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268 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 63 Rezensionen

fantasy, worte, magie, liebe, vogel

Bird and Sword

Amy Harmon , Corinna Wieja
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 26.10.2017
ISBN 9783736305489
Genre: Fantasy

Rezension:

Amy Harmon war mir bereits bekannt aus zahlreichen Liebesromanen. Schon dort hat mir ihr Sprachgefühl und ihre Erzählweise sehr gut gefallen. Umso gespannter war ich jetzt, wie sie eine phantastische Farbe in diese Geschichte bringen würde.


„Bird & Sword“ erzählt von zwei jungen Menschen, die, auch wenn der Vergleich etwas hinkt, ähnlich wie Romeo und Julia, eigentlich nicht zueinander finden dürften. Lark ist die Tochter einer Heilerin und besitzt selbst magische Kräfte, die im Land unter Strafe verboten sind. Zu ihrem Schutz belegt die Mutter sie mit einem Bann, bevor sie selber stirbt. Der junge König Tiras muss sich politisch erst beweisen und auch wenn er positive Ambitionen hat, sein Volk zu beschützen, so ist er doch immer wieder an die gesellschaftlichen Zwänge gebunden, die sein Vater einst eingeführt hatte. Deshalb dauert es lange, bis die beiden sich eingestehen, dass da mehr ist als bloßes Interesse.


Gefallen hat mir vor allem, dass sowohl Lark als auch Tiras durchaus Tiefgang und Facetten in ihrem Wesen haben, die sich auch erst nach und nach zeigen oder entwickeln. Und der fast poetische Ton, den Amy Harmon über weite Strecken anschlägt, ist einfach so schön, dass man drin schwelgen kann. Was ich etwas schade fand ist, dass das Phantastische  und Magische nicht immer auserzählt wird und die Autorin den Leser oft mit seiner Phantasie etwas alleine lässt. Ich brauche zwar nicht jede Szene im Detail und jede Gefühlsregung von allen Seiten aber gerade die Fantasy-Effekte sind natürlich in einem Buch dieses Genres wichtig und hier spart Amy Harmon etwas mit Beschreibungen und Erklärungen. Wenn sie sich dann aber doch die Zeit nimmt, dann sind die Abschnitte einfach lesenswert und schön und ich bin nur so durch das Buch geflogen.


Meine Hoffnung ist, dass im nächsten Band das kleine Defizit in der Handlung noch aufgeholt wird und es heraustritt aus dem Schatten einer Liebesgeschichte hinein ins spannende Fantasygenre.

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65 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 37 Rezensionen

meer, nordsee, liebe, trauma, ängste

Die Stille zwischen Himmel und Meer

Katharina Seck
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 26.10.2017
ISBN 9783404175901
Genre: Romane

Rezension:

Edda wurde als Kleinkind entführt und kann erst nach sehr langer Zeit in die Freiheit zurückkehren. Dieses Schicksal lastet noch Jahre später auf der jungen Frau, die sich von einem Urlaub am Meer Ruhe und Einsamkeit erhofft, auch um sich ihren Ängsten und Sehnsüchten mit neuer Kraft stellen zu können. Am Strand lernt sie in einer stürmischen Nacht Sebastian kennen, der ebenfalls ein Trauma erlitten hat und umso näher sich die beiden verletzten Menschen kommen, umso mehr öffnen sie sich für die Möglichkeit einer glücklicheren Zukunft.

„Die Stille zwischen Himmel und Meer“ war mein erstes Buch von Katharina Seck. Angezogen vom verheißungsvollen Titel und dem schönen Cover war ich sehr gespannt auf diese Geschichte. Eddas Schicksal ist sehr berührend und authentisch geschildert und man kann ihre seelischen Narben wirklich spüren und verstehen. Auch die persönliche Entwicklung, die sie im Laufe der Geschichte durchläuft und die Stärke, die sie Stück für Stück wiederfindet, sind gut beschrieben. Ich mochte sie auf Anhieb. Sebastian, der auf teilweise bärbeißige aber auch einfühlsame Weise in Eddas Leben tritt, blieb mir dagegen die meiste Zeit etwas fern. Ich hatte oft das Gefühl, dass er seine seelischen Verletzungen wie einen Schutzschild vor sich herträgt. Lange ist unklar, ob er für und mit Edda sein Schneckenhaus aufgeben kann. Beide ringen auf ihre eigene Weise um eine Heilung ihrer Herzen. Wie alles ausgeht, verrate ich natürlich nicht.

Der Schreibstil von Kati Seck ist in diesem Buch sehr gefühlvoll und die Autorin versucht mit poetischen Worten und Metaphern die Seelenpein ihrer Protagonisten zu beschreiben. Dies gelingt über weite Strecken auch sehr gut. Im letzten Drittel war es für meinen Geschmack ehrlich gesagt manchmal fast ein bisschen zu viel und ich hatte Sorge, ob mir das Finale gefallen würde und ob es nicht zu kitschig werden würde. Aber ich war mit dem Ende mehr als zufrieden. Es macht die Geschichte stimmig und erdet sie.

Ein schöner Roman über den Versuch, sein Schicksal zu überwinden und in die eigenen Hände zu nehmen.

 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Mudbound – Die Tränen von Mississippi

Hillary Jordan , Karin Dufner
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 02.11.2017
ISBN 9783866124561
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch hatte mich von Anfang an interessiert. Ich mag Geschichten, die im Süden der USA spielen und in denen es auch um Rassenkonflikte geht. Klingt jetzt komisch, dass ich das mag. Ich meine natürlich, dass ich solche Bücher als wichtig und lesenswert finde, da das Thema leider weltweit immer aktuell ist und bleibt. Der Mensch ist einfach im tiefsten Innern ein Rassist. Und nur Verstand und Lebenserfahrung können ihn eines Besseren belehren. Darum geht es auch in Mudbound welches 1946 auf einer Baumwollfarm im Mississippi-Delta spielt.


Zwei Soldaten kehren aus dem Weltkrieg heim. Über alle Rassengrenzen und Standesdünkel hinweg verbinden sie die traumatischen Erlebnisse miteinander und die beiden freunden sich an. Allerdings versuchen sie zuerst, dies geheim zu halten, da die Landbevölkerung solche Verbrüderungen nicht gerne sieht. Geschildert wird ihre Freundschaft aber auch ihre psychischen Probleme mit den Kriegserlebnissen. Die Diskriminierung der Schwarzen ist tief in der Gesellschaft verwurzelt und hat erschreckende Züge angenommen. Man bang von Anfang an mit den zwei jungen Männern und ihren Familien.


Das Buch hat mir rundrum sehr gut gefallen. Ansprechendes Cover, toller Titel, wunderschöner eindringlicher Schreibstil. Und dann habe ich auch noch herausgefunden, dass das Buch bereits verfilmt wurde. Bei Netflix kann man den Film ab dem 17.11. sehen. Gut, dass ich den Roman schon gelesen habe. Ich bin auf die Umsetzung gespannt.


Dicke Leseempfehlung von mir.

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346 Bibliotheken, 39 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

thriller, dan brown, barcelona, robert langdon, origin

Origin

Dan Brown
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 04.10.2017
ISBN 9783431039993
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum fünften und sicher nicht letzten Mal ist Robert Langdon auf der Jagd nach der Wahrheit. Dan Brown schickt seinen Helden in „Origin“ diesmal quer durch Spanien, um ein Rätsel zu lösen, welches die Welt verändern könnte.


Der Zukunftsforscher, Edmond Kirsch, kündigt in einer weltweiten Live-Sendung spektakuläre neue wissenschaftliche Erkenntnisse an, die Fragen nach dem „WOHER UND WOHIN“ der Menschheit beantworten sollen. Aber jemand versucht dies mit allen Mitteln zu verhindern und geht dabei auch über Leichen.


