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454 Bibliotheken, 23 Leser, 2 Gruppen, 113 Rezensionen

freundschaft, neapel, italien, armut, bildung

Meine geniale Freundin

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 422 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 29.08.2016
ISBN 9783518425534
Genre: Romane

Rezension:  
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(23)

45 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

zukunft, dystopie, thriller, stephan r. meier, science-fiction

NOW Du bestimmst, wer überlebt.

Stephan R. Meier
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Penguin, 09.01.2017
ISBN 9783328100492
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das erste was mir bei diesem Thriller durch den Kopf ging: Nichts ist unmöglich! Now ist ein Algorithmus, der den Menschen ein Leben ohne Krankheit, Habgier und Neid bescheren soll. Roboter übernehmen das Arbeiten. Nur wenige Menschen müssen noch Hand anlegen. Programmierer sind bei der Entstehung von Now sehr gefragt.
Das Meiste aus der Geschichte haben wir schon in anderen Dystopien gelesen. Die Menschheit wird von Drohnen überwacht. Das Internet speichert von allen Menschen die Daten und verwertet sie. Dystopie und nackte Realität paaren sich in diesem Thriller. Sie beschert Gänsehaut. 
Mir waren die Beschreibungen der Computerinstallationen oftmals zuviel. Vielmehr haben mich die Schicksale der einzelnen Menschen interessiert- und berührt. Der Prolog beginnt mit Spark, der aus dem Paradies Eden vertrieben wurde. Das fand ich sehr spannend. Eden ist die von "NOW" entstandene Stadt. Dort gibt es nur schöne, gesunde und gentechnisch einwandfreie Menschen. Wer dort leben darf, gehört zu dem 1%, welches ein menschenwürdiges Leben führen darf. Was mit allen anderen passiert gleicht der Steinzeit. Die 99% müssen ohne Strom auskommen. Sie sind nichts weiter, als ein genetisches Abfallprodukt. Sparks Vater ist nach der Fertigstellung von "NOW" bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Der beste Freund seines Vaters war mit an der Entwicklung von Now beteiligt. Beide waren sich oftmals nicht einig. Spark glaubt nach seiner Vertreibung aus Eden nicht mehr daran, dass es sich damals um einen Autounfall handelte. Er versteht nicht, warum der Mann, der für ihn seit seinem 6. Lebensjahr wie ein Vater war, nun nach seinem Leben trachtet. Warum die Frau, die er liebt, vertrieben wurde.
Der Thriller wird in der 3. Person erzählt. Die verschiedenen Kapitel handeln abwechselnd vor- und nach der Erschaffung von Now. Der Schreibstil ist mitreißend. Das war auch gut so. Viele zähe Passagen haben meinen Lesefluß erheblich gestört. Das ist nicht die Schuld des Autors. Die vielen computertechnischen Beschreibungen gehören in diese Geschichte. Es geht um die Programmierung, einer besseren Welt. Leider war das beim Klappentext nicht so ersichtlich. Ich habe nicht damit gerechnet, dass dem Buch sehr viele Seiten für Programmierungen gewidmet sind. Ich war stellenweise überfordert. Anderseits waren die Schicksale der 99% sehr packend geschrieben. 

                                                               Mein Fazit
Eine Welt, in der nur gentechnisch einwandfreie Menschen Daseinsberechtigung haben.Eine Welt, in der gleichzeitig wieder Steinzeit herrscht.Eine Welt, die wir genau so schon ein bisschen haben.
Dass das Internet gefährlich sein kann, wissen wir alle. Klassenunterschiede sind in unserer Zeit mehr als deutlich. Wir erleben bei Now eine Welt, bei der Politiker überflüssig werden. Wahnsinn und Intelligenz liegen nah beieinander.  Das Unternehmen EUKARYON und seine Superhirne, erschaffen eine perfekte Welt. Wie im realen Leben auch, reicht ein vom Wahnsinn besessener Mensch, um aus dem Paradies die Hölle zu machen. 
Bei diesem Buch bin ich hin- und her gerissen. Zur Hälfte konnte es mich fesseln.Stellenweise war ich nahe dran, den Thriller abzubrechen.
Trotz meiner Kritikpunkte ist Now ein lesenswertes Buch. Ein Buch, welches auch ein bisschen Angst schürt. Für Leser, die viel Wissen bei Computerinstallationen  haben, dürfte diese Geschichte ein wahrer Leckerbissen sein. Das Ende fand ich etwas überstürzt. Ich hätte mehr Tiefe erwartet. Da wären mir intensive Schilderungen willkommen gewesen. Ich dachte mir, warum ist das nicht schon eher passiert?
Von mir trotzdem eine Empfehlung. Now ist keine 0815 Dystopie. Der Schreibstil klasse. Das Buch muss nur in die richtigen Hände gelangen. 
Danke Stephan R. Meier

  (1)
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(42)

105 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

selkie, fantasy, antonia neumayer, heyne, heyne verlag

Selkie

Antonia Neumayer
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.04.2017
ISBN 9783453317994
Genre: Fantasy

Rezension:

Zum Inhalt
Kate führt ein beschauliches Leben auf der Insel  im Orkney-Archipel. Schafe hüten und Autos reparieren macht ihr großen Spaß. Zu ihrem Bruder Gabriel (Gabe) hat sie eine große Verbundenheit. Ihre Mutter hat die Familie verlassen, als sie noch kleine Kinder waren. Ihr Vater kann den Verlust auch nach Jahren nicht verkraften. Er spricht dem
 Alkohol stark zu. Kate und Gabe müssen mit ansehen, wie der Vater immer mehr zerfällt.Eines Tages kommen 3 Männer in Uniformen, die Saighdear, um Gabe zu holen. Kate erhält keine Antwort auf ihre Fragen. Auch Gabe hält sich bedeckt. Kate sieht die Panik in den Augen ihres Bruders. Sie will ihn um jeden Preis retten. Sie fährt als blinder Passagier auf dem Kutter mit, der Gabe in ein anderes Leben bringt. Der geheimnisvolle Ian schleicht auf den Kutter und rettet Kate, nachdem an Bord eine Schießerei los geht. Sie springt mit Ian in die eiskalte Nordsee.

   Meine Meinung                                                        

Kate konnte ich von Anfang an gut leiden. Ihren Mut habe ich bewundert. Ich finde, da gehört schon was dazu, als blinder Passagier auf einem Kutter in einem verdeckten Beiboot mitzufahren. Noch dazu mit einer Besatzung, die aus dubiosen Männern besteht; welche Uniformen trugen, die gut zu einem Theaterstück gepasst hätten. Alaric ein Saighdear, und Ian wusste ich lange Zeit nicht richtig einzuordnen. Beide konnten Kate von ihrer Wahrheit überzeugen. Beide retteten ihr immer wieder das Leben. Ihrem Bruder meinten beide es gut. Alaric strahlte jedoch keine Wärme aus. Kate schaffte es, dass Alaric ein bisschen mehr Menschlichkeit zeigte. Kate stand stets im Zwiespalt, wem sie wirklich trauen konnte. 
Kate wusste nicht welches Geheimnis dazu beitrug, dass sich die Mannschaft von Alaric und Ians Leute nicht einig waren. 
Bei Gabe war sich Kate nicht mehr sicher, ob er überhaupt gerettet werden wollte. 
Selkies sind Wesen aus der schottischen Mythologie. Kate konnte sich noch dunkel daran erinnern, dass ihnen ihre Mutter immer Geschichten von den Robben erzählte. In diese Märchen waren die Selkies aber keine bösen Ungeheuer. In dieser Geschichte schon! 
Während die Saighdears immer wieder versuchten, die Selkies zu bekämpfen, setzten Ian und seine Leute alles daran, genau dies zu verhindern.
Kate kam sich stellenweise vor, wie in einem schlechten Film! Fabelwesen bekämpfen? Geht´s noch?

   Mein Fazit                                                       
Ich wusste lange Zeit nicht, welches Geheimnis diese Menschen verbargen, die nicht von dieser Welt zu sein schienen. Den Schreibstil fand ich angenehm ruhig; was der Spannung in keinster Weise geschadet hatte. Der spannende Prolog konnte meine Neugierde wecken. Über 500 Seiten verbrachte ich in einer Welt mit Fabelwesen. Ich befand mich oftmals in- und unter dem Wasser. Eisige Kälte war stets spürbar, die jedoch nicht immer Wasser, Wind und Wellen geschuldet war. Die Protagonisten kamen authentisch rüber. Besonders Ian konnte mich für sich einnehmen. Ihm vertraute ich von Anfang an. Ich war sehr gespannt, ob ich mit meiner Meinung richtig lag. Mir ging es wie der 17 jährigen Kate. Ständig war ich hin- und her gerissen. 
Das Setting verleihte der Story den richtigen Rahmen. Kaltes Nordseewasser, ein geheimnisvoller Leuchtturm, ein Ford und rätselhafte Menschen. Ein Geheimnis, welches seinen Ursprung in der Ostsee zu haben schien. Fabelwesen, die den Weg aus Märchenbüchern geschafft haben sollen. 
Eine Fantasy-Geschichte die mich stellenweise mitzittern lies. Besonders ziemlich am Ende, wurden meine Fingernägel arg strapaziert. 
Ob mir das Ende gefallen hat? Welches Ende? Da kommt doch noch was! Habe ich Recht?
War da nicht auch so was wie Liebe in Sicht?

Ich bin beeindruckt, welches tolle Debüt die junge Autorin da hingelegt hat! Das Buch wandert in das Regal meiner Lieblingsbücher. 

Danke Antonia Neumayer.

  (3)
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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

blindheit, lebenssinn, verluste

Das warme Licht des Morgens

Franziska Fischer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 03.04.2017
ISBN 9783426305478
Genre: Romane

Rezension:

            ZUM INHALT


Nachdem der Autor Levi sein Augenlicht verloren hat, sieht er keinen Sinn im Leben mehr. Er vegetiert in seiner kleinen Wohnung dahin. Einzig zu seiner Tochter Robin hat er regelmäßig Kontakt. Die 17 jährige führt ihm den Haushalt. Versucht wieder Ordnung in sein Leben zu bringen. 
Levi hat vor ein paar Jahren seine Frau verlassen. Er wollte sich in Ruhe seinen Ideen für Bücher widmen. Als er ein Mädchen aus einem brennenden Haus rettet, raubt ihm eine Explosion seine ganze Perspektive.Licht in seine Dunkelheit bringt Rea. Die neue Kellnerin in seinem Stamm-Cafe lehrt ihm, dass das Leben auch für einen Blinden Überraschungen bereit hält.
                                                                                                    Meine Meinung
Levi ist genau das passiert, wovor wir alle Angst haben. Blind werden! Die Autorin hat sehr sensibel den Alltag von Levi beschrieben. Levi hat keinen Sinn mehr gesehen. Wozu Blindenschrift lernen? Wie sollte er jemals wieder ein Buch schreiben? Wie soll er seine Lieblingshemden erkennen? Die Einsamkeit von Levi spürt man zwischen den Zeilen. Die Hoffnungslosigkeit lässt einen frösteln. Ich habe mir oft vorgestellt wie es sein muss, sämtliche Geräusche einzuordnen, wenn es für einen nur noch Nacht ist. Immer dunkel. Kein Licht mehr. Man sieht nicht mal mehr, wie die eigenen Angehörigen älter werden. 
Robin finde ich sehr reif für ihr Alter. Obwohl sie kurz vor dem Examen steht, schenkt sie ihrem Vater sehr viel von ihrer wertvollen Zeit. 
Als ihr Vater Rea als Hilfe einstellt, ist sie sehr glücklich darüber.
Rea ist eine sehr mitfühlende Frau, die selber ein tragisches Unglück verarbeiten muss. Mit ihr wird Levi wieder aktiv. Er lernt mit ihr die Brailleschrift. Zusammen kochen sie leckere, exotische Gerichte. Er beginnt wieder zu schreiben.
Was mich sehr gewundert hat, dass in der Presse nichts von dem geretteten Mädchen berichtet wurde. Normalerweise hätte ich schon erwartet, dass die Eltern sich bei ihm bedanken würden. 
Rea bringt wieder Hoffnung in Levis Leben. Levi kann wieder lachen. Er genießt wieder gutes Essen. Er ist nicht mehr allein. Doch dann meldet sich Rea auf einmal nicht mehr.

>>Die Stille kehrt wieder in die Wohnung zurück, nistet sich an den vertrauten Plätzen ein. Levi hätte sie kennen müssen, er müsste sie gewohnt sein. Er müsste dankbar sein, dass er sie endlich wieder für sich hat.
Der Stille kann man alles erzählen. Doch jetzt, in diesem Augenblick, will Levi das gar nicht.<<(Seite 115 auf dem Reader)

Levi hat sich wieder daran gewöhnt, am Leben teilzunehmen. Er will wieder Menschen um sich haben.

Jedes Kapitel beginnt mit einem Gedicht von Levi. Einmal wird aus der Perspektive von Levi- dann wieder von Robin erzählt. Besonders bei Robin erkennt man die grenzenlosen Liebe, die sie für ihren Vater empfindet. Levi versteht man auch immer besser. Auch bei ihm spürt man die starke Bindung zu seiner Tochter.
Ehrlich gesagt vermittelte er nicht den Eindruck, als wenn vor seiner Blindheit in seinem Leben alles rund gewesen wäre. 

                                         
                                          Mein Fazit



Manchmal muss man erst sein Augenlicht verlieren, um besser sehen zu können. Diesen Eindruck hatte ich bei Levi. Nach seiner großen Depression findet er zurück in´s Leben. Die warmherzige Rea hat ihm Leben gelernt. 
Die Autorin hat einen sehr fesselnden Schreibstil, der aus diesem ernsten Thema ein poetisches Kunstwerk macht. Die Gedichte am Anfang jeden Kapitels spiegeln Levis Psyche wider. Die Protagonisten sind gut gezeichnet. Mit Rea möchte ich am liebsten ein leckeres Essen kochen. Mit Robin würde ich gerne in die Eisdiele gehen. Ja, und mit Levi ein Buch schreiben. Mit allen zusammen eine Party feiern. Natürlich mit einem leckeren Buffet. 
Mal ehrlich, hört sich das etwa traurig an? Beim Lesen ging mir ein sehr bekannter Spruch durch den Kopf: >>Wenn du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her.<<

Ob mir das Ende gefallen hat? Ich weiß nicht. Levi hat etwas erfahren, dass sein Leben abermals auf den Kopf gestellt hat.

