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Die Pranken des Löwen

Mac P. Lorne
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2018
ISBN 9783426521472
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Die Pranken des Löwen“ wirbt auf dem Cover damit ein Robin-Hood-Roman zu sein. Man sollte aber wissen, dass es eher ein Prequel ist und vom Leben des Großvaters und des Vaters handelt. Das ist freilich nicht minder interessant. Und tatsächlich lernen wir den jungen Robin dann doch noch kennen.

Robert Fithooth ist ein junger Gardist, der überraschend zum Leibwächter der englischen Prinzessin Matilda aufsteigt. Fortan begleitet er diese auf ihrem wechselvollen Lebensweg. Matilda wird schon als Kind mit dem deutschen König Heinrich verheiratet. So landet Robert an ihrer Seite erst mal in Deutschland. Treu und mehr als einmal unter Einsatz seines Lebens beschützt er Matilda und folgt ihr über Frankreich wieder zurück nach England, wo sie als erste Frau um die englische Krone kämpft. Jahrzehnte dauert dieser blutige Kampf bis das Schicksal zuschlägt und Robert in Gefangenschaft gerät. Mehr will ich über den weiteren Verlauf nicht verraten.

Die Geschichte handelt nicht nur von Robert sondern in weiten Teilen vor allem von den damaligen politischen Kämpfen, dem Krieg um die Krone, der nicht nur mit Intrigen und Hochzeiten sondern auch auf dem Schlachtfeld ausgetragen wurde. Robert ist dabei durchaus als heldenhaft zu bezeichnen. Er trifft auf die Liebe seines Lebens. Aber auch hier muss er darum kämpfen. Also eine Geschichte voller Abenteuer und Dramatik und im besten Sinne so, wie man sich das Leben der Vorfahren von Robin Hood vorgestellt hat.

Der Schreibstil ist süffig und zieht den Leser mit Macht in die Geschichte hinein. Und beim Zuklappen ist man froh, dass man sofort zum nächsten Band greifen kann, in dem Robin Hood dann wirklich seinen ersten großen Auftritt haben wird.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

australien, broome, gebrochener ermittler, hamburg, hsv, krimi, outback, perth, protagonist: männlich, westaustralien

Die Schlingen der Schuld

Dave Warner , Dr. Holger Hanowell
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.05.2018
ISBN 9783404176878
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Broome, eine Stadt die für uns Deutsche am anderen Ende der Welt liegt – im Westen Australiens. Für mich also das perfekte Krimiland, denn dieser Schauplatz verspricht neben der normalen Crime-Handlung noch ein fremdes exotisches Setting. Ich war gespannt auf den ersten auf Deutsch erschienen Roman von Dave Warner, der in seinem Heimatland kein Unbekannter ist.

„Die Schlingen der Schuld“ sind es, die Detektive Daniel Clement entwirren muss, wenn er den Mord an Dieter Schäfer klären will, einem Deutschen, der vor Jahren nach Australien eingewandert ist und hier zurückgezogen von seiner Rente als ehemaliger Kriminalbeamter gelebt hat. Ist das Mordmotiv tatsächlich im fernen Europa und in der Vergangenheit zu suchen? Oder hat ein Einheimischer ihn getötet?
Der Kriminalroman beginnt gemächlich, lässt dem Leser Zeit in Australien und bei Clement anzukommen. Man lernt Land und Leute und das Privatleben des Ermittlers kennen. Aber auch die Vergangenheit des Mordopfers kommt nicht zu kurz und Stück für Stück wird aufgeblättert und ermittelt.

Manch einer wird sich sicher mehr Dynamik und Spannung wünschen. Die kommt erst in der zweiten Hälfte des Buches auf. Mir hat aber der Erzählstil ausgesprochen gut gefallen. Ich mochte es, dass die Krokodile durchs Outback schwammen und die kaputte Ehe des Detektive immer wieder in seine Arbeit reinpfuscht.

Von mir eine Leseempfehlung und die Hoffnung, dass noch weitere Bücher dieses Autors bald übersetzt werden.

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15 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Die Seele der Welt

David Mealing , Simon Weinert
Fester Einband: 816 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.05.2018
ISBN 9783492704830
Genre: Fantasy

Rezension:

Im Reich Sarresant steht nicht alles zum Besten. An den Grenzen wird gekämpft, aber auch im eigenen Land gibt es immer mehr Unruhen und Gerüchte machen die Runde, von fremder Magie und Feinden der Regierung. Es gibt einige Menschen, die über Magie verfügen. In der Hauptsache ist es die Kunst, unsichtbare Kraftlinien zu nutzen und zu verstärken. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Fähigkeiten. Z.B. die Todknüpferin Erris, die bei den Regierungstruppen dient und gegen die Feinde des Reiches in den Krieg zieht. Oder Sarine, die ihren Unterhalt mit Zeichnungen verdient und dazu magische Techniken der Verhüllung nutzt und mehr zufällig dabei den Angriff einer unheimlichen Kreatur auf eine Gesellschaft Adeliger abwehrt und dadurch zu unverhoffter Aufmerksamkeit gelangt. Aber auch unter den Völkern, die als eine Art Urvölker im Land leben, gibt es solche Fähigkeiten. Und dort lebt der dritte Hauptdarsteller Arak'Jur als eine Art Anführer und Magier.

„Die Seele der Welt“ ist der Beginn einer neuen Reihe von David Mealing. Das Cover ist sehr ansprechend und der Klappentext gibt einen interessanten Umriss der Geschichte und hat mich neugierig gemacht. Mit über 800 Seiten ist es kein schmales Buch. Dies liegt aber leider auch daran, dass Mealing sich sehr sehr viel Zeit nimmt, um seine Charaktere einzuführen und Stück für Stück zu erzählen, worum es eigentlich geht. Es war aber weniger das Tempo, welches mich störte. Ich mag durchaus epische Stories. Es war der Erzählstil an sich, der mich bald an meine Grenzen brachte. Mealing kann durchaus mit Worten umgehen. Aber er hat eine sehr seltsame Art, Geschehnisse nur anzudeuten, Halbsätze im luftleeren Raum hängen zu lassen, abrupt Szenen abzubrechen oder nur rudimentär zu beschreiben. Ein ums andere Mal habe ich ganze Abschnitte nicht richtig verstanden. Ich konnte mir Abläufe nicht erklären, es fehlten mir Beschreibungen von Wesen, Menschen, Aktionen. Außerdem hatte ich das Gefühl, ich würde das Ganze wie durch ein verkehrt herum gehaltenes Fernrohr betrachten. Aus weiter Ferne, unscharf und ohne richtigen Bezug zu den Hauptdarstellern. Sarine war die Einzige, zu der ich eine gewisse Empathie aufbauen konnte.

Nach der Hälfte hätte ich das Buch am Liebsten weggelegt, weil es mich langweilte und ich mich ständig fragte, wann denn der Autor endlich auf den Punkt käme. Trotz einiger kriegerischer Handlungen und kleinerer Kämpfe kam keine rechte Spannung auf. Die Magie wurde auf eine sehr verschwommene und so geheimnisvolle Weise beschrieben, dass ich teilweise nicht kapiert habe, was überhaupt passierte und deshalb wurde mein Kopfkino auch ständig abgeschaltet.

Auch wenn die Sprache eigentlich eine anspruchsvolle war, so hatte ich ähnlich konfuse Gefühle wie bei meinem letzten Buch von Gesa Schwartz „Das Siegel des Feuers“. Vielleicht liegt es an der Übersetzung; das kann ich allerdings nicht beurteilen. Und so habe ich mich durchgequält, zugegeben auch mal quergelesen und bis zum Schluss keinen Draht zu diesem Buch gefunden. Nach Nevernight hätte es jedes Buch schwer gehabt. Aber leider war „Die Seele der Welt“ für mich bis jetzt der größte Flop dieses Jahres und ich kann es nicht empfehlen.