Langdon wird mal wieder in eine abenteuerliche Schnitzeljagd hineingezogen, welche sein Leben bedroht und all seinen Mut und seine Klugheit verlangt, um zu einem glücklichen Ende zu kommen. Und wieder ist eine wunderschöne Frau an seiner Seite und Vertreter der Kirche und der Polizei jagen ihn aus unterschiedlichsten Gründen. Also das gleiche Schema wie in seinen vorhergehenden Büchern. Diese Vorhersehbarkeit wünschen sich sicher seine Fans und es ist wirklich der einzige Makel, den ich an diesem Buch finden kann. Denn ansonsten war ich begeistert von der stetig wachsenden Spannung, dem anspruchsvollen Sprachstil und der intelligenten Auflösung dieses Thrillers. Dan Brown ist diesmal aktueller, wissenschaftlicher und visionärer als in all seinen vorhergehenden Büchern. Anders als in seinem letzten Roman „Inferno“ verzettelt er sich diesmal auch nicht in unendlich vielen Bilder- und Symbolrätseln sondern beschränkt sich auf einen kniffelig zu lösenden Code und nimmt die Veröffentlichung von Kirsch’s Botschaft als wichtigstes Ziel von Langdons Bemühungen um dann im letzten Abschnitt dieser Geschichte intensiv und akribisch dessen Entdeckungen auf den Grund zu gehen.


Für jeden halbwegs interessierten Leser bietet dieses Buch sicher den Anstoß sich nach dem Genuss der letzten Seite Gedanken zu machen über die existenziellen Fragen der Menschheit. Da Dan Brown bekannt für seine gründliche Recherchearbeit ist, kann man hier mehr als einmal staunen und ich war gleichermaßen begeistert und überrascht von all den Fakten und Details. Für mich tatsächlich nach Sakrileg der beste Langdon-Thriller. Von mir eine dicke Leseempfehlung.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Mit der Flut

Agnes Krup
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.10.2017
ISBN 9783492058421
Genre: Romane

Rezension:

1923 schleicht sich der halbwüchsige Paul Benitt mit Hilfe seines Freundes auf ein Überseeschiff und gelangt so schließlich nach New York. Schon immer hatte er eine unstillbare Sehnsucht in sich und er hofft, dass er sie im fernen Amerika erfüllt findet. Aber erst einmal muss er in dieser überbordenden Stadt voller Einwanderer sein Überleben sichern. Er hat Glück und ist bald als Tischler erfolgreich. Jahre später verliebt er sich in die italienische Einwanderers-Tochter Antonia und auf den ersten Blick scheint sein Glück perfekt. Aber die Sehnsucht ist geblieben und hat sich in Gestalt eines unerfüllten Berufswunsches manifestiert. Schließlich kehrt er alleine nach Deutschland zurück, um dort endlich das Arzt-Studium aufnehmen zu können, von dem er sich die Erfüllung seiner Wünsche erhofft. Antonia bleibt in New York zurück mit dem Versprechen vertröstet, er werde zurückkommen und sie heiraten. Aber nach dem Studium kommt der Krieg den beiden in die Quere. Und Paul ist unsicher, ob er überhaupt zurückkehren möchte.

Ich habe mich mit dem Hauptdarsteller Paul sehr schwer getan. Er ist ein unterkühlter und sehr rational denkender Mann. Einer, der oberflächlich gut mit Menschen kann, solange, bis sie einem sehr nahe kommen und spüren, dass es ihm in Wirklichkeit schwerfällt, für andere die nötige Empathie aufzubringen. Auch ist er verschlossen und kann seine Gefühle nie wirklich in Worten ausdrücken. Ganz anders Antonia, die das Herz auf der Zunge trägt, die in einer Liebe und Treue an ihm hängt, die er nicht verdient hat. Dieses Ungleichgewicht der Gefühle empfand ich bald als sehr traurig, teilweise richtig bedrückend.

Das Buch schreitet flott durch die Zeit, überspringt hie und da mal ein paar Jahre, lebt davon, dass es sehr viele Briefe gibt – vor allem von Antonia, aber auch von Paul – die dem Leser die Personen und ihre Erlebnisse näherbringen. Die historischen Geschehnisse des Krieges werden nur marginal gestreift und sind für die Geschichte nur insofern wichtig, als sie Paul länger in Deutschland halten, als er es anfangs geplant hatte und dass er natürlich Kriegserlebnisse mit sich herumträgt.

Die Autorin erzählt eine fiktive Geschichte, die in Teilen wohl an die Erlebnisse ihres Onkels angelehnt ist. Die Liebesgeschichte ist nicht so romantisch und hoffnungsvoll, wie ich es mir wohl erwartet hatte. Auch war es mir fast ein wenig Zeitkolorit. Dennoch ein Buch, welches ich gerne gelesen habe, da die Sprache von Agnes Krup es schafft, die zwischenmenschlichen Abgründe sehr treffend und feinfühlig zu erzählen.  

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21 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

nordafrika, arabische nationalisten, filmteam, 1920, französiche kolonialiste

Die Großmächtigen

Hédi Kaddour , Grete Osterwald
Fester Einband: 477 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 14.07.2017
ISBN 9783351036812
Genre: Romane

Rezension:

Wer sind sie „Die Großmächtigen“? Das fragte ich mich sofort, als ich diesen ungewöhnlichen Titel gelesen habe. Dazu ein vielversprechendes, wunderschönes Cover, welches mich zugreifen ließ.


Groß und mächtig fühlen sich in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts in der maghrebinischen Stadt Nahbès die Franzosen, als Kolonialherren in ihrem scheinbar abgeschlossenen, elitären Zirkel. Aber die Gesellschaft ist bereits in Umbruch. Und deutlich wird das durch ein amerikanisches Filmteam, dass überraschend in die Stadt einfällt und die Menschen durcheinanderwirbelt und eine Lawine an kleinen und großen Ereignissen in Kraft setzt, die wie eine stetig wachsende Welle aus der kleinen Stadt bis hin in das ferne Europa, ja bis ins Ruhrgebiet schwappt.


Eine Handvoll kulturell sehr unterschiedlicher Menschen steht im Zentrum der Geschehnisse. Frauen und Männer, jungen und reifere, die jeder auf seine Weise auf der Suche sind. Dabei treffen sie aufeinander, umkreisen sich, kommen sich näher.


Der Stil, in dem Hedi Kaddour erzählt, ist anspruchsvoll, farbenfroh und mit einer Prise schalkhaften Humors für die Schwächen und Sehnsüchte der Menschen. Er macht dabei keinen großen Unterschied zwischen den Nationalitäten, hält allen einen Spiegel vor. Ich hatte das Gefühl, er möchte einen Bogen spannen zu heutigen Tagen. Einen Bogen zu den Beziehungen der Afrikaner und Europäer, die schon vor langem auf eine schiefe Bahn gerieten.


Ein schönes Buch für ein paar überraschende Lesestunden.

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155 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 82 Rezensionen

liebe, geheimnisse, familie, regentage, regen

Das Glück an Regentagen

Marissa Stapley , Katharina Naumann
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 07.11.2017
ISBN 9783499291708
Genre: Liebesromane

Rezension:

Als Mae noch ein Teenager war, hat sich in ihrer Familie ein Unglück ereignet, bei dem ihre Eltern gestorben sind. Als dann auch noch ihrer Jugendfreund Gabe aus der Stadt flieht, weil er des Raubes verdächtigt wird, bricht für das Mädchen eine Welt zusammen. Sie verlässt Alexandria Bay und kehrt erst nach 10 Jahren zurück, weil sie neuerlich ein Mann schwer enttäuscht und verlassenhat.

