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19 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

inuit, verra, familie, geheimnis, schutz

Die Fremde auf dem Eis

Bernadette Calonego
E-Buch Text: 324 Seiten
Erschienen bei Edition M, 20.09.2016
ISBN 9781503995284
Genre: Romane

Rezension:


Valerie Blaine hat sich nach ihrer gescheiterten Ehe in der Arktis eine berufliche Existenz aufgebaut. Sie veranstaltet geführte Touren zu den Sehenswürdigkeiten, doch die heile weisse Welt bekommt Risse durch den Tod einer jungen Tänzerin. Es geschehen noch weitere Übergriffe auf Freunde und Bekannte. Die Hinweise verdichten sich, dass jemand Valeries geheimnisvoller Familiengeschichte auf der Spur ist.
Zum einen ist der Handlungsstrang um Valerie sehr, sehr spannend aufgebaut. So spannend, dass ich das Buch in zwei Tagen ausgelesen habe. Es gibt aber auch noch andere Personen, die andere krumme Dinge mauscheln. Diese Nebenschauplätze sind in meinen Augen wichtig, um neben der atmosphärisch wunderbar geschilderten Natur auch dezent auf die Problematik der Ureinwohner aufmerksam zu machen und auch auf die politisch brisante Situation von Kanadas Aussengrenzen, die nicht so effektiv geschützt werden können, wie es notwendig ist. 
Bernadette Calonego hat mich in eine mir fremde Welt geführt, sie mir so anschaulich geschildert und Fernweh geweckt, dass ich die Schauplätze mir per Google angeschaut und ihre Welt 1:1 wiedererkannt habe. 
Aber das Hauptaugenmerk liegt natürlich auf der Krimihandlung, und die lässt einen nicht mehr los, bis man die Lösung kennt.

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

thriller, sam o'connor, highland, london, guilliotine

Spielzeit

Tanja Pleva
Flexibler Einband: 372 Seiten
Erschienen bei AV-Verlag, 25.11.2016
ISBN 9783945607046
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


"Spielzeit" ist mein erster Thriller der Autorin Tanja Pleva. Von Anfang an konnte sie mich fesseln: erst durch einen bizarren Mord in London, dann durch eine Mordserie auf Deutschlands Theaterbühnen. Das Ermittlerduo Claire Moyer von Scotland Yard und
Sam O’Connor von Europol sind da einer grossen Sache auf der Spur, zeitgleich führt die taffe Maxine eigene Ermittlungen durch, um den Mord an ihrer Schwester aufzuklären. Sie gelangt in den innersten Täterkreis und muss schwerwiegende Entscheidungen treffen, um zu überleben.
Die Handlung wird straff geschildert und bietet einen Spannungshöhepunkt nach dem anderen. Die Hauptpersonen gewinnen schnell an Kontur. Sie sind eigenständige, sympathische Charaktere, denen man ihren Einsatz gegen das Verbrechen glauben und ihren Ermittlungsschritten folgen kann. Auch aus der Opferperspektive heraus wird erzählt. Hier geht der grenzenlose Schrecken dem Leser unter die Haut. 
Die Autorin hat einen mitreissenden Erzählstil. Ihre Schilderungen der Schauplätze sind anschaulich, aber dennoch knapp gehalten. Sie findet genau das richtige Mass, das Erzählte vor dem inneren Auge bildhaft werden zu lassen ohne ausufernd zu fabulieren. So etwas schätze ich sehr beim Lesen, ebenso, wenn mehrere Handlungsstränge parallel verlaufen und in ein gemeinsames Finale münden.
Mich hat diese "Spielzeit" jedenfalls so begeistert, dass ich mir direkt einen weiteren Thriller von Tanja Pleva zugelegt habe. Mal schauen, ob "Orchideenstaub" mich auch so mitreissen kann.

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

krimi, rotterdam, holland, krimi/thriller

Sonne, Schnee und Tote (KB-Thriller/Krimi)

Christian Biesenbach
E-Buch Text: 383 Seiten
Erschienen bei null, 29.04.2013
ISBN B00BPB3QC2
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


"Sonne, Schnee und Tote", dieser Thriller von Christian Biesenbach hat mich gefesselt, wie schon lange kein Buch mehr.
In einer Rotterdamer Fleischfabrik, einem sehr verschachtelten Gebäude, findet man die Leiche eines jungen Mannes, wie sich herausstellt handelt es sich um den Ziehsohn des Inhabers. Er wurde brutal gefoltert.
Kees Bloemberg soll ermitteln, obwohl der Tatort nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fällt. Sein Vorgesetzter möchte aus diversen Gründen möglichst viel vertuschen, so dass Bloemberg immer wieder wichtige Details verschwiegen werden. Die gewisse Würze erhält der Thriller aber in meinen Augen durch den intriganten, widerlichen Polizeikollegen Fred Maartens. Man sympathisiert mit Kees und ärgert sich, wenn Freds Pläne gelingen. Die Auflösung des Falls ist spannend geschildert, die Charaktere werden eindringlich dargestellt und es gibt Action mit einem grandiosen Showdown, kurz: ein lesenswerter Thriller, auch wenn hinterher mein Gerechtigkeitssinn zu kurz gekommen ist.

