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Mein wunderbarer Küstenchor

Janne Mommsen
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.07.2018
ISBN 9783499274442
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:

 

Klütz, ein kleiner Küstenort in Mecklenburg, ist der Schauplatz des neuen Romans von Bestsellerautor Janne Mommsen. Er erzählt von einer Musikliebhaberin voller Ideale, einem charmanten Klavierprofessor und einer Chorgemeinschaft, die auch in schwierigen Zeiten gemeinsam durch dick und dünn geht.
Die Saison ist vorbei, das Hotel, das Britta leitet, wird für den Winter geschlossen. Ihr seelischer Anker ist der Chor, der seit zwanzig Jahren jeden Mittwochabend probt. Hier singt man, hilft einander, feiert und verliebt sich auch manchmal ineinander. Eines Tages verkündet der langjährige Chorleiter, dass er wegziehen muss. Ein Schock für alle, denn mit ihm drohen auch die beiden verbliebenen Männerstimmen abzuwandern. Britta krempelt die Ärmel hoch. Sie veranstaltet ein Casting für einen neuen Chorleiter: Es bewerben sich unter anderem ein vermeinlicher Broadway-Star sowie eine grell geschminkte ehemalige Balletttänzerin mit knallharten Lehrmethoden. Doch ein Gutes hat die Aktion: Britta lernt einen jungen Klavierprofessor kennen. Der ist begeistert von ihrem Engagement und überredet sie, den Chor selbst zu leiten. Wird es den beiden gelingen, die Chorgemeinschaft zu retten?

 

Der Autor:

 

Janne Mommsen, Jahrgang 1960, hat in seinem früheren Leben als Krankenpfleger, Werftarbeiter und Traumschiffpianist gearbeitet. Inzwischen schreibt er Drehbücher, Theaterstücke und natürlich Romane. Mommsen hat in Nordfriesland gewohnt und kehrt immer wieder dorthin zurück, um sich der Urkraft der Gezeiten auszusetzen. Passenderweise lebt die Familie seiner Frau seit Jahrhunderten auf der Insel Föhr.

 

Das Cover:

 

Mit einem einzigen Blick wurde ich eingeladen, von der der Ostsee zu träumen. Die Weite, das Meer, der Steg, die blauen Farben, sind perfekt gewählt. Ich finde das Zusammenspiel der Abbildung mit dem Titel und dem Klappentext sehr gelungen.


Der Inhalt (Achtung: Spoiler!):


Ein kleines Dorf an der Ostsee bei Boltenhagen. Britta arbeitet als Leiterin eines Hotels. Während die Sommerzeit vorbei ist, freute sie sich auf ihr Hobby, den Chor, dem sie bereits zwanzig Jahren angehört. Und sie freut sich auf einen gemeinsamen Erfolg, einen Auftritt in Tampere.

Während sie schon für den Auftritt proben, fällt ihr Chorleiter Dustin aus, der einen neuen Job angeboten bekam und die Region verlässt.

Im ersten Moment sieht es so aus, als ob der Chor generell aufgeben muss. Britta entschließt sich, zu kämpfen und einen neuen Chorleiter zu suchen.

Neben einigen Rückschlägen lernt sie Jasper kennen, der sie ermutigt, die Chorleitung selbst zu übernehmen. Ob das alles gelingt und welche Hürden noch genommen werden müssen?

 

Meine Meinung:

 

Es handelt sich hierbei um einen leichten Sommerroman. Die Figuren sind wunderbar ausgearbeitet und in ihren Charakteren authentisch. Britta ist ausgesprochen sympathisch und lässt mich nah an ihrem Leben teilhaben.

Die Schauplätze sind so gut beschrieben, dass ich in meiner Vorstellung mitreisen und bildlich die Protagonisten begleiten konnte.

Das Thema Chor ist etwas gewöhnungsbedürftig, weil es nicht oft aufgegriffen wird. Allerdings ist es sehr gut mit der Geschichte verwoben, was einen ausführlichen und interessanten Blick in die Arbeit eines Chors gestattet. Das Buch an sich plätscherte eine Weile auf einer Ebene dahin und deshalb fand ich, dass der Spannungsbogen etwas flach angelegt ist und durchaus mehr hätte vertragen können. Das hat aber die Leselust nicht geschmälert, da der Autor das Buch in einer wunderbaren, lebhaften und leicht verständlichen Sprache geschrieben hat.

Insgesamt ein sehr unterhaltsamer Roman der mich an die Ostsee mitgenommen und mich gut unterhalten hat.


Es bekommt meine Leseempfehlung.

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

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Schlank! für Berufstätige – Schlank! und gesund mit der Doc Fleck Methode

Dr. med. Anne Fleck , Bettina Matthaei , Hubertus Schüler
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 19.10.2018
ISBN 9783954531608
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext:

Endlich schlank der Durchbruch in der Ernährungsforschung
Dr. med. Anne Fleck, renommierte Präventiv- und Ernährungsmedizinerin sowie Bestsellerautorin, behandelt Patienten konsequent nach aktuellsten Erkenntnissen von Medizinforschung und Ernährungswissenschaft. Mit einer kohlenhydratarmen und antientzündlichen Ernährung, die Darmflora und Stoffwechsel neu aufbaut, gelingt ihr, woran viele gescheitert sind: Überflüssige Fettpolster schmelzen kontinuierlich. Ihre Patienten werden langfristig schlanker, gleichzeitig sinken die Risiken für Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Demenz und Krebs.

Mit der Doc Fleck Methode gewinnen die Patienten der TV-Ärztin, bekannt aus Die Ernährungs-Docs , durch Entwöhnung von der Kohlenhydratsucht wieder Kontrolle über ihr Essverhalten. Die Methode ist zu Hause einfach umsetzbar und funktioniert bei 3 kg Übergewicht genauso wie bei 40 kg. Köstliche Rezepte, entwickelt mit Sterneköchin Su Vössing, und praktische Einkaufslisten helfen bei der Umsetzung im Alltag. Gerade hat die größte weltweite Ernährungsstudie (PURE Study) mit 135.000 Menschen aus 18 Ländern gezeigt, dass Fett nicht fett macht, dass aber übermäßig verzehrte Kohlenhydrate verantwortlich für unzählige gesundheitliche Komplikationen sind. Als Folge entwickeln sich bei vielen Menschen äußere oder innere Fettdepots mit hoher hormoneller Aktivität, die chronische Entzündungsprozesse im Körper in Gang ¬setzen. Solche gefährlichen inneren Fettdepots finden sich auch bei etwa 40 % der vermeintlich schlanken Menschen, den sogenannten TOFIS (thin outside, fat inside).

Die gute Nachricht: Seit Kurzem ist belegt, dass viele Menschen im Gegensatz zu anderen nur deshalb Fettpolster anlegen, weil ihre Darmflora durch dauerhafte falsche Ernährung mehr Kalorien aus der gleichen Nahrung aufnimmt. Mit der konsequenten Ernährungsumstellung über mehrere Wochen nach Dr. Anne Flecks ganzheitlichen Empfehlungen lässt sich der Organismus aber wieder nachhaltig auf schlank und gesund programmieren.

 

Die Autorin:


Dr. Anne Fleck – kurz „Doc Fleck“ – ist seit Jahren international anerkannte Expertin für innovative Präventiv- und Ernährungsmedizin und Gesundheit. Mit ihren ganzheitlich orientierten, modernen Konzepten etablierte sie überzeugende Strategien zum Gesunderhalt. Als Fachärztin für Innere Medizin und Rheumatologie mit Expertise in der Naturheilverfahren und ganzheitlichen Heilmethoden, verfolgt sie den Ansatz aus effektiver Kombination modernster Spitzenmedizin, Zuwendung und Naturheilkunde. Sie gilt in Deutschland als Pionier, indem sie moderne Forschung und tradierte Heilverfahren innovativ miteinander verbindet.

 

 

Das Cover:

 

Das Cover ist schnörkellos und über Dr. Anne Fleck muss man nicht viel schreiben, denn viele kennen sie bereits und wissen, dass sie für gesunde Ernährung steht. Eine Buchvorstellung, die mit dem Klappentext perfekt harmoniert.

 

Der Inhalt (Achtung: Spoiler!):

 

Da es sich hier um ein wissenschaftlich fundiertes Buch handelt, fasse ich den Inhalt nicht selbst zusammen, sondern nehme einen Ausschnitt aus dem Klappentext:

 

Mit der Doc Fleck Methode gewinnen die Patienten der TV-Ärztin, bekannt aus Die Ernährungs-Docs, durch Entwöhnung von der Kohlenhydratsucht wieder Kontrolle über ihr Essverhalten. Die Methode ist zu Hause einfach umsetzbar und funktioniert bei 3 kg Übergewicht genauso wie bei 40 kg. Köstliche Rezepte, entwickelt mit Sterneköchin Su Vössing, und praktische Einkaufslisten helfen bei der Umsetzung im Alltag. Gerade hat die größte weltweite Ernährungsstudie (PURE Study) mit 135.000 Menschen aus 18 Ländern gezeigt, dass Fett nicht fett macht, dass aber übermäßig verzehrte Kohlenhydrate verantwortlich für unzählige gesundheitliche Komplikationen sind.

Die gute Nachricht: Seit Kurzem ist belegt, dass viele Menschen im Gegensatz zu anderen nur deshalb Fettpolster anlegen, weil ihre Darmflora durch dauerhafte falsche Ernährung mehr Kalorien aus der gleichen Nahrung aufnimmt. Mit der konsequenten Ernährungsumstellung über mehrere Wochen nach Dr. Anne Flecks ganzheitlichen Empfehlungen lässt sich der Organismus aber wieder nachhaltig auf schlank und gesund programmieren.


Meine Meinung:

Dieses Buch erklärt Schritt für Schritt was sich in unserem Körper abspielt und wie wir die Ernährung bei Bedarf besser umstellen können. Alles ist wissenschaftlich fundiert und dennoch für jedermann verständlich beschrieben und erklärt. Ich für meinen Teil, habe die Themen in einzelnen Schritten nach und nach abgearbeitet, um die Zusammenhänge besser aufnehmen zu können. Zu wissen und zu verstehen, warum man was tut, ist sehr hilfreich. Hinzu kommt, dass auch die Gewohnheit in uns sehr aktiv ist, sodass der innere Schweinehund derjenige ist, der überwunden werden muss. Die leicht verständliche Sprache, auch wissenschaftlich komplexer Vorgänge, ermöglichen es, dem Interessierten klare Entscheidungen zu treffen, die einer Ernährungsumstellung zum Erfolg verhelfen.

 

Besonders erwähnen möchte ich noch die zahlreichen Rezepte, die eine nicht unerhebliche Hilfe sind. Damit geht alles noch einmal ein bisschen leichter.

Ein wunderbares Buch, das man immer wieder als guten Ratgeber aufschlagen kann. Ein Begleiter für eine gesunde Ernährung, für ein paar Kilos weniger und ein gesünderes Leben.

 

Ein bemerkenswertes Buch rund um die Ernährung.

 

Es bekommt meine ausdrückliche Leseempfehlung.

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

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Der Sommer der Dünenrosen

Jamie Brenner , Martina Tichy
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.04.2018
ISBN 9783442486809
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext

 

Bei Marin Bishop läuft gerade alles schief: Ihre Verlobung platzt, ihre Eltern lassen sich scheiden, und sie verliert ihren Job in einer angesehenen Anwaltskanzlei. Als plötzlich ihre Halbschwester Rachel auftaucht, von deren Existenz Marin nichts ahnte, machen sich die beiden mit Marins Mutter im Schlepptau auf den Weg nach Cape Cod, wo noch mehr Überraschungen auf sie warten. Im Laufe eines turbulenten Sommers kommen lange gehütete Familiengeheinisse ans Licht und führen drei Generationen von Frauen zusammen, bis am Ende alle ihr wahres Zuhause finden.

 

Die Autorin

 

Jamie Brenner wuchs in Philadelphia auf und entdeckte schon als Kind ihre Liebe zu Büchern. Später studierte sie Literaturwissenschaften und ging nach New York, um in der Verlagsbranche zu arbeiten. Heute ist sie selbst Autorin und kann sich keinen schöneren Beruf vorstellen. Jamie Brenner lebt mit ihrer Familie in New York.

 

Das Cover

 

 

Die Abbildung zeigt uns eine Sitzgruppe in Blautönen, Strandtasche und Hut. Zusammen mit dem Klappentext wird auf eine Sommerreise hingewiesen. Jetzt da ich das Buch allerdings gelesen habe, finde ich die Abbildungen etwas zu verspielt, da in der Geschichte zum einen andere kunsthandwerkliche Fähigkeiten im Vordergrund standen und zum anderen die Geschehnisse nicht gerade auf ein lauschiges Sofa einluden. Meines Erachtens insgesamt eine Buchpräsentation, die etwas am Thema vorbeiging.


Die Geschichte (Achtung: Spoiler)



Marin lässt ihre Hochzeit platzen, weil sie sich in einen Kollegen verliebt hat. Als dies in der Firma herauskommt, verlieren sie und ihr Liebhaber auch noch ihren Anwaltsjob. Und dann taucht auch noch eine vermeintliche Halbschwester mit Namen Rachel auf, die durch einen DNA Test erfahren hat, dass sie den gleichen Vater haben und wer ihre Verwandten sind. Spontan fahren sie zusammen nach Cape Cod zur neuen Großmutter, die dort eine Pension am Meer betreibt, um die Mutter ihres Vaters kennenzulernen. Im Verlaufe des Sommers werden viele Familiengeheimnisse zutage befördert, es wird die Vergangenheit aufgearbeitet und es werden andere Lebenswege eingeschlagen.

 

Meine Meinung


Dieser Roman beginnt von der ersten Seite an spannend und interessant. Die Autorin hat wunderbare Figuren erarbeitet, die alle in ihren Charakteren authentisch agieren und den Lesern ihr Innerstes zeigen. Häufige Perspektivwechsel und Rückblenden lassen die Geschichte lebhaft voranschreiten und halten die Spannung aufrecht. Die Autorin schreibt in einer lebendigen, leicht lesbaren Sprache, die dafür sorgt, dass man das Buch nicht zur Seite legen möchte. Die Schauplätze sind harmonisch eingefügt und haben mich als Leserin mit ans Meer und die Umgebung mitgenommen.

Etwas nachdenklich wurde ich, als die Geschichte sich stellenweise von den Hauptfiguren Marin, Rachel und ihrer Großmutter wegbewegte, um sich auch den vielen Problemen anderer Familienmitglieder und Protagonisten zuzuwenden. Es waren mir dann stellenweise etwas zu viele, die da ihr Leben sortieren mussten, weil die eigentlichen Figuren leicht zurückstehen mussten und deren Situationen etwas verflachten. Weniger ist manchmal einfach mehr.

Trotz dieses kleinen Einwandes ist dieses Buch eine moderne Familiensaga die sich wunderbar lesen lässt und gute Unterhaltung bietet. Ein Sommerroman, den ich wärmstens empfehlen kann. Deshalb eine gern gegebene Leseempfehlung.

