gsimak

gsimaks Bibliothek

221 Bücher, 215 Rezensionen

Zu gsimaks Profil
Filtern nach
221 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(116)

235 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

jugendbuch, anne freytag, liebe, den mund voll ungesagter dinge, rezension

Den Mund voll ungesagter Dinge

Anne Freytag
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 06.03.2017
ISBN 9783453271036
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Augen voll ungeweinter Tränen.


Nachdem ich in das Buch hineingelesen habe, war ich mir sicher, dass mir das Buch gefallen wird. Mit einer so emotionalen Story habe ich jedoch nicht gerechnet. Es gibt viele Bücher, die den Leser mit auf die Reise nehmen. Nur wenige Bücher haben es jedoch bisher geschafft, dass ich mich gefühlt habe, als wäre ich ein Teil davon. Mir ging der alte Schlager von Chris Roberts durch den Kopf: >>Du kannst nicht immer siebzehn sein.<< Das stimmt! Aber, bei "Den Mund voll ungesagter Dinge" war ich wieder siebzehn. 400 Seiten lang.

Sophie muss mit ihrem Vater von Hamburg nach München ziehen. Sie ist sehr unglücklich darüber. Ihr Vater Christian hat dort seine große Liebe gefunden. Sophie musste erst Abschied von ihrem besten Freund Lukas nehmen. Lukas hat seine große Liebe in Paris gefunden. Für Sophie ein schwerer Verlust. Lukas ist eigentlich das für sie, was man beste Freundin nennt. Sophie ist eine Einzelgängerin, mit vielen Gedanken im Kopf. Mit vielen ungesagten Dingen im Mund. Sie macht Dinge, die sie eigentlich nicht will. Lukas skypt mit ihr jeden Tag. Es ist für sie ein Ersatz, der sie mit Wehmut erfüllt.

>>Seit er weg ist, bin ich allein. Davor war ich einfach nur seltsam.<< (Seite 12)

Sophie verspürt Sehnsucht nach ihrer Mutter, die sie nie kennengelernt hat. Sie hat sie nach der Geburt verlassen. Sie kann nicht aussprechen, wie sie das mitnimmt. Sie erfindet Dinge, die sie mit ihrer Mutter erlebt hat.

Sophie möchte Christians Freundin hassen. Das ist gar nicht so leicht. Lena ist eine warmherzige Person, die ihr Freiraum gewährt. Lena buhlt nicht um Sophies Sympathie. Lena ist einfach nur feinfühlig. Lena tut das, was ihre eigene Mutter versäumt hat: Sie ist für sie da.

Ich mag Sophie sehr gerne. Sie ist eine direkte Person; jedoch vermeidet sie, die Gefühle anderer Menschen zu verletzen. Sophie kann sich bei der Liebe nicht so fühlen, wie in ihrer Phantasie. Sophie tut Dinge, die sie eigentlich nicht mag.

Lena war mir von Anfang an sympathisch. Sie und ihre beiden Söhne, haben Sophie von Anfang an herzlich in die Familie aufgenommen. Bei Lena darf Mensch sein, wie Mensch ist.

Von Christian habe ich anfangs nicht viel gehalten. Er hätte seiner Tochter mehr helfen müssen. Ich verstehe, dass ein Chirurg wenig Zeit hat. Aber, mehr Mitgefühl hätte er Sophie schon entgegenbringen können.

Sophie freundet sich mit dem Nachbarsmädchen Alex an. Alex hat einen Freund. Alex und Sophie sind von einander fasziniert. Auf einer Party müssen sie sich beim Flaschendrehen küssen. Von da ab ist nichts mehr, wie es vorher war.

Fazit

Ich empfand Sophie sehr reif für ihr Alter. In der Schule bringt sie gute Leistungen. Mit anderen Menschen geht sie meist taktvoll um. Ihre neue Familie hat einen großen Fehler: Sie ist einfach nicht so schrecklich, wie sie sich das vorgestellt hat. Auch der Mischlingshund  Carlos bringt ihr uneingeschränkte Liebe entgegen.

Alex und Sophie verbringen wunderschöne zwei Wochen im Mai. Mit dem Roller fahren sie durch München und zum Zelten an einen See. 
Ich hatte stets das Gefühl, mit dabei zu sein. Ich habe gelacht. Ich habe geweint. Besonders bei einer Szene, so ziemlich am Schluss. Ich habe ein wunderschönes Klavierstück gehört. 
Ich habe vielen Songs aus Sophies Playlist gelauscht. Die Musik und diese wunderbare Geschichte, haben mich an allem teilhaben lassen. Der Schreibstil ist magisch. Emotional und ohne übertriebene Rührseligkeit. Aus der Sicht von Sophie erzählt. 

Die Autorin hat ein brisantes Thema aufgegriffen. Sie räumt mit Vorurteilen auf. Sie gibt der Thematik die Selbstverständlichkeit, die sie auch verdient hat. Ihre direkte Ausdrucksweise gefällt mir. Sie schafft das, ohne dabei taktlos zu werden. Ohne die Romantik zu zerstören. Die Ernshaftigkeit kommt voll zum Ausdruck. Der Sarkasmus von Sophie ist einfach nur köstlich.
Sophie gibt sich nach außen selbstbewusst und unnahbar. >>Es ist schwer, Schwäche zu zeigen, wenn alle denken, dass man stark ist.<< (Seite 290)

Ein Sommer in München mit Regen, Sonne, Lachen, Weinen und viel Liebe. Ein Sommer, der eigentlich nie vergehen sollte. 

Einmal lag Sophie in ihrer "Dienstbotenkammer" auf dem Bett und hat ein Klavierstück gehört. Es war mein Lieblingsstück aus Sophies Playlist. Es hat die melancholische Stimmung von Sophie perfekt eingefangen. "Where is My Mind" von Maxense Cyrin. Warum Dienstbotenkammer? Also, das war so ..... 
Ach ... und Christian! Was ich dir noch sagen wollte ... am Ende fand ich dich super. Warum nicht gleich so?!

Danke Anne Freytag.






  (12)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(55)

155 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

hexen, prophezeiung, freundschaft, magie, jugendbuch

Die Prophezeiung der Hawkweed

Irena Brignull , Sibylle Schmidt
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 16.03.2017
ISBN 9783737354240
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

51 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

jugendroma, fantasyroma

Henriette und der Traumdieb

Akram El-Bahay , Maximilian Meinzold
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 17.02.2017
ISBN 9783764151126
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(62)

299 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

physik, jugendbuch, verlust, trauer, sommer

Ein bisschen wie Unendlichkeit

Harriet Reuter Hapgood , Susanne Hornfeck
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.02.2017
ISBN 9783737340335
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Gottie H. Oppenheimer-Prinzip und der Apfelbaum.

Meine Meinung

Ich habe mich spontan in dieses wunderschöne Cover verliebt. Auf dem Foto sieht es nicht ganz so schön aus, wie es in Wirklichkeit ist.
Nicht nur das Cover ist schön. Auch die Geschichte ist einfach nur
 wunderbar. Mathematik und Physik sind ja nicht so mein Ding. Bei Gottie (Margot) Oppenheimer,  dreht sich jedoch alles darum. Da kommen wir jetzt auch schon zu dem einzigen Kritikpunkt,  den ich habe. Stellenweise haben mich Gotties Berechnungen genervt. Das intelligente Mädchen hat mich damit manchmal ganz schön durcheinander gebracht. Das dürfte für Leser, die Mathematik lieben,  jedoch kein Problem sein.

Gottie hat ihre Mutter nie kennengelernt, da diese kurz nach der Geburt gestorben ist. Der Tod von ihrem Großvater hat sie in ein dunkles Loch gestoßen. Mit mathematischen Formeln ist sie bestens vertraut. Ihre Trauer überfordert sie jedoch maßlos. Ihr verrückter Großvater Grey war wie ein Vater für sie. Er konnte ihre Leidenschaft für das Universum und Mathematik verstehen. Wäsche schmiss er zum Trocknen auf den Apfelbaum im Garten.

Unglücklich verliebt zieht sich Gottie immer mehr zurück. Keiner versteht ihre Trauer. Die beste Freundin Sof wird ihr auch von Tag zu Tag fremder. Keiner weiß um ihre heimliche Liebe zu einem Jungen, der sie in ihrer schlimmsten Zeit im Stich gelassen hat.
Als ihr bester Freund Thomas von Kanada nach England zurückkehrt, empfindet Gottie wieder mehr Freude am Leben. Sie sieht die Sterne wieder leuchten. Mit Thomas verbringt sie wieder Zeit, auf dem heißgeliebten Apfelbaum.

Gottie war mir auf Anhieb sehr sympathisch. Ihre Trauer um den Großvater hat ihr Leben zu einem dunklen Loch werden lassen. Ein Wurmloch, welches sie immer öfter in die Vergangenheit katapultiert hat. Sie war sich nicht mehr sicher, ob sie den Verstand verliert. Die Vermutung lag auch für mich nahe. Die hübsche 17 jährige verfügt trotz Trauer, über eine große Portion Humor. Den braucht sie aber auch, bei der skurrilen Familie. Sie ist der Meinung, die einzige Vernünftige im Hause Oppenheimer zu sein.
Die Familie Oppenheimer ist liebenswert und total verrückt. Ihr Bruder Ned spielt in einer der Band. Ihr Vater ist ein liebevoller Mensch, der jedoch in seinem eigenen Universum zu leben scheint. Er arbeitet in der Bücherscheune, die Greys ganzer Stolz war. In dem Antiquariat fühlt sich auch Gottie wohl. 

Fazit

Das Universum und seine zahlreichen Geheimnisse hauchen dem Roman eine eigentümliche Romantik ein. Eine Familie, bei der jeder für sich versucht, mit der Trauer umzugehen.
Ich bin nur so durch die Seiten geflogen. War Teil des Universums, das Gottie in ihrer Geschichte erschaffen hat. Wollte wissen, was es mit dem Wurmloch auf sich hat. War jedesmal gespannt, in welchem Jahr sie gelandet ist. 
Der Schreibstil mutet poetisch an. Es wird aus der Sicht von Gottie erzählt. 
Das Meer, Sternenhimmel und ein Apfelbaum. Menschen mit Erkennungswert. 
Ich verzeihe Gottie ihre mathematischen Berechnungen. Alles andere in dem Buch war einfach nur schön. Ein Tagebuch von Grey bringt Spannung in die Story.

Das Gottie H. Oppenheimer-Prinzip habe ich nicht ganz verstanden. Und irgendwie doch.
Die Berechnung des Weltschmerzes ... ich wusste gar nicht, dass es das gibt.
Aber eins weiß ich. "Ein bisschen wie Unendlichkeit" ist eins der schönsten Jugendbücher, die ich je gelesen habe.  Ein warmer Sommerregen und eine Portion Eis. Dazu eine zarte Liebe.  Das macht jedes Universum zu etwas Besonderen.
Ob mir das Ende gefallen hat? Muss ich erst noch berechnen .... :-))))

Danke Harriet Reuter Hapgood

  (49)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Richtig leben

Jürgen Domian
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Penguin, 09.01.2017
ISBN 9783328100867
Genre: Sachbücher

Rezension:

Meine Meinung

Richtig leben! Wie lebt man richtig? Ich denke, auf diese Frage muss die Antwort jeder selber finden. Jürgen Domain hat darüber ein interessantes Büchlein geschrieben. Er erzählt auf eine mitreißende Weise. Er bringt persönliche Erfahrungen mit ein. Was mir besonders gut gefallen hat, dass die böse Stimme, die wir wohl alle im Kopf haben, auch zu Wort kommt. Da musste ich oft schmunzeln.
Jürgen ist vom "Zen" überzeugt. In die eigene Natur zu schauen, stelle ich mir nicht ganz einfach vor. Zen ist eigentlich nichts, was man richtig benennen kann. >>Ich würde dir gerne etwas anbieten, um dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.<<(Quelle wikibedia)

Besitz belastet eigentlich nur. Die Gier des Menschen kennt oft keine Grenzen. Hat man ein Haus, will man ein noch Größeres. Besser noch größer, als das Haus des Nachbarn. Das Ganze kann man auf alle Luxusartikel dieser Welt übertragen. Die Habsucht verhindert, dass man das genießt, was man hat. 
Das unterschreibe ich so, wie es der Autor geschrieben hat.  Handys, Facebook usw. verhindern eigentlich, dass wir im "Jetzt" leben. Kaum einer konzentriert sich noch auf eine Sache. Mit einer Freundin Kaffee trinken gehen kann da schon sehr anstrengend werden, wenn diese immer ein Auge auf ihrem Handy hat. Viele Menschen pflegen kaum Kontakte und vertrauen ihre Sorgen und Nöte Facebook an. TRAURIG!

Sich auf eine Sache konzentrieren verhindert, meiner Meinung nach, Langeweile.
Wenn ich esse, esse ich. Ohne Facebook, Handy und PC!
Wenn ich lese, lese ich. Ohne Fernsehen, Radio und Tablet!
Das kann man auch auf sämtliche Aktivitäten übertragen.

Stille! Wer verträgt die eigentlich noch? Wer genügt sich auch mal selber? 
Die Themen in diesem Buch sind aktueller denn je. 
Habgierigkeit, Narzissmus, Egomanie, Wolllust, Genusssucht und Bestätigung durch soziale Netzwerke. Vereinsamung in einer Zeit, wo zu jeder Tages- und Nachtzeit, fast die ganze Welt erreichbar ist.
Der Glaube findet auch Beachtung. Achtsamkeit verkommt mittlerweile zu einem Modewort. Der Sinn dahinter ist aber mehr als wertvoll.

Jürgen Domain ist in den Medien nicht unbekannt. Er war Moderator der Telefon-Talk-Sendung Domian. Einige Auszüge davon befinden sich im Buch.
Mir war der Autor vorher nicht bekannt, da ich nie fernsehe. 

