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föhr, köln, wohnungstausch, roman, janne mommsen

Seeluft macht glücklich

Janne Mommsen
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.03.2017
ISBN 9783499290183
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:

 

Jasmin ist Mitte dreißig und lebt in Köln. Freunde wissen, dass sie früher mal ein glücklicher Mensch war, aber in letzter Zeit ist sie nicht gerade eine rheinische Frohnatur. Nach einem Wasserrohrbruch beschließt sie, nach Föhr zu reisen, das sie aus Teenagerzeiten kennt. Damals war sie unsterblich in einen Insulaner verliebt. Vielleicht lebt dieser Sönke ja noch dort.

Doch statt auf ihre Jugendliebe trifft Jasmin auf einen jungen Mann namens Thore. Er ist seit kurzem Single und will am liebsten sofort weg von Föhr. Wie praktisch, dass Jasmin bereits auf der Fähre den Plan gefasst hat, sich eine längere Auszeit zu nehmen: Jasmin und Thore tauschen einfach die Wohnungen. Er geht nach Köln, sie nach Föhr.

Und so beginnt der Sommer ihres Lebens.


Der Autor:

 

Janne Mommsen, Jahrgang 1960, hat in seinem früheren Leben als Krankenpfleger, Werftarbeiter und Traumschiffpianist gearbeitet. Inzwischen schreibt er Drehbücher, Theaterstücke und natürlich Romane. Mommsen hat in Nordfriesland gewohnt und kehrt immer wieder dorthin zurück, um sich der Urkraft der Gezeiten auszusetzen. Passenderweise lebt die Familie seiner Frau seit Jahrhunderten auf der Insel Föhr.

 

Das Cover:

 

Das Cover ist in heiteren, sommerlichen Farben gestaltet, wobei Blautöne überwiegen. Es zeigt eine Frau, die an ein Geländer gelehnt ist und sich nach einem Mann umsieht, der von hinten auf sie zukommt. Das Meer und der Strand im Hintergrund deuten auf den Schauplatz der Geschichte hin und wecken zusammen mit dem blauen Sommerhimmel die Leselust.

 

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Thore lebt auf Föhr, wo er als Verwalter von Ferienwohnungen arbeitet. Seine große Liebe Keike hat sich mit einem anderen verlobt, weshalb er so schnell wie möglich die Insel verlassen will.

Jasmin arbeitet in der Verwaltung eines Kölner Krankenhauses und wird von ihrem Chef zu einem achtwöchigen Erholungsurlaub verdonnert. Sie erinnert sich daran, dass sie als Teenager bei einem Aufenthalt auf Föhr in einen jungen Mann namens Sönke verliebt war. Bevor ihr in ihrem Urlaub zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, macht sie sich auf den Weg nach Föhr, in der Hoffnung, Sönke wiederzutreffen.

Wie es der Zufall will, treffen Thore und Jasmin auf Föhr aufeinander und stellen fest, dass sie beide eine Luftveränderung nötig haben. Spontan beschließen sie, vorübergehend ihre Wohnungen zu tauschen. Thore geht nach Köln, Jasmin bleibt in Thores Wohnung auf Föhr.

In Köln begibt sich Thore auf Jobsuche. Ein Job bei einer Wohnungsvermittlung erweist sich jedoch als Reinfall, da Thore keinerlei Ortskenntnisse besitzt. Jasmin rät ihm, sich mit ihrem besten Freund Ralf in Verbindung zu setzen, der im selben Krankenhaus wie sie arbeitet. Zu Thores großer Verwunderung ist Ralf der Katholische Pfarrer des Krankenhauses. Er hat tatsächlich einen Job für Thore, und zwar als Krankenhausclown. Wider Erwarten macht Thore der Umgang mit den Patienten, vor allem mit den Kindern, große Freude, und er erkennt, wie viel es den Kranken bedeutet, lachen zu können und jemanden zu haben, der sich mit ihnen beschäftigt.

Jasmin lebt sich ebenfalls gut auf Föhr ein. Sie knüpft Kontakt zu Thores alter Clique und sieht sich auf einmal von einem Freundeskreis umgeben, den sie in Köln mit Ausnahme von Ralf nicht hatte. Ihre einzige Freundin Alina lebt berufsbedingt in der Karibik. Vom Krankenhaus der Insel erhält Jasmin das Angebot, dort dieselbe Aufgabe zu übernehmen wie in der Klinik in Köln.

Und so stehen Jasmin und Thore vor der Entscheidung, für immer auf Föhr bzw. in Köln zu bleiben oder in ihr altes Leben zurückzukehren.

 

 

Meine Meinung:

 

Das Buch versetzt einen beim Lesen sofort in eine sommerlich-leichte Stimmung, obwohl es durchaus auch ernste Töne anschlägt. Die Geschichte wird abwechselnd aus Jasmins und aus Thores Perspektive erzählt, wobei beide Perspektiven glaubhaft dargestellt sind. Sie wird vom Autor recht kurzweilig präsentiert, der Schreibstil ist eingängig und unkompliziert.

Die große Stärke des Romans liegt in der Beschreibung der Schauplätze, vor allem der Insel Föhr. Man merkt ganz deutlich, dass der Autor an der Nordsee zu Hause ist und dass er seine Heimat liebt. Er schafft es vorzüglich, vor dem geistigen Auge des Lesers die Schauplätze lebendig werden zu lassen und bei ihm die Lust auf einen Urlaub an der Nordsee zu wecken. Man glaubt nahezu, selbst am Strand zu sitzen, den Geruch des Meeres zu atmen und den Sand unter den Füßen zu spüren.

Wie die Schauplätze sind auch die Charaktere sehr authentisch gezeichnet. Dies gilt auch für die Neben- und Randfiguren. Von diesen fand ich besonders Ralf überaus originell. Dem Autor ist es sehr gut gelungen, die Eigenheiten der Friesen und der Rheinländer, wo doch ziemliche Gegensätze aufeinanderprallen, herauszuarbeiten, ohne dass es klischeehaft wirkt.

Positiv hervorheben möchte ich auch die Tatsache, dass sich die beiden Hauptfiguren im Laufe des Buches charakterlich wirklich weiterentwickeln. Jasmin erkennt, dass ihr Leben nicht nur aus der Arbeit im Krankenhaus besteht. Sie lernt, sich Erholung zu gönnen und zu sich selbst zu finden. Und Thore findet heraus, dass es einen glücklich machen kann, anderen Menschen Glück zu bringen und für sie da zu sein. Insofern stellt der Roman den Selbstfindungsprozess zweier Menschen dar und zeigt, dass es sich lohnen kann, den Mut zu haben, sein Leben komplett umzukrempeln.

Allerdings treffen die beiden für mein Empfinden die Entscheidung, ihre Wohnungen zu tauschen, etwas zu spontan und zu rasch. Immerhin kennen sie sich überhaupt nicht, und ich denke, dass man im realen Leben wohl etwas länger überlegen würde, ob man einem Wildfremden seine Wohnung einfach so überlässt. Eine Wohnung ist ja ein sehr privater, beinahe schon intimer Rückzugsort. Aber das ist nur meine ganz subjektive Meinung.

Der Schluss der Geschichte, als sich Jasmin und Thore wiedertreffen, war für mich nachvollziehbar, jedoch löst sich für meinen Geschmack alles zu schnell auf, wodurch natürlich auch die Romantik ziemlich auf der Strecke bleibt. Hier hätte ich mir etwas mehr Ausführlichkeit und auch mehr Gefühle gewünscht, was dem Ende bestimmt gutgetan hätte.

 

Insgesamt ist „Seeluft macht glücklich“ ein Unterhaltungsroman mit Tiefgang, der beim Leser viel Urlaubsfeeling hervorruft. Ich spreche daher gerne eine Leseempfehlung aus.

 

 

Susanne von „friederickes Bücherblog“

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norwegen, das erdbeermädchen, munch, roman, roma

Das Erdbeermädchen

Lisa Stromme
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2017
ISBN 9783453419742
Genre: Historische Romane

Rezension:

Klappentext

Sommer 1893. Die Bewohner von Åsgårdstrand, einem malerischen Fischerdorf an der norwegischen Küste, bereiten sich auf die Ankunft ihrer reichen Sommergäste vor. Die junge Erdbeersammlerin Johanne soll den Sommer über als Dienstmädchen im Hause des Admirals Ihlen arbeiten. Johanne freundet sich mit Tullik, der impulsiven Tochter des Admirals, an. Als diese eine verbotene Affäre mit dem noch unbekannten Edvard Munch beginnt, der geächtet am Rande des Dorfes lebt, drohen ihre Freundschaft und der bürgerliche Friede in Asgardstrand daran zu zerbrechen.

 

Die Autorin

Lisa Strømme, geboren 1973, stammt aus Yorkshire und studierte an der University of Strathclyde in Glasgow. Mit ihrem norwegischen Ehemann und zwei Kindern lebt sie in der Nähe von Åsgårdstrand, dem Küstenort, in dem Edvard Munch ein Sommerhaus hatte. Hier spielt Das Erdbeermädchen, Lisa Strømmes erster Roman.

 

Das Cover

Das Cover zeigt in zarten Farben eine junge Frau in typischer Kleidung des 19. Jahrhunderts. Das Gesamtbild verbreitet eine warme Stimmung. Es ist ein typisches Cover für einen romantischen Liebesroman und macht neugierig.

 


Die Geschichte (Achtung Spoiler!)

Ein Fischerdorf in Norwegen. Mittelpunkt ist das Dienstmädchen Johanne, das sich mit Tullik der Tochter des Admirals anfreundet, in dessen Haushalt sie über den Sommer arbeitet. Schon alleine die gesellschaftlichen Unterschiede der Mädchen sind belastend. Auch zu Munch dem unbekannten und geächteten Maler hat sie Kontakt, der ihr das Malen beibringt. Als Tullik dann mit Munch, der am Rande des Dorfes lebt, eine Affäre beginnt, kommt alles ins Wanken und selbst die Freundschaft der beiden Mädchen droht zu zerbrechen. Auch für Johanne ist es nicht ganz einfach. Ihre Mutter sieht in ihr immer noch das kleine Mädchen, welches noch Erdbeeren pflückt, während sie schon von Thomas dem Fischer umworben wird. Vieles was die beiden Freundinnen tun, läuft im Geheimen ab und bringt sie immer wieder in Schwierigkeiten.

Meine Meinung

Das Cover und der Klappentext suggerierten mir eine sommerliche Liebesgeschichte und da ich gerne Geschichten aus dem 20. Jahrhundert lese, freute ich mich zunächst sehr. Leider hat mich die Erzählung aus verschiedenen Gründen nicht durchgängig mitgenommen. Warum?

Die Geschichte wurde in der „Ich“- Form geschrieben, was normalerweise den Lesern gestattet den Protagonisten von innen und außen ganz nah sein zu dürfen. In diesem Fall war das leider nicht so, denn die Autorin selbst sagte im Anhang, dass sie Johanne als Erzählerin brauchte. Und genau das war sie dann auch. Eine Erzählerin, die von außen hinein schaute, obwohl sie selbst eine Hauptfigur war. Die Charaktere sind zwar gut beschrieben, aber bleiben oberflächlich und zu weit weg.

Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um die zwei Mädchen und den Maler. Sie plätschert relativ düster vor sich hin, indem Johanne ununterbrochen ihre Freundin deckt und in ihrem Verhalten zwischen den Vorgaben ihrer Mutter und den Wünschen ihrer Freundin hin und her pendelt. Der Maler ist in seiner eigenen künstlerischen Welt, man weiß nicht genau, wie er zu seiner Geliebten steht, und seine Figur ist sehr zurückgenommen. Anstrengend finde ich, dass Johanne ständig in Farben denkt, weil man selbst nicht so tief in der Malerei drin ist. Ansonsten ist der Schreibstil flüssig.

Wunderbar hingegen ist die Beschreibung der Schauplätze, die nach Norwegen einladen. Lobenswert auch die Recherche um den Maler Munch, sowie die Einbindung einige seiner berühmten Bilder.

Ich bin insgesamt etwas gespalten, weil die Geschichte ihr Potenzial nicht ausgespielt hat. Meine Leseempfehlung ist dieses Mal dementsprechend etwas leise. Aber das ist ja auch alles meine persönliche und subjektive Meinung.

 

friedericke von "friederickes bücherblog"

 

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Tags: norwegen, roma   (2)
 

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dänemark, judenverfolgung, malerei, 2. weltkrieg, flucht

Die Fliederinsel

Sylvia Lott
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.05.2017
ISBN 9783734103353
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

 

Sie mussten fliehen, um ihr Leben zu retten. Doch das Kostbarste ließen sie zurück …

In ihrem Ferienhäuschen auf der idyllischen dänischen Insel Fünen entdeckt die Urlauberin Celia ein wunderschönes Fliedergemälde, das seit Jahrzehnten als verschollen galt. Ihre Vermieterin ist beim Anblick des Bildes tief bewegt und erzählt Celia die Geschichte ihrer Mutter, der jüdischen Malerin Ruth Liebermann.

Im Jahr 1938: Das frisch verheiratete Paar Ruth und Jakob Liebermann muss aus Berlin fliehen, auf Fünen finden die beiden im ehemaligen Sommerhaus von Ruths Familie Zuflucht. Trotz der schwierigen Situation erleben sie glückliche Jahre, Ruth kann mit ihrer Passion, dem Malen, sogar die Familie ernähren. Als sie erneut zur Flucht gezwungen sind, müssen Ruth und Jakob die folgenschwerste Entscheidung ihres Lebens treffen …

 

 

Die Autorin:

 

Die freie Journalistin und Autorin Sylvia Lott ist gebürtige Ostfriesin. Sie schreibt für verschiedene Frauen-, Lifestyle- und Reisemagazine und veröffentlichte bereits die Romane „Die Rose von Darjeeling“, „Die Glücksbäckerin von Long Island“, „Die Lilie von Bela Vista“ und „Die Inselfrauen“.

 

 

Das Cover:

 

Das Cover ist in überwiegend zarten, hellen Farben gehalten und zeigt im Vordergrund einen üppigen Fliederstrauß auf einem hellen Tisch vor einer Strandkulisse. Es könnte sich somit um das große Gemälde mit dem Fliederstrauß handeln, das Celia beim Stöbern in ihrem Ferienhaus entdeckt und das im Mittelpunkt der Geschichte steht. Allerdings ist für meinen Geschmack das Cover ein wenig zu sonnig, zu freundlich gehalten, denn den Leser erwartet eine doch sehr bewegende, dramatische Geschichte aus einer dunklen Zeit des 20. Jahrhunderts. Aber das ist nur mein ganz subjektives Empfinden. In jedem Fall fängt das Cover auf sehr gelungene Weise den wunderschönen Schauplatz ein, an dem sich die Geschichte größtenteils abspielt, sodass man sich beim Betrachten gleich dorthin versetzt fühlt.