 

Friedericke von „friedericke bücherblog“

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Wenn das so weitergeht, kauf ich mir 'ne Katze

Linette Carlson
E-Buch Text
Erschienen bei neobooks, 14.05.2018
ISBN 9783742738332
Genre: Humor

Rezension:

Klappentext:

Steffi ist Mitte 30 und hat alle Möglichkeiten. Sagen die Anderen. Doch diese unzähligen Möglichkeiten verstecken sich leider verflixt gut. Oder machen einfach Schluss. Wie Oliver. Oder melden sich plötzlich nicht mehr. Wie Daniel. Dabei ist Steffi eine tolle Frau. Sagen die Anderen. Shoppen ist natürlich keine Lösung – oder vielleicht doch? Steffi bewirbt sich als Kandidatin bei der TV-Show „Fashionista – Mein neues Ich“, überzeugt beim Casting und stylt nicht nur sich, sondern ihr ganzes Leben um.

Ein unterhaltsamer Roman über Notmänner, Traummänner, Frauenfreundschaften, Shoppingstress und die Suche nach sich selbst.

Die Autorin:

Hinter dem Pseudonym Linette Carlson verbirgt sich eine erfahrene Drehbuchautorin und Texterin aus Hamburg. Sie schreibt humorvoll über starke Frauen in schwachen Momenten, schwache Frauen in starken Momenten und liebt Happy Ends.


Das Cover:

 

Das Cover alleine hätte mich nicht angesprochen, weil es sehr zurückhaltend auf mich wirkt. Liest man jedoch den Klappentext, kann man den humoristischen Hintergrund erahnen, sodass die Neugierde wieder in den Vordergrund tritt.


Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Mitte 30 und unzufrieden. Kein Mann, keine Kinder, immer der gleiche Job und das ohne nennenswerte Herausforderung. Die beste Freundin heiratet und fällt zu guter Letzt auch noch aus. Aus einer Laune heraus bewirbt sich Steffi als Kandidatin bei der TV-Show „Fashionista – Mein neues Ich“, überzeugt beim Casting und stylt nicht nur sich, sondern ihr ganzes Leben um.

Meine Meinung:

 

Bei diesem Buch musste ich mir mit meiner Einschätzung etwas mehr Zeit nehmen. Warum? Es ist das zweite Buch, das ich lesen durfte, welches an eine Fernseh-Show angelehnt ist. Und auch hier passierte es mir, dass ich ständig das Original vor Augen hatte. Und das Original ist geläufiger als das angelehnte mit etwas anderen Schwerpunkten.

Hinzu kommt, dass ich mich mit der Steffi lange Zeit nicht sehr anfreunden konnte. Sie war mir einfach zu negativ sich selbst gegenüber und der Grat zum Selbstmitleid ist schmal. Natürlich weiß ich, dass das Buch humoristisch angelegt ist, aber dennoch war mir das ein Tick zu viel. So viel zu meinen Kritikpunkten.

 

Eindrucksvoll hingegen sind die weiteren Protagonisten, so zum Beispiel die Teilnehmerinnen, die mit ihren Charakteren wunderbar in diese Show hineinpassen und jede Einzelne den besonderen Grund an der Teilnahme hat. Auch das Film Team war besonders angelegt und beschrieben.

 

Die Autorin weiß, wie man spannende Texte schreibt und man spürt, dass sie sich mit Drehbüchern auskennt. Das alles ist ein Garant für kurzweilige Unterhaltung und kommt auch diesem Buch sehr zugute.

 

Insgesamt ein Buch zum Schmunzeln, ein Buch, das einen Blick hinter die Kulissen einer Shopping-Show gestattet, ein Buch mit einem Happy End und einer Steffi, die sich dann doch noch selbst umkrempelt. Wer solche Shows mag, wird sich freuen.

Es bekommt eine Leseempfehlung.

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

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Die Frauen der Familie Marquardt

Nora Elias
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.07.2018
ISBN 9783442486533
Genre: Historische Romane

Rezension:

Klappentext:

Köln 1908: Caspar Marquardt herrscht in seinem Kaufhaus wie ein König über die Welt des Luxuskonsums. Da er keine Söhne hat, soll ein entfernter Verwandter sein Erbe werden – eine Provokation für seine älteste Tochter Louisa, die das Geschäft gerne selbst führen möchte. Doch nicht nur ihr Schicksal ist mit dem Kaufhaus verbunden. Während sich die kapriziöse Sophie in einen Konkurrenten ihres Vaters verliebt, sucht die unehelich geborene Mathilda ihren Platz in der Gesellschaft. Folgenschwere Konflikte machen die Schwestern gleichermaßen zu Verbündeten und Rivalinnen ...

Die Autorin:

Nora Elias ist das Pseudonym einer im Rheinland lebenden Autorin historischer Romane. Zum Schreiben kam sie bereits als Studentin und widmet sich nun vermehrt der Geschichte ihrer Wahlheimat. Sie liebt Reisen und lange Wanderungen. Ihr Roman »Antonias Tochter« wurde mit dem begehrten DELIA-Literaturpreis 2018 ausgezeichnet.


Das Cover:

 

Das Cover zeigt die Stadt Köln, den Dom, das Rheinufer und im Vordergrund zwei Frauen in Kleidern des Jahrhunderts. Der Titel und der Klappentext runden das Gesamtbild stimmig ab. Die Buchpräsentation hat mich sehr angesprochen.


Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Köln im Jahre 1908. Caspar Marquardt ist der Herrscher über sein Kaufhaus und den dort präsentierten Luxus, der die Damen und Herren zum Konsumieren einlädt.

Weil er nur drei Töchter und keinen Sohn hat, soll ein entfernter Verwandter der Erbe werden. Dagegen hat aber seine älteste Tochter Louisa Einwände, weil sie das Geschäft gerne selbst führen würde. Auch die anderen beiden Schwestern haben so ihre Vorstellungen, sodass die drei jungen Frauen Konflikte auslösen und dadurch mal zu Verbündeten oder auch zu Rivalinnen werden.

Meine Meinung:

 

Ein Gesellschaftsroman, der die Rolle der Frau in jener Zeit intensiv beleuchtet und ihre Probleme aufzeigt, ein Roman, der schildert wie ihnen ihre berufliche Zukunft und Perspektiven erschwert oder gar genommen werden.

 

 

Die Protagonisten sind stark in ihrer Ausstrahlung, die drei Töchter haben unterschiedliche Charaktere, die uns jeweils auf ihre Art aufzeigen, welche Richtung junge Frauen einschlagen konnten, um sich die eigene Zukunft zu sichern. Die jungen Frauen gestatteten mir, intensiv in ihre Geschichte einzutauchen und teilzuhaben an ihrem Leben. Wunderbar auch dargestellt, die Männerwelt, Ihre Macht über die Frauen und Kinder.

 

 

 

Die Autorin schreibt in einer leicht verständlichen und flüssig zu lesenden Sprache. Sie hat umgangssprachlich die Sprache der Zeit berücksichtigt, sodass ich sehr tief in die damalige Zeit eintauchen konnte. Das Buch lässt sich wunderbar lesen, die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten, obgleich die Liebe oder Beziehungen erahnen lassen, in welche Richtung es gehen könnte, was aber in keiner Weise störend ist.

 

Die Schauplätze sind ausführlich beschrieben und zeigen die Stadt Köln zu Beginn des Jahrhunderts.

 

Eine Familiensaga, die den Platz und die Stellung von Frauen innerhalb der Gesellschaft eindrücklich darstellt. Ein Buch das ich sehr gerne gelesen habe.

 

Es bekommt meine ausdrückliche Leseempfehlung.

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

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Das Weingut. In stürmischen Zeiten: Das Weingut 1 - Roman

Marie Lacrosse
E-Buch Text: 672 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 23.07.2018
ISBN 9783641226411
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext:

 

Weißenburg im Elsass im Jahr 1870: Die junge Waise Irene kommt als Dienstmädchen in das Herrenhaus des reichen Weinhändlers Wilhelm Gerban. Dessen Sohn Franz glaubt an die Ideale der französischen Revolution, wofür sein Vater wenig Verständnis hat. Als Irene auf Franz trifft, verlieben die beiden sich leidenschaftlich ineinander. Doch nicht nur Standesschranken und familiäre Intrigen stehen ihrer Beziehung im Wege. Auch am europäischen Horizont ziehen dunkle Wolken auf: Ein furchtbarer Krieg bricht aus. Gegen alle Widerstände kämpfen die beiden jungen Leute um ihr Glück. Bis das Schicksal unbarmherzig zuschlägt ...

 

 

Die Autorin:

 

 

Marie Lacrosse hat in Psychologie promoviert und arbeitet heute als selbstständige Beraterin überwiegend in der freien Wirtschaft. Unter ihrem wahren Namen Marita Spang schreibt sie erfolgreich historische Romane. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in einem beschaulichen Weinort. »Das Weingut. In stürmischen Zeiten« ist der erste Band der großen Saga um die Weinhändler-Familie Gerban.


Das Cover:


 

Das Cover ist in überwiegend zarten, hellen Farben gehalten und zeigt ein imponierendes Weingut. Davor die dazugehörigen Reben. Die fein abgestimmte Titelschrift und der Klappentext runden das Gesamtbild stimmig ab. Eine wundervolle Präsentation des Buches.


Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Die Geschichte beginnt im Jahre 1870, als die junge Irene in das Haus des Weinhändlers Gerban kommt und als Dienstmädchen beschäftigt wird. Sein Sohn Franz verliebt sich in das Mädchen und beide müssen gegen die Vorgaben des Standes, gegen familiäre Probleme und Intrigen ankämpfen. Viele Widerstände stehen überall im Wege. Doch damit nicht genug. Es bricht ein schrecklicher Krieg aus, der zwischen Wilhelm Gerban, der den Deutschen nahesteht, und seinem Sohn Franz, dessen Glauben an die Französische Revolution, die Gräben zwischen beiden aufreißt. Die beiden jungen Menschen kämpfen um ihre Liebe und ihr Glück, bis eines Tages das Schicksal zu einem ganz besonderen Schlag ausholt.


Meine Meinung:

Das Buch hat mich von der ersten Minute an gefesselt und nicht mehr losgelassen. Die Autorin schreibt in einer flüssigen leicht verständlichen und ausdrucksvollen Sprache. Wunderbar berücksichtigt sie auch die Sprache der Zeit, die dem Ganzen Authentizität verleiht. Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und im jeweiligen Charakter glaubhaft und ausdrucksstark. Besonders ans Herz gewachsen sind mir die beiden Protagonisten Irene und Franz, aus deren Perspektiven hauptsächlich erzählt wird. Diese beiden jungen Menschen führen ein Leben, das heute nicht mehr vorstellbar ist und ihre Geschichte hat mich sehr berührt.

 

Der Spannungsbogen ist durchgängig hoch und sorgt dafür, dass man nie aufhören möchte zu lesen.

 

Beeindruckend geschildert sind besonders die schrecklichen Erlebnisse der Soldaten in diesem Krieg sowie die geschichtlichen Hintergründe des Elsass, zwischen Frankreich und Deutschland. Auch die Standesunterschiede, sowie die daraus resultierenden Schwierigkeiten werden bis ins kleinste Detail verdeutlicht. Die Schauplätze sind so schön beschrieben, dass man sie bildlich sehr gut aufnehmen und durchwandern kann.

 

Insgesamt ein beeindruckendes Buch, das zwischen der Geschichte und der Historie fein verknüpft ist und auf eine tiefgründige Recherche hinweist. Ein Buch, das viel Freude bereitet hat. Die Fortsetzung wird herbeigesehnt.

 

Es bekommt meine ausdrückliche Leseempfehlung.

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

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Inselschwestern: Roman

Elin Hilderbrand
E-Buch Text: 432 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 21.05.2018
ISBN 9783641227432
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext



Die Zwillingsschwestern Harper und Tabitha sind unzertrennlich. Doch als die Eltern sich scheiden lassen, nimmt der Vater ein Mädchen mit nach Martha's Vineyard, das andere bleibt bei der Mutter auf Nantucket. Über die Entfernung leben sie sich auseinander, aus einst engsten Vertrauten werden Fremde, und schließlich bricht der Kontakt vollends ab. Doch dann stirbt der Vater, und Tabitha und Harper tauschen die Inseln – und ihren Alltag – um ihre Familien wieder zusammenzuführen. Ein einzigartiger Sommer bricht an, voller Konflikte und Feindschaften, Liebe und Freundschaften. Wird er die Schwestern versöhnen, oder sie endgültig entzweien?

 

 

Die Autorin

Elin Hilderbrand hat ihre besten Ideen am Strand oder in den belebten Straßen von Boston. Sie hat drei Kinder und lebt mit ihrer Familie auf Nantucket, Massachusetts, wo auch ihre Geschichten spielen. Ihre Bücher stehen regelmäßig in den Top Ten der New-York-Times-Bestsellerliste.

 

Das Cover

 

Die Abbildung zeigt uns zwei Frauen, dazu Sommer, Sonne, Leichtigkeit und Strand. Der Titel unterstreicht die Abbildung, aber der Klappentext lässt schon erahnen, dass die Geschichte nicht ohne Tiefgang auskommen kann. Insgesamt eine vorzügliche Buchpräsentation.

Die Geschichte (Achtung: Spoiler)

Harper und Tabitha sind Zwillingsschwestern und werden bei der Scheidung der Eltern getrennt. Der Vater lebt mit Harper auf der Insel Martha's Vineyard und Tabitha bleibt bei der Mutter auf der Insel Nantucket. Die Auswahl, wer wo lebt, ist einem Los gleichzusetzen, was die beiden Schwester, die sehr eng verbunden waren, nicht so einfach wegstecken. Sie werden sich völlig fremd, denn irgendwann ist der Kontakt gänzlich eingeschlafen. Nach vielen Jahren stirbt der Vater und sie sehen sich bei der Trauerfeier wieder. Als ihre Mutter stürzt und ins Krankenhaus muss, beginnt für die Familie ein Sommer, der alles verändern sollte.

Meine Meinung

Am Anfang des Buches lernte ich die beiden Inseln kennen, deren Bewohner augenscheinlich in Konkurrenz leben, sodass ich von Anfang an, ein klares und intensives Bild der Schauplätze hatte. Die Einheimischen tratschen und reden mehr übereinander als miteinander, und das schlimmer als jedes kleinste Dorf, das man sich vorstellen kann, obwohl die Inseln gar nicht weit auseinanderliegen.

Und dann war ich etwas überrascht. Die beiden Schwestern, die sich ja unterschiedlich entwickelt haben, finden durch verschiedene Vorkommnisse und Schuldzuweisen überhaupt keinen gemeinsamen Gesprächsfaden mehr. Die Mutter ist auch nicht gerade einfach und pflegeleicht und Tabithas Tochter, benimmt sich in ihrem Teenagerverhalten schon mal gar nicht vorbildlich, um es höflich zu umschreiben. Zusammenfassend beharken sich die vier weiblichen Familienmitglieder derart miteinander, dass ich keine von denen als Protagonistin einfach mal so ins Herz schließen konnte. Sie waren aber stimmig ausgearbeitet und ihre Charaktere passten zur Erzählung.

