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9 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Die Sprache der Einheit

Bastian Aue
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 11.05.2017
ISBN 9781546915027
Genre: Sachbücher

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13 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

roman, am ende der welt ist immer ein anfang, maria von blumencron

Am Ende der Welt ist immer ein Anfang

Maria Blumencron
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Aurum in J. Kamphausen Mediengruppe GmbH, 20.03.2017
ISBN 9783958831643
Genre: Biografien

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28 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

neuanfang, roman, veränderung, neuseeland, ehe

Niemand verschwindet einfach so

Catherine Lacey , Bettina Abarbanell
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 18.08.2017
ISBN 9783351036805
Genre: Romane

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81 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

sklaverei, afrika, ghana, usa, amerika

Heimkehren

Yaa Gyasi , Anette Grube
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 22.08.2017
ISBN 9783832198381
Genre: Romane

Rezension:

Effia wurde in der Nacht geboren in der das große Feuer über das Dorf kam. Zurück blieb eine dunkle Vorahnung über dessen Auswirkung auf alle nachfolgenden Generationen der Familie. Am Sterbebett ihres Vaters erfährt sie die wahre Geschichte ihrer Geburt. Mit einem schwarzen, golden schimmernden Stein, geht sie einer unbekannten Zukunft entgegen. - Die Geschichte um Effa schildert einprägsam das Leben in einem afrikanischen Dorf um das Jahr 1760, mit all den traditionelle Bräuchen und Zeremonien. Die Stämme sind noch weitestgehend unberührt von äußeren Einflüssen, jedoch hat man bereits begonnen, erste Handelsbeziehungen mit Engländern einzugehen. Die Auswirkungen werden schnell sichtbar. Unversehens haben Tiere und Menschen einen Wert bekommen und aus Gemeinschaften wurden Ungleichheiten. 

Esi wächst im Asante-Land auf. Von einer Sklavin erfährt sie, dass sie nicht das erst Kind ihrer Mutter ist. Esi gerät in Gefangenschaft. Einen schwarzen, golden schimmernden Stein, den sie von ihrer Mutter bekommen hat, vergräbt sie im Verlies in dem fäkalien- und blutgetränkten Boden. - Die Zustände in dem Verlies sind grauenvoll. Yaa Gyasi findet dafür Worte, die einen erschauern lassen. Sie nimmt auch Bezug auf den historischen Konflikt der beiden Stämme Fanti und Asante und zeigt die Zerrüttung der beiden Akan Stämme auf.

Quey verbringt seine ersten Jahre in einer Hütte nahe der Festung Cape Coast auf. Er begreift, dass er weder schwarz noch weiß ist und spürt, dass er auch sonst anders ist. - Die unerwartete Nachfolge Queys als Leiter des Dorfes stellt sie in den historischen Kontext, in dem Familienzugehörigkeit und Erbrecht sich über die mütterliche Linie definiert.

Ness wurde als Kind ihrer Mutter entrissen und verkauft. - In diesem Abschnitt zeigt sich das schriftstellerische Können der Autorin. Von der Gegenwart ausgehend erfährt der Leser erst durch Andeutungen, dann durch Erinnerungen mehr von Ness‘ Geschichte. Das unvorstellbare Grauen gibt sie in einer Ungeschminktheit wieder das Bilder erzeugt, die haften bleiben.

James wird 1807 im Dorf seiner Großmutter geboren. - Der Kampf der Asante gegen die mit den Fanti verbündeten Briten bildet den politischen Rahmen für diesen Abschnitt. Der Sklavenhandel wurde von den Briten offiziell eingestellt, doch sie hatten nicht vor das Land zu verlassen.

Kojo wusste über seine Eltern nur das Wenige, das Ma Aku ihm erzählte. Als 1850 das Gesetz „Fugitive Slave Act“ verabschiedet wurde, verschwindet seine Frau mit dem ungeborenen Baby spurlos. - Die politischen Verhältnisse in Amerika sind das Treibende in der Geschichte von Kojo. Der Arbeitgeber seiner Frau ist Abolitionist und stellte früher sein Haus als Unterschlupf der Underground Railroad Bewegung zur Verfügung. Auch wenn die befreiten Sklaven gültige Papiere besaßen war das keine Garantie für ein befreites Leben. Viele wanderten in dieser Zeit weiter nach Norden.

Abena ist mit 25 noch immer unverheiratet. Sie beschließt in die Hauptstadt Kumasi überzusiedeln. Zum Abschied erhält sie von ihrem Vater eine Halskette mit einem schwarzen Stein, der golden schimmert.

„H“ war ca. 13 Jahre alt, als der Bürgerkrieg vorbei war. Doch das Ende des Krieges bedeutete nicht das Ende der Sklaverei. 

Akua wird 1879 geboren. In Träumen erscheint ihr eine Frau aus Feuer. 

Willie heiratet mit 18. Sie zieht mit ihrer Familie in den Norden. - Im Amerika der 20iger Jahre beginnen sich die Farben der Schwarzen Menschen zu nuancieren. Der Rassismus ist stark ausgeprägt. 

Yaw bringt seinen Schülern bei, dass Geschichte „Geschichten erzählen“ bedeutet, doch dass man die Geschichten auch hinterfragen muss, denn sie zeigen nur eine Seite der Geschehnisse. 

Sonny muss hilflos feststellt, dass er nichts ändern kann. - Die Unruhen der 1960iger Jahren in Amerika finden Einzug in Sonnys Geschichte. Die Rassentrennung zermürbt, die Lebenssituation der Schwarzen ist desolat. In diesem Land kann nichts schlimmer sein, als ein Schwarzer zu sein.

Marjorie besucht Ihre Großmutter. Diese erzählt ihr von ihren Träumen und von den Geistern ihrer Vorfahren. - Mit der Bezeichnung Afroamerikaner wurde Marjorie eine Definition übergestülpt, die nicht passte zu ihren Gedanken über ihre Herkunft und darüber, wo sie hingehört. Eine Verbindung zwischen Schwarzen und Weißen ist immer noch verpönt.