Unbedingt lesen!

Danke Franziska Fischer.

  (4)
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70 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

hallig, gabriella engelmann, leuchtturm, gegenwartsliteratur, erbschaft

Strandfliederblüten

Gabriella Engelmann
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.04.2017
ISBN 9783426520710
Genre: Romane

Rezension:  
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203 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 135 Rezensionen

thriller, psychothriller, schweden, stockholm, krimi

Glücksmädchen

Mikaela Bley , Katrin Frey
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783548288444
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ellen Tamm hat den Tod ihrer Zwillingsschwester nicht verarbeitet. Die Kriminalreporterin stürzt sich auf den Fall der verschwundenen Lycke.
Sie kann auch privat nicht mehr abschalten. Lycke ist ein Scheidungskind.
Sie wurde zum Tennis spielen gebracht. Tennis fand jedoch wegen Umbauarbeiten gar nicht statt. Mails, die an ihren Vater gesendet wurden, haben ihn nie erreicht. Er hätte sie abholen sollen.

Meine Meinung

Konnte mich nicht überzeugen. Zu viele Psychos-zu wenig Thriller!

Eigentlich hätte ich bei diesem Thriller erwartet, das er sich hauptsächlich um Lycke dreht. Vielmehr wird man aber ständig mit Ellen konfrontiert. Sie ist der Dreh und Angelpunkt in dieser Geschichte. Mich interessiert bei jedem Buch, wie jeder einzelne Protagonist tickt. Das hat bei Ellen funktioniert. Vielmehr blieben alle anderen Personen etwas blass. Ich konnte mir von keinem ein genaues Bild machen. Die Eltern von Lycke waren mir beide suspekt. Irgendwie hat bei diesem Thriller jeder zuviel andere Dinge im Kopf. Das konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen. Wenn ein kleines Mädchen verschwindet möchte man meinen, dass man mehr darüber erfährt. Sie war ein unglückliches Mädchen. Weder bei der Mutter- noch bei dem Vater fühlte sie sich richtig angenommen. Auch bei der neuen Frau ihres Vaters fühlte sich sich abgelehnt.
Wieso und warum das so war, habe ich nicht richtig erfahren. Lag es an dem Kind, welches ihr Vater mit der neuen Frau hatte? Lag es daran, dass sich keiner richtig Zeit für sie nehmen wollte?
Nur ihr Kindermädchen zeigte Interesse für das kleine Mädchen.

In der Redaktion, bei der Ellen arbeitet, war man auch nur auf sensationelle Nachrichten aus. Ich weiß, Reporter sind so. Trotzdem ist mir das Verhalten von verschiedenen Mitarbeitern sauer aufgestoßen.
Ellen hatte auch im Liebesleben kein Glück. Ellens Psyche liegt komplett im Argen. Ehrlich gesagt hat mich das nicht so interessiert.
Mich hat diese Geschichte traurig gestimmt. Ein kleines Mädchen verschwindet und und lauter Psychos haben mit diesem Fall zu tun. Irgendwie hatte ich bei keinem das Gefühl, dass er normal tickt.

Mein Fazit

Ein kleines Mädchen verschwindet spurlos. Sämtliche Protagonisten vermutet man als Täter.
Keiner scheint über eine stabile Psyche zu verfügen.
Eine Kriminalreporterin, die besser eine Behandlung in Anspruch genommen hätte, statt sich mit diesem Fall zu befassen.

Meiner Meinung nach handelt es sich hier um eine traurige Familiengeschichte, mit einem kleinen Schuss Thriller. Mich konnte "Glücksmädchen" nicht überzeugen. Den Schreibstil fand ich ok; jedoch plätscherte die Geschichte so vor sich hin. Bei einem Thriller hätte ich mehr Spannung erwartet. Hier ging es mehr um Ellen und den Tod ihrer Zwillingsschwester.
Das ist mir bisher selten bei einem Buch passiert, dass mir alle Protagonisten unsympathisch sind. Bei "Glücksmädchen" ist das der Fall.
Warum eigentlich Glücksmädchen?

Leider keine Empfehlung von mir. Eigentlich schade, da ich Thriller aus Schweden normal gerne lese.
Dies ist meine Meinung. Euch kann "Glücksmädchen" vielleicht überzeugen. Ich habe schon oft Bücher gelesen und für gut befunden, die andere Leser schlecht bewertet haben.

Danke Mikaela Bley

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136 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

demenz, amrum, familie, liebe, jugendliebe

Immer wieder im Sommer

Katharina Herzog
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.04.2017
ISBN 9783499291111
Genre: Liebesromane

Rezension:

   Inhalt  





Anna ist eine geschiedene Frau mit zwei Töchtern. Sie arbeitet in einem Hotel. Sie denkt über ihr Leben nach. An ihre erste große Liebe hat sie viele Erinnerungen. Was wird aus Jan geworden sein? Sie erfährt, dass Jan auf Amrum lebt. Sommer, Sonne und Ferien! Was liegt da näher, als sich in den VW-Bus zu setzen und an´s Meer zu fahren? Zumal ihre Mutter sich auch gemeldet hat. Anna hat schon viele Jahre keinen Kontakt mehr zu der alten Dame. So kann sie Mutter und Jan auf ihrer Reise verbinden. Anna bringt ihre Töchter zu ihrem Vater, der mit ihnen ein paar schöne Tage verbringen möchte. Wären da nur nicht die bösen Überraschungen .....


                                                        Meine Meinung

Sommer, Sonne und die Insel Amrum sorgen für Urlaubsfeeling. Man verspürt Lust auf ein Bad im Meer.
Diese Familiengeschichte zeigt deutlich, dass selbst nach 18 Jahren ohne Kontakt, die eigene Mutter niemals fremd wird. 
Anna ist eine 37 jährige chaotische Frau, mit dem Herz am rechten Fleck. Ihren beiden Töchtern ist sie eine gute Mutter. Zu ihrem geschiedenen Mann Max hat sie kein so gutes Verhältnis, was sie aber nicht an den Kindern auslässt.
Zu viele Dinge sind passiert. Zu viele Gefühle wurden verletzt. So wundert es mich nicht, dass Anna überhaupt nicht begeistert ist, als sie ihre Reise zur Insel nicht alleine antreten kann.
Mit im Gepäck: Die 8 jährige Nelly, zickiger, 14 jähriger Teenager Sophie und Womanizer Max!
Annas Mutter Frieda freut sich über den Besuch der gesamten Familie. Die 62 jährige Dame kümmert sich noch weitgehend selber um ihren Hof. Die Kinder sehen ihre Oma zum ersten Mal. Trotzdem spüren sie zu ihrer Oma schon bald eine tiefe Verbundenheit. Für Sophie wird Oma Frieda eine wichtige Bezugsperson.

Die Autorin hat einen lockeren Sommer-Roman mit einem ernsten Thema verwoben. Frieda leidet an Demenz. Anna ist schockiert. Es soll jedoch die schönste Zeit werden, die Anna jemals mit ihrer Mutter verbracht hat. 
Besonders neugierig war ich, ob Anna und Jan wieder zusammen finden. 
Ich habe die weiblichen Protagonisten in mein Herz geschlossen. An Anna gefiel mir der Mut, sich mit ihrer Vergangenheit auseinander zu setzten. Frieda macht einen schroffen Eindruck, ist aber eine verständnisvolle, liebenswerte Person. Sophie ist mitten in der Pubertät und muss ihren Weg erst noch finden. Ihre Oma hat sie zum richtigen Zeitpunkt kennengelernt. Die süße Nelly ist eine tolle Köchin und punktet damit bei der Oma. 
Die Männer sind auch nicht ohne. Jan wirkt sympathisch, aber ein bisschen zu glatt.
Max hat es zwar faustdick hinter den Ohren, aber ich mag ihn. Man spürt die Liebe zu seinen Töchtern. Nicht nur zu denen ...
Max hat mit einem großen Problem zu kämpfen.
Hannes ist Briefträger und geht Frieda am Hof zur Hand. Der gemütliche Postbote hat einen lieben Menschen verloren. Hannes spricht sehr langsam.

Frieda: >>Früher hat mich Hannes mit seiner langsamen Art zu reden in den Wahnsinn getrieben. Heute weiß ich, welch übergroße Anstrengung die Suche nach Worten bedeuten kann.<< (Pos.49 auf dem Reader)

Die Geschichte wird aus der Sicht von Anna,- Frieda und Sophie in der dritten Person erzählt. Ich konnte mir dadurch ein gutes Bild von allen dreien machen.
Auf Oma Friedas Hof habe ich mich wohl gefühlt. Anna war erstaunt, dass ihr Pferd Schneewittchen noch lebt. 


                                                         Mein Fazit


Blut ist dicker als Wasser. Dieser Spruch findet in dieser Geschichte eine besondere Bedeutung.
Ein lockerer Schreibstil macht diesen Roman zu einem Sommerbuch, welches in keinem Reisekoffer fehlen sollte. Die Ernsthaftigkeit des Themas Demenz ist der Autorin mühelos gelungen. Familienkonflikte haben genügend Beachtung gefunden. Liebe, Sonne, Meer und Emotionen runden diese Story ab.

Immer wieder im Sommer braucht man gute Bücher. Dies ist eins davon.


Danke Katharina Herzog

  (4)
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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

altenheim, pflege, zweiter weltkrieg, deportation, okkupation

Die Dame mit dem blauen Koffer

Valérie Perrin , Elsbeth Ranke
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.04.2017
ISBN 9783426654057
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Justine ist eine junge Frau, die ein sehr großes Herz für alte Menschen hat. Der Beruf Altenpflegehelferin ist ihr auf den Leib gewachsen. Einen besonders guten Draht hat sie zu der 90 jährigen Héléne.
Die demente Dame lebt in ihrer eigenen Welt. An einem Strand im Süden Frankreichs, fühlt sie sich wohl und erzählt Justine ihre Geschichte.
Hélénes Enkel kommt oft zu Besuch. Er liest seiner Oma aus einem Buch vor. Justine ist von dem schönen Mann begeistert. Er bitte Justine, die Erzählungen seiner Oma in ein Heft zu schreiben.
Justine freut sich jeden Tag auf die Geschichten der alten Dame. Sie kommt auch ihrer eigenen Vergangenheit auf die Spur.

Meine Meinung

Wir haben ja alle irgendwie einen Ekel vor Altenheimen. Wir verbinden es mit Krankheit, Langeweile und der letzten Station. So muss es aber nicht sein.

Justine lässt uns an ihrem Alltag im "Haus Hortensie" teilhaben. Sie hat für die alten Menschen ein großes Herz. Man wünscht sich beim Lesen, es möge mehr solche Pflegerinnen geben. Sehr wohl kommt auch in dieser Geschichte zum Ausdruck, wie viel Stress dieser Beruf mit sich bringt.
Besonders gut hat mir gefallen, wie die alten Leutchen jeden Morgen begrüßt werden. Mit sehr viel Humor und Liebe geht man auf die Heiminsassen ein.

Justine ist eine junge Frau, die privat ihren Weg noch nicht gefunden hat. Ihre Eltern hat sie als kleines Mädchen verloren. Bei ihren Großeltern hat sie mit ihrem Bruder ein neues Zuhause gefunden. Trotzdem fehlen ihr die Eltern. Sie möchte gerne mehr über dern Unfall wissen. Ihr Vater und sein Zwillingsbruder, waren zusammen mit ihren Frauen bei Glatteis mit dem Auto unterwegs. Sie prallten gegen einen Baum.
Jules ist eigentlich gar nicht Justines Bruder. Er ist ihr Cousin. Wie Geschwister sind sie jedoch aufgewachsen.
Justines großes Herz zeigt sich auch an ihrem Verhalten Jules gegenüber. Sie bringt ein sehr großes Opfer.

Für Justine ist es wie Urlaub, wenn sie den Geschichten von Héléne lauscht. Sie erzählt von einer großen Liebe und den Kriegswirren der damaligen Zeit.
Wir lernen Héléne als junges Mädchen kennen.
Das fand ich besonders interessant. Ich höre auch gerne Geschichten von alten Menschen. Mich faszinieren die Erlebnisse, die diese hatten. Man wird sich bewusst, dass alte, faltige, demente und gebrechliche Menschen, nicht anders lebten als wir jetzt. Natürlich in einer anderen Zeit und unter anderen Voraussetzungen.
Lucien war die große Liebe von Héléne. Er war ihr Beinahe-Mann. Er hat ihr die Blindenschrift beigebracht. Héléne konnte das Lesen in der Schule nicht lernen. Sie schaffte es einfach nicht. Sie war deswegen sehr verzweifelt.

Als Justine den 1. Tag mit Héléne allein, wird sie von ihr gefragt: >>Soll ich dir von Lucien erzählen?<< >>Ja.<< >>Dann komm. Leg dein Ohr an meinen Mund.<<
Und ich hörte, was man in einer Muschel hört: das, was man hören möchte. (Seite 95)

Mein Fazit

Mir haben die Erzählungen von Héléne besonders gut gefallen.
Sie beginnen mit Luciens Geburt am 25. November 1911 in Milly. Stück für Stück erfährt man Hélénes Geheimnisse. Wir begleiten ihr Leben bis zum Haus Hortensie.
Der Schreibstil ist flüssig. Die Protagonisten gut gezeichnet. Man spürt den französischen Charme zwischen den Zeilen.

Geheimnisvolle Anrufe im Haus Hortensie und Familiengeheimnisse, hauchen der charmanten Geschichte Spannung ein.
Man erlebt den Alltag in einem Pflegeheim.
Wir lernen die Schicksale mehrerer Generationen kennen.
Justine erfährt viel über ihre eigene Familie. Sie kommt einem tragischen Ereignis auf die Spur.
Liebevoll und mit viel Humor werden uns verschiedene Generationen nahe gebracht.
Besonders gefreut hat mich, die Bekanntschaft mit Héléne und Justine zu machen.
Beide konnte ich mir bildlich vorstellen. Beide werde ich nicht mehr vergessen.
Valérie Perrin hat einen wunderschönen Schreibstil. Mit viel Witz bringt sie uns den Alltag in einem Altenheim näher. Und ganz ehrlich, der muss nicht immer schlecht sein. Es gibt sie ... die Pflegerinnen, die ihren Beruf gerne ausüben. Mit Liebe zum alten Menschen.
Besonders erstaunt war ich darüber, dass man auch ge-nicht-heiratet werden kann.