Aber natürlich ist nicht alles so, wie sie die ganzen Jahre gedacht hat. Und Gabe kehrt zurück, was eine neue dramatische Spirale von Ereignissen in Gang setzt.

Das Buch besticht mit seinem farbintensiven schönen Cover und die Autorin weiß mit Sprache hervorragend umzugehen. Ihr Schreibstil hat mich von Anfang an gefangen genommen. Die Story spielt abwechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit und der Leser erfährt nach und nach das Ganze Familiendrama. Im letzten Abschnitt gib es die ein oder andere Überraschung, die schließlich zu einem Ende kommt, welches weitgehend überzeugt.

Etwas überflüssig fand ich persönlich den Epilog, der eine Aussicht auf das gesamte weitere Leben der Hauptakteure gibt. Ich persönlich hätte das nicht so genau gebraucht. Lieber wäre mir tatsächlich gewesen, das Buch hätte sich zwischendrin manchmal etwas mehr Zeit genommen, denn einige Geschehnisse sind wie im Zeitraffer erzählt.

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Das Buch bekommt von mir 4 Sterne und ich hoffe, es wird ein weiteres Buch dieser Autorin in einer Übersetzung geben.

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330 Bibliotheken, 15 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

liebe, fantasy, die gabe der auserwählten, dalbreck, venda

Die Gabe der Auserwählten

Mary E. Pearson , Barbara Imgrund
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei ONE ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 26.10.2017
ISBN 9783846600528
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der dritte Teil der Saga „Die Chroniken der Verbliebenen“. Leider noch nicht der Abschlussband. Im deutschsprachigen Raum wurde der letzte Band geteilt. Dementsprechend war ich gespannt, wieviel vom Showdown wir zu lesen bekommen. Soviel vorneweg. Eindeutig zu wenig.

Man merkt der Geschichte deutlich an, dass die Autorin hier einen großen Anlauf nimmt für das Finale. Und diese Aufwärmrunde besteht vor allem darin, dass Lia und Rafe, jeder für sich erkennen, dass die Liebe alleine nicht ausreicht. Es geht inzwischen um viel mehr. Es geht um das Überleben ihrer Völker, um die Freiheit und um den Kampf gegen die verhassten Feinde. Und deshalb rückt Stück für Stück ihre Beziehung in die zweite Reihe. Diese Erkenntnis ist für beide schwer zu schlucken.

Lia wird merklich reifer und trifft eigene Entschlüsse. Rafe versucht immer noch, sie zu beschützen aber vielleicht dadurch auch etwas zu bevormunden. Der Bruch ist vorprogrammiert und auch wenn der Leser hier schlucken muss, so habe ich doch das Gefühl, dass da noch was kommt mit den beiden. So einfach gebe ich meine Zuversicht nicht auf.

Ansonsten tut sich noch relativ wenig in der Geschichte. Gefallen hat mir auch wieder Kaden als immer noch ziemlich undurchsichtiger Charakter. Er ist ein bisschen der Joker in dieser Story aber ich tippe trotzdem darauf, dass Rafe und Lia am Ende doch am gleichen Strang ziehen und wieder zueinander finden.

Tolles Cover, toller Erzählstil, in diesem Genre sicher ein Highlight. Zugreifen. Ich fiebere dem vierten Band entgegen.

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44 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

gebrüder grimm, grimm, kassel, hessen, märchen

Grimms Morde

Tanja Kinkel
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Droemer, 02.10.2017
ISBN 9783426281017
Genre: Historische Romane

Rezension:

Zum Inhalt:

Kassel 1821: Eine ehemalige Mätresse des Kurfürsten von Kassel, Wilhelm I., wird grausam ermordet. Bei ihrer Leiche findet man ein Zitat aus einem grimmschen Märchen. Ist es ein Hinweis auf den Mörder? Die Polizei nimmt als mutmaßlichen Täter sofort Jakob Grimm, Hofbibliothekar und Mitverfasser der Grimmschen Märchensammlung, ins Visier. Der sieht sich gezwungen, mit seinem Bruder Wilhelm selbst Nachforschungen zu beginnen, um seine Unschuld zu beweisen und den Mörder vielleicht sogar selbst überführen zu können. Die Droste-Schwestern Annette und Jenny, die verschiedene Märchen zu der Sammlung beigetragen haben, fühlen sich mitverantwortlich und bieten ihre Hilfe an. Bald wird ein weiterer Toter gefunden, ebenfalls mit einem vielsagenden Zitat.

Meine Meinung:

 „Grimms Morde“ war für mich nur vordergründig ein Kriminalfall. Es war für mich vor allem ein Roman, der auf anspruchsvolle Weise versucht, die komplizierte Gesellschaftsstruktur der damaligen Zeit und deren, uns heute seltsam anmutende, Moralvorstellungen vor Augen zu führen. Wo auf der einen Seite ein Monarch unter den Augen der Öffentlichkeit eine ganze Handvoll Mätressen und unehelicher Kinder haben durfte, wurden die Frauen an sich als dem Manne geistig und sozial untertan angesehen und sollten züchtig und demütig den Haushalt führen, dem Manne dienen und ansonsten möglichst den Mund halten. Vor allem Annette Droste fällt hier wohl von Kindheit an aus dem Rahmen. Ihre Intelligenz, ihr Wortwitz, ihre schriftstellerischen Fähigkeiten, sind vor allem ihrem Onkel August ein Dorn im Auge. Vor längerem bereits hatte er versucht, seiner Nichte mit einer bitterbösen Intrige einen gehörigen Denkzettel zu verpassen. Für Annette wird die Suche nach dem Mörder auch zu einer Möglichkeit, aus ihrem Kummer und ihren Selbstvorwürfen herauszufinden und wieder zu sich selbst zu finden.

Die Beziehungen der beiden Geschwisterpaare sind diffizil und nicht frei von Animositäten und Vorurteilen. Während Jakob sich wie die meisten Männer erst mal mit Annette Wortgefechte liefert, ist Jenny Wilhelm in zärtlichen Gefühlen zugetan. Daraus entspinnen sich im Laufe der Geschichte immer wieder wunderbare Dialoge, die dem Buch die nötige Würze verleihen und, wie der gesamte Roman,  den brillante Sprachstil der Autorin widerspiegeln. Die vier Charaktere durchlaufen eine teils dramatische Entwicklung die schließlich mit dazu führt, dass am Ende der komplizierte Mordfall von ihnen gemeinsam gelöst werden kann.

Teile der gesammelten Märchen der Gebrüder Grimm sind ja wohl jedem, der einmal in Deutschland Kind war, mehr oder weniger geläufig. Über die Droste-Schwestern Annette und Jenny wusste ich so gut wie nichts. Mein Interesse wurde jetzt heftig angefacht.

Wichtig, und wie immer sehr erhellend, war mir auch das Nachwort, in dem erklärt wird, was erfunden ist und was die von der Autorin aufgearbeitete "Realität". Es ist ja toll, dass es zu dieser Zeit oft lebhafte und regelmäßige Briefwechsel gab, die wichtige Anhaltspunkte über die Geschehnisse und die Beziehungen der Menschen untereinander geben. Dennoch ist es die Kunst der Autorin, daraus eine gute Geschichte zu schreiben, die dem Ganzen einen logischen Sinn und Leben einhaucht. Das ist hier wirklich hervorragend gelungen. Wer einen anspruchsvollen historischen Roman sucht mit viel "Nährwert", der ist hier genau richtig.