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

ulf torreck, historischer thriller, thriller, vor der finsternis, frankreich

Vor der Finsternis

Ulf Torreck
E-Buch Text: 136 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 09.01.2017
ISBN 9783641202972
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Einen historischen Thriller hatte ich noch nicht oft in den Händen. "Vor der Finsternis" spielt in Paris anno 1797. Ein grausamer Mörder, der den Opfern das Herz aus dem Leib schneidet, ist dem Starermittler der Pariser Polizei, Inspecteur Louis Marais, immer einen Schritt voraus. Die Nachforschungen gestalten sich sehr unappetitlich, führen sogar in die Voodooszene der afrikanischen Haussklaven. Erst in allerletzter Minute kommt Marais auf die richtige Spur....
Logisch konnte mich dieser Thriller nicht so recht überzeugen, aber mir gefällt die Darstellung der damaligen Zeit. Egal, ob ein historischer Roman in Deutschland, England, Frankreich oder sonstwo auf der Welt spielt, überall zeigt sich, dass Adel und Reichtum über dem Gesetz standen und dass das Leben des kleinen Mannes auf der Strasse keinen Pfifferling wert war.  Auch hier wird diese Thematik deutlich. 
Insgesamt aber möchte ich diese Novelle nicht unbedingt als historischen Thriller bezeichnen, denn ich finde, er passt eher in die Horrorszene. Als Lesehäppchen für zwischendurch ist "Vor der Finsternis" für Leser mit sehr, sehr starken Nerven durchaus zu empfehlen, aber ich muss nicht unbedingt noch mehr Bücher mit Louis Marais in Aktion lesen.

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

nordsee, band 3, küste, nordseekrimi, föhr

Nebeltod

Nina Ohlandt
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 11.03.2016
ISBN 9783404173181
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


In "Nebeltod" von Nina Ohlandt ermittelt Hauptkommissar John Benthien von der Flensburger Kripo zum dritten Mal für die Krimileser, für mich ist es die erste Begegnung mit ihm. Ich bin angenehm überrascht: der Schauplatz auf den nordfriesischen Inseln und rund um Flensburg kommt authentisch rüber, und Benthien mit seinen Kollegen ist eine durchweg sympathische Truppe, in der jeder einzelne zählt und durch seine spezielle Eigenart punkten kann. Nur der neue Kollege aus Hannover entpuppt sich als unerwarteter Bremsklotz. Er ist nicht teamfähig, nicht kollegial, nicht einsichtig, sondern einfach nur ein sturer Kerl. Mal schauen, ob Frau Ohlandt und Kommissar Benthien ihn in den nächsten Folgen gebändigt kriegen.
Die Handlung splittet sich in mehrere Stränge auf. Ein gewaltsamer Mord, ein Pferderipper und ein Schuss auf einen Geländewagen, diese drei Verbrechen werden unter den Mitarbeitern aufgeteilt. Als Leser kann man alle Spuren mitverfolgen. Die Menschen werden sehr lebendig dargestellt. Man verteilt sofort Sympathiepunkte und spekuliert, wer zu den Bösen gehört. Hier macht das Lesen einfach auf jeder Seite Spass. Es wird nicht langweilig, obwohl es ein recht umfangreicher Roman ist. Besonders gut gefallen haben mir die geheimnisvollen Vorgänge in Johns Ferienhaus. Auch wenn das Rätsel gelöst ist, bin ich gespannt, ob in den nächsten Folgen nochmals darauf eingegangen wird. 
Ein spannendes Buch mit mehreren Handlungssträngen, die sinnvoll ineinander greifen, erhält von mir grundsätzlich die volle Punktzahl und wird weiterempfohlen.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Pfauenfedernmord - Ein Fall für die Kripo Wattenmeer

Ulrike Busch
E-Buch Text: 280 Seiten
Erschienen bei Edition M, 01.12.2015
ISBN 9781503995789
Genre: Sonstiges

Rezension:


Vorab muss ich sagen, dass ich gerne mal in die 0€-Angebote für den Kindle reinschaue. Oft ist das Cover schon so erschreckend dilettantisch, dass man sich auch nach der Lektüre der ersten Kapitel nicht mehr wundert, warum sich keiner traut für solchen Schrott Geld zu verlangen. Dann löscht man eben das Buch vom Kindle und aus der Erinnerung.
Aber manchmal wird man  auch überrascht.

Beim Pfauenfedernmord fällt direkt schon das atmophärisch prägnante Cover ins Auge, und auch beim Hineinlesen in die Story wird man schnell mit dem flüssig munteren Plauderton der Autorin warm. Drei Paare treffen sich schon seit Jahren zum gemeinsamen Urlaub auf Sylt, verbunden sind sie nur noch durch gegenseitige Forderungen und Erwartungen, die Freundschaft ist ihnen schon vor langer Zeit abhanden gekommen. Sympathisch ist mir keiner von ihnen geworden. Alle belauern sich gegenseitig und nach dem Mord an der biestigen Valerie versteht es die Autorin Ulrike Busch, jede Person verdächtig erscheinen zu lassen. Es gibt viele Motive, viele Indizien und die Auflösung ist dann doch unerwartet.
Also für Null Euro  bin ich gut unterhalten worden und würde auch weitere Bücher der Autorin lesen.

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37 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

wachau, österreich, krimi, regionalkrimi, lisa lercher

Faule Marillen

Lisa Lercher
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 04.08.2015
ISBN 9783709978344
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Major Paul Eigner liebäugelt damit, sich für die letzten Jahre seiner Dienstzeit in seine alte Wachauer Heimat zurückversetzen zu lassen. Seine Urlaubstage verbringt er bei gemächlichen Renovierungsarbeiten an einem alten Häuschen, doch nach einem Knochenfund auf einer Baustelle muss er der unterbesetzten Dienststelle zur Seite stehen. Die Gebeine können einem vor Jahren verschwundenen Pfarrer zugeordnet werden. Nach der langen Zeit ist die Ermittlungsarbeit äußerst schwierig. Der Major ist vor allem auf den Dorfklatsch angewiesen, der wie in allen kleinen Gemeinden in alle Richtungen blüht....
Zugegeben, ein spannender Krimi sind diese "Faule Marillen" für mich nicht. Dennoch hat mich dieser Regionalkrimi begeistern können. Die Autorin kommt zwar ohne  Dialekt in den Dialogen aus, so dass das Lesen eine Wohltat ist, aber durch Satzbau und Wortwahl ist dieser Roman sichtlich in Österreich angesiedelt. Auch die Gangart der Handlung hat etwas Gemütliches an sich. Die Zwischenmenschlichen Beziehungen stehen im Vordergrund, und so hat man zu jeder Person schnell ein Bild vor Augen. Ich fühle mich als Leser mitten in das kleine Wachauer Dorf hineinversetzt und habe mich dort sehr wohl gefühlt.

