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106 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

liebe, leidenschaft, happy ends, erotik <motiv>, liebesstress

Bad Romeo - Ich werde immer bei dir sein

Leisa Rayven , Tanja Hamer
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.07.2017
ISBN 9783596033720
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Diese Woche habe ich „Bad Romeo – Ich werde immer bei dir sein“ von Leisa Rayven beendet. Hierbei handelt es sich um den zweiten Teil der „Bad Romeo“-Reihe, welcher im Oktober 2015 im Fischerverlag erschienen ist. Weil ich Lust hatte, mal wieder nur für mich, ohne Verpflichtungen, ein Buch zu besprechen, werde ich dieses im Folgenden rezensieren.


Monatelang hat Cassie Taylor versucht, eine ganz normale Beziehung mit Ethan Holt zu führen. Ein Gefühlschaos der Sonderklasse. Jetzt, zutiefst gedemütigt und verletzt hat sie jeden Kontakt zu dem unnahbaren Schauspieltalent abgebrochen. Wenn ihr Herz schon in Scherben liegt, soll er wenigstens nicht auch noch darauf herumtrampeln. Doch dem Bad Boy nicht wieder gefährlich nah zu kommen, ist schwer. Vor allem, wenn man an derselben Schauspielakademie ist und für dieselben Inszenierungen gecastet wird. Und Ethan Holt ist und bleibt so attraktiv und begehrenswert, dass es Cassie den Atem verschlägt. Doch er ist auch unberechenbar. Wird sie ihm widerstehen können?


Zunächst lässt sich sagen, dass dieser zweite Teil wie auch schon der erste aus zwei Zeiten erzählt wird. Es fließen gleichermaßen die Vergangenheit der Protagonisten Cassie und Ethan zur Zeit der Schauspielakademie und die Gegenwart danach ein. Neben Erzählungen aus Cassies Sicht werden in diesem Folgeband nun auch alte Tagebucheinträge von Ethan genutzt, um seine Emotionen, Gedanken und Handlungen dem Leser näher zu bringen. Diese bunte Mischung hat mir mitunter sehr gut gefallen, weil diese Erzählstrategie dazu beiträgt, dass der Leser sowohl Cassie, als auch Ethan tiefgreifender verstehen kann.

Während der Schreibstil in anderen Liebesgeschichten oder New Adult Romanen immer sehr feinfühlig, leicht und unschuldig wirkt, wird in „Bad Romeo“ kein Blatt vor den Mund genommen. Dieser manchmal leicht ruppige, forsche, unverblümte Schreibstil von Leisa Rayven passt ideal zu der in Scherben liegenden Cassie, die der Leser jetzt kennenlernt. Allerdings muss ich sagen, dass mir – gerade im Vergleich zu anderen Liebesgeschichten – das Verletzliche, das Feinfühlige, das Romantische, das Empfindsame und diese Leichtigkeit sehr gefehlt hat. Um die Liebe in der Liebesgeschichte zu verkörpern, hätte mir dies sehr viel besser gefallen.

Bezüglich der Hauptcharaktere muss ich sagen, dass ich deutlich von diesem Folgeband enttäuscht wurde. Im Gegensatz zu Teil 1 nehmen Cassie und Ethan nun vollkommen verdrehte Plätze ein. Von den Charaktereigenschaften her kann man schlicht behaupten, dass die beiden sich in vertauschten Rollen befinden. Aus der hoffnungsvollen Cassie ist in diesem Buch eine überwiegend emotional kaputte Frau geworden, wohingegen nun Ethan die Rolle des Hoffnungsvollen einnimmt. Meiner Meinung nach lassen sich die Charakterwandlungen beider Protagonisten zwar mit dem rationalen Verstand klar erklären, jedoch darf nicht außen vor bleiben, dass es sich bei wirklich allen Konflikten in diesem Buch um eine Wiederholung aus Teil 1 handelt.

Diese ewigen Wiederholungen, welche bereits im Klappentext durch die am Ende stehende Frage angedeutet werden, sind schlussendlich genau der ausschlaggebende Kritikpunkt für mich. Bereits in „Bad Romeo 1“ bestand das Buch zu einem großen Teil aus dem Hin und Her beider Charaktere; hier ist dies noch viel einnehmender. Wenn Cassie und Ethan einen Schritt nach vorne machen, dann ist völlig vorhersehbar für den Leser, dass sie garantiert auch zwei zurück machen werden.

Aus meiner Sicht geht durch dieses ewige Hin und Her vor allem die Spannung für den Leser verloren. Ich persönlich finde es abschließend sehr schade, dass von Teil 1 zu 2 anscheinend keine Weiterentwicklung stattgefunden hat und die Hauptpersonen ihre alten Fehler immer wiederholen. Damit ist lediglich eine leicht abgewandelte Version von Teil 1 entstanden.

Trotz meiner harten Worte mochte ich vieles, was ich in Band 1 bereits mochte, hier natürlich trotzdem noch – die Erzählweise, die Thematik der Schauspielerei und wie dies die eigenen Beziehungen beeinflusst, das Knistern zwischen Cassie und Ethan, …

Zusammengefasst ist „Bad Romeo – Ich werde immer bei dir sein“ für mich zwar ein netter New Adult Roman für zwischendurch, jedoch schwächer als der Einstieg in die Reihe und damit leider auch nicht besser bewertbar.

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155 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

elefanten, trauer, liebe, tod, suche

Die Spuren meiner Mutter

Jodi Picoult , Elfriede Peschel
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 29.08.2016
ISBN 9783570102367
Genre: Romane

Rezension:

Gerade eben habe ich „Die Spuren meiner Mutter“ von Jodi Picoult beendet. Hierbei handelt es sich um einen Roman, der Ende August 2016 im Penguin-Verlag erschienen ist.


Die dreizehnjährige Jenna sucht ihre Mutter. Alice Metcalf verschwand zehn Jahre zuvor spurlos nach einem tragischen Vorfall im Elefantenreservat von New Hampshire, bei dem eine Tierpflegerin ums Leben kam. Nachdem Jenna schon alle Vermisstenportale im Internet durchsucht hat, wendet sie sich in ihrer Verzweiflung an die Wahrsagerin Serenity. Diese hat als Medium der Polizei beim Aufspüren von vermissten Personen geholfen, bis sie glaubte, ihre Gabe verloren zu haben. Zusammen machen sie den abgehalfterten Privatdetektiv Virgil ausfindig, der damals als Ermittler mit dem Fall der verschwundenen Elefantenforscherin Alice befasst war. Mit Hilfe von Alices Tagebuch, den damaligen Polizeiakten und Serenitys übersinnlichen Fähigkeiten begibt sich das kuriose Trio auf eine spannende und tief bewegende Spurensuche – mit verblüffender Auflösung.

Zunächst lässt sich sagen, dass es mir bei diesem Roman wahnsinnig schwer fällt, eine Rezension zu verfassen. Zum einen liegt das daran, dass ich noch mitten in der Geschichte feststecke und nicht fassen kann, dass es bereits zu Ende ist. Zum anderen daran, dass ein zentraler Punkt meiner Rezension das Ende ist, welches ich allerdings möglichst umschreiben werde, um die Rezension spoilerfrei zu gestalten.

Wie bis jetzt immer bei Jodi Picoults Büchern habe ich etwas Zeit für den Einstieg in das Buch gebraucht, was an und für sich aber nichts Schlimmes ist, da der Grund dafür in der Vielschichtigkeit der Charaktere liegt. Es kann dem Leser nicht direkt auf der ersten Seite gelingen, die Hauptpersonen zu durchdringen, da diese so viele verborgene Charaktereigenschaften enthalten, die sich erst im Laufe der Geschichte entlarven.

Allgemein wird „Die Spuren der Mutter“ aus mehreren Sichten erzählt. Jenna, Serenity, Virgil sowie Alice kommen hierbei zu Wort und berichten hierbei Vergangenes und gerade Geschehendes aus ihrer Perspektive. Dies hat mir sehr gut gefallen, da so die Beweggründe der verschiedenen Charaktere perfekt beleuchtet werden konnten und sich erst gegen Ende die verstreuten Details mancher Erzählungen zu einem kompletten Bild zusammen setzen konnten. Besonders die Kapitel aus Alices Sicht bleiben das ganze Buch über sehr kryptisch. Erzählungen über Elefantenherden, ihre Forschungen rund um Trauer bei Elefanten und das Elefantenreservat – auch wenn ich dies sehr interessant fand, kann ich erst im Nachhinein den Sinn darin erkennen. Ich kann daher absolut die Leser verstehen, die von Berichten über Elefanten und Forschungen eher genervt waren, da diese nicht aktiv zum Fortschreiten der Geschichte beitragen. Nur jemand, der sich für Elefanten interessiert oder allgemein für wissenschaftliche Forschungen und Erkenntnisse bezüglich Gefühle bei Tieren, wird diese Kapitel wirklich genießen.

Jenna, Serenity und Virgil als vorherrschende Charaktere lassen sich – wie der Klappentext so schön sagt – wirklich aus kurioses Trio betiteln. Mit Unterhaltungscharakter machen sich die drei starken Persönlichkeiten, die eigentlich überhaupt nicht zusammenpassen, auf eine Suche nach Jennas Mutter. Meiner Meinung nach hat Jodi Picoult auch diesmal in „Die Spuren meiner Mutter“ wunderbare Charaktere erschaffen, da jeder einzelne etwas Lehrendes dem Leser zu verraten hat.

Was ich persönlich so sehr an Jodi Picoults Büchern schätze, ist der eben bereits angesprochene Lehrwert. „Die Spuren meiner Mutter“ enthält so viele wichtige Erkenntnisse über Trauer und Liebe, Leben und Tod bei Menschen und Elefanten gleichermaßen. Im Vergleich zu „Bis ans Ende der Geschichte“ wird hier zwar kein national wichtiges Thema weitergegeben, aber schlussendlich betreffen diese Erkenntnisse doch jeden einzelnen von uns.

Alles in allem hat das Ende dieses Buchs meinen Blickwinkel auf die Bewertung und den Inhalt maßgeblich verändert. Vor der Auflösung habe ich mich an mancher Stelle gefragt, warum spezielle Szenen überhaupt wichtig waren, sich die Geschichte etwas zieht oder warum die Spurensuche gerade so abgelaufen ist. Vor der Auflösung hätte ich das Buch wahrscheinlich schlechter bewertet, da mir das Tiefgründige, was ich von Jodi Picoult kenne, etwas gefehlt hat. Im Nachhinein, da ich nun das Ende kenne, ergibt doch jede einzelne Szene Sinn und führt den Leser zu einer verblüffenden, aber runden Auflösung, die den Leser alles bisherige überdenken lässt. Von meiner Seite aus lässt sich sagen, dass „Die Spuren meiner Mutter“ allein aufgrund des Endes ein lesenswerter Roman ist.

Insgesamt bin ich schwer begeistert von der Auflösung und damit von der gesamten Geschichte von Jenna, Virgil, Serenity und Alice. Jedoch bringe ich es nicht über‘s Herz, mehr als 4,5 Sterne zu vergeben, da meine Begeisterung erst durch das Ende so sehr angefacht wurde und ich – wäre dieses nicht gewesen – andere Bücher von Jodi Picoult deutlich besser gefunden hätte.

Vielen Dank an den Penguin-Verlag und die Verlagsgruppe Random House bzw. die Betreiber des Bloggerportals für dieses Rezensionsexemplar! ♥
Somit zählt diese Buchbesprechung offiziell als Werbung. Ich betone aber, dass niemand meine Meinung erkauft.

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holocaust, vergebung, jodi picoult, auschwitz, roman

Bis ans Ende der Geschichte

Jodi Picoult , Elfriede Peschel
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Penguin, 22.08.2016
ISBN 9783328100515
Genre: Romane

Rezension:

Zuletzt habe ich „Bis ans Ende der Geschichte“ von Jodi Picoult beendet. Hierbei handelt es sich um einen Roman, der Ende August 2015 im Penguin-Verlag erschienen ist.


Sage Singer ist eine junge, leidenschaftliche Bäckerin. Als sie den allseits beliebten pensionierten Lehrer Josef Weber kennenlernt, entwickelt sich trotz des großen Altersunterschieds eine enge Freundschaft zwischen ihnen. Doch als Josef ihr eines Tages ein lange vergrabenes, schreckliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem Dilemma. Denn wo verläuft die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?


Zunächst muss ich zugeben, dass es mir sehr schwer fällt, diese Rezension hier zu verfassen, ohne zu spoilern. Wie man sieht, lässt sich dem Klappentext noch nicht entnehmen, welches Geheimnis Josef Weber Sage verrät. Doch ebendieses Geheimnis ist eigentlich Gegenstand des gesamten Buchs – es geht um nichts anderes. Allerdings werde ich im Folgenden versuchen, dieses Geheimnis nicht zu nennen, sondern lediglich zu umschreiben.

Der Einstieg in das Buch fiel mir etwas schwer, da die Handlung zunächst etwas zu stagnieren scheint. Sage Singer berichtet von ihrem Alltag und freundet sich langsam mit Josef Weber an, wobei mir beide Charaktere etwas suspekt waren. Im Nachhinein ist ihr Verhalten aber plausibel.

Erst als Josef Weber sein Geheimnis offenbart, kommt die erzählte Geschichte richtig ins Rollen. Betrachtet werden im Laufe des Buchs zwei Zeitstränge: einer aus der Gegenwart und einer zur Zeit des Nationalsozialismus. Diese Zeitstränge werden dem Leser durch vier verschiedene Erzählperspektiven dargelegt: Sage Singers und Leo Steins – außer, dass er ein wichtiger Nebencharakter ist, lässt sich nichts sagen, ohne zu spoilern – in der Gegenwart und Josef Webers sowie Minkas – Sages Großmutter – in der Vergangenheit. Zusätzlich werden stückweise Passagen aus der Geschichte, an der Minka zur NS-Zeit geschrieben hat, eingeschoben, die zwar mit der Handlung an sich nichts zu tun haben, mir aber geholfen haben, das komplexe Thema rund um Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade besser fassen zu können.

Insgesamt konnte ich mit jeder der wichtigen Figuren mehr oder weniger sympathisieren, selbst mit Josef Weber, mit dem man zweifellos nicht sympathisieren sollte. Aber genau dies zeigt, wie Herz und Verstand in einer solchen moralischen Debatte gegeneinander ankämpfen. Mit Abstand konnten mich aber die Erzählungen von Minka packen und zugleich auch schocken. Mit brutaler Ehrlichkeit wird hier dargestellt, wie es damals zur NS-Zeit zugegangen ist, so dass es mich zu Tränen gerührt und nachts nicht schlafen lassen hat. Alles in allem wird in „Bis ans Ende der Geschichte“ damit etwas so Wichtiges angesprochen, weshalb man allein deshalb nicht die Augen vor diesem Buch verschließen sollte. Die Frage nach Gerechtigkeit und Vergebung lässt mich persönlich immer noch nicht los, obwohl ich das Buch bereits beendet habe. Der Roman regt zum Nachdenken über Themen an, die viel öfter in Büchern zum Ausdruck kommen sollten. Neben diesem lehrreichen Aspekt wird aber natürlich die Geschichte an sich nicht außen vor gelassen. Es bleibt spannend mit einigen Plot-twists bis zum Ende.

Bezüglich des Schreibstils von Jodi Picoult kann ich persönlich sagen, dass dieser dem aus „Kleine große Schritte“ von ihr sehr ähnelt. Wieder wendet die Autorin einen sehr ausdrucksstarken Wortschatz an, schafft es aber ebenso, große Emotionen mit wenig Worten im Leser hervorzurufen.

Zusammengefasst merkt man bestimmt, dass ich absolut nichts Negatives anzumerken habe und definitiv begeistert von „Bis ans Ende der Geschichte“ bin. Es handelt sich hierbei um einen unglaublich tiefgründigen, berührenden, emotionalen und packenden Roman, den jeder in seinem Leben mal gelesen haben sollte.

Vielen Dank an den Penguin-Verlag und die Verlagsgruppe Random House bzw. die Betreiber des Bloggerportals für dieses Rezensionsexemplar! ♥

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646 Bibliotheken, 41 Leser, 0 Gruppen, 134 Rezensionen

new-adult, laura kneidl, liebe, verliere mich nicht, love

Verliere mich. Nicht.

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.01.2018
ISBN 9783736305496
Genre: Liebesromane

Rezension:

Letzte Woche habe ich „Verliere mich. Nicht.“ von Laura Kneidl mit der Post zugeschickt bekommen. Dabei handelt es sich um den zweiten Band der Liebesgeschichte von Sage und Luca aus dem LYX-Verlag, der ganz frisch am 26.01.2018 erschienen ist.


