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177 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

usa, roadtrip, genie, vater, las vegas

Fast genial

Benedict Wells
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.04.2013
ISBN 9783257241983
Genre: Romane

Rezension:

COVER & GESTALTUNG
Das Cover ist ein typisches Diogenes-Cover. Ein schlichter weißer Einband mit einem gezeichneten Bild über dem Autor und Titel. Dieses Bild passt leider inhaltlich überhaupt nicht zum Buch. Ein Eyecatcher ist es definitiv nicht und würde in einer Buchhandlung von mir mit 99 prozentiger Sicherheit übersehen werden.

EIGENE MEINUNG


"Fast Genial" ist der dritte Roman des Schriftstellers Benedict Wells und handelt von einem Jungen, der aus ärmlichen Verhältnissen stammt und sich auf die Suche nach seinem Vater, einem Genie, macht. Nachdem seine Mutter ihm nach einem Selbstmordversuch einen Brief hinterlassen hat, in dem sie ihm erklärt, dass er das Ergebnis eines Befruchtungs-Experiments mit Spermien von Genies ist, macht er sich zu einem Roadtrip auf, um seinen Vater zu finden.

Positiv fällt der wissenschaftlich-ethische Konflikt von Sperma-Spendung und künstlicher Befruchtung auf, den der Autor hier anspricht. Es liegt heutzutage nichts Anstößiges mehr darin, als Frau sich in Ermangelung eines Mannes künstlich befruchten zu lassen. In diesem Buch beleuchtet Benedict Wells dies aus der Sicht des entstandenen "Kindes", das auf der Suche nach seiner eigenen Identität mehr über seinen Vater wissen will.
Dabei wird Francis' Konflikt und sein Schwanken zwischen der Hoffnung, seinen Vater zu finden und seine Angst, von diesem abgelehnt zu werden, sehr gut herübergebracht.

Sehr auffallend ist die, wie ich sie gerne nenne, "Life sucks"-Atmosphäre, die dem Leser im Großteil des Buches entgegenschlägt. Ob man sie mag oder nicht, ist dem Leser überlassen, doch sie lässt einen nicht los.

Francis ist eine relativ sympathische Hauptfigur. Ehemals ein begabter Ringer und ein beliebter Schüler, zieht er sich nach dem Auszug seines Stiefvaters immer mehr aus dem Sozialleben zurück, bis ihm nur noch Grover, ein nerdiger Hochbegabter ohne jegliche soziale Kompetenzen bleibt. Seine Hoffnungslosigkeit und seine Angst, für immer als Looser in seinem Vorortskaff bleiben zu müssen, wurden überzeugend herübergebracht und der Leser kann gut mit ihm fühlen.
Als seine Mutter mal wieder in Depressionen stürzt, wird sie in die Psychatrie eingeliefert, wo Francis Anne-May, ein rätselhaftes und hübsches Mädchen, trifft und sich Hals über Kopf in sie verliebt.
Das Zusammenspiel der einzelnen Charaktere war sehr schön mitanzusehen, vor allem die zerrüttete Beziehung von Francis und seiner Mutter wird sehr schön geschildert. Gar nicht gefallen hat mir Anne-May, ich konnte sie weder verstehen, noch mochte ich sie besonders und nachvollziehen, warum Francis sie so toll findet, konnte ich auch nicht. Klar, sie ist hübsch und ein Rätsel - aber sonst?

Der Roadtrip, den die dreiköpfige Truppe macht, entspricht den Vorstellungen: Freiheit, ein bisschen Abenteuer, Konflikte; und es macht Spaß, den Dreien auf ihrer Reise zu folgen. Auch die Suche nach Francis' Vater ist geschickt aufgebaut. Schritt für Schritt lernt Francis mehr über das Experiment, das von zwei größenwahnsinnigen Wissenschaftlern in die Wege geleitet wurde, um die Menschheit intelligenter zu machen.

Die letzten 100 Seiten enthalten eine überraschende Wende, nach der ich gerne das Buch bereits beendet hätte. Doch die Geschichte wird weiter gesponnen, es gibt Zeitsprünge und hatte eigentlich bereits nicht mehr viel mit dem ursprünglichen Thema - der Suche nach dem Vater gemein.
Ich hatte als Leser ein wenig den Eindruck, als hätte sich Benedict Wells nicht von den Charakteren trennen können und daher die Geschichte weitererzählt.




FAZIT
Fast Genial liegt eine packende Idee zugrunde, die mich aber leider nicht vollkommen fesseln konnte. Es war die Suche nach Francis' Vater, die mich am Lesen gehalten hat. Leider konnte ich mich, von Francis abgesehen, mit keinem der Charaktere identifizieren und verfolgte deren Interaktionen relativ distanziert. Auch die letzten 100 Seiten, die sich völlig vom ursprünglichen Thema entfernen, und das unbefriedigende Ende sind für mich Minuspunkte. Daher gebe ich nur 3.5/5 Sternen.

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36 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

schwangerschaft, liebe, schule, baby, jugend

Dear Nobody

Berlie Doherty , Eva Riekert
Flexibler Einband: 239 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.04.1997
ISBN 9783423780964
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitat: "Was ist überhaupt die reale Welt? Vielleicht ist Realität ja nichts weiter als das, was man zu einer bestimmten Zeit denkt oder erlebt." (S. 155)


Erster Satz: Vielleicht sehnen wir uns alle danach, den Horizont hinter uns zu lassen, ins All vorzustoßen, in unbekannte Gefilde zu gelangen und uns dort draußen selbst zu finden.


EIGENE MEINUNG

"Dear Nobody" ist eine Neuauflage des dtv Verlags vom 1991 erschienenem gleichnamigen Roman und befasst sich eindringlich und auf unglaublich realistische Art und Weise mit dem Thema Jugendschwangerschaft.

In leisen Tönen schildert die Autorin Berlie Doherty die Reise von Chris und Helen und bringt Gefühle, Hoffnungen und Probleme, die eine ungeplante Schwangerschaft für ein junges Paar mit sich bringt, authentisch herüber. Dafür braucht sie keine großen Worte oder Ereignisse, sie schafft es ganz einfach, den Leser zu berühren und nachdenklich zu machen.
Ihr Schreibstil hat mich sehr fasziniert - mit viel Liebe zum Detail beschreibt sie Kleinigkeiten wie zum Beispiel den Film, der im Hintergrund eines Gespräches läuft; ihr Tonfall ist ein wenig nostalgisch. 
Im Gegensatz zum Trend gibt es in diesem Buch keine Perspektivenwechsel zwischen den Protagonisten, obwohl es sich natürlich offensichtlich anbietet. Trotzdem kommt keine Sichtweise zu kurz, da Berlie Doherty immer wieder Briefe, die Helen an Nobody - so nennt sie ihr ungeborenes Kind - schreibt, in den Erzählfluss einschiebt. So wird trotz der Ich-Perspektive, aus der Chris berichtet, auch ihre Sichtweise glaubhaft vermittelt.

Die Charaktere sind allesamt sehr realistisch dargestellt. Sie sind Menschen, keine fehlerfreien, wunderschöne Kreaturen, sondern echte Menschen mit Schwächen, Ängsten, Ecken und Kanten. So wird im Verlauf des Buches jedem Charakter durch seine eigene persönliche Geschichte Leben eingehaucht. Auch wenn mir als Leser nicht jede Person so sympathisch war, konnte ich letztendlich fast jeden verstehen.

Als ich das Buch das erste Mal in die Hand genommen habe und die ersten 150 Seiten gelesen habe, habe ich mit den beiden gelitten, konnte mit ihnen fühlen und fühlte mich einfach nur - leer, aber nach Weglegen und wieder neu in die Hand Nehmen konnte ich nicht mehr mit den Charakteren fühlen und las es aus einer sehr distanzierten Perspektive.

Beim Lesen erinnert "Dear Nobody" ein wenig an eine Schullektüre. Für mich ist das nicht Negatives, im Gegenteil, ein Großteil der Bücher gefallen mir sogar - bevor sie dann wochenlang im Unterricht zerpflückt werden.




FAZIT
Dear Nobody ist ein tolles Buch, das sich vor allem durch seinen Realismus auszeichnet und das Thema der Jugendschwangerschaft sehr gut trifft. Vollkommen klischeelos und ohne den moralischen Zeigefinger zu heben kommt dieses Buch daher, wird dadurch aber leider hin und wieder etwas dröge. Trotzdem: eines der realitätsnahesten und glaubhaftesten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. 4/5 Sterne!

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141 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

fantasy, new york, englisch, young adult, lilith

City of Fallen Angels

Cassandra Clare
Flexibler Einband: 424 Seiten
Erschienen bei Walker Books Ltd, 11.04.2011
ISBN 9781406328677
Genre: Jugendbuch

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(61)

157 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

tod, jugendthriller, angst, selbstmord, liebe

Wie der Vater, so der Tod

Tracy Bilen , Andreas Brandhorst
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Piper, 16.04.2013
ISBN 9783492702829
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitat: "Und mein dummes, dummes Herz wird nie aufhören, dich zu lieben."


Erster Satz: Ich habe manchmal diesen Traum, dass ich in einer riesigen Schüssel Haferbrei ertrinke.



MEINE MEINUNG

"Wie der Vater so der Tod" ist der Debütroman der Autorin Tracy Bilen.
Es ist ein Thriller, der sich sehr flüssig lesen lässt und wirklich spannend ist. Einmal in die Hand genommen, hat man Probleme, das Buch wieder zur Seite zu legen.

Anders als in vielen anderen Thrillern, die mit psychotischen Serienkillern und viel Blutvergießen daherkommen, ist dieser noch vergleichsweise harmlos. Der Gewalttätige ist der Vater, die Geschehnisse regelrecht alltäglich. Doch genau dahinter verbirgt sich das Grauen. Es ist die Banalität und Normalität des Alltags, der unbeirrt weitergeht, während die Welt der Protagonistin vollkommen auf den Kopf gestellt wird, die den Reiz und Horror dieses Buches ausmachen.

Die Charaktere konnten mich größtenteils überzeugen. Vor allem die Protagonistin Sara war mir sehr sympathisch und kam authentisch rüber. Alex, in den sie sich verliebt, entpuppt sich trotz "Bad Boy-Image" in der Schule als sehr netter Junge, weshalb ich ihn direkt ins Herz geschlossen habe. Gleichzeitig ist er aber auch so verständnisvoll und geduldig, dass es teilweise schon ziemlich unrealistisch anmutet. Über Zach erfährt man leider nicht sehr viel, er bleibt relativ blass. Alles in allem hat der Leser hier mit drei authentischen und liebenswerten Hauptcharakteren zu tun.
Nicht ganz so liebenswert, aber dafür umso überzeugender ist Saras Vater, dem man die Rolle des psychopathischen Gewalttätigen problemlos abnimmt.