 

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Die Geschichte entwickelt sich auf zwei Erzählebenen zu unterschiedlichen Zeiten. Einmal ist da die Gegenwart, in der Celia ihren Urlaub in einem Ferienhaus auf der dänischen Insel Fünen verbringt. Inspiriert von einem Foto im Nachlass ihrer Großmutter, das ein Haus inmitten von blühenden Fliederbüschen zeigt, hat es sie beinahe schon auf magische Weise dort hingezogen, und so mietet sie ein Ferienhaus, von dem sie sich sicher ist, dass es sich um genau dieses Haus auf dem Foto handelt. Durch Zufall entdeckt sie dort ein großes Gemälde mit einem Fliederstrauß vor einem geöffneten Fenster. Als sie es ihrer Vermieterin Inger zeigt, ist diese sehr berührt und erzählt Celia die Geschichte ihrer jüdischen Mutter Ruth Liebermann, die das Bild einst gemalt hat.

 

Durch Ingers Erzählungen entfaltet sich die zweite Zeitebene des Romans, die im Jahr 1938 beginnt. Ruth ist jung verheiratet und lebt in Berlin, gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem jüdischen Schriftsteller Jakob Liebermann. Nach der Reichskristallnacht fliehen die beiden vor den Nazis nach Fünen, wo Ruth ein Sommerhäuschen besitzt, das sie von ihrer Großmutter geerbt hat. Ein paar Jahre lang leben sie dort unbehelligt und zufrieden. Ihre Tochter Inger wird geboren, und Ruth macht sich einen Namen als Malerin vor allem mit ihren Fliederbildern, die viele Interessenten finden. Doch im Jahre 1943 sind Ruth und Jakob dann auch in Dänemark nicht mehr vor den Nazis sicher, und so entschließen sie sich zu einer erneuten Flucht, diesmal nach Schweden. Sie stehen vor der schwersten Entscheidung ihres Lebens: Sollen sie ihre kleine Tochter mit auf dieses gefährliche Unterfangen nehmen oder sie in der Obhut von Ruths Jugendfreund Eric und dessen Ehefrau Svea zurücklassen, bis sie hoffentlich eines Tages wohlbehalten zurückkehren können?

Wie Ruths und Jakobs Geschichte ausgeht und was Celia mit alldem zu tun hat, soll an dieser Stelle jedoch nicht verraten werden.

 

 

Meine Meinung:

 

Ein Qualitätsmerkmal eines Buches ist für mich ganz subjektiv, dass ich mich auch noch längere Zeit nach Beendigung der Lektüre gedanklich damit beschäftige. Und das war bei diesem Roman eindeutig der Fall. Nicht nur die persönliche Geschichte von Ruth, Inger und Celia hat mich sehr berührt, sondern auch die historischen Hintergründe der Judenverfolgung im Dritten Reich, die von der Autorin sorgfältig recherchiert und mit viel Feingefühl im Buch aufgearbeitet wurden.

 

Mit Ausnahme von Jakob, mit dem ich irgendwie nicht hundertprozentig warm werden konnte, sind die Charaktere – auch die Neben- und Randfiguren – sehr authentisch und nachvollziehbar gezeichnet. Man kann sich beim Lesen wunderbar in sie hineinversetzen. Schade fand ich nur, dass man nicht mehr erfahren hat, was aus Ruths Berliner Freundin Ilse geworden ist. Auch die Beschreibung der Schauplätze, vor allem der Insel Fünen, ist der Autorin überaus gut gelungen. Ich konnte beim Lesen die blühenden Fliederbüsche geradezu riechen und das Meer vor mir sehen.

 

Die beiden Zeitebenen des Romans verknüpft die Autorin auf eine sehr angenehme Weise, sodass es einem beim Lesen leicht fällt, gedanklich zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her zu springen. Hervorheben möchte ich auch, dass es für mich recht lange nicht vorhersehbar war, wie genau Celia mit Ruths und Ingers Familie verbunden ist, auch wenn man sich schon denken kann, dass da irgendwelche Bande bestehen müssen. Es gelingt der Autorin gut, die Spannung bis zur endgültigen Auflösung – auch im Zusammenhang mit Svea – aufrechtzuerhalten.

Etwas langatmig fand ich die Beschreibungen des Lebens von Ruth und Jakob auf Fünen vor ihrer zweiten Flucht nach Schweden. Hier schafft die Autorin zwar durch ihre Erzählweise eine sehr harmonische Atmosphäre und viele eindrückliche Stimmungsbilder, allerdings plätschert für mein Gefühl die Handlung in diesen Passagen ein wenig dahin, sodass ich beim Lesen dann doch etwas ungeduldig wurde.

 

Der Schreibstil der Autorin ist sehr bildhaft, eingängig und flüssig. Sie schafft es vorbildlich, den Leser zu berühren und Emotionen bei ihm hervorzurufen, sodass sich der Roman vor allem in der zweiten Hälfte für mich zu einem echten „Pageturner“ entwickelt hat.

 

Insgesamt ein sehr bewegender und emotional erzählter Roman, der viel mehr ist als nur eine bloße Liebesgeschichte und für den ich sehr gerne eine Leseempfehlung ausspreche.

 

Susanne von „friederickes Bücherblog“

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Tags: liebesroma, roman, zeitgeschichte   (3)
 

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england

Die fremde Schwester

Lauren Willig
E-Buch Text: 400 Seiten
Erschienen bei Rowohlt E-Book, 11.03.2016
ISBN 9783644220119
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext

 

Zwei Schwestern, zwei Leben. Durch ein Schicksal verbunden.

England, 1927: Als Rachel das Cottage ihrer verstorbenen Mutter ausräumt, stößt sie auf einen mysteriösen Zeitungsausschnitt: Graf Ardmore heißt der Mann, der mit Frau und Tochter auf dem Foto posiert. Und er sieht Rachels Vater zum Verwechseln ähnlich. Nur dass ihr Vater, angeblich ein mittelloser Botaniker, seit über 20 Jahren tot sein soll.

Gründet sich Rachels gesamtes Leben auf einer Lüge? Fest entschlossen, das Rätsel ihrer Herkunft zu ergründen, reist Rachel nach London und findet heraus, dass sie eine Halbschwester hat: Olivia, die, anders als sie selbst, in Reichtum aufgewachsen ist. Doch als sie sich schließlich begegnen, gibt Rachel sich nicht zu erkennen. Denn sie fühlt sich magisch zu Olivias Verlobtem John hingezogen. Und lässt sich auf ein Spiel ein, über das sie bald die Kontrolle verliert …

 

Die Autorin

Lauren Willig, geboren in New York, schreibt Liebesromane, seit sie sechs Jahre alt ist. Sie hat einen Abschluss in Englischer Geschichte und einen Doktor in Rechtswissenschaften. Nach einem Jahr in einer New Yorker Rechtsanwaltskanzlei entschied sie sich ganz für die Schriftstellerei. In den USA ist sie mit ihrer "Pink Carnation"- Liebesroman-Serie bekannt geworden.

 

Das Cover

 

Das Cover zeigt einen geöffneten Vogelkäfig mit Rosen. Die Farbe und der Stil sind mit einen hohen Wiedererkennungswert an ein weiteres Buch der Autorin angepasst und in sich stimmig.

 

Die Geschichte (Spoiler!)

 

Rachel arbeitet 1927 in Frankreich als Gouvernante für Reiche und erhält die Nachricht, dass ihre Mutter in England schwer erkrankt sei. Sie bekommt keine Freistellung, kündigt daraufhin und reist sofort zurück. Ihre Mutter ist aber bei ihrer Ankunft bereits verstorben und beigesetzt. Im Haus findet sie einen Zeitungsausschnitt, der in großer Ähnlichkeit ihren angeblich verstorbenen Vater mit seiner Tochter zeigt. Sie versteht das alles nicht und kennt weder den dort angegebenen Namen, noch die Tochter.

Rachel fährt zu ihrem Onkel und erfährt, dass sie die Tochter von Graf Ardmore ist und ihre Mutter mit ihm ein Verhältnis hatte. Sie erfährt natürlich auch, dass ihr Vater nicht der arme Mann war, den sie als kleines Mädchen kannte.

Dann lernt sie bei ihrem Onkel den Klatschkolumnisten Simon kennen und schmiedet mit ihm zusammen einen Plan, wie sie als arbeitende Frau bei den Reichen eingeführt werden, und ihre Familie kennen lernen kann.

 

Meine Meinung

 

Die Geschichte ist in einem leicht verständliche Schreibstil in der „Ich-Form“ geschrieben und gestattet damit dem Leser tief in die Hauptfigur hineinzuschlüpfen.

Die Protagonisten sind sehr schön ausgearbeitet und dargestellt. Die Schauplätze ausführlich beschrieben, sodass ich in meiner Vorstellungskraft eintauchen und die Orte kennenlernen konnte.

Sehr gelungen fand ich auch die Einbettung der Geschichte in die aufregende Zeit der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts.

Was mir nicht so gut gefiel, war die gefühlt lange Einführung in die High Society, da die Geschichte ja aus nur einer Perspektive erzählt wurde. Dadurch plätscherte die Erzählung in dieser Phase ohne Höhen und Tiefen, mit oft ähnlichen Aktionen solange dahin, bis die Handlungen durch das Treffen mit dem Vater wieder Schwung aufnahmen. Dafür haben die vielen und lebhaften Dialoge einen schönen Ausgleich geschaffen. Die Rätsel der Familie lösen sich im letzten Drittel nach und nach langsam auf und fördern einige Überraschungen zutage, was sich sehr positiv auswirkt. Das Ende allerdings war ein wenig flach.

Es ist keine romantische Liebesgeschichte, sondern eine historische Familiengeschichte, die uns in eine Zeit blicken lässt, in der Familienstand und Herkunft eine große Rolle spielten, und um eine junge Frau, die ihren Weg gehen muss.

 

Das Buch erhält von mir eine Leseempfehlung.

 

Friedericke von „Friederickes Bücherblog“

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katzen, marina mander, liebesroman, katzenbuch

Katzen

Marina Mander , Verena Koskull
Fester Einband
Erschienen bei C. Bertelsmann, 21.11.2016
ISBN 9783570102824
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext

 

Welche Denkanstöße und Lebensweisheiten können uns Katzen vermitteln? Die erfolgreiche Autorin Marina Mander ist seit ihrer Kindheit große Katzenfreundin. Charmant und kenntnisreich berichtet sie von persönlichen Erlebnissen, liebenswerten Anekdoten und wissenswerten Fakten. Sie erzählt, was uns Katzen in Sachen Müßiggang und echter Selbstliebe voraushaben und wie man lernen kann, sich etwas von ihrer Eleganz und ihrem ganz eigenen Zeitempfinden abzuschauen. Wir erfahren, warum zahllose Künstler – von Pablo Picasso bis Doris Lessing – die inspirierende Wirkung von Katzen genossen und sie zu ihren engsten Vertrauten gemacht haben. Und die Autorin ist sich gewiss: Hätte Freud statt seines Schäferhundes eine Katze bei den Sitzungen an seiner Seite gehabt, wäre vermutlich die gesamte Psychoanalyse anders verlaufen … Ein unterhaltsames, poetisches Buch voller Tiefsinn, Humor und Zärtlichkeit.

 

Die Autorin

 

Marina Mander, geboren in Triest, schreibt sehr erfolgreich Erzählungen, Romane und Theaterstücke. Zuletzt erschien von ihr der Roman "Meine erste Lüge" (Piper), der in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde. Sie lebt mit ihren beiden Katzen in Mailand.

 

Das Cover

 

Eine in sich ruhende Katze mit blauen Augen. Ich habe mich sofort in diesen wunderschönen Vierbeiner verliebt. Die Farben sind sehr schön abgestimmt und die Präsentation spricht potentielle Leser auf den ersten Blick an.

 

Die Geschichte (Spoiler!)

 

Wunderbare Welt der Katzen! Immer wieder ein vielfältiges Thema, weil sie keine nach üblichem Verständnis erziehbaren Tiere sind. Weil sie selbst entscheiden was sie wollen. Die Autorin erzählt aus Erfahrungen und Erlebnissen mit eigenen Katzen. Sie verknüpft erfundene Geschichten mit wissenswerten Fakten und liebenswerten Anekdoten. Ausführliches dazu auch im Klappentext.

 

Meine Meinung

 

Das Buch ist keine Katzengeschichte an sich und hat keinen roten Faden. Die einzelnen Kapitel sind philosophische und poetische Betrachtungen und machen es nicht ganz leicht eine Bewertung zu schreiben, weil es viele individuelle Erlebnisse der Autorin sind. Auch der Schreibstil ist nicht ganz einfach und fordert den Leser gar auf, die Fachbegriffe nachzuschlagen, das Allgemeinwissen aufzufrischen. Das hat mich einige Male aus dem Lesevergnügen herausgeholt.

 

Marina Mander berichtet wie schon erwähnt von persönlichen Erfahrungen, verknüpft geschickt bekannte Fakten, und fügt erfundene Anekdoten bei. Teilweise ist es allerdings auch etwas überzogen. Dazu gehört aus meiner Sicht die Lebensdauer von Elektrogeräten und andere Beispiele.

 

Es ist aber in jedem Fall eine intensive und warme Liebeserklärung an Katzen, wobei die Autorin vielfältige Einblicke in das Zusammenleben mit den schnurrenden Vierbeinern gewährt. Die Art und Intensität der Erfahrungen wird sicherlich von den Lesern unterschiedlich aufgenommen.

 

Katzenliebhaber und solche die es werden wollen, werden einiges entdecken, was das Zusammenleben interessant, spannend und zufrieden macht.

 

Deshalb spreche ich eine Leseempfehlung aus.

 

Friedericke von friederickes Bücherblog

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Tags: katzen   (1)
 

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Meine zauberhafte Eisdiele in der Provence

Elizabeth Bard
E-Buch Text
Erschienen bei FISCHER E-Books, 24.05.2017
ISBN 9783104901763
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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lieb, irlan

Die Bücherei am Ende der Welt

Felicity H. McCoy , Barbara Ostrop
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 17.02.2017
ISBN 9783499272486
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

 

Wilde irische Landschaft, verschrobene Dorfbewohner und ein baufälliges Cottage auf den Klippen: die perfekten Zutaten für einen Sehnsuchtsroman.

Hannas Traum: ein eigenes Cottage auf den Klippen. Hannas Realität: das Gästezimmer ihrer Mutter. Seit sie nach ihrer Scheidung ins heimatliche Irland zurückgekommen ist, läuft es mehr schlecht als recht für Hanna. Sie leitet die örtliche Leihbücherei und fährt jede Woche mit dem Bücherbus über die Dörfer. Und als „Zurückgekehrte“ wird sie mit leichtem Argwohn betrachtet. Dann findet Hanna ihr Cottage tatsächlich. Leider ist es aber extrem baufällig, umgeben von Gestrüpp und Schutt. Jetzt bräuchte sie dringend Hilfe – aber dafür muss sie über ihren Schatten springen …

 

 

Die Autorin:

 

Felicity H. McCoy wurde in Dublin geboren. Sie arbeitet als Autorin und Schauspielerin am Theater, fürs Fernsehen und Radio. In ihrer Heimat hat sie bereits drei Sachbücher veröffentlicht. „Die Bücherei am Ende der Welt“ ist ihr erster Roman. Sie teilt ihre Zeit zwischen London und der Dingle-Halbinsel im Westen Irlands und bloggt regelmäßig über ihr Leben an beiden Orten.