Marcus hat in den ersten Jahren auf einer alten Matratze geschlafen. Heute promoviert er an der Universität. In einem Museum lernt er eine junge Frau kennen. Beide verbindet die Angst vor den Elementen.

„Heimkehren“ ist ein vielschichtiger Roman

Ausgehend von Effia und Esi erzählt er die Geschichten ihrer Nachkommen über Generationen hinweg bis in die Gegenwart. 

Der Roman begibt sich auf die Suche nach den eigenen Wurzeln, nach dem was uns ausmacht, was uns verbindet und nach der eigenen Identität. Er zeigt, was die Kinder und Kindeskinder von ihren Vorfahren übernehmen und was sie anders machen. Er zeigt die Anstrengungen, eine Heimat zu finden und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Und er gibt ein tiefes Verständnis über das psychische Erbe und das Bestreben, dieses zu überwinden.

Er beschreibt Sklaverei, Sträflingszwangsarbeit, Rassenprobleme. Die politische Entwicklung trifft die Realität jeder einzelner Erzählung. Er fokussiert sich nicht auf die Tatsache, dass es nur die „Guten“ oder nur die „Bösen“ gibt. 

Der Roman beschreibt auch, woraus man Kraft schöpft. Was stark und selbstbewusst macht.

Und er beschreibt die Kraft der Geschichten. Geschichten lehren uns die Vergangenheit, lassen uns verstehen. Sie geben uns einen Platz in ihr und zeigen uns Wege auf. Geschichten geben all dem was war ein SEIN. Die Geschichten ziehen sich als roter Faden durch den Roman. Man kann vielleicht sagen, dass der ganze Roman eine Sammlung von Geschichten ist. 

Yaa Gyasi zeigt mit ihrem Debut einen überaus reifen und umfassenden Blick auf die Welt. Sie zeichnet die die Protagonisten im Kontext mit der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung. Rituale, Träume, Visionen und die Geister der Vorfahren sind für sie ein selbstverständlicher Bestandteil der afrikanischen Kultur und finden ihren Platz in diesem Buch. 

Auf der letzten Buchseite befindet sich ein Stammbaum, der mir als Orientierung hilfreich war.

Stellenweise fand ich die Handlung etwas konstruiert. Das ist jedoch der einzige Kritikpunkt von meiner Seite. Das Buch hat mich von Geschichte zu Geschichte weitergetragen. Alle Personen wurden für mich klar sichtbar. Was angedeutet wurde, hat sich im weiteren Verlauf zu einem Gesamtbild geformt. Die Weise, wie sie unvorstellbares in fassbare Worte geschrieben hat, fand ich meisterhaft.

Der Schreibstil wird dem Thema gerecht, er ist nicht zu „laut“, doch auf sanfte Art eindringlich.

Ich empfehle diesen Roman aufgrund seiner Qualität und seiner Aktualität. Denn auch wenn heute Sklaverei weltweit verboten ist, werden noch zahlreiche Menschen ausgebeutet und sind der Willkür anderer ausgeliefert. 

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Tags: sklaverei   (1)
 

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34 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

glück, kloste, kurzgeschichten, leserunde, erzählungen

Wer verteilt das Glück?

Bastian Aue
Flexibler Einband: 104 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 11.05.2017
ISBN 9781546916208
Genre: Sachbücher

Rezension:

Paul ist an einem Tiefpunkt in seinem Leben angelangt. Er hat seinen Job verloren und am selben Tag hat ihn seine Frau verlassen. Er hat sein Leben satt. Antriebslos verbringt er seine Tage fernsehschauend auf dem Sofa. Als in einer Talkshow ein Filmproduzent gefragt wird, wie er zu seinem Erfolg kam, rüttelt ihn dessen Äußerung auf: „Wer verteilt das Glück?“

Diese Frage lässt ihn nicht mehr los. Er beschließt sich auf eine Reise zu begeben und denjenigen zu finden der das Glück verteilt um ein Stück davon für sich selbst abzubekommen.

Er verabredet sich mit einem Glücksforscher, einem erfolgreichen Unternehmer, einem Buddhisten, einer Psychotherapeutin, seinen Eltern, einem Minimalisten, einem Mönch, einem Coach, einem spirituellen Lehrer und einem Clown.

Nach jedem Besuch gewinnt er neue Erkenntnisse und reflektiert sie mit seinen bisherigen und neuen Erfahrungen. Auf einer ganz natürlichen Ebene schildert er tiefe Einsichten, die von Besuch zu Besuch wachsen.

Die Suche nach dem Glück ist in diesem Buch als eine Erzählung verfasst, die jeder Realität standhält. Die Fragen und Antworten finde ich in dem jeweiligen Kontext folgerichtig und schlüssig.

Der Schreibstil ist sachlich orientiert und frei von Pathos.

Für mich sticht das Buch aus den vielen Glücks-Büchern positiv heraus. Es „verkauft“ keine idealistischen Versprechungen. Es hinterfragt Systeme und Lehren und schaut sich das Leben in seiner Interaktion an. Und besonders deutlich zeigen sich auch die Entwicklungen auf, die den jeweiligen Gesprächen folgen. Ich finde die Erkenntnisse, die der Autor vermittelt, klar und überzeugend.


Wer mich zukünftig fragt „Wer verteilt das Glück?“, den verweise ich mit Freuden auf dieses Buch.

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

indianerpfeil, maischwamme, tierheim, flotte lotte, preßluftbohermann

Das Haus im Amselgarten

Silke Hein
Flexibler Einband
Erschienen bei Salier, 01.06.2017
ISBN 9783943539806
Genre: Romane

Rezension:

Was tut man, wenn der sehnsüchtig erwartete Frühling seine ersten Düfte verströmt und man das Erwachen der Natur in seinem Garten genießen möchte, doch der Bauarbeiter seit Tagen mit seinem Presslufthammer die Stille durchbricht? Man nimmt den Pfeil, der plötzlich neben dem Liegestuhl aufgetaucht ist, sucht auf dem Dachboden den Bogen und richtet beides auf ein Hinterteil. Um den Folgen zu entgehen, flüchtet man für die kommenden drei Wochen zur Großmutter.

