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73 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

winter, ski, vater, jugendbücher, auszeit

Wintersternschnuppen

Kim Culbertson , Clara Mihr
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbt, 11.10.2016
ISBN 9783570311028
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Vor einigen Tagen habe ich „Wintersternschnuppen“ von Kim Culbertson beendet und wollte es nun im Folgenden für euch rezensieren. Der Roman ist im Oktober 2016 beim Cbt-Verlag erschienen und wurde mir von einer Freundin ans Herz gelegt.


Mara James war schon immer eine Perfektionistin und zielstrebige Eliteschülerin. Doch dann hat sie einen totalen Nervenzusammenbruch während einer wichtigen Prüfung. Mara beschließt, sich eine Auszeit bei ihrem biologischen Vater zu gönnen, der im kalifornischen Wintersportort Tahoe in einem Outdoor-Laden jobbt. Eine perfekte Gelegenheit, ihn endlich mal näher kennenzulernen. Dass sie sich in Tahoe in ihren süßen Skilehrer Logan verliebt, wirbelt Maras Leben erst recht durcheinander, und sie muss sich entscheiden, was ihr wirklich wichtig ist…


Vorab muss ich zu dem Buch natürlich sagen, dass es eigentlich nicht in die jetzige Jahreszeit passt. Aber mich persönlich hat dies überhaupt nicht gestört, was vielleicht daran liegt, dass die weihnachtlich winterliche Atmosphäre in dem Buch so überzeugend rübergebracht wurde.

Damit wären wir gleich beim Thema: Meiner Meinung nach zeichnet sich dieses Buch unter anderem durch die besonders schöne Atmosphäre aus. Während dem Lesen bin ich schon richtig in Herbst- bzw. Winterstimmung gekommen, da die Beschreibungen aus dem Ort Tahoe so real, heimelig und wunderschön klangen. Von daher handelt es sich bei „Wintersternschnuppen“ um ein perfektes Buch zum Abschalten, Runterkommen und einfach nur Genießen.

Dies geht damit einher, dass mir die Protagonistin Mara einfach unheimlich sympathisch war. Und wenn ich unheimlich schreibe, dann meine ich das auch so. Es ist schon fast gruselig, wie viel ich mit dieser fiktiven Person gemeinsam habe, wie gut ich mich in sie hineinversetzen konnte und wie sehr es sich angefühlt hat, als wäre sie meine geheime Freundin. Wenn Mara gelitten hat, habe ich das auch, wenn sie sich gefreut hat, dann wurde diese Freude ebenso auf mich übertragen. „Wintersternschnuppen“ steckt die meiste Zeit wirklich voller Gefühlschaos, was auch wirklich deutlich an den Leser herandringt.

Abgesehen davon habe ich das Gefühl, Mara als Person verstanden zu haben. Neben der Liebe wird in diesem Roman auch noch das Schulsystem und der auf den Schülern lastende immense Druck thematisiert. Maras Nervenzusammenbruch, ihre Art, mit dem Stress umzugehen, sich To-Do-Listen zu schreiben, ihre Ansichten bezüglich des Schulsystems – all dies konnte ich zu hundert Prozent nachvollziehen, weil es mir fast tagtäglich genauso geht. Zu sehen, wie sie mit all dem umgeht, hat mir persönlich als Leserin auch dabei geholfen, meine eigenen „Probleme“ in der Schule zu akzeptieren.

Genauso wie Mara haben mir die weiteren Nebenpersonen sehr gut gefallen. Auch wenn die Charaktere noch ein bisschen mehr Tiefe hätten besitzen können, hat die Autorin mit jedem einzelnen eine wirklich interessante, charismatische Person geschaffen.

Neben der Idee und den tollen Charakteren hat mich auch noch der Schreibstil geflasht. Meiner Meinung nach gelingt es der Autorin in „Wintersternschnuppen“ so gut, die wunderschönsten Momente in einfache Worte zu schaffen und zu transponieren.

Insgesamt kann ich als einzigen Kritikpunkt nur angeben, dass mir an mancher Stelle ein wenig die Spannung gefehlt hat. Da es sich nun mal weitesgehend um eine Liebesgeschichte handelt, ist wie immer ab einem bestimmten Moment relativ klar, wie alles ausgehen wird. Da dieses Grundmuster bei Liebesgeschichten jedoch fast immer gleich bleibt, hat mich dieser Kritikpunkt nicht groß gestört.

Alles in allem bin ich begeistert von der wunderschönen Geschichte in „Wintersternschnuppen“. Der Roman eignet sich bestens für alle, die in den nächsten Monaten in Winterstimmung kommen wollen!

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

teufel, als der teufel aus dem badezimmer kam, arbeitslosigkeit, frankreich, arbeitslos

Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

Sophie Divry , Patricia Klobusiczky
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2017
ISBN 9783550081361
Genre: Romane

Rezension:

Ich habe heute „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ von Sophie Divry beendet. Den Roman aus dem Ullsteinverlag durfte ich dank Vorablesen zusammen mit Sophie schon vor dem Erscheinungsdatum lesen, vielen Dank dafür!


Sophie ist jung, qualifiziert, kreativ – und hat keinen Cent mehr in der Tasche. Die Aufträge als freie Mitarbeiterin bei einer Tageszeitung bleiben aus, die Rechnungen am Ende des Monats hingegen treffen verlässlich ein. Was tun, oder besser: Was nicht mehr tun?, fragt sie sich, während der Teufel ihr im Nacken sitzt und sie beständig in Versuchung führen will. Doch gibt sie ihm nicht nach und schreibt stattdessen einen Roman, in dem ihre Phantasie Königin ist und die Begrenzungen der Realität aufhebt. Vor dem Hintergrund ihrer alltäglichen Nöte, ihrem Kampf mit den Tücken der Bürokratie und ihrer wachsenden Vereinsamung zündet Sophie lustvoll ein literarisches Feuerwerk, setzt ihrer Misere ein reiches Spiel der Sprache und Formen entgegen.


Jetzt, nachdem ich das Buch beendet habe, weiß ich immer noch nicht ganz genau, was ich von dem Roman halten soll. Da ich sowohl positiv als auch negativ überrascht wurde, wird dies wohl eine sehr zwiegespaltene Rezension werden.

Vorab möchte ich noch einmal schwärmen, wie toll ich die ganze Aufmachung des Buchs finde, auch wenn dies nicht ausschlaggebend für meine Bewertung sein wird. Die ausgelassenen Hörner im roten Schutzumschlag, die edlen Seiten aus dickem Papier – all das lädt wirklich zum Lesen ein!

Zunächst muss ich sagen, dass ich das gewählte Thema für einen Roman sehr interessant finde. Ich persönlich habe noch nie zuvor ein Buch aus der Sicht einer Arbeitslosen gelesen. Aus diesem Grund war dies etwas völlig Neues. Noch dazu gefällt mir die Themenwahl sehr, da sie eine Problematik beinhaltet, die auch in der heutigen Zeit nicht unwichtig ist. Wer hat sich nicht schon mal voller Zukunftsängste gefragt, wie es sein würde, wenn man nach dem Abitur oder Studium keine Arbeit findet. Genau diese tief in mir verankerten Ängste werden hier in dem Buch aus Sophies Sicht erzählt, weshalb ich – jedenfalls zu Beginn – sehr mit der Protagonistin mitfühlen konnte.

Trotz des bedrückenden Themas ist die Stimmung das gesamte Buch über eher locker und ungezwungen. Dies liegt zum großen Teil an der humorvollen, sehr sarkastischen Art, die Handlungen, Gefühle und Gedanken zu beschreiben. Ich als Leserin hatte nicht das Gefühl, durch das Buch in eine deprimierte Atmosphäre gezogen zu werden. Allerdings war mir der Spott und Witz auf Dauer etwas zu übertrieben. Das Thema Arbeitslosigkeit ist ein sehr ernstes und teilweise wirkte es auf mich eher so, als würde die Autorin diejenigen mit ihrem Humor verhöhnen und alles ins Lächerliche ziehen wollen.

Ein hingegen überraschend positiv ausfallender Aspekt, ist die benutzte Sprache im Roman. Sophie Divrys Schreibstil lässt sich meiner Meinung nach am ehesten als wortgewandt beschreiben. „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ besteht wirklich aus lauter Wortspielen und Wortmalerei. Die Autorin „spielt“ tatsächlich scheinbar lässig mit den Worten. Ein Zitat aus dem Buch zeigt noch am ehesten, was ich zu erklären versuche:

„Ich irrlichterierte, delirierte, tirilierte, jubilierte, fabulierte. Plapperte bis zum Umfallen, blubberte bis zum Abwinken. Goss ihnen Honig in die Ohren, ...“ (S. 129, Z. 2 ff.)

Solche schon etwas komischen Wortspiele ziehen sich in dem Roman teilweise über fünf Seiten, in denen einfach nur verschiedene Ausdrücke aneinander gereiht werden. Mich persönlich hat dies total in meinem Lesefluss ausgebremst. Es ist zwar schön zu sehen, dass die Autorin gut mit Worten umgehen kann, die Spannung kommt so im Buch aber viel zu kurz.

Mit diesem verrückten Schreibstil geht ebenso einher, dass ich manches einfach nicht nachvollziehen kann. Eigentlich soll es in diesem Roman um die Hauptperson Sophie gehen, aber oftmals folgen ganze Passagen, die meiner Meinung nach total unwichtig für den weiteren Verlauf sind. Warum? Noch dazu verstehe ich den größeren Sinn des Buchs nicht, da „Als der Teufel aus dem Badezimmer kam“ so gut wie keine vorhandene Handlung hat und sich auch kein Höhepunkt anbahnt. So bleibt nun am Ende nach Beenden des Buchs die Frage in mir zurück: Wozu das Ganze?

Alles in allem bin ich begeistert von der Wortgewandtheit der Autorin, dem humorvollen, schon fast verrückten Schreibstil der Autorin. Doch obwohl das Thema für einen Roman neu und interessant gewählt ist, kann ich keinen größeren Sinn hinter dem Buch erkennen, da die Handlung zu stagnieren scheint und die Spannung konstant niedrig bleibt.


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liebe, fantasy, kjer, mordan, heilerin

Der Kuss des Kjer

Lynn Raven
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei cbt, 08.06.2010
ISBN 9783570304891
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Erst kürzlich habe ich ein Buch beendet, das mir meine beste Freundin sehr ans Herz gelegt hat: „Der Kuss des Kjer“ von Lynn Raven. Der Fantasyroman ist beim cbt-Roman erschienen und hat mich wirklich vom Hocker gehauen.


Mit einem Trick bringt Mordan, der erste Heerführer der kriegerischen Kjer, die junge Heilerin Lijanas vom Volk der Nivard in seine Gewalt. Im Auftrag seines Königs Haffren will er die Heilerin und ein zauberkräftiges Elixier, die 'Tränen der weißen Schlange', an den Hof bringen. Lijanas aber hat nur einen Gedanken: Flucht! Doch je näher sie den als 'Blutwolf' verschrienen Mordan kennenlernt, desto stärker fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Und er sich ebenso zu ihr. Er setzt alles dran, sie sicher an den Hof seines Königs zu bringen. Dort erwartet sie jedoch eine tödliche Überraschung…


Wer mir auf Instagram folgt, hat durch meine Leseupdates mitbekommen, dass ich relativ lange an diesem Buch gelesen habe. Immerhin besitzt der Schmöker ganze 608 Seiten, aber auch unabhängig davon konnte ich dieses Buch eher langsam lesen. Dies liegt nicht daran, dass es mir nicht gefallen hat. Im Gegenteil, meiner Meinung nach ist „Der Kuss des Kjer“ ein ganz besonderes Buch mit einem einzigartigen Schreibstil, der sich eben nicht so einfach herunterrasseln lässt.

Zu Anfang der Geschichte habe ich eine ganze Weile gebraucht, um in die Fantasywelt abzutauchen, weil natürlich alles neu war und die Sichtwechsel des Erzählers leider nie angekündigt wurden. Teilweise folgen auch pro Seite zwei Sichtwechsel aufeinander, was es zu Beginn etwas schwer macht, die ganze Handlung zu verstehen.

Aber es lohnt sich. Solange man vielleicht 50 Seiten dran bleibt, setzt sofort der Suchtfaktor dieses Romans ein, sodass mich „Der Kuss des Kjer“ einfach nicht mehr losgelassen hat.

Ich hatte bis dahin noch kein anderes Buch der Autorin gelesen. Doch nun bin ich vollkommen von Lynn Ravens Schreibtalent überzeugt. Der Roman spielt in einer Fantasywelt, die ein wenig an ein Mittelalter im Paralleluniversum erinnert. Die gesamte beschriebene Atmosphäre hat etwas Altertümliches an sich, was aber sicherlich auch durch den besonderen Schreibstil der Autorin unterstützt wird. Die Wortwahl von Lynn Raven beschwört einfach eine magische, historische Stimmung herauf und unterscheidet sich so von vielen anderen „Mainstream-Autoren“. Meiner Meinung nach ist dies ein Grund, warum „Der Kuss des Kjer“ so lesenswert ist.

Ein weiterer Grund, weshalb ich so überzeugt von diesem Buch bin, ist die Idee, die hinter der Geschichte steht. Geschichten, in denen zwei Menschen sich lieben, aber nicht zusammenkommen dürfen, gibt es haufenweise. In diesem Roman wurde die Grundstruktur einer dramatischen Liebesgeschichte allerdings noch mit den zahlreichen Fantasyelementen ummantelt. Dadurch ist die Spannung meiner Meinung nach tausend Mal höher als bei einer normalen Liebesgeschichte, die bestimmt jeder von uns schon mal gelesen hat.

Noch dazu hat Lynn Raven mit Lijanas und Mordan zwei einzigartige, beide auf ihre Art sympathische Charaktere kreiert. Die Zaghaftigkeit, mit der sie sich näher kommen, die Problempäckchen, die beide mit sich herumschleppen – all das macht die eigentlich normale Liebesgeschichte zu etwas Epischen, Dramatischen, Spannenden. Mich persönlich hat eine Liebesgeschichte selten so sehr gepackt wie diese hier.

Alles in allem habe ich rein gar nichts an „Der Kuss des Kjer“ zu kritisieren. Auch wenn ich ein bisschen gebraucht habe, um in die Geschichte von Lijanas und Mordan hineinzukommen, bin ich nun – hinterher – zu hundert Prozent von dem Roman überzeugt. Ich empfehle das Buch jedem von Herzen.

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66 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

Der Weg in die Dunkelheit - Die Schöpferin

Erica O'Rourke , Maike Claußnitzer
Flexibler Einband: 370 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 15.07.2013
ISBN 9783442268726
Genre: Fantasy

Rezension:

Vor kurzer Zeit habe ich „Der Weg in die Dunkelheit – Die Schöpferin“ von Erica O‘Rourke beendet und möchte es nun für euch rezensieren. Hierbei handelt es sich um den dritten und letzten Teil einer Trilogie, die beim Blanvalet-Verlag erschienen ist.


