die Wahrzeichen Berlins und genießt seine Freiheit, bis ihm nach und nach alles genommen wird.

»Als ich vorhin sagte, ich verbrächte die Zeit damit, neugierig zuzusehen, ob die Welt zur Anständigkeit Talent habe, war das nur die halbe Wahrheit. Daß ich mich so herumtreibe, hat noch einen anderen Grund. Ich treibe mich herum, und ich warte wieder, wie damals im Krieg, als wir wußten: Nun werden wir eingezogen.«

Kästners favorisierter Titel rückt die Gesellschaft in den Mittelpunkt und spricht eine Warnung aus, die seinerzeit nicht reichen konnte, um die Menschheit wachzurütteln. Sein größter Roman, der in seiner politischen Szenerie und erotischen Eskalation jahrzehntelang beschnitten wurde, enthält unter anderem das aus Angst vor Zensur gestrichene »Kapitel 3«, in dem der Direktor seine Blinddarmnarbe entblößt und mehrerer Affären mit seinen Schreibkräften beschuldigt wird. Angefügt sind auch die beiden Nachworte für die Sitten- und die Kunstrichter, die ursprünglich zur ersten Ausgabe gedacht waren, ebenso wie die kontrastierenden Vorworte zu den Ausgaben von 1946 und 1950 und eine ausführliche Notiz des Herausgebers. Eine detaillierte Auflistung zeigt jede Kürzung und Änderung, die an dem Manuskript damals vorgenommen wurde.

Jeder Leser kann mit diesem Buch stärker nachempfinden, was für Kästner sein politisches Schreibverbot bedeutete – in einer Zeit, als er auf den Höhepunkt seiner Karriere zusteuerte.

Josefine Gottwald für DRESDNER Kulturmagazin

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Tags: berlin, dresden, erich kästner, fabian, machtergreifung   (5)
 

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hexen, vampire, einhörner, krieger, die krieger des horns 2

Die Krieger des Horns 2 - Blutmond

Josefine Gottwald
E-Buch Text: 163 Seiten
Erschienen bei BookRix, 17.12.2014
ISBN 9783736863934
Genre: Fantasy

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krieger, die krieger des horns, feuermond, vampire, einhörner

Die Krieger des Horns 1 - Feuermond

Josefine Gottwald
E-Buch Text: 158 Seiten
Erschienen bei BookRix, 22.08.2014
ISBN 9783736831377
Genre: Fantasy

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konzerne, gesellschaftskriti, killer, zukunft, clans

Drei Monde

Lars Hitzing
Fester Einband: 238 Seiten
Erschienen bei salomo, 01.03.2012
ISBN 9783941757332
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Irgendwo zwischen dem 21. und 22. Jahrhundert wandert ein Kopfgeldjäger auf der Flucht vor seiner Vergangenheit in eine Welt ohne Zukunft. Der namenlose Scout, der je nach Auftrag Dieb, Killer oder Spion ist, macht sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Stadt Inlantis, die mehr eine Sage als ein realer Ort zu sein scheint. Aber ihn treibt die Hoffnung, dem Elend auf den Straßen zu entfliehen... Und ein tödlicher Auftrag.

Lars Hitzing zeichnet ein Endzeit-Szenario, in dem skrupellose Mega-Konzerne, wie Toshiba-Krupp oder Google-Gazprom, mit ihren Intrigen und schmutzigen Geschäften die Welt regieren und in der die einzelnen Gesellschaftsschichten in unterschiedlichen Epochen leben: Moderner Luxus der Reichen existiert neben einer industrialisierten Arbeiterschicht und dem städtisches Mittelalter – und in den Wäldern herrscht das archaische Recht des Stärkeren.

»Ich schaute an mir herab und erkannte, wie sehr mich das Leben des Sommers verändert hatte. Ich sah zwar noch nicht aus wie die anderen Waldläufer, denen ich hin und wieder begegnet war, aber mit meinem Behang aus Fellen und Zähnen und meinen selbst gebauten Werkzeugen und Waffen konnte ich mich den Scouts und meinem Auftraggeber wiederum auch nicht zeigen. Ich fühlte mich zerrissen und dachte, ich würde Zeit brauchen, um darüber nachzudenken, wohin ich gehörte.«

Er ist ein Kind des GM-Sony-Konzerns; wie er von dort entkommen konnte, bleibt lange ein Geheimnis. Aber er schafft es, er findet die legendäre Stadt, in der die Menschen »Nomaden« sind, die mit sich und der Natur im Einklang leben. »Der Kodex« ist die Lehre, an der sie festhalten, doch nach und nach fordert eine aufsässige Kriegerin aus dem Clan der »Raben« das Stammesoberhaupt heraus; schließlich spaltet sie die Gemeinschaft. Die Harmonie der gemeinsamen Überzeugung wird zum Glaubenskrieg, die Nomaden wollen ihre Religion aus der Stadt hinaus in die Welt tragen – wenn es sein muss, mit Gewalt...
»Noch war ich kein richtiger Nomade, aber ich war aufgenommen worden in den Kreis der großen Gemeinschaft, war ein Bruder unter Geschwistern mit unzähligen Gewandungen und gleichen Gedanken.«

