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119 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

brüssel, eu, europa, europäische union, buchpreis

Die Hauptstadt

Robert Menasse
Fester Einband: 459 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.09.2017
ISBN 9783518427583
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung

Das Schwein und störende Ideen. 
Der Roman beginnt damit, dass ein Schwein panisch durch Brüssel läuft. Männer und Frauen geraten in Panik. Manch einer stürzt vor Schreck auf den regennassen Straßen und wälzt sich im Dreck.Ich dachte bei mir, wie skurril diese Situation anmutet. Ein Schwein jagt  erwachsenen Menschen Angst ein. Mutig sind wir Menschen wirklich nur dann, wenn so ein beschauliches Nutztier paniert und dampfend auf unserem Teller liegt. Das Thema Schweinehandel hat mir sehr zu denken gegeben. Wie hier mit Lebewesen gehandelt wird, ist einfach nicht richtig. Aber, das wissen wir längst. Ich habe mir die Frage gestellt: Ist das Schwein als Symbol für unsere Politik gedacht?

Ich habe vorher noch nie ein Buch gelesen, dessen Schwerpunkt auf Politik beruht. Der Autor hat es geschafft, dass mich die Geschichte um die EU gefesselt hat. 
Man lernt viele Personen kennen, bei denen man sich fragt, was sie mit der Handlung zu tun haben. Nach und nach fügen sich die Protagonisten in das Geschehen ein.
Sei es der demente David de Vriend, der seinen Lebensabend in einem Altenheim verbringt oder der Referent Martin Susman. Mit David de Vriend beginnt die Geschichte. Er zieht aus seiner Wohnung aus. Eigentlich weiß er gar nicht warum. Er wird in dieser Geschichte noch sehr wichtig werden. Er hat den Holocaust überlebt.
Susman und seine ehrgeizige griechische Kollegin Fenia Xenopoulou aus der EU-Kommission, versuchen eine Kunstausstellung zur Jubiläumsfeier zu gestalten. Als Hauptthema: Die letzten Überlebenden des Holocaust. 

Kommissar Brunfaut  schien mir einer von den wenigen Charaktermenschen in der Geschichte zu sein. Übergewichtig und ehrlich. Er weiß nicht mehr, wem er noch trauen kann. Er darf bei einem Mord nicht mehr weiter ermitteln. Die Daten aus seinem PC sind komplett gelöscht. Brunfaut wird beurlaubt. Brunfaut ist nicht gesund. Brunfaut möchte der Sache trotzdem auf den Grund gehen.

Die katholische Kirche schickt einen polnischen Agenten auf Reisen, der nun auf der Flucht ist.
Der österreichische Emeritus der Volkswirtschaft Alois Erhart, plant beim Think-Tank seine letzte Rede zu halten. Er nimmt kein Blatt mehr vor den Mund und stößt die  Denkbeauftragten mit seinen Worten vor den Kopf.

Der Autor hat Fiktion und Realität gekonnt miteinander verwoben. Sei es das Flüchtlingsproblem oder die katastrophale Situation in Griechenland. Besonders deutlich wird, dass es in der Politik eigentlich kein Miteinander gibt. Jeder möchte das größte Stück vom Kuchen. Jeder will die Karriereleiter hochklettern und geehrt werden. Für Idealisten gibt es wenig Platz in der politischen Maschinerie. Nichts Neues!
Überlebende Holocaustopfer benutzt man zu Werbezwecken. Das Image der europäischen Komission soll mit geheuchelter Empathie aufpoliert werden. Das sind so meine Gedanken.


Mein Fazit

Der Schreibstil ist nüchtern und stellenweise sehr humorvoll. Es wird stets aus der Sicht der verschiedenen Protagonisten erzählt. Es wird viel philosophiert und diskutiert. Jedes Kapitel beginnt mit einem philosophischen Satz.
Ein raffinierter Prolog holt den Leser von Anfang an ab.
Das Schwein läuft in der Geschichte immer wieder seine Bahnen. 
Stellenweise war mir die Geschichte etwas zu ausschweifend. Es wurde, für meinen Geschmack, zuviel in die Geschichte hineingepackt. 
Nichtsdestotrotz hat der Autor einen Roman geschrieben, der auch für Menschen geeignet ist, die nicht leidenschaftlich gerne politisieren. 
Vegetarier dürften nun darüber glücklich sein, dass sie keine Konsumenten von Schweinefleisch sind. Schweine sind Lebewesen! Warum nur geht das immer wieder unter? 
Mir ist es unheimlich schwer gefallen, über dieses Buch meine Meinung zu schreiben, da ich mich zuvor nie so eingehend mit der Thematik befasst habe. Ich habe viel dazu gelernt. Vor allem, warum Raucher Angorawäsche tragen sollten. :-)

Danke Robert Menasse

Meine Lieblingszitate

>>Ideen stören, was es ohne sie gar nicht gäbe,<< (Überschrift 2. Kapitel)

Von einem verstorbenen Baron aus Brüssel, der mit einer "Negerin!"verheiratet war: >>Ich bin lieber mit dieser Frau glücklich geächtet als ohne sie geachtet.<< (Seite 90)







































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(77)

95 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 71 Rezensionen

mexiko, hollywood, b. traven, abenteuer, geheimnis

Wer ist B. Traven?

Torsten Seifert
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Tropen, 14.10.2017
ISBN 9783608503470
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung

Man muss nicht unbedingt ein Fan von Humprey Bogart sein, doch dieses Abenteuer sollte man gelesen haben!

Die Idee der Geschichte ist genial und vom Autor fabelhaft umgesetzt. Ich muss gestehen, dass ich mir von Humphrey Bogart noch nie einen Film angesehen habe. Mein Vater war ein großer Fan des großen amerikanischen Filmstars. Trotzdem konnte der Klappentext mich überzeugen; verspricht er doch eine spannende und außergewöhnliche Geschichte.

Gleich zu Beginn wird ein berühmter Reporter tot in seinem Auto aufgefunden. 
Der Journalist Leon bekommt den Auftrag nach Zentralmexiko zu reisen, um in Erfahrung zu bringen, wer der sagenumwobene Schriftsteller B. Traven ist. Jeder Reporter, der bisher Nachforschungen angestellt hatte, musste mit seinem Leben bezahlen.
In Mexiko wird mit Bogie "Sierra Madre" gedreht. Der Teil, der in Mexiko spielt, hat mir besonders Spaß gemacht. Leon lernt das Film-Set kennen. Mit Bogie spielt er Schach.
Mit der bildhübschen geheimnisvollen Maria verlebt er romantische Stunden. Bei einem Platzregen landet er mit ihr in einer katholischen Kirche. Was Leon da im Beichtstuhl erlebt, wird er so schnell nicht vergessen. Oh Maria!
Doch, wer ist denn nun B.Traven? Am letzten Tag in Mexiko erlebt Leon sein blaues Wunder! 

Wieder zurück in Los Angeles fällt er bei seinem Chef in Ungnade. Ein anderer Journalist soll Travens Identität entlarvt haben, während er mit Bogie Schach gespielt hatte? Leon glaubt nicht daran.
Seine nächsten Reise führt ihn nach Wien. 
Als er von Wien wieder heimkehrt, ist er voll mit neuen Eindrücken. Er fühlt sich der Sache ein ganzes Stück naher.
Er reist wieder nach Mexiko. Schon bald merkt er, dass er nicht jedem trauen kann. Die Abenteuer die er nun erlebt, sind total spannend und gefährlich.
Die Mentalität der Mexikaner kommt sehr gut rüber. 

Der Schreibstil ist flüssig und aus der Sicht von Leon. Seifert schreibt sehr bildgewaltig. Ich hatte tatsächlich das Gefühl, bei den Dreharbeiten in Mexiko dabei zu sein. Habe die große Hitze  Mexikos gespürt.  Wien hat 1947 ein trauriges Bild abgegeben. Der Krieg hatte ganze Arbeit geleistet. Unzählige Männer waren vom Krieg nicht mehr heimgekehrt. Viele schwer verletzt. Die meiste Arbeit lastete auf den Trümmerfrauen. Nichtsdestotrotz möchte man bei einem Heurigen sitzen und den Wiener Schmäh inhalieren. 

Mein Fazit

Diese Geschichte mutet wie ein Klassiker an. Man fühlt sich in eine Zeit zurückversetzt, in der Humphrey Bogart ein großer Filmstar war. Die Reisen von Los Angeles nach Mexiko und Wien, machen großen Spaß. 
Wer ist B. Traven? Beim Lesen steigert sich die Neugier immer mehr. 
Man stell Vermutungen an, um sie nach kurzer Zeit wieder zu verwerfen.
Bogart wird von einer sehr menschlichen Seite beschrieben. 
Die Landschaftsbeschreibungen in Mexiko lösen Fernweh aus. Gerne würde ich die Mil Cumbres (tausend Gipfel) mit eigenen Augen sehen. 
Dieser Abenteuerroman beruht auf einer wahren Begebenheit. Vermischt mit Fiktion und der Mentalität der Mexikaner, ergibt diese Mischung eine faszinierendes, spannendes Abenteuer. 
Ich habe viele Infos zu B. Traven auf Wikipedia nachgelesen.

Danke Torsten Seifert. Ich habe diese Geschichte sehr genossen.

Meine Lieblingszitate

>>Wer etwas von Kakteen versteht, versteht auch die Mexikaner.<< (Pos. 2324, 65 % auf dem Reader)

>>Selbst die Sonne hing am Himmel, als würde sie früher oder später vor Erschöpfung den Halt verlieren.<< ((Pos. 1959, 55% auf dem Reader)

>>Du musst nicht dein eigenes Leben gelebt haben, doch den Tod muss man schon selber übernehmen.<< (Pos. 3176, 88% auf dem Reader)

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203 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

liebe, bücher, roman, leben, ich treffe dich zwischen den zeilen

Ich treffe dich zwischen den Zeilen

Stephanie Butland , Maria Hochsieder-Belschner
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.10.2017
ISBN 9783426520758
Genre: Liebesromane

Rezension:

Zum Inhalt

Die kleine Streunerin und die Kraft der Literatur.

Loveday ist eine junge Frau, die auf den ersten Blick etwas flippig wirkt. Mal mit schwarzen- mal rot gefärbten Haaren und jeder Menge Piercings, hebt sie sich eigentlich noch gar nicht mal so von anderen jungen Menschen ab. Außergewöhnlich sind jedoch ihre Tattoos. Ihr Körper ist übersät mit ersten Sätzen aus Büchern. 
Loveday liebt Bücher über alles. Archie führt ein Antiquariat. Der herzensgute Mann hat einen sehr guten Draht zu seiner Angestellten Loveday. Er spürt den guten Charakter hinter der Fassade der jungen Frau. Er weiß nichts über Loveday. Er akzeptiert ihre Verschwiegenheit. 
Nach einer schwierigen Beziehung möchte Loveday erst mal keinen festen Freund mehr. Das ändert sich, als sie Nathan kennen lernt. Der selbstbewusste Mann schleicht sich mit Worten in ihr Herz. Loveday und Nathan kommen sich über Gedichte näher. Poetry-Slam wird zu einem wichtigen Bestandteil in Lovedays Leben. 


Meine Meinung

Die Geschichte wird aus der Sicht von Loveday erzählt. Die introvertierte junge Frau hat ein traumatisches Kindheitserlebnis hinter sich. In Rückblenden erfährt man Stück für Stück der Tragödie. 
Ich habe Loveday für ihren starken Charakter sehr bewundert. Nachdem was sie alles erlebt hatte, wär manch anderer abgestürzt. Ihre Gabe, andere Menschen nicht zu verletzen, finde ich besonders erwähnenswert. >>Nein, das darf ich jetzt nicht sagen,<< waren mehrmals Gedankengänge von ihr.
Ein besonders große Sympathie konnte ich für Archie entwickeln. Dieser Mann hat nicht nur Erfahrung in Literatur. Er kennt auch die Menschen. Spürt ihre Sorgen und Nöte. Ist da wenn man ihn braucht. Dies ohne sich groß einzumischen. Er akzeptiert Verschwiegenheit. Süß fand ich, wie Loveday zu seiner Angestellten wurde.
Loveday hat gute Manieren. Sie ist sehr zuverlässig und fleißig. Archie hat das von Anfang an bemerkt. Ja, und sie spricht den Leser des öfteren persönlich mit "SIE" an. 
Nathan hat selber ein schweres Päckchen zu tragen. Seine Unsicherheit versteckt er hinter einem selbstbewussten Auftreten. 

Ich habe zu lesen begonnen und konnte nicht mehr aufhören. Die Autorin hat einen magischen Schreibstil. Die Geschichte um heilende Wörter hat mich ein bisschen an "Weil ich Lyken liebe" erinnert. Poetry-Slam ist eine tolle Sache, um Gefühle auszudrücken. Ungesagte Worte leichter über die Lippen zu bekommen. 
Gute 300 Seiten habe ich Loveday begleitet. War bei jeder Seite gespannt, was von ihrer Vergangenheit ans Tageslicht kommt. Hab mich oft gewundert, wie die junge Frau das alles ausgehalten hat. War gespannt, wie sich die Beziehung zu Nathan entwickelt.

Das Setting könnte schöner nicht sein. Ein Buchladen macht sich in einer Geschichte immer gut. Man fühlt sich als Leser so richtig wohl; weiß um die Behaglichkeit, die so ein Bücherladen verströmt.

Mein Fazit

Ich habe diese emotionale Geschichte sehr gerne gelesen. Besonders die Rückblenden aus Lovedays Kindheit haben mir gefallen. Die Protagonisten sind wunderbar gezeichnet. Ich hatte von jedem ein Bild im Kopf. 