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

mord, thriller, internet, ebook, hacker

Mein Reich komme - Thriller: BLUE EDITION

Alexander Burger
E-Buch Text: 402 Seiten
Erschienen bei dp Digital Publishers, 11.12.2015
ISBN 9783945298237
Genre: Sonstiges

Rezension:


Mark van Groth möchte eigentlich nach seiner traumatisierenden Tätigkeit als LKA-Ermittler seine Tätigkeiten bei einer kleineren Behörde in ruhigere Bahnen für sich und seine Familie lenken. Doch die neuesten Morde bringen ihn erneut in Lebensgefahr. Ein hochintelligenter Psychopath will durch neueste Technik Macht und Allmacht nicht nur in der Cyberwelt erringen. Seine Taten sind grausam und werden von rätselhaften Goethe-Zitaten begleitet.
Es wird sehr überzeugend geschildert, wie PC-Spieler in ihre eigene Welt abtauchen und welchen Einfluss das auf die Realität hat. Für die Lösung des Falles muss van Groth sich selbst auch in die Cyberwelt begeben. Diese Kombination finde ich sehr ungewöhnlich, aber auch ansonsten ist es eine spannende Mördersuche mit überraschender Auflösung. Der Weg dahin war mir stellenweise ein wenig zu detailliert beziehungsweise zu kompliziert erklärt, was ich etwas ermüdend fand. Doch insgesamt hat Mark van Groth mit "Mein Reich komme" einen guten Einstieg hingelegt. Ich vermute und hoffe auch, dass noch weitere Fälle folgen werden.

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176 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 95 Rezensionen

thriller, entführung, psychothriller, trauma, helen callaghan

Dear Amy - Er wird mich töten, wenn Du mich nicht findest

Helen Callaghan , Heike Reissig
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur, 10.01.2017
ISBN 9783426654200
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Margot Lewis ist Lehrerin an einer renommierten Schule in Cambridge, nebenberuflich ist sie als "Dear Amy" die Kummerkastentante bei der Lokalzeitung. Hier erreichen sie die flehentlichen Hilferufe eines Entführungsopfers. Sie wendet sich an die Polizei und erfährt, dass diese Bethan Avery schon seit 17 Jahren vermisst wird und auch noch weitere Entführungen dem Täter zugeschrieben werden können.
Margot steckt zudem in einer unangenehmen Scheidungsgeschichte und sie hat psychische Probleme, die sich im weiteren Verlauf der Story verschlimmern.
Man nimmt das Geschehen aus der Sicht von Margot wahr, aber aus der Reaktion von Freunden fragt man sich, wo sich Realität und Wahn vermischen. Ein Rest Unsicherheit verbleibt beim Leser, selbst als es für die Hauptperson lebensgefährlich wird. Auch den ermittelnden Beamten mag man nicht bedingungslos vertrauen.
Alles zusammen sind das für mich perfekte Zutaten für einen perfekten Psychothriller. Die Autorin Helen Callaghan hat es geschafft, dass ich ihr Buch "Dear Amy" nicht aus der Hand legen konnte. Ihr Schreibstil ist fesselnd und der Plot ist von der ersten Seite an spannend.

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150 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 64 Rezensionen

neapel, freundschaft, italien, roman, studium

Die Geschichte eines neuen Namens

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.01.2017
ISBN 9783518425749
Genre: Romane

Rezension:


Die vierteilige Neapolitanische Saga von Elena Ferrante hat mittlerweile einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht. 
Die Autorin verfolgt den Lebensweg und die Freundschaft zweier intelligenter Mädchen, die in das quirlige, doch leider sehr arme Stadtviertel Rione in Neapel hineingeboren werden.
Auch wenn ich das Buch mit großem Interesse gelesen habe, muss ich sagen, dass mir vieles nicht gefallen hat: 

- leider habe ich den ersten Band nicht gelesen, und so hatte ich sehr oft das Gefühl, dass mir Details aus den früheren Jahren fehlen, denn es wird oft Bezug auf Vergangenes genommen.

- für mich waren es einfach viel zu viele Personen, die zu allem Überfluss auch oft noch in irgendeiner Form familiär oder beziehungsmäßig miteinander verbandelt sind. Erschwerend kommt hinzu, dass die gleiche Person oft sehr unterschiedlich genannt wird, mal mit richtigem Namen, dann mit Spitznamen, dann nur der Familienname. Ich mag es einfach nicht, wenn ich die Personen nur schwer zuordnen kann. Es stört meinen Lesefluß.

- vielleicht bin ich mit einer falschen Erwartungshaltung an das Buch herangegangen. Ich hatte mich auf eine große Portion italienischer Lebensart und -lust gefreut. Auf soviel Missgunst und Neid war ich nicht vorbereitet. Und ich frage mich ernsthaft, wie man die Beziehung zwischen Lila und Lenù als Freundschaft titulieren kann, wo doch eher der Konkurrenzkampf und Egoismus zwischen den beiden dominiert. Auch die anderen Charaktere sind mir zutiefst unsympathisch. Es gibt keinen Zusammenhalt. Lügen und Tricksereien sind an der Tagesordnung. Mir fehlt einfach ein Sympathieträger, mit dem ich mitfiebern und mitleiden kann. 