Mit Luca war Sage glücklicher als je zuvor in ihrem Leben. Er hat ihr gezeigt, was es bedeutet, zu vertrauen. Zu leben. Und zu lieben. Doch dann hat Sage' dunkle Vergangenheit sie eingeholt - und ihr Glück zerstört. Sage kann Luca nicht vergessen, auch wenn sie es noch so sehr versucht. Jeder Tag, den sie ohne ihn verbringt, fühlt sich an, als würde ein Teil ihrer selbst fehlen. Aber dann taucht Luca plötzlich vor ihrer Tür auf und bittet sie, zurückzukommen. Doch wie soll es für die beiden eine zweite Chance geben, wenn so viel zwischen ihnen steht?


Zunächst muss ich sagen, dass ich vor Lesebeginn nicht genau wusste, was mich nach dem Ende des ersten Teils hier erwartet. Ehrlicherweise konnte ich mir nicht vorstellen, dass „Verliere mich. Nicht.“ genau so gut werden könnte wie bereits „Berühre mich. Nicht.“ Um meine Meinung zu dieser Fortsetzung schon einmal vorwegzunehmen: Meine Erwartungen wurden übertroffen und dieser zweite Band ist aus meiner Sicht mindestens genauso gelungen.

Alles in allem könnte ich alles, was ich in meiner Rezension zu „Berühre mich. Nicht.“ geschrieben habe, hier eins zu eins wiedergeben. Noch immer bin ich der Meinung, dass Laura Kneidl es geschafft hat, das Rad der New-Adult-Geschichten neu zu erfinden, ohne es wirklich neu zu erfinden, d.h. die Geschichte folgt noch immer im Grundansatz dem typischen Schema einer Liebesgeschichte, welche jedoch abgesehen davon nicht dem Standard entspricht, sondern sehr darüber hinaus geht.

Sage, die Protagonistin, ist mir auch in diesem Roman sehr sympathisch geblieben, da ich mich in jeder Lebenssituation zu hundert Prozent in sie hineinfühlen konnte. Viele Charaktereigenschaften, die sie besitzt, wie zum Beispiel ihren Mut, das Durchhaltevermögen und der Biss habe ich erneut bewundert. Dadurch fiel es mir beim Lesen sehr leicht, ihren Gedanken, Gefühlen und Handlungen zu folgen. Im Gegensatz zu Band 1 ist mir an dieser Stelle allerdings aufgefallen, dass sich kleine Wiederholungen einschleichen – z.B. betont sie immer wieder, dass sie Luca einerseits liebt, aber andererseits nie mit ihm zusammensein kann. Diese ständigen Wiedersprüche in ihren Gedanken, die sehr oft aufgegriffen und wiederholt werden, haben dafür gesorgt, dass ich manchmal bereits von ihrer Wiedersprüchlichkeit genervt war, obwohl diese in ihrer Situation natürlich weiterhin nachvollziehbar war. Da das gesamte Buch aber ausschließlich davon handelt, ob sie sich wieder auf Luca einlassen kann, hätte ich mir eine noch größere Komplexität gewünscht, anstelle der sich immer wieder im Kreis drehenden Gedanken. Hierbei handelt es sich aber auch um einen winzigen Kritikpunkt meinerseits, denn insgesamt hat es mir sehr gut gefallen, in welche thematische Richtung das Buch sich bewegt hat und dass Sage sich weiterhin intensiv mit ihrer Angst auseinandersetzt.

Ein weiterer Grund, weshalb mir „Verliere mich. Nicht.“ so zugesagt hat, ist Luca als männlicher Charakter in dieser Geschichte. Wie ich bereits in meiner Rezension zu Teil 1 erwähnt habe, entspricht dieser dem Klischee eines Bad Boys zum Glück überhaupt nicht. Viele Eigenschaften wie seine Liebe zu Büchern oder aber seine fürsorgliche Seite machen ihn zu einem echten Bookboyfriend mit Charme. Zusammen mit Sage entstehen insgesamt emotionsgeladene, mitreißende Dialoge und Momente, die dem Leser das Herz aufgehen lassen.

In Bezug auf Laura Kneidls Schreibstil lässt sich lediglich anmerken, dass dieser es dem Leser sehr leicht macht, den Gedankengängen und Gefühlen von Sage zu folgen. Die Wortwahl passt meiner Meinung nach perfekt Sage als verkörperte Figur, da sie weder zu hochgestochen, noch zu kindlich erscheint. Das starke Suchtpotenzial, welches ich beim Lesen von „Verliere mich. Nicht.“ beobachten konnte, ist mitunter auf den flüssigen, stimmigen Schreibstil zurückzuführen.

Im Vergleich zu „Berühre mich. Nicht.“ kann ich das Ende hier nur loben. Als Ende einer Dilogie ist dieses in sich abgerundet, lässt keine Fragen mehr offen und könnte daher besser nicht sein.

Zusammengefasst merkt man an meiner Rezension sehr deutlich, dass sich meiner Meinung nach nicht viele Kritikpunkte aufzeigen lassen. Bei „Verliere mich. Nicht.“ handelt es sich schlussendlich um eine emotionale, tiefgründige Liebesgeschichte, die – wie das Zitat von Mona Kasten so schön lautet - das Herz des Lesers zuerst bricht und zum Bluten bringt, um es danach Stück für Stück wieder zusammensetzen zu können.

Vielen Dank an die Bastei Lübbe AG bzw. den LYX-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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206 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 65 Rezensionen

rassismus, hebamme, diskriminierung, jodi picoult, usa

Kleine große Schritte

Jodi Picoult , Elfriede Peschel
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 02.10.2017
ISBN 9783570102374
Genre: Romane

Rezension:

Dank des wunderbaren Verlags bzw. des Bloggerportals durfte ich „Kleine große Schritte“ von Jodi Picoult lesen und habe damit diese wunderbare Autorin für mich entdeckt. Dieser Roman, der sich mit den Themen Rassismus, Vorurteile und moralisches Dilemma auseinandersetzt, ist am 02.10.2017 im C.Bertelsmann-Verlag erschienen.


Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist…


Als erstes habe ich diesen Roman als Empfehlung bei einer anderen Bloggerin, thatweirdbookgirl, gesehen und wurde sofort von diesem für mich eher ungewöhnlichen Buch angezogen. Daher war meine Freude über die Bestätigung dieses Rezensionsexemplars dementsprechend sehr hoch.

Zuvor habe ich noch kein Buch der Autorin Jodi Picoult gelesen und auch noch nichts Großes von ihr gehört. Nun kann ich allerdings sagen, dass ich mich ab jetzt zu ihren „Fans“ zähle und unbedingt auch ihre weiteren Bücher lesen möchte.

Fangen wir doch ganz von vorne an: Abgesehen von diesem wunder, wunderschönen Cover hat mich der Inhalt auf Anhieb angesprochen. Es kommt selten vor, dass ein Autor das Thema Rassismus in seinem Buch verarbeitet, und es kommt noch seltener vor, dass es auf diese besondere Art und Weise geschieht. Die Verarbeitung der Vorurteile Afroamerikanern wie Ruth gegenüber als Geschichte einer Säuglingsschwester, die aufgrund ihrer Mitmenschen und ihrer Rasse in ein moralisches Dilemma gerät, ist rundum gelungen. Auf der einen Seite dient der Roman dem Leser dazu, sich die Augen öffnen zu lassen. Wie der Klappentext verrät, wird Ruth vor dem Gericht angeklagt. Infolge des Prozesses erfährt der Leser nicht nur aus ihrer Sicht, sondern auch aus der Sicht der „weißen“ Pflichtverteidigerin Kennedy und des Neonazis Turk, wie sehr Rassismus heutzutage immer noch eine Rolle spielt. Das Buch ist unfassbar informativ, hält dem Leser klar vor Augen, dass auch er selbst mit seinem Verhalten zur Diskriminierung beiträgt, verpackt diese wichtige Nachricht aber in eine äußerst emotionale, packende, rührende und vor allem spannende Geschichte.

Den Schreibstil von Jodi Picoult würde ich persönlich als sehr angenehm beschreiben, da sie sich in ihrer Wortwahl sowie bezüglich des Inhalts viel Zeit nimmt, dass sich die verschiedenen Charaktere richtig entfalten können und gleichzeitig ein nachwirkender Eindruck der Botschaft vermittelt wird. Aus meiner Sicht schwingt in dem Schreibstil der Autorin immer eine gewisse Ernsthaftigkeit und

„Gewähltheit“ (es wirkt, als hätte sie wirklich lange an ihren Ausdrücken gefeilt, um tatsächlich das Richtige mit ihren Worten zu erreichen) mit, welche sehr zur Geschichte zu passen scheint.

Manche würden das Fortschreiten von Ruths Geschichte als zäh und zu langsam bezeichnen. Ich bin allerdings der Meinung, dass diese langsamen Schritte in Richtung Ende bei diesem wichtigen Thema genau richtig gewählt sind, da die Autorin so nebenbei Informationen zu Vorurteilen, Alltagsrassismus, Beweggründen von Rassisten etc. miteinfließen lassen konnte und den Charakteren so die nötige Tiefe verliehen hat.

Wie bereits erwähnt wird das Buch abwechselnd aus Ruths Sicht, der der Pflichtverteidigerin Kennedy und der des Rassisten Turk erzählt, wodurch die Gedanken, Emotionen und Beweggründe dieser Charaktere besonders klar ersichtlich für den Leser sind. Durch das langsame Fortschreiten gelingt es der Autorin ebenfalls, fast allen auftauchenden Charakteren ihr eigenes Leben einzuhauchen. Da der Roman von Ruths Leben erzählt, möchte ich diese Hauptperson noch einmal gesondert ansprechen: Bei Ruth handelt es sich in so vielerlei Hinsicht um einen Menschen, für den ich im echten Leben sehr viel Respekt aufbringen würde. Trotz der immensen Steine, die die Menschen ihr aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes in den Weg legen, gibt sie nie auf, kämpft weiter für sich, ihren Beruf und ihren Sohn, den sie als alleinerziehende Mutter aufgezogen hat. Als Leser dieses Buchs kann man sicherlich an der Darstellung ihrer Persönlichkeit sehr wachsen, in dem man sich eine Scheibe ihrer bewundernswerten Eigenschaften abschneidet oder sich seine eigenen Fehler vor Augen führt.

Zusammengefasst kann ich sagen, dass mich „Kleine große Schritte“ von Jodi Picoult noch immer nicht loslässt, obwohl ich es bereits beendet habe. Die in dem Buch erzählte Geschichte muss meiner Meinung nach von so vielen Leuten wie möglich gehört werden, weshalb ich euch den Roman wirklich sehr ans Herz lege.

Vielen Dank an den C.Bertelsmann-Verlag und die Verlagsgruppe Random House bzw. die Betreiber des Bloggerportals für dieses Rezensionsexemplar!

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700 Bibliotheken, 21 Leser, 0 Gruppen, 156 Rezensionen

liebe, new adult, freundschaft, college, bianca iosivoni

Der letzte erste Blick

Bianca Iosivoni
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei LYX, 24.04.2017
ISBN 9783736304123
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich habe heute „Der letzte erste Blick“ von Bianca Iosivoni beendet und möchte das Buch dementsprechend nun für euch rezensieren. Hierbei handelt es sich um den ersten Teil der Firsts-Reihe, der im April letzten Jahres im LYX-Verlag erschienen ist.


Endlich frei! Emery Lance kann es nicht erwarten, ihr Studium in West Virginia zu beginnen. Niemand kennt hier ihre Geschichte. Niemand weiß, was zu Hause geschehen ist. Dafür ist sie auch bereit, in Kauf zu nehmen, dass die Situation im Wohnheim alles andere als ideal ist. Nicht nur treibt ihr Mitbewohner sie regelmäßig in den Wahnsinn - sein bester Freund Dylan Westbrook bringt ihr Herz mit einem einzigen Blick zum Rasen. Dylan ist genau die Art von Typ, von der Em sich unbedingt fernhalten wollte. Er sieht zu gut aus und ist viel zu nett - von den Streichen, die er Emery bei jeder sich bietenden Gelegenheit spielt mal abgesehen. Mit der Zeit kommen die beiden sich immer näher. Doch Emery ahnt nicht, dass Dylan etwas vor ihr verbirgt. Etwas, das ihre Welt erneut auf den Kopf stellen könnte…


Seitdem ich 2017 ein großer Fan der Again-Reihe von Mona Kasten geworden bin – auch aus dem LYX-Verlag -, bin ich auf den Geschmack von New Adult Reihen aus diesem Verlag gekommen. Allerdings hatte ich hierbei vor dem Lesen etwas die Befürchtung, dass sich „Der letzte erste Blick“ in genau die gleiche Richtung entwickeln würde wie die Again-Reihe gewesen ist. Natürlich lassen sich grundlegende Gemeinsamkeiten zwischen diesem Buch und anderen New Adult Romanen aufzeigen, wie z.B. die dunkle Vergangenheit der Protagonisten, die sie unbedingt hinter sich lassen wollen, die Universität als Neubeginn und damit Handlungsspielort und der Fakt, dass sich die Charaktere mysteriöserweise zueinander angezogen fühlen. Trotzdem bin ich bei diesem Roman der Meinung, dass er zu den sehr, sehr überzeugenden New Adult Geschichten gehört. Wie ich immer wieder gerne betone: Die Autoren müssen das Rad der Liebesgeschichten neu erfinden, ohne es richtig neuzuerfinden. Aus meiner Sicht hat Bianca Iosivoni es mit diesem Reihenauftakt tatsächlich geschafft. „Der letzte erste Blick“ stellt aus so viel mehr dar als „nur“ eine typische Liebesgeschichte.

Der Roman wird abschnittsweise aus der Sicht von Emery oder Dylan erzählt. Einerseits bekommt der Leser so deutlich mehr Eindrücke in die Gefühlswelt der jeweiligen Charaktere, sodass einem potenziell mehr mitreißende Emotionen geliefert werden können. Andererseits hätte ich persönlich es doch schöner gefunden, die Geschichte nur aus einer Perspektive mitzuerleben – egal, ob nun Emerys oder Dylans. Dieser Meinung bin ich, da der Leser durch die verschiedenen Sichten schon genau weiß, was die dunkle Vergangenheit der Charaktere ist, warum sie so handeln und dass sich eine Liebesgeschichte anbahnt. Ich bevorzuge es als Leserin, nur so viel zu wissen, wie meine Protagonistin. Es wurde durch diese Erzählweise daher etwas Spannung bezüglich der dunklen Geheimnisse genommen, weshalb ich darin einen kleinen Kritikpunkt sehe.

Ansonsten muss ich sagen, dass ich es sehr genossen habe, eine Liebesgeschichte aus der Sicht einer toughen, frecheren, sarkastischeren und manchmal auch leicht aggressiven Protagonistin zu lesen. Dies ist oftmals sehr viel erfrischender als das langweilige, brave Mädchen aus den klischeehaften Liebesgeschichten. Zusätzlich ist es so, dass mir Emerys rebellischer Charakter sehr imponiert hat. Sie stellt als Hauptperson definitiv ein Vorbild dar, wie man sein Leben voller Kraft weiterlebt, auch wenn es so aussieht, als stünde der Weltuntergang bevor. Ich kann nur betonen, dass ich sie für ihre eiserne Durchhaltekraft und ihren starken Kopf bewundere und man sich von diesem fiktiven Charakter eine dicke Scheibe abschneiden sollte!

Es ist vermutlich selbstverständlich, dass zwischen zwei so starken Charakteren auch eine stark spürbare Chemie entsteht. Ich persönlich konnte die sprühenden Funken zwischen ihnen förmlich beim Lesen am eigenen Leib fühlen. Zwischen Dylan und Emery sind letzten Endes viele wundervolle Szenen entstanden, die dem Leser entweder ein fettes Grinsen auf das Gesicht zaubern oder Tränen entstehen lassen. Besonders toll ist meiner Meinung nach die Idee, dass sich die beiden gegenseitig Streiche spielen. Dadurch gewinnt die sonst „normale“ Liebesgeschichte auf alle Fälle die perfekte Dosis an Humor.

Betrachtet man den Schreibstil, so habe ich auch hier rein gar nichts auszusetzen. Dieser lässt sich – falls ihr eine Orientierung braucht - aus meiner Sicht sehr gut mit dem von Mona Kasten vergleichen.

Alles in allem merkt man, dass ich nun auch ein kleiner Fan des Reihenauftakts „Der letzte erste Blick“ geworden bin. Dies war für mich das erste Buch der Autorin und ich kann es kaum erwarten, weitere von Bianca Iosivoni zu lesen. Nach Teil eins werde ich mir hoffentlich bald auch Teil zwei zulegen können. Insgesamt ist die Geschichte zwischen Dylan und Emery für mich eine Liebesgeschichte, die mit positiven sowie negativen Emotionen es schafft, das eigene Herz zu berühren.