Mo Fitzgerald hat sich entschieden: für ein Leben in Chicago, für eine Zukunft mit Colin – und damit gegen den mysteriösen Luc und die Magie. Aber dann erheben sich erneut die übernatürlichen Mächte und ein Krieg bricht aus, der auch Mos normales, menschliches Leben bedroht. Je mehr Mo sich bemüht, ihre zwei Welten voneinander zu trennen, desto tödlicher werden die Konsequenzen. Plötzlich muss sie alles riskieren: ihr Leben, ihre Liebe, ihre Zukunft. Oder sie wird alles verlieren!


Bevor ich meine Meinung genauer darlege, möchte ich sagen, dass dieser Band leider der ist, der mir am wenigsten aus der Trilogie gefallen hat. Ich war beim Lesen teilweise sehr hin- und hergerissen, da mich manches wie gewohnt sehr begeistert hat, anderes aber auch nicht.

Zunächst habe ich sehr lange gebraucht, bis ich wieder in die Fantasywelt hineingekommen bin. Obwohl seit Band 2 nicht viel Zeit vergangen ist, fiel es mir wirklich sehr schwer, mich auf die Geschichte von Mo, Luc und Colin zu konzentrieren. Um es kurz zu halten: Ich bin eigentlich bis fast zum Ende nicht wieder in einen entspannten Lesefluss hineingeraten, weil die Spannung in diesem Buch meiner Meinung nach sehr nachlässt.

Dies liegt nicht an fehlenden Handlungen etc., sondern aus meiner Sicht daran, dass in diesem Teil der Trilogie einfach nichts Neues mehr geschieht. Wie schon in Band 1 und 2 zweifelt die Protagonistin an ihren Fähigkeiten, bemüht sich, ihre zwei Welten auseinander zu halten, die Welt zu retten und sich zwischen Colin und Luc zu entscheiden. Auf den ersten Blick klingt dies wohl sehr atemberaubend und fesselnd. Für mich war es das jedoch nicht, da die Autorin bis auf ein paar Kleinigkeiten rein gar keine neue Idee zum Vorschein bringt.

Kommen wir direkt zu meinem nächsten Kritikpunkt, welcher unweigerlich mit dem letzten zusammenhängt. Maura ist in „Die Schöpferin“ mehrmals davon überzeugt, sich selbst sehr verändert zu haben. Diese großartige Charakterwandlung konnte ich als Leserin allerdings nicht so ganz nachvollziehen bzw. entdecken. Es hat in diesem letzten Teil den Anschein, als wäre sie gar nicht an ihren letzten Abenteuern gereift und hätte sich kein Stück geändert. Die Protagonistin fällt in alte Verhaltensmuster zurück, macht alte Fehler und auch die anderen Charaktere der Geschichte spielen für mich mehr oder weniger die gleiche Rolle wie zu Beginn der Trilogie.

Insgesamt war ich es in „Der Weg in die Dunkelheit 3“ nun langsam satt, immer von den gleichen Eskapaden zu lesen, sodass jedenfalls bei mir kein Spannungsgefühl aufkam.

Hin- und hergerissen bei meiner Bewertung war ich allerdings dadurch, dass es auch noch viele Punkte gab, die mich wie immer beeindruckt haben. Zum einen hat sich die Autorin auch in diesem Teil ein fulminantes, packendes Ende überlegt, bei dem mich die Geschichte dann doch mitreißen konnte.

Zum anderen bewundere ich Erica O‘Rourkes Schreibstil zutiefst, da er schon eine gewisse Epik in die Geschichte bringt. Die stimmungsvolle Wortwahl und Beschreibungen der Magie lassen auch in diesem Band nicht nach und sorgen für eine tolle Atmosphäre, trotz Spannungsmangel.

Meine Begeisterung für den wundervollen Schreibstil der Autorin und die magische Gänsehautstimmung haben also insgesamt bei meiner Meinung über dieses Buch mit der fehlenden Charakterentwicklung und dem Mangel an Spannung gekämpft. Daran, dass ich zuletzt erleichtert war, „Die Schöpferin“ aus der Hand legen zu können, sieht man allerdings, dass mir das Lesen zeitweise nicht die gewohnte Freude bereitet hat.

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tod, lauren oliver, mobbing, zeitschleife, liebe

Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie

Lauren Oliver , Katharina Diestelmeier
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2016
ISBN 9783551315854
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich habe gestern Nacht „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“ von Lauren Oliver beendet und möchte es nun für euch rezensieren. Der Roman ist im August 2010 beim Carlsen-Verlag erschienen und wurde inzwischen sogar verfilmt.


Was wäre, wenn heute dein letzter Tag wäre? Was würdest du tun? Wen küssen? Und wie weit würdest du gehen, um dein Leben zu retten? Samantha ist hübsch, beliebt und hat den perfekten Freund. Der 12. Februar sollte für sie eigentlich ein ganz normaler Tag werden. Stattdessen ist es ihr letzter. Sie stirbt bei einem Autounfall – und wacht am Morgen desselben Tages wieder auf. Sieben Mal durchlebt Samantha diesen 12. Februar, um schließlich zu begreifen, was wirklich im Leben zählt.


Ich habe mir dieses Buch aus der Zentralbibliothek auf dringenden Wunsch einer Freundin ausgeliehen und nun auch endlich gelesen. Ich springe wahrscheinlich spät auf diesen Zug auf, aber ich muss sagen, dass mich „Wenn du stirbst...“ auf eine seltsame Art und Weise wirklich berührt hat.

Die Idee, die dem Klappentext entnommen werden kann, hat mich schon von Anfang an fasziniert. Deshalb war ich sehr gespannt, ob die Autorin das Beste daraus machen würde oder ob mir die Umsetzung gar nicht gefallen würde. Ich kann es schon einmal vorab verraten: Meiner Meinung nach sind die Idee und die Umsetzung davon gleichermaßen grandios!

Die Protagonistin Samantha macht innerhalb der sieben Wiederholungen des 12. Februars eine extreme Charakterwandlung durch. Zu Beginn konnte ich sie, so wie sie sich selbst dargestellt hat, überhaupt nicht leiden. Wahrscheinlich hat es aus diesem Grund eine Weile gedauert, bis ich in den Fluss der Geschichte hineingekommen bin. Der erste 12. Februar quillt nur so vor Klischees über: Sam wirkt wie eine von vier Mobbertussen, die den anderen das Leben in der Highschool definitiv versalzen. Sie ist mit dem besten Typen zusammen. Auf der wöchentlichen Party wird eine Mitschülerin terrorisiert, Alkohol bis zum „Geht-nicht-mehr“ getrunken und die Protagonistin scheint all dies auch noch toll zu finden. Kurz um, anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich mir dieses klischeehafte Gehabe von Samantha noch länger antun sollte.

Jedoch kommt es durch den Autounfall und den sich wiederholenden Tag dazu, dass Sammy versucht, ihr Leben zu verändern. Sie versucht, aus dem einen Tag, der ihr noch bleibt, das beste zu machen und so viel wie möglich wieder gerade zu biegen. Nicht nur ihre Charakterwandlung von einer gefühllosen Tusse zu einem bewundernswerten, erwachsen gewordenen Mädchen hat mich begeistert.

Auch der Fakt, dass sie den 12. Februar von nun an so bestmöglich leben möchte, hat mich zum Nachdenken angeregt. Jeder Leser, der dieses Buch liest, wird irgendwann vor die Frage gestellt: Lebe ich mein Leben so, wie ich es leben sollte? Oder bin ich doch kein Stück besser als die Samantha, die der Leser am Anfang kennenlernt? Dieses eigentlich sehr lebhafte Buch zeigt so eine ganz andere, tiefgründigere, verletzlichere Seite von sich. In einem Zitat von S. 326 heißt es:


„So viele Dinge sind plötzlich schön, wenn man nur genau hinsieht.“


Genau diese Nachricht vermittelt der Roman von Lauren Oliver unter anderem. Und das ist es, was das Buch aus meiner Sicht so besonders macht.

Neben dem locker, humorvollen Schreibstil, der perfekt zu Sam passt und vielen Insiderwitzen wie „Popp nie ohne Präser!“, die mich an mich und meine Freundinnen erinnern, möchte ich noch einen weiteren Punkt ansprechen.

Das Ende. Müsste ich es beschreiben, würde ich sagen, es ist eine Hassliebe von mir. Ich jedenfalls habe absolut nicht mit diesem Ende gerechnet. Es hat mich schockiert, berührt, glücklich und traurig zugleich gemacht. Allein schon deswegen lohnt es sich, das Buch zu lesen.

Alles in allem stecke ich mit den Gedanken immer noch in Sammys Welt fest. Die tiefgründige Seite des Buchs regt wohl jeden Leser zum Nachdenken an und lässt mich fragen, ob ich mein Leben nicht vielleicht auch ändern sollte.

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225 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

liebe, freundschaft, geheimnisse, internet, geheimnis

Don't tell me lies

Corey Ann Haydu , Clara Mihr
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.05.2015
ISBN 9783423716260
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als ich in der Zentralbibliothek war, habe ich mir unter anderem dieses Buch ausgeliehen und nun auch schon beendet: „Don‘t tell me lies“ von Corey Ann Haydu. Der Roman ist 2015 bei Dtv erschienen und hat mich vom Klappentext her sofort angesprochen.


Tabitha fühlt sich von allen unverstanden - der Junge, in den sie verliebt ist, ist bereits vergeben und ihre beste Freundin wendet sich einfach von ihr ab. Da entdeckt sie im Internet die Website 'Life by Committee'. Endlich hat sie das Gefühl, unter Gleichgesinnten zu sein, denn hier sind alle, genau wie sie, auf der Suche nach einem mutigeren, spannenderen Leben. Anonym vertrauen sich die Mitglieder ihre intimsten Geheimnisse an und erhalten Aufgaben, die sie erfüllen müssen. Doch je mehr Tabitha von sich preisgibt, desto klarer wird ihr, dass 'Life by Committee' weder so unschuldig noch so anonym ist, wie es anfangs schien. Und dass ihre Geheimnisse nicht sicher sind…


Wie eben schon angesprochen, hat mich die Autorin mit diesem Klappentext sofort gekriegt. Die Idee und das Thema, auf dem das Buch basiert, klangen für mich wahnsinnig interessant. Zusätzlich haben sie mich mit den Aufgaben vom virtuellen Spiel, die die Jugendlichen jedoch in der echten Welt erledigen müssen, auf Anhieb ein wenig an „Erebos“ von Ursula Poznanski erinnert. Kurz gesagt, ich bin immer noch begeistert von der Idee und denke, dass man daraus sehr viel hätte machen können.

Leider bin ich der Meinung, dass Corey Ann Haydu nicht so viel aus ihrer Idee herausgeholt hat wie möglich gewesen wäre. Die Grundidee von „Don‘t tell me lies“ begeistert mich noch immer sehr, allerdings lässt die Umsetzung in diesem Buch meiner Meinung nach zu Wünschen übrig.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Tabitha - einer sechzehnjährigen, rebellischen Teenagerin – erzählt. Lange Zeit, eigentlich bis zum Ende, wurde ich nicht warm mit ihr, da Tabitha mir schlichtweg gar nicht sympathisch war. Sie verkörpert fast den ganzen Roman über das Mädchen, das ich eben nicht sein möchte: Ein Mädchen, das mit dem Freund einer anderen rummacht und glaubt, sie wäre in ihn verliebt. Ein Mädchen, das sich ausschließlich für Jungs interessiert. Lediglich der Fakt, dass sie genauso gerne liest wie ich, verbindet mich mit diesem fiktiven Charakter. Von daher ist ziemlich klar, dass ich für Tabitha bis zum Ende fast keine Sympathie gehegt habe. Darüber hinaus konnte ich mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass sie bis zum Schluss jede Aufgabe von ‚Life by Committee‘ ohne Murren erledigt, ohne zu merken, wie sehr sie ihr Leben damit zerstören könnte.

Irgendwann hat mich Tabitha mit ihrer Art, ihrem Verhalten und ihren Gedanken einfach nur noch genervt. Im Mittelteil des Romans findet man viele sich wiederholende Passagen vor. Immer wieder denkt die Protagonistin nur an Joe, wobei ihre Gefühle zwar nicht zu kurz kamen, mir aber nicht glaubwürdig genug beschrieben wurden. Auch die immer schwieriger werdenden Aufgaben der Internetcommunity meistert Tabitha meist ohne größere Hürden; erst ganz am Ende scheint sie sich wirklich der Konsequenzen ihrer Dummheiten bewusst zu werden.

Das überraschende Ende ist auch so ziemlich der einzig positive Punkt, der mich geflasht hat. Nach 200 Seiten hätte ich nicht gedacht, dass die Autorin das Ende noch so herausreißen würde. Aber Corey Ann Haydu überrascht mit einem bewegenden Ende mit einigen Wendungen, die ich nicht vorausgesehen habe. So wie der Schluss hätte auch das restliche Buch sein sollen! Meiner Meinung nach wird erst am Ende des Romans die Problematik der „Internetgefahr“ klar und Tabitha gewinnt einen Sympathiepunkt für ihr Handeln.

Obwohl ich das Buch mit einem positiven Ende hinter mir lasse, bin ich der Meinung, dass man keine Bücher empfehlen sollte, die die meiste Zeit ein negatives Gefühl in einem verbreiten. Da Tabitha mich größtenteils nur genervt hat und ich die Umsetzung lange nicht so gelungen finde wie die Idee, kann ich mich leider nicht im Nachhinein für „Don‘t tell me lies“ begeistern.

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cornwall, liebe, freundschaft, katze, sicherheit

Herbstfunkeln

Cara Lindon
E-Buch Text: 234 Seiten
Erschienen bei Independently Published, 20.08.2017
ISBN B07461X2B6
Genre: Liebesromane

Rezension:

Erst vor zwei Tage habe ich „Herbstfunkeln“ von Cara Lindon beendet. Hierbei handelt es sich um den ersten Band der Cornwall-Reihe, welcher am 20. August als eBook erschienen ist. Ich durfte das Buch glücklicherweise schon etwas früher lesen, da ich es bei Vorablesen gewonnen habe.


Mann weg, Job weg, Wohnung weg – kurz vor ihrem 30. Geburtstag hat Alys alles verloren. Zutiefst unglücklich kehrt sie zurück ins romantische Cornwall, ins Haus ihrer Großmutter. Mit Schokolade, Büchern und ihren besten Freundinnen versucht sie sich zu trösten, aber das Leben erscheint ihr leer. Um nicht mehr so allein zu sein, adoptiert sie Mr. Cat, einen missmutigen Kater aus dem Tierheim. Gerade hat Alys sich ihrem Dasein als einsame Katzenfrau abgefunden, da treten gleich zwei Männer in ihr Leben. Der sympathische Jory, mit dem Alys lachen kann, und der erfolgreiche Daveth mit den stahlgrauen Augen, der sie verwöhnt. Das Gefühlschaos ist perfekt. Nun muss Alys sich entscheiden: Kann sie ihrem Herz vertrauen oder steht ihre Vergangenheit ihrem Glück im Weg? Gefühlvoll erzählt Cara Lindon eine bewegende Liebesgeschichte vor der bezaubernden Kulisse Cornwalls, die uns vor die Frage stellt, was wahre Liebe wirklich ausmacht und ob wir sie erkennen, wenn sie vor uns steht.