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190 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

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Nevernight - Das Spiel

Jay Kristoff , Kirsten Borchardt
Fester Einband: 704 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 25.04.2018
ISBN 9783596297597
Genre: Fantasy

Rezension:

Für alle Fantasyfans, die den ersten Band von Nevernight noch nicht gelesen haben sollten: Kommt endlich in die Gänge und holt ihn euch. Sonst lasst ihr Euch eine der besten Fantasyreihen der letzten 50 Jahre entgehen.

Für alle, die überlegen, den zweiten Band zu lesen (ein Zustand, den ich nicht ganz verstehen würde, denn eigentlich gab es nach dem ersten Band nur das sehnsüchtige Warten auf die Fortsetzung; aber es soll ja auch Unentschlossene geben): Die Fortsetzung wird all Eure Wünsche erfüllen und mehr… spätestens danach seid ihr süchtig nach dieser Trilogie. Ihr werdet Jay Kristoff und seiner Fantasywelt hörig sein, ihr werdet seine Fabulierkunst anbeten, in seinen genialen Ideen schwelgen, seine Charaktere lieben, Euch nach mehr und das am Besten noch heute sehen.

Das Spiel, welches Mia Convere in Nevernight 2 spielt, ist gefährlich und birgt immer den Tod in sich. Mit dem Ziel, die Mörder ihres Vaters zu vernichten, steht dem Leser von Anfang an ein blutiges Finale für den Showdown vor Augen. Aber der Weg dorthin ist steinig. Und nicht nur hartumkämpfte Siege, sondern auch traurige Niederlagen liegen vor Mia und den wenigen Menschen, die ihr nahe sind. Teil zwei ist noch blutiger als der Vorgänger und dennoch auf seltsame Weise eben kein brutales Buch, auch wenn mehr als ein Gemetzel beschrieben wird und die 17jährige Mia zur Größten Kämpferin unter den drei Sonnen herangewachsen ist. Jay jagt uns durch eine Achterbahn der Gefühle in der man mehr als einmal das Buch erschrocken weglegt oder es an die Wand schmeißen möchte, weil die Angst oder das Entsetzen den Leser beuteln. Aber ebenso oft ist man von Rührung ergriffen oder hält sich den Bauch vor lachen über den bahnbrechenden Humor und die tiefen Gefühle, die aus dieser Geschichte ebenso leicht und heiß fließen, wie das viele Blut der Getöteten.

Immer sehnt man sich als Leser nach einer Geschichte, die man so noch nicht gelesen hat. Hier ist man bei Nevernight mehr als gut aufgehoben. Nicht nur täuscht Mia ihre Feinde, auch Jay täuscht den Leser mit sardonischem Vergnügen und die meisten Täuschungsmanöver gelingen beiden hervorragend und bescheren ein gewaltiges Lesevergnügen.

Immer sehnt man sich als Leser nach Darstellern, die einen berühren. Jay Kristoff schafft es mit rotzfrechem Charme, dass wir eine Killerin und Mörderin lieben, dass wir gebannt den Streit-Gesprächen von zwei tierischen Schatten lauschen und um das Leben von Leuten fürchten, die eine Spur des Todes hinter sich herziehen und von deren Stiefeln dicke Blutstropfen fallen. Ebenso wie er dramatische Kämpfe aufs Trefflichtste zu schildern weiß, so schreibt er auch teuflisch gute Liebensszenen, die keine Fragen offen lassen. Und man spürt den Hass und die Sehnsucht von Mia ebenso wie ihren Schmerz und ihre innigen Gefühle.

Diese geniale Geschichte lässt sich nur schwer in eine kurze Rezension packen und eigentlich bedürfte sie noch einer ganzen Handvoll tiefsinniger Fußnoten. Eines meiner Lieblingsbücher EVER.

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115 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 51 Rezensionen

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Der Mond des Vergessens

Brian Lee Durfee , Andreas Heckmann
Fester Einband: 880 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 10.03.2018
ISBN 9783608961416
Genre: Fantasy

Rezension:

Ein dicker Fantasyklops von Klett-Cotta. Der Beginn einer neue Serie. High-Fantasy und dann so ein geniales kraftvolles Cover. Ich gestehe, da kann ich einfach nicht „nein“ sagen.

Brian Lee Durfee macht es einem nicht ganz einfach in seiner Welt anzukommen. Gut, er hat ja auch 888 Seiten Zeit. Aber die ersten 100 sind schon ziemlich verwirrend und etwas mühsam zu lesen. Wer hier wer ist, wer mit wem und warum, das ist ziemlich viel, selbst für einen Leser, der GoT-geschult und Osten-Ard-tauglich ist. Hier heißt es sich durchbeißen. Dazu kommt ein Schreibstil, der manchmal etwas verschachtelt daherkommt und häufige Szenewechsel, die zwar Spannung aufbauen aber auch immer wieder aus dem Rhythmus reißen.

Durfee nimmt sich also jede Menge Zeit und versucht auch eine politische und gesellschaftliche Ebene zu schaffen. Daneben gibt es noch die des Jungen Nail, der im Großen und Ganzen doch ein ziemlich genormter Fantasy-Hauptdarsteller ist, denn er ist jung, ein Waisenkind, unwissend was seine Herkunft und Berufung betrifft und auch noch der mutmaßlich in einer Prophezeiung angekündigte Kriegerengel.

Man muss sich auf den Erzählstil einlassen, man darf langatmige Passagen nicht überlesen, denn sie enthalten auch wichtige Infos, man muss am Ball bleiben und sollte das Buch nicht neben anderen lesen, da man sonst schnell den Faden verliert.

Am Ende fand ich es nicht überragend aber einen soliden Start. Etwas mehr Überraschung und Innovation wäre nett für den nächsten Band.

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Alles Begehren

Ruth Jones , Julia Walther
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 02.05.2018
ISBN 9783959672023
Genre: Romane

Rezension:

Kate und Callum, ein Liebespaar, welches sich kennenlernt, als Callum gerade zum dritten Mal Vater wird und somit für eine neue Beziehung überhaupt nicht zu haben ist. Dennoch lässt er sich auf ein kurzes aber heftiges Abenteuer mit der viel jüngeren Kate ein. Er fühlt sich wie magisch zu ihr hingezogen und obwohl er es bei einem Seitensprung belässt, kann er sie nie vergessen. 17 Jahre später treffen die beiden sich wieder.

Auch Kate ist inzwischen in einem eigenen scheinbar glücklichen Leben angekommen. Und auch sie wird erneut aus der Bahn geworfen, als sie Callum wiedersieht. Die alten verdrängten Gefühle brechen wieder auf und beide müssen ihr Leben überdenken und sich klar werden, was diese intensive Zuneigung wirklich bedeutet und ob man sie vielleicht jetzt leben sollte oder ob es eine Liebe gibt, die man nie leben wird.

Das Buch war für mich ein Rundum-wohlfühl-Buch. Angefangen bei dem sehr schlichten aber schönen Cover über den bildhaften, emotionalen Schreibstil bis hin zu den Charakteren, die auf vielfältige und glaubhafte Weise geschildert werden. Man spürt sowohl die starken Gefühle als auch die innere Zerissenheit in ihnen. Wie Kate und Callum um eine Entscheidung ringen ist intensiv zu lesen und obwohl ja nicht wirklich viel passiert, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich wissen wollte, was in der Vergangenheit geschehen ist und wie sie sich für die Zukunft entscheiden werden.