Ein Buch über Bücher und große Gefühle, welches in einer nüchternen- dennoch emotionalen Sprache erzählt wird. 
Eine junge Frau zeigt dem Leser, wie viel Herzlichkeit hinter einer kühlen Fassade stecken kann. 
Eine Frau, die wie ein Buch anmutet, da man auf ihrem Körper tatsächlich lesen kann. Das Geheimnis um ihre Eltern lässt einen nicht kalt. Ihre Herzlichkeit ist spürbar. Man muss sich nur von Loveday zwischen den Zeilen abholen lassen .....
Ob mir das Ende gefallen hat? Seufz ......

Eine uneingeschränkte Empfehlung von mir.

Danke Stephanie Butland.

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

erpressung, mächtige staaten, wirtschaft, armut, explosion

Die Antwort kennt nur der Wind

Johannes Mario Simmel
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.1977
ISBN 9783426004814
Genre: Liebesromane

Rezension:

Zum Inhalt

Als ich 11 Jahre alt war, habe ich die bittersüße Liebesromanze von Robert Lucas und Angela Delpierre zum ersten mal gelesen. Die Liebesgeschichte konnte mich vor vielen Jahren schon in ihren Bann ziehen. 
Roberts Traurigkeit ist zwischen den Zeilen spürbar. Es fehlt nicht an Geld. Eher fragt er sich, welchen Sinn sein Leben überhaupt hat. Mit seiner Frau Karin verbindet ihn nichts. Starke Schmerzen an seinem linken Bein bereiten ihm große Sorgen. Wenn er einen Anfall hat, zieht sich sein Brustkorb zusammen. Er bekommt keine Luft mehr. Ein Bekannter hat ihm Tabletten empfohlen, die rasche Linderung bringen.
Robert spürt, dass hinter seinen Beschwerden etwas Ernstes steckt. Er hat Angst, seinen Beruf als Angestellter der großen Versicherungsgesellschaft Global in Düsseldorf nicht mehr ausführen zu können. Sein Beruf ist mit vielen Reisen verbunden. Reisen, bei denen er sein tristes Dasein ein bisschen vergessen kann. Da kommt ein Auftrag in Cannes sehr gelegen. Die Jacht des deutschen Bankiers Hellman ist in die Luft geflogen. Mit ihm fanden 12 Menschen den Tod. War es Selbstmord oder Mord?

In Cannes lernt er Angela kennen. Sie war zu Hellmanns 65. Geburtstag auf dessen Yacht eingeladen. Ein verdorbener Magen hat ihr das Leben gerettet.
Robert muss die große rothaarige Frau befragen. Robert ist von der natürlichen Schönheit und Art dieser Frau begeistert. Angela zeigt ehrliches Interesse an ihm. Wünscht ihm einen schönen Tag. Wer hat Robert zuletzt einen schönen Tag gewünscht? Wer war das letzte mal aufrichtig freundlich zu ihm? Robert kann sich nicht erinnern .....

Meine Meinung

Von Anfang spürt man die Liebe, die beide auf Anhieb füreinander empfinden. Beide tragen eine Fassade, um ihre große Traurigkeit zu verbergen. Angela wehrt sich Anfangs gegen die Gefühle, die sie für den traurigen Deutschen empfindet. Dass gerade ein Wirtschaftsverbrechen an ihrer Begegnung schuld ist, empfand ich als Ironie des Schicksals. Robert hat es in Cannes mit skrupellosen Superreichen zu tun. Man weiß lange nicht, wer die Yacht Hellmanns in die Luft gejagt hat. 
Eigentlich verrät der Prolog schon das Ende. Dennoch vergesse ich es beim Lesen jedes mal, da ich viel zu gefangen in dieser wunderbaren Romanze bin. Der Schreibstil ist nüchtern und schafft es trotzdem die Romantik rüber zu bringen. Das ist, meiner Meinung nach, bei einem Wirtschaftskrimi gar nicht so einfach. Kritisch nimmt der Autor die reiche Gesellschaft unter die Lupe. Trotzdem kommt diese Liebesgeschichte nicht einen Moment zu kurz.
Man merkt, dass dieser Roman in den Siebzigern geschrieben wurde. Angela und Robert genießen eine Zigarette nach der anderen. Alkohol fließt in Strömen. Gutes Essen wird zu jeder Tageszeit verzehrt. Die Passagen, in denen Angela in ihrer wunderbaren Wohnung gekocht hat, mochte ich besonders gerne. Sie haben gezeigt, wie beide sich an ein kleines Stückchen Glück geklammert haben. 

Sämtliche Protagonisten vermitteln einem ein Bild von den Superreichen. Ihre Ticks fand ich oft unglaublich. Ihre Oberflächlichkeit und Gier unerträglich. Angela bezeichnet sie als Freunde. Doch in ihrer größten Not hatte sie sich an keinen von ihnen gewendet. Mit Robert fängt sie wieder an wirklich zu lachen. Der traurige Ausdruck in ihren Augen verrät, dass sie in der Vergangenheit viel mitmachen musste. 

Robert lernt durch Angela wieder das Leben zu lieben. Ich fand ihn sehr sympathisch. Seine anfängliche Traurigkeit - sowie seinen neuen Lebensmut, spürt man zwischen den Zeilen.

Wunderbare Umgebungsbeschreibungen vermitteln einem Sonne, Meer und Urlaubsfeeling. Reichtum und Luxus findet man in Cannes an jeder Ecke. Ein normaler Beamter gehört da zu den armen Menschen. 

Ich habe dieses Buch nach vielen vielen Jahren sehr gerne wieder gelesen. Für die politisch- und gesellschaftlichen Themen habe ich natürlich nun ein besseres Verständnis. Die Nachwirkungen des Holocaust finden auch Erwähnung. Die Liebesgeschichte in diesem Krimi konnte mich zwar wieder berühren, mutete jedoch stellenweise etwas kitschig an. Aber mal ehrlich ... Verliebte verhalten sich halt manchmal so. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Mein Fazit

Ein gesellschaftskritischer Roman, der bis heute nichts an Aktualität verloren hat. Wenn auch in unserer Zeit das Ganze in anderen Dimensionen verläuft.
Ein kranker Mann, der mit 48 Jahren das erste Mal die große Liebe erlebt.

Ob mir das Ende gefallen hat? Nein! Vor einigen Jahren hatte ich viele Taschentücher gebraucht. 

Danke Johannes Mario Simmel

Eine Passage im Buch, die mich zum Lachen brachte. Ein Superreicher ist zu geizig, den Angestellten Trinkgeld zu geben. Der Gastgeber schämt sich dafür schon seit Jahren und legt immer selber Geld auf den Teller.

>>Die Diener reden schon über Sie. Ich habe ihnen deshalb fünfzig Francs gegeben und gesagt, sie seien von Ihnen.<<
Darauf der Herr: >>Fünfzig? Hundert hätten Sie ihnen geben müssen, Pasquale! Jetzt werden sie sagen, ich bin geizig!<<

Ich bin nicht geizig. Das Buch bekommt von mir die beste Bewertung!

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

weihnachten, kurzgeschichten, roman, wunder

Wunderweiße Tage. Zwölf winterliche Geschichten

Jeanette Winterson , Regina Rawlinson
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Wunderraum, 16.10.2017
ISBN 9783336547852
Genre: Romane

Rezension:

"Wunderweiße Tage" ist nun meine Weihnachtsbibel
Meine Meinung
Ich habe mich auf Anhieb in die wunderschöne Aufmachung des Buches verliebt. Der goldbraune Leineneinband und der himmelblaue Leserücken punktet in seiner eleganten Schlichtheit. Schrift und Sterne darauf komplementieren diesen Eindruck noch mehr. Gleich am Anfang wird uns Weihnachten näher gebracht. Der Geist der Weihnacht hält dadurch automatisch Einzug beim Leser.
Es gibt nicht viele weihnachtliche Bücher, die mich bisher in festliche Stimmung gebracht haben. "Wunderweiße Tage" hat es geschafft. Die Autorin liebt Weihnachten. Das ist auf jeder Seite spürbar. Die Geschichten sind wunderschön und stimmig. Besonders die Geschichte "Schneemama" konnte mein Herz berühren. Die zwölf Geschichten kommen mal festlich- mal spirituell-gruselig daher. Nach jeder Geschichte präsentiert uns die Autorin weihnachtliche Rezepte. Wie sie die dem Leser nahe bringt, hat mir oft ein Grinsen in´s Gesicht gezaubert. Ist schon eine feine Sache, was Miss Winterson so mit ihrem AGA-Ofen zaubert.Die Weihnachtsrituale, die sie mit ihrer verstorbenen Autorenkollegin Ruth Rendell zelebriert hatte, fand ich einfach nur wunderbar. Irgenwie hatte ich das Gefühl, ich wäre mit dabei.
Jeanette Winterson erzählt auch aus ihrem Leben, welches nicht immer leicht war. Sie schreibt aber auf eine Weise, die selbst traurigen Themen eine gewisse Leichtigkeit verleiht. Man hat bei ihr das Gefühl, mit einer guten Freundin bei Glühwein und Keksen alles in ein besseres Licht zu plaudern. Dennoch geht nichts von der nötigen Ernsthaftigkeit verloren. Ob das letzte Weihnachten mit ihrem Vater oder Ruth Rendell, die Herzlichkeit und weihnachtliche Stimmung sprüht förmlich aus den den Seiten. 
Auch die Tipps zu Silvester und Neujahrsfeier haben mir sehr gut gefallen. Beim Käsegebäck ist mir das Wasser im Mund zusammengelaufen. Ich habe es tatsächlich gerochen, als es frisch aus dem AGA-Ofen kam ......
Mein Fazit
Seit meiner Kindheit hat mich kein Buch so in Weihnachtsstimmung versetzt, wie dieses magische Büchlein. Ein Leuchtherz hat auch mein Herz erwärmt. Die Geschichte dahinter ist bittersüß! Geschichten, die selbst den größten Weihnachtsmuffel dazu bringen können, einen Tannenbaum aufzustellen und zu feiern.
"Wunderweiße Tage" ist nun meine Weihnachtsbibel, die nächsten Weihnachten begleiten wird. 
Danke Jeanette Winterson.

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466 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 86 Rezensionen

fantasy, die gabe der auserwählten, liebe, kaden, mary e. pearson

Die Gabe der Auserwählten

Mary E. Pearson , Barbara Imgrund
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei ONE, 26.10.2017
ISBN 9783846600528
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung
In diesem Zwischenband geht es etwas ruhiger zu. Es geht nahtlos weiter. Rafe konnte Lia schwer verletzt zu dem Stützpunkt Marabella bringen. Beide sind sich nicht sicher, ob der Komziar noch lebt. Sie wissen nicht, wer im Moment im Sanctum das Sagen hat. Rafes Leute versorgen sie mit gutem Essen. Lia kommt langsam aber sicher wieder zu Kräften. Mich haben die Auseinandersetzungen zwischen Lia und Rafe etwas traurig gestimmt. Nachdem sie einen sehr beschwerlichen Weg zu ihrer Rettung hatten, hätte ich mir mehr Harmonie gewünscht. Lia will unbedingt nach Morrighan um klar Schiff zu machen. Sich den Missverständnissen stellen. Rafe bangt um Lias Leben. In Morrighan gilt Lia als Verräterin. Lia kann Rafe nicht verzeihen, dass er das Versprechen, sie nach Teravin zu bringen, nicht ernst gemeint hat. Bei Kaden blicke ich ehrlich gesagt nicht ganz durch. Hat er sich nun von von dem düsteren Königsreich Venda distanziert? Kann Lia ihm trauen? Kaden ist Rafe ein Dorn im Aug.Auch ich hatte stets das Gefühl, dass sich Lia Kaden immer mehr verbunden fühlt. 
Fakt ist, dass Rafe und Kaden Lias Leben schon mehrere Male gerettet haben. In Morrighan wird Lia des Verrats beschuldigt. >>Mutig genug, zwei Königreichen eine lange Nase zu drehen.<< (Seite 73)Meiner Meinung nach sind es mit Venda drei Königreiche, bei denen sich Lia wahrhaftig behauptet hat. Lia denkt oft an die Menschen in Venda. Manche Rituale vermisst sie sogar. Es passiert auch in diesem Band wieder viel. In diesem Band wird auch um geliebte Menschen getrauert. Lia trauert, Lia will Rache, Lia kämpft!
Mein Fazit
Ich freue mich auf das Finale. Worauf ich am meisten neugierig bin: Werden Prinzessin Arabella Jezelia, erste Tochter des Hauses Morrighan und Prinz Jaxon Tyrus Rafferty von Dallbreck ein Paar? Oder sollte ich besser König zu Rafe sagen?Kann Lia mit ihrer Begabung beide Königreiche retten? Kann sie ihr eigenes Leben retten? Wird es zu einem weiteren blutigen Krieg kommen?Gibt es den Komizar noch oder war Lia erfolgreich?
Ein ruhiger, dennoch spannender 3. Teil, der sehr neugierig auf das Finale macht.Eine absolute Empfehlung von mir, für diese komplexe Geschichte.
Danke Mary E. Pearson

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59 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

liebe, frankreich, bretagne, wolkenfischerin, claudia winter

Die Wolkenfischerin

Claudia Winter
Flexibler Einband: 420 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.12.2017
ISBN 9783442485734
Genre: Liebesromane

Rezension:

Zum Inhalt1998Nachdem Gwenaelles Vater Armel Durant gestorben ist, besucht sie mit ihrer Mutter und Schwester Maelys Tante Valérie in Paris. Yvonne Durant hat allen Lebensmut verloren. Verkraftet die Mitleidsbekundungen nicht mehr. In der kleinen Dachwohnung Valéries versucht sie Abstand zu gewinnen. Valérie scheint auf den ersten Blick eine oberflächliche Person zu sein, die ihr Leben von der leichten Seite nimmt. Gwenaelles Schwester Maelys drückt ihre Gefühle in gemalten Bildern aus. Schon bald wird klar, dass Yvonne vor ihrer Trauer nicht davonlaufen kann. Gwenaelle jedoch genießt das Pariser Leben, mit all seinen Facetten. Sie erhält von ihrer Mutter die Erlaubnis, die restlichen Ferien alleine bei ihrer Tante zu verbringen. Maelys ist sehr traurig darüber. Gwenaelle tröstet sie damit, dass sie sich bald wieder sehen.2017Claire ist eine Frau, die die Kariereleiter in einem Berliner Verlag hochgeklettert ist. Jedoch weiß niemand, dass ihr Leben auf einer Lüge basiert. Weder ist sie eine Pariserin- noch hat sie Kunst studiert. Da erkrankt ihre Mutter und sie muss nach Frankreich in die Bretagne. Jemand muss sich um die gehörlose Schwester kümmern. Das passiert zu einem Zeitpunkt, in dem Claire einen tollen Job von ihrem Chef angeboten bekommt. Meine MeinungIch war in Paris. Endlich! Da wollte ich schon lange mal hin. Bei welchen Reisebüro ich gebucht habe? Bei keinem. Ich habe das Buch "Die Wolkenfischerin" gelesen. Ich durfte einen Blick in die Kunstszene werfen. Hab Pariser Stadtluft inhaliert und in einem urigen Café Croissants in Café Olé getunkt. Ich war auch in Berlin und in der Bretagne.Claire Durant ist eine warmherzige Frau, die ein Lügennetz gesponnen hat. Sie arbeitet in Berlin für das Gourmet Magazin Genusto. Ihr Chef  Sebastian Hellwig weiß ihre Leistungen zu schätzen. Bietet ihr einen tollen Job an. Sie soll ein Kunstmagazin leiten. Dafür muss sie nach Paris zu einer Bilderausstellung. Das sollte eigentlich kein Problem sein, wenn sie nicht just zum gleichen Zeitpunkt aus einer Klinik in der Bretagne einen Anruf erhalten würde. Ihre Mutter liegt im Krankenhaus. Die alte Dame ist gestürzt und muss noch länger in der Klinik bleiben. Doch, wer kümmert sich dann um die gehörlose Schwester?Ich sag Euch, ab da wird es turbulent. Es reicht ja noch nicht, dass Claire viel Stress hat um in der Bretagne für ihre Mutter und Schwester da zu sein und in Paris bei der Bilderausstellung zu agieren. Nein, der liebenswürdige Chef erscheint an ihrem wirklichen Geburtsort in der Bretagne. Jeder braucht mal ein bisschen Urlaub. Claire findet für die die Ausstellung in Paris eine Lösung. Eine Lösung, die meine Lachmuskeln arg strapaziert hat. Was sie alles unternommen hat, um ihren Chef in der Bretagne nicht zu begegnen, ist Wahnsinn pur. Nein, nicht für uns! Für den Chef Sebastian! So eine Dorfgemeinschaft hält zusammen .... aber nicht dicht. So kann ein Urlaub schon mal in einen Abenteuerurlaub ausarten, bei dem man sich für Dinge entschuldigt, die man gar nicht verbrochen hat. In dieser Geschichte wird Trauer mit einer warmherzigen und humorvollen Handlung verwoben. Die Settings vermitteln ein genaues Bild der verschiedenen Orte. Sei es der Berliner Altbau in dem Claire wohnt, oder die Pariser Dachwohnung von Valérie. Das Haus in der Bretagne löst Fernweh aus. Man möchte an den Atlantik und lange Strandspaziergänge machen. Mal spielt sich die Geschichte 1998 in Paris- dann wieder 2017 in Berlin und der Bretagne ab.Das Werben um einen Bräutigam in Moguériec erfordert etwas Backkunst. Einen Butterkuchen für die große Liebe. Ist das nicht romantisch und äußerst lecker? Die französischen Worte bringen einem Frankreich ein ganzes Stück näher. Oh mon dieu! Frankreich ist wunderschön.Das Thema Gehörlosigkeit bringt einem den Alltag betroffener Menschen ein kleines bisschen näher. 

Mein FazitDiese Geschichte besticht durch liebenswerte Charaktere. Die Umgebungsbeschreibungen laden zum Träumen ein. Geheimnisse und Lügen verpassen dem Ganzen Spannung. Französische Begriffe hauchen Pariser Flair ein. 

Leckere Rezepte runden die Geschichte ab. Und dann noch dieses Kribbeln im Bauch ....Lust auf Paris? Sehnsucht nach der Bretagne? Dann werdet doch ganz einfach eine Wolkenfischerin. Ihr werdet mit Sicherheit einen tollen Fang machen. Dafür sorgt die Autorin, mit ihrem unnachahmlich humorvollen Schreibstil.
Danke Claudia Winter. Merci Claudia.

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36 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

kinderbuch, märchenbuch, kurzgeschichten, hans christian anderse, die schönsten märchen

Die schönsten Märchen

Hans Christian Andersen , Floriana Storrer-Madelung , Vilhelm Pedersen , Lorenz Frölich
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 10.07.2017
ISBN 9783328101505
Genre: Klassiker

Rezension:

Meine Meinung

Es war einmal ein kleines Mädchen. Das liebte Märchen gar sehr. Die Geschichten um verwunschene Prinzen raubten ihr den Atem. Sie wollte gerne eine Prinzessin sein und einen Prinzen heiraten. Vor Fröschen wurde ihr die Angst genommen, da ein einziger Kuss einen Prinzen daraus werden ließ.
Tränen lachte das kleine Mädchen, als der Kaiser neue Kleider trug. Sie verstand, dass Einbildung auch eine Bildung ist. 
An dem Versuch mit der Erbse scheiterte sie. Sie konnte sie nicht spüren. Doch, die Geschichte konnte sie berühren. Um den Zinnsoldaten weinte sie gar sehr. Um die Ballerina noch mehr.
Der fliegende Koffer weckte in ihr den Wunsch zu reisen. Durch die Lüfte zu fliegen. Vielleicht könnte sie so ja doch noch einen Prinzen kriegen. 
Ein kleines Däumelinchen wollte sie nicht sein. Ist die Geschichte darum auch noch so fein.
Meeresjungfrauen fand sie so richtig mystisch. Das zeigte die Geschichte ganz richtig.
Was aus einer Erbsenschote so alles wuchs verfolgte sie ganz gespannt. Sie hatte den Sinn der Geschichte gut erkannt.
Eine Tekanne mochte sie schon immer. Man kann dort so einiges erkunden. Das kleine Mädchen hat in der Geschichte viel gefunden.
Von Zahnweh bis zu wunderschönen Schwänen, kann man in diesem schönen Büchlein viel erwähnen. Das kleine Mädchen liebte es sehr.

Das kleine Mädchen war ich.

Mein Fazit

Dieses wunderschöne Büchlein erinnerte mich an meine Kindheit. In dieser Ausgabe durfte ich auch Märchen lesen, die ich bisher nicht kannte. Eines davon: Die Schneekönigin! Dieses Geschichte fand ich besonders schön. Es handelt sich um eine Märchen, in 7 Geschichten.

Ich habe mich sehr gerne von den schönen Märchen verzaubern lassen. Von den mir bekannten- sowie unbekannten Geschichten verzaubern lassen. 
Das kleine Mädchen ist schon lange groß. Im Herzen bleibt sie immer ein bisschen klein und findet die Geschichten fein. 

Das Cover zeigt Szenen aus verschiedenen Märchen. Der Schreibstil ist original wiedergegeben. 

Eine absolute Empfehlung von mir.

Danke Hans Christian Anderson. Wo du auch jetzt sein magst.

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15 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

liebesdrama, liebesroman

Weil ich an uns glauben wollte

Hannah Beckerman , Ulrike Moreno
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.07.2017
ISBN 9783404175543
Genre: Liebesromane

Rezension:

Meine Meinung
Droge Nummer 1 spielt in diesem Drama die Hauptrolle. ALKOHOL!Er ist raffiniert und unberechenbar. Er tarnt sich in Gesellschaft als Stimmungsmacher. In Krisenzeiten als Seelentröster. Und in aggressiven Phasen als brutale Bestie!
Hannah Beckerman hat dieses Thema total identisch rübergebracht. Ich kannte eine Frau deren Mann Alkoholiker war. Oftmals sah ich diese Frau in Bex Verhalten wieder.Die Geschichte um Bex und David fängt eigentlich sehr harmonisch an. Sie heiraten und bekommen einen Sohn. Bex illustriert Kinderbücher. Ihr Traum ist es, auch einmal die Texte selber zu schreiben. David hat einen gut bezahlten Job und muss oft auch an den Wochenenden arbeiten. Beide genießen gerne zusammen ein Glas Wein. Beide besuchen gerne mal eine Party. Da trinkt David dann gerne mal einen über den Durst. David der Partylöwe. David der sympathische Stimmungsmacher.Da ist es doch wirklich nicht schlimm, wenn David am nächsten Tag mal seinen Rausch ausschläft.
Eine ganze Zeit lang verfolgt man das harmonische Eheleben der beiden. Doch bald schon findet man heraus, dass wir das Leben aus der Sicht von Bex kennen lernen. Das hat so gar nichts gemein mit der Realität. Nach einer Party zu Davids 40. Geburtstag muss sich Bex langsam aber sicher der Realität stellen.
Der Schreibstil der Autorin ist magisch. Man lebt das Leben der beiden. Man kennt sie. Bald schon durchschaut man die Lügen, die sich Bex selber erzählt. Sie verschließt die Augen vor dem Alkoholproblem ihres Mannes. Erst als David seinen Sohn bei einer Theateraufführung total blamiert, fängt Bex an sich dem Problem zu stellen.
Bex wird oft von stechenden Kopfschmerzen geplagt und hat unschöne Visionen, für die sie keine Erklärungen hat. Ihren Vater hat sie als kleines Kind bei einem Autounfall verloren. Sie kann sich an ihn kaum noch erinnern. Sie spürt, dass ihre Mutter Geheimnisse hat. Sie will wissen, was es mit den Bildern aus ihrer Kindheit auf sich hat, die bei Kopfschmerzen erscheinen. 
Abwechselnd wird die Geschichte aus der Sicht von Bex und ihrer Mutter erzählt. Man erfährt auch viel von Davids Problemen.Ich fand es total traurig, was der Alkohol aus diesem Mann gemacht hat.
Mein Fazit
Mir ging dieses Drama durch und durch. Um einem Alkoholiker zu helfen gibt es nur einen Weg. Der hat mich traurig gestimmt. Der familiäre Hintergrund von Bex und David ist problematisch. Kinder werden belogen, um ihnen keinen Schaden zuzufügen. Jedoch habe genau diese Lügen DAS getan. 
Ob mir das Ende gefallen hat? Ja und nein. Irgendwie geht es immer weiter.
Das ist nun das zweite Buch welches ich von der Autorin gelesen habe. Auch dieses Mal war ich von dem detaillierten und einfühlsamen Schreibstil gefesselt. Man kann mit den Protagonisten mitfühlen.
Danke Hannah Beckerman.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Wie The Secret mein Leben veränderte

Rhonda Byrne , Jochen Lehner
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Arkana, 15.05.2017
ISBN 9783442342181
Genre: Sachbücher

Rezension:

Meine Meinung

Positiv stimmendes Buch.
Vor 10 Jahren habe ich "The Secret - Das Geheimnis" gelesen. Mich konnte einiges davon überzeugen. Gerne habe ich nun Rhondas neues Werk "Wie the Secret mein Leben veränderte" gelesen. Ich habe es nicht in einem Rutsch durchgelesen. Vielmehr habe ich mir immer wieder ein paar Kapitel gegönnt.In diesem Buch kommen Menschen zu Wort, welche das Geheimnis angewendet haben. Es hat ihr Leben verändert. Ich konnte ehrlich gesagt nicht alles davon glauben. Dass Tumore, durch die Anwendung von dem Geheimnis verschwinden, wäre ja wirklich schön. Auch andere schwere Krankheiten sollen durch The Secret völlig verschwunden sein. Man soll den Ärzten ihre Arbeit machen lassen und parallel Secret anwenden. Ob das wirklich alles der Wahrheit entspricht, vermag ich nicht zu beurteilen. Glaube versetzt Berge. Leider habe ich bisher noch niemanden kennen gelernt, der so eine Wunderheilung erlebt hat.Eine positive Einstellung ist der wahre Schlüssel für ein erfolgreiches Leben. Man muss nur aufrichtig daran glauben, dann kann man Gesundheit, Wohlstand und ein glückliches Leben anziehen. Seine Wünsche klar und deutlich äußern. Aufschreiben und eine Tafel mit Bildern errichten, was man alles in sein Leben ziehen will. Bei Parkplätzen hat das bei mir bisher immer funktioniert. Auch bei anderen kleinen Dingen funktionierte das Geheimnis bisher. Leider befasse ich mich viel zu wenig mit der Materie. Ich bin da eher ein Skeptiker. Trotzdem lese ich Rhondas Bücher gerne, weil sie einen positiv stimmen. Ich denke, wenn man wirklich daran arbeitet, alles genau befolgt, kann man in seinem Leben vieles zum Positiven ändern. Das ist eigentlich kein Geheimnis. Alle erfolgreichen Menschen wissen das. Am meisten sind die Menschen zu beneiden, die stets zufrieden und glücklich sind. Dazu braucht man keinen zum Platzen gefüllten Geldbeutel. Sich jeden Tag für positive Dinge bedanken, ist wirklich empfehlenswert. Sei es eine gute Tasse Kaffee am Morgen oder das freundliche Lächeln einer Nachbarin. Es gibt bestimmt bei jedem Menschen täglich Dinge, für die es sich lohnt sich zu bedanken. Mag die momentane Situation auch noch so traurig sein.
Mein Fazit
"Wie the Secret mein Leben veränderte" ist ein kleines Büchlein, welches den Leser positiv stimmt. Was davon der Realität entspricht, vermag ich nicht zu beurteilen. Einige positive Dinge habe ich auch zu verbuchen. Mal ehrlich, Parkplätze sind knapp :-) Auch wenn ich nicht der Mensch bin, der das alles glauben kann, mag ich Rhondas Bücher sehr.  Ich bin mir sicher, vieles davon kann man wirklich in sein Leben ziehen. Doch, ist das ein Geheimnis? Jeden Tag sich für positive Dinge zu bedanken übernehme ich nun gerne. Ja, das mache ich sogar nun jeden Tag schriftlich. Ich lese gerne auch weitere Bücher der Autorin. Sie tun beim Lesen einfach gut.