Fazit

Ich könnte jetzt noch viel mehr schreiben. Aber, ich überlasse es Euch, Domians wertvolles Büchlein zu genießen. Es birgt für Menschen, die sich mit Buddhismus befassen, nicht viel Neues. Zen ist eine Sache für sich. Nein! Es ist eigentlich gar nichts, das man benennen könnte. 
Was für mich neu ist, die Gedanken im Kopf, die gerne jeder Einsicht widersprechen. So habe ich das bisher noch nicht gelesen. 
Jürgen setzt sich mit den sieben Todsünden auseinander.
Er bietet den Menschen andere Sichtweisen an. Dabei hat man aber nie das Gefühl, dass er uns seine Meinung aufs Auge drücken will. Er befasst sich mit Zen, ist aber selber noch kein Meister darin. 

>>Jürgen: Und wer tiefste Zufriedenheit darüber empfindet, dass er seinen eigenen Weg konsequent geht, der neidet dem anderen nicht sein Aussehen, ein besonderes Talent oder seinen gesellschaftlichen Rang.<< (Seite 92-93)

>>Böse Stimme im Kopf, erster Satz: Das willst du den Verlierern des Lebens erzählen?! (Seite 93)




Alles in allem ein ein stimmiger Ratgeber, den ich sehr gerne gelesen habe. Nicht bei Allem konnte ich beipflichten. Ein Rat den, den er einem jungen Mann gegeben hat, ist leider nicht hilfreich, wenn dessen Leben auf dem Spiel steht. 

Danke Jürgen Domain

Mein Dank geht an den Penguin-Verlag, für die Bereitstellung des Buches.

  (46)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(36)

36 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

glück, leben, japan, familie, lebensweisheiten

Ikigai: Gesund und glücklich hundert werden

Francesc Miralles , Héctor García (Kirai)
E-Buch Text: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 10.03.2017
ISBN 9783843715607
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meine Meinung
Humor ist unser größtes Kapital!Was bedeutet Ikigai? Warum gibt es Menschen, die weit über hundert werden? Diese Fragen haben meine Neugierde auf dieses Buch geweckt.
Ikigai ist das Glück, immer beschäftigt zu sein. Damit kann ich dienen. Mir ist nie langweilig. Doch leider lebe ich nicht in einem kleinen Dorf, in dem übermäßiger Stress ein Fremdwort ist. Vielmehr zählt man in meiner Welt zu den Loosern, wenn man nicht täglich einen vollen Terminkalender vorzuweisen hat.
Aber, ich sehe einen Wandel. Immer mehr Menschen erkennen, dass es ein Leben außerhalb Facebook und vollen Terminkalendern gibt. 

In diesem Ratgeber wird uns die Lebensweise der Japaner beschrieben. Ich dachte immer, gerade die Japaner wären ein Volk, dass zuviel arbeitet. Sie arbeiten tatsächlich viel, aber mit Freude. Nicht selten streicht ein Manager selber sein Büro, um bei dieser einfachen Tätigkeit abschalten zu können. Leider ist das aber auch in Japans Großstädten nicht immer der Fall.

In dem Dorf Ogimi gibt es die meisten Hundertjährigen. Sie fahren noch auf dem Fahrrad und legen oftmals weite Strecken zu Fuß zurück. Nach dem Frühstück arbeiten die Meisten in ihrem Garten. Sie ziehen selber ihr Gemüse. Die Ernährung dieser Menschen ist gesund. Fisch, selbst angebautes Gemüse und sogar Schweinefleisch stehen auf ihren Speisezettel. 
Im Dorf wird viel getanzt und Spielabende veranstaltet. Dort ist keiner allein. Man trifft sich regelmäßig. 
Ich konnte mir die Ortschaft bei den Bergen bildlich vorstellen. Die beiden Autoren haben mit Kameras und Aufnahmegeräten vieles festgehalten. Bei Wettkämpfen gegen die betagten Leutchen verloren. Ja, und ausgelacht wurden sie von den Rentnern auch. :-))) Ich habe mir das bildlich vorgestellt und musste auch lachen. Humor ist so ziemlich das Wichtigste, um ein gesundes und langes Leben zu führen. Tanzen lässt die Seele baumeln.

Bitte setzen sie sich nicht zur Ruhe. (Seite 20)


Bei uns in Deutschland reißt man ja Witze, über Rentner die arbeiten. In Japan zählt dies zu den Geheimwaffen für ein langes Leben. Sogar schwere körperliche Tätigkeit wird dort willkommen geheißen. Solange es die Gesundheit zulässt, wird dort geackert. 
Der Gesundheitszustand auf der Insel Ogimi ist der beste Beweis für die Lebenseinstellung der emsigen Alten. 
Es gibt fünf blaue Zonen. Dabei handelt es sich um Orte, bei denen die Menschen sehr alt werden.
1. Okinawa, Japan.
2. Sardinien, Italien
3. Loma Linda Kalifornien
4. Halbinsel Nicoya, Costa Rica.
5. Ikaria, Griechenland.

Alle fünf blaue Zonen haben eins gemeinsam: Die Menschen leben dort in Dörfern und sind auch im hohen Alter aktiv. Die Ernährung ist gesund. Es werden regionale Lebensmittel verzehrt.

Moai bedeutet in Japan Bindungen für ein langes Leben. Lokale Gemeinschaften werden gepflegt.
Beeindruckend finde ich auch, wie dort die Finanzen verwaltet werden.

Die Interviews mit den betagten Leuten fand ich sehr aufschlussreich. Wer erwartet, dass die Geheimwaffen der Bewohner neu sind, irrt sich gewaltig. Eigentlich wissen wir ja, wie wir leben sollen um gesund alt zu werden. Die zehn Ikigai Regeln am Ende sind eine ideale Zusammenfassung. 

Fazit


Diesen Ratgeber empfehle ich gerne weiter. Er birgt zwar nicht viel Neues, ist aber wunderbar geschrieben. Vom grünen Tee bis zu sanften Sportarten wird in diesem Buch alles ausführlich behandelt. Der Schreibstil ist flüssig. Jedes Kapitel enthält Tabellen, die alles verdeutlichen. Die verschiedenen Kapitel sind nicht zu lange. 
Abbildungen für sanfte Sportarten ermuntern zum Nachmachen. 

Sanfte Sportarten wie Joga usw. erfreuen sich bei uns schon seit Jahren großer Beliebtheit.
Dieses Büchlein bringt uns die Sichtweisen betagter Menschen in Japan näher. 
Vieles können wir auch in unseren Alltag integrieren. Manches ist jedoch für uns unmöglich, da wir nun mal nicht alle in einem Dorf leben. Nicht jeder kann sich sein Gemüse selber anbauen. Nicht jeder hat seinen Traumjob. Eins können wir jedoch machen. Versuchen unsere Einstellung zu ändern. Unser Ikigai zu finden. Ist es beruflich nicht möglich, dann eben in der Freizeit. 
In den Großstädten Japans sieht es anders aus. Da dürfte bei vielen Menschen das Ikigai auf Eis gelegt sein. Nach meinen Infos gibt es dort sehr wohl Menschen, die sich fast zu Tode arbeiten. Selbstmorde sind da auch keine Seltenheit. Der Kampf um Kariere und Macht lässt sämtliches Ikigai vermissen. Schade!

Danke Francesc Miralles & Héctor García

Mein Dank geht an Vorablesen und den Ullstein-Verlag für die Bereitstellung des Buches.

  (45)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(63)

128 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

thriller, janet clark, london, gedächtnisverlust, entführung

Black Memory

Janet Clark
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.12.2016
ISBN 9783453418332
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Meine Meinung

Wer ist Freund-wer Feind?

Ein Boot vor der indonesischen Küste. Eine Frau die erwacht und nicht weiß, wer sie ist. Warum klebt ihr die Zunge am Gaumen? Warum hat sie Verletzungen, die bei jeder Bewegung starke Schmerzen verursachen? Warum klebt ihr überall Meersalz auf der Haut? Wer ist der Mann im Boot, der sie anscheinend aus dem Meer gefischt hat?

So beginnt dieser phänomenale Thriller, der mir eine schlaflose Nacht beschert hat. Knapp 400 Seiten habe ich auf einen Tag gelesen. 
Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst anfangen soll. Am besten mit Clare.

Clare weiß nicht, wie sie nach Indonesien gekommen ist. Sie kann sich an nichts erinnern. Sie weiß noch nicht mal ihren Namen. Sie verfügt über eine sehr umfangreiche Bildung, an die sie sich komischerweise erinnern kann.
Clare wird eines Verbrechens beschuldigt und landet in einem Gefängnis, welches den Vorschriften in keinster Weise entspricht. Sie soll ein Kind entführt haben.
Dann wird sie von zwei Männern aus dem Gefängnis abgeholt. Einer davon ist angeblich ihr Mann. 

Bei dieser Geschichte wusste ich nie, wer Clare gut gesinnt ist. Wer ist Freund-wer Feind?!
Ihr Mann Paul verheimlicht ihr viele Dinge. Sperrt sie in die Londoner Wohnung ein. Zu ihrer eigenen Sicherheit, meint er. Bei dem entführten Mädchen soll es sich um ihre Tochter Bonnie handeln.
Clare ist verzweifelt. Eigentlich müsste sie sich doch an ihr Kind erinnern. Sie versteht nicht, warum sie sich an ihre Fähigkeiten als Ärztin erinnern kann, ihr eigenes Kind jedoch im Dunklen bleibt. Bonnie hat angeblich seltene Fähigkeiten.
Ihr Suche nach Bonnie führt sie nach Italien. 
Clare weiß nicht,  wem sie glauben darf. Clare weiß noch nicht einmal, von wem sie eigentlich davonlaufen muss. Clare will unbedingt ihre Tochter finden. Für Clare beginnt ein Kampf um ihr Leben. Auch um das Leben ihrer Tochter? Genau diese Frage hat mich durch die Seiten rasen lassen!

Fazit

Die Protagonisten sind sehr gut gezeichnet. Der Schreibstil ist flüssig. Die Geschichte wird aus der Sicht von Claire erzählt. Viele Menschen begegnen Claire auf der Suche nach Bonnie. Sie hat viele Freunde, die ihr helfen wollen. Doch sie muss erst feststellen, wem sie wirklich trauen kann.
Mir ging es wie Clare. Ich wusste Paul nicht einzuordnen. Einerseits kam er mir sehr liebevoll Clare gegenüber vor, anderseits befürchtete ich Clares größtem Feind in ihm. Jedes Mal wenn ich dachte, nun hat Clare jemand gefunden, der ehrlich zu ihr ist, hat eine Ereignis diese Hoffnung zunichte gemacht. 
Claire muss schrittweise wieder Zugang zu ihrem Gedächtnis finden. Die Methoden, die man ihr anbietet, sind sehr gefährlich. Sie sucht in Florenz Hilfe. Teresa Terenzo ist Ärztin. Ich war sehr gespannt, ob sie Claire wirklich weiter helfen kann.
So ging es mir fast 400 Seiten lang. Hoffen und Bangen! Meine Vermutungen stellten sich nie als richtig heraus. Die letzten Seiten des Buches waren für mich Nervenkitzel pur.

>>Wenn wir uns nicht erinnern, können wir nicht verstehen.<< (E.M. Forster)

Ob mir das Ende gefallen hat? Nicht nur das! Der Thriller beginnt mit einer Spannung, die sich kontinuierlich aufbaut.  "Black Memory" ist mein Thriller-Highlight 2017!
Ich bin gespannt, ob das noch zu toppen ist. 

Danke Janet Clark

  (16)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(331)

776 Bibliotheken, 77 Leser, 5 Gruppen, 108 Rezensionen

thriller, sebastian fitzek, achtnacht, berlin, fitzek

AchtNacht

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.03.2017
ISBN 9783426521083
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Meine Meinung



Ich habe letztes Wochenende das Buch im Netzt entdeckt. Nachdem ich die Inhaltsangabe gelesen habe, musste das Buch sofort auf meinen Reader. Die Idee ist nicht neu, aber vom Autor phänomenal umgesetzt. Wahnsinn ist eigentlich nicht der Inhalt dieses Buches! Nein! Wahnsinn ist welchen Gefahren wir uns freiwillig in den sozialen Netzwerken aussetzen. >>Stellen sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie. Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen.<< (Auszug aus Klappentext)In der AchtNacht darf der Mensch, der aus dem Lostopf gezogen worden ist, gejagt und umgebracht werden. Straffrei! Ich habe es mir vorgestellt. Ich gebe zu, es gibt schon jemanden, den ich in den Lostopf werfen würde. (nicht in echt)  Aber, wie viele Menschen würden mich hineinwerfen? Den Gedanken finde ich gruselig. (in echt)
Ben Rühmann befindet sich auf der Schattenseite des Lebens. Seine Frau Jenny hat ihn verlassen, die Tochter Jules liegt im Koma, und seinen Job in einer Band hat er versoffen. Ein junges Mädchen, welches er vor Vergewaltigungen retten möchte, bringt ihm nur Ärger und ein lädiertes Aussehen. Welche Vergewaltigung eigentlich?

Dann sieht er auch noch sein Bild in Großaufnahme im Fernsehen. Ein Los mit seinem Namen wurde gezogen. Er ist ab sofort ein AchtNächter. 
Da die AchtNacht Premiere hat, wird noch eine zweite Person aus dem Lostopf gezogen. Die magersüchtige junge Frau Arezu!
Beide haben traumatische Erlebnisse hinter sich. Beide sind irgendwie schräg. Beide laufen um ihr Leben.
Auch in diesem Thriller geizt der Autor nicht mit schwarzem Humor: >>Hier ruht Benjamin Rühmann. Er wurde nur neunundreißig Jahre alt. Aber machen sie sich keine Sorgen. Wir haben schon einen Ersatz für ihn gefunden.<< (pos. 176, 4% aud dem Reader.)