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36 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

tagebuch, mörder, mord, memory game, felicia yap

Memory Game - Erinnern ist tödlich

Felicia Yap , Bettina Spangler
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 25.09.2017
ISBN 9783764531829
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Setting, welches Felicia Yap in ihrem Erstling „Memory Game“ erfunden hat, ist sehr ungewöhnlich und überraschend. Die Welt ist aufgrund der Gedächtnisleistungen in Monos und Duos unterteilt, wobei erstere sich nur an den letzten Tag ihres Lebens bewusst zurückerinnern können und die anderen immerhin ganze zwei Tage. Also eine Deformation des Kurzzeitgedächtnisses, denn grundlegende Dinge können durch Erlernen ins Langzeitgedächtnis abgespeichert werden.

Ich habe vor ein paar Monaten einen Thriller gelesen, deren Protagonistin an einer ähnlichen Krankheit gelitten hat und die Vorgaben sind sehr ähnlich. Hier wie dort wird ein Tagebuch benötigt, um die täglichen Ereignisse nicht vollständig zu vergessen. Was natürlich beinhaltet, dass ein Tagebuch auch mal ungenau oder subjektiv ist, Daten fehlen oder auch manipuliert werden können. Oder das Tagebuch geht verloren, was der Supergau wäre.

Da es gleichzeitig auch ein Thriller ist, geschieht natürlich ein Mord und der Leser bekommt nun durch die wechselnden Perspektiven von vier verschiedenen Hauptdarstellern und dem Tagebuch der Ermordeten einen trickreichen und anfangs fast undurchschaubaren Kriminalfall präsentiert.

Mich hat die Geschichte sofort gefesselt. Der Erinnerungsdefekt wird als Normalzustand der Menschen zu einem spannenden Detail, welches der Autorin die Möglichkeit gibt, viele Geschehnisse noch geheimnisvoller und undurchsichtiger zu gestalten. Teilweise wissen sowohl der Leser als auch die Protagonisten nicht, was wirklich passiert ist bzw. was die Wahrheit ist und wo der Zusammenhang liegt. Auch der Schreibstil hat mir ausgesprochen gut gefallen und das Finale birgt noch die ein oder andere Überraschung.

Abgerundet durch eine sehr ansprechende Cover-Gestaltung ist dieses Buch eine wirkliche Leseempfehlung. Gut, dass ich das jetzt aufgeschrieben habe. So kann ich es nicht wieder vergessen.

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105 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

liebe, münchen, geschwister, lilli beck, roman

Wie der Wind und das Meer

Lilli Beck
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.09.2017
ISBN 9783764505776
Genre: Romane

Rezension:

Das Ende des Zweiten Weltkrieges steht kurz bevor. Aber in den letzten Wochen bombadierten die Allierten die bayerische Landeshauptstadt München mit allem, was die Kriegsmaschinerie hergab. 90 % der Altstadt wurden dabei zerstört. Zu den Opfern zählen auch die Familien von Paul und Sarah, die sich in den Trümmern auf der Suche nach Nahrung und Hilfe zum ersten Mal begegnen. Das gemeinsame Leid schweißt die Kinder zusammen und aus Furcht, man könnte sie wieder trennen, geben die beiden sich als Geschwister aus. Die Behörden stecken die beiden in eines der überfüllten Kinderheime, die zur damaligen Zeit eher an Straflager erinnerten und in denen es nicht um das Wohlergehen der Kinder ging, sondern wohl mehr um das kostengünstige Wegsperren der vielen Waisen.

Aber endlich haben die beiden Glück und ein liebevolles Ehepaar adoptiert das vermeindliche Geschwisterpaar. Eine Weile geht alles gut. Bis die beiden sich in der Pubertät heftig ineinander verlieben und diese Liebe dann auch heimlich zu Leben beginnen. Die Lüge über ihre Verwandtschaft lässt sich aber nicht mehr so einfach aus der Welt schaffen und schließlich kommt es zum Eklat und Sarah verlässt München.
Vor allem das erste Drittel des Buches hat mich sehr berührt. Die traumatischen Kriegserlebnisse und die Schikanen im Waisenhaus sind erschütternd und man freut sich, dass die beiden es trotz allem schaffen, eisern und unerschütterlich aneinander festzuhalten. Auch die junge Liebe kann man gut nachvollziehen und ihre Verzweiflung und die Angst vor Bestrafung, wenn die Lüge herauskommen würde.

Später, als die Jahre vergehen, und die beiden erwachsen sind, machen sie sich aber gegenseitig das Leben schwer und vor allem Sarah verhindert durch neue Lügen immer wieder, dass es zu einem Happy-End kommen könnte. Über den Schluss möchte ich aber nichts verraten. Der Leser begleitet Paul und Sarah über 40 Jahre. So nebenbei erfährt man auch einiges über die Entwicklung Deutschlands nach dem zweiten Weltkrieg. Das gibt der Geschichte einen authentischen Rahmen.

Es ist mein erstes Buch von Lilli Beck und hat mir gut gefallen. Als Münchner Kindl habe ich vieles wiedererkannt und die Zeit nach dem Krieg ist lebhaft und realistisch geschildert. Mir hat auch der Schreibstil sehr gefallen.

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56 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

binabik, bedrohlich, verbündete, prinz morgan, sturmspitze

Die Hexenholzkrone 1 - Der letzte König von Osten Ard

Tad Williams , Cornelia Holfelder-von der Tann , Wolfram Ströle
Fester Einband: 800 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 09.09.2017
ISBN 9783608949537
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Osten-Ard-Saga von Tad Williams war und ist meine absolute Fantasy-Lieblings-Reihe. Vor 20 Jahren zum ersten Mal genossen, habe ich es bereits vier Mal komplett gelesen und schwelge jedes Mal wieder begeistert in dieser ausgeklügelten und facettenreichen Geschichte, die an Spannung und Kreativität auf dem High-Fantasy-Sektor ihresgleichen sucht. Umso schöner die Nachricht, dass es nun mit der Saga tatsächlich weitergeht und ich war gespannt ob der Autor mich mit der Fortsetzung wieder überzeugen kann.

Die Geschichte spielt ungefähr 30 Jahre nach dem Ende des „Engelsturms“. König Simon und Königin Miriamel befinden sich auf einer Reise zu Herzog Isgrimnur, um ihn ein letztes Mal auf dem Krankenbett zu besuchen. Nach und nach treffen wir die meisten der liebgewonnenen Helden und Heldinnen aus den Vorgängerbüchern wieder und erfahren, wie es ihnen ergangen ist. Dabei wird auch ein bisschen aufgefrischt, was damals vor so vielen Jahren alles passiert ist und wie die Menschen den schier aussichtlosen Kampf gegen den Sturmkönig und seine Weißfüchse doch noch für sich entscheiden konnten.

Aber schon auf den ersten Seiten schleicht sich ein bedrohlicher Unterton in das Buch. Da wird eine Sitha, die mit einer dringenden Nachricht zu den Menschen unterwegs ist, niedergeschossen. Ein Fürst ist einer Frau verfallen, die unheimliche alte Mächte anbetet. Man findet tote Nornen mitten in menschlichem Gebiet und Gerüchte machen die Runde, dass der Feind sich im Norden wieder zu rühren beginnt. Das ist bekannt aber dennoch spannend zu lesen.