 

 

Das Cover:

 

Das Cover ist im Stil eines Aquarells gestaltet und zeigt in sehr kräftigen, bunten Farben eine Landschaft am Meer, durch die ein gelber Bus fährt. Diese überaus fröhlich wirkende Zeichnung war für mich einer der Hauptgründe, das Buch lesen und rezensieren zu wollen. Ich hatte aufgrund des Covers ein humorvolles, spritziges Buch erwartet, was sich beim Lesen für mich leider nicht hundertprozentig erfüllt hat. Nach meiner Meinung hätte das Cover besser zum Inhalt des Buches gepasst, wenn es etwas weniger bunt, grell und fröhlich gestaltet worden wäre. Das Buch hat nämlich auch ernstere, nachdenklichere Seiten – und das nicht gerade wenige.

 

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Nach einigen Jahren Ehe muss Hanna feststellen, dass ihr Ehemann Malcolm, ein Anwalt, sie schon seit langer Zeit mit seiner Kollegin betrügt. Hals über Kopf verlässt sie zusammen mit ihrer Teenager-Tochter Jazz London und kehrt zurück in ihre Heimat Irland. Hanna verzichtet auf jeden finanziellen Anspruch Malcolm gegenüber und kommt bei ihrer Mutter Mary unter, die in einer sehr ländlichen Gegend auf der Halbinsel Finfarran lebt. Mit ihrer Mutter versteht sich Hanna nicht allzu gut; diese wirft ihr immer wieder ihre gescheiterte Ehe vor und kritisiert Hannas Dummheit, aus der Scheidung völlig mittellos hervorgegangen und stattdessen bei ihr untergekrochen zu sein. Hanna nimmt einen Job als Bibliothekarin in der örtlichen Bücherei an und fährt regelmäßig mit dem Bibliotheksbus übers Land, um die Bewohner der entlegenen Region mit Büchern zu versorgen.

 

Fünf Jahre später ist Jazz von zu Hause ausgezogen und als Stewardess viel unterwegs. Hanna hat schon vor einiger Zeit von ihrer Großtante ein altes Cottage auf den Klippen direkt am Meer geerbt. Nun sieht sie darin ihre Chance, endlich auf eigenen Beinen zu stehen und ihrer ständig nörgelnden Mutter zu entkommen. Doch das Cottage erweist sich als äußerst baufällig, und Hanna muss nach einer Möglichkeit suchen, das Haus kostengünstig renovieren zu lassen. Conor, ihr Kollege in der Bücherei, vermittelt ihr den kauzigen Fury, der zwar angeblich der beste Handwerker weit und breit sein soll, jedoch einen ganz speziellen Charakter hat. Letzten Endes bleibt Hanna nichts anderes übrig, als sich mit ihm zu arrangieren. Und dann ist da auch noch Brian, der für Hanna zuständige Mitarbeiter der Baubehörde, den sie bei ihrer ersten Begegnung ziemlich vor den Kopf stößt. Als die Bücherei, in der Hanna arbeitet, von der Schließung bedroht ist, steht sie plötzlich mit mehr Problemen da, als sie je erwartet hat …

 

 

Meine Meinung:

 

Wie oben bereits erwähnt, hatte ich anhand des Covers einen humorvollen, spritzigen Roman erwartet. Wahrscheinlich ist dies auch der Grund, warum ich zu Beginn Schwierigkeiten hatte, in das Buch hineinzufinden. Im weiteren Verlauf, als ich mich gedanklich von meinen Erwartungen gelöst hatte, wurde es dann spürbar besser, und ich habe mich schließlich recht gut unterhalten gefühlt.

 

Eine der großen Stärken des Buches ist für mich die sehr authentische Darstellung der Figuren und der Schauplätze. Ich konnte die ländliche irische Landschaft und die Menschen, die dort leben, vor meinem geistigen Auge geradezu sehen und erfühlen. So stellt man sich wirklich Irland vor. Zusammen mit dem eindrücklichen, charakteristischen Schreibstil, dem man anmerkt, dass die Autorin Irin ist und dass das Buch im Original auf Englisch verfasst wurde, entsteht so eine in sich runde, glaubhafte Grundstimmung. Pluspunkte in Sachen Unterhaltung verdienen auch die zumeist recht bissigen bzw. grantigen Dialoge mit Hannas Mutter und auch mit Fury.

 

Probleme hatte ich mit dem Charakter von Hanna. In meinen Augen wirkt sie nicht sonderlich sympathisch, und ich konnte mit ihr nie so richtig warm werden. Bei Nebenfiguren könnte ich das verschmerzen, bei der absoluten Hauptfigur jedoch nicht. Ein wenig besser wurde es erst zum Ende hin, als Hanna gemeinsam mit Schwester Michael gegen die Bezirksregierung kämpft, um die Bücherei und das Kloster zu retten.

 

Positiv kann ich schließlich hervorheben, dass man sich beim Lesen des Buches nicht von vorneherein schon denken kann, wie die Geschichte am Ende ausgehen wird. Dies unterscheidet es in angenehmer Weise von vielen Romanen dieses Genres.

 

Wer sich gerne einmal in die raue irische Landschaft mit ihren typischen Bewohnern entführen lassen möchte, dem sei dieser Roman empfohlen.

 

Susanne von „friederickes Bücherblog“

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Tags: irlan, lieb   (2)
 

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ostsee, liebe, warnemünde, strandkorb, starke frau

Die Villa am Meer

Micaela Jary
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.03.2017
ISBN 9783442485956
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

 

Rostock-Warnemünde 1897: Katharinas Hochzeit mit dem verwitweten, wesentlich älteren Manufakturbesitzer und Korbmacher Olaf Borchers steht unter einem schlechten Stern: Nicht nur, dass ihr Herz einem anderen gehört, Borchers halbwüchsiger Sohn ist nicht einverstanden mit der neuen Frau seines Vaters und torpediert die Ehe von Anfang an. Dennoch tut Katharina ihr Bestes, um mit ihrem Mann glücklich zu werden. Doch das ändert sich an dem Tag, an dem sie Pläne für ein eigenes Geschäft macht – einen Strandkorbverleih an der Ostsee …

 

 

Die Autorin:

 

Micaela Jary stammt aus Hamburg und wuchs im Tessin auf. Sie arbeitete lange als Journalistin, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete. Vor allem die Recherche über vergangene Zeiten und alte Geschichten haben es ihr angetan. Nach einem langjährigen Aufenthalt in Paris lebt sie heute mit Mann und Hund in Berlin und München, manchmal taucht sie aber auch zum Schreiben in einem kleinen Landhaus im Landkreis Rostock ab.

 

 

Das Cover:

 

Das größtenteils in Creme- und Naturtönen gehaltene Cover zeigt in der oberen Hälfte eine elegante, im Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts gekleidete Frau mit einem breitkrempigen Hut, der wie ein Sonnenhut anmutet, sowie in der unteren Hälfte eine Strandlandschaft mit Strandkörben im Vordergrund und einem großen, vornehm aussehenden Haus im Hintergrund. Somit verbindet das Cover auf eine sehr schöne Weise die wesentlichen Elemente des Romans: die Hauptfigur Katharina, in deren Leben eine Villa am Meer und Strandkörbe eine wesentliche Rolle spielen. Der Buchtitel in lilafarbener Schrift bildet hierzu einen harmonischen Kontrast.

 

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Warnemünde an der Ostsee, am Ende des 19. Jahrhunderts: Die junge Katharina heiratet den zwanzig Jahre älteren Witwer Olaf, obwohl sie heimlich mit ihrer großen Liebe Joachim, einem Steuermann, verlobt war. Allerdings hat sie die Verlobung gelöst, als sich Joachim, um in seiner Karriere voranzukommen, auf eine zweijährige Seereise begeben hatte und sie das Alleinsein nicht ertragen konnte. Olaf, der eine Korbmachermanufaktur besitzt, scheint ihr mehr Sicherheit und ein beständigeres Leben bieten zu können. Erik, Olafs erwachsener Sohn aus erster Ehe, ist ein Lebemann, der das Geld seines Vaters mit vollen Händen ausgibt und Katharina vom allerersten Tag vehement ablehnt. Obwohl Katharina Olaf zwei weitere Söhne schenkt, zieht er Erik den beiden vor. Als Katharina anschließend noch eine Fehlgeburt erleidet, kühlt das Verhältnis zwischen ihr und Olaf merklich ab.

 

Joachim heiratet in seiner Enttäuschung eine andere: Greta, die einer ehemals angesehenen, jedoch verarmten Familie entstammt und in einer Ehe mit einem angehenden Kapitän die Chance auf gesellschaftlichen Wiederaufstieg sieht. Während Greta zu Hause ihre Tochter Friederike zur Welt bringt, geschieht auf hoher See ein Unglück, bei dem Joachim schwer verletzt wird. Da ihm die Schuld an dem Unfall zugeschrieben wird, ist seine Seefahrerkarriere abrupt zu Ende.

 

Eines Tages muss Katharina erfahren, dass Olaf sie betrügt – und das ausgerechnet mit der Gouvernante der beiden Söhne. Da Olaf überhaupt kein schlechtes Gewissen zeigt und auch nicht bereit ist, die Affäre zu beenden, schließt Katharina mit ihm ein Arrangement: Sie lässt sich nicht von ihm scheiden, um ihre Söhne nicht zu verlieren und Olafs Ansehen in der Gesellschaft als Fabrikant und Hoflieferant nicht zu zerstören. Dafür erhält sie eine Villa an der Ostsee, und Olaf erlaubt ihr, einen Strandkorbverleih zu gründen. Sie möchte nicht mehr von Olaf abhängig sein, sondern etwas Eigenes aufbauen. Da jedoch zur damaligen Zeit Frauen in der Leitung eines Unternehmens nicht gern gesehen wurden, muss sie einen Geschäftsführer einstellen – und das ist ausgerechnet ihr ehemaliger Verlobter Joachim, der nach seinem Unfall ohne Arbeit ist. Schon bei den ersten Begegnungen mit ihm spürt Katharina, dass sie ihn nie vollständig aus ihrem Herzen verbannt hatte und dass sie ganz tief drinnen immer noch etwas für ihn empfindet …

 

 

Meine Meinung:

 

Von Micaela Jary hatte ich schon mit Begeisterung den Roman „Das Haus am Alsterufer“ gelesen und bin dementsprechend mit hohen Erwartungen an die Lektüre von „Die Villa am Meer“ herangegangen. Ich wurde mit nur sehr geringen Abstrichen nicht enttäuscht.

 

Wie sie im Nachwort beschreibt, hat die Autorin den Roman sehr ausführlich und gründlich recherchiert, sodass er ein Stück deutscher Geschichte vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zum Jahr 1921 widerspiegelt, wobei die historischen Fakten auf angenehme, unaufdringliche Weise eingeflochten werden und eher im Hintergrund bleiben. Zusammen mit den wirklich gelungenen Schauplatzbeschreibungen, die den einstigen Charme der Ostseebäder wiederaufleben lassen, und dem eindrücklichen Schreibstil entsteht eine sehr harmonische, authentische Atmosphäre, in die man sich als Leser unheimlich gut hineinversetzen kann.

 

Die Figuren wirken in ihrem Denken und Handeln weitestgehend glaubhaft und der damaligen Zeit angemessen, sodass man beim Lesen mit ihnen fühlt und leidet. Der Autorin ist es sehr gut gelungen, die Rolle der Frau im ausgehenden 19. Jahrhundert darzustellen. Lediglich Greta kam mir in ihrer blinden Schwärmerei für den Schauspieler Walter Trautwein ein wenig überzogen vor. Ich habe mich beim Lesen gefragt, ob eine Frau wirklich so naiv sein kann, für alles, was dieser Herr tat (oder nicht tat), eine Entschuldigung zu finden, und wenn diese – aus meiner nur ganz subjektiven Sicht – noch so sehr an den Haaren herbeigezogen war. Aber vielleicht dachten und handelten die Frauen damals in Bezug auf Männer tatsächlich so, und wir können uns das aus heutiger Sicht nur nicht mehr vorstellen. Katharina ist demgegenüber ja doch sehr fortschrittlich und eigenständig. Ohnehin sind in diesem Buch die Frauen die starken Charaktere, nicht nur Katharina, sondern auch die Gouvernante Nora Wedding und selbst Greta, die viel Mut beweist und mir am Schluss sogar ein bisschen leidtat. Demgegenüber nehmen die Männer allgemein eher eine schwächere Position ein.

 

Zwar kann man sich – wie bei so vielen Liebesgeschichten – irgendwann denken, dass es zu einem Happy End für Katharina und ihre große Liebe kommt. Dennoch gab es auf dem Weg dorthin einige überraschende Wendungen, mit denen ich so nicht gerechnet hatte. Positiv zu erwähnen ist auch der originelle Epilog mit Joachims Tochter Friederike, auf dem man sogar eine Fortsetzung aufbauen könnte. Vielleicht ist diese ja bereits in der Entstehung?

 

Diese beeindruckende Familiensaga vor einer wunderschönen Kulisse möchte ich auf jeden Fall weiterempfehlen.

 

Susanne von „friederickes Bücherblog“

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nordsee

Das Haus am Fluss: Roman

Tanja Heitmann
E-Buch Text: 576 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Verlag, 16.03.2015
ISBN 9783641156107
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext:

 

Eines Morgens sitzt Marie im Auto und fährt – nach Norden. Gemeinsam mit ihrem Sohn will sie im alten Sommerhaus der Familie einen Neuanfang wagen, fernab der Geister ihrer Vergangenheit. Das heruntergekommene Anwesen liegt einsam in einem verwilderten Garten am Elbdeich und verspricht die ersehnte Ruhe. Doch während sie es renoviert, entdeckt Marie in den alten Mauern Spuren des Glanzes vergangener Zeiten. Sie erzählen eine Geschichte von Liebe und Verrat – und von der Hoffnung, dass es für das Glück nie zu spät ist ...

 

 

Die Autorin:

 

Tanja Heitmann wurde 1975 in Hannover geboren, studierte Politikwissenschaften und Germanistik und arbeitet in einer Literaturagentur. Sie lebt mit ihrer Familie auf dem Land. Ihr Debütroman „Morgenrot“ war ein sensationeller Erfolg und stand monatelang auf den Bestsellerlisten.

 

 

Cover:

 

Ein typisch norddeutsches Haus direkt am Fluss mit einem Reetdach, darum herum eine ländliche Struktur mit Wiesen, einem Deich und Schilf. Das sind die bildhaften Zutaten für einen Roman, dessen Protagonisten an der Elbe ihre Geschichte erleben.

Ich finde das Cover sehr gelungen. Mit Unterstützung des Klappentextes wurde ich aufgefordert, das Buch lesen zu wollen.

 

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Marie trägt schwer an dem, was das Leben ihr auf die Schulter gelegt hat, und sie beschließt, in Norddeutschland am Elbdeich zusammen mit ihrem Sohn Valentin ein neues Leben zu beginnen. Im alten Sommerhaus der Familie, dem „Kapitänshaus“, wo ihr Onkel ihr das Erdgeschoss zur Verfügung stellt, trifft sie auf dessen Mutter Marlene, die ihr verbietet, die obere Etage zu betreten, und eine Heimlichkeit daraus macht.

