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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Die Hochstapler

Sabine Durrant , Karin Dufner
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 11.12.2017
ISBN 9783328101758
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Ich-Erzähler Paul ist, anders kann man es nicht sagen, ein arroganter Hohlkopf, nur auf sich selbst fixiert und überzeugt, der Größte zu sein, weil er vor zwanzig Jahren mal ein gutes Buch geschrieben hat. Vor zwanzig Jahren! Selbst der größte Trottel könnte ja mal auf die Idee kommen, dass das schon ziemlich lange her ist.
Paul schnorrt sich mit Angeben und Lügen durchs Leben, und gibt den großen Star, auch wenn er eigentlich nur ein jämmerlicher Versager ist. Und das ist das große Problem des Buches. Denn wie soll mich das Schicksal von jemandem interessieren, der mir komplett unsympathisch ist?

Im Laufe des Buches macht er so einiges mit, und er verdient jede einzelne Minute davon. Und das Ende – irgendwie offen. Bei einem Thriller erwarte ich da eigentlich besseres. Der letzte Satz zeigt außerdem, dass Paul nichts aus seinen Erlebnissen gelernt hat. Mag er noch so sehr das Gegenteil behaupten. Letztlich erhofft er sich einfach nur neuen Ruhm. Immer noch ein Arschloch (Entschuldigung), immer noch derselbe eingebildete Hohlkopf.

Nun muss man natürlich auch sagen, dass es für das Talent der Autorin spricht, die Figur so hinzukriegen, dass sie einen so abstößt. Ihre Sprache und ihr Stil sind tatsächlich großartig. Sie versteht es, alles aus der Sicht eines Mannes zu schreiben, ohne zu sehr in Klischees abzudriften, oder aus der Rolle zu fallen. Alles kommt authentisch rüber.

Ich werde bestimmt noch mehr von dieser Autorin lesen, aber ich würde mir wünschen, dass ihr nächster Protagonist wenigstens ein bis zwei sympathische Züge hat.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Sieben Türen

Daniel Sánchez Pardos , Alice Jakubeit
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.02.2018
ISBN 9783492312189
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der Ich-Erzähler wird beinahe von Pferden über den Haufen gerannt, hat vor der Beschreibung dieses Ereignisses aber noch jede Menge Zeit für Lokalkolorit. Seltsam. Auch, dass erst einen große Menschenmenge herumsteht, er aber anscheinend alleine in gefahr geriet – und dass die Pferde danach wieder brav stehenbleiben, ist schon seltsam.
Überhaupt geht es im ersten Drittel des Buches eigentlich nur darum, wie schön Barcelona ist, wie die Sehenswürdigkeiten aussehen, die Straßen, die Häuser … Es ist mehr ein Touristenführer als ein Roman. Zugegeben, danach wird es dann spannender. Aber auch die zweite Hälfte ist an einigen Stellen zu lang geraten. Weniger wäre mehr gewesen.
Die Stimmung im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts ist dafür, denke ich, recht gut eingefangen.

Mit den Protagonisten bin ich irgendwie nicht recht warm geworden. Gabriels Mutter finde ich sogar absolut unausstehlich. Und was mir gar nicht eingeht, ist, warum der Autor mit Antoni Gaudí eine bekannte historische Figur eingebaut hat und dann keinerlei Bezüge zu dieser Figur herstellt. Gaudí war ein spanischer Architekt und herausragender Vertreter der katalanischen Bewegung des Modernismus. Der Gaudí hier zeigt keinerlei Interesse an Architektur. Stattdessen wird er als halbseidener Gauner hingestellt, dem man nur bedingt trauen kann. Diese Figur hätte jeden beliebigen Namen haben können. Da kommt man sich als Leser doch ziemlich veralbert vor.

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Louis oder Der Ritt auf der Schildkröte

Michael Hugentobler
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.03.2018
ISBN 9783423281522
Genre: Romane

Rezension:

Es handelt sich hier um einen fiktiven Roman, den Erstling des Autors. Fiktiv, doch mit auffälligen Parallelen zum Leben von Louis de Rougemont, einem als Henri Louis Grin 1847 geborenen Schweizer. Insofern hatte der Autor also eine Menge Stoffe, den er übernehmen konnte.

Die Inhaltsangabe lässt auf eine spannende Geschichte hoffen, der Anfang auch. Überhaupt hätte das Ganze das Zeug zu einem fesselnden Roman, wenn, ja wenn der Stil nicht wäre. Das ganze Buch über wird alles in einem gleichmäßig dahinplätschernden Ton berichtet. Es gibt kaum wörtliche Rede, und selbst ein Mord an einem Aborigini wird so gleichmütig erzählt, dass man ihn fast überliest. Man wünscht sich bald, dass der für jeden Schriftsteller so wichtige Grundsatz „Zeigen, nicht erzählen“ auch bis zu diesem Autor durchgedrungen wäre.

Die Geschichte wird nach und nach auf zwei Ebenen erzählt, nämlich als Reisebericht über Hans Roth und als Rückblick aus der Nachforschungen von Old Lady Long, die die Tochter von Roth und einer Aborigini ist und mehr über ihren Vater erfahren will. Leider wird bei beidem der gleiche Stil verwendet, so dass auch hier keine Abwechslung zu finden ist.
Und das ist schon deswegen so unheimlich schade, weil der Aufbau der Geschichte wirklich toll ist. Wie der Autor nach und nach das Leben von Hans Roth enthüllt, die einzelnen Fakten auffächert und erst so nach und nach preisgibt, bis man endlich das ganze Bild hat, das ist hervorragend. Wenn nun noch eine mitreißende Sprache dazukäme, könnte das einer meiner Lieblingsromane werden. So aber war mir irgendwann einfach nur noch völlig egal, was aus dem Schweizer wurde.

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188 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

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Kaiserschmarrndrama

Rita Falk
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.02.2018
ISBN 9783423261920
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das ist der 9. Provinz-Krimi um Franz Eberhofer von Rita Falk und mein erster. Ich fürchte, es ist auch mein letzter. Mag sein, dass die vorherigen besser waren, jedenfalls habe ich mich doch stellenweise sehr gelangweilt.

