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frankfurt, england, judenverfolgung, juden, kindertransporte

Solange die Hoffnung uns gehört

Linda Winterberg
Flexibler Einband: 471 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 14.06.2017
ISBN 9783746632896
Genre: Romane

Rezension:

Es ist die berührende Geschichte einer jüdischen Mutter im zweiten Weltkrieg, die das Leben ihres Kindes zu retten versucht, indem sie es auf eine Reise ins ferne Unbekannte schickt.

Diese Rezension fällt mir so schwer, wie noch nie eine zuvor. Und ich habe schon Dutzende geschrieben. Nicht auf diesem Blog, dafür aber anderen Plattformen, als ich einfach nur eine Leserin war und keine Bloggerin und dennoch die Autoren mit meiner persönlichen Meinung unterstützen wollte. Wo fängt man also an, wenn man keine Ahnung hat, wo man beginnen möchte. Mit den Protagonisten? Mit dem Schreibstil oder sollte ich mich einfach von der Seele schreiben? Ganz gleich ob es nun am Ende professionell geschrieben ist oder nicht, Warum es mir schwer fällt dieses Buch zu rezensieren? Nicht weil mich das Buch auf negative Weise aufgeregt hat, sondern weil ich das Gefühl habe, mit dieser Rezension nicht das rüber zu bringen, was ich wirklich gegenüber diesem Buch empfinde. Mein Herz ist mehrfach gebrochen worden und anschließend wieder zusammengeflickt. Die Worte, die sich schwarz auf weiß aneinanderreihen haben mich innerlich zerstört und gleichzeitig bis in den tiefsten Kern meines Herzens und meiner Seele berührt.

Doch beginnen wir ganz am Anfang:

Aufgefallen ist mir das Buch durch seinen wunderschönen Titel, der mir eine Geschichte über die, meines Erachtens nach, mächtigste Macht auf Erden verspricht – die Hoffnung. Hoffnung darauf, dass selbst in den schwersten Zeiten ein Lichtstrahl durch die Wolkendecke bricht und sich eines Tages wieder alles zum guten wendet. Selbst dann, wenn einem alles genommen wird.                                                                                                            

Das Cover, dass einen „alt“ angehauchten Touch aufweist, zeigt eine junge Frau und und ein paar alte Häuser im Hintergrund. In der oberen Ecke wird das ganze mit wunderschönen Verzierungen aufgepeppt, ohne, dass es dabei überladen wirkt. Das Gesamtbild wirkt stimmig und idyllisch und doch merkt man durch den traurigen, fast mutlosen Gesichtsausdruck der jungen Frau, dass etwas nicht stimmt. Mir persönlich gefällt das Cover sehr. Doch obwohl der Mantel des Buches bei vielen Menschen ein wichtiges Kaufkriterium ist, ist etwas noch viel wichtiger – der Inhalt des Werkes.

Von der ersten Seite an, schafft es Linda einen direkt in den Bann zu ziehen und zeigt uns anfangs eine scheinbar heile Welt, die jedoch schon erste Risse aufzuweisen hat und ganz allmählich zu bröckeln beginnt. Von Kapitel zu Kapitel werden wir immer weiter in das Leben der damals lebenden Juden hineinversetzt, die mit dem Beginn des Nationalsozialismus und dem Beginn des zweiten Weltkrieges immer mehr zurückgedrängt und ihrer Rechte und Freiheiten beraubt werden. Ohne langatmig zu werden, führt uns die Autorin von einer heilen Welt in den Krieg hinein und wieder hinaus, entführt uns nach England und lässt uns durch die Augen der Juden blicken, lässt und mitleiden und mittrauern. Zeigt uns die berechtigten Ängste und Sorgen und lässt uns einen tiefen Blick in eine Zeit einsehen, die von Hass und Misstrauen geprägt war.

Lindas Schreibstil ist stets verständlich und durchgehend flüssig, weshalb ich das Buch innerhalb kürzester Zeit durch hatte. Und das, obwohl ich am Handy las und dort immer eine halbe Ewigkeit brauche um mit einem neuem Werk voranzukommen

Fahren wir mit den Protagonisten fort:

Da hätten wir als allererstes die als Jüdin geborene Protestantin Anni. Als bekannte Sängerin der Frankfurter Oper hat sie regelmäßige Auftritte, bis den Juden zu Beginn des Nationalsozialismus immer mehr Rechte und Freiheiten genommen werden und schließlich auch sie nicht mehr als Sängerin arbeiten darf und ihre Arbeit verliert.