Das Ende will ich nicht verraten aber mir hat die Geschichte ausnehmend gut gefallen. Ich kann das Buch nur empfehlen. Die Autorin werde ich mir merken.

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284 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 116 Rezensionen

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Wie man die Zeit anhält

Matt Haig , Sophie Zeitz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.04.2018
ISBN 9783423281676
Genre: Romane

Rezension:

Tom Hazard gehört zu den UNSTERBLICHEN. Eine Gruppe Menschen, die Jahrhunderte leben und sich zusammengeschlossen haben, um vor der Gesellschaft zu verbergen, dass sie so viel länger leben als der Rest der Menschheit.

Tom ist des Lebens fast überdrüssig geworden. Seine große Liebe Rose hat er schon vor Jahrhunderten verloren. Der neue Job als Geschichtslehrer macht ihm keinen besonderen Spaß. Das Leben hat den Reiz verloren, da er immer wieder mehr verliert und aufgeben muss, als dass er zurückbekommt. Auch die Ziele der anderen Unsterblichen werden ihm zunehmend fremd. Er fühlt sich alleine.
Große Teile der Geschichte sind Toms Erlebnisse im Laufe der vielen Jahre. Er trifft einige prominente Zeitgenossen, erlebt politische und gesellschaftliche Umbrüche. Er liebt und erleidet Verluste.

Tatsächlich hatte ich mir etwas mehr Spannung erhofft. Der Autor verliert sich etwas in seinen ruhigen Erzählungen und kleinen Anekdoten. Mir ist dabei durchaus bewusst gewesen, dass Matt Haig den Blick auf die wichtigen Dinge des Lebens lenken will. Trotzdem musste ich mich streckenweise durch das Buch kämpfen, da es mich nicht wirklich fesselte.

Meine Erwartungen waren wohl etwas hochgegriffen und wurden deshalb nicht erfüllt. Vielleicht war es einfach nicht das richtige Buch zur richtigen Zeit.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Die Sünden von Natchez

Greg Iles , Ulrike Seeberger
Fester Einband: 912 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 13.04.2018
ISBN 9783352009075
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit „Die Sünden von Natchez“ schließt die große Trilogie von Greg Iles über den Süden der USA, in dem Rassenhass, Diskriminierung und Klu-Klux-Klan zu Mord und Totschlag, Erpressung und Entführung führten. Es ist das Buch der Abrechnung. Das Buch, in dem alles ans Licht kommt. Im Laufe eines spektakulären Prozesses gegen den alten Arzt Cage versucht sein Sohn Penn die wahren Schuldigen zu belangen und seinen Vater zu retten. Das wird schwierig, denn wie man in den ersten beiden Teilen erfahren hat, gibt es keinen, der hier nicht Fehler begangen hat, keinen der unschuldig ist. Aber die wirklich Bösen scheinen mal wieder alle Fäden in der Hand zu halten.

Ich mochte es, dass dieses Buch anders als seine Vorgänger ist. Es lebt nicht mehr von Brutalität und Kampf allein, sondern diesmal ist die Gerichtsverhandlung im Zentrum des Geschehens. Als Fan von Gerichtsromanen genau mein Fall. Ich mochte die ausgefeilten Dialoge aus denen eine ganz eigene Spannung entstand.

Dass man dieses Buch nicht ohne die ersten beiden lesen kann, ist wohl klar. Dass mir von den dreien der erste am Besten gefallen hat, soll aber nicht heißen, dass ich unzufrieden mit diesem hier war. Greg Iles bemüht sich, das große Thema und die vielen Handlungsstränge zu einem logischen Ende zu bringen ohne alles weichzuspülen. Das beinhaltet, dass nicht alles sich zum Positiven für die Guten entwickelt und es bleiben Fragen offen. Aber dennoch ist es ein rundes Ende und für mich war diese Trilogie spannend, dramatisch, nah dran am Süden der USA und trotz der typisch amerikanischen Metaphern und dem etwas heroischen Unterton, trotz der Gewalt und der Tatsache, dass die Bösewichte wirklich ziemlich böse waren, eine lesenswerte Reihe.

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Die Amerikanerin

Deon Meyer , Stefanie Schäfer
Fester Einband: 209 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 09.03.2018
ISBN 9783352009143
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bennie Griessel hat einen neuen Fall. Eine Engländerin, deren Leiche auf seltsame Weise am Straßenrand drappiert wurde. Warum kam die Frau nach Südafrika, wen hat sie getroffen und wer hat sie ermordet? War es ein Ritualmord oder steckt doch etwas ganz anderes dahinter.

Als Deon-Meyer-Fan habe ich mich über ein neues Buch gefreut. Ich war überrascht, denn es ist ziemlich dünn. Warum wird im Nachwort kurz erklärt. Der Plot ist dementsprechend sehr stringent und knapp erzählt, es gibt keine wirklich überraschenden Wendungen. Auch Bennies Privatleben bekommt ein paar Szenen. Vor allem seine Idee, er könnte endlich seiner Herzensdame einen Heiratsantrag machen ist sehr amüsant und geht ein nahe, da Bennie endlich seinen Alkoholismus überstanden zu haben scheint.

Ein solider Krimi, etwas zu knapp aber unterhaltsam. Das Setting Südafrika kommt gut rüber und macht Lust auf weitere Krimifälle mit Bennie Griessel. Ich hoffe sehr auf einen „richtigen“ Roman in normaler Stärke.  

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

historischer roman

Die Kinder der Burgherrin

Roland Mueller
E-Buch Text: 626 Seiten
Erschienen bei dotbooks, 10.01.2017
ISBN 9783958249059
Genre: Historische Romane

Rezension:

In "Die Kinder der Burg" stehen diesmal or allem die Kinder von Eleonore von Greifenberg im Zentrum des Geschehens. Man sollte unbedingt den ersten Teil vorher gelesen haben, denn die Geschichte geht fast nahtlos weiter und auch wenn sicherlich Quereinsteiger kein Problem haben werden so sollte man sich doch die Vorgeschichte nicht entgehen lassen, weil sie viel über die Charakter und die Beziehungen der Darsteller zueinander aussagt.
Der Erstgeborene Wolf, den alle den Greifen nennen, zieht weiter plündernd mit seinem Bruder umher. So lange, bis Frieder mit Hagen fortgeschickt wird, um die Braut von Wolf zur Hochzeit zu holen. Eleonore hat nämlich den Plan gefasst, drei ihrer Kinder gleichzeitig zu verheiraten und mit der Ehe auch ihren Erstgeborenen Wolf zur Raison zu bringen bevor sie ihm den Grafentitel weitergibt.

Die Geschichte hat mich sofort eingezogen und von der ersten Seite an gefesselt. Atemlos kann man den Geschwistern auf ihren unterschiedlichen Wegen folgen. Wolf erschreckt mit seiner herrischen, jähzornigen Art, Frieder sucht einen eigenen Weg sich vom dominanten Bruder zu lösen, die zwei Schwestern erwarten zwei liebende Männer, wobei die eine sich davon Freiheit und Selbstbestimmung erhofft und die andere vor der Liebe des Zukünftigen zurückschreckt. Eine brodelnde Suppe von Liebe und Leidenschaft, von Sehnsucht aber auch von Neid und Hass ziehen durch diese Geschichte und machen sie schnell zu einem Schauspiel, an welchem auch Shakespeare seine Freude gehabt hätte. Am Ende ist es die Ehre eines Ritters, die den Topf zum Überkochen bringt. Und genau dann endet dieser zweite Teil und Roland Mueller hat nur Glück, dass es den dritten Band schon als e-book zu kaufen gibt. Denn nach diesem Zwischenfinale kann sicher kaum ein Leser mehr ruhig schlafen bevor er nicht weiß, wie es mit dieser Familie weitergeht.

