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43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

scifi, syfi, collector, justifier, markus heitz

Collector - Operation Vade Retro

Markus Heitz
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.03.2013
ISBN 9783453526518
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Sehr unterhaltsam und spannend, das könnten 5 Sterne werden. Und der Beginn des Finales erst. Das werden sicher 5 Sterne. Huch. Wieso endet das jetzt mit so nem seltsamen Cliffhanger? Naja, gut - 4 Sterne sind trotzdem noch drin.
Moment... was sagt mir der Autor da in seinem Nachwort? Jetzt sind die 4 Sterne aber sehr knapp und wohlwollend.
Bleibt zu hoffen, dass der Autor seine Meinung noch ändert.

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60 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

meerman, fi, mondlich, zauberer, gargyl

Die Chroniken der Nebelkriege 4: Der silberne Traum

Thomas Finn
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.02.2013
ISBN 9783473400881
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Tom Finn hat mal wieder bewiesen dass er Leser nicht nur unterhalten, sondern sie auch auf eine phantastische Reise mitnehmen kann. Eine Reise bei der man das Buch am Liebsten gar nicht aus der Hand legen möchte.
Dabei hat er sich mit dem Prequel zu den Chroniken der Nebelkriege eine wirklich schwere Aufgabe gesucht. Eine Geschichte zu erzählen, deren Handlung und Finale zu einer Trilogie passen müssen, ohne jedoch zu durchschaubar zu sein, ist denkbar schwer.
Ein großartiges Buch. Bitte mehr davon. :)

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Tanz der Türme - Die Türme von Taladur 4

Eevie Demirtel
Buch: 300 Seiten
Erschienen bei Ulisses Medien und Spiel Distribution GmbH, 01.09.2012
ISBN 9783868892116
Genre: Fantasy

Rezension:  
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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

justifiers, science fiction, justifiers-universum, intrigen, beta-humanoide

Justifiers - Undercover

Lena Falkenhagen , Markus Heitz
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 04.03.2011
ISBN 9783453527171
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Im März 2011 veröffentlichte der Heyne-Verlag den Roman “Undercover“ von Lena Falkenhagen. Das Buch ist der 3. Roman im Rollenspiel-Universum der “Justifiers“ von Markus Heitz. Wie auch die Vorgängerromane erschien das Buch im üblichen schwarzen Design. Das Buch enthält neben dem Roman der Autorin noch eine Fortsetzungs-Kurzgeschichte von Markus Heitz.

Lena Falkenhagen wurde 1973 in Celle geboren. Sie studierte Germanistik und Anglistik und arbeitete später als Übersetzerin, Lektorin und Autorin für Fantasy-Rollenspiele. Für das größte deutsche Fantasy-Rollenspiel “Das Schwarze Auge“ arbeitete sie als Redakteurin und gestaltete die Welt Aventurien mit.
Neben einigen Romanen für das “Schwarze Auge“, veröffentlichte sie bereits drei historische Romane ("Das Mädchen und der Schwarze Tod", "Die Lichtermagd", “Die Schicksalsleserin“).
Mehr über die Autorin findet man unter www.falkenhagen.de. Infos zum Justifier-Universum gibt es unter: www.collector-roman.de.

Elyzea ist eine Justifier. Für den Konzern Enclave Limited soll sie einen Auftrag erledigen. Einen relativ unkomplizierten Auftrag. Schließlich soll nur eine Mine auf einem abgelegenen Planeten gesprengt werden. Und mit Sprengungen kennt sie sich aus!
Doch dann geht es schief... das sich noch Menschen in der Miene aushalten, war nicht Teil des Planes. Elyzea weigert sich, die Bombe hochgehen zu lassen... Dummerweise hat ihr Vorgesetzter eine Fernzündung bei sich... für eine Bombe in ihrem Kopf.
Eine schlechte Voraussetzung für Ungehorsam.

Man könnte fast neidisch werden auf Markus Heitz. Mit seinem “Justifiers-Universum“ hat er nicht nur ein altes, amerikanisches Rollenspielsystem wieder zum Leben erweckt, sondern auch eine erfolgreiche Romanserie gestartet. Zudem hat er eine Riege von Autoren für die Romanserie gewonnen, die sich wie er selbst in keine Schublade pressen lassen. Ob Rollenspiel, Fantasy, Historie oder Science-Fiction.... Lena Falkenhagen, Christoph Hardebusch (Autor von Roman Nr.2) oder Thomas Finn (Autor von Roman Nr.4) sind bekannte und erfolgreiche Autoren dieser Szene.

Aber das alles ist natürlich kein Garant für Qualität. Auch ein erfahrener Autor kann natürlich einen unterdurchschnittlichen Roman abliefern. Einen Roman, dessen Protagonisten voller Klischees sind, dessen Handlung zum Gähnen langweilig ist und der dem Leser nur wertvolle Lebenszeit gestohlen hat.