Anni ist mir von der ersten Seite an ans Herz gewachsen und hat sich dort auch bis zum Ende nicht von dort gelöst. Sie ist eine sympatische junge Frau, die ihre Tochter über alles liebt und zu Beginn des Buches noch eine große Menge an Selbstbewusstsein hat. Singen ist ihr Leben, doch mit der Einschränkung ihrer Rechte merkt man Stück für Stück, dass Annie sich immer weiter in ihr Schneckenhaus zurückzieht und mit den ersten Angriffen auf die Juden, in Todesangst lebt. Mit den Wochen und Monaten wird sie immer misstrauischer und ihr neues Lebensziel besteht darin, alle Chancen zu ergreifen, um mit Ruth aus Deutschland zu fliehen. Ich konnte ihre Handlungen und Beweggründe stets nachvollziehen und mit jeder Seite, fühlte und lebte ich mit der jüdischen Mutter, selbst wenn es mir das Herz zerriss.

Ruth, ist wie schon erwähnt Annies Tochter. Wie auch ihre Mutter verbindet sie eine innige Liebe zur Musik und dem Singen. Sie ist zu beginn etwa 6 oder 7 Jahre alt und begleitet ihre Mutter regelmäßig mit zur Arbeit in der Oper. Dadurch ist sie in einer Welt des Glamours und des Rampenlichts aufgewachsen, was sie dennoch nicht einmal im entferntesten verkorkst. Sie ist ein süßes kleines Mädchen, dass sich gerne wie die Stars verkleidet und wie jedes Kind Spaß am Leben hat. Doch ihre Kindheit ist durch den Nationalismus schneller vorbei, als es sein sollte und mit den Problemen als Tochter einer Jüdin und ihrer Verschickung mit dem Kindertransport ins ferne unbekannte England, beginnt sie in sich zu kehren. Sie muss schneller erwachsen werden als ihr lieb ist und auch wenn sie in England wieder Stück für Stück aufblüht, wird sie stets von der Angst, der Trauer und ihrer Vergangenheit in Deutschland begleitet. Mir hat die Arme so leid getan und auch mit ihr habe ich mitgelitten. Was gibt es Schlimmeres als von der eigenen Mutter getrennt zu sein, weit weg, in einem Land, dessen Sprache man Anfangs nicht einmal kennt?

Nennenswert ist auch Ruths bester Freund Walter, mit dem sie nicht nur aufwuchs, sondern auch jede Freude und alles Leid teilt, dass er als Jude zu tragen hat. Walter ist ein eher zurückgezogener Einzelgänger, der sein Leben dem Klavierspielen widmet. Er hat sehr viel Talent darin, was auch den Mitmenschen in seiner Umgebung stark auffällt und nicht selten sitzt er gemeinsam mit Ruth dran und bringt ihr das ein oder andere bei. Für ihn, ist das junge Mädchen wie eine kleine Schwester.

Stark in Erinnerung geblieben sind mir unter anderem auch die Gemeinschaft des Hauses, in dem Anni lebt. Insbesondere die ältere Dame Hiltrud, über die man im Laufe der Handlung mehr erfährt und ebenso wie Georgina - mein persönlicher Liebling des Romans – nach einer bestimmten Zeit nicht mehr missen möchte. Norbert – oder wie er lieber genannt werden möchte – Georgina, hat seine bzw. ihre ganz persönliche Note, mit der sie überall heraus sticht. Sie ist für Annie eine gute Freundin, die ihr in jeder Lebenslage hilft, sie unterstützt und beschützt und sie überall hin begleitet um ihr beizustehen. Mit ihrer Lebenseinstellung, wird sie gern als Tunte beschimpft und hat es deshalb selbst nicht leicht als die Zeit des Nationalsozialismus endgültig hereinbricht und der zweite Weltkrieg an die Pforten der Länder anklopft.

...

Jeden einzelnen dieser Personen habe ich tief in mein Herz geschlossen und am Ende habe ich bittere Tränen geweint. Nie hatte ich das Gefühl gehabt, etwas vorhersehen zu können und jedes Mal, wenn ich dachte, dass ich nun endlich Luft holen könnte, ließ mich eine neue Überraschende Wendung den Atem anhalten.

