friederickesblogs Bibliothek

62 Bücher, 59 Rezensionen

Zu friederickesblogs Profil
Filtern nach
62 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

1 Bibliothek, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Das Licht der Insel: Roman

Jean E. Pendziwol
E-Buch Text: 417 Seiten
Erschienen bei Penguin Verlag, 16.10.2017
ISBN 9783641218614
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

4 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Der verbotene Liebesbrief: Roman

Lucinda Riley
E-Buch Text: 705 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 18.09.2017
ISBN 9783641174279
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

katzen, kinderbuch, kinder, düsseldorf

Smillo von Gerresheim

Brigitte Regitz , Illustrationen Nanda Naumann
Flexibler Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Mbook, 14.07.2017
ISBN 9789463423755
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext:

 

Das Buch zeichnet die ersten Lebensmonate eines herrenlosen Katers nach, die so oder so ähnlich verlaufen sind, denn diesen Kater gibt es tatsächlich.

Das Buch gibt Einblick in das Leben eines herrenlosen Katers, der zu seinem Glück eine Futterstelle gefunden hat, an der herrenlose Katzen und Kater von Tierschützern täglich mit Futter versorgt werden und an der allen Katzen und Katern ein eigenes Schlafhaus zur Verfügung steht, das sie vor Regen, Schnee und Kälte schützt.

„Smillo von Gerresheim“ hat DIN-A-4-Format, 64 Seiten. Zauberhafte Abbildungen, 23 in Farbe und vier schwarz-weiße, denen leicht lesbare Texte gegenüberstehen, sorgen für gute Unterhaltung und manche überraschende Information.

 

Die Autorin:

 

Brigitte Regitz -Tierschützerin aus Düsseldorf koordiniert seit einigen Jahren die Versorgung herrenloser Katzen und Kater in einem weitläufigen Gelände im Stadtteil Gerresheim.

Nanda Naumann – Illustratorin aus Berlin hat das Buch liebevoll illustriert.

 

Cover:

 

 

Ein Kater sitzt am Straßenrand und blickt sich suchend um. Die kindgerechte Zeichnung passt zum Inhalt des Buches. Der Klappentext macht neugierig.

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!)

 

Die Geschichte erzählt von einem Kater, der eine Futterstelle findet, an der Tierschützer täglich herrenlose Katzen mit Futter versorgen. So bekommen Kinder einen Einblick in das Leben von Tieren, die kein Zuhause haben.

 

 

Meine Meinung:

 

Es handelt sich um ein feinfühliges Kinderbuch und normalerweise bewerte ich nur den Inhalt und die Zeichnungen. Keinesfalls das Layout. Aber in diesem Fall mache ich eine Ausnahme, weil das Format in die Geschichte hinein strahlt.

 

Dieses große Format stört meines Erachtens, weil man ganz oft auf eine fast leere Seite schaut. Ähnlich ist es auch mit den Zeichnungen, die nur das obere Drittel einnehmen. Ich weiß wie schwer das ist, ein richtiges Format zu wählen. Ein kleines Format ist auch nicht immer ideal, weil es mit relativ wenigen Seiten schnell als Broschüre, oder als Heftchen daherkommt. Es ist und bleibt deshalb ein Spagat und vielleicht auch Geschmacksache. Bei der Schrift stört der Punkt, am Ende des Satzes, auf halber Höhe, den Lesefluss. Das mag jetzt pingelig klingen. Aber Vielleser sind den Punkt an anderer Stelle gewöhnt und das Auge muss sich erst gewöhnen.

 

Die Geschichte ist sehr einfühlsam und schildert Kindern das Leben und die Gefühle von herrenlosen Tieren. Die Autorin schreibt flüssig, leicht verständlich und kindgerecht. Überwiegend schaut man von außen in die Erzählung hinein, was ja eigentlich immer etwas Abstand von den Figuren bedeutet. Von daher hätte ich mir gut vorstellen können, in den kleinen Smillo hineinzukriechen und das Ganze aus seiner Perspektive zu betrachten. Aber das Buch ist ein schönes Buch, das Kinder bestimmt gerne mögen. Die Zeichnungen sind besonders hervorzuheben. Sie sind ausdrucksstark und sehr detailliert. Sie tragen zum besseren Verständnis und dem Tierschutz bei.

 

Am Ende des Buches sind noch viele Hinweise für Wissbegierige.

 

Das Buch bekommt eine Leseempfehlung.

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

  (0)
Tags: katzen, kinder, kinderbuch   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

liebesroman, jugendbuch, . freunde

Scherbenbilder - Großdruck

Melina Coniglio
Flexibler Einband: 191 Seiten
Erschienen bei AAVAA Verlag, 01.09.2017
ISBN 9783845924151
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

 

Drei Menschen. Drei Leben. Drei Schicksale.

Aiko, Kai und Mamoru sind Jugendliche, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dennoch treffen ihre Welten durch puren Zufall aufeinander. Jeder von ihnen hat mit seinen ganz eigenen Problemen zu kämpfen und doch ist es genau das, was sie zusammenschweißt, ihre Seelen miteinander verbindet.
Gemeinsam erleben sie das Jahr ihres Lebens, erfahren zum ersten Mal das Gefühl ehrlicher Liebe und knüpfen vermeintliche Freundschaften fürs Leben.
Jedoch müssen auch sie irgendwann erkennen, dass nichts für immer ist und so bleiben ihnen am Ende nur die Scherben der Erinnerungen an eine einst wundervolle Zeit.

 

Die Autorin:

 

Melina Coniglio wurde im Jahre 1997 in Köln geboren, wo sie bis heute mit ihrem Freund und ihren zwei Katzen lebt. Zurzeit studiert sie Modernes Japan und Germanistik in Düsseldorf und arbeitet auf eine berufliche Laufbahn als Lektorin hin. Am Schreiben hat sie schon früh Gefallen gefunden und hat bereits während ihrer Schulzeit an diversen Artikeln der Schülerzeitung mitgewirkt. Auch ist sie seit mehreren Jahren auf dem Schreibportal »Fanfiktion.de« unterwegs, wo sie sich in ihrer Freizeit leidenschaftlich ihren privaten Schreibprojekten widmet und schon zwei Stück veröffentlicht hat, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Die junge Autorin liebt es, sich von verschiedenen Dingen inspirieren zu lassen, wie zum Beispiel von Serien oder Videospielen, um damit im Anschluss etwas völlig Neues zu kreieren. Mit ihrem ersten Roman »Scherbenbilder« hat sie jedoch etwas ganz Eigenes erschaffen und sich dazu auch noch an ein für sie ganz neues Terrain herangewagt, denn eigentlich fühlt sich Melina im Fantasy-Genre am wohlsten.

 

Cover:

 

 

Das Cover zeigt drei Freunde die sich umarmen. Damit ist die Beziehung der drei jungen Menschen sehr gefühlvoll dargestellt. Die Scherben allerdings lassen wissen, dass es sich nicht um eine leichte Liebesgeschichte handelt.

 

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

 

Aiko und Kai lernen sich in der Schule kennen. Beide sind Außenseiter und finden deshalb nach und nach zu einer engen Freundschaft. Kai bringt auch Aiko mit seinem besten Freund Mamoru zusammen, weil er glaubt, dass wenn sich die beiden näherkommen, sie ihr Leben in die richtige Richtung lenken zu können.

 

Meine Meinung:

 

Es fällt mir ehrlich gesagt nicht leicht das Buch zu bewerten, welches sich mit sehr ernsten und schweren Themen beschäftigt und deshalb nicht so einfach nach Schreibstil und Inhalt zusammengefasst werden kann.

Es handelt sich um drei jungen Menschen, die allesamt Außenseiter und problembehaftet sind. Zwei davon sind nach meiner Einschätzung seelisch krank und sind selbstzerstörerisch unterwegs. Das zusammen erschwert es mir sehr den Figuren überhaupt nahezukommen, weil ich sie am liebsten in eine Klinik einweisen würde. Außerdem sind die Hintergründe der jeweiligen Probleme meines Erachtens für den Leser nicht ausreichend durchleuchtet. Die Figuren sind in ihren Charakteren überzeugend und sehr gut beschrieben. Die Schauplätze sind im Buch kein eigentliches Thema. Der Schreibstil ist flüssig und lebhaft. Allerdings haben mich die vielen Wortwiederholungen nach einiger Zeit sehr gestört. So zum Beispiel das Wort „Grinsen“ an sich, welches sehr oft auf den Gesichtern breiter wird, oder sich schief auf den Lippen kräuselt im Besonderen. Ebenso das schiefe Lächeln auf den Lippen.

 

Insgesamt ist es aber eine leise Liebesgeschichte, die natürlich aufgrund der Vorgeschichte keine großen und hektischen Ausschläge hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass junge Menschen, die sich sehr in die Gefühle dieser Schüler hineinversetzen können, das Buch sehr mögen. Ebenso Mütter, deren Kinder ähnliche Probleme haben. Das Ende lässt es zu, die Geschichte weiterzuerzählen.

 

Ich spreche eine leise Leseempfehlung aus und wünsche dem Buch viel Erfolg.

 

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

  (0)
Tags: . freunde, jugendbuch, liebesroman   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

buch, buchhandlung, roman, liebe, liebegeschichte

Liebe zwischen den Zeilen: Roman

Veronica Henry
E-Buch Text: 369 Seiten
Erschienen bei Diana Verlag, 14.08.2017
ISBN 9783641206505
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext:

 

Die kleine Buchhandlung Nightingale Books hat Emilia von ihrem geliebten Vater übernommen. Im Herzen des verschlafenen Städtchens Peasebrook ist sie eine Begegnungsstätte für die unterschiedlichsten Menschen mit ihrem Kummer und ihren Träumen. Doch Julius Nightingale war ein großer Buchliebhaber und kein Buchhalter – der Laden steht kurz vor dem Ruin. Emilia bleiben nur wenige Monate, um diesen besonderen Ort vor einem Großinvestor zu retten. Denn nicht nur sie findet hier Freundschaft und Liebe …

 

Die Autorin:

 

Veronica Henry arbeitete für die BBC und als Drehbuchautorin für zahlreiche Fernsehproduktionen, bevor sie sich dem Schreiben von Romanen zuwandte. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Devon, England. Nach "Für immer am Meer", "Wie ein Sommertag" und "Nachts nach Venedig" ist „Liebe zwischen den Zeilen“ ihr vierter Roman im Diana Verlag.

 

Cover:

 

Das Cover in seinen kräftigen Farben ist wunderbar mit dem Titel in Einklang gebracht. Die Schaufenster der Buchhandlung mit der gesamten sind sehr einladend. Und der Klappentext löst den Wunsch aus, das Buch lesen zu wollen. Eine rundum gelungene Präsentation des Buches.

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Julia ist dank ihres Vaters in der Welt unterwegs, als sie erfährt, dass es ihm sehr schlecht geht. Sie eilt zurück und begleitet ihn auf seinem letzten Stück des irdischen Weges. Sie kümmert sich nach dem Abschied um seine geliebte Buchhandlung, die kurz vor dem Ruin steht, weil er sich mehr um die Menschen und ihre Liebe zu Büchern kümmerte, als um seine Zahlen und die Wirtschaftlichkeit. Dabei erfährt sie, wie beliebt ihr Vater in dem Städtchen Peasebrook eigentlich war und lernt ihm einige nahestehende Menschen und deren Lebensgeschichten kennen. Kann Sie die Buchhandlung vor einem großen Investor retten?

 

Meine Meinung:

 

Zunächst geht es in der Zeit zurück. Man erfährt wie und wann sich Julias Vater entschied die Buchhandlung zu übernehmen. Wie Julius damals mit neunzehn Jahren als junger Mann seine große Liebe zwischen Büchern kennenlernte und warum er dann mit dem kleinen Mädchen, einem Baby alleine dastand. Nach und nach erklärt sich die große und tiefe Liebe zwischen Vater und Tochter.

Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und fast allesamt mit liebevollen Charakteren ausgestattet. Sie sind einerseits wunderbar unterschiedlich in ihren Berufen und ihrem Handeln und anderseits angenehm mutig und gradlinig. Man muss sie einfach mögen. Der Schreibstil ist sehr leicht und flüssig. Die Autorin erzählt aus mehreren und stets wechselnden Perspektiven, sodass an keiner Stelle Langeweile entsteht und die Geschichte sich wunderbar weiterentwickelt.

 

Es ist kein üblicher Liebesroman, sondern es sind mehrere feingesponnene Geschichten, Beziehungsgeschichten und Lebensläufe von Menschen, deren Fäden in und um die Buchhandlung herum irgendwann zusammenlaufen. Viele kannten Julias Vater gut und liebten diese Buchhandlung sehr. Auch Julias Trauer um ihren Vater und der Wunsch seine Buchhandlung weiterzuführen spielen eine große Rolle.
Außerdem werden von der Autorin Inhalte von bekannten und unbekannten Büchern verschiedener Genres in die Handlung eingeflochten, die uns ganz subtil vermitteln, dass jeder sein Lieblingsbuch und auch manche Erkenntnis in seiner Buchhandlung finden wird.

 

Das präzise beschriebene Geschäftsmodell der Buchhandlung und die Vorstellung wie eine Buchhandlung im besten Fall sein sollte, lässt darauf schließen, dass die Autorin von so einer Buchhandlung träumt. Einer Buchhandlung, in die man nicht nur geht, weil man ein Buch kaufen möchte. In die man geht, weil man Bücher über alles liebt. Und auch ich hätte gerne so eine Buchhandlung um die Ecke.

 

Es ist insgesamt ein leises Buch, ein Buch, das nicht eine dahinplätschernde und durchschaubare Liebesgeschichte beschreibt, sondern eine in sich stimmige geschickte Erzählung präsentiert, die mehrere Liebesgeschichten miteinander verwoben hat. Ein Buch, das man nicht mehr weglegen möchte, eines das zu den Büchern gehört, die ein Jahr versüßen und das deshalb von mir eine ausdrückliche Leseempfehlung bekommt.

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

  (0)
Tags: buch, buchhandlung, liebe, liebegeschichte, roman   (5)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

roman, wood

Wohin dein Traum dich führt

Barbara Wood , Veronika Cordes
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 23.03.2017
ISBN 9783810523839
Genre: Historische Romane

Rezension:

Klappentext:

 

Als die schöne New Yorker Erbin Elizabeth im Sommer 1920 bei der Schiffspassage in die Heimat auf Nigel, Baron Stullwood trifft, ist sie von ihm fasziniert: Man hat ihn zwar enterbt, aber er brennt vor Energie und Zuversicht, und er ist fest entschlossen, England mit all seinen beengenden Traditionen hinter sich zu lassen und aus eigener Kraft ein Imperium zu erschaffen. Elizabeth verliebt sich in ihn und seinen Traum von riesigen Palmenplantagen in der kalifornischen Wüste. Die wilde Landschaft begeistert und berührt sie zutiefst. Doch in Palm Springs, auf das gerade der Glanz von Hollywood und seinen Filmstars fällt, erlebt Elizabeth auch die dunkle Seite von Nigels Ehrgeiz und seiner Gier nach Geld und Einfluss. Kann sie wirklich ganz allein gegen die mögliche Zerstörung der fragilen Natur kämpfen – und sich gegen Nigel stellen? Wer wird ihr dabei helfen? Elizabeth muss entscheiden, ob sie ihrem eigenen Traum folgen darf.