Von mir bekommt das Buch die volle Punktzahl für tolle Charaktere, eine fesselnde dramatische Geschichte und einen sehr einfühlsamen und intensiven Erzählstil.

Ein Nachsatz an alle Verleger: Lass Euch nicht entgehen, diese Trilogie auch als Printversion rauszubringen.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

roman

Das Licht von vierzig Monden

Nadia Hashimi , Britta Evert
Fester Einband: 570 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.03.2018
ISBN 9783785726143
Genre: Romane

Rezension:

Vor Jahren hat der „Drachenläufer“ mich dazu gebracht, ein Augenmerk auf Bücher zu werfen, die in Afghanistan spielen. Vor allem die Erkenntnis, dass es einige hervorragende Autoren aus dieser vom Krieg gebeutelten Region gibt, die ihr Heimatland so intensiv und ehrlich und wahrhaftig beschreiben, wie es kein europäischer oder amerikanischer Autor aus der Ferne könnte, ist schnell in mir gewachsen. Zu den Autorinnen gehört auch Nadja Hashimi, deren Stärke die weibliche Sicht auf Familie, Gesellschaft und Glauben ist.
In ihrem neuen Buch „Das Licht von Vierzig Monden“ beschreibt sie das Leben einer afghanischen Frau, die wegen Mordes am eigenen Ehemann angeklagt wird und deren Rechtsanwalt verzweifelt versucht aus ihr herauszubringen, was wirklich geschehen ist.

Ein erschütterndes und unglaublich intensives Buch, welches ich in wenigen Tagen ausgelesen hatte. Das Schicksal der afghanischen Frauen ist oft nur schwer erträglich und mit dem Gefühl, dass hier Realität beschrieben wird und sich Ähnliches tag- täglich ereignet, wird das Leseerlebnis noch potenziert.

Keine leichte Lektüre, aber eine die gelesen werden will und muss. Und bereits das dritte Buch von Hashimi, welches von mir die volle Punktzahl bekommt.

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Das dunkle Herz

Lukas Hainer
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2018
ISBN 9783492704724
Genre: Jugendbuch

Rezension:

or zehn Jahren ist ihr Bruder spurlos verschwunden. Als Anna mit ihrer Familie zur jährlichen Trauerfeier in der Kirche sitzt, verliert sie plötzlich das Bewusstsein. Als sie erwacht, findet sie sich in einer fremden dystophischen Welt wieder. Es ist eine Wüste durch die sie irrt, bis sie Häuser, Ruinen und eine eigenartige Kirche findet. Und schließlich trifft sie auf immer mehr Menschen verschiedenen Alters und aus unterschiedlichsten Ländern, die ebenfalls aus ihrer Realität katapultiert und hier gelandet sind. Was haben sie alle gemeinsam? Warum sind sie hier und gibt es ein zurück in ihr altes Leben? Und gibt es eine Bedrohung, die über allem schwebt?


Lucas Hainer entwirft eine beängstigende Szenerie. Es mutete mir bald wie eine Mischung zwischen "Die Tribute von Panem" und Stephen Kings "Arena" an. Die Menschen sind irgendwo in einer begrenzten, unwirtlichen Gegend gefangen. Man weiß nur nicht genau, worauf das Alles hinauslaufen soll.


Schnell bilden sich unter den Entführten Gruppen, die zuerst nur um Wasser und Nahrung kämpfen aber bald auch um eine Art Vormachtstellung. Anna schließt sich einer großen Gruppe Kinder und Jugendlicher an. Sie fragt sich die ganze Zeit, ob nicht das Verschwinden ihres Bruders etwas mit all dem zu tun hat und findet bald Hinweise, die diese Vermututung nahe legen. Dem Leser ist die Bedrohung schon viel schneller bewusst, denn er weiß Dinge, die die Eingeschlossenen nicht wissen. Aber die Geheimisse und Rätsel dieser Geschichte werden auch dem Leser erst nach und nach präsentiert, ja einige bleiben sogar bis zum Schluss im Dunkeln, da es sich ja um den ersten Teil einer Trilogie handelt.


Hainer hat einen schönen Erzählstil, der gut zu einem Roman für Jugendliche passt. Die Spannung steigt zum Ende hin stetig an und es gibt durchaus einen Showdown und ein vorläufiges Ende, mit dem man leben kann. Allerdings werden erst die Folgebände alle Fragen beantworten, das sollte einem vor dem Lesen bewusst sein. Für meinen Geschmack hätte man gerne die Charaktere noch etwas intensiver herausarbeiten dürfen. Bei den Jugendlichen Darstellern ist das gut gelungen, die Erwachsenen blieben in dieser Geschichte alle etwas farblos. Und was das dunkle Herz wirklich ist, habe ich noch nicht wirklich rausgefunden. Man ahnt, was es will, man fürchtet das Böse dahinter, weiß, dass es auch die reale Welt bedrohen könnte. Aber dennoch ist es ein Mysterium. Es bleibt mir also nur, auf den zweiten Band zu warten, der wohl bereits in Arbeit ist.

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33 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Das Flüstern der Insel

Daniel Sánchez Arévalo , Svenja Becker
Flexibler Einband: 571 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 12.02.2018
ISBN 9783458363248
Genre: Romane

Rezension:

Wahrscheinlich ist das wieder eines der Bücher, bei denen ich mir einfach etwas anders erwartet hatte. Das Cover ist wunderschön und suggeriert mir eine einsame Frau auf der Suche nach .... ja nach was. Im Buch ist es die Suche nach der Wahrheit, denn ihr Mann verunglückt auf der Straße und hat ihr verschwiegen, wohin er unterwegs war. Ihre Verdächtigungen werden von Kleinigkeiten genährt und sie entwickelt eine Art Psychose in deren Verlauf sie mit Überwachungskameras und durchaus kriminieller Energie versucht, hinter die scheinbaren Geheimnisse ihres toten Mannes zu kommen.

Ich habe mich schwer getan mit dieser sperrigen Hauptakteurin. Sie benimmt sich seltsam, entwickelt fast eine geistige Krankheit, interessiert sich nicht mehr für ihre Töchter, übertritt in ihrem Wahn Grenzen und Gesetze und kann weder mit dem Tod des Mannes wirklich abschließen noch erkennen, dass sie von Anfang an in einer negativen Spirale gefangen ist.

Auch das Ende hat trotz der überraschenden Auflösung, nicht meinen Geschmack getroffen und ich habe mich tatsächlich etwas durchquälen müssen.

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402 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 88 Rezensionen

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Die Chroniken der Verbliebenen - Der Glanz der Dunkelheit

Mary E. Pearson , Barbara Imgrund
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ONE, 29.03.2018
ISBN 9783846600603
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Endlich kommt es zum finalen vierten Buch. Das Warten hatte ein Ende und ich wurde nicht enttäuscht.

Am Cover konnte man schon sehen, dass es diesmal für Lia ernst wurde. Sie musste ihre Stärke zeigen und nicht nur eine Herrscherin sondern auch eine Kämpferin sein. Und die Prophezeiung war gnädig mit uns und mit den Darstellern. Ohne zu viel zu verraten, so war es doch ein Ende, welches einem Happy End schon sehr nahe kommt.

Aber vorher muss noch der ein oder andere Feind besiegt, der ein oder andere Kampf ausgefochten werden und auch in Sachen Liebe läuft nicht alles so rund und leicht, wie die jungen Leute es sich wünschen würden.