Zum Abschluss kann ich folgendes sagen:

Mit „Solange die Hoffnung uns gehört“ hat die Autorin ein Werk geschaffen, dass mich – wie schon erwähnt - innerlich zerstört und gleichzeitig zutiefst berührt. Es ist ein von Trauer, Angst und Hass erfüllter Roman, der gleichzeitig zeigt, dass man nie die Hoffnung verlieren darf. Ganz gleich wie aussichtslos die Situation auch scheinen mag. Denn wer die Hoffnung verliert, hat sich selbst verloren und genau dies beschreibt der Roman mehr als deutlich.  

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Tags: 2. weltkrie, judenverfolgung, nazionalsozialismus   (3)
 

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koblenz, preußen, 19. jahrhundert, verrat, napoleon

Die Festung am Rhein

Maria W. Peter
Flexibler Einband: 607 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783404175192
Genre: Historische Romane

Rezension:

Zum 200. Jubiläum der Festungsstadt Koblenz nimmt uns in die Autorin Maria W. Peter mit, in das Jahr 1822 und zeigt eindrucksvoll das damalige Leben im von Preußen besetztem Rheinland. 
  
  
Doch worum geht es in dem Roman? 
  
Es ist das Jahr 1822 als hoch über der Stadt Coblenz die preußische Feste Ehrenbreitstein entsteht. 
Doch als geheime Baupläne von dort verschwinden wird Franziskas Bruder, der Pionier Christian Berger des Landesverrats bezichtigt und verhaftet. Er soll die Baupläne gestohlen und an die Franzosen verkauft haben, war ihr gemeinsamer Vater immerhin ein Offizier Napoleons. 
Franziska ist verzweifelt und versucht mit allen Mitteln die Unschuld ihres Bruders zu beweisen. Hilfe bekommt sie dabei vom strengen Leutnant Rudolph Harten, der mit der Zeit an die Unschuld Christians glaubt und den wahren Verräter finden will. Auf der Suche kommen die beiden sich immer näher, fast zu nah, als es sich für einen Preußen und eine Halbfranzösin gehört. 
  
  
  
Ich habe schon seit längerer Zeit keinen historischen Roman gelesen und zu dem Zeitpunkt, als Maria mich anschrieb und mich fragte, ob ich Interesse daran hätte ihr Buch zu lesen und zu rezensieren, war ich auf der Suche nach Büchern außerhalb der Genre Fantasy. 
Verrat und eine verbotene Liebe ist meines Erachtens nach, immer eine spannende Sache, wenn sie gut umgesetzt wird und deswegen habe ich als allererstes in die Leseprobe auf Amazon hineingeblickt. Marias Schreibstil hat mir sofort zugesagt und anhand der Spannung, die sich gleich zu Anfang an aufbaut, wurde ich neugierig auf mehr. 
Das Buch kam als Print in selbiger Woche bei mir an und ich begann direkt nach Abschluss eines anderen Rezensionsexemplars zu lesen.  
  
Schon der Einstieg in den Roman erwies sich, wie schon erwähnt, als sehr spannend und so glitt ich mühelos von einer Seite auf die nächste. Es war allein der ermüdenden Hitze der letzten Tage zu verdanken, dass ich mit dem kompletten Roman langsamer vorankam, als gewollt. 
Der Schreibstil ist durchgehend flüssig und angenehm zu lesen und ich kann mich nicht daran erinnern, an irgendeiner Stelle hängen geblieben zu sein. 
Die Handlung hat viele düstere und traurige Stellen, die das damalige Leben detailreich und bildlich im Kopf widerspiegeln lassen. Doch auch der Humor kommt nicht zu kurz, insbesondere am Anfang, wenn sich Franziska und Rudolph ständig über den Weg laufen. Verbunden und verwebt wird all das mit einer Liebesgeschichte, die sich ganz langsam entwickelt und daher realistisch bleibt und nicht von den eigentlichen Problemen ablenkt. Genauso stelle ich es mir vor. 
  