 

Die Renovierungsarbeiten lassen Marie in die glorreiche Zeit des zwanzigsten Jahrhunderts blicken und fördern einige Geheimnisse zutage, die sie mehr und mehr interessieren. Zusätzlich wird die Faszination über die trotzdem aufgesuchten verbotenen Räume forciert. Und so beginnt Maries neues Leben mit einer Reise in die Vergangenheit. Was sie alles vorfindet, fasst der Klappentext zusammen.

 

Parallel dazu lernt sie durch ihren Sohn den Schäfer Asmus kennen, der ein Stück weiter am Deich ein ebenso freiwilliges einsames Leben führt, denn auch in seinem Inneren hat sich ein Problem häuslich eingerichtet.

 

 

 

Meine Meinung:

 

Im Zentrum der Geschichte steht das Kapitänshaus an der Elbe, in dem sich alles abspielt. Die Geschichte wird in zwei Erzählsträngen erzählt, die sich stets abwechseln.

 

Im „Jetzt“ zieht Marie mit ihrem Sohn Valentin in das renovierungsbedürftige Haus. Sie braucht dringend einen Neuanfang und will die Geister ihres Schicksals, die ihr den Schlaf rauben, loswerden. Sie ist sehr viel mit sich selbst, ihrer Vergangenheit und ihrem zukünftigen Leben beschäftigt. Zu erfahren, was passiert ist und warum, dauert meines Erachtens viel zu lange, und die Geschichte plätschert ohne Höhen und Tiefen mit Alltagsgeschehnissen dahin. Deshalb tat ich mich schwer, mich mit der Figur der Marie anzufreunden, und ich hatte auch meine Probleme, ihr Verhalten und ihre Gedanken auf die lange Strecke zu verstehen.

Ihre Annäherung an den Schäfer, die durch ihren Sohn zustande kommt, vollzieht sich zaghaft und vorhersehbar. Sympathisch ist der kleine Valentin, der durch seine frischen Aktionen und Dialoge etwas Abwechslung in die Geschichte bringt. Maries Mutter und Freundin werden eingeführt, bleiben aber im Hintergrund, ebenso für eine sehr lange Zeit ihre Großtante Helene.

 

Der zweite Erzählstrang führt in die Zeit von den Zwanziger- bis zu den Vierzigerjahren des zwanzigsten Jahrhunderts. Man erfährt nach und nach, welche Dramen sich im Kapitänshaus abgespielt haben, was der Geschichte unheimlich guttut. Die Hauptrolle spielt Mina, eine junge, starke Frau, die am Beginn der Erzählung gerade 21 Jahre alt geworden ist. Mit ihr als Protagonistin und den anderen Figuren dieser Zeit habe ich mich sehr wohl gefühlt, weshalb ich sie gerne durch die spannende Zeit ihres Lebens begleitet habe. Im Klappentext ist die Rede von Liebe und Verrat, und das stimmt wirklich. Auch wurden die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten wunderbar eingearbeitet und der Zweite Weltkrieg gestreift. Hiervon hätte es für mich wesentlich mehr sein dürfen.

 

Das schwere Lebenspaket von Schäfer Asmus, das er bis zum Schluss mit sich herumschleppt, hat mich dagegen nicht ganz überzeugt.

 

Der Schreibstil ist flüssig und macht es einem beim Lesen leicht, im Kopf die Bilder dazu aufzurufen. Allerdings fand ich es schade, dass über weite Strecken aus einer Stiefmutter immer wieder mal eine Schwiegermutter wurde und aus einer Stieftochter eine Schwiegertochter. In dieser Häufigkeit ist das eindeutig zu viel.

Aber im letzten Teil, als Marie und ihre Familie aktiv wurden und die Geheimnisse – auch die der Vergangenheit – sich langsam auflösten, war der Spannungsbogen da. Lokalkolorit, die genaue Beschreibung der Schauplätze, die herrliche Landschaft und die Einbindung der Zeitgeschichte heben meine Bewertung insgesamt wieder an, sodass ich trotzdem oder gerade deswegen eine Leseempfehlung ausspreche.

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

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kate morton, liebe, das seehaus, england, rätsel

Das Seehaus

Kate Morton , Charlotte Breuer , Norbert Möllemann
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Diana, 10.04.2017
ISBN 9783453359468
Genre: Romane

Rezension:  
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amore, liebe, enttäuschung, wut, fritz

An der Ostsee sagt man nicht Amore

Katharina Jensen
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.04.2017
ISBN 9783453418349
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:

Als Anne während ihrer Hochzeit mit dem Italiener Fabio ein schwerwiegendes Geheimnis ihres Angetrauten entdeckt, flüchtet sie Hals über Kopf nach Rügen – dem Ort ihrer Jugend. Dort trifft sie auf Fritz, der wenig begeistert über den Gast aus Berlin ist und sich störrisch gibt. Während Anne mit der Enttäuschung und Wut über ihre so schnell gescheiterte Ehe kämpft, will Fritz, seit seine große Liebe Janine ihn für einen Bänker verlassen hat, von Frauen nichts mehr wissen. Vielleicht kommen die beiden sich gerade deswegen langsam immer näher …

 

Die Autorin:

Katharina Jensen, geboren 1984, verbrachte ihre Kindheit und Jugend an der Ostseeküste in Stralsund und auf der Insel Rügen, bevor sie zum Psychologiestudium und arbeiten nach Berlin zog. An die Ostsee, vor allem auf die Insel Rügen, zieht es sie nach wie vor mehrmals im Jahr: Denn was gibt es schöneres, als dort das leichte Wiegen der Dünen im Wind zu beobachten und den Sand zwischen den Zehen zu spüren?

 

Das Cover:

Das Cover mit dem Blick auf das blaue Meer und ein bisschen Sandstrand lassen Sommerfeeling und Urlaubswünsche wach werden. Die Schrift hat mich allerdings nicht so sehr angesprochen. Aber der Klappentext versprach eine spritzige, vielleicht auch temporeiche Liebesgeschichte auf Rügen. Und dementsprechend war auch meine Erwartungshaltung.

 

Die Geschichte:

Am Abend nach ihrer Hochzeit mit dem Italiener Fabio entdeckt Anne, dass er ihr wichtige Details aus seinem Leben vorenthalten hat, und flüchtet daraufhin im Brautkleid und in ihrem roten Mini nach Rügen. Dort gibt ihr Auto den Geist auf, und deshalb übernachtet sie am Strand, in dem kleinen Örtchen ihrer Jugend. Am nächsten Morgen trifft sie auf den Fischer Fritz, den sie von früher kennt und mit dem sie den ersten Kuss übte. Auch er hat eine gescheiterte Beziehung hinter sich und kommt ziemlich eigenbrötlerisch daher, entpuppt sich aber dennoch als interessanter Typ. Sie zieht in die kleine Ferienwohnung seiner Eltern und versucht, mit sich selbst klarzukommen und die Erkenntnisse um ihren Ehemann zu verarbeiten.

 

Meine Meinung (Achtung: Spoiler):

 

Das Buch hat mich über lange Zeit einfach nicht so richtig mitgenommen. Warum? Über nicht enden wollende Seiten beginnt eine persönliche Erzählung über Anne selbst, über ihr Leben und ihre Gefühle. Sie führt in perfekter Weise viele Selbstgespräche. Warum sie allerdings im Brautkleid das Weite gesucht hat, ohne nachzudenken, erfährt man nicht. Es geht in diesem Teil nur um sie, und die Grenze zum Selbstmitleid ist manchmal schnell erreicht. Sie hat mich ehrlich gesagt genervt mit ihrem inneren Hin und Her. Einziger Lichtblick und gelegentliche Unterbrechung war die direkte Ansprache an den Leser, was innerhalb dieser langen Monologe sehr angenehm war.

Ich hätte mir bei dem temporeichen Ansatz des Plots gewünscht, dass Dialoge und Perspektivwechsel die Geschichte vorangetrieben hätten. Gerne wäre ich auch in die Figuren eingetaucht. Die Auflösung ihrer Beweggründe kam erst zum Schluss und war mir am Ende des Buches ein bisschen zu flach. Dazu kam dann noch der klischeehafte Fischer, der sehr heimatverbunden und verbittert agierte.

Eine kleine Katze, die Anne zulief, veränderte dann nach und nach ihr Verhalten, und als endlich auch Annes Schwester auftauchte und ihr den Kopf wusch, passierte und veränderte sich auch unter den übrigen Figuren einiges, kamen Aktionen hinzu, was der Geschichte guttat und zur Entspannung des Lesens beitrug.

Sehr positiv ist auch die Einbindung der Schauplätze zu bewerten. Ich kenne Göhren, das in der Nähe liegt, sehr gut. Der Wunsch, die Insel besuchen zu wollen, ist durch die tolle Beschreibung allgegenwärtig.

Der Schreibstil ist leicht und flüssig, und deshalb bietet das Buch nach den ersten Hürden eine leichte und entspannte Unterhaltung.

Ich spreche deshalb eine Leseempfehlung aus.

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

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landliebe, wein, jana lukas, heyne, winzer

Landliebe

Jana Lukas
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.05.2017
ISBN 9783453421950
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:

 

Ellie hat Geldprobleme und nur eine Chance, ihren Kopf aus der finanziellen Schlinge zu ziehen: die Teilnahme an der TV-Show Landliebe. Vier Wochen muss sie, begleitet von Kameras und in ein Dirndl gequetscht, das bayerische Großstadtdummchen mimen. Das Weingut an der Mosel, das als Drehort dient, ist zwar traumhaft schön, doch Winzer Tom entpuppt sich als hinterwäldlerischer Sturkopf. Und er ist gar nicht erfreut, Ellie als Landliebe-Partnerin aufnehmen zu müssen. Außerdem hat Ellie weder mit Toms Augen gerechnet noch mit seinem Lächeln, das ein Kribbeln in jeden Winkel ihres Körpers jagt …

 

 

Die Autorin:

 

Was tun, wenn man zwei Traumberufe hat? Jana Lukas entschied sich nach dem Abitur, zunächst den bodenständigeren ihrer beiden Träume zu verwirklichen und Polizistin zu werden. Nach über zehn Jahren bei der Kriminalpolizei wagte sie sich an ihren ersten romantischen Thriller und erzählt seitdem von großen Gefühlen und temperamentvollen Charakteren. Denn ihr Motto lautet: Es gibt nicht viele Garantien im Leben … aber in ihren Romanen ist zumindest ein Happy End garantiert. Immer! „Landliebe“ ist ihr erster Roman bei Heyne.

 

 

Das Cover:

 

Das Cover ist passend zum Titel sehr verspielt, in zarten Farben und natürlich mit Blumen dem ländlichen Thema zugeordnet. Zusammen mit dem Klappentext lädt es ein, mal wieder in das Genre Liebe und Romantik entführt zu werden.

 

 

Die Geschichte:

 

Winzer Tom wird von seinem Bruder gedrängt, bei der Fernsehshow „Landliebe“ mitzumachen, weil da eine schöne Summe Geld herausspringt und das Weingut, ihrer beider Erbe, gerettet werden kann.

Ellie hat auch gerade ein drängendes finanzielles Problem und folgt ebenfalls der Aufforderung ihrer Freundin, an der Show teilzunehmen.

Als Tom und Ellie aufeinandertreffen, sind sie zunächst wie Feuer und Wasser, was sie aber nicht davon abhält, das Kribbeln auszukosten, das entsprechende Verwirrungen auslöst.

 

 

Meine Meinung:

 

Das Buch ist in einer leichten, unterhaltsamen Sprache geschrieben und gestattet es, beim Lesen in die Protagonisten hineinzukriechen, mit ihnen zu denken und zu fühlen. Die Schauplätze sind wunderbar beschrieben und laden auf ein schönes Weingut ein.

Zusammengefasst handelt es sich um eine gut durchdachte Geschichte, die immer spannend bleibt. Wir wissen ja alle, dass romantische und dazu auch noch leichte Unterhaltung oft schwieriger zu zaubern ist als andere Genres. Daher an dieser Stelle ein großes Lob, denn ich hatte Entspannung und Spaß an den Figuren, an der Mosel und der schönen Landschaft, die ich gut kenne und auch sehr liebe.

 

Eine kleine kritische Anmerkung möchte ich dennoch machen: Ich hatte beim Lesen ununterbrochen „Bauer sucht Frau“ vor Augen, was ja vermutlich von der Autorin auch so beabsichtigt war. Dabei wurden etwas überzogen viele Klischees bedient, die wahrscheinlich einen komödiantischen Blick auf die Fernsehshow werfen sollten, was bei mir aber nicht ganz so ankam. Insgesamt hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin mit ihrer Fantasie die Fernsehshow mal ganz anders und mit weniger Assoziationen zum realen Pendant gestaltet hätte. Aber das ist meine ganz subjektive Meinung.

Trotzdem bekommt das Buch meine ausdrückliche Leseempfehlung.

 

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

 

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flüchtlinge, roman, zeitgeschichte

Der Hoffnung Morgenschein

Ulla Leinß
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 25.11.2016
ISBN 9781539890928
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext:

 

Gerlinde Frohmund ist mittlerweile Ende sechzig, wohlhabend und lange Zeit politisch aktiv gewesen. Nachdem jedoch die mangelnde Unterstützung der Fraktionskollegen ihre politische Arbeit auf einen Schlag beendet hat, spürt sie unerwartet die Wucht der Einsamkeit. Verbittert zieht sie sich zurück und gerät in eine tiefe körperliche und seelische Krise. Erst die zufällige Begegnung mit Anton reißt sie aus ihrer Lethargie. Als sie beginnt, sich mit seinem grausamen Schicksal auseinanderzusetzen, reift in ihr der Wunsch, ihm zu helfen. Doch dazu muss sie ihr wohlbehütetes Leben verlassen, in dem sie sich so bequem eingerichtet hat. Wird Gerlinde das Wagnis eingehen und sich ihren Ängsten stellen?

 

 

Die Autorin:

 

Ulla Leinß stammt aus dem Rheinland und hat viele Jahre ihres Lebens in Frankfurt am Main verbracht. Nach dem Ende ihrer Tätigkeit als Sprachheillehrerin genießt sie das Landleben auf einem Hof in Oberschwaben. Sie war immer Vielleserin und Vielschreiberin, hat sich in ihrem Schaffen bisher jedoch überwiegend auf Kurzgeschichten beschränkt. „Der Hoffnung Morgenschein“ ist ihr Debütroman.

 

 

Das Cover:

 

Das Cover zeigt ein ganz ruhiges Meer und eine Boje, die sich im Wasser spiegelt. In seiner Schlichtheit wirkt es geheimnisvoll und macht neugierig. Zusammen mit dem Klappentext ist das eine in sich stimmige Präsentation.

 

 

Die Geschichte:

 

Gerlinde Frohmund ist politisch aktiv. Doch als sie einmal von den Fraktionskollegen überstimmt wird, hört sie von einer Sekunde auf die andere auf und fällt in ein tiefes emotionales Loch. Aus dieser seelischen und körperlichen Krise kommt sie nur zufällig ganz langsam heraus, nachdem sie dem Flüchtling Anton begegnet ist und sich mit seinem schweren Schicksal auseinandersetzt.