Natürlich hat der Roman auch positive Aspekte.
Das Buch ist sehr wertig verarbeitet, und hat sogar ein Lesebändchen, was ich immer sehr praktisch finde. Auch das Cover gefällt mir außerordentlich gut, sowohl vom Motiv als auch von der einheitlichen Farbgestaltung in den verschiedenen Fliedertönen. 
Den Schreibstil von Elena Ferrante muss man einfach als eindringlich und mitreißend bezeichnen. Dadurch konnte ich das Buch doch nicht aus der Hand legen, obwohl es mir so gar nicht gefiel.
Auch das Grundmotiv, diese beiden Mädchen mit ihrem Streben nach Wissen, Geld und Anerkennung gegenüber zu stellen und ihre Träume, ihr Scheitern und ihre Erfolge eindringlich zu schildern, empfinde ich als absolut lesenswert. Dennoch halten mich die negativen Stimmungen des Inhalts und die immer wieder auftretende Langatmigkeit der Geschichte davon ab, weiter Bände der Neapolitanische Saga lesen zu wollen.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Mordsabfindung

Steffen Schulze
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 15.06.2016
ISBN 9781534714939
Genre: Sonstiges

Rezension:


Gero von Kaiser ist Inhaber einer gut gehenden Sicherheitsfirma in Eisenach. Geldgier treibt ihn dazu, seine Produktion nach Slowenien outzusourcen. Doch das große Geld lässt auf sich warten und jeden Tag flattert neuer Ärger ins Haus: ein Pornoclip mit seiner süßen Tochter Anna wird veröffentlicht, Geld verschwindet vom Konto...und die Polizei steht vor einem Rätsel. Erst auf den letzten Seiten wird das wahre Ausmass der Tricksereien bekannt, aber bis dahin hat der Leser schon die Bekanntschaft von allerlei interessanten Personen gemacht. Da gibt einige ehemaligen Mitarbeiter, die nun unzufrieden mit ihrer Abfindung sind und einen Ausweg aus ihrer Situation suchen. Da gibt es Beate Jäger, die pfiffige Kommissarin, die mit einem Tatverdächtigen verschwägert ist, sowie gefährliche Slowenen, die vor nichts zurückschrecken.
Mir hat das Buch gut gefallen. Die Handlung ist komplexer, als es lange Zeit den Anschein hat, aber absolut begeistert bin ich von der Darstellung der Charaktere. Sie sind alle höchst unterschiedlich, und schon bald haben sich für mich einige Lieblinge herauskristallisiert. Zum Beispiel die kleine Angelika, die mit ihrer Intelligenz die Erwachsenen in die Tasche stecken kann. Oder Pascal und Klaus, die beiden
ehemaligen Angestellten von Kaiser, die sich an ihm rächen wollen und quasi als Running Gag mit ihrer grenzenlosen Naivität immer für komische Situationen sorgen. Mir hat vor allem der Humor des Autors gefallen, der mich immer wieder zum Lachen brachte, obwohl dieser Roman stellenweise sehr brutal ist und auch deftige Sexszenen enthält. Crime, Sex und Humor ist schon eine recht exotische Mischung, aber mich persönlich hat sie ausgesprochen gut unterhalten.

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39 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

drama, liebe, liebesdrama, romantik, historischer roman

Augen in der Finsternis

Andreas Herteux
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Erich von Werner Verlag, 25.11.2016
ISBN 9783981838817
Genre: Romane

Rezension:

In diesem Roman, der in Deutschland gegen Ende des 19.Jahrhunderts spielt, kommen abwechselnd die junge Adlige Elena von Rathau und Gottfried von Heldern, der Sohn eines reichen Fabrikbesitzers zu Wort. Sie schildern jeweils von ihrer Warte aus das Entstehen und den Verlauf ihrer einzigartigen Liebe. Elenas erste Worte sind:" Er ist tot. Gottfried ist tot." So weiß der Leser vorab schon, dass es einen tragischen Verlauf geben wird. Doch zuerst gibt es ein Feuerwerk an Lebenslust und Leidenschaft, als die freiheitsliebende Elena nach einer jahrelangen moralinsauren Erziehung in der Stadt auf den Herzensbrecher Gottfried trifft. Eine Zeit lang können sie ihre Liebe geheimhalten, aber bald holen sie die gesellschaftlichen Zwänge wieder ein. Auch die gegenseitigen Erwartungen prallen aufeinander, auch wenn durch die große Verliebtheit einiges abgemildert wird.
Vom Inhalt her ist es durchaus reizvoll, die Entwicklung der beiden Protagonisten zu verfolgen, aber mir hat der schwülstige Schreibstil des Autors nicht gefallen. Nach einiger Zeit hat man sich zwar dran gewöhnt, aber trotzdem liest sich das Buch sehr sperrig.

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199 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 102 Rezensionen

cornwall, thriller, minen, stiefmutter, weihnachten

Stiefkind

S. K. Tremayne , Susanne Wallbaum
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2016
ISBN 9783426516621
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Rachel ist eine Frau, die sich aus der Londoner Unterschicht herausarbeiten konnte. Nun hat sie scheinbar das große Los gewonnen, denn sie heiratet den reichen Witwer David Kerthen und zieht in sein Herrenhaus. Hier lebt sie die Woche über allein mit ihrem neuen Stiefsohn Jamie, den sie von Herzen liebt. Das Haus ist renovierungsbedürftig. Davids erste Frau Nina hat schon mit aufwendigen Renovierungsarbeiten begonnen und Rachel fällt es nicht leicht, sich in die Materie einzuarbeiten. Die Historie der Kerthens ist beeindruckend. Die Minen ringsum zeigen, wie der Reichtum erworben wurde und sind zugleich ein Mahnmal für die vielen Menschen, die in den Gruben ihr Leben gelassen haben.
Ninas Präsenz ist noch allgegenwärtig und plötzlich meint der kleine Jamie, seine verstorbene Mutter zu spüren und in die Zukunft sehen zu können. Rachel wird immer mehr ängstlicher und auch ihre Ehe hält nicht, was sie verspricht.