Die verschiedenen Protagonisten, die im Laufe der Handlung dazu kommen, sind sehr gut gelungen und authentisch beschrieben. So kam es, dass ich für die einen Sympathie und Verständnis entwickelte und auf andere Wut und Hass. 
Franziska ist mir sehr stark ans Herz gewachsen. Schon allein wegen ihrer offenen und dickköpfigen Art und ihren Handlungen, über die andere Frauen ihrer Zeit wohl nicht einmal nachgedacht hätten, merkt man schnell, dass die Halbfranzösin eine komplett andere Einstellung vom Leben hat. Ich würde sogar behaupten, dass sie den Menschen im Rheinland, in der Zeit, ein wenig voraus ist, was ich als sehr erfrischend empfand. Ihr Wesen fällt, umgeben von preußischer Disziplin, allemal auf. 
Auch der Leutnant Rudolph Harten, hat sehr schnell meine Sympatie gewonnen, spätestens ab dem Punkt, an dem er an Christians Unschuld glaubt und Franziska hilft den wahren Verräter aufzuspüren. Auch wenn es für ihn erstmals ganz andere Gründe hat, als für die junge Frau, die ihrem Bruder lediglich das Leben retten will. Er mag auf dem ersten Blick ein typischer Preuße sein – hart, streng und diszipliniert. Aber mit dem fortschreiten der Geschichte entdeckt man auch eine weiche, eine gar verletzliche Seite an ihm. Man erfährt nicht nur einiges aus Franziskas Vergangenheit, sondern auch vieles aus der von Rudolph. Und all das, macht die beiden Protagonisten von Kapitel zu Kapitel sympathetischer. 
Christian, Franziskas Bruder, ist in meinen Augen ein sehr tapferer junger Mann (oder Junge). Er erleidet während seiner Gefangenschaft körperliche und seelische Qualen und versucht dennoch seine Schwester daran zu hindern, ihm zu helfen. Allein deswegen, um sie zu schützen und aus der Sorge ihres Wohlergehens heraus. Seine Beweggründe, weshalb er während der vielen Verhöre schweigt, haben mich auf der einen Seite schockiert und auf der anderen Seite konnte ich es dennoch nachvollziehen. Als Halbfranzose und Sohn eines ehemaligen französischen Offizier Napoleons hat er es unter der Macht der Preußen nicht leicht. 
Doch auch die anderen Figuren der Handlung dürfen nicht unerwähnt gelassen werden. Da ist unter anderem Franziskas Freundin Therese, die stets ein offenes Ohr für ihre Freundin hat, nur leider viel zu wenig Auftritt auf den über 500 Seiten hatte. Auch Alasdair McBaird, ein Schotte und alter Freund von Rudolph ist nennenswert. Er ist Künstler und fällt durch seinen Akzent und den ständigen Wechsel in seine Muttersprache, sehr auf. Er ist ein freundlicher Mann, der jedoch auch seine Schattenseiten in sich trägt. 
Im Gedächtnis geblieben sind mir auch, der mir unsympathische Feldwebel Bäske und Rudolphs Bursche Fritz dem die Lebensmut in die Wiege gelegen worden sein muss und mir nicht selten ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. 
  
Ich habe durch die vielen Informationen und Fakten, die jedoch keinesfalls überladen wirkten, sehr viel neues und interessantes gelernt und konnte gleichzeitig meinen Wortschatz erweitern, was mir sicherlich noch zu Gute kommen wird. Sehr interessant empfand ich auch den Glossar ganz am Ende des Buches, der noch viele weitere Informationen birgt und den ich auf alle Fälle noch einmal genauer ansehen werde. 
  
Fazit: 
  
Mit „Die Festung am Rhein“ ist Maria W. Peter ein sehr authentischer und bildgewaltiger Roman gelungen, der rheinische Lebensfreude und preußische Disziplin aufeinander treffen lässt. Er verwebt Liebe und Hass mit Spannung und ist für jeden Freund der historischen Romane eine klare Empfehlung, die sich lohnt, gelesen zu werden 

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Tags: die festung am rhei, franzose, preußen, verbotene liebe, verra   (5)
 

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alkohol, plötzlicher kindstod, phantasie, alkoholismus, kind verschwunden

Verträumt

S.T. Kranz
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei epubli, 02.05.2017
ISBN 9783745074628
Genre: Romane

Rezension:

Ein verschwundenes Kind, eine Ehe die vor den Trümmern steht und eine labile Mutter deren einzigen Ausweg der Alkohol ist, der sie immer weiter in eine Traumwelt hineinzieht. Eine Geschichte über die schlimmen Folgen des Alkohols, mit einem Ende, dass Fragen aufwirft.