Zum Glück ist “Undercover“ das vollkommene Gegenteil!
Lena Falkenhagen hat hier ein Setting gefunden, in dem sie sich als erfahrene Autorin voll ausleben kann. Dabei hat man als Leser zu Beginn gar nicht den Eindruck, an einer besonders spannenden Geschichte teilzuhaben. Schließlich ist die Protagonistin keine perfekte Kampfmaschine, keine gute Killerin, ja nicht einmal eine gute Kämpferin. Schon zu Beginn des Romans versagt sie beinahe. Kann eine solche Figur zur Heldin eines Romans werden?

Ja, sie kann. Auch wenn sie unperfekt, ja voller Fehler ist, auch wenn sie eine Vergangenheit hat, die sie quält, auch wenn nichts so läuft, wie sie es geplant hat. Die Autorin schafft es scheinbar mühelos, dem Leser diese Person so nahezubringen wie es kaum ein Autor schafft. Weitab jeden Klischees ist die Protagonistin eine Figur mit Ecken und Kanten, der man ihr Handeln, Grübeln und Zweifeln ohne weiteres abnimmt.
Das man unter anderem daran liegen, dass die Autorin die eher selten gebrauchte Ich-Erzählperspektive nutzt. So ist der Leser mitten in den Gedanken der Hauptfigur, kann ihre Entscheidungen nachvollziehen, ihre Emotionen ungefiltert erleben. Doch diese Perspektive hat Nachteile. So offenbart sich hier schnell jeder gedankliche Fehler, denn der Autor seine Figur machen lässt und selbst übersehen hat.
Zudem ist es oft schwer, eine ganze Geschichte nur aus einer Perspektive zu erzählen. Alles was für das Verständnis der Geschichte nötig ist, muss dem Leser über die Erlebnisse der Ich-Erzählerin vermitteln werden.
Größter Nachteil ist aber wohl, dass alle anderen Figuren nur aus Sicht der Hauptfigur betrachtet werden können. So ist es kaum möglich, dem Leser andere handelnde Personen ebenso nahezubringen, wie die Protagonistin selbst. Auch Lena Falkenhagen kommt gegen diesen Nachteil nicht völlig an.
Im Ganzen schafft sie es aber, die Vorzüge dieser Perspektive zu nutzen, ohne wesentlich über die Nachteile zu stolpern.

Ähnlich gut, wenn nicht gar besser, ist ihr die Handlung des Romans gelungen. Was anfangs nach einer schlichten, geradlinigen Story aussieht, entwickelt sich zügig zu einer rasanten Geschichte, in der es der Autorin gelingt, das Spannungsniveau nicht nur hoch zu halten, sondern auch immer wieder zu steigern. Dabei steigt natürlich auch die Komplexität der Geschichte, jedoch bleibt sie stets verständlich und nachvollziehbar.
Erstaunlicherweise, denn dies ist durchaus nicht selbstverständlich, schafft die Autorin es, die Spannung bis zum Finale zu halten und auch das Finale selbst spannend und glaubwürdig zu halten.
Es ist wunderbar und leider viel zu selten, wenn man als Leser erst auf den letzten Seiten erfährt, was hinter der ganzen Geschichte steckt und diese Erklärung für gut und befriedigend hält.

Fazit:
Lena Falkenhagen ist mit “Undercover“ ein wunderbarer Science-Fiction-Roman gelungen. Selbst wenn man das “Justifiers-Universum“ nicht kennt, so lohnt es sich auf jeden Fall diesen Roman zu lesen. Die besondere Perspektive und die äußerst spannende Handlung machen das Buch zu einem kleinen Juwel in der breiten Flut der Science-Ficton-Romane.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

mars, gedankenmanipulation, raumschif, verbreche

Quantum

Hannu Rajaniemi , Irene Holicki
Flexibler Einband: 431 Seiten
Erschienen bei Piper, 14.03.2011
ISBN 9783492701938
Genre: Fantasy

Rezension:

"Die Kriegerin Mieli befreit Jean le Flambeur, den Meisterdieb, aus einem Gefängnis. Doch er erinnert sich nicht an sein früheres Leben. Wer war er und was hat er gestohlen?
Um dies herauszufinden, reisen beide zum Mars. In der “Stadt des Vergessens“ machen sie sich auf die Suche nach Jeans früherem Ich und etwas, das dieses dort versteckt hat..."

Im März 2011 erschien in der Fantasy-Sparte des Piper-Verlages der Science Fiction-Roman “Quantum“ des Finnen Hannu Rajaniemi. Das ca. 430 Seiten starke Buch mit Klappenbroschur zeigt ein angemessenes Cover, das mit der Handlung zu tun haben mag oder auch nicht. Der Titel selbst ist relativ nichtssagend, der englische Originaltitel “The Quantum Thief“ ist eindeutig besser gewählt.