Der Zugang zu den Figuren war einfach, obwohl es schon acht Bücher davor gab. Es geht sehr bayrisch zu, oder zumindest so, wie man es vom 'urigen' Bayern erwartet. Der umgangssprachliche Stil ist ganz lustig, aber manchmal drückt sich die Autorin schon sehr umständlich aus. Es gibt außerdem ein paar Szenen, die sehr durchschaubar auf die Situationskomik geschrieben sind, z.B. der Flug mit dem Hubschrauber. Aber wie schon Goethe sagte: „Kaum merkt man die Absicht, ist man verstimmt.“
Man fühlt sich für dumm verkauft, sonst nichts.

Der Protagonist ist sehr gewöhnungsbedürftig. Anders gesagt, er kommt rüber wie ein grober Klotz, den Mama zu sehr verhätschelt hat, und der vor allem Arbeit gern aus dem Weg geht. Der Bau seines Hauses ist ihm Wurst, da rührt er keinen Finger. Kochen muss die Oma und seine Freundin Susi darf ihn in allen anderen Bereichen bemuttern.
Genau genommen ist ihm als Klischee des gestandenen Bayern vor allem eins wichtig – genau: Leberkässemmeln und Weißwürste. Danach kommen dann sein Hund Ludwig und die Gemütlichkeit, also möglichst wenig Arbeit und immer alles langsam angehen. Überhaupt. ein wenig origineller hätte es schon sein dürfen. Man MUSS nicht immer jedes Vorurteil bedienen. Für die Spannung ist das auch nicht gerade förderlich.

Das eigentliche Geschehen fängt erst spät an. Als eine Frauenleiche im Wald gefunden wird, sind bereits Wochen im Buch vergangen. Die Ermittlungen beginnen und dann – nichts. Denn der gute Franz hat wichtigere Dinge zu tun: Sein Saustall soll bleiben, wie er ist. Neue Möbel müssen eingekauft werden, und zwar in Begleitung der Oma und der Freundin. Das eigentliche Drame scheint im Möbelhaus stattzufinden, wenn jeder etwas anderes will.
Von der versprochenen Brisanz habe ich jedenfalls wenig gefunden.
Vielmehr plätschert das ganze einfach so vor sich hin. Eine zweite leiche wird gefunden, ein Ermittlungsteam aus München rückt an und macht die ganze Arbeit.
Franz selbst ist eher halbherzig bei der Sache, weil ja das Familienleben und die Verwicklungen um das neue Haus viel wichtiger sind Auch das Auftauchen von Rudi, einem Freund von Franz, der früher Polizist war und jetzt Privatdetektiv, scheint viel mehr Bedeutung zu haben, als die Morde.

Spannung findet man eher wenig. Und dabei dachte ich immer, die wäre ein wesentlicher Bestandteil eines Krimis. Tja.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Herrn Petermanns unbedingter Wunsch nach Ruhe

Michael Böhm
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 15.07.2013
ISBN 9783937357805
Genre: Romane

Rezension:

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob man dieses Buch wirklich als Krimi bezeichnen kann. Aber eines ist sicher: Es ist ein außergewöhnliches Buch.
Am Anfang hatte ich einige Probleme mit dem Protagonisten, den ich als ziemlich arrogant und überheblich empfand. Das änderte sich aber mit der Zeit. Wenn ich auch niemals mit ihm mitfieberte, -feierte oder -litt, so begann er mich doch zu interessieren. Da er gleichzeitig der Ich-Erzähler und der Mörder ist, bekommt man als Leser eine erstaunliche Innensicht seines Charakters, die wenn auch nicht sympathisch, so doch faszinierend ist.

Was mich anfangs auch ein wenig Mühe kostete, war der Schreibstil des Autors. Es gibt keine Dialoge, sondern nur die Gedanken des Erzählers, wiederholt, zusammengefasst und vielleicht auch geschönt durch seine Ambitionen, ein Buch über sich zu schreiben.
Die Sätze sind sehr komplex und mit Bedacht formuliert. Manchmal kristallisiert sich der Kern der Aussage erst langsam heraus. Dies ist kein Buch zum schnell in sich hineinschlingen, es muss mit Achtsamkeit gelesen werden. Dafür wird man nicht nur mit einem ungewöhnlichen Plott, sondern auch mit wirklich schöner Sprache belohnt. Und obwohl man im Kopf des Ich-Erzählers ja eigentlich alles schon vorher wissen müsste, wird es stellenweise doch ganz schön spannend.

Wer also einmal etwas völlig anderes und fesselndes lesen möchte, ist hier genau richtig.

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478 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 226 Rezensionen

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Woman in Cabin 10

Ruth Ware , Stefanie Ochel
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 27.12.2017
ISBN 9783423261784
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Erst einmal eins vorweg: Warum muss der Titel denn englisch sein? „Die Frau aus Kabine 10“ klingt doch genauso gut und man muss sich nicht erst fragen, ob man nun die englische Versioan erwischt hat oder nicht.
Nun, ich hatte die deutsche Version. Und als ich die erste Seite las, schwante mir wirklich Übles. Es ging um einen Traum und kein Satz, oder fast kein Satz, kam ohne Adjektiv aus. Mindestens eins, möglichst zwei. Klar, wir haben alle in der Grundschule mal gehört, dass Adjektive einen Text lebendig machen. Aber inzwischen sind wir älter und wissen, dass ein Zuviel des Guten auch vermieden werden sollte. Diese Schwemme von Adjektive erschlägt den Text.
Ich las aber tapfer weiter und wurde damit belohnt, dass der eigentliche Thriller mit weniger Adjektiven auskam.

Die Grundidee des Plots ist wirklich gut und hat eine Menge Potential. Auch der Schreibstil ist sehr gut.
Leider fängt die Protagonistin schon nach kurzer Zeit an, zu nerven. Ihre seelischen und privaten Probleme sind nicht nur breitgetreten, sondern zum Teil einfach nur dämlich. Lo ist hysterisch, ständig betrunken, aufbrausend und stark übertrieben in ihren Reaktionen. Wie bei den Adjektiven am Anfang ist es auch hier einfach Zuviel des Guten.

Die Handlung an und für sich ist interessant, die Wendungen manchmal überraschend. Aber manches wirkt holprig und unglaubwürdig. Es scheint, dass die Autorin einfach zu einem Ergebnis kommen wollte und das Geschehen dann irgendwie so zusammengeschustert hat, dass es passt.

Das Ende ist dann doch ziemlich vorhersehbar, und abgeschmackt ist es obendrein.