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8.525 Bibliotheken, 69 Leser, 37 Gruppen, 496 Rezensionen

liebe, zeitreise, zeitreisen, london, fantasy

Saphirblau

Kerstin Gier
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2010
ISBN 9783401063478
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich habe gerade zum hundertsten Mal „Saphirblau“ von Kerstin Gier beendet. Dabei handelt es sich – für die, die das Buch noch nicht kennen – um den zweiten Band der Edelsteintrilogie, die 2010 im Arenaverlag erschienen ist.


Frisch verliebt in die Vergangenheit, das ist keine gute Idee. Das zumindest findet Gwendolyn, 16 Jahre alt, frisch gebackene Zeitreisende. Schließlich haben sie und Gideon ganz andere Probleme. Zum Beispiel die Welt zu retten. Oder Menuett tanzen zu lernen. (Beides nicht wirklich einfach!) Als Gideon dann auch noch anfängt, sich völlig rätselhaft zu benehmen, wird Gwendolyn klar, dass sie schleunigst ihre Hormone in den Griff bekommen muss. Denn sonst wird das nichts mit der Liebe zwischen allen Zeiten!


Da dieser Roman ein reread zum wiederholten Male für mich war, war mir natürlich schon bewusst, dass ich „Saphirblau“ wieder lieben würde. Seit Jahren bin ich ein großer Fan der Trilogie, weshalb ich nun spontan Lust hatte, „Saphirblau“ für euch zu rezensieren.

Zunächst muss ich den einzigartigen Schreibstil von Kerstin Gier in den Himmel loben. Ich bin der Meinung, dass ich ihren Schreibstil sofort überall wiedererkennen würde, selbst wenn der Name des Autors verdeckt wäre. Dies liegt daran, dass sie eine unverwechselbare Art hat, die Dinge darzustellen. Ihr unbeschreiblicher Humor, Witz und Charme kommt in ihrer Wortwahl sehr gut zum Ausdruck. Insgesamt lässt sich Kerstin Giers Schreibstil sehr angenehm leicht und flüssig runterlesen und sie verbindet eloquente und jugendliche Ausdrücke zu einem perfekten Mix.

Insgesamt kann ich auch die Idee hinter der Edelsteintrilogie, hier bezogen auf den zweiten Band, nur sehr loben. Für mich persönlich war diese Reihe die erste, in der Zeitreisen als Phänomen auftritt – und meiner Meinung nach ist die Edelsteintrilogie mit „Saphirblau“ bis heute auch die beste geblieben.

In „Saphirblau“ vereinen sich Fantasy- und Liebeselemente noch sehr viel stärker als bereits im ersten Teil. Meiner Meinung nach findet Kerstin Gier hier ein perfektes Gleichgewicht zwischen den zwei Genres, ohne hier die sich anbahnende Liebesgeschichte zwischen Gwen und Gideon zu sehr in den Fokus zu stellen oder sich nur auf die Zeitreisen zu konzentrieren. Der Zuschauer kann in „Saphirblau“ also zweifellos von allem etwas bekommen: Romantik, Humor, Spannung und vor allem viele Emotionen.

Erzählt wird „Saphirblau“ erneut aus der Sicht der sechzehnjährigen Gwen, deren Leben gerade total im Umbruch steht. Ich als Leserin kann mich schon mit ihr identifizieren, seitdem ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe. Man fiebert mit, verliebt sich genauso wie sie, macht alles durch, was sie durchmacht. Gwendolyn ist ein wirklich faszinierender Charakter mit Ecken und Kanten, aber definitiv so, dass man sie schlussendlich einfach ins Herz schließen muss: kratzbürstig, eifersüchtig, aufbrausend, energisch, aber auch mutig, furchtlos und liebenswert.

Neben Gwen kann der Leser in „Saphirblau“ viele weitere Charaktere wiederfinden, die auf emotionale Art und Weise polarisieren: Bei ihrer Familie fühlt man sich beim Lesen wie Zuhause, Charlotte würde man manchmal am liebsten die Augen auskratzen.

Für mich war und wird immer ein winziger Kritikpunkt bleiben, dass Prolog sowie Epilog – welche nicht aus Gwens Sicht geschrieben sind - in diesen Büchern etwas aus der Reihe tanzen. Auch in „Saphirblau“ ist es meiner Meinung so, dass Einstieg und Ende des Buchs aufgrund dessen nicht so rund sind, wie sie es sein könnten. Aus meiner Sicht hätte man Prolog und Epilog also getrost weglassen können, da sie besonders für neue Leser unverständlich und verwirrend erscheinen.

Abschließend hat mich „Saphirblau“ schon so oft bewegt, dass der Roman inzwischen etwas ganz, ganz Besonderes für mich ist. Ich werde mich immer daran zurückerinnern, wie ich dieses Buch das erste Mal gelesen habe. Ich liebe die Geschichte so sehr, dass ich dies in dieser Rezension festhalten und mit euch teilen wollte. Alles in allem kann ich jedem die Edelsteintrilogie von Kerstin Gier nur ans Herz legen. Lest es!

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90 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

weihnachten, liebe, familie, olivia miles, bäckerei

Weihnachten in Briar Creek

Olivia Miles , Yvonne Eglinger
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei LYX, 29.09.2017
ISBN 9783736305298
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich habe kürzlich „Weihnachten in Briar Creek“ von Olivia Miles beendet. Dabei handelt es sich um den letzten Band der Briar-Creek-Reihe aus dem LYX-Verlag, welcher am 29.09.2017 erschienen ist.


Nate Griffin tritt im alljährlichen Deko-Wettbewerb an. Dabei weiß jeder, dass dem arroganten Großstädter die Weihnachtsidylle von Briar Creek zuwider ist. Bäckerin Kara nimmt die Herausforderung an, auch wenn ihr Herz bei jeder Begegnung gefährlich aus dem Takt gerät…


Ich habe mich vorab sehr gefreut, zu erfahren, dass ich das Buch anlässlich einer Leserunde der Lesejury lesen durfte. Für meine Rezension ist eventuell wichtig zu wissen, dass es für mich der erste Teil der Reihe ist, den ich lese, da alle Teile auch unabhängig voneinander zu verstehen sind.

Die im Rahmen der Lesejury zu lesende Leseprobe hat mich bereits von Anfang an sehr überzeugt. Jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, bin ich froh, dass ich mich für diese Leserunde beworben hatte.

Der Einstieg in den Roman fiel mir wider Erwarten sehr leicht, obwohl ich die vorherigen Bücher nicht kenne.

Der lockere, angenehm leichte Schreibstil mit sehr weihnachtlicher Wortwahl sorgt von Anfang an für eine winterliche Atmosphäre, die ausführlich beschrieben wird. So konnte ich mir das Dorf Briar Creek direkt vorstellen und kann es gar nicht fassen, dass dieser Ort nur erfunden sein soll. Durch die detailgetreuen Beschreibungen wirkt die ganze Geschichte sehr realitätsnah, sodass ich mich von Beginn an in die Protagonistin und ihr derzeitiges Leben hineinversetzen konnte.

Die weihnachtliche Liebesgeschichte wird aus der Sicht von Kara Hastings erzählt, eine junge Frau, die gerade ihren Keksladen eröffnet hat. Durch ihre sehr alltäglichen Sorgen wie die Angst vor dem Versagen und dass sie nie einen Mann finden wird oder das verzweifelte Hoffen auf die Anerkennung ihrer Mutter handelt es sich hierbei um eine Protagonistin, mit der sich außer mir sicherlich auch andere Leser identifizieren können. Dabei weist Kara noch dazu viele bewundernswerte Eigenschaften auf, die sie zu einer liebenswerten, herzlichen Hauptperson machen, die man als Leser schlichtweg ins Herz schließen muss. Ihre Charaktereigenschaften wie die Zielstrebigkeit und Ehrgeizigkeit, mit der sie ihren Laden neuerdings wert, vermitteln einen sehr positiven Eindruck von ihr.

Nate Griffin, der zweite wichtige Charakter, konnte mich erst nach der Hälfte des Buchs zu hundert Prozent überzeugen. Dem Leser wird zu Anfang das Bild eines arroganten Geschäftsmannes vermittelt, welcher Kara zu vorschnell mit anderen reichen Frauen in einen Topf wird. Sein Verurteilen Karas ließ in mir lange Zeit in einem nicht ganz so positiven Licht erscheinen, doch glücklicherweise ändert sich seine Einstellung im Laufe des Romans. Durch seine große charakterliche Wandlung konnte ich auch ihn trotz anfänglichen Problemen schließlich ins Herz schließen.

Diese zwei Hauptpersonen sorgen natürlich für viele Momente voller Weihnachts- und Liebesglück, die mir als Leserin oftmals ein Lächeln ins Gesicht geschrieben haben. Als kleiner Kritikpunkt ist mir allerdings aufgefallen, dass die Liebesgeschichte teilweise einige Klischees enthält, darunter zum Beispiel das typische Ineinander-Laufen. Prinzipiell ist dies leider nicht sehr einfallsreich, aber in „Weihnachten in Briar Creek“ werden die Klischees trotz allem so verpackt, dass sie einem beim Lesen nicht direkt ins Auge stechen.

Des Weiteren lässt sich als Kritikpunkt nennen, dass mir die Gefühle von Kara und Nate zueinander zu Beginn etwas zu schnell fortschreiten. Die Geschichte verliert etwas an Realitätsgefühl dadurch, dass sich bereits nach der ersten Begegnung echte Gefühle zwischen den beiden zu entwickeln scheinen. Auch wenn dieses schnelle Fortschreiten für eine Liebesgeschichte manchmal notwendig und ganz bestimmt typisch ist, hat es mich doch gestört, dass sich so tiefgreifende Gefühle innerhalb weniger Tage herauskristallisiert haben.

In Bezug auf weitere Charaktere wie die Mutter von Kara muss ich leider sagen, dass diese weitesgehend eher flach bleiben und man wenig über ihre Beweggründe erfährt. Meine Wahrnehmung liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich diese nicht bereits aus den vorherigen Büchern kenne und es deshalb nur mir so vorkommt.

Die Handlung von „Weihnachten in Briar Creek“ stellt natürlich keine weltbewegende Neuheit dar. Dies muss man sich bei einer Liebesgeschichte bzw. guten Unterhaltungslektüre dieser Art meiner Meinung nach von Anfang an klar machen. Die Autorin hat hier nicht das Rad neu erfunden, aber es definitiv in eine unterhaltsame, sehr romantische und etwas kitschige neue Geschichte verpackt.

Alles in allem hat mir die Geschichte von Kara und Nate sehr gefallen. Trotz des schnellen Fortschreitens und einigen kleinen Klischees bietet das Buch eine sehr romantische und gefühlvolle Geschichte für jeden Weihnachtsliebhaber.

Vielen Dank an die Lesejury und den LYX-Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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27 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

schreiben, autor, kreativität, kreativ schreiben

Mein Buch

Katja Scholtz , Pascal Cloëtta
Fester Einband
Erschienen bei Diana, 25.09.2017
ISBN 9783453285453
Genre: Sachbücher

Rezension:

Heute rezensiere ich mal ein etwas anderes Buch: „Mein Buch – 100 Dinge, über die du schreiben kannst“ von Katja Scholtz. Dies ist am 25. September 2017 im Diana-Verlag erschienen.


Wenn Ihr Kühlschrank sprechen könnte – was hätte er zu erzählen? Oder Ihre Katze? Was denkt der Bäcker, wenn er Ihnen schlecht gelaunt sein letztes Kastenbrot verkauft? Wer schreiben möchte, braucht Mut und Ideen. Doch wo und wie anfangen? Dieses Buch versammelt 100 kleine Aufgaben, die die Fantasie ins Rollen und die Tinte zum Fließen bringen sollen. Ein geistiger Sportplatz zum Warmmachen und Dehnen für Anfänger und Fortgeschrittene.
Ein Buch zum Ausfüllen mit viel Platz zum Selberschreiben und mit zahlreichen liebevollen Originalzeichnungen, die inspirieren.


Da es sich hierbei nicht um einen Roman handelt, wird diese Rezension dementsprechend auch etwas anders aufgebaut sein.

Bewerten lässt sich zunächst die Idee dieses Notizbüchleins für (Hobby-)autoren. Da ich selber sehr gerne schreibe und es mir oftmals im Alltag an Kreativität mangelt, halte ich dieses Buch für eine sehr tolle, ausgeklügelte und vor allem herausfordernde Möglichkeit, um sich am Schreiben zu halten. Die Idee, 100 Fragen oder Aufgaben gestellt zu bekommen und diese dann beantworten zu können, habe ich so noch nirgendwo gesehen. Insgesamt werden dem Schreiber sehr spannende und nicht wirklich alltägliche Aufgaben gestellt, auf die man vor allem selbst sonst nicht kommen würde. So kommt es dazu, dass man schreibtechnisch vielleicht auch mal seine geschützte Blase verlässt und sich Neues, nicht so Vertrautes wagt, über den eigenen Schatten springt und plötzlich ganz andere kreative Geschütze auffährt. Die Aufgaben – wie z.B. dass man seinem Mann schreiben soll, mit dem man seit 55 Jahren verheiratet ist oder dass man einen Moment, der das eigene Leben hätte verändern können, genau beschreibt – waren für mich persönlich sehr interessant und fordernd. Alles in allem ist dieses Buch eine innovative Möglichkeit, um sich im Alltag bewusst ein paar ruhige Minuten zu nehmen und über sich und das Schreiben nachzudenken bzw. zu sinnieren.

Die Umsetzung der bereits beschriebenen Idee gefällt mir ebenfalls sehr gut. Das Buch ist von außen sowie innen recht schlicht gehalten und enthält doch kleine Illustrationen, die die Aufgabenstellungen bildlich unterstützen. Für die Beantwortung der Aufgaben sind extra Linien gezogen, was mich freut, da das Schreiben auf unliniertem Papier deutlich anstrengender ist. Allerdings bin ich der Meinung, dass der bemessene Platz für manche Aufgabe nicht ausreichend ist. Beispielsweise hätte ich bei den Aufgaben, die ich bereits beantwortet habe, deutlich mehr schreiben können und wurde durch die eng bemessene Platzbegrenzung so eher in meinem Kreativitäts-Hoch gebremst. Ansonsten hat das Notizbuch eine angenehme Größe, um es jederzeit mitzunehmen und griffbereit zu haben und ist mit zusätzlicher Falttasche und Verschlussgummi recht hochwertig gestaltet.

Betrachtet man nun den tatsächlichen Nutzen des Büchleins, so muss ich ehrlich sagen, dass dieses zwar meine Kreativität sehr fördert, es aber nicht den Zweck erfüllt, den ich mir erhofft hatte. Es wäre aus meiner Sicht schön gewesen, wenn die Aufgaben so gestellt gewesen wären, dass der Schreiber dadurch auf eigene, neue Ideen für Geschichten kommen könnte. Allerdings beziehen sich viele – natürlich nicht alle – Fragen auf das eigene Leben, welches ich nie als Anlass für eine Geschichte nehmen würde. Weitere kreative Fragen, unabhängig von meinem Leben und meiner Persönlichkeit, hätte ich daher hilfreicher gefunden, um auf andere Gedanken bezüglich des Schreibens zu kommen.

Zusammengefasst bin ich trotz des kleinen Kritikpunktes sehr positiv überrascht von diesem sehr besonderen Büchlein. Für alle, die ihre Kreativität und Fantasie anregen wollen, ist „Mein Buch – 100 Dinge, über die du schreiben kannst“ empfehlenswert; es muss aber beachtet werden, dass das Notizbuch natürlich kein Wundermittel für fehlende Kreativität ist.

Vielen Dank an den Diana Verlag und die Verlagsgruppe Random House bzw. die Betreiber des Bloggerportals für dieses Rezensionsexemplar! ♥

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1.247 Bibliotheken, 53 Leser, 0 Gruppen, 242 Rezensionen

liebe, laura kneidl, missbrauch, berühre mich. nicht., new-adult

Berühre mich. Nicht.

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.10.2017
ISBN 9783736305274
Genre: Liebesromane

Rezension:

Vor zwei Tagen angefangen und dann sofort durchgesuchtet: Ich habe nun endlich auch „Berühre mich. Nicht.“ von Laura Kneidl aus dem LYX-Verlag gelesen, die meistgelobte Liebesgeschichte seit langem.