Meine Lieblingszitat

>>Mir ist bewusst, dass ich gegen den Tod geliebter Menschen und Tiere nichts unternehmen kann, aber durch das Geheimnis weiß ich jetzt, dass ich durchaus Einfluss auf meine Reaktionen habe.<< (Seite 291)




Heute bedanke ich mich bei Rhonda Byrne für ihr positiv stimmendes Buch.Ich bedanke mich beim Arkana - Verlag für  das Rezensionexemplar.

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397 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 70 Rezensionen

drachen, fantasy, iskari, kristen ciccarelli, liebe

Iskari - Der Sturm naht

Kristen Ciccarelli , Astrid Finke
Fester Einband
Erschienen bei Heyne, 02.10.2017
ISBN 9783453271234
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt
Dieses märchenhafte Abenteuer wird noch lange Zeit in mir nachklingen. Ich bin begeistert.
Nachdem ich viel Gutes von diesem Fantasy-Roman gehört/gelesen habe, wollte ich ihn unbedingt auch lesen. Als ich das Buch dann in den Händen hielt, war ich mir nicht mehr so sicher. Klar, das Cover ist eine Augenweide. Aber, können mich Drachen wirklich begeistern? Meine Zweifel waren nicht gerechtfertigt. Vielmehr schreibe ich nun ein paar Zeilen, über mein Fantasy-Highlight 2017!
Asha ist eine Iskari. Sie jagt und tötet Drachen. Als Kind hat sie mit Geschichten den ältesten und mächtigsten Drachen Kozu herbeigerufen. Durch ihre Schuld sollen viele Menschen in ihrer Heimatstadt ums Leben gekommen sein. Kozu hat Asha viele Verbrennungen zugefügt. Eine Gesichtshälfte ist völlig vernarbt. Ihr ganzer Körper ist mit Brandnarben übersät. Es gleicht einem Wunder, dass Asha noch am Leben ist. Jarek hat ihr das Leben gerettet. Um ihre Schuld zu sühnen jagt und tötet sie Drachen.Ihr Vater bietet ihr einen Deal an. Wenn sie Kozu tötet, dann muss sie den brutalen Jarek nicht heiraten.

Meine Meinung
Die junge Asha mochte ich von Anfang an. Sie war stets der Meinung, dass in ihr das Böse schlummert. Wegen ihr sind schließlich viele Menschen ums Leben gekommen. Ihren Vater hingegen konnte ich überhaupt nicht leiden. Welcher normale Vater macht denn aus seiner eigenen Tochter eine Kampfmaschine? Er ist der König von Firgaard. Wie kann er nur seine Tochter diesem Jarek versprechen, der weder vor Mord noch sonstigen Grausamkeiten zurückschreckt? Er hätte doch die Macht gehabt, Asha von ihrer Schuld zu befreien. Sie war ein Kind. Sie konnte nicht wissen, was sie mit ihren Geschichten anstellen würde. Das waren so meine Gedanken.Er tat Asha gegenüber stets verständnisvoll. Er nährte ihre Schuldgefühle. Jarek ist der Fiesling in dieser Geschichte. Seine Aktivitäten ließen mich oft zweifeln, ob er denn wirklich der Retter von Asha war. Was genau passierte, wusste Asha ja nur von Erzählungen.Der Skral Torwin ist in dieser Geschichte ein wahnsinnig großer Sympathieträger. Er sah von Anfang an die sensible Frau hinter der Kriegerin. Normalerweise getraute sich keiner der Iskari ins Antlitz zu schauen. Sklaven schon gar nicht. Es war ihnen sogar verboten. Außerdem brachte es Unglück. 

Dieses Fantasy-Abenteuer punktet mit vielen sympathischen Protagonisten. Ebenso viele verdorbene Charaktere sorgen für Spannung. Ich habe oftmals um Asha gebangt. Wegen Schatten sogar ein paar Tränchen verloren. Wer Schatten ist, kann ich leider nicht verraten. Es wäre ein unverzeihlicher Spoiler.
Trotz Drachenkämpfen und anderen Grausamkeiten, versprüht diese Geschichte Romantik. Der Schreibstil ist flüssig und in der dritten Person. Besonders gut haben mir die märchenhaften Rückblenden von Ashas Vorfahren gefallen. Durch sie bekommt man ein besseres Verständnis für das Geschehen. Ich wusste wirklich lange nicht, wohin die Autorin mich führen wird. Das Setting lädt zum Träumen ein. Auf der anderen Seite lehrt es einem das Fürchten. Ashas Bruder Dax und ihre Cousine Safira sind Menschen, wie jeder sie um sich haben möchte.
Mein Fazit
Meine Zeilen werden diesem wunderbaren Buch nicht gerecht. Ich habe mir sehr schwer getan, etwas darüber zu schreiben. Viel zu schnell hat man zuviel verraten. Das Buch soll für jeden eine Überraschung sein. Ich würde mir wünschen, dass auch ältere Jahrgänge dieses Buch lesen. Man kann bei diesem Fantasyabenteuer einen gewissen Anspruch erwarten und wird nicht enttäuscht. Was ich über Drachen gelernt habe? Sie hören gerne Geschichten. Sie erzählen ihre Geschichten in Bildern. 
Ob mir das Ende gefallen hat? Ja. Ich warte nun gespannt auf die Fortsetzung.
Der Satz der mich am meisten berührt hat: >>Du könntest mich Asha nennen, wenn du willst.<< (Seite 219)
Mein Lieblingszitat: >>Wenn ich mein Leben lang an Lügen geglaubt hätte, würde ich mich nicht darauf verlassen, die Wahrheit zu kennen.<< (Seite 306)
Dieses märchenhafte Abenteuer wird noch lange Zeit in mir nachklingen. Ich bin begeistert.
Danke Kristen Ciccarelli

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122 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 66 Rezensionen

sterbebegleitung, sterben, tod, roman, hospiz

Und dann steht einer auf und öffnet das Fenster

Susann Pásztor
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.02.2017
ISBN 9783462048704
Genre: Romane

Rezension:

Zum Inhalt

Keine Angst! Es darf auch gelacht werden!

Einen fremden Menschen begleiten, der an einer schweren Krankheit leidet, ist eine sehr große Herausforderung. Die Hospizbewegung leistet da großartige Arbeit.
Dieses Buch erzählt von Fred, der eben seine Ausbildung zum ehrenamtlichen Begleiter abgeschlossen hat. Seine erste Klientin ist Karla. Sie leidet an Bauchspeicheldrüsenkrebs. 
Fred ist ein geschiedener Mann mitte 40. Seinem 13-jährigen Sohn versucht er ein guter Vater zu sein. Mit seiner esoterisch stark angehauchten Exfrau hat er so seine Probleme.

Karla ist eine einsame Frau. Von Schmerzen stark geplagt regelt sie ihren Nachlass. Eine große Hilfe ist ihr da Freds Sohn. 

Meine Meinung

Diese herzerwärmende Geschichte wurde von einer Frau geschrieben, die Ahnung von der Thematik hat. Sie beschreibt die Ängste und Unsicherheiten, die fast jeden Anfänger in der Sterbebegleitung plagen. 
Fred kommt sehr sympathisch und menschlich rüber. Klasse fand ich, dass er seinen Sohn Phil mit in die Begleitung involviert hatte. Denn, genau dieser Junge tat der schwerkranken Karla gut. Seine authentische und jugendliche Art, hatte die ältere Dame des öfteren aus der Reserve gelockt. Er brachte sie zum Lachen.  Ale er ihr einen Rapp vortrug, war Klara nicht die Einzige, die ein Schmunzeln auf den Lippen hatte. Ich als Leserin habe Tränen gelacht. 
Besonders gut gefiel mir, dass die Protagonisten nicht weichgezeichnet wurden. Mit allen Ecken und Kanten wurden sie beschrieben. Es handelt sich hier um kein Märchen, indem man jemanden die Hand hält, und die lieben Engelein kommen angeflogen. Vielmehr werden Ängste und Probleme beschrieben, die bei einer Begleitung auftreten können. 
Fred musste vor allen Dingen lernen, wie weit er sich in privaten Dingen einmischen darf. Musste lernen zu akzeptieren, dass manche Unstimmigkeiten nicht aus dem Weg geräumt werden können. Vor allen Dingen, dass man nicht über den Kopf eines schwerkranken Menschen Entscheidungen treffen kann und darf. Seien sie auch noch so gut gemeint. 


Mein Fazit

Selbstbestimmt sterben dürfen ist ein sehr großes Bedürfnis, welches die Menschen am Ende ihres Lebens haben. Frau Páztor ist darauf sehr sensibel eingegangen.
Mal aus der Sicht von Karla- mal von Fred, erfahren wir von Wünschen und Hoffnungen, in der letzten Lebensphase. 

Dieses Buch ist eine sehr großer Schatz für Sterbebegleiter oder Menschen, die es werden wollen.
Es handelt sich hier um eine fiktive Geschichte, die es aber so ähnlich gegeben haben könnte. 

Diese humorvolle und herzliche Geschichte empfehle ich sehr gerne. Mal ehrlich: Irgendwann öffnet jeder mal ein Fenster. Irgendwann wird es auch für uns geöffnet.

Danke Susann Pátor. Ich habe jedes Wort genossen.

Meine Lieblingszitate 

>>Nichts war hier in Ordnung, nichts war hier normal. Trotzdem war er gern hier.<< (Pos. 1222 auf dem Reader)

>>Ich fühle mich privilegiert, weil ich mich intensiv mit meinem Tod auseinandersetzen kann.<<(Pos.2513 auf dem Reader) 

>>Eine Beziehung zum Tod "als" letztes Geschenk des Lebens. Und dann die selbstbestimmte Form der Beisetzung als letztes Geschenk "ans" Leben. (Pos. 2505 auf dem Reader)

>>Karla starb nicht, weil sie aufhörte zu trinken. Sie hatte aufgehört zu trinken, weil sie starb.<< (Pos. 3116 auf dem Reader)

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314 Bibliotheken, 17 Leser, 0 Gruppen, 96 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, die perfekten, gene, zukunft

Die Perfekten

Caroline Brinkmann , Caroline Brinkmann
Fester Einband: 587 Seiten
Erschienen bei ONE, 25.08.2017
ISBN 9783846600498
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt


Rain ist ein Ghost. Sie lebt mit ihrer Mutter Storm in dem smokverseuchten Grey. Rain will nicht so leben. Sie möchte sich nicht mehr verstecken müssen. So sehr sie ihre Mutter auch liebt, macht sie ihr dennoch den Vorwurf, ein Schattendasein führen zu müssen. Storm war einst eine Rebellin. Das Essen ist knapp. Ohne Schutzmasken können sie nicht auf die Straße gehen. Drohnen kontrollieren die Bewohner. Keiner kann dem anderen trauen. Jeder könnte ein Lauscher sein. Berührungen sind verboten, damit keine Keime verbreitet werden. Die Menschen sind in Einser, Zweier und Dreier unterteilt. Einser können sich als Anwärter für eine bessere Welt bewerben. Eine Welt der Schönen. Eine Welt der genetisch Einwandfreien. Die Welt der Perfekten!Rain und Lark sind dabei sich anzufreunden. Lark hat eine kranke Schwester. Lark und seine Familie gehören zu den Dreiern. Es gibt für kranke Dreier keine Behandlung; geschweige denn Medikamente. Lark wird zum Verräter. Das hätte Rain beinahe das Leben gekostet. Aber nur beinahe. Rain ist eine Perfekte. Rain gehört zu den Gesegneten.

Meine Meinung
Die für Dystopien typisch düstere Atmosphäre, wird von der Autorin sehr gut eingefangen. Rain und Lark können nicht ehrlich zueinander sein. Lark wird zum Verräter, weil er seiner Schwester eine Behandlung ermöglichen möchte.Rain konnte auch nicht ehrlich sein. Die Vergangenheit ihrer Mutter könnte tödlich für sie sein.Mir hat Lark sehr leid getan. Stets stand er in einem Gewissenskonflikt. Er musste zum Verräter werden. Eigentlich hat jeder in Grey für sich und seine Familie gekämpft. Jeder wollte bei den Gesegneten Punkte erzielen, um ein besseres Leben zu haben.