Der einzige Kritikpunkt war dann auch, dass der Showdown fast ein bisserl kurz gehalten war und der endgültlige Sieg schnell errungen. Wenn man bedenkt, dass es ja vier Bücher gedauert hat, dann hatte ich hier doch noch etwas dramatischere und längere Auseinandersetzungen erwartet.

Eine empfehlenswerte Reihe und die Autorin hat einfach einen schönen, eingängigen Erzählstil.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Operation Bird Dog

Jan-Christoph Nüse
Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 07.03.2018
ISBN 9783839222836
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Carl Wrede ist 14 Jahre als seine Eltern sich am Weihnachtstag umbringen. Wie durch ein Wunder überlebt er den erweiterten Suizid und ist von Anfang an überzeugt, dass seine Eltern nicht Selbstmord begangen haben. Das traumatische Erlebnis verändert den Jungen, macht ihn zum introvertierten Einzelgänger,  und 10 Jahre später ist der Wunsch übermächtig geworden, selbst herauszufinden, wie seine Eltern wirklich zu Tode kamen. Die Geschichte spielt also von Anfang an in zwei Zeitebenen. 1948 und 1958.

1948 wird Deutschland weiterhin von den Siegermächten kontrolliert, die in ihren jeweiligen Besatzungszonen die nötigen Machtbefugnisse haben. Ganz langsam wird die BRD in die Unabhängigkeit entlassen. Einer der ersten Schritte ist eine Währungsreform, denn die Menschen hungern noch immer und die Wirtschaft läuft nur langsam an. Da Bankier Wrede direkt und indirekt mit dem Prozess der Währungsreform zu tun hatte, liegt die Vermutung des Lesers nahe, dass sein Tod damit zu tun haben könnte. Bei der Vermutung bleibt es erst mal sehr lange, denn der Autor nimmt sich Zeit und fährt jede Menge Personal und verschachtelte Handlungsstränge auf, um die komplizierte Thematik zu beleuchten. Dabei tummeln sich diverse reale Persönlichkeiten und auch fiktive Darsteller in beiden Zeiten.

1958 versucht Carl mit allen Mitteln, seine Theorie von einem Mord zu beweisen und kann schließlich seinen Vormund überzeugen, dass an der Sache vielleicht doch etwas dran ist. Interessant ist dabei vor allem zu lesen, wie wenig oder viel sich in 10 Jahren in Deutschland verändert hat und wie stark vor allem die amerikanischen Einflüsse immer noch waren.

Das Thema des Buches ist spannend und man merkt dem Autor seinen wirtschafts- journalistischen Hintergrund deutlich an. Auch, dass er bei seiner Recherche sehr fleißig war, kommt gut rüber. Der Erzählstil an sich war für mich etwas sperrig zu lesen. Eine sehr verzwickte Handlung und viele Darsteller und noch mehr Nebendarsteller machen das Ganz  unübersichtlich, obwohl es ein Personenverzeichnis gibt. Es gelang mir auch oft nicht, dem Verlauf der Geschichte ganz zu folgen oder ich brauchte ziemlich lange, um zu verstehen, worum es in manchen Szenen eigentlich ging. Es fällt mir schwer, den Finger direkt auf das Problem zu legen. Personen wie Carl, Tennenbaum oder Jennings dürfen durchaus mit Gedanken und Gefühlen agieren, aber ich kam ihnen nicht wirklich nahe. Den Fakten wurden intensive Beschreibungen gewidmet, dafür fehlte es oft an Aktion und Spannung. Ich denke, es hätte mir gefallen, wenn die fiktive Handlung etwas ausführlicher gewesen wäre und in Dialogen die Zusammenhänge und Rückschlüsse, die vor allem Carl und Jennings gezogen haben, noch besser erklärt worden wären. Auch Beschreibungen von Orten und Situationen hätte man noch ausbauen können.

Fazit: Der Autor hat etwas zu sagen aber an der Struktur eines spannenden Kriminalfalles muss er noch etwas arbeiten, damit es nicht wie eine nüchterne Reportage rüberkommt.

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

alemannen, baiern, franken, historischer roman, karolinger, königreich, mittelalter, ostfrankenreich, priska lo cascio, romance, sachsen

Das Spiel der Königsmacher

Priska Lo Cascio
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Droemer, 01.03.2018
ISBN 9783426281512
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Das Spiel der Königsmacher“ von Priska Lo Cascio beginnt im Jahr 911 als der Franke Konrad zum König gewählt wird. Dieser hat nichts Eiligeres zu tun, als den jungen sächsischen Herzog Heinrich mit Erlassen und Bündnissen zu verärgern. Alsbald entspinnt sich ein Kampf um die Vorherrschaft in deutschen Landen. Mitten drinnen im Geschehen sind auch Heinrichs Base Sarhild, eine Fränkin, die nach dem gewaltsamen Tod des Vaters zu den Sachsen geflüchtet ist und dort versucht zur Ruhe zu kommen und der Krieger Liuthar, der erst dem Vater Heinrichs und dann ihm selbst als rechte Hand zur Seite steht.

Meiner Meinung nach ist der Klappentext ein bisschen irreführend, denn tatsächlich sind es nicht Sarhild und Liuthar, die Heinrich zum König machen wollen. Es gibt einige politische Lager und jeder spielt hier tatsächlich sein eigenes Spiel, versucht sein eigenes Süppchen zu kochen. Und auch die Kirchenfürsten sind sich für Ränke und Intrigen nicht zu schade. Aber am Ende ist es doch Heinrich selbst, der sich den Weg zur Krone ebnet durch sein charismatisches Wesen, seine klugen Strategien sich Freunde zu schaffen und Feinde zu zermürben. Der Roman transportiert Geschichte auf die angenehmste und beste Art und Weise. Die lebhaften Nebenfiguren wachsen einem schnell ans Herz. Der Alltag und die persönlichen Schicksale der Protagonisten werden wunderbar eingefangen und man lebt mit ihnen mit. Zentrale Rolle sind tatsächlich die historischen Fakten, die hier realistisch und spannend erzählt werden. Dank des sehr angenehmen und der Zeit entsprechenden Erzählstils war ich gefesselt und konnte das Buch kaum zur Seite legen.

Die Frage, ob es wirklich das erste Buch über den Sachsenherzog Heinrich den Ersten ist, kann man sich streiten, denn z.B. kommt der Mann auch in Rebecca Gables „Das Haupt der Welt“ recht deutlich zu Wort. Aber sei`s drum, den Vergleich mit diesem Buch braucht Lo Cascio’s Werk nicht zu scheuen. Ähnlich unterhaltsam und klug fühlte ich mich auch hier unterhalten. Besonders gefreut habe ich mich, dass eine liebgewonnene Figur aus dem Gablé-Roman auch beim Spiel der Königsmacher eine herzerfrischende Rolle bekommt, nämlich der kleine Thankmar, erster Sohn von Herzog Heinrich. Ein Wildfang dessen soziale Stellung und sein daraus resultierendes störrisches Wesen hier sehr gut eingefangen wurde. Die Liebesgeschichte von Sarhild und Liuthar ist vorprogrammiert aber es hat mir gut gefallen, dass die beiden sich anfangs spinnefeind sind und sich erst nach und nach einander zuwenden. Dabei haben beide jede Menge Vorurteile und Missverständnisse zu überwinden. Es ist aber kein albernes Hin und Her sondern eine kontinuierliche Entwicklung, die Spaß gemacht hat mit zu verfolgen. Überhaupt nicht seicht oder banal.

Mein Fazit: Ich kann das Buch nur wärmstens empfehlen und habe meinen Blick bereits auf die anderen Romane der Autorin geworfen.