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

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Wie bastel ich mir einen Zombie

Frank Swain , Astrid Mania
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei btb, 09.05.2017
ISBN 9783442713745
Genre: Sachbücher

Rezension:

Auf englisch ist das Buch bereits 2013 erschienen. Da ich mit den lateinischen Namen ein paar Probleme hatte, habe ich seitdem sehnsüchtig darauf gewartet, dass es auf deutsch erscheint. Und jetzt ist es endlich soweit!

Um es gleich vorweg zu sagen: Es handelt sich hier nicht um einen Zombieroman oder um eine Anleitung, wie man solche Romane schreibt. Dieses Buch hier ist eigentlich ein Sachbuch. Aber der Titel passt trotzdem, denn der lockere und witzige Stil – übrigens wunderbar übersetzt von Astrid Mania – macht auf dem Buch sehr viel mehr als eine wissenschaftliche Abhandlung.
Denn eine solche Abhandlung ist es im Grunde genommen schon – der Autor weiß ganz offensichtlich, worüber er da schreibt. Es gibt interessante Einblicke sowohl in medizinischer Sicht wie bei Neuroanatomie, Psychochirurgie und Sozialpsychologie, als auch in Mythologie, Religion und Kulturgeschichte. Kurz, es geht um alles, was das Gehirn und damit die Persönlichkeit oder das Bewusstsein verändern kann.

Aber all das eben unterhaltsam. Und dass ist tatsächlich möglich, man glaubt es kaum. Ja, ich möchte sogar sagen, dass einen dieses Buch so sehr fesseln kann, dass man es gar nicht mehr aus der Hand legt. Wenn einem das vor dem Einschlafen passiert, kann es schon sein, dass man am nächsten Tag selbst ein bisschen wie ein Zombie herumläuft. Aber das passt. Denn wie heißt es so schön im Buch: „Sie sind ein Untoter, ein Zombie, sind es immer schon gewesen.“ Na dann ...

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

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Mein Buch

Katja Scholtz , Pascal Cloëtta
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Diana, 25.09.2017
ISBN 9783453285453
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich höre das ja öfter: „Ach, ich würde so gern schreiben. Aber ich weiß nicht, was ...“
Dazu kann ich nur sagen: Wenn du kein Thema hast, keine Idee, die dir auf der Seele brennt, dann lass das Schreiben und such dir ein anderes Hobby. Denn die Grundlage fürs Schreiben ist ein Anliegen, ein Problem, eine Eingebung, ein Gedanke, oder eine Szene, die einem im Kopf umgeht. Das Niederschreiben kommt hinterher.

Für alle die, die das nicht so sehen, die aus Langeweile, aus Prestigegründen, weil es zur Selbstverwirklichung dazu gehört, oder aus welchen Gründen auch sonst immer schreiben wollen, aber keinen Schimmer haben, worüber – für die ist dieses Buch. Es stellt Schreibaufgaben, die anscheinend ganz zufällig zusammengewürfelt sind. Ich jedenfalls konnte keine Entwicklung feststellen, nichts, was aufeinander aufbaut. Das Buch ist weder hilf- noch lehrreich. Und wirklich viel Platz ist auch nicht.
Die Bildchen sind ganz witzig, aber der Sinn des Buches geht mir einfach nicht ein. Jeder Schreibratgeber – und von denen halte ich auch nicht viel – ist da sinnvoller. Jedes Notizbuch dienlicher. Jeder Creativ-Writing-Kurs förderlicher.

Im Ernst, ich hatte schon so manches schlechte Buch in der Hand, aber noch nie eines, das derartig überflüssig ist!

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

Ein Mensch brennt

Nicol Ljubic
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.09.2017
ISBN 9783423281300
Genre: Romane

Rezension:

Die Hauptfigur des Romans ist Hartmut Gründler, der sich tatsächlich am 16. November 1977 aus Protest gegen die Atompolitik der damaligen Regierung mit Benzin übergossen und angezündet hat Er starb fünf Tage später im Krankenhaus an den Folgen seiner Verletzungen. Erzählt wird die Geschichte aber von einer fiktiven Figur: Hanno Kelsterbach. Zur Zeit von Gründlers Tod ist er gerade mal zehn Jahre alt. Die Geschichte erzählt er als Erwachsener, wobei er eigentlich mehr von seiner Mutter berichtet, einer überzeugten Umweltaktivistin und großen Anhängerin von Gründler. Hanno selbst ist eher skeptisch, wird aber nichtsdestotrotz involviert, schon weil Gründler auch die Ehe von Hannos Eltern entscheidend beeinflusst.

Beim Lesen vergisst man schnell, dass Gründler und auch einige andere Personen wirklich gelebt haben. Das finde ich schade, wenn es auch wahrscheinlich dem Tempo und dem flüssigen Stil gut tut. Die Darstellung ist jedenfalls mitreißend, aber nicht immer wirklichkeitsnah.
Leser, die an geschichtlichen Ereignissen der jüngeren Vergangenheit interessiert sind, werden das Buch aber ganz bestimmt gut finden.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

Durch die Nacht

Ernst Peter Fischer
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Pantheon, 09.05.2017
ISBN 9783570553213
Genre: Sachbücher

Rezension:

Nach dem Versuch einer wissenschaftlichen Erläuterung, was Dunkelheit ist, geht es flott zum geschichtlichen 'Werdegang' der Nacht. Es wird gezeigt, was in den verschiedenen Jahrhunderten in der Nacht passiert ist, wie die Nacht mehr und mehr ihre Schrecken verlor und aktiv von den Menschen genutzt wurde. Auch ein Kapitel über das Schlafen fehlt nicht. Und das Träumen. Ich hatte den Eindruck, dass das träumen den größten Teil des Buches füllt. Wobei das eigentlich falsch ist – es geht eher darum, welche großartige Ideen nachts im Traum schon über bekannte Persönlichkeiten hergefallen sind. Der Großteil dieser im Traum beglückten waren dabei Wissenschaftler. Und bei denen angekommen geht der Autor dazu über, sich lang und breit mit der Verantwortung bzw. Verantwortungslosigkeit der Wissenschaften auseinander zu setzen. Und von da ist es nur ein kurzer Weg zum menschlichen Charakter und zur bösen Seite des Menschen.

Ok. Die böse Seite des Menschen kann man natürlich auch seine dunkle Seite nennen. So weit, so gut. Aber … lautete das Thema des Buches nicht eigentlich „Die Nacht“?