Erst einmal bedanke ich mich ganz herzlich bei S.T. Kranz für das Rezensionsexemplar. Als ich von ihm gefragt wurde, ob ich das Buch lesen und rezensieren möchte, war ich zwar nicht direkt in einer Leseflaute. Aber ich habe mich sehr gelangweilt, weil ich das Gefühl hatte, dass viele Autoren, von denen ich in letzter Zeit etwas lese, keine neuen Ideen mehr haben. Ich habe mir den Klapptext, den er mir mitgeschickt hat, durchgelesen und habe dann sogleich zugesagt. Es war dringend an der Zeit, dass ich mich in ein anderes Genre bewege und das Buch erschien mir dementsprechend als gute Überleitung zu Büchern, die ich die ganzen Jahre zuvor wohl nie in die Hand genommen hätte.

Doch worum geht es?
Verträumt handelt von de labilen Mutter Cathy, deren 4-Jähriger Sohn Luca spurlos verschwunden ist. Ihre Ehe mit Noah, steht kurz vor dem Aus und ihr einziger Rettungsanker und Freund ist der Alkohol, der sie in immer regelmäßigeren Abständen in eine Traumwelt hineinzieht. Mit der Zeit nimmt sie diese um ein vielfaches ernster als die Realität und merkt dabei nicht, dass das wahre Leben um sie herum allmählich zerbricht. Fürchterliche Konsequenzen drohen und gleichzeitig beginnt die Such nach ihrem Sohn anders als erwartet.

Zu den Figuren:
Es fällt mir wirklich schwer etwas über Cathy zu sagen. Denn ich kann nicht sagen, dass ich sie sympathisch fand. Aber gleichzeitig kann ich auch nicht sagen, dass ich sie unsympathisch fand. Sie hat ein liebes Herz, das man dann zu spüren bekommt, wenn ihre Tochter bei ihr ist und gleichzeitig hätte ich sie am liebsten jedes Mal schütteln können, wenn sie wieder zur Alkoholflasche greift. Cathy ist eine Protagonistin die man weder lieben noch hassen kann. Man kann nichts und doch gleichzeitig alles. Ich bin schwer in ihr durchgerungen und dennoch habe ich mit ihr mitgefühlt. Für welche Mutter ist es nicht schlimm, wenn der eigene Sohn spurlos verschwindet.
Bei Cathys Eltern und ihrer Tochter empfand ich dieses schon um einiges leichter. Ihre Mutter Hilde habe ich von Anfang an gehasst, fragt mich nicht wieso. Sie ist in meinen Augen eine Frau der strengen Natur und ihre Handlungen haben mir ihr gegenüber keine Sympathie aufbringen können. Und das obwohl man beim genauerem Lesen merkt, dass sie einfach nur das Beste für ihre Tochter will. Cathys Vater Gerd dagegen habe ich echt geliebt. Er ist ein liebenswürdiger Mann, mit viel Fantasy und Lebensfreude. Er erzählt seiner Enkelin Geschichten und erinnert mich ein wenig an meinen eigenen Opa, der mir früher immer Abends vorgelesen hat, wenn ich bei ihm geschlafen habe. Ihre Tochter Sandy ist eben so, wie ein kleines Mädchen nun mal ist. Süß, liebt ihre Familie und ganz besonders ihre Mutter und liebt es Geschichten von ihrem Opa erzählt zu bekommen. Ein weiterer Protagonist ist Cathys Traummann Tian. Er erscheint in ihrer Traumwelt und ist in meinen Augen betrachtet der Mann, den sich Cathy wohl am sehnlichsten wünscht. Ein perfekter Mann, der sie auf Händen trägt, sie vergöttert und alles für sie macht.


Wie erging es mir im Verlauf der Handlung?

Auf den ersten Seiten habe ich mir etwas schwer getan. Was nicht daran lag, dass sein Schreibstiel schlecht war, sondern schlichtweg ungewohnt. Nach so vielen Jahren Fantasy in einfachem Schreibstiel, der aus der Sicht einer Jugendlichen schreibt, wahrscheinlich auch kein Wunder. Dies war aber nur am Anfang so und je länger ich gelesen habe, desto weniger bin ich gehangen und ab der Hälfte der Geschichte habe ich mich so sehr daran gewöhnt, dass es mir zu gefallen begonnen hat. Der Schreibstiel war definitiv anders und findet man gewiss nicht in jedem Buch. Vielleicht hat es mir auch genau deswegen gefallen – weil er anders war, weil es nichts war, dass man schnell so an einem Nachmittag ließt. Und damit komme ich schon zum nächsten Punkt.
Es ist kein Buch, dass man auf die schnelle Lesen sollte. Am Anfang habe ich gedacht: Okay, dass sind so ca. 160 Seiten. Bis heute Abend bin ich damit durch. Nein, war ich nicht. Wer dieses Buch ließt, dem rate ich dazu sich viel Zeit zu lassen. Denn wen man schnell ließt, mag es einem wie eine kurze Geschichte vorkommen, wer sich aber Zeit lässt und sich nicht auf die Wortgruppen sondern auf jedes einzelne Wort einlässt, der findet darin auch ein paar versteckte Dinge, die beim schnellem Lesen schnell … naja … überlesen werden. Macht nach jedem Kapitel eine kurze Pause und lasst es auf euch wirken. Man lernt alles viel besser kennen, wenn man noch darüber nachdenkt und versucht das ganze zu verstehen und zu verbinden.