Der Autor versteht es meisterhaft, den Leser zu verunsichern:
- ist Nina wirklich gestorben oder lebt sie noch oder hat sie eine      Zwillingsschwester oder gibt es noch eine andere Erklärung für die  Phänomene?
- war es ein Unfall oder Selbstmord oder sogar Mord. Wenn ja, wer ist der Mörder?
Viele, viele Fragen und der Leser kommt von einer falschen Spur auf die nächste.
Leider ist des Rätsels Lösung für mich nicht ganz so glaubwürdig. 
Und leider muss ich auch sagen, dass mir die Hauptfigur, nämlich Rachel, nicht sympathisch ist. Sie ist so versessen darauf, dieses alte Herrenhaus zu besitzen, dass sie keine Gefahr scheut und auch vor Lügen nicht zurückschreckt.

Insgesamt ist dem Autor S. K. Tremayne ein guter, in weiten Teilen sehr spannender Psychothriller gelungen, der vielleicht noch unter Auslassung der weitschweifigen Bergbauhistorie etwas straffer hätte erzählt werden können.

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22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

schweiz, frankreich, jugend, liebe, tod

Die goldenen Tage

Monica Sabolo , Christian Kolb
Flexibler Einband: 213 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 29.10.2016
ISBN 9783518467213
Genre: Romane

Rezension:


Dieser Roman "Die goldenen Tage" von Monica Sabolo beginnt in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Die Reichen und Schönen aus Italien und Frankreich verbringen im schweizerischen Crans-Montana ihre Familienurlaube, nicht ohne gehortetes Schwarzgeld in Geheimverstecken über die Grenze zu schmuggeln. Der Focus der Autorin richtet sich zunächst auf eine Gruppe männlicher Jugendlicher, die gleichermaßen kollektiv wie sprachlos schüchtern aus der Ferne die drei schönsten Mädchen (Claudia, Chris und Charlie)  anhimmeln. Heute würde man das Trio als It-Girls bezeichnen: Mädchen, deren Lebensziel im Schönsein und Partymachen besteht. Im weiteren Verlauf ändert sich mit den Zeitabschnitten auch jeweils die Erzählperspektive. So kommen zum Beispiel auch die jungen Frauen selbst zu Wort. Gemeinsam ist allen der unstillbare Lebenshunger, aber kein Geld der Welt kann die Verzweiflung stillen, die jede hinter ihrer schönen Fassade verbirgt. Am Ende des Buches denkt man nur: Welche Verschwendung an kostbarer Lebenszeit und auch an Geld! Alle gehen eigentlich daran zu Grunde, dass ihr Leben keinen Sinn hat. 
Der Roman beinhaltet wenig Handlung, er ist mehr ein Sittengemälde der Hautevolee in der zweiten Hälfte der 20. Jahrhunderts.
Mir hat die Atmosphäre sehr gut gefallen, aber ich musste zwischendurch immer ein paar Tage Pause einlegen, weil es sonst doch etwas langweilig geworden wäre.

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41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

liebe, leuchtturmtage, neues leben, neuanfang, anni deckner

Leuchtturmtage

Anni Deckner
E-Buch Text: 202 Seiten
Erschienen bei Forever, 18.11.2016
ISBN 9783958181229
Genre: Liebesromane

Rezension:


Einst war Stella Engel als Model tätig, aber an der Seite ihres Ehemanns Holger mutiert sie zu einem biederen, braven Hausfrauchen, das mit ihren Kochkünsten den Mann verwöhnt und die eigenen Hüften aufpolstert. Da Holger sie zugunsten der schlanken Nachbarin verlässt, muss sie ihr Leben von Grund auf umkrempeln. Sie zieht von Hessen zurück an die Nordsee und wird endlich wieder glücklich: privat und auch beruflich.
Dieser Roman ist eine nette, freundliche Frauenlektüre für zwischendurch.  Anni Deckner hat einen frischen Schreibstil und ihre Heimatliebe schimmert immer zwischen den Zeilen durch. Fast möchte man selbst schon zu diesem schicksalträchtigen Leuchtturm pilgern. Die Message: "Lass dich nicht unterkriegen und suche deine persönlichen Stärken" ist nicht zu überlesen, auch wenn sie als leichte Kost serviert wird. Als Entspannungslektüre kann ich hier eine Leseempfehlung vergeben.