 

 

Meine Meinung:

 

Die Geschichte ist in einer leicht verständlichen und flüssigen Sprache geschrieben. Die Figuren sind gut ausgearbeitet und auch sehr sympathisch. Sie lassen die Leser ganz nah an sich herankommen. Die sehr aktuelle Flüchtlingsthematik ist gut recherchiert und feinfühlig bearbeitet, ebenso das, was an Hilfe und Unterstützung Flüchtlingen gegenüber möglich ist. Dadurch, dass Gerlinde aber auch noch mit sich selbst zu tun hat, gewinnt das Buch inhaltlich eine weitere Sicht auf das Leben und zeigt, wozu Menschen in der Lage sind, wenn sie das Leben ertragen müssen. Der Spannungsbogen hält bis zu Schluss und lässt in keiner Weise Langeweile aufkommen. Das Ende bleibt offen.

 

Ich fühlte mich sehr gut unterhalten, und deshalb gebe ich gerne eine Leseempfehlung.

 

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

 

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familie, ade

Altenstein

Julie von Kessel
E-Buch Text: 432 Seiten
Erschienen bei Rowohlt E-Book, 10.03.2017
ISBN 9783644316416
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext:

 

Die Geschichte einer alten Adelsfamilie, die an ihrem Erbe fast zerbricht.

Im Winter 1945 sitzt ein Kind in einem überfüllten Personenzug von Königsberg nach Westen. Sehnsüchtig blickt der kleine Konni hinaus in den Schnee – seine Mutter ist nicht mitgekommen. Gräfin Agnes von Kolberg wird ihren zehn Kindern erst später auf das Gut Altenstein in Brandenburg folgen, der Vater fällt im Kampf um Ostpreußen. Doch auch ihren Sommersitz muss die Familie auf der Flucht vor der Front verlassen.

Die Geschwister wachsen in ärmlichen Verhältnissen bei Bonn auf. Die traumatischen Ereignisse ihrer frühen Kindheit und der Umgang mit der selbstherrlichen Matriarchin Agnes schweißt sie eng zusammen. Besonders Konni und seine nächstältere Schwester Nona unterstützen sich lebenslang, durch die Höhen und Tiefen ihrer Ehen, Scheidungen, Geldnöte und Beziehungen hindurch.

Doch dann kommt die Wende – und Konni wittert seine Chance. Er möchte Gut Altenstein in den Familienbesitz zurückholen. Das Geld dafür muss er sich bei einer seiner Schwestern leihen. Zwischen den Geschwistern entbrennt ein erbitterter Streit um das Gut, der viele Fragen aufwirft: politische, gesellschaftliche, Fragen nach alten Wunden und Loyalitäten, Fragen nach dem eigenen Selbstverständnis.

Altenstein handelt vom Zerfall einer adligen Familie und einem exemplarischen Stück deutscher Geschichte. In klarer Sprache und mit großer Unmittelbarkeit erzählt Julie von Kessel von Charakteren, die so ungewöhnlich und lebendig sind, dass man sie lange nicht vergisst.

 

 

Die Autorin:

 

Julie von Kessel ist Journalistin und arbeitet seit mehr als zehn Jahren beim ZDF. Sie wuchs in Helsinki, Wien, Zagreb, Bonn und Washington D.C. auf und lebt mit ihrer Familie in Berlin.

 

 

Das Cover:

 

Das Cover zeigt eine Blüte, die ihre Blätter verliert. Ein einladendes Motiv, das mit dem Klappentext gut harmoniert. Den tieferen Sinn versteht man, wenn man das Buch gelesen hat.

 

 

Die Geschichte:

 

Die Autorin erzählt die Geschichte der adeligen Familie Kolberg, die ein Gut in Ostpreußen und ein weiteres in Brandenburg hatte. Beide verliert sie nach dem Krieg.

Nach der Wiedervereinigung wird in Teilen der Familie überlegt, das Gut in Brandenburg wiederzubekommen, aber im Leben der Familie ist zu vieles passiert. Zunächst war da die Flucht aus Ostpreußen, die nur am Rande der Erzählung eine Rolle spielt. Dann findet die Familie Unterschlupf bei Verwandten, um irgendwann in Bonn sesshaft zu werden. Agnes von Kolberg, die Witwe, führt ein strenges Regiment nach den Regeln des Adels, die in Zeiten der Armut allerdings eine Herausforderung sind.

Außerdem geht es um ihre Kinder, die in diesem Buch auf ihrem zum Teil schwierigen Lebensweg begleitet werden. Vieles wird vor allem aus der Sicht von Konrad, des Jüngsten, betrachtet, der es im Leben überhaupt nicht leicht hatte.

Das Buch deckt die Zeitspanne von 1943 bis 2005 ab.

 

 

Meine Meinung:

 

Das Buch ist nicht ganz leicht zu lesen. Die vielen Figuren haben manchmal zusätzlich einen Spitznamen, der auch noch bei dem einen oder der anderen eine völlig andere Abwandlung hat (Marie-Elisabeth ist Nona oder Isolde genannt Bobby). Man muss ganz schön konzentriert herangehen, da auch noch von zehn Kindern die Rede ist, die allerdings nicht alle im Buch eine Rolle spielen. Und im Laufe der Jahre kommen natürlich auch Ehemänner und eigene Kinder dazu, die mit ihren Vor- und Zunamen auch noch aufgenommen werden wollen.

Außerdem wird der Lesefluss an verschiedenen Stellen eingebremst, weil die Autorin das Buch so aufgebaut hat, dass man zwischen einzelnen Stationen und Lebensabschnitten zeitlich unsortiert hin- und herspringt, was an der einen oder anderen Stelle Verwirrung stiftet.

Das Buch ist in einer sehr anspruchsvollen und mit gewissem Abstand von außen hineinblickenden und nicht von Emotionen getragenen Sprache geschrieben. Die Figuren ließen mich daher natürlich nicht sehr nahe an sich heran und blieben auch ein wenig farblos.

Gefallen hat mir, dass ich auf das Leben einer adligen Familie, die alles verloren hat, blicken konnte. Auf eine Familie, deren Leben in schonungsloser Art und Weise, schnörkellos und in all seinen Facetten erzählt wird und die nach und nach auseinanderfällt.

Wie gesagt, es ist kein ganz einfaches Buch, aber ein Buch, das mich gefesselt hat und das ich durchaus weiterempfehlen kann.

 

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

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klv, berlin, kinder, weltkrieg, kriegsende

Die Magermilchbande

Frank Baer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Penguin, 13.03.2017
ISBN 9783328100645
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

 

April 1945: Angeführt von Maxe Milch, Spitzname „Magermilch“, irren nach Pilsen verschickte Berliner Schüler in den Wirren des Krieges heimwärts – zwischen geschlagenen Soldaten, Gefangenenkolonnen und Flüchtlingstrecks, querfeldein, durch Wälder und Felder, zu Fuß, in Güterwaggons, auf Lastern, mit Pferdefuhrwerken. Sie sehen die Toten am Wegesrand, begegnen amerikanischen Soldaten und Menschen, die sich in ihren Häusern und Höfen verschanzt haben. Als sie endlich zu Hause sind im zerstörten Berlin, findet dort keiner, was er sich während des langen Weges erträumt hat.

 

 

Der Autor:

 

Frank Baer, Jahrgang 1938, wuchs in Würzburg auf, studierte in München Geschichte und Philosophie und arbeitete danach als fester freier Mitarbeiter für verschiedene Redaktionen des Bayrischen Fernsehens. "Die Magermilchbande" war sein erster Roman und wurde im Auftrag des Bayerischen Fernsehens verfilmt.

Der Autor lebt mit seiner Familie in München.

 

 

Das Cover:

 

Das Cover zeigt ein Kind der Vierzigerjahre mit einer Zigarette im Mund, was zusammen mit dem Gesichtsausdruck des Jungen sehr schön das erzwungene Erwachsensein aufgrund der Geschehnisse des Krieges symbolisiert.

 

 

Die Geschichte:

 

Über die Kinderlandverschickung wurden während des Krieges ganze Schulklassen aufs Land verschickt, um sie vor den Bombardierungen der Großstadt in Sicherheit zu bringen.

Diese Geschichte ist die von Max Milch, der von seinen Schulkameraden nur „Magermilch“ genannt wird. Er ist gerade mit seiner Klasse in der Nähe von Pilsen, als die feindlichen Truppen näher rücken und sie fliehen müssen.

Der Zug, in dem sie sitzen, bleibt mit einem Schaden stehen, und so wird die Klasse getrennt. Max macht sich daraufhin mit vier Freunden auf den abenteuerlichen und sehr gefährlichen Weg zurück nach Berlin.

 

 

Meine Meinung:

 

Von der ersten Zeile an konnte ich spüren, dass der Autor das Buch sehr gut recherchiert hat. Dazu hatte er sich mit vielen Zeitzeugen unterhalten und konnte diese Gespräche in die Geschichte einfließen lassen, was ihr sehr zugutekommt. Die Charaktere spiegeln unglaublich gut wider, was der Krieg mit Kindern gemacht hat und wie das harte Leben die kleinen Menschen gezwungen hat, von jetzt auf gleich erwachsen zu werden.

Die Situation, Kind zu sein, nicht zu verstehen, was gerade passiert, und dennoch wie ein Erwachsener agieren zu müssen, erzeugt Gänsehaut.

Das Buch ist in einer sehr verständlichen Sprache geschrieben. Die Protagonisten ziehen den Leser tief in die Ereignisse der Geschichte hinein. Die Mundartdialoge fand ich zwar an der einen oder anderen Stelle etwas anstrengend, nichtsdestotrotz aber gut und sehr passend, weil die Mundart in meinen Augen vor allem in schwierigen Situationen die Stimmungen und Gefühle der Menschen und die Härte der Zeit deutlicher widerspiegelt als das Hochdeutsche. Insgesamt habe ich tiefes Mitgefühl für die Jungs entwickelt, mit ihnen gelitten und das Elend des Krieges mitgefühlt.

 

Ein Buch der Zeitgeschichte, das zum Nachdenken über Krieg und Frieden anregt und das man gelesen haben sollte. Deshalb von mir eine eindeutige Leseempfehlung.

 

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

 

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roman, petra durst-benning, kochwettbewerb, maierhofen, die blütensammlerin

Die Blütensammlerin

Petra Durst-Benning
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.03.2017
ISBN 9783734100123
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext

Die Träume des Winters sind die Blumen des Frühlings ...

Nach ihrer Trennung soll Christine entweder aus ihrem Haus ausziehen oder ihren Mann auszahlen. Wer aber gewährt einer Hausfrau Ende vierzig ein Darlehen oder stellt sie ein? Doch die Maierhofener Frauen halten zusammen und helfen Christine, ihr Haus in ein Bed & Breakfast umzuwandeln. Und sie wird Single-Wochenenden ausrichten, an denen man nicht nur das Landleben, sondern auch neue Menschen kennenlernt. Sogar Marketingexpertin Greta ist begeistert: Im Juni findet doch der große Kochwettbewerb statt – und wie wäre es, wenn Christine ein Team zusammenstellte, das daran teilnimmt? So könnte jeder Topf seinen Deckel finden …

Die Autorin

Petra Durst-Benning wurde 1965 in Baden-Württemberg geboren. Seit über zwanzig Jahren schreibt sie historische und zeitgenössische Romane. Fast all ihre Bücher sind SPIEGEL-Bestseller und wurden in verschiedene Sprachen übersetzt. In Amerika ist Petra Durst-Benning ebenfalls eine gefeierte Bestsellerautorin. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden südlich von Stuttgart auf dem Land.


Cover und Gestaltung

 

Auch der dritte Band der „Maierhofen-Reihe“ von Petra Durst-Benning ist liebevoll gestaltet. Der frühlingshaft wirkende Umschlag zieht sofort die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich, und spätestens beim Anblick der Umschlagsinnenseiten bekommt man so richtig Lust auf ein Erdbeerbuffet – und natürlich auch auf das Buch. Das Covermotiv vermittelt eine rustikale Ländlichkeit im angesagten Shabby Chic-Stil und wirkt durch die glänzende Schrift des Buchtitels gleichzeitig edel.


Die Geschichte (Achtung: Spoiler!)


Nachdem Christines Noch-Ehemann Herbert aus dem gemeinsamen Haus ausgezogen ist, wird sie von ihm unter Druck gesetzt: Er verlangt Geld von ihr, ansonsten muss sie ausziehen. Doch wie soll Christine, die immer nur für ihre Familie da war, mit fast fünfzig und ohne Ausbildung auf einmal Geld verdienen? Doch ihre Maierhofener Freundinnen Therese, Greta und Magdalena lassen sie nicht im Stich. Gemeinsam mit ihnen entwickelt Christine den Plan, ein Bed & Breakfast zu eröffnen, hat sie doch ein Händchen fürs Kochen und für schöne Dekorationen. Gerade rechtzeitig zum Frühlingsbeginn wird in der „Casa Christine“ dann auch alles fertig, und bald schon kündigen sich die ersten Gäste an.

 

Im Sommer steht in Maierhofen das nächste Großereignis vor der Tür: ein Kochwettbewerb der bekannten Zeitschrift „Meine Landliebe“. Dabei soll auch eine Maierhofener Kochgruppe an den Start gehen, bestehend aus acht Singles, die allesamt bei Christine untergebracht werden. In der Gruppe treffen die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander: vom gestressten Top-Manager über einen griechischen Gastronomen und einen schweigsamen Forstwirt bis hin zur gefrusteten Ex-Bankerin. Auch Christines Schwester Erika, die auf der Suche nach dem Mann fürs Leben ist, ist mit von der Partie. Und als einer der Teilnehmer krank wird, springt spontan Christines Nachbar Reinhard ein. So macht sich eine bunt gemischte Gruppe daran, die Herausforderungen des Kochwettbewerbs zu bewältigen. Und ganz nebenbei findet der eine oder andere Teilnehmer seine wahre Bestimmung – und mancher Topf seinen Deckel …

 

Wie jeder Band der „Maierhofen-Reihe“ wird auch dieses Buch durch thematisch passende Genießerrezepte abgerundet, diesmal für Liköre, Sirups, Bowle und Cocktails für den Frühling und Sommer.

Meine Meinung

Während die ersten Bände der Maierhofen-Reihe, „Kräuter der Provinz“ und „Das Weihnachtsdorf“, vor allem hinsichtlich der beteiligten Figuren enger zusammenhängen, kann man „Die Blütensammlerin“ in meinen Augen auch lesen, ohne die ersten beiden Bände zu kennen. Mit Ausnahme von Christine, die in diesem dritten Band die Hauptfigur ist, und streckenweise auch Magdalena, spielen die Bewohner von Maierhofen hier eher eine untergeordnete Rolle. Außerdem wird das, was man an Vorwissen braucht (z. B. Christines Vorgeschichte mit der Trennung von ihrem Mann), noch einmal kurz abgehandelt, sodass die Geschichte auch für neu hinzugekommene Leser verständlich sein dürfte.