Schon das wunderschöne Cover verbreitet eine heimelige Atmosphäre. Genau dieses Gefühl hatte ich dann anschließend beim Lesen des Romans auch. „Herbstfunkeln“ hat etwas ganz Authentisches an sich und die besondere Stimmung in Cornwall kommt auf Anhieb rüber. Ein Zitat von S. 90 beschreibt treffend, wie sich die Atmosphäre des Buchs angefühlt hat: „„Malerisch“, romantisch“ und „idyllisch“ lauteten die Worte, die Alys heraushörte, als sie neben ihrer Freundin durch die schmalen Gassen ging [...]“

Die Autorin unterstreicht den Charme des Buchs und Handlungsortes sehr gut, beispielsweise durch die kornischen Namen der Charaktere, die von der englischen Schreibweise abweichen. Solche kleinen Details haben mir sehr gut gefallen.

Auch die Idee des Buchs hat mir zugesagt. Alys befindet sich zu Beginn in einer Lage, vor der ich mich immer fürchte: Sie hat alles verloren. Aus dieser schwierigen Lebenssituation eine Geschichte der Selbstfindung und der Liebe zu basteln, ist eine tolle Idee für einen Roman, allerdings ist diese nicht ganz neu. Gestört hat mich dies jedoch nicht, da sich durch Liebesgeschichten oft dieses eine, bestimmte Grundmuster zieht.

Zu Beginn des Romans war mir die Protagonistin Alys sofort sympathisch. Vielleicht liegt dies daran, dass sie so am Boden war, dass der Leser nur Mitleid mit ihr empfinden kann. Andererseits geht Alys so souverän mit dem Tod ihrer Großmutter um, dass ich sie einfach gern haben musste. Gleichzeitig ist es als Leser auch schön, die besondere Freundschaft zu Chesten und Bree zu spüren. Die Verbindung zwischen den Dreien ist so inspirierend, dass es Spaß gemacht hat, ihren Schicksalen zu folgen.

Neben einzelnen Rechtschreib- und Grammatikfehlern sind mir leider einige weitere Punkte aufgefallen, die ich zu bemängeln habe. Zunächst zieht es sich konstant durch das Buch, dass die Autorin zu viel beschreibt und teilweise sehr wenig wörtliche Rede benutzt. Die Beschreibungen beschränken sich des Weiteren meist auf die Umgebung und Außenwelt, sodass mir so manchmal die Gefühle von Alys etwas zu kurz kamen. Die vielen Landschaftsbeschreibungen tragen zwar zu der angesprochenen Atmosphäre bei, wirken jedoch eindeutig der Spannung entgegen. Meiner Meinung nach zieht sich „Herbstfunkeln“ daher besonders im Mittelteil sehr und verleitet eher zur Langeweile. Wie Cara Lindon selbst treffend in ihrer Danksagung erwähnt hat: „Show, don‘t tell“. Ich persönlich hätte es mir gewünscht, dass die Autorin die Geschehnisse noch mehr zeigt und nicht nur nacherzählt.

Darüber hinaus war die Geschichte von Alys aus meiner Sicht absolut vorhersehbar. Es war für mich von Anfang an klar, ob und mit wem – Jory oder Daveth - sie schlussendlich zusammenkommen würde. Noch dazu wirkt es den Großteil der Zeit so, als würde Alys sich selbst noch nicht gefunden haben bzw. gar nicht wissen, was sie vom Leben will, da sie scheinbar immer noch der Zeit mit ihrem Exfreund hinterhertrauert.

Trotz meiner Kritik findet „Herbstfunkeln“ einen runden Abschluss und hinterlässt somit bei mir dann doch noch ein positives Gefühl. Ich bin gespannt, wie es in Band 2 und 3 mit Alys‘ Freundinnen Bree und Chesten weitergehen soll. An dieser Stelle möchte ich mich auch noch mal bei dem Vorablesen-Team für das kostenlose eBook bedanken!

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331 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 105 Rezensionen

liebe, the last ones to know, rock my soul, rockstar, musik

Rock my Soul

Jamie Shaw , Veronika Dünninger
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.06.2017
ISBN 9783734103568
Genre: Liebesromane

Rezension:

Auf die Rezension des zweiten Bands folgt nun unweigerlich die des dritten Teils: „Rock my soul“ von der Autorin Jamie Shaw. Der Roman der The-Last-Ones-To-Know-Reihe ist erst kürzlich im Juni bei Blanvalet erschienen.


Als Kit Larson Shawn Scarlett das erste Mal Gitarre spielen sieht, ist es um sie geschehen! Doch nach einer verhängnisvollen Party wird Kit klar, dass sie für den hinreißenden Typen mit den grünen Augen nie mehr sein wird als ein One-Night-Stand…


Wie ihr bereits aus meiner Rezension zu dem vorherigen Teil der Reihe wissen müsstet, liebe ich diese Buchreihe inzwischen total, seitdem ich sie im Urlaub entdeckt habe. Daran hat sich durch „Rock my soul“ auch nichts geändert. Schließlich bleibt die Autorin hier ihrem Stil treu und widmet Band 3 einem weiteren Bandmitglied und seiner potenziellen Partnerin.

Der Schreibstil in diesem dritten Teil gefällt mir genauso gut wie in Band 1 und 2. Jamie Shaw schafft es irgendwie, flüssig und locker zu schreiben, ohne dass dabei die geballten Emotionen zu kurz kommen. Besonders in „Rock my soul“ sind die Emotionen der Protagonistin Kit sehr deutlich.

Gleichzeitig wird auch die besondere Mayhem-Atmosphäre aufrecht erhalten, die ich als Leserin bereits aus den vorherigen Büchern kenne: ein wilder Mix aus Rockstardasein, echter Liebe zur Musik, wahre Freundschaft, das Zueinanderfinden, das Umherreisen mit der Band, … In „Rock my soul“ wird endlich einmal aus der Sicht eines (neuen) Bandmitglieds berichtet, weshalb die Musik eine größere Rolle spielt als zuvor bei Rowan und Dee. Die Liebe zur Musik, die Emotionen von Kit, wenn sie auf der Bühne steht oder Shawn beim Gitarre spielen beobachtet – all dies habe ich an der Protagonistin wert geschätzt. Mit dem Musik liebenden Part von Kit konnte ich mich direkt von Anfang an total identifizieren, obwohl ich zuerst die Angst hatte, sie nicht als neues Bandmitglied unter den vier Jungs akzeptieren zu können.

Genauso wie Dee und Joel sich von Rowan und Adam abheben, so tun es Kit und Shawn von den anderen. Shawn kennt der Leser ja bereits als den Bad Boy, der nach jedem Konzert mit einem anderen Groupie verschwindet. Meiner Meinung nach ist es daher sehr schön, dass man in „Rock my soul“ endlich eine gefühlsvollere Seite an ihm entdecken darf.

Kits Charakter einzuschätzen, fällt mir extrem schwer. Wie ich schon erwähnt habe, fiel es mir leicht, die Musik liebende Kit zu mögen. Sie besitzt außerdem viele weitere positive Eigenschaften, ihren Humor, ihre rockige Art und das Durchsetzungsvermögen, was sie nicht zuletzt ihren vier Brüdern zu verdanken hat. An ein paar Stellen im Buch merkt man dann aber auch ihr enormes Selbstbewusstsein, wenn sie selbst bemerkt, wie unglaublich perfekt ihr Körper aussieht. Mir war dies schon etwas zu viel des Guten, weil Kit dadurch manchmal schon etwas selbstverliebt bei mir rübergekommen ist – aber vielleicht muss man das als Rockstar auch sein…? Zusätzlich verstehe ich an mancher Stelle nicht, warum sie nun ausgerechnet so handelt und nicht anders. Dieses Problem hatte ich bei den anderen Büchern hingegen noch nicht.

Nun denn, trotzdem stellen Kit und Shawn zusammen ein wunderbares Double dar, die für viele atemberaubende Szenen sorgen. Auch sie habe ich schlussendlich in mein Herz geschlossen, wenn auch vielleicht nicht so sehr wie z.B. Rowan und Adam aus Band 1. Ich bin super gespannt auf den letzten Teil der Mayhem-Reihe und werde ihn mir sicherlich ganz bald zulegen.

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339 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 98 Rezensionen

liebe, rockstars, rock my body, rockstar, musik

Rock my Body

Jamie Shaw , Veronika Dünninger
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.04.2017
ISBN 9783734103551
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Heute habe ich „Rock my Body“, den zweiten Band der Mayhem-Reihe von Jamie Shaw beendet und ich bin immer noch total geflasht. Das Buch ist im April diesen Jahres bei Blanvalet erschienen.


Als Dee Dawson das erste Mal auf den sexy Gitarristen Joel der Band „The Last Ones To Know“ trifft, weiß sie eines ganz genau: Auch ihn wird sie in kürzester Zeit um den Finger gewickelt haben! Schließlich konnte ihr noch nie ein Mann lange widerstehen…


Den ersten Band dieser Buchreihe habe ich im Urlaub gelesen und musste mir dann „Rock my Body“ unbedingt kaufen, sobald wir zurückgekommen sind, weil ich mich absolut und unwiderruflich in die Mayhem-Reihe verliebt habe. Zunächst wollte ich die Romane nämlich überhaupt nicht lesen, da die Cover und Beschreibungen sehr nach einer klischeehaften Bad-Boy-Rockstar-Liebesgeschichte klangen. Natürlich handelt es sich auch bei diesem zweiten Band um eine reine Liebesgeschichte, die mich aber trotzdem aus vielerlei Gründen richtig umgehauen hat.

In „Rock my Body“ geht es diesmal um die Charaktere Dee und Joel, wohingegen man aus Band 1 bereits Rowans und Adams Geschichte kennt. Vorallem Dee, aus deren Sichtweise das Buch geschrieben ist, unterscheidet sich zu Rowan in ihrer Denkweise und ihrer Art, mit Gefühlen umzugehen. Nach außen hin wirkte sie anfangs auf mich immer nur wie eine knallharte Tussi, weshalb ich zu Beginn noch warm mit ihr und der Geschichte werden musste. Auch Joel hat für mich persönlich nicht diesen Charme versprüht, den Adam in Band 1 immer hatte, denn auch Joel trägt zu Beginn ein klischeehaftes Aufreißerimage mit sich herum. Aus diesem Grund muss ich sagen, dass ich erst nicht gedacht hätte, dass „Rock my Body“ noch an den ersten Teil herankommen könnte.

Aber gerade deswegen hat mich dieses Buch fasziniert. Die beiden Hauptcharaktere wandeln sich in ihrer ganzen Erscheinungsweise so radikal, dass mich die Klischees zu Anfang gar nicht mehr gestört haben. Es hat mich emotional echt gepackt, zu sehen, wie Dee und Joel mit ihren eigenen Problemen hart zu kämpfen haben und dabei sich trotzdem unmerklich ineinander verlieben.

Abgesehen davon ist auch der Schreibstil von Jamie Shaw ein ausschlaggebender Punkt, warum mir auch Band 2 so wahnsinnig gut gefallen hat. Die Autorin hat einen sehr flüssigen, humorvollen Schreibstil, wobei tiefere Gefühle etc. jedoch nicht zu kurz kommen. Was dies angeht, könnte Jamie Shaw sich langsam, aber sicher einen Platz bei meinen Lieblingsautoren sichern.

Grundsätzlich gefällt mir die Idee sehr gut, die für diesen zweiten Band benutzt wurde – d.h., dass jedes weitere Buch einem neuen Bandmitglied und seiner eigenen Liebesgeschichte gewidmet ist. So bleibt „Rock my Body“ eigenständig von „Rock my Heart“, aber ich konnte immerhin mit Freuden miterleben, wie sich Rowan und Adam weiterhin schlagen.

Obwohl Dee und Joel meiner Meinung nach nicht ganz an Rowan und Adam aus Band 1 herankommen, bewahrt die Autorin hier auch diese ganz besondere Stimmung, die mich beim Lesen erfasst hat. Das Buch versprüht viel Lebensfreude, Unbekümmertheit der Rockstars, Lust an der Musik, aber auch kribbelnde Liebe, die auf jeder Seite zu spüren ist.

Insgesamt kann ich nicht wirklich viel Negatives über „Rock my Body“ berichten. Vor allem Dee hat mich anfangs ein wenig mit ihrer unnahbaren Art genervt, aber dies hat sich schnell geändert. Die Geschichte von Dees und Joels Schicksal hat mich schlussendlich schlichtweg umgehauen.

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pferde, familie, verrat, konsequenz, küste

Friesenglück: Ein Nordsee-Roman

Anni Deckner
E-Buch Text
Erschienen bei Forever, 07.08.2017
ISBN 9783958181991
Genre: Sonstiges

Rezension:

Gerade eben habe ich „Friesenglück“ von der mir bis dahin unbekannten Autorin Anni Deckner beendet, ein eBook, welches erst diesen Monat frisch beim Forever-Verlag erschienen ist. An dieser Stelle möchte ich mich bei dem Vorablesen-Team für das tolle Leseexemplar bedanken.


Franzi von Liebermann hat eine große Zukunft vor sich. Eines Tages wird sie das Gut und die Pferdezucht ihrer wohlhabenden Großmutter in Friedrichskoog übernehmen. Bis dahin muss sie sich jedoch mit der eigensinnigen alten Dame gutstellen. Und diese wünscht sich nichts sehnlicher, als ihre einzige Erbin endlich in festen Händen zu sehen. Am liebsten in denen des gut betuchten Johannes von Berendes. Doch Franzi kann Johannes nicht leiden und denkt gar nicht daran, ihn zu heiraten. Viel besser gefällt ihr da der verwegene Zimmermann Luke, den sie auf einem ihrer Ausritte am Strand kennengelernt hat. Seine gradlinigen Art und seine Lebensfreude beeindrucken die junge Erbin. Doch Franzis Großmutter hat noch ein Ass im Ärmel…


Bereits die bei Vorablesen hochgestellte Leseprobe hat mich von diesem Buch überzeugt. Auch wenn die Geschichte nun doch in eine andere Richtung abgedriftet ist, als ich nach der Leseprobe erwartet hätte, kann ich sagen, dass mich „Friesenglück“ durch die Authentizität sehr gepackt hat. Der Nordsee-Roman wird meistens aus der Sicht von Franzi, der Hauptperson, erzählt, greift aber auch auf die Sichten der anderen Charaktere zu. Franzis rebellische und sehr bestimmte Art, die Dinge auf dem Gutshof und in ihrem Dorf anzupacken, hat sehr zu diesem bestimmten Flair des Buchs beigetragen. Für mich persönlich strahlt „Friesenglück“ einfach eine authentische Dorfatmosphäre aus, die mich mitunter auch an meine Lieblingsserie Heartland erinnert hat. Mit den vielen Beschreibungen von Franzis Liebe zu Pferden, besonders zu Dakota, hat die Autorin mich wirklich gepackt und noch eine Gemeinsamkeit zu Heartland geschaffen. Meiner Meinung nach kann man sich in dieser Geschichte echt verlieren - „Friesenglück“ verbreitet trotz des unschönen Familiendramas eine seltsame Art von heimeligen Gefühl. Rundum hat mir die kreierte Atmosphäre also gut gefallen, auch wenn ich finde, dass die Geschichte manchmal schon einen zu altmodischen Touch bekommen hat – dafür, dass sie in der heutigen Zeit spielen soll. Dies mag auch an den sehr starrsinnigen und veralteten Ansichten der Großmutter liegen, z.B. hinsichtlich dem Heiraten.