Ob mir das Ende gefallen hat? Ja. Es kommt immer alles, wie es kommen muss.

"Die Dame mit dem blauen Koffer" sollte in keinem Bücherregal fehlen.

Danke Valérie Perrin

  (9)
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67 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

scheidung, liebe, schwangerschaft, frauenroman, 2017

Anfang 40 - Ende offen

Franka Bloom
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 17.02.2017
ISBN 9783499272929
Genre: Liebesromane

Rezension:


Zum Inhalt

Vera kann es nicht mehr erwarten, endlich von ihrem Mann Sven geschieden zu werden. Jedoch kommt bei jedem Scheidungstermin etwas dazwischen. Bei einem Termin rutscht Sven sogar buchstäblich das Herz in die Hose! (Das ist nicht witzig!)
Vera und ihre Tochter Greta wollen nun endlich die Scheidung. Ja, Ihr habt richtig gelesen! Die Tochter auch!
Vera verliebt sich in den wesentlich jüngeren Sportlehrer ihrer Tochter. Paul ist von der reifen Frau fasziniert. Vera hat so ihre Bedenken. Aber mal ganz ehrlich: Wer hätte bei Falten im Gesicht, Kniespeck, grauen Haaren und den ersten Anzeichen der Wechseljahre keine Bedenken?
Paul auf alle Fälle schon mal nicht!

Meine Meinung

Wer nun denkt, wir haben es hier mit einer reifen, besonnenen Mittvierzigerin zu tun, welche ihrer Tochter Ratschläge gibt, irrt gewaltig. Ich war mir stellenweise nicht mehr sicher wer Mutter- und wer Tochter ist. Besonders die Wankelmütigkeit, die sie bei Paul an den Tag legt, erinnert eher an einen Teenager. Normalerweise hätte Vera keine Falten haben dürfen. Pubertätspickel wären angebrachter gewesen.
Papa Sven fand ich kein Gramm besser. Der Womanizer lebt mit seiner neuen Flamme Julia zusammen. Trotzdem verpasst er jeden Scheidungstermin und ist auf die neue Liebe seiner Noch-Immer-Nicht-Exfrau, eifersüchtig.
Bei Gretas Feier zu ihrem 18. Geburtstag, benehmen sich Sven und Vera so, als wenn sie selber gerade volljährig würden. Nach dem Genuss von Wodka, (in rauen Mengen,) und Schokoladenkeksen, passiert so Einiges. Heiße Tänze und! Vor allem UND!

Ich habe bei diesem Buch sehr oft schmunzeln müssen. Franka Bloom hat einen Humor zum Niederknien. Ihre Protagonisten sind einfach nur peinlich und so was von sympathisch.
Veras drei Freundinnen sind mindestens genauso durchgeknallt. Alle drei haben das Herz am rechten Fleck. Zusammen wollen sie eine Reise zum Feuerland machen. Die drei in Südamerika? Ich war echt gespannt, ob ich das miterleben darf.

Ich wusste eigentlich nie, ob ich für Paul Mitgefühl haben sollte. Wie Vera mit ihm umgegangen ist, war mehr als grenzwertig. Nie hat Vera Probleme offen angesprochen. Sie hat aus allem ein Geheimnis gemacht. Oft dachte ich mir: Vera, wo hast du deine Erfahrungen als 46 jährige eigentlich versteckt? Paul, zeig endlich mal, dass du ein Kerl bist!
Beruflich steht die Projektmanagerin mit beiden Füßen fest im Leben. (Oder auf dem Boden. Ihr dürft es Euch aussuchen!)
Dann bekommt auch das berufliche Fundament gewaltige Risse. Vera geht zur Gynäkologin ihres Vertrauens. Sie merkt selber, dass sie unausstehlich wird. Hormone für die Wechseljahre müssen her! Was denkt Ihr eigentlich, warum das Cover an einen Storch erinnert? Wenn das der Flamingo wüsste ....

Vera stellt sich ihr Leben als frisch-Geschiedenne total schön vor. Tochter zieht in eine WG! Mann erscheint endlich zu heiß ersehntem Termin. Mit Paul entdeckt sie ihr Liebesleben neu.
Doch dann kommt was dazwischen; und das gleich zweimal!
Tiefgang erwartet uns auch. Wirklich. Ganz in Echt!
Ob mir das Ende gefallen hat? Ich dachte eigentlich was Anderes. Aber, was kann man schon von Vera Odermann erwarten? >>Am Ende sucht sich das Leben seinen Weg.<< (Seite 355)

Wollt Ihr wissen was es mit dem Notruf auf sich hat? Wollt Ihr wissen welche Lokalität für den Notruf gewählt wird? Wollt Ihr wissen wer Pete, Harry und T. sind? Wollt Ihr das Ende wissen? Wenn ja, dann ist Anfang 40 Ende offen genau richtig für Euch.
Normalerweise erwarte ich wirklich mehr Reife von einer 46 jährigen. Aber, ich wurde überrumpelt. Es war einfach zu lustig.

Danke Franka Bloom

  (11)
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(41)

59 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

thriller, paula hawkins, selbstmord, mord, wasser

Into the Water

Paula Hawkins
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Doubleday, 02.05.2017
ISBN 9780857524430
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Julia kehrt nach Beckford zurück. Eigentlich wollte sie ihren Heimatort auf ewig meiden. Zu viele unschöne Erinnerungen. Sie wollte nicht mehr an ihre unglückliche Jugend erinnert werden. Sie, der Schatten ihrer schönen Schwester Nel. Sie, die fette Kuh, die von allen nur belächelt wurde. 

>>Ich war nicht dumm, aber ich strahlte auch nicht.<< (Seite 91)

Anrufe ihrer Schwester ignoriert sie schon seit Jahren. Den Letzten hätte sie besser beachtet. Nun ist Nel tot. In den Fluss gesprungen. Drowning Pool ist der Dreh und Angelpunkt in ihrem früheren Leben gewesen. Der Fluss der Selbstmörderinnen.
Julia muss sich nun um die Tochter ihrer Schwester kümmern. Sie hat keine Ahnung von Kindern und Teenagern. Sie hat keine Ahnung, wer ihre Schwester wirklich war.
Sie weiß jedoch, dass Nel nicht freiwillig in den Fluss gesprungen ist.


Meine Meinung


Paula Hawkins hat mit ihrem zweiten Buch ein wahres Meisterwerk geschaffen.
Kapitelweise wechseln sich die Protagonisten ab. Dadurch bekommt man einen sehr guten Einblick, in deren Gefühlswelt. Mal in der Dritten- mal in der Ich-Form erzählt.
Als erstes lernen wir Jule (Julia) kennen. Ich wusste lange nicht, was ich von ihr halten soll. Sie kann schwer Gefühle zeigen und hält Abstand zu ihrer Nichte Lena.
Nach und nach erfährt man, was sich in der Vergangenheit zugetragen hat, und kann Jule besser verstehen. Für Jule ist Beckford die beste Gelegenheit, mit ihrer Vergangenheit abzuschließen. Sie bekommt die Gelegenheit, jemanden die Meinung zu sagen. Die Sozialarbeiterin wächst über sich selber hinaus. Sie steht stets im Dialog, mit ihrer verstorbenen Schwester. 

Lena betrauert nicht nur ihre Mutter. Ihre beste Freundin Katie Whittaker hat im Fluss den Tod gefunden. Lena ist überzeugt, dass es kein Unfall war. Vielmehr wollte ihre heißgeliebte Freundin mit ihrem Selbstmord jemanden schützen, denkt sie.
Lena hatte mit ihrer Mutter einen großen Streit, bevor diese verstarb.
Auf ihre Tante Jule hegt sie einen großen Hass. Nie hatte Jule die Anrufe ihrer Mutter beantwortet. Lena hat viel mit ihrer Mutter gemeinsam. Sie trägt das Herz auf der Zunge. Sie überlegt nie lange; sie handelt sofort. Ihr großer Gerechtigkeitssinn ist nicht bei jedem gerne gesehen. Auch Lena hat ihre Geheimnisse.

Nel Abbott war eine schöne, charismatische Frau. Man sah sie jedoch nie mit einem Mann. Der Vater ihrer Tochter zählte zu ihren großen Geheimnissen. Die selbstbewusste Frau konnte nicht verstehen, warum ihre Schwester den Kontakt zu ihr gemieden hatte. Nel war sehr an der Geschichte des Flusses interessiert. Sie sammelte Infos zu den verschiedenen Todesfällen, und arbeitete an einem Buch. Schon in ihrer Kindheit hatte sie damit ihre Schwester in Angst und Schrecken versetzt. Ein Fluss, der unbequeme Frauen entsorgte. 
Nel schaffte sich mit ihren Recherchen Feinde.
Mir war die verstorbene Nel sympathisch. Sie schien eine taffe Frau gewesen zu sein, die sich von niemanden einschüchtern ließ. Die Ignoranz ihrer Schwester setzte ihr stark zu. 

Im weiteren Verlauf der Geschichte lernt man viele weitere Protagonisten kennen. Fast alle haben etwas zu verbergen. Man versucht der Wahrheit aus dem Weg zu gehen.
Ich konnte mich der Geschichte nicht mehr entziehen. Die Präsenz des Flusses war allgegenwärtig. Ihn zu meiden schien schier unmöglich. Er hatte viele Geschichten zu erzählen. Geschichte wurde mit der Gegenwart verwoben.
Die Ängste der Menschen konnte man zwischen den Zeilen spüren.

Das Grauen, das der Geist heraufbeschwört, ist grundsätzlich schlimmer als alles, was ist.<< (Seite 66)

>>Beckford ist kein Ort für Selbstmörder. Beckford ist ein Ort, um unbequeme Frauen loszuwerden.<< (Seite 117)

Bei einer Szene mit einer Katze, wäre ich am liebsten in das Buch gekrochen.



Mein Fazit


Nach "Girl on the Train" war dies nun der zweite Thriller, den ich von der Autorin gelesen habe. 
Der Schreibstil von Paula Hawkins hat absoluten Erkennungswert. Sie geht auf ihre Protagonisten intensiv ein. Man spürt die menschlichen Abgründe, in denen sie sich befinden. 
Ich habe "Into the Water" fast in einer Nacht durchgelesen. Ich hatte das Rauschen des Flusses im Ohr. Da ich selber in der Nähe eines Flusses wohne, konnte ich mir die Atmosphäre besonders gut vorstellen. Die Geheimnisse, die diese Gewässer bergen, haben mich schon immer beschäftigt. 

>>Der Fluss kann die Vergangenheit durchströmen, er kann alles ans Licht und ans Ufer spucken, wo jeder es sehen kann.<< (125-126)

Frauen auf einer Klippe, die ihrem Leben ein Ende setzen. Ein Fluss, der sie magisch anzuziehen scheint. 
Bewohner in einem Ort, denen man nicht über den Weg trauen kann.

Ich empfehle "Into the Water"  jedem,  der auf gut durchdachte Thriller Wert legt. Der die Protagonisten gut kennen lernen will. Mich konnte die Geschichte überzeugen. Das Ende hatte ich so nicht erwartet.

Danke Paula Hawkins.

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124 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

science fiction, blake crouch, thriller, chicago, parallelwelten

Dark Matter. Der Zeitenläufer

Blake Crouch , Klaus Berr
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 27.03.2017
ISBN 9783442205127
Genre: Romane

Rezension:




Das ist jetzt eine von den wenigen Rezensionen, wo ich lange überlegt habe, was ich schreiben soll. Nur ein Wort zuviel, und die Spannung verschwindet ins Multiversum. Für das was dann zurück kommen würde, könnte ich nicht garantieren.
Die Geschichte fängt an, wie es bei vielen von uns auch der Fall sein dürfte. Man kocht ein leckeres Essen. Eine Flasche Wein wird geköpft. Leise Musik im Hintergrund. Bei dem einen oder anderen warten Kinder, bis das Essen fertig ist. Eine heile Welt, in der man sich geborgen fühlt.So auch bei Jason Dessen. Seine rassige Frau kocht Pasta. Leicht beschwipst vom Wein schaut er ihr zu. Sein Sohn zeichnet ein Bild. Jason ist glücklich. Seine Frau schaut ihn verliebt an, wie nur sie es kann. Jason ist ein Atomphysiker, der weit unter seinen Möglichkeiten arbeitet. Aus Liebe zu seiner Familie, hat er auf die große Karriere verzichtet. Er unterrichtet an einem College.Seine Frau Daniela hätte vor 15 Jahren große Chancen als Künstlerin gehabt. Sie hat genau wie Jason auf eine vielversprechende, berufliche Laufbahn verzichtet. Auch ihr war die Familie wichtiger. Geld war knapp.Jedoch war nicht immer eitel Sonnenschein. Daniela litt lange Zeit unter Wochenbettdepressionen. Jason beneidet seinen besten Freund, dem ein Durchbruch in der Quantenphysik gelungen ist. Ein Erfolg, den Jason locker für sich verbuchen könnte. Wenn er sich vor 15 Jahren anders entschieden hätte. Jason macht sich auf den Weg, um seinem Freund Raymond zu gratulieren. Bis zum Essen will er wieder daheim sein. Aber, auf dem Heimweg begegnet er einem Mann mit einer Geisha-Maske. Ein Schlag auf den Hinterkopf. Als er wieder zu sich kommt, ist nichts mehr so, wie es mal war.