 

Die Autorin:

 

Barbara Wood ist international als Bestsellerautorin bekannt. Allein im deutschsprachigen Raum liegt die Gesamtauflage ihrer Romane weit über 13 Mio., mit Erfolgen wie „Rote Sonne, schwarzes Land“, „Traumzeit“, „Kristall der Träume“ und „Das Perlenmädchen“. Die Recherchen für ihre Bücher führten sie um die ganze Welt. 2002 wurde sie für ihren Roman „Himmelsfeuer“ mit dem Corine-Preis ausgezeichnet. Barbara Wood stammt aus England, lebt aber seit langem in den USA in Kalifornien.

 

Cover:

 

Das Cover ist in überwiegend eher zarten, hellen Farben gestaltet. Es zeigt ein herrschaftliches Haus im Kolonialstil an einem Fluss umgeben von Palmen – ein Hinweis auf den Schauplatz Palm Springs in der Wüste Kaliforniens.

 

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

1920 lernt Elizabeth, eine New Yorker Tochter aus reichem Hause, während einer Schiffsreise Nigel kennen, den Baron Stullwood aus England. Er wurde von seinem Vater zugunsten seines jüngeren Bruders enterbt und ist nun wild entschlossen, sich im amerikanischen Westen eine neue Existenz aufzubauen. Doch für seine Pläne braucht er viel Geld. Elizabeths Wohlstand kommt ihm da gerade recht, und er

beschließt, um sie zu werben. Während sich Elizabeth in ihn verliebt, ist für ihn alles nur Berechnung. Skrupellos räumt er sogar einen Konkurrenten um Elizabeths Gunst aus dem Weg. Schließlich geht sein Plan auf: Er heiratet Elizabeth und lässt sich mit ihr in Palm Springs in der kalifornischen Wüste nieder. Dort baut er eine Dattelplantage auf, die er mit harter Hand leitet – ohne Rücksichtnahme auf seine Arbeiter und auch auf die im benachbarten Reservat lebenden Indianer. Seinen Jähzorn und sein aufbrausendes Wesen bekommt bald auch Elizabeth zu spüren, die durch sein Verschulden eine Fehlgeburt erleidet. Doch Nigel behält auch hier Oberwasser und versucht ihr einzureden, dass sie an dem, was passiert ist, allein die Schuld trägt.

 

Elizabeth hat Schwierigkeiten, sich den Bewohnern von Palm Springs anzunähern, ist sie doch in deren Augen eine reiche Lady, die weit über ihnen steht. Der Einzige, zu dem sie außer ihrem Personal Kontakt aufbaut, ist Cody McNeal, der auf der Suche nach einem Mann aus seiner Vergangenheit ist. Nach und nach wird aus der anfangs zarten Freundschaft zwischen den beiden mehr …

 

 

Meine Meinung:

 

Mit „Wohin dein Traum dich führt“hat Barbara Wood einen sehr breit angelegten Roman erschaffen, der den Leser in eine vergangene Zeit und gleichzeitig auch in eine fremde Kultur entführt. Nicht nur in die Zeit des aufstrebenden amerikanischen Westens kann man sich beim Lesen wunderbar hineinversetzen. Auch die Kultur und die Lebens- und Denkweise der Indianer im Reservat wird sehr authentisch und mit viel Feingefühl beschrieben. Man merkt, dass dies auf einer umfassenden und detaillierten Recherchearbeit der Autorin beruht.

 

Hervorzuheben sind auch die sehr anschaulichen und breit angelegten Schauplatzbeschreibungen sowie die in ihrem Tun und Handeln glaubhaft wirkenden Figuren. Dabei sind die Frauen eindeutig die stärkeren Charaktere. Dies gilt nicht nur für die Hauptfigur Elizabeth, sondern auch für ihre Zofe Fiona und die Indianerin Luisa, die allesamt für die damalige Zeit viel Mut und Eigenständigkeit beweisen.

 

Wie in den anderen Romanen der Autorin darf auch in diesem Buch ein wenig Mystik nicht fehlen, was der Geschichte zusätzlich eine besondere Note verleiht.

 

Insgesamt handelt es sich um eine sehr detailreiche, gut recherchierte Darstellung des Lebens im amerikanischen Westen der Zwanzigerjahre, der die Probleme des Zusammenlebens verschiedener Kulturen und Nationalitäten auf sensible und gleichzeitig authentische Weise behandelt. Daher gebe ich sehr gerne eine Leseempfehlung.

 

 

 

 

 

Susanne von „friederickes Bücherblog“

  (0)
Tags: roman   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(12)

31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

familie, liebe, scheidung, hotel, neuanfang

Die Herzensammlerin

Brigitte Kanitz
Flexibler Einband
Erschienen bei Blanvalet, 19.06.2017
ISBN 9783734102929
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:

 

Laura, Besitzerin des Hotels „Happy Scheidung“ hat ein Faible für Romantik. Obwohl ihr Gasthaus zerstrittenen Ehepaaren die Trennung erleichtern soll, reisen die meisten nach nur einem Wochenende in der idyllischen Umgebung frisch verliebt wieder ab. Laura glaubt eben fest an die Liebe, und sie ist auch diejenige, die in der Familie alle zusammenhält. Als sie jedoch aus heiterem Himmel von ihrem Mann verlassen wird, stürzt ihre rosarote Welt in sich zusammen – bis sie merkt, dass sich der attraktive Adrian für sie interessiert …

 

 

Die Autorin:

 

Brigitte Kanitz hat zunächst lange in Norddeutschland gelebt. Inzwischen lebt und schreibt sie seit vielen Jahren in ihrer Wahlheimat Italien.  Sie war Redakteurin bei diversen Printmedien, bevor sie sich ganz der Belletristik widmete.

.

 

Cover:

 

Das Cover ist in hellen Pastellfarben gestaltet und erzeugt in Verbindung mit der roten Schrift des Titels beim Betrachter einen romantisch-verspielten Eindruck. Mit den beiden Steinen in Herzform wird der Titel des Buches aufgegriffen.

 

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Laura, Mitte dreißig, führt im Jagdschlösschen ihrer Familie, des Grafengeschlechts von Bonin, das kleine Hotel „Happy Scheidung“ in der Lüneburger Heide. Das Konzept des Hotels ist es, scheidungswillige Paare für ein paar Tage zu beherbergen. In dieser Zeit bereitet Lauras Ehemann Ralf, ein Scheidungsanwalt, alles Notwendige für die Scheidung vor, die dann am Ende des Aufenthalts auch sogleich vollzogen wird. Ein „Scheidungs-Komplettpaket“ sozusagen.

 

Doch Laura sorgt mit ihrem festen Glauben an die Liebe, ihrem Hang für Romantik und den Herzen, die sie mit Leidenschaft sammelt und überall im Hotel verteilt, dafür, dass viel Paare nicht frisch geschieden, sondern neu verliebt wieder abreisen. Das passt Ralf natürlich ganz und gar nicht, macht sie ihm doch dadurch seine Scheidungsmandanten abspenstig.

Lauras Großmutter, die etwas eigentümliche Gräfin Theodora von Bonin, unterstützt Laura jedoch in ihren Ambitionen, bei den Gästen Amor zu spielen, denn Ralfs Geschäftsmodell ist ihr ein Dorn im Auge.

 

Lauras Glaube an die Liebe wird jedoch erschüttert, als Ralf sich eines Tages von ihr trennt und nach Mallorca auswandert. Enttäuscht zieht sie sich zurück und vergräbt sich in ihrem Selbstmitleid.

 

Doch das ist nicht Lauras einzige Sorge. Ihre pubertierende Tochter Merle hat es sich in den Kopf gesetzt, dem Gothic-Kult angehören zu wollen, und kleidet und verhält sich auch dementsprechend. Oma Theodora möchte unbedingt sterben und lässt keine Gelegenheit aus, ihrem Leben auf recht ungeschickte Weise ein Ende zu setzen. Schließlich taucht Lauras jüngere Schwester Nina, die in Lauras Augen keinen rechten Plan für ihr Leben zu haben scheint, ebenfalls im Hotel auf, gemeinsam mit dem gut aussehenden Adrian. Und dann ist da auch noch Ralfs Kollege Martin, der Laura unerschütterlich zur Seite steht …

 

 

Meine Meinung:

 

Obwohl das Cover und der Titel nicht unbedingt darauf hindeuten, handelt es sich um eine sehr humorvolle Geschichte, die ganz eindeutig durch ihre originellen Charaktere besticht, allen voran Oma Theodora mit ihrer skurrilen Art und ihrem recht losen Mundwerk. Aber auch die anderen Figuren wie Merle oder Nina sind alles andere als langweilig und machen es mit ihrer unkonventionellen Art dem Leser leicht, sie zu mögen. Von Ralf, dem toughen Scheidungsanwalt, hätte ich jedoch ein bisschen mehr Mumm erwartet, zumindest so viel, um mit Laura zu sprechen, statt einfach nur das Weite zu suchen. Laura selbst sieht mit ihrer romantischen Ader, die man teilweise schon als etwas naiv bezeichnen kann, die Dinge bisweilen etwas zu sehr durch die rosarote Brille, sodass man sie als Leser hin und wieder aufwecken und ihr einen Schubs in die richtige Richtung geben möchte.

 

Eine weitere Stärke des Romans liegt in der überaus eindrücklichen Schilderung der Schauplätze in der Lüneburger Heide, die in der Vorstellungskraft des Lesers lebendig werden. Man spürt, dass die Autorin die Schauplätze, die sie in der Geschichte so bildhaft schildert, kennt und liebt.

 

Wie man es von vielen Romanen dieses Genres kennt, kann man sich irgendwann schon denken, wie die Geschichte ausgehen wird bzw. wer am Schluss Lauras „Auserwählter“ sein wird, allerdings gibt es bis zum Happy End auch ein paar nicht so sehr vorhersehbare Wendungen. Die Handlung hätte für meinen Geschmack streckenweise ein wenig gestrafft werden können. Schön fand ich, dass auch Merle und Nina am Schluss ihren Weg finden.

 

Der Erzählstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen, flüssig und humorvoll. Auch wenn es immer wieder ernste Zwischentöne gibt, schafft er dennoch beim Leser eine positive, heitere Grundstimmung.

 

Insgesamt eine heitere Liebesgeschichte mit viel Humor und außergewöhnlichen Charakteren, für die ich gerne eine Leseempfehlung ausspreche.

 

 

Susanne von „friederickes Bücherblog“

  (0)
Tags: liebesroman   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

roma

Luisa und die Stunde der Kraniche

Tania Krätschmar
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 21.08.2017
ISBN 9783641201760
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:

Wenn die Kraniche über die Ostsee fliegen, beginnt die magische Stunde zwischen Tag und Nacht, in der die Zeit ihren eigenen Gesetzen folgt: Das wusste schon Luisas Großvater, der Standuhren sammelte. Seltsam still ist es ohne ihn, findet Luisa Mewelt, als sie die Tür von »Haus Zugvogel« öffnet. Zwei Wochen will die Schmuckdesignerin im Ferienhaus der Familie an der Ostsee allein über den Antrag ihres Freundes Richard nachdenken. Doch alles kommt anders: Ein gewisser Kranichexperte, ebenso unwiderstehlich wie frech, kreuzt ihren Weg. Und immer wieder trifft Luisa die alte Mary, deren Ansichten über das Leben sie seltsam berühren … 

Die Autorin:


Tania Krätschmar machte eine Ausbildung zur Buchhändlerin, studierte Germanistik in Berlin und in den USA, war Bookscout in New York und lebte ein Jahr in den Niederlanden. Kurz vor dem Mauerfall kehrte sie in ihre Geburtsstadt Berlin zurück, wo sie seitdem als Texterin, Rezensentin und Autorin arbeitet. Berufliche Ausflüge machte sie zudem in Richtung Biobauernhof und Second-Hand-Boutique. Sie schreibt für Frauen Romane, die gern auch Männer lesen dürfen, sofern sie nicht Angst vor großen Gefühlen wie Liebe und Frauenfreundschaft haben. Ihr Roman "Seerosensommer" wurde fürs ZDF verfilmt. Sie engagiert sich für Kinder-und Jugendliteratur, segelt und gärtnert leidenschaftlich gern und hat einen erwachsenen Sohn.

 

 

Cover:

 

Das Cover ist mit seinem Reetdachhaus, der Ostsee im Hintergrund und den fliegenden Kranichen, sowie seinen zarten Farben fein abgestimmt. Der Klappentext erweckt die Leselust und die Neugierde.

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

Luisa ist Schmuckdesignerin und lebt mit ihrem Freund Richard in Berlin. Dieser ist ein Karrieremann und hat dementsprechend sehr viel Geld. Außerdem legt er sehr großen Wert auf Äußeres. Er macht Luisa einen Heiratsantrag, doch sie zögert und fährt zur Entscheidungsfindung in das alte Familienhaus an der Ostsee. Sie lernt einen Kranichexperten kennen und trifft immer wieder auf eine alte Frau, wobei die Gespräche mit ihr seltsame Wendungen nehmen und sie zutiefst berühren.

Auch mit ihrer Schwester, die sie seit Jahren nicht mehr gesehen hat, nimmt sie Kontakt auf, um die Differenzen zu beseitigen.

Meine Meinung:

Ein leichter und unterhaltsamer Liebesroman. Die Autorin schreibt flüssig, gut verständlich und sorgt dafür, dass die Geschichte ohne zu stocken voranschreitet. Alle Charaktere sind gut ausgearbeitet, sodass sie ihrer jeweiligen Rolle gerecht werden. Die Schauplätze verdienen ein besonderes Lob. Sowohl Berlin, als auch die Nordsee und die beschriebenen Orte, laden dazu ein mitzureisen und teilzuhaben. Man bekommt Lust irgendwann den Flug der Kraniche sehen zu wollen. Besonders erwähnenswert sind die präzisen Berichte über die Kraniche, über die magische Zeit, die sie an der Ostsee wie verbringen. Dies und weitere wissenswerte Informationen über die Natur sind wunderbar in die Geschichte eingearbeitet.