Sehr aufschlussreich sind die Schreibstunden in der Schule, in denen Sara frei über verschiedenste Themen wie zum Beispiel "Eine Person, die ich bewundere" und "Campen" schreiben muss. So erfährt man als Leser viel über Saras Vergangenheit und die Geschichte ihrer Familie. Nach und nach wird hier das Porträt einer zerrütteten Familie gezeichnet, die unter den Veränderungen des Vaters schleichend kaputtgeht.

Nachdem Sara sich anfänglich noch versucht einzureden, dass ihre Mutter wirklich nur auf Geschäftsreise ist, wird ihr nach einigen Nachforschungen klar, dass dies nicht der Fall ist. Daraufhin beginnt sie, fieberhaft nach dem Verbleib ihrer Mutter zu suchen. Dabei kommt ihre Zerissenheit zwischen der Hoffnung, dass ihre Mutter frei ist und sie noch abholen wird und der Befürchtung, dass sie entweder gefangen oder tot ist, sehr glaubhaft rüber.
Leider ist nicht ganz klar, wieso Sara nicht einfach die Polizei oder die Behörden alarmiert hat, als offensichtlich ist, dass ihre Mutter verschwunden ist. Ihre Begründung scheint mir relativ unüberzeugend.

Saras Spurensuche endet in einem unerwarteten Finale, das einen erschreckend realistischen und auch bewegenden Abschluss dieses Buches darstellt. Das Ende ist einem Jugendbuch angemessen und gefiel mir sehr gut.




COVER & GESTALTUNG

Das Cover ist ein echter Eyecatcher. In der Buchhandlung würde ich auf jeden Fall stehen bleiben und das Buch in die Hand nehmen. Der Kontrast zwischen schwarz und gelb gefällt mir sehr gut, es sind Warnfarben. Ehrlich gesagt habe ich ein Faible für den Boden, auf dem das Mädchen kniet. Er sieht so trocken und aufgebrochen aus, sehr faszinierend.




FAZIT
Alles in allem lässt sich sagen, dass Tracy Bilen mit "Wie der Vater so der Tod" nicht nur ein spannender Thriller, sondern auch ein beeindruckendes Familienportrait gelungen ist. Dazu noch ein Schuss Teenagerromanze - die glücklicherweise ohne jeglichen Kitsch auskommt - und das Leserherz freut sich, auch wenn sich ein, zwei Logikfehler eingeschlichen haben. 4,5 von 5 Sternen!

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

Der Zeitenweg

Elena Münscher
Flexibler Einband: 130 Seiten
Erschienen bei Machandel-Verlag, 14.03.2013
ISBN 9783939727262
Genre: Fantasy

Rezension:

Zitat: "Zauberei ist die böse Kunst, wo man durch unerlaubte Mittel, besonders durch die vorausgesetzt Hilfe böser Geister, die man sich dienstbar zu machen meint, übernatürliche Dinge ausrichten will. Sünde ist es, weil man die von Gott gesetzte Ordnung überschreitet zu selbstsüchtigen Zwecken, wohl gar in Gemeinschaft mit den finsteren Mächten tritt."

Erster Satz: Am frühen Morgen machte Bruni sich auf den Weg in das 20. Jahrhundert.

EIGENE MEINUNG

"Der Zeitenweg" ist der Debütroman der Autorin Elena Münscher, veröffentlicht bei dem ebenso neuen Verlag Machandel.
Es ist ein Kurzroman, der sich relativ schnell lesen lässt. Die Sprache ist sehr einfach, auch wenn jede Zeit ein wenig seine eigene Sprache hat. Dennoch ist auch das Deutsch, das hier mit dem Mittelalter assoziiert wird, klar und gut verständlich.

Verglichen mit der Länge des Romans ist die Einleitung ziemlich langatmig, es passiert vorerst nicht viel, sondern es wird mehr erklärt und man bekommt einen ersten Eindruck aller handelnden Charaktere.
Nach dieser längeren Einführung nimmt die Geschichte schnell an Fahrt auf, als Emma das Firmtreffen beim Pfarrer vergisst und ihr Doppelleben aufzufliegen droht. Ich konnte gut mit Emma mitfühlen, ihre Zerrissenheit zwischen den beiden Welten nachempfinden.
Ich hatte den Eindruck, dass gegen Ende das Erzähltempo immer und immer höher wird. Die Ereignisse überschlagen sich fast und ich hatte teilweise Probleme, geistig mit den Geschehnissen mitzukommen. Dann hört die Geschichte fast abrupt auf und der Leser wird mit einem - wenn auch sehr informativen - Schlusswort regelrecht in der Schwebe gelassen.

Die Charaktere sind, wie ich finde, relativ stereotypisch und normal.
Es gibt den gläubigen, "gefährlichen" Pfarrer, der von allen im Dorf in gleichem Maße respektiert und gefürchtet wird, den weisen Großvater, die normalen Eltern, einen etwas strengeren Vater, Geschwister, darunter die liebe kleine Schwester, die größere zickige Schwester, einen kleinen Bruder und ein nettes Mädchen in der Hauptrolle, das von ihrem Großvater den Zeitenweg gezeigt bekommt und von ihrer Tante in der Stadt in die Schule geschickt wird.

Mir gefiel es nicht so gut, dass Bruni die Dinge, die sie erlebt und lernt, nicht wirklich reflektiert. Sie müsste ja in der Schule viel über das Mittelalter und seine Gräuel gelernt haben, aber damit und mit den Unterschieden zwischen diesen beiden Welten setzt sie sich überhaupt nicht auseinander. Auch wenn sie noch sehr jung ist und vielleicht dazu neigen mag, solche Sachen in den Hintergrund zu drängen, hätte ich mir schon ein wenig mehr Reflexion gewünscht.

Das Besondere und Faszinierende an diesem Buch ist für mich der Zeitenweg.
Die Idee des Zeitenwegs finde ich sehr interessant, es gibt keine große Maschine, einfach einen Weg, der auf ungeklärte Weise diese beiden Zeiten miteinander verbindet und damit sehr geschickt und beispielhaft die Unterschiede, die diese Jahrhunderte trennen, demonstriert. Das ist sehr gut gelungen, die damaligen Verhältnisse wurden wirklich sehr realistisch und überzeugend herübergebracht.
Vor allem Kinder lernen so spielerisch sehr viel über das Mittelalter, Hexenprozesse und die Lebensweise der Menschen.


COVER & GESTALTUNG


Ich mag das Cover sehr gerne, dadurch bin ich auch erst auf dieses Buch aufmerksam geworden. Mir gefällt der Aquarell-ähnliche Stil, in dem es gehalten wurde, die wässrigen Farben und wie die Stadt in Form von Häusern in den Oberkörper des Mädchens integriert wurde.
In der eBook-Version befand sich ein - in altertümlichen Stil gehaltenes - Bild. Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es in der gedruckten Version mehrere Bilder, ich hätte mich darüber auch in der e-Book Version gefreut.
Ein großer Störfaktor war für mich, dass es keine Kapitel gab und einem damit die Orientierung manchmal schwer gemacht wurde.




FAZIT


Der Zeitenweg ist ein gelungener Kurzroman, der die Zustände des Mittelalters sehr realistisch darstellt und gut unterhält. Nach einer langatmigen Einleitung steigert sich das Erzähltempo kontinuierlich, insgesamt ist die Geschichte aber zu kurz, finde ich.




EMPFEHLUNG
Ich ordne dieses Buch, entgegen der Verlagsempfehlung, eher als Buch für 10 - 12 Jährige ein. Auch wenn es ebenso gut von Erwachsenen gelesen werden kann und sehr informativ ist, ist die Sprache sehr einfach gehalten und die Autorin setzt sich - zumindest für Erwachsenen-Maßstäbe - nicht genügend mit den Zeitunterschieden und unterschiedlichen Verhältnissen auseinander. Dazu muss eine so junge Protagonistin eigentlich auch nicht fähig sein.

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

ddr, ideale, spanien, julia navarro, spionage

Alles, was die Zeit vergisst

Julia Navarro , K. Schatzhauser
Fester Einband: 976 Seiten
Erschienen bei Limes Verlag , 22.04.2013
ISBN 9783809025979
Genre: Historische Romane

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(187)

457 Bibliotheken, 6 Leser, 5 Gruppen, 70 Rezensionen

dystopie, liebe, reb, kyria, andrea schacht

Kyria & Reb - Die Rückkehr

Andrea Schacht
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei INK, 10.01.2013
ISBN 9783863960384
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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99 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

ehe, einsamkeit, post, ausbruch, alter

Unbekannt verzogen

Tom Winter , Regina Rawlinson , Sabine Lohmann
Flexibler Einband: 281 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.03.2013
ISBN 9783458359166
Genre: Romane

Rezension:

Zitat: "Unsere Ehe war ein sehr, sehr langer Flug, und jetzt ist die Maschine abgestürzt. Dass ich am liebsten gar nicht mitgeflogen wäre [...] scheint keine Rolle mehr zu spielen. Es geht nur darum, dass wir überlebt haben. [...] Aber vielleicht ist mein schönes Beispiel doch nicht so richtig gelungen, weil Bob nämlich noch gar nicht weiß, dass wir abgestürzt sind. Er glaubt, wir sind nur in eine kleine Turbulenz geraten und frühstücken morgen am Strand." (S. 132/133)

Erster Satz: Carol hätte gerne eine Krankheit.


INHALT
Carol hat es gründlich satt: Sie ist mit einem Mann verheiratet, dessen Wehleidigkeit bei ihr benahe Mordgelüste weckt, hat eine halbwüchsige Tochter, die ihr vorkommt wie ein Alien im eigenen Haus. Gerade als sie sich entschlossen hatte, nach Athen abzuhauen, macht ihr das Schicksal einen Strich durch die Rechnung: Bob, ihr Mann, hat Krebs.
Albert ist Breifträger, er schlurft einsam und lustlos durch das Leben, seit seine Frau gestorben ist. Seine selbstmordgefährdete Katze Gloria ist auch nicht die beste Gesellschaft. Kurz vor der Rente wird er dazu verdonnert, unzustellbare Briefe zu sortieren - plötzlich trudeln bei ihm Briefe einer anonymen "C." ein, schlagartig fühlt es sich mit ihr verbunden und macht sich nach einigem Zögern auf den Weg, sie zu finden ...


EIGENE MEINUNG
Für mich war das beste am Lesen der besondere Schreibstil Tom Winters. Er arbeitet mit vielen Bildern, Vergleichen und hat es geschafft, mich unzählige Male zum Lachen zu bringen.

Eine große Rolle spielen in diesem Buch Briefe, die eine karthatische Wirkung haben. Diese Idee gefällt mir sehr gut, es tut manchmal einfach gut, seine Gedanken offen und frei zu sagen, ohne dass jemand davon erfährt.