Ich fand die Ideen in Cathys Traumwelt wirklich interessant, wenn ich mir auch gewünscht hätte, wenn das Ganze mehr in die Tiefe gegangen wäre. Manchmal schienen mir einzelne Stellen viel zu schnell geschrieben und übereilt und auch die Beziehung zwischen Cathy und Tian, war meiner Meinung nach etwas oberflächlich. In dieser Traumwelt wurde ein super Ansatz gemacht, aber es liegt auf jeden Fall noch Potenzial nach oben.

Das Ende des Buches hat mich mit einem großen Fragezeichen zurückgelassen und auch mehrere Tage nach Beendigung des Buches stelle ich mir die Frage ob Cathys Traumwelt nun wirklich nur Traumwelt war oder tatsächlich Realität. Man muss das Ende des Buches lesen, um zu wissen, was ich meine.

Zum Abschluss kann ich sagen, dass mir das Buch trotz kleiner Schwächen ein wundervolles Lesewochenende beschert hat und ich dadurch den Sprung aus der Genre Fantasy geschafft habe. Zum ersten Mal kann ich mich vollkommen auf Bücher einlassen, die nicht dort spielen, sondern mit dem wahren Leben zu tun haben.
Wem ich das Buch empfehle?
Menschen, die nicht so gerne dicke Bücher lesen oder zwischen den langen Romanen etwas kurzes brauchen und Lust auf Geschichten zum wahren Leben haben (mit einem Hauch Fantasy ;-) )

Anmerkung an den Autor: Du musst mir unbedingt meine Frage beantworten, das mir das Ende des Buches hinterlassen hat.  

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touch of flames, liebe, mariella heyd, fantasy, freundschaft

Touch of Flames: Vom Feuer berührt

Mariella Heyd
E-Buch Text: 285 Seiten
Erschienen bei Forever, 01.05.2017
ISBN 9783958181830
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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fantasy, seductio, regina meißner, liebe, schatten

Seductio - Von Schatten verführt

Regina Meißner
E-Buch Text: 353 Seiten
Erschienen bei neobooks Self-Publishing, 03.09.2015
ISBN 9783738038750
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Es ist die fesselnde Geschichte einer jungen Frau, die seit Kindesbeinen an vor ihrem Schicksal flieht. Doch kann man vor seiner Bestimmung wirklich davonlaufen?