Gut, man kann dem Autor zugute halten, dass er den Begriff eben sehr weit fasst und sich eben mit verschiedenen Arten der Dunkelheit, auch der im metaphysischen Sinne, beschäftigt. Aber dann hätte er einen anderen Titel wählen sollen – so ist es doch sehr irreführend. Ich habe nämlich tatsächlich eine Art Historie der Nacht erwartet. Und da hätte es doch noch so viel zu sagen gegeben! Die Bett- und Schlafkultur verschiedener Völker zum Beispiel. Rituale, Herangehensweisen, Aberglauben … so viel war und ist eng mit der Nacht verbunden!

Meiner Meinung nach hat der Autor klar sein Thema verfehlt. Und auch wenn das, was er geschrieben hat, durchaus seinen Reiz hat und interessant geschildert ist, bleibt doch eine gewisse Verstimmtheit, weil man sich getäuscht fühlt.

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28 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Atlas der erfundenen Orte

Edward Brooke-Hitching , Lutz-W. Wolff
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423281416
Genre: Sachbücher

Rezension:

Kalifornien als Insel, versunkene Königreiche und das irdische Paradies – diese und andere gefühlten Fakten haben Kartografen quer durch die Jahrhunderte fein säuberlich in ihren Atlanten festgehalten. Dabei hatten manche dieser Phantome ein erstaunlich langes Leben. Nach einer im 17. Jahrhundert der Phantasie entsprungenen Insel im Golf von Mexiko etwa hat man bis 2009 gesucht. Dann gab man sich geschlagen. Wo nahm der Irrglaube seinen Anfang? Warum wurden geografische Orte aufgezeichnet, die es gar nicht gab? Und was faszinierte die Menschen an all den bizarren Geschichten und Gestalten? Die hier vorgestellten historischen Karten präsentieren neben mancher tatsächlichen Entdeckung von Reisenden und Forschern vor allem Erfindungen und Irrtümer. Zusammen mit spannenden Begleittexten ergeben sie ein amüsantes Buch zum Blättern, Staunen und Wundern.

Schon immer habe ich gerne alte Karten angeschaut, auf denen neben Landmassen auch Seeungeheuer, Siapoden, Drachen und was weiß ich noch eingezeichnet sind. Natürlich kenne ich die Legende von Atlantis und ich weiß auch, dass man vor der Entdeckung Amerikas davon ausging, dass es ein Land geben müsse, dass Europa auf der Kugel sozusagen gegenüber liegen muss, um das Gleichgewicht der Erdkugel zu halten. Ich habe auch schon vom Magnetberg gehört, der angeblich in der Antarktis sein soll oder von einer unterirdischen Welt, die ein Spiegelbild unserer oberirdischen sein soll. Kein Wunder also, dass mich dieses Buch magisch anzog.

Ich wurde nicht enttäuscht. Zahlreiche Länder und Völker, die es nie gegeben hat, werden hier angesprochen. Meist handelt es sich um Inseln, die von Schiffsmannschaften sozusagen im Vorbeifahren gesichtet worden sind, was manchmal tatsächlich schon gereicht hat, um diese Inseln auf Seekarten auftauchen zu lassen. Denn nie hat jemand behauptet, diese Inseln tatsächlich betreten zu haben – und nie hat sich jemand darüber gewundert, dass kein einziger Beobachter neugierig genug war, um mal wirklich auf der Insel zu landen.

Überhaupt ist das der Kern des Buches: ungenaue Kartographie. Manchmal trat da einfach Wunschdenken an die Stelle nüchterner Wissenschaft, die zu einem riesigen Binnenmeer in Australien führte, oder zu einem Phantom-Salzfluss, der vom Pazifik nach Utah führte, um den Großen Salzsee zu erklären. Die Inseln hatten eine erstaunliche Angewohnheit zu erscheinen und zu verschwinden und Afrika war für Generationen von Kartenmachern mit einer Bergkette versehen worden, die es nie gab!
Noch verblüffender ist ja, dass sich so manche Phantom-Insel sogar jetzt – in den Zeiten von Google-Earth – noch in manchen Köpfen hält.
Ein charmantes Detail mitten im Buch ist außerdem ein Kapitel, dass sich mit den Fabelwesen beschäftigt, die auch so oft und gerne auf alten Karten zu finden sind. Von Seeschlangen, -schweinen, -kühen, -einhörnern usw. bis hin zum berühmten Charybdis aus der Odyssee ist so ziemlich alles zu finden. Bei der Vielzahl wundert man sich, dass sich überhaupt noch jemand aufs Meer getraut hat. Man fragt sich aber auch, wie all diese menschenverschlingenden Monster überleben konnten, bevor Schiffe die See befuhren.

Der Autor erklärt sehr gut und amüsant, wie die Missverständnisse um die diversen Inseln etc. entstanden sind. Im Großen und Ganzen ist es sehr unterhaltsam. Allerdings würde ich es nicht in einem Zug durchlesen, denn irgendwann kommt man mit den Inselnamen und den verschiedenen 'Entdeckern' durcheinander. Also immer mal wieder ein Kapitel lesen und sich dabei unbedingt auch die Zeit nehmen, die dazugehörigen, abgebildeten Karten zu studieren.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Gestatten, Erkül Bwaroo, Elfendetektiv

Ruth M. Fuchs
Audio CD
Erschienen bei Raposa Verlag, 01.10.2017
ISBN 9783981802955
Genre: Krimi und Thriller

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

cyber, krimi/thriller, stromausfall

Das Netz

Fredrik T. Olsson , Kerstin Schöps , Annika Ernst
Flexibler Einband: 672 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2017
ISBN 9783492311113
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich denke, das hätte eine spannende Kurzgeschichte werden können. Aber 600 Seiten? Das gibt der Stoff definitiv nicht her. Entsprechend aufgebläht, schwer zu lesen und langatmig fand ich das Ganze. Dazu kam, dass mir die Charaktere partout und durch die Bank nicht nahe kamen. Bei keinem einzigen hat mich wirklich interessiert, was aus ihm wird. Dass man beim Personalwechsel erst einmal herausfinden musste, um wen es denn jetzt wieder geht, hat es auch nicht besser gemacht. Was ist so schwer daran, im ersten Satz den Namen des Jeweiligen zu nennen? Anders gesagt, ich fand keinen Zugang zum Buch. Und ich wollte nach Zweidritteln auch keinen mehr finden, denn wie die Geschichte ausgeht, war da ohnehin schon klar.
Wie gesagt, es hätte eine spannende Kurzgeschichte werden können ...