Neu ist diesmal – und darauf eingestimmt wurde man schon im Zwischenband „Das Herz der verlorenen Dinge“ – dass Tad Williams den Nornen viel mehr Raum gibt. Durch das Halblbut Nezeru taucht der Leser tief ein in eine nicht-menschliche Welt in der fremde Regeln und Gesetzmäßigkeiten ein faszinierendes Bild von einem Feind gewähren, der dadurch noch bedrohlicher und fürchterlicher zu werden droht, als man es schon aus dem ersten Teil zu wissen glaubte, der aber dadurch auch eine viel differenziertere Meinung gestattet, denn schon bald ist klar: Norne ist nicht gleich Norne und auch dort könnte es durchaus potentielle HeldINNEN geben, die am Ende vielleicht den Weg zu einem wirklichen Frieden weisen könnten. Natürlich erst nach einem langen und blutigen Kampf, der bereits am Horizont zu dräuen beginnt.

Ich habe mich so richtig zuhause gefühlt in diesem Buch. Sicherlich ist vor allem die erste Hälfte des Buches auch zum Aufwärmen für Fans und zum Eingewöhnen für Neueinsteiger gedacht. Tad Williams lässt sich Zeit und gönnt dem Leser diese auch, um anzukommen in Osten Ard. Neben den alten gibt es auch einige sehr interessante neue Charaktere, die großes Potential für die weitere Handlung versprechen. Es ist trotz gewohnter Elemente und bekannter Personen für mich kein einfacher Aufguss des ersten Zyklus. Der Autor schafft den Spagat zwischen Heimkommen und Spannung durch Neues erzeugen.

Der deutsche Verlag hat das englische Original in zwei Bände gesplittet und dabei einen überaus fiesen Cliffhanger gesetzt. Deshalb kann ich es kaum erwarten, wenn in wenigen Wochen Band zwei rauskommt.

Mein Fazit: Osten-Ard wie es leibt und lebt. Ich liebe es und bin total begeistert.

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49 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

krieg, norwegen, ulf schiewe, wikinger, harald hardrada

Herrscher des Nordens - Thors Hammer

Ulf Schiewe
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2017
ISBN 9783426520024
Genre: Historische Romane

Rezension:

 

 

 

Harald Sigurdson ist noch ein Teenager, als sein Bruder Olaf den Kampf um die norwegische Königskrone verliert. Harald überlebt schwer verletzt und gelangt mit einer Handvoll treuer Freunde schließlich nach Russland, wo er sich als Söldner verdingen will.
„Thors Hammer“ ist der erste Band einer inhaltlich zusammenhängenden Trilogie, die der Knaurverlag innerhalb weniger Monate herausbringt. Der Autor, Ulf Schiewe, hat sich das spannende Leben des wohl bekanntesten norwegischen Königs, Harald,  zum Dreh- und Angelpunkt seiner Geschichte auserkoren. Da es über diese Zeit im 11. Jahrhundert wenig schriftliche Unterlagen gibt, hat er vor allem die mündlichen Überlieferungen und die Niederschriften der „Edda“ als dramaturgisches Gerüst gewählt. Freilich musste er Lücken und Ungenauigkeiten mit eigener Phantasie füllen. Dies gelingt ihm aber, dank ausführlicher Recherche über Land und Leute zur damaligen Zeit, hervorragend.

Harald und seine Mannen sind Wikinger, wie man sie sich vorstellt. Starke und raubeinige Männer mit einem Schwert in der einen Faust und einer hübschen Sklavin an der anderen Hand. Aber sie waren natürlich noch viel mehr. Sie waren Seefahrer und Eroberer, verdingten sich als Söldner und verteidigten ihre Familie und ihre Freiheit auch mit dem eigenen Leben. Durch Harald lernen wir die Norweger als sympathische und auf ihre Götter und die eigene Stärke vertrauende Menschen kennen. Bereits in jungen Jahren scheint Harald Klugheit und nicht nur eine ungewöhnliche Körpergröße sondern auch Führungsqualitäten besessen zu haben. Es macht großen Spaß zu beobachten, wie aus dem Jungen nach und nach ein Mann wird. Die politischen Verwicklungen sind ebenso spannend wie die kulturellen Umbrüche, an denen auch der christliche Glauben seinen Anteil hat.

Wer bereits die Normannensaga von Ulf Schiewe kennt, wird Gemeinsamkeiten erkennen und den unterhaltsamen Schreibstil schätzen. Vor allem der Hauptcharakter macht bereits in diesem ersten Teil eine nachvollziehbare Entwicklung durch. Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht.

 

 

 

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83 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

ddr, krimi, berlin, russland, stasi

Stimme der Toten

Elisabeth Herrmann
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 14.08.2017
ISBN 9783442313914
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Es wurde bereits von Vorrezensenten erwähnt, dass die Einordnung als Kriminalroman wohl eher auf den Vorgänger-Romanen der Autorin begründet ist, denn hier handelt es sich doch eher um einen Thriller, denn obwohl der Auslöser ein Mord bzw. die verwischten Spuren am Tatort sind, so ist es doch über weite Strecken eben kein klassischer Kriminalroman mit einem Ermittler und der Suche nach dem Täter.

Aber mir war das schon im ersten Band dieser Reihe um die Tatortreinigerin Judith ein Dorn im Auge. Der einzige, denn ich wurde ansonsten wieder sehr gut unterhalten.

Es gefällt mir ausnehmend gut, dass die Romane von Elisabeth Herrmann allesamt - und so auch dieser - sehr politisch sind, wobei sie sich nicht nur auf die Vergangenheit fokussiert, sondern durchaus auch akutelle heiße Themen anfasst. Oder sollte man vielleicht sagen, diese Themen sind zeitlos und gab und gibt es schon, solange es die Geschichtsschreibung und Romane gibt.

Auf jeden Fall ein sehr unterhaltsames Buch mit einer ungewöhnlichen und sperrigen Heldin. Das erinnert ein klitzekleines bisschen an Lisbeth Salander. Aber trotzdem gut.

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212 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 101 Rezensionen

harry hole, norwegen, oslo, thriller, krimi

Durst

Jo Nesbø , Günther Frauenlob
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 15.09.2017
ISBN 9783550081729
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Harry Hole wollte eigentlich weit weg vom Polizeidienst. Seine Gesundheit und seine Frau sind ihm wichtiger. Er hat sich dafür entschieden als Dozent zu arbeiten. Aber das geht nicht lange gut. Die Vergangenheit und ein noch immer frei laufender Serienkiller holen ihn ein. Und bald ist nicht nur er in den Fall verwickelt, sondern immer mehr Menschen, die Hole nicht nur kennt, sondern die ihm auch wichtig sind. Als Rakel überraschend ins Krankenhaus kommt scheint es, als würde Hole mal wieder in alte Muster verfallen und zur Flasche greifen.

Wie immer ist Harry nah dran am Abgrund. Beruflich und privat. Und wie immer schreibt Nesbo mitreissend und so spannend, dass man das Buch einfach nicht aus der Hand legen kann. Mir gefällt, dass Harry so realistisch und nicht weichgespült rüberkommt und dass die Geschichte für den Leser wieder die ein oder andere unvorhergesehene Wendung bereit hält. „Durst“ ragt heraus aus dem Thriller-Genre. Volle Punktzahl für einen perfekten Thriller. Jo Nesbo hat es einfach drauf.

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385 Bibliotheken, 22 Leser, 0 Gruppen, 54 Rezensionen

jay kristoff, assassinen, nevernight, fantasy, mia corvere

Nevernight - Die Prüfung

Jay Kristoff , Kirsten Borchardt
Fester Einband: 704 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 24.08.2017
ISBN 9783596297573
Genre: Fantasy

Rezension:

Man soll ja ein Buch nicht nur wegen seines tollen Covers auswählen. Aber bei „Nevernight“ von Jay Kristoff wäre das tatsächlich schon ein Kaufgrund für mich gewesen. Und nach dem Genuss des Buches kann ich sagen, es passt auch noch wie die Faust aufs Auge.