Ein positiver Punkt, der mir am Rande aufgefallen ist, ist, dass im gesamten Buch echte Orte beschrieben werden, die auch in Wirklichkeit existieren und mit denen ich mich identifizieren kann, da sie sehr nahe an meinem Wohnort liegen. Die Worte, mit denen Anni Deckner die Umgebung an der Nordsee etc. beschreibt, haben dieses heimelige Gefühl des Romans in mir noch verstärkt.

Der Schreibstil hat das ganze Buch über etwas Freches an sich, verbreitet aber mit den gewählten Worten auch immer wieder viel Liebe in der Luft. Über die ein bis zwei Rechtschreibfehler, die mir währenddessen aufgefallen sind, lässt sich meiner Meinung nach hinwegsehen.

Die Autorin hat mit Franzi, Susann, Jo, Luke und den anderen sehr interessante, abwechslungsreiche Charaktere geschaffen. Trotzdem kaufe ich nicht alles davon ab, was während des Romans geschieht. Zum einen verstehe ich überhaupt nicht, was Lukes Rolle sein soll. Aus meiner Sicht taucht er völlig unnötigerweise auf, denn er trägt nicht zum Verlauf der Geschichte bei und verschwindet nach der Hälfte des Buchs plötzlich von der Bildfläche. Auch jetzt frage ich mich noch, aus welchem Grund Anni Deckner Luke überhaupt erfunden hat, wenn ich keinen tieferen Sinn dahinter erkennen kann. Des Weiteren kommt es im Laufe der Geschichte zu mehreren überraschenden Wendungen und Enthüllungen von Geheimnissen. Mich als Leser haben diese schon sehr geschockt, aber alle scheinen diese Wendungen einfach so hinzunehmen. Beispielsweise segnet Franzi die Berichte aus der Vergangenheit schon fast gleichgültig ab, obwohl es daran auch ein paar negative Sachen zu sehen gäbe. Alles in allem läuft alles ab der Hälfte schon zu glatt ab, niemand tanzt aus der Reihe und Franzi findet den Weg zu ihrem persönlichen Glück meiner Meinung nach zu schnell ohne weitere Hindernisse.

Trotz meiner Kritik hat mich die besondere Ausstrahlung, die Heartland ähnlich sehende Atmosphäre von „Friesenglück“ doch noch überzeugt. Ich freue mich sehr, dass ich das Buch im Zuge von Vorablesen lesen durfte.

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liebe, romance, hetero, office, erotik

Pick the Boss - Liebe ist Chefsache

April Dawson
Flexibler Einband: 238 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 11.11.2016
ISBN 9783736304895
Genre: Romane

Rezension:

Gestern durchgelesen, heute wird es rezensiert: „Pick the boss – Liebe ist Chefsache“, der Auftakt einer Reihe von April Dawson, erschienen beim LYX-Verlag. Da sich dieses Buch schon länger auf meinem S.U.B. befand, dachte ich, ich sollte ihm doch noch einmal eine Chance geben.


Was tust du, wenn du nach einer durchzechten Nacht neben einem One-Night-Stand aufwachst und panisch feststellst, dass du ausgerechnet an deinem ersten Arbeitstag zu spät kommst? Als wäre das noch nicht genug, übersieht ein Kerl die rote Ampel und fährt dir direkt ins Auto. Mit Müh und Not schaffst du es noch ins Büro, und vor dir stehen deine neuen Chefs, die dir sehr bekannt vorkommen: rechts Mr Autounfall, der Rot von Grün nicht unterscheiden kann, und links Mr One-Night-Stand, dessen Name dir einfach nicht einfallen will…


Ohne lange drumherum zu schwafeln: Leider hat mir der erste Band von Pick the boss überhaupt nicht gut gefallen und ich bin schwer am Zweifeln, ob ich mir die Fortsetzung überhaupt kaufen soll. Schon als ich den Klappentext gelesen habe, hätte ich mir denken können, dass es sich bei diesem Roman eher um sehr leichte Lektüre handelt. Wer genau solche Bücher gerne liest, ist hier richtig, für meinen Geschmack war dies allerdings nichts.

Zunächst muss ich sagen, dass alles an dieser Geschichte mir sehr unrealistisch erschienen ist. Mehrere sehr unwahrscheinliche Zufälle ziehen sich durch die Geschichte und bestimmen auch den Verlauf von Emmas Schicksal so stark, dass ich dem einfach nicht mehr glauben konnte – angefangen bei dem Zufall, dass Emma beiden Colemanbrüdern vor ihrem Job bereits unabhängig voneinander begegnet.

Einen weiteren Abzugspunkt gibt es von mir aufgrund der vielen Klischees, die sich in diesem Buch von Kapitel zu Kapitel immer mehr ausbreiten. Meiner Meinung nach hängt sehr viel einer Geschichte von abwechslungsreichen und einzigartigen Charakteren ab, aber die gab es hier eben nicht. Emma glich einem naiven jungen Mädchen, das ihr Herz nur allzu schnell verliert und sich dabei zwischen ihren Liebhabern einfach nicht entscheiden kann; die Colemanbrüder waren geteilt in den Badboy-Aufreißertyp und den attraktiven, aber schüchternen Mann. Kurz gesagt: Die Charaktere von „Pick the boss 1“ bleiben zumindest in diesem ersten Teil sehr flach und die Geschichte kratzt durchweg nur an der Oberfläche, obwohl man aus dieser zwar einfallslosen Dreiecksbeziehung trotzdem hätte mehr machen können. Eventuell liegt dies aber auch an der Kürze dieses Romans, denn das Buch enthält nur circa 160 Seiten. Hätte die Autorin die gesamte Handlung, aber besonders auch tiefgehendere Gefühle von Emma, Sean und Liam weiter ausgeschrieben, hätte ich sicherlich mehr Gefallen an der Idee gefunden. So schreitet die Handlung allerdings sehr schnell voran, sodass ich gar nicht richtig Zeit hatte, um mich auf die Charaktere einzulassen.

Neben dem ewigen Hin und her zwischen Sean und Liam wirkte Emma auf mich sogar sympathisch und ich konnte mich in ihrer tollpatschigen, sorgenvollen Art oft wiederfinden. Auch der Schreibstil ließ sich sehr angenehm lesen, ausgenommen die für mich persönlich zu vulgär beschriebenen Bettszenen.

Leider nehmen die schönen, nachdenklichen, gefühlvollen Szenen sehr wenig Platz ein, weshalb der Reihenauftakt alles in allem für mich nichts Besonderes darstellt – ich halte „Pick the boss – Liebe ist Chefsache“ für eine nicht sehr originelle, typische Dreiecksgeschichte. Natürlich muss an dieser Stelle beachtet werden, dass sicherlich viele ihren Spaß bei diesem Buch haben werden. Wer auf der Suche nach leichter Lektüre ohne viel Nachdenken ist, ist hier genau richtig. Ich für meinen Teil habe mir jedoch mehr von diesem Roman erhofft. Ob ich den zweiten Band auch lesen werde, steht im Moment noch in den Sternen...

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349 Bibliotheken, 22 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

harry potter, magie, englisch, fantasy, hogwarts

Harry Potter and the Philosopher's Stone

Joanne K. Rowling
Flexibler Einband
Erschienen bei Bloomsbury Publishing, 01.10.2010
ISBN 9781408810545
Genre: Fantasy

Rezension:

Gerade eben beendet und schon wird es rezensiert: „Harry Potter and the Philosopher‘s Stone“ von J.K. Rowling. Dabei handelt es sich um diese fantastische englische Ausgabe des ersten Harry-Potter-Bandes mit einem – am Rande bemerkt – unfassbar schönen Cover, erschienen beim Bloomsburyverlag.


When a letter arrives for unhappy but ordinary Harry Potter, a decade-old secret is revealed to him that apparently he's the last to know. His parents were wizards, killed by a Dark Lord's curse when Harry was just a baby, and which he somehow survived. Leaving his unsympathetic aunt and uncle for Hogwarts School of Witchcraft and Wizardry, Harry stumbles upon a sinister mystery when he finds a three-headed dog guarding a room on the third floor. Then he hears of a missing stone with astonishing powers, which could be valuable, dangerous – or both. An incredible adventure is about to begin!


Obwohl ich diesmal endlich den ersten Band auf Englisch in die Hand genommen habe, verfasse ich diese Rezension auf Deutsch, da es mir so leichter fällt, meine Gedanken und Gefühle diesbezüglich in Worte zu fassen. Und wenn ich an diesen Auftakt der brillianten HP-Reihe in der Originalsprache denke, dann fallen mir nur positive Assoziationen dazu ein.

Sicherlich ist schon längst bekannt, dass ich ein riesengroßer Fan von Harry Potter bin. Die deutsche Ausgabe „HP und der Stein der Weisen“ habe ich bereits unzählige Male verschlungen und geliebt. Deshalb ist natürlich klar, dass mir dieses Buch vom Inhalt her wie immer unfassbar gut gefallen hat – die Sprache ändert daran schließlich nichts. Was den Inhalt betrifft, gibt es meiner Meinung nach keine Buchreihe, die ausgetüftelter und durchdachter ist als die Harry-Potter-Reihe. Da ich bereits alle Teile kenne, fällt mir besonders beim Lesen dieses ersten Bandes auf, auf welch versteckte Weise J.K. Rowling schon hier Hinweise für den Leser versteckt, die aber erst z.B. im sechsten Band auftauchen. Alles an diesem Buch ist so unfassbar durchdacht und logisch.

Nicht nur bei dem, was das angeht, halte ich die Autorin von Harry Potter für ein wahres Genie. Auch die Ideen für diese riesige Zaubererwelt und die umwerfende Umsetzung zeugen von einer großartigen Autorin. Selbst beim wiederholten Male bin ich immer noch geflasht davon, wie ich in die Zaubererwelt und nach Hogwarts gezogen werde.

Abgesehen vom Inhalt, bei dem ich wirklich nur ins Schwärmen geraten kann, hat mir „Harry Potter and the Philosopher‘s Stone“ so sehr zugesagt. Wie ich bereits mehrmals erwähnt habe, ist dies das erste englische Buch, welches ich freiwillig und nicht nur für den Unterricht lese. Ehrlich gesagt hätte ich aus diesem Grund erwartet, dass ich einige Schwierigkeiten mit der Sprache haben würde. Aber im Gegenteil – ich bin erstaunt, dass ich den ersten Band bereits nach wenigen Tagen durchgelesen habe. Natürlich liest es sich für mich auf Englisch deutlich langsamer, aber dafür konnte ich die Originalsprache in diesem Fall sehr genießen.

Positiv aufgefallen ist mir, dass das Englisch den wunderschönen Schreibstil von J.K. Rowling um einiges besser hervorhebt. So viele Formulierungen, die auf Deutsch total gewöhnlich klangen, klingen hier einfach so viel besser und professioneller. Dies mag zum einen daran liegen, dass die Übersetzungen den Schreibstil eines Autors immer verfälschen werden, zum anderen aber auch daran, dass Englisch eine viel blumigere Sprache zu sein scheint als Deutsch.

Dadurch, dass ich Harry Potter nun auf Englisch gelesen habe, sind mir beispielsweise auch einige Wortwitze oder Slangs der Charaktere aufgefallen, die bei der Übersetzung schlichtweg verloren gehen. Beispielsweise hätte ich nie gedacht, dass Hagrid so sprechen würde: ‚Yer great puddin‘ of a son don‘ need fattenin‘ any more, Dursley, don‘ worry.‘ (S. 53)

Alles in allem hat „Harry Potter and the Philosopher‘s Stone“ mir erstens Lust auf weitere englische Bücher gemacht und mich ansonsten mit der unschlagbaren Geschichte von Harry, Ron und Hermine zum hundertsten Mal überzeugt.

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1.240 Bibliotheken, 71 Leser, 1 Gruppe, 113 Rezensionen

fantasy, gläsernes schwert, dystopie, victoria aveyard, mare

Gläsernes Schwert

Victoria Aveyard , Birgit Schmitz
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.07.2016
ISBN 9783551583277
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich habe mich ganz lange davor gesträubt, diese Rezension zu fassen, weil es mir schwer fällt in Worte zu fassen, warum mir folgendes Buch nicht gut gefallen hat: Gläsernes Schwert von Victoria Aveyard. Hierbei handelt es sich um den zweiten Band einer Buchreihe.


In letzter Sekunde wurden Mare und Prinz Cal von der Scharlachroten Garde aus der Todesarena gerettet. Die Rebellen hoffen, mit Hilfe der beiden den Kampf gegen die Silber-Herrschaft zu gewinnen. Doch Mare hat eigene Pläne. Gemeinsam mit Cal will sie diejenigen aufspüren, die sind wie sie: Rote mit besonderen Silber-Fähigkeiten. Denn auch der neue König der Silbernen, ihr einstiger Verlobter, hat es auf diese Menschen abgesehen. Aber schnell wird klar, dass er eigentlich nur eins will – und zwar um jeden Preis: Mare.


Als ich Gläsernes Schwert begonnen habe, war es schon fast ein Jahr her, dass ich den ersten Teil der Reihe gelesen hatte. Von daher startete ich in die Geschichte von Mare bereits mit sehr großen Startschwierigkeiten, da ich mich zwar an die grobe Handlung von Band 1 erinnern konnte, jegliche Details aber vergessen hatte. Im Laufe des Buches wurden meine Erinnerungen allerdings wieder etwas aufgefrischt. Positiv vermerken kann ich nämlich, dass die Autorin in diesem Buch das zuvor Geschehene immer mal wieder aufgreift und thematisiert.

Trotzdem konnte ich meine Schwierigkeiten mit Gläsernes Schwert bis zum Schluss des Romans nicht überwinden. Selbst jetzt kann ich mir nur einigermaßen erklären, woran das liegt, denn Teil 1 hatte mir damals sehr gut gefallen!

Grund Nummer 1 für meine Enttäuschung ist, dass dieses Buch unglaublich langatmig geschrieben ist. Es umfasst stolze 570 Seiten, aber meiner Meinung nach hätte man hierbei so einiges kürzen können. Das Lesen dieses Buches hat sich bei mir so sehr hingezogen, sowohl zeitlich als auch inhaltlich. Während ich für dieses Buch bestimmt zwei Wochen zum Lesen gebraucht habe, hat die Autorin aus meiner Sicht mehrere hundert Seiten gebraucht, um die Geschichte erst einmal in Fahrt zu bringen. Der gesamte Roman bringt für mich nicht genug Spannung mit, obwohl die im Buch geschilderten Szenen durchaus großes Potenzial für eine mitreißende Geschichte bieten.

