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37 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

liebe, wille, gedächtnisverlust, pflegefall, unsicherheit

Du stirbst nicht

Kathrin Schmidt
Flexibler Einband: 362 Seiten
Erschienen bei btb, 08.12.2010
ISBN 9783442741137
Genre: Romane

Rezension:

Schlaganfall, Lebensgefahr, 5 fassungslose Kinder, Ehekrise - ja das könnte der Aufmacher eines Fortsetzungsromans in einer der vielen hirnlosen Buntblätter sein. Ist es aber nicht. Die Buchpreisträgerin Schmidt hat zu Recht 2009 gewonnen.
Sie, im Buch ist es Helene, schreibt sich ihr Leben von der Seele, beginnend mit bedrückend realistischer Darstellung ihrer Sprachlosigkeit, im wahrsten Sinne des Wortes und meisterlich in Worte umgesetzt. Dann die langsame Wiederkehr ihres psychischen und physischen Menschseins. Gewürzt wird das alles mit teilweise tiefschwarzem Humor und in einer Art und Weise, die deutlich Selbsterlebtes der Schriftstellerin preisgibt.
Wer selbst schon mal die Tortur eines Krankenhausaufenthaltes mitmachen musste, fühlt sich sofort d'accord mit Helene und ist baff erstaunt, wie sich die Bilder, egal, in welchem Krankenhaus, gleichen. Routine im Krankenhaus kann so verletzend, aber eben auch wohltuend sein. Es gibt sie noch, die Ärzte und Schwestern, die wissen, dass das Erleben totaler Hilflosig- und Abhängigkeit für den Betreffenden alles andere als Routine ist.
Aber allein die Geschichte ihrer Krankheit wird nicht präsendiert. Helene zieht Bilanz, lässt uns teilhaben an ihrem vergangenen und heutigen Leben, an Ehekrise, homoerotischen Beziehungen, Vor- und Nachwendezeiten, das alles ohne Verklärung oder schulmeisterliche Wertung.
So hat mich das Buch bis zum Ende gefesselt, auch wenn ich am Ende noch etwas mehr erfahren hätte.
Klares Votum von mir - Lesen.

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

patrick roth, deutsche literatur, sunrise

SUNRISE

Patrick Roth
Fester Einband: 509 Seiten
Erschienen bei Wallstein, 01.03.2012
ISBN 9783835310513
Genre: Historische Romane

Rezension:

Sunrise von Patrick Roth, ergänzt mit dem Zusatz "Das Buch Joseph". Da sollte man eigentlich wissen, was für ein Stoff abgehandelt wird. Das wusste ich auch. Ich war also durchaus interessiert, meinen Horizont dahingehend zu erweitern.
Weit gefehlt, ich werde das Buch nicht zu Ende lesen und das ist meine erste Rezension über ein (fast) nicht gelesenes Buch.
Roth verwendet eine Sprache, die im Stil der Bibel verfasst ist. Das ist gekonnt gemacht und zeugt von enormer Sprachgewalt des Autors.

Beispiel:
"Da ging Joseph hin und zerschlug den getragenen, den Tiegel, zerschmetterte ihn am Ragebild Adams, daß er in Unzahl Scherben zerscholl.... Und eine jede bestreichend mit Speichel, zueinander zurück hafte sie neu mir zum Tiegel! Auf daß wir, des Bruches gedenkend, halten einander Antwort und schöpfen uns Hungrigen ewige Speiße."

Damit komme ich jedoch persönlich ganz und gar nicht klar und nach gut 50 Seiten (E-Book Reader) habe ich mich weder daran gewöhnt noch spricht mich dies an. Dazu kommt, dass ich in der grundsätzlichen Thematik nicht so bewandert bin und ich einige Verständnisprobleme habe, die durch den Schreibstil eher noch verstärkt werden
Daher werde ich mir nicht anmaßen, ein qualitatives Urteil abzugeben, ob das Buch lesenswert ist oder nicht. Sicher ist nur, dass ich dieses Buch nicht empfehlen kann.

(Nur am Rande, bin ich überrascht, dass im Buch noch die alte Rechtschreibung verwendet wird).