Die Hauptperson Carol erschien mir am Anfang ziemlich unsympathisch, sie ist todunglücklich in ihrer Ehe, die nur noch auf dem Papier besteht, und kommt überhaupt nicht mit ihrer Tochter klar und bezeichnet sie als "Intelligenzbestie" (S. 13). Auf der einen Seite tut sie mir deswegen sehr leid. Aber, und das ließ sich das ganze Buch hindurch nicht ändern, sie bleibt mir unsympathisch, obwohl im Laufe des Buches erklärt wird, wieso alles so gekommen ist. Trotzdem jammerte sie mir eindeutig zu viel und ihr Selbstmitleid, in dem sie sich stellenweise ersäuft, ist ein bisschen zu viel des Guten.
Auch Albert ist unzufrieden mit seinem Leben und einsam. Doch er ist mir eindeutig sympathischer, seine Mordfantasien-Statistik ist gravierend geringer als die von Carol und ich finde ihn äußerst knuffig. Seine nostalgischen Gedanken und seine stundenlangen Gespräche mit seiner Katze sind zum Knuddeln.
Bob hat mich mit seiner Wehleidigkeit und Herumheulerei unglaublich genervt, er ist nur auf den Schein bedacht und hat Carol im Zuge seiner Erkrankung wirklich auf übelste Weise ausgenutzt. Ich fand, dass er ziemlich überspitzt dargestellt wurde.
Sophie wurde leider total vernachlässigt, von einer Gelegenheit mal abgesehen, sie war die ganz Zeit mehr ein Geist als alles andere. Das finde ich sehr schade, da man daraus bestimmt noch hätte mehr machen können. Doch das hätte glaube ich, kaum in die Handlung gepasst.
Für mich sind unter den anderen blassen Nebencharaktere Carols Eltern positiv herausgestochen, sie haben Tiefe und eine überzeugende Geschichte, auch wenn sie auf keinen Fall die beste Familie sind.

Doch nach einem interessanten Einstieg verliert die Geschichte schnell an Interesse, daran konnten auch nicht die kleinen amüsanten Häppchen etwas ändern. Das Geschehen scheint nur so dahinzuplätschern und trotz dramatischer und wichtiger Ereignisse wurde es irgendwie keinen Deut interessanter..

Die Atmosphäre in diesem Buch ist wirklich durchgängig depressiv. Carol ist ständig so genervt und sarkastisch und auch um Albert steht es nicht bestens und so war ich mehrere Male davor, das Buch aus der Hand zu legen, weil mir diese pessimistische Sichtweise unfassbar auf die Nerven gegangen ist.

Das Ende hält ein paar überraschende Wendungen bereit, die ich nicht ganz überzeugend fand und auch irgendwie unrealistisch fand. Auch wie das Buch endet passt meiner Meinung nach nicht unbedingt zum Rest des Buches.



COVER & GESTALTUNG
Das Buch liegt super schön in der Hand, der Einband ist kein Hochglanz, sondern aus Papier, und die Buchstaben des Titels und des Autorennamens stehen leicht hervor. Der Poststempel und natürlich auch die Titelunterschrift deuten auf das wichtigste Element, das unsere beiden Hauptpersonen miteinander verbindet, hin und das Bild der Frau, die auf einem Koffer sitzt, ist bezeichnend für Carol.



FAZIT
"Unbekannt verzogen" ist ein unglaublicher schwarzmalerischer Roman, der interessant beginnt, dann aber immer langweiliger wird, meine persönlichen Highlights waren Albert und der interessante, ungewöhnliche Schreibstil.


EMPFEHLUNG



Ich kann für dieses Buch nur eine eingeschränkte Leseempfehlung abgeben, wer sich nicht an Pessimismus stört und dicke Nerven hat, der könnte durchaus seine Freude am Schreibstil haben.

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122 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 39 Rezensionen

zukunft, endzeit, dystopie, stadt, nano - anlage

Elysion

Thomas Elbel
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.03.2013
ISBN 9783492268813
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Zitat: "Was war Freiheit wert, wenn sie als Freiheit verstanden wurde, seinen Nächsten für ein paar Dollar und ein Häuflein Lebensmittel über den Haufen schießen zu können? Wie konnte man jemals wieder einer Menschheit vertrauen, deren Mitglieder bereit waren, die Kinder ihrer Nachbarn zu entführen und wie Vieh zu lagern, nur um ihren Hunger zu stillen?" (S. 137)

Erster Satz: Das Unterholz wurde immer dichter.




INHALT

Das Jahr 2135: Um ihr Überleben in einer verwaisten Metropole zu sichern, dealt die siebzehnjährige Cooper Kleinschmidt mit der Droge Teer, die ihren Usern außergewöhnliche Kräfte verleiht. Doch dies mach Cooper unweigerlich zu einer Mörderin, denn Teer kann nur durch die Tötung eines Malach gewonnen werden, jener gottgleichen Wesen, die über außergewöhnliche Kräfte verfügen und im "Elysion" außerhalb der alten Städte leben. Als Cooper auf ihrer Jagd nach Teer auf einen Malach trifft, der ihr eine geheimnisvolle Botschaft übermittelt, beginnt für sie eine Reise durch eine zerstörte, gefährliche Welt, in der eine falsche Entscheidung das Ende bedeuten kann. (Quelle: Klappentext)



EIGENE MEINUNG

Nach "Asylon" ist "Elysion" der zweite Fantasy-Roman von Thomas Elbel.

Thomas Elbels Entwurf unserer Zukunft gefällt mir sehr gut. Während die USA in einem Bürgerkrieg unterzugehen drohen, erscheinen plötzlich sogenannte Malachs, gruselig aussehende Wesen ohne Haut, die unglaubliche Kräfte und Fähigkeiten haben. Sie unterwerfen die Menschen, die im Wald wohnen und bringen ihnen Frieden, solange sie gehorchen. Schon bald verbreitet sich die Meinung, es wären von Gott geschickte Engel, die Frieden bringen sollen. Dazu passt auch sehr gut das Rückencover, auf das in großen grünen Lettern "Die Götter sind gekommen, um die Welt zu retten ... doch wer rettet die Welt vor den Göttern?" geschrieben steht. Es erinnerte mich ein wenig an die griechische Mythologie und die "Göttlich"-Reihe von Josephine Angelini, womit dieses Buch aber überhaupt nichts gemeinsam hat.
Doch die Menschen, die in der Stadt geblieben sind, wollen sich nicht ergeben. Viele Plünderergruppen durchziehen die Stadt, immer auf der Suche nach Nahrung und allem anderen wertvollem.
Ich finde diese Idee sehr interessant, die Gesellschaft hat sich in zwei Hälften geteilt und doch haben sich beide Seiten in Richtung Mittelalter zurückentwickelt.

Sehr gut gefiel mir auch die Einbindung der Religion in das Geschehen. Glaube und Angst sind seit jeher Mittel zur Macht & Unterdrückung des Volkes und ich fand es herrlich, wie der Religionsanführer selbst, der auch hier zu Wort kommt, seine Untertanen für ihre Blindheit und Gläubigkeit verachtet. Als nicht-grade-Freund der Kirche hat mich das äußerst amüsiert..^^

Der Leser wird ohne lange Erklärungen direkt mitten ins Geschehen geworfen, weswegen ich am Anfang leichte Orientierungsprobleme hatte. Auch der ständige Sichtwechsel war am Anfang sehr irritierend. Doch nach kurzer Zeit konnte ich mich zurechtfinden und war begeistert, dass der Autor aus so vielen Sichtweisen erzählt, auch wenn der Hauptfokus auf Cooper gerichtet bleibt.
Die neue Welt wird aus vielen verschiedenen Blickwinkeln geschildert und alles setzt sich nach und nach wie ein Puzzle zusammen. Daher bekommt man als Leser sehr viele verschiedene Meinungen zu dem System und einen tollenGesamtüberblick. Das finde ich sehr gut, da die Geschichte sich nicht nur auf die Hauptperson fokussiert, sondern wirklich übergreifend erzählt.

Diese vielen verschiedenen Handlungsstränge werden im Verlauf des Buches unaufhaltsam zusammengeführt, sodass man das ganze Buch hindurch weiß, irgendwann werden die alle aufeinandertreffen und es wird knallen. Der Weg dahin aber war bereits so grauenhaft, tödlich, brutal und spannend, dass ich mich ständig fragte: Wie will der das noch überbieten? Und jedes Mal wurde ich von Neuem überrascht.

Die Charaktere waren allesamt sehr gut ausgearbeitet und sehr überzeugend. Kaum jemand ist hier das, was er zu sein scheint und die Grenze zwischen Gut und Böse verschwimmt immer mehr. So kämpft eine Truppe von Landplünderern gegen die Malachim, für eine gute Sache, sind dabei aber unnötig grausam und brutal. Der Pontifex will den Menschen Frieden bringen und vor sich selbst beschützen, bringt dabei aber zuhauf Menschen um. DieseAmbivalenz hat mich unglaublich fasziniert.

Im Laufe des Buches gab es viele wissenschaftliche Erklärungen für verschieden Phänomene und ich war verblüfft, wie logisch und leicht verständnisvoll sie waren.

Das epische Finale, auf das der Leser das Buch hindurch verbereitet wird, ist genau das: episch. Ich hatte erst die Befürchtung, dass das Finale spannungsmäßig bereits so aufgeblasen wurde, dass es letztendlich in sich zusammensinken und gar nicht mehr so groß werden würde, aber ich wurde eines Besseren belehrt.
Kurz vor Ende gibt es noch eine sehr überraschende Wende, die ziemlich viel des vorher Gelesenen auf den Kopf stellt. Leider geht sie aber ein wenig in der Spannung des Finales unter und ist nicht hundertprozentig logisch, wie ich finde.

Das Ende gefiel mir gut, auch wenn es ein, zwei minimale Sachen gibt, die ich nicht ganz überzeugend finde. Auf jeden Fall war ich zufrieden mit dem Ende, zumal es einen fiesen Epilog gibt, der auf eine Fortsetzung hoffen lässt.
Laut Autor hängt dies vom Erfolg des Buches und dem Verlag ab, aber er würde gerne eine Fortsetzung schreiben.

Worauf ich unbedingt noch hinweisen will, ist, dass dieses Buch wirklich sehr brutal und blutig ist, es ist NICHTS für zartbesaitete Menschen, die Menschen hier sterben wie die Fliegen ^^




COVER & GESTALTUNG

Das Cover ist sehr schlicht gehalten, hat aber gerade deswegen meine Aufmerksamkeit geweckt. Das grüne Symbol unter der Überschrift soll glaube ich die Malachim darstellen, ein Mensch mit Flügeln, das Engelbild der Menschen, wenn man aber genauer hinsieht, erkennt man, dass die untere Hälfte der Flügel einer Messerschneide ähnelt. Sehr geschickt gemacht, wie ich finde.


FAZIT

Elysion ist eine der besten Dystopien, die ich bisher gelesen habe, es ist unglaublich spannend, sehr gut durchdacht und sehr vielschichtig mit starken Charakteren. Trotz minimaler Logikfehler am Ende bin ich restlos begeistert.