Viele Menschen halten die AchtNacht für einen Fake. Noch mehr sehen jedoch die Gelegenheit, für einen lächerlich geringen Einsatz 10 Millionen zu gewinnen. 
Die Protagonisten passen in die Geschichte wie die Faust aufs Auge. Lügen werden im Netz verbreitet, die immer mehr Jäger auf den Plan rufen. >>Das Gehirn ist ein Lügner. Der vielleicht beste und überzeugendste der Welt. (pos. 1374, 32% auf dem Reader)
Wem können die beiden AchtNächter noch trauen? 


Fazit

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass so etwas wirklich passieren könnte. Facebook, Twitter und viele andere Netzwerke machen die Menschen gläsern. Viele Nutzer geben ständig ihren Aufenthaltsort öffentlich Preis. Selbst die, die es nicht machen, können von technisch versierten Hackern ausfindig gemacht werden. Brutale Livevideos erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. 
Die Spannung in diesem Thriller beginnt mit dem Prolog und steigert sich kontinuierlich.
Man kann sich die Protagonisten bildlich vorstellen. Ihre Verzweiflung spürt man zwischen den Zeilen. Ob mir das Ende gefallen hat? Es war ein typisches Fitzek-Ende. Es hat mich auch ein bisschen traurig gemacht. Ich hab doch selber gespürt, wie grenzenlos Ben seine Frau und Tochter geliebt hat ....
Auch in  Fitzeks neuen Werk musste ich mehrer Male lachen. Tja, so ist das mit des Meisters schwarzen Humor, garniert mit schrägen Typen. 

Unbedingt lesen. Schaltet Euer Handy aus. Lasst Euch nicht orten!!! Noch gibt es die AchtNacht nur in Berlin! Noch .......

Danke Sebastian Fitzek.

  (19)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(24)

62 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

dämonen, 5 sterne, paige mckenzie, jugendbuch, fantasy

Sunshine Girl - Das Erwachen

Paige McKenzie , Alyssa Sheinmel , Doris Hummel
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei bloomoon, 15.02.2017
ISBN 9783845815213
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt

Der zweite Teil knüpft nahtlos an seinen Vorgänger an. Während im ersten Teil Sunshine Bekanntschaft mit ihrer Begabung macht, geht es hier gleich voll zur Sache.

Sunshine reist mit ihrem Vater/Mentor nach Mexiko. Dort hat Aidan eine Einrichtung, wo Luiseachs geschult werden. Luiseachs sind vor dem Aussterben bedroht. Aidan forscht nach Möglichkeiten, um dies zu verhindern. 
Sunshine weiß nicht, was sie von ihrem Vater halten soll. Sie möchte wissen, warum er und ihre Mutter sie als Baby vor einem Krankenhaus ausgesetzt haben.

Die Einrichtung Llevar la Luz hat schon mal bessere Tage gesehen. Ein Teil von der Einrichtung ist ziemlich baufällig. Sunshine ist traurig, dass ihr bester Freund und Beschützer Nolan nicht mitfahren darf. Sie versteht auch nicht, warum sie den körperlichen Kontakt zu ihm so belastend findet. Es fühlt sich einfach nicht richtig an.

Meine Meinung

 Sunshine weiß ihre Fähigkeiten noch nicht richtig einzusetzen. Sie muss lernen, Geister ihren Weg ins Licht zu ermöglichen, ohne selber daran kaputt zugehen. In Mexiko ist es sehr heiß. Dort spürt man die Kälte sofort, wenn ein Geist in der Nähe ist.

Mich fasziniert das Thema. Es ist nicht neu, aber immer wieder jagt es mir Schauer über den Rücken. Sunshine muss lernen, dass jeder Geist Gefahr bedeutet. >>Selbst der freundlichste Geist ist gefährlich. Weil er schlicht und ergreifend nicht hier sein sollte. Er ist wie ein Fisch auf dem Trockenen. Ein Pferd mit einem gebrochenen Bein.<< (37% auf dem Reader)  Sunshine vermisst Nolan sehr. Er würde für sämtliche Fragen die Antworten finden. In Mexiko steht ihr der Luiseach Lucio zur Seite. Sunshine ist irritiert. Lucio kann sie berühren, ohne belastende Gefühle bei ihr auszulösen. 
Lucio beantwortet Sunshine viele Fragen. Ich wusste nicht, was ich von Aidan halten soll. Als Vater kam er mir ziemlich kalt vor. Ich hatte stets das Gefühl, für ihn ist Sunshine nur ein Forschungsprojekt. Über ihre Mutter Helena hält er sich ziemlich bedeckt. So nach und nach findet Sunshine selber Antworten.
Sunshine liebt ihre Ziehmutter Kat über alles. Die Krankenschwester zeigt sehr viel Verständnis. Sie geht mit der Begabung ihrer Tochter ganz natürlich um. Hofft, dass Aidan ihrer Tochter den richtigen Umgang mit deren Begabung beibringt.
>>Ich wusste ja immer, dass du was Besonderes bist. Ich wusste nur nicht, dass es auch ein Wort dafür gibt.<< (Kat, 12% auf dem Reader)

Sunshine schläft in Llevar la Luz in einem Kinderzimmer. Jede Nacht wird sie von Albträumen geplagt.
Es passieren viele dramatisch Dinge. Sie bittet Nolan um Hilfe. Nolan möchte nach Mexiko. Doch, er wird daran gehindert ...

Fazit

Geister, die in Mexiko für Kälte sorgen, bringen Sunshine an ihre physischen und psychischen Grenzen. Sie wird von ihrem Vater in das kalte Wasser geschmissen. Sie findet Dinge heraus, die sie an ihm zweifeln lassen. 
Wir begegnen im zweiten Teil Dämonen. Sunshine entwickelt sehr viel körperliche Kräfte. Sie spürt stets mehrere Geister in ihrer Nähe. >>Da ist es wieder, dieses Gefühl, das ich zum ersten Mal im Krankenhaus gespürt habe: das elektrische Brummen von Geistern, die durch die Luft um mich herumschwirren.<< (31 % auf dem Reader)

Die Geschichte wird aus der Sicht von Sunshine erzählt. Der Schreibstil ist flüssig. Die Handlung durchgehend spannend. Ich habe das Buch an einem Tag verschlungen.
Die geisterhafte Atmosphäre in Mexiko hat einen Gruselfaktor, welcher im ersten Teil noch nicht so ausgeprägt war. Verzweifelte Geister und Dämonen machen die Story zu einem Pagetuner. 

Ob mir das Ende gefallen hat! NEIN! Dieser fiese Cliffhanger hat mich etwas ratlos zurückgelassen. Die letzten Seiten waren einfach nur Hammer! Und nun muss ich auf den dritten Teil warten. Besten Dank!!!

Ich empfehle Euch beide Teile von Sunshine Girl. 

Danke Paige McKenzie

  (16)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(17)

50 Bibliotheken, 12 Leser, 2 Gruppen, 15 Rezensionen

koblenz, preußen, 19. jahrhundert, festungsbau, historischer roman.

Die Festung am Rhein

Maria W. Peter
Flexibler Einband: 607 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783404175192
Genre: Historische Romane

Rezension:



Zum Inhalt

Juni 1815

Der Prolog beginnt auf dem Schlachtfeld von Waterloo. Es ist Nacht. Ein
 Mann streift auf seinem Pferd zwischen den Toten und Verletzten umher. Ein Schuss,  und dann wird es dunkel für ihn .....

Coblenz 1822

Die Geschichte handelt von der Erbauung der Feste Ehrenbreitstein. Franziska ist eine junge Frau, die um ihren geliebten Bruder Christian bangen muss. Er wird beschuldigt, wichtige Baupläne an die Franzosen verkauft zu haben. 
Franziska möchte von ihrem Bruder wissen, ob an den Anschuldigungen was dran ist. Er hüllt sich in eisernes Schweigen und nimmt die Strapazen im Gefängnis in Kauf. 
Franziska und Christian sind halbe Franzosen. Der Vater Franzose und die Mutter Deutsche. Man bringt beiden sehr viel Misstrauen entgegen. Der Vater ist auf dem Schlachtfeld von Waterloo gefallen. Die Mutter ist zurück nach Cöln, um dort ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ihre Kinder muss sie bei ihrem Bruder in Coblenz zurück lassen, da sie über keine finanziellen Mittel verfügt.
Der Onkel Hubert Kannengießer geht mit den Geschwistern nicht gerade liebevoll um. Vielmehr sehen er und seine Frau billige Arbeitskräfte in den Halbwaisen. Von seiner Schwester hält Kannengießer nicht viel. Sie hatte schließlich einen Franzosen geheiratet. Wie konnte sie nur!
Seinen Neffen nötigt er, in die Armee einzutreten und den Preußen zu dienen. Ich denke, ich muss nicht erwähnen, dass er Christian nicht hilft, als dieser wegen Landesverrat ins Gefängnis muss. Er ist Bauherr auf der Feste und möchte nicht bei den Preußen in Ungnade fallen.

Franziska macht Bekanntschaft mit dem preußischen Leutnant Rudolph Harten. Harten möchte die Wahrheit herausfinden. Er selbst muss nun um seinen guten Ruf bangen. Er ist Ingenieur und leitet den Bau der Feste Ehrenbreitstein. Man hat ihn bei Waterloo beschuldigt, mit den Franzosen zu sympathisieren. 
Das Schicksal der zierlichen Franziska berührt ihn. 

Rudolph Harten war mir von Anfang an sehr sympathisch. Sein stures Verhalten ist seinen traumatischen Kriegserlebnissen geschuldet. Er stammt aus einfachen Familienverhältnissen. In dem Bau der Feste sieht er große berufliche Chancen. Wie schon der Klappentext verrät, kommt er der süßen Franziska näher. Franziska fasst einen riskanten Plan. Sie begibt sich in die Höhle des Löwen. Sie verdingt sich als Hausmädchen bei dem korrupten Capitain Rülow. Rülow hat großen Einfluss darauf, was mit ihrem Bruder geschieht. Franziska möchte im Hause Rülow nach Beweisen suchen, die ihren Bruder entlasten.
Rudolph Harten ertappt sie bei einer prekären Aktion ......
Rudolph Harten hilft ihr, die Wahrheit über ihren Bruder zu finden.
Rudolph Harten kann sehr süß lächeln, wenn es seine preußische Korrektheit gerade erlaubt.

Meine Meinung

Wer in der Schule im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst hat, bekommt nun die Gelegenheit, auf sehr schöne Weise Versäumtes nachzuholen. 
Der Schreibstil der Autorin liest sich wie Butter. Kasernenduft weht einem um die Nase. Preußische Korrektheit, gepaart mit rheinländischen Charme, macht Lust auf eine Reise zur Feste Ehrenbreitenstein.
Dass Verrat nicht immer gleich Verrat ist, wird einem besonders in dieser Geschichte klar. Im Krieg herrschen andere Gesetze. Im Krieg handelt so manch einer gegen seine Überzeugung.
Die Protagonisten sind gut gezeichnet. Man hat von jedem ein genaues Bild vor Augen. 
Christian blieb mir ein bisschen fremd. Das dürfte daran liegen, dass es von ihm nur wenige Dialoge in der Geschichte gibt. 
Franziska ist ein zartes Persönchen mit einem willensstarken Charakter. Ich habe sie für ihre Courage oft bewundert. Ihre französische Herkunft konnte man gut spüren. Es fielen immer wieder französische Begriffe.

Wir machen mit einem Highlander Bekanntschaft. Auch seine Sprache findet Beachtung. 
Das Augenmerk liegt überwiegend auf dem Misstrauen, welches zwischen Preußen und Frankreich liegt.
Ach, so kann ich das eigentlich gar nicht sagen. Besondere Aufmerksamkeit erhalten Franziska und Rudolph. Ganz ehrlich, vor dieser Story hätte ich nie gedacht, dass ein Preuße mein Herz zum Schmelzen bringt. Seufz ....


Fazit

Nur zwei Nachmittage habe ich für dieses Buch gebraucht. Mit nur wenigen Protagonisten hat die Autorin eine spannende Handlung geschaffen. Man weiß erst zum Schluss, wer der/die Drahtzieher des Landesverrats ist/sind. Der Weg dorthin lässt einen durch die Seiten rasen. Man mag das Buch nicht mehr zur Seite legen. 
Besonders gut gefiel mir, der Liebe zwischen Franziska und Rudolph beim Wachsen zuzusehen. Rudolph hatte mehr wie einmal Grund genug, an Franziskas Aufrichtigkeit zu zweifeln. Die junge Frau geriet in sehr gefährliche Situationen. Für ihren Bruder war ihr keine Gefahr zu groß. 
Rudolph ist ein ehrgeiziger Preuße, der sehr viel Liebe zu geben hat, sobald der preußische Panzer geknackt ist. 
Maria W. Peter hat sehr gut recherchiert. Im Anhang erfährt man viele Fakten zur Geschichte. Vom Fall Napoleon bis zum Bau der Feste Ehrenbreitstein. 

Ob mir das Ende gefallen hat? Franziska und Rudolph haben noch einen persönlichen Kampf vor sich. Ansonsten ... ja! Die gesamte Geschichte enthält viele Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe.
Danke Maria W. Peter

  (12)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

44 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

hannah rothschild, haute cuisine, roman, kunstwelt, die launenhaftigkeit der lieb

Die Launenhaftigkeit der Liebe

Hannah Rothschild , Monika Baark
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei DVA, 12.09.2016
ISBN 9783421047137
Genre: Romane

Rezension:

Zum Inhalt

Ich kenne mich mit Gemälden nicht aus. Für mich zählt nur, ob mir ein Bild gefällt oder nicht. Ich habe mich noch nie damit befasst, wer der Künstler hinter dem Bild ist. 