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

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Ein Festtag

Graham Swift , Susanne Höbel
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 15.05.2017
ISBN 9783423281102
Genre: Romane

Rezension:

Eines gleich vorweg: Wer Action erwartet oder seine Bücher nur auf Handlung liest, sollte die Finger von diesem Buch lassen.
Dieses Buch lässt sich Zeit. Dem Autor ist es viel wichtiger, den Moment auszukosten und zu beschreiben, als die Handlung voranzutreiben. Das ganze kleine Buch - es ist ein relativ kurzer Text - ist ein einziger innerer Monolog von Jane Fairschild. Dementsprechend springt die Handlung hin und her, dreht sich im Kreis, kehrt immer wieder zu früher gesagtem (gedachtem?) zurück. Dafür findet Swift eine sehr schöne Sprache. Bei der Gelegenheit sei gleich auch ein großes Lob an Susanne Höbel ausgesprochen, die den Text so wunderbar und behutsam ins Deutsche übersetzte. Einzig in den erotischen Szenen hätte ich mir mehr Einfühlsamkeit gewünscht. Wobei ich zugegebenermaßen nicht weiß, ob nicht auch im Original die Begriffe ins Plumpe abrutschen, sobald es aufreizend wird. Um so verwunderlicher ist das Ganze, weil die Handlung nicht von der jungen Jane erzählt wird, die damals ein einfaches Dienstmädchen war und die Welt der Bücher gerade erst für sich entdeckte. Es ist vielmehr die neunzigjährige Jane, die inzwischen eine gefeierte Autorin erotischer Bücher ist.
Schade ist auch, dass das Buch einfach plötzlich endet. Zugegeben, Gedanken plätschern vor sich hin und finden nie ein wirkliches Ende - niemand kann plötzlich aufhören zu denken. Ein etwas bewußterer Schlusspunkt wäre jedoch schön gewesen.

Aber mal abgesehen davon: Dies ist leise Literatur mit viel Tiefgang. Literatur ohne große Höhepunkte und nervenaufreibende Spannung, aber das hat der Autor so auch nicht gewollt.
Ein Wohlfühlbuch, das den Leser nachdenklich zurücklässt.

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67 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

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Portugiesische Rache

Luis Sellano
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.05.2017
ISBN 9783453419452
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ok, ich hätte es nach dem ersten Band wirklich besser wissen müssen. Aber das Buch war nun mal da und ich wollte dem Autor noch eine zweite Chance geben. Keine gute Idee. Und ich gestehe es auch gleich im Vorfeld: Ich habe das Buch nicht zu ende gelesen. Sollte es also in der zweiten Hälfte schlagartig besser werden, tu ich ihm vielleicht Unrecht. Aber ehrlich gesagt, ich glaube es nicht.
 
Ich will es kurz machen: Die Klischees gehen nicht nur weiter, sie werden noch breiter ausgewalzt. Nervende innere Monologe zu völlig banalen Dingen. Überbordende Trauer des Helden – was ihn nicht daran hindert, mit allen Frauen ins Bett zu gehen, die nicht bei drei auf den Bäumen sind … ach ja, die Hormone. Und dieser Held ist nicht nur omnipotent, während er von Trauer zerfressen wird, er steckt auch körperliche Angriffe spielend weg – Schlafen, Wunden verbinden, Essen … das ist was für Weicheier. 

Vorurteile, Stereotype, Oberflächlichkeiten. Dazu ein Mix aus schlechter, sehr schlechter Recherche (wieder mal den Stadtplan runterzubeten reißt es auf Dauer halt doch nicht raus) und dem billigen Versuch, dem portugalunkundigen Leser zu geben, was er erwartet. Kaum zu glauben, aber dieser Band ist tatsächlich noch schlechter als der erste.

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40 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Tote Helden

Michael Peinkofer
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Piper, 20.03.2017
ISBN 9783492703420
Genre: Fantasy

Rezension:

Eine neue Reihe von Michael Peinkofer. Vorab sei gleich gesagt, dass alle, die den Stil und den Humor der Ork-Reihe erwarten, wahrscheinlich ein wenig enttäuscht sein werden. Womit nicht gesagt ist, dass diese Reihe schlechter sein wird. Im Gegenteil, dieser erste Band ist sehr vielversprechend. Nur eben etwas völlig anderes.

Der Autor zeigt hier, dass er mehr als einen Stil kann, dass er eine derart große Fantasie hat, dass sie für mehr als nur eine Welt reicht. Sie erinnert mich ein wenig an die Drachenreiter von Pern-Serie von Anne McCaffrey. Auch hier beginnt alles damit, dass man sich zwar noch an große Schlechte erinnert, die vor langer Zeit von großen Helden geschlagen wurden. Doch es ist so lange her, dass eigentlich keiner mehr so richtig glaubt, dass die Geschichten von damals einen sonderlich großen Wahrheitsgehalt haben. Sie sind längst ins Reich der Mythen abgedriftet und überhaupt. Alles ist friedlich, alles ist gut. Wozu sich darüber Gedanken machen?
Doch wie so oft ist der gegenwärtige Friede sehr zerbrechlich. Gier nach Macht und nach Einfluss gärt im Hintergrund. Und als es dann zu ersten Unruhen kommt, droht alles schnell zu einer Katastrophe auszuarten. Und plötzlich scheinen die legendären und längst totgeglaubten Helden die einzigen zu sein, die die aufkommenden Machtkämpfe in Astray wieder in den Griff bekommen können.

Ob sie Aussicht auf Erfolg haben, kommt in diesem ersten Band, obwohl er ja mit 528 Seiten nicht gerade dünn ist, nicht heraus. Es endet auf die übliche Art bei solchen Reihen, mit einem Cliffhanger. Der Leser soll/muss eben auch die anderen Bände noch lesen. So etwas finde ich immer schade. Aber mal abgesehen davon ist dieses Buch absolut lesenswert.

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44 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Somnia

Christoph Marzi
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.06.2017
ISBN 9783492269971
Genre: Fantasy

Rezension:

Nach der Lektüre der drei Vorgängerbände Lycidas, Lilith und Lumen ist Somnia doch ziemlich enttäuschend. Das hat drei Gründe: Erstens sind die Whitechapel-Aufstände und die Revolte in London 10 Jahren hinlänglich bekannt und hätte kürzer behandelt werden können. Zweitens fiel dem Autor nichts Besseres ein, als wieder einmal Kinder verschwinden zu lassen. Und drittens trifft man zahlreiche alte Bekannte, aber sie benehmen sich jetzt oftmals völlig anders, haben zum Teil ganz andere Charakterzüge. Natürlich ist klar, dass sie älter geworden sind, und sich weiterentwickelt haben, aber damit lässt sich das nicht erklären. Die früher recht sympathische Emily zum Beispiel ist jetzt eine misstrauische und arrogante Lady geworden. Schade. Aber so schlecht sollte das Gedächtnis eines Autors ja nun wirklich nicht sein.