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1939, adoption, amerika, familie, geheimnis, georgia tann, geschwister, kinderheim, lisa wingate, memphis, menschenhandel, missbrauch, usa, waisen, waisenhaus

Libellenschwestern

Lisa Wingate , Andrea Brandl
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Limes, 05.03.2018
ISBN 9783809026907
Genre: Romane

Rezension:

„Libellenschwestern“ war mein erstes Buch von Lisa Wingate. Der Titel und das wunderschöne Cover haben mich aufmerksam gemacht und der Klappentext klang vielversprechend. Meine Hoffnungen wurden nicht enttäuscht auch wenn es ein sehr trauriges und teilweise sogar deprimierendes Buch ist.

In der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts war es allerorts auf der Welt verbreitet, dass Kindern in Kinderheimen misshandelt, gequält, unterdrückt und mit Gewalt und Strafen erzogen wurden. Dies ist auch in den USA so passiert und wird hier geschildert. Aber die Sache geht hier noch über das Normale Horrormaß hinaus, denn die Kinder wurden den Eltern auch gewaltsam ungewollt weggenommen und sie wurden gegen harte Dollar an kinderlose reiche Paare weitergegeben. Und, um dieses Ausmaß für den Leser noch schockierender zu machen,  handelt es  sich um ein real existierendes Kinderheim und die dämonische Leiterin Georgia Tann gab es wirklich.

Am Beispiel von vier Schwestern erzählt die Autorin vom Schicksal der Kinder. Von dem lebenslang gefühlten Verlust der eigenen Familie, von den unmenschlichen Methoden der Heimleiterin und ihrer Schergen, von der Suche nach den Eltern und den Schwestern, von den seelischen Verletzungen, die tief gingen und nie ganz verarbeitet werden konnten.

Wie gesagt, keine leichte Kost aber man sollte es gelesen haben. Der Erzählstil der Autorin ist eindringlich aber sehr gut lesbar. Man hat sicher am Schicksal der Kinder zu kauen. Und nicht alle Lebenswege nehmen ein wirklich glückliches Ende. Ich bin froh, dass ich das Buch lesen durfte.

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156 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 88 Rezensionen

apfelbauern, apfelernte, apfelhof, cold case, düster, elbmarsch, hamburg, krimi, kriminalroman, marsch, mord, regionalkrimi, romy fölck, totenweg, vergangenheit

Totenweg

Romy Fölck
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 23.02.2018
ISBN 9783785726228
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

~~„Totenweg“ von Romy Fölck ist der Start einer neuen Krimireihe die im Lübbeverlag hochwertig als Hardcover verlegt wurde. Ein guter Zeitpunkt für mich, diese Autorin zu entdecken. Die Gegend dort oben im Norden ist mir aus einigen Urlauben bekannt und für mich als Süddeutsche angenehm exotisch. Deshalb war es mir wichtig, dass das Setting auch im Roman rüberkommt. Das hat Romy Fölck sehr gut geschafft. Zwischen Apfelhainen auf einem heruntergewirtschafteten Bauernhof und Dünen am Meer spielt diese Geschichte auf zwei Zeitebenen. Hierbei hat mir sehr gut gefallen, dass die Rückblicke in die Vergangenheit immer unvermittelt und als kurze Happen kommen, wie Erinnerungen der Protagonisten. Diese Art des Erzählstils ist mir bereits in einem anderem Roman (The Dry) wohltuend aufgefallen, da dadurch das Tempo hoch bleibt und man als Leser immer mitten im Geschehen bleibt und nicht wirklich zwischen zwei Geschichten hin und her switchen muss.


Bjarne Haverkorn war nur ein einziges Mal Leiter einer Mordkommission. Er konnte den Mordfall an der minderjährigen Marit vor 18 Jahren nicht aufklären, hadert seitdem mit sich und ist sehr schnell bereit, wieder in die Ermittlungen einzusteigen, als der alte Paulsen niedergeschlagen im Straßengraben gefunden wird.


Frida Paulsen hat den Mord an ihrer Freundin ebenfalls nie verwunden. Sie hatte damals die Tote gefunden und sie hatte auch einen Verdächtigen, den sie der Polizei aber nicht genannt hat, da er sie damals unter Druck setzte. Als sie auf den Hof ihrer Eltern zurückkehrt kommen all die alten Emotionen hoch. Alte Freundschaften und alte Feindschaften aber auch neue Probleme wühlen sie auf und lassen sie ihr Leben neu überdenken. Sie hat es nie geschafft, eine funktionierende Beziehung einzugehen, hängt in allem gerne in der Schwebe. Nur der Beruf ist ihr wichtig. Ihre Ausbildung zur Kommissarin muss aber erst mal ruhen, denn wenn sie ihrer Mutter nicht bei der anstehenden Apfelernte zur Hand geht, wird der Hof ihrer Eltern in den Bankrott gehen.


Obwohl der Roman sich sehr viel auch mit dem Privatleben und den Befindlichkeiten der beiden Ermittler beschäftigt, wurde es mir nie langweilig, denn beide sind mir auf ihre Art sehr sympathisch. Sowohl Bjarne als auch Frida sind nicht glücklich in ihren Leben und der ungeklärte Mordfall spielt dabei eine große Rolle. Toll fand ich auch, wie sich die Beziehung der beiden zueinander aber auch zu den Menschen in ihrem Umfeld im Laufe des Buches wandelt. Hier sehe ich auch für nachfolgende Bücher ein großes Unterhaltungspotential.


Romy Fölck schaffte es, mich mit ihrem sehr eingängigen Schreibstil und der Einführung zweier interessanter Hauptfiguren zu überzeugen. Der Plot ist spannend und wird zielstrebig zu einem logischen Finale gebracht. Für mich eine absolute Neuentdeckung und ich freue mich, dass es schon in diesem Jahr weitergehen soll.

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80 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 56 Rezensionen

1921, alkohol, christof weigold, drogen, fatty arbuckle, filmindustrie, hardy engel, historischer krimi, hollywood, krimi, prohibition, schauspieler, skandal, virginia rappe, zwanziger jahre

Der Mann, der nicht mitspielt

Christof Weigold
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 15.02.2018
ISBN 9783462051032
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Hardy Engel, ein deutscher Einwanderer, versucht in den goldenen Zwanzigern des letzten Jahrhunderts sein Glück als Schauspieler in Hollywood. Da aber der Erfolg auf sich warten lässt, beginnt er als Detektiv zu arbeiten. Gleich seine ersten beiden Fälle sind kompliziert und kollidieren alsbald miteinander. Der bekannte Darsteller Fatty Arbuckle wird verdächtigt, am Tod des kleinen Starletts, Virgina, Schuld zu sein. Durch seine hartnäckigen Nachforschungen entlarvt Hardy nach und nach die Traumfabrik als korrupten, von Drogen, Sex und Erpressung beherrschten Sumpf, in dem die mächtigen Studiobosse fast alles tun, um ihre Schauspieler zu schützen und ihren guten Ruf so lange wie möglich zu erhalten.

In Zeiten von MeeTo und Harvey Weinstein ist dem Autor, Chrisof Weigold, ein historischer Krimi geglückt, der überraschend aktuell und realistisch rüberkommt. Dabei schreibt er in bester Crime-noir-Manier und man hat Hardy als einen Detektiv vor Augen, der, ähnlich den Helden von Raymond Chandler, wie Humphrey Bogart in einer düsteren schwarz-weißen Welt agiert. Seine Sekretärin Pepper ist charismatisch, jung, wunderschön und schwer durchschaubar. Seine Auftraggeber geraten bald ebenfalls unter den Verdacht in die Geschichte verwickelt zu sein. Korrupte Polizisten versuchen Hardy aus dem Verkehr zu ziehen. Einen weiteren Mord an einem mutmaßlichen Zeugen kann Hardy nicht verhindern. Er wird angegriffen, unter Druck gesetzt, verfolgt und auf falsche Fährten gelockt.

