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68 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

australien, dürre, krimi, hitze, thriller

The Dry

Jane Harper , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.10.2016
ISBN 9783499290268
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Titel und Cover geben eine Ahnung davon, wer in diesem Krimi die wichtigste Nebenrolle spielt. Es ist die Dürre, die über dem australischen Land liegt und die auch in dem ländlichen Städtchen Kiewarra Mensch und Tier belastet. Die Stimmung ist angespannt, da kommt ein furchtbares Familiendrama gerade recht, um die aufgestauten Emotionen auf den Täter zu entladen. Ein Farmer hat Frau und Sohn erschossen und dann Selbstmord begangen. Aaron Falk kommt zur Beerdigung wieder in seine Heimatstadt, die er wegen eines anderen Todesfalles vor Jahren verlassen musste. Es scheint, als würden beide Fälle irgendwie zusammenhängen. Er fängt an nachzuforschen. Die Hitze tut ihr übriges, dass sich die Emotionen aufstauen.

Ein wirklich hervorragender Erstling ist Jane Harper da gelungen. Von der ersten Seite an hatte sie mich und bis zum Ende stieg die Spannung stetig an. Der Schreibstil ist hervorragend lesbar. Mir war das Buch fast etwas zu dünn. Die Charaktere werden kraftvoll und lebensecht beschrieben. Vor allem Falk und Sheriff Raco sind mir schnell ans Herz gewachsen.

Der Plot ist gut durchdacht und hält die ein oder andere Wendung für den Leser bereit. Das Buch wird vom Verlag als Thriller beworben. Das ist vielleicht etwas übertrieben. Für mich war es ein reinrassiger Krimi und ich vergebe gerne die volle Sternenzahl.

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(36)

58 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

schweden, einsamkeit, alter, freundschaft, brandstiftung

Die schwedischen Gummistiefel

Henning Mankell , Verena Reichel
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 22.08.2016
ISBN 9783552057951
Genre: Romane

Rezension:

Ich bin an das Buch leider mit völlig falschen Erwartungen herangegangen. Als Fan seiner Kriminalromane und geneigter Leser der politisch angehauchten Afrikaromane hatte ich mit einer Lektüre gerechnet, die in eine dieser Richtungen tendiert. Trotz anfänglicher polizeilicher Ermittlungen wegen eines Wohnungsbrandes  ist es aber keines von beidem.

Es ist ein Buch über den letzten Lebensabschnitt eines ehemaligen Arztes, der sich von seiner Arbeit und seiner Familie zurückgezogen hat und der freiwillig auch nie wieder den Weg zurück in die Gesellschaft gesucht hätte, wäre ihm nicht alles verbrannt und er nicht gezwungen sich mit sich selbst und seiner Familie auseinanderzusetzen, da er Hilfe und Unterstützung braucht.

Henning Mankell war zum Zeitpunkt, als er dieses Buch fertig schrieb, wohl schon an Krebs erkrankt und dieses Buch ist sozusagen ein Aufarbeiten seiner eigenen Erkenntnisse, Gedanken, Lebenserfahrungen. Dies ist zwar interessant, wenn man weiß, dass er etwas damit sagen wollte, aber es ist leider weder besonders spannend noch hat er weltbewegend Neues zu berichten. Die zentralen Aussagen des Buches sind zutreffend aber der Weg zur Erkenntnis des Hauptprotagonisten hat mich ehrlich gesagt, gelangweilt. Dies lag wohl auch daran, dass er mir von Anfang an unsympathisch war und ich keinerlei Interesse an seinem Leben gewinnen konnte. Er macht eine Entwicklung durch aber weder ist sie überraschend noch wirklich in allen Punkten nachvollziehbar.

Ich musste mich zum Durchlesen leider zwingen.

Wunderschön und sehr ansprechend ist das Cover. Der Inhalt war leider nichts für mich. DA ich Mankell aber sehr schätze, sollte man sich von meiner subjetiv negativen Meinung nicht unbedingt abschrecken lassen. Man sollte nur wissen, was man erwartet.

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(34)

63 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

england, krieg, erster weltkrieg, liebe, frauen

Der letzte Sommer

Helen Simonson , Michaela Grabinger
Fester Einband: 540 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 19.07.2016
ISBN 9783832198268
Genre: Romane

Rezension:

Der erste Weltkrieg bricht aus und die englische Bevölkerung denkt ja lange, dass es schon nicht so schlimm werden würde und alles zu Weihnachten schon zu Ende wäre.
Anfangs sind in der kleinen Stadt Rye auch ganz andere Sachen wichtig. Wie z.B. die Frage, ob eine junge Frau überhaupt als Lateinlehrerin an der örtlichen Schule angestellt werden sollte. Ob zwei junge Männer mehr als Freundschaft füreinander empfinden dürfen. Ob Frauen überhaupt in der Lage sind, ein Buch zu schreiben oder für solch hochgeistige Arbeiten einfach zu dumm sind.

Hochnäsige Damen schauen hier herab auf Arbeiterinnen, Lehrerinnen und Flüchtlinge. Kaum einer wagt zu sagen, was er wirklich denkt und fühlt; jeder versucht den äußeren Schein zu wahren und sich nicht gleich in die Karten schauen zu lassen. Es ist wichtiger, was die feine Gesellschaft von den Leuten denkt, als was man selber von sich hält. Oberflächlichkeit und Verlogenheit bestimmten in hohem Maße das Leben der Menschen und die Ehrlichkeit einer Beatrice, das ungestüme Wesen eines Daniel und die Klugheit eines Hugh werden auf eine harte Probe gestellt.

Der Schreibstil ist anspruchsvoll, die Geschichte nimmt einige überraschende Wendungen und besticht durch stetig ansteigende Spannung und einen klugen realistischen Plot. Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen und ich war traurig, als ich die Akteure verlassen musste.

Volle Punktzahl.


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60 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

karibik, schmuggel, abenteuer, sklavenhandel, hanse

Bucht der Schmuggler

Ulf Schiewe
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.06.2016
ISBN 9783426516935
Genre: Historische Romane

Rezension:

Was erwartet man wohl von einem Buch welches „Bucht der Schmuggler“ heißt und auf dessen Cover ein großer Dreimaster und zwei  Säbel und eine Peitsche zu sehen sind und dessen Autor Ulf Schiewe heißt? Ich hatte genaue Vorstellungen und Hoffnungen und was soll ich sagen – ich wurde nicht enttäuscht.

Was habe ich bekommen?


Kühne und wagemutige Seemänner denen auch stürmische See und unruhiges Wetter nichts anhaben konnten;
Starke Frauen, die ihr Schicksal energisch in die eigenen Hände nahmen;
entlaufene Sklaven und blinde Passagiere;
eine ferne Insel mit all ihrem exotischen Zauber und einer gehörigen Portion Gold;
Meeresrauschen und Südseeklänge;
wilde Tiger im dichten Dschungel;
abenteuerliche Kämpfe mit jeder Menge Kanonenfeuer  und Musketenrauch;
und natürlich auch ein bisschen Erotik und was fürs Herz.

Von der ersten Seite an hat mich das Buch gefesselt. Selten habe ich einen so unterhaltsamen historischen Abenteuerroman gelesen. Ich wurde mitgenommen auf große Fahrt ans Ende der Welt und konnte mit wachsendem Vergnügen den facettenreichen Figuren in einer lebhaften Geschichte bis zum furiosen Ende folgen. Sollte man zu denen gehören, die ein Buch  zuerst nach ihrem äußeren Schein beurteilen und kaufen, dann liegt man hier genau richtig. Denn man bekommt genau, was man sich wünscht.