Natürlich ist es bei einem Liebesroman so, dass man irgendwann weiß, wie das weitergeht und wer da mit wem zusammenkommt. Aber ich fand in diesem Roman schön, dass es nicht zu romantisch ausschweifend war, sondern mehr die Tiefe der Beziehungen untereinander, auch zwischen den Familienmitgliedern ausgeleuchtet wurden.

Natürlich findet man in jedem Buch auch individuelle Momente, die man etwas anders sieht. So war mir Luisa zum Beispiel ein bisschen zu naiv, was ihren Freund Richard anging. Und da ich Mystik, wie diese im Bezug zu der alten Dame, gerne mag, hätte ich mir hier ein wenig mehr Tiefe und Zusammenhänge der Personen gewünscht.

Alles in allem ist das aber ein sehr schöner Liebesroman, den man unangestrengt, ob der Verflechtungen und sonstigen Wendungen einfach genießen kann.

Von mir gibt es eine ausdrückliche Leseempfehlung.

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

  (0)
Tags: roma   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(0)

4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Drei Lichtjahre

Andrea Canobbio
E-Buch Text
Erschienen bei Rowohlt E-Book, 23.06.2017
ISBN 9783644046818
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

27 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

hamburg, anti-baby-pille, uhlenhorst, mondlandung, nachkriegsjahre

Zeiten des Aufbruchs

Carmen Korn
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 23.06.2017
ISBN 9783463406831
Genre: Historische Romane

Rezension:

Klappentext:

 

1949: Die vier Freundinnen Henny, Käthe, Ida und Lina stammen aus ganz unterschiedlichen Verhältnissen. Dabei sind sie im Hamburger Stadtteil Uhlenhorst nicht weit voneinander entfernt aufgewachsen. Seit Jahrzehnten schon teilen sie Glück und Unglück miteinander, die kleinen Freuden genauso wie die dunkelsten Momente.

Hinter ihnen liegen zwei Weltkriege. Hamburg ist zerstört. Doch mit den Fünfzigern beginnt das deutsche Wirtschaftswunder. Endlich geht es aufwärts: Hennys Tochter Marike wird Ärztin, Sohn Klaus bekommt eine Stelle beim Rundfunk. Ganz neue Klänge sind es, die da aus den Radios der jungen Republik schallen. Lina gründet eine Buchhandlung, und auch Ida findet endlich ihre Berufung. Aufbruch überall. Nur wohin der Krieg Käthe verschlagen hat, wissen die Freundinnen noch immer nicht.

 

Im zweiten Teil ihrer Jahrhundert-Trilogie erzählt Carmen Korn mitreißend von der deutschen Nachkriegszeit, den pastellfarbenen Fünfzigern und der Aufbruchsstimmung der Sechzigerjahre. Vier Frauen. Hundert Jahre Deutschland.

 

Die Autorin:

 

Carmen Korn wurde 1952 in Düsseldorf als Tochter des Komponisten Heinz Korn geboren. Nach ihrer Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule arbeitete sie als Redakteurin u.a. für den «Stern». Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

 

Cover:

 

Vier junge Frauen in der Nachkriegszeit entspannt und ausgelassen an der Alster in Hamburg. Das Schwarzweiß-Foto unterstreicht die Zeit, in der die Geschichte einzuordnen ist. Im Design angelehnt an den ersten Band entsteht ein gelungener optischer Hinweis auf die Jahrhundert-Trilogie.

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!)

 

Vier junge Frauen sind miteinander befreundet und erleben Höhen und Tiefen sowie zwei Weltkriege. Ihre Herkunft und ihre Lebenswege sind völlig verschieden und beinhalten alles, was in dieser Zeit möglich war. Soweit die Überleitung aus dem ersten Band. In diesem Buch geht nun die jeweilige Lebensgeschichte der Frauen nach dem Krieg weiter. Die Familienverhältnisse haben sich an einigen Stellen selbstverständlich verändert. Der berufliche Aufstieg schreitet voran und die Wirtschaft nimmt immer mehr Fahrt auf. Während es bei den einen rund läuft, haben andere mit gesellschaftlichen Verkrustungen zu kämpfen und Käthe muss besonders hart an einem neuen Leben arbeiten.

 

Meine Meinung:

 

Ich bin etwas zurückhaltend in das Buch eingestiegen, weil ich mit dem ersten Band durch die vielen Protagonisten und die unterschiedlichen Ansprachen mit Vor- oder Zuname etwas angestrengt war.

 

Aber nun war es ein Genuss. Ich kannte die meisten Personen und hatte mich auch an die zum Teil schnellen Perspektivwechsel, sowie die gelegentlich großen Zeitsprünge aus dem ersten Band gewöhnt. Dadurch konnte ich mich ganz auf die Geschehnisse konzentrieren.

 

Alle Figuren haben sich exzellent weiterentwickelt und die neu hinzugekommenen perfekt eingefügt. Die Schauplätze in Hamburg waren auch in diesem Buch wunderbar beschrieben. Die eingearbeitete Zeitgeschichte lässt auch dieses Mal auf eine perfekte Recherche schließen und gestattet mehr als nur einen Blick, in die interessanten Jahrzehnte nach dem Krieg, mit allen Problemen und Freuden dieser Zeit. Ein wenig habe ich mich gewundert, dass alle Beteiligten nach dem Krieg ein bessergestelltes Leben führen konnten.

 

Der Schreibstil war wie im ersten Buch natürlich auch flüssig und sehr verständlich. Die Szenen lebhaft und durch die stetigen Wechsel sehr kurzweilig. Es war einfach die reine Freude in diese Zeit einzutauchen und die Geschichten rund um die vier Freundinnen und ihre Familien zu genießen.

 

Ich spreche eine klare Leseempfehlung aus und wünsche viel Vergnügen.

 

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(147)

312 Bibliotheken, 18 Leser, 0 Gruppen, 89 Rezensionen

barcelona, spanien, zafón, carlos ruiz zafón, friedhof der vergessenen bücher

Das Labyrinth der Lichter

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar
Fester Einband: 944 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 16.03.2017
ISBN 9783100022837
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Packend, rasant und voller Magie – der neue Zafón!

Carlos Ruiz Zafón, Autor des Weltbestsellers ›Der Schatten des Windes‹, ist zurück! Mit seinen Romanen rund um den Friedhof der Vergessenen Bücher schuf der spanische Bestsellerautor eine der faszinierendsten Erzählwelten aller Zeiten. Die Verheißung, die mit ›Der Schatten des Windes‹ begann, findet mit seinem neuen großen Roman ›Das Labyrinth der Lichter‹ ihre Vollendung.

Spanien in den bleiernen Tagen des Franco-Regimes: Ein Auftrag der Politischen Polizei führt die eigenwillige Alicia Gris von Madrid zurück in ihre Heimatstadt Barcelona. Unter größter Geheimhaltung soll sie das plötzliche Verschwinden des Ministers Mauricio Valls aufklären, dessen dunkle Vergangenheit als Direktor des Gefängnisses von Montjuïc ihn nun einzuholen scheint. In seinem Besitz befand sich ein geheimnisvolles Buch aus der Serie ›Das Labyrinth der Lichter‹, das Alicia auf schmerzliche Weise an ihr eigenes Schicksal erinnert. Es führt sie in die Buchhandlung Sempere & Söhne, tief in Barcelonas Herz. Der Zauber dieses Ortes schlägt sie in seinen Bann, und wie durch einen Nebel steigen Bilder ihrer Kindheit in ihr auf. Doch die Antworten, die Alicia dort findet, bringen nicht nur ihr Leben in allerhöchste Gefahr, sondern auch das der Menschen, die sie am meisten liebt.

Meisterlich verknüpft Carlos Ruiz Zafón die Erzählfäden seiner Weltbestseller ›Der Schatten des Windes‹, ›Das Spiel des Engels‹ und ›Der Gefangene des Himmels‹ zu einem spannenden Finale.

Der Autor:


Carlos Ruiz Zafón begeistert mit seinen Barcelona-Romanen um den Friedhof der Vergessenen Bücher ein Millionenpublikum auf der ganzen Welt. »Der Schatten des Windes«, »Das Spiel des Engels«, »Der Gefangene des Himmels« und »Das Labyrinth der Lichter« waren allesamt internationale Bestseller. Auch »Marina«, der Roman, den er kurz vor den großen Barcelona-Romanen schuf, stand wochenlang auf den Bestsellerlisten. Seine ersten Erfolge feierte Carlos Ruiz Zafón mit den drei phantastischen Schauerromanen »Der Fürst des Nebels«, »Mitternachtspalast« und »Der dunkle Wächter«. Carlos Ruiz Zafón wurde 1964 in Barcelona geboren und lebt heute vorwiegend in Los Angeles.

Peter Schwaar, geboren 1947 in Zürich, studierte Germanistik und Musikwissenschaft in Zürich und Berlin und war Redakteur beim Zürcher »Tages-Anzeiger«. Seit 1987 arbeitet er als freier Journalist und Übersetzer (Eduardo Mendoza, Juan José Millás, Adolfo Bioy Casares, Álvaro Mutis, Tomás Eloy Martinéz, David Trueba u.a.). Er lebt in Barcelona.

 

Cover:


Das Cover mit seinen zurückhaltenden Farben und dem kleinen Kind, das ins Schaufenster einer Buchhandlung blickt, bringt die Geschichte auf den Punkt. Außerdem ist die Darstellung stimmig mit der gesamten Buchreihe.

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

Alicia kommt als Agentin zurück in ihre Heimat Barcelona. Sie soll zusammen mit ihrem Kollegen Vargas ein Ermittlerduo bilden und für die politische Polizei, unter größter Geheimhaltung, einen verschwundenen Minister suchen. Da sie eigentlich eine Einzelgängerin ist, stört sie Vargas Anwesenheit, der ihr aufgezwungen wurde, anfänglich sehr. Aber er kann sich langsam ihren Respekt erarbeiten.

Im Besitz dieses Ministers befand sich ein geheimnisvolles Buch aus der Serie „Das Labyrinth der Lichter“. Alicia wird schmerzlich an ihre Kindheit erinnert und der Weg ihrer Nachforschungen führt sie in die Buchhandlung Sempere & Söhne. Die beiden Ermittler stoßen auf eine Verschwörung und müssen um ihr Leben fürchten. Die Geschichte spielt in der Zeit des Franko Regimes.

Meine Meinung:

Das in sich abgeschlossene Buch ist literarisch von sehr hoher Qualität. Allerdings wäre es für mich besser und genussvoller gewesen, wenn ich alle zuvor erschienenen Bücher des Zyklus bereits gelesen gehabt hätte, da es sich um den Abschluss der Reihe um den Friedhof der vergessenen Bücher handelt.

Sämtliche Protagonisten agieren mit fantastisch ausgearbeiteten Charakteren, die sich in all ihren Fassetten zeigen. Alle Schauplätze in Barcelona, sowie die Nebenschauplätze sind wunderbar beschrieben. Carlos Ruiz Zafon nimmt uns mit in die Zeit des Franco Regimes und lässt uns viele Male erschauern. Seine Sprache ist beeindruckend, anspruchsvoll und sehr vielfältig. Die Geschichte selbst ist äußerst komplex, der Spannungsbogen über 900 Seiten sehr hoch. Viele unterschiedliche Erzählstränge und wechselnde Zeiten haben mich herausgefordert, was sicherlich leichter gewesen wäre, hätte ich wie schon erwähnt alle Werke gelesen. Auch die Anzahl der Figuren ist beachtlich, wobei viele aus den anderen Büchern kommend wie selbstverständlich ohne besondere Einführung hineingearbeitet wurden, die ich aber leider noch nicht kannte.

Dennoch, wenn man dranbleibt und seine grauen Zellen immer wieder dazu animiert, die gesamte Komplexität, die in die Tiefe gehende Geschichte, mit immer wieder neuen Wendungen und Gegebenheiten aufzunehmen und zu verarbeiten, dann ist dieses Buch etwas ganz Besonderes.

Ganz sicher werde ich mir alle Bücher dieser Reihe kaufen und sie lesen, damit meine jetzigen Anstrengungen mit der nachträglichen Zusammenfügung des gesamten Werkes belohnt werden.

Dieses Buch erhält von mir eine ausdrückliche Leseempfehlung.

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

  (0)
Tags: buch, roma, spanien barcelona   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(48)

70 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

föhr, köln, wohnungstausch, liebe, roman

Seeluft macht glücklich

Janne Mommsen
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.03.2017
ISBN 9783499290183
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:

 

Jasmin ist Mitte dreißig und lebt in Köln. Freunde wissen, dass sie früher mal ein glücklicher Mensch war, aber in letzter Zeit ist sie nicht gerade eine rheinische Frohnatur. Nach einem Wasserrohrbruch beschließt sie, nach Föhr zu reisen, das sie aus Teenagerzeiten kennt. Damals war sie unsterblich in einen Insulaner verliebt. Vielleicht lebt dieser Sönke ja noch dort.

Doch statt auf ihre Jugendliebe trifft Jasmin auf einen jungen Mann namens Thore. Er ist seit kurzem Single und will am liebsten sofort weg von Föhr. Wie praktisch, dass Jasmin bereits auf der Fähre den Plan gefasst hat, sich eine längere Auszeit zu nehmen: Jasmin und Thore tauschen einfach die Wohnungen. Er geht nach Köln, sie nach Föhr.

Und so beginnt der Sommer ihres Lebens.


Der Autor:

 

Janne Mommsen, Jahrgang 1960, hat in seinem früheren Leben als Krankenpfleger, Werftarbeiter und Traumschiffpianist gearbeitet. Inzwischen schreibt er Drehbücher, Theaterstücke und natürlich Romane. Mommsen hat in Nordfriesland gewohnt und kehrt immer wieder dorthin zurück, um sich der Urkraft der Gezeiten auszusetzen. Passenderweise lebt die Familie seiner Frau seit Jahrhunderten auf der Insel Föhr.

 

Das Cover:

 

Das Cover ist in heiteren, sommerlichen Farben gestaltet, wobei Blautöne überwiegen. Es zeigt eine Frau, die an ein Geländer gelehnt ist und sich nach einem Mann umsieht, der von hinten auf sie zukommt. Das Meer und der Strand im Hintergrund deuten auf den Schauplatz der Geschichte hin und wecken zusammen mit dem blauen Sommerhimmel die Leselust.

 

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Thore lebt auf Föhr, wo er als Verwalter von Ferienwohnungen arbeitet. Seine große Liebe Keike hat sich mit einem anderen verlobt, weshalb er so schnell wie möglich die Insel verlassen will.