EMPFEHLUNG
Ich kann dieses Buch allen, die Dystopien mögen und auch allen anderen, die Spannung und eine vielschichtige Geschichte haben wollen, ans Herz legen. Zartbesaitete Menschen, die keine expliziten Gewaltszene mögen, sollten lieber die Finger von diesem Buch lassen.

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760 Bibliotheken, 9 Leser, 7 Gruppen, 152 Rezensionen

dystopie, liebe, kyria, reb, flucht

Kyria & Reb - Bis ans Ende der Welt

Andrea Schacht
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei INK, 09.02.2012
ISBN 9783863960162
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitat: " Angst bedingt Fürsorge, auch diese beiden halten sich im Gleichgewicht. Nimmst du die Fürsorge, gewinnt die Angst. Und ein Mensch oder eine Bevölkerung in Angst wird völlig irrational reagieren." (S. 213)

Erster Satz: Über den großen Wandbildschirm liefen im Halbdunkel schreiende Menschen.


INHALT


Im Jahr 2125 hat sich Europa, von den meisten Menschen unbemerkt, in eine Welt der kompletten Überwachung verwandelt. In diesem perfekt gesteuerten System - New Europe - wächst Kyria, Tochter einer hohen Politikerin, behütet auf. Bis sie an ihrem 17. Geburtstag zufällig erfährt, dass ihr Gendefekt eine tödliche Krankheit ausgelöst hat. Jetzt zählt nur noch ein Gedanke: Flucht. In der wenigen Zeit, die ihr bleibt, will sie endlich frei sein! An einem Ort, der dem Zugriff des Systems weitesgehend entzogen ist: dem Reservat, Außenbezirke von NuYu.
Mit ihr auf den Weg macht sich Reb, der zu der Subcultura gehört und vor nichts und niemandem Angst hat. Schon bald sind den beiden die Verfolger auf der Spur. Und das ist nicht die einzige Gefahr: Alle, die sich der Macht von NuYu und damit den lebenswichtigen Impfungen entziehen, drohen furchtbaren Seuchen zum Opfer zu fallen. Doch was ist wirklich der Ursprung dieser Seuchen?




EIGENE MEINUNG

Mit "Kyria & Reb" liegt uns hier eine deutsche Dystopie vor.

Bis ins Jahr 2125 hat Europa eine gravierende Veränderung erlebt. Nachdem eine große Pandemie einem Drittel der Weltbevölkerung das Leben gekostet hat und viele Männer zeugunsunfähig wurden, haben die Frauen das Ruder übernommen und sind das starke Geschlecht dieses Jahrhunderts. Diese Idee gefällt mir sehr gut, sie ist für mich neu, auch die "Frauen-Power" ist nichts, wovon ich bereits gelesen habe.
Mit sehr viel Liebe zum Detail hat die Autorin jede Redewendung ins Weibliche umgeformt, was manchmal ein wenig sonderbar anmutet, aber trotzdem die Veränderung der Gesellschaft eindrücklich zeigt.

Doch auch ein von Frauen geführtes Regime hat seine Schwächen und so entpuppt sich der sorgende Mutterstaat als wachender Kontrollstaat, hinter der Maske des perfekten Hauses verbirgt sich die hässliche Fratze der Machtgier, Willkür und Ungerechtigkeit.

Was ich ganz besonders hervorheben möchte, ist, dass diese Geschichte in Europa spielt, im Gegensatz zu unzähligen anderen Dystopien, von denen viele auf die USA fixiert sind. Der Hegemoniegedanke der USA spiegelt sich schon zur Genüge in der aktuellen Literatur wider, da nervt es mich, wenn auch noch deutsche Autoren die USA zum Schauplatz machen. Gibt es denn keine andere interessante Länder, in denen man sein Buch spielen lassen kann?

Kyria ist als Tochter einer mächtigen Politikerin wohlbehütet im Luxus aufgewachsen. Abgeschirmt von der Außenwelt, ist sie sehr naiv und unerfahren. Gleichzeitig ist sie eine unglaubliche Zicke und sehr verweichlicht.  Das alles war beim Lesen für mich ein ziemlich großer Nerv-Faktor.
Daher war ich Reb sehr dankbar, da er als einer der Ersten von diesem Trip auf den Boden der Tatsachen herunterholt. Seine anfängliche Bezeichnung "Elitezicke" trifft den Punkt haargenau. Glücklicherweise verändert sich Kyria mit Fortschreiten der Geschichte und entwickelt Mut und Kampfgeist, diese Entwicklung aber geht sehr rasant vonstatten und empfinde ich als nicht sehr glaubwürdig. Vom eingebildeten, naiven Prinzesschen zur bodenständigen Persönlichkeit? Das war nicht sehr glaubwürdig beschrieben.
Reb ist ein sehr verschlossener Mensch und ich habe mich die ganze Zeit gefreut, mehr über ihn zu erfahren. Nach und nach erfährt man etwas über seine Vergangenheit und seine Familie, versteht, wieso er sich emotional so zurückgezogen hat.
Die Beziehung, die die beiden zueinander aufbauen, ist geprägt von Sticheleien gegeneinander, die später in spielerischere Neckereien übergehen. Das ist ziemlich unterhaltsam zu lesen, auch wenn es manchmal, sagen wir, zu viel des Guten war, wie ich finde.
Die anderen Charaktere bleibt leider eher schemenhaft gezeichnet und ziemlich blass. So erfährt man zwar viel über die Vergangenheit der Leute, allerdings konnte ich zu keinem der Personen eine echte Bindung eingehen.

Das Buch ist in zwei Teile aufgeteilt. Der erste Teil handelt von Kyrias Flucht und ist von Spannung und der wechselhaften Beziehung der beiden Hauptcharaktere geprägt.
Der zweite dagegen ist definitiv nicht annähernd so spannungsgeladen, die Geschenisse dümpeln anfangs nur vor sich hin und selbst bei drohender Gefahr für Kyria springt der Funke nicht über, ihre Informationssuche ist zu einfach, alle Menschen erzählen ihr bereitwillig die brisantesten Dinge, das war nicht mehr sehr überzeugend.

Als sich gegen Ende die Ereignisse zu überschlagen drohen und großes Unglück abgewendet werden muss, nutzt Andrea Schacht das Spannungspotenzial nicht hinreichend aus und so wird aus einem atemlosen, spannungsgeladenem Finale ein holprig und viel zu schnell beendetes Ereignis. 
Auch der letzte Cliffhanger, der unsere Ungeduld auf den zweiten Teil in die Höhe treiben soll, kann bei mir keine große Aufregung verursachen.

Der Schreibstil von Andrea Schacht ist größtenteils angenehm zu lesen, obwohl ich über so manchesoderbare Wortwahl gestolpert bin, wie z.B. "der verrückte Kerl" (S. 145), "der coole Hund" (S.149) und "dein magerer Kadaver" (S. 116),  und man bei manchen Dialogen gar nicht weiß, wer spricht, was das Lesen und das Verständnis erheblich erschwert.




COVER & GESTALTUNG

Ich finde das Cover genial, die Waldlandschaft zeigt Kyrias Ziel in den Reservaten, ist Ausdruck für die Unberührtheit der Natur und die Unabhängigkeit der dort lebenden Menschen. Die Atmosphäre ist sehr mystisch und ein bisschen geheimnisvoll, das Cover war eines der Hauptgründe, aus denen ich dieses Buch gekauft habe.


FAZIT

Hinter diesem Buch steckt eine sehr gute Idee, die aber vor allem in der Charaktergestaltung und im Schreibstil einige Defizite hat. Am liebsten würde ich dreieinhalb Sterne geben, das geht aber nicht und dieses Buch ist nicht mit anderen meiner Vier-Sterne Bücher zu vergleichen, daher gebe ich nur drei.

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358 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 16 Rezensionen

liebe, indianer, surfen, jugendbuch, sommer

Indigosommer

Antje Babendererde
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2011
ISBN 9783401502229
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitat: "Wie gerne hätte ich jetzt Fotos gemacht. Doch Großvater Tormar hatte mir gesagt, dass es Momente gibt, die man nicht mit der Kamera zerstören darf. Und das war so ein Moment." (S.190)

Erster Satz: This place sucks, it's full of savages, forget about the tomahawk, watch out for a flying beer bottles or a piece of water logged drift wood.



INHALT


Ein einsamer Strand am Pazifik, ein Ozean ohne Grenzen, ein Ort voller Magie. Das ist La Push für die Austauschschülerin Smilla, die gemeinsam mit ihren Freunden im Indianerreservat ihr Camp aufschlägt. Doch warum begegnet Conrad, einer der Einheimischen, der Surferclique so feindselig? Was verbergen Alec und Josh, die schon im Jahr zuvor an diesem Strand gezeltet haben? Durch eine schicksalhafte Begegnung lernt Smilla den schwer durchschaubaren Conrad von einer ganz anderen Seite kennen und verliebt sich in ihn. Als das offensichtlich wird, kippt die Stimmung in der Clique schlagartig und Smilla muss erfahren, was letzten Sommer an diesem Strand geschehen ist.