Wie wäre Jasons Leben verlaufen, wenn er sich anders entschieden hätte? Würde mich das jemand fragen, müsste ich sagen: >>Weiß ich nicht. Es ist nun mal so, wie es ist.<<Das ist bei Jason anders. Er hat sämtliche Möglichkeiten dies herauszufinden. Er zweifelt oftmals an seinem Verstand. Begibt sich freiwillig in ein Krankenhaus. Will wissen, ob er ein Karriere- oder Familienmensch ist.Jason geht einen richtigen Leidensweg. Er weiß noch nicht, dass seine eigene Intelligenz mitverantwortlich ist. Ich stelle es mir wirklich grausam vor, wenn man aus einer Ohnmacht erwacht, und nichts mehr so ist, wie es vorher war. Jason wacht in einem Labor auf und muss kräftezehrende Untersuchungen über sich ergehen lassen. Die Menschen in den sterilen Räumen, soll er angeblich kennen. Er wurde erwartet. Sein (angeblich) bester Freund möchte ihm helfen, sein Trauma zu verarbeiten. Jason ist misstrauisch. Ihm gelingt die Flucht aus dem Labor. Jason macht Bekanntschaft, mit dem dunklen Teil seiner Seele. 
Jason tat mir eigentlich nur noch leid. Er hatte kein Geld-, Freunde,- Heim und Familie mehr.Sämtliche Parallelwelten haben aus ihm einen Flüchtling gemacht. Er musste irgendwie wieder einen Zugang zu seiner Welt finden. Stets war er hungrig und durstig. Mit Logik und seinem Wissen in Quantenphysik, versuchte er eine Lösung zu finden. Vor jeder Parallelwelt sollte er gute Gedanken haben. Mit Hilfe eine Notizbuches könnte es ihm gelingen. 
>>Wenn man etwas schriftlich festhält, ist man voll darauf konzentriert. Es ist fast unmöglich, zu schreiben und an etwas anderes zu denken. Die Tätigkeit des Schreibens bringt Gedanken und Absichten in Einklang.<< (Seite 231)





Dieser Pagetuner hat mich durch 400 Seiten gejagt. Ich wusste von einen auf den anderen Moment nicht, in welcher Realität Jason landet.Die Geschichte wird aus der Sicht von Jason erzählt. Die Atmosphäre ist meist düster und kalt. Die Protagonisten sind gut gezeichnet. Es fängt mit einem Gläschen Wein an. Zu diesem Zeitpunkt kann man wirklich nicht erahnen, das man innerhalb kurzer Zeit durch meterhohen Schnee und einem skurrilen Chicago wandert, wo die gleichen Gebäude doch ganz anders sind. Heimat keine Heimat mehr ist. Familie keine Familie mehr. Man seine Identität nicht mehr sein Eigen nennen kann. 
Man stellt sich die Frage, ob es im Multiversum auch von sich selber noch ein eine andere Realität gibt. Wenn ja? Wie oft gibt es mich? 
Welche Realität Jasons entspricht der Wahrheit? Berühmter Wissenschaftler oder Familienvater?

Ich empfehle Dark Matter jedem, der wissen will, ob unsere Vergangenheit irgendwo Gegenwart ist. Die Gegenwart längst schon vergangen. Die Zukunft: JETZT!
Ob mir das Ende gefallen hat? Das Ende könnte gut einen zweiten Teil vertragen.
Eine uneingeschränkte Empfehlung von mir, für diesen genialen ScFi-Thriller.

Danke Blake Crouch.

Mein Dank geht an den Goldmann-Verlag für die Bereitstellung des Buches.

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644 Bibliotheken, 20 Leser, 3 Gruppen, 205 Rezensionen

götter, götterfunke, griechische mythologie, marah woolf, liebe

GötterFunke. Liebe mich nicht

Marah Woolf
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.02.2017
ISBN 9783791500294
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meine Meinung
Eigentlich ist dies wieder mal ein Buch, dessen empfohlene Altersgrenze ich weit überschritten habe. Und dennoch konnte mich die Geschichte von der ersten Silbe an fesseln.
Jess und ihre beste Freundin Robyn verbringen die Ferien, vor ihrem letzten Schuljahr, auf einem Camp. Jess möchte mal so richtig relaxen, da sie es zuhause nicht leicht hat. Ihr bester Freund Joshua und Robyns Freund Cameron, sind mit von der Partie. 

Auch zuhause unternehmen die Vier gerne was zusammen. Sie sind schon seit der Grundschule befreundet. Also, was sollte da noch entspannten Ferien im Wege stehen? Griechische Götter!!! 


Jess ist mir sehr sympathisch. Die hellhäutige junge Frau mit roten Haaren, konnte ich mehr sehr gut vorstellen. Das dürfte dem wunderschönen Cover geschuldet sein, auf dem dem genau diese Frau abgebildet ist. Sie ist eigentlich ein richtiger Stubenhocker. Sie fühlt sich am wohlsten in ihrer schwarzen Jeans. Sie sind für sie ein Statement zum Zustand der Welt. Krieg, Hunger und Katastrophen. Sie hat wenig Selbstvertrauen und hasst ihre rote Mähne. 
Jess ist ein sehr ernsthafter Teenager, der große Angst vor Gewitter hat. Ihre familiäre Situation ist im Moment ziemlich tragisch. Trost findet sie bei Josh und Robyn. Zweitere macht ihr aber einen gewaltigen Strich durch die Rechnung. Der Grund ist Cayden, alias Prometheus!

Der durchtrainierte Titan, mit seinen eindrucksvollen grünen Augen, kann nicht von dieser Welt sein. Beide Mädchen verlieben sich hoffnungslos in ihn. Für wen Caydens Herz schlägt, war mir eigentlich ziemlich schnell klar. Das hilft aber alles nichts, wenn der Göttersohn eine Wette gewinnen möchte, zu der er nur alle 100 Jahre Gelegenheit bekommt. Robyn nimmt auf die Gefühle von Jess und ihrem Freund  Cameron keine Rücksicht. Sie verbringt die meiste Zeit mit Cayden. 


Robyns Charakter passt ausgezeichnet in die Geschichte, da sie ihr eine Prise Pfeffer verleiht. Im wahren Leben kann man auf so eine eitle, egoistische Zimtzicke gut verzichten. Ich konnte oft nicht verstehen, dass sich Jess mit ihr noch abgegeben hat. 
Das Knistern zwischen Jess und Cayden konnte man zwischen den Seiten spüren. Die Götterfunken fliegen sehen. Aber, auch Götter können nicht immer so, wie sie wollen.


Relaxen ist für Jess schier unmöglich. Sie macht Bekanntschaft mit Zeus, Hera, Kassandra, Kalchas, Iapetos, Meris, Agrios, Apoll, Athene und Gaia.
Man bekommt zusätzlich noch Geschichtsunterricht. Erfährt wie die griechischen Götter wirklich waren. 
Jess versteht die Welt nicht mehr. Sie ist die Einzige auf dem Camp, die von der Existenz der griechischen Götter weiß. Sie ist die Einzige, die richtige Abenteuer erlebt. Sie ist die Einzige, die oft verzweifelt ist. Unsterblich verliebt in einen unsterblichen Göttersohn ist sie auch .......


Fazit



Die Autorin hat griechische Geschichte, mit ihren Mythen und Legenden, in ein anderes Licht gerückt. Bei Götterfunke ist Zeus ein ganz lieber Familienvater und Hera eine treusorgende Ehefrau und Mutter. 
Ich konnte ein paar Parallelen zur Twilight-Saga entdecken. Darauf möchte ich aber nicht näher eingehen, da ich sonst zuviel verrate. 
Sommer, Sonne, viel Eiscreme und eine Liebe, bei der die Funken nur so fliegen.  
Gedankengänge von Jess, die mich oft schmunzeln ließen. Gemütliche Lodges und Partys komplimentieren das Sommer- Urlaubsfeeling.


Der Schreibstil liest sich wie Butter, aus der Sicht von Jess erzählt.
Die Protagonisten sind nicht alle von dieser Welt. Aber, irgendwann waren sie es einmal. Man merkt, die Autorin hat sich mit griechischer Geschichte befasst. Sie hat ihren Protagonisten Leben eingehaucht. Sich gut in die Sorgen und Nöte von jungen Menschen hineinversetzt. Das Setting in Camp Mount ist gut gewählt. Es passt hervorragend zu den Abenteuern und Klettertouren, die Jess erlebt hat. 
Nach jedem Kapitel kommt der Götterbote Hermes zu Wort. Er bewacht das Geschehen auf dem Camp und dokumentiert alles. OCHJA! Der Hermes ist ja ein ganz Gemütlicher. In seiner Heimat tragen die Göttinnen viel zuviel Kleidung beim Schwimmen. Das ist hier ganz anders. Die kleinen Dreiecke der Mädchen gefallen ihm sehr. Verständlich. Der Götterbote ist auch nur ein Mann. 


Liebe mich nicht! Dieser Titel ist passend. Doch, wer hält sich schon daran?


Im Glossar erklärt die Autorin welche Dinge geschichtlich belegt sind, und welche sie sie sich ausgedacht hat. Sämtliche Götter sind aufgelistet.


Was mir nicht gefallen hat? Die Leseprobe von "Götterfunke-Hasse mich nicht!" Ich wollte weiterlesen. 


Eine absolute Empfehlung von mir. Auch für ältere Jahrgänge. Es sind ja nicht nur junge Leute auf dem Camp. Zeus hat auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel! 
Ach, und ehe ich es vergesse: Ich mag Wölfe sehr gern. Besonders den aus der Geschichte.


Danke Marah Woolf

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

adoption, freunde, familie, pflegeeltern, krankheit

Fünf Tage, die uns bleiben

Julie Lawson Timmer , Jenny Merling
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 09.12.2016
ISBN 9783404174744
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung

Kann man sich vorstellen, das eigene Ableben zu planen? Aus "Ein ganzes halbes Jahr" kenne ich das schon. Auch "5 Tage die uns bleiben" ist eine Geschichte, die mich hoffen ließ, dass es zu einem guten Ende kommt.

Mara leidet an der Huntington-Krankheit. Chorea Huntington ist eine erblich bedingte Erkrankung, die nicht heilbar ist.  Es ist eine fortschreitende Krankheit des Gehirns, die für die Muskelsteuerung verantwortlich ist. Betroffene können im fortgeschrittenen Stadium ihre Bewegungen und Gesichtsmimik nicht mehr steuern. Im Endstadium kennen sie selbst ihre Ehepartner und Kinder nicht mehr.

Es handelt sich hier um zwei verschiedene Schicksale. In einem Forum hat Mara mit anderen Menschen Kontakt. Für Mara die letzte Bastion an Normalität. Sie erzählt jedoch nichts von ihrer Krankheit. Wenigstens ein virtueller Ort, bei dem sie sich noch normal vorkommt.
Scott ist Lehrer und kümmert sich gut um seine Schüler. In der Online-Selbsthilfegruppe fühlt er sich verstanden. Besonders von LaksMom. (Mara)! Er hat einen kleinen Jungen für ein Jahr bei sich und seiner Frau aufgenommen. Seine rauschgiftsüchtige Mutter ist erst mal für ein Jahr weggesperrt. Scott liebt den kleinen Curtis wie einen eigenen Sohn. Seine Frau ist nun endlich auch schwanger. Dann erfährt er, dass Curtis Mutter in 5 Tagen entlassen wird. Scott bleiben nur noch 5 Tage mit Curtis.
Die Kapitel werden abwechselnd von Mara und Scott in der dritten Person erzählt. Das Augenmerk liegt auf den 5 Tagen, die beiden noch bleiben.

Mara hat einen wunderbaren Ehemann. Tom liebt seine Frau wie am ersten Tag. Er hilft ihr, wo er nur kann. Erklärt Mara immer wieder, dass er sie auch dann noch liebt, wenn die Krankheit das Endstadium erreicht hat.
Für die erfolgreiche Anwältin ist das jedoch kein Trost. Sie will ihrer kleinen Adoptivtochter und ihrem heißgeliebten Tom nicht zur Last fallen.
Mara will keine Hilfe annehmen. Sie ist genervt von ihren Eltern, die stets Essen vorbeibringen und sich nützlich machen wollen. Auch ihre zwei Freundinnen, (Zwei Frauen,) versuchen zu helfen wo es geht. 
Nach einem Vorfall mit Maras Tochter, steht für Mara fest: NOCH 5 TAGE!!!
Als Mara nicht mehr in der Lage ist Auto zu fahren, lernt sie einen Taxifahrer kennen. 

Die Verbindung zu dem Taxifahrer fand ich sehr emotional. Er brachte sehr viel Geduld für seinen kranken Fahrgast auf. Mara begann zu akzeptieren, dass Hilfe annehmen ihr Leben bereichert.
Mara beginnt Hoffnung zu schöpfen. >>Hatte sie vielleicht nicht doch noch zwölf Monate? Noch ein Jahr, in dem sie Schulbrote schmieren und das Mädchen abends duschen konnte. Umarmungen, Tränen, Kichern, Ins Bett bringen.<< (Seite 40 auf dem Reader)

Ich habe gehofft, dass Maras Leben noch länger dauert als 5 Tage.

Fazit

5 Tage lang bei denen man gespannt ist, ob Mara ihr Schicksal annimmt. 

Die Geschichte ist harte Kost. Die Krankheit HD einfach nur grausam. Ich konnte Mara gut verstehen. Ihr privates Umfeld war einfach tadellos. Freunde, Verwandte und ihr Ehemann Tom, versuchten ihr Rückhalt zu geben. Doch, möchte man anderen zur Last fallen? Kann eine erfolgreiche Anwältin sich damit abfinden? Will eine erfolgreiche Anwältin Hilfe für die ganz normalen Dinge im Alltag? Wie lange kann sie ungläubige Blicke ihrer Mitmenschen ertragen?

Was die Geschichte so schlimm macht ist die Tatsache, dass  es keinerlei Heilung gibt. HD schreitet zügig voran. Mara bemerkte oft gar nicht, wie ihre Gliedmaßen verrückt spielten.
Mara wunderte sich oft über die Reaktionen ihrer Mitmenschen. 

Ein sehr emotionaler Roman, der mich traurig gestimmt hat. Ich habe auf Heilung gehofft. War mit Mara verzweifelt. Wollte ihr helfen. Hab ihre Traurigkeit gespürt. Vor allem konnte ich sie gut verstehen.

Ich empfehle diese Geschichte all denen, die sich mit der Krankheit Chorea Huntington befassen wollen. Die Mara ein Stück weit begleiten wollen. 
Die einen Lehrer kennen lernen wollen, der für seine Schüler mit Leib und Seele da ist.