Die Autorin schreibt in einer leicht verständlichen und lebhaften Sprache. Die Geschichte wurde abwechselnd aus Harpers und Tabithas Sicht erzählt, sodass sie trotz ihrer schwesterlichen Kämpfe ziemlich viel Nähe zuließen.

Was mir nicht so gut gefallen hat, waren die endlos langen gedanklichen Rückblenden der beiden Schwestern. Diese waren so tief und breit ausgestaltet, dass die Geschichte meines Erachtens immer wieder zu lange anhalten musste, eher sie spannend fortschreiten konnte. Für meinen Geschmack wäre hier etwas weniger mehr gewesen. Deshalb einen kleinen Abzug.

Insgesamt aber ist das Buch ein Sommerroman, der ein paar tiefergehende Aspekte und menschliche Regungen beleuchtet und dabei sehr unterhaltsam ist. Er bekommt von mir gerne eine Leseempfehlung.

 

Friedericke von „friedericke bücherblog“

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Das Echo der Farben: Erzählungen

Alizée Korte
E-Buch Text: 180 Seiten
Erschienen bei null, 08.07.2018
ISBN B07DWBNTKV
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

 

Luna und ihr bester Freund Kim konkretisieren ihr Verhältnis im Bett. Isa entdeckt durch ein Tattoo, dass Caro ihr mehr bedeutet, als sie sich eingestehen will. Leona bekommt Johns "Lass uns Freunde bleiben" nicht auf die Reihe. Sarah lernt, Nein zu sagen, und Leon erfährt, dass Liebe selten tödlich ist, wenn sich die Liebenden auch freundschaftlich verbunden sind.
Sechs Erzählungen über Freundschaften, das emotionale Ungleichgewicht in ihnen und ihre Grenzen. Sechs Figuren in ganz eigenen Lebenssituationen, deren Geschichten doch miteinander verwoben sind.

 

Die Autorin:

 

Alizée Korte, Jahrgang 1971, arbeitete nach ihrem Studium der Philosophie und der Politischen Wissenschaft zunächst als Journalistin, später als Kommunikationsberaterin. Sie ist seit zwanzig Jahren in der Fachwelt rund um Media, Marketing, Werbung und Internet zu Hause, taucht in ihrer Freizeit jedoch gern in die Tiefen eigener Geschichten ab. Sie lebt in Düsseldorf und schreibt, wann immer Familie und Vollzeitjob es zulassen.
Ihr Roman "Dein Weg, meine Liebe" erschien im Herbst 2017. Mit "Das Echo der Farben", einem Erzählungsband, veröffentlicht sie nun ihr zweites Buch.
Mehr hier: www.alizeekorte.de und auf Twitter @AlizeeKorte

 

Cover:

 

Das Cover besticht durch seine Farben, die im Einklang mit der künstlerischen Gestaltung ein harmonisches Bild abgeben. Zusammen mit dem Titel und dem Klappentext ist die Buchpräsentation in sich sehr stimmig und lädt dazu ein, das Buch lesen zu wollen.

 

 

Die Geschichte:

 

Es handelt sich um sechs Erzählungen. Aus diesem Grund übernehme ich den Klappentext, damit ich nicht zu viel Spoilern muss.

 

Luna und ihr bester Freund Kim konkretisieren ihr Verhältnis im Bett.

Isa entdeckt durch ein Tattoo, dass Caro ihr mehr bedeutet, als sie sich eingestehen will.

Leona bekommt Johns "Lass uns Freunde bleiben" nicht auf die Reihe.

Sarah lernt, Nein zu sagen, und Leon erfährt, dass Liebe selten tödlich ist, wenn sich die Liebenden auch freundschaftlich verbunden sind.

Sechs Erzählungen über Freundschaften, das emotionale Ungleichgewicht in ihnen und ihre Grenzen. Sechs Figuren in ganz eigenen Lebenssituationen, deren Geschichten doch miteinander verwoben sind.

Meine Meinung:

 

Alizée Korte Korte erzählt auf den ersten Seiten des Buches, wie die Geschichten entstanden sind, wie es mit ihnen weiter ging, oder auch wie sie lange Zeit aufbewahrt wurden.

Getragen von dem Wunsch als Schriftstellerin arbeiten und leben zu können, lagen die Geschichten also im Computer versteckt, weil Wunschträume, auch Zweifel am eigenen Können des Öfteren der Vater der Gedanken sind und den Alltag prägen.

 

Viele Jahre später wurden sie nun überarbeitet, in ein Buch gepackt und veröffentlicht. Auch, im Geiste der Person, die immer an die Texte und die Autorin geglaubt und sie zum Schreiben ermuntert hat.

 

 

Die Geschichten selbst sind aus verschiedenen Perspektiven in einer wunderbaren, leicht verständlichen und lebhaften Sprache geschrieben. Die Figuren der jeweiligen Erzählung erlebte ich in sich stimmig und sehr gut ausgearbeitet. Sie gestatteten mir außerdem, ganz nah bei ihrem „Ich“ zu sein. Die Dialoge passen exzellent zu den Protagonisten und ihren Charakteren. Alle sechs Geschichten sind in sich abgeschlossen und dennoch miteinander verbunden. Die einzelnen Erzählungen drehen sich um Freundschaft, um Gefühle, um Emotionen, um das persönliche Gleichgewicht und auch um Lebenssituationen. Sie sind tiefgründig und laden zum wirklichen Nachdenken über die schon aufgezählten Werte ein.

 

Mein Fazit: Ein wunderbares Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Es bekommt von mir eine ausdrückliche Leseempfehlung.

 

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog

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Die Ärztin: Das Licht der Welt (Ricarda Thomasius 1)

Helene Sommerfeld
E-Buch Text: 560 Seiten
Erschienen bei Rowohlt E-Book, 24.04.2018
ISBN 9783644200364
Genre: Historische Romane

Rezension:

Klappentext



Sternstunden der Medizin im deutschen Kaiserreich – und eine Frau schreibt Geschichte: Teil 1 der packenden zweibändigen Historiensaga um die Ärztin Ricarda Thomasius.
1876 verlässt die 13-jährige Gärtnertochter Ricarda schweren Herzens die ruhige Weite der Mark Brandenburg, um Henriette von Freystetten ins lebendige Berlin zu begleiten. Als Mündel der Komtess lernt das aufgeweckte Mädchen eine faszinierende neue Welt kennen: Die unverheiratete Frau führt in der glanzvollen Kaiserstadt ein emanzipiertes Leben, hält Salons und praktiziert als eine der ersten deutschen Ärztinnen. Tuberkulose, Bleichsucht oder Frauenleiden – Dr. Freystetten hat sich bei ihren gutbetuchten Patientinnen längst einen Namen gemacht.
Kranken Menschen zu helfen, dem Tod die Stirn zu bieten, davon beginnt auch Ricarda heimlich zu träumen. Denn um die siechen Frauen, die jenseits des Boulevards Unter den Linden in Armut leben, kümmert sich niemand. Ein selbstbestimmtes Leben, wie die Komtess es führt, ist für eine junge Frau ihres Standes zwar unvorstellbar. Aber Ricarda ist entschlossen, für ihr Glück zu kämpfen. Sie ahnt nicht, dass die herrische Komtess eigene Pläne für ihren Schützling schmiedet. Und dass Ricardas Begegnung mit einem jungen Medizinstudenten all ihre Vorsätze ins Wanken bringen wird …

Die Autorin

Helene Sommerfeld ist das Pseudonym eines in Berlin lebenden Autoren-Ehepaars. Viele ihrer Romane und Sachbücher waren internationale Bestseller. Die einzigartige Lebendigkeit ihrer Bücher entsteht aus der Begeisterung für Medizin und dem Interesse an historischen Persönlichkeiten, verbunden mit der Leidenschaft, fremde Länder zu bereisen.



Das Cover

 

Ein Cover, das mich sofort und intensiv angesprochen hat. Die abgebildete junge Frau im 19. Jahrhundert, zieht mit ihrem Ausdruck den Blick auf sich, und Berlin im Hintergrund der damaligen Zeit, sorgt für den richtigen Rahmen. Der Titel und der Klappentext fügen sich harmonisch ein. Eine stimmige und beeindruckende Buchpräsentation.

 

Die Geschichte (Spoiler!)

Eine familiäre Tragödie auf dem Anwesen sorgt dafür, dass der Graf seine Tochter Henriette bittet, sich um Ricarda das Mädchen des Gärtners zu kümmern, die rechtzeitig zur Stelle war, um Antonia seine Enkelin zu retten, während ihre Schwester dabei zu Tode kam.

Sie nimmt das aufgeweckte Mädchen mit nach Berlin und schickt sie auf eine gute Schule. Ricarda tut sich anfänglich schwer, sich als armes Mädchen in einer völlig anderen Gesellschaft zurechtzufinden. Alles war nicht einfach und bedarf großer Anstrengungen.

Auch der Umzug vom ruhigen eher beschaulichen Brandenburger Land in die pulsierende Stadt Berlin beansprucht eine längere Eingewöhnung. Der in Berlin viel deutlicher sichtbare Unterschied zwischen Arm und Reich schockt sie sehr. Die erbärmlichen Lebensbedingungen der Bevölkerung treiben sie immer mehr an, helfen zu wollen.
Da aber Komtess Henriette als eine der ersten Ärztinnen eine Praxis führt, gewinnt sie Einblicke in eine Welt, die sie sich nicht vorstellen konnte. Ihr neues Leben führt sie über viele Wege und Stolpersteine, die es gilt, selbst nachzulesen, um nicht zu viel zu Spoilern.


Meine Meinung

 

Dieses Buch gehört zu den Büchern in 2018, die ich als besonders lesenswert einstufen möchte. Von der ersten Seite an beginnt das Lesevergnügen, das die Leser auf eine lange Zeitreise ins Kaiserreich und nach Berlin mitnimmt.
Die bedeutenden gesellschaftlichen Zwänge, die unglaublichen Gegensätze zwischen Arm und Reich, die Welt der Medizin, die zu dieser Zeit in ihren Anfängen steckt und die unterversorgte Bevölkerung, sind ein emotionaler Stoff, der mich auf diese Reise mitgenommen hat.

 

Im Mittelpunkt steht die 13-jährige Gärtnertochter Ricarda, die als Mündel der Komtesse Henriette von Freystetten in die Großstadt Berlin darf und fortan um ihre Zukunft kämpft und sich gleichzeitig für arme Menschen einsetzt. Wir begleiten sie, auf ihrem Lebensweg von der überzeugenden Helferin, bis zum Ziel eine Ärztin in dieser schwierigen Zeit werden zu wollen. Sie ist ein Mädchen und später eine junge Frau, die man ins Herz schließen und bewundern muss.

 

Alle Protagonisten sind ihren Charakteren entsprechend glaubwürdig. Die Historie und Zeitgeschichte wurde mit sehr viel Feingefühl in die Erzählung eingearbeitet. Das Autoren-Team schreibt in einer leicht verständlichen und lebhaften Sprache, die ein flüssiges Lesen garantiert. Die Schauplätze sind präzise und lebendig geschildert, sodass ich mich sehr gut in die Straßen, Plätze und Wege hineinbegeben konnte.

Die Geschichte wird über weite Strecken aus der Perspektive von Ricarda erzählt. Die Wechsel zu den Perspektiven der anderen Protagonisten unterstützen den Spannungsbogen, der durch das ganze Buch hindurch hochgehalten wird. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass ich etwas zu weit außerhalb stand, um in die Geschichte hineinzuschauen. Das blockt meines Erachtens immer etwas die Emotion und Nähe zu den Figuren. Dieses Empfinden kommt aber natürlich auch durch die Sprache der damaligen Zeit zustande, die von den Autoren sehr gut eingesetzt wurde und wie wir wissen, hielten die Menschen in dieser Zeit selbst in engen Beziehungen einen erkennbaren sprachlichen und körperlichen Abstand. Es ist auch nur mein persönliches Empfinden und schmälert auf keinen Fall die Lesefreude.

Ich habe insgesamt ein Buch gelesen, das ein Füllhorn an Spannung und Zeitgeschichte ausbreitet. Ein Buch, welches die damaligen fast nicht vorhandenen Rechte der Frau vor Augen führt und intensiv schildert. Eine Geschichte, die beschreibt, wie schwierig das Leben in dieser Zeit war und wie die medizinischen Gegebenheiten das Leben und den Tod im Griff hatten. Ein wunderbares Buch, das mich sehr beeindruckt hat und auch große Vorfreude auf den zweiten Band auslöst.

 

Das Buch erhält von mir eine Leseempfehlung.

 

Friedericke von „Friederickes Bücherblog“

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Das geheime Lächeln

Bettina Storks
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Diana, 12.03.2018
ISBN 9783453359741
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext

 

Als die Journalistin Emilia Lukin bei einer Auktion das Gemälde einer jungen Frau entdeckt, meint sie in ihr eigenes Spiegelbild zu blicken. Kann es sich um ihre Großmutter Sophie handeln? Um deren extravagantes Künstlerleben im Paris der 1930er-Jahre ranken sich wilde Gerüchte, Emilias Mutter Pauline aber hüllt sich in Schweigen. Emilia lässt das traurige Lächeln auf dem Porträt nicht mehr los, und so folgt sie dessen Spuren in die Provence und nach Paris. Dabei gerät sie tief in die Geschichte einer leidenschaftlichen Frau, deren Leben auf geheimnisvolle Weise mit ihrem verknüpft ist.

 

Die Autorin

 

Bettina Storks, geboren 1960 in Waiblingen, studierte Romanistik, Deutsche Philologie sowie Kulturwissenschaften und promovierte an der Universität Freiburg. Nachdem sie mehrere Jahre als Redakteurin tätig war, veröffentlichte sie ihre Romane "Das Haus am Himmelsrand" und "Die Stimmen über dem Meer". Bettina Storks lebt in Bodman-Ludwigshafen am Bodensee.

 

Das Cover

Eine junge Frau in den 1930er Jahren in Paris in sorgsam ausgewählten Farben präsentiert gemeinsam mit dem Titel und dem Klappentext ein Buch, das man haben und lesen möchte. Perfekt ausgewählt und in sich stimmig.

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler)

 

Emilia arbeitet zu Hause selbstständig als Journalistin und hat gerade den Auftrag für ein Auktionshaus einen Katalog zu bearbeiten. Darin entdeckt sie ein Gemälde, das ihr die Sprache verschlägt. Sie sieht so was wie ihr eigenes Spiegelbild und ist nach näherer Betrachtung überzeugt, dass es sich dabei nur um ihre Großmutter handeln kann, die als schwarzes Schaf der Familie galt und über die nie gesprochen wurde.

Sie selbst lebt mit ihrem Mann in Baden-Baden und ihre zwei Söhne sind bereits ausgezogen. Ihre Ehe bekam vor kurzer Zeit schwere Kratzer, weil ihr Mann sie betrogen hat. Er hat sich zwar entschuldigt und sie kann verzeihen, aber leider nicht vergessen. Die Distanz steht deshalb zwischen ihnen.