Gemeinsam lauschen sie nun den Vogelgesängen und nehmen die zarten Düfte des Frühlings wahr. Die ausgedehnten Mußestunden werden nur kurz unterbrochen als die Schwalben zurückkehren um sie gebührend zu begrüßen.

Doch in so einem beschaulichen Landleben kann auch viel passieren. Badewasser blubbert über, Kaffeekränzchen finden statt, Geburtstage werden likörlastig gefeiert, im Garten werden die Liegestühle belagert, Kräuter werden gesammelt und beim mobilen Friseur werden Neuigkeiten ausgetauscht. Und stetig vermehren sich die Bewohner des Hauses. Wem will man es verdenken, dass aus drei Wochen ein paar mehr werden, weil sich das Leben einfach so gut anfühlt.

Das Buch hat mich in einen Traum von einem schönen und erfüllenden Leben auf dem Land versetzt. Die Figuren sind liebevoll beschrieben. Die Großmutter ist besonders herausgearbeitet. Ihre Sätze wie z. B. „einer müsste mal …“ passen ebenso gut zu ihr wie ihr „Gemurmel“. Hin und wieder spricht sie in ihrem Dialekt, das macht sie noch authentischer.

Eine feine Einlage sind die abgedruckten Rezepte, wie z. B. vom Holunderblütengelee oder vom Schlehenlikör mit dem Foto eines alten handgeschriebenen Rezepts.

In der Beschreibung der alltäglichen Handlungen habe ich die Wertschätzung für ein Leben mit der Natur und mit den Tieren gespürt.

Manchmal bin ich in dem Buch hin und her gependelt zwischen der Magie der Jahreszeiten und den vielfältig beschriebenen wunderbaren Gerüchen, die in mir eine angenehme nostalgische Atmosphäre erzeugten, und der Absicht Ereignisse humorvoll darzustellen. Die heitere Grundstimmung wäre für mich ausreichend gewesen.

Das letzte Kapitel hat dem Buch einen sehr heimeligen Abschluss gegeben, so dass ich es mit einem wohligen Gefühl zuschlagen konnte.

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Tags: landleben   (1)
 

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84 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

sachbuch, zukunft, humanismus, dataismus, homo sapiens

Homo Deus

Yuval Noah Harari , Andreas Wirthensohn
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 01.08.2017
ISBN 9783406704017
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

gedichte, berührende worte, e-book, patricia erne, prosa

Zärtlichkeiten: Prosa fürs Herz & Gedichte fürs Sein

Patricia Erne
E-Buch Text: 84 Seiten
Erschienen bei Selfpublisher, 14.12.2015
ISBN B019E6P0I2
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

Ihre Gedichte handeln von der Liebe, von der Zärtlichkeit, vom Finden, vom Aufbruch und vom Miteinander. Die Texte sind tiefgründig und zeigen treffsicher auf das Wesentliche. Allesamt sind sie eine Liebeserklärung an das Sein. Bei ihrem Spiel mit Worten entstehen präzise Bilder.

In der großen Bandbreite der Gedichte haben mich vor allem die Gedichte vom Erkennen und von der Klarheit der Gedanken sehr angesprochen. Auch in den ernsten Gedichten und in den humorvollen konnte ich mich wiederfinden. 
 
Besonders gut hat mir auch gefallen, dass die Verswahl und die Überschriften der mehr als 60 Gedichte modern geprägt sind. Die Überschriften sind in Versalien geschrieben und die Worte sinnvoll mit einem Punkt getrennt, so dass eine weitere Bedeutung entstehen kann.

Diese Gedichtsammlung ist über viele Jahre entstanden. Das Wachsen in der Entwicklung fand ich ein schönes Leseerlebnis.

Diesen Gedichtband gibt es als eBook. Ich würde mich freuen, wenn er auch als gedrucktes Buch veröffentlicht wird. Dann würde ich mir auch das Buch kaufen und es mir zum immer wieder hervorholen ins Regal stellen.

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

tod, humor, bochum, autobiografie, bundeswehr

Wie wir leuchten im Dunkeln, geben wir so verdammt gute Ziele ab

Klaus Märkert
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei eygennutz Verlag, 24.06.2017
ISBN 9783946643067
Genre: Romane

Rezension:

Kann man lachen, wenn einem vom Tod erzählt wird? Ja, in diesem Buch kann man das. 

Das Buch ist in verschiedene Themenbereiche gegliedert (Kind, Herbst, Soldat und andere), die sich abwechseln und fortgesetzt wieder aufgenommen werden. Diese Aufteilung ermöglicht es, den Zeitsprüngen gut zu folgen. Die eingefügten „Stimmen“ machen neugierig. Sind sie Träume, oder wahnhafte Gedanken? Ich fand sie positiv „schräg“. Das Buch beginnt mit einem Intro-Gedicht. Der Vers hatte eine große Wirkung auf mich.

Werden einem im Leben die schönen und schlimmen Dinge zugeteilt, oder springt man selbst auf gewisse Züge auf? Hat man ausreichend Möglichkeiten, sein Leben zu gestalten? Dieses Buch zeigt das Leben des Autors und die Kontroverse mit diesen Fragen in einer sehr gelungenen Weise auf. In seinem Satz: „Ist eine lange Strecke geworden mein Gestern … und das Heute erscheint mir bisweilen fremd, unnahbar und gefährlich …“ hat der Autor seine Situation sehr treffend zusammengefasst.

Das beträchtliche Erinnerungsvermögen in dem Kapitel „Kind“ hat mich sehr beeindruckt. Die Schulszenen waren beschrieben, als ob sie eben erst passiert wären, dabei liegen sie schon viele Jahre zurück.

Mit einen klaren Blick werden Ereignisse teils von unterschiedlichen Standpunkten beschrieben und soziale Zustände kritisch betrachtet.

Mich hat der Humor leider nicht durch das Buch getragen, er hat mich oft in eine Distanz zu den Geschichten und den Personen gebracht. Jedoch wurde das Gewicht eines Lebens deutlich. Durch Zurückhaltung in den Emotionen und ohne überflüssige Ausschmückungen hat mir der Schreibstil ein flüssiges Lesen beschert.