Mich hat die Geschichte sehr bewegt und überzeugt.

Ich gratuliere Lawson Timmer zu ihrem Debüt und sage Danke.

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244 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 74 Rezensionen

roman, freundschaft, trauma, gail honeyman, ich eleanor oliphant

Ich, Eleanor Oliphant

Gail Honeyman , Alexandra Kranefeld
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 24.04.2017
ISBN 9783431039788
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung

Liebe. Hoffung. Ehrlichkeit. Diese drei Worte haben ein großen Stellenwert in Eleanors Leben. Vor allem die Hoffnung.

Eleanor arbeitet für einen Hungerlohn im Büro. Ihre Wochenenden verbringt sie einsam, mit genügend Wodka. 
Ich fand Eleanor von Anfang an sehr rührend. Man merkt, dass irgendwas in ihrer Kindheit schiefgelaufen ist. Sie ist in verschiedenen Pflegefamilien aufgewachsen. Als Leser tappt man ziemlich lange im Dunkeln, warum das so war.
Der Sprachschatz von Eleanor mutet wie aus einem Klassiker von Jane Austen an. Ich fand ihren Wortschatz ziemlich gestelzt. Jedoch hat er mich auch zum Lachen gebracht. 
Eleanor ist eine Frau ende 20. Eine Gesichtshälfte ist durch Narben entstellt. Das Haus ihrer Kindheit brannte. Eleanor ist ein einsamer Mensch. Sie ist jedoch der Meinung, dass man mit sich allein leben lernen kann. 
Das fand ich besonders traurig. Als sie einen Konzertgutschein gewinnt, verliebt sie sich auf Anhieb in den Sänger der Band. Er hat ihr einen Blick zugeworfen. Für Eleanor der Beweis dafür, dass der Sänger der Mensch ist, welcher ihr Leben verändern wird.
Ihre Klamotten sind normalerweise zweckmäßig. Schminke hält sie für überflüssig. 
Doch, was tut man nicht alles, wenn man den Mann für´s Leben gefunden hat? 
Ein neues Outfit lässt sie für den Moment selbstbewusster erscheinen.
Im Büro lernt sie den IT-Mitarbeiter Raymond kennen. Ein Typ mit Turnschuhen und einer unmöglichen Aussprache. Mails werden von ihm in Kurzsprache versendet. Der reinste Frevel für Eleanore. Zigaretten rauchend, mit zuviel Bauch wegen ungesunder Ernährung, und ohne Manieren beim Essen, erobert er langsam aber sicher das Vertrauen, der etwas merkwürdigen Eleanore.

Raymond gehört zu den Menschen, bei denen sich jeder angenommen fühlt. Seine legere Art und sein liebevoller Umgang mit der verklemmten Eleanore, haben mir sehr gut gefallen. Er hat erkannt, dass hinter Eleanores Fassade ein tieftrauriger Mensch steckt. Er ist der erste Mensch, der sich um die merkwürdige Frau bemüht. 

Fazit

Es gibt Menschen, die man wegen ihrer arroganten Art nicht leiden kann. Die andere stets bemängeln und dies auch offen zur Schau tragen.
Gail Honeymann hat das in ihrer Geschichte deutlich gemacht. Hinter der Fassade solcher Menschen herrscht oft ziemlich viel Verzweiflung. Depressionen haben die verschiedensten Gesichter. 

Eleanor lernt von Raymond, das Leben anders zu betrachten. Die Verwandlung zu beobachten hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ihre Art zu sprechen hat bei mir regelrechte Lachkrämpfe ausgelöst. 
Eleanor hegt viele Vorurteile, deren Ursprung in der Kindheit zu finden ist

Der Schreibstil ist flüssig und aus der Sicht von Eleanore. 
Eleanors Leben: Vor dem Feuer-nach dem Feuer!

Zitate

Gedankengänge von Eleanor, nachdem Raymond sie auf einen Drink eingeladen hat: >>Alles in allem schien es angezeigt, Raymoinds Ansuchen stattzugeben.<< (Seite 99)

>>Augenlider sind im Grunde nichts anderes als fleischige Vorhänge für unsere Netzthaut, denn Augen lassen sich nicht einfach ausschalten, sie sind immer in Betrieb.<< (Seite 114)

>>Er rauchte dabei, und ich wechselte erst mal die Seiten, um mich windabwärts der giftigen Wolke zu positionieren.<< (Seite 161)

>>Der Gedanke zu verbrennen behagte mir nicht sonderlich. Am liebsten wäre es mir, man würde meine Überreste im Zoo verfüttern. Das wäre eine nachhaltige, umweltschonende Methode und zudem ein schöner Leckerbissen für die fleischfressenden Zootiere.<< (Seite 318)

Die Zitate in diesem Buch sind besonders köstlich mit der Reaktion der anderen Protagonisten darauf. Eleanor ist eine Frau, die trotz gewöhnungsbedürftiger Aussprache, Wertschätzung verdient hat.

Um es mit den Worten von Eleanor zu sagen: Ich erachte es als äußerst erstrebenswert, sich diese Geschichte zu Gemüte zu führen. Die Protagonisten haben trotz schlechter Manieren und mangelnden Schreibstils, ihre Berechtigung in diesem Werk. 
Meine aufrichtigen Glückwünsche gelten der Debütiantin Gail Honeyman. Möge sie weitere Bücher in tadelloser Qualität schreiben. Mein Dank ist ihr gewiss.

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321 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 86 Rezensionen

jugendbuch, anne freytag, liebe, homosexualität, den mund voll ungesagter dinge

Den Mund voll ungesagter Dinge

Anne Freytag
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 06.03.2017
ISBN 9783453271036
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Augen voll ungeweinter Tränen.


Nachdem ich in das Buch hineingelesen habe, war ich mir sicher, dass mir das Buch gefallen wird. Mit einer so emotionalen Story habe ich jedoch nicht gerechnet. Es gibt viele Bücher, die den Leser mit auf die Reise nehmen. Nur wenige Bücher haben es jedoch bisher geschafft, dass ich mich gefühlt habe, als wäre ich ein Teil davon. Mir ging der alte Schlager von Chris Roberts durch den Kopf: >>Du kannst nicht immer siebzehn sein.<< Das stimmt! Aber, bei "Den Mund voll ungesagter Dinge" war ich wieder siebzehn. 400 Seiten lang.

Sophie muss mit ihrem Vater von Hamburg nach München ziehen. Sie ist sehr unglücklich darüber. Ihr Vater Christian hat dort seine große Liebe gefunden. Sophie musste erst Abschied von ihrem besten Freund Lukas nehmen. Lukas hat seine große Liebe in Paris gefunden. Für Sophie ein schwerer Verlust. Lukas ist eigentlich das für sie, was man beste Freundin nennt. Sophie ist eine Einzelgängerin, mit vielen Gedanken im Kopf. Mit vielen ungesagten Dingen im Mund. Sie macht Dinge, die sie eigentlich nicht will. Lukas skypt mit ihr jeden Tag. Es ist für sie ein Ersatz, der sie mit Wehmut erfüllt.

>>Seit er weg ist, bin ich allein. Davor war ich einfach nur seltsam.<< (Seite 12)

Sophie verspürt Sehnsucht nach ihrer Mutter, die sie nie kennengelernt hat. Sie hat sie nach der Geburt verlassen. Sie kann nicht aussprechen, wie sie das mitnimmt. Sie erfindet Dinge, die sie mit ihrer Mutter erlebt hat.

Sophie möchte Christians Freundin hassen. Das ist gar nicht so leicht. Lena ist eine warmherzige Person, die ihr Freiraum gewährt. Lena buhlt nicht um Sophies Sympathie. Lena ist einfach nur feinfühlig. Lena tut das, was ihre eigene Mutter versäumt hat: Sie ist für sie da.

Ich mag Sophie sehr gerne. Sie ist eine direkte Person; jedoch vermeidet sie, die Gefühle anderer Menschen zu verletzen. Sophie kann sich bei der Liebe nicht so fühlen, wie in ihrer Phantasie. Sophie tut Dinge, die sie eigentlich nicht mag.

Lena war mir von Anfang an sympathisch. Sie und ihre beiden Söhne, haben Sophie von Anfang an herzlich in die Familie aufgenommen. Bei Lena darf Mensch sein, wie Mensch ist.

Von Christian habe ich anfangs nicht viel gehalten. Er hätte seiner Tochter mehr helfen müssen. Ich verstehe, dass ein Chirurg wenig Zeit hat. Aber, mehr Mitgefühl hätte er Sophie schon entgegenbringen können.

Sophie freundet sich mit dem Nachbarsmädchen Alex an. Alex hat einen Freund. Alex und Sophie sind von einander fasziniert. Auf einer Party müssen sie sich beim Flaschendrehen küssen. Von da ab ist nichts mehr, wie es vorher war.

Fazit

Ich empfand Sophie sehr reif für ihr Alter. In der Schule bringt sie gute Leistungen. Mit anderen Menschen geht sie meist taktvoll um. Ihre neue Familie hat einen großen Fehler: Sie ist einfach nicht so schrecklich, wie sie sich das vorgestellt hat. Auch der Mischlingshund  Carlos bringt ihr uneingeschränkte Liebe entgegen.

Alex und Sophie verbringen wunderschöne zwei Wochen im Mai. Mit dem Roller fahren sie durch München und zum Zelten an einen See. 
Ich hatte stets das Gefühl, mit dabei zu sein. Ich habe gelacht. Ich habe geweint. Besonders bei einer Szene, so ziemlich am Schluss. Ich habe ein wunderschönes Klavierstück gehört. 
Ich habe vielen Songs aus Sophies Playlist gelauscht. Die Musik und diese wunderbare Geschichte, haben mich an allem teilhaben lassen. Der Schreibstil ist magisch. Emotional und ohne übertriebene Rührseligkeit. Aus der Sicht von Sophie erzählt. 

Die Autorin hat ein brisantes Thema aufgegriffen. Sie räumt mit Vorurteilen auf. Sie gibt der Thematik die Selbstverständlichkeit, die sie auch verdient hat. Ihre direkte Ausdrucksweise gefällt mir. Sie schafft das, ohne dabei taktlos zu werden. Ohne die Romantik zu zerstören. Die Ernshaftigkeit kommt voll zum Ausdruck. Der Sarkasmus von Sophie ist einfach nur köstlich.
Sophie gibt sich nach außen selbstbewusst und unnahbar. >>Es ist schwer, Schwäche zu zeigen, wenn alle denken, dass man stark ist.<< (Seite 290)

Ein Sommer in München mit Regen, Sonne, Lachen, Weinen und viel Liebe. Ein Sommer, der eigentlich nie vergehen sollte. 

Einmal lag Sophie in ihrer "Dienstbotenkammer" auf dem Bett und hat ein Klavierstück gehört. Es war mein Lieblingsstück aus Sophies Playlist. Es hat die melancholische Stimmung von Sophie perfekt eingefangen. "Where is My Mind" von Maxense Cyrin. Warum Dienstbotenkammer? Also, das war so ..... 
Ach ... und Christian! Was ich dir noch sagen wollte ... am Ende fand ich dich super. Warum nicht gleich so?!

Danke Anne Freytag.






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179 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

hexen, magie, freundschaft, prophezeiung, liebe

Die Prophezeiung der Hawkweed

Irena Brignull , Sibylle Schmidt
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 16.03.2017
ISBN 9783737354240
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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65 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

jugendroma, fantasyroma

Henriette und der Traumdieb

Akram El-Bahay , Maximilian Meinzold
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 17.02.2017
ISBN 9783764151126
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Meine Meinung

Ich habe mich schon oft gefragt, warum ich manchmal Träume habe, die ich nach dem Aufwachen sofort vergesse. Nur so eine dunkle Ahnung bleibt zurück. Jetzt weiß ich warum!

Henriette besitzt die Gabe, Träume herbeizuwünschen. Jeden Tag erinnert sie sich an die Abenteuer, die sie in der Nacht erlebt hat.  

Sie und ihr Bruder Nick besuchen die Großmutter. In dem Haus, in dem die Großmutter lebt, befindet sich ein Bücherladen. Die beiden Bibliothekare Punktatum und Anobium führen den Laden. Doch dann stirbt Punktatum ganz plötzlich und unerwartet.
Henriette ist traurig darüber. Sie mochte den alten Herrn sehr gerne. Sie besucht nun mit ihrem Bruder Anobium. Der zeigt sich sehr interessiert, als im Henriette berichtet, dass sie sich an keine Träume mehr erinnert. Anobium befasst sich seit jeher mit Träumen. Er ist der Meinung, dass Henriette es mit einem Traumdieb zu tun hat. 
Henriette muss nun in ihren Träumen herausfinden, wer der Traumdieb ist. Dann passiert etwas sehr Ungewöhnliches. Nick taucht in den Träumen seiner Schwester auf.

Nick hat seine Schwester nie ernst genommen, wenn sie von ihren Träumen erzählt hat. Nun wird er eines Besseren belehrt. Er befindet sich nun mitten in Henriettes Träumen.
Die Abenteuer,  die das Geschwisterpaar erlebt, führen sie durch Wälder und Wüsten. Sie lernen viele Traumwesen kennen. Müssen herausfinden, wem sie trauen können. 

Mir hat dieses Fantasy-Abenteuer sehr gut gefallen. Die Protagonisten sind gut gezeichnet. Man hat ein genaues Bild von Personen und Umgebung.
Düstere Wälder, heißer Wüstensand und skurrile Traumwesen pflastern den Weg der Geschwister.
Sogar Liebe spielt in dieser surrealen Welt eine Rolle. 
Man begegnet einer unheimlichen Leere. 
Die beherzten Zwillinge beweisen mit ihren 13 Jahren sehr viel Mut. War Henriette Anfangs nicht begeistert von Nicks Anwesenheit in ihren Träumen, so hat sie ihn schnell schätzen gelernt. Nick wächst über sich selbst hinaus. Vor keinem Kampf scheut er zurück. Dann machen beide eine Entdeckung, die ihr ganzes Traumbild in ein anderes Licht rückt!