Einen erstklassigen Roman.


Wo Ulf Schiewe drauf steht  ist gute Unterhaltung und Lesevergnügen drinnen.

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(20)

58 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

gott, ewald arenz, hamburg, apokalypse, himmel

Herr Müller, die verrückte Katze und Gott

Ewald Arenz
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei ars vivendi, 02.06.2016
ISBN 9783869136219
Genre: Romane

Rezension:

Was für eine vergnügliche Geschichte. Und eine mit jeder Menge Nährwert.

Die Erzengel versuchen das Jüngste Gericht zu verhindern. Auf der Suche nach einer verloren gegangenen Menschenseele krempeln sie Himmel und Erde um und sogar ein Dämonenfürst und dessen Pinguine sind sich nicht zu schade, bei der Rettung der Schöpfung mitzuhelfen. Denn die Himmelsfanfaren haben bereits zum Weltuntergang geblasen und der Fürst der Hölle schickt seinen Hund, um der Seele habhaft zu werden.

Ich möchte eigentlich gar nicht zu viel von dieser Geschichte verraten, denn es macht so einen höllischen Spaß dieses himmlische Buch zu lesen, dass ich keinem die großen und kleinen Überraschungen nehmen will, die hier drinnen stecken.

Neben einer dicken Portion Satire und einem augenzwinkernden Blick auf die Schwächen der Menschen merkt man auch, dass der Autor sich wirklich Mühe gegeben hat mit seinen Ideen von dem Wahrheitsgehalt, der in der Bibel steckt und er spielt mit den Auslegungsmöglichkeiten der Psalme und Evangelien so gekonnt und ganz ohne Blasphemie.

Wer gerne ein Buch liest, welches von der ersten bis zur letzten Seite Spaß macht;

welches überbrodelt vor Humor und Satire, ohne je platt zu werden;

welches viele charmante intelligente Ideen hat;

welches einfach gute Laune macht und nebenbei noch ein bisserl zum Nachdenken animiert

der ist hier genau richtig.

 

 

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(171)

400 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 86 Rezensionen

liebe, freundschaft, familie, jugendbuch, schule

Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance

Estelle Laure , Sophie Zeitz
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 10.03.2016
ISBN 9783737353267
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die zwei Schwestern Lucille und Wren haben es nicht leicht mit ihren Eltern. Der Vater ist nach einem Zusammenbruch in einer unbekannten Nervenklinik und die Mutter hat darüber den Halt verloren und verlässt ihre Töchter mit unbekannten Ziel. Lucille, die in einigen Monaten volljährig wird, möchte mit allen Mitteln verhindern, dass die das Jugendamt merkt, dass sie ganz allein sind und verheimlicht vor allen Erwachsenen das Fortgehen der Mutter. Sie kümmert sich um ihre kleine Schwester, sucht sich einen Job in einem Lokal und schafft es eine ganze Weile lang ganz gut, den Schein der heilen Welt aufrecht zu erhalten. Nur ihre beste Freundin Eden und deren Bruder wissen von allem und helfen ihr, so gut sie können. Aber dann passiert ein Unfall und alles wird anders.

Der Jugendroman mit einer Heldin in einer Krise ist ja fast schon ein eigenes Genre. Unter den Büchern die ich da gelesen habe gehört dieses hier sicher in das obere Drittel. Das sehr ästhetische Cover zieht den Leser sofort an und der Titel verspricht ein Buch mit einem glücklichen Ende.

Was mir gefallen hat?

Der Erzählstil hat einen ganz eigenen Rhythmus. Manchmal liest sich der Text fast wie ein Gedicht. Die Autorin beschreibt Gefühle sehr schön und wechselt oft das Tempo, um Stimmungsänderungen anzudeuten. Sie spielt mit den Worten und Sätzen, fordert Aufmerksamkeit und steigert die Intensität. Lucille ist ein sympathischer Charakter und auch die Nebendarsteller bekommen Raum und Zeit für Entwicklung und Tiefe. Es gibt natürlich auch einen jugendlichen Helden und eine aufkeimende Liebesgeschichte und wie es sich gehört ist sie etwas kompliziert und man muss bangen, ob die beiden wirklich zusammen kommen. Ich mochte auch das Ende, welches trotz des Buchtitels nicht schmalzig und rosarot war sondern durchaus realistisch mit hoffnungsvollem Unterton.

Was mir nicht gefallen hat?

Eigentlich nur eine Wendung am Schluss, die mir etwas zu viel des Guten war. Und vielleicht hätte es noch eine klitzekleine Erklärung in Bezug auf die verschwundene Mutter gebraucht.

Fazit:

Das Buch hat sich schnell und leicht lesen lassen. Es hat durchaus Emotionen geweckt und ein paar Sätze und Abschnitte waren wirklich wertvoll und wunderschön. Ich denke, es hätte gerne noch ein paar Seiten länger sein dürfen. Ich mochte Lucille, Wren, Digby und Eden.

 

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168 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

frankreich, paris, hut, magie, antoine laurain

Der Hut des Präsidenten

Antoine Laurain , Claudia Kalscheuer
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 18.01.2016
ISBN 9783455650228
Genre: Romane

Rezension:

Zum Inhalt:

Daniel Mercier gönnt sich den abendlichen Besuch in einer Brasserie und landet dort zufällig genau neben dem Tisch des damaligen französischen Staatspräsident Francois Mitterand. Als dieser später seinen Hut liegen lässt, nimmt Daniel ihn an sich weil er meint, ein Souvenier an diese aufregende Begegnung haben zu müssen. Aber es scheint, als wäre mit dem Hut noch etwas Anderes in sein Leben getreten. Ein neuer Elan, ein Mut, der ihm bis dato fremd schien. Ein souveränes Auftreten, dass ihm innerhalb weniger Stunden zu mehr Ansehen bei seinem Chef und zu einem interessanten neuen Job verhilft. Erst als Daniel den Hut aus Versehen im Zug vergisst, wird ihm so richtig bewusst, dass der Hut für ihn etwas Magisches hatte und versucht ihn irgendwie wiederzufinden.

Der Hut indessen setzt seine Reise fort und man fragt sich, ob er sie nicht sogar freiwillig angetreten hat um einigen Menschen in den verschiedensten Lebensituationen aus einer Sackgasse herauszuhelfen und neu zu motivieren.

Meine Meinung:

„Der Hut des Präsidenten“ von Antoine Laurain ist ein schmales Zuckerl von einem Buch. Auf wenigen 240 Seiten zeichnet er seine verschiedenen Charaktere sehr intensiv und anschaulich, ihre Ängste und Sorgen aber vor allem den inneren Wandel, den sie vollziehen, sobald sie den Hut in Händen bzw. auf dem Kopf tragen. Dabei lässt der Autor bewusst offen, ob wirklich der Hut daran Schuld ist oder ob er nicht nur der kleine Schubs ist, den die Menschen manchmal brauchen, wenn sie wieder auf den richtigen Weg kommen sollen. Dabei ist der Erzählstil charmant, typisch französisch und mit einem leisen Hauch von Historie, denn schließlich liegt Mitterands Amtszeit schon ein paar Jährchen zurück und sicherlich erinnert sich nicht jeder Leser persönlich an ihn.

Eine sehr angenehme Lektüre die einem zum Schmunzeln verleitet und durchaus zum Nachdenken animiert.