In seiner Autobiografie ist der Autor sehr präsent. Die Form, die er verwendet hat, fand ich sehr gelungen.

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26 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Hart auf Hart

T. C. Boyle , Dirk van Gunsteren
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 26.08.2016
ISBN 9783423145152
Genre: Romane

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50 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

briefroman, fee, glück, frauen, begehren

Briefe an die grüne Fee

Salih Jamal
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 12.06.2017
ISBN 9783744832809
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch ist ein Leseerlebnis der ganz besonderen Art. Der Protagonist ist nicht einfach nur eine Figur, nein, er ist präsent, in der ganzen ungestümen Kraft eines lebenshungrigen jungen Mannes.

Schon beim Prolog hat mich die Sprachgewaltigkeit gepackt. In zwei sich abwechselnde Zeitebenen sind wir Zeuge seiner Gedanken und seines Tuns. Im Jetzt reflektiert der Ich-Erzähler seine Vergangenheit und den Auslöser seines Vorhabens, von dem Sims, auf dem er sitzt, in die Tiefe zu springen.

Er führt uns zurück in seine Kindheit und in seine Familie, in die er nicht reinpasste, in seine Ausbildung, in seine Drogenerfahrungen und immer wieder in seine Sehnsucht nach dem ganz großen Glück. Er sucht es in Leidenschaften, in Süchten, in Frauen, in der Liebe, im Leben – nur nicht in sich selbst. Bis hin zu seiner letzten Faser versinkt er ins Begehren und gibt sich dem „Ganz oder Garnichts“ hin, verbrennt sich am „Sein und Wollen“.

Weil er sich so sehr sichtbar macht, sich bis ins Innerste entblößt, war er mir oft gegenwärtiger als die Geschichte. Ich wollte ihm, wie einem guten Freund, sagen, dass sein ausschließliches Leben wollen im „Hier und Jetzt“ keine dauerhafte Befriedigung haben wird, weil es nur isolierte Momente sind, auch wenn es die greifbarsten sind, weil in diesen Momenten das alles Verbindende - die Vergangenheit und die Zukunft - nicht existiert. Aber er hat es selbst erkannt, und dass seine Sehnsucht ihn von der Realität forttreibt – und das Leben keinen Plan hat. Seine Erkenntnisse zeigen eine tiefe philosophische Gabe.

Welches Motiv hat dieses Buch? Ist es ein Briefroman, ein Tagebuch oder eine Autobiografie? Vielleicht muss man hier keine Antwort suchen und auch keine Entscheidung treffen, sondern einfach eintauchen in „sein“ Leben, in sein pulsieren, brennen, hungern und fiebern und zwar zu 100 %.

Den Hinweis im Klappentext auf seine vulgäre Sprache kann ich nicht bestätigen. Ich finde sie ausgefeilt und ausdrucksstark und in seinen eingesprenkelten Gedichten findet man eine sanfte Poesie.

Ein außergewöhnliches Erstlingswerk, dem hoffentlich weitere folgen.

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Tags: sprachgewalti   (1)
 

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

japan, buch, seidenhändler, alessandro baricco, seide

Seide

Alessandro Baricco , Karin Krieger
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 17.03.2017
ISBN 9783455000566
Genre: Romane

Rezension:  
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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

amrum, krimi, trauer, trauerarbeit, emons

Endstation Nordsee

Ilka Dick
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 18.04.2017
ISBN 9783740800475
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf einer idyllischen Nordseeinsel geschieht ein grausamer Mord.
Fassungslos stehen die Angehörigen diesem Verbrechen gegenüber. Ihre Empfindungen, ihre Reaktionen, die Trauer, die Schockstarre, das Entsetzen sind so echt und glaubwürdig und ergreifend beschrieben, dass es mich überwältigt hat.

Doch auch wenn in diesem Buch die Opfer im Mittelpunkt stehen, kommt die kriminalistische Handlung nicht zu kurz. 

Das Buch beginnt mit einer Geschichte aus dem Jahr 1972. Fünf junge Menschen erleben einen ausgelassenen Sommertag am Strand. Die nächste Szene spielt 42 Jahre später. Durch Rückblenden erfahren wir wohl dosiert Einzelheiten, die zu diesem Mord geführt haben könnten. Doch einige vermeintliche Hinweise führen den Leser geschickt in die Irre. Die Spannung wird bis zum Schluss aufrechterhalten. Der Ausgang kommt mit Pauken und Trompeten und war für mich überraschend und auch ein bisschen unvorstellbar.
 
Die Handlung spielt auf Amrum. Ilka Dick hat die Insel mit ihren Orten, den Besonderheiten und dem Inselleben so detailliert und wunderschön beschrieben, dass ich am liebsten sofort hinfahren möchte.

Ausnehmend gut hat mir gefallen, dass in diesem Buch eine Betrachtung der Opfer stattgefunden hat. Die Auswirkungen einer Tat vor mehr als 40 Jahren fand ich, auch durch Rückblenden und Zeitsprünge, eindrucksvoll und beeindruckend dargestellt.

Eine Leseempfehlung ist dieser Krimi auf jeden Fall. Ich bin sehr gespannt auf das nächste Buch der Autorin.

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Tags: amrum, nordsee   (2)
 

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181 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

okapi, tod, westerwald, dorf, leben

Was man von hier aus sehen kann

Mariana Leky
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 15.08.2017
ISBN 9783832198398
Genre: Romane

Rezension:

Eine wunderbare warmherzige Geschichte über die Bewohner eines Dorfes im Westerwald. 

Wenn Selma von einem Okapi träumt, wird am nächsten Tag jemand aus dem Dorf sterben. Und wie das so ist in diesem Dorf, will man es nicht glauben und tut es doch. Man bleibt zu Hause und hofft, dass es einen nicht trifft. Und falls es einen doch treffen sollte, werden noch schnell Wahrheiten herausgerückt, Geheimnisse gestanden oder Ängste offenbart bevor es vielleicht zu spät ist. 

Von diesen Wahrheiten, gesagten und ungesagten erfahren wir etliche. Wir lesen von Hunderten von Liebesbriefen, abgeschickten und nicht abgeschickten, von Stimmen, die einen anrempeln, von Liebe, von angesägten Hochsitzen und versuchten Morden.