Rain erlebte eine große Überraschung. Nachdem Lark sie verraten hatte, wird sie in das Land der Perfekten gebracht. Hope! Dort ist der Himmel wieder sichtbar. Die Menschen, die Häuser und Umgebungen sind schön. Die Luft ist rein. Das Essen ist gut. Alles ist PERFEKT! Kurz vor Rains Hinrichtung kommt eine Wahrheit ans Tageslicht, die die perfekten Bewohner von Hope in Staunen versetzt. Sie ist auch eine Perfekte. Nicht nur das .....
Rain weiß nicht was sie von dem Ganzen halten soll. Kann sie wirklich den Luxus genießen, wenn ihre Mutter und die Menschen in Grey nichts zu Essen haben? Wer sind die Verräter, die für sämtliche Menschenleben in Grey und nun auch in Hope verantwortlich sind?

Normalerweise würde ich ja lieber in einem Land wie Hope leben. Ich denke jedoch, mir würde es wie Rain ergehen. Diese perfekten Menschen, mit ihren perfekten Aussehen, mit achso perfekten Manieren, ihrer perfekten Kleidung, dem perfekten Essen und perfekten Häusern, gehen Rain auf den Nerv. Diese Oberflächlichkeit ist nichts für eine Kämpferin, die mit anderen Werten aufgewachsen ist.
In Grey musste man sich meist mit kalten, brackigen Wasser waschen. In Hope erlebt Rain ihr blaues Wunder in einer Duschwanne mit warmen Wasser. Ein Spiegel der sich nach ihren Wünschen erkundigt. Dienerinnen, die für ihr Outfit zuständig sind. Und und und. Das wird Rain alles zuviel. In Hope ist alles nur Show. In Hope ist alles zu glatt. Doch, auch dort gibt es Menschen, denen Rain vertrauen kann und will. Jedoch auch Menschen, die sie fallen sehen wollen. Sie kehrt zurück nach Grey, um die Kriege zu beenden. Sie muss sich das Vertrauen ihrer wirklichen Landsleute erkämpfen.

Mein Fazit

Eine erschreckende Welt, wie sie irgendwann sein könnte. Menschen, die zu minderwertig sind, um ihnen eine medizinische Behandlung zukommen zu lassen. 
Protagonisten, die zum Verrat gezwungen sind, um zu überleben und ihre Familien zu schützen. 
Für mich eine erschreckende Geschichte, die sich Dystopie nennt. Das ist sie aber nicht. Wir stecken bereits mittendrinn! Smog ist in unseren Städten kein Fremdwort. Medizinische Versorgung ist bereits ein großes Thema, welches uns immer mehr Ängste beschert. Klassenunterschiede werden immer mehr deutlich. Mobbing ist an der Tagesordnung. Jeder will der Beste sein. Jeder will das größte Stück vom Kuchen. 

Die Autorin konnte mich mit ihrem lockeren Schreibstil von der ersten Seite an abholen. Das Setting spiegelt die dramatischen Zustände in Grey exakt wieder. Die Protagonisten sind gut gezeichnet. Man kann sich wunderbar in sie hineinversetzen. Man kapiert, dass Verrat nicht gleich Verrat ist. 
Eine Dystopie, die meiner Meinung nach, nicht mehr weit von der Realität entfernt ist. 
Eine dramatische Wahrheit, bei der wir zu einem sehr großen Teil mitverantwortlich sind. 

Trotz all der schlimmen Zustände in Grey gibt es HOFFNUNG! Dafür muss nach nicht nach Hope reisen. Es reicht der Zusammenhalt zwischen den Menschen. Zusammen sind wir stark. Nur zusammen kann man Schreckliches abwenden.

Ich empfehle dieses Jugendbuch allen Altersklassen. Lest es! Es ist egal ob ihr Einser, Zweier, Dreier oder Perfekte seid. Es wurde für Alle geschrieben. 
Ach, und ehe ich es am Ende noch vergesse: Ich liebe Rains Haustier. Eine Mutation, welche ich in mein Herz geschlossen habe. 

Für mich ist die Geschichte perfekt!

Danke Caroline Brinkmann.

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268 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 106 Rezensionen

paris, roman, nanny, familie, mord

Dann schlaf auch du

Leïla Slimani , Amelie Thoma
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 21.08.2017
ISBN 9783630875545
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung
Gleich zu Anfang möchte ich darauf hinweisen, dass dieser Thriller harte Kost für Mütter von kleinen Kindern sein dürfte. Im Prolog erlebt mein ein Massaker mit, welches wahrlich nicht leicht verdaulich ist. Myriam und Paul sind ein Ehepaar mit stark ausgeprägten beruflichen Ehrgeiz. Myriam leidet darunter, nur noch Mutter und Hausfrau zu sein. Um ihren Beruf als Anwältin nachzugehen, stellen sie eine Nanny ein. Louise ist ein Frau um die 50. Louise ist klein, zart und geschminkt wie ein Püppchen. Sie hat feingliedrig Hände, trotz ihrer Arbeiten im Haushalt. Ihre Fingernägel sind stets tadellos lackiert. Sie hat Kräfte. Sie ist zäh. Louise kommt mit den Kindern fabelhaft zurecht. Louise bekocht die Familie und deren Freunde. Louise hält die kleine Pariser Wohnung Im 10. Arrondissement tadellos sauber. Ohne Louise geht gar nichts mehr. Sie wird unentbehrlich. Genau das will sie! 
Mir hat Louise irgendwie leid getan. Ihre Einsamkeit springt einen förmlich an. Ihr Leben war und ist alles andere als leicht. Für Myriam konnte ich keine Sympathie entwickeln. Sie kam mir manchmal vor, als wenn sie Mutti sein wollte, wenn es ihr gerade in den Kram gepasst hat. Obwohl man eigentlich gleich zu Anfang erfährt, was mit den Kindern passiert ist, fiebert man dem Ende entgegen. War es wirklich Louise, die den Kindern so etwas Grausames angetan hat? Ich war auf ein Ende gefasst, welches den Prolog Lügen straft. Dachte mir, da liegt bestimmt ein Missverständnis vor.
Gesellschaftskritisch beschreibt die Autorin das Leben eines Ehepaares, welches überwiegend die  eigenen Interessen vertritt. Myriam wollte Kinder, aber nicht auf ihren Beruf verzichten. Noch nicht einmal kürzer treten. Lieber vertraut sie diesem eigenartigen Persönchen, von dem sie eigentlich gar nichts weiß. 
Der Schreibstil mutet nüchtern an. Darüber war ich froh. Ich konnte keinen richtigen Bezug zu den Kindern aufbauen. Ich wusste von Anfang an; es gibt diese Kinder nicht mehr. Wer will schon zu fremden, toten kindern eine Bindung aufbauen? Wer will sie an sich heran lassen? Wer würde das verkraften?
Mein Fazit
Ein Thriller, der in der dritten Person erzählt wird. Das Augenmerk ist hauptsächlich auf die eigenartige Nanny gerichtet. Obwohl das Ende gleichzeitig der Anfang ist, rast man förmlich durch die Seiten. Der nüchterne Schreibstil verhindert, dass man als Leser verzweifelt. Der Prolog strapaziert Nerven und Gemüt ohnehin bis an die Grenzen. Man würde es gar nicht die ganze Geschichte entlang aushalten. Das Baby ist tot. Das kleine Mädchen wird ihr Leben bald aushauchen. Nein, mehr will und kann man nicht verkraften!!! Louise kann nicht mehr befragt werden. 
Ein brillanter Thriller, den ich nur bedingt empfehlen kann. Nicht jede Mami kann ihn verkraften. 
Danke Leïla Slimani

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(33)

44 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

wien, roman, ohne perspektive, absturz, österreicher

Wer hier schlief

Isabella Straub
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Blumenbar, 15.09.2017
ISBN 9783351050429
Genre: Romane

Rezension:

Zum InhaltPhilipp Kuhn ist eine Mann, der aus seinem alten Leben ausgebrochen ist. Für Myriam lässt er sein altes Leben zurück. Seinem guten Job, Ehefrau Vera und  der Luxusvilla kehrt er den Rücken.Doch, er kann Myriam nirgends mehr finden. Weder an ihrem Arbeitsplatz; noch in ihrer Wohnung. Sein Magen rebelliert noch mehr als sonst. Obdachlos und ohne finanzielle Mittel irrt er durch die Stadt. Meine MeinungSelten habe ich ein Buch gelesen, welches eine so düstere und doch auch wieder positive Atmosphäre verbreitet. Philipp Kuhn ist alles andere als ein Mann, der Frauenherzen höher schlagen lässt. Seine Magensäure quält ihn ständig. Er muss aufpassen was er isst. Er sucht eine Frau, die mit falschen Karten gespielt hat. Kann sie telefonisch nicht erreichen. Ihren Arbeitsplatz in einem Hotel hat sie auch nicht mehr. Ein fremde Frau wohnt nun in ihrer Wohnung. Sein Geld, welches in Myriams Wohnung war, ist weg. So wie Myriam halt auch.Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie Philipp sich fühlte, als er feststellen musste, welches falsche Spiel seine große Liebe mit ihm gespielt hat. Von einem auf den anderen Tag obdachlos und ohne Job. Die Kreditkarte gesperrt und beide Frauen für ihn nicht mehr erreichbar. Trotzdem weint er seinem Job bei SECURELLA nicht nach. Wer braucht schon Sicherheitstüren, wenn er seine große Liebe sucht? Wer weint schon einer Frau nach, die mehr Geschäftspartnerin als Ehefrau war?Im Fitnessstudio lernt er eine Mitarbeiterin kennen, die ihm Übernachtungen ermöglicht. Die Ideen, die Tamara und ihre Gruppe haben, fand ich sehr originell.  
Im Hotel Krone lernt Philipp den alten Mann Solak kennen. Philipp erkundigt sich nach Myriam. Im gefällt nicht, was er dort zu hören bekommt. Aber, nun hat er einen betagten Freund, der ihn mit der Süßigkeit Lokum versorgt, die seinen Reflux auf Hochtouren bringt.

Alle Protagonisten in dieser Geschichte fand ich sehr speziell. Besonders die Wohnnomadengruppe, der sich Philipp anschloss. Für Philipp war das Leben auf einmal sehr schwer. Nicht einmal seine Mutter bot ihm einen Schlafplatz an. Sein Jugendzimmer hat sie untervermietet. Seine Schwester aus Amerika hat auch selten ein gutes Wort für ihn. 

Die Geschichte wird aus der Sicht von Philipp erzählt. Der Schreibstil mutet verspielt und anspruchsvoll an. Nichts in dieser Story ist einfach nur ganz normal. Nein, Personen und Orte sind wirklich so ganz anders, als man es aus anderen Büchern mit Ehedramen kennt. Für mich ist es ein Ehedrama. Wenn jemand ohne mit der Wimper zu zucken alles hinter sich lässt, kann es doch keine gute Ehe gewesen sein. Philipp wusst oftmals nicht, wo er die kommende Nacht verbringen soll. Nicht einmal hat er mit dem Gedanken gespielt, zu seiner Frau zurückzukehren.
Sein Arbeitskollege und Freund Ben hat ihn auch im Stich gelassen. 

Mein Fazit

Ein flüssiger Schreibstil mit mit wunderschönen Zitaten macht diese Geschichte zu etwas Besonderen. Die Protagonisten sind sehr speziell. Viele neue Menschen kreuzen Philipps Wege. Wege, die er so eigentlich nicht gehen wollte. 

Drei Worte, mit denen ich diese Geschichte beschreiben kann: Traurig, witzig, speziell.

Meine Lieblingszitate

>>Lob war wie Truthahn, einmal im Jahr war genug.<< (Pos.602 - Kapitel 5)

>>Wenn man nicht weiß, ob man möglicherweise vergeblich wartet, ist die Gegenwart ausgelöscht. Eine Zeit ohne Substanz.<< 

>>Idealismus entsteht im Mangel, nicht im Überfluss.<< (Pos. 2048 - Kapitel 7)

>>Wenn einer stirbt, hinterlässt er Waisen, und das müssen keine Menschen sein, dachte er. Das konnte ein Spiegel sein, ein Buch, das man berührt, eine Pflanze, die man gegossen, eine Marotte, die man gepflegt hat.<< (Pos. 3401 - Kapitel 4)

Ich empfehle das Buch an alle, die mal eine außergewöhnliche Geschichte lesen möchten. 

Danke Isabella Straub

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78 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

hoffnung, liebe, kurzgeschichten, frauen, kleine geschichten

Kleine Fluchten

Jojo Moyes , Karolina Fell
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 20.10.2017
ISBN 9783805200172
Genre: Romane

Rezension:

Zum Inhalt

Beim Stöbern habe ich dieses Büchlein mit Kurzgeschichten entdeckt. Die Geschichten regen zum Nachdenken an und lassen einen des öfteren Schmunzeln. Alle Kurzgeschichten haben mir gefallen. Vier davon haben den größten Eindruck bei mir hinterlassen.

Evie entdeckt in einer schicken Boutique einen teuren Mantel, den sie sich nicht leisten kann. Evies Mann ist arbeitslos. Die Raten für das Haus müssen noch abgezahlt werden. Die Kinder versorgt werden. In ihrem Bürojob ist sie jeden Tag den Luxusgütern ihrer Freundinnen ausgesetzt. Bei jeder Mittagspause präsentieren sie neue Errungenschaften. Mal eine Handtasche, mal teure Schuhe usw. In der Mittagspause gehen sie gerne schick essen. Evie bleibt ihm Büro und verzehrt ihr Käsebrot. Doch, dann macht sie eine Entdeckung, die ihr Käsebrot zu einer Delikatesse werden lässt ....
Evies Geschichte hat mir besonders gut gefallen; zeigt sie doch, dass nicht alles so ist, wie es scheint.

Chrissies Geschichte ist auch etwas Besonderes. Sie muss für ihre Schwiegermutter ein teures Parfum kaufen, welches nicht überall erhältlich ist. Ihr Mann David und seine Mutter setzten Chrissie stets unter Druck. Da begegnet sie einem verständnisvollen Taxifahrer ....