Fazit

Ich bin von der Altersgruppe dieses Romans weit entfernt. Und dennoch konnten mich die Abenteuer der Geschwister fesseln. Von der ersten Silbe an wurde ich in die Geschichte hineingezogen. Träume haben mich schon immer interessiert.
Anobium und sämtliche Traumwesen,  fügen sich wunderbar in die Geschichte ein. Der Schreibstil ist leicht und locker, wie man es von Jugendbüchern gewohnt ist. Langeweile sucht man in dieser Geschichte vergeblich. Vielmehr habe ich erleichtert aufgeatmet, als die Geschichte zu Ende war. Man wird als Leser 400 Seiten lang auf Trab gehalten. 

Eine traumhafte Atmosphäre und die passende Umgebung, machen dieses Traumbuch zu einem ganz besonderen Erlebnis. Stück für Stück kommt man der Wahrheit näher. Der Weg dorthin ist geheimnisvoll und Abenteuer pur.

Zu dem Ende habe ich keine Fragen. Aber, wie soll ich nun meinen Traumdieb finden?

Danke Akram El Bahay

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346 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 61 Rezensionen

physik, jugendbuch, verlust, trauer, liebe

Ein bisschen wie Unendlichkeit

Harriet Reuter Hapgood , Susanne Hornfeck
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.02.2017
ISBN 9783737340335
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Gottie H. Oppenheimer-Prinzip und der Apfelbaum.

Meine Meinung

Ich habe mich spontan in dieses wunderschöne Cover verliebt. Auf dem Foto sieht es nicht ganz so schön aus, wie es in Wirklichkeit ist.
Nicht nur das Cover ist schön. Auch die Geschichte ist einfach nur
 wunderbar. Mathematik und Physik sind ja nicht so mein Ding. Bei Gottie (Margot) Oppenheimer,  dreht sich jedoch alles darum. Da kommen wir jetzt auch schon zu dem einzigen Kritikpunkt,  den ich habe. Stellenweise haben mich Gotties Berechnungen genervt. Das intelligente Mädchen hat mich damit manchmal ganz schön durcheinander gebracht. Das dürfte für Leser, die Mathematik lieben,  jedoch kein Problem sein.

Gottie hat ihre Mutter nie kennengelernt, da diese kurz nach der Geburt gestorben ist. Der Tod von ihrem Großvater hat sie in ein dunkles Loch gestoßen. Mit mathematischen Formeln ist sie bestens vertraut. Ihre Trauer überfordert sie jedoch maßlos. Ihr verrückter Großvater Grey war wie ein Vater für sie. Er konnte ihre Leidenschaft für das Universum und Mathematik verstehen. Wäsche schmiss er zum Trocknen auf den Apfelbaum im Garten.

Unglücklich verliebt zieht sich Gottie immer mehr zurück. Keiner versteht ihre Trauer. Die beste Freundin Sof wird ihr auch von Tag zu Tag fremder. Keiner weiß um ihre heimliche Liebe zu einem Jungen, der sie in ihrer schlimmsten Zeit im Stich gelassen hat.
Als ihr bester Freund Thomas von Kanada nach England zurückkehrt, empfindet Gottie wieder mehr Freude am Leben. Sie sieht die Sterne wieder leuchten. Mit Thomas verbringt sie wieder Zeit, auf dem heißgeliebten Apfelbaum.

Gottie war mir auf Anhieb sehr sympathisch. Ihre Trauer um den Großvater hat ihr Leben zu einem dunklen Loch werden lassen. Ein Wurmloch, welches sie immer öfter in die Vergangenheit katapultiert hat. Sie war sich nicht mehr sicher, ob sie den Verstand verliert. Die Vermutung lag auch für mich nahe. Die hübsche 17 jährige verfügt trotz Trauer, über eine große Portion Humor. Den braucht sie aber auch, bei der skurrilen Familie. Sie ist der Meinung, die einzige Vernünftige im Hause Oppenheimer zu sein.
Die Familie Oppenheimer ist liebenswert und total verrückt. Ihr Bruder Ned spielt in einer der Band. Ihr Vater ist ein liebevoller Mensch, der jedoch in seinem eigenen Universum zu leben scheint. Er arbeitet in der Bücherscheune, die Greys ganzer Stolz war. In dem Antiquariat fühlt sich auch Gottie wohl. 

Fazit

Das Universum und seine zahlreichen Geheimnisse hauchen dem Roman eine eigentümliche Romantik ein. Eine Familie, bei der jeder für sich versucht, mit der Trauer umzugehen.
Ich bin nur so durch die Seiten geflogen. War Teil des Universums, das Gottie in ihrer Geschichte erschaffen hat. Wollte wissen, was es mit dem Wurmloch auf sich hat. War jedesmal gespannt, in welchem Jahr sie gelandet ist. 
Der Schreibstil mutet poetisch an. Es wird aus der Sicht von Gottie erzählt. 
Das Meer, Sternenhimmel und ein Apfelbaum. Menschen mit Erkennungswert. 
Ich verzeihe Gottie ihre mathematischen Berechnungen. Alles andere in dem Buch war einfach nur schön. Ein Tagebuch von Grey bringt Spannung in die Story.

Das Gottie H. Oppenheimer-Prinzip habe ich nicht ganz verstanden. Und irgendwie doch.
Die Berechnung des Weltschmerzes ... ich wusste gar nicht, dass es das gibt.
Aber eins weiß ich. "Ein bisschen wie Unendlichkeit" ist eins der schönsten Jugendbücher, die ich je gelesen habe.  Ein warmer Sommerregen und eine Portion Eis. Dazu eine zarte Liebe.  Das macht jedes Universum zu etwas Besonderen.
Ob mir das Ende gefallen hat? Muss ich erst noch berechnen .... :-))))

Danke Harriet Reuter Hapgood

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Richtig leben

Jürgen Domian
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Penguin, 09.01.2017
ISBN 9783328100867
Genre: Sachbücher

Rezension:

Meine Meinung

Richtig leben! Wie lebt man richtig? Ich denke, auf diese Frage muss die Antwort jeder selber finden. Jürgen Domain hat darüber ein interessantes Büchlein geschrieben. Er erzählt auf eine mitreißende Weise. Er bringt persönliche Erfahrungen mit ein. Was mir besonders gut gefallen hat, dass die böse Stimme, die wir wohl alle im Kopf haben, auch zu Wort kommt. Da musste ich oft schmunzeln.
Jürgen ist vom "Zen" überzeugt. In die eigene Natur zu schauen, stelle ich mir nicht ganz einfach vor. Zen ist eigentlich nichts, was man richtig benennen kann. >>Ich würde dir gerne etwas anbieten, um dir zu helfen, aber im Zen haben wir überhaupt nichts.<<(Quelle wikibedia)

Besitz belastet eigentlich nur. Die Gier des Menschen kennt oft keine Grenzen. Hat man ein Haus, will man ein noch Größeres. Besser noch größer, als das Haus des Nachbarn. Das Ganze kann man auf alle Luxusartikel dieser Welt übertragen. Die Habsucht verhindert, dass man das genießt, was man hat. 
Das unterschreibe ich so, wie es der Autor geschrieben hat.  Handys, Facebook usw. verhindern eigentlich, dass wir im "Jetzt" leben. Kaum einer konzentriert sich noch auf eine Sache. Mit einer Freundin Kaffee trinken gehen kann da schon sehr anstrengend werden, wenn diese immer ein Auge auf ihrem Handy hat. Viele Menschen pflegen kaum Kontakte und vertrauen ihre Sorgen und Nöte Facebook an. TRAURIG!

Sich auf eine Sache konzentrieren verhindert, meiner Meinung nach, Langeweile.
Wenn ich esse, esse ich. Ohne Facebook, Handy und PC!
Wenn ich lese, lese ich. Ohne Fernsehen, Radio und Tablet!
Das kann man auch auf sämtliche Aktivitäten übertragen.

Stille! Wer verträgt die eigentlich noch? Wer genügt sich auch mal selber? 
Die Themen in diesem Buch sind aktueller denn je. 
Habgierigkeit, Narzissmus, Egomanie, Wolllust, Genusssucht und Bestätigung durch soziale Netzwerke. Vereinsamung in einer Zeit, wo zu jeder Tages- und Nachtzeit, fast die ganze Welt erreichbar ist.
Der Glaube findet auch Beachtung. Achtsamkeit verkommt mittlerweile zu einem Modewort. Der Sinn dahinter ist aber mehr als wertvoll.

Jürgen Domain ist in den Medien nicht unbekannt. Er war Moderator der Telefon-Talk-Sendung Domian. Einige Auszüge davon befinden sich im Buch.
Mir war der Autor vorher nicht bekannt, da ich nie fernsehe. 

Fazit

Ich könnte jetzt noch viel mehr schreiben. Aber, ich überlasse es Euch, Domians wertvolles Büchlein zu genießen. Es birgt für Menschen, die sich mit Buddhismus befassen, nicht viel Neues. Zen ist eine Sache für sich. Nein! Es ist eigentlich gar nichts, das man benennen könnte. 
Was für mich neu ist, die Gedanken im Kopf, die gerne jeder Einsicht widersprechen. So habe ich das bisher noch nicht gelesen. 
Jürgen setzt sich mit den sieben Todsünden auseinander.
Er bietet den Menschen andere Sichtweisen an. Dabei hat man aber nie das Gefühl, dass er uns seine Meinung aufs Auge drücken will. Er befasst sich mit Zen, ist aber selber noch kein Meister darin. 

>>Jürgen: Und wer tiefste Zufriedenheit darüber empfindet, dass er seinen eigenen Weg konsequent geht, der neidet dem anderen nicht sein Aussehen, ein besonderes Talent oder seinen gesellschaftlichen Rang.<< (Seite 92-93)

>>Böse Stimme im Kopf, erster Satz: Das willst du den Verlierern des Lebens erzählen?! (Seite 93)




Alles in allem ein ein stimmiger Ratgeber, den ich sehr gerne gelesen habe. Nicht bei Allem konnte ich beipflichten. Ein Rat den, den er einem jungen Mann gegeben hat, ist leider nicht hilfreich, wenn dessen Leben auf dem Spiel steht. 

Danke Jürgen Domain

Mein Dank geht an den Penguin-Verlag, für die Bereitstellung des Buches.

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

bewegung, glück, japan, leben, hardcover

Ikigai: Gesund und glücklich hundert werden

Francesc Miralles , Héctor García (Kirai)
E-Buch Text: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 10.03.2017
ISBN 9783843715607
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meine Meinung
Humor ist unser größtes Kapital!Was bedeutet Ikigai? Warum gibt es Menschen, die weit über hundert werden? Diese Fragen haben meine Neugierde auf dieses Buch geweckt.
Ikigai ist das Glück, immer beschäftigt zu sein. Damit kann ich dienen. Mir ist nie langweilig. Doch leider lebe ich nicht in einem kleinen Dorf, in dem übermäßiger Stress ein Fremdwort ist. Vielmehr zählt man in meiner Welt zu den Loosern, wenn man nicht täglich einen vollen Terminkalender vorzuweisen hat.
Aber, ich sehe einen Wandel. Immer mehr Menschen erkennen, dass es ein Leben außerhalb Facebook und vollen Terminkalendern gibt. 

In diesem Ratgeber wird uns die Lebensweise der Japaner beschrieben. Ich dachte immer, gerade die Japaner wären ein Volk, dass zuviel arbeitet. Sie arbeiten tatsächlich viel, aber mit Freude. Nicht selten streicht ein Manager selber sein Büro, um bei dieser einfachen Tätigkeit abschalten zu können. Leider ist das aber auch in Japans Großstädten nicht immer der Fall.

In dem Dorf Ogimi gibt es die meisten Hundertjährigen. Sie fahren noch auf dem Fahrrad und legen oftmals weite Strecken zu Fuß zurück. Nach dem Frühstück arbeiten die Meisten in ihrem Garten. Sie ziehen selber ihr Gemüse. Die Ernährung dieser Menschen ist gesund. Fisch, selbst angebautes Gemüse und sogar Schweinefleisch stehen auf ihren Speisezettel. 
Im Dorf wird viel getanzt und Spielabende veranstaltet. Dort ist keiner allein. Man trifft sich regelmäßig. 
Ich konnte mir die Ortschaft bei den Bergen bildlich vorstellen. Die beiden Autoren haben mit Kameras und Aufnahmegeräten vieles festgehalten. Bei Wettkämpfen gegen die betagten Leutchen verloren. Ja, und ausgelacht wurden sie von den Rentnern auch. :-))) Ich habe mir das bildlich vorgestellt und musste auch lachen. Humor ist so ziemlich das Wichtigste, um ein gesundes und langes Leben zu führen. Tanzen lässt die Seele baumeln.

Bitte setzen sie sich nicht zur Ruhe. (Seite 20)


Bei uns in Deutschland reißt man ja Witze, über Rentner die arbeiten. In Japan zählt dies zu den Geheimwaffen für ein langes Leben. Sogar schwere körperliche Tätigkeit wird dort willkommen geheißen. Solange es die Gesundheit zulässt, wird dort geackert. 
Der Gesundheitszustand auf der Insel Ogimi ist der beste Beweis für die Lebenseinstellung der emsigen Alten. 
Es gibt fünf blaue Zonen. Dabei handelt es sich um Orte, bei denen die Menschen sehr alt werden.
1. Okinawa, Japan.
2. Sardinien, Italien
3. Loma Linda Kalifornien
4. Halbinsel Nicoya, Costa Rica.
5. Ikaria, Griechenland.

Alle fünf blaue Zonen haben eins gemeinsam: Die Menschen leben dort in Dörfern und sind auch im hohen Alter aktiv. Die Ernährung ist gesund. Es werden regionale Lebensmittel verzehrt.

Moai bedeutet in Japan Bindungen für ein langes Leben. Lokale Gemeinschaften werden gepflegt.
Beeindruckend finde ich auch, wie dort die Finanzen verwaltet werden.

Die Interviews mit den betagten Leuten fand ich sehr aufschlussreich. Wer erwartet, dass die Geheimwaffen der Bewohner neu sind, irrt sich gewaltig. Eigentlich wissen wir ja, wie wir leben sollen um gesund alt zu werden. Die zehn Ikigai Regeln am Ende sind eine ideale Zusammenfassung. 