Die Langatmigkeit führe ich für meinen Teil nicht auf einfallslose Ideen der Autorin zurück – im Gegenteil. Gläsernes Schwert bietet mit den neu auftauchenden, verschiedenen Silber-Fähigkeiten der Neublüter eine neue, sehr kreative Idee, die den Fluss der Geschichte eigentlich weiter vorantreiben sollte.

Jedoch hat mich der Schreibstil dieses Buchs konstant daran gehindert, Spannung zu empfinden. Der Schreibstil von Victoria Aveyard hat mir in Gläsernes Schwert leider überhaupt nicht gefallen. Meiner Meinung nach wurden hier sehr stockend Wörter aneinandergereiht, die möglichst poetisch und dramatisch klingen sollen: „Wenn ich ein Schwert bin, bin ich ein Schwert aus Glas, denn ich fühle, wie ich langsam zerbreche.“

Alles in allem wirkt dieser dramatische Schreibstil voller eingebauter Vergleiche, Metaphern etc. auf mich nur noch gestelzt und nicht gekonnt. In einen leichten, lockeren Lesefluss bin ich bei dem zweiten Teil dieser Buchreihe nie geraten. Somit wäre auch geklärt, warum mir persönlich das Buch so langatmig und stockend erschienen ist wie kaum ein anderes.

Um nicht nur negative Kritik an diesem Roman abzulassen: Zum Ende hin habe ich mich doch ein wenig in die Geschichte einlesen können. Dies ist der Grund, warum mich das Ende dann doch noch überzeugen konnte. Die Autorin schließt Teil 2 mit einem heftigen Cliffhanger, der Lust auf Mehr macht und mich vielleicht im Endeffekt davon überzeugen kann, mich an Teil 3 zu versuchen.

Insgesamt haben mir die neuen Ideen von Gläsernes Schwert sehr gut gefallen, die Umsetzung jedoch nicht. Der gezwungene Schreibstil und die damit zusammenhängende Langatmigkeit des Romans haben für mich leider alles kaputt gemacht. Nach dem Cliffhanger zum Schluss hoffe ich, dass es mit Teil 3 dann wieder bergauf geht!

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1.092 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

internat, night school, jugendbuch, liebe, schule

Night School - Du darfst keinem trauen

C. J. Daugherty , Carolin Liepins , Axel Henrici , Peter Klöss
Buch: 464 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.12.2014
ISBN 9783841503213
Genre: Jugendbuch

Rezension:

KURZREZENSION

Inhalt: Wenn nichts ist, wie es scheint - wem kannst du dann noch trauen? Als die fünfzehnjährige Allie wider Willen von ihren Eltern nach CIMMERIA geschickt wird, glaubt sie noch, dass es sich dabei um ein ganz normales Internat mit strengen Regeln und einer altehrwürdigen Tradition handelt. Schnell schließt sie Freundschaft mit der aufmüpfigen Jo und findet in dem attraktiven Mädchenschwarm Sylvain einen charmanten Verehrer. Doch schon bald häufen sich mysteriöse Vorfälle, es fallen rätselhafte Anspielungen auf eine NIGHT SCHOOL und bei einem nächtlichen Ausflug wird Allie sogar von einem Unbekannten angegriffen. Sollte sie den Warnungen des verschlossenen Carter, mit dem sie sich ständig anlegt, etwa doch Glauben schenken und ist seine Sorge um sie berechtigt? Für Allie steht fest, dass sie dem Ganzen auf den Grund gehen muss, denn auch die sympathische Internatsleiterin scheint nicht die Wahrheit zu sagen. Und dann geschieht ein Mord! Mit einem Mal gerät Allie mitten in einen Strudel aus dunklen Geheimnissen und bedrohlichen Machenschaften und weiß nicht mehr, wem sie überhaupt noch trauen kann. Was soll sie tun, jetzt wo ihre ganze Welt ins Wanken gerät?

Meinung: Ich habe dieses Buch schon mehrmals durchgelesen, was einiges heißen muss! Besonders die Idee mit der NIGHT SCHOOL, die die Regierung der ganzen Welt übernehmen wird, gefällt mir sehr. Es ist mal etwas Neues, an Kreativität mangelt es der Autorin nicht. Außerdem finde ich, dass sie sehr viele unterschiedliche Charaktere mit eingebracht hat. Vor allem hat jeder eine bestimmte Macke und es gibt auch untereinander bestimmte Witze. Solche Spielchen machen das Ganze total interessant!
Insgesamt hat mich das Buch sehr gefesselt, besonders am Anfang, da Allie dort noch sehr rebellisch im Hinblick auf die neue Schule reagiert und der Leser so gut in die Welt eingeführt wird!
Allerdings war meiner Meinung nach von Anfang an klar, dass sich zwischen Allie und zwei verschiedenenen Jungs eine Art Dreiecksbeziehung entwickelt. Dies war für mich sehr offensichtlich und hätte man noch geschickter lösen können, da es nun mal nicht mehr die allerneueste Idee ist.
Trotzdem bin ich mehr als begeistert von Night School 1. Es ist einfach eine geniale Idee und man kann sich von der ersten Sekunde an in Allie, die Protagonistin, hineinversetzen.

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870 Bibliotheken, 14 Leser, 3 Gruppen, 41 Rezensionen

night school, internat, jugendbuch, liebe, allie

Night School - Der den Zweifel sät

C. J. Daugherty , Peter Klöss , Axel Henrici
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.09.2015
ISBN 9783841503220
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Gerade eben habe ich „Night School – Der den Zweifel sät“ von C.J. Daugherty beendet. Hierbei handelt es sich um den zweiten Band dieser Night-School-Reihe. Da meine Eindrücke von dem Roman jetzt noch ganz frisch sind, dachte ich, dass ich sofort die Rezension dazu verfasse.


Allie in größter Gefahr: Nach einer atemlosen Verfolgungsjagd durch die düsteren Straßen Londons kehrt Allie zurück ins Internat. Doch hier geht es atemlos weiter, denn nun ist sie vollwertiges Mitglied der geheimnisvollen NIGHT SCHOOL. Gleichzeitig spielen ihre Gefühle für Carter und Sylvain total verrückt. Da erhält sie eines Nachts eine Nachricht von ihrem verschollen geglaubten Bruder. Und ihr wird klar, dass die NIGHT SCHOOL ein sehr dunkles Geheimnis hütet …


Zunächst muss ich sagen, dass ich den zweiten Band dieser Buchreihe nun bereits zum wiederholten Mal gelesen habe. Als ich Night School das erste Mal gelesen habe, war ich vielleicht 13 oder 14 Jahre alt. Allerdings hat mich dies nicht daran gehindert, diese Reihe auch noch mal als Siebzehnjährige aufzugreifen, da Night School meiner Meinung nach zu den eher zeitlosen Jugendbüchern gehört. Das bedeutet, aus meiner Sicht ist die Reihe bzw. speziell Band 2 für eine Dreizehnjährige wahrscheinlich genauso interessant wie für eine Erwachsene.

Allgemein haben mir auch diesmal wieder sehr viele Punkte an diesem zweiten Band sehr gut gefallen. Wichtig für mich ist grundsätzlich erst einmal, dass Allie als Protagonistin mir unheimlich sympathisch ist. Während dem Lesen kann ich mich so gut in sie hineinversetzen. C.J. Daugherty hat Allie eine sehr prägnante, teilweise auch rebellische Persönlichkeit gegeben, sodass ich sie weiterhin einfach mögen musste. Bei mir persönlich ist es so, dass ich diese rebellische, sich quer stellende Ader an Charakteren total liebe. Aus diesem Grund konnte ich Allie auch in diesem Buch weiterhin als meine „Freundin“ betrachten, die all ihre Gedanken, Gefühle und Geheimnisse mit mir teilt.

Desto mehr habe ich mich natürlich gegen das ganze Carter-Sylvain-Drama gesträubt. Schon im ersten Teil der Night-School-Reihe hat mir diese Dreiecksgeschichte zwischen ihnen nicht so ganz behagt. Leider zieht sich dies durch dieses Buch weiterhin strikt durch. Was ich daran nicht mag, ist, dass ich Allies Gefühle manchmal einfach nicht verstehen kann. Von meinem Standpunkt aus trifft Allie Entscheidungen, die mit Carter oder Sylvain zu tun haben, sehr irrational. Aus diesem Grund kann ich das Drama um Carter und Sylvain nur bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen, zumal es in Band 2 leider einen noch größeren Teil des Inhalts einnimmt.

Ein Gutes hat diese nicht sehr originelle Dreiecksbeziehung zwischen den Charakteren dann: Mitunter dadurch wird durchweg für eine hohe Emotionalität im Roman gesorgt. Nicht nur, dass Allie einfach nicht weiß, wohin mit ihrem Liebeschaos – auch die dunkle Verschwörung gegen die Night School sorgt bei Allie für Angst, Wut, Schmerz etc. … Aus meiner Sicht spricht Night School 2 weiterhin ein großes Spektrum an verschiedenen Emotionen und Themen an, sodass die Bücher sich für jedermann eignen. Ich glaube, selbst mein Bruder war von der Buchreihe angetan, aus dem Grunde, da sie neben dem bereits Angesprochenen auch viel Action und Abenteuer enthält. Für mich stellt die Night-School-Reihe mit Band 2 daher eine der vielseitigsten Reihen dar.

Ein weiterer Punkt, der mich dann doch wieder sehr positiv an diesem Buch überrascht hat, ist, dass der Roman in vielerlei Hinsicht unvorhersehbar bleibt. So kommt es in „Der den Zweifel sät“ zu einem Schluss, den ich nie erwartet hätte, der die puren Emotionen in mir auslöst und der mich sofort zum nächsten Teil greifen lässt. Gleichzeitig lässt die Autorin noch genug Spekulationsraum für die kommenden Fortsetzungen, was ich persönlich bei längeren Buchreihen sehr, sehr wichtig finde.

Zusammengefasst begeistert mich „Night School – Der den Zweifel sät“ auch jetzt – Jahre später – immer noch sehr. Ich bin froh, die Buchreihe wieder ausgekramt zu haben und erneut in die wundervolle, mysteriöse Akademie und Allies Welt abtauchen zu können.

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164 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

hexen, magie, fantasy, engelsfors, schweden

Feuer

Sara B. Elfgren , Mats Strandberg , null , Friederike Buchinger
Buch: 736 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.11.2014
ISBN 9783841502780
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem ich vom Joggen zurück bin, geduscht habe und mich endlich wieder wie ein normaler Mensch fühle, möchte ich nun gerne „Feuer“ rezensieren. Dabei handelt es sich um den zweiten Teil der Engelsfors-Trilogie von Sara B. Elfgren und Mats Strandberg.


Das Böse schwelt in Engelsfors, diesem tristen schwedischen Provinznest, und es wird immer stärker. Es zieht die Stadt in seinen Bann. Greift so bedrohlich schnell um sich wie ein Flächenbrand. Und seit die Auserwählten wissen, dass sie dagegen kämpfen müssen, ist ihr Leben nicht gerade einfacher geworden. Im Gegenteil. Eigentlich ist alles noch viel schlimmer als vorher. Langsam beginnen die Mädchen zu begreifen, wie mächtig und wie gnadenlos ihr Gegner wirklich ist. Was er anrichten kann. Dass nicht nur ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht, sondern viel mehr. Aber haben sie überhaupt die geringste Chance, das Böse zu stoppen? Schließlich sind sie nur noch zu fünft und keiner steht ihnen bei. Obendrein hat auch der Rat es auf die Mädchen abgesehen. Der Rat, der sie eigentlich beschützen sollte, dem aber Kontrolle und Macht alles bedeuten. Und ihm ist jedes Mittel recht, um beides zu behalten. Nur wenn die Auserwählten ihre Geheimnisse endlich teilen und einander bedingungslos vertrauen, können sie all das vielleicht überstehen. Nur dann lässt sich die dunkle Bedrohung vielleicht noch abwenden. Die Zeit drängt.


Nach dem grandiosen Auftakt der Engelsfors-Trilogie hatte ich so meine Zweifel, inwiefern „Feuer“ an „Zirkel“ heranreichen würde. Allerdings hätte ich mir keine Sorgen machen müssen, denn auch dieses Buch hat mir beim Lesen quasi den Atem verschlagen. Grundsätzlich war ich schon nach den ersten paar Seiten wieder total in der Engelfors-Atmosphäre drinnen. Die Autoren schaffen erneut eine so krasse Stimmung, die mich immer und immer wieder richtig packt, als wäre ich selbst eine von den fünf Mädchen. Meiner Meinung nach wird eine Spannung in dem ganzen Roman kreiert, die sich wie die elektrisierende Luft kurz vor einem Gewitter beschreiben lässt. Es entsteht also gewissermaßen eine so besondere Atmosphäre, in die man sich einfach nur fallen lassen kann, da man weiß, dass Abenteuer auf einen warten.

Abgesehen von dieser magischen Engelsfors-Stimmung – ich als Leser konnte die Magie an diesem Ort total gut spüren – haben mich weitere Punkte sehr von „Feuer“ überzeugt. Obwohl es sich bei diesem Roman bereits um den zweiten Teil einer Trilogie handelt, fällt dieser aus meiner Sicht besonders bezüglich der Handlungen nicht neben dem ersten ab. Dies stellt oftmals ein Problem bei Trilogien dar, welches Elfgren und Strandberg aber geschickt umgehen. In „Feuer“ wird eine ganz neue Handlungsidee entwickelt und mit der Grundproblematik der bald angreifenden Dämonen verknüpft. Ich möchte an dieser Stelle nichts von „Positives Engelsfors“ und was damit zusammenhängt vorwegnehmen, kann aber versichern, dass auch diese Idee mich rasend gemacht hat, mir die Finger beim Lesen juckten und ich wie immer mitfiebern musste, was genau nun dahintersteckt.

Generell hat mir alles, was ich an Band 1 so überzeugend fand, auch in „Feuer“ sehr gefallen, darunter die vielschichtigen Charaktere, die man so in keinem anderen Buch findet, der überaus besondere Schreibstil, der das Buch einzigartig macht, die facettenreichen Emotionen, die der Roman heraufbeschwört. Auch diesmal hat die Erzählung durch die verschiedenen Sichtwechsel der Mädchen an Schwung gewonnen. Aber noch viel mehr habe ich dadurch gemerkt, welche Charakterwandlung jede einzelne von ihnen in diesem Part der Geschichte durchläuft. Besonders Ida verändert sich in der Zeit extrem von einem zickigen Mobbermädchen zu einer jungen Frau, bei der man merkt, dass sie auch Gefühle hat! Insgesamt wächst der Zirkel, also der Zusammenhalt der Fünf, stark in diesem Buch. Das Lesen macht einfach Spaß, weil u.a. dadurch so viele Emotionen vermittelt werden wie Liebe, Freundschaft, Leidenschaft, die Gewissheit, sich aufeinander verlassen zu können etc.

Schlussendlich schließen die Autoren „Feuer“ mit einem alles übertreffenden Ende ab, welches ich so niemals erwartet hätte. Gleichzeitig lässt dies noch viel Spielraum und Wunsch auf Mehr zu.