 

Das Gemälde lässt ihr keine Ruhe. Sie entschließt sich, ins Elsass zu fahren und das Bild zu ersteigern. Dann besucht sie ihre Mutter, die an einer schweren psychischen Erkrankung und einer Teilamnesie leidet, um ihr Fragen zur Großmutter, die in den 1930er Jahren nach Frankreich ging und ihr in der Provence ein Häuschen hinterlassen hat zu stellen, aber es gelingt nicht. Spontan reist daraufhin Emilia nach Frankreich, um sich auf Spurensuche zu begeben und auch ihrem Mann und sich selbst eine Auszeit zu gestatten. Sie stößt in Paris und am Luberon auf viele Geheimnisse und findet Hintergründe, die damals alles auf den Kopf stellten. Letztendlich findet sie Antworten für sich selbst, ihre Familie und ihre Beziehung.

 

Meine Meinung

 

WOW, das war mal wieder ein Buch der Extraklasse. Bereits auf den ersten Seiten fand ich mich in der Leselust gefangen, die bis zu Schluss angehalten hat. Die Geschichte wird einmal in der Gegenwart rund um Emilia und ihre Familie erzählt und in Rückblenden, beginnend in den 1930er Jahren, mit dem Leben von Sophie in Frankreich. Auch andere Zeitsprünge fügen sich harmonisch ein, weil sie an den richtigen Stellen für neue Spannung sorgen.

 

Bettina Storks schreibt in einer vielseitigen, wunderbaren, leicht verständlichen und sehr poetischen Sprache. Sie tut das überwiegend aus der Perspektive der beiden Hauptfiguren Emilia und Sophie, aber auch die anderen Protagonisten mischen sich aktiv ein, sodass die häufigen Wechsel für Lebhaftigkeit, Nähe und Intensität sorgen. Die Schauplätze sind so intensiv beschrieben, dass man gar nicht anders kann, als alles vor dem geistigen Auge direkt zu sehen, zu riechen und zu schmecken.

 

Alle Figuren sind bis ins kleinste Detail so ausgearbeitet, dass sie in ihrem Handeln und in ihren Dialogen authentisch, plausibel und gemäß ihren Charakteren äußerst glaubwürdig sind, was uns gestattet, bei all ihren Gefühlen sehr nah dabei sein zu dürfen.

 

Die eingearbeitete Zeitgeschichte ist mit viel Gespür und Können vorgenommen worden, sodass die Geschehnisse, gerade auch in der finsteren Zeit des Krieges, für Gänsehaut und die eine oder andere Träne sorgen. Wunderbar auch der tiefe Blick in die Künstlerseelen, die sich in Paris tummelten.

Fazit: Es ist ein wunderbarer Roman, der mich gefesselt und mitgenommen hat, der mich an Plätze entführte, die ich zugegebener Maßen sowieso sehr liebe. Umso tiefer durfte ich mit hineintauchen und freue mich sehr bei meinem nächsten Besuch in Baden-Baden und dem Elsass an dieses wunderbare Buch denken zu dürfen. Es zählt ganz bestimmt zu meinen Lieblingsbüchern des Jahres 2018.

Natürlich ist hier meine absolute Leseempfehlung.

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

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Der Abfall der Herzen

Thorsten Nagelschmidt
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 22.02.2018
ISBN 9783103973471
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext

Wann hast du aufgehört mich zu hassen?« »Als du mir den Brief geschrieben hast.« »Was für einen Brief?«Und er beginnt sich zu fragen, was er noch vergessen hat von diesem Sommer 1999 in Rheine. Damals lebte Nagel in seiner ersten WG, hatte eine Band und seine Freundin und machte sich keine Gedanken über die Zukunft. Dann änderte sich alles, plötzlich, unvorhergesehen. Damals, als sie jung waren, als ein Jahrhundert zu Ende ging und man in den Regionalzügen noch rauchen konnte. Thorsten Nagelschmidt hat einen Roman über einen letzten großen Sommer geschrieben, über Freundschaft und die große Liebe und ihr Zerbrechen, weil man kein Morgen kannte.

Der Autor

Thorsten Nagelschmidt, geboren 1976 im Münsterland, ist Autor, Musiker und Künstler. Bis 2009 war er Sänger, Texter und Gitarrist der Band Muff Potter. Unter dem Namen Nagel veröffentlichte er die Bücher »Wo die wilden Maden graben« (2007), »Was kostet die Welt« (2010) und »Drive-By Shots« (2015) und zuletzt unter dem Namen Nagelschmidt den Roman »Der Abfall der Herzen« (2018). Thorsten Nagelschmidt lebt in Berlin.

Das Cover

Ein schlichtes Cover mit zurückhaltenden Farben und vier jungen Menschen, die in einen See springen. Gemeinsam mit dem Klappentext ist das eine gelungen und fein abgestimmte Präsentation.

 

Die Geschichte (Achtung Spoiler!)

 

Eine etwas andere Geschichte, die nicht am Anfang beginnt. Der Autor erzählt zunächst autobiografisch, wie es dazu kam, dass er sich auf die Spurensuche in den Sommer 1999 begibt und wie es letztendlich zu diesem Buch kam.

Er wohnt in Berlin und trifft sich eines Tages mit einem Freund, mit dem er sich vor langer Zeit zerstritten hatte. Und dann redeten sie plötzlich über einen Brief, den er ihm vor vielen Jahren geschrieben und den Streit beendet haben soll. Aber er kann sich nicht erinnern, obwohl er damals bereits als Autor ein Tagebuch geführt hat.

Nun beginnt er damit die Kladden zu lesen und hat zunehmend mehr Fragen als Antworten. Er fährt nach Rheine, wo er 1999 gewohnt hat, redet mit Freunden und Bekannten. An dem Ort ist er aufgewachsen und wurde zum Sänger und Songschreiber. Vieles, was er sich nun erzählen lässt, kann er mittlerweile so nicht einordnen und vieles nicht mehr erinnern. Und sie erzählen es auch ganz anders, wie er das wahrgenommen hatte. Und alles, was er nicht mehr zusammenbekommt, muss er in seinem Roman mit neuen Figuren und Handlungen ergänzen.

Meine Meinung

Die Geschichte wird über zwei Zeitebenen, nämlich aus der Gegenwart und dem Rückblick auf das Jahr 1999 erzählt. Der Autor wählte die Erzählperspektive des Icherzählers, was grundsätzlich dafür sorgt, dass man den Figuren sehr nah ist. Anfänglich habe ich mich allerdings etwas schwer damit getan, mich mit den Protagonisten, ihren Aktivitäten und ihrer Sprache anzufreunden, weil ich 1999 schon etwas älter, als diese Jungs war. Es war ein sehr schwieriges Jahr für ihn. Vieles auch Unsägliches ist passiert. Insgesamt geht es um Freundschaft, Partys, Alkohol, Eifersucht, Musik und mehr. Es geht um die Erinnerungen.

Einiges was die so veranstaltet haben war mir natürlich auch nicht fremd, auch wenn meine Jugend schon etwas länger zurückliegt, als 1999. Und auch ich verstricke mich immer öfter in Zeiten, die mich fragen lassen: „Weißt Du noch?“

Ich habe mich deshalb an keiner Stelle gelangweilt und das Buch hat mich wunderbar unterhalten, mich selbst auf Suche nach meiner Vergangenheit und Jugend geschickt, wenn auch die Erinnerungen etwas anders daherkommen. Es hat mich an vielen Stellen schmunzeln lassen und dadurch, dass es einfach mal ganz anders war, sehr überzeugt.

Ich wünsche dem Buch, dass es viele Leser finden möge. Ich für meinen Teil kann also eine Leseempfehlung aussprechen.


friedericke von "friederickes bücherblog"

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Zwischen dir und mir das Meer

Katharina Herzog
E-Buch Text: 352 Seiten
Erschienen bei Rowohlt E-Book, 24.04.2018
ISBN 9783644403529
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext

Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach Limoncello daraus! Lena führt ein zurückgezogenes Leben auf Amrum. Sie sammelt Meerglas am Strand, das sie zu Schmuck verarbeitet. Damit möchte sie sich etwas von dem zurückholen, was ihr die See einst genommen hat: Vor fast 20 Jahren ist Lenas Mutter, eine gebürtige Italienerin, morgens zum Schwimmen gegangen und nie zurückgekehrt. Als Lena eines Tages auf dem Heimweg den Italiener Matteo trifft, knistert es überraschend heftig zwischen den beiden. Aber am nächsten Morgen ist Matteo ohne ein Wort des Abschieds fort. Er hat eine Mappe zurückgelassen, in der Lena Fotos ihrer Mutter Mariella als junge Frau findet: so strahlend, wie Lena sie nie erlebt hat. Zusammen mit ihrer Schwester Zoe reist Lena an die Amalfiküste, um etwas über die geheimnisvolle Vergangenheit ihrer Mutter zu erfahren – und um Matteo, den Mann mit den meergrünen Augen, wiederzusehen.

Die Autorin

Katharina Herzog hatte schon immer Spaß daran, sich Geschichten auszudenken und sie aufzuschreiben. Nach einem Abstecher in den Journalismus kehrte sie zur wahren Liebe Belletristik zurück und begann, Romane zu veröffentlichen. Als Katrin Koppold hat sie sich bereits in die Herzen vieler Leserinnen geschrieben. Mit ihrem Debüt als Katharina Herzog «Immer wieder im Sommer» eroberte sie die Bestsellerlisten. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von München.

Das Cover

Eine Zitrone (Amalfiküste) im Mittelpunkt, Meerglas und Oliven drum herum, das sind die Hinweise für eine sommerliche Geschichte. Der Klappentext und der Titel unterstreichen den Eindruck und den Wunsch mehr über die Geschichte zu, erfahren. Ein sehr gelungenes Cover.


Die Geschichte (Achtung Spoiler!)

Lena lebt auf Amrum und arbeitet in einem Hospiz. Als sie eines Tages auf dem Heimweg auf den Italiener Matteo trifft kribbelt die Luft zwischen ihnen. Am nächsten Tag hat er allerdings ohne ein Wort die Insel verlassen. Neugierig geworden schaut sie in seinem Hotelzimmer nach und findet eine Mappe, in der Fotos von ihrer Mutter Mariella als junge Frau liegen. So strahlend, wie auf dem Foto kannte sie ihre Mutter nicht.

Diese war gebürtige Italienerin und vor zwanzig Jahren vom morgendlichen Schwimmen nicht zurückgekehrt. Seitdem lebt Lena mit ihrer Oma und ihrem Vater zusammen. Ihre jüngere Schwester Zoe, inzwischen eine Weltenbummlerin kommt zum gleichen Zeitpunkt nach Amrum, um Omas achtzigsten Geburtstag zu feiern.
Zoe erkennt auf dem Foto den Hintergrund und weiß, wo es gemacht wurde. Kurz-entschlossen reisen die beiden jungen Frauen deshalb an die Amalfiküste um mehr über die Fotos, ihre Mutter und ihre Familie zu erfahren.

Meine Meinung

Der Prolog beginnt 1972 in Ravello, wo sich zwei Mädchen begegnen, die verschiedener nicht sein könnten. Die bescheidene Mariella, deren Vater ein kleines Stück Land mit Zitronenbäumen bewirtschaftet und zusätzlich für Francesca Vater arbeitet, welcher im größeren Stil mit Zitronen seine Geschäfte macht. Francesca wiederum lebt in einer Villa. Eine Freundschaft war in dieser Zeit zwischen so unterschiedlichen Gesellschaftsschichten nicht ganz einfach.

Die Geschichte wird über zwei Zeitebenen erzählt. Einmal geht es um Lena in der Gegenwart, die auf Amrum lebt. Sie arbeitet in einem Hospiz als Krankenschwester. Ihre Beziehung war in die Brüche gegangen. Sie lebt sehr zurückgezogen und gestaltet in ihrer Freizeit Schmuck aus Meerglas. Ihre jüngere Schwester Zoe ist das völlige Gegenteil. Sie bleibt nie lange auf der Insel, reist durch die Welt und arbeitet dann, wenn sie das für nötig befindet. Die zweite Ebene erzählt in Rückblicken die Jugendzeit und das Leben ihrer Mutter Mariella in Italien, über das die Mädels so gut wie nichts wissen.

Die Autorin schreibt in einer leichten, gut verständlichen und flüssigen Sprache. Die Protagonisten sind gut erarbeitet und glaubwürdig. Auch die Nebenfiguren sind überzeugend. Lena habe ich sofort ins Herz geschlossen. Mit ihrer Schwester Zoe dauerte es ein bisschen, bis sie sich eingeschlichen hat.

Die Schauplätze lassen das Herz höherschlagen, entführen sie mich doch in Regionen, in die ich mich gerne wegträume. Sowohl Amrum, als auch die Amalfiküste sind von Katharina Herzog so intensiv beschrieben, dass ich jedes Detail vor Augen hatte und am liebsten gleich die Koffer gepackt hätte. Die Liebesgeschichte ist eher zweitrangig. An erster Stelle steht eine Familiengeschichte mit sehr viel Tiefgang und Wendungen, sodass die Spannung auch deshalb stets hochgehalten wird. Natürlich sind auch einige Dinge vorhersehbar, was aber überhaupt nicht stört.

Mein Fazit: Ein wunderbarer Sommerroman, leicht zu lesen und doch berührend ernst. Präsentiert an wunderschönen Regionen, die mir gestatteten das Meer zu riechen und vom baldigen Urlaub zu träumen. Ein gelungenes Buch, das ich wärmstens empfehlen kann.

Das Buch bekommt von mir eine Leseempfehlung.

friedericke von "friederickes bücherblog"

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Der Tag X

Titus Müller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.06.2018
ISBN 9783453439306
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext

Das Leben der Gymnasiastin Nelly Findeisen wird mit jedem Tag komplizierter. Es reicht nicht, dass sie ihren Vater, der vor sieben Jahren nach Russland abkommandiert wurde, nie mehr sieht, auch ihre Mutter wird ihr zusehends fremder. Hinzu kommt ihr Engagement in einer kirchlichen Jugendorganisation, was im Frühjahr 1953 zum Rauswurf aus der Schule führt. Trost könnte sie bei dem jungen Uhrmacher Wolf Uhlitz finden, der sich in sie verliebt hat. Er will ihr helfen, legt sich dafür sogar mit seinem Vater an, entwendet staatliche Dokumente und landet im Gefängnis. Was Wolf nur vage ahnt: Die junge Nelly steht in einer geheimnisvollen Verbindung mit einem russischen Spion namens Ilja, der sie mit Nachrichten über ihren verschleppten Vater versorgt und den Austausch von Briefen mit ihm vermittelt. Wie Wolf träumt auch Ilja von einem Leben mit Nelly – aber als sich in Berlin und Halle die Unzufriedenheit mit dem Regime in Massendemonstrationen entlädt, hängt ihrer aller Leben an seidenen Fäden.

Titus Müller erzählt eindringlich und packend vom Leben der Aufbegehrenden und entfaltet authentisch und detailgenau das Panorama eines Aufstandes, der beispielhaft wurde.


Der Autor

Titus Müller, geboren 1977, studierte Literatur, Mittelalterliche Geschichte, Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Mit 21 Jahren gründete er die Literaturzeitschrift Federwelt. Seine historischen Romane begeistern viele Leser. Titus Müller ist Mitglied des PEN-Club und wurde u.a. mit dem C. S.-Lewis-Preis und dem Sir-Walter-Scott-Preis ausgezeichnet.