Als Sage in Nevada ankommt, besitzt sie nichts - kein Geld, keine Wohnung, keine Freunde. Nichts außer dem eisernen Willen, neu zu beginnen und das, was zu Hause geschehen ist, zu vergessen. Das ist allerdings schwer, wenn einen die Erinnerungen auf jedem Schritt begleiten und die Angst immer wieder über einen hereinbricht. So auch, als Sage ihren Job in einer Bibliothek antritt und dort auf Luca trifft. Mit seinen stechend grauen Augen und seinen Tätowierungen steht er für alles, wovor Sage sich fürchtet. Doch Luca ist nicht der, der er auf den ersten Blick zu sein scheint, und als es Sage gelingt, hinter seine Fassade zu blicken, lässt dies ihr Herz gefährlich schneller schlagen …


Seitdem dieses New Adult Buch erschienen ist, wurde so sehr von dieser Geschichte geschwärmt, sodass ich ums Lesen einfach nicht drumherum gekommen bin. Meine Erwartungen waren dementsprechend schon sehr, sehr hoch und glücklicherweise wurden diese sogar noch übertroffen!

Vorab muss natürlich angemerkt werden, dass es bei New Adult Romanen immer eine gewisse Schiene gibt, der jeder Autor folgt. Auch in diesem Buch wird die Geschichte aus der Sicht der Protagonistin Sage erzählt, die – wie man dem Klappentext entnehmen kann – neu anfangen und ihre dunkle Vergangenheit am liebsten vergessen möchte. Auch Luca wirkt auf den ersten Blick sehr unnahbar und auch in diesem Buch kommen sich die beiden näher. Dieser gewisse Grundaufbau, den man in jedem Buch des Genres wiederfindet, besteht natürlich auch hier. Aber Laura Kneidl hat es trotzdem meiner Meinung nach quasi geschafft, das Rad neu zu erfinden, ohne das Rad neu zu erfinden.

Mit Sage findet man eine unfassbar sympathische Hauptperson vor. Ich konnte mich in jeder Lebenssituation zu hundert Prozent in sie hineinversetzen. Viele Charaktereigenschaften, die sie besitzt, wie beispielsweise ihren Mut, den Biss und das Durchhaltevermögen habe ich sehr bewundert. Dadurch fiel es mir sehr leicht, ihren Gedanken, Gefühlen und Handlungen zu folgen. Wie bereits erwähnt, steht Sage ihre Vergangenheit im Weg. Dieses typische Detail einer Liebesgeschichte ist aber so geschickt eingebaut, dass man als Leser sich zuerst trotzdem fragt, was vorgefallen ist und dass es nicht den Hauptteil des Romans einnimmt.

Auch Luca entspricht zum Glück überhaupt nicht dem typischen Klischee eines Bad Boys, wie man mit Blick auf den Klappentext zuerst denken könnte. Vielmehr ist er unglaublich gefühlvoll, nachdenklich, fürsorglich und liebt die Personen in seinem Herzen über alles. Noch dazu liebt er Bücher, also was will man mehr?! Alles in allem hat die Autorin hier einen Book Boyfriend mit Charme entworfen. So ist es klar, dass bei allen Szenen mit Sage und Luca zusammen zuckersüße, emotionsgeladene Momente entstanden sind, die mich entweder total zum Lachen oder sehr zum Weinen gebracht haben.

Neben der Liebe werden außerdem so viele weitere Themen behandelt: neu anfangen, Freunde finden, sich selbst finden und lieben, Vertrauen, Vergangenheitsbewältigung. Ein Zitat von S. 188 zeigt auch deutlich die wunderschön zu beobachtende Freundschaft zwischen Sage und April bzw. Luca:

„Seit wann wird Freundschaft durch Zeit definiert?“ („Berühre mich. Nicht.“ von Laura Kneidl, S. 188, Z. 16).

Erwähnenswert ist, dass ich gestern Abend einfach nicht mehr aufhören konnte, weiterzulesen. Auch wenn man meinen könnte, schon genau zu wissen, wie die Geschichte aufgebaut ist, wurde ich dennoch an vielen Stellen durch andere Wendungen überrascht, die ich gar nicht erwartet hätte. Dadurch, dass das Buch nicht allzu vorhersehbar war, blieb immer eine gewisse Grundspannung vorhanden, die zumindest bei mir persönlich ein Suchtpotenzial aufgebaut hat.

Grund dafür war ebenfalls der Schreibstil von Laura Kneidl, der es dem Leser sehr leicht macht, den Gedankengängen von Sage zu folgen. Die Wortwahl war weder zu einfältig noch zu hochgestochen, um die gerade erwachsene Sage möglichst realitätsnah zu verkörpern.

Das einzige, was ich zu bemängeln habe, ist, dass mir das Ende etwas zu abrupt kam. Ich konnte kaum blinzeln und schon war es vorbei. Eventuell mag dies aber daran liegen, dass ich einfach nicht wollte, dass dieser erste Teil der Reihe schon vorbei ist.

Zusammengefasst bin ich so unendlich froh, endlich mal wieder einen richtig guten New Adult Roman mit viel Spannung, Emotionen und neuen alten Details entdeckt zu haben.

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90 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

liebe, schicksal, ivy und abe, liebesgeschichte, bestimmung

Ivy und Abe

Elizabeth Enfield , Babette Schröder
Flexibler Einband: 439 Seiten
Erschienen bei Diana, 18.09.2017
ISBN 9783453291898
Genre: Liebesromane

Rezension:

Kürzlich habe ich den Roman von Elizabeth Enfield aus dem Diana-Verlag gelesen: „Ivy & Abe“, die etwas andere Liebesgeschichte, ist am 18.09.2017 erschienen.


Ivy und Abe – zwei Menschen, die füreinander bestimmt sind. Sie begegnen sich zu verschiedenen Zeiten in ihrem Leben. Doch das perfekte Glück verpassen sie immer. Mal wechseln sie ein paar Worte in einem Café, dann trennen sich ihre Wege wieder. Ein anderes Mal haben sie eine Affäre miteinander. Später sind sie verheiratet, aber ihre Ehe steckt in einer tiefen Krise. Ihr Leben lang tragen Ivy und Abe etwas von dem anderen in sich. Innige Momente, in denen sie ihre Liebe spüren. Wird sie je von Dauer sein?


Zuerst einmal muss ich sagen, dass ich mich riesig darüber gefreut habe, dieses Rezensionsexemplar bestätigt bekommen zu haben, da mich die Idee des Romans von Anfang an sehr angesprochen hat. Leider sind mir während des Lesens jedoch einige Kritikpunkte an der Umsetzung aufgefallen.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir als Leserin zunächst sehr schwer und ich würde behaupten, dass ich bis zum Ende nicht richtig in die Handlung eintauchen konnte. Zum einen liegt dies daran, dass der Schreibstil oftmals eher einer Nacherzählung gleicht: Der Leser kann die Handlung nicht selbst miterleben, sondern sie wird lediglich erzählt, sodass es alles in allem teilweise einem Bericht und keinem Roman ähnelte. Oftmals wird dies durch die Selbstreflexion Ivys hervorgerufen. Mich hat der Schreibstil im Lesefluss leider gebremst, da durch den Charakter der Nacherzählung gar keine Spannung aufkommen konnte.

Wie bereits erwähnt, habe ich mich sehr auf die Idee des Romans gefreut. Allerdings ist zu bemängeln, dass der Klappentext meiner Meinung nach den Roman in keinster Weise so darstellt, wie er wirklich ist. Betrachtet man als Leser den Klappentext, so erwartet man eine zusammenhängende Liebesgeschichte von zwei Menschen, die sich immer wieder finden und dann aus den Augen verlieren. In Wahrheit findet der Leser hier aber viele verschiedene Kurzgeschichten wieder, welche abgeschlossen sind und keine Auswirkungen aufeinander haben. Die Kurzgeschichten repräsentieren somit immer, wie es hätte sein können, wenn Ivy und Ave sich zu einem bestimmten Zeitpunkt begegnet wären. Dadurch, dass die Gesamtgeschichte so in viele, nicht zusammenhängende Teile gespalten wird, verliert der Roman schnell an Reiz. Noch dazu ist dem Leser zu Beginn des Buchs nicht klar, dass es sich um abgeschlossene Kurzgeschichten handelt, bei denen die Protagonisten zwar gleich sind, dies aber nichts mit den vorherigen Geschichten zu tun hat. So habe ich mich beispielsweise 100 Seiten lang extrem gewundert, warum die Hauptpersonen in ihrem späteren Leben eine angeblich vorherige Beziehung vergessen hätten. Aus meiner Sicht sollte dem Leser direkt klar sein, dass es sich um verschiedene Geschichten handelt, was sich der Leser hier aber selbst erschließen muss. Sonst kommt es dazu, dass man – so wie ich – mit falschen Erwartungen an diesen Roman herantritt.

Zudem ist es so, dass sich alle Versionen von Ivys und Abes Leben stark ähneln. Dies ist natürlich verständlich, aber nach einer Weile verschwindet die Spannung, schon wieder zu lesen, wie sich Ivy und Abe zufällig treffen, sich daraus eventuell eine Beziehung entwickelt und ihre Wege sich – wie der Klappentext bereits treffend formuliert – wieder trennen. Mir hätte es deutlich besser gefallen, wenn die Kurzgeschichten sich stärker voneinander differenzieren ließen, d.h. wenn die Charakterzüge der Protagonisten sich auch durch die verschiedenen Verläufe ihres Lebens geändert hätten. Dies wäre psychologisch sehr viel realistischer gewesen, war aber bei Ivy und Abe in den Geschichten nicht der Fall. Auf diese Art und Weise ziehen sich die Seiten jedoch extrem aufgrund der enormen Ähnlichkeit der Kurzgeschichten.

Des Weiteren ist es so, dass die Kurzgeschichten untereinander Zeitsprünge aufweisen. Eine erzählt z.B. die Begegnung von Ivy und Abe, als sie 10 Jahre alt sind, die andere mit 70 Jahren. Ein weiterer Kritikpunkt ist daher aus meiner Sicht, dass sich der Erzählstil nicht dem Alter der Protagonisten anpasst. Obgleich die Hauptpersonen 70 oder 10 Jahre alt sind, in der Sprache ist dies nicht merkbar.

Aber auch die einzelnen Kurzgeschichten weisen jeweils weitere Zeitsprünge auf. Man kann sagen, dass die Geschichten definitiv nicht in der chronologischen Reihenfolge wiedergegeben werden. Zusammen mit Ivys gedanklicher Selbstreflexion wird der Lesefluss und vor allem Zeitüberblick erheblich gestört.

Um das kritische Bild etwas zu revidieren: Die Idee der Autorin, zu zeigen, wie das eigene Leben hätte verlaufen können, wenn man sich an mancher Stelle anders entschieden hätte, regt wunderbar zum Nachdenken an und ist in gewisser Weise sehr philosophisch angehaucht. Trotz meiner Kritikpunkte war es interessant zu sehen, wie sich unterschiedliche Gegebenheiten unterschiedlich auf Ivy und Abe ausgewirkt haben. Das Buch gibt insofern eine wichtige Botschaft für das eigene Leben mit: Manchmal kommt der Richtige zum falschen Zeitpunkt oder der Falsche zum richtigen Zeitpunkt.

Zusammengefasst konnte mich die Idee von „Ivy & Abe“ mit vielen kleinen Lebensweisheiten überzeugen. Durch die Umsetzung, welche leider Raum für viel Kritik meinerseits ließ, habe ich den Roman jedoch nur bedingt genossen.

Vielen Dank an den Diana Verlag und die Verlagsgruppe Random House bzw. die Betreiber des Bloggerportals für dieses Rezensionsexemplar! ♥

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

berlin, schweden, young adult, weihnacht, contemporary romance

Flying Moon - Premiere

Katrin Bongard
Flexibler Einband: 342 Seiten
Erschienen bei Red Bug Books, 05.11.2017
ISBN 9783946494034
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ich habe kürzlich Flying Moon – Premiere von dem Redbug Books Verlag als Rezensionsexemplar erhalten und es innerhalb eines Tages durchgelesen. Das eBook ist am 02. November 2017 erschienen.


Schon zweimal hat Moon den Jungschauspieler und aufsteigenden Filmstar Lasse getroffen. Immer war es Liebe und Leidenschaft, doch dann wurden beide wieder getrennt. Als sie sich zum 3. Mal auf der Premiere von Heimweh treffen, könnte es endlich eine Zukunft für das Paar geben. Lasse will nach Berlin ziehen und Moon hat die Schule beendet und ist frei. Nur ist ihr Leben alles andere als einfach. Lasse dreht in London einen internationalen Film und Moon zieht in eine Jungs-WG.


Vorab muss ich dazu sagen, dass ich den ersten Teil der Flying-Moon-Reihe erst kürzlich gelesen habe, den zweiten Teil allerdings übersprungen habe, da er den gleichen Inhalt noch mal aus der Sicht von Lasse erzählt. Daher bin ich direkt mit Teil 3 in die weitere Handlung eingestiegen.

Neben einzelnen Rechtschreibfehlern ist mir an und für sich über das gesamte Buch nichts Negatives an der Geschichte aufgefallen. Meiner Meinung nach übersteigt dieser dritte Band auf jeden Fall den ersten, aus dem Grunde, da ich mich in dieser Fortsetzung noch viel mehr mit den angesprochenen Problemen, Gefühlen und Handlungen Moons identifizieren konnte. Der Fokus, der im ersten Teil hauptsächlich auf dem Filme drehen lag, wird hierbei deutlich verschoben, sodass stattdessen die Frage nach der Zukunft im Raum steht: Was mache ich nach der Schule? Wer bin ich überhaupt und was möchte ich mit meinem Leben anfangen? Haben die Gefühle zu Lasse eine Zukunft? Diese und weitere Fragen stellt sich Moon im Laufe des Buchs. Damit hat die Autorin genau die Problematik getroffen, die mich seit dem Anfang dieses Schuljahres beschäftigt. Da ich mich in genau der Lebenssituation befinde wie sie von Moon authentisch wiedergegeben wird, wurde sie mir mittels der realitätsnahen Verzweiflung und der Zukunftsangst wesentlich sympathischer als ohnehin schon. Aus meiner Sicht ist diese Verschiebung des Themas eine tolle Entwicklung gewesen, weil sich darin sicherlich mehr Leute und vor allem auch die jüngeren Generationen zu hundert Prozent wiederfinden können – im Gegensatz zu reinen Schauspielerproblemen.

Trotzdem bleibt dieser dritte Teil dem ersten natürlich treu. Auch hier dreht sich noch ein Teil der Handlung um das Schauspielern, aber nicht um das Schauspielern an sich, sondern welche Konsequenzen es für das eigene Leben mit sich bringt. Kern des Buchs sind – wie dem Klappentext bereits entnommen werden kann – die Gefühle zwischen Lasse und Moon und ob diese endlich stark genug sind, um alle Hürden zu überwinden. Erneut wurden die aufkeimenden Gefühle der beiden durch den sehr einfachen, leichten, authentisch jungen und jugendlichen Schreibstil passend beschrieben, sodass ich alle Herzensregungen als Leser nachvollziehen konnte. Neu ist jedoch, dass nicht nur noch aus der Sicht von Moon erzählt wird, sondern sich Moons und Lasses Erzählsicht in jedem Kapitel abwechselt. Einerseits bringt dieser stetige Erzählerwechsel immer eine gewisse Unruhe mit, weil der Leser sich jedes Kapitel neu auf den Erzähler einstellen muss. Andererseits hat mir dieses Mittel in „Flying Moon – Premiere“ sehr zugesagt, da es die Möglichkeit bietet, zu erfahren, wie es beiden Charakteren in der Gesamtsituation geht. Die Handlungen der Figuren wurden dadurch eindeutig nachvollziehbarer als im ersten Teil.

Im Vergleich zum ersten Teil hatte ich diesmal nicht das Gefühl, die Liebesgeschichte würde viel zu schnell vorangehen, im Gegenteil. Moon und Lasse, zwei Menschen, die schon über zwei Jahre umeinander herumschleichen, konnten mich teilweise sogar zur Weißglut bringen, weil für mich klar war, dass sie zusammengehören, sie es selber aber nicht sehen konnten.

Diese hohe hervorgerufene Emotionalität, die meiner Meinung nach ansprechendere Thematik und Problematik und das runde Gesamtprodukt aus realitätsgetreuen, jugendlichen Charakteren und einem authentischen Schreibstil bilden zusammengefasst einen tollen dritten Teil der Flying-Moon-Reihe. Aufgrund des offenen Endes vermute ich stark, dass auch noch eine weitere Fortsetzung folgen wird, auf die ich mich jetzt schon sehr freue!

Danke an den Redbugbooks-Verlag für das Rezensionsexemplar.

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390 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 111 Rezensionen

okapi, tod, liebe, westerwald, familie

Was man von hier aus sehen kann

Mariana Leky
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 10.01.2018
ISBN 9783832198398
Genre: Romane

Rezension:

Sophie hatte mir „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky zur FBM geschenkt und nachdem ich es jetzt gelesen habe, wollte ich es unbedingt noch rezensieren. Danke für das tolle Geschenk! Das Buch ist am 14.11. diesen Jahres im DuMont-Verlag erschienen und aktuell beim Lovelybooks-Leserpreis nominiert.