Alles in allem kann ich euch den zweiten Teil der Engelsfors-Trilogie nur ans Herz legen. Meiner Meinung nach bekommen diese Bücher viel zu wenig Aufmerksamkeit für die Qualität, die sie zu bieten haben.

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fantasy, jennifer estep, frostfluch, mythos academy, götter

Mythos Academy - Frostfluch

Jennifer Estep , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.07.2015
ISBN 9783492280327
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem ich die Mythos Academy Reihe von Jennifer Estep für mich entdeckt hatte, musste ich mir natürlich auch Band 2 aus der Bücherhalle ausleihen. „Frostfluch“ werde ich nun endlich für euch rezensieren.


Gwen Frost lebt. Noch. Denn die Schnitter des Chaos haben es auf sie abgesehen. Und deshalb muss Gwen an der Mythos Academy kämpfen lernen. Ihr Lehrer: der attraktive Logan Quinn, in den Gwen heimlich verliebt ist. Die Komplikationen sind allerdings vorprogrammiert, denn der Spartaner hat ihr bereits zu Anfang des Schuljahres das Herz gebrochen. Ein Skiausflug bietet ihr endlich die willkommene Abwechslung vom harten Training - dort lernt sie den umwerfenden Preston kennen. Bald wird jedoch klar, dass Gwen ganz andere Sorgen hat: Die Feinde der Mythos Academy sind ihr auch außerhalb des Campus auf den Fersen und setzen alles daran, Gwen zu töten. Und zu allem Überfluss scheint auch Preston nicht der zu sein, für den sie ihn hält …


Wie auch schon den ersten Band, habe ich „Frostfluch“ sehr schnell durchgelesen. Man könnte schon fast sagen, ich habe das Buch verschlungen, weil ich verhältnismäßig so schnell damit durch war. Dies liegt vor allem daran, dass sich der Schreibstil von Jennifer Estep in diesen Büchern jedenfalls sehr leicht und jugendlich locker lesen lässt. Die Autorin besitzt einfach eine ganz eigene, besonders humorvolle Art, die Geschehnisse im Buch zu berichten. Trotzdem schafft das Buch es, dass tiefgreifendere Gefühle sowie die Spannung die ganze Zeit nicht zu kurz kommen. Gerade diesen Punkt habe ich auch bereits in meiner Rezension zu dem Auftakt dieser Buchreihe in den höchsten Tönen gelobt – geändert hat sich an meiner Begeisterung dies betreffend nichts!

Dem Leser wird ein sehr guter Einstieg in Gwens Leben gewährt, obwohl zeitlich eine Lücke zwischen Band 1 und Band 2 liegt. Löblich ist daran, dass zu Beginn dieses Buchs noch einmal eine kleine Zusammenfassung über die vergangenen Handlungen gegeben wird. Daher fiel mir der Einstieg in die Geschichte auch diesmal sehr leicht. Grundsätzlich hat mir diese kleine Wiederholung der Handlungsstränge gut gefallen. Allerdings ist mir im Verlauf des Romans vermehrt aufgefallen, dass es zu diesen Wiederholungen kommt. Nach z.B. 200 Seiten sollte es eigentlich nicht mehr nötig sein, erneut zu wiederholen, welche magische Gabe Gwen besitzt etc. Die Autorin tut dies jedoch immer und immer wieder, wobei es wirklich so wirkt, als würde sie ganze Textpassagen aus Band 1 in „Frostfluch“ hineinkopieren. Auf die Dauer kann dies etwas nerven; mir gefällt Gwens Geschichte allerdings so gut, dass ich darüber hinwegsehen kann.

In „Frostfluch“ spielt ein Großteil der Handlung auf dem im Klappentext erwähnten Skiausflug statt. Meiner Meinung nach ist dies ein genialer Schachzug der Autorin, da die Geschichte durch den neuen Handlungsort nicht langweilig wird und sich so von Band 1 unterscheidet. Nichtsdestotrotz konnte sich auch diesmal das typische Gefühl in mir ausbreiten, das mich immer überkommt, wenn ich zu der Mythos Academy Reihe greife: Ein geheimnisvolles, mythisches Gefühl, ein Kribbeln im Bauch, weil mich diese Academy so verzaubern kann.

Abgesehen davon freut es mich sehr, dass Gwens und Logans angespanntes Verhältnis in diesem Band weiterhin vertieft und thematisiert wird. Besonders die beschriebenen Emotionen, die Gwen im Bezug auf Logan fühlt, haben mich mitgerissen. Erwähnenswert im positiven Sinne finde ich ebenfalls die beneidenswerte Freundschaft, die sich zwischen Gwen und Daphe entwickelt. Insgesamt geht „Frostfluch“ endlich viel mehr in die Tiefe als es noch bei Band 1 war. Ich hatte im Bezug auf die Handlung auch das Gefühl, das Abenteuer würde nun endlich losgehen, wohingegen der Leser in Band 1 erst einmal auf all das Folgende vorbereitet wurde.

Alles in allem hat sich meine Meinung bezüglich der Mythos Academy Reihe nicht geändert. „Frostfluch“ hat mir ebenso gut gefallen wie „Frostkuss“ und ich freue mich definitiv auf die weiteren Bände. Klammert man die ständigen Wiederholungen einmal aus, habe ich an „Frostfluch“ rein gar nichts zu kritisieren und kann diese sagenhafte Reihe jedem Buchliebhaber weiterempfehlen.

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computerspiel, jugendbuch, thriller, erebos, sucht

Erebos

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 485 Seiten
Erschienen bei Loewe, 06.06.2011
ISBN 9783785573617
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mit Sophie zusammen habe ich im April „Erebos“ von Ursula Poznanski gelesen. Das Jugendbuch ist bereits 2010 erschienen und meiner Meinung ein unglaublich grandioser Roman.


In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht - Erebos. Wer es startet, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Regeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und wer gegen die Regeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann Erebos auch nicht mehr starten. Erebos lässt Fiktion und Wirklichkeit auf irritierende Weise verschwimmen: Die Aufgaben, die das Spiel stellt, müssen in der realen Welt ausgeführt werden. Auch Nick ist süchtig nach Erebos - bis es ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen.


Zuvor hatte ich lediglich eine Trilogie von Ursula Poznanski gelesen und noch keinen Einzelband. Wie ich aber aufgrund der hervorragenden Trilogie auch erwartet habe, hat mich Erebos schlichtweg umgehauen. Es gibt so viel Positives über dieses Buch zu berichten, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.

„Erebos“ ist aus der Sicht von Nick erzählt, einem Jungen. Ich finde allein diesen Fakt bereits lobenswert, da sich das Jugendbuch dadurch von allen mädchenhaften Büchern abhebt und für ein großes Spektrum unserer Gesellschaft ansprechend ist. Noch dazu würde ich sagen, dass es sich nicht nur für Jugendliche lohnt, dieses Buch zu lesen. „Erebos“ thematisiert mit dem Suchtfaktor des Spiels ein Problem der heutigen Zeit. Aus diesem Grund ist es interessant für Personen allen Alters.

Der Klappentext verrät es schon: Nick fängt wie alle anderen an, Erebos zu spielen, und gerät dabei schnell in eine Art Sucht hinein. Das Spiel beschränkt sich dabei aber nicht nur auf Fiktion, sondern greift auch auf die Realität über. Dieser Punkt ist es, der das Spiel und die fortlaufende Geschichte so faszinierend machen. Einerseits habe ich mich beim Lesen gefragt, wie das Spiel so menschlich agieren kann und wie die Charaktere auf die dunklen Machenschaften reinfallen können. Andererseits habe ich sehr wohl selbst gemerkt, wie Erebos mich ebenfalls in die Fänge gezogen hat. Durch die Sicht von Nick erfährt der Leser hautnah, wie es ist, Erebos zu spielen und als seine Spielfigur lauter Abenteuer zu erleben. Nicht nur, dass diese Erzählungen wahnsinnig interessant geschrieben sind; auch mich hat Erebos ein Stück weit süchtig gemacht nach dem Austausch mit den anderen Spielern etc. Wahrscheinlich liegt die Faszination bei Erebos darin, dass der Leser ganz genau weiß, dass etwas Falsches vor sich geht, sich dem aber auch nicht entziehen kann. Das Buch zeigt einem, was in der heutigen Zeit alles möglich sein und in welche problematische Richtung dies ausufern kann bzw. könnte.

Als Nick realisiert, dass das Spiel ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen, wird er sich der Tragweite bewusst. Spätestens ab dort habe ich mich dauerhaft gefragt, „warum“, „wie“, „wer“. „Warum passiert das alles und was steckt dahinter?“ Ohne zu viel verraten zu wollen: Ich persönlich wäre niemals auf diese geniale, überaus trickreiche und vollkommen unerwartete Auflösung gekommen. Wenn ich im Nachhinein auf das Buch zurückblicke, hat es natürlich hier und da klitzekleine Hinweise gegeben, die der Leser in diesem Moment aber unmöglich hätte deuten können. Ich kann es immer noch nicht fassen, wie exzellent Ursula Poznanski all das eingefädelt hat. Das Buch bleibt spannend bis zum letzten Augenblick.

Insgesamt ist „Erebos“ ein Roman mit einer fantastischen Idee dahinter und einer noch besseren Umsetzung. Ich habe wirklich nichts daran zu kritisieren. So langsam mausert sich Ursula Poznanski u.a. mit diesem Buch zu einer meiner Lieblingsautoren – noch ein Grund mehr, warum ich all ihre anderen Bücher auch noch lesen möchte.

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liebe, jugendbuch, liebesroman, suche, paris

Und ein ganzes Jahr

Gayle Forman , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 22.03.2016
ISBN 9783841421074
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nach „Nur ein Tag“ habe ich mich sehr darauf gefreut, auch „Und ein ganzes Jahr“ zu lesen, weil ich mehr von Willem lesen wollte. Es handelt sich hierbei um den zweiten Band einer Liebesgeschichte von Gayle Forman.


Wenn du einem Menschen begegnet bist, der dein Herz geöffnet hat, wirst du alles dafür tun, ihn wiederzufinden. Aber was, wenn du nicht einmal weißt, wie sie wirklich heißt … Als Willem die Augen öffnet, weiß er nicht, wo er gerade ist – Prag, Dubrovnik oder zurück in Amsterdam. Alles, was er weiß, ist, dass er wieder alleine ist und dass er ein Mädchen finden muss, das sich Lulu nennt. Der Tag, den er mit ihr in Paris verbracht hat, hat sein Leben verändert. Er ist sich sicher, dass sie zusammengehören. Willem bereist die ganze Welt, von Mexico bis nach Indien, in der Hoffnung, sie wieder zu treffen. Aber als die Monate vergehen, beginnt er doch an der Macht des Schicksals zu zweifeln …


Im Vergleich zu „Nur ein Tag“ hat mir dieses Buch leider nicht so sehr zugesagt. Die wesentlichen Aspekte, welche mir an Band 1 gefallen haben wie z.b. Allisons Charakter, haben in diesem Buch gefehlt, weshalb ich alles in allem eher enttäuscht wurde.

Der Einstieg in das Buch fiel mir persönlich sehr schwer, da man direkt in das Geschehen hineingeworfen wurde, ich mich aber nicht mehr richtig an das Ende von dem ersten Teil erinnern konnte. Noch dazu ist dieser Roman nun ja aus der Sicht von Willem geschrieben, weshalb mir die Umstellung zusätzlich erschwert wurde.

Vor dem Lesen war mein Interesse in Einblicke in Willems Leben definitiv sehr groß, da bislang ein großes Mysterium um seine Figur gemacht wurde. Kennengelernt haben wir ihn bisher als einen sehr charmanten, charismatischen jungen Mann, der sein Leben in vollen Zügen genießt und oft auf Reisen ist. Leider wurde dieses Bild durch Band 2 nun in vielerlei Hinsichten überprägt, da Willem einem meiner Meinung nach hier gar nicht mehr so durchweg positiv erscheint.

Ich hätte gedacht, dass sich das Buch vorwiegend darum dreht, wie sehr Willem nach Lulu sucht, wie er ihr auf die Spur kommt und sie anschließend findet. Tatsächlich nimmt diese Suche nach Lulu in der Geschichte aber eine sehr untergeordnete Stellung ein bis auf wenige Aktionen aus der Verzweiflung heraus. Mehrere Male wirkt es sogar, als habe Willem Lulus Existenz komplett aufgegeben und würde sie sogar vergessen wollen. Dies hat mich total enttäuscht, weil die Suche nach Lulu für mich der Grund war, warum ich das Buch lesen wollte. Stattdessen wird der Fokus tatsächlich auf Willems zerrüttete Familie, seine Freunde, seine Probleme und seine Versuche, wieder Fuß in der Welt zu fassen gelegt. Beispielsweise erfährt der Leser nun, dass sein Vater verstorben ist und seine Mutter seitdem wieder in Indien lebt. Die Ausführungen über sein distanziertes Familienverhältnis waren zwar in Ordnung, um seine Reisen zu erklären, haben für die Spannung der Geschichte jedoch nicht wirklich etwas beigetragen. Im Gegenteil, meist entstanden so ganze Passagen, die mich gelangweilt haben.

Mit der Thematisierung seiner Probleme geht ebenfalls einher, dass der Mythos rund um Willem allmählich verfliegt. Wie oben schon geschrieben, kommt seine Person in diesem Teil nicht mehr ganz so gut weg wie im ersten Teil. Es wirkt fast so, als würde die Wirkung des magischen Tages mit Lulu nach und nach verfliegen. Zurück bleibt nur ein ständig schlecht gelaunter, mürrischer Willem, der nichts mit seinem früheren strahlenden Ich zu tun hat. Zum Beispiel unternimmt Willem in Band 1 so viele Reisen, wohingegen er in diesem Teil fast motivationslos erscheint und nur noch wenig herumreist bzw. nach Lulu sucht. So gesehen hat es für mich einfach keinen Spaß gemacht, das Buch zu lesen, da sein Charakter permanent Hoffnungslosigkeit versprüht hat und die Sehnsucht nach Lulu in der Geschichte kaum spürbar ist.

Gegen Ende kommen dann endlich die gewünschten Emotionen zu Wort, als Willem erfährt, dass Lulu nach ihm zu suchen scheint. Das ersehnte Happy End ist von meiner Seite aus aber ungenügend, da es insgesamt nur ein paar Seiten umfasst und sehr schnell mit dem Ende des Romans über den Tisch ist. Aus diesem Grund habe ich das kostenlose Zusatzmaterial als eBook ebenfalls gelesen, um endlich positiv mit der Geschichte abschließen zu können.

Alles in allem diente „Und ein ganzes Jahr“ dem netten Grund, Willem weiter kennenzulernen. Das Buch hat meiner Meinung nach den tollen Eindruck von ihm eher kaputtgemacht. Ohne diesen zweiten Band, nur mit dem Zusatzmaterial, wäre der Abschluss der Geschichte ausreichend gewesen.