Mia Corvere heißt die geheimnisvolle junge Frau und ihr schattenhafter Begleiter ist die Nicht-Katze, Herr Freundlich. Politische Gegner haben ihren Vater gestürzt und ermordet und die Mutter und den kleinen Bruder verschleppt. Ihr einziges Ziel ist es nun Rache zu üben und die Verantwortlichen zu töten. Da diese inzwischen im Land die Machthaber sind, möchte sie in der Roten Schule zur Assassine ausgebildet werden, um ihren mörderischen Plan in die Tat umsetzen zu können. Die Gemeinschaft der Göttin des Todes nimmt sie und gut zwei Dutzend andere Teenager tatsächlich auf aber es wird schnell klar, dass es hier keinen normalen Unterricht geben wird und ab jetzt keiner mehr seines Lebens sicher sein kann. Die Lehrer sind allesamt Meuchelmörder, die sich mit der großen Anzahl ihrer namenlosen Opfer brüsten. Und die Prüfungen und Aufgaben, die sie den neuen Schülern auferlegen, sind blutig, schmerzhaft und so gefährlich, dass reihenweise Novizen lebensgefährlich verletzt werden oder sogar das Zeitliche segnen, um alsdann ohne viel Federlesen und unbetrauert in namenlose Gräber zu verschwinden. Das Szenario ist also teilweise ziemlich harter Tobak und Gänsehaut und Schluckbeschwerden beim Lesen sind vorprogrammiert.

Aber Jay Kristoff schafft es mit traumwandlerischer Sicherheit seiner Geschichte neben den brutalen und mörderischen Elementen auch einen magischen und menschlichen Ton zu geben. Mia findet nach und nach so etwas wie Freundschaften unter den Mitschülern und immer wieder stellen sie sich auch die Frage, ob diese unbarmherzige Ausbildung alles Gute und Hoffnungsvolle in ihnen abtöten wird und ob sie diesen Weg wirklich bis zum bitteren Ende gehen wollen. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, denn Herr Freundlich, das seltsame Nicht-Wesen, ist ein sarkastischer und ehrlicher Berater, der Mia auf höchst ungewöhnliche Art und Weise das Leben erleichtert und so manches Mal mit ihren Entscheidungen nicht ganz einverstanden ist. Das Finale ist furios und findet, neben einem aussichtsreichen Blick in die Zukunft auf die Gott sei Dank bald nahende Fortsetzung, zu einem homogenen Abschluss des ersten Bandes.

Mein Fazit: Ein Jahreshighlight für mich. Mit sarkastischem Unterton, ohne Furcht davor, die ganze Nomenklatur der Gefühle in all ihren Tonlagen zu spielen, baut Jay Kristoff ein facettenreiches, düsteres Setting auf mit einer charakterstarken Heldin und einem bis zur letzten Seite spannenden und überraschenden Plot. Ein besonderer Kniff hierbei sind auch die unterhaltsamen Fußnoten, die auf einer zweiten Ebene weitere Einblicke in die faszinierend vielfältige Fantasywelt geben, die der Autor mit viel Liebe zum Detail entwickelt hat.

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53 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

historischer roman, venedig, martha sophie marcus, 1667, marcus

Das blaue Medaillon

Martha Sophie Marcus
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.08.2017
ISBN 9783404175642
Genre: Historische Romane

Rezension:

Alessa hat ihre Eltern bereits vor Jahren verloren und wird von ihrem Großvater aufgezogen. Der hat etwas ungewöhnliche Methoden. Sie erlernt bei ihm Dinge, die keine junge Dame eigentlich lernen möchte. Wie sie in Häuser einbricht, Türen heimlich öffnet, anderer Leute Eigentum entwendet, über Dächer vor den Häschern entfliehen kann. Und sie ist sehr begabt darin das Handwerk der Diebe zu erlernen. Aber dann wird ihr Großvater ermordet und die Täter verfolgen auch Alessa. Was wollen sie von der jungen Frau? Welches Geheimnis ist um den Tod der Eltern und des Großvaters? Wohin soll sie fliehen und wem kann sie noch trauen?

Es ist nicht mein erstes Buch von Martha Sophie Marcus. Die Autorin versteht es, immer wieder sehr unterschiedliche Themen des historischen Romans aufzugreifen und recherchiert die geschichtlichen Zusammenhänge und die jeweiligen Verhältnisse sehr ausführlich, so dass sie ihre Geschichten solide unterfüttern kann. Nicht jedes Buch hat mir gleich gut gefallen. Ich lasse mich aber jedes MaL wieder gerne auf ihre Bücher ein, da ihr Schreibstil angenehm lesbar und ihre Heldinnen stets liebenswert sind. So auch hier in „Das blaue Medaillon“. Die Geschichte ist eine Mischung aus Krimi, Historoman und Liebesgeschichte. Dementsprechend rasant und spannend folgen wir Alessa auf ihrer Flucht und der Suche nach der Wahrheit über die Morde an ihrer Familie. Qualitativ kommt die Geschichte nicht ganz an „Herrin des Nordens“ heran. Die ein oder andere Stelle war mir etwas zu unrealistisch und der ein oder andere Zufall hilft der Handlung schon mal auf die Sprünge. Es war für meinen Geschmack auch fast ein bisschen kurz gehalten. Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen und kann es mit 4 Sternen weiterempfehlen.

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152 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 60 Rezensionen

drachen, fantasy, das erwachen des feuers, krieg, anthony ryan

Das Erwachen des Feuers

Anthony Ryan , Birgit Maria Pfaffinger , Sara Riffel
Fester Einband: 832 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 09.09.2017
ISBN 9783608949742
Genre: Fantasy

Rezension:

Mit „Das Erwachen des Feuers“ beginnt eine neue Reihe des Fantasy-Autors Anthony Ryan. Als Dreh- und Angelpunkt der Geschichte nimmt er die allseits beliebten Drachen die er in eine neue und farbenprächtig ausstaffierte Welt voller Politik, Intrigen und Machtkämpfen setzt. Dabei versucht er sich auch an einem sehr unterhaltsamen Genremix, indem er Elemente der Agenten- und Abenteuerromane und der Historischen Bücher zu den phantastischen hinzufügt. Mit dieser Mischung konnte mich Ryan auf ganzer Linie überzeugen.

Aber auch die anderen Sterne hat er sich redlich verdient. Seine Charaktere sind interessant und agieren in ihrem Umfeld sehr glaubwürdig. Die Handlungsstränge offenbaren verschiedene Seiten der Drachen und greifen durchaus die realen Fragen unserer Zeit nach Tierschutz, Ökologie und Umgang mit fremden Wesen im neuen Gewand auf.

Und dann ist da noch der Scheibstil, der anspruchsvoll und wortgewaltig daherkommt und mich schnell in seinen Bann gezogen hat. Das Buch ist ein dicker Lesewälzer aber man fliegt nur so durch die Seiten. Das Ende ist rasant und spannend und lässt nicht zu viele bittere Cliffhanger übrig, da bin ich nämlich nicht unbedingt ein Fan davon. Nach den Hennen-Drachenbüchern eine neue erfrischende Fantasyreihe, deren Einstiegsband mir sehr gut gefallen und Lust auf die weiteren Teile gemacht hat.

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40 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

deutscher buchpreis 2017 shortlist, berlin verlag, roman

Romeo oder Julia

Gerhard Falkner
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 01.09.2017
ISBN 9783827013583
Genre: Romane

Rezension:

Kurt Prinzhorn ist auf einem Autorentreffen in Innsbruck. Als er nach dem Treffen zurück in sein Hotelzimmer kommt, ist die Badewanne voller langer schwarzer Haare, die vorher noch nicht dort waren und definitiv auch nicht von ihm stammen können. Außerdem ist sein Schlüsselbund verschwunden.