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(53)

98 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

historischer roman, marita spang, mittelalter, blut und seide, kreuznach

Blut und Seide

Marita Spang
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2015
ISBN 9783426517178
Genre: Historische Romane

Rezension:

Marita Spangs zweiter Roman „Blut und Seide“ spielt im Deutschen Reich im 13.ten Jahrhundert. Simon von Montfort entkommt als Kleinkind einem feigen Mordanschlag dem aber seine Eltern zum Opfer fallen. Als Waise wächst er bei dem befreundeten Grafen von Spontheim auf und wird nach ritterlichen Grundsätzen aufgezogen und ausgebildet. Vom ersten Tag an findet er in dem Bruder des Grafen, Heinrich, einen erbitternden Widersacher. Im Laufe der Jahre entwickelt sich zu Christina, der Tochter des Grafen von Katzenelnbogen, eine zarte Liebesbeziehung. Da Simon aber mittellos ist und Christina schon seit Kindertagen Heinrich von Spontheim zur Frau versprochen, scheint diese Liebe aussichtslos.

Dieser über 800 Seiten dicke historische Wälzer ist nur auf den ersten Blick eine Liebesgeschichte. Freilich sind Simon und Christina die Hauptfiguren in diesem prallen Stück Geschichte. Ihre Zuneigung und ihre Geduld werden auf eine lange harte Probe gestellt. Über die Jahre müssen sie viele Schicksalsschläge erdulden, werden getrennt, zweifeln an der Liebe des anderen und sehnen sich doch nach deren Erfüllung. Die starren Regeln der damaligen Gesellschaft, die diversen Väter, Herrscher und Männer aller Art legen ihnen jede Menge Steine in den Weg. Vor allem Christina als Frau ist den Männern auf vielfältige Weise ausgeliefert und wird von diesen verletzt und missbraucht. Umso erstaunlicher ist, dass sie sich nie unterkriegen lässt und mit starkem Willen und Erfindungsreichtum für ihr Glück kämpft. Simon ist einer der wenigen Ritter, der die Ehrbegriffe seines Standes ernst nimmt und der mit Mut und Treue seinen Weg findet. Also ein Paar, wie füreinander geschaffen.

Eingebettet ist dies alles aber auch in ein feines Stück historischer Geschichte, welches die Autorin akribisch recherchiert und auf gelungene und sehr unterhaltsame Weise mit der erfundenen Story verwebt hat. So ist ein Roman entstanden, der den Leser auf eine Reise ins tiefste Mittelalter mitnimmt und der einem zum Lachen und zum Weinen bringt. Und ehrlich, man ist zwar froh, dass man damals nicht gelebt hat in dieser harten und blutigen Zeit - und es wird hier wirklich nichts beschönigt und so manche Grausamkeit hat mich zutiefst schockiert. Aber man ist doch fasziniert von den Menschen und ihrem Leben. Dank Marita Spang weiß ich jetzt wieder ein bisschen mehr davon.

Eine dicke Leseempfehlung.

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70 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

familie, krebs, liebe, krankheit, paolo giordano

Schwarz und Silber

Paolo Giordano , ,
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 25.09.2015
ISBN 9783498025311
Genre: Romane

Rezension:

Signora A. ist die gute Seele im Haushalt eines jungen Paares mit einem Sohn. Sie ist in der Schwangerschaft zu ihnen gekommen und hat unmerklich das Ruder in die Hand genommen. Doch plötzlich bekommt sie Krebs. Die Krankheit von Signora A. bringt das empfindliche Gleichgewicht in der Familie gehörigen ins Wanken. Das Paar muss lernen, ohne den Fels in der Brandung auszukommen und tut sich anfangs sehr schwer damit.

Es ist ein dünnes Büchlein, dass Paolo Giardano diesmal geschrieben hat. Und ich fand auch die Geschichte in ihrer Gesamtheit etwas dünn. Also er hat einen schönen Stil zu Schreiben und man spürt die Tiefe hinter seinen Worten. Aber so richtig eingefangen hat mich der Roman nicht mit seiner Thematik und ich habe zwar verstanden, was seine Aussagen sein sollen, aber mir fehlte etwas die Spannung und die Personen haben mich nicht wirklich erreicht.

Ein nettes Buch für zwischendurch – mehr war es für mich leider nicht.

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(46)

64 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

normannen, historischer roman, sizilien, ulf schiewe, sarazenen

Der Schwur des Normannen

Ulf Schiewe
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.05.2015
ISBN 9783426516409
Genre: Historische Romane

Rezension:

Süditalien 1054: Gerlaine, die Geliebte des jungen Normannen Gilbert, ist von Sklavenjägern entführt wurden. Die einzige Spur führt mitten in Feindesland nach Sizilien, dem Reich der Sarazenen. Nur zwei seiner Gefährten sind bereit, ihm zu folgen. Bald schon geraten sie in höchste Gefahr – Machtkämpfe zwischen Berberfürsten, tödliche Anschläge arabischer Gotteskrieger und die Heimtücke des berüchtigten schwarzen Emirs.

 

Der Klappentext des Buches weist schon darauf hin. Wir haben hier den dritten Teil einer Reihe, die mit „Das Schwert des Normannen“ begonnen hat und mit „Die Rache des Normannen“ eine spannende Fortsetzung gefunden hatte. Als Cliffhanger war damals bekannt geworden, dass Gerlaine von Skalvenhändlern entführt wurde und dass sie von Gilbert ohne dessen Wissen einen Sohn bekommen hatte. So führt also dessen erster Weg in „Der Schwur des Normannen“ zu seinem kleinen Sohn und Tancred, dem angeblichen Ehemann Gerlaine`s. Dort gibt es eine Spur von ihr, die er sogleich verfolgt. Aber er und seine normannischen Freunde geraten in Feindeshand und fast sieht es so aus, als wäre die Rettungsaktion bald zum Scheitern verurteilt.

Der Autor, Ulf Schiewe versteht es meisterlich, ein spannendes geschichtliches Setting aufzubauen, in dem die Helden eine Menge Gefahren überstehen und Hindernisse überwinden müssen, wenn sie zu einem erfolgreichen Ziel kommen möchten. Das der Ich-Erzähler ein Mann ist, färbt den Tenor der Geschichte natürlich mit maskulinen Ansichten, mit Kampf und Abenteuer. Es gibt Besäufnisse und normannisch-derbe Sprüche über Frauen, Gott und die Welt an sich. Und dennoch ist es ein Buch, was sicherlich auch Frauen gefällt. Gilbert ist ein aufgeschlossener, liebenswerter Hauptdarsteller, der kluge Ansichten und ein sehr empathisches Wesen hat und inzwischen auch die nötige Reife hat, um seine Heldenrolle auszufüllen. Die Frauen des Romans sind durchweg starke, in ihren Lebensbereichen taffe Damen, die den Männern schon mal den Schneid abkaufen und nicht immer in das für sie vorgesehene Rollenbild passen. Also aus heutiger Sicht sind sie durchaus emanzipiert und gute Partnerinnen ihrer Männer.

Der Spannungsbogen wird bis zum Ende gewaltig angehoben und nach dem fulminaten Finale möchte man unbedingt wissen, was Gilbert und Gerlaine und die Normannen in der Zukunft noch so erleben werden. Auch die geschichtlichen Fakten kommen nicht zu kurz und man kann noch einiges Neues erfahren, von der damaligen Zeit und den Menschen, die damals lebten.

Definitiv ein Lese-Highlight dieses Jahres für mich. Wie alle Bücher dieses Autors. Schade, dass es nur fünf Sterne gibt – gerne würde ich hier mehr vergeben.