 

Wieder einmal hat es Petra Durst-Benning geschafft, mich mit einem ihrer Bücher in den Bann zu ziehen. Sie versteht es mit ihrem lebendigen Erzählstil außerordentlich gut, eine Fülle von Eindrücken beim Leser zu schaffen und dessen Kopfkino in Gang zu setzen. Die Figuren sind wie immer individuell und authentisch ausgearbeitet, die Schauplätze anschaulich beschrieben, ohne dass es jedoch überladen wirkt. So sind es viele liebevolle Details, die in ihrer Gesamtheit diese besondere Magie erzeugen, die dem Genießerdorf Maierhofen innewohnt und der sich die Menschen, die dort leben oder auch nur ein paar Tage dort verbringen, nicht entziehen können. Lediglich Viktoria passte hier absolut nicht hinein, ich fand sie in ihrem Charakter teilweise auch leicht überzogen.

 

Selten habe ich ein Buch so schnell fertig gelesen wie dieses – und das bei immerhin über 500 Seiten. Dies lag in erster Linie an dem angenehm zu lesenden Schreibstil, aber auch an der harmonischen Atmosphäre, die in dem Buch geschaffen wird. Wie in vielen Romanen v. a. dieses Genres kann man auch hier im Laufe der Geschichte teilweise schon voraussehen, wie die Dinge enden und welcher Topf welchen Deckel finden wird. Doch dies beeinträchtigt das Leseerlebnis in keiner Weise.

 

Auch Tage nach Beendigung der Lektüre wirkt das wohlige, positive Gefühl, das ich beim Lesen hatte, noch immer in mir nach. Es ist einfach ein Buch zum Genießen. Daher gebe ich sehr gerne eine Leseempfehlung.

 

Susanne von „friederickes Bücherblog“

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Tags: liebe, roma, romantik   (3)
 

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

liebesroma, freunde, moderne, trennung, liebe

Die Glücksliste

Eva Woods , Ivana Marinovic
Flexibler Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 21.11.2016
ISBN 9783734102905
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:

Rachel ist passionierte Listenschreiberin, seit sie denken kann. Nichts liebt sie so sehr, wie das Abhaken von To-do-Punkten. Doch hilft auch die beste Liste nicht, wenn man mitten in einer Scheidung steckt und dringend eine neue Bleibe finden muss. Als sie Patrick kennenlernt, der ein Zimmer zu vergeben hat, zieht sie spontan bei dem attraktiven Singlevater ein. Und auch ihre Freundinnen wollen helfen: mit der ultimativen „zurück ins Leben“-Liste. Rachel macht sich ans Werk und kann – mit Patricks Hilfe – bald diverse Häkchen setzen …

Die Autorin:

Eva Woods lebt in London, wo sie schreibt und Creative Writing unterrichtet. Sie liebt Wein, Popmusik und Urlaub, und sie ist sich sicher, dass Onlinedating das schlechteste Brettspiel ist, das je erfunden wurde.

 

Cover:

 

Das Cover zeigt eine junge Frau, die mit einer langen Liste in der Hand unter einem Baum sitzt. Dass es sich um eine relativ schlichte Zeichnung und nicht um eine Fotocollage o.ä. handelt, symbolisiert für mich den Beruf der Hauptfigur Rachel, die als Zeichnerin und Karikaturistin arbeitet. Die Zeichnung wirkt vom Stil sehr leicht, nicht überladen und passt damit nach meiner Meinung ausgesprochen gut zum Buch.

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!)

Eine der liebsten Beschäftigungen von Rachel ist es, in jeder Lebenslage Listen zu verfassen. Entweder um sie nach und nach abzuhaken, wenn sie etwas auf der Liste erledigt hat, oder um sich durch das Listenschreiben über ihr Leben klarzuwerden. Sogar als sie sich von ihrem Ehemann Dan getrennt hat, schreibt sie eine Liste, und zwar mit den Dingen, „die an einer Scheidung zum Kotzen sind“. Ganz oben auf ihrer To-do-Liste steht die Suche nach einer neuen Wohnung. Bei dieser Gelegenheit lernt sie Patrick kennen, einen alleinerziehenden Vater, der ein kostenloses Zimmer zu vergeben hat und als Gegenleistung nur etwas Hilfe im Haushalt und beim Hundesitting erwartet. Spontan zieht Rachel bei Patrick, seinem kleinen Sohn Alex und dem Hund Max ein.

Auch Rachels Freundinnen Emma und Cynthia wollen sie aus ihrem Scheidungstief herausholen und fertigen eine Liste an mit Dingen, die Rachel tun soll, um wieder zurück ins Leben zu finden. Patrick schließt sich Rachel an und verfasst ebenfalls eine Liste mit seinen eigenen Vorhaben und Wünschen. Gemeinsam versuchen die beiden, nach und nach die Punkte auf ihren Listen abzuhaken, und kommen sich dabei immer näher. Dass dies aber nicht ohne Komplikationen abläuft, versteht sich von selbst …

Meine Meinung:

Zu Beginn brauchte ich eine Weile, um in das Buch hineinzufinden. Irgendwie musste ich mich erst an die Figuren und den charakteristischen Humor gewöhnen, der mich in gewisser Weise an den Film „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ erinnert – und das nicht nur, weil das Buch ebenfalls mit einer Hochzeit beginnt. Die vielen Listen, die Rachel schreibt, tragen ihren Teil dazu bei, dass die Geschichte insgesamt sehr witzig und humorvoll wirkt. Allerdings hätten für meinen Geschmack etwas weniger Listen auch gereicht, das ist aber mein ganz subjektives Empfinden.

 

Als dann Patrick und Alex hinzukamen, habe ich mich immer besser unterhalten gefühlt. Man entwickelt beim Lesen sofort viel Sympathie für die beiden und ihren Hund Max, wenn ich auch gegen Ende Patricks Reaktion Rachel gegenüber (mehr möchte ich hier nicht verraten) nicht ganz nachvollziehen konnte, aber er hat in dieser Hinsicht eben auch schlechte Erfahrungen gemacht. Besonders den kleinen Alex würde man beim Lesen am liebsten pausenlos knuddeln.

Auch die anderen Figuren haben ihren ganz eigenen, glaubhaften Charakter und sind individuell ausgearbeitet. Sympathisch fand ich zu Beginn auch Rachels Freundinnen Emma und Cynthia, im Laufe des Buches hat mich dann aber vor allem Emma mit ihrem zickigen, fast schon übertriebenen Verhalten ein wenig genervt. Hervorheben möchte ich auch Ian: Er ist ein Mann mitten aus dem Leben, mit all seinen Macken, die ihn aber liebenswert machen.

 

Der größte, mittlere Teil der Geschichte ist der „Abarbeitung“ der Listen durch Rachel und Patrick gewidmet. Dadurch, dass dies nacheinander geschieht und die beiden immer wieder neue Punkte abhaken können, entstehen kleine, in sich abgeschlossene Geschichten, sodass man zwischendurch auch mal das Buch weglegen könnte, ohne den Faden zu verlieren. In meinen Augen hätte man jedoch gerade diesen Mittelteil etwas straffer gestalten können, ohne dass der Gesamteindruck gelitten hätte.

Natürlich kann man wie in den meisten Liebesromanen relativ früh ahnen, wie die Geschichte mit Rachel und Patrick letztendlich wohl ausgehen wird, doch es gibt davor immer wieder unerwartete Wendungen und Hürden. Vor allem das letzte Drittel des Romans, nachdem Rachels und Patricks Listen eigentlich abgearbeitet waren, hat mich dann noch einmal so richtig gepackt.

 

Insgesamt handelt es sich um eine Liebesgeschichte, die sehr humorvoll und witzig, für meinen Geschmack auch „very british“ daherkommt, jedoch unter dieser Oberfläche auch nachdenkliche, leisere Töne mit einem gewissen Tiefgang in sich birgt, was ich als eine wohltuende Abwechslung empfand. Der Sprachstil der Autorin ist sehr leicht und eingängig und fügt sich harmonisch in das Gesamtbild des Romans ein. Ich gebe gerne eine Leseempfehlung.

 

Susanne von „friederickes Bücherblog“

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Tags: liebesroma, moderne, romantik   (3)
 

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38 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

homosexualität, familie, schmerz, generationen, trauer

Der Tag, an dem der Sommer begann

Julie Cohen , Ute Brammertz
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Diana, 13.03.2017
ISBN 9783453359123
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

 

Großmutter, Mutter und Tochter unter einem Dach – ob das gut gehen kann? Nur widerwillig gibt die achtzigjährige Honor ihre Unabhängigkeit auf und zieht zu Schwiegertochter Jo und Enkelin Lydia. Bald stellt sich heraus, dass die drei so unterschiedlichen Frauen mehr verbindet als geahnt: Jede von ihnen hütet ein Geheimnis um Liebe und Schuld. Doch was passiert, wenn sie den Mut finden, einander zu vertrauen?

 

Die Autorin:

 

Julie Cohen wurde in Maine, USA, geboren und lebt heute mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Berkshire, England. Das Schreiben ist ihre große Leidenschaft und wenn sie nicht an ihren Romanen arbeitet, leitet sie Schreibworkshops

 

 

Cover:

 

Das Cover ist sehr zurückgenommen in seinem Ausdruck. Zarte Farbfelder sowie ein Mädchen auf einer Schaukel in Schwarz. Eigentlich fast nichtssagend, aber doch neugierig machend, sodass man gerne den Klappentext liest.

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Jo, ihre kleinen Kinder Oscar und Iris aus zweiter Ehe sowie Lydia, die älteste Tochter aus erster Ehe.

Jos erster Mann Stephen ist vor zehn Jahren von einer Brücke gestürzt und verstorben. Ihr zweiter Mann Richard betrügt sie mit dem Au-pair-Mädchen, die Beziehung scheitert. Zu guter Letzt stürzt ihre ehemalige Schwiegermutter Honor, die den Tod des Sohnes eigentlich nie verwunden hat, im eigenen Haus die Treppe hinunter und muss wegen ihrer Hüfte notgedrungen bei der nicht gerade geliebten Schwiegertochter einziehen. Die drei Generationen innerhalb der Patchwork-Familie ohne Mann im Haus tun sich nicht ganz leicht mit dem Zusammenleben, wobei alle, mit Ausnahme der Kleinkinder, ein mehr oder weniger großes Geheimnis mit sich herumschleppen.

 

Meine Meinung:

 

Das Buch hat es mir anfänglich nicht ganz leicht gemacht. Warum? Jo (Joana) ist eine Frau, die den ganzen Tag damit beschäftigt ist, es allen recht zu machen, obwohl sie von ihrer Schwiegermutter barsch und undankbar behandelt wird, obwohl ihre älteste Tochter pubertiert, mit sich unzufrieden ist und auch noch kurz vor den Prüfungen steht. Und nicht zu vergessen die beiden kleinen Knirpse, die die Knöpfe in öffentlichen Verkehrsmitteln traktieren, auf dem Spielplatz die Windeln überlaufen lassen und am liebsten den Supermarkt ausräumen würden. Und damit das Chaos rund wird, kommt auch noch der zweite Ehemann mit seiner neuen Flamme vorbei.

Jo denkt nie an sich selbst, rastet nie aus, schreit nie jemanden an, ist immer verständnisvoll und lässt alles mit sich machen. Respekt!

 

Die Geschichte floss lange Zeit so dahin, brachte neue Protagonisten sowie nach und nach kleinere und mittlere Geheimnisse zutage. Ich hätte mir gewünscht, dass Jo in der einen oder anderen Situation Nerven zeigt und ihre Neigung, alles und jeden zu verstehen, mal für einen Moment ablegt, was ja menschlich ist.

 

Das Buch ist sehr feinfühlig in einer verständlichen Sprache geschrieben, sodass ich nicht in Versuchung geriet, es aus der Hand legen zu wollen. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Honor, Jo und Lydia erzählt, sodass man immer mittendrin ist in der Gefühlswelt und den inneren Empfindlichkeiten. Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet, ihre Charaktere in der Unterschiedlichkeit und den persönlichen Lebensabschnitten und Liebesbeziehungen glaubhaft.

Positiv ist auch, dass man Verständnis füreinander lernen und sich in einer Familie zusammenraufen kann. Tiefgründigkeit verleiht der Geschichte das Erfahren von Lebenssituationen der Vergangenheit, die Verarbeitung von Verlust und Veränderung sowie das aufeinander Zugehen in dem Wissen, dass eine Familie ein Zufluchtsort sein kann.

 

Von mir gibt es eine Leseempfehlung für eine wärmende Familiengeschichte.

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

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Tags: roman   (1)
 

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roman, belletristik, spannende unterhaltung

Das Labyrinth der Lichter

Carlos Ruiz Zafón
E-Buch Text: 672 Seiten
Erschienen bei FISCHER E-Books, 16.03.2017
ISBN 9783104033426
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: roman, spannende unterhaltung   (2)
 

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natur, sachbuch, gänse

Plötzlich Gänsevater

Michael Quetting
E-Buch Text: 256 Seiten
Erschienen bei Ludwig Buchverlag, 13.03.2017
ISBN 9783641206604
Genre: Sachbücher

Rezension:

Klappentext:

 

Für ein wichtiges Forschungsprojekt soll Michael Quetting, Laborleiter am Max-Planck-Institut, Graugänsen beibringen, ihm und seinem Ultraleichtflugzeug durch die Lüfte zu folgen. Doch zunächst heißt es: brüten. Als schließlich sieben Gänschen schlüpfen, bedeutet das für Quetting die komplette Entschleunigung seines Lebens; plötzlich entdeckt er, was es heißt, als Mensch wieder ein integrierter Teil der Natur zu sein. Mit liebevollen Charakterisierungen seiner Truppe lässt Quetting uns teilhaben an dem Abenteuer, wie sich die kleinen Gänse entwickeln, wie sie gemeinsam Land, Wasser und die Lüfte erobern – bis hin zum schweren Abschied am Ende des Projekts, als die Tiere in die Freiheit entlassen werden und Michael Quetting ein anderer ist …

 

 

Der Autor:

 

Michael Quetting, Jahrgang 1974, ist Laborleiter und Pilot am Max-Planck-Institut, wo er seine Leidenschaft für die Fliegerei mit der Liebe zu seinen gefiederten Freunden auf ganz wunderbare Weise verbinden kann. Darüber hinaus stellt er für die Dauer des Forschungsprojekts auch noch seine Qualitäten als ausdauernder Gänsepapa und Gänsemama in Personalunion, als zielstrebiger Hausmeister, ehrgeiziger Forscher, mutige Leitgans und abenteuerlustiger Fluglotse erfolgreich unter Beweis. Der flugbegeisterte Vogelliebhaber ist Vater zweier Menschenkinder und lebt am Bodensee.

 

 

Cover:

 

Schon alleine dieses wunderbare Foto zeigt, dass es sich um ein ganz besonderes Buch handelt, in dem es nicht nur um kleine Gänse geht. Die erkennbare Innigkeit zwischen den Tieren und ihrem Gänsevater lässt einen zu diesem Buch greifen und erweckt die Lust, mehr darüber lesen zu wollen.