Selma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman.
›Was man von hier aus sehen kann‹ ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan...


Da Sophie mir das Buch als eines ihrer Jahreshighlights geschenkt hat, war mir eigentlich sofort klar, dass es mir zu hundert Prozent gefallen würde. Noch dazu ist es aktuell zum Leserpreis auf Lovelybooks nominiert – meiner Meinung nach völlig zu recht.

Wenn ich über das Thema des Romans nachdenke, dann fällt es mir wahnsinnig schwer, dieses zu kategorisieren oder sogar in eine Schublade zu stecken. Aus meiner Sicht lässt sich gar nicht richtig beschreiben, worum es in diesem Buch alles geht. Es ist eine Vielfalt an Themen enthalten, für jeden Leser etwas, und das macht das Buch so einzigartig und besonders. Beispielsweise lässt der Klappentext einen vermuten, man habe es mit einer Fantasygeschichte aufgrund der Träume zu tun oder mit der Liebesgeschichte von Selmas Enkelin Luise, aber nein – vielmehr würde ich das Buch als eine „Lebensgeschichte“ beschreiben, eine wahnsinnig berührende Lebensgeschichte des Dorfes und speziell von Luises Familie. So wird beispielsweise das erste Drittel des Buchs aus der Sicht von Luises zehnjährigem Ich erzählt, wohingegen sie im weiteren Buch bereits erwachsen ist. Meiner Meinung nach ist es dadurch unglaublich authentisch geworden und spannend, den Charakteren auf ihrem Lebensweg über viele Jahre hinweg zu folgen.

Unter anderem sind es die Charaktere, die dieses Buch so besonders machen. Mariana Leky hat keine einzige Figur erfunden, die sich durch Klischees oder Schubladendenken beschreiben ließen. Jeder einzelne Charakter hat seine Ecken und Kanten, seine Macken und komischen Eigenarten, wirkt dadurch sehr lebensnah und „detailgetreu“ - kurzum wie echte Menschen. An mancher Stelle kommt es hierbei zu einer solchen Situationskomik unter den Charakteren, die einerseits einfach lustig ist und mich als Leser schlichtweg dazu gezwungen hat, jeden einzelnen Dorfbewohner auf seine eigene Art in mein Herz zu schließen.

Das erste Drittel des Buchs wird wie gesagt aus der Sicht von der zehnjährigen Luise erzählt. Dabei schwanken die Szenen zwischen einer herrlichen kindlichen Naivität und einer erschreckenden Ernsthaftigkeit. Unter diesem Gleichgewicht steht insgesamt das ganze Buch: Lustige Momente wechseln sich ab mit rührenden, Trauer hervorrufenden Szenen. Genau diese Mischung lässt den Leser alle Gefühlsregungen erleben, die meiner Meinung nach zu einem guten Buch dazugehören.

Des Weiteren muss ich den Schreibstil von Mariana Leky ganz besonders hervorheben. Abgesehen davon, dass er sich sehr flüssig lesen lässt, passt der Schreibstil durch die kindliche, dann mal völlig ernsthafte, schrullige, dann mal völlig nüchterne Wortwahl perfekt zu den dargestellten Charakteren. Auch hier herrscht eine solche Vielfalt, dass sich der Schreibstil gar nicht richtig einordnen lässt. Fakt ist, dass ich als Leserin am liebsten jeden zweiten Satz im Buch markiert hätte, weil er mir so gefallen hat.

Alles in allem haben mir diese teilweise etwas skurrile, aber tiefgründige Lebensgeschichte und die kauzigen, liebenswürdigen Charaktere zu hundert Prozent zugesagt und ich kann gar nicht anders, als jedem einzelnen dieses Buch ans Herz zu legen.

Danke, Sophie, für das tolle Geschenk! Es findet einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal.

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Die Herrscher der Aristeia

Stephanie Drechsler
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 13.10.2017
ISBN 9783744896511
Genre: Fantasy

Rezension:

Diesen und letzten Monat habe ich „Die Herrscher der Aristeia“ von Stephanie Drechsler (test)gelesen. An dieser Stelle einmal vielen Dank für das kostenlose eBook als Leseexemplar! Das Buch ist am 13.10.2017 bei Books on Demand erschienen und damit der zweite Teil der Aristeia-Reihe.


Ein Vierteljahrhundert ist seit dem Ausbruch der lebenden Toten vergangen und das Werk der Aristeier hat Früchte getragen. Die Bürger des Staates genießen ein Leben in Ruhe und Normalität. Chiara selbst wurde nach dem Ausbruch geboren und würde alles dafür geben, eine Wächterin zu werden. Noch ahnt sie nichts von dem dunklen Pfad, der ihr bevorsteht, ihrer eigenen Bestimmung und dem Feind, der sich in ihrem Schatten erhebt. Nicht nur die hochangesehenen Gründer der Aristeia, sondern auch die Söhne der Ersten werden ihr Leben verändern.


Insgesamt kann ich sagen, dass mir leider der erste Teil schon nicht so zugesagt hat und ich daher in etwa wusste, was mich erwartet: Ein Roman, der meine Ansprüche nur teils würde erfüllen können. So war es auch diesmal.

Alles in allem waren die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler der Grund, weshalb ich für die Autorin testlesen sollte. Diese Fehler sollten nun in der zweiten Auflage, welche wahrscheinlich bald erscheint, weitesgehend korrigiert sein. In der ersten Auflage, also in meinem Exemplar, befindet sich allerdings eine extrem hohe Fehlerquote, was den Lesefluss erheblich stört und mir persönlich leider den Spaß am Lesen etwas genommen hat. Zudem macht die Geschichte insgesamt einfach keinen professionellen Eindruck, wenn sich in jedem einzelnen Kapitel mehrere Fehler verstecken, aber dies ist auch nur meine einzelne Meinung.

Der Schreibstil der Autorin gleicht auch in „Die Herrscher der Aristeia“ eher einer Nacherzählung, einem Bericht oder einer Aufreihung von Geschehnissen, wodurch die Spannung meiner Meinung nach beeinträchtigt wird. Noch dazu ist die Wortwahl aus meiner Sicht oft sehr holprig und nicht ganz gelungen, sodass sich das Buch nur sehr langsam und eher stockend lesen lässt. Zu diesen Kritikpunkten muss ich aber fairerweise anmerken, dass diese sich im Verlauf des Buches zum Glück ein wenig zum Positiveren wandeln. Generell hat mir das letzte Drittel der Geschichte noch mal besser gefallen, weil die Handlung endlich an Fahrt aufnimmt und auch die Fehlerquote dort etwas sinkt.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich das sagen würde, aber ich habe es in diesem Buch vermisst, aus Taras Sicht zu lesen. Wie der Klappentext verrät, spielt der zweite Teil 25 Jahre nach dem ersten und wird meist aus der Sicht von Chiara erzählt. Bedauerlicherweise muss ich sagen, dass mir Tara damals noch viel sympathischer war als jetzt Chiara. Und wenn man als Leserin nicht zu hundert Prozent mit den Charakterzügen der Hauptperson klarkommt, ist es natürlich klar, dass das Lesen an Spaß verliert. Anteile von Chiaras Charakter haben mich beeindruckt – ihr Durchhaltevermögen, ihr Einsatz, ihre Selbstlosigkeit -, aber ebenso viele Anteile haben mich in Rage getrieben. Um es in den Worten des Buchs zu sagen: Oftmals ist sie arrogant, maßlos, selbstbezogen, schnippisch, überheblich oder auch nur unglaublich dumm. Im Gegensatz zum ersten Teil der Buchreihe habe ich zwar nicht das Gefühl, an der Oberfläche der Charaktere zu kratzen, aber dafür gefällt mir manches nicht, was ich darunter finde.

Bei allen anderen Charakteren ging es mir genauso, sie konnten mich in mehr oder weniger großen Anteilen überzeugen, aber nicht zu hundert Prozent. Mein Lieblingscharakter ist wohl Julien aufgrund seiner witzigen, sarkastischen Ader. Für alle Fans des ersten Bands ist es jedenfalls toll, dass alle Charaktere in dieser Fortsetzung noch vorkommen und auch als Nebencharakter eine tragende Rolle spielen.

Die Liebesgeschichte, die sich durch den gesamten Roman zieht, konnte mich leider nur halbwegs überzeugen. Zu Anfang war das ewige Hin und Her noch interessant und mitreißend, aber nach einer Weile dann nur noch lästig. Trotzdem gab es natürlich einige sehr romantische Szenen, besonders gegen Ende, die mir sehr zugesagt haben.

Zum Inhalt des Buchs lässt sich von meiner Seite aus anmerken, dass ich manche Handlungsumschwünge etwas vorhersehbar fand. Dies lag mitunter an den Kapitelüberschriften, die des Öfteren bereits verraten haben, was im folgenden Kapitel dann geschieht.

Alles in allem ist es aber immer noch der besondere Inhalt, der die Aristeia-Reihe hier auszeichnet. Wie man dem Klappentext entnehmen kann, handelt es sich um Reihe, in der die Zombieapokalypse thematisiert wird. Dies geschieht aber auf eine so andere Art als gewöhnlich, da es nicht wie sonst um das blutige Abschlachten von Zombies geht, sondern vielmehr um den Wiederaufbau von Leben und das Überleben in einem neuen Staat. So gesehen ist die Handlung auch in diesem Teil ein Stück weit einzigartig und sehr interessant, weil ich zumindest noch nie eine solche Umsetzung einer Zombieapokalypse in Büchern gesehen habe.

Alles in allem ist auch „Die Herrscher der Aristeia“ ein Buch mit besonderem Inhalt. Leider haben mich viele Kleinigkeiten so sehr gestört, dass ich in der Summe den Inhalt nicht mehr so genossen habe, wie ich es gerne getan hätte. Vielleicht können mich ja weitere Bücher der Autorin mehr überzeugen; die Hoffnung habe ich jedenfalls!

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97 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 68 Rezensionen

liebe, schottland, wale, isabel morland, gefühle

Die Rückkehr der Wale

Isabel Morland
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2017
ISBN 9783426521809
Genre: Liebesromane

Rezension:

Nach einer Woche Lesezeit habe ich „Die Rückkehr der Wale“ von Isabel Morland nun auch endlich mal beendet. Der Roman erscheint heute im Knaur-Verlag und ich durfte ihn netterweise schon früher lesen; danke an dieser Stelle an das Vorablesen-Team!


Einst hat Kayla ihren Mann geliebt. Doch immer öfter geraten die beiden in Streit, und Dalziel wird so wütend, dass sie Angst vor ihm hat. Da taucht ein Fremder auf der kleinen, abgeschiedenen Hebriden-Insel auf, über den bald allerhand Gerüchte in Umlauf sind. Auch Kayla ist nach der ersten Begegnung mit Brannan sofort fasziniert von diesem Mann, der ein Geheimnis zu hüten scheint. Ihre eigenen, immer stärker werdenden Gefühle für ihn, aber auch das Gerede der Inselbewohner treiben Kayla mehr und mehr in einen inneren Zwiespalt, aus dem es kaum einen Ausweg zu geben scheint …


Ich habe mich so unfassbar darüber gefreut, dieses Buch gewonnen zu haben – nicht nur, weil das Cover wunderschön ist, sondern auch weil ich mir nach der Leseprobe auf Vorablesen sehr viel von der Geschichte erhofft habe. Was in dem Klappentext nicht wirklich angesprochen wird, ist, dass es anfangs auch so aussieht, als würde die Liebesgeschichte durch Sagen und Mythen noch an Fantasyelementen dazugewinnen. Meiner Meinung nach hätte dies die Handlung wirklich perfekt gemacht, da sich die Geschichte so von allen anderen abgesetzt hätte. Leider wurden meine Hoffnungen nicht erfüllt, diese Fantasyandeutungen bleiben lediglich Andeutungen. Insofern hebt sich diese Liebesgeschichte leider nicht sehr stark von anderen 0815-Geschichten ab, die ich bereits gelesen habe.

Der Einstieg in die Geschichte, aber auch das Lesen mehrerer Kapitel am Stück fiel mir persönlich sehr schwer. Dies liegt vermutlich an den ausladenden Landschaftsbeschreibungen, die teilweise mehr als eine Seite am Stück füllen. Dass die Liebesgeschichte vor dem grandiosen Hintergrund einer wilden Hebriden-Insel stattfindet, finde ich eigentlich total schön und als romantisches Setting gut geeignet. Die Naturbeschreibungen schweifen in „Die Rückkehr der Wale“ allerdings so sehr aus, dass ich mich gar nicht so gut auf die eigentliche Handlung konzentrieren konnte. Aus meiner Sicht hätte man die beeindruckenden Naturbeschreibungen auch geschickter einbauen, immer mal hier und mal da einen Satz dazu schreiben können, um den Lesefluss nicht allzu sehr zu stören.

Dies führt direkt zu meinem nächsten kleinen Kritikpunkt auf der Liste: Leider war mir die Geschichte insgesamt etwas zu langatmig. Dafür, dass alles in allem gar nicht so viel in diesem Buch passiert, umfasst es ziemlich viele Seiten. Ich hätte mir also entweder mehr Handlung oder weniger Seiten gewünscht – so wird meiner Meinung nach leider alles nur etwas unnötig in die Länge gezogen.

Kayla, die Protagonistin, war mir zu Anfang unfassbar sympathisch. Sie leidet unter ihrer Ehe, versucht sich mit der Situation erfolglos zu arrangieren – eine Hintergrundgeschichte, bei der sofort Mitgefühl aufkommt. Allerdings hat mir die Protagonistin im Laufe der Geschichte immer wieder Anlass dazu gegeben, diese Sympathie wieder aufzuheben. Ich kann ihr Handeln in Bezug auf ihren Umgang mit ihrer Liebe zu Brannan und ihrer Ehe mit Dalziel im Zwiespalt weder komplett nachvollziehen noch billigen. Dem Leser wird dadurch auch vermittelt, dass es okay ist, andere Menschen so zu hintergehen und dass man letzten Endes sogar damit durchkommt. Meiner Meinung nach sind das schlichtweg keine Werte, die vermittelt werden sollten. Noch dazu kommt, dass mir die sich aufbauende Liebe zwischen Brannan und Kayla viel zu schnell ging. Ich konnte kaum gucken, da war direkt die Rede von wahrer Liebe, obwohl die beiden keine zwei ernsthaften Gespräche miteinander geführt hatten.

Bei allen anderen Charakteren ging es mir genauso wie mit Kayla: Einige Eigenschaften habe ich sofort total ins Herz geschlossen, andere Handlungen, Gedanken oder Eigenschaften haben mich daran gehindert, vollkommene Sympathie zu spüren.

Der Schreibstil der Autorin hat mir – bis auf die ausschweifenden Landschaftsbeschreibungen – sehr gut gefallen. Er war angenehm zu lesen. Das Buch ließ sich nicht innerhalb von wenigen Stunden herunterlesen, was aber an der bedeutungsvollen Wortwahl lag.

Zusammengefasst hat mich Kaylas Zwiespalt zwischen der Ehe, die gerettet werden müsste, und der neuen, fremden Liebe sehr fasziniert. Leider haben mir aber einige Punkte gefehlt, die der Liebesgeschichte zu einem wirklich besonderen Leseerlebnis verholfen hätten.

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88 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

liebesgeschichte, film, jugendbuch, liebesgeschicht, young adult

Flying Moon

Katrin Bongard
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Red Bug Books, 10.01.2013
ISBN 9783943799217
Genre: Sonstiges

Rezension:

Innerhalb von zwei Tagen habe ich „Flying Moon“ von Katrin Bongard aus dem Redbug-Books-Verlag durchgelesen. Dabei handelt es sich um den ersten Teil der Film.Love.Story-Reihe.


Ein rockiges Aschenputtel, ein trauriger Prinz, eifersüchtige Exfreundinnen. Ein modernes Liebesmärchen. Als die 16 jährige Moon auf einer Filmparty einen unbekannten Jungen trifft, ist es Liebe auf den ersten Blick. Was Moon nicht weiß: er ist ein Filmstar, sein Ruf als Verführer legendär. Ein Jahr später treffen beide sich zufällig an einem Filmset wieder. Und ihre Liebe wird auf eine harte Probe gestellt.


Ich durfte diesen Roman im Rahmen einer Leserunde von Katrin Bongard und dem Verlag auf Lovelybooks lesen und habe mich total darüber gefreut, weil mir bis jetzt alle Bücher der Autorin super gut gefallen haben. An dieser Stelle noch einmal vielen lieben Dank dafür, dass ich teilnehmen durfte!