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(39)

72 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

ku-klux-klan, rassismus, mississippi, südstaaten, natchez

Natchez Burning

Greg Iles , Ulrike Seeberger
Fester Einband: 1.008 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 13.02.2015
ISBN 9783352006814
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Natchez, eine Stadt im Süden der USA. In den 60er Jahren geprägt von den grausamen Schandtaten rassistischer Vereinigungen. Eine davon agiert besonders radikal; die sogenannten Doppeladler. Sie misshandeln und töten nicht nur mehrere Afroamerikaner sondern sie versuchen auch durch Attentate an wichtigen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Einfluss auf die politische Lage im Land zu nehmen. Viele wissen um ihre brutalen Machenschaften, aber die meisten fürchten um ihr eigenes Leben oder das ihrer Angehörigen und so wird vieles unter den Tisch gekehrt. Selbst Menschen, die gegen Rassenhass und Diskriminierung sind, sehen weg und haben Angst davor gegen die Doppeladler wirklich vorzugehen.

Noch 40 Jahre später schwelt der Rassenkonflikt im Staat und die lange zurückliegenden Morde sind nicht von allen vergessen und vergeben. Der Reporter Henry versucht seit über 30 Jahren genug Fakten und Beweise zu sammeln, um die Mitglieder der Doppeladler in der Öffentlichkeit zu entlarven und ihrer gerechten Strafe zuführen zu können. Aber lange ist er alleine in diesem Kampf. Bis Dr. Cage des Mordes bezichtigt wird und dessen Sohn, Bürgermeister Penn Cage, sich aufmacht, die Hintergründe zu ergründen, die seinen Vater dazu gebracht haben könnten, eine ehemalige schwarze Krankenschwester ermordet zu haben.

Die Doppeladler sind auch nach 40 Jahren keineswegs alte senile Herren sondern immer noch giftig und gefährlich und eine neue Welle der Gewalt brandet durch Natchez, als die Rassisten – inzwischen allesamt angesehene Mitglieder der Gesellschaft – versuchen, die Vergangenheit zu vertuschen und Henry und Penn auszuschalten.

Hier wird ein amerikanisches Trauma aufbereitet und aufgearbeitet, welches sich so oder ähnlich auf der ganzen Welt ereignet oder ereignen könnte. Die menschlichen Abgründe, der Hass verschiedener ethnischer Gruppen aufeinander, Sklaverei und rechtsradikales Gedankengut, Korruption und Mord – nichts wird hier beschönigt. Aber der Autor packt auch viele heroischen und teils ethisch überhöhte Motive in sein 1000 Seiten dickes Werk. Da gibt es den Vater, der für seine Familie alles tun würde, den Sohn, der an das Bild des Übervaters glauben will, die Reporter, die für die Pressefreiheit, eine gute Story und die Wahrheit sogar ihr Leben aufs Spiel setzen. Die Charaktere sind zum Teil sehr amerikanisch gezeichnet. Die Schießeisen sitzen ziemlich locker und Selbstjustiz und Patriotismus dürften für manchen Deutschen Leser etwas befremdlich anmuten.

Mir hat die Geschichte gut gefallen, vor allem, da sie trotz seiner Länge und trotz manch vorhersehbarer Entwicklung nie langweilig war und sich der Spannungsbogen zum Ende hin kontinuierlich gesteigert hat. Außerdem hat Greg Iles es verstanden, eine Vielzahl an interessanten, teils wirklich überraschenden Infos des amerikanischen Rechtssystems und der amerikanischen Vergangenheit  in die Story einfließen zu lassen, die ich so noch nicht wusste. Es sist sicherlich auf gewisse Weise ein typisch amerikanischer Thriller. Aber meiner Meinung nach einer der gehobenen Kategorie, der neben den trivialen auch einige tiefgründige und kluge Aussagen machen kann.
Das Buch endet so, dass man es zur Not auch als Einzelroman lesen könnte. Aber einige noch offene Fragen bleiben und schreien danach, dass ich auf die Fortsetzung warte.

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(44)

80 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

mainz, kardinal, brigitte riebe, schwarze blattern, pestmagd

Die Versuchung der Pestmagd

Brigitte Riebe
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Diana, 09.03.2015
ISBN 9783453291355
Genre: Historische Romane

Rezension:

Über den Inhalt:
Medicus Vincent de Vries und seine Familie versuchen in Basel Fuß zu fassen. Als dies misslingt nimmt er eine Stelle in Mainz an, wo der Kurfürst Albrecht dringend nach einem fähigen Arzt für seine diversen Leiden sucht. Seine Frau Johanna versucht sich dort wieder im Weinhandel und Sohn Jakob bringt er als Lehrling in einer Apotheke unter. Aber bald ziehen erste dunkle Wolken auf und während in der Stadt die schwarzen Pocken ausbrechen, wird auch die Familie von einigen Unbillen gebeutelt.


Meine Meinung:
Besonders haben mir wieder die verschiedenen Charaktere der Geschichte gefallen. Allen voran natürlich Vincent und Johanna, die diesmal zur Abwechslung neben diversen anderen Schwierigkeiten noch eine Beziehungskrise zu meistern haben. Aber auch Sohn Jakob ist durch seine wilde, ungezügelte Art und sein sprunghaftes Wesen ein sehr interessanter junger Mann, der immer wieder für Probleme sorgt und der Handlung jede Menge Zündstoff verleiht. Kardinal Abrecht ist schließlich derjenige, der mit seiner Selbstherrlichkeit, seiner omnipotenten Art, seiner, für einen Gottesmann ziemlich stark ausgeprägten Potenz, das Ensemble aufs Vortrefflichste abrundet.
Hervorheben möchte ich auch, dass die zauberhaften Nebenrollen immer das gewisse Etwas in die Erzählung gebracht haben. Neben Johannas energischer kleinen Tochter – ein richtiger Wonneproppen -, die für einige Lacher sorgt,  war das natürlich vor allem die alte Sabeth, die sich durch das Buch orakelt und nicht immer so weit daneben liegt, mit ihren Ahnungen.
Als klitzekleines Manko fand ich, dass –wohl zwecks Dramaturgie - manchmal die Handlungen der Personen für meinen Geschmack etwas überzogen wirkten. Manchen hatte ich etwas anders eingeschätzt und war dann überrascht, wie schnell sich Situationen so zuspitzen konnten, Gespräche so schnell in einen Streit münden, gefasste Entschlüsse so leichtfertig über Bord geworfen wurden. Aber sowas ist natürlich eine subjektive Meinung und den Lesefluss hat es nicht wirklich gestört.


Mein Fazit:
Das Buch liest sich schnell weg und ich hatte vergnügliche Lesestunden. Im Vergleich zum ersten Teil war es für mich nicht ganz so düster und am Ende konnte ich es  zufrieden aus der Hand legen. Ich hatte das Gefühl, die Geschichte wäre damit gut abgeschlossen.


 

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(44)

101 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

israel, flüchtlinge, schuld, lüge, arzt

Löwen wecken

Ayelet Gundar-Goshen , Ruth Achlama
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 01.02.2015
ISBN 9783036957142
Genre: Romane

Rezension:

Die Ausgangslage des Romans „Löwen wecken“ erschien mir ausgesprochen vielversprechend. Der Arzt Etan überfährt nachts einen illegalen Einwanderer. Nachdem er festgestellt hat, dass der Mann nicht überleben wird, begeht er Fahrerflucht. Er merkt aber nicht, dass die Frau des Toten ihn beobachtet hat. Diese erpresst ihn nun mit ihrem Wissen, damit er nachts anderen Eritreärn hilft. Als Etans Frau, die Polizistin ist, auf den Fall angesetzt wird, droht alles aufzufliegen.