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr schwer. Ich wollte das Buch schon abbrechen. Doch, so schnell gebe ich nicht auf. Das hat sich bei "Die Launenhaftigkeit der Liebe" wirklich gelohnt. Vom Wunsch abzubrechen bis zur Begeisterung hat es ein paar Seiten gedauert. Aber dann!

Am Anfang wird dem Leser vermittelt, wie es auf Kunstauktionen zugeht. Da wurde ich mit Namen nur so zugeschüttet. Einige Begriffe musste ich nachschlagen. 

Der Prolog beginnt vor dem Auktionshaus Monachorum & Sons welches 1756 gegründet wurde.
Im Auktionshaus herrscht Hektik. Die letzten Vorbereitungen für die Auktion des Jahrhunderts werden getroffen.
Earl Beachendon gibt seinem Team letzte Anweisungen. Für jeden prominenten Besucher hat er die passende Begleitperson ausgesucht. Man kennt die Vorlieben und Abneigungen der Schützlinge. Man will ihr Geld!

Annie McDee ist eine Frau mitte dreißig, die bei einem Trödelladen für ihren Freund ein Geburtstagsgeschenk kaufen möchte. Erst wird sie in dem ungepflegten Laden nicht fündig. Doch dann entdeckt sie ein kleines Gemälde. Das verstaubte Bild hat sie sofort magisch angezogen. Die hübsche tanzende Frau auf dem  Kunstwerk strahlt Lebensfreude und Liebe aus. Das ist das richtige Geschenk für ihren Freund. Sie ersteht es für 75 Pfund. Sie weiß noch nicht, in was für eine Gefahr sie sich gebracht hat. Sie kennt den Wert des Gemäldes nicht. 

Meine Meinung

Jean-Antoine Watteau (geb.10.Oktober 1684, gest. 18 Juli 1721) war Maler des französischen Rokoko Anfang 18. Jahrhunderts. Eigentlich ist er der Hauptprotagonist in dieser Geschichte. Er hat das Bild gemalen, welches Annie zu einem Schleuderpreis erstanden hat. "Die Launenhaftigkeit der Liebe!"
Die Kunstwelt steht Kopf. Annie hat ein neues Leben in London begonnen. Von Kunst versteht sie nichts. Aber vom Kochen. In der Liebe hat sie kein Glück. Vom langjährigen Freund wurde sie verlassen. Ihre neue Liebe erscheint nicht zu Verabredung. Mit einem leckeren Essen und nun sinnlosen Geschenk, trinkt sie frustriert den Wein alleine.
Am nächsten Tag möchte sie das Bild zurückgeben. Der Trödelladen, mit samt Verkäufer, wurde in die Luft gesprengt.
Sie lernt Jesse kennen. Einen mittellosen Maler, der ihr hilft, das Gemälde analysieren zu lassen.
Annie hat beim Kochen sehr großes Talent. Sie dekoriert Räume und kocht das passende Essen zu jedem Thema. Sie erwirbt mit ihrem Talent einen guten Ruf und Aufträge. Jesse und Annie kommen sich nur zaghaft näher. Zu tief sind die seelischen Wunden, die Annie zugefügt wurden.
Annie geht einem total ans Herz. Sie hat auch Probleme mit ihrer Mutter Evie, die sehr stark dem Alkohol zuspricht. Evie erkennt jedoch sofort, dass das kleine Gemälde was Besonderes sein muss.

Ich habe viele verrückte Superreiche kennengelernt. Barty, eine Mann der Männer liebt, hilft den Superreichen das passende Haus, Freunde und Kunstwerke zu kaufen. Seine schrullige Art und farbenfrohes Äußeres haben Erkennungswert. 
Besonders der steinreiche Russe Wladimir braucht die Hilfe von Barty. Wladimir ist ein einsamer, armer Reicher. Ich musste lachen, wenn ihm ein teures Projekt gezeigt wurde. Er sagte stets: >>Was kostet? Kaufen!<<

Mrs Appledore ist eine reiche Witwe, die sämtliche Kunstwerke ersteigert. 
DeloresRyan ist Kunstkritikerin, die den Wert von "Die Launenhaftigkeit der Liebe" erst mal nicht erkennt.

Der führende Kunstexperte Memling Winkelmann ist mit seinen 90 Jahren noch ziemlich agil. Aktiv nimm er am Kunstleben teil. Er hütet ein Familiengeheimnis. Seine spröde Tochter Rebecca verfolgt die Spuren seiner Vergangenheit. Memling hat sich vor vielen Jahren einen Feind gemacht ...

Alle Protagonisten zu nennen, würde den Rahmen sprengen, der viel dringender für wertvolle Gemälde gebraucht wird. 
Diese Geschichte ist sehr facettenreich. Wir bewegen uns in der Kunstszene und kommen auch mit dem Holocaust in Berührung. Dunkle Machenschaften in der Kunstszene sind nicht gerade selten.
Was mich jedoch total begeistert hat: Das Gemälde hat gesprochen und seine Geschichte erzählt. Von den guten Zeiten, in denen es bei namenhaften Kunstkennern verbracht hatte. Ja, und von ihrem Erschaffer Watteau hat sie erzählt.
Wundert es da, dass sie empört ist, wenn sie in unserer Zeit zusammen mit einem Butterbrot in einer Plastiktüte landet? Noch dazu an einen Fahradlenker gehängt wird und eine holprige Fahrt über sich ergehen lassen muss?
Ich weiß! Ich habe ja schon erwähnt auch keine Kunstkennerin zu sein. Ihr denkt jetzt bestimmt, ich würde dieses Gemälde auch in eine Plastiktüte mitsamt Butterbrot packen. STOP! Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an. Nie-nie-niemals würde ich das tun! Bei mir käme ein Döschen Kaviar dazu. :-)


Fazit

Eine durch und durch stimmige Geschichte, die mich an der Kunstszene teilhaben ließ. Protagonisten die sehr gut gezeichnet sind. Man kann sich jeden sehr gut vorstellen.
Ein Schreibstil, der mich nach der ersten Hürde durch die Seiten rasen lassen hat.
Was erwartet Euch in der Geschichte? Ein Krimi, eine geheimnisvolle Familiengeschichte, Verrat, eine zarte Liebe, Humor und ein Gemälde, welches von seine Leben erzählt.

Für Kunstkenner dürfte dieses Buch ein wahrer Schatz sein. Für Nichtkundige könnte es einer werden.
Ich werde "Die Launenhaftigkeit der Liebe" mit Sicherheit noch ein zweites Mal lesen. 

Danke Hannah Rothschild

Herzlichen Dank an den DVA- VERLAG für die Bereitstellung des Buches.

  (20)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

kinderbuch, vorlesen, zeitreisen, zeitreise, fantasy

Zeitreise mit Hamster

Ross Welford , Petra Knese
Fester Einband
Erschienen bei Coppenrath, 31.01.2017
ISBN 9783649622376
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung
Diese warmherzige, humorvolle und spannende Geschichte hat mich bestens unterhalten. Schon der Klappentext hat mich begeistert. Der erste Satz: >>Mein Dad ist zweimal gestorben.<<Al Chaudary erhält zu seinem 12. Geburtstag einen Brief von seinem verstorbenen Vater. Al´s Mutter hat wieder geheiratet. Nun lebt er mit seinem Stiefvater Stefen und dessen Tochter Charly unter einem Dach. Stefen gibt sich sehr viel Mühe. Er möchte die Freundschaft von Al gewinnen. Al ist ein lieber Junge, der häufig an seinen Vater denkt. Er liebt seinen Großvater über alles. Der alte Herr ist ein richtiger Gedächtniskünstler. 

>>Verwechsle nicht Wissen mit Gedächtnis, Al. Ich habe ein gutes Gedächtnis, weil ich es geschult habe, aber das ist nicht das Gleiche wie Wissen, und weder Gedächtnis noch Wissen sind mit Weisheit gleichzusetzten.<< (Seite 28)

Al kann Charly nicht viel abgewinnen. Er findet die Möchtegern-Spirituelle einfach nur peinlich und nervig.Aber nun zurück zum Brief! Al´s Vater hat eine Zeitreise gemacht und braucht nun seine Hilfe. Er soll in das Haus, in dem er mit seinen Eltern zusammen gelebt hat. In der Garage gibt es einen Eingang zu einem Bunker. Da steht die Zeitreisemaschine.  Für Al beginnt ein großes Abenteuer. 
Al ist erst mal total durch den Wind. Sein Vater ist an einem Aneurysma gestorben. Und nun befindet er sich in einer anderen Zeitebene? Wie soll er seinen Vater per Zeitreise retten? Al hat zum Geburtstag einen Hamster bekommen. Der kann gleich mal eine Probereise in die Vergangenheit machen. 
In der Geschichte wird Al seinen Vater wieder sehen. Nur, das Alter von seinem Dad gleicht dem eines Bruders. Es gibt einige technische Details, die ich weniger interessant finde. Aber, die Spannung hat das wieder wett gemacht. Al muss stets darauf achten, nicht seinem eigenen Ich zu begegnen. Auch sein Elterhaus birgt Risiken für ihn, da dort nun andere Leute wohnen. Die größte Überraschung war jedoch die Zeitreisemaschine selbst. Eine Zinkwanne und ein Laptop. 
Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet. Man kann sich in jeden gut hineinversetzen. 

Besonders der Großvater konnte mein Herz gewinnen. Mit seinem Roller kurvt Byron durch die Straßen und liebt Chaitee über alles. Man spürt beim Lesen seine indischen Wurzeln.  Seinen Enkel vergöttert er. 
Charly fand ich so richtig lustig. Ich denke, diese Formulierung würde ihr nicht gefallen. Al´s Mutter blieb mir irgendwie fremd. Das Augenmerk liegt mehr auf Großvater Byron, Sohn Pye  und Enkel Al. 
Bei Al merkt man sehr wohl, dass es sich eigentlich noch um einen kleinen Jungen handelt. Er hatte oft Angst und zeigte sich stellenweise hilflos. Da er aber ein intelligenter 12 jähriger ist, findet er meist eine Lösung. Seine Gedanken sind ein richtiger Angriff auf die Lachmuskeln. 
Das eine oder andere mal verdrückt Al auch ein paar Tränchen. Da blieben auch meine Augen nicht trocken.  Oftmals spürt man die Verzweiflung des unfreiwillig Zeitreisenden. Vor allem um den Hamster “Alan Shearer“ habe ich mir mehrmals Sorgen gemacht. 
Eine Szene mit einer Katze hat mich schockiert. 
Es ist sehr viel Action geboten.

Fazit

Dieses Abenteuer wird für Kinder ab 10 Jahren empfohlen. Ich bin von dieser Altersgruppe weit entfernt. Dennoch hat mir die Geschichte ausnehmend gut gefallen. Die Thematik ist nicht neu, jedoch sehr gut umgesetzt. Geschichten über Zeitreisen haben mich schon immer interessiert. Albert Einstein und seine Weisheiten finden mehrere Male Erwähnung. >>Ich habe erfahren, dass Albert Einstein erst mit vier Jahren das Sprechen gelernt hat und dann am Mittagstisch ganz laut gesagt hat: >>Diese Suppe ist zu heiß!<< (Seite 89)  Al´s Vater ist auch ein genialer Erfinder. 


Es wird aus der Sicht von Al erzählt. Er spricht die Leser persönlich an, was mir sehr gut gefallen hat. Ich habe mich mehrere Male dabei ertappt, wie ich ihm geantwortet habe. Sympathische Protagonisten und Bösewichte fügen sich wunderbar in das Geschehen ein. Viele ungeahnte Wendungen machen das Ganze zu einem Pagetuner. Einige schöne Zitate und witzige Prologe runden die Geschichte ab. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Ob mir das Ende gefallen hat? Ja und nein. 

Mein Lieblingszitat: >>Lebe das Leben in seiner ganzen fülle, sodass der Tod, wenn er wie ein Dieb in der Nacht kommt, nichts mehr zu stehlen hat.<< (Seite 211)

Danke Ross Welford

  (27)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(25)

73 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

bettina belitz, fantasy, jugendbuch, diamantkrieger, urban fantasy

Die Diamantkrieger-Saga - La Lobas Versprechen

Bettina Belitz
Fester Einband: 450 Seiten
Erschienen bei cbt, 24.10.2016
ISBN 9783570164259
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung

In diesem Teil erleben wir eine Sara, die sich ihres inneren Kindes bewusst werden muss. Das geschieht auf eine Weise, wie sie emotionaler nicht sein kann. 

Sarah erinnert sich an ein Leben, welches sie vor tausend Jahren in einem anderen Land als Kriegerin geführt hat. Jeden Morgen betrachtet sie den braungrünen Punkt in ihrem linken Auge, der nur für sie sichtbar ist.

Ihr ganzes Fühlen und Denken dreht sich um Damir. Sie weiß, dass ein Zusammensein mit ihm unmöglich ist. Sie spürt ihn nicht mehr und fühlt sich unendlich allein. 
Die Wasserleitungen in ihrem Haus sind undicht. Glühbirnen zerplatzen. Kein Handwerker ist in der Lage die Ursache dafür zu finden.
Der Anwalt Goldwasser soll für sie Informationen zu ihrer leiblichen Mutter finden.
Goldwasser ist ein sehr herzlicher Mensch. Er rät ihr, die Vergangenheit ruhen zu lassen. 
>>Weder die Vergangenheit noch die Zukunft sind so wichtig, wie sie von Menschen gerne betrachtet werden. Wichtig ist nur die Gegenwart.<< (Goldwasser Seite 16 auf dem Reader)

Goldwassers Hund reagiert stets mit Freude auf Sara, was eigentlich sehr ungewöhnlich ist.
Sara bringt La Loba etwas zurück, was sie in deren Haus entwendet hat. La Loba reagiert sehr liebevoll. Sara kann nicht verstehen, dass La Loba ihr niemals Vorwürfe macht.
Die Lektionen, die La Loba Sara erteilt, geschehen ohne erhobenen Zeigefinger und bringen Sara ihrem inneren Kind stetig näher. Besonders eine Einkaufstour der Beiden hat mich stark beeindruckt. Sie vermittelt ihr, dass jeder Mensch so handelt, wie er es für den Moment kann. Es gibt kein Schlecht oder Gut!