Direkt zu Anfang muss ich sagen, dass mir diese Rezension mehr als nur schwer fällt. Und dass nicht, weil ich so enttäuscht von dem Buch bin, sondern weil ich schon die komplette Reihe mit Begeisterung durchgelesen habe und nun wieder zu Band 1 zurück muss. Zur eigenen Unterstützung habe ich den Auftakt der Trilogie gestern aus dem Regal geholt und habe ihn in einer Rekordzeit von weniger als 24 Stunden noch einmal durchgelesen um mich wieder ganz in die Geschichte und deren Geschehen einzufinden.
Über die Handlung muss ich nicht mehr viel sagen, denn diese lässt sich ganz leicht dem Klapptext entnehmen und deshalb möchte ich mich zu zuallererst den Figuren im Buch zuwenden.
Fangen wir gleich mal mit der Wichtigsten aller vorkommenden Personen an – Ivory Laurentis.
Ivory ist mit ihren 19 Jahren schon älter als die meisten anderen Mädchen, über die zu dem Zeitpunkt der Veröffentlichung geschrieben wurde. Sie lebt sehr zurückgezogen und durch die jahrelange Flucht ein sehr misstrauischer Einzelgänger. Einzig und allein Grace, lässt sie an sich heran und dennoch ist das junge Mädchen – oder sollten wir sagen, die junge Frau – eine echte Kämpferin, deren einziges Ziel es ist, durchzuhalten. Ich persönlich bewundere genau diese Eigenschaft an ihr sehr, denn unter dem Stress der nervenaufreibenden Flucht und den regelmäßigen Neuanfängen ohne wirkliche Perspektive, wäre ich persönlich schon längst zerbrochen.
Grace ist Ivorys Tante und die wichtigste Bezugsperson in ihrem Leben. Diese selber habe ich sofort ins Herz geschlossen, vor allem, weil sie immer daran geglaubt hat, dass ihre Nichte den Kampf gewinnen kann. Sie ist der Gegenpart zu Ivory, die es immer wieder schafft, dem Neustart eine Chance zu geben und ich denke, dass ist genau das, was diese in all den Jahren gut gebrauchen konnte.
Gegen Ende des ersten Drittels, kommt der 24 – Jährige Privatermittler Kil hinzu. Dieser wurde von Grace persönlich engagiert um Ivory zu schützen und dass zu Recht. Gerade im letzten Moment, gelingt es ihm das Mädchen aus den Fängen der Schatten zu befreien, deren Ziel es ist, Ivory lebendig in ihr Land Embonis zu bringen, damit diese das Tor zur Menschenwelt öffnen kann.
Kil selbst ist ein, sagen wir, sehr sprunghafter Typ. Seine Emotionen wechseln ständig und man weiß nie, wie er im nächsten Moment reagiert. Durch seine geheimnisvolle Art, nichts über sich preiszugeben, wirkt er auf mich wie ein Buch mit sieben Siegeln.
Doch auch die anderen Figuren des Buches, wie Ivorys „in Anführungszeichen“ Freundin Lynn, sowie Kils Angestellten, die blinde Caleta und der Koch Ruppert, sind wundervolle Personen, die ich ins Herz geschlossen und habe und von denen ich sehr gerne mehr gelesen hätte.
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Reginas Schreibstiel ist, wie ich es kenne flüssig und bildhaft beschrieben und der eine kleine Logikfehler, der mir im ersten Drittel des Buches kurz aufgefallen ist, geriet im Verlauf der Handlung wieder sehr schnell in Vergessenheit.
Am Anfang erfahren wir sehr viel über Ivory und ihre Kindheit, ihre Flucht und deren Gründe, weshalb sie es tut. Man erfährt viel über Ivorys Gegenspieler, den sogenannten Decessaren – von ihr selbst meist ganz einfach Schatten genannt, deren Fähigkeiten und ihrer Verbindung zu der 19 – Jährigen. Für den ein oder anderen kann es erst einmal langatmig sein, doch es lohnt sich alle mal dran zu bleiben. Denn spätestens ab dem Ende des ersten Drittels fängt es an Spannend zu werden. Man bekommt die Verfolgung hautnah mit und bis es für eine Weile wieder ruhiger wurde, flogen die Seiten nur so an mir vorbei.
Es passieren viele unerwartete Wendungen und nicht nur einmal sind mehrere imaginäre Fragezeichen über meinen Kopf erschienen. Zum Gesamtbild kann ich sagen, dass trotz der manchmal sehr ruhigen Phasen, das Buch interessant und fesselnd blieb. Denn waren es nicht die Schatten, die Ivory verfolgten, so konnte man über Kils Verhalten rätseln.


Fazit:
Endlich Mal ein Buch, deren Hauptprotagonistin, nach Aussage der Autorin selbst, nicht als Sympathieträger konzeptioniert wurde und deren Inhalt keine Vampire aufzuweisen hatten, die mich persönlich allmählich mehr als nur nerven.
Seductio – Von Schatten verführt ist ein gelungener Auftakt einer fantastischen Trilogie, den ich schon vor vielen Jahren auf der Online – Plattform BookRix lesen durfte und deren Inhalt mich auf Anhieb fesselte. Er bringt neue Ideen mit sich, beinhaltete keine klischeehafte „graue Maus“ Protagonistin, die sich auf dem ersten Blick unsterblich ins männliche Geschlecht verliebt und vor allem - ich hatte in den meisten Romanen schon so die Schnauze voll davon – bemitleidet sie sich nicht am laufendem Bande selbst und meckert herum wie scheiße ihr Leben doch ist. Regina Meißner – TOP. Weiter so.





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Tags: regina meißner, seductio: von schatten verführt   (2)
 
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