Andererseits sollte man die Teile 1-3 wirklich schon gelesen haben, um überhaupt mitzukommen. Da werden etwa offene Zusammenhänge aus den letzten Büchern geklärt, mit denen man ohne Kenntnis der Vorgeschichte überhaupt nichts anfangen kann.

Dazu kommt, dass die Heldin dieses Buches, Scarlet Hawthornes, mich nicht wirklich berührt hat. Vielleicht liegt es daran, dass ich das Buch als etwas langatmig empfunden habe. Nach den ersten zwei Dritteln wird es dann turbulent, ja, sogar überstürzt. Das Ende ist dann unbefriedigend und unspektakulär.

Alles in allem, wie schon gesagt, enttäuschend.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Wann Sie eine Bank überfallen sollten

Stephen J. Dubner , Steven D. Levitt , Andreas Simon dos Santos
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Penguin, 09.01.2017
ISBN 9783328100133
Genre: Sachbücher

Rezension:

Stephen J. Dubner und Steven D. Levitt haben einen wunderbaren, leichten Stil mit dem sie hier Lösungsmöglichkeiten für Probleme anbieten, wo man bisher gar keine sah.
Der Untertitel ist ein wenig irreführend, denn es geht in dieser Blogpostsammlung auch um Pokerspielen, den Heimspielvorteil von Sportmannschaften oder Sex. Zum Teil sind es recht absurde Fragen und intelligente Antworten. Zum Teil aber auch umgekehrt, denn so manche Antwort scheint doch ziemlich daneben, oder zumindest nicht sonderlich ausgereift und oberflächlich. Das ist ohnehin ein Problem, wenn auch eines, das sich in dieser Form vielleicht gar nicht vermeiden lässt. Vieles wird nämlich nur angerissen und müsste, um zum Ziel zu führen, erst einmal vertieft werden. Das aber würde den Stil sprengen. Und so kann das Ganze eher als Anregung gelten, mal um die Ecke zu denken.

Das Buch wird ganz sicher nicht die Welt oder auch nur das Leben seiner Leser verändern. Der lockere, witzige Schreibstil der beiden macht es aber zu einer angenehmen Lektüre. Und wenn dabei auch noch der eine oder andere kleine Denkanstoß herausspringt, umso besser!

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blanvalet, blanvalet verlag, fragen, hosenrunter, hosen runter, mann, maxkönig, max könig, sex

Hosen runter

Max König
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 27.03.2017
ISBN 9783764505783
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich habe zugegebenermaßen eine recht unverkrampfte Einstellung zum Sex. Unverkrampfter als der Autor allemal, musste ich feststellen.
Eigentlich hatte ich einen charmanten, locker-flockigen Umgang mit dem Thema erwartet, musste dann aber erkennen, dass neben den üblichen Schenkelklopfern nur eine Menge Klischees aufgewärmt wurden. Der Autor scheint vor allem der Meinung, dass er ein ganz toller Hecht ist, weil er es gewagt hat, Frauen zu fragen, was sie denn wissen wollen und diese Fragen dann mehr oder weniger zu beantworten (meistens weniger).
Und mehr ist es nicht, als mehr oder weniger antworten, wobei ich zugeben muss, dass ich bei vielen Fragen den Sinn nicht erkennen kann, geschweige denn das Problem. Eine Frau, die auch nur einigermaßen offen ist, wird dieses Buch bestimmt nicht brauchen. Und eine Frau, die verklemmt ist, wird es wahrscheinlich nicht lesen, zumindest nicht ganz, weil sie der kumpelhafte und möchtegern-witzige Ton schnell abschreckt.
Überhaupt glaube ich ja, dass das Buch eher was für Männer ist, die sich über Frauen amüsieren wollen.

Insgesamt kann ich sagen, dass ich wunderbar auch ohne dieses Buch auskomme.

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33 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

condition humaine, krimi, libanon, libanonkonlifkt, mouawad, perspektiven, reservate, tiere, ungewöhnlicher erzählstil

Anima

Wajdi Mouawad , Sonja Finck
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.06.2014
ISBN 9783423260213
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch zu beurteilen ist nicht ganz einfach. Die Idee, einen Krimi von Tieren erzählen zu lassen, ist genial. Am Anfang jeden Kapitels nur den lateinischen Namen des Tieres zu setzen ist jedoch ärgerlich. Ständig ist man am Blättern. Von der Spinne über die Lachmöwe hinzu Hunden, Katzen und sogar einem Affen ist alles dabei. Im Großen und Ganzen ist das auch einigermaßen gut umgesetzt – das Insekten so tiefsinnig sind und mehr über Leben und Welt philosophieren als zum Beispiel Katzen glaube ich allerdings nicht. Und dass alle so ziemlich denselben Wortschatz haben, fand ich auch enttäuschend.

Der Autor kann schreiben, definitiv. Und auch die Story ist im Prinzip recht spannend und fesselnd entwickelt.

Aber!!! Das wirklich Treibende im Buch ist nichts davon. Denn immer, wenn man denkt, jetzt wird es interessant, jetzt geht es voran, denn findet der Autor garantiert, dass es mal wieder Zeit ist, knietief in Blut zu waten, und Ekel, Abscheu, Entsetzen, Scham und Grauen zu verbreiten. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so etwas Perverses und Grausames wie dieses Buches gelesen zu haben. Erst dachte ich ja noch, dass der Hintergrund dafür eine Gegenüberstellung ist – brutale und abartige Menschen auf einer Seite, Tiere mit ihren angeborenen Instinkten und Hemmungen auf der anderen. Aber nein, Grausamkeit und Gnadenlosigkeit auf beiden Seiten.