Sam sagt ihren Fettpölsterchen in einem Fitnesscenter den Kampf an. Versehentlich nimmt jemand ihre Sporttasche mit heim. Sam hat nun eine Tasche mit roten Krokodilschuhen, die ihr eine Nummer zu groß sind. Und doch sollen diese Luxustreter ihr Leben verändern .....

Alice Herring ist wirklich eine Wucht. Bei dieser Geschichte musste ich oft grinsen. Sie arbeitet in einem Schmuckgeschäft, welches überfallen wird. Der Verbrecher, der sie in Schach hält, muss bald erkennen, das sie auf ihn aufpasst. KÖSTLICH!

Miranda Lewis führt ein Leben, welches ziemlich langweilig ist. Ihr Mann braucht zum Glück eigentlich nur sein Essen und den Sportkanal. Da findet Miranda auf offener Straße ein Handy. Eigentlich wollte sie es gleich zurückgeben. Aber, was machen, wenn die Kommunikation mit einem Fremden das Leben bereichert? Ist es schlimm, wenn der Fremde nicht ahnt, wem er heiße SMS sendet? 


Meine Meinung

Die Autorin präsentiert acht schöne Geschichten. Mal besinnlich,- mal lustig. Es handelt sich dabei um Ereignisse mitten aus dem Alltag. 
Dieses kurzweilige Büchlein habe ich sehr gerne gelesen. Es enthält viele Wahrheiten. Greift alltägliche Probleme auf. Dies stets mit einem Zwinkern.
Ist es Magie? Ist es Zufall? Bei einigen Geschichten war ich mir da nicht mehr so sicher. 

Mein Fazit

Kleine Fluchten passt gut zur Vorweihnachtszeit. Es zeigt Fluchtwege, um den oftmals tristen Alltag zu entrinnen. Lädt zum Träumen und erzählt von Frauen, die so sind wie du und ich.

Der gewohnt magische Schreibstil von Jojo Moyes, und ihre liebenswerten Protagonistinnen, machen dieses Büchlein zu etwas Besonderen. Erwähnenswert sind die schönen Illustrationen im Buch.

Eine absolute Empfehlung von mir.

Danke Jojo Moyes

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

nationalsozialismus, tod;, koffer, verfolgung, japan

Hanas Koffer

Karen Levine , Mirjam Pressler
Flexibler Einband: 152 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.08.2017
ISBN 9783473523085
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Meine Meinung

Das Thema Holocaust ist nicht tot zu kriegen. Das ist auch gut so. Unsere momentane Politik braucht Auffrischung dieser Art. 
Mich hat diese Geschichte um Hanna sehr berührt. Was sie und ihr Bruder George mitmachen mussten, ist Wahnsinn pur. Noch mehr Wahnsinn ist jedoch, dass dies ja kein Einzelschicksal war. Über die Ausmaße dieses Wahnsinns wissen wir ja alle Bescheid.

Nun zu der Geschichte selber. Ich habe schon sehr oft zu dieser Thematik Romane gelesen. Hier handelt es sich um eine Biographie. Sie erzählt von der kleinen Hannah und ihrem Bruder George. Zwei Kinder, die bei liebevollen Eltern aufwachsen durften. Aufwachsen ist nicht ganz richtig. Man hat ihnen ihre Eltern weggenommen. Dann ihr Zuhause. Die Kindheit endete radikal. Weil Hitler es so wollte!

Viele dieser Menschen, die so etwas mitgemacht haben, geraten in Vergessenheit. Hanna lebt weiter. Fumiko Ishoka leitet in Tokio eine Holocaust-Museum. Sie hat ihr ganzes Herzblut in dieses Museum hineingesteckt. Bringt den japanischen Schülern den Holocaust näher. Lernt ihnen ein Gefühl zu entwickeln, für die dramatischen Ereignisse, damals in Europa.
Mit viel Engagement ergattert die freundliche Japanerin Museumsstücke von Kindern. Darunter der Koffer von Hanna. 



Die Kinder aus Japan wollen nun mehr über das Mädchen Hanna wissen. Wer war sie? Was hat sie für Spiele gespielt? Wo war sie Zuhause? Lebt sie noch?

Alleine dieser Koffer rührt schon zu Tränen. Ein glückliches Mädchen, von dem heute noch ein Koffer übrig ist.
Fumika nimmt eine lange Flugreise in Kauf, um mehr über Hanna zu erfahren. Sie und ihre Schulkinder sollen wissen, wer Hanna war. Ihre Recherchen führen sie zu Hannas Bruder George in Toronto. Der überlässt dem Museum Bilder von sich und seiner Familie. Er besucht das Museum in Tokio.  Nun hat der Koffer ein Gesicht und eine Geschichte. Hanna lebt weiter! Keiner wird sie jemals wieder vergessen. 
George konnte das Versprechen, seine Schwester zu beschützen, nicht einhalten. Wie denn. er war doch selber noch ein Kind!!!




Mein Fazit

Bitte lest dieses Buch. Die Geschichte wird zwar nüchtern erzählt, berührt einen aber dennoch wahnsinnig. Wir erleben die glückliche Zeit der Kinder in Nove Mesto (Tschechoslowakei) mit. Die Ängste der beiden, als ihnen Stück für Stück ihr Leben weggenommen wird. Viele Bilder im Buch lassen uns am Leben der Familie Brady teilhaben. Bei Hanna und George habe ich nun wirklich das Gefühl, beide zu kennen. 
Besonders die Zeichnungen von Hanna gehen einem zu Herzen.

Ich möchte nicht mehr erzählen. Lest dieses Buch. 
Danke Fumika Ishoka. Durch sie lebt Hanna in unseren Herzen weiter.

Danke Karen Leve

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

liebe, roman, glück, versuchen wir das glück, liebesroman

Versuchen wir das Glück

Barbara Leciejewski
E-Buch Text: 223 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 03.10.2017
ISBN 9781542098724
Genre: Liebesromane

Rezension:

Zum Inhalt
Helene bringt ihren Mann zum Zug. Winkt ihm nach. Ist unglücklich. Vermisst die Gemeinsamkeit und Liebe zu ihrem Mann.Die Lehrerin zieht gedanklich Bilanz. Was ist das für ein Leben, das sie führt? Wann hat sie angefangen so unglücklich zu sein? Sie sieht einen Mann von hinten. Diese Gangart kennt sie. Sie geht ihm nach und spricht ihn an. Es ist tatsächlich Ludwig. Ludwig, ihre große Liebe. Ludwig, ihr  Retter in der Not. Sie besuchen gemeinsam das Bahnhofsrestaurant. Teilen sich eine Suppe. Trinken Kaffee. Einer lässt den anderen an seinem Leben teilnehmen. Durch Worte und Gesten arbeiten sie 25 Jahre auf. 25 lange Jahre, seit ihrer Trennung.
Ludwigs Zug hat Verspätung. Hat auch die Liebe Verspätung?
Meine Meinung
Ein kalter Bahnsteig, Durchsagen und viele Menschen, die entweder gerade verreisen oder ankommen. Ein Mann den man nicht liebt. Man steht da und winkt ihm nach.
Die Melancholie dieser Szene ist sehr gut eingefangen. Helenes Depression spürbar. Ihre Freude Ludwig zu treffen ebenso.Von Anfang an spürt man die starken Gefühle, die beide für einander hegen. 
Ich fand es sehr spannend, in Rückblicken Helene und Ludwig als junge Menschen kennenzulernen. Beide haben ein großes Traumata hinter sich. Bei Ludwig ist es äußerlich erkennbar. Helenes Seele hat als Kind großen Schaden genommen.Sie sind zusammen in die Schule gegangen. Haben beide für Gerechtigkeit gekämpft. Waren einfach anders als andere. Ludwig der Vernünftige. Helene die temperamentvolle, die ihr Herz stets auf der Zunge trug. Einer stand für den anderen ein. Sie waren unzertrennlich. Es war jedoch ein langer Weg, bis die beiden ein Paar wurden.
25 Jahre, in denen sich beide vermisst haben. Man erfährt, was zu ihrer Trennung geführt hat.Ich fand das sehr traurig und unnütz. Ich dachte mir, dass es bestimmt eine andere Lösung gegeben hätte. Helene und Ludwig kommen sehr sympathisch rüber. Ich habe gehofft, dass die beiden wieder zusammen kommen. 
Tisch 10 in der Bahnhofsgaststätte wird für beide ein ganz wichtiger Ort. Ein zaghaftes Näherkommen und das Gefühl, einen längst verlorenen Schatz wieder gefunden zu haben.
Mein Fazit
Bei dieser Geschichte weiß ich wirklich nicht wo ich anfangen soll. Sie ist sehr emotional, ohne dabei in´s Kitschige abzudriften. Die Liebe zum Detail ist bei jedem Wort spürbar. Eine vielschichtige Geschichte, die einem das Gefühl gibt, die beiden wirklich zu kennen. Die Story handelt überwiegend von zwei Personen. Helene und Ludwig sind sehr unterhaltsam. Man möchte als Leser gar nicht viel mit anderen Protagonisten zu tun haben. Die Beiden genügen. Ihre Geschichte ist interessant und berührend. 

Der Schreibstil ist gefühlvoll und flüssig und wird aus der Sicht von Helene erzählt.
Von der jugendlichen Unbedarftheit ist nicht mehr viel übrig. Gerade die ist es doch, die das Leben leichter macht. Die Gefühlen freien Lauf lässt. 
Ob beide sie wieder ein bisschen zurückholen können? Ich sage nur: Zimmer 212!

Eine absolute Empfehlung von mir!

Meine Lieblingszitate

Helene:
>>.....er war ein Naturereignis, man konnte sich dem nicht entziehen, und man konnte nicht dagegen ankämpfen. Helene hatte das noch zuvor so intensiv empfunden ......<< (34% auf dem Reader)

Ludwig
>>Ich habe das oft vermisst. Menschen mit deiner Ehrlichkeit, die freiheraus das sagen, was sie denken, ohne Rücksicht auf irgendwelche Nachteile für sich selbst oder die eigenen Interessen.<< (36% auf dem Reader)

Danke Barbara Leciejewski.

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821 Bibliotheken, 54 Leser, 0 Gruppen, 124 Rezensionen

thriller, sebastian fitzek, flugangst, flugangst 7a, psychothriller

Flugangst 7A

Sebastian Fitzek
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Droemer, 25.10.2017
ISBN 9783426199213
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum InhaltMats Krüger ist ein Psychiater, der an Flugangst leidet. Dennoch steigt er in einen Flieger, um seiner schwangeren Tochter beizustehen, die kurz vor der Niederkunft steht. Der lange Flug von Buenus Aires nach Berlin hält jedoch ganz andere, böse Überraschungen für Mats bereit, die ihn zeitweise sogar seine Flugangst vergessen lassen. Ein Anrufer erpresst ihn. Er soll dafür sorgen, dass das Flugzeug abstürzt. Einen Passagier dazu bringen, dass er Amok läuft. Ansonsten wird seine schwangere Tochter nicht überleben.
Meine MeinungVor dem Fliegen braucht man keine Angst haben. Bisher ist noch jeder runter gekommen. Diesen Spruch habe ich schon oft gehört. Aber, wenn man selbst dafür sorgen soll, dass das Flugzeug abstürzt? Wenn man einen Menschen dazu bringen soll, dass er durchdreht und zum Amokläufer wird? Wie soll man sich aus so einer Affäre ziehen, wenn das Leben der eigenen Tochter auf dem Spiel steht? So oder so. Was von Mats verlangt wird, verwehrt ihm den Genuss, sein Enkelkind in den Armen zu halten. Entweder er oder die schwangere Tochter sollen in diesem grausamen Spiel mit dem Leben bezahlen.Ich wusste nicht, was ich von Mats halten soll. Ich finde es menschlich, dass auch ein Psychiater Ängste hat. Jedoch ist Flugangst nicht seine einzige Macke. Er lief vor seinen Problemen weg, indem er auswanderte. Wie er sich seiner Frau gegenüber verhalten hatte, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Seine Tochter hat er sich selbst überlassen. Das Bild, welches Mats von sich vermittelt, macht ihn irgendwie selber zu einem Psycho. Dieser vielschichtige Thriller hat mich von der ersten Silbe an gefangen genommen. Ein Wettlauf auf Leben und Tod, welcher im Flugzeug und in den Straßen Berlins stattfindet. Nach dem Prolog ist man kaum in der Lage, das Buch zur Seite zu legen. Ein Psychiater, der selbst zum Verdächtigen wird. Ist es wirklich Flugangst, die ihn dazu gebracht, hat mehrere Plätze zu buchen? 7A ist der tödlichste Platz, im Falle eines Absturzes. Die Passagiere und das Bordpersonal muten auch sonderbar an. Die Qualen denen Mats Tochter ausgesetzt ist, lassen einem das Blut in den Adern gefrieren.Mein FazitSebastian Fitzek hat mit "Flugangst 7A" einen Thriller hingelegt, der wieder einmal zu Recht die Bestsellerliste stürmt. Er vermittelt ein genaues Bild von Umgebungen und Personen. Er spielt gekonnt mit den Urängsten der Menschen. Besten Dank Herr Fitzek. Ich schwinge mich weiterhin lieber aufs Fahrrad oder fahre mit dem Auto in Urlaub. Es reicht ja noch nicht, dass meine kleine Flugangst sich nun zu einer Phobie ausbreitet, die sich gewaschen hat. Nervenfutter wie Schokolade, Vollmilch und Joghurt lösen nun auch keine Begeisterungsstürme mehr bei mir aus. Zumindest hatte ich ca. 400 Seiten lang Bedenken. Tierquälerei findet auf eine Art und Weise Beachtung, die an psychische Grenzen stößt. Sebastian erwähnt in seinem Nachwort, dass jede seiner Geschichten etwas ganz Eigenes ist. Das kann ich bestätigen. Nach "Das Paket"und "AchtNacht" ist "Flugangst 7A" das dritte Buch, innerhalb zwei Jahren, welches ich von ihm gelesen habe. Weder Personen noch Handlungen haben Gemeinsamkeiten. Moment .... da war doch noch was!!! Da gibt es eine Gemeinsamkeit, die sich durch all seine Bücher zieht. Er verschafft sich Zugang in die Psyche seiner Leser. Er spielt mit ihren Ängsten. Er treibt sie in den Wahnsinn! Na, zumindest 400 Seiten lang. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig. Es wird jeweils aus der Sicht der verschiedenen Protagonisten erzählt. Das Augenmerk liegt hauptsächlich auf Mats und seiner Tochter Nele. Das Ende hätte ich so nicht erwartet.Ich empfehle diesen vielschichtigen Thriller, der mit vielen überraschenden Wendungen, ein richtiger Pageturner ist. Danke Sebastian Fitzek.