Gekothy

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Scherbengericht

Germán Kratochwil
Fester Einband: 314 Seiten
Erschienen bei Picus Verlag, 01.02.2012
ISBN 9783854526827
Genre: Romane

Rezension:

Weit weg von Europa, in Patagonien, dem südamerikanischen Landstrich zwischen Chile und Argentinien, feiert die Wienerin Clementine ihren Neunzigsten. Natürlich mit Familie und anderen Bekannten, sofern sie noch leben.
Es ist trotzdem ein Roman über Europa, die Protagonisten stammen von dort. Wie es sich gehört für ein Leben in Südamerika, einige stramm rechts, mit mehr oder minder Dreck am Stecken, aber auch jüdische Mitbürger sitzen am Tisch. Sie bilden mit anderen Figuren eine bunte Mischung aus Faschisten, Pseudokommunisten, Verrückten, Geschäftsleuten, Aussteigern etc., brilliant im Charakter gezeichnet und mit einer gekonnten Darstellung des südamerikanischen Lebens ergänzt.
Wir tauchen ein in eine Welt, die humanes und inhumanes Menschsein hervorbringt. Gewürzt mit schwarzem Humor und sprachlich virtuos, fesselte mich dieser Roman von Anfang bis Ende.
Jeder in der Geburtstagsrunde wird einem nähergebracht, der alte Nazi, dem man mit seinen unerträglichen Auslassungen einfach nur wünscht, endlich zu sterben, die Gastgeberin selbst, die auch kein Geheimnis aus ihrer Anschauung macht und mit ihrer Direktheit schon mal verletzend wird. Aber auch ihre Kinder, die versuchen, anders zu sein und die langsam abtrifftende Tochter, die trotz ihres Anderssein sympatisch und mit ziemlich "verrückten" Aktionen die Familiengeschichte bereichert.
Wie die Geburtstagsrunde mit Gästen aus drei Generationen ausgeht, möchte ich hier natürlich nicht preisgeben, aber eine klare Empfehlung für dieses Buch, was völlig zu Recht in die Buchpreisauswahl genommen wurde.

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283 Bibliotheken, 10 Leser, 6 Gruppen, 31 Rezensionen

ddr, familie, mexiko, wende, familiengeschichte

In Zeiten des abnehmenden Lichts

Eugen Ruge ,
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 01.09.2011
ISBN 9783498057862
Genre: Romane

Rezension:

Zum Inhalt ist schon genug geschrieben worden, es geht schlicht um eine Familie, kommunistisch geprägt und umfasst einen Zeitraum von über 50 Jahren. Es ist ein gutes Buch, aber richtige Begeisterung kam nicht auf.
Unangenehm empfand ich den nicht chronologischen Aufbau des Buches, Ruge springt da wild hin und her und es dauerte eine ganze Weile, bis ich die einzelnen Familienmitglieder richtig einsortieren konnte.
Die Darstellung gleicher Sachverhalte von unterschiedlichen Personen der Familie störte dagegen nicht, war ein guter Einfall und passte genau. Auch viele Details, die nur Menschen kennen, die in diesem Staat gelebt haben, waren sauber recherchiert und lieferten ein realistisches Bild. Hier und da hätte ich mir weniger Personen und dafür mehr Hinter- und Beweggründe der Hauptprotagonisten gewünscht, mehr Tiefgang, mehr Meinung, mehr Leben.
Eine Empfehlung gibt es trotzdem für ein sprachlich anspruchsvolles und wichtiges Buch.

Gekothy
2.9.2012

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Honecker privat

Lothar Herzog
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Das Neue Berlin, 01.07.2012
ISBN 9783360021434
Genre: Sachbücher

Rezension:

Erich Honecker war nicht irgendwer, er war der erste Mann und damit verantwortlich für ein System, das zu Recht untergegangen ist. Meine Hochachtung gilt all den Menschen, die in der DDR aktiv für Freiheit und Demokratie unterwegs waren und dabei viel, oft alles verloren haben.
Da hat man eine gewisse Erwartungshaltung und die wurde absolut nicht erfüllt. Herzog, Koch und Servicemitarbeiter von Honecker & Co, schreibt selbst, dass er nicht mit Honecker geredet hat. So sieht das Buch auch aus. Locker, im Stil der "bunten Blätter" geschrieben, erzählt er viel über sich selbst. Auch über Honecker gibt es ein paar Belanglosigkeiten, die aber heute, nach 20 Jahren, wirklich keiner mehr wissen will.
Was mich besonders ärgerte, ist die "Ach die im Westen waren doch auch nicht besser als wir"-Mentalität eines vom DDR-System Profitierenden, der sich an gute alte Zeiten erinnert.
Nein, die Damen und Herren, besser Genossen, waren keine friedliche, etwas schrullige Wohngemeinschaft in Wandlitz, sondern verantwortlich für ein die persönliche Freiheit des Menschen missachtentes undemokratisches System. Sie waren selbstherrlich, verlogen, brutal und bar jeglicher Einsicht.
Wer auch nur ein bisschen Literaturanspruch an ein Buch stellt, sollte seine Zeit nicht damit verschwenden. Es ist das mit Abstand schlechteste Buch zum Thema. Ein Stern ist zuviel.

Gekothy
31.8.2012

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