Will ich wirklich wissen, wie es eine Boa triumphal genießt, wenn in ihrem Inneren ein Kaninchen langsam erstickt (abgesehen davon, dass eine Boa das wohl kaum genießt)? Oder will ich in allen Einzelheiten geschildert bekommen, wie ein Mann Frauen ein Messer mehrfach in den Unterleib rammt, weil er sich langweilt? Nein, will ich nicht. Ehrlich gesagt glaube ich, dass der Autor ein echtes Problem hat und vielleicht mal mit jemandem über seine Gewaltfantasien reden sollte.

Eigentlich ist dieses Buch nichts weiter als Splatter mit etwas besserem Sprachgefühl und einer faszinierenden Grundidee. Letztere sind auch der Grund, dass es immerhin noch zwei Sterne von mir gibt. Genaugenommen fühle ich mich dabei jedoch alles andere als gut, denn der Inhalt hat keinen einzigen Stern verdient.

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137 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 68 Rezensionen

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Verletzung

Manuela Obermeier
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.02.2016
ISBN 9783548287478
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Man merkt sofort, dass die Autorin weiß, wovon sie schreibt, wenn es um Polizeiarbeit geht. Sie ist nämlich selbst Polizeihauptkommissarin von Beruf. Dementsprechend kommt alles sehr viel glaubwürdiger rüber als bei so manchem anderen Krimi, bei dem man sich manchmal an den Kopf fasst und ungläubig fragt, ob Polizisten wirklich so eigenmächtig und selbstgefällig sein dürfen, wie sie es da sind. Hier ist alles stimmig, und schon deshalb interessant zu lesen.
Die Handlung selbst verläuft in zwei Strängen, die unterschiedlicher kaum sein können. Auf der einen Seite ist es eine fesselnde – und manchmal auch erschreckende Mordserie. Auf der anderen steht ein Fall von häuslicher Gewalt. Auch dieser ist beklemmend und eindringlich dargestellt. Der Mittelpunkt beider Handlungsstränge ist Toni Stieglitz, eine Ermittlerin, die kein Fettnäpfchen auslässt. Durch ihre Direktheit, ihr Temperament und ihre Starrköpfigkeit macht sie es ihren Kollegen und auch dem Leser manchmal schon ein bisschen schwer. Doch das ist nur ihre eine Seite – die Äußere sozusagen. Denn sie ist auch das Opfer, das von ihrem Exfreund Mike jahrelang geschlagen wurde und auch jetzt noch keine Ruhe vor ihm hat. Dass auch er Polizist ist, macht es nicht gerade leichter. Zumal er bei den Kollegen auch noch sehr beliebt ist. Und so sucht sie immer wieder Ausflüchte und Ausreden. Rippenbrüche werden mit einem Skiunfall erklärt, blaue Flecken durch einen unglücklichen Sturz. Es gibt niemanden, dem sie sich anvertrauen kann. Auch als sie endlich auszieht, drangsaliert Mike sie noch weiter mit Anrufen und Spott. Es ist nur zu verständlich, dass das alles nicht gerade dazu beiträgt, dass Toni sachlich und kühl agieren kann. Dadurch macht sie sich noch unbeliebter – ein Teufelskreis, den sie erst am Ende durchbricht, als sie doch endlich einen Vorgesetzten ins Vertrauen zieht und Anzeige erstattet. Da das Buch der Auftakt einer Serie ist, dürfen wir sehr gespannt sein, wie sich das noch weiterentwickelt. Der Kriminalfall als solcher gerät da fast ein wenig ins Hintertreffen. Das ist schade, denn er ist ausgesprochen spannend. Da dir Hauptfigur nun aber gut eingeführt ist, dürfte das beim zweiten Fall schon wieder ganz anders sein.
Insgesamt ist dieser Debütroman gut und flüssig zu lesen, mit einer glaubwürdigen Protagonistin und etlichen gut gezeichneten und sympathischen Figuren. Für Münchenkenner gibt es außerdem noch viele Orte und Situationen zum Wiedererkennen und Mitverfolgen. Ein wirklich toller Krimi.

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241 Bibliotheken, 5 Leser, 3 Gruppen, 82 Rezensionen

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Lennart Malmkvist und der ziemlich seltsame Mops des Buri Bolmen

Lars Simon
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 14.10.2016
ISBN 9783423216517
Genre: Fantasy

Rezension:

Titel und Klappentext klangen so richtig nach einem Buch nach meinem Geschmack. Und auch die ersten Seiten versprachen ein wunderbares, skurriles und witziges Lesevergnügen. Allerdings zeigte sich schnell, dass es mit dem Witz nicht weit her war. Der Mops mit seiner ständig miesen Laune hat ein paar gute Sprüche drauf, ansonsten aber sind die Charaktere zwar schräg, aber nicht mitreißend. Überhaupt sind diese eigenwilligen Charaktere das einzige, das die Geschichte überhaupt lesenswert macht – wobei man sich aber schon hin und wieder einen 'normalen' Menschen wünschen würde, der wenigstens mal kurz durch die Handlung läuft. Gibt es in Göteborg so etwas nicht? Aber die Charaktere sind immerhin ein Lichtblick, denn die Geschichte zieht sich schon gewaltig und ist unglaublich zäh. Außerdem ist man immer wieder versucht, sich als Leser an den Kopf zu greifen, wie dämlich und begriffsstutzig die Figuren manchmal sind, nur um die Spannung noch ein wenig künstlich hochzuhalten. Und bis zum Ende habe ich nicht begriffen, warum Buri, wenn er doch alles aufbaut, um Lennart zu helfen, diesen nicht irgendwann mal drauf anspricht. Überhaupt lässt die Ausarbeitung der Handlung doch sehr zu wünschen übrig.
Die Grundidee dieser Reihe – denn dies ist nur der erste Band - ist wirklich sehr gut. Nur leider weder gut durchdacht, noch gut umgesetzt.