Wenn ein Verlag sich nicht zu schade ist, den Buchrücken eines Romans mit Lobeshymnen voll zudrucken, dann gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder ist das Buch wirklich so gut, dass dieser eigentlich billige Werbetrick keiner mehr ist, oder es ist eben doch nur genau jener billige Trick, der um so durchsichtiger ist, wenn die zitierten Autoritäten fast sämtlich englische Zeitungen sind und somit weder die deutsche Übersetzung noch die üblichen Reaktionen der deutschen Leserschaft beurteilen können.

Wie so oft gibt es nicht nur schwarz und weiß, sondern auch Grautöne. So auch hier. Liest man sich durch die ersten, vielleicht 100 Seiten des Buches – wobei man das Wort “liest“ auch durch das Wort “quält“ ersetzen mag – so beschleicht einen das Gefühl, dass man seine Zeit mit etwas verschwendet, was der Verlag in fälschlicher Weise hochgelobt hat.
Quält/liest man sich weiter erkennt man, dass der Autor durchaus ein interessantes Setting gefunden hat. Es erreicht bei weitem kein Level, dass die Einschätzung des Guardian “brilliantes Debüt“ rechtfertigen würde, aber es bietet durchaus Ansätze zum Nachdenken. Genau das ist es eigentlich auch, was den Roman letztlich interessant macht.

Denn es ist nicht die komplexe Handlung, die so verwirrend beschrieben ist, das wohl auch der Autor zum Schluß die Fäden verloren hat.
Denn es sind keineswegs die handelnden Figuren, die in großer Zahl langweilig und eindimensional sind. Das sie nicht klischeehaft sind, liegt einzig daran, dass der Autor kreativ genug war Figuren zu erschaffen, für die es schlicht keine Klischees gibt.
Denn es ist schon gar nicht sein Schreibstil, welcher das Lesen zur eigentlichen Qual macht. Es ist in Ordnung, wenn ein Autor seine eigene Welt schafft und dabei auch neue Begrifflichkeiten einführt. Wenn ein Autor aber jene Begriffe nur benutzt, aber nur spät oder gar nicht erklärt und diese in so unglaublich großer Zahl nutzt, dass ein Leser nur noch mit dem Verständnis eines einzelnen Satzes beschäftigt ist und keinen Blick mehr für das große Ganze hat, dann ist der Stil genau das, was den Roman im Deutschen meilenweit von den evtl. im Englischen verdienten Lobhymnen entfernt.

Einzig die Welt hinter all den überflüssigen, physikalischen Konstrukten und Phantasybegriffen ist das wovon der Roman lebt und welche Lob verdient hat. Eine Welt in der Lebenszeit als Währung dient und es (vielleicht) keinen endgültigen Tod gibt, bietet wunderbare Ansätze zum Nachdenken und Grübeln. Diesen Ansätzen im Buch zu folgen, ist letztlich die lohnendste Beschäftigung mit dem Roman.

Wer Interesse an dem Roman hegt, sollte sich im Bücherladen die Zeit nehmen und ein paar Seiten darin lesen. Wer mit dem seltsamen Schreibstil zurecht kommt, für den mag sich die innere Schönheit des Romans entfalten können. Ansonsten besteht das Lesen zu mehr als 50% der Zeit aus Quälerei... und dazu ist Lebenszeit zu kostbar.
Nicht Empfehlenswert.

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75 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

sprache, zukunft, universalsprache, wörterbuch, science fiction

Das Wörterbuch des Viktor Vau

Gerd Ruebenstrunk
Flexibler Einband: 414 Seiten
Erschienen bei Piper, 11.03.2011
ISBN 9783492702249
Genre: Fantasy

Rezension:

"In Dagombé, einem afrikanischen Kleinstaat der nahen Zukunft, erscheint plötzlich ein seltsames Objekt. Es erinnert an eine Raumkapsel aus den Anfängen der irdischen Raumfahrt. In der Kapsel selbst ist jedoch nur wenig zu finden. Nur eine kurze Botschaft in einer Sprache, die kein Mensch versteht. Abgesehen von einem – Viktor Vau. "

Im März 2011 erschien im Piper-Verlag der Roman “Das Wörterbuch des Viktor Vau“ von Gerd Ruebenstrunk. Der über 410-Seiten starke Roman lässt sich schwer in ein Genre einordnen. Am ehesten träfe wohl noch Science-Fiction zu.
Das Design des Buches ist wunderbar gelungen. Es folgt in seinem Äußeren jenem Buch, von dem der Roman handelt. Wie im Laufe des Romans beschrieben, ist es ein abgegriffenes Notizbuch mit einigen Nieten und einem Gummiband, dass die Seiten zusammenhält. Die Nieten und das Gummiband sind fühlbar, selbst die Ecken des Buches sehen abgestoßen aus. Die Illusion ist nahezu perfekt. Großes Lob dafür an den Verlag.