Von Anfang an habe ich mich schwer getan mit dem Buch. Dies lag zum einen an der sehr anspruchsvollen ausschweifenden Erzählstruktur. Die Autorin schweift sehr oft ab, holt weit aus, um ihre Personen zu beschreiben und wechselt zwischen lyrischen Sätzen und anstrengenden Verbalattacken. Wobei mich hier mehr die Häufigkeit als der Umgang  mit derben Ausdrücken stört. Zum anderen wurde ich einfach mit den Figuren nicht warm. Etan ist mir zu glatt und nichtssagend, seine Gefühle sind verwässert und er laviert sich einfach so durch ohne große Eigeninitiative. Am Schluss versucht er zwar der Frau des Toten zu helfen, aber auch das verläuft im Sande.

Ich habe mich durch das Buch durchgequält, langweilige Rückblenden fast quergelesen. Das Buch ist so ganz anders als der Erstling der Autorin. Der hatte mich sehr erheitert und gut unterhalten. Hier aber wurde bei mir „Der Löwe geweckt“ und ich war etwas verärgert, vor allem über das Ende, welches mich nicht überzeugt hat.

Dieser Eindruck ist natürlich ganz subjektiv und in der Leserunde, bei der ich mitmachen durfte, haben manche wirklich schöne Worte und Erklärungen für den Text gefunden. Leider war meine Meinung da aber schon in Schieflage und ich konnte einfach keinen Zugang mehr dazu finden.

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(135)

286 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

thriller, psychologe, psychothriller, spannung, angst

Erlöse mich

Michael Robotham , Kristian Lutze
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 23.06.2014
ISBN 9783442313174
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Marnie Logan versucht irgendwie über die Runden zu kommen. Seit vor einem Jahr überraschend ihr Mann spurlos verschwunden ist, muss sie alleine für die Kinder sorgen und die hohen Spielschulden abzahlen, die ihr Mann Daniel gemacht hat. Ist er deshalb verschwunden? Oder ist doch etwas anderes passiert? Tapfer versucht sie zurechtzukommen und holt sich dabei seelischen Beistand und Rat von ihrem Psychologen Joe O’Loughlin. Der hat zwar den Verdacht, dass sie ihm etwas verheimlicht, will ihr aber trotzdem helfen und beschließt schließlich, seinen Freund Ruiz auf die Suche nach dem vermissten Ehemann zu schicken. Aber es ist einiges ganz anders, als die zwei denken.

Es handelt sich um einen typischen Robotham-Thriller mit all seinen herausragenden Qualitäten. Man wird mit Wucht in die Geschichte reinkatapultiert. Man wird in einen Strudel an Ereignissen gezogen, die einen atemlos durch die Seiten jagen. Man rätselt schnell, wer hier was zu verbergen hat und welche Spur wohl die richtige ist. Man vermutet, den Bösewicht zu kennen, aber man darf sich nicht sicher sein und die Story schlägt ein, zwei Volten, die überraschen und die man so nicht kommen gesehen hat. Am Ende wird es extrem spannend und der Schluss ist eine runde und glaubwürdige Sache. Man klappt das Buch sehr zufrieden zu und möchte es uneingeschränkt für alle Thriller-Fans und solche, die es werden wollen, empfehlen.

Ein toller Thriller von einem Meister seines Fachs.

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(39)

67 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

liebe, kaiser, maximilian i, maximilian, burgund

Ich, Maximilian, Kaiser der Welt

Peter Prange
Fester Einband: 672 Seiten
Erschienen bei FISCHER Scherz, 07.10.2014
ISBN 9783651000698
Genre: Historische Romane

Rezension:

Maximilian I. wurde 1459 geboren und war als Sohn des amtierenden Kaisers Friedrich III. von Geburt an Erzherzog von Österreich.  Großgewachsen, kräftig, sportlich und blitzgescheit war er außerdem und die Rolle eines großen Kämpfers und Heerführers war ihm fast schon in die Wiege gelegt. In Peter Pranges opulentem Historienroman wird aber auch das Privatleben dieses sehr interessanten Mannes von Jugend an beleuchtet. Schon als Teenager entbrennt er in heißer Liebe zu einem hübschen Kammerfräulein namens Rosina und am liebsten würde er die selbige auch heiraten. Aber natürlich ist das einem Kaisersohn unmöglich. Die Staatsräson verlangt nach einer vorteilhafteren Verbindung und er muss sich aufmachen, um Marie von Burgund zu ehelichen, deren Herzogtum eines der reichsten und wichtigsten in ganz Europa ist. Maximilian verliert Rosina aus den Augen und verliebt sich überraschend und  heftig in seine kluge junge Frau. Nach der Hochzeit entbrennt um Burgund ein langer blutiger Zwist mit dem französischen König. Maximilian scheint derjenige mit dem größeren Kriegsgeschick bis ihn ein schwerer Schicksalsschlag ereilt.

Maximilian I., der junge Staatsmann, kämpft nicht nur gegen das schier übermächtige Frankreich sondern immer wieder gegen finanzielle Schwierigkeiten, politische Intrigen, Aufständische und rebellische Bürger. Hin und her gehen seine Kämpfe, auf und nieder das Siegesglück. Zwei Frauen und die Liebe zu ihnen bestimmen sein Leben ebenso, wie die Verpflichtungen seinem hartherzigen Vater gegenüber und der unbändige Wunsch danach, wie sein Vater zum Kaiser gekrönt zu werden.

Peter Prange hat es verstanden mich von der ersten der fast 700 Seiten an zu packen. Ohne Längen schickte er mich durch ein halbes Jahrhundert europäischer Geschichte. Er mixt einen spannenden Cocktail aus Fiktion und Tatsachen, zeichnet dabei das pralle Leben seiner Charaktere glaubwürdig und facettenreich. Er lässt den jungen liebenswerten Jungspund Maxl zu einem reifen Vater und Staatsmann heranreifen, der nicht immer den richtigen Weg geht, um seinem großen Ziel näher zu kommen. Dennoch bleibt man ihm immer nah, fühlt mit ihm und gönnt ihm seine Erfolge und Höhenflüge.

Die Figur des Maximilian kann auch deshalb glänzen, weil er starke Gegner und schillernde Nebenfiguren zur Seite hat, die die Spannung hochhalten und das Emotionskarusell des Lesers zum Kreiseln bringen. Das sehr detaillierte Nachwort zeigt ziemlich gut, wie intensiv hier recherchiert und Geschichte aufbereitet wurde.

Ein überaus unterhaltsamer und gehaltvoller historischer Roman. Sicherlich eines meiner Jahreshighlights in diesem Genre.

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112 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

singapur, liebe, historischer roman, familiengeschichte, 19. jahrhundert

Zeit der wilden Orchideen

Nicole C. Vosseler
Flexibler Einband: 550 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.08.2014
ISBN 9783442480067
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das Leben der kleine Georgina ist einsam seit die Mutter gestorben ist. Aber es ist auch behütet, im großen Gartens mit der kleinen versteckten Laube, die Das Leben der kleine Georgina ist einsam seit die Mutter gestorben ist. Aber es ist auch behütet, im großen Gartens mit der kleinen versteckten Laube, die ihr zur eigenen verträumten Welt wird in der sie ihre Phantasiespiele erfindet. Aber dann wird der halbwüchsige Raharjo in ihr Versteck gespült und nachdem sie ihn heimlich gesund gepflegt hat, haben die beiden bereits kindliche Zuneigung zueinander gefasst. Im Laufe der Jahre wird daraus eine große und gleichzeitig unmögliche Liebe, denn sie ist die Tochter eines Engländers und er ein Einheimischer und im 19.ten Jahrhundert  ist es in Singapur fast unmöglich für ein gemischtrassiges Paar, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Immer wieder verlieren die beiden sich aus den Augen. Er ist lange Zeiten auf den Meeren unterwegs, sie wird nach England geschickt und kommt erst als junge Frau zurück. Aus einer unerlaubten Liebesnacht entsteht ein Kind und Georgina muss heiraten, bevor die Leute anfangen zu reden.