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64 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Wassermusik

T. C. Boyle , Dirk van Gunsteren
Flexibler Einband: 688 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.12.2016
ISBN 9783423216593
Genre: Romane

Rezension:

Eines kann man sagen: T. C. Boyle kann schreiben. Die sprachliche Schönheit, kombiniert mit einer Erzählweise, die die Gradwanderung zwischen Beschreibungen bis ins kleinste Detail geht und humoristischen (manchmal recht derben) Einwürfen perfekt beherrscht, ist schon etwas Besonderes. So verschachtelte Sätze wie den eben jetzt findet man übrigens häufig. Ich mag so etwas. Aber ich mag auch Bücher, bei denen ich mich am Ende nicht fragen muss, warum ich das eigentlich gelesen habe. Eine Story mit einem richtigen Ende? Ein Höhepunkt, auf den alles zusteuert? Spannung mit einer Lösung am Ende? Nicht wirklich. Faszinierende neue Einblicke? Wirklich Wissenswertes? Nein.
Die Handling hat drei Stränge. Zwei hängen zusammen, warum es den dritten gibt, wurde mir bis zum Schluss nicht klar. Interessante Ansätze gab es auch eine menge. Zum Beispiel als Ailie die Welt des Mikroskops entdeckt. Aber anstatt daraus etwas zu machen setzt sie sich lieber hin und macht, was sie eigentlich das ganze Buch hindurch macht. Sie wartet auf Mungo Park. Und der sucht den Niger, findet ihn, scheitert aber eigentlich, zieht nochmal los … und lernt dabei nichts dazu. Sein Charakter ändert sich nicht, er wächst nicht an seinen Problemen, entwickelt sich nicht weiter. Und der dritte im Bunde, Ned Rise, von dem ich, wie schon gesagt, nicht weiß, warum er überhaupt vorkommt, bleibt auch immer der kleine Lump, der er von Anfang an war. Auf 700 Seiten wird letztlich von Menschen berichtet, die einem am Ende so egal sind wie am Anfang. Die einzige wirklich berührende Figur im Buch ist Johnson. Er atmet und lebt, man nimmt Anteil an seinem Schicksal – das aber schon im ersten Drittel des Buches damit zu enden scheint, dass ihn ein Krokodil frisst.
Insgesamt hat dieser Roman für mich nicht so recht einen Sinn gemacht. Da hilft auch die Schönheit der Sprache nicht. Ein eher enttäuschendes Leseerlebnis also.

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

anthologie, cohen, essay, fantasy, heiter, hexen, kurzgeschichten, nomen, sammlung, scheibenwelt, terry pratchett, vorträge

Der ganze Wahnsinn

Terry Pratchett , Andreas Brandhorst
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.07.2010
ISBN 9783492267441
Genre: Fantasy

Rezension:

Terry Pratchett war einer der ganz großen Schriftsteller unserer Zeit und ist viel zu früh verstorben. Dieses Buch, das ist ganz klar, wird von seinen Fans geliebt werden. Und alle anderen? Nun ja. Das Buch enthält eine Menge Texte aller Art, die Terry Pratchett im Laufe seines Lebens geschrieben hat. Von Kurzgeschichten zur Scheibenwelt über Kurzgeschichten ohne Scheibenwelt bis hin zu Vorworten zu Spiele, Büchern etc. ist alles zu finden. Um letztere schätzen zu können muss man wirklich ein Fan sein, der an Pratchetts Denkweise und seiner Entwicklung interessiert ist. Die Kurzgeschichten aber, die dürften jeden ansprechen, der Humor und Phantasie zu schätzen weiß. Sie sind kurzweilig und amüsant, aber – wie meistens bei Pratchett – mit einem gewissen Untergrund. Dabei ist es erstaunlich zu sehen, wie sein Stil sich entwickelt hat. Es gibt da zum Beispiel eine Geschichte, die er im Alter von dreizehn Jahren schrieb und die wirklich gut ist (ich wünschte, ich könnte jetzt so schreiben, wie Pratchett als angehender Teenager), aber noch nicht diesen typischen Pratchett-Ton hat. Ok, auch so etwas ist natürlich in erster Linie für den Fan interessant.
Insgesamt gesagt ist dieses Buch also ein Muss für Pratchett-Fans, für alle anderen ein Kann. Ich habe es sehr gemocht, aber ich bin ja auch ein Fan. Allerdings hoffe ich, dass es jetzt nicht so weitergeht wie bei Tolkien, dessen Sohn alles vermarktet, was Papa jemals geschrieben hat, und das möglichst doppelt und dreifach.Aber eigentlich traue ich das der Familie Pratchett nicht zu. Ich glaube, sie haben mehr Stil. Man wird sehen, ob ich Recht habe.

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811 Bibliotheken, 16 Leser, 2 Gruppen, 203 Rezensionen

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Plötzlich Banshee

Nina MacKay
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2016
ISBN 9783492703932
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Titel Plötzlich Banshee ist irreführend, denn die Protagonistin Alana wird durchaus nicht plötzlich zur Banshee, sondern ist es seit ihrer Geburt. Ich schätze, der Titel wurde analog zu dem Kinofilm Plötzlich Prinzessin gewählt, nach dem Motto 'egal ob es passt, Hauptsache auffallend'. Was für den Titel spricht, ist die Tatsache, dass Film und Buch in etwa in Sachen Humor dasselbe Niveau haben.
Es ist also ein Buch, dass man gut im Urlaub oder nach einem anstrengenden Tag vor dem Einschlafen lesen kann – nichts Tiefschürfendes, nichts überwältigend Spannendes, aber eine nette Lektüre. Mehr hatte ich auch nicht erwartet.
leider konnte ich mit Alana nicht recht warm werden. Sie hat immer einen frechen Spruch parat, was an sich prima ist. Leider ist es einfach zuviel davon. Und dann ist sie auch noch kindisch, sehr tollpatschig und insgesamt viel zu hektisch. Sie hört ihren Mitmenschen nicht zu, ist weder zu tieferen Gefühlen noch zu auch nur einer Spur von Einfühlungsvermögen fähig. Kurz gesagt, auf die Dauer nervt sie einfach nur.

Alana lebt mit Clay zusammen, mit dem sie aufgewachsen und der ihr bester Freund ist. Auch er ist ein magisches Wesen, genauer gesagt ein Leprechaun. Und überhaupt scheint die ganze Ortschaft, in der sie leben, voll von Elfen, Feen, Kobolden usw. zu sein. Der Leser wird davon regelrecht erschlagen. Ich kenne mich da ein wenig aus und war immer wieder erstaunt, wie wenig die Figuren mit ihren keltischen und irischen Vorfahren gemein haben. Aber gut, das ist dichterische Freiheit.

Die Handlung wäre an und für sich eigentlich recht spannend. Nur manchmal hat sie die Autorin so verzettelt, dass man Mühe hatte, den roten Faden wieder zu finden.
Was mich überhaupt nicht überzeugen konnte, war die Liebesgeschichte. Da ging mir das Ganze einfach zu schnell und war von Anfang viel zu offensichtlich.

Insgesamt hat mich das Ganze bei weitem nicht so so gut unterhalten, wie ich mir erhoffte.

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