Gerd Ruebenstrunk wurde 1951 geboren. Er studierte Germanistik und Englisch, später Deutsch, Geschichte und Wirtschaftslehre für das Lehramt, danach Psychologie.
Er arbeitete als Texter für Werbeagenturen, sowie als Autor und Redakteur für Fernsehsendungen.
Ruebenstrunk veröffentlichte bereits eine Kinderbuchtrilogie.

Das Äußere des Buches, der Klappentext, ja selbst der Titel des Romans geben wenig Aufschluß über Genre und Inhalt von Gerd Ruebenstrunks Roman. Und so ist es für den Leser ein Sprung ins kalte Wasser.

Ein Sprung der sich lohnt. Man springt in eine Welt, die der unseren nicht fern ist. Eine Welt, die für die meisten Menschen wenig erstrebenswert klingt und doch nah und nicht unwahrscheinlich ist. Das Faszinierendste an dieser Welt jedoch ist der Fähigkeit es Autors geschuldet. Auch wenn er die Welt eigentlich nur andeutet, quasi skizziert, entsteht sie doch deutlich und plastisch vor dem inneren Auge des Lesers.

Gleiches gelingt dem Autor mit seinen Figuren. Mag man bei der vermeintlichen Hauptfigur, Viktor Vau noch das Klischee des Professors erkennen, so sind alle anderen Figuren eigenständig und glaubhaft. Mehr noch, der Autor schafft es jeder Figur Tiefe zu geben, niemanden komplett gut oder böse, schwarz oder weiß zu machen.

Das ist insofern bemerkenswert, da sich ein nicht unwesentlicher Teil des Buches sich mit Eindeutigkeit von Sprache, mit klaren Definitionen und Zuordnungen beschäftigt. Der Autor schafft es hierbei, dem Leser nebenbei und oft fast unbemerkt mit wissenschaftlichen Themen zu beschäftigen, die bei Sprachen beginnen und bis hin zu Staatswesen oder moderner Hirnforschung reichen. Es ist erstaunlich, wie Ruebenstrunk diese an sich trockenen Themen ganz natürlich und spannend in seinen Roman unterbringt.

Entstanden ist dabei ein faszinierendes Werk, dass trotz seiner Thematik und Komplexität wunderbar zu lesen und zu verstehen ist. Natürlich muss man den Sprung ins erwähnte kalte Wasser wagen und sich auf die Welt einlassen, die Ruebenstrunk erschafft. Man muss sich auch die Zeit nehmen um hin und wieder das Buch zur Seite zu legen und ein wenig über das Eine oder Andere nachzudenken.

Ist man das Wagnis eingegangen so erwartet einen wunderbare Unterhaltung, die nicht nur Lesespaß verspricht, sondern ganz nebenbei ein wenig bildet und zum Nachdenken anregt.

Fazit:
“Das Wörterbuch des Viktor Vau“ ist ein faszinierendes Buch, das sich irgendwo zwischen Science-Fiction, Gesellschaftskritik und Wissenschaftsroman bewegt. Aber eine genaue Zuordnung ist eigentlich gar nicht wichtig. Viel wichtiger ist, dass man es liest!

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60 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 13 Rezensionen

fantasy, wolfgang hohlbein, turm, belagerung, infinity

Infinity

Wolfgang Hohlbein
Fester Einband: 619 Seiten
Erschienen bei Piper, 22.02.2011
ISBN 9783492702232
Genre: Fantasy

Rezension:

* * * Das Buch * * *

Der Piper-Verlag veröffentlichte in seiner Fantasy-Sparte im Februar 2011 den Roman “Infinity – Der Turm“. Autor des über 600-seitigen Werkes ist Wolfgang Hohlbein, der Vielschreiber der Szene. Das Hardcover-Buch hat keine Extras aufzuweisen.
Das Cover des Buches zeigt einen männlichen Schattenriss vor einem turmähnlichen Gebilde. Mit der Handlung des Buches hat diese Graphik aber nichts zu tun.
Der Klappentext lässt den Leser wissen, dass dies das Buch sei, was Hohlbein schon immer schreiben wollte. “Infinity“ solle sein Schlüsselwerk sein, so wird der Autor zitiert.

* * * Der Autor * * *

Wolfgang Hohlbein, 1953 geboren, begann seine einzigartige Schriftstellerkarriere 1982. Seitdem sind unglaublich viele Bücher erschienen die seinen Namen tragen. Dabei lässt er sich nicht auf ein Genre festlegen sondern wandert zwischen den Welten von Fantasy, Science-Fiction und Jugendliteratur. Unter www.hohlbein.net kann man mehr über ihn erfahren.