Das Cover

Das Cover zeigt zwei junge Menschen in den fünfziger Jahren. Die Farbgebung ist dieser Zeit perfekt angepasst. Zusammen mit dem Titel und dem Klappentext ist die Buchpräsentation stimmig und lädt ein, das Buch lesen zu wollen.

Die Geschichte (Achtung Spoiler!)

Nelly war ein glückliches Kind, bis im Oktober 1946 die Russen an die Wohnungstür der Familie hämmern. Ihr Vater wird nach Russland abkommandiert und ihre Mutter entscheidet sich im letzten Moment mit ihrer Tochter in Berlin zu bleiben, was Nelly nicht verstehen kann.

1953 muss die junge Frau das Gymnasium verlassen, weil sie einer kirchlichen Organisation angehört. Zufällig lernt sie einen Tag zuvor den jungen Uhrmacher Wolf kennen.

Dieser hat einen Uhrenladen und führt ein eigentlich unauffälliges und korrektes Leben, bis er sich in Nelly verliebt. Er will ihr unbedingt helfen und entwendet bei der Behörde Dokumente. Diese Aktion bringt ihn aber ins Gefängnis.

Dann gibt es noch Ilja, einen russischen Soldaten, den sie in der Nacht kennenlernte, als ihr Vater abgeholt wurde. Er arbeitet inzwischen als Spion und bringt ihr regelmäßig Nachrichten von ihrem Vater.

Wolf indes träumt von einem Leben mit Nelly, als aber die Massendemonstrationen rund um den 17. Juni beginnen ist ihr Leben und das vieler anderer Personen in Gefahr.

Meine Meinung:

Schon auf den ersten Seiten gibt es Gänsehaut, als mitten in der Nacht die Russen vor der Tür der Familie stehen. Und dann beginnt mit einem kleinen Zeitensprung die Geschichte von Nelly, Wolf und Ilja. Diese Drei sind die Hauptfiguren der Geschichte, die in der Nachkriegszeit, der noch jungen DDR angesiedelt ist. Die Protagonisten sind unglaublich ausdrucksstark und authentisch und nehmen mich hautnah in die Geschichte mit. Selbst ihre Gedanken lassen mich das ganze Drama fühlen. Die Schauplätze Berlin, Halle und Moskau sind bis ins kleinste Detail beschrieben, sodass man die Straßen und Plätze bildlich sehr gut durchwandern kann.

Der Autor hat die Anfänge der DDR, die russische Besatzung, das Ende von Stalin in Moskau, die Erhöhung der Normen, die politischen Geschehnisse bis zum Aufstand am 17. Juni 1953 so wunderbar eingearbeitet, dass einem zwischendurch der Atem stockt. Die Ängste vor Repressalien und nie zu wissen, ob man gerade bespitzelt wird oder nicht, dazu die politischen Entwicklungen jener Zeit, aus unterschiedlichen Sichtweisen, lassen uns die Geschichte in ihrer ganzen Vielschichtigkeit so miterleben, als wäre man selbst dabei.

Titus Müller erzählt aus wechselnden Perspektiven. Seine Sprache ist anspruchsvoll, aber sehr flüssig zu lesen und leicht verständlich. Obwohl es mehrere Handlungsstränge unterschiedlicher Personen sind, kommt man als Leser nicht durcheinander. Das Buch verlangt allerdings Konzentration, sowie Interesse an der deutschen Geschichte.

Ein beeindruckender Roman, lehrreich, interessant, mitreißend und spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Ein Stück Zeitgeschichte verbunden mit einer zarten Liebesgeschichte. Unterhaltung und Wissen auf allerhöchstem Niveau.

Das Buch bekommt von mir eine ausdrückliche Leseempfehlung.

friedericke von "friederickes bücherblog"

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Bis zum Himmel und zurück

Catharina Junk
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 13.03.2018
ISBN 9783463406947
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

 

Bestsellerautorin Catharina Junk („Liebe wird aus Mut gemacht“) legt ihren zweiten Roman vor: ein tragikomischer Familienroman und eine wunderbare Liebesgeschichte.
Drama, Crime und Love-Stories. Als Drehbuchautorin kann Katja unzählige Leben leben, ohne selbst große Gefühle zu riskieren. Perfekt also. Okay, manchmal kommt Ratko vorbei, aber Liebe ist das eigentlich nicht. Doch als Katja eine Familienserie entwickeln soll, klappt es mit dem Schreiben plötzlich nicht mehr. Ihre eigene Familie ist nämlich ein Trümmerhaufen. Als sich dann ihre Mutter mit einer erschütternden Neuigkeit meldet, wie aus dem Nichts eine Halbschwester auftaucht und Katja ständig an Joost denken muss, kann sie sich nicht länger vor ihrer eigenen Geschichte verkriechen. Die muss nämlich dringend neu geschrieben werden…

 

 

Die Autorin:

 

 

Catharina Junk, in Bremen geboren, studierte Deutsche Sprache und Literatur, Psychologie und Volkskunde an der Universität Hamburg. Sie arbeitete mehrere Jahre als Redakteurin für Fernsehserien und Reihen beim NDR und ist seit 2008 selbständige Drehbuchautorin für Film und Fernsehen. "Liebe wird aus Mut gemacht" (als Hardcover unter dem Titel "Auf Null" erschienen) ist ihr erster Roman. 2014 erhielt Catharina Junk für eine frühe Fassung von «Auf Null / Liebe wird aus Mut gemacht» den Hamburger Literaturförderpreis. Im Frühjahr 2018 erscheint ihr zweiter Roman "Bis zum Himmel und zurück". Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Hamburg.

 

 

Das Cover:

 

Das Cover in seinen kräftigen Farben grün und blau, dazu das Mädchen, das die Hände zum Himmel streckt und der Titel zeigen gemeinsam in der bildlichen Darstellung, in sich eine Übereinstimmung und wunderbare Harmonie. Zusammen mit dem Klappentext ist die Buchpräsentation sehr gelungen, verweist aber nicht auf die Tragik, die Ernsthaftigkeit und die menschlichen Tragödien, die eine große Rolle spielen. Und dennoch macht das Gesamtbild neugierig auf das Buch und lädt dazu ein, diese Geschichte lesen zu wollen.

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Katja verdient ihr Geld als Drehbuchautorin für die Serie „Wache Mitte“. Als sie überraschend ein Konzept für eine Familienserie entwickeln soll, fällt ihr das ausgesprochen schwer. Dabei könnte dieses Projekt ihr beruflicher Aufstieg werden. Wie soll das aber gehen, hat sie doch selbst kein nennenswertes Familienleben mehr? Als wäre das Chaos nicht genug, meldet sich zur gleichen Zeit ihre Mutter mit einer unangenehmen Nachricht und es tauchen zu guter Letzt auch noch überraschend und völlig aus dem Nichts eine Halbschwester, sowie deren Bruder Joost auf.

Nun muss sie heraustreten aus den verschiedenen Leben, in die sie sich als Autorin geflüchtet hat. Der Zeitpunkt ist jetzt da, der sie auffordert sich mit sich selbst und ihrer eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und auch diese neu zu schreiben.

 

 

Meine Meinung:

 

 

Als ich zu Anfang des Buches Katja und ihren gelegentlichen Freund Radko kennenlernte, war ich über ein paar Seiten lang, von den beiden nicht gerade angetan. Aber dann wurde ich mit Erstaunen in den unerwarteten und aufwühlenden Verlauf der Geschichte hineingezogen, zumal ich durch den Klappentext keinesfalls auf ein derart starkes und emotionales Familiendrama eingestellt war.

 

Das Buch wird neben der Gegenwart aus starken Rückblenden erzählt, die uns aus Katjas Sicht die Dramatik ihres Lebens voll miterleben lassen. Es geht insgesamt um eine Familie, die an ihren Schicksalen, Süchten und Dramen zerbricht und jeden Einzelnen damit alleine auf irgendeine Art weiterleben lässt. Dabei wiegen Schuld und Sühne auf einem schmalen Kinderrücken doppelt schwer.

 

Die Protagonisten sind mit sehr viel Feingefühl ausgearbeitet, ihre Charaktere daher glaubhaft und entsprechend ihrer Rolle. Besonders Katja lässt uns ganz nah dabei sein und in ihr Leben schauen, was mich manchmal sehr angegriffen hat.

 

Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil, der die vielen tragischen Momente an einigen Stellen humoristisch entschärft, sodass man auch „Schwere“ gut verdauen kann. Es ist absolut keine leichte Kost, wie man anfänglich vermuten könnte. Es ist aber ein Buch mit sehr viel Tiefgang, mit ab und zu etwas Komik, mit Ernst, Klugheit, Traurigkeit und so vieles mehr. Ein Buch, das kein Happy End hat und mich etwas nachdenklich zurücklässt.

 

Ein Buch, das ich aber unbedingt empfehlen möchte.

                                                                                                              

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

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Ein Sommer in den Hamptons: Roman

Karen Swan
E-Buch Text: 592 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 16.04.2018
ISBN 9783641222871
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext

Die Hamptons – hier verbringen die Reichen und Schönen Manhattans ihre Sommer, voller sonnensatter Tage, weißer Strände und exklusiver Partys im goldenen Abendlicht. Eine glamouröse Gesellschaft, in die die Fotografin Rowena Tipton eher aus Versehen hineinstolpert: Nachdem ihr Freund sich sang- und klanglos auf einen Selbstfindungstrip nach Asien verabschiedet hat, wird sie von einem flüchtigen Bekannten in sein Haus in den Hamptons eingeladen. Spontan sagt Rowena zu, und ein aufregender, nie enden wollender Sommer beginnt …

 

Die Autorin

Karen Swan arbeitete lange als Modejournalistin für Zeitschriften wie Vogue, Tatler und YOU. Sie lebt heute mit ihrem Mann und ihren drei Kindern im englischen Sussex. Wenn die Kinder sie lassen, schreibt sie in ihrem Baumhaus Romane.

Das Cover

Eine Villa direkt am Strand. Dazu eine junge hübsche Frau, das Meer und die Leichtigkeit des Sommers in den Farben, stehen für Exklusivität, Luxus und Urlaub. Der Klappentext und der Titel ergänzen die inhaltliche Präsentation des Buches. Ein sehr gelungenes und verlockendes Cover.

 


Die Geschichte (Achtung Spoiler!)

Rowenas Freund verkündet überraschend, dass er eine Beziehungspause braucht. Er will schon in zwei Tagen für sechs Monate nach Südostasien und ist überzeugt, dass sie beide anschließend ein wunderbares Leben haben werden. Ro kann dieser Ansicht nichts abgewinnen und tut sich schon alleine mit dem Gedanken schwer. Sie sind schon so lange zusammen und sie versteht das nicht.

Just zur Zeit seiner Abreise reist sie selbst beruflich von London nach New York. Sie arbeitet als Fotografin und lernt, während sie bei einer Hochzeitfeier fotografiert den Aushilfskellner Humphrey kennen. Der sucht noch für den Sommer Mitbewohner für sein Haus in den Hamptons. Der Zufall verhilft ihr an diesem Abend zu der Möglichkeit, die Zeit des Alleinseins zu nutzen, beruflich neue Wege zu gehen. Auch sonst sind die Hamptons sehr reizvoll. Waren doch dort im Sommer die Reichen und Schönen aus New York, die ihre potenziellen Kunden sein können. Vom Meer, Sommer, Sonne und Urlaubsfeeling ganz zu schweigen. Also entscheidet sie sich die nächsten Monate anders zu verbringen, als zunächst gedacht.

 

Meine Meinung

 

Im ersten Drittel des Buches war ich nicht gerade begeistert. Ich verstand ehrlich gesagt Rowena nicht. Welche Frau lässt sich nach elf Jahren Beziehung erklären, dass eine Beziehungspause über sechs Monate, als Auffrischungskur sinnvoll ist? Und wenn sie sich dann auch noch mit viel zu großen Herrenklamotten kleidet, um seinen Duft bei sich zu haben, dann ist die Gefahr sich im Selbstmitleid zu baden relativ hoch. Auch ihre Ankunft, sowie ihr beruflicher Neustart war voller Hürden, sodass sie mehr am innerlichen Jammern war, als mir das gefallen hätte.

Dann aber ändert sich die Geschichte zusehends. Ro wird selbstbewusster, sympathischer, attraktiver, taffer und die anderen Mitbewohner, sowie weitere Protagonisten fügen sich mit ihren starken und unterschiedlichen Charakteren perfekt in die Geschichte ein. Die Autorin schreibt in einer lebhaften, leicht verständlichen und humorvollen Sprache. Sie erzählt überwiegend aus der Perspektive von Ro, lässt aber auch die anderen wichtigen Figuren, die wunderbar ausgearbeitet sind, ihre Stärken ausspielen. Die Bilder der Schauplätze sind ausführlich und interessant beschrieben, sodass man viel Lust bekommt, sich da persönlich umschauen zu wollen. Der Beruf von Ro, die neben der Fotografie und das Erstellen von Fotoalben, auch noch Familienvideos bearbeitet, ist sehr spannend. Ganz besonders bei einem besonderen Auftrag, der uns als Leser hineinblicken lässt. Nach einem weiteren Drittel des Buches wird gar noch ein kriminalistischer Teil eingefügt, sodass der Spannungsbogen durch die mehrfachen Wendungen stets hochgehalten wird.

Insgesamt geht es um Beziehungen, Freundschaften, Zusammenhalt und auch Liebe. Diese war aber etwas zurückgenommen, weil die vielen unterschiedlichen Geschehnisse großen Raum einnahmen und so der Geschichte etwas mehr Tiefgang verliehen. Ein ausgesprochen unterhaltsamer Sommeroman, der in jeden Koffer passt.

 

Das Buch bekommt von mir eine Leseempfehlung.

 

friedericke von "friederickes bücherblog"

 

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42 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Das rote Kleid

Guido Maria Kretschmer
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 12.03.2018
ISBN 9783442314898
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext

Anascha ist ein wunderschönes rotes Kleid aus Seide. Sie hängt an einem Filmset in der Garderobe und wartet gespannt auf ihren Auftritt. Aber Anascha ist noch ein junges Textil, und so ist sie froh, dass sie in guter Gesellschaft ist: Da gibt es Eric, den alten Mantel, der bald ihr engster Vertrauter wird, ein liebenswertes Nachthemdchen, das immer vom Bügel stürzt, oder Lulu, das charmante Revuekleid aus Las Vegas. Nur gut, dass sie alle zusammenhalten wie aus einem Garn genäht, denn bald müssen sie so manche Herausforderung meistern. Und vielleicht gelingt es Anascha am Ende sogar, ihren großen Traum zu erfüllen – ein richtiges Zuhause zu haben und einen Menschen, der sie wirklich liebt, für immer …

 

Der Autor

 

Guido Maria Kretschmer gehört zu den renommiertesten deutschen Modedesignern. Seit 2012 begeistert er ein Millionenpublikum in diversen TV-Sendungen, allen voran dem Kultformat "Shopping Queen". Er wurde ausgezeichnet u.a. mit der »Goldenen Kamera«, dem »Deutschen Fernsehpreis« und dem österreichischen Film- und Fernsehpreis »Romy«. Aber auch als Autor war GMK höchst erfolgreich: Seine beiden Stilratgeber standen monatelang auf den obersten Rängen der SPIEGEL-Bestsellerliste.