Jasmin arbeitet in der Verwaltung eines Kölner Krankenhauses und wird von ihrem Chef zu einem achtwöchigen Erholungsurlaub verdonnert. Sie erinnert sich daran, dass sie als Teenager bei einem Aufenthalt auf Föhr in einen jungen Mann namens Sönke verliebt war. Bevor ihr in ihrem Urlaub zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, macht sie sich auf den Weg nach Föhr, in der Hoffnung, Sönke wiederzutreffen.

Wie es der Zufall will, treffen Thore und Jasmin auf Föhr aufeinander und stellen fest, dass sie beide eine Luftveränderung nötig haben. Spontan beschließen sie, vorübergehend ihre Wohnungen zu tauschen. Thore geht nach Köln, Jasmin bleibt in Thores Wohnung auf Föhr.

In Köln begibt sich Thore auf Jobsuche. Ein Job bei einer Wohnungsvermittlung erweist sich jedoch als Reinfall, da Thore keinerlei Ortskenntnisse besitzt. Jasmin rät ihm, sich mit ihrem besten Freund Ralf in Verbindung zu setzen, der im selben Krankenhaus wie sie arbeitet. Zu Thores großer Verwunderung ist Ralf der Katholische Pfarrer des Krankenhauses. Er hat tatsächlich einen Job für Thore, und zwar als Krankenhausclown. Wider Erwarten macht Thore der Umgang mit den Patienten, vor allem mit den Kindern, große Freude, und er erkennt, wie viel es den Kranken bedeutet, lachen zu können und jemanden zu haben, der sich mit ihnen beschäftigt.

Jasmin lebt sich ebenfalls gut auf Föhr ein. Sie knüpft Kontakt zu Thores alter Clique und sieht sich auf einmal von einem Freundeskreis umgeben, den sie in Köln mit Ausnahme von Ralf nicht hatte. Ihre einzige Freundin Alina lebt berufsbedingt in der Karibik. Vom Krankenhaus der Insel erhält Jasmin das Angebot, dort dieselbe Aufgabe zu übernehmen wie in der Klinik in Köln.

Und so stehen Jasmin und Thore vor der Entscheidung, für immer auf Föhr bzw. in Köln zu bleiben oder in ihr altes Leben zurückzukehren.

 

 

Meine Meinung:

 

Das Buch versetzt einen beim Lesen sofort in eine sommerlich-leichte Stimmung, obwohl es durchaus auch ernste Töne anschlägt. Die Geschichte wird abwechselnd aus Jasmins und aus Thores Perspektive erzählt, wobei beide Perspektiven glaubhaft dargestellt sind. Sie wird vom Autor recht kurzweilig präsentiert, der Schreibstil ist eingängig und unkompliziert.

Die große Stärke des Romans liegt in der Beschreibung der Schauplätze, vor allem der Insel Föhr. Man merkt ganz deutlich, dass der Autor an der Nordsee zu Hause ist und dass er seine Heimat liebt. Er schafft es vorzüglich, vor dem geistigen Auge des Lesers die Schauplätze lebendig werden zu lassen und bei ihm die Lust auf einen Urlaub an der Nordsee zu wecken. Man glaubt nahezu, selbst am Strand zu sitzen, den Geruch des Meeres zu atmen und den Sand unter den Füßen zu spüren.

Wie die Schauplätze sind auch die Charaktere sehr authentisch gezeichnet. Dies gilt auch für die Neben- und Randfiguren. Von diesen fand ich besonders Ralf überaus originell. Dem Autor ist es sehr gut gelungen, die Eigenheiten der Friesen und der Rheinländer, wo doch ziemliche Gegensätze aufeinanderprallen, herauszuarbeiten, ohne dass es klischeehaft wirkt.

Positiv hervorheben möchte ich auch die Tatsache, dass sich die beiden Hauptfiguren im Laufe des Buches charakterlich wirklich weiterentwickeln. Jasmin erkennt, dass ihr Leben nicht nur aus der Arbeit im Krankenhaus besteht. Sie lernt, sich Erholung zu gönnen und zu sich selbst zu finden. Und Thore findet heraus, dass es einen glücklich machen kann, anderen Menschen Glück zu bringen und für sie da zu sein. Insofern stellt der Roman den Selbstfindungsprozess zweier Menschen dar und zeigt, dass es sich lohnen kann, den Mut zu haben, sein Leben komplett umzukrempeln.

Allerdings treffen die beiden für mein Empfinden die Entscheidung, ihre Wohnungen zu tauschen, etwas zu spontan und zu rasch. Immerhin kennen sie sich überhaupt nicht, und ich denke, dass man im realen Leben wohl etwas länger überlegen würde, ob man einem Wildfremden seine Wohnung einfach so überlässt. Eine Wohnung ist ja ein sehr privater, beinahe schon intimer Rückzugsort. Aber das ist nur meine ganz subjektive Meinung.

Der Schluss der Geschichte, als sich Jasmin und Thore wiedertreffen, war für mich nachvollziehbar, jedoch löst sich für meinen Geschmack alles zu schnell auf, wodurch natürlich auch die Romantik ziemlich auf der Strecke bleibt. Hier hätte ich mir etwas mehr Ausführlichkeit und auch mehr Gefühle gewünscht, was dem Ende bestimmt gutgetan hätte.

 

Insgesamt ist „Seeluft macht glücklich“ ein Unterhaltungsroman mit Tiefgang, der beim Leser viel Urlaubsfeeling hervorruft. Ich spreche daher gerne eine Leseempfehlung aus.

 

 

Susanne von „friederickes Bücherblog“

  (0)
Tags: liebe, see   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

32 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

norwegen, das erdbeermädchen, munch, roman, roma

Das Erdbeermädchen

Lisa Stromme
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2017
ISBN 9783453419742
Genre: Historische Romane

Rezension:

Klappentext

Sommer 1893. Die Bewohner von Åsgårdstrand, einem malerischen Fischerdorf an der norwegischen Küste, bereiten sich auf die Ankunft ihrer reichen Sommergäste vor. Die junge Erdbeersammlerin Johanne soll den Sommer über als Dienstmädchen im Hause des Admirals Ihlen arbeiten. Johanne freundet sich mit Tullik, der impulsiven Tochter des Admirals, an. Als diese eine verbotene Affäre mit dem noch unbekannten Edvard Munch beginnt, der geächtet am Rande des Dorfes lebt, drohen ihre Freundschaft und der bürgerliche Friede in Asgardstrand daran zu zerbrechen.

 

Die Autorin

Lisa Strømme, geboren 1973, stammt aus Yorkshire und studierte an der University of Strathclyde in Glasgow. Mit ihrem norwegischen Ehemann und zwei Kindern lebt sie in der Nähe von Åsgårdstrand, dem Küstenort, in dem Edvard Munch ein Sommerhaus hatte. Hier spielt Das Erdbeermädchen, Lisa Strømmes erster Roman.

 

Das Cover

Das Cover zeigt in zarten Farben eine junge Frau in typischer Kleidung des 19. Jahrhunderts. Das Gesamtbild verbreitet eine warme Stimmung. Es ist ein typisches Cover für einen romantischen Liebesroman und macht neugierig.

 


Die Geschichte (Achtung Spoiler!)

Ein Fischerdorf in Norwegen. Mittelpunkt ist das Dienstmädchen Johanne, das sich mit Tullik der Tochter des Admirals anfreundet, in dessen Haushalt sie über den Sommer arbeitet. Schon alleine die gesellschaftlichen Unterschiede der Mädchen sind belastend. Auch zu Munch dem unbekannten und geächteten Maler hat sie Kontakt, der ihr das Malen beibringt. Als Tullik dann mit Munch, der am Rande des Dorfes lebt, eine Affäre beginnt, kommt alles ins Wanken und selbst die Freundschaft der beiden Mädchen droht zu zerbrechen. Auch für Johanne ist es nicht ganz einfach. Ihre Mutter sieht in ihr immer noch das kleine Mädchen, welches noch Erdbeeren pflückt, während sie schon von Thomas dem Fischer umworben wird. Vieles was die beiden Freundinnen tun, läuft im Geheimen ab und bringt sie immer wieder in Schwierigkeiten.

Meine Meinung

Das Cover und der Klappentext suggerierten mir eine sommerliche Liebesgeschichte und da ich gerne Geschichten aus dem 20. Jahrhundert lese, freute ich mich zunächst sehr. Leider hat mich die Erzählung aus verschiedenen Gründen nicht durchgängig mitgenommen. Warum?

Die Geschichte wurde in der „Ich“- Form geschrieben, was normalerweise den Lesern gestattet den Protagonisten von innen und außen ganz nah sein zu dürfen. In diesem Fall war das leider nicht so, denn die Autorin selbst sagte im Anhang, dass sie Johanne als Erzählerin brauchte. Und genau das war sie dann auch. Eine Erzählerin, die von außen hinein schaute, obwohl sie selbst eine Hauptfigur war. Die Charaktere sind zwar gut beschrieben, aber bleiben oberflächlich und zu weit weg.

Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um die zwei Mädchen und den Maler. Sie plätschert relativ düster vor sich hin, indem Johanne ununterbrochen ihre Freundin deckt und in ihrem Verhalten zwischen den Vorgaben ihrer Mutter und den Wünschen ihrer Freundin hin und her pendelt. Der Maler ist in seiner eigenen künstlerischen Welt, man weiß nicht genau, wie er zu seiner Geliebten steht, und seine Figur ist sehr zurückgenommen. Anstrengend finde ich, dass Johanne ständig in Farben denkt, weil man selbst nicht so tief in der Malerei drin ist. Ansonsten ist der Schreibstil flüssig.

Wunderbar hingegen ist die Beschreibung der Schauplätze, die nach Norwegen einladen. Lobenswert auch die Recherche um den Maler Munch, sowie die Einbindung einige seiner berühmten Bilder.

Ich bin insgesamt etwas gespalten, weil die Geschichte ihr Potenzial nicht ausgespielt hat. Meine Leseempfehlung ist dieses Mal dementsprechend etwas leise. Aber das ist ja auch alles meine persönliche und subjektive Meinung.

 

friedericke von "friederickes bücherblog"

 

  (0)
Tags: norwegen, roma   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(33)

63 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

dänemark, judenverfolgung, malerei, 2. weltkrieg, fünen

Die Fliederinsel

Sylvia Lott
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.05.2017
ISBN 9783734103353
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

 

Sie mussten fliehen, um ihr Leben zu retten. Doch das Kostbarste ließen sie zurück …

In ihrem Ferienhäuschen auf der idyllischen dänischen Insel Fünen entdeckt die Urlauberin Celia ein wunderschönes Fliedergemälde, das seit Jahrzehnten als verschollen galt. Ihre Vermieterin ist beim Anblick des Bildes tief bewegt und erzählt Celia die Geschichte ihrer Mutter, der jüdischen Malerin Ruth Liebermann.

Im Jahr 1938: Das frisch verheiratete Paar Ruth und Jakob Liebermann muss aus Berlin fliehen, auf Fünen finden die beiden im ehemaligen Sommerhaus von Ruths Familie Zuflucht. Trotz der schwierigen Situation erleben sie glückliche Jahre, Ruth kann mit ihrer Passion, dem Malen, sogar die Familie ernähren. Als sie erneut zur Flucht gezwungen sind, müssen Ruth und Jakob die folgenschwerste Entscheidung ihres Lebens treffen …

 

 

Die Autorin:

 

Die freie Journalistin und Autorin Sylvia Lott ist gebürtige Ostfriesin. Sie schreibt für verschiedene Frauen-, Lifestyle- und Reisemagazine und veröffentlichte bereits die Romane „Die Rose von Darjeeling“, „Die Glücksbäckerin von Long Island“, „Die Lilie von Bela Vista“ und „Die Inselfrauen“.

 

 

Das Cover:

 

Das Cover ist in überwiegend zarten, hellen Farben gehalten und zeigt im Vordergrund einen üppigen Fliederstrauß auf einem hellen Tisch vor einer Strandkulisse. Es könnte sich somit um das große Gemälde mit dem Fliederstrauß handeln, das Celia beim Stöbern in ihrem Ferienhaus entdeckt und das im Mittelpunkt der Geschichte steht. Allerdings ist für meinen Geschmack das Cover ein wenig zu sonnig, zu freundlich gehalten, denn den Leser erwartet eine doch sehr bewegende, dramatische Geschichte aus einer dunklen Zeit des 20. Jahrhunderts. Aber das ist nur mein ganz subjektives Empfinden. In jedem Fall fängt das Cover auf sehr gelungene Weise den wunderschönen Schauplatz ein, an dem sich die Geschichte größtenteils abspielt, sodass man sich beim Betrachten gleich dorthin versetzt fühlt.

 

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Die Geschichte entwickelt sich auf zwei Erzählebenen zu unterschiedlichen Zeiten. Einmal ist da die Gegenwart, in der Celia ihren Urlaub in einem Ferienhaus auf der dänischen Insel Fünen verbringt. Inspiriert von einem Foto im Nachlass ihrer Großmutter, das ein Haus inmitten von blühenden Fliederbüschen zeigt, hat es sie beinahe schon auf magische Weise dort hingezogen, und so mietet sie ein Ferienhaus, von dem sie sich sicher ist, dass es sich um genau dieses Haus auf dem Foto handelt. Durch Zufall entdeckt sie dort ein großes Gemälde mit einem Fliederstrauß vor einem geöffneten Fenster. Als sie es ihrer Vermieterin Inger zeigt, ist diese sehr berührt und erzählt Celia die Geschichte ihrer jüdischen Mutter Ruth Liebermann, die das Bild einst gemalt hat.

 

Durch Ingers Erzählungen entfaltet sich die zweite Zeitebene des Romans, die im Jahr 1938 beginnt. Ruth ist jung verheiratet und lebt in Berlin, gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem jüdischen Schriftsteller Jakob Liebermann. Nach der Reichskristallnacht fliehen die beiden vor den Nazis nach Fünen, wo Ruth ein Sommerhäuschen besitzt, das sie von ihrer Großmutter geerbt hat. Ein paar Jahre lang leben sie dort unbehelligt und zufrieden. Ihre Tochter Inger wird geboren, und Ruth macht sich einen Namen als Malerin vor allem mit ihren Fliederbildern, die viele Interessenten finden. Doch im Jahre 1943 sind Ruth und Jakob dann auch in Dänemark nicht mehr vor den Nazis sicher, und so entschließen sie sich zu einer erneuten Flucht, diesmal nach Schweden. Sie stehen vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens: Sollen sie ihre kleine Tochter mit auf dieses gefährliche Unterfangen nehmen oder sie in der Obhut von Ruths Jugendfreund Eric und dessen Ehefrau Svea zurücklassen, bis sie hoffentlich eines Tages wohlbehalten zurückkehren können?

Wie Ruths und Jakobs Geschichte ausgeht und was Celia mit alldem zu tun hat, soll an dieser Stelle jedoch nicht verraten werden.