* * * Der Inhalt * * *
Arion herrscht als Prinzessin Infinity über die Bewohner des Turms. Jener Turm ist uralt, niemand kennt all seine Geheimnisse oder gar seine Geschichte . Und doch funktioniert seine überragende Technik seit langer Zeit und schützt die Bewohner vor jenen, die ausserhalb des Turmes in einer Stadt leben müssen.
Ein wiederkehrendes Ritual, das alle 20 Jahre stattfindet, bringt Arion mit dem Vertreter der Stadt, Clansherr Craiden zusammen. Doch statt sich an das Ritual zu halten, welches seit langer Zeit nur den Status Quo sichert, will Craiden Veränderung und bricht das Ritual...

* * * Cross-Promotion * * *

Kauft man das Buch, findet man darin eine Karte, die den Leser zur Webseite der Band “Schandmaul“ führt. Dort kann man einen Code eingeben und darf sich dafür ein Lied (Geas Traum) anhören, welches sich auf das Buch bezieht.
Umgekehrt findet man einen ähnlichen Hinweis in der neuen CD der Band, der auf das Buch verweist.
Einen echten Mehrwert hat diese Aktion für den Leser/Hörer wohl nicht. Einzig Autor und Band dürften davon profitieren.

* * * Die Kritik * * *

Bücher von Wolfgang Hohlbein versprechen vor allem Eines – hohe Verkaufszahlen. Der Autor hat es über die Jahre geschafft, sich das Image des meistgelesenen deutschen SF/Fantasy-Autors zuzulegen. Das liegt vor allem an seiner nahezu unglaublichen Produktivität. Mittlerweile sollen mehr als 200 Bücher auf sein Konto gehen.
Dies mag eine der Ursachen sein, dass Hohlbeins Romane schon lange nicht mehr jene Qualität erreichen, die ihn einst aus der Masse hervorgehoben hat.

Und so bleibt es für den Leser ein immer größer werdendes Risiko, sich einen Roman von Hohlbein zu kaufen. Schafft der Autor es noch einmal, an frühe Qualitäten anzuschliessen, oder ist es nur ein weiteres mittelmässiges und austauschbares Werk?
Die Aussage des Autors, dieses Buch als sein Schlüsselwerk anzusehen, lässt hoffen..
... leider vergebens.

Sieht man das Buch im Buchladen so hat man Probleme, es in ein Genre einzuordnen. Das Cover weist in Richtung Science-Fiction, der Klappentext scheint mehr in Richtung Fantasy zu zeigen. Beginnt man nun zu lesen, so hält sich diese Frage sehr lange. Schreibt Hohlbein hier High Fantasy? Oder soll es doch SF sein? Es dauert sehr lange, ehe sich diese Frage für den Leser klärt. Um es klar zu sagen. Es muss kein Nachteil für ein Buch sein, wenn es sich nicht in Schubladen einordnen lässt. Doch in diesem Fall stört es einfach, wenn man sich über viele Seiten hinweg fragen muss, ob hier Magie im Spiel ist, oder hochentwickelte Technologie.
Die Protagonisten sind dem Autor verschieden gut gelungen. Craiden ist eine glaubwürdige, wenn auch ein wenig klischeehafte Figur. Auch Gea bewegt sich auf diesem Niveau. Hier schlägt jedoch die Cross-Promotion negativ zu. Kennt man das Lied, fragt man sich als Leser ständig, wo der Zusammenhang zwischen dem Inhalt des Liedes und der Romanfigur ist. Leider bekommt man keine zufriedenstellende Antwort.
Arion, die wohl primäre Protagonistin, hingegen wirkt nicht sonderlich überzeugend. Die Mischung aus sehr junger Frau, die zuweilen sehr kindlich erscheint und allwissender Prinzessin mit nahezu unbegrenzter Macht, gelingt dem Autor nur mühsam.