Die Polizei zweifelt daran, dass es sich um eine Straftat handeln könnte; mutmaßt Vergesslichkeit oder einen unsinnigen Zufall. Aber Kurt ist jetzt sensibilisiert und fühlt sich zunehmend verfolgt. Dieses Gefühl verflüchtigt sich nicht, während er erst nach Moskau und dann nach Madrid fährt, Freunde und Bekannte trifft. Erst ganz am Ende des Buches, in Berlin zurück, löst sich die Frage, was wahrscheinlich passiert ist, für den Leser und Kurz wirklich auf.

Dem Autor ist diese Ausgangssituation wohl selber einmal passiert. Nur was Kurz daraus macht und die Auflösung sind vom Autor frei erfunden. Aber ich bin, ehrlich gesagt, ziemlich enttäuscht. Ich habe den Sinn dieser Erzählung nicht wirklich verstanden. Der Titel des Buches hat mich ebenso in die Irre geführt – da ich dort so etwas wie eine Liebesgeschichte erwartet hatte – wie der Klappentext – der eine leichte Krimihandlung vermuten lässt.

Ja, Gerhard Falkner, kann schreiben. Vor allem seine Dialoge sind hintersinnig und glaubwürdig. Kurt offenbart auch ein ums andere Mal seinen Sinn für Sarkasmus und Situationskomik, was mir sehr gut gefallen hat. Aber ich konnte keinen wirklichen Plot finden. Wir begleiten einen Autor durch sein Leben, dass durch seine Befürchtungen ein klitzekleines Stück aus der Bahn gerückt wird. Mehr war es aber eigentlich auch nicht. Mir war das etwas zu wenig.

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

alaska, expedition, 19. jahrhundert, natur, jahrhundert

Das Leuchten am Rand der Welt

Eowyn Ivey , Claudia Arlinghaus , Martina Tichy , Ruth Hulbert
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 18.08.2017
ISBN 9783463406817
Genre: Romane

Rezension:

Eowy Ivey wählt für ihren zweiten Roman eine Erzählstruktur, auf die ich mich in den ersten Seiten kurz einstellen musste. In vielen Tagebucheinträgen der Hauptakteure, aber auch in Zeitungsartikeln und abgebildeten Dokumenten schreitet die Handlung schnell voran.

Im Jahr 1885 bricht  Allen Forrester auf, um am Wolverine River entlang bis ins Landesinnere von Alaska vorzudringen. Dabei will er sowohl das Land kartographieren als auch die dort lebenden Indianer erforschen. Er hat sich gut vorbereitet auf diese abenteuerliche Reise. Dennoch hat die Natur wie zu erwarten die ein oder andere Unwägbarkeit parat. Gegen Wind und Wetter war auch damals nicht immer ein Kraut gewachsen. Man spürt die Kälte der Alaska-Nächte und mehr als einmal ist ein seltsamer Eingeborener unterwegs und sorgt für Aufregung und Unsicherheit. Forrester ist ein echter Forscher und mir gefiel seine Aufgeschlossenheit und seine Ausdauer.

Zuhause wartet die Ehefrau Sophie. Ihr Part ist weniger dramatisch und deshalb eigentlich der undankbarere. Er dreht sich mehr um das  Warten und Ausharren aber auch die Suche einer jungen Frau nach einer Beschäftigung, die die Tage sinnvoll ausfüllen kann. Damals hatten es die Männer sicherlich leichter, weil sie freier in ihren Entscheidungen waren und mehr Möglichkeiten hatten. Gerne wäre sie mit ihrem Mann mit auf die Expedition gegangen. Das hätte ich auch sehr schön gefunden, aber gesundheitliche Gründe verhindern das und später findet Sophie einen eigenen Weg, die Natur und die Welt neu zu entdecken und zu erforschen.

Eine weitgehend unspektakuläre aber dennoch intensive Reise mit zwei Menschen, deren Wünschen und Sehnen der Leser sehr nahe kommt. Eine Prise Mythologie hat die Autorin auch wieder eingebaut.

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(125)

177 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 110 Rezensionen

thriller, dänemark, mord, geheimbund, geheimdienst

Oxen - Das erste Opfer

Jens Henrik Jensen , Friederike Buchinger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.09.2017
ISBN 9783423261586
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Szenario ist nicht wirklich neu. Ein psychisch angeschlagener Held – hier ein ehemaliger Elitesoldat – wird in mehrere Mordfälle verwickelt und unschuldig verdächtigt. Er muss also die Polizei von seiner Unschuld überzeugen und den wahren Täter am besten gleich auf dem Silbertablett servieren. Bei der Ausgangslage war mir klar, dass Action und Spannung garantiert sind. Auch wenn Oxen ein schweres Kriegstrauma hat und sich eigentlich am liebsten irgendwo verkriechen würde, so ist er doch ziemlich taff und schlau und er lässt sich nicht wirklich unterkriegen.

Als Leser wird man sofort in den Fall hineingeschmissen und lernt die Charaktere und Hauptdarsteller erst nach und nach kennen während es weitere Morde gibt und die Polizei sich auf Oxen einschließt. Um die Sache noch spannender zu gestalten wird zwischen der Sichtweise verschiedener Personen gewechselt und die Kapitel sind kurz und haben immer wieder Cliffhanger die zum schnellen Lesen zwingen.

Das ist sich um eine Trilogie handelt, habe ich erst später erfahren. Man kann den Fall aber problemlos auch einzeln lesen, denn das Ende ist relativ abgeschlossen. Für einen skandinavischen Thriller überraschend verzichtet der Autor auf allzu übertriebene Gewaltbeschreibungen. Mancher mag sich daran stören, dass auch einige Hunde zu Schaden kommen. Aber das erklärt sich einfach daraus, dass ihre Besitzer die eigentlichen Opfer waren und als Drohmittel dienen mussten.

Ein ausgesprochen unterhaltsamer Thriller der mich gut unterhalten hat. Ich werde sicher auch die Fortsetzungen lesen.

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(61)

102 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 59 Rezensionen

england, singen, musik, frauenchor, zweiter weltkrieg

Der Frauenchor von Chilbury

Jennifer Ryan , Andrea O´Brien
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 07.09.2017
ISBN 9783462048841
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch verdient von Anfang bis Ende mein vollstest Lob. Ich bin begeistert. Aber der Reihe nach.

1940 in England - genau meine Lieblingsausgangslage. Einem gemischten Gesangschor fehlen die männlichen Singstimmen, da alle Männer im Kriegsdienst beschäftigt sind. Zuerst soll deshalb die Gruppe aufgelöst werden und anfangs fügen die Frauen sich sogar mehr oder weniger. Aber bald begehrt doch die eine oder andere auf und schnell entwickelt das ganze einen Sog und nach und nach versuchen die meisten Frauen der Gemeinde einen Chor auch ohne Männer aufzustellen.

Faszinierend ist dabei, dass die Autorin nicht nur aus fünf verschiedenen Frauenperspektiven erzählt sondern vor allem, dass sie Schriftstücke der Frauen und Mädchen als Material nimmt. Also Briefe und Tagebucheinträge. Dadurch wird alles sehr intensiv und persönlich und die ziemlich unterschiedlichen Charaktere der Protagonistinnen kommen perfekt zum Tragen. Vom 13jährigen ungestümen Mädchen, deren zickiger 18jähriger Schwester bis zu den älteren Damen, denen es schwer fällt, gegen die Konventionen und das Gerede zu Felde zu ziehen.