Mir hat Sara leid getan. Das Erwachen ist für sie ein mühevoller Prozess. In die Stille gehen fällt ihr nach wie vor nicht immer leicht.
>>Warum will niemand, dass ich esse? Was ist an mir, dass mich die Menschen nicht ernähren wollen?<< (Sara, Seite 35 auf dem Reader)
Sara muss lernen, in der Gegenwart zu leben. In der Gegenwart gibt es sehr wohl Menschen, die ihr Nahrung anbieten. 

Sarah ist ständig müde. Ihr Körper schmerzt. Sie fühlt sich einsam. Sie kann nicht richtig schlafen. Wachen ist der richtige Ausdruck für ihre Nachtruhe. Und immer wieder Damir!
Die Satori ist wieder aktiv. Sarah empfindet La Lobas Übungsplan langweilig. Sie möchte endlich als Kriegerin anerkannt sein. Kein Mensch gibt ihr Antworten. Kein Mensch hilft ihr. Kein Mensch sieht ihre grenzenlose Einsamkeit. Der einzige Mensch der ihr helfen könnte ist Damir!

Dann zieht Damir ins Nachbarhaus. Er erklärt ihr, warum er sich noch nicht mit ihr treffen darf.  Der Geheimbund der Diamantkrieger ist für Sara anders als erwartet. Dort beachtet Damir sie nicht. Beide haben einen Plan ......

Fazit

Ich habe schon einige Jugendbücher gelesen. Die Diamantkrieger Saga ist jedoch weit mehr als ein Jugendbuch. Der wertvolle Inhalt zeigt uns, wie wir meist selber unserem Glück im Weg stehen. Die Autorin hat sich in mein Herz geschrieben. Mich mit wundervollen Zitaten verwöhnt. 
Der zweite Teil der Saga besteht überwiegend aus Dialogen zwischen La Loba und Sara. Sara erhält von ihrer Meisterin kaum Anweisungen. La Loba lässt sie einfach an ihrem Leben teilhaben. Sara muss verstehen lernen. Erkennen, dass die Antworten auf ihre Fragen bereits in ihr sind. 
La Lobas Versprechen ist ein Buch, welches sehr ruhig daher kommt. Das tut der Spannung jedoch keinen Abbruch. Protagonisten aus dem ersten Band konnten mich überraschen. Ungeahnte Wendungen verleihen der Story Spannung. Der Cliffhanger am Ende lässt mich dem dritten Teil entgegenfiebern. 

So manch einer wird sich nun fragen, was dieser Inhalt mit einer Kriegergeschichte zu tun hat. Meiner Meinung nach sehr viel. Mal ehrlich ..... führen wir die größten Kriege nicht stets mit uns selber?

Danke Bettina Belitz

Mein Dank geht an den cbt-Verlag für die Bereitstellung des E-Books

  (14)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

Zeitreise mit Hamster

Ross Welford
E-Buch Text
Erschienen bei Coppenrath Verlag, 31.01.2017
ISBN 9783649625148
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung
Diese warmherzige, humorvolle und spannende Geschichte hat mich bestens unterhalten. Schon der Klappentext hat mich begeistert. Der erste Satz: >>Mein Dad ist zweimal gestorben.<<Al Chaudary erhält zu seinem 12. Geburtstag einen Brief von seinem verstorbenen Vater. Al´s Mutter hat wieder geheiratet. Nun lebt er mit seinem Stiefvater Stefen und dessen Tochter Charly unter einem Dach. Stefen gibt sich sehr viel Mühe. Er möchte die Freundschaft von Al gewinnen. Al ist ein lieber Junge, der häufig an seinen Vater denkt. Er liebt seinen Großvater über alles. Der alte Herr ist ein richtiger Gedächtniskünstler. 

>>Verwechsle nicht Wissen mit Gedächtnis, Al. Ich habe ein gutes Gedächtnis, weil ich es geschult habe, aber das ist nicht das Gleiche wie Wissen, und weder Gedächtnis noch Wissen sind mit Weisheit gleichzusetzten.<< (Seite 28)

Al kann Charly nicht viel abgewinnen. Er findet die Möchtegern-Spirituelle einfach nur peinlich und nervig.Aber nun zurück zum Brief! Al´s Vater hat eine Zeitreise gemacht und braucht nun seine Hilfe. Er soll in das Haus, in dem er mit seinen Eltern zusammen gelebt hat. In der Garage gibt es einen Eingang zu einem Bunker. Da steht die Zeitreisemaschine.  Für Al beginnt ein großes Abenteuer. 
Al ist erst mal total durch den Wind. Sein Vater ist an einem Aneurysma gestorben. Und nun befindet er sich in einer anderen Zeitebene? Wie soll er seinen Vater per Zeitreise retten? Al hat zum Geburtstag einen Hamster bekommen. Der kann gleich mal eine Probereise in die Vergangenheit machen. 
In der Geschichte wird Al seinen Vater wieder sehen. Nur, das Alter von seinem Dad gleicht dem eines Bruders. Es gibt einige technische Details, die ich weniger interessant finde. Aber, die Spannung hat das wieder wett gemacht. Al muss stets darauf achten, nicht seinem eigenen Ich zu begegnen. Auch sein Elterhaus birgt Risiken für ihn, da dort nun andere Leute wohnen. Die größte Überraschung war jedoch die Zeitreisemaschine selbst. Eine Zinkwanne und ein Laptop. 
Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet. Man kann sich in jeden gut hineinversetzen. 

Besonders der Großvater konnte mein Herz gewinnen. Mit seinem Roller kurvt Byron durch die Straßen und liebt Chaitee über alles. Man spürt beim Lesen seine indischen Wurzeln.  Seinen Enkel vergöttert er. 
Charly fand ich so richtig lustig. Ich denke, diese Formulierung würde ihr nicht gefallen. Al´s Mutter blieb mir irgendwie fremd. Das Augenmerk liegt mehr auf Großvater Byron, Sohn Pye  und Enkel Al. 
Bei Al merkt man sehr wohl, dass es sich eigentlich noch um einen kleinen Jungen handelt. Er hatte oft Angst und zeigte sich stellenweise hilflos. Da er aber ein intelligenter 12 jähriger ist, findet er meist eine Lösung. Seine Gedanken sind ein richtiger Angriff auf die Lachmuskeln. 
Das eine oder andere mal verdrückt Al auch ein paar Tränchen. Da blieben auch meine Augen nicht trocken.  Oftmals spürt man die Verzweiflung des unfreiwillig Zeitreisenden. Vor allem um den Hamster “Alan Shearer“ habe ich mir mehrmals Sorgen gemacht. 
Eine Szene mit einer Katze hat mich schockiert. 
Es ist sehr viel Action geboten.

Fazit

Dieses Abenteuer wird für Kinder ab 10 Jahren empfohlen. Ich bin von dieser Altersgruppe weit entfernt. Dennoch hat mir die Geschichte ausnehmend gut gefallen. Die Thematik ist nicht neu, jedoch sehr gut umgesetzt. Geschichten über Zeitreisen haben mich schon immer interessiert. Albert Einstein und seine Weisheiten finden mehrere Male Erwähnung. >>Ich habe erfahren, dass Albert Einstein erst mit vier Jahren das Sprechen gelernt hat und dann am Mittagstisch ganz laut gesagt hat: >>Diese Suppe ist zu heiß!<< (Seite 89)  Al´s Vater ist auch ein genialer Erfinder. 


Es wird aus der Sicht von Al erzählt. Er spricht die Leser persönlich an, was mir sehr gut gefallen hat. Ich habe mich mehrere Male dabei ertappt, wie ich ihm geantwortet habe. Sympathische Protagonisten und Bösewichte fügen sich wunderbar in das Geschehen ein. Viele ungeahnte Wendungen machen das Ganze zu einem Pagetuner. Einige schöne Zitate und witzige Prologe runden die Geschichte ab. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Ob mir das Ende gefallen hat? Ja und nein. 

Mein Lieblingszitat: >>Lebe das Leben in seiner ganzen fülle, sodass der Tod, wenn er wie ein Dieb in der Nacht kommt, nichts mehr zu stehlen hat.<< (Seite 211)

Danke Ross Welford

  (27)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(299)

676 Bibliotheken, 30 Leser, 1 Gruppe, 112 Rezensionen

dystopie, cecelia ahern, liebe, perfect, fehlerhaft

Perfect – Willst du die perfekte Welt?

Cecelia Ahern , Christine Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 17.11.2016
ISBN 9783841422361
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(63)

87 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 54 Rezensionen

england, glaube, andrew michael hurley, fanatismus, roman

Loney

Andrew Michael Hurley , Yasemin Dincer
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 09.09.2016
ISBN 9783550081378
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung

Die Geschichte wird aus der Sicht von Tonto erzählt. Ich hatte Schwierigkeiten in die Geschichte einzutauchen. Aber nach ein paar Seiten legte ich das Buch nur noch beiseite, um alltägliche Dinge zu verrichten. Die kleine brüchige Glaubensgemeinschaft hatte mich in ihren Bann gezogen. 

1976

Eine religiöse Gruppe fährt mit ihren neuen Father von London zur nordenglischen Küste "Loney!"
Seine Schäflein betrachten ihn misstrauisch. Hat er doch sogar nichts mit dem verstorbenen Pfarrer Wilfred gemein. 
Auf Loney herrscht eine Düsternis, die einem samt Regen beim Lesen in die Glieder kriecht.
Nicht alle waren mit dieser Reise einverstanden. 
Hanny ist der ältere von zwei Brüdern. Jedoch kann er nicht sprechen und sein Geist ist der eines Kindes geblieben. Sein jüngerer Bruder Tonto kümmert sich liebevoll um ihn.

Viele Dinge auf der Insel muten gruselig an. Hanny und sein kleiner Bruder Tonto haben eine Begegnung mit einem zwielichtigen Ehepaar und einer jungen schwangeren Frau.

Wir haben es hier mit einer Gruppe von Menschen zu tun, die zum Teil sehr fanatisch agieren. Mir kam oft der Gedanke, es mit einer Sekte zu tun zu haben.
Hanny soll erlöst vom Schwachsinn werden und endlich reden. Abhilfe erhofft man sich von der heiligen Anna. Ihretwegen pilgert man schließlich zur Wallfahrtskirche.
Hannys Mutter scheint den extremen Glauben zu brauchen. Menschen die es lockerer sehen, sind in ihren Augen des Teufels.

Beim Lesen dachte ich mir oft, wer es von diesen, ach so Gläubigen, wirklich ernst meint. 
Der neue Father war mir eigentlich sympathisch. Ich denke, vom Fasten hielt er nicht allzu viel. Auch den strengen Glauben von Hannys Mutter konnte er nicht nachvollziehen. 
Menschen, wie sie verschiedener nicht sein könnten, verbringen gemeinsam Zeit in dem düsteren Haus Mooring.
Ich war mir sicher, dass noch einige Dinge ans Tageslicht kommen, die man niemals vermuten würde.
Besonders gespannt war ich, was es mit dem plötzlichen Tod von Father Wilfred auf sich hatte.
Wie beim Klappentext schon erwähnt, wird nach 30 Jahren die Leiche eines Babys gefunden.

Fazit

Father Bernard pilgert mit einer Gruppe Gläubigen an einen Ort, um einen geistig zurückgebliebenen Jungen zu heilen, der nicht sprechen kann. Eine gläubige Mutter kann nicht akzeptieren, dass ihr Sohn nicht der Norm entspricht.

Eine düstere Atmosphäre ist ständiger Begleiter in dieser Geschichte.
Die Erzählung spielt überwiegend im Jahr 1976. Sie wird aus der Sicht von Tonto erzählt. 
Tonto hat in der Gegenwart einiges zu verarbeiten.
Mir hat der Schreibstil und seine speziellen Protagonisten eine schlaflose Nacht beschert.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten bin ich freiwillig mit gepilgert und habe das Gruseln gelernt. 
Sturm und Regen peitscht über das Haus  hinweg, indem sich Menschen befinden, von denen ich lange nicht wusste, wie ich sie einordnen muss. Sind sie verlogen, fanatisch, abhängig oder einfach nur böse? 
Rund um Mooring ist es düster. Vor allem im Wald .....

Ob mir das Ende gefallen hat? Ich kann nicht ja sagen. Aber, das gesamte Buch ist ein richtiges Highlight für mich. Mit so einem fantastischen Buch habe ich nicht gerechnet. 

Ich empfehle "Loney" auch Lesern, die nichts von der Kirche halten. Für mich ist das Buch eine Mischung aus Drama, Thriller, Fanatismus, Horror und Mystery.