 

Das Cover

 

Das Cover passt natürlich wie der Deckel auf den Topf. Eine Modezeichnung ist immer ein Hingucker und mit einem schönen roten Kleid, ist die Harmonie einer Buchpräsentation perfekt. Der Klappentext rundet das Gesamtpaket ab.

 

Die Geschichte (Achtung Spoiler!)

 

Da kommt ein neues, schönes, rotes Seidenkleidchen auf die Kleiderstange eines Filmsets. Und hier beginnt die Geschichte diverser Kleidungsstücke, die sich in der Nacht untereinander ihre Geschichte erzählen, sich anfreunden, Vertraute werden und ein paar Abenteuer müssen sie auch noch überstehen. Ob sich auch noch Anaschas Traum erfüllt?

 

Meine Meinung

 

Manchmal liest man ein Buch und nach der letzten Seite sitzt man da und weiß nicht so richtig, wie man es einordnen und bewerten soll. So erging es mir mit dieser Geschichte auch.

Dass Kleidungsstücke miteinander reden können, habe ich von der Idee her, als angenehm anders empfunden. Wir kennen das ja auch zum Beispiel von Bäumen und Tieren. Und wenn die miteinander reden, schimpfen und mit Elan agieren, kann das ja sehr lustig und unterhaltsam sein. Ich finde den Grundgedanken deshalb sehr gut, aber für mein Empfinden hätte die Geschichte etwas mehr Pep gebraucht. Die Spannung ist eher auf einer Linie und der Bogen wurde nicht so gespannt, wie es hätte sein können.

 

Das Buch ist in einer leichten, verständlichen und auch poetischen Sprache aus wechselnden Perspektiven der Kleidungsstücke geschrieben. Die Protagonisten sind in ihren Dialogen äußerst humorvoll. Wer Guido Maria Kretschmer und seine ironisch, witzigen Kommentare und Sprüche kennt, der ahnt, dass sich das auch auf das Buch übertragen hat und die Kleidungsstücke haben von ihm Charaktere bekommen, die zu ihnen passen. Diese Dialoge kann nur jemand so interessant schreiben, der Textilien über die Maße liebt und außerdem die Nähte, Saum und Knöpfe am textilen Leben teilhaben lässt. Und wenn sich ein Kleidungsstück freut, weil das Bügeleisen ein Glücksgefühl auslöst, dann weiß man, dass man ein launiges Buch in der Hand hat. Zu guter Letzt regt es an, zu überlegen, wie wir mit unserer Kleidung umgehen, oder sie auswählen, oder über Textilien überhaupt. Die wunderschönen Zeichnungen, die in das Buch integriert wurden, tragen zum positiven Gesamteindruck bei.

 

Es ist ein anderes Buch und mir hat es mit Ausnahme der erwähnten kleinen

Abstriche gefallen.

 

friedericke von "friederickes bücherblog"

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38 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

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Das geheime Netzwerk der Natur

Peter Wohlleben
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ludwig, 11.09.2017
ISBN 9783453280960
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext

Wie Bäume Wolken machen und Regenwürmer Wildschweine steuern

Die Natur steckt voller Überraschungen: Laubbäume beeinflussen die Erdrotation, Kraniche sabotieren die spanische Schinkenproduktion und Nadelwälder können Regen machen. Was steckt dahinter? Der passionierte Förster und Bestsellerautor Peter Wohlleben lässt uns eintauchen in eine kaum ergründete Welt und beschreibt das faszinierende Zusammenspiel zwischen Pflanzen und Tieren: Wie beeinflussen sie sich gegenseitig? Gibt es eine Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Arten? Und was passiert, wenn dieses fein austarierte System aus dem Lot gerät? Anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse und seiner eigenen jahrzehntelangen Beobachtungen lehrt uns Deutschlands bekanntester Förster einmal mehr das Staunen. Und wir sehen die Welt um uns mit völlig neuen Augen …

Der Autor

Peter Wohlleben, geboren 1964, studierte Forstwirtschaft und arbeitete 23 Jahre in der Landesforstverwaltung Rheinland-Pfalz. 2006 gab er seine Stelle auf und übernahm als Förster ein 1200 Hektar großes Waldgebiet in der Eifel. Dort setzt er seine Vorstellungen von einem ökologisch wie ökonomisch vertretbaren Naturschutz erfolgreich um. Nebenbei entdeckte er seine Lust am Schreiben.
Er ist Gast in zahlreichen TV-Sendungen und gibt sein Wissen in Büchern und Seminaren, aber auch durch ungewöhnliche Events wie den Bau von Blockhäusern weiter.

 

Das Cover

 

Das Cover mit seinen Pflanzen und dem kleinen Frischling ist optisch mit hohem Wiedererkennungswert an die bereits erschienenen Bücher des Autors angelehnt. Es ist auf den ersten Blick als Sachbuch erkennbar und sehr gelungen.

 

 

Die Geschichte (Achtung Spoiler!)

 

Die Wunder der Natur oder wie die Natur die Menschen überrascht. Warum beeinflussen Laubbäume die Erdrotation, warum können Nadelwälder Regen machen und wieso sabotieren Kraniche die spanische Schinkenproduktion?

Peter Wohlleben erklärt und beschreibt das Zusammenspiel zwischen Pflanzen und Tieren. Er fragt, ob sie untereinander kommunizieren können und was geschieht, wenn diese Systeme der Natur aus dem Gleichgewicht kommen. Beobachtungen und wissenschaftliche Erkenntnisse gestatten dem Autor uns mitzunehmen in die faszinierende Natur. Wir dürfen staunen und die Welt mit neuen Augen betrachten.

Meine Meinung:

 

Wie gewohnt schafft es der Autor in einer leichten und gut verständlichen Sprache die Natur insgesamt und die Zusammenhänge des geheimen Netzwerks der Natur zu erklären. Wunderbaren Beispiele, die uns erklären wie unter anderem Kraniche durch die Veränderung ihrer Flugroute die Fleischproduktion beeinflussen, bringen uns Menschen nahe, wie Veränderungen die Natur und ihre Systeme beeinflussen können.

Der humorvolle Umgang und die fachliche Einordnung zwischen den Pflanzen und Tieren im Zusammenspiel mit der Schöpfung ziehen mich in den Bann und lassen mich wieder einmal die Natur aus einer ganz anderen Perspektive betrachten.
Auch dieses Buch hat mich sehr beeindruckt und mit Faszination diesen Ausflug in die Geheimnisse der Natur genießen lassen.

Das Buch bekommt eine ausdrückliche Leseempfehlung.

 

friedericke von "friederickes bücherblog"

 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Karotten lieben Butter

Gunter Frank , Léa Linster , Michael Wink
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Knaus, 19.03.2018
ISBN 9783813507911
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext

Eine Sterneköchin, ein Arzt und ein Wissenschaftler über traditionelles Kochwissen und gesunden Genuss

Die meisten von uns können kaum noch genießen. Selbst Gäste in Léa Linsters Sterne-Restaurant bringen inzwischen eine Portion schlechtes Gewissen mit zum festlichen Dinner. Muss das wirklich ein Widerspruch sein – Gesundheit und Genuss? In diesem außergewöhnlichen Text-Bildband trifft Kochkunst auf Ärztewissen und Ernährungsforschung. Die Spitzenköchin Léa Linster, der Arzt Gunter Frank und der Evolutionsbiologe Michael Wink haben einen mehrtägigen Selbstversuch unternommen. Sie haben eingekauft, gekocht, gegessen, diskutiert: Welche Art von Essen bereitet Genuss und ist trotzdem gesund? Oder gerade deswegen? Zwischen Wochenmarkt, Herd und gedeckter Tafel erfährt der Leser, warum uralte Kochtraditionen viel mit modernem Forschungswissen zu tun haben und echter Genuss immer auch gesund ist.

 

Die Autoren

Gunter Frank, geboren 1963, ist seit zwanzig Jahren Allgemeinarzt mit eigener Praxis in Heidelberg und Autor mehrerer sehr erfolgreicher Bücher („Schlechte Medizin“, „Die Mañana-Kompetenz“) sowie des Ernährungsklassikers „Lizenz zum Essen“.

Léa Linster, geboren 1955, kocht seit über 25 Jahren in ihrem Restaurant in Frisange/Luxemburg auf Sterne-Niveau. Mit ihren Kochbüchern und ihrer Autobiografie „Mein Weg zu den Sternen“ erreicht die auch aus dem Fernsehen bekannte Spitzenköchin ein Millionenpublikum.

Michael Wink, geboren 1951, ist Professor für Pharmazeutische Biologie und Direktor am Institut für Pharmazie und Molekulare Biotechnologie der Universität Heidelberg. Seine Handbücher über Heil-, Gift- und Rauschpflanzen sind Standardwerke in der Fachwelt.

 

 

Das Cover

 

Das Cover erweckt Neugierde, weil eine uns bekannte und beliebte Sterneköchin ungewohnt eingerahmt ist, von einem Arzt und einem Wissenschaftler. Der humorvolle Titel, der ausführliche Untertitel und der Klappentext bestätigen, dass es sich nicht um ein reines Kochbuch handelt. Umso mehr packt einen die Lust rund um die Ernährung mehr erfahren zu wollen.

 

Die Geschichte (Achtung Spoiler!)

 

Das Trio hat sich zusammengetan, um gemeinsam die inzwischen unterschiedlichen Aussagen zur Ernährung aus ihrer Sicht zu beleuchten und einzuordnen. Sie sind der Meinung, dass wir eine Renaissance in der Küche benötigen, weil wir kaum noch in der Lage sind unsere Mahlzeiten und gutes Essen zu genießen. So gilt vieles, was wir über Jahrzehnte gegessen haben mittlerweile als ungesund. Zusammen gehen die drei zwischen Wochenmarkt, Herd und Tisch auf der Sache auf den Grund, erklären die Zusammenhänge, die wissenschaftlichen Hintergründe und das Kochwissen.

 

Meine Meinung

 

Ich war von der ersten Seite an völlig begeistert. Endlich mal jemand, der uns sagt, dass nicht alles schlecht, fett, ungesund und dickmachend ist. Jemand der auch die Art der Zubereitung unserer Vorfahren lobt und nicht ausschließlich als nicht mehr zeitgemäß bezeichnet.

 

Wir erfahren zehn wichtige Regeln einer guten Küche. Außerdem werden die Lebensmittelgruppen von wissenschaftlicher und medizinischer Perspektive erklärt und Lea Lingster zeigt uns, wie wir aus diesen Lebensmitteln gute und gesunde Mahlzeiten zubereiten, wie wir sie genießen und warum sie uns glücklich machen. Wir lernen Lebensmittel wertschätzen und bauen mit den Rezepten auf unserer Tradition auf. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, das sich mit Nährwerten und Kalorien befasst, und trotzdem so lustvoll und unterhaltsam sein kann. Die Autoren haben dieses Buch mit viel Herzblut, Humor und Fachwissen erstellt.

 

Mein Fazit: Ein wunderbar lehrreiches Buch, das viel Abwechslung und leicht verständliche Information bietet und außerdem wunderbar bebildert ist. Wer dann noch die Rezepte der begeisternden Lea Lingster mag, der sucht nicht mehr nach Diäten, sondern zieht aus diesem Buch seinen täglichen Genuss. Ein Buch, das man lesen sollte, um mit seiner Nahrungsaufnahme glücklich zu werden.

 

Dieses Buch bekommt eine ausdrückliche Leseempfehlung.

 

friedericke von "friederickes bücherblog"

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Die geliehene Schuld: Roman

Claire Winter
E-Buch Text: 576 Seiten
Erschienen bei Diana Verlag, 05.03.2018
ISBN 9783641209223
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext

Berlin, Sommer 1949: Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren. Sie will vor allem eines – die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen. Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben. Gleichzeitig stand er im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, eine Sekretärin im Stab Konrad Adenauers. Vera geht den Spuren nach, die sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen.

 

Die Autorin

Claire Winter studierte Literaturwissenschaften und arbeitete als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie liebt es, in fremde Welten einzutauchen, historische Fakten genau zu recherchieren, um sie mit ihren Geschichten zu verweben und ihrer Fantasie dann freien Lauf zu lassen. Nach »Die Schwestern von Sherwood« folgte der SPIEGEL–Bestseller »Die verbotene Zeit«. »Die geliehene Schuld" ist ihr dritter Roman im Diana Verlag. Die Autorin lebt in Berlin.

 

Das Cover

Das Cover zeigt ein Foto der Nachkriegszeit, das wunderbar mit dem Titel und dem Klappentext abgestimmt ist. Es hat mich sofort mit seiner Präsentation angezogen und eingeladen das Buch lesen zu wollen.

Die Geschichte (Achtung Spoiler!)

Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Krieges ihren Mann und ihre Eltern verloren. Dieses Schicksal und weitere traumatische Erlebnisse erzeugen nach dem Krieg (1949) den großen Wunsch endlich alles hinter sich lassen zu können.
Als eines Tages ihr Kollege und Jugendfreund Jonathan auf merkwürdige Weise ums Leben kommt, ändert sich die Situation. Er hat ihr noch kurz vor seinem Tod einen Brief zukommen lassen. Darin befanden sich seine Recherchen, die er über ehemalige Kriegsverbrecher gesammelt hatte. Außerdem hatte er Kontakt zu einer Sekretärin im Stab von Konrad Adenauer.

Vera blieb nach der Durchsicht nichts anderes übrig, als den Spuren nachzugehen, die ihr Jonathan hinterlassen hatte. Sie führen in die Geheimdienste, die eine starke Macht ausübten. Eine gefährliche Aufgabe.

Meine Meinung:

Ein Buch, das mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Es handelt sich um einen Roman, der mit deutscher Zeitgeschichte angefüllt ist, die in ihrer ganzen Härte perfekt in einen Krimi mit zwei zarten Liebesgeschichten eingearbeitet wurde.
Die Geschichte deckt alle Facetten der unsäglichen Geschehnisse und Täterschaft ab, die nach dem Krieg verdeckt, versteckt und verheimlicht werden sollten. Und dazu waren den Tätern alle, aber wirklich alle Mittel recht.

Die Autorin schreibt in einer wunderbaren, spannenden und leicht verständlichen Sprache. Die Protagonisten, besonders Vera und Marie sind beeindruckend. Alle Figuren aber verkörpern ihren Charakter sehr glaubhaft. Die wechselnden Perspektiven halten die Spannung auf höchstem Niveau.

Beeindruckend auch die exzellente Recherche der Zeitgeschichte und die perfekte Einflechtung in die Geschichte. Ich habe schon viel gelesen darüber, was damals passiert ist. Aber das, war noch einmal eine Steigerung. Das Ausmaß über die Kriegsverbrecher, deren Fluchtwege nach der Kapitulation und deren teilweise Eingliederung in die neue Republik hat mich entsetzt.

Mein Fazit: Ein Buch, das nicht nur erstklassige Unterhaltung bietet, sondern auch zum Nachdenken anregt und Zeitgeschichte näherbringt. Ein Buch das alles bietet, was ein gutes Buch ausmacht. Ein Buch, das man gelesen haben muss.