Zwischen Selmas Träumen findet beträchtlich viel Leben statt. Geburtstage werden gefeiert, man lässt die Welt hinein, man geht in die Welt hinaus, vieles fällt von den Wänden, Fragen verkeilen sich, das Leben dreht sich um, die Zeit bleibt stehen und rast im nächsten Augenblick, ein buddhistischer Mönch taucht aus dem Nichts auf und isst einen Mars-Riegel, Hausschuhe verformen sich, Zeiten verschieben sich. Und was immer gewesen ist, und vielleicht nicht mehr ist, ist doch immer da.

Es ist mitnichten ein plattes oder klischeehaftes, sondern ein überaus liebenswürdiges und natürliches Bild, das von den Bewohnern dieses Dorfes gezeigt wird. Mit sachtem Humor und einem ausgezeichneten und eindrucksvollem Schreibstil wird das Zusammenleben beschrieben und über die Eigenheiten der einzelnen, die man ihnen lässt, weil sie zu einem gehören und über die Verbundenheit, die trägt.

Ich habe mich verliebt in diese Dorfgemeinschaft, die wie ein Okapi ist, an dem eigentlich nichts zusammengehört und doch alles zusammenpasst.

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Tags: dorfleben   (1)
 

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

nationalsozialismus, propaganda, goebbel, führern, standartenführe

Machtmenschen

Torunn Siegler
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 24.05.2017
ISBN 9783744817493
Genre: Romane

Rezension:

Mit diesem Buch wurde ich mit der fiktiven Vorstellung konfrontiert, dass das nationalsozialistische Reich noch existiert.

Den Alltag der Menschen und deren Schicksale aus dieser Ära habe ich bisher nur als Opferberichte/-Geschichten erfahren. In diesem Buch bekam ich zum ersten Mal Einblicke in das Leben der Systemtreuen. Das nun vollständigere Bild macht meine Beklemmung größer.

Die Handlungen spielen in dem Urlaubsort Prora auf Rügen. Fünf Figuren wird je ein Kapitel gewidmet: Einer Mutter, ihrem Sohn, einer jungen Frau, einem Ostarbeiter und der Führerin. Jede Figur hat seine Funktion in diesem System und erlebt dessen Auswirkungen tagtäglich. Einige arrangieren sich, einige wirken mit treuem Eifer und einige zerbrechen daran. An die Konflikte der Figuren und den Preis, den sie zahlen, ist die Autorin mutig herangegangen.

Sehr genau weiß man, was die Bedürfnisse des Menschen sind: Gesundheit, Sicherheit, versorgt und behütet sein, gesellschaftlicher Zusammenhalt, Gemeinschaftsgefühl, Struktur, Zuversicht, eine gut bezahlte Arbeit, angenehmes Wohnen, Auto, Urlaub.

Hier setzen die Prinzipien der Propaganda an. Um die Ziele zu erreichen, bleibt man inhaltsleer und spricht ausschließlich die Emotionen an. Als weiteres Mittel nimmt man das Belohnungsprinzip. Leistung wird gefordert und gefördert. Die in diesem System einhergehende Überwachung muss akzeptiert werden. Die Gefährlichkeit der mit diesem System verbundenen Bedrohung wird verschwiegen.

Die Gedanken und Empfindungen der Figuren finde ich herausragend gut beschrieben. Bei vielen Passagen blieb ich entgeistert, erschüttert oder aufgewühlt zurück. Die Charaktere und deren Entwicklung sind alle in sich stimmig und die Konflikte sind anschaulich herausgearbeitet.

Die Beschreibung der Umgebungen finde ich ausgezeichnet. Sie besteht nicht nur aus Aufzählungen sondern wechselt harmonisch: beschreibt etwas, lässt andere Details, wie z. B. das Wetter, einfließen, geht über zu Gedanken und Handlungen, zurück zur Beschreibung der Umgebung. 

Durch das Einfügen von Mystik hat Torunn Siegler eine Ebene eingebaut, die hilfreich ist, gelegentlich mental aus dem Grauen zu fliehen.

Ein Kompliment an die Autorin für die hervorragende Recherche. Das Glossar ist hilfreich und informativ.

Ich gebe eine große Empfehlung für dieses Buch ab. Wagt es auch und lest es. Ich habe beim Lesen den Nationalsozialismus fast körperlich empfunden und eine unendliche Erleichterung bei dem Wissen, dass es heute hier nicht so ist.

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Tags: nationalsozialismus, rügen   (2)
 

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

philosophie, praktische philosophie, rowohlt, wissen, weisheit

Luft nach oben

Nicolas Dierks
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 19.05.2017
ISBN 9783499631740
Genre: Sachbücher

Rezension:

Kann man die Fragen „Wer bin ich“ und „Was ist der Sinn des Lebens“ mit der Philosophie beantworten? Ja, man kann. Mit der praktischen Philosophie. Nicolas Dierks gibt uns in diesem Buch dafür fundiertes Werkzeug an die Hand, damit jeder seine eigenen Fähigkeiten entwickeln und ein besseres Leben führen kann.

Schritt für Schritt erklärt er in 10 Kapiteln die Strategien und Prozesse, an denen man persönlich wachsen kann. Er klärt auf über bessere Fragestellungen, den Umgang mit Gefühlen, Methoden, wie man über sich selbst Erkenntnisse gewinnt bis hin zu Menschenkenntnis, sowie was es heißt im „Hier und Jetzt“ zu leben und was bei Freundschaften wichtig ist.

In den letzten beiden Kapiteln beschreibt er konkret, wie man neue Gewohnheiten verankert und mit Rückfällen umgeht.

Nicolas Dierks stützt sich auf seine eigenen Erkenntnisse sowie, wohldosiert eingeflossen, auf die Erkenntnisse namhafter alter und neuer Philosophen.