Die Geschichte ist sehr unterhaltsam und realistisch. Die Dramatik der ersten Kriegsjahre aber auch die Kleinstadtidylle und die Bigotterie der englischen Gesellschaft dieser Zeit werden toll beschrieben.

Ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen. Volle Punktzahl.


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158 Bibliotheken, 10 Leser, 2 Gruppen, 58 Rezensionen

neapel, freundschaft, italien, freundinnen, klassenkampf

Die Geschichte der getrennten Wege

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 27.08.2017
ISBN 9783518425756
Genre: Romane

Rezension:

Der Titel des dritten Bandes der Ferrante-Saga „Die Geschichte der getrennten Wege“ beschreibt bereits sehr gut, was der Leser zu erwarten hat. Natürlich sind wieder Elena und Lila die Akteurinnen, um die sich alles dreht. Wobei Elena meiner Meinung nach etwas mehr Raum und etwas mehr Gefühl eingeräumt bekommt. Beide Frauen suchen nach dem Platz im Leben.
Elena glaubte ihn in der Ehe und Mutterschaft gefunden, wollte schreiben und sich durch geschriebene Worte ausdrücken. Aber mehr und mehr erkennt sie, dass ihr Leben keine Freiheit bietet. Dass es ein goldener Käfig ist in dem ihr Mann gerne der Wärter wäre. Ein liebevoller Wärter aber einer, der sie klein halten und nicht in die Lüfte steigen lassen will.

Lila dagegen ringt mit dem Establishment, mit den Firmenchefs und den Bürokraten. Sie versucht ihre Revolution lauter und deutlicher.
Immer weiter führt die Frauen der Weg. Sie haben sich etwas aus den Augen verloren. Sie sind noch immer nicht am Ziel ihrer Wünsche. Die Geschichte geht weiter und weiter.

Ferrante schreibt intensiv und ausführlich. Ihr sind nicht nur die lieben der Protagonisten wichtig, sondern auch die Entwicklung der Gesellschaft um sie herum. Dadurch wird der Roman gehaltvoll aber auch manchmal etwas langatmig. Ich bin gespannt, ob die Freundinnen im nächsten Band wieder zueinander finden - und zu sich selbst.

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37 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

adoption, zwilling, 50er jahre, england, familiengeschichte

Zeit der Schwalben

Nikola Scott , Nicole Seifert
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 18.08.2017
ISBN 9783805200370
Genre: Romane

Rezension:

Nach dem überraschenden Tod ihrer Mutter stellt Adele fest, dass es ein großes Geheimnis gibt um ihre Geburt. Sie hatte wohl eine Zwillingsschwester, die zur Adoption freigegeben wurde. Und eben diese steht plötzlich vor der Türe. Die ganze Geschichte erscheint rätselhaft. Es gibt jede Menge Fragen, die die beiden Frauen sich stellen. Nachdem der Vater von Addie wegen Krankheit zuerst mal keine Antworten geben kann, machen Addie und Phoebe sich gemeinsam auf die Suche nach der Wahrheit.

Dieses Buch ist ein großer Familien- und Schicksalsroman. Er wird in zwei unterschiedlichen Zeitebenen erzählt, wobei die Geschichte der Mutter Elizabeth aus Tagebucheinträgen und Briefen besteht. Stück für Stück wird das Geheimnis um die Geburt der Schwestern aufgedröselt. Dabei lernt man nicht nur die Zwillinge sondern auch die Geschwister, die Ziehmutter und den Stiefvater sehr gut kennen.

Die vorsichtige und zurückhaltende Addie ist mir schnell ans Herz gewachsen. Ihre etwas stürmische und ungeduldigte Schwester Phoebe war der Gegenpart, der aber durch ihre Art, die ganze Sache am Laufen hielt. Vor allem Adele macht eine Entwicklung durch. Die Geschehnisse öffnen ihr auch für ihr jetztiges Leben die Augen.

Nikola Scott schreibt warmherzig und empfindsam über ihre Hauptdarstellerinnen.  Man kann nachempfinden, wie sie sich fühlen und freut sich, dass am Ende alle Fragen beantwortet, alle Rätsel gelöst sind.

Das Nachwort zeigt, warum die Autorin dieses Buch geschrieben hat und warum so und nicht anders. In den 50er Jahren war es für unverheiratete Frauen, die Kinder bekamen, sehr schwer und sie wurden zu Dingen gezwungen, die ihr ganzes Leben für immer verändert haben. Das kommt in diesem Roman sehr gut rüber.

Sehr empfehlenswerte Lektüre.

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(19)

48 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

zeitreise, zukunft, ausbeuten, zeitreisen, zeitkurie

Zeitkurier

Wesley Chu , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.08.2017
ISBN 9783453317338
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Bei Zeitreise-Romanen kann ich ganz selten nein sagen. Ich liebe es, den Autoren durch die Zeit zu folgen und die Gedankenschleifen nachzuvollziehen, die so eine Zeitreise zwangsläufig mit sich zieht. Auch Wesley Chus Roman „Zeitkurier“ hat mich hier nicht enttäuscht. Im Gegensatz zu vielen andere Büchern, die in ausgehend von unserer Gegenwart in die Vergangenheit oder Zukunft reisen, ist hier die Ausgangslage, dass wir uns in einer dystophisch-verwüsteten Zukunft der Erde befinden und die Menschen versuchen durch Zeitreisen in die Vergangenheit – also unsere Gegenwart in etwas – ihre zur Neige gehenden Ressourcen aufzustocken. Um aber möglichst wenig in den Verlauf der Geschichte einzugreifen und um Himmels Willen nicht etwas unwiederbringlich zu verändern oder durcheinander zu bringen, schicken sie die Zeitreisenden nur dorthin, wo bekanntermaßen große Naturkatastrophen oder andere Unglücke sowieso zur Zerstörung der betreffenden Ressourcen geführt hatte. Es wird also etwas in die Zukunft transportiert, was nicht mehr fehlen kann im Weltgefüge, da es so oder so zerstört worden wäre.

Soweit alles klar? Gut, dann muss man jetzt noch wissen, dass Zeitreisen auch für die Menschen nicht ganz ohne sind. Allein schon die psychologische Komponente ist gewaltig, denn die Zeitkuriere treffen auf sehr viele Menschen, von denen sie ja wissen, dass sie demnächst zu Tode kommen werden. Diese Begegnungen sind für den Hauptakteur James eine ständig wachsende Belastung, die ihn immer mehr aus dem Tritt bringt. Schließlich beschließt er, jemanden zu retten. Damit löst er natürlich eine dramatische Kettenreaktion aus. Genau das, was ja eigentlich vermieden werden sollte.

Der Autor nimmt sich erst mal viel Zeit, den Leser in diese Welt einzuführen, deren Regeln und Konstruktionen zu erklären, die Charaktere zum Leben zu erwecken. Dabei gibt er sich große Mühe, seine Idee der Zeitreise auch mit technischen und wissenschaftlichen Methoden zu beschreiben. So etwas mag ich sehr gerne. Erst dann, nach etwa einem Viertel des Buches, zieht er das Tempo langsam an. Nein, Mr. Chu erfindet das Zeitreiserad nicht neu. Aber mir macht es einfach immer wieder großen Spaß, einem klugen Autor auf so einer Zeitreise zu folgen. Nachdem ich erst mit „Dark matter“ vor ein paar Wochen vergnügliche Stunden in diesem Genre verbracht habe, konnte mich auch „Zeitkurier“ gut unterhalten. Zur vollen Punktzahl  fehlt ein bisschen, da das Ende etwas überstürzt daherkommt aber ich kann das Buch durchaus empfehlen.

Ach ja, auch ich möchte das tolle Cover noch einmal extra erwähnen.

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