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895 Bibliotheken, 49 Leser, 1 Gruppe, 109 Rezensionen

fantasy, das lied der krähen, leigh bardugo, krähen, grischa

Das Lied der Krähen

Leigh Bardugo , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.10.2017
ISBN 9783426654439
Genre: Fantasy

Rezension:

Zum Inhalt
Die Geschichte spielt in Ketterdam, einer zwielichtigen Handelsmetropole. Grischas werden versklavt und gefügig gemacht. Ihre natürlichen, magischen Begabungen werden wie Waffen eingesetzt.Kaz Brekker ist ein Junge, der viel älter wirkt. Er gilt als skrupellos und mit allen Wassern gewaschen. Er bekommt ein Jobangebot, welches eigentlich zum Scheitern verurteilt ist. Er soll in das Eistribunal einbrechen, um den Magier Bo Yul-Bayur zu befreien. Niemand hat bisher geschafft, in das Eistribunal einzudringen. Kaz hat jedoch auch noch persönliche Gründe. Er will mit jemanden abrechnen.  Er stellt eine Gruppe zusammen, wie sie schräger nicht sein könnte. Sie verlassen mit einem Schiff die Hafenstadt, um das Eistribunal zu stürmen .....
Meine Meinung
Ich habe das Buch auf einem Bücherblog entdeckt. Um den Hype dieses Fantasyromans wusste ich da noch nichts. Somit ging ich ohne große Erwartungen an die Geschichte ran.
Der Prolog ist spannend. Diese Spannung nimmt im Lauf der Story immer mehr an Fahrt auf. Auch ruhigere Passagen wissen gut zu unterhalten. Die Protagonisten sind einzigartig. Kaz ist ein Junge, der viel älter rüberkommt. Ich hatte auch bei seinen Gefährten nicht das Gefühl, es mit jungen Menschen zu tun zu haben. Kaz wirkt sehr schroff und skrupellos. Dieser Eindruck bleibt aber nicht bestehen. Vielmehr weckt Kaz das Bedürfnis, ihn zu trösten. Mir kamen die Tränen, als in Rückblenden immer wieder von seinem Leben erzählt wurde. Stets in einem tadellosen Anzug, mit schwarzen Handschuhen und einem Gehstock, wirkt Kaz wie der größte Gauner. Kaz humpelt. Injey ist ein Mädchen, welches auch einen langen Leidensweg hinter sich hat. Sie ist eine Meisterin im Anschleichen. Kaz weiß die Fähigkeiten von Injey zu schätzen. Sie ist unentbehrlich für seinen großen Auftrag. Injey  träumt davon, wieder in ihre Heimat zurückzukehren.Wylan ist ein reicher Krämersohn, der sich der Gruppe anschließt. Schnell merkt man, dass der Junge sich zu behaupten weiß und sich prima in die Gruppe einfügt. Seine Fähigkeiten sind unbezahlbar.Jesper ist ein Spieler, der dringend Geld braucht, um seine Spielschulden zu begleichen. Der Auftrag komm ihm sehr gelegen. Kaz traut ihm nicht über den Weg. Zu Wylan hat er einen besonders guten Draht. Jesper hat jedoch Fähigkeiten, die für den Auftrag unverzichtbar sind.Nina beherrscht das Heilen. Sie hat einem Menschen großes Unrecht zugefügt. Sie will eine Aussage zurückziehen.Matthias wurde von der seltsamen Gang aus dem brutalen Gefängnis Höllenschlund befreit. Er ist für den Auftrag von großem Nutzen. Jedoch hat er noch eine Rechnung offen.
Diese skurrile sechs-köpfige Gruppe hat sich regelrecht in meine Herz geschlichen. Es handelt sich um Aussenseiter, die kein leichtes Leben haben. Kaz ist der Boss. Zusammen muten sie wie eine Familie an. Kaz schmiedet Pläne. Jeder weiß genau, was er zu tun hat. Einer steht für den anderen ein, obwohl nicht jeder jedem über den Weg traut.
Eine Welt voller Magie und Brutalität, lässt einem mehr wie einmal den Atem anhalten.Der Einfallsreichtum der Sechs kennt keine Grenzen. Nichts läuft wie erhofft. Das Eistribunal hält viele Überraschungen bereit. 
Der Schreibstil ist flüssig. Es wird abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Gefährten erzählt. Mal in der Gegenwart, - mal in der Vergangenheit.
Mein Fazit
Dieser abenteuerliche Fantasyroman punktet mit tiefgründigen Protagonisten.Kaz und seine Kämpfer entführen den Leser in ein eine Welt, voller Magie und Mysthik.Oberflächlichkeit findet keinen Platz.Sechs Jugendliche behaupten sich in einer kommerziellen Welt, die keinen Platz für Gerechtigkeit, Toleranz und Andersartigkeit hat. Begabungen werden bestraft. Emotionen unterdrückt, die jedoch ihren Weg nach außen finden .....
Die Besonderheit dieser Saga ist besonders den großen Gefühlen und der traurigen Vergangenheit der Kämpfer geschuldet.
Ob mir das Ende gefallen hat? NEIN!!! Der fiese Cliffhanger hat mich ratlos zurückgelassen. Ich habe um jemanden Angst ...

Eine absolute Empfehlung von mir.
Mein Lieblingszitat
>>Injey!<<, jauchzte Jesper. >>Du bist nicht tot!<< Sie lächelt schwach. >>Nicht mehr als andere auch.<< (Seite 253) 

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216 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 109 Rezensionen

dani atkins, liebe, flugzeugabsturz, kanada, roman

Sieben Tage voller Wunder

Dani Atkins , Sonja Rebernik-Heidegger
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.10.2017
ISBN 9783426520888
Genre: Liebesromane

Rezension:

Zum Inhalt
Hannah steht vor den Scherben ihrer Beziehung. Ihr Freund hat sie mit einer Arbeitskollegin betrogen. Sie besucht ihre Schwester in Kanada, um Abstand zu gewinnen. Als sie beschließt, wieder zu ihrem Freund zurückzukehren, ist sie sich dennoch nicht sicher, ob das der richtige Weg für sie ist. Ihre Entscheidung bekommt jedoch noch einen Aufschub. Hannah begegnet beim Einchecken einem Mann mit hypnotisch grünen Augen. Ihre Versuche, zusammen einen Kaffee vor dem Flug zu trinken, scheitern. Als Hannah in das Flugzeug steigt, kann sie den geheimnisvollen Fremden nirgends entdecken. Dennoch sitzt er neben ihr im Flugzeug. Sie sehen sich tief in die Augen, bevor das Flugzeug über der Wildnis Kanadas abstürzt.

Meine Meinung

Als wir das erste Mal tatsächlich miteinander sprachen, befanden wir uns bereits in tausend Meter Höhe, und das Flugzeug trudelte bereits außer Kontrolle geraten auf die schneebedeckten kanadischen Berge zu. Bis dahin hatten sich unsere Wege allerdings bereits drei Mal gekreuzt. (Tag eins, Seite 7)
Nach diesen ersten Sätzen war ich bereits überzeugt, dass mich eine wunderbare Geschichte erwartet. Dani Aktins hat mich nicht enttäuscht. 

Der attraktive Fremde stellt sich kurz vor dem Absturz bei Hannah vor. Logan nimmt Hannah für kurze Zeit die Angst. Sie verliert sich in seinen grünen Augen. Begibt sich mit ihm auf eine Reise, wie man sie eigentlich nicht erleben möchte. 
Logan ist nach dem Absturz Hannahs Fels in der Brandung. Er rettet ihr Leben. Hilft ihr die arktische Kälte zu überstehen. Logen hat viele Fähigkeiten. Besonders die, Hannah Wärme zu geben, die nicht nur von ihrem Lagerfeuer herrührt. 

Ich kann mir nicht vorstellen, was einem durch den Kopf gehen mag, wenn man einen Flugzeugabsturz miterlebt. Hannah und Logan hatten Glück. Sie durften zusammen überleben. Sie waren nicht allein in einer Wildnis, deren Gefahren in jeder Ecke lauerten. Das Heulen der Wölfe und die Fußspuren von Bären, haben ihnen gezeigt, dass sie hier nicht auf Dauer sicher sind. 
Ich habe mit Hannah und Logan gefroren, um ihr Leben gebangt und mich über jeden noch so kleinen Erfolg der beiden gefreut. Es war nicht nur ein Absturz. Nein, es war so viel mehr ....

Mein Fazit

Dani Aktins hat es wieder getan. Sie hat mich hinters Licht geführt. Ich ahnte das Ende schon. Ich lag auch richtig. Aber, eigentlich waren es zwei Enden. Das Zweite hat mich dann doch wieder überrascht.
Der Schreibstil lässt sich lesen wie Butter. Es wird aus der Sicht von Hannah erzählt.
Die Geschichte hat mich von der ersten Silbe an gefangen genommen. Spannung, Dramatik und Liebe haben mich gute 230 Seiten lang bestens unterhalten. 

Vor einem Flugzeugabsturz haben wir alle Angst. Für Hannah und Logan war es jedoch viel mehr als ein Absturz. Dieser Blick zu den Sternen! Unbezahlbar ....

Mein Lieblingszitat

Es gibt eben Menschen, die in das Leben anderer treten und wieder verschwinden, ohne eine richtige Spur zu hinterlassen. Und dann gibt es Menschen, die einem für immer in Erinnerung bleiben, auch wenn man sie nie wirklich kennengelernt hat. (Seite 227)
Danke Dani Aktins

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172 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 83 Rezensionen

dschinn, nalia, dtv verlag, heather demetrios, nalia tochter der elemente

Nalia, Tochter der Elemente - Der Jadedolch

Heather Demetrios , Gabriele Burkhardt
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423717472
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum InhaltDieser Roman, in dem Dschinns die Hauptprotagonisten sind, ist ganz anders, als ich erwartet habe. Die Romantik steht nicht im Vordergrund. Humor findet man auch eher selten.Nalias Familie wurde bei einem Angriff der Ifrits umgebracht. Sie kam als Einzige mit dem Leben davon. Sie wurde an den superreichen Malek Alzhabi verkauft. Ihr Leben als seine Sklavin stimmt sie unendlich traurig. Der Luxus Hollywoods gibt ihr nichts ab. Sie träumt davon, wieder in ihrer Heimat Ardjinna leben zu können. Sie will ihren Bruder retten, der von den Ifrits als Sklave gehalten wird.Meine MeinungNalia gehört der Kaste Ghan Asouri an. Vor dem Angriff waren die Ghan Asouris die Herrscher aller Kasten. Auf Erden muss Nalia Malek dienen. Ihn bei Laune halten. Sie muss unbedingt in den Besitz der kleinen Flasche kommen, die Malek um den Hals trägt, da sie für sie Freiheit bedeutet. Sie dient auch als ihr Gefängnis, wenn sie Malek verärgert hat. Ich weiß nicht, was ich von der Beziehung der beiden halten soll. Einerseits ist Malek fürsorglich und liebevoll zu Nalia, anderseits gemein und eiskalt. Maleks Launen wechseln in einem Tempo, dass einem beim Lesen ein Schleudertrauma beschert. Nalia hasst Malek. Anderseits bringen seine Zärtlichkeiten ihr Dschinnblut in Wallung. Diese Szenen wirkten auf mich gestellt. Die Gefühle kamen bei mir nicht an. Malek hat ein Geheimnis. Nalia wundert sich. Sie hätte es sehen müssen.Raif ist ein Djan. Die Djans bilden die größte Kaste. Bildung ist ihnen verwehrt. Sie gehören zu den Handwerkern und sind die sozial schwächste Kaste. Raif arrangiert sich mit Nalia. Sie trauen sich gegenseitig nicht über den Weg. Jedoch haben beide das gleiche Ziel. Sie wollen ihre Heimat zurück. Raif heckt mit der mächtigen Kämpferin Nalia einen Plan aus. Sie müssen schnell handeln. Nalia ist in großer Gefahr. Raifs Schwester ist eine Seherin. Sie bringt Nalia Vertauen entgegen.Zwischen Raif und Nalia knistert es gewaltig.Der Schreibstil ist flüssig und wird aus der Sicht von Nalia erzählt. Die Autorin hat es geschafft, dem Großstadtmief einen Touch Orient einzuhauchen. Das ist vor allem den Szenen in Indien und Kambodscha geschuldet. Auch die Beschreibungen von Ardjinna erwecken Tausendundeine Nacht zum Leben.Die Action lässt lange auf sich warten. Trotzdem bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Mir fehlte ein bisschen der Bezug zu den Protagonisten. Eine intensivere Beschreibung der einzelnen Personen wäre wünschenswert gewesen. 
Mein FazitSklavenhandel im orientalischen Gewand verpasst dieser Geschichte eine besondere Note. Trotz Schwächen lassen sich die 496 Seiten lesen wie Butter. Insgesamt hat mir die Story gefallen.Der Cliffhanger am Schluss hat mich neugierig auf die Fortsetzung gemacht. Vor allem auch ein bisschen traurig.Alles in allem ein guter Auftakt zu einer neuen Fantasyreihe, mit reichlich Luft nach oben.Danke Heather Demetrios

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

orient, märchen, seelenspiegel, reise, achtsamkeit

Das Geheimnis des Seelenspiegels

Tom Glasauer
Fester Einband
Erschienen bei Ansata, 10.04.2017
ISBN 9783778775257
Genre: Romane

Rezension:

Zum Inhalt

Mansaar ist ein junger Mann, der mit seinem Leiden nicht alleine dasteht. Burn-out befällt immer mehr Menschen. Der große Leistungsdruck und die wirtschaftliche Lage vermitteln dem Menschen, jeden Tag zu 100% zu funktionieren. Die Seele bleibt da meist auf der Strecke.