Dies war mein erster Ausflug in die praktische Philosophie und ich bin fasziniert. Das Buch ist verständlich geschrieben und kurzweilig zu lesen. Die Beispiele finde ich lebensnah ausgewählt. Die Strategien haben mich auch deswegen überzeugt, weil sie auf den Leser als autonomen Menschen abzielen. Der Fokus liegt auf dem was wir tun und tun sollten. Auch wird es dem Leser überlassen, das Buch in seiner selbst gewählten Reihenfolge und Geschwindigkeit zu lesen.

Mich hat das Buch bei der Suche nach dem Sinn meines Lebens ein ganzes Stück weitergebracht und das impliziert ein gutes Leben zu führen. Ich kann es jedem empfehlen, der mehr Lebensqualität haben möchte. Die Instrumente dazu findet man in sich und in diesem Buch. 

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Tags: praktische philosophie, sinn des lebens, wer bin ich   (3)
 

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

rassismus, new york, usa, 1920er jahre, jazz age

Marylin

Arthur Rundt , Primus-Heinz Kucher , Primus-Heinz Kucher
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Edition Atelier, 25.01.2017
ISBN 9783903005280
Genre: Klassiker

Rezension:

Für mich ist das Buch ein großer literarischer Schatz. Arthur Rundt schreibt über die Verhältnisse in Amerika auf der Schwelle zum Fortschritt, jedoch noch durchdrungen von einem verwurzelten Rassismus, der sich aus jeder Pore quetscht.


Marylin steht beruflich und privat auf eigenen Beinen. Entschlossen verteidigt sie ihre selbst gewählte Lebensform. Doch Philips beharrliche Werbung um sie höhlt ihre Entscheidung aus. Ein dunkler Schatten liegt über ihrer Ehe: Sie verbirgt ein Geheimnis, das für die damaligen Zeit untragbar ist.

Die Geschehnisse sind so eindringlich und in einer einzigartigen Sprache geschrieben, dass sie mich auf direktem Weg im Inneren getroffen und erschüttert zurückgelassen haben.


Für mich gibt es für den Stil dieses Romans einen zentralen Begriff: Dynamik der Leidenschaftslosigkeit. Die Ereignisse werden verhalten beschrieben und bekommen dadurch eine ungeheure Kraft in ihrer Entwicklung.

Arthur Rundt hat in dieser Zeit in Amerika gelebt und als Zeitzeuge in die dortigen Gegebenheiten tiefe Einblicke erhalten. Diese hat er schonungslos in dieses Buch eingebracht.


Auf mich hat das Buch einen tiefen und nachhaltigen Eindruck hinterlassen und ich kann es jedem ans Herz legen, es zu lesen.

Dem Roman folgt ein Nachwort von Primus-Heinz Kucher mit Informationen zur Arbeits- und Werksbiographie Rundts sowie zu diesem Roman. 

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Tags: 1920iger jahre, amerika, rassismus   (3)
 

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103 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 61 Rezensionen

freundschaft, liebe, leben, england, london

Als wir unbesiegbar waren

Alice Adams , Eva Kemper
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 19.06.2017
ISBN 9783832198411
Genre: Romane

Rezension:

Um was geht es in diesem Roman? Um vier junge Menschen, die sich im ersten Studienjahr anfreunden und um ihre Entwicklung über die kommenden zwei Jahrzehnte.

Der Roman schildert die Erlebnisse der Protagonisten in dreizehn verschiedenen Jahren. Die Perspektiven wechseln, sind jedoch hauptsächlich bei Eva, die die Schlüsselfigur darstellt.

Nach dem Uniabschluss suchen sie ihren Weg und Platz im Leben. Sie scheitern, haben Erfolg, verlieren sich aus den Augen, finden wieder zusammen, Lebenspläne ändern sich. Im Rückblick stellen sie fest, dass nichts so gekommen ist, wie sie erwartet haben.

Ich stehe dem Roman ambivalent gegenüber. Einzelne Themen finde ich mutig in die Geschichte eingefügt, jedoch finde ich die Abfolge wie auf dem Reißbrett konstruiert. Alle Zutaten sind ordentlich eingefügt und passend positioniert, aber brachten mir kein lebendiges Leseerlebnis. 

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77 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 60 Rezensionen

hummerfang, hummer, insel, familiengeschichte, fischerei

Die Hummerkönige

Alexi Zentner , Werner Löcher-Lawrence
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei btb, 09.05.2017
ISBN 9783442715442
Genre: Romane

Rezension:

Vor 300 Jahren wanderte Brumfitt Kings aus Irland aus und sein Weg führte ihn nach Loosewood Island. Seit dieser Zeit leben die Kings auf dieser Insel und sind durch ein Versprechen für immer von dem Reichtum des Meeres gesegnet. Doch das Versprechen hat einen Preis. Viele Generationen später will Cordelia, die Tochter Woody Kings, das Erbe antreten. 

Brumfitt hat Tagebücher und Gemälde hinterlassen. Man sagt, dass man auf seinen Gemälden die Vergangenheit und die Zukunft der Kings ablesen kann. Aus seinen Tagebüchern erfährt man von der mythischen Begegnung mit seiner zukünftigen Frau und was ihre Mitgift war.

Beim Lesen konnte ich eintauchen in den arbeitsreichen Alltag eines Hummerfischers und in das Leben auf einer rauen Insel. Ich sah Woodys Kinder aufwachsen, spürte die Wildheit des Meeres und erlebte den Zusammenhalt der Bewohner. Und an jedem Ort begegnete mir Brumfitt.

Mich hat Zentners präzise Beobachtungsgabe sehr beeindruckt. Mit klaren, schnörkellosen Worten gibt er anschauliche Beschreibungen von Gedanken, Handlungen und Orten wieder. Die Geschichte entwickelt sich konstant und gleitet bedachtsam in ein schlüssiges Ende.

Es ist auch eine Geschichte über Meerjungfrauen, Selkies und Legenden. Die Vereinigung der Vergangenheit mit der Gegenwart finde ich bemerkenswert geglückt. Obwohl meines Erachtens dem Buch etwas weniger „Brumfitt“ besser bekommen wäre. 