Mir hat die Geschichte gut gefallen. Der Erzählstil passt hervorragend zu Ort, Zeit und Handlung. Hardy ist ein starker Charakter. Hollywood und seine Abgründe werden durch viele reale Persönlichkeiten untermauert. Da fährt schon mal ein Buster Keaton im Auto vorbei oder ein Charlie Chaplin ist auf der Suche nach einer neuen minderjährigen Ehefrau. In der Mitte hatte das Buch die ein oder andere kleine Länge aber am Ende macht das das Finale wieder wett.

Mein Fazit: Ein guter Serienauftakt. Ich hoffe, dass Hardy tatsächlich bald wieder ermittelt und ich könnte mir tatsächlich auch eine Verfilmung sehr gut vorstellen.

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88 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

familie, flucht, gangs, gewalt, interessant, jordan harper, kalifornien, kampf, korruption, rache, road-movie, roman, thriller, usa, vater-tochter beziehung

Die Rache der Polly McClusky

Jordan Harper , Conny Lösch
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 23.02.2018
ISBN 9783550081507
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Die Rache der Polly McClusky“ von Jordan Harper ist ein typischer hardboiled Krimi. Der Ganove Nate und seine Tochter sind auf der Flucht vor anderen Ganstern, die sie kalt machen wollen. Aber die beiden wissen sich zu wehren. Dabei wird aus der Elfjährigen innerhalb kürzester Zeit eine vollwertige Unterstützung des Vaters im Kampf gegen die Überzahl der hartgesottenen Gegner. Die Kleine schreckt zur Selbsterhaltung bald auch vor Mord nicht mehr zurück. Das alles wird auf überspitzt-brutale und kühle Weise erzählt.


Wenn man an der Geschichte Spaß haben möchte, muss man den Verstand ein bisserl in die Ecke schieben und darf sich nicht daran stören, dass Polly sich nicht kindgerecht verhält und die beiden mehr als einmal unverschämtes Glück haben. Der Erzählstil ist staubtrocken und unterkühlt. Ich mag so etwas sehr gerne.


Es ist ein Roadmovie mit hohem Tempo. Kompromisslos agieren Nate und seine Tochter, wobei sie tatsächlich noch Zeit finden eine enge Vater-Kind-Beziehung aufzubauen. Unterhaltsam und spannend.

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44 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

familie, krankheit, krebs, kristin hannah, liebe, liebesroman, roman, scheidungsanwältin, schwester, schwestern, schwesternliebe, seattle, sterbehilfe, veränderungen, vertrauen

Die andere Schwester: Roman

Kristin Hannah
E-Buch Text: 515 Seiten
Erschienen bei Aufbau Digital, 16.02.2018
ISBN 9783841215314
Genre: Romane

Rezension:

„Die andere Schwester“ von Kristin Hannah ist eine Neuauflage des 2006 bereits erschienen Romans „Wer die Liebe wagt“. Das war für mich kein Problem, denn dieses Buch kannte ich noch nicht. Warum man allerdings den Titel ändern musste und so einige Käufer verärgert hat, kann ich nicht nachvollziehen. Außerdem versucht der Verlag an den großen Erfolg „Die Nachtigall“ anzuschließen, in dem er die Cover-Gestaltung darauf abgestimmt hat. Rein inhaltlich hat diese Geschichte aber absolut gar nichts mit dem großen Erfolgsroman zu tun. Mir war das alles vorher bewusst, so dass ich hier keine große Enttäuschung erleben musste. Es handelt sich hier um einen Gegenwartsroman ohne historische Bezugspunkte. Genauer gesagt um eine Familien- und Liebesgeschichte.


Was mir gefallen hat, war zum einen der wohlvertraute Erzählstil der Autorin. Sie lässt sich Zeit für ihr Charaktere, versucht die Familienkonstellationen genau zu beschreiben und enthüllt erst nach und nach die Verletzungen und Verhärtungen, die die Seelen der Darsteller erlitten haben. Dramatisch und traurig fand ich hier, dass vor allem die Mutter der beiden erwachsenen Schwestern ein so egozentrischer und emphatieloser Mensch ist. Auf die daraus resultierende Kindheit und Jugend reagieren die beiden Schwestern Claire und Meghan sehr unterschiedlich. Während die eine ein besonders liebevoller und familienbezogener Mensch wird, ist die andere zu einer Karrierefrau herangewachsen, die ihre Verletzlichkeit hinter einer rauen Oberfläche verbirgt und unfähig scheint, längere Liebesbeziehungen einzugehen oder auch nur ein normales Familienleben zu pflegen.


Zum anderen lässt Kristin Hannah die beiden Schwestern erst mal gründlich miteinander und umeinander ringen, bevor die verhärteten Fronten langsam aufbrechen. Das ist sicherlich nicht neu aber wird unterhaltsam und einfühlsam erzählt. Wie auch in der „Nachtigall“ findet sie teilweise sehr berührende Worte für die Sprachlosigkeit aber auch für die ersehnte Nähe der Darsteller mit- und zueinander. Es handelt sich also auf jeden Fall um ein Frauenbuch, denke ich. Der Handlungsbogen ist relativ vorhersehbar. Lediglich einer der männlichen Nebendarsteller bietet Potential für Überraschungen und auch ein paar Tränen sind da miteinzuplanen. Sicherlich nicht ihr bestes Buch, aber ich habe es gerne gelesen

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38 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

einhorn, einhörner, fantasy, italien, kalabrien

In Kalabrien

Peter S. Beagle , Oliver Plaschka
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 10.02.2018
ISBN 9783608962178
Genre: Fantasy

Rezension:

Das neue Buch „in Kalabrien“ von Peter S. Beagle hat mich zu einer kleinen aber feinen nächtlichen Lesesession veranlasst. Wenn man erst mal begonnen hat mit dieser Geschichte, kann man das kleine Büchlein nur schwer wieder aus der Hand legen. Das märchenhafte Cover gibt bereits einen kleinen Ausblick auf den Inhalt; ein Einhorn spielt nämlich eine zentrale Rolle.


Claudio Bianchi ist ein alleinstehender Bauer, der in den Bergen Kalabriens lebt und am liebsten seine Ruhe und Einsamkeit genießt. Gestört wird diese nur durch den Postboten, der zweimal die Woche bis  hinauf zu seinem abgelegenen Hof kommt und so den einzigen regelmäßigen Kontakt zur Außenwelt darstellt. Claudio ist sich selbst genug. Er arbeitet tagsüber auf seinen Feldern, schreibt manchmal kleine Gedichte, die er dann seinen Kühen, seinem alten Fast-Wachhund oder der dreibeinigen Katze vorliest. In dieses Idyll tritt eines Tages völlig überraschend und still und leise ein weißes Einhorn. Aufgewühlt und sprachlos wirft es ihn aus seinem gewohnten Alltag. Das märchenhafte Tier besucht ihn von da an oft, wandert über seine Felder, steht auf einer Wiese. Es dauert eine Weile, bis er begreift, was das Fabelwesen bei ihm will. Aber was er sofort weiß ist, dass er es geheim halten muss. Leider funktioniert das nicht lange und er muss sich bald der Frage stellen, was er tun will, wenn Menschen kommen, um das Einhorn zu sehen, zu fangen oder gar Schlimmeres mit ihm vorhaben.