Die Geschichte ist eine altbekannte und immer wieder gern gelesene, weil man mitfiebern und mithoffen darf. Kriegen sich die zwei oder kriegen sie sich nicht, das ist die ganze Zeit die Frage. Es entspinnt sich vor dem Leser ein Drama, in dem es neben den beiden Hauptdarstellerin einige sehr sympathische Nebendarsteller gibt, mit denen ich besonders mitgelitten habe, da sie teilweise lange verkannt werden. Kinder werden geboren, Menschen sterben, lange Jahre vergehen. Und die Liebenden durchlaufen alle Höhen und Tiefen, die es geben kann. Vor allem Raharjo muss aus einem tiefen Tal der Verbitterung erst herausfinden und auch Georgina braucht Zeit, um an den Aufgaben des Lebens zu wachsen und zu erkennen, wer sie wirklich liebt.

Vor traumhafter, exotischer Kulisse liest man hier eine zeitlose Liebesgeschichte mit einem Ende, welches eine kleine Träne mit einem glücklichen Lächeln für den Leser bereit hält. Empfehlenswert für Frauen, die ein bisschen Sehnsucht und viel großes Gefühl in einer Geschichte schätzen.

Ich wurde gut unterhalten. Mehr noch wie Georgina und Raharjo sind mir Paul und Leelavati ans Herz gewachsen, was für mich ein ungewöhnliches aber schönes Leseerlebnis war.

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67 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

paris, gina mayer, familiengeheimnis, 19. jahrhundert, fluch

Leonore und ihre Töchter

Gina Mayer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 12.09.2014
ISBN 9783352008474
Genre: Historische Romane

Rezension:

Vordergründig geht es im neuen Roman von Gina Mayer "Leonore und ihre Töchter" um einen jahrzehnte währenden Fluch, der eine Tuchhändler-Familie über mehrere Generation hinweg verfolgt. Es scheint, als wären Unglücksfälle, Selbstmorde und ähnliches durch etwas Unheimliches und Unbekanntes ausgelöst, dessen Gründe wir in der Jugend von Leonore suchen müssen. Um nicht zu schnell alles zu verraten, rollt die Autorin die Geschichte langsam zurück und wir lernen die betroffenen Familienmitglieder erst mal alle kennen und können uns ein Bild von der damaligen Zeit und den Frauen machen, die zu Leonores Familie gehören. Neben der vom Ehemann verlassenen Dora ist das deren Tochter Nanette, die gerade in heftiger Liebe entbrannt ist und die Mutter von Dora, Mathilde, die in ihrer Jugend einen tragischen Verlust eines lieben Menschen zu erdulden hatte.

Das historische Gewand ist geprägt von den gesellschaftlichen Umbrüchen, vor allem Die Emanzipation und die Revolution der Arbeiter gegen die Oberschicht spielen quer durch Euroa eine große Rolle und sind interessant erzählt und formen die Personen dieses Buches.
Nach und nach erfährt der Leser, wer den Fluch über wen gesprochen hat und warum das ganze Dilemma überhaupt zu stande kam. Und ganz nebenbei finden die Frauen zu ihrer eigenen Stärke - jede auf ihre Weise - und die Männer, die es ihnen nicht immer leicht machen, spielen am Ende keine große Rolle mehr.

Der Schreibstil ist gut lesbar und man wandert mit den Frauen durch die verschiedenen Generationen und folgt ihrem spannenden Leben. Im Mittelteil war es ziemlich tragisch und traurig und man muss ein bisschen mitleiden mit den Protagonisten. Aber das Ende ist versöhnlich ohne schnulzig zu sein und ich war zufrieden, wie alles aufgelöst wird und wie die Frauen in die Zukunft blicken können.
 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

hörbuch, krimi, new orleans, galveston, antiheld

Galveston

Nic Pizzolatto , Gunter Blank , Walter Kreye
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 01.09.2014
ISBN 9783862314348
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich durfte das Hörbuch des Romans Galveston hören und da ich die Serie "True Detektives" toll finde, hatte mich mich auf einen spannenden flotten Krimi eingestellt und gefreut. Das Hörbuch begann auch durchaus spannend und mit ein paar Toten. Auch die Ausgangssituation des schwer erkrankten Auftragskillers fand ich ansprechend und erinnerte mich an vergangene John-Wayne-Zeiten. Walter Kreye liest ruhig und unaufgeregt, was ich eigentlich als angenehm empfand.

Jetzt kommt mein großes ABER. Schon recht bald habe ich mich sehr gelangweilt, denn es passiert kaum etwas in dieser Geschichte. Weder kam eine große Krimihandlung noch sonstige Action. Und was ich anfangs als durchaus passend fand, kehrte sich dann ins Gegenteil und Walter Kreyes ruhige Art schläferte mich ständig ein und ich quälte mich so durch das Hörbuch.

Am Schluss kommt es nochmals zu einer Art Showdown und dann wird noch die Geschichte eines kleines Mädchens fertig erzählt, welches für den Mann in seiner Krankheit eine wichtige Rolle gespielt hat. Der Autor rundet also die Erzählung durchaus sinnvoll zu einem runden Ende ab. Aber da er mich dazwischen bereits als begeisterten Hörer verloren hatte, konnte mich der Ausgang dieses Romans auch nicht mehr wirklich überzeugen.

Leider nur 2 Sterne - hab noch nie so wenig vergeben. Vielleicht hätte es mir als buch einen Hauch besser gefallen. Der Erzählstil ist anspruchsvoll. Aber ansonsten war es gar nicht mein Fall. :-( Leider.

 

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101 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

harry hole, oslo, thriller, mord, diamant

Jo Nesbo - das fünfte Zeichen

Jo Nesbø
Buch: 400 Seiten
Erschienen bei Axel Springer AG Verlagsgruppe Bild, 30.03.2014
ISBN 9783942656825
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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97 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

san francisco, mutter, familie, krimi, entführung

Amandas Suche

Isabel Allende , Svenja Becker
Fester Einband: 479 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 03.08.2014
ISBN 9783518424100
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt:
Amanda ist 17 und Spielleiterin in der Ripper-Gruppe, die online versucht, reale Mordfälle zu klären. Im Großraum San Francisco ereignen sich mehrer Fälle, die erst auf den zweiten Blick seltsam sind und erst viel später offenbaren sich die Gemeinsamkeiten, die auf einen einzigen Mörder hindeuten. Amandas Vater ist Ermittler bei der Polizei und er und Amandas Großvater unterstützen die Ripper-Spieler bei ihren Recherchen, da sie erkennen, dass die Gruppe auf dem richtigen Weg ist den Fall zu lösen.
Amandas Mutter Indiana hat derweilen eher private Probleme. Sie ist eine sehr begeehrte Frau und unsicher, welcher ihrer Verehrer und Freunde der richtige ist.