EIGENE MEINUNG


"Indigosommer" ist eines der Indianer-Bücher von Antje Babendererde. Auch in diesem gibts es wieder sehr viele Geheimnisse, die Atmosphäre ist ein bisschen magisch. Sie schafft es sehr gut, über Indianer zu informieren und ihre Mythen in die Geschichte einzugliedern. Das finde ich sehr gut, da man dadurch gut das Interesse von Jugendlichen am Thema Indianer wecken kann.
Ich bin lange vor "Indigosommer " zurückgeschreckt, da es in La Push spielt, einem Indianerreservat, das man durch gewisse Vampirgeschichten zur Genüge kennt. Ich hatte den Eindruck, dass die Autorin versucht, die Aufmerksamkeit um Bis(s) auszunutzen und mehr Leser zu bekommen. Beim Lesen des Buches fand ich die eingebauten Twilight-Klischees nervig, ich hätte gut auf sie verzichten können. Aber andererseits hat Babendererde hier auch die Auswirkungen, die Twilight auf die dort lebenden Menschen hatte, gut beschrieben. Kreischende Teenie-Fans, etc. Gleichzeitig hat sie z.B. auch die Werwolf-Legende richtiggestellt und man hat mehr über die Quileute erfahren als in vier Twilight-Büchern. Unter dem Gesichtspunkt gefällt es mir sehr gut, dass sie La Push als Szenerie gewählt hat.
Smilla ist ein sehr sympathischer Hauptcharakter, in den ich mich sehr gut hineinversetzen konnte. Ihr Hobby Fotographie passt sehr gut zu ihr und der Geschichte.Conrad ist anfangs der undurchschaubare, hasserfüllte Indianer, damit ein bisschen DAS Klischee des Indianers in Babendererdes Büchern. Zumindest am Anfang sind die männlichen indianischen Hauptcharaktere immer die mit dem größten Hass gegen die Weißen, das ist bis jetzt in allen Büchern, die ich von der Autorin gelesen habe, der Fall gewesen. Auch hat es mich irritiert, dass Conrad den Weißen plötzlich so schnell verzeiht, nachdem er ein Jahr lang beinahe blind vor Wut war.Die Beziehung zwischen Smilla und Conrad wird langsam entwickelt und sehr realistisch beschrieben, die Gedanken, die sich die beiden über einander machen, und die Zweifel, die sie haben, sind gut nachvollziehbar.Die Surferclique ist realistisch dargestellt, sowohl im Gesamten als auch jeder einzelne hat seine Schwächen, Träume und entwickelt sich weiter.
Durch das ganze Buch hindurch wird eine gewisse Spannung gehalten, in der ersten Hälfte wird diese größtenteils durch Geheimnisse und Mysterien gefüttert, bis sich dann ungefähr in der Mitte viel auflöst und eine Achterbahn der Gefühle für unsere beiden Protagonisten beginnt, die spannend bis zur letzten Seite bleibt und viele unerwartete Wendungen enthält.
Der Erzählstil Babendererdes ist fesselnd, obwohl mich nach Lesen des dritten Buchs die Hassliebe zwischen Weißen und Indianern nervte, aber so sieht die Realität aus in den USA, warum sollte sie es nicht so beschreiben und immer wieder darauf hinweisen? Mittlerweile kann ich das ehrlich gesagt aber nicht mehr lesen, ich war begeistert von "Libellensommer" und liebe es noch immer, aber bereits "Rain Song" hat mich einige Nerven gekostet und ich fand, dass Indigosommer nicht sehr weit vom Thema abwich, auch wenn immer andere Aspekte und Stämme der Indianer beleuchtet werden und das Ganze wirklich Charme hat. Gleichzeitig fasziniert mich die Art und Weise, in der Babendererde von Indianern erzählt.


COVER & GESTALTUNG
Das Cover ist relativ schlecht gehalten, in dem charakteristischen hellblau der Indianerbücher von Babendererde. Man sieht das Meer und eine riesige Welle, was gut zum Thema Surfen und insgesamt auch sehr gut zu den Geschehnissen im Buch passt.


EMPFEHLUNG
Dieses Buch eignet sich perfekt, um Jugendlichen die Native Americans näher zu bringen und ihr Interesse zu wecken. Alle, die Einsteigerlektüre über Indianer an sich oder die Bis(s)- Fans sind und mehr über ihr geliebtes Forks/La Push erfahren wollen, werden den Kauf dieses Buches nicht bereuen.



BEWERTUNG
"Indigosommer" ist ein schöner Indianerroman, der Elemente des Surfens und der indianischen Kultur miteinander verbindet.

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22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

familie, verbotene liebe, freundschaft, english books, liebe

You Against Me

Jenny Downham
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei RHCB Digital, 02.12.2010
ISBN B004D4Y1RC
Genre: Sonstiges

Rezension:

Zitat: "It was strange how words meant something when they came out of your mouth. Inside your head they were safe and silent, but once they were outside, people grabbed hold of them."

Erster Satz: Mikey couldn't believe his life.




INHALT


Wenn jemand deiner Schwester wehtut, willst du Rache, richtig?

Als Mikeys jüngere Schwester behauptet, ein Junge hat sie missbraucht, beginnt Mikeys Welt auseinanderzufallen.

Wenn dein Bruder eines grauenhaften Verbrechens angeklagt wird, verteidigst du ihn, oder?

Als Ellies Bruder der Straftat beschuldigt wird, beginnt ihre Welt zu wanken.

Als Mikey und Ellie aufeinandertreffen, prallen zwei Welten aufeinander.


Seit Mickeys fünfzehnjährige Schwester Karyn von Tom, Sohn reicher Eltern, vergewaltigt worden ist, verlässt sie ihr Zimmer nicht mehr. Mit der Mutter, die trinkt, ist nicht zu rechnen. Alles bleibt nun an Mickey hängen, auch um die kleine Schwester Holly kümmert er sich. Und diesem Tom würde er es am liebsten heimzahlen. Ein Flirt mit Toms Schwester Ellie scheint das einfachste Mittel, um näher an ihn ranzukommen. Doch als Liebe daraus wird, wird die Sache kompliziert: Hält Mikey zu seiner Schwester oder steht er zu Ellie? Und für welche Seite entscheidet sich Ellie? Für ihren Bruder und ihre Familie – oder für den Jungen, den sie liebt?



EIGENE MEINUNG

"You against me" ist nach "Before I die" der zweite Roman der Autorin Jenny Downham, in dem sie sich mit einem weiteren heiklen Thema befasst: sexueller Missbrauch. Sie richtet den Fokus der Aufmerksamkeit nicht auf Tom und Karyn, sondern auf deren Geschwister Ellie und Mikey. Abwechselnd aus der einen und aus der anderen Sicht beschreibt sie, wie Mikey den Plan fasst, seine Schwester zu rächen und wie Ellie anfangs ihren Bruder beschützen will und von ihrer Familie unter Druck gesetzt wird.
Dadurch entsteht ein neuer, ungewohnter Blickwinkel auf das Geschehen, das sie sensibel zu beschreiben vermag.

Sowohl in Ellie als auch in Mikey konnte ich mich beim Lesen gut hineinversetzen, sie beide sind sehr, sehr sympathische Charaktere und haben ihre Last zu tragen. Die Beziehung zwischen ihnen beschreibt Jenny Downham mit viel Fingerspitzengefühl und die Chemie zwischen den beiden stimmt perfekt.
Über Karyn erfahren wir nicht viel, obwohl sie eigentlich das Opfer, die Hauptperson ist, um die sich alles dreht, was ich ein bisschen schade finde. Auf Tom dagegen wird etwas näher eingegangen, wahrscheinlich, um Ellies Gewissenskonflikt zu unterstreichen.

Die Sprache ist jugendlich, teilweise ein bisschen derb, macht das Ganze aber auch noch viel realistischer und lebensechter. Ich denke, dass diese Buch Jugendliche ab 15, 16 Jahren als Zielgruppe hat, da offen über Sex geredet, geraucht wird und Drogen genommen werden.

Der Mittelteil war kurz etwas schleppend und ich drohte mich zu langweilen, aber danach zog das Tempo wieder an und im Nachhinein denke ich, dass genau dieser Teil aber wichtig für die weitere Entwicklung der Ereignisse. Denn auch im wahren Leben passiert nicht alles Schlag auf Schlag, sondern es sind schleichende, fast unmerkliche Veränderungen, die eine Entwicklung ausmachen. Somit trägt der etwas schleppende Mittelteil viel zur realistischen Darstellung bei.

Was mich kurz irritiert hat ist, dass Ellie gedroht wurde, dass sie zu einer Aussage vor Gericht gezwungen werden kann. In Deutschland gilt dies bei Verwandten nicht, da man argumentiert, dass man diese Verantwortung, seinen Vater/Bruder/wasauchimmer ins Gefängnis gebracht zu haben, nicht auf die Verwandten übertragen will. Ich weiß nicht, wie das in England aussieht, aber so ist es in Deutschland und ich finde, das ist wirklich wichtig.

Das Ende gefällt mir sehr gut, es war zwar in bestimmten Punkten offen und doch ist die Geschichte in sich geschlossen und schlüssig.

COVER & GESTALTUNG
Ich muss zugeben, ich liebe, liebe, liebe dieses Cover. Die Umarmung zwischen einem Mädchen und einem Jungen, die dunkle Atmosphäre, die hellen Striche, die aussehen, als wäre das Papier zerkratzt, genial!


FAZIT
"You against me" ist sensibel und wunderbar geschriebenes Jugendbuch. Die Autorin erzählt glaubwürdig und mit leisen Tönen eine bewegende Geschichte übers Erwachsenwerden, Unabhängigkeit und Missbrauch.

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211 Bibliotheken, 2 Leser, 8 Gruppen, 63 Rezensionen

berlin, rügen, thriller, mord, krimi

Stirb

Hanna Winter
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.08.2011
ISBN 9783548283449
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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(519)

1.006 Bibliotheken, 8 Leser, 14 Gruppen, 171 Rezensionen

dystopie, neva, liebe, rebellion, zukunft

Neva

Sara Grant , Kerstin Winter
Fester Einband: 348 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 10.03.2011
ISBN 9783426283486
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitat: "Die Geschichte formt unsere Gegenwart. Menschen können als Visionäre oder als Dummköpfe dargestellt werden." (S.336)

Erster Satz: Ich stehe im Dunkeln.





INHALT


>>Die Protektosphäre bringt uns um<<, platzt Sanna heraus. Jemand schnappt hörbar nach Luft. Noch keiner hat es gewagt, so etwas laut auszusprechen.

Eigentlich sollen die mächtige Energiekuppel und die strengen Gesetze den Bürgern von Heimatland Schutz und Sicherheit garantieren - doch ihr Leben ist alles andere als idyllisch: Die Regierung überwacht jeden Schritt, der Einzelne hat kaum persönliche Entscheidungsfreiheit. Selbst äußerlich sind sich die Menschen nach Generationen der Isolation immer ähnlicher geworden. Viele Jugendliche legen sich darum Kennzeichen wie Tätowierungen zu, um sich von den anderen zu unterscheiden. Neva, angetrieben von Erinnerungen an ihre verschwundene Großmutter, reicht diese Form des stummen Protests nicht mehr. Sie hat es satt, keine Antworten auf Fragen zu bekommen, die sie nicht einmal laut stellen darf und beginnt, mit einer Gruppe Gleichgesinnter zu rebellieren.
Dabei kommt Neva allerdings auch Braydon immer näher, der großen Liebe ihrer besten Freundin Sanna.

Als eine erste Protestaktion scheinbar unentdeckt gelingt, sind die Jugendlichen euphorisch. Doch schon am nächsten Tag beweist die Regierung, dass ihr nichts entgeht ...



EIGENE MEINUNG
Neva ist eine der unzähligen Dystopien, die momentan den Büchermarkt erobern. Es beschreibt eine Welt, in der die Menschen unter einer Energiekuppel, genannt Protektosphäre, leben. Die Bewohner wissen fast nichts über Heimatland, wie das Gebiet unter der Protektosphäre heisst und Nachrichten und sonstige Informationen werden von der Regierung strengstens zensiert.

Mit der Protestaktion von Neva und Sanna nimmt die Geschichte schnell Fahrt auf und gewinnt an Spannung, die bis zu der allerletzten Seite anhält. Der Leser wird ohne Erklärungen mitten ins Geschehen katapultiert, kann sich aber durch den detaillierten Erzählstil geschmückt mit Erinnerungen und Erklärungen ziemlich schnell zurecht finden.