Fazit


Diesen Ratgeber empfehle ich gerne weiter. Er birgt zwar nicht viel Neues, ist aber wunderbar geschrieben. Vom grünen Tee bis zu sanften Sportarten wird in diesem Buch alles ausführlich behandelt. Der Schreibstil ist flüssig. Jedes Kapitel enthält Tabellen, die alles verdeutlichen. Die verschiedenen Kapitel sind nicht zu lange. 
Abbildungen für sanfte Sportarten ermuntern zum Nachmachen. 

Sanfte Sportarten wie Joga usw. erfreuen sich bei uns schon seit Jahren großer Beliebtheit.
Dieses Büchlein bringt uns die Sichtweisen betagter Menschen in Japan näher. 
Vieles können wir auch in unseren Alltag integrieren. Manches ist jedoch für uns unmöglich, da wir nun mal nicht alle in einem Dorf leben. Nicht jeder kann sich sein Gemüse selber anbauen. Nicht jeder hat seinen Traumjob. Eins können wir jedoch machen. Versuchen unsere Einstellung zu ändern. Unser Ikigai zu finden. Ist es beruflich nicht möglich, dann eben in der Freizeit. 
In den Großstädten Japans sieht es anders aus. Da dürfte bei vielen Menschen das Ikigai auf Eis gelegt sein. Nach meinen Infos gibt es dort sehr wohl Menschen, die sich fast zu Tode arbeiten. Selbstmorde sind da auch keine Seltenheit. Der Kampf um Kariere und Macht lässt sämtliches Ikigai vermissen. Schade!

Danke Francesc Miralles & Héctor García

Mein Dank geht an Vorablesen und den Ullstein-Verlag für die Bereitstellung des Buches.

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138 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

thriller, gedächtnisverlust, entführung, janet clark, london

Black Memory

Janet Clark
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.12.2016
ISBN 9783453418332
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Meine Meinung

Wer ist Freund-wer Feind?

Ein Boot vor der indonesischen Küste. Eine Frau die erwacht und nicht weiß, wer sie ist. Warum klebt ihr die Zunge am Gaumen? Warum hat sie Verletzungen, die bei jeder Bewegung starke Schmerzen verursachen? Warum klebt ihr überall Meersalz auf der Haut? Wer ist der Mann im Boot, der sie anscheinend aus dem Meer gefischt hat?

So beginnt dieser phänomenale Thriller, der mir eine schlaflose Nacht beschert hat. Knapp 400 Seiten habe ich auf einen Tag gelesen. 
Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst anfangen soll. Am besten mit Clare.

Clare weiß nicht, wie sie nach Indonesien gekommen ist. Sie kann sich an nichts erinnern. Sie weiß noch nicht mal ihren Namen. Sie verfügt über eine sehr umfangreiche Bildung, an die sie sich komischerweise erinnern kann.
Clare wird eines Verbrechens beschuldigt und landet in einem Gefängnis, welches den Vorschriften in keinster Weise entspricht. Sie soll ein Kind entführt haben.
Dann wird sie von zwei Männern aus dem Gefängnis abgeholt. Einer davon ist angeblich ihr Mann. 

Bei dieser Geschichte wusste ich nie, wer Clare gut gesinnt ist. Wer ist Freund-wer Feind?!
Ihr Mann Paul verheimlicht ihr viele Dinge. Sperrt sie in die Londoner Wohnung ein. Zu ihrer eigenen Sicherheit, meint er. Bei dem entführten Mädchen soll es sich um ihre Tochter Bonnie handeln.
Clare ist verzweifelt. Eigentlich müsste sie sich doch an ihr Kind erinnern. Sie versteht nicht, warum sie sich an ihre Fähigkeiten als Ärztin erinnern kann, ihr eigenes Kind jedoch im Dunklen bleibt. Bonnie hat angeblich seltene Fähigkeiten.
Ihr Suche nach Bonnie führt sie nach Italien. 
Clare weiß nicht,  wem sie glauben darf. Clare weiß noch nicht einmal, von wem sie eigentlich davonlaufen muss. Clare will unbedingt ihre Tochter finden. Für Clare beginnt ein Kampf um ihr Leben. Auch um das Leben ihrer Tochter? Genau diese Frage hat mich durch die Seiten rasen lassen!

Fazit

Die Protagonisten sind sehr gut gezeichnet. Der Schreibstil ist flüssig. Die Geschichte wird aus der Sicht von Claire erzählt. Viele Menschen begegnen Claire auf der Suche nach Bonnie. Sie hat viele Freunde, die ihr helfen wollen. Doch sie muss erst feststellen, wem sie wirklich trauen kann.
Mir ging es wie Clare. Ich wusste Paul nicht einzuordnen. Einerseits kam er mir sehr liebevoll Clare gegenüber vor, anderseits befürchtete ich Clares größtem Feind in ihm. Jedes Mal wenn ich dachte, nun hat Clare jemand gefunden, der ehrlich zu ihr ist, hat eine Ereignis diese Hoffnung zunichte gemacht. 
Claire muss schrittweise wieder Zugang zu ihrem Gedächtnis finden. Die Methoden, die man ihr anbietet, sind sehr gefährlich. Sie sucht in Florenz Hilfe. Teresa Terenzo ist Ärztin. Ich war sehr gespannt, ob sie Claire wirklich weiter helfen kann.
So ging es mir fast 400 Seiten lang. Hoffen und Bangen! Meine Vermutungen stellten sich nie als richtig heraus. Die letzten Seiten des Buches waren für mich Nervenkitzel pur.

>>Wenn wir uns nicht erinnern, können wir nicht verstehen.<< (E.M. Forster)

Ob mir das Ende gefallen hat? Nicht nur das! Der Thriller beginnt mit einer Spannung, die sich kontinuierlich aufbaut.  "Black Memory" ist mein Thriller-Highlight 2017!
Ich bin gespannt, ob das noch zu toppen ist. 

Danke Janet Clark

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986 Bibliotheken, 56 Leser, 5 Gruppen, 152 Rezensionen

thriller, sebastian fitzek, achtnacht, berlin, fitzek

AchtNacht

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.03.2017
ISBN 9783426521083
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Meine Meinung



Ich habe letztes Wochenende das Buch im Netzt entdeckt. Nachdem ich die Inhaltsangabe gelesen habe, musste das Buch sofort auf meinen Reader. Die Idee ist nicht neu, aber vom Autor phänomenal umgesetzt. Wahnsinn ist eigentlich nicht der Inhalt dieses Buches! Nein! Wahnsinn ist welchen Gefahren wir uns freiwillig in den sozialen Netzwerken aussetzen. >>Stellen sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie. Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen.<< (Auszug aus Klappentext)In der AchtNacht darf der Mensch, der aus dem Lostopf gezogen worden ist, gejagt und umgebracht werden. Straffrei! Ich habe es mir vorgestellt. Ich gebe zu, es gibt schon jemanden, den ich in den Lostopf werfen würde. (nicht in echt)  Aber, wie viele Menschen würden mich hineinwerfen? Den Gedanken finde ich gruselig. (in echt)
Ben Rühmann befindet sich auf der Schattenseite des Lebens. Seine Frau Jenny hat ihn verlassen, die Tochter Jules liegt im Koma, und seinen Job in einer Band hat er versoffen. Ein junges Mädchen, welches er vor Vergewaltigungen retten möchte, bringt ihm nur Ärger und ein lädiertes Aussehen. Welche Vergewaltigung eigentlich?

Dann sieht er auch noch sein Bild in Großaufnahme im Fernsehen. Ein Los mit seinem Namen wurde gezogen. Er ist ab sofort ein AchtNächter. 
Da die AchtNacht Premiere hat, wird noch eine zweite Person aus dem Lostopf gezogen. Die magersüchtige junge Frau Arezu!
Beide haben traumatische Erlebnisse hinter sich. Beide sind irgendwie schräg. Beide laufen um ihr Leben.
Auch in diesem Thriller geizt der Autor nicht mit schwarzem Humor: >>Hier ruht Benjamin Rühmann. Er wurde nur neunundreißig Jahre alt. Aber machen sie sich keine Sorgen. Wir haben schon einen Ersatz für ihn gefunden.<< (pos. 176, 4% aud dem Reader.)


Viele Menschen halten die AchtNacht für einen Fake. Noch mehr sehen jedoch die Gelegenheit, für einen lächerlich geringen Einsatz 10 Millionen zu gewinnen. 
Die Protagonisten passen in die Geschichte wie die Faust aufs Auge. Lügen werden im Netz verbreitet, die immer mehr Jäger auf den Plan rufen. >>Das Gehirn ist ein Lügner. Der vielleicht beste und überzeugendste der Welt. (pos. 1374, 32% auf dem Reader)
Wem können die beiden AchtNächter noch trauen? 


Fazit

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass so etwas wirklich passieren könnte. Facebook, Twitter und viele andere Netzwerke machen die Menschen gläsern. Viele Nutzer geben ständig ihren Aufenthaltsort öffentlich Preis. Selbst die, die es nicht machen, können von technisch versierten Hackern ausfindig gemacht werden. Brutale Livevideos erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. 
Die Spannung in diesem Thriller beginnt mit dem Prolog und steigert sich kontinuierlich.
Man kann sich die Protagonisten bildlich vorstellen. Ihre Verzweiflung spürt man zwischen den Zeilen. Ob mir das Ende gefallen hat? Es war ein typisches Fitzek-Ende. Es hat mich auch ein bisschen traurig gemacht. Ich hab doch selber gespürt, wie grenzenlos Ben seine Frau und Tochter geliebt hat ....
Auch in  Fitzeks neuen Werk musste ich mehrer Male lachen. Tja, so ist das mit des Meisters schwarzen Humor, garniert mit schrägen Typen. 

Unbedingt lesen. Schaltet Euer Handy aus. Lasst Euch nicht orten!!! Noch gibt es die AchtNacht nur in Berlin! Noch .......

Danke Sebastian Fitzek.

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70 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

dämonen, vater, 5 sterne, paige mckenzie, jugendbuch

Sunshine Girl - Das Erwachen

Paige McKenzie , Alyssa Sheinmel , Doris Hummel
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei bloomoon, 15.02.2017
ISBN 9783845815213
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zum Inhalt

Der zweite Teil knüpft nahtlos an seinen Vorgänger an. Während im ersten Teil Sunshine Bekanntschaft mit ihrer Begabung macht, geht es hier gleich voll zur Sache.

Sunshine reist mit ihrem Vater/Mentor nach Mexiko. Dort hat Aidan eine Einrichtung, wo Luiseachs geschult werden. Luiseachs sind vor dem Aussterben bedroht. Aidan forscht nach Möglichkeiten, um dies zu verhindern. 
Sunshine weiß nicht, was sie von ihrem Vater halten soll. Sie möchte wissen, warum er und ihre Mutter sie als Baby vor einem Krankenhaus ausgesetzt haben.

Die Einrichtung Llevar la Luz hat schon mal bessere Tage gesehen. Ein Teil von der Einrichtung ist ziemlich baufällig. Sunshine ist traurig, dass ihr bester Freund und Beschützer Nolan nicht mitfahren darf. Sie versteht auch nicht, warum sie den körperlichen Kontakt zu ihm so belastend findet. Es fühlt sich einfach nicht richtig an.

Meine Meinung

 Sunshine weiß ihre Fähigkeiten noch nicht richtig einzusetzen. Sie muss lernen, Geister ihren Weg ins Licht zu ermöglichen, ohne selber daran kaputt zugehen. In Mexiko ist es sehr heiß. Dort spürt man die Kälte sofort, wenn ein Geist in der Nähe ist.

Mich fasziniert das Thema. Es ist nicht neu, aber immer wieder jagt es mir Schauer über den Rücken. Sunshine muss lernen, dass jeder Geist Gefahr bedeutet. >>Selbst der freundlichste Geist ist gefährlich. Weil er schlicht und ergreifend nicht hier sein sollte. Er ist wie ein Fisch auf dem Trockenen. Ein Pferd mit einem gebrochenen Bein.<< (37% auf dem Reader)  Sunshine vermisst Nolan sehr. Er würde für sämtliche Fragen die Antworten finden. In Mexiko steht ihr der Luiseach Lucio zur Seite. Sunshine ist irritiert. Lucio kann sie berühren, ohne belastende Gefühle bei ihr auszulösen. 
Lucio beantwortet Sunshine viele Fragen. Ich wusste nicht, was ich von Aidan halten soll. Als Vater kam er mir ziemlich kalt vor. Ich hatte stets das Gefühl, für ihn ist Sunshine nur ein Forschungsprojekt. Über ihre Mutter Helena hält er sich ziemlich bedeckt. So nach und nach findet Sunshine selber Antworten.
Sunshine liebt ihre Ziehmutter Kat über alles. Die Krankenschwester zeigt sehr viel Verständnis. Sie geht mit der Begabung ihrer Tochter ganz natürlich um. Hofft, dass Aidan ihrer Tochter den richtigen Umgang mit deren Begabung beibringt.
>>Ich wusste ja immer, dass du was Besonderes bist. Ich wusste nur nicht, dass es auch ein Wort dafür gibt.<< (Kat, 12% auf dem Reader)

Sunshine schläft in Llevar la Luz in einem Kinderzimmer. Jede Nacht wird sie von Albträumen geplagt.
Es passieren viele dramatisch Dinge. Sie bittet Nolan um Hilfe. Nolan möchte nach Mexiko. Doch, er wird daran gehindert ...

Fazit

Geister, die in Mexiko für Kälte sorgen, bringen Sunshine an ihre physischen und psychischen Grenzen. Sie wird von ihrem Vater in das kalte Wasser geschmissen. Sie findet Dinge heraus, die sie an ihm zweifeln lassen. 
Wir begegnen im zweiten Teil Dämonen. Sunshine entwickelt sehr viel körperliche Kräfte. Sie spürt stets mehrere Geister in ihrer Nähe. >>Da ist es wieder, dieses Gefühl, das ich zum ersten Mal im Krankenhaus gespürt habe: das elektrische Brummen von Geistern, die durch die Luft um mich herumschwirren.<< (31 % auf dem Reader)

Die Geschichte wird aus der Sicht von Sunshine erzählt. Der Schreibstil ist flüssig. Die Handlung durchgehend spannend. Ich habe das Buch an einem Tag verschlungen.
Die geisterhafte Atmosphäre in Mexiko hat einen Gruselfaktor, welcher im ersten Teil noch nicht so ausgeprägt war. Verzweifelte Geister und Dämonen machen die Story zu einem Pagetuner. 