Meine Meinung:
Wie immer sprüht Isabel Allendes Roman vor Charakterköpfen. Sämtliche Haupt- und Nebendarsteller werden in schillernden Farben, mit all ihren Stärken und Schwächen und einigen teilweise recht seltsamen Eigenheiten geschildert. Schnell entwickelt der Leser Symphatien für die meisten der Beteiligten aber lange Zeit weiß man nicht , wo die Geschichte eigentlich hinführen soll. Ich war für mich die größte Schwäche des Buches, denn Allende erzählt über lange Strecken eine Familien- und Liebesgeschichte aber die Krimihandlung bleibt dabei ziemlich auf der Strecke. Erst ab der Mitte kommt der Thrill ins Spiel und plötzlich schwenkt das Ganze um, als in Indianas direkter Umgebung ein Mord geschieht und Amandas Mutter entführt wird.

Fazit:
Allende schreibt routiniert und farbenprächtig, haucht den Protagonisten Leben ein. Ob ihr allerdings ein Krimi so wirklich liegt, bin ich mir unsicher. Der Plot ist allerdings logisch und ohne große Lücken erzählt und am Ende werden alle Fragen geklärt und alle losen Enden miteinander verknüpft. Eine gute Geschichte, der allerdings das letzte Sternchen zum Bestseller für mich gefehlt hat.

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

familie, florine, eisblaue see endloser himmel, alkoholsucht, verlust

Eisblaue See, endloser Himmel

Morgan Callan Rogers , Claudia Feldmann , Luise Helm
Audio CD
Erschienen bei Argon, 21.08.2014
ISBN 9783839813430
Genre: Romane

Rezension:

Es handelt sich bei diesem Hörbuch um eine Fortsetzung und man sollte den ersten Teil gelesen haben, denn dieser zweite Band schließt fast nahtlos an die Geschehnisse im ersten Band an. Ich hatte beim Hören das Gefühl, dass die Autorin einfach zu viel wollte und zuviele Dinge in das Buch gepackt hat ohne sie wirklich richtig auszuführen. Hier wird erzählt von einer jungen Liebe, die schnell zu Heirat und Kindern führt. Aber die Beziehung plätschert so vor sich hin und als es zu Problemen kommt, werden diese nur kurz angerissen und nicht wirklich beschrieben. Ein anderer Charakter kommt aus dem Krieg zurück und leidet unter den Spätfolgen. Aber auch hier erfährt der Zuhörer nur in Ansätzen um was es eigentlich geht und die Geschichte muss bald hinter anderen zurückstehen. Mir fehlt irgendwie auch der größere Bezug zu den damaligen Verhältnissen in Amerika. Über weite Strecken merkt man nicht wo und wann  alles spielt. Florine macht leider keine wirkliche Entwicklung durch und steht den Problemen ihres Mannes hilflos und ratlos gegenüber, fühlt sich auch von den Kindern oft überfordert und hat keine wirklichen Träume, die sie weiterverfolgt, ausser dem, wieder in ihren Heimatort ziehen zu wollen.

Die Vorleserin vermittelte den Eindruck, dass das Buch ziemlich depressiv und traurig ist und ich musste mich manchmal richtig zwingen weiter zu hören. Vielleicht wurde auch an den falschen Stellen der Text des ursprünglichen Buches zu stark gekürzt, so dass der falsche Eindruck vom Grundtenor entstand.

Die Frage des ersten Bandes, wo die Mutter abgeblieben ist, wurde am Ende beantwortet und Florine und Bud sind noch nicht am Ende ihres gemeinsamen Weges angekommen und am Ende wird vielleicht alles doch noch gut. Das versöhnt ein bisschen aber so wirklich überzeugen konnte mich das Hörbuch nicht.

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63 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

spanischer bürgerkrieg, liebe, spanien, internationalen brigaden, liebesroman

Im dunklen Licht der Tage

Lydia Syson , Cornelia Niere , Astrid Scherff-Hübner
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 21.07.2014
ISBN 9783789147517
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt:

1936 herrscht Bürgerkrieg in Spanien. Viele Europäer und Amerikaner melden sich freiwillig, um der spanischen Regierung gegen die Faschisten beizustehen. Auch Nat

Zieht von England aus in diesen Krieg. Kurz vorher lernt er die Krankenschwester Felix kennen und diese entbrennt in Liebe für ihn und entflieht ihrem alten Leben kurzentschlossen, um ihm hinterher zu reisen. Zurück lässt sie auch ihr Jugendfreund George, der ihr eigentlich einen Heiratsantrag machen wollte. Während Nat eine kurzes Training für den Einsatz erhält und George als Reporter über den Bürgerkrieg ins heimatliche England berichtet, arbeitet Felix als Krankenschwester und kommt bald selbst mit dem Krieg in Berührung. Für wen wird sie sich entscheiden? Wer wird den Krieg überleben?

 

Meine Meinung:

Für ein Jugendbuch eine brisante und ungewöhnliche Handlungsebene. Der spanische Bürgerkrieg ist doch den meisten nicht oder nicht mehr präsent und spielt eigentlich in unserem Verständnis geschichtlicher Ereignisse eine untergeordnete Rolle. Er soll wohl auch nur als Beispiel herhalten für kriegerische Auseinandersetzungen im Allgemeinen. Man erfährt einiges über das damalige Kriegsgeschehen und dabei kommt Tod und Blut ebenso vor wie Treue, Angst, Rache und Vergeltung. Die Grausamkeiten jedes Krieges fanden natürlich auch in diesem statt. Die Beteiligten erleben die Aufregung des Neuen und Unbekannten, die Grauen des Mordens und des Sterbens, die Zeit der Hoffnung und der Verzweiflung. Es gibt kein schwarz oder weiß mehr, alles wird grau und die Grenzen zwischen Freund und Feind verwischen.

Der Roman ist sehr ambitioniert und eigentlich angenehm und leicht zu lesen. Die Sprache wird zurückgenommen eingesetzt und trotz der dramatischen Geschehenisse ist das Buch nicht allzu grausam oder blutig.

Dennoch konnte es mich nicht vollkommen überzeugen. Dies lag wohl daran, dass mir die meisten der Akteure nicht wirklich nahe kamen. Ihre Handlungen waren teilweise nicht nachvollziehbar oder nur oberflächlich beschrieben und erklärt, was zu keiner Empathie bei mir führte. Weder konnte ich die heftigen Liebesgefühle von Nat und Felix nachvollziehen, noch ihre Entscheidungen, die teilweise flatterhaft oder unmotiviert wirkten. Während der Krieg voranschreitet und die Helden sich durchaus verändern, was man auch merkt, sind sie doch bis zum Schluss blass und farblos geblieben und nur George schien mir wahrhaftig und interessant.

Das klingt jetzt ziemlich negativ. Aber dennoch habe ich das Buch schnell und problemlos gelesen, weil mir das Setting gefiel und ich durchaus die guten Ansätze und die Ambitionen des Buches herausgespürt habe.

Wer sich für diesen Teil der Geschichte erwärmen kann und nicht vor der zwangsläufigen Dramatik zurückschreckt, kann durchaus ein Buch lesen, was sich durch sein Thema schon aus der Masse der Jugendliteratur heraushebt.  Dafür knapp vier Punkte – als Erwachsene würde ich nur drei geben, da ich zu diesem Thema leider immer „Wem die Stunde schlägt“ im Kopf hatte und das ist für mich natürlich unerreichbar.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

krimi, mord, regionalkrimi, menschenhandel, rostocker kripo

Die im Dunkeln warten

Alex Ryber
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei KBV, 01.03.2014
ISBN 9783954411580
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dieser Krimi spielt an der Ostsee. Allerdings könnte es bis auf die Anfangssequenz überall anders auch sein. Nachts wird auf einer Yacht der Besitzer, ein Aktienhändler,  brutal erschlagen. Schnell gibt es die ersten Verdächtigen und der Kommissar und sein Team müssen nur klären, welcher Grund der am stärksten motivierte ist für den Mord. Der Ermordete war ein unangenehmer Zeitgenosse und hatte von allen Seiten Hass und Ablehnung auf sich gezogen.