 

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Michael Quetting ist Laborleiter am Max-Planck-Institut. Für ein wichtiges Forschungsprojekt soll er den Graugänsen beibringen, ihm und seinem Ultraleichtflugzeug zu folgen und auf diese Weise der Wissenschaft wichtige Daten zu übermitteln. Als sieben Gänschen schlüpfen, entdeckt er, was es heißt, als Mensch wieder ein integrierter Teil der Natur zu sein.

Quetting nimmt uns mit auf sein Abenteuer, lässt uns teilhaben an der Entwicklung der kleinen Gänse, erzählt uns, wie sie gemeinsam Land, Wasser und die Lüfte erobern, bis sie sich schließlich in die Freiheit verabschieden.

 

 

Meine Meinung:

 

Dieses Sachbuch ist in einer humorvollen und leichten Sprache geschrieben. Der Autor lässt mich als Leserin an seinem Abenteuer teilhaben und begeistert vom Anfang bis zum Ende. Er erzählt von seinem Sommer mit den Graugänsen, vom mühevollen Schlüpfen über die erste Zeit des Lebens, von der Entdeckung der Welt bis zu den Flugversuchen. Genauso wie bei den Menschenkindern bekommen sie alle einen Namen, ist er auf seine Kleinen stolz, macht sich Sorgen um sie und begleitet sie durch ein Stück Lebenszeit. Liebevoll und sehr detailreich berichtet er über seine Erfahrungen als Gänsevater von sieben Kindern. Er erzählt, wie sie schwimmen und fliegen lernen, und zeigt uns das auch auf bewegenden Fotos.

Ganz am Ende fällt ihm der Abschied der flügge gewordenen Gänse sehr schwer, und er erkennt, dass auch er sich verändert hat, dass die Natur ihm den Rhythmus vorgegeben hat.

Das Ganze ist weit mehr als ein Forschungsprojekt. Es ist ein Sommer voller Gefühle, aber auch voller Erkenntnisse. Das Buch liefert viele Fakten über Graugänse und lässt mich die Natur nun wieder einmal mit anderen Augen betrachten. Am Ende ging es mir wie dem Autor, denn auch mir ist der Abschied von den Gänsen schwergefallen.

Das Buch hat mich insgesamt sehr beeindruckt und in eine neue Welt entführt. Deshalb bekommt es von mir eine ausdrückliche Leseempfehlung.

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

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Tags: gänse, natur, sachbuch   (3)
 

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schottland, claudia winter, liebe, hochzeit, glückssterne

Glückssterne

Claudia Winter
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 12.12.2016
ISBN 9783442485437
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:

Karriere, Heirat, Kinder. Die Anwältin Josefine weiß genau, was sie vom Leben erwartet. Doch kurz vor der Hochzeit brennt Josefines Cousine mit einem Straßenmusiker nach Schottland durch, den legendären Familienring im Gepäck, den die Braut bei der Trauung tragen sollte. Als ihre abergläubische Großmutter daraufhin der Ehe ihren Segen verweigert, bleibt Josefine keine Wahl: Wutentbrannt reist sie dem schwarzen Schaf der Familie hinterher und gerät in den verregneten Highlands von einem Schlamassel in das nächste. Nicht nur einmal muss der charismatische Konditor Aidan der Braut in spe aus der Patsche helfen – dabei ist dieser Charmeur der Letzte, vor dem sie sich eine Blöße geben möchte. Aber der Zauber Schottlands lässt niemanden unberührt, und schon bald passieren seltsame Dinge mit Josefine, die so gar nicht in ihren Lebensplan passen ...


Die Autorin:


Claudia Winter, geboren 1973, ist Sozialpädagogin und schreibt schon seit ihrer Kindheit Gedichte und Kurzgeschichten. Als Tochter gehörloser Eltern lernte sie bereits mit vier Jahren Lesen und Schreiben, gefördert von ihrem Vater. Sie hat mehrere Romane sowie verschiedene Kurzgeschichten in Anthologien veröffentlicht und arbeitet nebenbei als Lektorin und Coach. Die Autorin lebt mit ihrem Ehemann und den Hunden Kim und Luca in einem kleinen Dorf nahe Limburg an der Lahn.

 

Cover:

 

Das Cover zeigt vor einem weißen Hintergrund mit Holzmaserung Waffeln in Herzform und Kirschen – wahrscheinlich ein Hinweis auf den Beruf des Konditors, der in der Geschichte eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Insgesamt ist das Cover hell und freundlich gehalten und macht neugierig auf den Inhalt des Buches.

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Josefine von Meeseberg ist Rechtsanwältin in einer renommierten Kanzlei in Frankfurt und wird in Kürze ihren Kollegen Justus heiraten, dem die Heirat einen Sprung auf der Karriereleiter einbringen wird. In Josefines Familie herrscht ein alter Aberglaube: Seit Generationen muss jede Braut in der Familie – natürlich auch Josefine – während ihrer Hochzeit den Familienring tragen, sonst ist die Ehe von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Zu allem Unglück nimmt kurz vor der Hochzeit Josefines Cousine Charlie, das schwarze Schaf in der vornehmen Familie, den Ring an sich und verschwindet damit nach Schottland zu ihrem Freund, einem Straßenmusiker. Da Josefines Großmutter Adele, das Oberhaupt der Familie, daraufhin ihren Segen zu der geplanten Hochzeit verweigert, muss Josefine wohl oder übel nach Schottland reisen, um Charlie und den Ring zu suchen. Im Flugzeug trifft sie auf den smarten Aidan und ahnt nicht, dass sie ihn schon bald wiedersehen wird.

In Schottland beginnt eine abenteuerliche Suche nach Charlie, bei der Josefine von Aidan und ihren beiden etwas chaotischen Großtanten Li und Bri, die auch noch in Schottland auftauchen, unterstützt wird. Natürlich geht dies nicht ohne Hindernisse und Missgeschicke vonstatten, doch am Ende wartet – wie sollte es in einem Liebesroman auch anders sein – ein Happy End.

 

Meine Meinung:

 

Aufgrund des Covers und der Beschreibung im Klappentext bin ich mit ziemlich großen Erwartungen an das Buch herangegangen, die jedoch leider nicht ganz erfüllt wurden. Dies lag erst einmal daran, dass mir vor allem die Hauptfigur Josefine irgendwie nicht richtig sympathisch wurde, obwohl man beim Lesen gut an ihrer Gedanken- und Gefühlswelt teilhaben kann. Selbst für eine Anwältin empfand ich Josefine als zu kopflastig und in ihren Reaktionen und Handlungen nicht immer ganz verständlich, was mich hin und wieder beim Lesen sogar ein wenig nervte. Josefines Verlobter Justus ist ein Spießer par excellence, damit folgt die Autorin dem gängigen Klischee eines trockenen, rational denkenden Juristen. Demgegenüber ist Aidan der helfende Retter in der Not, der immer zur richtigen Zeit an Josefines Seite ist. Diesen Kontrast zwischen den beiden Männern empfand ich dann doch als etwas zu stark. Erfrischend fand ich dagegen Josefines Großtanten Bri und Li, die ebenso wie ihre rebellische Cousine Charlie Schwung in die Geschichte bringen.

 

Nicht ganz anfreunden konnte ich mich auch mit der Art und Weise, wie die Suche nach dem Ring umgesetzt wird. Josefine begibt sich zusammen mit ihren Großtanten auf eine „Abenteuertour“ quer durch Schottland, weil Charlie samt Ring wie vom Erdboden verschluckt ist. Dabei unterlaufen ihnen immer wieder Missgeschicke, und sie geraten in Schwierigkeiten. Dies wirkt jedoch über weite Strecken wie eine reine Aneinanderreihung von Ereignissen, ohne dass ich darin einen roten Faden erkennen konnte. Wie durch ein Wunder ist jedes Mal der rettende Engel namens Aidan zur Stelle, der den dreien wieder aus der Patsche hilft, bevor dann das nächste Unheil auf sie wartet.

 

Nach dieser für mich etwas langatmigen Suche nach dem Ring wurde ich dann durch den Schluss des Buches ein Stück weit versöhnt, wenn er auch ziemlich vorhersehbar war. Die Geschichte rund um den Familienring, die sich erst sehr spät so richtig entfaltet, hätte ruhig mehr ins Zentrum gerückt werden können. Positiv hervorheben sind auch die sehr anschaulichen Landschaftsbeschreibungen, die mir den Schauplatz Schottland auf eindrückliche Weise nahegebracht haben. Zudem gibt es einen Pluspunkt für Prolog und Epilog mit den beiden Großtanten im Mittelpunkt, der eine schöne „Klammer“ um Josefines Geschichte bildet, sowie für die schottischen Koch- und Backrezepte am Ende des Buches.

 

Sicher findet der Roman viele begeisterte Leserinnen, auch wenn ich subjektiv eher meine Schwierigkeiten damit hatte. Rückblickend fand ich es dann doch ein bisschen zu chaotisch, obwohl die beiden Großtanten für viel frischen Wind gesorgt haben. Leider ging dies jedoch zu Lasten der Romantik, die ich allein schon aufgrund des Covermotivs und der Buchbeschreibung erwartet hatte.

 

Susanne von „friederickes Bücherblog“

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Tags: roman   (1)
 

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barcelona, mode, 20. jahrhundert, historischer roman, nuria pradas

Die Kleidermacherin

Núria Pradas , Sonja Hagemann
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Penguin, 14.11.2016
ISBN 9783328100775
Genre: Historische Romane

Rezension:

Klappentext:

Barcelona, 1917. Die hübsche Laia tritt eine Anstellung als Verkäuferin im Textilgeschäft Santa Eulalia an, in dem ihre Mutter als Näherin arbeitet. Laia ist von den luxuriösen Stoffen und schönen Kleidern fasziniert – und von der eleganten Roser. Diese will aus dem traditionsreichen Unternehmen ihrer Familie das erste moderne Modehaus Spaniens machen. Allen sozialen Gegensätzen zum Trotz freundet Laia sich mit der privilegierten Roser an. Doch dann tritt der charismatische Ferrán in ihr Leben – eine Begegnung, die das Leben beider Frauen für immer verändert …

 

Die Autorin:

Núria Pradas stammt aus Barcelona. Sie arbeitete zunächst als Lehrerin, bevor sie sich dem Schreiben widmete. „Die Kleidermacherin“ ist eine Hommage an ihre Stadt, deren jüngere Geschichte sie zu neuem Leben erweckt. Der Roman entstand in engem Austausch mit dem luxuriösen Modehaus Santa Eulalia in Barcelona, das 1843 gegründet wurde.

 

Das Cover:

Das Cover mit der eleganten Frau, gekleidet im Stil des frühen 20. Jahrhunderts, sowie mit Barcelona im Hintergrund ist stimmig und lädt dazu ein, das Buch lesen zu wollen. Der dazu passende Klappentext macht neugierig auf die Erzählung.

 

Die Geschichte:

Laia fängt eine Ausbildung im Textilgeschäft Santa Eulalia in Barcelona an und lernt dort Roser, die Tochter des Inhabers, kennen. Zwischen den beiden jungen Frauen unterschiedlicher Herkunft entsteht eine Freundschaft, die allerdings durch den schönen Ferrán, der sich mit Roser verlobt, sehr strapaziert und belastet wird. Mit ihm soll das traditionsreiche Unternehmen zu einem nach Pariser Vorbild ersten Modehaus Spaniens gemacht werden.

 

Meine Meinung:

Beim Einstieg in das Buch lag der Schwerpunkt zunächst auf der Familie des Modehauses, dann wurde es allerdings etwas sprunghaft, auch in den Zeiten, um in der Folge den Fokus auf Laia zu legen. Mit der Unterstützung ihrer Mutter, die als Näherin im Modehaus arbeitet, beginnt sie eine Lehre im Unternehmen. Anfänglich fehlt ihr der Ehrgeiz, dann stirbt plötzlich die Mutter, und die junge Frau entwickelt sich zwangsläufig zu einer starken Persönlichkeit. Im Laufe der Erzählung werden viele neue Protagonisten eingebunden, die alle mit dem Modehaus zu tun haben. Zusammen mit der Zeitgeschichte und den politischen Konflikten in Katalonien lässt die Autorin den Leser auf verschiedene Bevölkerungsschichten und die Geschichte des Modehauses blicken.

Der Schreibstil ist teilweise anspruchsvoll, da er durch die Zeitensprünge den Lesefluss an manchen Stellen unterbricht, was aber durch Aufmerksamkeit sehr gut zu kompensieren ist. Im ersten Drittel des Buches war die Lektüre für mich auch ein bisschen zäh, weil ich zu viel Abstand zu den Figuren hatte und eher auf sie draufblickte. Das änderte sich aber etwa in der Mitte der Geschichte, als man einigen Protagonisten nah sein und mit ihnen fühlen durfte. Die politischen Unruhen und der Bürgerkrieg in Verbindung mit der Geschichte des Modehauses zeigten die Umstände und Schicksale verschiedener Schichten auf, wobei Laias Schicksal zunehmend spannender und berührender wurde. Schon alleine deshalb hat es sich gelohnt, dranzubleiben und das Buch zu lesen. Einzig die sehr breit und ausführlich angelegte Darstellung des Bürgerkrieges hätte ich mir etwas zurückhaltender gewünscht. Aber das ist meine subjektive Meinung. Hervorragend fand ich die Einbindung der Geschichte in die Entwicklung des Modehauses und der Mode an sich in dieser Zeit.

Deshalb erhält das Buch von mir eine Leseempfehlung.

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

 

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Tags: barcelona, zeitgeschichte   (2)
 

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katie agnew, perlen, familie, liebe, roman

Die Perlenfrauen

Katie Agnew , Jens Plassmann
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.02.2017
ISBN 9783453420298
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

 

Zu ihrem 18. Geburtstag bekam die Schauspielerin Tilly Beaumont 1947 eine atemberaubend schöne Halskette geschenkt. Das Schmuckstück begleitete sie durch ihre ruhmreiche Karriere hindurch und zierte ihren Hals auf den glamourösesten Partys – bis es auf einmal spurlos verschwand. Jahre später bittet Tilly ihr Enkelin Sophia, die Kette zu finden. Sophia hat gerade schmerzlich erfahren, dass man mit gutem Aussehen und dolce vita allein keine Rechnungen bezahlen kann. Die wertvolle Perlenkette könnte nun einige ihrer Probleme lösen. Aber was sind die eigentlichen Gründe für Tillys Auftrag? Und wie soll Sophia ein Erbstück finden, das sie noch nie gesehen hat?

 

 

Die Autorin:

 

Katie Agnew wurde in Edinburgh geboren. Sie arbeitete lange Zeit als Journalistin für Marie Claire, Cosmopolitan, Red und die Daily Mail, bevor sie sich ganz dem Schreiben von Romanen widmete. Katie lebt mit ihrer Familie in Bath.

 

 

Cover:

 

Das Cover ist mit seinen zurückhaltenden Farben und den zarten Zeichnungen ausgewogen und abgestimmt. Der Klappentext erweckt die Leselust und die Neugier.