Die Protagonistin Neva ist 16 Jahre alt und hat gerade ihren Abschluss bekommen. Neva ist eine tolle Persönlichkeit, sie ist sympathisch, hat einen starken Willen und ich konnte mich sehr gut mit ihr identifizieren.
Sanna ist Nevas beste Freundin seit Kindertagen und ist ebenfalls sehr rebellisch. Meine Meinung über sie ist sehr zwiegespalten. Einerseits habe ich den Eindruck, dass Sanna aus ihrer Haltung heraus einfach gerne dagegen ist, Neva aber scheint dies aus Überzeugung zu tun. Auch lässt sie sich relativ leicht von anderen - vor allem Braydon - beeinflussen, ihre Ziele aufzugeben. Andererseits besitzt Sanna einen großen Tatendrang und ist sehr mutig, weshalb sie meistens diejenige ist, die den Stein ins Rollen bringt.
Braydon bleibt sehr mysteriös und man erfährt bis kurz vorm Schluss nicht viel über ihn.
Die Charaktere sind allesamt sehr realistisch gezeichnet, jeder hat seine Schwächen und macht Fehler, keiner ist nur gut oder nur böse, was ich sehr überzeugend fand.

Die Dreiecksbeziehung, die sich zwischen den dreien anbahnt und das darauf folgende Versteckspiel von Neva und Braydon ist bereits ziemlich ausgereizt und nichts Neues, aber die Autorin beschreibt die Gefühle von Neva mit so viel Fingerspitzengefühl und die Anziehungskraft zwischen Neva und Braydon ist förmlich spürbar, sodass dies nicht groß stört. Es ist des Weiteren einer der Faktoren, der die Spannung aufrecht erhält und dazu beiträgt, dass man unbedingt weiterlesen will.

Das Ende hält eine - für mich - sehr überraschende Wende bereit, mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe und einige sehr spannende Ereignisse, die mir beim Lesen den Atem verschlagen haben.

Was mich gestört hat, war, dass man als Leser immer noch nicht viel über die Protektosphäre und ihre Hintergründe weiß. Man hat allzu sehr den Eindruck, dass es der Auftakt einer mehrbändigen Reihe ist. Dem ist anscheinend nicht so. Schade - das Ende ist so offen und man weiß immer noch so wenig, dass noch genügend Stoff für mindestens einen weiteren Teil vorhanden wäre. So ist das aber ein bisschen dürftig.


COVER & GESTALTUNG
Das Cover passt gut zum Inhalt, vor allem die halb durchsichtige Schneeflocke ist toll, obwohl man die deutlich besser hätte integrieren können in das Cover und auch bedeutend größer, da die Schneeflocke im Buch eine sehr große Rolle spielen. Ansonsten, das Gesicht im Seitenprofil mit dem Titel daneben - top!


EMPFEHLUNG

Allen, die Dystopien mögen und sich auf ein spannendes Buch freuen, kann ich es ans Herz legen, dieses Buch zu kaufen. Wer allerdings lange Erklärungen und Beschreibungen erwartet, wird enttäuscht sein.

FAZIT
Neva ist ein tolles Buch, das zu lesen mir viel Spaß gemacht hat. Tolle Charaktere, Spannung, apokalyptische Stimmung - alles, was eine Dystopie braucht. Mir fehlten aber Informationen und dafür, dass auf dem Buchrücken gepriesen wird, dass Neva Antworten sucht, werden leider nur sehr wenige Fragen beantwortet.

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136 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

musik, mia, adam, liebe, new york

Lovesong

Gayle Forman , Bettina Spangler
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 18.06.2012
ISBN 9783442379422
Genre: Liebesromane

Rezension:

Zitat: "Unwillkürlich muss ich auch daran denken, wie ich in jüngeren Jahren von unzähligen Künstlern las, die irgendwann nicht mehr konnten - Morrison, Joplin, Cobain, Hendrix. Ich fand diese Typen einfach erbärmlich. Endlich kriegen sie, wonach sie sich immer gesehnt haben, und was machen sie daraus? Sie nehmen Drogen bis zur Besinnungslosigkeit. Oder sie schießen sich die Köpfe weg. Was für ein Haufen Arschlöcher. 
Na ja, und jetzt schau dich selbst an. Du bist zwar kein Junkie, aber recht viel besser bist du auch nicht." (S. 41)

Erster Satz: Jeden Morgen wache ich auf und sage mir: Nur ein weiterer Tag, nichts als ein Zeitraum von vierundzwanzig Stunden, dich ich bewältigen muss.



INHALT


Ruhm, Groupies, Charterfolge - Adam hat alles erreicht. Doch es interessiert ihn nicht mehr. Er ist ausgebrannt und hält sich nur noch mit Tabletten aufrecht, erst recht, seit ausgerechnet der Album Collateral Damage, in dem er seine Trauer, seine Wut und seinen Schmerz über die Trennung zu seiner großen Liebe Mia verarbeitet hat, zu einem riesigen Erfolg wurde. Als er eines Abends einsam durch New York streift, sieht er ein Plakat an der Carnegie Hall. Mia - seine Mia! - gibt ein Cellokonzert. Adam muss sie einfach wiedersehen. Nach dem Konzert trifft er sie in ihrer Garderobe. Gemeinsam schlendern sie durch die New Yorker Nacht und reden endlich über all das, was schiefgelaufen ist. Und ausgerechnet auf der Brooklyn Bridge sollen sich ihre Wege wieder trennen?



EIGENE MEINUNG


Lovesong ist die Fortsetzung von "Wenn ich bleibe". Es ist ein schrecklich deprimierendes, aber auch schrecklich schönes Buch. Ich hatte teilweise die Tränen in den Augen stehen.

Jedes Kapitel beginnt mit einem (erfundenen) Songzitat aus Adams selbstgeschriebenen Album Collateral Damage, was mein Musik-Junkie Herz natürlich überglücklich macht. Schade finde ich aber, dass diese Zitate übersetzt sind. Damit ist, wie ich vermute einiges verloren gegangen, wie bei jeder Übersetzung. Trotzdem tragen diese Songzitate erheblich dazu bei, Adams Seelenzustand zu verstehen.

Adam ist ein Rockstar geworden, bekannt, gefeiert, und doch emotional am Ende. Nachdem Mila ihn verlassen hat, ist er nur noch ein Schatten seiner selbst und hat selbst seine Liebe zur Musik verloren. Ich konnte während des Buches gut mit Adam mitfühlen, ich hatte Mitleid mit ihm und die Rockstarkomponente gefiel mir äußerst gut.
Mias Beweggründe dagegen sind am Anfang nicht ganz offensichtlich, sie wirkt verändert, härter im Vergleich zu "Wenn ich bleibe". Das ist aber nicht sehr verwunderlich, da sie ihre gesamte Familie verloren hat und sich zurück ins Leben kämpfen musste.
Darunter leidet leider auch ein bisschen die Magie dieses Paares, die in "Wenn ich bleibe" herrschte. Ich kann nicht genau erklären, wieso das so ist und wie man das hätte ändern können, aber ein Teil des Zaubers der beiden ist abhanden gekommen.

Wie auch schon bei "Wenn ich bleibe" gibt es immer wieder Kapitel voller Erinnerungen, dieses Mal aus Adams Sicht, wir erfahren, wie seine Band Shooting Star den Aufstieg geschafft hat, wie er die Beziehung mit Mia erlebt hat und wie es nach dem Unfall weiterging. Gleichzeitig besteht die einzige aktive Handlung dieses Buches aus einem Abend, an dem Adam Milas Konzert besucht und die beiden aufeinander treffen und miteinander reden.
So ist es für den Leser eine lange Reise durch die Vergangenheit der beiden, bis wir die Situation zwischen den beiden vollends begreifen und dann - wieder einmal - am Wendepunkt der Beziehung der beiden stehen. Wie geht es weiter mit Adam und Mia?

Ich kann hier leider nicht allzuviel über das Ende verraten, sonst würde ich euch den Lesespaß versauen, aber ich fand es sehr glaubwürdig.



COVER & GESTALTUNG

Das Cover passte sehr gut zu dem von "Wenn ich bleibe" zusammen, auch wenn es meiner Meinung nach eine viel zu friedliche Stimmung ausstrahlt, die nicht wirklich zum Buch passt, da Adams Sichtweise alles andere als friedlich, sondern eher zerrissen und von Kummer gequält ist.


EMPFEHLUNG
Bevor ihr dieses Buch lest, solltet ihr unbedingt "Wenn ich bleibe" lesen, auch wenn die gröbsten Zusammenhänge erläutert werden, fehlen einem die Details und die Liebe zu diesem Paar, das hier am Anfang nicht sehr harmonisch scheint, ohne "Wenn ich bleibe" kann man kaum die Magie der beiden verstehen.
Alle, denen "Wenn ich bleibe" gefallen hat, die noch nicht genug von Adam und Mia haben und wissen wollen, wie es weitergeht, kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen.

BEWERTUNG
"Lovesong" ist eine gelungene Fortsetzung von "Wenn ich bleibe", auch wenn es nicht hundertprozentig an die Magie und Genialität von dem Vorgänger herankommt. Trotzdem bereue ich es keine Sekunde, dieses Buch gelesen zu haben. Wenn ich könnte, würde ich 4,5 Sterne geben, ist leider aber nicht möglich.

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182 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

zukunft, unfall, medizin, leben, tod

Zweiunddieselbe

Mary E. Pearson , Gerald Jung , Katharina Orgaß
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.08.2012
ISBN 9783596512607
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitat: ,,  >>Ich brauche ... ich will ...<< Am liebsten würde ich ihr die Antwort mitten ins Gesicht spucken, das ist es, was ich will, aber die Wörter bleiben mir irgendwie im Hals stecken. Ich stehe einfach nur da und bewege stumm die Lippen. [...] Ich kann nicht. Sie seufzt und lässt mich los. >>Es ist immer dasselbe mit dir, Jenna. In deiner Brust wohnen zwei Seelen. Die eine Jenna will allen gefallen, die andere sträubt sich dagegen. [...].<< " (S. 292)

Erster Satz: Früher war ich jemand namens Jenna.



EIGENE MEINUNG
Ich habe dieses Buch zum Geburtstag geschenkt bekommen und war direkt vom Cover angetan.

Jenna ist eine sympathische Hauptfigur, die vollkommen orientierungslos in die Geschichte kommt. Sie wacht gerade auf, sie hat Gedächtnislücken und Schwierigkeiten sich zu bewegen. Nur langsam kommen ihre Erinnerungen zurück. Das merkt man auch beim Lesen, immer wieder werden kurze Erinnerungsfetzen eingeblendet, scheinbar zusammenhanglos.
Auch alle anderen Charaktere sind sehr vielschichtig und komplex gestaltet. Es gibt kein Schwarz und Weiß, keine durchgängig "Bösen", sondern facettenreiche Persönlichkeiten, die jeder für sich eigene Beweggründe und Hintergründe haben, warum sie gerade so handeln.