Danke Michael Hurley

  (44)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der schönste Grund, Briefe zu schreiben

Ángeles Doñate
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.08.2017
ISBN 9783426519783
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung

Dieses Buch wird als Wohlfühlroman bezeichnet. Da kann ich nur zustimmen. Gleich am Anfang habe ich die Bekanntschaft mit der 80-jährigen Rosa und der Briefträgerin Sara gemacht. Die rothaarige Sara weiß nicht, wie lange sie noch als Postbotin in dem beschaulichen Örtchen Porvenir arbeiten darf. Sie soll nach


 Madrid versetzt werden.Rosa und Sara sind dicke Freundinnen. Die alte Dame hat vor fast 40 Jahren Sara auf die Welt geholfen. Rosa hat eine zündende Idee, wie man Saras Versetzung nach Madrid verhindern könnte. Ein Kettenbrief muss in Gang gesetzt werden. Die Postmenge muss unbedingt in die Höhe schnellen.
Diese Thematik hat mich sehr interessiert. Ich denke, in jeder Stadt und in jedem Ort,  werden Postfilialen geschlossen. Leider oftmals ohne Rücksicht auf Menschen, die auf diese Ämter angewiesen sind.Die Autorin erzählt sehr warmherzig. Die Protagonisten wachsen einem ans Herz. Ich konnte mit Sara richtig mitfühlen. Sie wollte Porvenir nicht mit ihren drei Kindern verlassen. In diesem Ort, wo jeder jeden kennt und Nachbarschaftshilfe groß geschrieben wird, fühlt sie sich wohl. Sarah hat eine Chatt-Bekanntschaft, bei der sie sich immer alles von der Seele schreiben kann.Rosa trägt ein tragisches Geheimnis in sich. Sie ist auch die erste, die mit der Briefkette beginnt.
Eigentlich handelt es sich in diesem Roman nicht nur um Briefe. Vielmehr schreiben sich die Bewohner von Porvenir ihr Leid von der Seele. Dies passiert in einer wundervollen, teils poetischen Sprache und anonym. Manchmal dachte ich mir, nun ist die Kettenbrief-Aktion gescheitert. Nicht jeder, der solch einen Brief erhalten hat, ist der große Briefschreiber. Nicht jeder konnte spontan sein Herz öffnen. 
>>Ungesagte Worte sind wie Anker, die uns an die Tiefe ketten.<< (Seite 16)
Ich durfte mit vielen liebenswerten Menschen Bekanntschaft machen. Allen voran konnte mich die ruppige Dichterin Mara Polsky für sich einnehmen. Die Wahl-Amerikanerin hat sich wie eine Einsiedlerin in Porvenir verschanzt. Wenn auch die Einfälle zum Dichten bei ihr rar geworden sind, kommt sie doch in den Genuss,  einen besonderen Fan kennen zu lernen. Unter der rauen Schale der betagten Lady, befindet sich ein weiches Herz. Bei einer bestimmten Szene musste ich Tränen lachen. Frau Dichterin verfügt über einen exzellenten Humor.
Alma und Alex verleihen der Geschichte etwas Zartes. Sie bringen das Leserherz zum Überlaufen. Beide haben eine zündende Idee, welche Porvenir bereichern dürfte.
Eine begnadete Köchin, die nicht schreiben kann, versorgt Porvenir mit leckeren Gerichten und ihrer mütterlichen Art.
>>Kochen ist, wie ein Bild zu malen.<< (Seite 115)
Keine Angst! Zu brav ist die Geschichte nun auch wieder nicht. Käme man sonst in Berührung mit einer Sex-Hotline?
                                           Fazit

Briefe können unheimlich berühren. Das geschriebene Wort ist durch keine Mails zu ersetzen.Briefe sind der schönste Grund, dieses Buch zu lesen.Briefe ermöglichen es uns, eine warmherzige Dorfgemeinschaft kennen zu lernen.Briefe ermöglichen uns, geheimste Sehnsüchte und Wünsche, in Worte zu fassen.Briefe geben uns die Möglichkeit, einen geliebten Menschen um Verzeihung zu bitten.
"Der schönste Grund, Briefe zu schreiben" handelt von Menschen, die mit ihren geschrieben Worten helfen wollen. 
Da dies ein Roman ist, beschäftige ich mich nicht mit der Frage, ob ein Kettenbrief Wunder vollbringen kann. Aber eins weiß ich: Wie versprochen erzeugt er ein Wohlgefühl! Der Schreibstil ist flüssig und jedes Kapitel beginnt mit einem Vers.Ich habe mich sehr, sehr wohl gefühlt.
Mein Lieblingszitat: Ich schreibe Gedichte, weil ich nicht anders kann. Wenn ich wach binträume ich von Worten. wenn ich schlafe, schreibe ich sie.<< (Seite 47/48)

Ich gratuliere Ángeles Doñate zu ihrem Debüt.
Mein Dank geht an Andrea Koßmann, durch die ich auf dieses Buch aufmerksam geworden bin.

  (40)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(27)

65 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

hund, liebe, hunde, musiker, liebesroman

Mit euch an meiner Seite

Pippa Watson ,
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.01.2017
ISBN 9783404174515
Genre: Liebesromane

Rezension:

Meine Meinung

Als erstes habe ich mich in das wunderschöne Cover verliebt. Es enthält alles, was ein romantisches Herz begehrt. Natur, ein verliebtes Pärchen und ein total süßer Hund im Vordergrund. An der Gitarre erkennt man schon, dass Musik in der Geschichte eine große Rolle spielt.

June ist eine erfolgreiche Hundetrainerin. Sie führt mit ihrem Freund Morris erfolgreich die Hundeschule. June spürt jedoch, dass die Liebe zu ihrem Freund keine Zukunft mehr hat.

June fühlt sich in dem beschaulichen Glastonbury pudelwohl. Mit ihren eigenen drei Hunden hat sie sehr viel Freude.  Eine Auftrag, bei dem sie sich um den verletzten Hund eines berühmten Musikers in London kümmern soll, kommt ihr gelegen.
Sie sieht darin eine Chance, ihre Gedanken zu sortieren.

In London angekommen, begegnet man June erst mal mit Misstrauen. Der berühmte Tobey Lambert wartet darauf, dass die Hundefachfrau agiert! Er versteht nicht, dass sie nur in der Nähe des Hundes sitzt und Zeitschriften liest und gut hörbar atmet. Was soll denn das bringen?

Tobey war mir von der ersten Sekunde an sehr sympathisch. Von der Paparazzi verfolgt flüchtet er mit seinen Angestellten aus einer Bar. Die Verfolger fahren einen Hund an.
Tobey fährt etwas später zum Tatort zurück, und nimmt den verletzten Hund in seine Luxus- Wohnung mit. 

Eine zarte Liebe zu einem Hund öffnet die Herzen der Protagonisten und Leser. 
Tobey hat ein traumatisches Erlebnis aus seiner Vergangenheit nicht verarbeitet. Düstere Träume lassen jede Nacht für ihn zum Horrortrip werden.
Bald merkt er, dass Junes Methoden um das Vertrauen der Hündin Luna zu erlangen, durch und durch rund sind. Sie gewinnt nicht nur Lunas Vertrauen. Auch Tobey öffnet sich immer mehr. Er beginnt Lieder zu schreiben, deren Texte Gänsehautfeeling erzeugen. 
Er sieht immer mehr die faszinierende Persönlichkeit, die sich hinter June verbirgt.

Junes Ausgeglichenheit konnte ich zwischen den Zeilen spüren. Ihre liebenswerte Art öffnet die Herzen sämtlicher Protagonisten. So entstand für sie eine Gemeinschaft, die einer Familie nicht unähnlich ist.
Sie erkennt, wer in wen verliebt ist. Auf sehr nette Art hilft sie den (Unwissenden?) schon mal auf die Sprünge.
Besonders gut hat mir gefallen, wie June Tobey den richtigen Umgang mit Luna beigebracht hat.

Man kann bei dieser Geschichte sehr viel über  den richtigen Umgang mit Hunden lernen. Man kann aber auch einiges über die Spezies "MENSCH" dazu lernen. Dies geschieht auf eine sehr warmherzige und liebevolle Weise. 
June ist ein paar Jahre älter als Tobey, was ich absolut nicht störend finde. Liebe kennt kein Alter. Liebe nährt sich von aufrichtigen Gefühlen. Liebe ist, wenn zwei Herzen im gleichen Takt schlagen. 

Ich war sehr gespannt, ob June und Tobey ein Paar werden. Ein berühmter Musiker aus London und eine Hundezüchterin vom Land. Kann das eine Zukunft haben? Ich habe von Anfang an JA gesagt. Doch, dann passiert ein Unglück, dass meine Hoffnungen stark ins Wanken gebracht hat. Als wenig hilfreich haben sich auch einige Missverständnisse erwiesen. 

Fazit

Mit dir an meiner Seite ... mit euch an meiner Seite bin ICH! (Liedtext von Tobeys neuesten Song)
Eine sehr emotionale Geschichte, bei der eine verletzte, traumatisierte Hündin das Herz eines berühmten Popstars öffnet. Eine Hündin, der es gelingt ein gebrochenes Herz wieder zu heilen.
Das Hund und Mensch zusammen gehören, weiß man nicht erst nach dieser Story. 
Alle Protagonisten fügen sich harmonisch in die Geschichte ein. 
Es wird abwechselnd aus der Sicht von June und Tobey erzählt. Dadurch lernen wie die Gefühlswelt der beiden sehr gut kennen.

Eine Geschichte, die mich in die Vergangenheit reisen lassen hat. Ich habe sehr viel an die Hündin Sandra aus meiner Kindheit gedacht. Ich habe mich an die vielen Spaziergänge erinnert, die ich mit ihr unternommen hatte. Auch unsere Sandra war traumatisiert, als wir sie damals bekommen haben. Sie hatte uns 16 Jahre viel Freude bereitet. Man bezeichnete mich damals überall als das Mädchen mit dem schwarzen Hund.

Man merkt, dass die Autorin viel Erfahrung mit Hunden hat. Fachliches Wissen, Gefühle, Liebe, Spannung und Dramatik hat sie gekonnt miteinander verwoben. 

Ob mir das Ende gefallen hat? Ich musste mich von einem großen Schrecken erholen. 
Ach ja, beinahe hätte ich vergessen, dass ich nun ständig Appetit auf ein leckeres Frühstück habe. Warum? Weil jeden .......


Danke Pippa Watson

  (35)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Kuckucksnest

Hera Lind
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Diana, 14.08.2017
ISBN 9783453359444
Genre: Biografien

Rezension:

Meine Meinung

Hera Lind konnte mich mit dieser warmherzigen, wahren Geschichte überzeugen. Die Thematik ist ernst; jedoch hat die Autorin der Geschichte gekonnt ihren Stempel aufgedrückt. Der Wortwitz von Hera ist einfach unschlagbar. Namen, die sie den Protagonisten verpasst hat, werden wir wahrscheinlich  vergeblich  im Telefonbuch suchen. Trotz des humorvollen Schreibstil ist die nötige Ernsthaftigkeit gegeben. 

Sonja und Senta verdienen allen Respekt der Welt. Beide mussten lernen,  mit ihrer Unfruchtbarkeit klar zu kommen.
Beide haben jedoch Männer, die wie ein Fels in der Brandung anmuten. 
Sonja und Paul haben als erstes Glück mit einer Adoption. Frau "Hohlweide-Dellbrück!" vom Jugendamt vermittelt ihnen den kleinen Normen. Er wird umgetauft zu Moritz. Er ist das erste von 10 Kindern, welches bei den Schwestern und ihren Männern ein harmonisches Zuhause findet.

Sehr ausführlich werden die Ängste und Hoffnungen aufgeführt, die eine Adoption mit sich bringt. Hoffnungen, die der Schwangerschaftstest nicht erfüllen konnte, werden nun in seiner vollen Gänze auf Adoptionswünsche projiziert. 

Senta und Markus erstes Adoptivkind ist ein kleines Mädchen, welches den Namen Felicitas von ihnen bekommt.
Sentas Ehe mit dem Musiker Markus geht in die Brüche. In dem geschiedenen Steffen findet sie einen neuen Ehemann, der mit ihr am gleichen Strang zieht.

Wie begleiten die beiden Familien zu den Ämtern. Wir erleben ihre Hoffnungen und Ängste mit.
Wir sehen 10 Kinder aufwachsen, von denen jedes ein traumatisches Erlebnis aus frühester Kindheit in sich trägt.

Ich musste die beiden Familien um ihre Geduld beneiden. Wartezeiten auf eine Adoption und die dazugehörigen Besuche vom Amt im trauten Heim, gehören zum Standard. 
Kleine Kinder- kleine Sorgen. Große Kinder- große Sorgen.
Dieser Ausspruch findet in dieser Geschichte besondere Gültigkeit.

Jedes Kind hat seine Erbanlagen. Man weiß nie, was ein adoptiertes Kind in sich trägt.
Sonja und Senta halten zusammen wie Pech und Schwefel. Nehmen ihre Kinder an, wie sie sind. 
Beide ermöglichen ihren Kindern, Kontakt mit den leiblichen Eltern aufzunehmen. Die Kinder haben ein Recht, ihre wahren Wurzeln kennen zu lernen. Den Zwillingsschwestern ist keine Mühe zu groß, ihren Schützlingen das zu ermöglichen. 

Fazit

Mama. wer sind denn eigentlich meine richtigen Eltern?
Diese Frage wird in diesem Buch mit viel Liebe und Aufrichtigkeit behandelt.
Ich kenne eine Frau, der man Informationen auf ihre Herkunft verweigern wollte. Die Auswirkungen waren alles andere als positiv.

Mit viel Herzblut hat sich Hera dem Thema Kinderlosigkeit und Adoption gewidmet. Dies stets mit einem lachenden- und einem weinenden Auge. 


Für mich ist das Kuckucksnest ein Buch, welches jedes Ehepaar lesen sollte, das ein Kind adoptieren will. Es handelt sich hier um keinen seichten Roman! Hier haben zwei Frauen ihr Herz geöffnet. Hier haben zwei Frauen positive- sowie negative Erfahrungen mit uns geteilt.
Für die einen wird diese Geschichte ein Roman sein. Eine Geschichte die emotional und sehr humorvoll ist.
Für die anderen könnte es sogar ein Ratgeber sein. Ein Ratgeber der mit Liebe und viel Erfahrung geschrieben wurde.

Ich liebe die Geschichten von Hera Lind. Ein Mann für jede Tonart war mein erstes Buch von ihr! Ich mag die Frau.