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

thriller, comic, raben, jens lossau, holocaust

Schwarzes Erbe

Jens Lossau
E-Buch Text: 408 Seiten
Erschienen bei dp DIGITAL PUBLISHERS, 27.10.2016
ISBN 9783960871293
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Ben und Lina sind von Jugend an Außenseiter. Sie folgen nicht dem Mainstream, sondern handeln ausschließlich nach ihrem eigenen Gewissen, treten für Gerechtigkeit ein. Zwischen ihnen entwickelt sich eine große und reine Liebe, auch beruflich ergänzen sie sich. Mit dem gezeichneten Comic "Rabenwelt" landen sie kometenartig auf den Bestsellerlisten. Sie sind mit einem Schlag reich und berühmt, leider auch angefeindet. "Rabenwelt" ist nämlich eine Parabel über das Leben im KZ. Überlebende Gewinnler aus der NS-Zeit trachten nun nach ihren Leben. Ben verändert sich unter dem Druck. Er wird psychisch krank und hat Geheimnisse vor Lina, die sie erst am Ende des Romans aufdecken kann.
Der Autor Jens Lossau hat einen packenden, mitreißenden Schreibstil. Nur mittendrin hatte ich eine Leseflaute, als mir Linas Gedankengänge zu versponnen wurden. Zum Glück ging es dann doch noch mal  in eine rasante Handlung über.
Leider bin ich mit den beiden Protagonisten nicht warm geworden. Sie gehören zwar zu den Guten, aber leben in ihrer eigenen fiebrig versponnenen Welt, die keinen Platz für andere hat. Selbst der Kontakt zu Bens sympathischem Vater wird auf ein Minimum reduziert. Das Außenseitertum wird regelrecht zelebriert. Und auch das Ende lässt mich etwas ratlos zurück, denn mir erschließt sich nicht, wer gelogen hat. 
Deswegen einen leichten Punktabzug für diesen ansonsten atemlosen Thriller.

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thriller, kein wille geschehe, mord, schopenhauer, trauer

Kein Wille geschehe

Guido Kniesel
Flexibler Einband: 312 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 08.09.2016
ISBN 9781537455389
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Kein Wille geschehe" von Guido Kniesel verdient den Namen Psychothriller, denn man taucht tief in die Psyche des Täters ein und auch an schockierenden Thrills herrscht von der ersten Seite an kein Mangel. Man sollte ziemlich viel verkraften können, wenn man dieses Buch in die Hand nimmt, denn der Täter mordet blutig und grausam. Nachdem ein Richter und ein Staatsanwalt ihm schon zum Opfer fielen, hat er nun den forensischen Psychiater Hendrik Jansen im Visier. Er bringt erst dessen Frau und den kleinen Sohn in seine Gewalt, dann Jansen selbst. Zwischen dem Täter und dem Psychiater entwickelt sich ein wahres Psychoduell, das für mich noch spannender hätte sein können, wenn es einen Hauch weniger philosophisch gehalten wäre. Auch die Vorgehensweise des "Hackers" war mir eine Spur zu detailliert und damit zu trocken. Von diesen kleinen Schwächen mal abgesehen hat Guido Kniesel einen knallharten und hochintelligenten Thriller verfasst, den ich mit großer Spannung verschlungen habe.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Mein Freund Buddy der Weihnachtself

Sandra Engler
Flexibler Einband: 84 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 28.11.2016
ISBN 9781540530806
Genre: Kinderbuch

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

serie, reihe, band , fortsetzung

Lindner und das schwarze Schaf

Jürgen Seibold
Buch: 288 Seiten
Erschienen bei Silberburg, 06.10.2016
ISBN 9783842514836
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Auf der schwäbischen Alb werden des nachts drei Schafe und der Schäfer samt Hütehund von Wölfen gerissen. Die Presse stürzt sich sensationslüstern auf die Story. Bis zur genauen Klärung der Umstände soll LKA-Kommissar Stefan Lindner in Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden möglichst unauffällig ermitteln. Leider behindert ihn sein missgünstiger Exkollege Roeder wo er nur kann.

Mit Jürgen Seibold hat man grundsätzlich einen unterhaltsames Buch in der Hand. Das ist jedenfalls die Erfahrung, die ich gemacht habe. Auch hier blitzt immer wieder sein skurriler Humor durch, wenn es um die Charakterisierung einzelner Personen geht. Diesmal haben mir die Wolfsexperten besonders gut gefallen, Lindner selbst kommt mir ein wenig zu wehleidig daher. 
"Lindner und das schwarze Schaf" ist ein Krimi aus Baden-Württemberg und erfüllt für mich alle Kriterien eines netten Regionalkrimis. Eine Landschaft, die Lust auf einen Kurzurlaub macht, ein gewisses Lokalkolorit, nette und eigenwillige Persönlichkeiten und ein eingänger Plot. All das hab ich in diesem Krimi wiedergefunden und kann ihn deshalb gerne weiter empfehlen.

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156 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 93 Rezensionen

thriller, moor, maya, krimi, mooresschwärze

Mooresschwärze

Catherine Shepherd
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Kafel Verlag, 01.11.2016
ISBN 9783944676067
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Kommissar Florian Kessler (bindungsscheu, durchtrainiert und sexy) und die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz (Workaholic mit Kindheitstrauma) sind beruflich eine Art Dreamteam und finden auch persönlich immer mehr Gemeinsamkeiten, während sie die bizarre Mordserie an blutjungen Mädchen aufklären. Alle Opfer haben ähnliche Tattoos auf dem Bauch, die auf uralte Maya-Riten hindeuten und somit auch erste Hinweise auf den Täter liefern.


Catherine Shepherd wird als eine der Top-Thrillerautoren gehandelt. Insofern war ich schon ab dem 2.Kapitel enttäuscht. Der Prolog und auch das erste Kapitel sind noch vielversprechend spannend, aber dann wird es lange Zeit recht banal. Absolut unrealistisch ist der Sargdiebstahl an der Tankstelle. Von da an habe ich nur noch mit mäßiger Spannung weiter gelesen.
Sehr originell sind die Vorgehensweise und die Motive des Mörders. Ich mag es immer wieder, wenn ich durchs Lesen en passant mein Wissen erweitern kann. Hier habe ich einiges über die Mayakultur erfahren können, doch leider gerieten die Passagen dann doch etwas zu langatmig.
Die Darstellung des späteren Opfers Hannah finde ich sehr gelungen. Ein süßes Mädchen, in allem noch unsicher, verliebt sich im Chat in einen Traumboy, glaubt alles, erlebt das erste Herzklopfen im Internet, und lässt alle Vorsicht sausen.
Mit den Ermittlern Florian und Julia dagegen konnte ich mich so gar nicht anfreunden. Vor allem bei Julia hat es mich gestört, dass immer wieder Bezug auf den lange zurückliegenden Mord an ihrem Bruder genommen wird, weil es keine Bedeutung für den aktuellen Fall hat.
Wie schon gesagt, mich hat dieses Buch enttäuscht. Ich finde es nur mittelmäßig spannend und bin froh, dass ich es quasi als Sonderangebot erwerben konnte.