Der erste Punkt, der mir positiv an diesem Buch aufgefallen ist, war die bedeutungsvolle Namensgebung. Der Titel „Flying Moon“ hängt eng mit der Geschichte zusammen; zum einen, da die Protagonistin Moon heißt, zum anderen, weil ein „Flying Moon“ ein Ballon ist, der beim Film zur Beleuchtung benutzt wird. Mir hat es sehr gut gefallen, dass die Autorin mit diesem Titel einen Zusammenhang zu ihrem Buch, der Hauptperson und dem Inhalt – alles rund um Schauspielerei und Filme drehen – schafft.

Neben ein paar Rechtschreibfehlern, die aber nicht weiter stören, bin ich größtenteils wirklich begeistert von diesem Buch. Mit Moon hat die Autorin eine sehr sympathische, aufgeweckte Protagonistin erschaffen, die in diesem Buch sehr an sich und ihren Aufgaben wächst und mit der Schauspielerei über ihren eigenen Schatten springt. Ich konnte mich von Beginn an in sie hineinversetzen und hatte das Gefühl, eng mit ihr befreundet zu sein. Besonders im hinteren Drittel haben mich ihre Emotionen aufgewühlt – ich habe gefühlt, was sie gefühlt hat.

Auch alle weiteren Charaktere haben mich in irgendeiner Art und Weise fasziniert: Lasse, dessen schlechter Ruf ihm oft im Weg steht; Krista, die man einfach gern haben muss, weil sie alle in den Bann zieht; und so weiter und so fort.

Des Weiteren kann ich auch den Schreibstil von Katrin Bongard sehr loben. Die einfache, lockere Wortwahl sorgt dafür, dass sich das Buch leicht, flüssig und schnell durchlesen lässt. Meiner Meinung nach ist der Schreibstil auch sehr authentisch und glaubwürdig, dafür, dass aus der Sicht einer Jugendlichen berichtet wird.

Das Thema „Schauspielerei und Filme drehen“ hat mich generell sehr interessiert, weshalb mich das Buch schnell gepackt hat. Außerdem habe ich persönlich noch nie einen Roman in dieser Themenrichtung gelesen. So war ich also mehr als beeindruckt von der Idee bzw. Handlung.

Leider wirkte es im Laufe des Buchs auf mich mehrmals so, als würde der Drogenkonsum, besonders bei Minderjährigen, heruntergespielt werden. Dies lag nicht daran, dass Charaktere wie Krista nun mal Drogen genommen haben, denn dies scheint ganz klar der Realität im Filmbusiness zu entsprechen. Vielmehr hat es mich gestört, dass Moon abgebrüht und so gar nicht geschockt auf das Drogen nehmen reagiert hat. Damit wird meiner Meinung nach einfach ein falsches Bild vermittelt. Meiner Begeisterung hat dieser Kritikpunkt aber keinen Abbruch getan!

Ein Kritikpunkt, der sich aus meiner Sicht durch das ganze Buch hindurchschlängelt, ist, dass es mir an einigen Stellen viel zu schnell vorwärts ging. Besonders am Anfang und am Ende des Buches konnte ich mich gar nicht richtig emotional auf die Situation einstellen, da war sie schon wieder vorbei. Dies finde ich etwas schade, weil die Handlung an sich so mitreißend war, manche Szenen aber ruck, zuck abgehandelt wurden.

Nichtsdestotrotz haben mich die langsam aufkeimenden Gefühle zwischen Lasse und Moon berührt und ich freue mich nach dem Ende von dem ersten Teil nun total auf Band 2 und 3. Meiner Meinung nach handelt es sich bei „Flying Moon“ um eine wunderschöne, emotionsgeladene Liebesgeschichte, die ich jedem nur ans Herz legen kann. Ich habe mich sehr gefreut, Teil der Lovelybooks-Leserunde zu sein!

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

tod, verlust, freundschaft, jennifer gooch hummer, toleran

Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam

Jennifer Gooch Hummer , Claudia Feldmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 03.03.2017
ISBN 9783551315731
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Gestern angefangen, heute beendet: „Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam“ von Jennifer Gooch Hummer. Das Buch ist 2014 im Carlsen-Verlag erschienen.


Aprons Leben ist in Aufruhr: Sie versucht über den Tod ihrer Mutter hinwegzukommen, die neue Partnerin ihres Vaters zieht bei ihnen ein und ihre beste Freundin hat sie abserviert. Apron droht ein einsamer Sommer. Aber dann nimmt sie einen Ferienjob in Mike und Chads Blumenladen an. Die zwei stehen ihr freundschaftlich zur Seite – und das in Zeiten, in denen sich sonst niemand um sie kümmert. Ihr Blumenladen wird für Apron zu einem zweiten Zuhause. Doch bald wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt…


„Wenn du dieses Jahr nur ein Jugendbuch liest, sollte es dieses sein.“ So heißt es in der Beschreibung zu diesem Roman. So drastisch würde ich es nicht ausdrücken, immerhin habe ich noch einige weitere Jugendbücher gelesen, die ich noch fantastischer fand. Nichtsdestotrotz hat sich dieses Buch innerhalb der letzten zwei Tage einen großen Platz in meinem Herzen erkämpft, wo es auch bleiben wird.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir wunderbar leicht. Es wird aus Aprons Sicht erzählt, eine Protagonistin, die gerade mal in die siebte Klasse geht. Meiner Meinung nach haben besonders Kinder oder noch jüngere Jugendliche so eine erfrischend ehrliche Art, dass es einfach Spaß macht, die Welt aus ihrer Sicht zu entdecken. So war es auch diesmal. Ich habe in Apron einen unfassbar herzensguten, lieben, ehrlichen Charakter gefunden. Wäre ich auch wieder so jung wie sie und wäre sie nicht erfunden, wären wir hoffentlich Freundinnen geworden.

Aber nicht nur Apron, sondern alle anderen Charaktere in diesem Buch haben etwas ganz Einzigartiges an sich, sei es nun positiv oder negativ. Mit Mike und Chad als gleichgeschlechtliches Paar wird auch ein Thema konkretisiert, was immer noch in vielen Teilen der Welt als Tabu gilt. Nicht hier. Auf wunderbar kindliche Art und Weise lernt Apron, was es mit der Liebe von Mike und Chad auf sich hat und dass auch ihre Liebe völlig okay ist. Zusammen bilden sie ein Dreierpack, das voller Humor, aber auch Ernsthaftigkeit ist. Mich hat es erschreckt, wie vielseitig dieses Buch sein konnte, mal unglaublich witzig, dann so traurig, dass es mir schon fast bizarr vorkam.

Neben Homosexualität wird noch ein weiteres Tabuthema angeschnitten. Hierbei merkt man allerdings als Leser recht schnell, dass die Geschichte wahrscheinlich weiter in der Vergangenheit spielt, als ich zunächst dachte. Leider werden dadurch auch veraltete Ansichten in Bezug auf dieses Thema sehr deutlich, was ich schade finde, da ich dachte, dass wenigstens dieses Vorurteil endlich mal aus der Welt geschafft wäre. Wovon ich schreibe, könnt ihr dann beim Lesen selbst herausfinden.

Neben den unfassbar tollen Charakteren hat mich auch der Schreibstil von J. G. Hummer begeistert. Zuvor habe ich meines Wissens noch nie ein Buch von ihr gelesen, weshalb ich natürlich nicht wusste, was mit diesem Jugendbuch auf mich zukommt. Wie bereits angedeutet, wird die Geschichte auf eine noch eher kindliche, aber entwaffnend ehrliche Art erzählt. Dies spiegelt sich auch durch die einfache, aber auf den Punkt gebrachte Wortwahl wider. Völlig absurde Metaphern zeigen die junge, frische Seite von Apron; schockierend ernste Beschreibungen, wie sie viel zu schnell erwachsen werden musste. Noch dazu ließ sich der Schreibstil der Autorin sehr flüssig, schnell und leicht lesen, sodass man sich komplett auf den Inhalt konzentrieren konnte.

Der einzige Kritikpunkt, der mir zu diesem Roman einfällt, ist die Titelwahl. Meiner Meinung nach lässt diese leider, leider viel zu schnell durchblicken, wie sich die Geschichte entwickeln wird. In gewisser Weise verrät also schon der Titel, wie das Ende dieses Buchs sein wird.

Alles in allem handelt es sich bei „Der Sommer, als Chad ging und Daisy kam“ um ein bewegendes Buch rund um die Themen Freundschaft, Liebe, Abschied nehmen und Erwachsen werden. Ich kann dieses hoch emotionale Buch wirklich jedem Leser weiterempfehlen!

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120 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

krimi, england, weihnachten, mord, klassiker

Geheimnis in Rot

Mavis Doriel Hay , Barbara Heller
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 20.12.2017
ISBN 9783608961898
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Heute am Morgen habe ich den Kriminalroman „Geheimnis in Rot“ von Mavis Doriel Hay beendet. Dieses Buch ist am 14.10. im Klett-Cotta-Verlag erschienen und ich habe es glücklicherweise auf Vorablesen gewonnen. An dieser Stelle danke an das Vorablesen-Team!


Tante Mildred hat es schon immer geahnt: Die Verwandtschaft an Weihnachten zu versammeln ist keine gute Idee. Als der Familienpatriarch mit einer Kugel im Kopf gefunden wird, entbrennt an der festlichen Tafel ein Streit um sein Erbe. Dieser neuentdeckte Klassiker von Mavis Doriel Hay ist ein Muss für alle Krimifans und perfekt geeignet, von den eigenen Familiendramen an Weihnachten abzulenken. Das traditionelle Familienfest im Hause Melbury beginnt wenig beschaulich, als Sir Osmond von einem als Weihnachtsmann verkleideten Gast ermordet aufgefunden wird. Die Trauer der anwesenden Verwandtschaft hält sich jedoch in Grenzen, da Sir Osmond ein beträchtliches Erbe hinterlässt. Jedes der eingeladenen Familienmitglieder zieht seinen Nutzen aus dem Tod des Patriarchen – nur der Weihnachtsmann, der genug Gelegenheiten hatte, den alten Herrn ins Jenseits zu befördern, besitzt kein Motiv. Inmitten von Missgunst, Verdächtigungen und Abscheu stellt sich schließlich heraus: Es kann nicht nur einen verkleideten Weihnachtsmann gegeben haben.


Das erste, was mir bei diesem Buch aufgefallen ist, ist das unfassbar niedliche Aussehen und das sehr schön weihnachtlich angehauchte Cover. Doch da das Aussehen im Vergleich zum Inhalt nicht ausschlaggebend für mich ist, bin ich leider nicht ganz so begeistert, wie meine Coverbeschreibung vermuten lässt.

Die Geschichte startet zu Beginn mit einer Art Vorstellungsrunde, wobei dem Leser lang und ausführlich die verschiedensten Figuren des Romans vorgestellt werden. Mir persönlich viel der Einstieg in dieses Buch gerade deshalb sehr schwer, denn so viele Namen kann sich kein Mensch auf einmal merken. Generell hatte ich das gesamte Buch über Probleme damit, mir zu merken, wer welche Person war, da diese mal mit Vor-, mal mit Nachnamen oder sogar nur mit Kürzel betitelt wurden. Hier hätte ich mir definitiv einen leichteren Einstieg für den Leser gewünscht.

Insgesamt würde ich sagen, dass es sich bei „Geheimnis in Rot“ um eine interessante, zwar neue, aber auch gewöhnungsbedürftige Mischung aus Bericht, Kriminalroman und Klassiker handelt.

Der Stil eines Berichts kommt dadurch zustande, dass durchweg sehr auf Fakten und nicht auf viele Gefühle geachtet wird und der Großteil der Geschichte aus der Sicht von Colonel Halstocks Berichten erzählt wird – ein Inspektor, der bei seinen Ermittlungen natürlich nicht auf die Gefühle der Betroffenen oder mutmaßlichen Täter achtet. Aber ebendiese Gefühle haben mir sehr gefehlt, da ich durch diese trockene, kurze Berichtart keine Nähe zu den Charakteren aufbauen konnte. So war ich zwar neugierig darauf, wer die Tat begangen hatte, aber ich habe nicht gebangt und gezittert um meine Lieblingscharaktere, gehofft, dass der Täter schnell gefunden wird, und so weiter und so fort.

Dass „Geheimnis in Rot“ ein Kriminalroman ist, steht außer Frage. Jedoch würde ich sagen, dass dieser Kriminalroman auf jeden Fall etwas von einem Klassiker beinhaltet. Die Geschichte spielt vermutlich irgendwann im 20. Jahrhundert – dementsprechend sind Sprache, Verhalten, Vorgehen der Polizei etc. auf diese Zeit angepasst. Der Stil eines Klassikers, der sich mit den Krimielementen vermischt, ist meiner Meinung nach sehr lesenswert, da die eigentlich nicht wirklich besondere Geschichte sich so von den abertausenden Krimis dieser Welt absetzt.

Ebenfalls mit dieser interessanten Mischung zusammenhängend ist, dass es sich – aus meiner Sicht glücklicherweise – nicht um einen blutigen Krimi handelt. Passend zu der gehobenen Schicht aus diesem Buch, die den Mord am liebsten verdrängen würde, wird hier der Fokus auch nicht auf die Tat an sich gelegt. Vielmehr wird Wert darauf gelegt, wie es mit den Ermittlungsarbeiten vorangeht und wie Schritt für Schritt der Fall gelöst wird. Mir hat dies prinzipiell sehr gut gefallen, da man als Leser selbst eng an den Ermittlungen „beteiligt“ sein konnte. Der Kriminalroman ist daher eher für Leser geeignet, die sich schnell gruseln und eher gemütliche Krimis suchen, die man an einem langen Winterabend mit einer warmen Tasse Tee lesen kann.

Gestört hat mich inhaltlich, dass die Ermittlungen die ganze Zeit auf der Stelle treten, da die Charaktere sowieso lügen, wichtige Details verschweigen oder generell nicht an der Aufklärung des Mordes interessiert zu sein scheinen. Wie soll der Leser so miträtseln können?

Zum Schreibstil lässt sich sagen, dass die Wortwahl natürlich in Anlehnung der damaligen Zeit entsprechend gestelzt und gehoben ist. Meiner Meinung nach ist „Geheimnis in Rot“ noch dazu sehr langatmig geschrieben, weshalb ich nur sehr stockend und langsam vorangekommen bin.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Auflösung der Tat zwar unvorhersehbar ist, da dies im Laufe des Romans immer sehr undurchsichtig bleibt. Jedoch ist es so, dass das Ende mich trotzdem nicht schockieren oder emotional aufwühlen konnte, - wie oben erwähnt - aufgrund der fehlenden Emotionalität und Nähe zu den Charakteren.

Alles in allem halte ich „Geheimnis in Rot“ für einen mittelmäßigen Kriminalroman. Viele, viele Aspekte haben mich an diesem Buch begeistert, viele andere eben auch nicht. Insgesamt hätte ich für eine richtig fesselnde Geschichte noch mehr von dem Roman erwartet.

An dieser Stelle noch einmal vielen lieben Dank an das Vorablesen-Team für das tolle Leseexemplar!

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

deine worte in meinem herzen, selektiver mutismus, tiefgründi, emotiona, koma

Deine Worte in meinem Herzen

Nina Schiffer
E-Buch Text: 260 Seiten
Erschienen bei Forever, 04.09.2017
ISBN 9783958182158
Genre: Sonstiges

Rezension:

Letzte Woche habe ich endlich das eBook beendet, das ich bei der Autorin Nina Schiffer gewonnen habe: „Deine Worte in meinem Herzen“, dieses Jahr erschienen im Forever-Verlag. An dieser Stelle erst einmal vielen Dank für das gewonnene Buch!


Seitdem ihr Bruder nach ihrem Autounfall im Koma liegt, spricht die 16-jährige Ella nicht mehr mit Fremden. Selbst bei der Polizei, die auf der Suche nach dem Unfallverursacher ist, bringt sie kein Wort über die Lippen. Doch da lernt sie im Krankenhaus Leonard kennen, dessen Mutter an Krebs erkrankt ist. Vom ersten Moment an ist sie fasziniert von dem Jungen, der sein Schicksal so leicht zu schultern scheint. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege, und als es Leonards Mutter immer schlechter geht, wird Ella eins klar: Sie muss endlich wieder sprechen. Denn nur so kann sie Leonards Herz erreichen…


Da ich mich sehr über den Gewinn des eBooks gefreut habe und die Jungautorin mit einer Rezension unterstützen möchte, folgt nun meine Meinung zu diesem Buch.