Claudio ist ein schrulliger Mitvierziger. Ein ungewöhnlicher Held in einer stillen und elegisch angehauchten Geschichte. Das Einhorn rüttelt ihn aus seiner etwas lethargischen Lebensphilosophie und bringt frischen Wind und neue Menschen in sein Universum. Überrascht hat mich nicht nur, in welcher Gestalt die Liebe bei Claudio Einzug hält, sondern auch, dass eine sehr bedrohliche und reale Gefahr sich in die Handlung schleicht, die tatsächlich in einer Art Showdown mündet.



Beagle versteht es zu erzählen. Vor allem die unterhaltsamen und lebensklugen Dialoge bringen das Tempo, wohingegen die Beschreibungen wie ein ruhiger beschaulicher Fluss daherkommen. Das magische Wesen bewegt sich dabei sehr unaufgeregt und natürlich durch die Geschichte. Ich musste immer wieder an Bilder aus dem Film „Legende“ denken. So ähnlich habe ich mir auch Beagles magische-schönes Einhorn vorgestellt.


Ein kleines feines Büchlein, welches den Leser mit einem guten Gefühl zurücklässt. Ein bisschen wie ein Märchen mit einem Schuss realem Leben.

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119 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

catharina junk, highlight, hoffnung, jugend, jugendbuch, jugendliteratur, jung, junger mensch krebs, kindler, krankheit, krebs, leben, leukämie, liebe, mut

Liebe wird aus Mut gemacht

Catharina Junk
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 19.05.2017
ISBN 9783499271212
Genre: Romane

Rezension:

Eigentlich startet Nina nach ihrer Krebsbehandlung ja nicht "von Null". Ganz im Gegenteil trägt sie ein dickes Päckchen mit sich rum. Sie ist gerade mal 20 Jahre und die überraschende Diagnose einer solchen Krankheit hat ihr die Füße unter dem Boden weggezogen. Nichts ist mehr wie früher aber ein wirklicher Neustart will ihr erst mal nicht gelingen als sie als vorerst geheilt aus dem Krankenhaus entlassen wird, denn sie fürchtet sich davor, dass sie einen Rückfall erleiden könnte. Sie hat die Sicherheit und Leichtigkeit verloren und auch ihre Freundschaft mit Baharhat  ein einen tiefen Riss. Ihren Eltern und Bruder Theo ergeht es ähnlich. Alle bewegen sich auf Zehenspitzen umeinander herum und durch ein neu geschenktes Leben, welches sie erst wieder annehmen müssen.


Ziemlich schnell lernt Nina aber Erik kennen und verliebt sich Hals über Kopf und diese Liebe stellt sie bald vor die alles entscheidende Frage, ob sie wieder durchstarten kann und bereit ist für Glück und Liebe oder ob sie weiter in diesem Zustand des Wartens verharren soll.


Der Autorin Catharina Junk gelingt aufs Trefflichste der Spagat zwischen der glaubhaften Beschreibung einer Leukämieerkrankung und deren wenig romantische Therapie und den Gedanken und Gefühlen einer jungen  Frau, die nach dem Leben lechzt. Mit einer gehörigen Prise Humor und Situationskomik erzählt sie von der liebenswerten Nina, ihrer strickwütigen und aufopfernden Freundin Bahar, den unendlichen besorgten Eltern und dem Teenagerbruder Theo, der versucht seine Probleme und Nina's Erkrankung mit Gebeten zu bekämpfen.  Und dann gibt es auch noch Erik, einen jungen Mann, der sich in ein pausbäckiges Mädchen mit wilder Krausfrisur verliebt und dessen Vater viel mehr kann als Autos reparieren und schlechte Laune verbreiten.


Mehr will ich gar nicht erzählen, denn es macht einfach großen Spaß, dieses kluge und einfühlsame Buch selbst zu entdecken. Man kann damit weinen und lachen, schmunzeln und grübeln und ehrlich gesagt rechne ich schwer damit, dass diese tolle Geschichte bald als Fernsehfilm zu sehen ist. Das Format dazu hat sie allemal. Ich kann es nur sehr empfehlen.

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295 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 155 Rezensionen

berlin, berliner dom, ddr, krimi, marc raabe, mord, reihe, schlüssel, schlüssel 17, spannung, stasi, thriller, tom babylon, ullstein verlag, vergangenheit

Schlüssel 17

Marc Raabe
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.02.2018
ISBN 9783548289137
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Schlüssel mit der Zahl 17 verbindet zwei Todesfälle und auch die Schwester von Mordermittler Tom Babylon ist vor über 20 Jahren mit genauso einem Schlüssel verschwunden. Dies verschweigt er allerdings gefließentlich als er den aktuellen Mordfall an einer evangelischen Pfarrerin übernimmt.


Mit „Schlüssel 17“ startet die neue Krimireihe von Marc Raabe. Ich hatte vor Jahren mal seinen Erstling gelesen den Autor aber dann wieder aus den Augen verloren. Raabe schreibt routiniert und setzt die üblichen Kniffe des Genres ein, um den Spannungspegel hochzuhalten. Dazu gehören unter anderem verschiedene Erzählperspektiven und kurze Kapitel mit einigen Cliffhangern. Auch sind alle Hauptdarsteller, also auch die Psychologin und der leitende Ermittler, mit mehr oder weniger großen psychischen Altlasten unterwegs, wodurch ihre Handlungen auch mal beeinflusst werden und nicht immer ganz Regelkonform mit den Statuten des Polizeiapparates sind.


Marc Raabe hat einen actionreichen unterhaltsamen Krimi abgeliefert, der das Genre zwar nicht neu erfindet aber durchaus zu unterhalten weiß. Solide 4 Sterne.

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192 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 122 Rezensionen

amerika, amerikanische kleinstadt, colorado, diogenes, emotional fesselnd, familie, farmer, gesellschaftsthemen, holt, kent haruf, kleinstadt, roman, schwanger, usa, vorablesen

Lied der Weite

Kent Haruf , Rudolf Hermstein
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 12.01.2018
ISBN 9783257070170
Genre: Romane

Rezension:

"Das Lied der Weite" besticht durch eine edle Optik und einen verheißungsvollen Titel. Wer Harufs Geschichten kennt, weiß, dass die meisten wohl in der selben Gegend in den Vereinigten Staaten spielen. Eine eher ländliche Gegend, eine Kleinstadt, Viehzüchter und Bauern im weiten Umkreis. Dort sind die Männer noch wortkarg und bärbeißig und die Frauen stark und selbstständig obwohl der Mann hier noch das Sagen haben möchte.


Wieder hat Kent Haruf eine ungewöhnliche Wohngemeinschaft ersonnen. Wieder sind auch ältere Menschen wichtige Protagonisten in einer Geschichte voll kleiner und großer Alltagsdramen. Eine depressive Mutter verlässt Mann und Kinder und ein Teenager erwartet ein Kind und wird deshalb von der hartherzigen Mutter hinausgeschmissen. Mütter kommen in diesem Buch nicht unbedingt gut weg. Dagegen gibt es zwei ältere Herren, Brüder, alleinstehende Rinderzüchter, die im Laufe der Erzählung zu Höchstform auflaufen und aus ihrem Alltagstrott ausbrechen um dem jungen Mädchen aus ihrer Not zu helfen.


Starke Charaktere bevölkern dieses Buch. Und stark sind auch die Entwicklungen, die sie durchmachen. Dabei setzt der Autor auf einen sehr verhaltenen zurückgenommenen Betrachtungsstil und beobachtet das Geschehen aus einer gewissen Distanz, die aber nie kühl sondern immer wohltuend neutral rüber kommt. Man spürt die Gefühle der Protagonisten obwohl er wenig Worte darum macht. Haruf beherrscht für mich die hohe Kunst des Erzählens hervorragend. 


Ein rundherum gelungenes Buch mit einem stimmigen Plot.

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