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215 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 115 Rezensionen

dresden, krimi, 2. weltkrieg, serienmörder, krieg

Der Angstmann

Frank Goldammer
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 23.09.2016
ISBN 9783423261203
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Dieser Roman beginnt im Kriegswinter 1944. Schauplatz ist Dresden, wo eine bestialisch zugerichtete Frauenleiche gefunden wird. Kommissar Max Heller macht es sich zur persönlichen Aufgabe, den Mörder zu fassen. Es bleibt leider nicht bei einer toten Frau, es geht ein Serienmörder um. Die Leute tuscheln schon, geben dem Täter den Namen Angstmann und bringen die wildesten Gerüchte in Umlauf. Hellers Vorgesetzter ist ein nationalsozialistischer Fanatiker, der als ehemaliger Schlachter nur aufgrund seiner Linientreue auf diesen Posten geschoben wurde. Jetzt macht er Heller das Leben schwer. Als 1945 nach dem Einmarsch der Russen Heller, der mittlerweile arbeitslos ist, zufällig wieder von neuen Gräueltaten des Angstmanns erfährt, verbeißt er sich erneut in den Fall.
Mir erschien ein Krimi aus der Zeit des 2.Weltkriegs sehr vielversprechend, aber leider hat es sehr lange gedauert, bis es für mich spannend wurde. Die ersten zwei Drittel sind sehr langatmig, vor allem die Nacht des großen Bombardements wird in epischer Breite geschildert. Das möchte man lesen, wenn man einen Roman in der Hand hält, aber bei einem Krimi hat man andere Erwartungen. Erst auf dem letzten Drittel setzt die von mir erhoffte zügige Ermittlung und Mördersuche ein. Hier wird es dann auch so spannend, dass ich in einem Rutsch zu Ende lesen musste. 
Max Heller ist mir nicht wirklich sympathisch. Obwohl man einen sehr intensiven Einblick in seine Gedankenwelt erhält und deswegen weiß, warum er so handelt wie er es tut, ist er mir zu fanatisch und zu engstirnig. Seine Frau kommt um vor Sorge, hat Hunger und das weiß er, aber lieber begibt er sich in Lebensgefahr, weil die toten Frauen ihm wichtiger sind.
 Ich denke, die Zeit damals wird sehr realistisch dargestellt. Das gegenseitige Belauern, die Angst vor Denunziation, die kräftezehrende Suche nach Nahrung, der Kampf ums nackte Überleben, all das erlebt der Leser hautnah, aber wie gesagt, in dieser Ausführlichkeit gehört das eher in das Genre historischer Romane. Deswegen bin ich etwas enttäuscht von "Der Angstmann"

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69 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

kriminelles verhalten, hund, liebe, spannung

Todeskleid: Thriller

Karen Rose
E-Buch Text
Erschienen bei Knaur eBook, 13.11.2012
ISBN 9783426415917
Genre: Sonstiges

Rezension:

"Todeskleid" von Karen Rose ist ein ganz schön umfangreiches Buch geworden. Die Privatdetektivin Paige Holden wird von einer Frau engagiert, die beweisen will, dass ihr Sohn unschuldig hinter Gittern sitzt. Der für das Urteil zuständige Staatsanwalt Grayson Smith merkt bald, dass man ihn zu einem Handlanger von Rechtsbeugung im großen Stil gemacht hat. Paige und Grayson, beides attraktive Menschen mit großen Bindungsängsten, müssen eng zusammenarbeiten und schon bald knistert es heftig. Es ist eine manchmal etwas zu verwickelte Story, die Karen Rose erzählt, aber gewürzt mit vielen Leichen und einer guten Dosis Erotik bleibt trotz der vielen Seiten das Spannungslevel hoch.

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41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

thriller, der proband, proband, guido kniesel, alkohol

Der Proband

Guido Kniesel
Flexibler Einband: 276 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 15.07.2016
ISBN 9781535287005
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Wie grausam Tierversuche sein können, wird in dem Thriller "Der Proband" von Guido Kniesel unter die Haut gehend geschildert. Es gibt ein versteckt arbeitendes Versuchslabor, in dem eine kleine Gruppe Hirnforscher einen Schimpansen nach dem anderen einen schrecklichen Tod sterben läßt, um das Suchtproblem bei Menschen ein für alle Male heilen zu können. Die bisherigen Ergebnisse sind zwar ermutigend, doch enden alle Testreihen im tödlichen Wahnsinn des Versuchstieres. Die Zeit drängt, denn der Auftraggeber droht mit Einstellung der finanziellen Mittel. Die Wissenschaftler entscheiden sich skrupellos, mit der Forschung am Menschen zu beginnen. Ihre Wahl fällt auf  Paul Amon, einem intelligenten Computerspezialisten, der sich seines totalen sozialen Absturzes bewusst ist, aber hilflos seinen Süchten ausgeliefert ist und nun in dieser bahnbrechenden Therapie seine letzte Hoffnung setzt.
Als Leser erlebt man alles beklemmend hautnah mit: das Leiden der gequälten Affen, aber auch das Seelenleben eines Süchtigen, der morgens in einer Lache der eigenen Exkrementen aufwacht. Die Hirnforscher werden getrieben von einem entmenschten Wissensdrang gepaart mit der Gier nach weltweiter Anerkennung. Kurz gesagt, hier wird ein Horrorszenario in eine rasant spannende Handlung verpackt, die den Leser kaum Atem holen lässt. Die Sympathien liegen eindeutig bei dem getriebenen Paul Amon, dem man von Herzen eine Rückkehr in ein normales Leben wünscht.
Der Autor, Guido Kniesel, hat mit "Der Proband" einen regelrechten Wissenschaftsknüller auf den Markt gebracht. Er schreibt mitreißend bis zur letzten Seite, die Charaktere sind sehr eigenwillig herausgearbeitet und das Ende ist schockierend. Für meinen Geschmack hätten die wissenschaftlichen Erläuterungen etwas mehr gestrafft sein können, aber insgesamt hat mich dieses Buch sehr gefesselt.