Es gibt viele kurze Kapitel und die Autorin schafft es, allein durch ihren Schreibstil Jennas Gefühlen Ausdruck zu verleihen . So besteht eine Seite nur aus 5- bis 10-Wort Sätzen, was dem Leser ihre Aufgewühltheit verdeutlicht, ohne dass dies explizit gesagt wird.
Allerdings ist der Schreibstil den Empfindungen und Eindrücken Jennas entsprechend und diese sind ein bisschen wirr, daher ist man als Leser manchmal ziemlich orientierungslos.

Jenna sucht in diesem Buch die Antworten auf viele Fragen. Wer ist sie und wer war sie? Was ist mit ihr geschehen? Kann sie jemals so sein wie früher? Und: Wieviel von mir bin ich? WAS bin ich? Dabei macht sie ungeheure Entdeckungen, die sie und auch den Leser zum Nachdenken bringen.
Wie weit darf die Wissenschaft gehen? Woraus besteht das Bewusstsein des Menschen und wielange ist ein Mensch ein Mensch?

Auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so scheint, setzt sich die Autorin in diesem Buch ziemlich ausführlich mit dem Thema Medizinethik auseinander, was ein Thema ist, mit dem wir uns in der Gesellschaft bald auseinandersetzen müssen.
Sie befasst sich vorallem mit der Hirntechnologie, der Genzüchtung und der Transplantation. Das finde ich sehr interessant und mir ist bisher auch nichts dergleichen auf dem Buchmarkt begegnet. Klone, Digitalisierung, Datenschutz. Ja. Aber Hirntechnologie und Transplantationen? Genzüchtungen?
Eher weniger.

Das Ende ist nicht sehr überraschend, trotzdem sehr spannungsgeladen, der Epilog allerdings passte nicht ins Buch. Es gab einen Zeitsprung und es wirkte einfach wie "Noch einmal eben ein Happy-End rangeklatscht und alle Fragen beantwortet, um einen schönen Abschluss zu haben". Das ist schade und das hat dieses Buch gar nicht nötig. Mir hätte das offene Ende, das es vor dem Epilog gab, gereicht. Es war schlüssig, gleichzeitig aber auch offen und ließ Fragen unbeantwortet.

Ich vermute aber, dass der Epilog geschrieben wurde, um eine gute Einleitung für den nächsten Teil Nieundewig zu haben.

COVER & GESTALTUNG
Das Cover hat mich sofort angesprochen, die leicht durchsichtig schimmernde Hand mit dem Schmetterling darauf ist wunderschön und stimmt gut mit der Geschichte überein.

EMPFEHLUNG
Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die sich gerne mit gesellschaftskritischen Themen beschäftigen und sich nicht an Verwirrungen stören. Es ist ein toller Jugendroman, der sich allerdings auch gut von Erwachsenen lesen lässt.

BEWERTUNG
Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und ich glaube, dass es ein sehr wichtiges Thema behandelt.
Allerdings hat ein leicht verwirrender Schreibstil mein Lesevergnügen geschmälert. Wenn ich könnte, würde ich 4,5 Sterne geben, da das nicht geht, gebe ich nur vier.

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93 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 10 Rezensionen

liebe, roadtrip, sex, freundschaft, jugend

Love Trip

Lauren Barnholdt , Michaela Link
Flexibler Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2011
ISBN 9783401502861
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitat: ,,Ich atme tief durch. Ich werde mich jetzt nicht mit ihm streiten. Auf keinen Fall. Wenn ich anfange, mich mit ihm zu streiten, merkt er, dass mir noch etwas an ihm liegt, und dass kann ich nicht zulassen. Nie und Nimmer soll er denken, dass ich ihm nachtrauere." (S. 17)

erster Satz: ,,Ich verrate meine eigene Generation."



EIGENE MEINUNG
Wer beim Lesen der Inhaltsbeschreibung jetzt denkt, dieses Buch sei vollkommen klischeebehaftet, dem kann ich nur sagen: das stimmt.
Aber die Geschichte ist mit soviel Freude, Leichtigkeit und Liebe geschrieben, dass es richtig Spaß macht, sie zu lesen und man als Leser nachher mit einem Lächeln auf den Lippen und vollkommen zufrieden zurückgelassen wird.

Die Kapitel sind abwechselnd aus Courtneys und Jordans Sicht geschrieben, und spielen zeitlich gesehen mal in der Gegenwart, in der die beiden, frisch getrennt, auf dem Weg zum College sind und in der Vergangenheit, in der die beiden sich kennen und lieben lernen, typische Konstellation Bad-Boy und liebes, jungfräuliches Mädchen. Natürlich ist er doch nicht so böse wie gedacht und sie wider besseren Wissens und guter Vorsätze seinem Charme erlegen, aber naja, das gehört halt alles zum Klischee und ist durchaus verzeihbar.
Doch gerade durch die Zeitsprünge entwickelt das Pärchen eine unglaubliche Dynamik und man ist als Leser begierig zu wissen, was wirklich zu der Trennung der beiden geführt hat.

Die Autorin schafft es, die Sichtweisen beide sehr gut und glaubwürdig herüberzubringen, sie hat einen jugendlichen, angenehm zu lesenden Schreibstil und die Charaktere sind unglaublich liebenswürdig. Sowohl Courtney und Jordan, als auch deren beste Freunde BJ und Jocelyne sind so realistisch mit ihren Vorlieben, Schwächen und Macken beschrieben, dass ich gar nicht darum herum kam, alle vier ins Herz zu schließen.
Jocelyne und BJ, vor allem auch als Paar, haben mir so manchen Lachkrampf beschert, mich aber auch manches Mal in den Wahnsinn getrieben, da sie teils auch ein bisschen zu überzeichnet waren und zum wandelnden Klischee wurden.

Einige Wendungen und erst am Ende gelöste Rätsel kamen nicht unbedingt überraschend, sondern waren teilweise ziemlich vorhersehbar, und auch immer wieder auftauchende Missverständnisse waren eher nervig als lustig, da durch die zwei Erzählperspektiven ziemlich viel Spannung heraugenommen wurde. Das sorgte bei mir zu einigen genervten Schreianfällen beim Lesen, weil wenn ich lese, dann lese ich mit Herz und Seele und ich konnte kaum glauben, welch dummen Missverständnissen die beiden immer und immer wieder aufliefen.
Allerdings wäre ohne die zwei Perspektiven der "Gegenwarts-Teil" relativ langweilig geworden, da dieser zum größten Teil aus einem Schauspiel der beiden bestand, da sie sich gegenseitig vorspielen, dass der andere ihm nichts mehr bedeutet. Courtneys Grund dafür ist von Anfang an klar, auf Jordans Begründung wartet man als Leser etwas länger, da diese letztendlich auch die Auflösung des gesamten Konflikts darstellt.


COVER & GESTALTUNG

Ich finde das deutsche Cover nicht sehr passend, man sieht zwar einen Wagen, aber der herzchen-behaftete Hintergrund gefällt mir persönlich nicht sehr. Auch die Beine mit den Socken, die aus dem Auto heraushängen, passen nicht sehr gut. Das englische Cover gefällt mir um Längen besser.



EMPFEHLUNG


Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der gerne eine leichte Lektüre lesen will, die das Herz erwärmt und Freude macht. Wer sich nicht von Klischees abschrecken lässt und kein großes Drama erwartet, ist mit diesem Buch perfekt bedient.

BEWERTUNG
Das Buch hat mir, von ein paar genervten Schreianfällen abgesehen, sehr viel Freude bereitet, auch wenn es ziemlich klischebehaftet ist, hat es durchaus seinen Charme und man sitzt am Ende mit einem glücklichen Lächeln da.

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Tod d'Azur

Birgit Hasselbusch
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 02.05.2012
ISBN 9783499216190
Genre: Jugendbuch

Rezension:

erster Satz: Wenn die alle wüssten.

EIGENE MEINUNG
Dieses Buch war für mich ein ziemliches Wohlfühl-Buch. Es spielt in Monaco/Nizza, das Wetter ist gut und die Atmosphäre ist ziemlich entspannt. Tod d'Azur ist ein Jugendthriller, das merkt man beim Lesen, es ist zwar spannend, aber weder traumatisierend für die Charaktere noch sonst irgendwie blutig, was meine blutrünstige, Thriller-liebende Seele ein bisschen bedauert.
Die Charaktere sind sehr liebenswürdig, wir haben hier mit Ella ein temperamentvolles, neugieriges  Mädchen, dem ihre Neugier und Starrsinnigkeit ein paar Probleme bescheren. Sie ist eine durchwegs sympathische Hauptperson, auch wenn ihre Schwärmereien für zwei Männer gleichzeitig ein bisschen nervig waren. Da haben wir einmal Jens, der neu in die Station kommt, geschickt von dem deutschen Oberchef, und anscheinend zu dumm ist, das Mischpult zu bedienen, sie aber außerhalb der Redaktionszeit auf ein Date einlädt.Guillaume dagegen ist ihr Nachbar und Informatikstudent, der ihr bei ihrer Recherche hilft.
Auch alle anderen Nebencharaktere sind gut ausgearbeitet und sehr sympathisch.

Das Buch liest sich sehr angenehm, die Autorin benutzt eine relativ einfache, jugendliche Sprache, die gut zu Ella passt.

Auf den ersten 80 Seiten passiert nicht viel, Ella macht ihre Recherchen und trifft das Au-Pair-Mädchen Janne und bereitet ihre erste Sendung vor. Als dann genau diese verschwindet, nehmen die Geschehnisse Fahrt auf, bis zum Ende, das eine überraschende Wende bereithält.

Diese Wende war an sich logisch und schlüssig, allerdings blieben mir im Hinblick auf die Geschichte zuvor ein, zwei kleine Fragen. Auch die Auflösung des Rätsels war gut, meiner Meinung nach aber was das Ganze irgendwie ein bisschen unspektakulär.

Ich hatte vorher befürchtet, dass es ziemlich viele Anspielungen auf Französisch geben würde. Die gab es auch, allerdings waren diese meistens relativ angenehm zu lesen, einzig ein Satz hat mich genervt. Comme ci, comme ca. In Deutschland bekannt und gerne von Deutschen in Frankreich benutzt. Leider vollkommen ungebräuchlich und heißt soviel wie: wie dieses, wie jenes. Naja, das war eigentlich dazu mein einziger Kritikpunkt, ich hatte beim Lesen dieses Frankreich-Feeling und fühlte mich an meinen dreimonatigen Paris-Austausch erinnert.



COVER & GESTALTUNG
Das Cover gefällt mir sehr gut, man sieht den Titel Tod d'Azur, ein witziges Wortspiel, wie ich finde und mehrere Seesterne auf weißem Hintergrund. Das passt sehr gut zum Inhalt, wie mir erst im Nachhinein auffiel.