 

 

Meine Meinung:

 

Ein Qualitätsmerkmal eines Buches ist für mich ganz subjektiv, dass ich mich auch noch längere Zeit nach Beendigung der Lektüre gedanklich damit beschäftige. Und das war bei diesem Roman eindeutig der Fall. Nicht nur die persönliche Geschichte von Ruth, Inger und Celia hat mich sehr berührt, sondern auch die historischen Hintergründe der Judenverfolgung im Dritten Reich, die von der Autorin sorgfältig recherchiert und mit viel Feingefühl im Buch aufgearbeitet wurden.

 

Mit Ausnahme von Jakob, mit dem ich irgendwie nicht hundertprozentig warm werden konnte, sind die Charaktere – auch die Neben- und Randfiguren – sehr authentisch und nachvollziehbar gezeichnet. Man kann sich beim Lesen wunderbar in sie hineinversetzen. Schade fand ich nur, dass man nicht mehr erfahren hat, was aus Ruths Berliner Freundin Ilse geworden ist. Auch die Beschreibung der Schauplätze, vor allem der Insel Fünen, ist der Autorin überaus gut gelungen. Ich konnte beim Lesen die blühenden Fliederbüsche geradezu riechen und das Meer vor mir sehen.

 

Die beiden Zeitebenen des Romans verknüpft die Autorin auf eine sehr angenehme Weise, sodass es einem beim Lesen leicht fällt, gedanklich zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her zu springen. Hervorheben möchte ich auch, dass es für mich recht lange nicht vorhersehbar war, wie genau Celia mit Ruths und Ingers Familie verbunden ist, auch wenn man sich schon denken kann, dass da irgendwelche Bande bestehen müssen. Es gelingt der Autorin gut, die Spannung bis zur endgültigen Auflösung – auch im Zusammenhang mit Svea – aufrechtzuerhalten.

Etwas langatmig fand ich die Beschreibungen des Lebens von Ruth und Jakob auf Fünen vor ihrer zweiten Flucht nach Schweden. Hier schafft die Autorin zwar durch ihre Erzählweise eine sehr harmonische Atmosphäre und viele eindrückliche Stimmungsbilder, allerdings plätschert für mein Gefühl die Handlung in diesen Passagen ein wenig dahin, sodass ich beim Lesen dann doch etwas ungeduldig wurde.

 

Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft, eingängig und flüssig. Sie schafft es vorbildlich, den Leser zu berühren und Emotionen bei ihm hervorzurufen, sodass sich der Roman vor allem in der zweiten Hälfte für mich zu einem echten „Pageturner“ entwickelt hat.

 

Insgesamt ein sehr bewegender und emotional erzählter Roman, der viel mehr ist als nur eine bloße Liebesgeschichte und für den ich sehr gerne eine Leseempfehlung ausspreche.

 

Susanne von „friederickes Bücherblog“

  (0)
Tags: liebesroma, roman, zeitgeschichte   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

england

Die fremde Schwester

Lauren Willig
E-Buch Text: 400 Seiten
Erschienen bei Rowohlt E-Book, 11.03.2016
ISBN 9783644220119
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext

 

Zwei Schwestern, zwei Leben. Durch ein Schicksal verbunden.

England, 1927: Als Rachel das Cottage ihrer verstorbenen Mutter ausräumt, stößt sie auf einen mysteriösen Zeitungsausschnitt: Graf Ardmore heißt der Mann, der mit Frau und Tochter auf dem Foto posiert. Und er sieht Rachels Vater zum Verwechseln ähnlich. Nur dass ihr Vater, angeblich ein mittelloser Botaniker, seit über 20 Jahren tot sein soll.

Gründet sich Rachels gesamtes Leben auf einer Lüge? Fest entschlossen, das Rätsel ihrer Herkunft zu ergründen, reist Rachel nach London und findet heraus, dass sie eine Halbschwester hat: Olivia, die, anders als sie selbst, in Reichtum aufgewachsen ist. Doch als sie sich schließlich begegnen, gibt Rachel sich nicht zu erkennen. Denn sie fühlt sich magisch zu Olivias Verlobtem John hingezogen. Und lässt sich auf ein Spiel ein, über das sie bald die Kontrolle verliert …

 

Die Autorin

Lauren Willig, geboren in New York, schreibt Liebesromane, seit sie sechs Jahre alt ist. Sie hat einen Abschluss in Englischer Geschichte und einen Doktor in Rechtswissenschaften. Nach einem Jahr in einer New Yorker Rechtsanwaltskanzlei entschied sie sich ganz für die Schriftstellerei. In den USA ist sie mit ihrer "Pink Carnation"- Liebesroman-Serie bekannt geworden.

 

Das Cover

 

Das Cover zeigt einen geöffneten Vogelkäfig mit Rosen. Die Farbe und der Stil sind mit einen hohen Wiedererkennungswert an ein weiteres Buch der Autorin angepasst und in sich stimmig.

 

Die Geschichte (Spoiler!)

 

Rachel arbeitet 1927 in Frankreich als Gouvernante für Reiche und erhält die Nachricht, dass ihre Mutter in England schwer erkrankt sei. Sie bekommt keine Freistellung, kündigt daraufhin und reist sofort zurück. Ihre Mutter ist aber bei ihrer Ankunft bereits verstorben und beigesetzt. Im Haus findet sie einen Zeitungsausschnitt, der in großer Ähnlichkeit ihren angeblich verstorbenen Vater mit seiner Tochter zeigt. Sie versteht das alles nicht und kennt weder den dort angegebenen Namen, noch die Tochter.

Rachel fährt zu ihrem Onkel und erfährt, dass sie die Tochter von Graf Ardmore ist und ihre Mutter mit ihm ein Verhältnis hatte. Sie erfährt natürlich auch, dass ihr Vater nicht der arme Mann war, den sie als kleines Mädchen kannte.

Dann lernt sie bei ihrem Onkel den Klatschkolumnisten Simon kennen und schmiedet mit ihm zusammen einen Plan, wie sie als arbeitende Frau bei den Reichen eingeführt werden, und ihre Familie kennen lernen kann.

 

Meine Meinung

 

Die Geschichte ist in einem leicht verständliche Schreibstil in der „Ich-Form“ geschrieben und gestattet damit dem Leser tief in die Hauptfigur hineinzuschlüpfen.

Die Protagonisten sind sehr schön ausgearbeitet und dargestellt. Die Schauplätze ausführlich beschrieben, sodass ich in meiner Vorstellungskraft eintauchen und die Orte kennenlernen konnte.

Sehr gelungen fand ich auch die Einbettung der Geschichte in die aufregende Zeit der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts.

Was mir nicht so gut gefiel, war die gefühlt lange Einführung in die High Society, da die Geschichte ja aus nur einer Perspektive erzählt wurde. Dadurch plätscherte die Erzählung in dieser Phase ohne Höhen und Tiefen, mit oft ähnlichen Aktionen solange dahin, bis die Handlungen durch das Treffen mit dem Vater wieder Schwung aufnahmen. Dafür haben die vielen und lebhaften Dialoge einen schönen Ausgleich geschaffen. Die Rätsel der Familie lösen sich im letzten Drittel nach und nach langsam auf und fördern einige Überraschungen zutage, was sich sehr positiv auswirkt. Das Ende allerdings war ein wenig flach.

Es ist keine romantische Liebesgeschichte, sondern eine historische Familiengeschichte, die uns in eine Zeit blicken lässt, in der Familienstand und Herkunft eine große Rolle spielten, und um eine junge Frau, die ihren Weg gehen muss.

 

Das Buch erhält von mir eine Leseempfehlung.

 

Friedericke von „Friederickes Bücherblog“

  (1)
Tags: england   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(12)

17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

katzen, marina mander, liebesroman, katzenbuch

Katzen

Marina Mander , Verena Koskull
Fester Einband
Erschienen bei C. Bertelsmann, 21.11.2016
ISBN 9783570102824
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext

 

Welche Denkanstöße und Lebensweisheiten können uns Katzen vermitteln? Die erfolgreiche Autorin Marina Mander ist seit ihrer Kindheit große Katzenfreundin. Charmant und kenntnisreich berichtet sie von persönlichen Erlebnissen, liebenswerten Anekdoten und wissenswerten Fakten. Sie erzählt, was uns Katzen in Sachen Müßiggang und echter Selbstliebe voraushaben und wie man lernen kann, sich etwas von ihrer Eleganz und ihrem ganz eigenen Zeitempfinden abzuschauen. Wir erfahren, warum zahllose Künstler – von Pablo Picasso bis Doris Lessing – die inspirierende Wirkung von Katzen genossen und sie zu ihren engsten Vertrauten gemacht haben. Und die Autorin ist sich gewiss: Hätte Freud statt seines Schäferhundes eine Katze bei den Sitzungen an seiner Seite gehabt, wäre vermutlich die gesamte Psychoanalyse anders verlaufen … Ein unterhaltsames, poetisches Buch voller Tiefsinn, Humor und Zärtlichkeit.

 

Die Autorin

 

Marina Mander, geboren in Triest, schreibt sehr erfolgreich Erzählungen, Romane und Theaterstücke. Zuletzt erschien von ihr der Roman "Meine erste Lüge" (Piper), der in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde. Sie lebt mit ihren beiden Katzen in Mailand.

 

Das Cover

 

Eine in sich ruhende Katze mit blauen Augen. Ich habe mich sofort in diesen wunderschönen Vierbeiner verliebt. Die Farben sind sehr schön abgestimmt und die Präsentation spricht potentielle Leser auf den ersten Blick an.

 

Die Geschichte (Spoiler!)

 

Wunderbare Welt der Katzen! Immer wieder ein vielfältiges Thema, weil sie keine nach üblichem Verständnis erziehbaren Tiere sind. Weil sie selbst entscheiden was sie wollen. Die Autorin erzählt aus Erfahrungen und Erlebnissen mit eigenen Katzen. Sie verknüpft erfundene Geschichten mit wissenswerten Fakten und liebenswerten Anekdoten. Ausführliches dazu auch im Klappentext.

 

Meine Meinung

 

Das Buch ist keine Katzengeschichte an sich und hat keinen roten Faden. Die einzelnen Kapitel sind philosophische und poetische Betrachtungen und machen es nicht ganz leicht eine Bewertung zu schreiben, weil es viele individuelle Erlebnisse der Autorin sind. Auch der Schreibstil ist nicht ganz einfach und fordert den Leser gar auf, die Fachbegriffe nachzuschlagen, das Allgemeinwissen aufzufrischen. Das hat mich einige Male aus dem Lesevergnügen herausgeholt.

 

Marina Mander berichtet wie schon erwähnt von persönlichen Erfahrungen, verknüpft geschickt bekannte Fakten, und fügt erfundene Anekdoten bei. Teilweise ist es allerdings auch etwas überzogen. Dazu gehört aus meiner Sicht die Lebensdauer von Elektrogeräten und andere Beispiele.

 

Es ist aber in jedem Fall eine intensive und warme Liebeserklärung an Katzen, wobei die Autorin vielfältige Einblicke in das Zusammenleben mit den schnurrenden Vierbeinern gewährt. Die Art und Intensität der Erfahrungen wird sicherlich von den Lesern unterschiedlich aufgenommen.

 

Katzenliebhaber und solche die es werden wollen, werden einiges entdecken, was das Zusammenleben interessant, spannend und zufrieden macht.

 

Deshalb spreche ich eine Leseempfehlung aus.

 

Friedericke von friederickes Bücherblog

  (1)
Tags: katzen   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

provence

Meine zauberhafte Eisdiele in der Provence

Elizabeth Bard
E-Buch Text
Erschienen bei FISCHER E-Books, 24.05.2017
ISBN 9783104901763
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext:

 

Das Rezept zum großen Glück: ein malerisches Dorf in der Provence, die zauberhafteste Eisdiele der Welt und eine Familie zum Dahinschmelzen

Eigentlich wollten sie für immer in Paris bleiben. Aber kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes entdecken Elizabeth und ihr Mann bei einem Ausflug in ein provenzalisches Dorf das ehemalige Zuhause eines berühmten Dichters. Sie verfallen dem Charme des Ortes und entscheiden sich schneller, als man ein Crêpe wendet, mit Sack und Pack und Pfannen in den Süden zu ziehen. Und diesem Neuanfang wohnt wirklich ein Zauber inne: Sie erleben das erste Jahr als Eltern, das erste Jahr auf dem Land, und sie beginnen ein weiteres großes Abenteuer: Sie eröffnen ihren eigenen Eissalon und experimentieren mit regionalen Zutaten und ungewöhnlichen Aromen wie Safran, Schafsmilch, und Olivenöl. Eis von ›Scaramouche‹ wird ein großer Erfolg für Elizabeth und Gwendal und die Provence ein Fest fürs Leben.

 

Die Autorin:

 

Die Journalistin Elizabeth Bard schreibt u.a. für die New York Times und Wired. Ihr erstes Buch ›Lunch in Paris‹ (dt. ›Tour d'amour‹) war ein internationaler Bestseller, die Filmrechte sind verkauft. Elizabeth Bard lebt mit ihrem französischen Ehemann Gwendal und ihrem Sohn in der Provence. Gemeinsam betreiben sie seit 2013 den Eissalon Scaramouche in Céreste, lt. Tripadvisor 2015 Platz 3 aller Eissalons in Frankreich.

 

 

Cover:

 

Das Cover zeigt ein typisches Haus in Südfrankreich. Davor einen Tisch, auf dem ein Eis steht. Die Farben spiegeln ebenfalls die Leichtigkeit des Südens wider. Das zusammen mit dem Klappentext erweckt die Leselust und die Neugierde.

 

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Elizabeth und Gwendal leben in Paris. Kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes fahren sie für ein paar Tage in die Provence. Dort entdecken Sie das Haus eines Dichters und verlieben sich in dieses Gemäuer. Ohne lange zu überlegen, kaufen sie sich das Haus und entscheiden sich von Paris in den Süden zu ziehen. Dort eröffnen sie einen Eissalon und experimentieren mit Aromen und regionalen Zutaten.

 

Meine Meinung:

 

Es fällt mir schwer das Buch zu bewerten, weil es ganz anders war, als das, was ich aufgrund des Covers und des Klappentextes erwartet habe. Demnach glaubte ich, dass es sich um eine sommerliche und leichte Geschichte, um einen Eissalon, regionale Zutaten, sowie ein Abenteuer geht. Ehrlich gesagt hat mich das Buch aber überhaupt nicht abgeholt.