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Mallorquinische Träume: Kriminalroman (Kriminalromane im GMEINER-Verlag)

Kurt Lehmkuhl
E-Buch Text: 313 Seiten
Erschienen bei GMEINER, 01.11.2016
ISBN 9783734994425
Genre: Sonstiges

Rezension:


Eigentlich habe ich mich mit diesem Kriminalroman vergriffen. Aufgrund des Covers und des Titels, ohne auf den Klappentext zu achten, wollte ich einen schönen Spanienkrimi lesen. Erst später merkte ich, dass sich das meiste in Düren abspielt. Der Autor, Kurt Lehmkuhl, von dem ich schon andere Krimis gelesen habe, konnte mich diesmal überraschen, denn seine Heimatverbundenheit schimmert angenehm dezent zwischen den Zeilen durch, ist niemals langatmig.
Die Handlung selbst wird spannend aufgebaut. Ein Fabrikantenehepaar wird zum zweiten Mal Opfer einer Kindesentführung. Der frisch entlassene Strafgefangene Thomas Thielen gerät augenscheinlich zufällig in den Focus der Ermittlung von Kommissar Küpper, Journalist Bahn und Rechtsanwalt Grundler, aber irgendwie ist es dann doch nicht nur reiner Zufall. Die Auflösung ist mir dann doch etwas zu schnell und zu kurz geraten, deswegen einen Stern Abzug.

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

schlager, krimi, castingshow, undercover, kriminalroman

Der Träume blauer Schlussakkord

Brigitte Pons
Flexibler Einband
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 14.10.2016
ISBN 9783736304918
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Im malerischen Ort Vielbrunn im Odenwald finden die Dreharbeiten zu einer Schlagercastingshow statt, "Schlager reloaded" nennt sie sich. Noch ist alles streng geheim, somit bleibt der Presse- und Fanrummel vorerst einmal aus, auch wenn Stars aus den 70er Jahren in der Jury sitzen und sich eine Auferstehung aus Ruinen herbeisehnen.
Die Location im ortsansässigen Parkhotel ist perfekt gewählt. Einmal die völlige Abgeschiedenheit der Lage, aber auch das bewusst im Stil der 70er Jahre aufrecht erhaltene Ambiente und last but not least die niedrigen Kosten sind für diese low budget Produktion wie maßgeschneidert.
Erste Schwierigkeiten treten auf, als sich der Bassist der Begleitband wegen Streitereien aus dem Staub macht. Durch Glück und eine gehörige Portion Talent tritt der Ortspolizist Frank Liebknecht an seine Stelle. Eigentlich soll es eine Urlaubsbeschäftigung sein, aber wie so oft im Leben: der Job hört nie auf! Als sich ein Mord in der Hotelschwimmhalle ereignet, hat die Erbacher Polizei schon in Frank den perfekten Maulwurf am Ort des Geschehens...
Frank Liebknecht besticht den Leser durch seine Bescheidenheit. Er ist bis ins Mark hinein schüchtern, dabei ist er ein absolut fähiger Polizist, der durch seine Intuition und seine Kombinationsgabe der Lösung immer näher kommt. Franks Innenleben nimmt einen fast ebenso großen Part in dem Roman ein wie die Mordermittlung selbst. Das hat mir gut gefallen, denn ich fand es auch ebenso spannend.
Der Rummel einer Castingshow wird mit einem feinen Augenzwinkern auf die Schippe genommen. Der abgehalfterte Schlagerstar, das junge talentierte Küken, die abgebrühte Produzentin - alle Klischees findet der Leser wieder. Spontane Handyvideos der Teilnehmer sollen dem Zuschauer einen Einblick hinter die Kulissen geben. Spontan ist leider gar nichts, denn auch da gibt es ein geheimes Script, das für eine verzerrte Wahrnehmung sorgt. Ich halte diesen Handlungsstrang gar nicht mal für allzu realitätsfern.
Die Mördersuche an sich ist bis zuletzt eine sehr spannende Angelegenheit. Die Verdächtigen geraten reihum immer wieder mal in den Focus. Da gibt es mehrere, die ausreichend Beweggründe für so eine Tat gehabt hätten. Mich hat die Auflösung überraschen können, und ich hab schon einige Krimis gelesen.
Ich habe im Anschluss an die Lektüre sowohl den Ort Vielbrunn als auch das Parkhotel 1970 gegoogelt und viel Freude an den Suchergebnissen gehabt. Die Beschreibungen der Autorin decken sich völlig mit der Realität, und so wie ich mir beim Lesen alles vorgestellt habe, so finde ich es in den Bildern hundertprozentig wieder. Einfach toll.
Ein rundum, auch sprachlich, gelungener Kriminalroman, den ich uneingeschränkt weiter empfehlen kann.

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