Auch die Dramaturgie des Buches ist seltsam. Während einzelne Handlungsstränge durchaus mal spannend sind und einem Ziel zuzuführen scheinen, ist das Gesamtkonzept fast nicht erkennbar. Die großen Handlungsstränge plätschern vor sich hin und man fragt sich als Leser vergeblich, wo der Autor einen eigentlich hinführen will. Dies erzeugt aber nur insofern Spannung, dass man sich fragt, wie der Autor noch die Kurve kriegen will, welch spannendes und überraschendes Finale er sich wohl ausgedacht haben mag. Die Spannung entsteht aber leider nicht aus der Handlung selbst.
Und wenn dann das Finale kommt, schüttelt man verärgert den Kopf, weil nichts geklärt ist, zu vieles offen bleibt.
Erst eine Recherche im Netz zeigt, dass dieses Buch mitnichten den gesamten Roman darstellt, sondern wohl nur der erste Teil einer Serie. Warum der Verlag diese wichtige Information dem potentiellen Leser nicht deutlich vermittelt ist fraglich und hinterlässt wohl bei Vielen Verärgerung.
Bleibt noch der Schreibstil des Autors, den Leser wieder auf seine Seite zu ziehen. Doch auch dies misslingt. Während Hohlbein durchaus Szenen schreiben kann, die man einfach so “weglesen“ kann, die also eine gut lesbare Sprache haben, gibt es auf der anderen Seite viel zu oft Szenen, in denen der Autor eine Sprache benutzt, die allzu sehr an heutige Alltagssprache erinnert. Wenn dann zudem noch in einem Absatz ein Lichtjahr mal als Einheit der Zeit, später als Einheit der Entfernung benutzt wird, dann erweckt das den Anschein, als hätte der Autor auf diesen Aspekt seines Buches wenig Wert gelegt.

* * * Das Fazit * * *

Wer kein Hohlbein-Fan ist, sollte sich gründlich überlegen ob er für dieses Werk Geld ausgeben will. Für fast 20€ bekommt man nur den ersten Teil einer noch unspezifizierten Serie. Zudem reicht das Buch in vielerlei Hinsicht nicht an die durch den Verlag geweckten Erwartungen heran. Das angebliche “Schlüsselwerk“ Hohlbeins ist also nichts als ein weiteres, eher unterdurchschnittliches Buch aus der scheinbar unendlichen langen Publikationsliste des Autors.
Nicht Empfehlenswert.

* * * Die Fakten * * *

Titel: Infinity – Der Turm
Autor: Wolfgang Hohlbein
Preis: 19,95€
ISBN: 9783492702232

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Tags: erde, sf   (2)
 

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59 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

humor, fantasy, kobolde, karl-heinz witzko, suche

Die Kobolde

Karl-Heinz Witzko
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.10.2008
ISBN 9783492701273
Genre: Fantasy

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52 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 2 Rezensionen

magd, schicksal, juden, kloster, mittelalter

Die Lichtermagd

Lena Falkenhagen
Flexibler Einband: 543 Seiten
Erschienen bei Heyne, 02.06.2009
ISBN 9783453405684
Genre: Historische Romane

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212 Bibliotheken, 5 Leser, 9 Gruppen, 29 Rezensionen

vampire, irland, vampir, fantasy, wandler

Judastöchter

Markus Heitz
Flexibler Einband: 603 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.12.2010
ISBN 9783426652305
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Buch
Im Dezember 2010 erschien im Knaur-Verlag der Vampirthriller "Judastöchter" von Markus Heitz. Das fast 600-Seiten-dicke Buch beendet die Serie des Autors, die sich mit Vampiren und diversen Werwesen befasste. Das Buch ist im gleichen Design wie die Vorgänger gehalten. Diesmal schaut den Leser eine blutrote, weibliche Maske vom Cover aus an. Dem Roman vorangestellt sind neben einer Personenliste auch einige Erklärungen zu Vampirsorten und im Roman benutzten Begriffen. Warum diese vor dem Roman stehen und nicht wie üblich danach, bleibt unklar.

Der Inhalt
Sia, das Letzte der Judaskinder, versucht ihre letzten beiden Nachfahren zu schützen. Doch beide werden entführt. Sia, die von unerwarteter Seite Hilfe bekommt, folgt den Spuren nach Irland. Dort gerät sie zwischen die Fronten rivalisierender Mächte. Doch wer steckt hinter den Entführungen?

Der Autor
Markus Heitz wurde 1971 geboren. Er studierte Lehramt für Germanistik und Geschichte. Später arbeitete er als Journalist.
Nachdem er mit seinen Fantasy-Büchern über die "Zwerge" große Erfolge feiern konnte, widmete er sich u.A. dem Vampir/Werwesen-Genre. Diese Serie findet nach 6 Büchern nun ihr (vorläufiges?) Ende.
Heitz beschäftigt sich momentan mit dem Rollenspiel "Justifiers", zu dem auch Romane erscheinen. Mehr findet man unter www.mahet.de

Der Kommentar
Wenn man heutzutage in das Fantasy-Regal der Buchhandlung des Vertrauens schaut und nach Vampir-Romanen Ausschau hält, wird man von einer Unmenge ähnlich aussehender und wohl auf weibliches Teenie-Publikum ausgerichteter Bücher erschlagen. Hat sich Markus Heitz, einer der bekannteren deutschen Fantasy-Autoren, etwa auch dem aktuellen Hype zugewandt?