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fantasy, jennifer estep, frostkuss, mythos academy, götter

Mythos Academy - Frostkuss

Jennifer Estep , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 11.05.2015
ISBN 9783492280310
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kürzlich habe ich die Mythos-Academy-Reihe für mich entdeckt und rezensiere daher heute den ersten Band namens „Frostkuss“ für euch. Inzwischen bin ich in einem richtigen „Jennifer-Estep-Fieber“ - die Autorin ist einfach grandios!


Sie sind die Nachkommen sagenhafter Kämpfer wie Spartaner, Amazonen oder Walküren und verfügen über magische Kräfte. Auf der Mythos Academy lernen sie, ihre Fähigkeiten richtig einzusetzen. Gwen Frost besitzt ein einzigartiges Talent: die »Gypsy-Gabe«. Eine einzige Berührung reicht aus, um alles über einen Gegenstand oder einen Menschen zu wissen. Doch dabei spürt Gwen nicht nur die guten Gefühle, sondern auch die schlechten und die gefährlichen. Auf der Mythos Academy soll sie lernen, mit ihrer Gabe sinnvoll umzugehen. Aber die mythische Welt steht vor einer tödlichen Bedrohung, und Gwen befindet sich plötzlich im Zentrum eines großen Krieges.


Wie dem Klappentext entnommen werden kann, handelt es sich bei Mythos Academy um eine Fantasy-Reihe. Bei dem Reihenauftakt war ich anfangs ein wenig skeptisch, ob mir die Welt voller Spartaner, Walküren etc. nicht doch ein bisschen zu viel Fantasy beinhaltet.

„Frostkuss“ hat mich allerdings in jeder Hinsicht positiv beeindruckt. Zunächst ähnelt die Hauptperson Gwen mir in manchen Dingen. Grundsätzlich war sie mir unglaublich sympathisch, da sie der Mythos Academy anfangs ebenfalls sehr skeptisch entgegentritt. Dadurch, dass sie vorher noch nicht in Kontakt mit der mythischen Welt getreten ist, wird der Leser sehr angenehm in alles Neue eingeführt.

Bezüglich ihres Charakters kann ich nur sagen, dass dieser wirklich ausschlaggebend dafür ist, warum ich diese Fantasyreihe inzwischen so liebe. Gwen ist keineswegs abgehoben oder nutzt ihre magische Gabe für egoistische Zwecke aus – wie man vielleicht denken könnte. Besonders ihre witzige Art, die Dinge in jeder erdenklichen Situation mit Humor zu nehmen, hat mir schon des Öfteren ein Schmunzeln aufs Gesicht gezaubert. Man kann sagen, dass Gwen ein sehr facettenreicher Mensch und sehr ausgeprägter Persönlichkeit ist. Aber auch weitere Nebenfiguren wie Logan, Morgan oder Daphne sind meiner Meinung nach sehr detailliert ausgearbeitet.

Das Buch sprüht voller jugendlichem Charme, Witz, Freude und Unbekümmertheit. Dabei wird aber trotzdem nicht die andere Fassade der Emotionen ausgelassen. Oft wird auch Gwens ernste Seite thematisiert. Gerade dadurch, dass die „mythische Welt vor einer tödlichen Bedrohung [steht]“ (s. Klappentext), ist eben nicht alles immer ausschließlich fröhlich, sondern es kommen genauso gut Gefühle wie Trauer, Wut, Verzweiflung oder Todesangst zum Ausdruck. Diese Bandbreite an Emotionen macht „Frostkuss“ sehr abwechslungsreich.

Trotzdem verliert der Schreibstil der Autorin nie an Pep, was mir sehr gut gefällt. Es kommt so vor allem Gwens Charakter gut zum Ausdruck. Die Seiten fliegen nur so dahin, da sich der Schreibstil flüssig, locker und leicht lesen lässt. Insofern wird man sofort in die Welt der Mythos Academy hineingezogen. Als Kritikpunkt ist mir aufgefallen, dass Jennifer Estep sich manchmal in Wiederholungen verheddert. Beispielsweise wird im Verlauf der Geschichte mehrmals die Gypsy-Gabe beschrieben, obwohl der Leser bestimmt auch mit einer einmaligen Erklärung ausgekommen wäre. Richtig gestört hat mich dies allerdings nicht.

Im Laufe des Buchs muss Gwen lernen, sich in die mythische Welt einzufügen und ihren Platz an der Academy zu finden. Durch ihre Gypsy-Gabe unterscheidet sie sich von all den anderen Schülern dort, wodurch sie einerseits als Hauptperson in den Vordergrund rückt, aber andererseits die typische Rolle des Außenseiters durchlaufen muss. Ihre Andersartigkeit hat mich durchweg fasziniert, aber noch viel erwähnenswerter ist die Verwandlung, die Gwen durchläuft. Die Gefahren der mythischen Welt etc. verändern Gwen, sodass sie am Ende tatsächlich sehr viel selbstbewusster ist und ihren Platz an der Akademie allmählich zu finden scheint.

Insgesamt lässt sich von meiner Seite nicht viel Negatives über „Frostkuss“ und damit den Start in die Mythos-Academy-Reihe berichten. Ich liebe dieses mythische Gefühl, das mich überkommt, wenn ich zu diesen Büchern greife. Wie man anhand der Rezension wahrscheinlich sieht, freue ich mich auf viele weitere Bücher von Jennifer Estep.

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frigid, liebe, new adult, jennifer l. armentrout, schnee

Frigid

J. Lynn , Jennifer L. Armentrout , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.11.2016
ISBN 9783492309851
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Letzten Monat habe ich „Frigid“ von Jennifer L. Armentrout gelesen. Warum mir der erste Band dieser Reihe nicht so gut gefallen hat wie all ihre anderen Bücher, erfahrt ihr jetzt.


Sydney und Kyler sind so unterschiedlich wie Feuer und Eis. Während Kyler eine Frau nach der anderen abschleppt, geht Sydney lieber mit einem guten Buch ins Bett. Trotzdem sind sie seit Kindertagen beste Freunde. Doch als sie bei einem Skiurlaub von einem Schneesturm überrascht werden und in einer abgelegenen Skihütte übernachten müssen, werden alte, stets verdrängte Gefühle neu entfacht. Kann ihre Freundschaft diese Nacht überstehen? Und viel wichtiger: Werden sie die Nacht überstehen? Denn während sich die beiden einander vorsichtig nähern, hat es jemand auf ihr Leben abgesehen…


Normalerweise lässt allein schon der Name der Autorin mein Herz höher schlagen, weil ich ein großer Fan der Obsidian-Reihe bin. „Frigid“, ein Buch aus einem anderen Genre, wollte ich daher natürlich auch lesen.

Während mir Obsidian in allen Punkten immer total gefallen hat, wurde ich bei Frigid bitter enttäuscht. Zunächst muss ich anmerken, dass dieses Buch voller Klischees steckt. Das macht alles leider sehr vorhersehbar, wie so oft bei solchen Liebesgeschichten, und es war mir nach nur wenigen Kapiteln klar, wie das Ganze enden würde.

Das erste Klischee lässt sich im Hinblick auf die Hauptperson Sydney und Kyler finden. Beide wurden mir im Laufe des Buchs zwar ganz sympathisch, lassen sich aber in dieser Form in jeder x-beliebigen Liebesgeschichte wiederfinden. Sydney stellt hierbei das naive, etwas gutgläubige und ängstliche Mädchen von nebenan dar, macht sich viel zu viele Gedanken und analysiert jede Situation zu Tode. Wie so immer verliebt sich diese ausgerechnet in ihren besten Freund Kyler, der ein echter „Bad-Boy“ ist, d.h. mehr Zeit im Bett mit anderen Frauen verbringt als mit ihr. Hierzu muss meiner Meinung nach nicht mehr viel gesagt werden: Die Charaktere könnten nicht niveauloser, flacher und klischeehafter sein. Dies ist auch der Grund, warum ich währenddessen fast nie richtigen Bezug zu den Hauptpersonen aufbauen konnte.

Insgesamt war ich vom Klappentext her sehr neugierig auf diesen Reihenauftakt. Mir gefällt die Idee noch immer sehr gut, dass die zwei Hauptpersonen in einer Skihütte eingeschneit und dort bedroht werden. Aus meiner Sicht lässt dieser Plot Raum für viel Spannung, Action und Emotionalität. Leider wurde die Idee wiederum nicht so umgesetzt, wie ich es mir gewünscht hätte, da das Augenmerk in diesem Roman eher auf der Liebelei zwischen Sydney und Kyler liegt anstatt auf der Bedrohung von außerhalb. Für meinen Geschmack gab es daher mal wieder viel zu viele niveaulose Erotikszenen – an sich nichts Schlimmes, aber durch die übertriebene Beschreibung mit vulgärer Wortwahl wird dem Ganzen einfach das Schöne genommen.

Wie oben bereits angedeutet, thematisiert „Frigid“ fast ausschließlich die Gefühle zwischen Sydney und Kyler, verliert aber auch dabei etwas an Tiefgang. Echte Emotionen haben diese Passagen nicht in mir hervorgerufen. Dabei hangelt sich die Geschichte an einer Szene zur nächsten entlang; es entstehen oftmals ganze spannungslose Abschnitte.

Der Schreibstil von Jennifer L. Armentrout ließ sich auch in diesem Buch wieder recht angenehm lesen wie man es bereits aus der Obsidian-Reihe kennt. Hierbei fehlte mir allerdings auch wieder Herz und Tiefgang in der Wortwahl, besonders in den oben angesprochenen Erotikszenen.

Zusammengefasst lassen sich meiner Meinung nach mehrere Kritikpunkte bei „Frigid“ aufzählen. Die Grundidee und der Verlauf der Geschichte waren dennoch ganz angenehm für zwischendurch. Es handelt sich schlichtweg um eine recht nette Liebesgeschichte, die aber auf keinen Fall Potenzial für mehr als eine „Zwischendurch-Lektüre“ mitbringt.

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colleen hoover, liebe, nächstes jahr am selben tag, dtv, unfall

Nächstes Jahr am selben Tag

Colleen Hoover , Katarina Ganslandt
Flexibler Einband: 376 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.03.2017
ISBN 9783423740258
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Vor einer ganzen Weile habe ich „Nächstes Jahr am selben Tag“ von Colleen Hoover gelesen. Der Liebesroman ist dieses Jahr neu erschienen und hat mich vom Klappentext her sofort angesprochen.


Ausgerechnet am Abend, bevor sie von Los Angeles nach New York zieht, lernen sie sich kennen: die 18-jährige Fallon, Tochter eines bekannten Filmschauspielers, und der gleichaltrige Ben, der davon träumt, Schriftsteller zu werden. Beide verlieben sich auf den ersten Blick ineinander und verbringen die Stunden vor dem Abflug zusammen. Doch wie soll es weitergehen? Wollen sie sich wirklich auf eine Fernbeziehung einlassen und ihren Alltag nur halbherzig leben? Um das zu verhindern, beschließen die beiden, sich die nächsten fünf Jahre jedes Jahr am selben Novembertag zu treffen, dazwischen jedoch auf jeglichen Kontakt zu verzichten. Und wer weiß, vielleicht, so die Hoffnung, klappt es am Ende der fünf Jahre ja mit einem Happyend. Doch fünf Jahre sind eine lange Zeit - und so kommt ihnen trotz aller intensiven Gefühle, die bei jedem Treffen der beiden hochkochen, ganz einfach das Leben dazwischen…


Wer mich etwas kennt, weiß, dass ich tatsächlich alle Colleen-Hoover-Bücher liebe, die ich je gelesen habe. Aus diesem Grund ist es nicht wirklich eine große Überraschung, dass ich auch von „Nächstes Jahr am selben Tag“ absolut begeistert gewesen bin.

Zunächst muss ich die Idee herzlich loben, auf der dieser Roman basiert. Meiner Meinung nach ist es ein genialer roter Faden, dass der Leser die Geschichte nur durch einen einzigen Tag über fünf Jahre hinweg erzählt bekommt. Da sich die Geschichte über einen so langen Zeitraum zieht, haben die Charaktere viel Spielraum, um so viele Emotionen wie nötig aufzustauen, dass sie sich an dem 9. November immer wieder entladen können. Es ist daher – wie man es von Colleen Hoover kennt – zu vielen emotionalen „Oooooh“- und „Aaaaah“-Momenten mit Schmetterlingen im Bauch, Herzschmerz und Dramatik gekommen. Es muss von meiner Seite aber angemerkt werden, dass diese Szenen in keiner Weise kitschig oder klischeehaft geworden sind. Im Gegenteil, die meiste Zeit über wird die Liebesgeschichte von Ben und Fallon mit einer ernsthaften Nachdenklichkeit beschrieben, die dem Ganzen das Stereotypische nimmt. Ein Satz, der mich beispielsweise sehr zum Nachdenken angeregt hat, war: „Solange man in einem anderen Menschen verloren ist, wird man sich selbst niemals finden.“ (S.51)

Beide Charaktere haben mich auf Anhieb mit ihrer Art begeistern können. Besonders von Fallon geht eine faszinierende Verletzlichkeit aus, durch den schweren Schicksalsschlag in ihrem Leben. Ihr dabei zuzuschauen, wie sie nun mit alldem umgeht, hat mich sehr berührt. Im Nachhinein hat mich Ben total überrascht. Sein Leben wurde ebenso vom Schicksal gezeichnet, auch wenn dies eher versteckt zum Vorschein kommt, und es freut mich, wie Ben und Fallon sich im Laufe der fünf Jahre weiterentwickeln.

Gerade wegen dieser Weiterentwicklung hätte ich an mancher Stelle gedacht, dass dieser Umweg nicht sein müsste. Das, was mich jedes Mal an den Büchern von Colleen Hoover stört, ist die Berechenbarkeit, weil all ihre Bücher vom Grundaufbau gleich sind: Ein Liebespaar, das nicht zusammenkommen kann, muss deshalb durch Höhen und Tiefen gehen. So funktionieren nun mal Liebesgeschichten, aber bei Colleen Hoover ist mir dieser gleiche Aufbau von Buch zu Buch extrem aufgefallen. Ich hätte mir gewünscht, dass ich in „Nächstes Jahr am selben Tag“ hingegen mal überrascht worden wäre. Stattdessen wählt Colleen Hoover den Umweg und lässt die Hauptpersonen fünf Jahre zweifeln, obwohl sie von der charakterlichen Weiterentwicklung schon längst so weit gewesen wären, zusammenzukommen.

Nichtsdestotrotz hat mich „Nächstes Jahr am selben Tag“ emotional sehr mitgerissen. In diesem Buch stecken pure, wahrhaftige Gefühle und das unfaire Schicksal, das Ben und Fallon immer wieder auseinandertreibt, hat mir des Öfteren Tränen in die Augen getrieben.

Alles in allem bleibt sich Colleen Hoover bei diesem Roman treu und beschert uns damit ein wahres Gefühlsabenteuer. Ich bin froh, das Schicksal von Ben und Fallon kennengelernt und das Buch Zuhause zu haben.

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dystopie, flawed, cecelia ahern, fehlerhaft, jugendbuch

Flawed – Wie perfekt willst du sein?