Dazwischen blendet Hitzing immer wieder zurück und klärt den Nebel der Vergangenheit. In großen erzählenden Anteilen beschreibt er, was die Menschen für den Aufstieg in der Gesellschaft opfern, und gibt unglaubliche Randinformationen. Der Leser erfährt dabei oft mehr als dass er selbst erlebt, der eigentliche Plot rückt in den Hintergrund. Trotzdem sind seine Figuren emotional; die Gewissenskonflikte und die heimliche Faszination für die Rabenfrau Attilla ziehen den Leser in ihren Bann.
Die stilistische Basis ist solide mit großem Potential. Doch die größte Stärke liegt in Hitzings Fantasie: Er erfindet Waffen, die durch Muskelkontraktionen auslösen, synthetische Superdrogen, Clans, Funkaugen, Strontiumwerfer und Gehirnwellenblocker – die Ideen, die er aus dem Hut zaubert, passen ineinander wie Zahnräder und erschaffen ein Konstrukt aus Gesellschaftskritik, Dystopie, Abenteuer und Menschlichkeit. Ein Leseerlebnis der völlig individuellen Art!

[Josefine Gottwald für www.ewigewelten.de]

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Tags: archaisch, clans, dystopie, endzeit, fantasy, gesellschaftskriti, killer, kontrolle, konzerne, lars hitzing, waldläufer, zukunft   (12)
 

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mut, pferde, zwischen steppe und sternenhimmel, vertrauen, merik

Zwischen Steppe und Sternenhimmel

Josefine Gottwald , Alwis Verlag , Sandra Mahn
Fester Einband: 98 Seiten
Erschienen bei Alwis Verlag, 30.09.2014
ISBN 9783938932391
Genre: Kinderbuch

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gedicht, dresdner neustadt, chaotisch, erzählung, rhythmus

Voll viel Geräusch

Kaddi Cutz
Flexibler Einband: 94 Seiten
Erschienen bei ZWIEBOOK, 01.05.2014
ISBN 9783943451085
Genre: Romane

Rezension:

Ist ein Opa, der Origami kann, ein alter Falter? Braucht der Weihnachtsmann eigentlich einen R(o)utenplaner? Und ist Geduld tatsächlich einfach »die Kunst, nur langsam wütend zu werden«?

Die gestandene Poetry Slammerin Kaddi Cutz präsentiert in ihrem ersten Erzählband Kurzprosa, Gereimtheiten und typisch knackige Slam-Texte in liebevoller Gestaltung. Der Rhythmus, der beim Lesen oft mitschwingt, macht die Texte gleichförmig, aber auch mitreißend – ein Stil, mit dem man sich auf 92 Seiten gut anfreunden kann. Cutz überspitzt nüchtern und voll trockenem Humor und Selbstironie und zeigt uns die Gesellschaft samt vorlauter Halbwüchsiger, beschränkter Proleten, Mottopartys und Tauschmuttis.

»Was die Optik betrifft, verfüge ich inzwischen über eine beachtliche Frustrationstoleranz und verfahre frei nach dem Prinzip: Auch Rückenhaare sind okay, solange ich den Arsch noch seh'.«

Mit diesem Buch lernt man, ein Stück zufriedener zu sein, mit dem, was man erreicht hat, weil das eigene Leben scheinbar doch nicht ganz so chaotisch läuft wie es vielleicht könnte (»So ein Herzklopfen hatte ich das letzte Mal vor Jahren als ich dachte, ich hätte meine Katze mitgewaschen«). Zwischen den Zeilen spürt der Leser das Herz, das für Dresden schlägt, für die kleinen Dinge, die Wunder des Alltags und manchmal auch die ganz einfachen Menschen.

»Ich bin ein Erinnerungsmessie//ich kann einfach nichts wegschmeißen//ich muss alles aufheben//und Emotionen wie Fotos in Alben an Wände kleben//bis sie sich irgendwann wieder hervorheben//in mein Gedächtnis treten und mein Leben erschüttern//wie Erdbeben.«

»Voll viel Geräusch« ist ein kleiner Seelentröster, der sagt: »Alles halb so wild!«, gewürzt mit kabarettistischen Anspielungen, die vielleicht viel zu schnell veralten. Es ist ein Buch für den Moment, zum Genießen und Begleiten, auf einer Reise und in einer kurzen Lebensphase, die in Erinnerung bleibt wie ein spaßiger Abend mit Freunden. Ein Büchlein, das durchaus dicker sein dürfte!

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Tags: alltag, chaotisch, dresden, dresdner neustadt, erzählung, frauentausc, gedicht, gesellschaft, kaddi cutz, kurzprosa, lyrik, poetry slam, rhythmus, satire, selbstironie   (15)
 

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dresden, weltkrie, dystopie., weltkrieg, giftgas

Feldwebel 2

Frank Goldammer
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei salomo publishing, 01.03.2014
ISBN 9783941757417
Genre: Fantasy

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meißen, historisch, ralf günther, pest, 16.jhd

Die Pestburg

Ralf Günther
Fester Einband: 495 Seiten
Erschienen bei Heyne HC, 01.01.2003
ISBN 9783453868588
Genre: Historische Romane

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engel, liebe, chimären, fantasy, prag

Zwischen den Welten - Daughter of Smoke and Bone

Laini Taylor , Christine Strüh , Anna Julia Strüh
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.02.2012
ISBN 9783841421364
Genre: Jugendbuch

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