Nein, denn seine Vampir/Werwesen-Serie begann mit "Ritus" vor 4.5 Jahren und setzte sich mit "Sanctum", "Blutportale", "Kinder des Judas", Judassohn" und nun "Judastöchter" fort. Seine Welt voller Vampire und Werwesen ist nicht jene, die momentan von Autoren wie Stephenie Meyer beherrscht wird - zum Glück.

Die Welt die Heitz in dieser Serie beschreibt, wirkt sehr real. Auch wenn er über Wesen schreibt, die hoffentlich nur der Phantasie der Menschen entsprungen sind, so schafft er es doch, diese auf eine glaubwürdige Ebene zu holen. Er schuf gute Figuren, deren Handlungen man nachvollziehen kann, mit denen man mitfiebert, auch wenn sie für ihre Ziele töten und morden.

Er schafft es dabei, Mythen der verschiedensten Völker in Einklang zu bringen und daraus eine Geschichte zu mixen, die in sich halbwegs stimmig ist. Halbwegs deswegen, weil der Autor den Leser zuweilen mit diversen Legenden und entsprechenden Namen überhäuft. Wo man als Leser die Übersicht verliert, kann auch kein Verständnis entstehen.

Zweites Manko des vorliegenden Romans, bzw. der ganzen Serie ist die Zeit. Fast 5 Jahre sind seit dem ersten Buch vergangen. Auch wenn das Buch spannend war, wird sich kaum ein Leser an mehr als ein paar Bruchstücke der Handlung erinnern. Eine Serie auf so lange Zeit anzulegen (falls das überhaupt am Anfang so geplant war?), ist schwierig.

Das dritte Manko ist, dass der vorliegende Roman als einzelnes Buch (das Buch selbst weisst nicht darauf hin, dass es 5 "Vorgänger" gibt) zwar zu lesen ist, sich dem Leser, der die anderen Bücher nicht kennt aber kaum komplett erschliessen dürfte. Aber dies ist eher ein Fehler des Verlages als des Autors.

Aber trotz aller Kritik hat Markus Heitz es geschafft, ein wunderbar zu lesendes Buch zu schreiben. Sein Stil ist flüssig, mit einer modernen, zuweilen recht direkten Sprache. Das Buch ist actionlastig, nicht unblutig und schafft es doch, auch gefühlvolle Szenen gut zu erzählen. Eine schwierige Kombination, die dem Autor aber gut gelungen ist.

Das Fazit
Wer die anderen Bücher der Vampir/Werwesen-Serie von Markus Heitz gelesen hat, sich zumindest noch grob daran erinnert und auch Gefallen daran fand, sollte sich das Finale nicht entgehen lassen. Heitz hat einen wunderbar zu lesenden Vampirthriller geschrieben. Bleibt eigentlich nur zu hoffen, dass das Finale nicht endgültig ist...

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244 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 40 Rezensionen

fantasy, atlantis, magie, london, steampunk

Magierdämmerung - Für die Krone

Bernd Perplies
Flexibler Einband: 442 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 06.09.2010
ISBN 9783802582646
Genre: Fantasy

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

dsa, roman, fantasy, das schwarze auge, aventurien

Caldaia

Christian Lange
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Ulisses Medien und Spiel Distribution GmbH, 01.11.2010
ISBN 9783890641454
Genre: Fantasy

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

justifiers, science fiction, verrat, sterne, intrigen

Justifiers - Missing in Action

Christoph Hardebusch
Flexibler Einband: 445 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 06.10.2010
ISBN 9783453527188
Genre: Science-Fiction

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121 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

nikolaus, thriller, horror, thomas finn, knecht ruprecht

Weißer Schrecken

Thomas Finn
Flexibler Einband: 492 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.11.2011
ISBN 9783492267595
Genre: Fantasy

Rezension:

* Das Buch *

Im OKtober erschien der Roman "Weißer Schrecken" von Thomas Finn im Piper-Verlag. Das Softcoverbuch umfasst knappe 500 Seite Lesestoff. Das Cover, über welches die Leser vor dem Erscheinen des Romans abstimmen konnte, zeigt ein einzelnes Auge, dass welches aus einem blau-kalten Gesicht heraus den Betrachter anschaut. Eiskristalle und Eiszapfen an dem Auge vermitteln Kälte und unterstreichen den Titel des Buches.

*Der Autor *

Thomas Finn wurde 1967 in Chicago, USA geboren. Er ist ausgebildeter Werbekaufmann und Diplomvolkswirt. Er betätigte sich in der Vergangenheit auf vielerlei schriftstellerischen Gebieten. So schrieb er für das größte deutsche Fantasy-Rollenspiel "Das Schwarze Auge", verfasste aber auch Jugendbücher und Romane.
Mehr über ihn kann man unter www.thomas-finn.de finden.