Warum? Es sind vielmehr Monologe als Dialoge, was hier dazu führt, dass der Erzählung die Lebhaftigkeit, die Spritzigkeit und das Voranschreiten durch die handelnden Protagonisten fehlt.
Obwohl normalerweise der Leser bei Romanen in der „Ich-Form“ tief in die Figur hineinschauen darf, musste ich das Buch immer wieder weglegen, weil die Hauptfigur viel zulange erzählte, wie sie nach Paris kam, wie die Geburt des Kindes war und weiteres. Im Fortgang der Geschichte wurde von immer mehr Alltäglichkeiten und Banalitäten berichtet, die keinen Beitrag zu einer spannenden Erzählung leisteten. Auch die ständigen Vergleiche zwischen Ihrem Herkunftsland Amerika und dem Land Frankreich, indem sie nun lebte, waren mir auch zu viel. Besonders beim Essen, da sind die kulturellen Unterschiede zwischen Amerika und Frankreich ohnehin jedermann bekannt. Möglich, dass die Lebensweise und Unterschiede amerikanischen Lesern interessanter erscheinen, als Europäern.

 

Und mein Warten auf die Eisdiele, die ja eigentlich im Titel das Hauptthema war, wurde nicht belohnt. Genau die kam nur am Ende ein wenig vor. Leider.

 

Aber jedes Buch hat auch seine positiven Seiten. Die Autorin schreibt leicht und flüssig. Das malerische Dorf, die Provence und der Dichter bekommen ihren guten Platz. Die zahlreichen Rezepte möchte man sofort nachkochen oder noch besser gleich in die Provence reisen.

 

Ich spreche keine Leseempfehlung aus, weil ein Buch auch immer den individuellen Geschmack der Leser finden muss und wünsche dem Buch deshalb, dass es viele davon finden möge.

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

  (0)
Tags: provence   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

lieb, irlan

Die Bücherei am Ende der Welt

Felicity H. McCoy , Barbara Ostrop
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 17.02.2017
ISBN 9783499272486
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

 

Wilde irische Landschaft, verschrobene Dorfbewohner und ein baufälliges Cottage auf den Klippen: die perfekten Zutaten für einen Sehnsuchtsroman.

Hannas Traum: ein eigenes Cottage auf den Klippen. Hannas Realität: das Gästezimmer ihrer Mutter. Seit sie nach ihrer Scheidung ins heimatliche Irland zurückgekommen ist, läuft es mehr schlecht als recht für Hanna. Sie leitet die örtliche Leihbücherei und fährt jede Woche mit dem Bücherbus über die Dörfer. Und als „Zurückgekehrte“ wird sie mit leichtem Argwohn betrachtet. Dann findet Hanna ihr Cottage tatsächlich. Leider ist es aber extrem baufällig, umgeben von Gestrüpp und Schutt. Jetzt bräuchte sie dringend Hilfe – aber dafür muss sie über ihren Schatten springen …

 

 

Die Autorin:

 

Felicity H. McCoy wurde in Dublin geboren. Sie arbeitet als Autorin und Schauspielerin am Theater, fürs Fernsehen und Radio. In ihrer Heimat hat sie bereits drei Sachbücher veröffentlicht. „Die Bücherei am Ende der Welt“ ist ihr erster Roman. Sie teilt ihre Zeit zwischen London und der Dingle-Halbinsel im Westen Irlands und bloggt regelmäßig über ihr Leben an beiden Orten.

 

 

Das Cover:

 

Das Cover ist im Stil eines Aquarells gestaltet und zeigt in sehr kräftigen, bunten Farben eine Landschaft am Meer, durch die ein gelber Bus fährt. Diese überaus fröhlich wirkende Zeichnung war für mich einer der Hauptgründe, das Buch lesen und rezensieren zu wollen. Ich hatte aufgrund des Covers ein humorvolles, spritziges Buch erwartet, was sich beim Lesen für mich leider nicht hundertprozentig erfüllt hat. Nach meiner Meinung hätte das Cover besser zum Inhalt des Buches gepasst, wenn es etwas weniger bunt, grell und fröhlich gestaltet worden wäre. Das Buch hat nämlich auch ernstere, nachdenklichere Seiten – und das nicht gerade wenige.

 

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Nach einigen Jahren Ehe muss Hanna feststellen, dass ihr Ehemann Malcolm, ein Anwalt, sie schon seit langer Zeit mit seiner Kollegin betrügt. Hals über Kopf verlässt sie zusammen mit ihrer Teenager-Tochter Jazz London und kehrt zurück in ihre Heimat Irland. Hanna verzichtet auf jeden finanziellen Anspruch Malcolm gegenüber und kommt bei ihrer Mutter Mary unter, die in einer sehr ländlichen Gegend auf der Halbinsel Finfarran lebt. Mit ihrer Mutter versteht sich Hanna nicht allzu gut; diese wirft ihr immer wieder ihre gescheiterte Ehe vor und kritisiert Hannas Dummheit, aus der Scheidung völlig mittellos hervorgegangen und stattdessen bei ihr untergekrochen zu sein. Hanna nimmt einen Job als Bibliothekarin in der örtlichen Bücherei an und fährt regelmäßig mit dem Bibliotheksbus übers Land, um die Bewohner der entlegenen Region mit Büchern zu versorgen.

 

Fünf Jahre später ist Jazz von zu Hause ausgezogen und als Stewardess viel unterwegs. Hanna hat schon vor einiger Zeit von ihrer Großtante ein altes Cottage auf den Klippen direkt am Meer geerbt. Nun sieht sie darin ihre Chance, endlich auf eigenen Beinen zu stehen und ihrer ständig nörgelnden Mutter zu entkommen. Doch das Cottage erweist sich als äußerst baufällig, und Hanna muss nach einer Möglichkeit suchen, das Haus kostengünstig renovieren zu lassen. Conor, ihr Kollege in der Bücherei, vermittelt ihr den kauzigen Fury, der zwar angeblich der beste Handwerker weit und breit sein soll, jedoch einen ganz speziellen Charakter hat. Letzten Endes bleibt Hanna nichts anderes übrig, als sich mit ihm zu arrangieren. Und dann ist da auch noch Brian, der für Hanna zuständige Mitarbeiter der Baubehörde, den sie bei ihrer ersten Begegnung ziemlich vor den Kopf stößt. Als die Bücherei, in der Hanna arbeitet, von der Schließung bedroht ist, steht sie plötzlich mit mehr Problemen da, als sie je erwartet hat …

 

 

Meine Meinung:

 

Wie oben bereits erwähnt, hatte ich anhand des Covers einen humorvollen, spritzigen Roman erwartet. Wahrscheinlich ist dies auch der Grund, warum ich zu Beginn Schwierigkeiten hatte, in das Buch hineinzufinden. Im weiteren Verlauf, als ich mich gedanklich von meinen Erwartungen gelöst hatte, wurde es dann spürbar besser, und ich habe mich schließlich recht gut unterhalten gefühlt.

 

Eine der großen Stärken des Buches ist für mich die sehr authentische Darstellung der Figuren und der Schauplätze. Ich konnte die ländliche irische Landschaft und die Menschen, die dort leben, vor meinem geistigen Auge geradezu sehen und erfühlen. So stellt man sich wirklich Irland vor. Zusammen mit dem eindrücklichen, charakteristischen Schreibstil, dem man anmerkt, dass die Autorin Irin ist und dass das Buch im Original auf Englisch verfasst wurde, entsteht so eine in sich runde, glaubhafte Grundstimmung. Pluspunkte in Sachen Unterhaltung verdienen auch die zumeist recht bissigen bzw. grantigen Dialoge mit Hannas Mutter und auch mit Fury.

 

Probleme hatte ich mit dem Charakter von Hanna. In meinen Augen wirkt sie nicht sonderlich sympathisch, und ich konnte mit ihr nie so richtig warm werden. Bei Nebenfiguren könnte ich das verschmerzen, bei der absoluten Hauptfigur jedoch nicht. Ein wenig besser wurde es erst zum Ende hin, als Hanna gemeinsam mit Schwester Michael gegen die Bezirksregierung kämpft, um die Bücherei und das Kloster zu retten.

 

Positiv kann ich schließlich hervorheben, dass man sich beim Lesen des Buches nicht von vorneherein schon denken kann, wie die Geschichte am Ende ausgehen wird. Dies unterscheidet es in angenehmer Weise von vielen Romanen dieses Genres.

 

Wer sich gerne einmal in die raue irische Landschaft mit ihren typischen Bewohnern entführen lassen möchte, dem sei dieser Roman empfohlen.

 

Susanne von „friederickes Bücherblog“

  (1)
Tags: irlan, lieb   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(42)

75 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

ostsee, liebe, warnemünde, strandkorb, starke frau

Die Villa am Meer

Micaela Jary
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.03.2017
ISBN 9783442485956
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

 

Rostock-Warnemünde 1897: Katharinas Hochzeit mit dem verwitweten, wesentlich älteren Manufakturbesitzer und Korbmacher Olaf Borchers steht unter einem schlechten Stern: Nicht nur, dass ihr Herz einem anderen gehört, Borchers halbwüchsiger Sohn ist nicht einverstanden mit der neuen Frau seines Vaters und torpediert die Ehe von Anfang an. Dennoch tut Katharina ihr Bestes, um mit ihrem Mann glücklich zu werden. Doch das ändert sich an dem Tag, an dem sie Pläne für ein eigenes Geschäft macht – einen Strandkorbverleih an der Ostsee …

 

 

Die Autorin:

 

Micaela Jary stammt aus Hamburg und wuchs im Tessin auf. Sie arbeitete lange als Journalistin, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete. Vor allem die Recherche über vergangene Zeiten und alte Geschichten haben es ihr angetan. Nach einem langjährigen Aufenthalt in Paris lebt sie heute mit Mann und Hund in Berlin und München, manchmal taucht sie aber auch zum Schreiben in einem kleinen Landhaus im Landkreis Rostock ab.

 

 

Das Cover:

 

Das größtenteils in Creme- und Naturtönen gehaltene Cover zeigt in der oberen Hälfte eine elegante, im Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts gekleidete Frau mit einem breitkrempigen Hut, der wie ein Sonnenhut anmutet, sowie in der unteren Hälfte eine Strandlandschaft mit Strandkörben im Vordergrund und einem großen, vornehm aussehenden Haus im Hintergrund. Somit verbindet das Cover auf eine sehr schöne Weise die wesentlichen Elemente des Romans: die Hauptfigur Katharina, in deren Leben eine Villa am Meer und Strandkörbe eine wesentliche Rolle spielen. Der Buchtitel in lilafarbener Schrift bildet hierzu einen harmonischen Kontrast.

 

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Warnemünde an der Ostsee, am Ende des 19. Jahrhunderts: Die junge Katharina heiratet den zwanzig Jahre älteren Witwer Olaf, obwohl sie heimlich mit ihrer großen Liebe Joachim, einem Steuermann, verlobt war. Allerdings hat sie die Verlobung gelöst, als sich Joachim, um in seiner Karriere voranzukommen, auf eine zweijährige Seereise begeben hatte und sie das Alleinsein nicht ertragen konnte. Olaf, der eine Korbmachermanufaktur besitzt, scheint ihr mehr Sicherheit und ein beständigeres Leben bieten zu können. Erik, Olafs erwachsener Sohn aus erster Ehe, ist ein Lebemann, der das Geld seines Vaters mit vollen Händen ausgibt und Katharina vom allerersten Tag vehement ablehnt. Obwohl Katharina Olaf zwei weitere Söhne schenkt, zieht er Erik den beiden vor. Als Katharina anschließend noch eine Fehlgeburt erleidet, kühlt das Verhältnis zwischen ihr und Olaf merklich ab.

 

Joachim heiratet in seiner Enttäuschung eine andere: Greta, die einer ehemals angesehenen, jedoch verarmten Familie entstammt und in einer Ehe mit einem angehenden Kapitän die Chance auf gesellschaftlichen Wiederaufstieg sieht. Während Greta zu Hause ihre Tochter Friederike zur Welt bringt, geschieht auf hoher See ein Unglück, bei dem Joachim schwer verletzt wird. Da ihm die Schuld an dem Unfall zugeschrieben wird, ist seine Seefahrerkarriere abrupt zu Ende.

 

Eines Tages muss Katharina erfahren, dass Olaf sie betrügt – und das ausgerechnet mit der Gouvernante der beiden Söhne. Da Olaf überhaupt kein schlechtes Gewissen zeigt und auch nicht bereit ist, die Affäre zu beenden, schließt Katharina mit ihm ein Arrangement: Sie lässt sich nicht von ihm scheiden, um ihre Söhne nicht zu verlieren und Olafs Ansehen in der Gesellschaft als Fabrikant und Hoflieferant nicht zu zerstören. Dafür erhält sie eine Villa an der Ostsee, und Olaf erlaubt ihr, einen Strandkorbverleih zu gründen. Sie möchte nicht mehr von Olaf abhängig sein, sondern etwas Eigenes aufbauen. Da jedoch zur damaligen Zeit Frauen in der Leitung eines Unternehmens nicht gern gesehen wurden, muss sie einen Geschäftsführer einstellen – und das ist ausgerechnet ihr ehemaliger Verlobter Joachim, der nach seinem Unfall ohne Arbeit ist. Schon bei den ersten Begegnungen mit ihm spürt Katharina, dass sie ihn nie vollständig aus ihrem Herzen verbannt hatte und dass sie ganz tief drinnen immer noch etwas für ihn empfindet …

 

 

Meine Meinung:

 

Von Micaela Jary hatte ich schon mit Begeisterung den Roman „Das Haus am Alsterufer“ gelesen und bin dementsprechend mit hohen Erwartungen an die Lektüre von „Die Villa am Meer“ herangegangen. Ich wurde mit nur sehr geringen Abstrichen nicht enttäuscht.

 

Wie sie im Nachwort beschreibt, hat die Autorin den Roman sehr ausführlich und gründlich recherchiert, sodass er ein Stück deutscher Geschichte vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Jahr 1921 widerspiegelt, wobei die historischen Fakten auf angenehme, unaufdringliche Weise eingeflochten werden und eher im Hintergrund bleiben. Zusammen mit den wirklich gelungenen Schauplatzbeschreibungen, die den einstigen Charme der Ostseebäder wiederaufleben lassen, und dem eindrücklichen Schreibstil entsteht eine sehr harmonische, authentische Atmosphäre, in die man sich als Leser unheimlich gut hineinversetzen kann.