Zunächst einmal muss ich sagen, dass mich das Thema des Romans sehr gefesselt hat. In dem Buch geht es – wie dem Klappentext bereits entnommen werden kann – um Ella, deren Bruder seit einem Autounfall im Koma liegt, weshalb sie an Mutismus leidet. Ich persönlich habe zumindest noch nie ein Buch gelesen, in dem es um Mutismus ging, und vor dem Lesen hatte ich auch keine Ahnung, dass so eine Krankheit wirklich existiert. Aus diesem Grund bin ich natürlich sehr froh, dass die Autorin dieses Buch geschrieben hat, um auf die Krankheit aufmerksam zu machen und auch zu zeigen, wie schnell man über andere Menschen urteilt, obwohl man nicht das Recht dazu hat. Noch dazu handelt es sich bei der Idee der Geschichte um eine mir bisher nicht Bekannte, weshalb ich erst einmal sehr positiv von dem Buch überrascht wurde.

Gegen Anfang wird der Leser sofort in die Handlung hineingeworfen. Einerseits mag das gut sein, da dies keine lange Einleitung benötigt, um ins Geschehen hineinzufinden. Andererseits ging mir alles beim Lesen etwas zu schnell: Kaum hatte ich ein, zwei Seiten gelesen, da lag ihr Bruder bereits im Koma, ohne dass ich eine persönliche Bindung zu ihm aufbauen und um ihn trauern konnte. So ging es mir des Öfteren, nicht nur am Anfang. Meiner Meinung nach schreitet die Geschichte an mancher Stelle etwas schnell voran, besonders auch die aufkeimenden Gefühle zwischen Ella und Leonard. An dieser Stelle hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin mir als Leserin noch mehr Zeit gelassen hätte, auch um die gewisse Tiefe zu entwickeln, die mir manchmal noch gefehlt hat. Selbst das Ende kam so plötzlich und unerwartet daher, dass ich erst gar nicht realisieren konnte, dass die Geschichte bereits vorbei war und mir das Ende dadurch irgendwie unwirklich vorkam.

Der Schreibstil von „Deine Worte in meinem Herzen“ lässt sich wirklich super leicht und locker herunterlesen, man kommt als Leser schnell voran und gerät zum Glück nie ins Stocken. Generell handelt es sich um einen sehr beschreibenden Schreibstil mit einfacher Wortwahl, sodass man schnell in einen Lesefluss gerät. Es ist klar, dass im Buch sehr viel beschrieben wird, da die Protagonistin Ella schließlich nicht spricht und so viel Platz mit ihren Gedankengängen gefüllt werden muss. Mein Fall ist dies allerdings nicht immer.

Zusammenhängend mit der einfachen Wortwahl hatte ich zeitweise auch das Gefühl, mit Ella eine etwas naive Protagonistin vor mir zu haben, die Vorstellungen vom Leben hat, die ich nicht immer teile. Vermutlich ähnele ich da eher ihrer pessimistischen Mutter. Nichtsdestotrotz ist mir Ella sehr sympathisch gewesen, ihre Gefühle und Gedanken haben mich immer mitgenommen und ich konnte mich hervorragend trotz dieser unvorstellbar schwierigen Situation in sie hineinversetzen. Die weiteren Charaktere sind aus meiner Sicht ebenfalls sehr gelungen, haben ihre Ecken und Kanten und Last auf den Schultern abbekommen.

Bemerkenswert ist an dieser Stelle noch, dass in „Deine Worte in meinem Herzen“ viele kleine Lektionen fürs Leben versteckt sind. Kleine sowie große Lebensweisheiten werden durch dieses Buch vermittelt und trotz des jungen Alters der Autorin spürt man eine gewisse Weisheit hinter den Worten.

Insgesamt konnte mich der Roman „Deine Worte in meinem Herzen“ aufgrund der besonderen Thematik mitreißen trotz kleiner Kritikpunkte. Ich freue mich darauf, in Zukunft hoffentlich mehr von Nina Schiffer zu lesen. Zuletzt noch einmal vielen lieben Dank für das Leseexemplar, das ich gewonnen habe!

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115 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 86 Rezensionen

liebe, kochen, jugendbuch, erster kuss, patchworkfamilie

Pasta mista - Fünf Zutaten für die Liebe

Susanne Fülscher
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2017
ISBN 9783551650252
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Gestern angefangen und am selben Tag beendet habe ich „Pasta mista: 5 Zutaten für die Liebe“ von Susanne Fülscher. Der Roman ist am 29.09.2017 beim Carlsen-Verlag erschienen und bildet den Auftakt einer neuen Buchreihe. Danke an das Vorablesen-Team für das tolle Leseexemplar!


Liv kann es kaum glauben: Überraschend steht der neue Freund ihrer Single-Mutter vor der Tür, der Italiener Roberto. Schlimm genug, dass Liv nichts von der Beziehung der beiden gewusst hat, Roberto hat auch noch seine 16-jährigen Zwillinge Angelo und Sonia im Schlepptau! Angelo ist ein echter Traumtyp, der Liv kolossal aus der Fassung bringt, seine bildschöne Schwester scheint eine echte Zicke zu sein. Aber immerhin verbindet Liv und Roberto die Leidenschaft fürs Kochen.


Schon als ich mich für dieses Buch auf Vorablesen beworben habe, war ich etwas skeptisch, ob mir der Roman nicht zu mädchenhaft wäre oder nicht. Jetzt, nachdem ich es gelesen habe, kann ich sagen, dass ich trotz der mädchenhaften Aspekte positiv von dem Buch beeindruckt wurde.

Damit wären wir auch direkt bei meinem einzigen, dafür aber auch recht großen Kritikpunkt. Bei der Protagonistin Liv handelt es sich um eine Neuntklässlerin, die nur zwei Dinge im Kopf hat: Kochen und ihren neuesten Traumtypen Angelo. Viele Charaktereigenschaften der Hauptperson haben mir sehr gefallen: wie sie mit ihren Freundinnen umgeht, ihre Liebe zum Kochen und Backen, etc. Allerdings haben mich mindestens genauso viele Eigenschaften manchmal schon fast beim Lesen genervt, wie zum Beispiel ihre egoistische Art, wenn es um die neuen Familienmitglieder geht; oder das ununterbrochene Schwärmen für Jungs. Bei den restlichen Charakteren ging es mir exakt genauso – mal wirkten sie sehr freundlich, mal gingen sie mir als Leserin auf die Nerven.

Wahrscheinlich liegt es daran, dass „Pasta mista“ nicht mehr auf meine Zielgruppe ausgelegt ist, sondern eher jüngere Mädchen ansprechen soll, die sich eben genauso verhalten wie Liv. In ihr habe ich eine zeitweise recht sympathische, zeitweise aber auch sehr alberne, mädchenhafte Protagonistin gefunden. Leider ist mir dieses Alberne, typisch Mädchenhafte meist zu viel gewesen. Das ist einfach nicht mehr das, was ich in einem guten Buch suche. Jüngere Mädchen finden hier aber bestimmt eine Hauptfigur mit der sie sich identifizieren können.

Generell lässt sich sagen, dass „Pasta mista“ sich eines sehr lockeren, humorvollen Schreibstils bedient. Ich persönlich konnte dieses Buch in einem Rutsch an einem einzigen Tag durchlesen, gerade deshalb, weil sich der Schreibstil so leicht liest. Die einfache Wortwahl macht das Buch perfekt für eine leichte Lektüre für Zwischendurch. Allerdings ist mir hier ebenfalls aufgefallen, dass mir der Schreibstil schon fast zu „jung“ und „mädchenhaft“ war. Eine gewisse Ernsthaftigkeit erwarte ich dann schon und diese geht hier oft verloren.

Inhaltlich geht es in diesem Buch unter anderem um die Themen (Patchwork-)Familie, Freundschaft, Liebe und natürlich Kochen. Mir hat diese Mixtur sehr gut gefallen, da es Themen sind, die häufig unseren Alltag widerspiegeln. Insofern konnte ich mich in vielen Momenten wiederfinden und mit Livs Leben identifizieren. Besonders die wunderschönen Kochbeschreibungen würde ich nicht missen wollen, da sie dem Buch eine sehr persönliche Note geben und es sich dadurch von den etlichen anderen Liebesgeschichten abhebt.

Alles in allem handelt es sich meiner Meinung nach bei „Pasta mista: 5 Zutaten für die Liebe“ um ein nettes Buch für Zwischendurch. Ich werde mir definitiv auch Teil zwei anschauen, wenn dieser erschienen ist, weil mir die lockere Atmosphäre des Romans sehr gefallen hat und mir Liv schlussendlich doch ans Herz gewachsen ist. Mehr sollte man als Leser aber nicht von diesem Buch erwarten, da es – wie oben bereits erwähnt – vermutlich eher für eine jüngere, weibliche Zielgruppe angelegt wurde, der man ja nicht zwingend angehört.


Danke an dieser Stelle noch mal an Vorablesen für das Leseexemplar!

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726 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 46 Rezensionen

jennifer estep, mythologie, frostnacht, mythos academy, freundschaft

Frostnacht

Jennifer Estep , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 19.10.2015
ISBN 9783492280358
Genre: Fantasy

Rezension:

Gerade eben habe ich „Frostnacht – Mythos Academy V“ von Jennifer Estep beendet. Dieser fünfte Teil der Buchreihe ist im März 2014 beim Piperverlag erschienen.


Gerade, als es scheint, das Leben an der Mythos Academy könne nicht mehr gefährlicher werden, schlagen die Schnitter des Chaos erneut zu. Denn während Gwens Schicht in der Bibliothek der Altertümer wird ein Giftattentat auf sie verübt. Sie selbst kommt haarscharf mit dem Leben davon, während der oberste Bibliothekar Nickamedes mit dem Tod ringt. So schnell wie möglich muss Gwen mit Aurora Metis das Gegenmittel finden - doch die Pflanze gedeiht nur in der gefährlichsten Region der Rocky Mountains ... Wird das Gypsymädchen sich selbst und die Mythos Academy retten können? Und noch viel wichtiger: Wird sie den verschwundenen Spartaner Logan Quinn wiedersehen?


Wie viele von euch bereits wissen müssten, bin ich seit Anfang dieses Jahres ein kleiner Fan der Mythos Academy Reihe geworden. Durch Empfehlungen bin ich auf die Bücher gestoßen und auch dieser fünfte Band konnte mich wieder von der Autorin begeistern.

Dieses Mal sind mir allerdings beim Lesen sowohl viele positive als auch ein paar negative Aspekte aufgefallen.

Leider zieht sich der Anfang von „Frostnacht“ etwas, da die Autorin zum hundertsten Mal ewige Wiederholungen einbaut, die die bereits geschehenen Ereignisse zusammenfassen, Gwens Gabe erklären, von ihrem Leben an der Academy berichten, und so weiter und so fort. Mir kommt es inzwischen so vor, als würden diese Erklärungsseiten direkt aus dem letzten Teil in diesen hier hineinkopiert werden, da der Wortlaut mal wieder fast eins zu eins übernommen wurde. Meiner Meinung nach ist diese Wiederholung bzw. Erklärung langsam, aber sicher etwas unnötig und stört den Lesefluss leider erheblich.

Abgesehen davon ist mir generell aufgefallen, dass sich „Frostnacht“ etwas in die Länge zieht. Ich als Leser habe ein wenig den Eindruck erweckt bekommen, dass dieser Teil der Reihe nur als Lückenfüller genutzt wurde, da die gesamte Handlung des Romans nicht zwingend notwendig für die Geschichte war. So führt dies dazu, dass die Handlung größtenteils nur träge vor sich hinplätschert, bis es dann auf den letzten Seiten endlich zur Spannungsexplosion kommt.

Trotz meines Eindrucks, dass es sich bei diesem fünften Band um einen Lückenfüller handelt, bin ich natürlich immer noch von wesentlichen Punkten begeistert worden. Der Schreibstil von Jennifer Estep ist – wie man es auch aus den vorherigen Büchern gewohnt ist – erfrischend leicht lesbar, mit viel Witz, Humor und Wortgewandtheit geschrieben. Die Erzählungen sind dadurch zwar nicht die anspruchvollsten, aber zum Lesen sehr angenehm, sodass man beim Lesen nicht ins Stocken gerät.

Zusammenhängend mit dem humorvollen Schreibstil der Autorin, konnte ich mich auch diesmal immer sehr gut in die Protagonistin hineinversetzen. Gwen selber passt perfekt zum Erzählstil des Buchs: Ihre witzige, zeitweise sogar sarkastische Art macht es einem leicht, sie sofort ins Herz zu schließen. Aber auch andere Charakterzüge, zum Beispiel ihre Sturheit oder unbeugsame Entschlossenheit habe ich stets beim Lesen bewundert. Teilweise ist es etwas unrealistisch, wie sich alles immer von Zauberhand zu ihren Gunsten wendet, wo doch alles anfangs so unmöglich wirkt. Dennoch hat Jennifer Estep, zusammen mit den bereits bekannten Charakteren Logan, Daphne, Carson etc., wunderbare Charaktere kreiert, bei denen es Spaß macht, ihr Schicksal zu verfolgen.

Die Stimmung von „Frostnacht“ ist wie immer sehr magisch angehaucht. Durch den Ortswechsel in diesem Teil geht allerdings der Flair der Mythos Academy etwas verloren, was ich persönlich dann vermisst habe.

Und ein letzter Kritikpunkt: In letzter Zeit merke ich immer und immer mehr, dass die Mythos Academy Reihe vorhersehbar wird. So war es auch in diesem Teil. Aus irgendeinem Grund wurde ich diesmal selten von den eigentlich schockierenden Wendungen überrascht.

Alles in allem sind mir diesmal verhältnismäßig viele Kritikpunkte zu diesem Teil der Mythos Academy Reihe aufgefallen. Dies wirkt sich natürlich auch auf meine Bewertung aus, obwohl ich dennoch finde, dass auch „Frostnacht“ das enthält, was ich an dieser Reihe so liebe.

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trauer, raf, schuld, vergangenheit, hamburg

In einem anderen Licht

Katrin Burseg
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 08.09.2017
ISBN 9783471351406
Genre: Romane

Rezension:

Gestern habe ich „In einem anderen Licht“ von Katrin Burseg beendet. Der Roman ist am 08.09.2017 beim List-Verlag erschienen und wurde mir von Vorablesen als Leseexemplar zur Verfügung gestellt.


„Fragen Sie Dorothea nach Marguerite.“ Miriam bekommt anonyme Briefe mit nur diesem Satz geschickt. Dorothea Sartorius ist die charismatische Witwe eines Reeders und eine große Mäzenin in Hamburg. Gemeinsam mit ihr bereitet Miriam gerade die Verleihung des Sartorius-Preises für Zivilcourage vor. Dorothea beantwortet Miriams Frage nicht, ermuntert sie aber, nach dem Absender der Briefe zu suchen. In einem Beginenhof an der Schlei findet Miriam eine alte Bewohnerin und Antworten, die ihr Weltbild ins Wanken bringen. Dorothea war in den 70er Jahren Mitglied in einer linksextremen Terrorgruppe. Die frühere Freundin und politische Weggefährtin von Dorothea erhebt schwere Anklage: „Sie hat uns verraten. Sie hat alles verraten, was ihr heilig war.“


Der Grund, weshalb ich mich für dieses Buch auf Vorablesen beworben hatte, war, dass mir die behandelten Themen laut Klappentext und Leseprobe schon sehr gut gefallen haben. Jetzt – nach dem Lesen – kann ich sagen, dass es sich bei diesem Buch aus meiner Sicht um ein sehr beeindruckendes Exemplar handelt. In „In einem anderen Licht“ werden sehr viele schwierige und vor allem auch emotional schwierige Themen zu einer Geschichte verarbeitet: unter anderem der Umgang mit Verlusten, Trauer, die zweite Liebe, Terror, usw. Dies macht den Roman allein schon zu einem sehr bewundernswerten Werk, das mich zumindest extrem zum Nachdenken angeregt hat.

An dieser Stelle möchte ich zugeben, dass mich diese hohe Emotionalität der Geschichte und das Schicksal von Miriam so sehr gerührt und gepackt hat, dass ich sogar während des Lesens ein paar Tränen verdrückt habe. Für mich stellen Bücher, die solch etwas schaffen, immer etwas sehr Besonderes dar.

Im Bezug auf den Schreibstil ist die Autorin für meinen Geschmack manchmal schon in zu viele Beschreibungen abgerutscht. Zusätzlich wurde auf das ganze Buch gemessen sehr wenig wörtliche Rede verwendet. Diese Kombination aus ausschweifenden Beschreibungen und wenig Gesagtem führte leider bei mir dazu, dass sich „In einem anderen Licht“ an manchen Stellen etwas gezogen hat – der natürliche Fluss der Geschichte wurde ein wenig ausgebremst.