Mansaar ist ein reicher Händler. Seine schöne Frau und die wohlgeratenen Kinder liebt er sehr. Er versteht die Welt nicht mehr. Warum nur fällt ihm der normale Alltag auf einmal so schwer? Woher kommt diese große Müdig- und Mutlosigkeit?
Seine Geschäftsfreunde nennen ihm drei Ärzte, die ihm helfen können. Alle drei Ärzte haben sehr hohe Honorare. Alle drei Ärzte können ihm nicht helfen. Im Grunde haben sie sich noch nicht mal für den Menschen Mansaar interessiert.

Da bekommt er von einem sehr stillen Geschäftsfreund einen Tipp. Saroush führt ihn zu einem alten Mann, der in einer sehr armen Gegend wohnt. Tanzil stellt Mansaar viele Fragen. Er interessiert sich für den Menschen, der mit seiner großen Mutlosigkeit vor ihm sitzt. Er besitzt keine edle Praxis und verlangt von Mansaar auch kein Geld. Kann denn ein alter Mann in einer verstaubten Hütte wirklich helfen? Er rät Mansaar den Seelenspiegel zu finden. Der Weg dorthin ist nicht einfach, aber er lohnt sich.

Meine Meinung

Diese wunderbare Geschichte ist eigentlich ein Ratgeber. Die Idee, diesen in eine abenteuerliche Geschichte zu packen, finde ich sehr gelungen. 
Mansaar lernt, nicht nur auf prunkvolle Äußerlichkeiten zu achten. Den Weg zum Seelenspiegel beginnt er mit Freunden und Bediensteten. Schon bald muss er alleine durch Irrgärten und Wüsten weiter wandern.
Nur er selbst kann zu seinem wahren Ich finden. Nur alleine kann er seinen Weg finden. Nur alleine kann er die Dinge entdecken, auf die es im Leben wirklich ankommt. 
Auf märchenhafte Weise vermittelt der Autor, welche Dinge im Leben uns krank machen. Er zeigt uns den Weg, wie wir ein selbstbestimmtes Leben führen können.
Wann muss man alleine Entscheidungen treffen? Wann ist es besser Hilfe anzunehmen? Viele Fragen werden beantwortet. Die verschiedenen Lektionen sind hart. Eigentlich sind sie einfach, aber nicht für Menschen, die von jeher ein fremdbestimmtes Leben geführt haben.
Mansaar erinnert sich wieder an seine Träume und Wünsche. Er geht einen steinigen Weg. Viel steiniger ist jedoch der Weg, den er in seinem bisherigen Leben zurückgelegt hat. 

Der Schreibstil ist verspielt und wird aus der Sicht von Mansaar erzählt.

Mein Fazit

Tausendundeine Nacht vermischt mit dem Thema Burn-out, zeigt einen Weg aus einem fremdbestimmten Leben.
Sind es nicht immer Märchen, die wertvolle Wahrheiten enthalten?
Tom Glasauer ist mit "Das Geheimnis des Seelenspiegels" ein neues Märchen gelungen, welches in keinem Bücherregal fehlen sollte. 
Dieses Buch dürfte jeden begeistern, der Geschichten mit orientalischem Flair mag.
Sie ist spannend und hilfreich. Eigentlich wieder mal eine Thematik, die uns nicht fremd ist. Wir wissen was wir brauchen, um glücklich zu sein. Leider hören wir auf unsere innere Stimme oftmals nicht. Wollen keine gewohnten Wege verlassen. Diese gaukeln uns oftmals eine Sicherheit vor, die uns irgendwann krank machen könnte, wenn es nicht UNSERE Wege sind.  

Eine teuer eingerichtete Arztpraxis ist bei weitem oftmals nicht so hilfreich, wie der Rat eines echten Freundes, wenn die Seele streikt.

Mein Lieblingszitat

>>Dort, wo es weh tut, geht es lang.<< (Seite 81)

Danke Tom Glasauer. Ich habe jedes einzelne Wort genossen.

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359 Bibliotheken, 13 Leser, 2 Gruppen, 117 Rezensionen

fangirl, jugendbuch, rainbow rowell, college, fanfiction

Fangirl

Rainbow Rowell , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 24.07.2017
ISBN 9783446257009
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung
Es gibt so Geschichten, die genießt man wie heiße Schokolade mit Sahne darauf. Der süße Geschmack der Schokolade und der Genuss der schmelzenden Sahne, lassen einen zufrieden zurück.So ging es mir bei Fangirl. Die süße Cath ist total enttäuscht von ihrer Zwillingsschwester Wren. Eigentlich war sie der Meinung, ein Zimmer auf dem College mit Wren zu teilen. Die möchte jedoch neue Menschen kennen lernen und eigene Wege gehen. 
Cath war mir von Anfang sehr sympathisch. Man denkt zuerst, sie wäre unbeholfen. Diese Meinung habe ich jedoch schnell verworfen. Je weiter ich in die Geschichte eingetaucht bin, umso mehr kam Caths starke Persönlichkeit zum Vorschein.Im Gegensatz zu ihrer Schwester kommt sie sehr gut mit sich selber klar. Cath ist mal wieder der beste Beweis dafür, sich nicht in Szene setzen zu müssen, um beachtet zu werden. Klar, Menschen die sofort auf andere zugehen haben auf Anhieb eine Menge Leute um sich. Bei jemanden wie Cath dauert dies jedoch etwas länger. Aber dann!
Cath hat Anfangs Probleme mit ihrer Mitbewohnerin. Sie stellt aber bald fest, dass sie an ihr eine neue Freundin gefunden hat, die ihre Privatsphäre akzeptiert. Cath stellt jeden Tag neue Beiträge zu der Geschichte Simon Snow ins Netz. Ihre Fanfictionbeiträge erfreuen sich großer Beliebtheit. Das Umgestalten der Geschichte bereitet ihr große Freude. Die Beiträge tauchen auch immer wieder in der Geschichte auf. Sie erinnerten mich sehr stark an Harry Potter.
Ich muss nicht erwähnen, dass Cath einen total süßen Jungen kennen lernt. Das gehört einfach zur Geschichte. Nach einem Missverständnis finden Levi und Cath zueinander. An Levi hat Cath einen neuen Fan ihrer Geschichten gefunden.Die zarte Liebe der beiden berührt einen besonders. Sie hat so gar nichts gemeinsam, mit einer plumpen Anmache. Sie erinnert eher an eine zarte Knospe, der man man beim Erblühen zusieht.
Der familiäre Hintergrund der Zwillingsschwestern ist kompliziert. Cath sorgt sich sehr um ihren Vater und kümmert sich auch weiterhin um ihn. Wren hat andere Methoden um mit ihren Sorgen und Ängsten umzugehen. Die Mutter blieb in dieser Geschichte blass und fragwürdig. Anfangs war mir Wren suspekt. Ich konnte ihre Art überhaupt nicht leiden. Jedoch habe ich später bemerkt, dass Cath und Wren sehr wohl gleich ticken. Jede zeigt es auf ihre Art.
Mein Fazit
Diese ruhige Geschichte konnte mich von Anfang an für sich einnehmen. Sie zeigt die Unsicherheiten, von denen junge Menschen oft geplagt werden. Man muss nicht alles mitmachen, um als cool zu gelten. Dafür ist Cath der beste Beweis. Ein Buch im Buch und interessante Protagonisten machen Fangirl zu einer wunderschönen Geschichte.Besonders gut haben mir die Parallelen zu Caths Leben und ihrer Fanfiction gefallen. Der Schreibstil ist flüssig und aufgrund Caths Fanfictionbeiträgen abwechslungsreich.Die Geschichte wir aus der Sicht von Cath in der dritten Person erzählt. 
Eine Geschichte für jede Altersgruppe, die gerne an die eigene Jugend und den damit verbundenen Unsicherheiten erinnert. 
Ein heiße Schokolade mit Sahne, die man genießt und sich auf einer weitere freut.
Danke Rainbow Rowell

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144 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 72 Rezensionen

liebe, münchen, geschwister, lilli beck, nachkriegszeit

Wie der Wind und das Meer

Lilli Beck
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.09.2017
ISBN 9783764505776
Genre: Romane

Rezension:

Meine MeinungDiese Geschichte fängt mit einem Bombenangriff 1945 in München an. Der 11jährige Paul verliert seine Familie und sucht in den Trümmern nach einer Bleibe. Da läuft ihm eine kleines jüdisches Mädchen über den Weg, welches ihn sehr stark an seine Schwester Rosalie erinnert. Er beschützt die kleine Sarah. Sarah nimmt die Identität Rosalies an, damit sie nicht getrennt werden. Das sollte den beiden jedoch noch zum Verhängnis werden. Paul schwärmt Sarah von seiner Heimat an der Ostsee vor. Eines Tages wird ihr er mit ihr in der Ostsee schwimmen! Sie werden beide den Wind spüren ....Ist es nicht schon schlimm genug, dass beide Kinder obdachlos und ohne Familie zwischen den Trümmern nach einer Bleibe suchten? War wirklich eine Lügennetz nötig, um nicht getrennt zu werden? Wir bekommen einen guten Einblick, was mit familienlosen Kindern in der Nachkriegszeit passiert ist. Lernen Waisenhäuser kennen, in denen es nicht immer menschlich zuging. Hunger. Obdachlosigkeit und die Hoffnung, vermisste Angehörige wieder zu finden, zeigen wieder die großen Auswirkungen dieses sinnlosen Krieges. Paul und Rosalie hatten jedoch Glück. Viele wunderbare Menschen kreuzten ihren Weg. Sie wurden von einem liebevollen Ehepaar adoptiert, welches einen großen Gemüsehandel erfolgreich führte. Beide Kinder stiegen in das Unternehmen ein. Eigentlich hätten Paul und Sarah ein glückliches Leben führen können. Doch dann verliebten sie sich ineinander. Trauten sich nicht, ihren Adoptiveltern die Wahrheit zu sagen. Sarah hatte eine wundervolle Stimme. Sie kehrte der Familie den Rücken und landete in Berlin als Synchronsprecherin.Mich hat diese Geschichte aufgewühlt. Ich konnte einfach nicht verstehen, dass die Wahrheit nicht mehr möglich war. Es war Krieg! Wenn zwei Kinder sich gegenseitig stützen und zusammen bleiben wollen, soll das wirklich ein Verbrechen sein? Ich fand die Adoptiveltern wirklich klasse. Man merkte jedoch, dass sie sehr viel Wert auf einen guten Ruf legten. In Kriegszeiten waren die Menschen krank, weil es ihnen an den nötigen Lebensmitteln fehlte. Jedoch auch das Wirtschaftswunder machte die Menschen nicht unbedingt gesünder. Herz-Kreislaufkrankheiten und sämtliche andere Wohlstandskrankheiten, hielten Einzug, die auch heute noch die Geißel der Menschheit sind. Der Schreibstil ist flüssig. Es wird abwechselnd aus der Sicht von Paul und Sarah in der dritten Person erzählt. Die Protagonisten sind liebevoll ausgearbeitet. Man lernt ihre Stärken und Schwächen kennen. Besonders Paul und Sarah gehen einem an´s Herz. 
Mein Fazit
Lilli Beck hat hier eine wunderbare Geschichte geschaffen, die den Leser auf eine Reise durch München und Berlin mitnimmt. Sie fängt 1945 an und endet 1990.Dem Leser wird wieder einmal bewusst, dass nicht Wohlstand alleine dafür verantwortlich ist, glücklich zu werden. Ich habe mit Paul und Sarah mitgelitten. Verstand oftmals ihr Handeln nicht richtig.  Warum haben sie nicht öfter miteinander Klartext geredet? Warum haben sie Missverständnisse nicht aufgeklärt? Dieser berühmte Ausspruch hat hier seine Berechtigung: >>Bevor du über mich und mein Leben urteilst, ziehe meine Schuhe an. Laufe meine Wege und spüre meinen Schmerz.<<Mich hat diese wundervolle, bittersüße Lovestory nicht kalt gelassen. Ich hatte mehr wie einmal ziemlich nah am Wasser gebaut. Nach "Glück und Glas" konnte mich auch dieses Buch wieder von Anfang an mitnehmen. 
Mein Lieblingszitat
>>Nichts macht einen Menschen so einsam, wie das Glück anderer zu sehen, während man selbst am Abgrund steht ....... << (Seite 261)Danke Lilli Beck.

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