 

Die Figuren wirken in ihrem Denken und Handeln weitestgehend glaubhaft und der damaligen Zeit angemessen, sodass man beim Lesen mit ihnen fühlt und leidet. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die Rolle der Frau im ausgehenden 19. Jahrhundert darzustellen. Lediglich Greta kam mir in ihrer blinden Schwärmerei für den Schauspieler Walter Trautwein ein wenig überzogen vor. Ich habe mich beim Lesen gefragt, ob eine Frau wirklich so naiv sein kann, für alles, was dieser Herr tat (oder nicht tat), eine Entschuldigung zu finden, und wenn diese – aus meiner nur ganz subjektiven Sicht – noch so sehr an den Haaren herbeigezogen war. Aber vielleicht dachten und handelten die Frauen damals in Bezug auf Männer tatsächlich so, und wir können uns das aus heutiger Sicht nur nicht mehr vorstellen. Katharina ist demgegenüber ja doch sehr fortschrittlich und eigenständig. Ohnehin sind in diesem Buch die Frauen die starken Charaktere, nicht nur Katharina, sondern auch die Gouvernante Nora Wedding und selbst Greta, die viel Mut beweist und mir am Schluss sogar ein bisschen leidtat. Demgegenüber nehmen die Männer allgemein eher eine schwächere Position ein.

 

Zwar kann man sich – wie bei so vielen Liebesgeschichten – irgendwann denken, dass es zu einem Happy End für Katharina und ihre große Liebe kommt. Dennoch gab es auf dem Weg dorthin einige überraschende Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hatte. Positiv zu erwähnen ist auch der originelle Epilog mit Joachims Tochter Friederike, auf dem man sogar eine Fortsetzung aufbauen könnte. Vielleicht ist diese ja bereits in der Entstehung?

 

Diese beeindruckende Familiensaga vor einer wunderschönen Kulisse möchte ich auf jeden Fall weiterempfehlen.

 

Susanne von „friederickes Bücherblog“

  (1)
Tags: roma, unterhaltung   (2)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

nordsee

Das Haus am Fluss: Roman

Tanja Heitmann
E-Buch Text: 576 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 16.03.2015
ISBN 9783641156107
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext:

 

Eines Morgens sitzt Marie im Auto und fährt – nach Norden. Gemeinsam mit ihrem Sohn will sie im alten Sommerhaus der Familie einen Neuanfang wagen, fernab der Geister ihrer Vergangenheit. Das heruntergekommene Anwesen liegt einsam in einem verwilderten Garten am Elbdeich und verspricht die ersehnte Ruhe. Doch während sie es renoviert, entdeckt Marie in den alten Mauern Spuren des Glanzes vergangener Zeiten. Sie erzählen eine Geschichte von Liebe und Verrat – und von der Hoffnung, dass es für das Glück nie zu spät ist ...

 

 

Die Autorin:

 

Tanja Heitmann wurde 1975 in Hannover geboren, studierte Politikwissenschaften und Germanistik und arbeitet in einer Literaturagentur. Sie lebt mit ihrer Familie auf dem Land. Ihr Debütroman „Morgenrot“ war ein sensationeller Erfolg und stand monatelang auf den Bestsellerlisten.

 

 

Cover:

 

Ein typisch norddeutsches Haus direkt am Fluss mit einem Reetdach, darum herum eine ländliche Struktur mit Wiesen, einem Deich und Schilf. Das sind die bildhaften Zutaten für einen Roman, dessen Protagonisten an der Elbe ihre Geschichte erleben.

Ich finde das Cover sehr gelungen. Mit Unterstützung des Klappentextes wurde ich aufgefordert, das Buch lesen zu wollen.

 

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Marie trägt schwer an dem, was das Leben ihr auf die Schulter gelegt hat, und sie beschließt, in Norddeutschland am Elbdeich zusammen mit ihrem Sohn Valentin ein neues Leben zu beginnen. Im alten Sommerhaus der Familie, dem „Kapitänshaus“, wo ihr Onkel ihr das Erdgeschoss zur Verfügung stellt, trifft sie auf dessen Mutter Marlene, die ihr verbietet, die obere Etage zu betreten, und eine Heimlichkeit daraus macht.

 

Die Renovierungsarbeiten lassen Marie in die glorreiche Zeit des zwanzigsten Jahrhunderts blicken und fördern einige Geheimnisse zutage, die sie mehr und mehr interessieren. Zusätzlich wird die Faszination über die trotzdem aufgesuchten verbotenen Räume forciert. Und so beginnt Maries neues Leben mit einer Reise in die Vergangenheit. Was sie alles vorfindet, fasst der Klappentext zusammen.

 

Parallel dazu lernt sie durch ihren Sohn den Schäfer Asmus kennen, der ein Stück weiter am Deich ein ebenso freiwilliges einsames Leben führt, denn auch in seinem Inneren hat sich ein Problem häuslich eingerichtet.

 

 

 

Meine Meinung:

 

Im Zentrum der Geschichte steht das Kapitänshaus an der Elbe, in dem sich alles abspielt. Die Geschichte wird in zwei Erzählsträngen erzählt, die sich stets abwechseln.

 

Im „Jetzt“ zieht Marie mit ihrem Sohn Valentin in das renovierungsbedürftige Haus. Sie braucht dringend einen Neuanfang und will die Geister ihres Schicksals, die ihr den Schlaf rauben, loswerden. Sie ist sehr viel mit sich selbst, ihrer Vergangenheit und ihrem zukünftigen Leben beschäftigt. Zu erfahren, was passiert ist und warum, dauert meines Erachtens viel zu lange, und die Geschichte plätschert ohne Höhen und Tiefen mit Alltagsgeschehnissen dahin. Deshalb tat ich mich schwer, mich mit der Figur der Marie anzufreunden, und ich hatte auch meine Probleme, ihr Verhalten und ihre Gedanken auf die lange Strecke zu verstehen.

Ihre Annäherung an den Schäfer, die durch ihren Sohn zustande kommt, vollzieht sich zaghaft und vorhersehbar. Sympathisch ist der kleine Valentin, der durch seine frischen Aktionen und Dialoge etwas Abwechslung in die Geschichte bringt. Maries Mutter und Freundin werden eingeführt, bleiben aber im Hintergrund, ebenso für eine sehr lange Zeit ihre Großtante Helene.

 

Der zweite Erzählstrang führt in die Zeit von den Zwanziger- bis zu den Vierzigerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Man erfährt nach und nach, welche Dramen sich im Kapitänshaus abgespielt haben, was der Geschichte unheimlich guttut. Die Hauptrolle spielt Mina, eine junge, starke Frau, die am Beginn der Erzählung gerade 21 Jahre alt geworden ist. Mit ihr als Protagonistin und den anderen Figuren dieser Zeit habe ich mich sehr wohl gefühlt, weshalb ich sie gerne durch die spannende Zeit ihres Lebens begleitet habe. Im Klappentext ist die Rede von Liebe und Verrat, und das stimmt wirklich. Auch wurden die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten wunderbar eingearbeitet und der Zweite Weltkrieg gestreift. Hiervon hätte es für mich wesentlich mehr sein dürfen.

 

Das schwere Lebenspaket von Schäfer Asmus, das er bis zum Schluss mit sich herumschleppt, hat mich dagegen nicht ganz überzeugt.

 

Der Schreibstil ist flüssig und macht es einem beim Lesen leicht, im Kopf die Bilder dazu aufzurufen. Allerdings fand ich es schade, dass über weite Strecken aus einer Stiefmutter immer wieder mal eine Schwiegermutter wurde und aus einer Stieftochter eine Schwiegertochter. In dieser Häufigkeit ist das eindeutig zu viel.

Aber im letzten Teil, als Marie und ihre Familie aktiv wurden und die Geheimnisse – auch die der Vergangenheit – sich langsam auflösten, war der Spannungsbogen da. Lokalkolorit, die genaue Beschreibung der Schauplätze, die herrliche Landschaft und die Einbindung der Zeitgeschichte heben meine Bewertung insgesamt wieder an, sodass ich trotzdem oder gerade deswegen eine Leseempfehlung ausspreche.

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

  (1)
Tags: nordsee   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(57)

105 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

kate morton, familiengeheimnis, cornwall, das seehaus, liebe

Das Seehaus

Kate Morton , Charlotte Breuer , Norbert Möllemann
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Diana, 10.04.2017
ISBN 9783453359468
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

 

Cornwall 1933: Die sechzehnjährige Alice Edevane fiebert dem Höhepunkt des Jahres entgegen, dem prachtvollen Mittsommernachtsfest auf dem herrschaftlichen Landgut ihrer Familie. Noch ahnt niemand, dass sich in dieser Nacht etwas Schreckliches ereignen wird. Ein Unglück, das so groß ist, dass die Familie das Anwesen für immer verlässt.
Siebzig Jahre später stößt Sadie auf das verfallene Haus an einem See. Sie geht den Spuren des Jungen nach, der in jener Nacht verschwunden sein soll. Die Suche nach Antworten führt Sadie tief in die Vergangenheit der Familie Edevane, zu einer verbotenen Liebe und tiefer Schuld …

 

Die Autorin:

 

Kate Morton, geboren 1976, wuchs im australischen Queensland auf, studierte Theaterwissenschaften in London und Englische Literatur in Brisbane. Ihre Romane »Das geheime Spiel« (2007), »Der verborgene Garten« (2009), »Die fernen Stunden« (2010) und »Die verlorenen Spuren« (2013) verkauften sich weltweit in 32 Sprachen und 38 Ländern insgesamt über sieben Millionen Mal. Auch in Deutschland eroberte sie ein Millionenpublikum, alle Romane sind SPIEGEL-Bestseller. Kate Morton lebt mit ihrer Familie in Brisbane, Australien.

 

Cover:

 

Das Cover ist mit seinen kräftigen Farben, dem Haus im Hintergrund und dem See ausgewogen und abgestimmt. Der Klappentext erweckt die Leselust.

 

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Die Polizistin Sadie Sparrow ist zu Besuch bei ihrem Opa und stößt bei einem Spaziergang auf ein altes Anwesen und irgendwie packt sie die Faszination und die Anziehungskraft. Sie erfährt auf Nachfrage von einem schlimmen Ereignis, dass sich vor 70 Jahren dort zugetragen hat.

Das Haus am See war 1933 der Lebensmittelpunkt der Familie Edevane und ihr kleiner Sohn Theo verschwand im Alter von 11 Monaten während einer Feier spurlos. Bis zum heutigen Tag weiß niemand der Familie was ihn passiert ist.

Sadie beginnt zu recherchieren und wundert sich, dass dieser Fall nie aufgelöst wurde. Ihre Neugierde und ihre polizeiliche Spürnase veranlassen sie daraufhin leise und privat die Ermittlungen aufzunehmen. Sie erfährt viel über die Edevane, von verbotener Liebe und tiefer Schuld.

 

Meine Meinung:

 

 

Das Buch wurde von zwei Zeitebenen aus erzählt. Einmal die Geschichte rund um die Familie Edevane 1933 und dann um die Polizistin Sadie Sparrow, als diese 2003 das Haus am See entdeckt.

 

Alle Figuren und ihre Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Sie waren mit ihren charakterlichen Schwächen und Eigenarten sehr gut ausgearbeitet. Die bildliche Darstellung der wunderschönen Landschaft lässt mich als Leserin dabei sein und teilhaben. Dabei wechseln öfters die Perspektiven und Zeiten, sodass die Geschichte abwechslungsreich fortschreitet, oder in nochmals andere Situationen hineinblickt. Sehr schön fand ich, dass die Zeitgeschichte mitberücksichtigt und eingearbeitet wurde. Der Schreibstil ist leicht und flüssig und die kriminalistische Komponente schafft zusätzliche Spannung und fordert auf mitzuraten, was wohl dem kleinen Theo passiert sein mochte.

 

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings noch. Ich fand die Geschichte ab und zu sehr ausschweifend und detailverliebt, gelegentlich war sie mit irgendwelchen Nebensächlichkeiten zugepackt. Da wäre an der einen oder anderen Stelle etwas weniger wohl mehr gewesen. Dass man bei so vielen Seiten manchmal ahnt, wie es weitergeht, und natürlich auch einmal ein Klischee bedient wird, tut niemanden weh.

 

Es ist auf jeden Fall eine wunderschöne Familiensage, die uns das Leben und das Leiden von vier Frauen über drei Generationen und zwei Weltkriege näherbringt und uns an ihrem Schicksal teilhaben lässt.

 

Ein wunderbares Buch. Es bekommt daher eine ausdrückliche Leseempfehlung.

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

  (0)
Tags: england   (1)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(16)

35 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

amore, liebe, enttäuschung, wut, fritz

An der Ostsee sagt man nicht Amore

Katharina Jensen
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.04.2017
ISBN 9783453418349
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:

Als Anne während ihrer Hochzeit mit dem Italiener Fabio ein schwerwiegendes Geheimnis ihres Angetrauten entdeckt, flüchtet sie Hals über Kopf nach Rügen – dem Ort ihrer Jugend. Dort trifft sie auf Fritz, der wenig begeistert über den Gast aus Berlin ist und sich störrisch gibt. Während Anne mit der Enttäuschung und Wut über ihre so schnell gescheiterte Ehe kämpft, will Fritz, seit seine große Liebe Janine ihn für einen Bänker verlassen hat, von Frauen nichts mehr wissen. Vielleicht kommen die beiden sich gerade deswegen langsam immer näher …

 

Die Autorin:

Katharina Jensen, geboren 1984, verbrachte ihre Kindheit und Jugend an der Ostseeküste in Stralsund und auf der Insel Rügen, bevor sie zum Psychologiestudium und arbeiten nach Berlin zog. An die Ostsee, vor allem auf die Insel Rügen, zieht es sie nach wie vor mehrmals im Jahr: Denn was gibt es schöneres, als dort das leichte Wiegen der Dünen im Wind zu beobachten und den Sand zwischen den Zehen zu spüren?

 

Das Cover:

Das Cover mit dem Blick auf das blaue Meer und ein bisschen Sandstrand lassen Sommerfeeling und Urlaubswünsche wach werden. Die Schrift hat mich allerdings nicht so sehr angesprochen. Aber der Klappentext versprach eine spritzige, vielleicht auch temporeiche Liebesgeschichte auf Rügen. Und dementsprechend war auch meine Erwartungshaltung.

 

Die Geschichte:

Am Abend nach ihrer Hochzeit mit dem Italiener Fabio entdeckt Anne, dass er ihr wichtige Details aus seinem Leben vorenthalten hat, und flüchtet daraufhin im Brautkleid und in ihrem roten Mini nach Rügen. Dort gibt ihr Auto den Geist auf, und deshalb übernachtet sie am Strand, in dem kleinen Örtchen ihrer Jugend. Am nächsten Morgen trifft sie auf den Fischer Fritz, den sie von früher kennt und mit dem sie den ersten Kuss übte. Auch er hat eine gescheiterte Beziehung hinter sich und kommt ziemlich eigenbrötlerisch daher, entpuppt sich aber dennoch als interessanter Typ. Sie zieht in die kleine Ferienwohnung seiner Eltern und versucht, mit sich selbst klarzukommen und die Erkenntnisse um ihren Ehemann zu verarbeiten.