Mich hat das Buch sehr neugierig auf den Autor gemacht und ich werde mir deshalb auch sein Buch „Das Flüstern des Schnees“ kaufen.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

ernährung, cupcake, gesund, diät, superfood

Gottes Werk und Teufels Cupcake

Belle Eriksen
Flexibler Einband: 209 Seiten
Erschienen bei Independently published, 29.03.2017
ISBN 9781521017357
Genre: Sachbücher

Rezension:

Essen ist eines unserer lebenserhaltenden Grundbedürfnisse. Man nehme Gemüse und evtl. Getreide vom Feld, Früchte, Beeren, Nüsse von Bäumen und Sträuchern und Fisch/Fleisch und bereite alles zu – das war’s im Großen und Ganzen. Nach diesem Prinzip lebten wir Jahrtausende, bis die Nahrungsmittelindustrie uns einen neuen Weg zeigte. Seitdem werden wir wonnemäßig über-satt. Die Effekte dieser neuen Lebensweise finde ich in diesem Buch herrlich beschrieben!

Dieser Ratgeber enthält umfangreiche Informationen über die Bestandteile, Zusammenhänge und Auswirkungen unserer Ernährung. Trotz der vielen wissenschaftlichen Verweise und Angaben von Studien liest sich das Buch angenehm flüssig. Die Autorin hat sich diesem wichtigen Thema mit Humor gewidmet. Ein Beispiel: Andere Bezeichnung für Lehrfilme der Lebensmittelbranche? Antwort: Werbespots.

Die Bandbreite der Ausführungen erstreckt sich über die Angabe, in welcher Menge und aus welchen Produkten wir Fett, Kohlenhydrate und Proteine brauchen über Cholesterinwerte, Darmgesundheit bis hin zur Zuckersucht. Auch berücksichtigt die Autorin den Superfood Hype. Ist das, was uns angeboten wird Superschurke oder Superfood? Wie oft werden wir in die Irre geführt? 

Interessant sind auch die Erklärungen, wo unsere Lust auf Süßes und Fettes ihren Ursprung hat und wieso unser Körper keine „Aufnahmegrenze“ bei künstlich erzeugten Industrieköstlichkeiten kennt. 

In den 6 vorgestellten Diättypen kann jeder seinen für sich passenden herausfinden.

Nach den vielen hilfreichen Informationen geht man über zur Praxis: Im Anhang stehen 10 schmackhafte Rezepte. Alle Hauptzutaten haben positive Gesundheitseffekte – ein schöner Mehrwert für dieses Buch.

Dieser Ratgeber gibt einen guten Überblick wie man zwischen Industrieleckereien und Diät-Trends den Überblick behält und was über eine gesunde Ernährung wichtig zu wissen ist.

Er ist auch denjenigen zu empfehlen, die sich schon mit dem Thema Ernährungssünden befasst haben. Mir ist er ein informativer Leitfaden.

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Tags: ernährungssünden   (1)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Die Namenlosen

Wilkie Collins , Sebastian Vogel
Flexibler Einband: 756 Seiten
Erschienen bei epubli, 06.04.2017
ISBN 9783745051827
Genre: Historische Romane

Rezension:

England in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Autor führt uns in faszinierenden Beschreibungen zur frühen Morgenstunde in ein Haus und lässt die Bewohner nach und nach auftreten. Man befindet sich in einer liebevollen und lebhaften Familie in einer idyllischen Umgebung und nimmt einen eigenartigen Besucher eher als seltsame Unterbrechung wahr. Kurz darauf ist alles verloren.

Boshaften Intrigen und plichterfüllenden Täuschungen entwickeln sich zu einem Kampf der Giganten. Rachepläne aufgrund ungerechter Vorkommnisse bewirken Schmach und Skandale. Ehrwürdige Anwälte bestechen Bürogehilfen der Gegenanwälte. Großes Kino – in einer Zeit, in der man sich den gesellschaftlichen Normen beugen musste.

Ich habe selten ein Buch gelesen, dessen Handlung so genial konstruiert ist, wie dieses. Jede Kleinigkeit, jede Person, die in irgendeiner Stelle der Geschichte kurz eingeflossen ist, bekommt im Lauf der Handlung seine Bedeutung. Die Entwicklung der Figuren fand ich bemerkenswert. Die Auseinandersetzung der Hauptfigur – Magdalen - mit sich selbst hat mich nachhaltig beeindruckt. 

Für mich war es ein Genuss den wortreichen Gesprächen und Beschreibungen zu folgen. Die Aufteilung in Szenen, Kapitel und Zwischenakte fand ich meisterhaft gelungen. Einen Teil der Geschichte erfährt der Leser aus Briefen. Von diesem Stilelement war ich ganz besonders angetan.

Collins schreibt über das mutige Verhalten einer Frau in der Mitte des 19. Jahrhunderts, aber er lässt sein Buch tugendhaft enden. Das hat mich ein wenig überrascht, denn die eine oder andere Gesellschaftskritik hat er sich in seinem Buch nicht nehmen lassen. Er hat die Möglichkeit nicht ergriffen, zwei Personen in ein neues Zeitalter zu transportieren. So wurde es ein „Ende gut – alles gut“.

Das Buch wurde 1862 geschrieben und in diesem Jahr von Sebastian Vogel neu übersetzt.

Ich spreche eine klare Leseempfehlung aus. Einen Bewertungspunkt ziehe ich wegen dem Ausgang der Geschichte ab. Dieser ist stimmig, aber für mich „zu schön“ - also reine Geschmackssache.

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

schweden, finnland, roman, petteri nuottimäki, familiengeschichte

Rechne immer mit dem Schlimmsten

Petteri Nuottimäki , Wibke Kuhn
Fester Einband: 356 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 10.04.2017
ISBN 9783959670869
Genre: Romane

Rezension:

Matti, oh Matti, was soll ich von dir halten? Du machst dir Gedanken um das Wohl und die Zukunft deiner Kinder. Deine Fürsorge ist herzerwärmend. Du willst deine Kinder bestens auf die Anforderungen des Lebens vorbereiten und lässt in diesen Bemühungen nie nach. Aber die Umsetzung - ohjeh – was hast du dir nur dabei gedacht? Dein Autor hat es treffend beschrieben: „Matti hat die Tendenz, seine Projekte überzustrapazieren.“

Im Prolog wurde schon deutlich, dass der Stil dieser Geschichte anders ist. Humorvoll, kurios, urkomisch. Zur Waschpulver-Szene steigerte sie sich in haarsträubende Naivität. Diese Familie kann man nur mir überspitzt gezeichneten Charakteren beschreiben, und das ist dem Autor meiner Meinung nach hervorragend gelungen. Ich wäre gerne etwas sanfter auf die bizarren Ereignisse hingeführt worden aber als ich „drin“ war, fand ich es grandios.