Cecelia Ahern , Anna Julia Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 29.09.2016
ISBN 9783841422354
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem ich diese Rezension ewig vor mir hergeschoben habe, rezensiere ich nun „Flawed – Wie perfekt willst du sein?“ für euch. Der Roman von Cecelia Ahern ist der erste Band einer Reihe und die dystopische Inhaltsangabe hat mich damals sofort angesprochen.


Celestines Leben scheint perfekt: Sie ist schön, bei allen beliebt und hat einen unglaublich süßen Freund.Doch dann handelt sie in einem entscheidenden Moment aus dem Bauch heraus. Und bricht damit alle Regeln. Sie könnte im Gefängnis landen oder gebrandmarkt werden – verurteilt als Fehlerhafte. Denn Fehler sind in ihrer Welt nicht erlaubt. Nichts geht über die Perfektion. Auch nicht die Menschlichkeit. Jetzt muss sie kämpfen – um ihre eigene Zukunft und um ihre große Liebe.


Celestine lebt – wie dem Klappentext entnommen werden kann – in einer Welt, die die Perfektion vergöttert und der unseren damit gar nicht so unähnlich ist. Regeln bestimmen, wie man zu sein hat, um dem Perfekten gerecht zu werden, und Regelübertreter werden sofort verurteilt und gebrandmarkt. Mit dem Start in die Geschichte hatte ich so meine Schwierigkeiten, weil Celestine zu Anfang die eben beschriebene Perfektion in Person ist. Ihre perfekten Eigenschaften, ihr perfektes Verhalten (jedenfalls im Sinne der Gesellschaft), ihr toller Freund, ihre belehrende Eigenschaft, ihre herausragenden Noten – nirgendwo habe ich an ihrem Charakter Ecken oder Kanten finden können. Auf den ersten Seiten war mir Celestine daher so unsympathisch wie nur irgends möglich.

Natürlich wandelt sich diese vermeintliche Utopie von einer perfekten Gesellschaft um in eine Dystopie, als Celestine plötzlich bemerkt, wie verquer die Regeln eigentlich sind. An dieser Stelle war ich wirklich sehr überrumpelt, denn Celestines Sinneswandel kam für mich von einem Moment auf den anderen. Nichts hat vorher darauf hingedeutet, dass sie Zweifel an dem System hege oder anderweitig doch nicht „perfekt“ sei. Für mich ist dieser rasante Sinneswandel von einer Gehörigen zu einer regelrechten Rebellin daher sehr unrealistisch gestaltet, sodass ich ihn auch nur zu einem gewissen Punkt abkaufen konnte.

Trotzdem muss natürlich gesagt werden, dass Celestine als Hauptperson sich in ihrer Persönlichkeit und in ihren Ansichten extrem weiterentwickelt. Wie so typisch für eine Dystopie gelingt es ihr zu erkennen, woran alle anderen in der Gesellschaft scheitern. Dieser Punkt lässt sie klarerweise wieder in ein gutes Licht rücken. Auch wenn ich persönlich sie nicht immer ganz so sympathisch gefunden habe, konnte man sich als Leser sehr gut mit ihr als Kämpferin, die einfach so in diese Rolle hineinrutscht, identifizieren.

Auf einer höher gestellten Ebene vermittelt die Autorin Cecelia Ahern hier ein sehr wichtiges Thema. Das Buch versucht zu thematisieren, dass es eben gar kein „perfekt“ gibt, auch wenn wir Menschen immer danach streben. Außerdem wird einem gelehrt, nicht alles immer in Schwarz und Weiß einzuteilen und dass es wahrhaftig auch ganz viele Grauabstufungen gibt. Mir hat es gefallen, dass die Autorin mit dem Roman vermutlich auch eine wichtige Botschaft an die Leser weitergeben möchte und damit intensiv zum Nachdenken anregt.

Die Spannung in diesem Buch war bei mir sozusagen „elektrisierend hoch“. Immer wenn ich dachte, dass es nicht schlimmer geht, ging es doch. Es passieren so knallharte, krasse, brutale und dramatische Dinge mit Celestine, die echte Emotionen in mir hervorgerufen haben. Niemals hätte ich erwartet, dass Celestines Handeln aus dem Bauch heraus so drastische Folgen haben würde. Es gefällt mir gut, dass die Autorin nicht davor zurückschreckt, sehr brutale Szenen detailliert zu beschreiben, sodass nichts beschönigt wird und die Brutalität der perfekten Gesellschaft sich richtig entfalten kann.

Alles in allem saß ich mehrmals regelrecht geschockt vor diesem Buch, weil mich Celestines Geschichte sehr mitgenommen hat. Obwohl sie mir zu Anfang total unsympathisch war, konnte ich mich doch im Laufe der Seiten mit ihr identifizieren. Die Entwicklungen, hervorgerufen durch ihren einen kleinen „Fehler“, stellen sich als sehr dramatisch heraus und lassen mich auf einen zweiten Band mit genauso actionreichen Inhalten hoffen.

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379 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

hexen, magie, zirkel, fantasy, dämonen

Zirkel

Sara B. Elfgren , Mats Strandberg , Franziska Buchinger , Büro Süd GmbH
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.02.2014
ISBN 9783841502773
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Es ist schon eine Weile her, dass ich „Zirkel“ gelesen habe, aber meiner Meinung nach bekommt der erste Band der Engelsfors-Trilogie viel zu wenig Aufmerksamkeit. Die Trilogie von Sara B. Elfgren und Mats Strandberg hat mich in vielerlei Hinsicht sehr überrascht.


Die sechs Mädchen könnten verschiedener nicht sein. Abgesehen davon, dass sie in der schwedischen Kleinstadt Engelsfors leben, auf dieselbe Schule gehen und sich nicht mögen, haben sie nichts gemeinsam. Glauben sie. Doch eines Nachts werden sie im Wald zusammengeführt. Sie sind auserwählt, das Böse, das in der Stadt lauert, zu bekämpfen. Schaffen sie es, miteinander auszukommen? Denn nur mit vereinten Kräften können sie die dunklen Mächte besiegen. Ein erstes Opfer gibt es bereits – Elias, der vermeintlich Suizid begangen hat, wird mit aufgeschlitzten Pulsadern auf der Schultoilette gefunden …


Ich habe diese Trilogie von einer Freundin empfohlen bekommen und hätte sonst wahrscheinlich nie nach diesem Buch gegriffen, weil mich das Cover und die Inhaltsangabe beide überhaupt nicht angesprochen haben. Gott sei Dank habe ich auf ihren Rat gehört, denn jetzt – nachdem ich „Zirkel“ gelesen habe – kann ich sagen, dass es eine der spannendsten Fantasyreihen ist, die ich je gelesen habe.

Der Einstieg in das Buch fiel mir wie erwartet sehr schwer, weil ich bereits mit einer negativen Einstellung an das Buch herangegangen bin und meine Erwartungen sehr niedrig waren. Da das Buch aus den sechs verschiedenen Sichten der Mädchen erzählt wird, dauert es eine Weile, bis man wirklich den Überblick über alle Personen hat und diese auch anhand von charakterlichen Merkmalen auseinanderhalten kann. Trotzdem würde ich nicht sagen, dass die multiperspektivische Schreibweise schlecht ist – im Gegenteil. Wenn man sich erst einmal in die Geschehnisse des Buchs eingelesen hat, macht es unheimlich Spaß, die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven mitzuerleben. Außerdem fällt es dadurch sehr viel leichter, die Gefühle und vor allem Handlungen von manchen Personen nachzuvollziehen, die auf den ersten Blick sehr unsympathisch erscheinen. Insgesamt kann man diese verschiedenen Sichtweisen auch als eine Art Puzzle betrachten, da man durch jedes Mädchen andere Informationen erlangt und bis zum Schluss miträtseln kann, wer oder was denn hinter „dem Bösen“ steckt. Wie bei einem Krimi, bloß mit sehr viel magischem Anteil, wird man in die Irre geleitet, wodurch die Spannung bei mir konstant sehr hoch war.

Grundsätzlich hätte ich nie gedacht, dass mir die sechs Mädchen so sehr ans Herz wachsen würden. Jede von ihnen hat so einen einzigartigen Charakter mit Ecken und Kanten, den man einerseits so nicht aus anderen Büchern kennt und der sich andererseits auch von den anderen Mädchen unterscheidet. Besonders gerne mochte ich zum Beispiel Minoo, weil ich viel von mir in ihr entdeckt habe, und Linnéa, weil sie so aus der breiten Masse heraussticht.

In „Zirkel“ müssen die Mädchen lernen, zusammenzuarbeiten, auch wenn sie zunächst nichts miteinander zu tun haben. Es ist klar, dass dabei viele Szenen voller Action, Spannung, Streit, aber auch Liebe, Emotionalität, Magie und Gemeinschaftsgefühl bei rauskommen. Diese Mischung hat es mir extrem angetan. Diese außergewöhnliche Geschichte voller Leidenschaft ist etwas ganz Besonderes für mich geworden, weshalb ich auch bereits zum zweiten Band gegriffen habe.

„Zirkel“ ist ein Buch mit über 600 Seiten und ich habe auch tatsächlich eine Weile gebraucht, um das Buch zu beenden. Meiner Meinung nach lässt sich der Roman nur sehr langsam lesen, was aber an der ausgefallenen, sehr präzisen Wortwahl des Schreibstils liegt und nichts Schlechtes mit sich bringt. Es wird wirklich auf jedes Detail geachtet, kein unnützes Wort benutzt und so geschrieben, dass man das Gelesene immer erst einmal verdauen muss.

Zusammengefasst bin ich über die Zeit wirklich ein kleiner Fan von „Zirkel“ und der Engelsfors-Trilogie geworden. Da das Buch nicht wirklich bekannt ist, hoffe ich, dass manche der Geschichte trotz des eher tristen Covers eine Chance geben werden!

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Solo für Girl Online

Zoe Sugg , Henriette Zeltner
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei cbj, 28.11.2016
ISBN 9783570174463
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Kürzlich habe ich den Roman „Solo für Girl Online“ von Zoe Sugg gelesen und werde das Buch für euch nun im Folgenden rezensieren. Es handelt sich dabei um den dritten Band der Girl-Online-Reihe.


Nach einer ziemlich schwierigen Zeit auf Tour mit ihrem Rockstar Noah weiß Penny eines sehr genau: Sie will ihre eigenen Wege gehen. Noah ist einfach abgetaucht, und niemand weiß, wo er sich aufhält. Auch Penny nicht. Seit Wochen hat sie nichts von ihm gehört. Für sie wird es Zeit, wieder in ihr normales Leben zurückzufinden. Doch sie igelt sich ein. Da kommt eine Einladung nach London gerade recht: Megan hat dort an einer berühmten Schauspielschule angefangen und stellt Penny ihren Freundinnen vor. Der schüchternen Posey Tipps gegen Lampenfieber zu geben, ist für Penny eine willkommene Ablenkung. Aber ist auch der bezaubernde Callum aus Schottland die richtige Art von Ablenkung? Und hat Penny wirklich mit Noah abgeschlossen, wenn die Erinnerung an ihn sie an jeder Ecke einholt?


Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass mir der Debütroman dieser Reihe sehr gut gefallen hat. Deshalb war auch ein bisschen Enttäuschung bei mir vorhanden, als ich dieses Buch gelesen habe, weil es meiner Meinung nach nicht an den ersten Band heranreicht.

Positiv aufgefallen ist mir, dass Penny hier nun endlich an Reife gewinnt. Sie wirkt auf den Leser erwachsener, unabhängiger und war mir dadurch auch ein Stück weit sympathischer als zuvor. Von dem naiven Mädchen, dessen Leben nur mit Noah existiert, kann sie sich hier zum Glück etwas entfernen. Mir gefällt es sehr gut, dass Noah in diesem Buch nicht ganz so präsent ist, da man Pennys Charakter dadurch sehr viel besser kennenlernen kann. Dies soll nicht heißen, dass ich die dramatische Liebesgeschichte zwischen Noah und Penny nicht auch gerne gesehen habe. Allerdings hat sich Pennys Charakter hinter all dem ganzen immer sehr versteckt gehalten.

Ganz am Ende des Buchs fällt besonders auf, wie viel Penny innerhalb der Zeit erreicht hat und dass sie zum Glück nicht das kleine Mädchen geblieben ist, dass sich von ihren Ängsten blockieren lässt.

Auch die Nebencharaktere in „Solo für Girl Online“ kann der Leser endlich etwas mehr kennenlernen, wenn auch nicht so viel, wie ich es mir gewünscht habe. Besonders Poseys total süßer, etwas ängstlicher Charakter hat dem ganzen noch mehr Charme verliehen als bereits in den letzten Büchern vorhanden.

Der anfängliche Grund, diese Buchreihe zu lesen, war der Fakt, dass Penny genauso bloggt wie wir diesen Bookstagramaccount führen. Ich habe daher eine Menge von mir in ihr wiedererkannt. Prinzipiell geben die kleinen Blogeinträge zwischen den Kapiteln dem Buch eine Frische sowie Leichtigkeit und ich möchte sie nicht missen wollen.

Trotzdem muss ich hier auf den großen Kritikpunkt zu sprechen kommen, der mich das gesamte Buch über sehr beschäftigt hat. Meiner Meinung nach merkt man extrem auf eine für mich negative Art und Weise, dass der Roman von einem Influencer geschrieben ist. In jedem Blogeintrag geht es um Tipps und Tricks, wie man z.B. Panikattacken übersteht oder wie sie es schafft, ohne Noah ihr Leben zu leben. Aber auch außerhalb der Blogeinträge ging es unterschwellig immer um irgendwelche Tipps, die Zoe Sugg mit dem Buch vermitteln will: beispielsweise als Penny der lieben Posey hilft, ihr Lampenfieber zu überstehen.

Vermutlich wollen viele jüngere Zuschauer von Zoellas YouTube-Videos genau so etwas lesen. Auf mich trifft dies einfach nicht zu. Aus meiner Sicht sollte ein guter, spannender Roman nicht dauerhaft Tipps vermitteln wollen, sondern sich auf die Geschichte konzentrieren. Es ist klar, dass die Autorin als Influencer vielen jungen Mädchen mit ihrem Buch helfen möchte, doch wenn ich solche Lampenfieber-Tipps bräuchte, würde ich sicherlich nicht nach einem Roman greifen, sondern einen Ratgeber kaufen oder mir anderweitig Tipps holen.

Abgesehen von diesem Kritikpunkt, der mich wirklich auf jeder Seite verfolgt hat, handelt es sich um eine nette Geschichte. Diese Nettigkeit wird auch durch die sehr einfach gehaltene Wortwahl und die unkomplizierte Satzstruktur verdeutlicht. Der Schreibstil hat meiner Meinung nach nichts Besonderes an sich. Dennoch ist das Buch mit sehr viel Witz und Pepp geschrieben, was mir gut gefallen hat.

Alles in allem hat mich „Solo für Girl Online“ im Vergleich zum ersten Band nicht vom Hocker gerissen. Wie bereits erwähnt handelt es sich um eine nette, schöne Geschichte, die man zwar gerne zwischendurch lesen kann, die mich aber weitergehend nicht wirklich beschäftigt hat.

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