EMPFEHLUNG
Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der auf ein bisschen Sommer-Feeling mit Spannung hofft. Da es ein Jugendthriller ist, ist es relativ unblutig und auch nicht tod-spannend, aber man ist gut unterhalten.

BEWERTUNG
Angenehm zu lesendes, schönes Jugendbuch mit sympathischen Charakteren. Mir fehlte ein bisschen Spannung, ein bisschen mehr "Thriller" und ein bisschen weniger "Jugend" hätte keinem geschadet.

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160 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

amoklauf, schule, mobbing, liebe, hassliste

Die Hassliste

Jennifer Brown , Beate Schäfer
Flexibler Einband: 456 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.08.2011
ISBN 9783423782524
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitat: "Ich wusste es ja selbst kaum. War ich der Bösewicht, der den Plan ausgeheckt hatte, die halbe Schule abzuknallen, oder die Heldin, die sich selbstlos geopfert und das Morden beendet hatte? [...] Ich hatte keine Sekunde lang nachgedacht, als ich mich zwischen Nick und Jessica warf. Garantiert habe ich nicht überlegt: "Das hier ist eine super Gelegenheit, um ausgerechnet das Mädchen zu retten, das mich so oft ausgelacht hat und mich Todesschwester nennt." " (S. 15)

Erster Satz: "Als >>entsetzlich<< bezeichnen Ermittlungsbeamte, die derzeit die näheren Umstände des Gewaltausbruchs vom Freitagvormittag untersuchen, die Umstände am Schauplatz des Verbrechens, der Cafeteria der Garvin-Highschool."


EIGENE MEINUNG
Jeder kennt wahrscheinlich das Gefühl, wenn man nach dem Lesen das Buch zuschlägt und leer, wie betäubt zurückgelassen wird. Man starrt in die Leere und zigtausend Gedanken schwirren durch den Kopf.

So ging es mir bei diesem Buch.

Es beschreibt das "Phänomen" Amoklauf aus einer ganz neuen, unbekannten Sichtweise: der der Mittäterin, der Freundin des Amokläufers. Valerie und Nick haben die Toten  gehasst, wurden von ihnen jahrelang gedisst und gedemütigt.

Valerie war bis zum Amoklauf ein ziemlich normales Mädchen, war in ihrer Schule zwar eine Außenseiterin, hatte aber Freunde. Ihre Eltern verstehen sich schon seit langer Zeit nicht mehr, was sie und ihren Bruder Frankie langsam aber sicher zermürbt.
Nick war ihr Rettungsanker. Auch er litt unter seiner Familiensituation, sie fühlen sich füreinander bestimmt.
Nick, der wütende, der Außenseiter, mit dem schüchternen leichten Lächeln und seiner Liebe zu Shakespeare. Nick, der über den Tod redete wie andere über Autos.

Die Nebencharaktere waren größtenteils sehr gut beschrieben, fast jeder hatte Persönlichkeit und kaum einer wurde zum Mittel zum Zweck degradiert. Genervt hat mich einmal der Vater, der zu einseitig und für einen Vater als zu egoistisch, selbstsüchtig und gleichgültig beschrieben wurde und die durchgängig negative Darstellung der Zeitungen/Presse. Ja, man findet verdammt viel Scheiß, der in den Zeitungen ist, reißerische, gelogene, unwahre Artikel. Aber es ist unrealistisch, dass es keinen einzigen Journalisten gegeben hat, der sich irgendwie um die wahre Geschichte bemüht hat und einen ernsthaften Bericht schreiben will. Stattdessen steht hier eine Journalistin im Vordergrund, die faul ist, sich für nichts als Quoten interessiert und kein Interesse an Recherchen hat. Ansonsten ist immer nur von der Reportermeute und der Presse die Rede. Das finde ich sehr schade, ehrlich gesagt.

Der Leser begleitet Valerie, wie sie versucht, wieder einen Weg zurück ins Leben zu finden. Sensibel und einfühlsam schildert die Autorin Valeries Ängste, Probleme und Herausforderungen, denen sie sich stellen muss. Besonders gefallen haben mir die Therapiesitzungen mit ihrem Psychologen, einem unglaublich sympathischen und einfühlsamen Mann und die Malstunden bei Bea, der verrückten "purpurnen" Künstlerin.

Überhaupt, ich finde es toll, wie die Autorin Valerie ihre Gefühle und Beobachtungen durch Zeichnungen ausdrücken lässt. Diese Passagen haben mir, glaube ich, am meisten gefallen. Es war einfach unglaublich lebendig und anschaulich, sodass selbst ich, bekennende Unkreative und Unbegabte, Lust bekam, zu malen.

Das Ergebnis wird für immer verborgen bleiben. :D

COVER & GESTALTUNG
Das Cover ist auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen merkwürdig und gewöhnungsbedürftig, es ist aber, wie ich finde, perfekt. Ein rotes Mädchengesicht, dunkle Schatten, mit einer großen Träne unter dem linken Auge. Es könnte sogar sein, dass es eins der Bilder sein soll, die Valerie gemalt hat.

EMPFEHLUNG
Allen, die es gerne etwas nachdenklicher mögen, und die kein Problem mit etwas traurigeren / deprimierenderen Themen haben, wird dieses Buch gefallen.

BEWERTUNG
Das Buch behandelt ein sehr sensibles Thema, das mittlerweile tragischerweise wohlbekannt ist, und die Autorin hat es, von ein paar störenden Kleinigkeiten abgesehen, geschafft, die Geschichte von so einem Standpunkt zu erzählen, ohne dass auch nur eines der Opfer aus den Augen vernachlässigt wurde.

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106 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

zukunft, freundschaft, technologie, ethik, wissenschaft

Nieundewig

Mary E. Pearson , Maren Illinger
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 17.08.2012
ISBN 9783596854752
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat: "Nur Gedanken, die nichts ausrichten konnten. Nur Bewusstsein. [...] Ich redete mir ein, dass ich uns irgendwann, irgendwie hier rausholen würde. Darauf hoffte ich. Aber die Dunkelheit kriecht überall hin, bis auch die Hoffnung so schwarz ist wie jeder andere Gedanke von dir" (S. 20)

Erster Satz: Mein Hände schließen sich um den Vorhand und winden ihn zu einem dicken Seil.


INHALT

260 Jahre lang hat Locke seine ganz persönliche Hölle erlebt. Er war als körperloses Bewusstsein in absoluter Dunkelheit gefangen. Allein Kara an seiner Seite zu haben, ihre Gedanken hören zu können, hat ihn davor bewahrt, verrückt zu werden. Als er und Kara in ihren neuen Körpern erwachen, gilt sein erster Gedanke Jenna. Doch hat seine Seele wirklich unbeschadet überlebt? Und warum hat Jenna in all den Jahren nie versucht, sie zu retten?
Locke und Kara wurden von Dr Gatsbro, einem Arzt und Wissenschaftler "erschaffen". Er hält die beiden eingesperrt und benutzt sie als Vorführmodelle. Kara schmiedet Pläne, um auszubrechen und kann letztendlich auch Locke zur Flucht überreden.
Eine atemberaubende Flucht beginnt. Einmal entkommen, ist Kara entschlossen, sich an Jenna zu rächen, weil sie die Freunde verraten und ihrem Schicksal überlassen hat. Jenna soll leiden - doch kann Locke das zulassen?



EIGENE MEINUNG

Nieundewig ist eine Fortsetzung von Zweiunddieselbe, die allerdings nicht an den Vorgänger anknüpfen konnte. Ich kann selbst nicht genau sagen wieso, aber der Fantasy beziehungsweise Sci-Fi Anteil wurde mir irgendwie zu groß. Eigentlich ironisch, da ich dieses Genre sehr gerne lese, aber ...

Beim ersten Lesen der Inhaltsangabe war ich geschockt. Wer den ersten Teil gelesen hat, weiß , wovon ich spreche. Es passte auf den ersten Blick einfach nicht zusammen, aber zum Glück wird das wieso und warum innerhalb der ersten 50 Seiten erklärt. ;)

Ehrlich gesagt war ich auch ziemlich enttäuscht von den Charakteren, da der erste Teil sehr tolle Persönlichkeiten bereithielt. Das fehlte hier aber.
Locke ist ein sehr netter, sympathischer Charakter, der aber kaum eine eigene Meinung zu haben scheint. Kara ist es, die ihn zur Flucht überredet, er selbst scheint sich mit der Situation im Hause des Professors abgefunden zu haben. Auch seine Selbstzweifel, ob er menschlich ist, sind irgendwie nicht wirklich überzeugend.
Kara ist voller Wut auf Jenna und denkt nur an Rache. Sie verhält sich sehr berechnend und ist äußerst hinterhältig. Obwohl Locke die letzten 260 Jahre mit Kara verbracht hat, ist er immer noch zu naiv, um dies zu erkennen und dementsprechend zu handeln, d.h. sie aufzuhalten.
Einziger Lichtschimmer ist der Bot Dot, der für einen Computergesteuerten Roboter eine unglaubliche Tiefe und Sympathie beweist.

Da dieses Buch mindestens 260 Jahre in der Zukunft spielt, bin ich davon ausgegangen, dass die Autorin auch einen dystopischen Entwurf unserer Welt bereithält. Das tut sie auch, allerdings ist diese nicht sehr genau beschrieben und es fiel mir schwer, mich in diese Welt hineinzuversetzen. Auch die Paktlosen, wie die Rebellen genannt werden, werden vernachlässigt, wodurch die Autorin großes Potenzial verspielt hat, vor allem da mehrere Haupcharaktere zu den Paktlosen gehören oder auf jeden Fall mit ihnen arbeiten. Daraus hätte sie definitiv mehr machen können.

In diesem Teil ist das Erzähltempo deutlich höher und es ist spannender, doch leider leidet darunter die Tiefe des Buches. Mochte ich Zweiunddieselbe gerade dafür, dass Fragen aufgeworfen wurden und der Leser zum Nachdenken veranlasst wurde, rückt dies in den Hintergrund und die Autorin legt den Schwerpunkt auf die Spannung.

Der Höhepunkt und die Wendung der Geschichte kam für mich etwas überraschend, war aber auch nicht sehr nachvollziehbar. Ich habe die Zusammenhänge und Beweggründe besonders von Kara nicht verstanden.
Das Ende war relativ versöhnlich und offen, was mir wieder sehr gut gefiel.

COVER & GESTALTUNG

Das Cover gefällt mir wieder sehr gut, es ist ähnlich gestaltet wie das von Zweiunddieselbe, das Motiv der Hand und des Schmetterlings zieht sich hier wie ein roter Faden durch die Cover und sind das Symbol von BioPerfect/BioGel.


BEWERTUNG
Nieundewig ist eine schwache Fortsetzung von Zweiunddieselbe, die definitiv mehr Spannung bereithält, der es aber an Tiefe und zeitweise auch Logik mangelt. Nach einem grandiosen ersten Teil hatte ich auf jeden Fall  besseres erwartet.

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