Das Buch ist mit 200 Seiten sehr dünn gehalten und so ist auch der Fall ziemlich schnell und ohne großes Wenn und Aber geklärt. Es fehlte mir etwas die Raffinesse und ich hatte ein paar Mal den Wunsch zu mehr Ausführlichkeit und Tiefe.

Dennoch sind die Charakter gut beschrieben und der Autor versteht es seine Personen zum Leben zu erwecken. Da das Buch schon etwas älter ist, vermute ich hier mal ein Frühwerk, denn die historischen Bücher, die ich von Ryber/Meyer gelesen habe, fand ich noch empfehlenswerter und spannender.

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54 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

historischer roman, arabien, orient, abgebrochen, 17. jahrhundert

Das ferne Land

Charlotte Thomas
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 15.04.2014
ISBN 9783431038965
Genre: Historische Romane

Rezension:

Katharina Orsini ist für damalige Verhältnisse eine ungewöhnliche Frau. Sie ist groß gewachsen, überragt mit Gardemaß sogar die meisten Männer. Sie ist weder körperlich noch geistig das zarte anschmiegsame Wesen, welches die Frauen im 17.ten Jahrhundert hätten sein sollen. Mir kam sie zeitweise wie eine mutige starke Amazone vor, die sich für Messerwerfen und Pistolenschießen mehr interessiert als für schöne Kleider und süßes Zuckerwerk. So ist es durchaus glaubhaft, dass sie beschließt, selbst in „das ferne Land“ zu reisen und nach den Weihrauchschätzen zu suchen, die ihr Mann angeblich irgendwo gelagert hat.
Schnell hat sie den Händler und Führer Massimo verpflichtet. Zur damaligen Zeit dauerte so eine Reise schon mal gerne ein Dreivierteljahr. Vor der Abreise erhält sie von einem zwielichtigen Venezier den Auftrag, auf Massimo ein scharfes Auge zu haben, da dieser vermutlich ein feindlicher Spion wäre und Geheimnisse des Vaterlandes an die Araber verraten würde. Für diese Spitzeldienste erhält sie das dringend benötigte Geld, um die Reise finanzieren zu können. So ist dies also sozusagen ein Spionageroman vor historischem Hintergrund.

Aber gerade der historische Hintergrund hat es in sich. Charlotte Thomas hat es geschafft, von der ersten Seite an dieses ferne Land vor dem inneren Auge des Lesers in all seinen Facetten auszubreiten. Man schlendert mit ihr über den Suq (Markt) und riecht die wertvollsten Gewürze ebenso wie den Abfluss der Fäkalien, man hört das nervöse Brüllen der Kamele und das wilde Palaver der Kamelführer, man spürt die sengende Hitze, wenn es durch die Wüsten des Landes geht und bekommt Gänsehaut wenn, die eisige Nacht über Mensch und Tier hereinbricht. Wir erleiden Schiffbruch mit den Helden dieser Geschichte, kauern uns aneinander in so manchem Sandsturm, geraten in Feuergefechte und werfen einen heimlichen Blick in einen gut geführten Harem. Die liebevoll in die Geschichte eingearbeiteten historischen Fakten und Feinheiten sind ein Genuss für die Sinne und geben allem ein Flair aus Tausend und eine Nacht.

Auch die Figuren sind fein und intensiv gezeichnet. Nicht nur die energische Katharina und der geheimnisvolle Massimo haben mein Herz erobert, sondern auch die mütterlich-nervige Jokasta und der treue Pjotr sind unabdingbar für die Geschichte; neben einer ganze Riege weiterer interessanter Personen, die wie die Hauptpersonen alle nicht in schwarz und weiß, sondern mit all ihren Stärken und Schwächen beschrieben werden.

Das ferne Land ist viel mehr als nur ein toller Histo-Schmöker. Es ist auch trickreicher Spionageroman, ein abenteuerliches Road-Movie, ein Buch mit mehr als einer Liebesgeschichte (ohne Schnulz aber mit viel Herz) und nicht zuletzt ein Reiseführer durch ein mir bis dato ziemlich unbekanntes Land, in dem es so viel mehr gibt als nur Sand und Wüste.

Von mir also volle Punktzahl und eine unbedingte Leseempfehlung

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(65)

162 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

konstantinopel, liebe, brigitte riebe, fantasy, jugendbuch

Feuer und Glas - Die Verschwörung

Brigitte Riebe
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 21.04.2014
ISBN 9783453267398
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Bei „Die Verschwörung“ handelt es sich um den zweiten Teil der Reihe Feuer und Glas. Eigentlich sollte die Reihe Feuer und Wasser heißen, denn dies sind die zwei Elemente, die die Hauptakteure Milla und Luca durch magische Fähigkeiten beherrschen und hervorrufen können. Während der erste Teil in Venedig spielt und u.a. über den Beginn ihrer Liebe erzählt, geht hier in der Fortsetzung die Reise nach Konstantinopel, wo Millas Vater im Sultanspalast gefangen gehalten wird. Wie alle mächtigen Feuerleute besitzt er das geheimnisvolle Wissen über die Gondel der Weisheit. Und an dieses Wissen wollen so einige Bösewichte herankommen.

In Konstantinopel versucht Milla erst, ihren Vater zu finden und dann ihn zu befreien. Dabei helfen ihr neue und alte Freunde und natürlich Luca. Sie selbst lernt immer mehr, ihre Fähigkeiten zu nutzen und erkennt, dass das Feuer nicht nur gut für den Kampf ist sondern vor allem auch die Macht des Heilens beitzt.

Die Geschichte hat ein hohes Tempo. Manchmal hätte ich mir gewünscht, dass über einige Vorkommnisse, über Gedanken und Beweggründe ausführlicher berichtet würde. Die Personen agieren, allen voran Milla, oft  unüberlegt und die daraus resultierenden Missgeschicke sind für den Leser etwas vorhersehbar und keine richtige Überraschung. Manches kann man durch ein aufbrausendes Temperament und die Jugend der Akteure erklären. Vielleicht empfindet ein jugendlicher Leser dies auch weniger störend.

Das Buch ist sicherlich schon ab 12 Jahren gut lesbar (Verlag empfiehl ab 14). Es ist nicht brutal und hat meiner Meinung nach keine Szenen, die jugendgefährdend oder auch nur unverständlich für die jungen Leute sind. Im Gegenteil sind vor allem die historischen Details durchaus lehrreich und angenehm unaufdringlich in die Story eingearbeitet. So wird Wissen transportiert ohne den Zeigefinger zu heben.  Für Ältere hätte es gerne noch etwas kniffeliger und verzwickter sein dürfen. Auch waren mir die Personen allgemein – auch die Bösewichte – zu eindimensional. Ich denke, trotz der jugendlichen Zielgruppe hätte man hier schon ein bisschen differenzieren dürfen. 

Die Fantasy-Effekte halten sich in Grenzen. Bis auf die magischen Fähigkeiten gibt es nichts phantastisches in der Geschichte.

Gut zu lesen und durchaus empfehlenswert.

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