Dieses Buch bekommt eine ausdrückliche Leseempfehlung.

friedericke von "friederickes bücherblog"

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Farben der Erinnerung: Roman

Nicole C. Vosseler
E-Buch Text: 417 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 18.12.2017
ISBN 9783641172282
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext

Als Kind verlor Gemma ihre Eltern bei einem Brand – ein tragisches Unglück, das sie auch als Erwachsene noch verfolgt. Ihr zurückgezogenes Leben in New York gerät jäh aus dem Gleichgewicht, als sie anonyme Post erhält: einen Umschlag mit Zeilen eines viktorianischen Gedichts und einem antiken Schmuckstück. Mit Hilfe des charismatischen Oxford-Professors Sisley Ryland-Bancroft begibt sich Gemma auf eine Spurensuche nach dem Absender, die sie über zwei Kontinente führt und großer Gefahr aussetzt. Denn ohne es zu ahnen, ist sie dabei, ein Geheimnis aufzudecken, das seit Jahrhunderten gehütet wird und der Schlüssel zu ihrer eigenen Vergangenheit sein könnte …

Die Autorin

Nicole C. Vosseler, am Rand des Schwarzwalds geboren und aufgewachsen, finanzierte sich ihr Studium der Literaturwissenschaften und der Psychologie mit einer Reihe von Nebenjobs. Bereits früh für ihre Kurzprosa, für Essays und Lyrik ausgezeichnet, wandte sie sich später dem Schreiben von Romanen zu. Ihre Bücher wurden bisher in acht Sprachen übersetzt. Nicole C. Vosseler lebt in Konstanz, in einem Stadtteil, der ganz offiziell »Paradies« heißt. Wenn sie nicht in ihrem Schreibstudio am Seerhein an einem ihrer Romane arbeitet, reist sie mit der Kamera um die Welt, wo sie trotz ihrer Höhenangst auch mal einen Vulkan besteigt und auch sonst das Abenteuer sucht.

 

Das Cover

Das Cover ist farblich und bildlich dem Inhalt des Buches angelehnt. Es passt sehr gut und zusammen mit dem Klappentext ist es eine schöne und stimmige Präsentation des Buches.

 

Die Geschichte (Achtung Spoiler!)

 

Im Alter von vier Jahren verlor Gemma in Italien bei einem Brand ihre Eltern. Ihr Vater war Professor und hatte wohl etwas entdeckt. Es wurde aber damals nicht aufgearbeitet. Dieses Trauma verursacht bei Gemma noch nach Jahrzehnten nicht nur Alpträume. Ihr ganzes Leben ist kompliziert. Sie muss alles gut strukturieren, sie kontrolliert ständig auf Sicherheit und ist dadurch in ihrem Alltag sehr eingeschränkt. In ihrem kleinen Appartement und in der Bibliothek an ihrem Arbeitsplatz, fühlt sie sich sicher und beschützt.

Eines Tages erhält sie Mails mit Auszügen aus Gedichten und auch ein Päckchen mit einem Schmuckstück. Das alles ist sehr geheimnisvoll und lässt sie nicht mehr ruhen. Sie nimmt Kontakt mit dem Oxfort Professor Sisley auf und bittet ihn um Hilfe. Nach kurzem Zögern sagt er ihr seine Unterstützung zu. Sisley und Gemma sind beide Außenseiter und verstehen sich deshalb sehr gut. Sie machen sich gemeinsam auf eine lange und gefährliche Reise, die sie auch in Gefahr bringt und viele überraschende Dinge zutage befördert.

 

Meine Meinung

Die Autorin hat das Buch in der Gegenwart erzählt. Als Leser wird man durch die anspruchsvolle Sprache sehr gefordert. Hinzu kommen mehrere Zeitebenen, die untereinander verwoben wurden. Dadurch wird Gegenwart und Vergangenheit subtil mit der Geschichte und den Geschehnissen in Einklang gebracht. Schwergefallen sind mir die Ausflüge in die Kunstgeschichte, wo ich mir die Epochen und Künstler erst einmal als kleines Grundwissen erarbeiten musste, um dann zu verstehen und die Verbindungen und Puzzleteile der Geschichte zuführen zu können.
Gemma und Sisley die beiden Protagonisten sind wunderbar erarbeitet, sind authentisch und lassen tief in die Seelen blicken. Die beiden kennen sich ja anfänglich nicht, gehen aber auf eine Spurensuche, die es in sich hat, die sie außerdem bis zu den Medici und ins viktorianische Zeitalter bringt. Um das alles so spannend umsetzen zu können, ist eine umfangreiche Recherche notwendig. Diese wurde von der Autorin gepaart mit viel Liebe zum Detail. Es ist spannend wie ein Thriller oder auch ein Drama. Eine wunderbare Geschichte über deren Ende ich immer noch nachdenken muss.

Das Buch ist ein literarisches Meisterwerk. Ich bin froh dieses Genre kennengelernt zu haben. Glaube aber auch, dass ich das Buch noch ein oder zweimal lesen muss, um alle Facetten des Buches, auch die Verbindungen zur Kunstgeschichte und der Vergangenheit, besser ausleuchten zu können.

Ich möchte der Autorin gratulieren und möchte ermutigen anspruchsvolle Ausflüge in die Literatur zu wagen und diese geduldig zu erleben und zu erarbeiten. Es ist ein Erlebnis der besonderen Art. Von mir bekommt das Buch eine ausdrückliche Leseempfehlung.

 

friedericke von "friederickes bücherblog"

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69 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

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Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt

Peter Stamm
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 22.02.2018
ISBN 9783103972597
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext

Das eigene Leben noch einmal erleben. Soll man sich das wünschen?

Christoph verabredet sich in Stockholm mit der viel jüngeren Lena. Er erzählt ihr, dass er vor zwanzig Jahren eine Frau geliebt habe, die ihr ähnlich, ja, die ihr gleich war. Er kennt das Leben, das sie führt, und weiß, was ihr bevorsteht. So beginnt ein beispiellos wahrhaftiges Spiel der Vergangenheit mit der Gegenwart, aus dem keiner unbeschadet herausgehen wird.

Können wir unserem Schicksal entgehen oder müssen wir uns abfinden mit der sanften Gleichgültigkeit der Welt? Peter Stamm, der große Erzähler existentieller menschlicher Erfahrung, erzählt auf kleinstem Raum eine andere Geschichte der unerklärlichen Nähe, die einen von dem trennt, der man früher war.


Der Autor

 

Peter Stamms Figuren werden bestimmt von der Sehnsucht nach dem großen Gefühl, vom festen Glauben, dass das Leben mehr zu bieten hat. Wenn das scheue Glück aber kommt, verschieben sie es lieber auf später. „Andere zwingen die Welt, um sie zu verstehen, in Naturgesetze. Ich mache sie mir zu Geschichten“, schreibt Peter Stamm. Mit seinem Debüt „Agnes“ wurde er zum Shootingstar, seitdem sind drei gefeierte Romane und drei Erzählungsbände erschienen, die »zum Bemerkenswertesten gehören, was man gegenwärtig lesen kann« (NZZ). „Seerücken“, das vierte Buch mit Erzählungen, kommt im März 2011.

 

Das Cover

Das Cover zeigt eine nachdenkliche Frau. Ich finde die Darstellung äußerst gelungen und passend. Zusammen mit dem Titel und dem Klappentext entsteht eine harmonische Präsentation des Buches, die eine Einladung an die Leser ausspricht.

 

Die Geschichte (Achtung Spoiler!)

Diese Geschichte möchte ich nicht ausführlich zusammenfassen, damit ich nicht zu viel Spoilern muss. Aber zwei Sätze aus dem Klappentext sagen auf den Punkt das aus, was mich dazu bewegt hat, dieses Buch lesen zu wollen.

Zitat: Christoph verabredet sich in Stockholm mit der viel jüngeren Lena. Er erzählt ihr, dass er vor zwanzig Jahren eine Frau geliebt habe, die ihr ähnlich, ja, die ihr gleich war. Er kennt das Leben, das sie führt, und weiß, was ihr bevorsteht. Zitat Ende

 

Meine Meinung

 

Dieses Buch ist ein ganz besonderes Buch. Es ist ein Roman der das Leben reflektiert, der sich mit Fragen beschäftigt, die sich wohl viele von uns schon einmal gestellt haben. Fragen wie diese: Warum habe ich nicht damals an jener Stelle meines Lebens nicht eine andere Entscheidung getroffen? Könnte ich das nicht doch noch korrigieren? Was vergangen ist ändern, in eine andere Bahn lenken? Geht das?

Der Autor lässt Christoph einen Ich – Erzähler auf fantastische Art und Weise eine junge Frau treffen, die genauso aussieht, wie einst seine große Liebe vor vielen Jahren. Er erzählt ihr seine Lebensgeschichte und beide stellen fest, dass sie viele Gemeinsamkeiten haben. Ja, er kennt vermeintlich sogar das Leben der jungen Frau und sieht in ihrem Freund sich selbst, denn der versucht sich auch als Schriftsteller, genau wie er damals. Christoph vermischt auf fantastische und leise Art die Vergangenheit mit der Gegenwart. Ob man das Leben, das Schicksal nachträglich beeinflussen kann?

Das Buch ist in einer wunderbaren Sprache geschrieben. Die Geschichte ist allerdings in ihren Erzählebenen und in den Figuren sehr verwoben und nicht getrennt, sodass man schon sehr konzentriert dabei sein muss, um zu wissen, bei wem man sich gerade befindet. Aber genau das macht das Buch aus. Das Leben zweier Paare, das das gleiche Leben ist oder doch nicht? Es greift in die Tiefe der menschlichen Seele und lässt einen mit vielen Fragen über sich selbst und das Leben zurück. Ein Buch das beeindruckend und ganz anders ist.

Von mir bekommt es eine ausdrückliche Leseempfehlung.

 

friedericke von "friederickes bücherblog"

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affäre, bayern, bruder, familie, föhr, freundschaft, insel, liebe, mitbewohner, schreinerin, urlaubsflirt, wohngemeinschaft, zweite chance

Bis auf weiteres für immer

Sabine Rädisch
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Forever , 12.01.2018
ISBN 9783958189454
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext

Johanna kann gut mit Holz umgehen, aber nicht mit Männern: Nach einer missglückten Affäre mit einem Kollegen hat sie ihren Job als Tischlerin verloren. Da kommt die Einladung ihres verschlossenen Mitbewohners Malte zu einem Urlaub auf dessen Heimatinsel Föhr wie gerufen. Und noch während sich die burschikose Bayerin von der Fährüberfahrt erholt, steht plötzlich Kai vor ihr: Maltes Bruder, der so viel unkomplizierter ist als der Rest der Familie und außerdem sehr attraktiv. Schnell kommen sich die beiden näher und verbringen wunderbare Sommertage an der Nordsee. An die große Liebe denkt dabei keiner von beiden. Doch Kai merkt bald, dass er Johanna nicht so einfach gehen lassen will …
forever,

 

Die Autorin

Sabine Rädisch, geboren 1973, wuchs auf einem Bauernhof in Niederbayern auf. Ihre erste Geschichte konnte daher nur von einem Traktor handeln; sie erschien 1986 im Landwirtschaftlichen Wochenblatt. Seitdem hat sie das Schreiben nie mehr losgelassen. Trotzdem studierte sie Bauingenieurwesen in Regensburg und Dänemark, bevor sie sich in Wien zur Schreibpädagogin ausbilden ließ. 2016 erhielt sie ein Stipendium für das Pécs Writers Program in Südungarn, gab sich dort hemmungslos dem Kaffeehausschreiben hin und überarbeitete nebenbei zwei Romane. Sabine Rädisch liebt die Nordsee und die Donau, lebt in Regensburg und leitet Kurse für kreatives Schreiben.

 

Das Cover

Das Cover zeigt die See, dazu zwei Paar Füße, die im Gleichklang am Strand langgehen. Das Foto und der Titel erklären gemeinsam, dass es sich um einen Liebesroman handelt. Ich finde die Darstellung sehr gelungen.

 

Die Geschichte (Achtung Spoiler!)

Johanna lebt in Regensburg in einer WG. Sie arbeitete in einer Schreinerei und hatte sich mit einem Kollegen eingelassen, was dazu führte, dass sie ihre Arbeit verlor und auch die Beziehung in die Brüche ging. Das alles war für sie schwer zu verkraften.
Als sie von ihrem Mitbewohner eingeladen wurde ihn nach Föhr zu begleiten, überlegte sie nicht lange und schloss sich ihm an. Sie wollte einfach etwas Abstand gewinnen. Dort angekommen traf sie auf seine ganze Familie, die ihr mit unterschiedlichen Reaktionen begegneten. Besonders aber war sie von seinem Bruder Kai beeindruckt, dessen Beziehung auch gerade zu Ende gegangen war. Da sie beide ganz bestimmt nicht bereit waren eine neue Beziehung einzugehen, begann eine Zeit der Widersprüche.

 

Meine Meinung

 

Diese Geschichte ist in zwei Regionen angesiedelt die unterschiedlicher nicht sein können. Da ist zum einen ein norddeutscher Mann, ein Friese, der sich auf der Insel Föhr bei Ebbe und Flut sehr wohlfühlt. Und zum anderen ist da eine junge bayrische Frau, die in einem Männerberuf arbeitet und aus einer Region mit Bergen und Wälder kommt.

Die Autorin schreibt in einer leichten, unterhaltsamen Sprache und erzählt überwiegend aus der Perspektive von Johanna. Alle Figuren sind authentisch und sympathisch. Die Schauplätze wechseln, sodass wir die bayrische Lebensart ebenso kennenlernen, wie das Inselleben der nordfriesischen Inseln. Man spürt, dass die Autorin beide Regionen liebt und sie auch gut kennt. Es handelt sich um einen klassischen Liebesroman, der alle Zutaten hat, die er braucht, um gut zu unterhalten. Natürlich kann man sich recht schnell denken, wie die Geschichte ihren Verlauf nehmen wird. Da hat auch der Klappentext meines Erachtens zu viel verraten. Außerdem hätte ich mir, anstelle der überwiegend inneren Konflikte der beiden Hauptfiguren, im letzten Drittel der Geschichte einen etwas größeren Konflikt gewünscht, der die Spannung noch einmal kräftig hochgehoben hätte. So ist es weitestgehend auf einem niedrigen Spannungsbogen geblieben. Aber das ist nur eine persönliche Meinung.

Insgesamt ist es ein leichter Liebesroman, den ich gerne entspannt gelesen habe. Er ist kurzweilig, unterhält prima und führt uns in Regionen, die wir als Urlaubsorte zu schätzen wissen.

Freundinnen und Freunde von Liebesromanen haben ihre Freude an der Lektüre und deshalb spreche ich gerne eine Leseempfehlung aus.