*Der Inhalt *

Winter in Perchtal, einer kleinen Gemeinde in der Nähe von Berchtesgaden. Andreas, Robert, Niklas, sowie die Zwillinge Elke und Miriam, fünf Freunde die viel Zeit miteinander verbringen, müssen gegen andere Jugendliche beim Eishockey antreten, um zu entscheiden, wer dieses Jahr beim Krampuslauf mitmachen darf, einem alten Brauch, dessen Ursprung sie selbst nicht so genau kennen.
Doch bevor es losgeht, findet Elke unter dem Eis eine Leiche. Merkwürdigerweise sieht die Leiche ihr und ihrer Schwester erschreckend ähnlich...

* Der Kommentar *

Alte alpine Bräuche, christliche Heilige und eine Gruppe Jugendlicher mit schwierigen familiären Hintergründen sind die Zutaten die Thomas Finn für seinen Thriller benutzt, dazu noch die Einöde eines etwas hinterwäldlerischen, bayrischen Dörfchens und schon hat man einen spannenden Thriller.

Ist es so einfach? Natürlich nicht. Ein schlechter Koch kann auch aus guten und erfolgversprechenden Zutaten ein schlechtes Gericht machen. Doch Thomas Finn gelingt das Vorhaben. Er zaubert aus den, auf den ersten Blick recht simplen Zutaten ein gelungenes, spannendes, ja atemberaubendes Menü.

Dabei lässt der Autor es relativ langsam und ruhig angehen. Gekonnt zeichnet er zu Beginn des Buches die Situation der fünf Jugendlichen nach, so dass man sich als Leser ein gutes Bild dieser Protagonisten machen kann. Aber gleichzeitig, beinahe im Hintergrund, beginnt er Andeutungen zu streuen, beim Leser Mißtrauen gegen fast jeden der anderen Dorfbewohner aufzubauen, mal subtil, mal überdeutlich. So schafft er schnell eine glaubwürdige und beklemmende Atmosphäre. Die fünf Freunde, schon fast erwachsen, aber eben noch nicht ganz, spüren mehr, als das sie es wissen, dass sie auf sich allein gestellt und der Gefahr, die sie nicht genau fassen können, ausgeliefert sind.

Mehr und mehr lässt Thomas Finn dann die Mythen, Legenden und kirchlichen Bräuche in die Handlung fließen und entwickelt vor dem Leser dabei ein verstörend neues, aber eigentlich uraltes Bild auf uns scheinbar ganz normale christliche Feiertage. Er schafft es hierbei, dem Leser die aus heutiger Sicht vielleicht abergläubischen Vorstellungen unserer Vorfahren zu erklären, ohne dies zu sehr in den Vordergrund rücken zu lassen.

So ist man als Leser, ähnlich wie die fünf Protagonisten, in der Situation den alten Brauch, dessen Bedeutung man nie genau hinterfragt hat, plötzlich nicht mehr einordnen zu können. Gut und böse verschwimmen, nicht nur vor den fünf Jugendlichen, sondern auch vor dem Leser. Da man als Leser nur wenig mehr als die Handelnden weiß, ist die Geschichte auch durchweg spannend. Gedankenspiele, in denen man als Leser mögliche Verdächtige benennt, lässt der Autor ins Leere laufen. Durch seine geschickt in der Handlung gespannten Fallstricke verdächtigt man ohnehin stets den Falschen. Nicht jeder Thriller-Autor schafft dies...

Wie immer glänzt Finn in der Charakterisierung seiner Figuren. Nicht nur den fünf Jugendlichen, sondern auch vielen anderen handelnden Personen verschafft der Autor eine glaubwürdige Identität und Tiefe. Die Handlungen der Personen sind stets nachvollziehbar, selbst in den extremen Situationen, denen der Autor sie aussetzt. Dabei schafft er es sogar, dem Leser ein paar grundsätzliche philosophiosche Fragen über moralische Grundwerte zu stellen, die wohl keiner so einfach beantworten kann.

Trotz all dem Positiven gibt es aber auch etwas Negatives zu bemerken: Wer das Buch liest, wird sich künftig wohl nicht mehr so uneingeschränkt auf das Nikolausfest freuen... ;)
Aber es bleibt ja noch der Osterhase.... es sei denn der Autor schreibt bereits wieder ...

* Das Fazit *

Thomas Finn hat mit "Weißer Schrecken" einen wunderbar zu lesenden und extrem spannenden Thriller geschrieben. Wer keine Furcht hat, sich sein Bild über den Nikolaus zerstören zu lassen, sollte das Buch unbedingt lesen und sich auf spannende Stunden freuen.

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Tags: fantasy, jedermann, perchtal, roman, thriller   (5)
 
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