Danke Sonja und Senta

Danke, liebe Hera Lind

  (29)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(62)

79 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

liebe, frankreich, hochzeit, film, roman

Die Liebeserklärung

Jean-Philippe Blondel , Anne Braun
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 30.01.2017
ISBN 9783552063334
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung

Die Liebeserklärung ist ein außergewöhnlicher Liebesroman. Er handelt von Hochzeiten, die gefilmt werden. Corentin genießt in dieser Geschichte die Hauptrolle. Mit seinem Patenonkel fotografiert und filmt er Paare, die sich das Jawort geben.
Corentin widerfährt ein wunderbares Erlebnis in einer Abstellkammer. Die graue Maus Aline spricht per Video zu ihrem Bräutigam. Corentin filmt die Liebesschwüre und erlebt eine Achterbahn der Gefühle. Er ist so fasziniert, dass er das nun bei jeder Hochzeit praktizieren möchte.

Dachte ich Anfangs dass niemand vor laufender Kamera sein Innerstes nach außen kehren würde, belehrte mich diese Story eines besseren. 
Corentin erfährt Geheimnisse und bekommt teilweise menschliche Abgründe serviert, die jeder Hochzeitstorte spotten.
Nicht jedes Paar ist von einer Ehe wirklich überzeugt. Nicht jedes Paar ist Mann und Frau, so wie sich das gehört. Fragt mal den Bürgermeister!
Nicht jeder Liebesschwur ist für den Bräutigam gedacht. Und nicht jede Ehe hält was sie anfangs verspricht. Aber, das ist uns allen ja nichts Neues.
Nicht jedes Fest verläuft harmonisch. So dann und wann muss da der Hochzeitsfilmer schon einschreiten. Ich denke, wenn man sein Gesicht ständig hinter der Kamera verstecken kann, bekommt man alles mit und entwickelt mehr Mut.

Ich wusste nicht, was ich von Corentin halten soll. Manchmal haben mich seine düsteren Gedanken irritiert. Sie passten irgendwie nicht zu Corentin. Ich würde ihn als Romantiker einstufen. Einen, der damit nicht hausieren geht. Könnte man sonst solch einen Beruf ausüben?
Mit den Frauen ist das so eine Sache. Corentins Freundinnen waren allesamt von seinem eleganten Outfit begeistert. Zumindest so lange, bis sie bemerkt haben, dass es nicht ihnen galt, sondern den Hochzeiten. Ja, und das von März bis September an fast allen Samstag- und Sonntagen. Ein romantischer Beruf, der die eigene Romantik verkümmern lässt.

Der Schreibstil ist locker leicht. Ich weiß nicht warum, aber ich hätte mehr Tiefsinn erwartet. Ich denke, diese Vermutung ist dem Cover geschuldet. Bild und Schrift ließen mich keine solche Leichtigkeit erahnen.
Ich hätte gerne mehr Nähe zu den Protagonisten aufgebaut. Da in der dritten Person geschrieben wurde, war mir das in diesem Roman nicht möglich. 

Zitate aus dem Buch:

>>Nein, sagen Sie nichts, es würde nichts nützen, Sie werden dafür bezahlt, mir Komplimente zu machen, und außerdem würde mir heute kein Mensch die Wahrheit sagen, es ist der Jahrmarkt der Scheinheiligkeiten.<< (Seite 19)

>>Eine Hochzeit muss den beiden Familien gefallen und nicht unbedingt dem Brautpaar!<< (Seite 47)



Fazit

Trotz kleiner Schwächen kann ich  "Die Liebeserklärung" empfehlen. Die Idee, der französische Charme und die Umsetzung konnten mich größtenteils überzeugen. 
Die Geheimnisse, die einige Hochzeitsgäste, Freunde und Verwandte preisgaben, verpassten der Story eine Prise Spannung und Humor.

Ob mir das Ende gefallen hat? Ja, obwohl ich nach den ersten paar Seiten schon so eine Ahnung hatte. 

Ich habe diese Geschichte, mit der etwas anderen Romantik, heute am Valentinstag beendet.
Da man am Valentinstag ja Freude verschenken sollte, werde ich das mit dieser Geschichte nun tun. Wenn das Ganze auch verspätet passiert: Sollte man nicht immer Freude und Liebe verbreiten? Braucht man dazu unbedingt einen Valentinstag? Eine "Liebeserklärung" findet immer Anklang!


Ich vergebe 3 1/2 Sterne

Danke Jean-Philippe Blondel

Mein Dank geht an LovelyBooks und  Hanser-Literaturverlage für die Bereitstellung des Buches.

  (67)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(143)

219 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 112 Rezensionen

cornwall, thriller, stiefkind, psychothriller, weihnachten

Stiefkind

S. K. Tremayne , Susanne Wallbaum
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.12.2016
ISBN 9783426516621
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Meine Meinung

Ich habe vor einiger Zeit "Die eisigen Schwestern" aus der Feder des Autoren S. K. Tremayne gelesen. Mir ist somit der detaillierte Schreibstil schon bekannt.
Das Stiefkind konnte mich jedoch nicht fesseln. Ich fand die Beschreibungen oftmals sehr ausschweifend. Die Küste Cornwalls wurde wunderbar beschrieben. 
Genervt hat mich, dass ständig die dunklen blauen Augen, das blasse Gesicht und die schwarzen Haare des kleinen Jamie erwähnt wurden. Meiner Meinung nach hätte einmal gereicht.

Für Rachel konnte ich keine Sympathie entwickeln. Ihre Dankbarkeit, es mit ihrem Mann David Kerthen so gut getroffen zu haben, fand ich stark übertrieben. Ich wusste nicht, was ich von dieser Frau halten soll. Sie war mir von Anfang an suspekt. Das änderte sich auch nicht im weiteren Verlauf der Geschichte. 
Davids Liebe zu dem Anwesen in Cornwall konnte ich nicht nachvollziehen. In dem Herrenhaus herrschte eine düstere Atmosphäre. Viele schlimme Dinge sind passiert. Tragödien haben sich unter dem alten Kasten abgespielt. Davids Liebe zu Rachel konnte mich nicht überzeugen. Ich hatte das Gefühl, sie ist nur ein billiger Ersatz für seine verstorbene Frau. 

Der Tod von Jamies Mutter birgt einige Geheimnisse. Man hat von Anfang an das Gefühl, dass es nicht mit rechten Dingen zuging.
Jamies Voraussagen hätten wirklich gruselig sein können. Irgendwie hat es der Autor nicht geschafft, Spannung aufzubauen und zu halten. Immer wenn ich dachte, jetzt geht es richtig zu Sache, kamen wieder Beschreibungen der Landschaft oder von Jamies wunderschönen Augen.


Die Ehe von Rachel und David kam mir sonderbar vor. Ihre   sadomasosistischen Einlagen 
kamen mir fehl am Platz vor. Es wirkte auf mich wie ein verkrampfter Versuch, der Story etwas Erotik einzuhauchen.
Beide brachten keinen Funken Wärme rüber.

Die Story war mir zu langatmig.


Fazit

Ein Psychothriller, der sämtliches Potenzial in die Küsten Cornwalls verschossen hat.
Protagonisten die mein Leserherz nicht erreicht haben. Sie konnten keine Persönlichkeit entwickeln, die mich ihnen näher brachte.
Ich mag detaillierte Beschreibungen. Bei Stiefkind waren sie mir entschieden zuviel. 

Leider scheint sich der Autor dieses mal etwas verzettelt zu haben.
Ob mir das Ende gefallen hat? Ein Buch muss bei mir nicht realistisch sein. Ich schweife gerne in Welten ab, die im wahren Leben nicht erreichbar sind.
Das Ende von Stiefkind war mir jedoch etwas zu weit hergeholt.

Der Autor hat eine sehr guten Schreibstil. "Eisige Schwestern" konnte mich überzeugen.
Stiefkind hat es leider nicht geschafft.
Ich werde auch weitere Bücher von S. K. Tremayne lesen.

Liegt es an meiner Leselaune? Liegt es am Buch? Das hier ist meine Meinung. Bildet Euch am besten selber eine. Mir haben schon oft Bücher gefallen, die andere Leser schlecht bewertet haben. 

Danke  S. K. Tremayne

  (53)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

kinderheim, waisenkind, roman, schicksal

Mein Leben als Zucchini

Gilles Paris , Melanie Walz
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Knaus, 23.01.2017
ISBN 9783813507706
Genre: Romane

Rezension:

Zum Inhalt


Der kleine Zucchini möchte den Himmel erschießen. Er findet eine Pistole im Schlafzimmer seiner Mutter. Die Mutter sitzt den ganzen Tag vor dem Fernseher und trinkt ihre "Bierchen!" Als sie im Garten die Schüsse hört, versucht sie Zucchini die Pistole abzunehmen. Im Gerangel löst sich ein Schuss. Nun ist die Mama selber im Himmel.
Zucchini versteht noch nicht die ganze Tragweite von dem Vorfall. Die Mama schläft bestimmt und wird bald wieder aufwachen. Dann wird sie bestimmt böse auf ihn sein. Er versteckt sich im Speicher.
Da werden Nachbarn auf die tote Mutti im Garten aufmerksam und verständigen die Polizei.

Meine Meinung

Noch nie hat mich ein Kind in einem Roman so berührt wie Zucchini. Der kleine Knirps hatte bei seiner Mutter nichts zu lachen. Sie kümmerte sich nicht um den Kleinen und schimpfte ihn für Dinge, die er nicht verbrochen hat. Zucchini musste sich sein Essen selber machen und putzte stets das ganze Haus. Seine ungepflegte Mutter trank ihre Bierchen und sah fern. Sie interessierte sich für keine Elternabende und kümmerte sich nicht darum, ob Zucchini überhaupt in die Schule geht.

Nachdem Zucchini seine Mutter versehentlich erschossen hat, versteckt er sich. Hat Angst vor der Schimpfe der Mutter.
Da erscheint der Gendarm Raymond und nimmt ihn mit aufs Revier.

Den warmherzigen Raymond habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Das Mitgefühl, das er für den kleinen Zucchini hat, kann man zwischen den Zeilen spüren.
Er nimmt dem Kleinen die Angst und fährt ihn in ein Kinderheim. Zucchini wird dort mit offenen Armen aufgenommen Er kann nur nicht leiden, dass er mit seinem richtigen Namen Icare angesprochen wird. Er heißt jetzt schließlich Zucchini!
Raymond verspricht ihm, ihn regelmäßig zu besuchen.

Die Dialoge sind oft zum Schmunzeln. In dem Heim geht man mit den Kindern sehr gut um. Man verhätschelt sie und vermittelt ihnen viel Wärme und Geborgenheit. Jedes der Kinder hat traumatische Erlebnisse hinter sich. Manche haben keine Eltern mehr. Andere wiederum wissen nicht, wo ihre Eltern sich befinden.
Trotz der traurigen Thematik ist die Geschichte sehr witzig. Sie ist berührend und wunderbar erzählt.
Jedes einzelne Kind ist gut beschrieben. Ich habe von jedem Kind eine genaues Bild im Kopf.
Zucchini blüht in dem Heim richtig auf. An seine Mutter denkt er nur noch selten.
Er bekommt gutes Essen und schläft in einem sauberen Bett. Man interessiert sich für ihn. Sieht in ihm das kleine Kind, das er ist. Geburtstage werden gefeiert. Es gibt Schockoladenkuchen und alles was ein Kinderherz begehrt. Dann bekommt das Heim Familienzuwachs. Ein kleines Mädchen, welches Zucchinis Herz höher schlagen lässt.

Raymond hält sein Versprechen und besucht Zucchini regelmäßig. Nicht nur das ....

Fazit

Manchmal muss man seine wahre Familie verlieren, um eine Richtige zu bekommen.
Die Heimbetreuer, ( von Zucchini Heimwehstreuer genannt) unternehmen viel mit den Kindern.
Das Personal hat seine eigenen Sorgen und Nöte. Niemals wird es jedoch an den Kindern ausgelassen.
So ein Heim ist wirklich wünschenswert. Ich habe mich oft gefragt, ob es so ein Kinderparadies wirklich gibt.

Das Cover hat mich nicht angesprochen. Weder vor- noch nach dem Lesen des Buches. Animationsfiguren sind nicht so meine Sache. Der Inhalt gleicht dieses Defizit jedoch wieder aus.
Ausgleich ist eigentlich der falsche Ausdruck für diese emotionale, kluge und witzige Geschichte.
Zucchini hat viele Fragen, mit denen er alle nervt. Uns Leser bringt er damit zum Lachen. Die Logik, die er manchmal hat, ist einfach nur köstlich.

>>Die Kirche ist das Haus vom lieben Gott, aber der ist dort nie. Das wundert mich nicht, denn in seinem Haus ist es immer mörderisch kalt. Der liebe Gott ist nicht doof.<< (Seite 82)

>>Blos weil man nie fragt, weiß man noch lange nicht alles.<< (Seite 209)

Die Mitarbeiter sind alles andere als perfekt. Perfekt ist jedoch die Liebe, die sie den Kindern geben.

Ob mir das Ende gefallen hat? JA! Und wie .....

Danke Giles Paris

  (63)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(38)

79 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 25 Rezensionen

england, krimi, klassiker, mord, schneesturm

Geheimnis in Weiß

J. Jefferson Farjeon , Eike Schönfeld , Martin Edwards
Fester Einband: 282 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 19.12.2016
ISBN 9783608961027
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zum Inhalt

Eigentlich hatte ich gerade ein anderes Buch zur Hand. Als ich die E-Book-Ausgabe von diesem Krimi erhielt, habe ich in die Geschichte hinein gelesen und konnte nicht mehr aufhören. Ich merkte sehr schnell, dass es sich hier um einen Klassiker handelt.
Dieses Buch hat mich in meine Kindheit zurück versetzt. Ich kann mich noch sehr gut an ein Weihnachten erinnern, wo es auch sehr kalt war und viel Schnee gelegen ist. Ich hatte mir aus dem Bücherregal meines Vaters einen Edgar Wallace-Krimi stibizt und in meinem Zimmer gelesen.
Ich weiß den Titel heute nicht mehr. >>Geheimnis in Weiss<< hat mich wieder in diese Zeit zurück katapultiert.