 

friedericke von "friederickes bücherblog"

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Dino - vom arroganten Rassehund zum Tierschützer

Katrin Thiele
Flexibler Einband: 104 Seiten
Erschienen bei 978-1-946332-16-5, 30.12.2017
ISBN 9781946332165
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext

Dino, der altersweise Boxer, der Helmut Schmidt unter den Hunden, hält sich als Rassehund für etwas Besseres. Er glaubt, dass nur Hunde, die etwas Böses getan haben oder auf der Straße leben, zu Tierschutzfällen werden können. So lang, bis ihm klar wird, dass er selbst beinahe ein Tierschutzfall geworden wäre, weil seine Familie sich getrennt hat. Mit der Zeit lernt Dino viel darüber, was in der Menschenwelt alles falsch läuft. Dass arme Seelen ohne Grund in Tierheimen auf ein Herrchen warten und trotzdem Tausende Rassehunde nachgezüchtet werden. Dass viele seiner Kameraden sogar in Tötungsstationen sitzen und dass manche Leute Hundefell an der Kapuze haben. Dies alles schockiert und ärgert Dino und so klärt er in diesem Buch über Missstände auf und erzählt gleichzeitig humorvoll und herzlich Geschichten aus seinem Boxerleben.


Die Autorin

 

Katrin Thiele, lebt mit Mann und Hund ländlich in der Nähe von Hamburg. Sie ist ausgebildete Tierheilpraktikerin und Tierhomöopathin. Seit 2015 widmet sie sich verstärkt ihrer zweiten Leidenschaft, dem Schreiben. Es folgten zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien renommierter Verlage. Ihr erster Kriminalroman „Die Braut“ erschien 2017 im Stuber publishing Verlag, New York. „Dino – vom arroganten Rassehund zum Tierschützer“ wurde ebenfalls 2017 bei Stuber publishing veröffentlicht. Sie ist Mitglied bei den „Mörderischen Schwestern e.V.“


Das Cover

 

Cover zeigt natürlich einen Boxer. Ja, er steht mit Mittelpunkt der Geschichte und schaut uns mit seinen treuen Hundeaugen an. Der Klappentext erweckt Neugierde und animiert das Buch haben und lesen zu wollen.

 

Die Geschichte (Achtung Spoiler!)

Dino ist ein altersweiser Boxer, der Helmut Schmidt unter den Tieren, so steht es im Klappentext. Er selbst hält sich als Rassehund für etwas Besseres und glaubt, dass nur böse Hunde ein Fall für den Tierschutz werden. Aber dann muss er die Erfahrung machen, dass es ganz schnell zu Veränderungen kommen kann und auch er beinahe zum Tierschutzfall hätte werden können. Er erfährt, was in der Menschenwelt alles falsch läuft, was alles letztendlich dazu führt, dass andere arme Tiere im Tierheim auf ein nettes Zuhause warten, er bekommt mit, was in den Nachzuchten geschieht, warum die Menschen das Tierfell anziehen und viele andere Missstände, die ihn tierisch ärgern.

 

Meine Meinung

 

Die Geschichte wird aus der Sicht des Rassehundes Dino erzählt. Er macht das raffiniert, in kleinen Begebenheiten, aus seiner Perspektive. Dabei erlebt er wirklich alles, was man als Hund erleben kann. Ungeschönt, aber mit einer großen Portion Humor erhebt er seine Pfote gegen die Missstände, die die Menschen gedankenlos und manchmal auch aus kommerziellen Gründen in Kauf nehmen. Die Autorin schreibt in leichter, kurzweiliger und gut verständlichen Sprache. Ihre Kompetenz in Sachen Tiere ist nicht zu übersehen. Sie zeigt auf, was wir mit unserem Verhalten anrichten können. Die einzelnen Bereiche möchte ich nicht ausführlich aufzählen, um nicht zu viel zu Spoilern.

Ein Buch, das ich in fast einem Ruck verschlungen habe. Ein Buch, das nicht nur für Hundebesitzer interessant ist, sondern sehr gut unterhält und zum Nachdenken anregt. Schön wäre es, wenn es Eltern mit ihren Kindern und Jugendlichen lesen und diskutieren würden. Ich bin sicher, dass dann viele schlaue Hunde sich nicht mehr so viel ärgern müssen und ein schönes Hundeleben haben.

Ein wunderbares Buch, das von mir eine Leseempfehlung bekommt.

 

friedericke von "friederickes bücherblog"

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Die Oleanderfrauen: Roman

Teresa Simon
E-Buch Text: 545 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 09.01.2018
ISBN 9783641191986
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext

Hamburg 1936. Die junge Sophie Terhoven, Tochter eines einflussreichen Kaffeebarons, genießt ihr komfortables Leben. Hannes Kröger, der Sohn der Köchin, ist ihr von Kindheit an Freund und Vertrauter. Irgendwann verändern sich ihre Gefühle füreinander, und plötzlich wird ihnen klar, dass sie sich ineinander verliebt haben. Doch Reich und Arm gehören nicht zusammen, und ein dunkles Geheimnis ihrer Eltern, von dem sie bisher nichts wussten, scheint ihre Liebe unmöglich zu machen.

 

Die Autorin

Teresa Simon ist das Pseudonym einer bekannten deutschen Autorin. Sie reist gerne (auch in die Vergangenheit), ist neugierig auf ungewöhnliche Schicksale, hat ein Faible für Katzen, bewundert alles, was grünt und blüht, und lässt sich immer wieder von stimmungsvollen historischen Schauplätzen inspirieren.

 

Das Cover

Das Cover ist in zarten harmonierenden Farben gehalten. Eine junge Frau blickt durch einen wunderschönen Park auf eine Villa und im Vordergrund leuchten die Zweige eines Oleanderstrauches. Das alles zusammen bildet den Inhalt des Buches perfekt ab. Außerdem ist das Cover optisch an die zuvor erschienen Bücher von Teresa Simon angelehnt und schafft einen hohen Wiedererkennungswert. Der Klappentext, sowie die gesamte Aufmachung fördert die Neugierde und die Vorfreude.

 

Die Geschichte (Achtung Spoiler!)

 

Als Johanna Martens 2016 das Haus ihrer Mutter räumt, findet sie einen alten Pappkoffer, darin lagen Babysachen, ein Medaillon und ein Tagebuch. Dieses Tagebuch gehörte einer Sophie Terhoven, der Tochter eines reichen Kaffeebarons in Hamburg. Die Dreiundsiebzigjährige beginnt zu lesen und ist fasziniert von der jungen Frau und deren Kampf um ihre Liebe und ihr Glück. Etwas später trifft sie zufällig auf die Cafébesitzerin Jule Weisbach und kann mit deren Hilfe nach und nach die Familiengeheimnisse auflösen.


Meine Meinung

 

Dieses Buch hat mich bereits im Prolog in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Die Geschichte wird wie von der Autorin gewohnt auf zwei Zeitebenen erzählt.

Einmal die Vergangenheit, die 1936 beginnt. Die Familie Terhoven verdient ihr Geld mit Kaffee und führt ein Leben in der feinen Gesellschaft. Wir lernen die Tochter, die junge Sophie kennen, die behütet aufwächst. Sie verliebt sich in Hannes den Sohn der Köchin, was nicht ohne Folgen bleibt. Wunderbar wird hier die Zeitgeschichte, vor allen Dingen, die schwierigen Zeiten des Nationalsozialismus, die Stimmungen gegen die jüdische Bevölkerung und andere Problematiken dieser Zeit in die Familiengeschichte eingewoben. Wir erfahren viel über den beginnenden Krieg und die folgenden schweren Kriegsjahre, sowie über den Feuersturm in Hamburg 1943. Und auch die Nachkriegszeit fordert von der Familie alle Anstrengungen.

Der zweite Erzählstrang, spielt in der Gegenwart und beginnt mit Jule. Sie betreibt in Hamburg ihr kleines Café „Strandperle“, was nicht immer einfach ist. Um zusätzliche Einnahmen zu generieren, bietet sie einen Service an, der Menschen hilft Angehörige zu suchen, oder ihre Biografie aufzuschreiben. Dann lernt sie Johanna kennen und hilft ihr die Tagebücher von Sophie zu lesen und die Familiengeschichte ganz langsam ans Tageslicht zu holen. Die beiden Frauen freunden sich an.

Die Autorin lässt auch dieses Mal wieder die beiden Erzählstränge auf feine subtile Art mit viel Können und guter zeitgeschichtlicher Recherche langsam zusammenwachsen. Dabei sorgen die stetigen Wendungen durchgehend für Spannung. Alle Protagonisten, egal ob Haupt- oder Nebenfigur, sind fantastisch erarbeitet und ihre Charaktere leben die Familiengeschichte authentisch. Sie gestatten mir ganz nah bei den Geschehnissen dabei zu sein, was eben ein wirklich gutes Buch ausmacht. Über den Schreibstil der Autorin müssen wir nicht mehr explizit reden, sie schafft es, wie immer in ihren Büchern, ihre Geschichten so authentisch zu erzählen, dass man als Leser angefüllt ist von Emotionen, Mitgefühl und Begeisterung. Einen Kritikpunkt habe ich aber. Die Schriftart, die für das Tagebuch ausgewählt wurde, war mit Verlaub ein Griff, der daneben ging. Das Lesen war anstrengend, die Konzentration gestört. Ich bin mir sicher, dass der Verlag das auch festgestellt hat. Es ist daher wünschenswert, dass sich das in der Folge ändert.

Ich konnte insgesamt das Buch bis zur letzten Seite einfach nicht mehr aus der Hand legen. Und als Sahnehäubchen obendrauf lernte ich viel über Kaffee, über das Rösten und über feinen Kaffeeduft. Und ach ja, die tollen Kuchenrezepte aus Jules Café werde ich sicher ausprobieren.

Das Buch bekommt eine ausdrückliche Leseempfehlung.

friedericke von "friederickes bücherblog"

 

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Marlenes Geheimnis

Brigitte Riebe
E-Buch Text: 432 Seiten
Erschienen bei Diana Verlag, 11.09.2017
ISBN 9783641220082
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext

Drei Frauen, drei Generationen und ein Geflecht aus Lügen

Marlene hat die Vertreibung aus der Heimat nach dem Krieg längst hinter sich gelassen. Vor mehr als siebzig Jahren begann sie mit ihrer Mutter Eva am Bodensee ein neues Leben. Eine florierende Schnapsbrennerei, die die Früchte der Region verarbeitet, ist ihr ganzer Stolz. Erst als ihre Nichte Nane kurz nach Evas Beerdigung die Aufzeichnungen der Großmutter liest, bricht die Vergangenheit ohne Vorwarnung herein. Und ein lang gehütetes Geheimnis kommt zutage …

Bestsellerautorin Brigitte Riebe ist zurück – mit einem bewegenden Roman über ein deutsches Familienschicksal

 

Die Autorin

Brigitte Riebe ist promovierte Historikerin und arbeitete zunächst als Verlagslektorin. Sie hat mit großem Erfolg zahlreiche historische Romane veröffentlicht, in denen sie die Geschichte der vergangenen Jahrhunderte wieder lebendig werden lässt. Mit „Marlenes Geheimnis“ widmet sie sich nun der Kriegs-und Nachkriegszeit um 1945. Auch Riebes Familie mütterlicherseits stammt aus Nordböhmen, wo sie wie viele Sudetendeutsche nach dem Ende des Dritten Reichs das Schicksal von Vertreibung und Flucht erlitt. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in München.

 

Das Cover

Das Cover zeigt eine junge Frau, die auf einen See blickt. Die hellen zarten Farben, das Kleid, das an die Fünfziger Jahre erinnert, sowie der See mit seinen Booten und den Bergen im Hintergrund, treffen perfekt die Geschichte am Bodensee.

 

Die Geschichte (Achtung Spoiler!)

Christiane auch Nane genannt ist auf dem Weg von Frankfurt an den Bodensee. Ihre Großmutter Eva ist gestorben und sie möchte ihr die letzte Ehre erweisen. Auch ihre Mutter Victoria kommt zur Beerdigung. Allerdings versteht die sich nicht gut mit ihrer Schwester Marlene, die inzwischen die Geschäfte der Mutter übernommen hat. Deshalb reist Vicky nach der Beerdigung auch gleich wieder ab.

Nane geht es persönlich gerade nicht so gut und sie entscheidet sich etwas länger bei ihrer Tante zu bleiben, um eine Auszeit von ihrem Leben in Frankfurt zu nehmen.

Marlene übergibt ihr ein Buch mit den Lebenserinnerungen ihrer Großmutter Eva Menzel aus den Jahren 1938 bis 1953. Sie beschreibt darin ausführlich ihr nicht einfaches Leben in Reichenberg (Sudetenland). Während ihr der Vater das Schnapsbrennen beibrachte, wurde ihre Mutter eine Alkoholikerin. Doch dann musste ihr Vater an die Front. Von da an begann die Zeit des Krieges, die Vertreibung und die Flucht.

 

Meine Meinung

Was für ein Buch!

Die Geschichte wechselt zwischen zwei Zeitebenen. Zum einem aus der Vergangenheit, aus Böhmen und Mähren, dort aus Reichenberg, dem heutigen Liberec. Im Jahre 1945 wurde das Gebiet wieder der Tschechoslowakei zugeordnet und die dort lebenden Deutschen wurden enteignet und vertrieben. Evas Aufzeichnungen berichten über die schlimme Kriegszeit und die Erlebnisse der Frauen in den Lagern, zwischen Hunger, Elend und dem Neubeginn an einem anderen Ort.

Und in der Gegenwart taucht Nane in die Memoiren ihrer Oma ein und verschiebt immer wieder ihre Abreise, weil sie so fasziniert ist. Nebenbei kümmert sie sich um ihre Tante Marlene und fragt sich, warum diese und ihre Mutter sich einfach nicht verstehen. Dann trifft sie einen alten Freund, den sie aus ihrer Jugendzeit und ihren Ferienbesuchen gut kennt. Der wiederum bittet sie, ihm zu helfen, die Aufzeichnungen seines ebenfalls verstorbenen Großvaters zu entschlüsseln. Von jetzt auf gleich, treten Geheimnisse hervor, die die Vergangenheit in einem völlig anderen Licht zeigen.

Die Autorin schreibt in einer leicht verständlichen und sehr fesselnden Sprache. Die Figuren sind wunderbar erarbeitet. Jeder und jede wird dem zugedachten Charakter gerecht. Besonders Nane und Eva lassen mich in ihr Leben, sie lassen mich mitfühlen und auch mitleiden. Die Schauplätze sind wunderbar beschrieben. Man darf eintauchen, als wäre man mittendrin. Gänsehaut pur! Die Perspektivwechsel tragen stets dazu bei, dass die Spannung hochgehalten wird. Nie gibt es das Gefühl zu wissen, wie es weitergeht. Immer wieder kommt eine neue überraschende Wendung. Besonders die Einbindung der gut recherchierten Zeitgeschichte, sorgt dafür, dass dieser beeindruckende Roman entstehen konnte.

Mein Fazit ist, dass dieses Buch ein Stück deutsche Geschichte erzählt, sie ist perfekt integriert in eine spannende Familiensage. Drei starke Frauen, die uns letztendlich zur Dankbarkeit auffordern, in einer anderen Zeit leben zu dürfen. Dieses Buch wird 2018 bestimmt zu meinen Lieblingsbüchern gehören. Und deshalb spreche ich eine ausdrückliche Leseempfehlung aus.

friedericke von "friederickes bücherblog"

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