Der allwissende Erzähler hat einen sehr subtilen Humor. In diesem steht Matti im Fokus. Auch die nationalen Eigenheiten werden auf die Schippe genommen. Ich musste beim Lesen dieses Buches oft schmunzeln und oft laut lachen.

Das Buch ist in Kapitel eingeteilt mit lustigen Kapitelüberschriften. In Fußnoten stehen ergänzenden Angaben, die sachliche Informationen beitragen oder Erklärungen zu Beweggründen liefern. Die Fußnoten sind als Stilelement ein fester Bestandteil dieses Buches und auch bei diesen habe ich mich oft köstlich amüsiert.

Bei allem Humor findet man in diesem Roman auch tiefgründige Aussagen und gesellschaftskritische Elemente.

Wie bringt man diese Story zu Ende? Genau so. Nicht zu theatralisch, mit einem verblüffenden Fund und auf der letzten Seite eine Fußnote.

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

schiffskapitäne, wasserschutz, eissee, wasserbotschafter, rhein

Jeder Tropfen zählt

Ernst Bromeis
Buch: 192 Seiten
Erschienen bei Rüffer & Rub, 04.11.2016
ISBN 9783906304069
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ernst Bromeis hat eine Botschaft. In diesem Buch bringt er sie ganz einfach auf den Punkt: Wenn wir das Leben bewahren wollen, müssen wir das Wasser schützen. Das Wasser ist die Grundlage dafür.

Zu Beginn lernen wir Ernst Bromeis näher kennen. Er schildert uns seine Heimat, seine Lebensumstände und den Auslöser, die Motive und den Weg seines Handelns. Man spürt beim Lesen seine starke Energie und seinen Expeditionsgeist. Durch diesen Antrieb hat er seiner Biographie eine Wendung gegeben. Und daraus entstand sein Projekt „Das blaue Wunder“. 

Es folgen seine Erfahrungen aus seiner ersten und zweiten Expedition. Er durchschwamm als „Wasserbotschafter“ die kleinen und die großen Seen in der Schweiz. Alles ist sehr lebendig beschrieben. Ich war fasziniert von seinen Schilderungen, wie er eine Beziehung zu den Seen aufgebaut hat und wie er die Herausforderungen bewältigt hat. 

Die Entscheidung für die nächste Expedition fiel auf den Rhein. Dieses Vorhaben hat ein ganz anderes Ausmaß. Seinen ersten Versuch musste er abbrechen. Er hat sich nicht entmutigen lassen und zwei Jahre später einen zweiten Anlauf gestartet. Dieses Mal ist er im Ziel angekommen. 

Und er träumt weiter. Er plant ein Wasserzentrum zu errichten. Eine dauerhafte Ausstellung als Wissens- Inspirations- und Begegnungsstätte.

Die Aufmachung des Buches finde ich sehr ansprechend. Als Bereicherung finde ich die Karten in den Umschlaginnenseiten. Im Buch sind viele Fotos abgedruckt. Sie zeigen einzelne Stationen seiner Expeditionen und bereichern dadurch anschaulich das Geschriebene. Das Glossar beinhaltet weiterführende Information.

Ich nehme viele Gedanken und Anregungen aus diesem Buch mit. Es sensibilisiert auf eine attraktive Weise, sich mit der lebenswichtigen Ressource Wasser zu befassen. Es ist Erfahrungsbericht, Sachbuch und Anliegen in Einem und in dieser Kombination ist es mir ein wertvoller Berater.

Ich wünsche Ernst Bromeis, dass er für sich und für uns all seine Pläne und Visionen verwirklichen kann.

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Tags: wasserschutz   (1)
 

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22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

sachbuch, gefühle, tiffany watt smith, damaris lies, dtv verlag

Das Buch der Gefühle

Tiffany Watt Smith
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 07.04.2017
ISBN 9783423431651
Genre: Sachbücher

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

schweden, debüt, fesselnd, psychologisches drama, spannend

Wenn das Eis bricht

Camilla Grebe
E-Buch Text: 609 Seiten
Erschienen bei btb Verlag, 10.04.2017
ISBN 9783641196172
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In einem Haus in Stockholm wird eine geköpfte Frauenleiche entdeckt. Über drei zentrale Figuren führt die Autorin durch das Geschehen. Peter, Ermittler bei der Polizei, Hanne, psychologische Beraterin der Polizei und Emma, die in einer besonderen Beziehung zu einem Geschäftsmann namens Jesper, dem Besitzer des Hauses, in dem die Leiche entdeckt wurde, steht. Alle drei sind Ich-Erzähler. Durch Rückblenden werden die Figuren deutlich und nach und nach bekommt man tiefere Einblicke in deren Innenleben. Teils stehen sie in Verbindung zueinander. Hierdurch kommen weitere Details über die beteiligten Figuren ans Tageslicht.

Es ist ein Psychothriller der besonderen Art. Der Spannungsaufbau ist zurückhaltend, ein Gefühl des nicht greifbaren Grauens dabei konstant vorhanden. Diese Grundstimmung wird gefördert durch soziale und emotionale Konflikte einiger Figuren. Der Ausgang der Geschichte war für mich unerwartet.

Den Schreibstil finde ich anschaulich und klar und mit außergewöhnlichen Stilelementen versehen. Die Figuren sind ausgezeichnet ausgearbeitet. Deren Aussehen war mir jedoch gelegentlich etwas zu detailliert beschrieben.

Das Buch hat knapp über 600 Seiten. Für die bedeutungsvollen Komponenten einiger Figuren wären ein paar Seiten weniger kein Nachteil gewesen.

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