Ob mir das Ende gefallen hat! NEIN! Dieser fiese Cliffhanger hat mich etwas ratlos zurückgelassen. Die letzten Seiten waren einfach nur Hammer! Und nun muss ich auf den dritten Teil warten. Besten Dank!!!

Ich empfehle Euch beide Teile von Sunshine Girl. 

Danke Paige McKenzie

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85 Bibliotheken, 9 Leser, 3 Gruppen, 43 Rezensionen

koblenz, preußen, 19. jahrhundert, verrat, napoleon

Die Festung am Rhein

Maria W. Peter
Flexibler Einband: 607 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783404175192
Genre: Historische Romane

Rezension:



Zum Inhalt

Juni 1815

Der Prolog beginnt auf dem Schlachtfeld von Waterloo. Es ist Nacht. Ein
 Mann streift auf seinem Pferd zwischen den Toten und Verletzten umher. Ein Schuss,  und dann wird es dunkel für ihn .....

Coblenz 1822

Die Geschichte handelt von der Erbauung der Feste Ehrenbreitstein. Franziska ist eine junge Frau, die um ihren geliebten Bruder Christian bangen muss. Er wird beschuldigt, wichtige Baupläne an die Franzosen verkauft zu haben. 
Franziska möchte von ihrem Bruder wissen, ob an den Anschuldigungen was dran ist. Er hüllt sich in eisernes Schweigen und nimmt die Strapazen im Gefängnis in Kauf. 
Franziska und Christian sind halbe Franzosen. Der Vater Franzose und die Mutter Deutsche. Man bringt beiden sehr viel Misstrauen entgegen. Der Vater ist auf dem Schlachtfeld von Waterloo gefallen. Die Mutter ist zurück nach Cöln, um dort ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Ihre Kinder muss sie bei ihrem Bruder in Coblenz zurück lassen, da sie über keine finanziellen Mittel verfügt.
Der Onkel Hubert Kannengießer geht mit den Geschwistern nicht gerade liebevoll um. Vielmehr sehen er und seine Frau billige Arbeitskräfte in den Halbwaisen. Von seiner Schwester hält Kannengießer nicht viel. Sie hatte schließlich einen Franzosen geheiratet. Wie konnte sie nur!
Seinen Neffen nötigt er, in die Armee einzutreten und den Preußen zu dienen. Ich denke, ich muss nicht erwähnen, dass er Christian nicht hilft, als dieser wegen Landesverrat ins Gefängnis muss. Er ist Bauherr auf der Feste und möchte nicht bei den Preußen in Ungnade fallen.

Franziska macht Bekanntschaft mit dem preußischen Leutnant Rudolph Harten. Harten möchte die Wahrheit herausfinden. Er selbst muss nun um seinen guten Ruf bangen. Er ist Ingenieur und leitet den Bau der Feste Ehrenbreitstein. Man hat ihn bei Waterloo beschuldigt, mit den Franzosen zu sympathisieren. 
Das Schicksal der zierlichen Franziska berührt ihn. 

Rudolph Harten war mir von Anfang an sehr sympathisch. Sein stures Verhalten ist seinen traumatischen Kriegserlebnissen geschuldet. Er stammt aus einfachen Familienverhältnissen. In dem Bau der Feste sieht er große berufliche Chancen. Wie schon der Klappentext verrät, kommt er der süßen Franziska näher. Franziska fasst einen riskanten Plan. Sie begibt sich in die Höhle des Löwen. Sie verdingt sich als Hausmädchen bei dem korrupten Capitain Rülow. Rülow hat großen Einfluss darauf, was mit ihrem Bruder geschieht. Franziska möchte im Hause Rülow nach Beweisen suchen, die ihren Bruder entlasten.
Rudolph Harten ertappt sie bei einer prekären Aktion ......
Rudolph Harten hilft ihr, die Wahrheit über ihren Bruder zu finden.
Rudolph Harten kann sehr süß lächeln, wenn es seine preußische Korrektheit gerade erlaubt.

Meine Meinung

Wer in der Schule im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst hat, bekommt nun die Gelegenheit, auf sehr schöne Weise Versäumtes nachzuholen. 
Der Schreibstil der Autorin liest sich wie Butter. Kasernenduft weht einem um die Nase. Preußische Korrektheit, gepaart mit rheinländischen Charme, macht Lust auf eine Reise zur Feste Ehrenbreitenstein.
Dass Verrat nicht immer gleich Verrat ist, wird einem besonders in dieser Geschichte klar. Im Krieg herrschen andere Gesetze. Im Krieg handelt so manch einer gegen seine Überzeugung.
Die Protagonisten sind gut gezeichnet. Man hat von jedem ein genaues Bild vor Augen. 
Christian blieb mir ein bisschen fremd. Das dürfte daran liegen, dass es von ihm nur wenige Dialoge in der Geschichte gibt. 
Franziska ist ein zartes Persönchen mit einem willensstarken Charakter. Ich habe sie für ihre Courage oft bewundert. Ihre französische Herkunft konnte man gut spüren. Es fielen immer wieder französische Begriffe.

Wir machen mit einem Highlander Bekanntschaft. Auch seine Sprache findet Beachtung. 
Das Augenmerk liegt überwiegend auf dem Misstrauen, welches zwischen Preußen und Frankreich liegt.
Ach, so kann ich das eigentlich gar nicht sagen. Besondere Aufmerksamkeit erhalten Franziska und Rudolph. Ganz ehrlich, vor dieser Story hätte ich nie gedacht, dass ein Preuße mein Herz zum Schmelzen bringt. Seufz ....


Fazit

Nur zwei Nachmittage habe ich für dieses Buch gebraucht. Mit nur wenigen Protagonisten hat die Autorin eine spannende Handlung geschaffen. Man weiß erst zum Schluss, wer der/die Drahtzieher des Landesverrats ist/sind. Der Weg dorthin lässt einen durch die Seiten rasen. Man mag das Buch nicht mehr zur Seite legen. 
Besonders gut gefiel mir, der Liebe zwischen Franziska und Rudolph beim Wachsen zuzusehen. Rudolph hatte mehr wie einmal Grund genug, an Franziskas Aufrichtigkeit zu zweifeln. Die junge Frau geriet in sehr gefährliche Situationen. Für ihren Bruder war ihr keine Gefahr zu groß. 
Rudolph ist ein ehrgeiziger Preuße, der sehr viel Liebe zu geben hat, sobald der preußische Panzer geknackt ist. 
Maria W. Peter hat sehr gut recherchiert. Im Anhang erfährt man viele Fakten zur Geschichte. Vom Fall Napoleon bis zum Bau der Feste Ehrenbreitstein. 

Ob mir das Ende gefallen hat? Franziska und Rudolph haben noch einen persönlichen Kampf vor sich. Ansonsten ... ja! Die gesamte Geschichte enthält viele Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe.
Danke Maria W. Peter

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46 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

hannah rothschild, haute cuisine, gemälde, roman, dva verlag

Die Launenhaftigkeit der Liebe

Hannah Rothschild , Monika Baark
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei DVA, 12.09.2016
ISBN 9783421047137
Genre: Romane

Rezension:

Zum Inhalt

Ich kenne mich mit Gemälden nicht aus. Für mich zählt nur, ob mir ein Bild gefällt oder nicht. Ich habe mich noch nie damit befasst, wer der Künstler hinter dem Bild ist. 

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr schwer. Ich wollte das Buch schon abbrechen. Doch, so schnell gebe ich nicht auf. Das hat sich bei "Die Launenhaftigkeit der Liebe" wirklich gelohnt. Vom Wunsch abzubrechen bis zur Begeisterung hat es ein paar Seiten gedauert. Aber dann!

Am Anfang wird dem Leser vermittelt, wie es auf Kunstauktionen zugeht. Da wurde ich mit Namen nur so zugeschüttet. Einige Begriffe musste ich nachschlagen. 

Der Prolog beginnt vor dem Auktionshaus Monachorum & Sons welches 1756 gegründet wurde.
Im Auktionshaus herrscht Hektik. Die letzten Vorbereitungen für die Auktion des Jahrhunderts werden getroffen.
Earl Beachendon gibt seinem Team letzte Anweisungen. Für jeden prominenten Besucher hat er die passende Begleitperson ausgesucht. Man kennt die Vorlieben und Abneigungen der Schützlinge. Man will ihr Geld!

Annie McDee ist eine Frau mitte dreißig, die bei einem Trödelladen für ihren Freund ein Geburtstagsgeschenk kaufen möchte. Erst wird sie in dem ungepflegten Laden nicht fündig. Doch dann entdeckt sie ein kleines Gemälde. Das verstaubte Bild hat sie sofort magisch angezogen. Die hübsche tanzende Frau auf dem  Kunstwerk strahlt Lebensfreude und Liebe aus. Das ist das richtige Geschenk für ihren Freund. Sie ersteht es für 75 Pfund. Sie weiß noch nicht, in was für eine Gefahr sie sich gebracht hat. Sie kennt den Wert des Gemäldes nicht. 

Meine Meinung

Jean-Antoine Watteau (geb.10.Oktober 1684, gest. 18 Juli 1721) war Maler des französischen Rokoko Anfang 18. Jahrhunderts. Eigentlich ist er der Hauptprotagonist in dieser Geschichte. Er hat das Bild gemalen, welches Annie zu einem Schleuderpreis erstanden hat. "Die Launenhaftigkeit der Liebe!"
Die Kunstwelt steht Kopf. Annie hat ein neues Leben in London begonnen. Von Kunst versteht sie nichts. Aber vom Kochen. In der Liebe hat sie kein Glück. Vom langjährigen Freund wurde sie verlassen. Ihre neue Liebe erscheint nicht zu Verabredung. Mit einem leckeren Essen und nun sinnlosen Geschenk, trinkt sie frustriert den Wein alleine.
Am nächsten Tag möchte sie das Bild zurückgeben. Der Trödelladen, mit samt Verkäufer, wurde in die Luft gesprengt.
Sie lernt Jesse kennen. Einen mittellosen Maler, der ihr hilft, das Gemälde analysieren zu lassen.
Annie hat beim Kochen sehr großes Talent. Sie dekoriert Räume und kocht das passende Essen zu jedem Thema. Sie erwirbt mit ihrem Talent einen guten Ruf und Aufträge. Jesse und Annie kommen sich nur zaghaft näher. Zu tief sind die seelischen Wunden, die Annie zugefügt wurden.
Annie geht einem total ans Herz. Sie hat auch Probleme mit ihrer Mutter Evie, die sehr stark dem Alkohol zuspricht. Evie erkennt jedoch sofort, dass das kleine Gemälde was Besonderes sein muss.

Ich habe viele verrückte Superreiche kennengelernt. Barty, eine Mann der Männer liebt, hilft den Superreichen das passende Haus, Freunde und Kunstwerke zu kaufen. Seine schrullige Art und farbenfrohes Äußeres haben Erkennungswert. 
Besonders der steinreiche Russe Wladimir braucht die Hilfe von Barty. Wladimir ist ein einsamer, armer Reicher. Ich musste lachen, wenn ihm ein teures Projekt gezeigt wurde. Er sagte stets: >>Was kostet? Kaufen!<<

Mrs Appledore ist eine reiche Witwe, die sämtliche Kunstwerke ersteigert. 
DeloresRyan ist Kunstkritikerin, die den Wert von "Die Launenhaftigkeit der Liebe" erst mal nicht erkennt.

Der führende Kunstexperte Memling Winkelmann ist mit seinen 90 Jahren noch ziemlich agil. Aktiv nimm er am Kunstleben teil. Er hütet ein Familiengeheimnis. Seine spröde Tochter Rebecca verfolgt die Spuren seiner Vergangenheit. Memling hat sich vor vielen Jahren einen Feind gemacht ...

Alle Protagonisten zu nennen, würde den Rahmen sprengen, der viel dringender für wertvolle Gemälde gebraucht wird. 
Diese Geschichte ist sehr facettenreich. Wir bewegen uns in der Kunstszene und kommen auch mit dem Holocaust in Berührung. Dunkle Machenschaften in der Kunstszene sind nicht gerade selten.
Was mich jedoch total begeistert hat: Das Gemälde hat gesprochen und seine Geschichte erzählt. Von den guten Zeiten, in denen es bei namenhaften Kunstkennern verbracht hatte. Ja, und von ihrem Erschaffer Watteau hat sie erzählt.
Wundert es da, dass sie empört ist, wenn sie in unserer Zeit zusammen mit einem Butterbrot in einer Plastiktüte landet? Noch dazu an einen Fahradlenker gehängt wird und eine holprige Fahrt über sich ergehen lassen muss?
Ich weiß! Ich habe ja schon erwähnt auch keine Kunstkennerin zu sein. Ihr denkt jetzt bestimmt, ich würde dieses Gemälde auch in eine Plastiktüte mitsamt Butterbrot packen. STOP! Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an. Nie-nie-niemals würde ich das tun! Bei mir käme ein Döschen Kaviar dazu. :-)


Fazit

Eine durch und durch stimmige Geschichte, die mich an der Kunstszene teilhaben ließ. Protagonisten die sehr gut gezeichnet sind. Man kann sich jeden sehr gut vorstellen.
Ein Schreibstil, der mich nach der ersten Hürde durch die Seiten rasen lassen hat.
Was erwartet Euch in der Geschichte? Ein Krimi, eine geheimnisvolle Familiengeschichte, Verrat, eine zarte Liebe, Humor und ein Gemälde, welches von seine Leben erzählt.

Für Kunstkenner dürfte dieses Buch ein wahrer Schatz sein. Für Nichtkundige könnte es einer werden.
Ich werde "Die Launenhaftigkeit der Liebe" mit Sicherheit noch ein zweites Mal lesen. 

Danke Hannah Rothschild

Herzlichen Dank an den DVA- VERLAG für die Bereitstellung des Buches.

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