Das Geheimnis in Weiss beginnt in einem Zug. Für die Passagiere  wird aufgrund starker Schneewehen eine Weiterfahrt unmöglich.
Sie nehmen sich nun gegenseitig wahr. Das Abteil in der dritten Klasse birgt eine sehr interessante Mischung aus Menschen. 
Die Revuetänzerin Jessie Noyes hat nun Angst, ein tolles berufliches Angebot zu verpassen.
Der Buchhalter Mr. Thomson befindet sich auf dem Weg zu seiner alten Tante. Er scheint die Action, die aufgrund des Wetters entstand, zu genießen. Sein Augenmerk gilt der reizenden Revuetänzerin.
Die Geschwister David und Lydia befinden sich auf dem Weg zu ihrer Familie. Beide sind sehr nette Zeitgenossen.
Ein alter Nörgler nervt die unfreiwillige Gemeinschaft.
Komplimentiert wird die Gruppe von einem alten Herrn, der eine Leidenschaft für Übersinnliches hat. Er weiß die Passagiere zu unterhalten. Es weht eine geisterhafte Stimmung durch das Abteil der dritten Klasse.

Ein Weiterfahren ist nicht in Sicht. Der Kameradschaftsgeist erwacht. Man versucht den nächsten Bahnhof zu erreichen. Der Schnee macht ein Weiterkommen jedoch unmöglich. Auf einmal stehen sie vor einem Haus. Die Tür ist offen. Kein Mensch befindet sich im Haus. Das Teewasser kocht auf dem Herd. In den Kaminen prasselt ein behagliches Feuer. Die Vorratskammer ist gut bestückt. Doch, wo sind die Bewohner?

Meine Meinung

Dieser Krimi ist für mich ein richtiges Wohlfühlbuch. Wie das bei einem Krimi möglich ist?
Ein verlassenes Haus mitten im Schnee. Darin wärmen Kamine die halb erfrorenen, unfreiwilligen Besucher auf. Einer kümmert sich um den anderen. Klar, es kommen auch weniger nette Zeitgenossen und stören die weihnachtliche Idylle. Man will wissen was mit den Bewohnern des Hauses passiert ist. Trotz all dieser offenen Fragen, versprüht diese Geschichte Weihnachtsfeeling. Man fühlt sich in dem Haus geborgen. Na ja, zumindest die meiste Zeit. Wären da nicht ein Messer auf dem Küchenboden und ein Hammer im Schnee. Und überhaupt ... ist das eine Leiche da im .....
ups, es wird nichts verraten!!!
Dem Schreibstil merkt man an, dass es sich um einen Klassiker handelt. Die Dialoge sind intelligent und sehr unterhaltsam. Man fühlt sich durchgehend bestens unterhalten. Die Protagonisten sind wunderbar gezeichnet, sodass man von jedem ein genaues Bild im Kopf hat.
Besonders der alte Mann, der sich für Geister interessiert, konnte mich überzeugen.
>>Ich heiße Edward Maltby. Sollten sie sich für parapsychologische Dinge interessieren und okkulte Literatur lesen, haben sie ihn vielleicht schon gehört, sonst nicht.
Jetzt ist mir Edward Maltby auch ein Begriff!

Fazit

In der Nähe von Hemmersby bleib ein Zug stecken. Ein paar Menschen finden Zuflucht in einem mysteriösen Haus, mitten im Schnee.

Dieser Krimi-Klassiker besticht durch seinen Schreibstil und der gut durchdachten Handlung.
Die Geschichte kommt ohne Blutvergießen aus. Der Schnee schafft die idealen Rahmenbedingungen für diesen kalten Krimi, der es dennoch geschafft hat,  mein Herz zu wärmen.
Skurrile Protagonisten würzen die Geschichte mit einer Prise Spannung und Humor.

Ein stehengebliebener Zug und ein Haus im Schnee. Dazu eine Hand voll Menschen, die immer wieder mal unerwünschten Besuch erhalten.
Man weiß erst am Ende, was in diesem Haus passiert ist. Nicht nur im Haus. Auch im Zug war irgendwas nicht in Ordnung. Rund um das Haus herrschte eisige Kälte. Rund um das Haus passiert Geheimnisvolles. Im Haus ist es warm. Im Haus gibt es gutes Essen. Im Haus kann man sein Grippe auskurieren. Im Haus gibt es ein sonderbares Gemälde.

Gut und schön ... doch wo sind die Bewohner?????


Unbedingt lesen. Keine Angst, es ist warm im Haus ....

  (33)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(121)

207 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 90 Rezensionen

new york, familie, geschwister, usa, erbschaft

Das Nest

Cynthia D'Aprix Sweeney , Nicolai Schweder-Schreiner
Fester Einband: 410 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 13.02.2017
ISBN 9783608980004
Genre: Romane

Rezension:

Verrücktes Erbe mit skurrilen Hintergrund.


Zum Inhalt

Diese Geschichte könnte tatsächlich so passiert sein. Es geht ums Erben. Ein Thema das stets aktuell ist. Sterben tut schließlich immer wieder jemand.
Etwas schwieriger wird das Ganze jedoch wenn eine Klausel im Testament ist. Die Geschwister Melody, Jack, Beatrice und Leo erben erst dann, wenn Melody ihren 40. Geburtstag feiert. Sie ist die Jüngste der Geschwister.
Noch verzwickter wird es, wenn die Mutter einem Kind in Not eine große Summe vorher schon auszahlt. Leo ist das Kind in Not! Ein Womanizer, der nach einer Scheidung ziemlich blank ist.
Jack traut Leo nicht über den Weg. Er ist sich sicher, dass Leo irgendwo Geld gebunkert hat.

Melody ist Hausfrau und Mutter. Sie möchte dass ihre Zwillingstöchter die besten Schulen besuchen. Das Vorstadthäuschen, welches sie unbedingt haben wollte, übersteigt eigentlich auch das Budget der Familie. Eigentlich rechnet Melody mit der Erbschaft zu ihrem 40. Geburtstag. Sie hofft, dass Leo bis zu diesem Termin Geld auftreibt, ums sie alle auszuzahlen.

Jack hat seinen Ehemann Walker hintergangen. Sein Antiquitätenladen steckt in den roten Zahlen.
Heimlich verpfändet er Walkers Sommerhaus. Mit der Erbschaft wird sich alles wieder zum Guten wenden. Denkt er! Der Anwalt Walker wird auch anderweitig noch schwer enttäuscht von Jack.

Beatrice ist eine Schriftstellerin, deren Schreibblockade schon seit mehreren Jahren anhält. Sie hält sich mit einem Bürojob über Wasser.

Meine Meinung

Erst musst du das Geld auf deinem Konto haben. Nur dann kannst du es ausgeben. Vorher nicht. Dieser Satz ging mir beim Lesen durch den Kopf. Aber, wenn sich die Geschwister so korrekt verhalten hätten, wäre dann die Geschichte so spannend geworden?
Leo ist ein ausgekochtes Schlitzohr, der jahrelang in Luxus geschwelgt hat, ohne einen Finger dafür krumm zu machen.
Ich war sehr gespannt, ob er seinen Geschwistern das Geld wieder zurückgibt.
Der Schreibstil ist magisch und die Protagonisten gut gezeichnet. Man hat von jedem ein klares Bild vor Augen.
Keiner der Geschwister hat jemals Not erleiden müssen. Mir kommen sie etwas neurotisch vor.
Melody mutet wie ein verwöhntes, unreifes Mädchen an, welches nicht akzeptieren will. dass manche Dinge für sie zu teuer sind. Sie denkt, nur mit ihren Wünschen kann die Familie glücklich werden.

Beatrice wirkt auf mich wie ein Mauerblümchen. Ihr Verhalten, in Sachen Erbschaft, fand ich klasse.

Jack ist mir total unsympathisch. Sein toller Ehemann Walker hat seine Lügen wirklich nicht verdient. Ich habe nicht verstanden, warum Jack mit Walter nicht offen über seine Probleme gesprochen hat. Jack betrachtete sich selber als Leo light!

Das ausgekochte Schlitzohr Leo hält alle auf Trap. Sein Lebenswandel müsste "IHM" eigentlich zum Verhängnis werden. Ich war wirklich sehr gespannt, wie Leo sich aus dieser Situation herauswinden wird. Nicht nur was das Erbe betrifft! Eine Autofahrt, am Anfang der Geschichte, bringt ihn in große Schwierigkeiten. Dabei hatte er bei dieser Fahrt so viel Spaß ......

Fazit

Das Thema Erben und Protagonisten mit Erkennungswert, machen diese Gesellschaftssatire zu etwas ganz Besonderen.
Auch das World Trade Center findet Erwähnung.
Eine amerikanische Familien-Satire,  die mich von der ersten Silbe an bestens unterhalten hat.
Neurotische Geschwister,  die mich oft zum Schmunzeln- und Staunen gebracht haben.
Besonders interessant muten die Partner der Erben an. Allen voran Leos Freundin!

Ob mir das Ende gefallen hat? Ja! Leo hat auch am Ende eine Überraschung parat .....

Unbedingt lesen! Danke Cythia D´Apriz Sweeney.

Mein Dank geht an den Klett-Cotta Verlag für die Bereitstellung des E-Books.

  (31)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(89)

350 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

weltall, science fiction, dystopie, these broken stars: jubilee und flynn, rebellion

These Broken Stars. Jubilee und Flynn

Amie Kaufman , Meagan Spooner , Stefanie Frida Lemke
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.11.2016
ISBN 9783551583611
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Gefangen in einer Welt in Grau und Weiß.

Meine Meinung

Die Bedenken, dass mich der zweite Teil der Reihe nicht mehr begeistern könnte, haben sich in Luft aufgelöst. Nicht nur das. Jubilee und Flynn haben mich restlos überzeugt. Ich konnte für sie die gleiche Sympathie aufbringen, wie für Lilac und Tarver aus Teil eins.
Die Schicksale von Jubilee (Lee)  und Flynn (Romeo)  haben bei beiden den wahren Charakter ans Tageslicht gebracht. Obwohl, das mit dem Tageslicht stimmt so nicht.

Auf Avon gibt es keine normale Sonne. Man sieht keine Sterne. Lee wird als eiskalte Frau ohne Emotionen bezeichnet. Eine Kämpferin ohne Skrupel. Eine Kampfmaschine,  die auf dem Planeten Avon gegen die Rebellen kämpft. Nur einer erkennt ihr wahres Ich!

Flynn ist ein Rebelle, der mit seinem Volk (Fianna) jeglichen Luxus entbehren muss. Sie leben in Höhlen.
Flynn entführt Jubilee. Er möchte ihre Hilfe und Informationen bekommen und so den Planeten retten. Er will für sich und seine Leute bessere Lebensbedingungen. Er will aber auch Lees Leben retten. Er bringt seine eigenen Leute gegen sich auf.

Flynn finde ich total sympathisch. Er kann von Anfang an Lees waren Charakter erkennen. Er sieht in ihr keine Kampfmaschine. Keinen Captain, der blind Befehle ausführt. Er selbst handelt stets selbstlos und steht für seine Überzeugungen voll ein.

Jubilee ist eine Trodairi und wird in einer Bar von einem Rebellen entführt. Sie nennt ihn Romeo. Sie könnte Romeo sofort umbringen. Ja, das könnte sie.
Lees Sichtweise wird eine andere. Viele Situationen und Verluste öffnen ihr die Augen.

Lee konnte ich auch von Anfang an sehr gut leiden. Man merkt, dass diese junge Frau unter ihrer Schutzhülle zart und zerbrechlich ist. Zwischen den Kapiteln kann man immer wieder Erlebnisse von ihr lesen. Diese ergeben im Lauf der Geschichte einen Sinn und stimmen einen traurig.
Die Geschichte wird abwechselnd aus Lees- und Romeos Sicht in der Ich-Form erzählt. Mann kann zu beiden einen sehr guten Bezug aufbauen.

Mein Lieblingsabschnitt in dem Buch:  VORSICHT SPOILER!

>>Du hast mich aus meiner Bar gezehrt, mich angeschossen, mich gezwungen chemische Dämpfe einzuatmen, mich ans Ende der Welt geschleppt, mich unter Drogen gesetzt und mich dann an einen Pfosten in einer unterirdischen Höhle gefesselt. Was glaubst du, wie ich mich fühle?<< (Seite 77)
SPOILER ENDE!


Fazit

Eine Liebe auf einem Planeten ohne Sonne, die trotzdem die Sonne im Herzen aufgehen lässt.
Ein Planet, auf dem anders sein gefährlich ist.
Zwei junge Menschen, die unter schlimmsten Voraussetzungen für ihre Überzeugen kämpfen.
Eine Begegnung mit Lilac und Tarver, die mich zum Lachen gebracht hat. Ich habe mich sehr gefreut, die Beiden wieder zu treffen.

Lee und Romeo müssen gegen Stimmen ankämpfen. Lee und Romeo haben keine Heimat mehr.
Die Story beginnt mit einem Tempo, welches von Seite zu Seite rasanter wird.
Der Schreibstil ist magisch. Die Protagonisten gut gezeichnet. Das Setting vermittelt dem Leser das Gefühl, sich auf dem Planeten Avon zu befinden.
Ein atemraubender Kampf zwischen den Trodairis und den Fiannas.
Für mich ein wundervoller zweiter Teil, der mich ganz ungeduldig auf Teil drei warten lässt.

Ich empfehle dieses Buch auch Lesern, die keine ScFi-Bücher lesen. Glaubt mir, vor "These broken Stars" war ich auch eine davon.

Unbedingt lesen!!!

Danke Amie Kaufman & Megan Spooner

  (32)
Tags:  
 
221 Ergebnisse