Trotz meiner Kritik bin ich sehr von dem nachdenklichen Schreibstil überzeugt worden. Die Autorin benutzt sehr viele Vergleiche, Wortspielereien und Metaphern, um den Gefühlen Ausdruck zu verleihen und der Geschichte Atem einzuhauchen:


„Dorothea Sartorius‘ Worte hallten nach, dunkel wie ein Akkord in a-Moll.“ („In einem anderen Licht“, S. 72, Z. 7 f.)


Anhand dieses Zitats wird – finde ich – deutlich, wie gut ihr dies gelingt. Auch immer wiederkehrende Metaphern, wie z.B. der in Miriam hausende Rabe, haben bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

Weiterhin positiv aufgefallen ist mir, dass der Titel des Romans auch genau so im Buch vorkommt und sogar erklärt wird. Der Titel des Buchs erlangt so also an Bedeutung.

Abgesehen davon war es für mich sehr schön, zu sehen, dass die Geschichte Miriams zum größten Teil in Hamburg und an der Schlei liegt – meiner Heimatstadt und Umgebung. Einerseits konnte ich sehr viele Orte wiedererkennen, andererseits wurde ich von der Beschreibungskraft der Autorin auf‘s Neue überrascht.

Auch Miriam, die Protagonistin, ist mir fast immer sehr sympathisch gewesen. Mit ihren vielen beeindruckenden Charakterzügen, wie ihre Neugier und ihr starker, unbrechbarer Wille, ist sie mir sofort ans Herz gewachsen. Die Beziehungen zwischen ihr und anderen Charakteren beschert einem teilweise wunderschöne Lesestunden mit einer heimeligen Familienstimmung.

Leider wird diese aus meiner Sicht oft von eher negativen Stimmungen überschattet. Wie ich auch schon positiv angemerkt habe, werden sehr viele schwierige Themen in diesem Roman behandelt, weshalb man auch davon ausgehen muss, dass das Lesen nicht immer so unheimlich viel Spaß machen wird. Terror ist nun mal nicht spaßig. Schade ist es meiner Meinung nach, dass ein gewisser geschichtlicher Hintergrund bei diesem Buch vorausgesetzt wird. Ich für meinen Teil kannte mich nicht sehr gut mit dem RAF-Terror aus und wurde somit ins kalte Wasser geschmissen.

Alles in allem ist es aber toll, dass die Autorin Katrin Burseg mit „In einem anderen Licht“ einen Roman über ein so wichtiges Thema geschrieben hat, dabei aber auch viele weitere Aspekte mit eingebunden hat, die bei einem Roman zur Unterhaltung nicht fehlen sollten. Die Themenwahl und der wundervolle Schreibstil sind letzten Endes ausschlaggebend für meine Meinung gegenüber des Buchs und die Bewertung gewesen.


Danke noch mal an das Vorablesen-Team für das tolle Leseexemplar!

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winter, ski fahren, vater, jugendbücher, ski

Wintersternschnuppen

Kim Culbertson , Clara Mihr
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbt, 11.10.2016
ISBN 9783570311028
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Vor einigen Tagen habe ich „Wintersternschnuppen“ von Kim Culbertson beendet und wollte es nun im Folgenden für euch rezensieren. Der Roman ist im Oktober 2016 beim Cbt-Verlag erschienen und wurde mir von einer Freundin ans Herz gelegt.


Mara James war schon immer eine Perfektionistin und zielstrebige Eliteschülerin. Doch dann hat sie einen totalen Nervenzusammenbruch während einer wichtigen Prüfung. Mara beschließt, sich eine Auszeit bei ihrem biologischen Vater zu gönnen, der im kalifornischen Wintersportort Tahoe in einem Outdoor-Laden jobbt. Eine perfekte Gelegenheit, ihn endlich mal näher kennenzulernen. Dass sie sich in Tahoe in ihren süßen Skilehrer Logan verliebt, wirbelt Maras Leben erst recht durcheinander, und sie muss sich entscheiden, was ihr wirklich wichtig ist…


Vorab muss ich zu dem Buch natürlich sagen, dass es eigentlich nicht in die jetzige Jahreszeit passt. Aber mich persönlich hat dies überhaupt nicht gestört, was vielleicht daran liegt, dass die weihnachtlich winterliche Atmosphäre in dem Buch so überzeugend rübergebracht wurde.

Damit wären wir gleich beim Thema: Meiner Meinung nach zeichnet sich dieses Buch unter anderem durch die besonders schöne Atmosphäre aus. Während dem Lesen bin ich schon richtig in Herbst- bzw. Winterstimmung gekommen, da die Beschreibungen aus dem Ort Tahoe so real, heimelig und wunderschön klangen. Von daher handelt es sich bei „Wintersternschnuppen“ um ein perfektes Buch zum Abschalten, Runterkommen und einfach nur Genießen.

Dies geht damit einher, dass mir die Protagonistin Mara einfach unheimlich sympathisch war. Und wenn ich unheimlich schreibe, dann meine ich das auch so. Es ist schon fast gruselig, wie viel ich mit dieser fiktiven Person gemeinsam habe, wie gut ich mich in sie hineinversetzen konnte und wie sehr es sich angefühlt hat, als wäre sie meine geheime Freundin. Wenn Mara gelitten hat, habe ich das auch, wenn sie sich gefreut hat, dann wurde diese Freude ebenso auf mich übertragen. „Wintersternschnuppen“ steckt die meiste Zeit wirklich voller Gefühlschaos, was auch wirklich deutlich an den Leser herandringt.

Abgesehen davon habe ich das Gefühl, Mara als Person verstanden zu haben. Neben der Liebe wird in diesem Roman auch noch das Schulsystem und der auf den Schülern lastende immense Druck thematisiert. Maras Nervenzusammenbruch, ihre Art, mit dem Stress umzugehen, sich To-Do-Listen zu schreiben, ihre Ansichten bezüglich des Schulsystems – all dies konnte ich zu hundert Prozent nachvollziehen, weil es mir fast tagtäglich genauso geht. Zu sehen, wie sie mit all dem umgeht, hat mir persönlich als Leserin auch dabei geholfen, meine eigenen „Probleme“ in der Schule zu akzeptieren.

Genauso wie Mara haben mir die weiteren Nebenpersonen sehr gut gefallen. Auch wenn die Charaktere noch ein bisschen mehr Tiefe hätten besitzen können, hat die Autorin mit jedem einzelnen eine wirklich interessante, charismatische Person geschaffen.

Neben der Idee und den tollen Charakteren hat mich auch noch der Schreibstil geflasht. Meiner Meinung nach gelingt es der Autorin in „Wintersternschnuppen“ so gut, die wunderschönsten Momente in einfache Worte zu schaffen und zu transponieren.

Insgesamt kann ich als einzigen Kritikpunkt nur angeben, dass mir an mancher Stelle ein wenig die Spannung gefehlt hat. Da es sich nun mal weitesgehend um eine Liebesgeschichte handelt, ist wie immer ab einem bestimmten Moment relativ klar, wie alles ausgehen wird. Da dieses Grundmuster bei Liebesgeschichten jedoch fast immer gleich bleibt, hat mich dieser Kritikpunkt nicht groß gestört.

Alles in allem bin ich begeistert von der wunderschönen Geschichte in „Wintersternschnuppen“. Der Roman eignet sich bestens für alle, die in den nächsten Monaten in Winterstimmung kommen wollen!

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frankreich, als der teufel aus dem badezimmer kam, arbeitslosigkeit, sophie divry, teufel

Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

Sophie Divry , Patricia Klobusiczky
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2017
ISBN 9783550081361
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe heute „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ von Sophie Divry beendet. Den Roman aus dem Ullsteinverlag durfte ich dank Vorablesen zusammen mit Sophie schon vor dem Erscheinungsdatum lesen, vielen Dank dafür!


Sophie ist jung, qualifiziert, kreativ – und hat keinen Cent mehr in der Tasche. Die Aufträge als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung bleiben aus, die Rechnungen am Ende des Monats hingegen treffen verlässlich ein. Was tun, oder besser: Was nicht mehr tun?, fragt sie sich, während der Teufel ihr im Nacken sitzt und sie beständig in Versuchung führen will. Doch gibt sie ihm nicht nach und schreibt stattdessen einen Roman, in dem ihre Phantasie Königin ist und die Begrenzungen der Realität aufhebt. Vor dem Hintergrund ihrer alltäglichen Nöte, ihrem Kampf mit den Tücken der Bürokratie und ihrer wachsenden Vereinsamung zündet Sophie lustvoll ein literarisches Feuerwerk, setzt ihrer Misere ein reiches Spiel der Sprache und Formen entgegen.


Jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, weiß ich immer noch nicht ganz genau, was ich von dem Roman halten soll. Da ich sowohl positiv als auch negativ überrascht wurde, wird dies wohl eine sehr zwiegespaltene Rezension werden.

Vorab möchte ich noch einmal schwärmen, wie toll ich die ganze Aufmachung des Buchs finde, auch wenn dies nicht ausschlaggebend für meine Bewertung sein wird. Die ausgelassenen Hörner im roten Schutzumschlag, die edlen Seiten aus dickem Papier – all das lädt wirklich zum Lesen ein!

Zunächst muss ich sagen, dass ich das gewählte Thema für einen Roman sehr interessant finde. Ich persönlich habe noch nie zuvor ein Buch aus der Sicht einer Arbeitslosen gelesen. Aus diesem Grund war dies etwas völlig Neues. Noch dazu gefällt mir die Themenwahl sehr, da sie eine Problematik beinhaltet, die auch in der heutigen Zeit nicht unwichtig ist. Wer hat sich nicht schon mal voller Zukunftsängste gefragt, wie es sein würde, wenn man nach dem Abitur oder Studium keine Arbeit findet. Genau diese tief in mir verankerten Ängste werden hier in dem Buch aus Sophies Sicht erzählt, weshalb ich – jedenfalls zu Beginn – sehr mit der Protagonistin mitfühlen konnte.

Trotz des bedrückenden Themas ist die Stimmung das gesamte Buch über eher locker und ungezwungen. Dies liegt zum großen Teil an der humorvollen, sehr sarkastischen Art, die Handlungen, Gefühle und Gedanken zu beschreiben. Ich als Leserin hatte nicht das Gefühl, durch das Buch in eine deprimierte Atmosphäre gezogen zu werden. Allerdings war mir der Spott und Witz auf Dauer etwas zu übertrieben. Das Thema Arbeitslosigkeit ist ein sehr ernstes und teilweise wirkte es auf mich eher so, als würde die Autorin diejenigen mit ihrem Humor verhöhnen und alles ins Lächerliche ziehen wollen.

Ein hingegen überraschend positiv ausfallender Aspekt, ist die benutzte Sprache im Roman. Sophie Divrys Schreibstil lässt sich meiner Meinung nach am ehesten als wortgewandt beschreiben. „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ besteht wirklich aus lauter Wortspielen und Wortmalerei. Die Autorin „spielt“ tatsächlich scheinbar lässig mit den Worten. Ein Zitat aus dem Buch zeigt noch am ehesten, was ich zu erklären versuche:

„Ich irrlichterierte, delirierte, tirilierte, jubilierte, fabulierte. Plapperte bis zum Umfallen, blubberte bis zum Abwinken. Goss ihnen Honig in die Ohren, ...“ (S. 129, Z. 2 ff.)

Solche schon etwas komischen Wortspiele ziehen sich in dem Roman teilweise über fünf Seiten, in denen einfach nur verschiedene Ausdrücke aneinander gereiht werden. Mich persönlich hat dies total in meinem Lesefluss ausgebremst. Es ist zwar schön zu sehen, dass die Autorin gut mit Worten umgehen kann, die Spannung kommt so im Buch aber viel zu kurz.

Mit diesem verrückten Schreibstil geht ebenso einher, dass ich manches einfach nicht nachvollziehen kann. Eigentlich soll es in diesem Roman um die Hauptperson Sophie gehen, aber oftmals folgen ganze Passagen, die meiner Meinung nach total unwichtig für den weiteren Verlauf sind. Warum? Noch dazu verstehe ich den größeren Sinn des Buchs nicht, da „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ so gut wie keine vorhandene Handlung hat und sich auch kein Höhepunkt anbahnt. So bleibt nun am Ende nach Beenden des Buchs die Frage in mir zurück: Wozu das Ganze?

Alles in allem bin ich begeistert von der Wortgewandtheit der Autorin, dem humorvollen, schon fast verrückten Schreibstil der Autorin. Doch obwohl das Thema für einen Roman neu und interessant gewählt ist, kann ich keinen größeren Sinn hinter dem Buch erkennen, da die Handlung zu stagnieren scheint und die Spannung konstant niedrig bleibt.


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Der Kuss des Kjer

Lynn Raven
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei cbt, 08.06.2010
ISBN 9783570304891
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Erst kürzlich habe ich ein Buch beendet, das mir meine beste Freundin sehr ans Herz gelegt hat: „Der Kuss des Kjer“ von Lynn Raven. Der Fantasyroman ist beim cbt-Roman erschienen und hat mich wirklich vom Hocker gehauen.


Mit einem Trick bringt Mordan, der erste Heerführer der kriegerischen Kjer, die junge Heilerin Lijanas vom Volk der Nivard in seine Gewalt. Im Auftrag seines Königs Haffren will er die Heilerin und ein zauberkräftiges Elixier, die 'Tränen der weißen Schlange', an den Hof bringen. Lijanas aber hat nur einen Gedanken: Flucht! Doch je näher sie den als 'Blutwolf' verschrienen Mordan kennenlernt, desto stärker fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Und er sich ebenso zu ihr. Er setzt alles dran, sie sicher an den Hof seines Königs zu bringen. Dort erwartet sie jedoch eine tödliche Überraschung…


Wer mir auf Instagram folgt, hat durch meine Leseupdates mitbekommen, dass ich relativ lange an diesem Buch gelesen habe. Immerhin besitzt der Schmöker ganze 608 Seiten, aber auch unabhängig davon konnte ich dieses Buch eher langsam lesen. Dies liegt nicht daran, dass es mir nicht gefallen hat. Im Gegenteil, meiner Meinung nach ist „Der Kuss des Kjer“ ein ganz besonderes Buch mit einem einzigartigen Schreibstil, der sich eben nicht so einfach herunterrasseln lässt.

Zu Anfang der Geschichte habe ich eine ganze Weile gebraucht, um in die Fantasywelt abzutauchen, weil natürlich alles neu war und die Sichtwechsel des Erzählers leider nie angekündigt wurden. Teilweise folgen auch pro Seite zwei Sichtwechsel aufeinander, was es zu Beginn etwas schwer macht, die ganze Handlung zu verstehen.

Aber es lohnt sich. Solange man vielleicht 50 Seiten dran bleibt, setzt sofort der Suchtfaktor dieses Romans ein, sodass mich „Der Kuss des Kjer“ einfach nicht mehr losgelassen hat.

Ich hatte bis dahin noch kein anderes Buch der Autorin gelesen. Doch nun bin ich vollkommen von Lynn Ravens Schreibtalent überzeugt. Der Roman spielt in einer Fantasywelt, die ein wenig an ein Mittelalter im Paralleluniversum erinnert. Die gesamte beschriebene Atmosphäre hat etwas Altertümliches an sich, was aber sicherlich auch durch den besonderen Schreibstil der Autorin unterstützt wird. Die Wortwahl von Lynn Raven beschwört einfach eine magische, historische Stimmung herauf und unterscheidet sich so von vielen anderen „Mainstream-Autoren“. Meiner Meinung nach ist dies ein Grund, warum „Der Kuss des Kjer“ so lesenswert ist.

Ein weiterer Grund, weshalb ich so überzeugt von diesem Buch bin, ist die Idee, die hinter der Geschichte steht. Geschichten, in denen zwei Menschen sich lieben, aber nicht zusammenkommen dürfen, gibt es haufenweise. In diesem Roman wurde die Grundstruktur einer dramatischen Liebesgeschichte allerdings noch mit den zahlreichen Fantasyelementen ummantelt. Dadurch ist die Spannung meiner Meinung nach tausend Mal höher als bei einer normalen Liebesgeschichte, die bestimmt jeder von uns schon mal gelesen hat.

Noch dazu hat Lynn Raven mit Lijanas und Mordan zwei einzigartige, beide auf ihre Art sympathische Charaktere kreiert. Die Zaghaftigkeit, mit der sie sich näher kommen, die Problempäckchen, die beide mit sich herumschleppen – all das macht die eigentlich normale Liebesgeschichte zu etwas Epischen, Dramatischen, Spannenden. Mich persönlich hat eine Liebesgeschichte selten so sehr gepackt wie diese hier.

Alles in allem habe ich rein gar nichts an „Der Kuss des Kjer“ zu kritisieren. Auch wenn ich ein bisschen gebraucht habe, um in die Geschichte von Lijanas und Mordan hineinzukommen, bin ich nun – hinterher – zu hundert Prozent von dem Roman überzeugt. Ich empfehle das Buch jedem von Herzen.

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