 

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!):

 

Sophia lebt mit einem Freund im heruntergekommenen Haus eines Bekannten, weil ihre Eltern die finanzielle Unterstützung eingestellt haben. Ihre schwer kranke Großmutter Tilly, die einst eine berühmte Schauspielerin war, sucht den Kontakt zu ihr, indem sie ihr Briefe schreibt und aus ihrem Leben erzählt. Sie bittet Sophia um einen Besuch und äußert den Wunsch, eine Perlenkette zu finden, die sie durch ihre Karriere begleitet hat. Sie hatte sie von ihrem Vater zum 18. Geburtstag bekommen und dann wiederum an ihre Tochter, Sophias Mutter, weitergegeben. Seit langer Zeit ist die Kette nun verschwunden und Tilly würde sie gerne noch einmal sehen, ehe sie sterben muss. Sophias Neugier ist geweckt, auch weil diese Kette vielleicht ihre finanziellen Nöte beheben könnte. Und so beginnt sie zusammen mit ihrem Freund und Mitbewohner mit der Suche.

 

 

Meine Meinung:

 

Das Buch beginnt mit einem Brief von Tilly an ihre Enkelin Sophia, doch das IT-Girl legt diesen und noch weitere Briefe zunächst einmal zur Seite. In der Folge begleitet man eine Zeit lang Sophia in ihrem unsteten Leben: beim Nichtstun, bei ihrem schlechten Verhältnis zu den Eltern und in ihrem Beziehungschaos, was aufgrund ihres vermeintlich leichtfertigen Charakters nicht gerade die Leselust fördert. Aber es ist gut, diese Einzelheiten zu erfahren, um in Sophias chaotisches Leben besser hineinblicken zu können, auch wenn es eine ganze Weile dauert. Erst als sie zu ihrer Großmutter in die Klinik fährt, wandelt sie sich, und das Buch begann mich so in den Bann zu ziehen, dass ich es nicht mehr weglegen wollte.

 

Die Geschichte wird in drei Strängen erzählt. Einmal aus der Perspektive des jungen Mannes Dominic in Amerika, der als Dokumentarfilmer sein Geld verdient und von seiner Frau verlassen wird. Dann ausführlicher aus der Sicht von Aiko, die als Kind in Japan in einer Familie von Perlentaucherinnen lebte. Und natürlich intensiv aus der Sicht von Großmutter Tilly.

 

Der Schreibstil ist sehr abwechslungsreich, wohltuend und flüssig. Die Figuren und ihre Charaktere sind gut durchdacht und ausgearbeitet. Die Autorin lässt einen tief in sie hineinschauen, sodass man später verstehen kann, warum sie so sind, wie sie sind. Die Schauplätze sind wunderbar beschrieben. Durch die Perspektivwechsel auch in andere Jahrzehnte und dazu noch in unterschiedliche Kulturen wird die Geschichte stets auf interessante Weise vorangetrieben. Besonders lehrreich fand ich den Blick in die schwere Welt der Perlentaucherinnen. Auch war es spannend, den Einfluss des Krieges auf die Lebensgeschichten der Protagonisten mitzuverfolgen.

Mit zunehmender Intensität werden die Erzählstränge zusammengeführt, dabei darf man sich auf mehrere überraschende Wendungen freuen und erfährt, warum die Perlenkette eine so große Rolle spielt. Und die Liebe kommt später natürlich auch nicht zu kurz.

 

Das Buch hat mich total gefesselt, und ich lege es in Gedanken zu den Büchern, die mir auch nach dem Lesen noch präsent sind, was ein Zeichen meiner Begeisterung ist. Von mir gibt es daher eine ausdrückliche Leseempfehlung.

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

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Tags: familie, perlen, roman   (3)
 

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liebesroman, witzig, humo

Sauerkraut mit Peperoni

Ulrike Parthen
Flexibler Einband: 124 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 24.01.2017
ISBN 9783741289170
Genre: Sonstiges

Rezension:

Klappentext

Sie will unbedingt heiraten. Er wiederum einen Propeller im Wohnzimmer installieren. Wegen der physikalischen Gesetze, die damit ausgetrickst werden sollen. So viel vorweg: Beide gelangen schlussendlich zu einem Happyend, wenn auch unter erschwerten Bedingungen - Scherben inklusive. Und dann wäre ja noch dieser TV-Auftritt, der beide vor große Herausforderungen stellt. Allen voran die Sprachbarriere, die auch im Alltag immer wieder für Gelächter sorgt. Kein Wunder, wenn sich akzentfreies Schwäbisch und Hohenlohisch aus Gründen der Liebe zusammentun.

Eine heitere Hohenloher Liebes-Komödie nach wahren Begebenheiten.


Die Autorin

 

Einst geboren im schwäbischen Waiblingen – als selbstständige Autorin und Werbetexterin tätig für Unternehmen im ganzen Bundesgebiet, Österreich und der Schweiz. Lebt inzwischen in Hohenlohe, glücklich verheiratet, eine erwachsene Tochter.

 

Das Cover

 

Das Cover ist in den Grundfarben sehr hell und freundlich gehalten. Ein rotes Herz steht mit seiner markanten Größe in der Mitte und signalisiert zusammen mit dem lustigen Pärchen auf dem Fahrrad, dass es sich um eine humorvolle Liebesgeschichte handelt.

 

Die Geschichte (Achtung: Spoiler!)

 

Uli und Rüdi wollen heiraten – oder auch Uli will Rüdi heiraten, und der will von seiner Traumfrau geheiratet werden. Bis dahin haben die beiden einige Hürden zu nehmen, und Uli muss sich neben diverser Pechsträhnen und anderen Aufregern auch noch mit einer etwas anderen Mundart auseinandersetzen.

 

Meine Meinung

 

Ich habe lange nachgedacht, was ich zu diesem Buch schreiben und sagen soll, weil Erzählungen nach einer wahren Geschichte und ihre Protagonisten nicht so einfach mit den Worten „Das ist Geschmackssache“ bewertet oder abgewertet werden können.

 

Dieses Büchlein basiert auf einer wahren Begebenheit. Der Schreibstil ist einfach und enthält meines Erachtens Elemente der Werbesprache, die natürlich in der Regel kurz und prägnant ist und in wenigen Worten alles auf den Punkt bringen muss. In einem Roman hingegen schmücken die Autoren die Geschehnisse, Figuren und Schauplätze eher aus und beschreiben vieles ausführlich. Ich fand die Kürze, in der ja manchmal auch die Würze liegen kann, in diesem Buch allerdings als sehr störend. Doch vielleicht fehlten für mein subjektives Empfinden auch einfach nur die Pointen?

Ein Beispielzitat: „Es regnet. Das ist erst mal nichts Neues. Es regnet oft in Deutschland. Vor allem im Sommer.“

Über weite Strecken ermüdete mich das und ließ mich trotz der „Ich“-Form nicht wirklich den Figuren nahekommen, zumal auch mit den Dialogen sehr sparsam umgegangen wurde. Die in knappen Worten aneinandergereihten und dahinplätschernden Vorkommnisse des Alltags haben mich auch öfter irritiert als überzeugt. Hier sei als Beispiel das Volksfest genannt, das vier Tage dauert. Ich wusste am Ende nicht, warum für die Abhandlung des Festes so viele Seiten verwendet wurden. In der Region mag es ja ein absolutes Highlight sein, aber es ist dort wenig passiert, was einen wirklichen Beitrag zur Geschichte leisten konnte.

Ähnlich erging es mir mit dem Umzug aus dem Schwäbischen nach Hohenlohe, der wie das Auswandern in eine völlig andere Welt anmutete, was er ja eigentlich gar nicht ist. So hatte ich meine Probleme mit der „Sprachbarriere“, wie sie im Klappentext angekündigt wird. Als waschechte Badenerin, deren Mundart auf jeden Fall ebenso ausdrucksstark ist wie das Hohenlohische, weiß ich ein bisschen, wie das ist. Die Schwaben, die Badener und auch die Hohenloher sind glaube ich sprachlich nicht so weit auseinander, auch wenn wir den einen oder anderen Buchstaben verdrehen oder einiges unterschiedlich aussprechen. Gerade in dieser Geschichte, in der laut Klappentext diese „Sprachbarriere“ eine nicht unerhebliche Rolle spielt, hätte ich mir zur Untermalung ein paar trockene, markante Mundartsätze aus beiden Dialekten sehr gut vorstellen können.

Die wahre Geschichte, auf der die kleine Liebeskomödie basiert, kann aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Dies liegt auch daran, dass das wahre Leben manchmal doch nicht ganz so spannend ist wie das erfundene. Ganz sicher gibt es auch Leser, die sich schlapp lachen über die spritzig vorgetragenen, hausgemachten Aufgeregtheiten, über die Pechsträhnen und die Hektik im Leben der beiden Hauptfiguren. Möglicherweise ist es ja für die Hohenloher, die an den Schauplätzen näher dran sind als ich und das Lokalkolorit besser nachvollziehen können, um einiges einfacher, die Geschichte als unterhaltsam und amüsant zu empfinden.

 

Aus diesem Grund spreche ich eine leise Leseempfehlung aus, die allerdings jeder für sich selbst bewerten und einordnen muss.

Ich wünsche dem Buch wie allen anderen Büchern ganz viel Erfolg.

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

 

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leben, gott

Eine Hommage an Gott

Fritz Looser
Flexibler Einband: 72 Seiten
Erschienen bei Buchwerkstatt Berlin, 01.11.2016
ISBN 9783946467229
Genre: Biografien

Rezension:

Klappentext:

 

Fritz Looser ist erst vier Jahre alt, als sein Vater an einer Lungenentzündung stirbt. Die Familie bleibt verzweifelt zurück … Der erste harte Schicksalsschlag im Leben des Autors.

Später ist es der größte Wunsch des jungen Mannes, beruflich in die Fußstapfen seines Vaters und Großvaters zu treten. Beim traditionsreichen Eschweiler Bergwerks Verein macht er eine Lehre zum Schlosser und versucht so auch, Mutter und Schwester zu unterstützen. Am 27. März 1946 ereignet sich dann das Unglück, das das Leben von Fritz Looser auf immer verändern wird: Er stürzt bei der Arbeit in eine 5000 Volt Leitung. Wie durch ein Wunder überlebt er, verliert aber bei diesem Vorfall seinen rechten Arm. Für den Autor und seine Familie ändert sich von nun an das ganze Leben. Seinen Beruf und seine Hobbies kann er nicht mehr ausüben, er leidet an Phantomschmerzen, Migräne und bekommt Magengeschwüre. Als sich sein Gesundheitszustand dramatisch verschlechtert und er operiert werden soll, legt Fritz Looser sein Leben hoffnungsvoll in Gottes Hand.

 

Der Autor:

 

Fritz Looser wurde im Juni 1929 in seinem Elternhaus in Alsdorf geboren. Nach der Volksschule machte er eine Lehre als Maschinenschlosser. Zweimal hing sein Leben am seidenen Faden, und zweimal hat er – dank Gottes Hilfe – überlebt. Trotz massiver körperlicher Einschränkungen schaffte es Fritz Looser, sich vom einfachen kaufmännischen Angestellten zum stellvertretenden Magazinverwalter hochzuarbeiten. Neben der Gartenarbeit war der Behindertensport immer seine Leidenschaft. Der Autor ist verheiratet, hat zwei Kinder, zwei Enkel und drei Urenkel.

 

 

Cover:

 

Das Cover zeigt ein künstlerisch gestaltetes Motiv von Jesus am Kreuz. Nach meiner Interpretation wird Jesus durch seine Gesichtslosigkeit und die Unterbrechungen des Motivs durch Quer- und Längsbalken hier ein wenig geheimnisvoll und als etwas schwer Greifbares dargestellt. Ich finde das Coverbild auf jeden Fall passend und dem Thema zugewandt.

 

Die Geschichte:

 

Fritz Loser erzählt sein Leben, er berichtet über seine Kindheit, seine Jugend, seine Erlebnisse am Arbeitsplatz und die Schicksalsmomente, die sein Leben verändern, und seine daraufhin erfolgte Zuwendung zu Gott.


Meine Meinung:


Wahre Geschichten sind so, wie sie sind. Geschichten, die das Leben geschrieben hat, kann man nicht spannender machen. Man kann sie auch nicht entspannter daherkommen lassen, wenn das Leben – so wie das von Fritz Loser – nun einmal hart gewesen ist. Deshalb möchte ich die vorliegende Geschichte als solche einfach so aufnehmen, wie der Autor sie erlebt hat und in seinem Buch beschreibt. Er hatte kein einfaches Leben, es war von Rückschlägen, Krankheiten und Schicksalsschlägen geprägt.

 

Was ich aber in einer Rezension machen kann und muss, ist die Erzählweise und die schreibtechnische Umsetzung zu beleuchten.

 

Das Buch ist in der „Ich“-Form geschrieben, und ich fand es als Leserin äußerst anstrengend, mit Abkürzungen wie Herr St., Herr R. oder Herr S. klarkommen zu müssen, und das sowohl in den erzählenden Passagen als auch in den wenigen Dialogen. Das Buch wäre angenehmer zu lesen gewesen, wenn die Personen alle einen Namen gehabt hätten – egal ob ihren richtigen Namen oder, um sie zu schützen, einen erfundenen. Hinzu kam, dass nicht immer auf Anhieb ganz deutlich wurde, wer nun gerade das Wort ergriff.

Im ersten Teil des Buches geht es um den Verlust des Vaters, die Kindheit, die Ausbildung und die Probleme mit den Kollegen. Hier hat mir auch ein Hinweis gefehlt, ob und wie das Kind Fritz an das Gebet und den Glauben an sich herangeführt wurde, was ja eigentlich die Basis für die späteren Ereignisse darstellte. Das kam erst ziemlich weit hinten und ging für meinen Geschmack fast ein bisschen unter.

Im zweiten Teil erfährt man alles über die Krankheiten, von der Jugend bis zur Ehe. Auch nicht so gut hat mir gefallen, dass die Chronologie der Ereignisse, gerade auch bei den Erkrankungen, öfter mal zeitlich unsortiert hin und her sprang. Der Autor berichtet über die Schicksalsschläge, die zweimal zu lebensbedrohlichen Situationen führten und kurz vor einer OP dann die geistige Begegnung auslösten. Dies alles hätte meines Erachtens doch etwas intensiver und ausführlicher beschrieben werden können, um die Leser tiefer in die unterschiedlichen Seelen blicken zu lassen. Damit hätte auch der dritte Teil des Buches, der die Hommage an Gott erklärt, für die Leser, die in ihrer inneren Vorstellung nicht so nah dran sind, etwas begreiflicher gemacht werden können. Ein ereignisreiches Leben lässt sich schwer auf etwas mehr als siebzig Seiten unterbringen, ohne tiefergehende Abstriche machen zu müssen.

Mein Fazit: Ich weiß, dass man geistige Begegnungen nur sehr schwer greifen kann und viele Menschen, die so etwas erlebt haben, dann lieber verschämt schweigen oder nur abgeschwächt davon berichten. Und zwar deshalb, weil etwas Mystisches, das zwischen Himmel und Erde geschieht, nicht einfach mal so erklärt werden kann.

Ich wünsche dem Buch, dass es viele Leser findet, zum Nachdenken und Nachfühlen anregt, dass es Mutlosen Kraft gibt, sie stärkt und dass sie eine Zuflucht und Halt in ihrem jeweiligen Glauben finden.

 

Friedericke von „friederickes Bücherblog“

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