 

Meine Meinung (Achtung: Spoiler):

 

Das Buch hat mich über lange Zeit einfach nicht so richtig mitgenommen. Warum? Über nicht enden wollende Seiten beginnt eine persönliche Erzählung über Anne selbst, über ihr Leben und ihre Gefühle. Sie führt in perfekter Weise viele Selbstgespräche. Warum sie allerdings im Brautkleid das Weite gesucht hat, ohne nachzudenken, erfährt man nicht. Es geht in diesem Teil nur um sie, und die Grenze zum Selbstmitleid ist manchmal schnell erreicht. Sie hat mich ehrlich gesagt genervt mit ihrem inneren Hin und Her. Einziger Lichtblick und gelegentliche Unterbrechung war die direkte Ansprache an den Leser, was innerhalb dieser langen Monologe sehr angenehm war.

Ich hätte mir bei dem temporeichen Ansatz des Plots gewünscht, dass Dialoge und Perspektivwechsel die Geschichte vorangetrieben hätten. Gerne wäre ich auch in die Figuren eingetaucht. Die Auflösung ihrer Beweggründe kam erst zum Schluss und war mir am Ende des Buches ein bisschen zu flach. Dazu kam dann noch der klischeehafte Fischer, der sehr heimatverbunden und verbittert agierte.

Eine kleine Katze, die Anne zulief, veränderte dann nach und nach ihr Verhalten, und als endlich auch Annes Schwester auftauchte und ihr den Kopf wusch, passierte und veränderte sich auch unter den übrigen Figuren einiges, kamen Aktionen hinzu, was der Geschichte guttat und zur Entspannung des Lesens beitrug.

Sehr positiv ist auch die Einbindung der Schauplätze zu bewerten. Ich kenne Göhren, das in der Nähe liegt, sehr gut. Der Wunsch, die Insel besuchen zu wollen, ist durch die tolle Beschreibung allgegenwärtig.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig, und deshalb bietet das Buch nach den ersten Hürden eine leichte und entspannte Unterhaltung.

Ich spreche deshalb eine Leseempfehlung aus.

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(84)

145 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

landliebe, wein, jana lukas, heyne, winzer

Landliebe

Jana Lukas
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.05.2017
ISBN 9783453421950
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:

 

Ellie hat Geldprobleme und nur eine Chance, ihren Kopf aus der finanziellen Schlinge zu ziehen: die Teilnahme an der TV-Show Landliebe. Vier Wochen muss sie, begleitet von Kameras und in ein Dirndl gequetscht, das bayerische Großstadtdummchen mimen. Das Weingut an der Mosel, das als Drehort dient, ist zwar traumhaft schön, doch Winzer Tom entpuppt sich als hinterwäldlerischer Sturkopf. Und er ist gar nicht erfreut, Ellie als Landliebe-Partnerin aufnehmen zu müssen. Außerdem hat Ellie weder mit Toms Augen gerechnet noch mit seinem Lächeln, das ein Kribbeln in jeden Winkel ihres Körpers jagt …

 

 

Die Autorin:

 

Was tun, wenn man zwei Traumberufe hat? Jana Lukas entschied sich nach dem Abitur, zunächst den bodenständigeren ihrer beiden Träume zu verwirklichen und Polizistin zu werden. Nach über zehn Jahren bei der Kriminalpolizei wagte sie sich an ihren ersten romantischen Thriller und erzählt seitdem von großen Gefühlen und temperamentvollen Charakteren. Denn ihr Motto lautet: Es gibt nicht viele Garantien im Leben … aber in ihren Romanen ist zumindest ein Happy End garantiert. Immer! „Landliebe“ ist ihr erster Roman bei Heyne.

 

 

Das Cover:

 

Das Cover ist passend zum Titel sehr verspielt, in zarten Farben und natürlich mit Blumen dem ländlichen Thema zugeordnet. Zusammen mit dem Klappentext lädt es ein, mal wieder in das Genre Liebe und Romantik entführt zu werden.

 

 

Die Geschichte:

 

Winzer Tom wird von seinem Bruder gedrängt, bei der Fernsehshow „Landliebe“ mitzumachen, weil da eine schöne Summe Geld herausspringt und das Weingut, ihrer beider Erbe, gerettet werden kann.

Ellie hat auch gerade ein drängendes finanzielles Problem und folgt ebenfalls der Aufforderung ihrer Freundin, an der Show teilzunehmen.

Als Tom und Ellie aufeinandertreffen, sind sie zunächst wie Feuer und Wasser, was sie aber nicht davon abhält, das Kribbeln auszukosten, das entsprechende Verwirrungen auslöst.

 

 

Meine Meinung:

 

Das Buch ist in einer leichten, unterhaltsamen Sprache geschrieben und gestattet es, beim Lesen in die Protagonisten hineinzukriechen, mit ihnen zu denken und zu fühlen. Die Schauplätze sind wunderbar beschrieben und laden auf ein schönes Weingut ein.

Zusammengefasst handelt es sich um eine gut durchdachte Geschichte, die immer spannend bleibt. Wir wissen ja alle, dass romantische und dazu auch noch leichte Unterhaltung oft schwieriger zu zaubern ist als andere Genres. Daher an dieser Stelle ein großes Lob, denn ich hatte Entspannung und Spaß an den Figuren, an der Mosel und der schönen Landschaft, die ich gut kenne und auch sehr liebe.

 

Eine kleine kritische Anmerkung möchte ich dennoch machen: Ich hatte beim Lesen ununterbrochen „Bauer sucht Frau“ vor Augen, was ja vermutlich von der Autorin auch so beabsichtigt war. Dabei wurden etwas überzogen viele Klischees bedient, die wahrscheinlich einen komödiantischen Blick auf die Fernsehshow werfen sollten, was bei mir aber nicht ganz so ankam. Insgesamt hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin mit ihrer Fantasie die Fernsehshow mal ganz anders und mit weniger Assoziationen zum realen Pendant gestaltet hätte. Aber das ist meine ganz subjektive Meinung.

Trotzdem bekommt das Buch meine ausdrückliche Leseempfehlung.

 

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

 

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

flüchtlinge, roman, zeitgeschichte

Der Hoffnung Morgenschein

Ulla Leinß
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 25.11.2016
ISBN 9781539890928
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext:

 

Gerlinde Frohmund ist mittlerweile Ende sechzig, wohlhabend und lange Zeit politisch aktiv gewesen. Nachdem jedoch die mangelnde Unterstützung der Fraktionskollegen ihre politische Arbeit auf einen Schlag beendet hat, spürt sie unerwartet die Wucht der Einsamkeit. Verbittert zieht sie sich zurück und gerät in eine tiefe körperliche und seelische Krise. Erst die zufällige Begegnung mit Anton reißt sie aus ihrer Lethargie. Als sie beginnt, sich mit seinem grausamen Schicksal auseinanderzusetzen, reift in ihr der Wunsch, ihm zu helfen. Doch dazu muss sie ihr wohlbehütetes Leben verlassen, in dem sie sich so bequem eingerichtet hat. Wird Gerlinde das Wagnis eingehen und sich ihren Ängsten stellen?

 

 

Die Autorin:

 

Ulla Leinß stammt aus dem Rheinland und hat viele Jahre ihres Lebens in Frankfurt am Main verbracht. Nach dem Ende ihrer Tätigkeit als Sprachheillehrerin genießt sie das Landleben auf einem Hof in Oberschwaben. Sie war immer Vielleserin und Vielschreiberin, hat sich in ihrem Schaffen bisher jedoch überwiegend auf Kurzgeschichten beschränkt. „Der Hoffnung Morgenschein“ ist ihr Debütroman.

 

 

Das Cover:

 

Das Cover zeigt ein ganz ruhiges Meer und eine Boje, die sich im Wasser spiegelt. In seiner Schlichtheit wirkt es geheimnisvoll und macht neugierig. Zusammen mit dem Klappentext ist das eine in sich stimmige Präsentation.

 

 

Die Geschichte:

 

Gerlinde Frohmund ist politisch aktiv. Doch als sie einmal von den Fraktionskollegen überstimmt wird, hört sie von einer Sekunde auf die andere auf und fällt in ein tiefes emotionales Loch. Aus dieser seelischen und körperlichen Krise kommt sie nur zufällig ganz langsam heraus, nachdem sie dem Flüchtling Anton begegnet ist und sich mit seinem schweren Schicksal auseinandersetzt.

 

 

Meine Meinung:

 

Die Geschichte ist in einer leicht verständlichen und flüssigen Sprache geschrieben. Die Figuren sind gut ausgearbeitet und auch sehr sympathisch. Sie lassen die Leser ganz nah an sich herankommen. Die sehr aktuelle Flüchtlingsthematik ist gut recherchiert und feinfühlig bearbeitet, ebenso das, was an Hilfe und Unterstützung Flüchtlingen gegenüber möglich ist. Dadurch, dass Gerlinde aber auch noch mit sich selbst zu tun hat, gewinnt das Buch inhaltlich eine weitere Sicht auf das Leben und zeigt, wozu Menschen in der Lage sind, wenn sie das Leben ertragen müssen. Der Spannungsbogen hält bis zu Schluss und lässt in keiner Weise Langeweile aufkommen. Das Ende bleibt offen.

 

Ich fühlte mich sehr gut unterhalten, und deshalb gebe ich gerne eine Leseempfehlung.

 

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

 

  (1)
Tags: flüchtlinge, roman, zeitgeschichte   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

familie, ade

Altenstein

Julie von Kessel
E-Buch Text: 432 Seiten
Erschienen bei Rowohlt E-Book, 10.03.2017
ISBN 9783644316416
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext:

 

Die Geschichte einer alten Adelsfamilie, die an ihrem Erbe fast zerbricht.

Im Winter 1945 sitzt ein Kind in einem überfüllten Personenzug von Königsberg nach Westen. Sehnsüchtig blickt der kleine Konni hinaus in den Schnee – seine Mutter ist nicht mitgekommen. Gräfin Agnes von Kolberg wird ihren zehn Kindern erst später auf das Gut Altenstein in Brandenburg folgen, der Vater fällt im Kampf um Ostpreußen. Doch auch ihren Sommersitz muss die Familie auf der Flucht vor der Front verlassen.

Die Geschwister wachsen in ärmlichen Verhältnissen bei Bonn auf. Die traumatischen Ereignisse ihrer frühen Kindheit und der Umgang mit der selbstherrlichen Matriarchin Agnes schweißt sie eng zusammen. Besonders Konni und seine nächstältere Schwester Nona unterstützen sich lebenslang, durch die Höhen und Tiefen ihrer Ehen, Scheidungen, Geldnöte und Beziehungen hindurch.

Doch dann kommt die Wende – und Konni wittert seine Chance. Er möchte Gut Altenstein in den Familienbesitz zurückholen. Das Geld dafür muss er sich bei einer seiner Schwestern leihen. Zwischen den Geschwistern entbrennt ein erbitterter Streit um das Gut, der viele Fragen aufwirft: politische, gesellschaftliche, Fragen nach alten Wunden und Loyalitäten, Fragen nach dem eigenen Selbstverständnis.

Altenstein handelt vom Zerfall einer adligen Familie und einem exemplarischen Stück deutscher Geschichte. In klarer Sprache und mit großer Unmittelbarkeit erzählt Julie von Kessel von Charakteren, die so ungewöhnlich und lebendig sind, dass man sie lange nicht vergisst.

 

 

Die Autorin:

 

Julie von Kessel ist Journalistin und arbeitet seit mehr als zehn Jahren beim ZDF. Sie wuchs in Helsinki, Wien, Zagreb, Bonn und Washington D.C. auf und lebt mit ihrer Familie in Berlin.

 

 

Das Cover:

 

Das Cover zeigt eine Blüte, die ihre Blätter verliert. Ein einladendes Motiv, das mit dem Klappentext gut harmoniert. Den tieferen Sinn versteht man, wenn man das Buch gelesen hat.

 

 

Die Geschichte:

 

Die Autorin erzählt die Geschichte der adeligen Familie Kolberg, die ein Gut in Ostpreußen und ein weiteres in Brandenburg hatte. Beide verliert sie nach dem Krieg.

Nach der Wiedervereinigung wird in Teilen der Familie überlegt, das Gut in Brandenburg wiederzubekommen, aber im Leben der Familie ist zu vieles passiert. Zunächst war da die Flucht aus Ostpreußen, die nur am Rande der Erzählung eine Rolle spielt. Dann findet die Familie Unterschlupf bei Verwandten, um irgendwann in Bonn sesshaft zu werden. Agnes von Kolberg, die Witwe, führt ein strenges Regiment nach den Regeln des Adels, die in Zeiten der Armut allerdings eine Herausforderung sind.

Außerdem geht es um ihre Kinder, die in diesem Buch auf ihrem zum Teil schwierigen Lebensweg begleitet werden. Vieles wird vor allem aus der Sicht von Konrad, des Jüngsten, betrachtet, der es im Leben überhaupt nicht leicht hatte.

Das Buch deckt die Zeitspanne von 1943 bis 2005 ab.

 

 

Meine Meinung:

 

Das Buch ist nicht ganz leicht zu lesen. Die vielen Figuren haben manchmal zusätzlich einen Spitznamen, der auch noch bei dem einen oder der anderen eine völlig andere Abwandlung hat (Marie-Elisabeth ist Nona oder Isolde genannt Bobby). Man muss ganz schön konzentriert herangehen, da auch noch von zehn Kindern die Rede ist, die allerdings nicht alle im Buch eine Rolle spielen. Und im Laufe der Jahre kommen natürlich auch Ehemänner und eigene Kinder dazu, die mit ihren Vor- und Zunamen auch noch aufgenommen werden wollen.

Außerdem wird der Lesefluss an verschiedenen Stellen eingebremst, weil die Autorin das Buch so aufgebaut hat, dass man zwischen einzelnen Stationen und Lebensabschnitten zeitlich unsortiert hin- und herspringt, was an der einen oder anderen Stelle Verwirrung stiftet.

Das Buch ist in einer sehr anspruchsvollen und mit gewissem Abstand von außen hineinblickenden und nicht von Emotionen getragenen Sprache geschrieben. Die Figuren ließen mich daher natürlich nicht sehr nahe an sich heran und blieben auch ein wenig farblos.

Gefallen hat mir, dass ich auf das Leben einer adligen Familie, die alles verloren hat, blicken konnte. Auf eine Familie, deren Leben in schonungsloser Art und Weise, schnörkellos und in all seinen Facetten erzählt wird und die nach und nach auseinanderfällt.

Wie gesagt, es ist kein ganz einfaches Buch, aber ein Buch, das mich gefesselt hat und das ich durchaus weiterempfehlen kann.

 

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

  (1)
Tags: ade, familie   (2)
 
62 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks