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42 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

berlin, krimi, historischer krimi, 1920er jahre, 2017

Noble Gesellschaft

Joan Weng
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.01.2017
ISBN 9783746632766
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Manchmal bekomme ich Bücher, die ich mir nicht selbst ausgesucht habe. So wie dieses. Weil ich ab und zu ganz gern Krimis lese und mich das Cover ansprach, begann ich gleich zu schmökern. Allerdings hätte ich es nach nicht mal hundert Seiten am liebsten wieder zugeklappt: mich langweilten die Dialoge der oberflächlichen Protagonisten. Auch gab es für meinen Geschmack eindeutig zu viele von ihnen, so dass ich den Überblick verloren hatte …

Da für dieses Buch gerade eine Leserunde auf lovelybooks lief und die meisten Leserinnen total begeisterte Kommentare schrieben, wagte ich es doch, mich weiter auf den Roman einzulassen. Ich ging mit einer offeneren Einstellung an die Thematik, bediente mich des ausführlichen Personenregisters und entdeckte so manche Feinheit. Zum Schluss verzog sich mein Mund immer häufiger zu einem breiten Grinsen und ich fand Spaß an den dekadenten Protagonisten.

Der Kriminalfall im Schwulenmillieu geriet in den Hintergrund und das Leben im Berlin der 20er Jahre in den Vordergrund. Sobald sich dieser Wechsel beim Blick auf das Buch vollzogen hatte, gefiel es mir recht gut. Denn was die Autorin hier mitteilt, ist ausgesprochen wissenswert. Da erfahren wir viel vom Leben der besseren Gesellschaft in Berlin zwischen zwei Kriegen. Plötzlich wird die Oberflächlichkeit zum Lebensstil, Süchte zur Normalität.

Fazit: So deutlich wie hier habe ich schon lange nicht mehr gemerkt, wie eine Lektüre von der Erwartung, die wir an sie haben, geprägt ist. Ich kann diesem Buch gerade mal drei Sterne verpassen, obwohl es vielleicht mehr verdient hätte. 

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Tags: berlin der 20er jahre, diamantenschmuggel, gesellschaftsstudie, morde, schwulenmillieu   (5)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

cornwall, schottland, sussex, reiseerlebnisse

Großbritannien kreuz und quer

Rebecca Michéle , Gisa M Zigan , und andere
Flexibler Einband: 180 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 01.08.2015
ISBN 9783958130357
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nach dieser Lektüre habe ich richtig Lust bekommen, in dieses vom Regen gesegnete Land zu reisen. Ein Dutzend Autorinnen erzählt von ihren Reiseerlebnissen mit so einer Begeisterung, dass sie unweigerlich auf den Leser überspringt.

Ein Buch, das schöner als jeder Reiseführer ist, da die unterschiedlich alten Autorinnen ihre eigene Sichtweise auf diverse britische Landstriche haben. Susanne Zeitz nimmt uns mit nach Cornwall, Ulla Punke berichtet von ihrer nicht ungefährlichen Wanderung durch Yorkshire und mit Katharina Lukas betritt der Leser ein skurriles Museum. Auf die Suche nach ihrem Idol hat sich Anja Rode begeben, Gisa M.Zigan erzählt von einer nachdenkenswerten Begegnung in Oxford und Dörte Müller lässt uns ebenso wie Danilla Lorenz in ihr Reisetagebuch schauen. Geister spuken gleich durch zwei Geschichten: die von Monika Kühn „England im Juli 1980“ und die von Rebecca Michéle, die mich ganz besonders verzaubert hat. Heike Winter und Ines Heckmann erzählen ebenso wie die Vorgenannten in Ich-Form. Nur Irmgard Stürmer sieht die neu entfachte Liebe ihrer Protagonistin von außen.

Nicht nur die Fotos, die die Seiten mit Farbe füllen, sondern auch die Beschreibungen haben ein Bild der Landschaften vor meinem inneren Auge entstehen lassen. Aber auch die Menschen, die ihre Königin treu bejubeln und gastliche Reisedomizile anbieten sind mir näher gekommen. Mit den Autorinnen durfte ich kreuz und quer über die Insel reisen, war im südwestlichen Cornwall ebenso wie in London, in Schottland und auf seinen im Norden vorgelagerten Hebriden, wanderte bei regnerischen Wetter mit nassen Füßen über grüne Weiden und genoss bei Wolkenlücken grandiose Ausblicke …

Kurzum: wer Fernweh bekommen möchte, sollte sich mit diesem Buch beschäftigen! Es lohnt sich!

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Tags: cornwall, reiseerlebnisse, schottland, sussex   (4)
 

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Kuscheltiere stricken

Gisela Theuerkauf
Fester Einband: 80 Seiten
Erschienen bei Frech, 11.03.2013
ISBN 9783772467936
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wenn ich in meiner Freizeit mal kein Buch in der Hand halte, lasse ich gerne auch die Stricknadeln klappern. Das hat meine Tochter auf die Idee gebracht, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und mir dieses Buch zu schenken.

Allein die Bilder des kleinen Strickzoos animieren, weiche Wollreste zur Hand zu nehmen und mit der Arbeit zu beginnen. Jetzt bräuchte ich nur noch Abnehmer, die die Arbeit auch zu würdigen wissen!

Gearbeitet werden die Kuscheltiere mit Stricknadelspielen in der Stärke 3 bzw. 4. Zusätzlich benötigt man noch eine 2,5 mm starke Häkelnadel. Die Anleitungen sind gut erklärt, jedoch meiner Meinung nicht für Anfänger geeignet. Es gibt Hinweise auf die passende Wolle und zusätzlich erforderliche Dinge wie Augen, Nasen und Füllwatte. Das Buch enthält sogar einen bebilderten Strickkurs fürs Zu- und Abnehmen der Maschen.

Außer Tiere vom Bauernhof (Katze, Schaf, Kaninchen, Dackel, Schweinchen, Pony, Labrador, Esel und Ente) enthält es auch Anleitungen für Elefant, Tiger, Erdmännchen und diverse Bären. Also: nichts wie ran an die Arbeit!

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Nahrungsmittel mit Wunderwirkung


Fester Einband
Erschienen bei Das Beste, 01.01.2014
ISBN 9783899155181
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die lovelybooks-Ratgeber und Sachbuchchallenge hat mich auf die Idee gebracht, Euch meinen häufig genutzten Ratgeber vorzustellen. Er steht im Küchenregal zwischen diversen Rezeptbüchern und wird immer wieder gern hervorgeholt.

Appetitanregend bebildert besteht sein Vorzug für mich auf den Hinweisen zur Gesundheit. Der erste Abschnitt beschäftigt sich auf 62 Seiten in fünf Kapiteln mit dem Blutzuckerspiegel: worauf es zurückzuführen ist, dass er schwankt, welche Wirkung er auf das allgemeine Wohlbefinden hat und wie er das Hungergefühl beeinflusst. Hier wird aufgezeigt, wie man ohne Diät sein Gewicht halten oder senken kann. In diversen Tests kann man sein eigenes Essverhalten hinterfragen und bekommt auch gleich Tipps, wie man gesundheitsbewusste, kleine Veränderungen vornehmen kann.

Den zweiten Abschnitt benutze ich am häufigsten. Hier sind die Nahrungsmittel mit Wunderwirkung großformatig aufgeführt. Von Äpfeln über Fisch und Käse bis zu bis Zwiebeln finden sich 57 Lebensmittel, unter ihnen auch Gewürze und Getränke, Fleischsorten, Gemüse und Obst, sowie diverse Getreide. Manchmal auf einer, manchmal auch auf einer Doppelseite steht, welche Wirkung sie auf den Körper haben, wozu sie passen, was man durch sie ersetzen und was man aus ihnen zaubern kann. Besonders reizt dabei natürlich, dass es zu jedem der erwähnten Lebensmittel im Anhang des Buches auf gut 100 Seiten auch Rezepte gibt. Die sind nach Mahlzeiten zusammengefasst. Allein fürs Frühstück finden sich acht gesunde Voschläge, bei denen nicht nur die benötigten Zutaten angegeben sind, sondern auch die Zeit für die Vor- und Zubereitung.

Außer Snacks und Getränken enthält das Buch auch Rezepte für Salate, Sandwiches & Suppen, für Fleisch- und Fischgerichte sowie Desserts. Die benötigten Zutaten sind bis auf wenige Ausnahmen in jedem Supermarkt erhältlich, so dass das gesunde Essen den Geldbeutel nicht übermäßig strapazieren muss. Vegetarier kommen ebenso auf ihre Kosten wie diejenigen, die auf Flesich nicht verzichten können. Noch etwas darf nicht unerwähnt bleiben: für alle, die sich ständig fragen „Was koche ich heute?“ gibt es drei Wochenpläne vom Frühstück bis zum Abendessen. Beim ersten werden 1400 kcal pro Tag angesetzt, beim zweiten 1800 kcal/Tag und beim dritten 2200 kcal/Tag, so dass man während der Umstellungszeit ein Gefühl für den Nährwert der einzelnen Lebensmittel entwickeln kann.

Seit ich diesen Ratgeber immer wieder benutze, habe ich keine Gewichtsprobleme mehr. Natürlich zeigt die Waage nicht immer den gleichen Wert an, bewegt sich aber nur ganz selten mehr als zwei Kilos hin oder her. Auch wenn sich mein Speiseplan nicht nur nach der Gesundheit richtet, weiß ich inzwischen recht gut, wie sich unvermeidbare Ausrutscher wieder glätten lassen. Übrigens hat sich mein Geschmack inzwischen auf gesunde Essensvarianten eingestellt.

Fazit: Ich kann diesen Ratgeber mit gutem Gewissen empfehlen!

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familie, krisen, christliches sachbuch, ehe

Tabu Trennung

Daniel Schneider
Flexibler Einband: 176 Seiten
Erschienen bei SCM Hänssler, 10.01.2017
ISBN 9783775157582
Genre: Sachbücher

Rezension:

„Geschiedene Menschen sind keine Menschen/Christen zweiter Klasse. Sie sind auch nicht weniger gesegnet. Sie haben keinen Makel vor Gott! Wer das nur schwer akzeptieren kann, sollte nochmal sein persönliches Gottesbild überprüfen.“

Der Journalist und Theologe Daniel Schneider ist verheiratet und hat drei Kinder. Er schrieb dieses Buch, weil er an das Lebenskonzept von Liebesbeziehungen, Ehen und Partnerschaften, die auf Lebenszeit angelegt sind, glaubt. Dass es zwischen zwei Menschen unfassbare Verletzungen geben kann, die den Menschen den Schlaf rauben können, weiß er aber auch.

Für sein Buch hat er mehrere Paare interviewt. Er erzählt von ihren Geschichten und Krisen und den unterschiedlichen Voraussetzungen, mit denen sie in ihren Untergang geschlittert sind. Da ist die Frau, die sich mit ihrem Kind allein gelassen fühlte, weil der Mann zu viel arbeitete. Der Leser lernt ein Paar kennen, das sich scheiden ließ, um – nachdem es erkannt hatte, dass „wenn eine Beziehung nicht in Ordnung ist, dann liegt das immer an beiden“ - erneut zu heiraten. Reiner, der Theologe, ist überzeugt, dass eine gescheiterte Ehe Sünde ist. Er weiß aber aus eigener Erfahrung, dass sich Sünde nicht immer vermeiden lässt: „Es geht darum, dass man einen Weg wagt, in aller Freiheit und mit allem Risiko. - Und dabei notfalls auch Fehler macht“. 

Neben den Interviews hat Schneider eifrig in der Bibel gelesen. Und dabei entdeckt: „Wir wissen, dass Gott immer auf und an unserer Seite steht. Aus Liebe. Wenn ich mich gedanklich darauf einlasse, dann verändert sich meine Perspektive und damit mein Umgang mit meiner Beziehungskrise, einer Scheidung oder einem Neuanfang.“ (Seite 85 )

Der christliche Autor, dem der schützende Rahmen der Ehe wichtig ist, versucht, sich auch mit anderen Meinungen auseinander zu setzen. Er fürchtet sich nicht vor ihnen und versteckt sie auch nicht. Er kann sie stehen lassen, auch wenn er sie nicht richtig findet.

„Leider kommen die meisten erst zur Beratung, wenn es schon zu spät ist“, erfahren wir von Mickey Wiese, einem evangelischen Pastor und systemischen Lebensberater. Dabei ist er der Auffassung „Das an der Beziehung arbeiten, kann einem kein Berater abnehmen." Sehr tröstend fand ich seine Auslegung der Bibel auf Seite 158: „Jesus sagt: >Nichts kann euch von meiner Liebe trennen.< Und wenn er dann sagt: >Ihr sollt euch nicht scheiden lassen<, dann gilt der Satz, dass uns nichts von seiner Liebe trennen kann, trotzdem.“

Ein leicht lesbares Sachbuch, nicht nur für Betroffene, sondern für alle, denen eine gute Ehe eine Herzensangelegenheit ist. 

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Tags: christliches sachbuch, ehe, familie, krisen   (4)
 

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Siebenundsechzig Ansichten einer Frau

Günter Ohnemus
Fester Einband
Erschienen bei Maro, 01.01.1995
ISBN 9783875122312
Genre: Romane

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Diary of a Nobody

George Grossmith , Weedon Grossmith , Weedon Grossmith
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Wordsworth Editions Ltd, 01.12.1999
ISBN 1853262013
Genre: Sachbücher

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christlich, christentum, ajatollah khomeini, ira, schah

Liebe statt Furcht: Muslimin. Atheistin. Pastorin. Mein langer Weg in die Freiheit.

Flor Namdar
E-Buch Text
Erschienen bei Gerth Medien, 16.01.2017
ISBN 9783961222414
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die 1964 geborene Autorin, deren wahrer Name unbekannt bleibt, erlebte noch den freien Vielvölkerstaat Iran unter der Herrschaft des Schahs. Erst als der das Land verlassen hatte und Ajatollah Chomeini 1979 aus seinem Exil zurückkehrte, änderte sich ihr Leben grundlegend. Aus ihrer gut situierten Familie wurden Flüchtige.

Knapp die Hälfte des Buches erzählt sie von ihrer Kindheit in Persien, von ihrer Familie und den heimatlichen Bräuchen. Sie berichtet vom Leben als Flüchtling in Teheran und den missglückten Versuchen als Frau über sich selbst zu bestimmen.

In einem langen Prozess lernte sie sich unsinnigen Forderungen des Islam zu widersetzen. Mit 17 verlor sie den Glauben an Allah und wurde zur Atheistin. Sie sah in Allah nur „ein Hilfskonstrukt für dumme Menschen oder für solche, die zu schwach waren, um im Leben klar zu kommen.“ Auf der anderen Seite sehnte sie sich „nach dem Gott, der mich sieht, der mich kennt und der mich in seine Arme schließt.“ (Seite 113) Mehr oder weniger zufällig war Flors Neugierde auf Jesus geweckt worden, die sie in einer nahe gelegenen Kirche zu stillen versuchte. Die junge Frau, nach einer geschiedenen Ehe depressiv geworden, fand hier plötzlich wieder Freude am Leben. Doch bis sie in Deutschland ankam und den erlittenen Kulturschock verdaute, musste sie noch viele Demütigungen ertragen ...

„Wenn ich eines inzwischen gelernt habe, dann, dass Gott nur selten einen geraden Weg mit uns geht. Wenn er uns auf einen Berggipfel führen möchte, dann nimmt er im Regelfall nicht die Seilbahn, sondern den schmalen, gewundenen Pfad, der uns durch enge Schluchten führt; es geht über unübersichtliches und unwegsames Gelände, vorbei an tiefen Gletscherspalten und über loses Geröll. Und wenn wir dann nach langer Wanderung verschwitzt und verdreckt auf dem Gipfel stehen, wissen wir die Schönheit dieses Berggipfels erst wirklich zu schätzen. Denn Gottes Weg hat nicht nur verändert, was uns vor Augen ist, er hat auch uns selbst verändert.“ (Seite 179)

Flor Namdars tatsächlicher Name ist ebenso unbekannt wie der ihres Coautors. Um ihre Familie und ihre Gemeindemitglieder zu schützen, mussten sowohl der wahre Name der Autorin als auch die Namen aller beteiligen Personen geändert werden. Inzwischen betreut die Autorin eine persische Gemeinde in Deutschland. Ihre Autobiographie ist äußerst spannend – auch wenn so manches Wunder kaum nachvollziehbar scheint.

Von mir eine klare Leseempfehlung!

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Tags: ajatollah khomeini, christentum, iran, islam, konvertit, schah   (6)
 

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erster weltkrieg, historischer roman, 1. weltkrieg, liebe, berlin

Der Sommer der Freiheit

Heidi Rehn
Flexibler Einband: 666 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.07.2014
ISBN 9783426512166
Genre: Historische Romane

Rezension:  
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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

biografie

Bob und wie er die Welt sieht

James Bowen
E-Buch Text: 224 Seiten
Erschienen bei Bastei Entertainment, 13.03.2014
ISBN 9783838753331
Genre: Romane

Rezension:  
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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

erzählungen, hervorragend, ideen, fantasie, phantasievoll

Der Geschichtenverkäufer

Jostein Gaarder
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.10.2004
ISBN 9783423209403
Genre: Romane

Rezension:

„Ich komme mir vor wie heimgesucht von einem wütenden Schwarm von Seelen, die in meinen Gehirnzellen eine Art Kaffeeklatsch abhalten. Mir fehlt die nötige Seelenruhe, um sie alle zu beherbergen, also muss ich einige davon loswerden. Ich leide unter einem gewaltigen geistigen Überschuss und muss mich deshalb immer wieder entleeren. In regelmäßigen Abständen nehme ich Papier und Bleistift zur Hand und beginne einen gedanklichen Aderlass.“ (Seite 7)

Mit diesem alten Tagebucheintrag holt Petter den Leser in seine Gedankenwelt. Phantasie- und humorvoll erzählt er in einer schnodderigen Sprache aus seiner Jugend, in der er zwar keine Freunde, dafür aber viele Bittsteller hatte, für die er Hausaufgaben erledigte. Sein einziger Freund war Meter, ein kleiner Mann mit Spazierstock, der nur in seiner lebhaften Phantasie existierte. Der Blick auf sein Leben beinhaltet auch: „Ich fand es richtig, dass meine Eltern geschieden waren. Ich war lieber nur mit einem Elternteil zusammen. Ich glaube außerdem, dass ich schönere Weihnachtsgeschenke bekam als andere Kinder. Ich bekam immer die doppelte Menge.“

Petter vermittelt den Eindruck ohne Punkt und Komma zu erzählen und dabei vom Hundertsten ins Tausendste zu kommen. Man erfährt von seiner großen Liebe zu Maria und seinem internationalen Erfolg als Verkäufer von Grundideen für Geschichten, die er nicht weiter ausbauen will. Immer wieder betont er, selbst nicht berühmt werden zu wollen. Statt dessen liest er lieber die mehr oder weniger ausgefeilten Ergüsse seiner Kunden, von denen jeder glaubt, als einziger von Petters ungezügeltem Ideenreichtum zu profitieren. Eines Tages scheint er den Überblick verloren zu haben und seine Stellung in der Literaturwelt ist bedroht ...

Der Roman des 1952 in Oslo geborenen Jostein Gaarder erschien 2001 unter dem Titel „Sirkusdirektørens datter“ und kam 2002 auf den deutschen Büchermarkt. Er strotzt nur so von ironischen Lebensweisheiten und phantasievollen Gleichnissen und hat mich königlich amüsiert. 

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Tags: hervorragend, lebensgeschichte, literaturbetrieb, norwegen, phantasievoll   (5)
 

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17 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

roman, geschwister, familie, sehnsucht, adam

Der Rest der Zeit

Bernadette Nemeth
Fester Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Verlag Wortreich, 16.01.2017
ISBN 9783903091238
Genre: Romane

Rezension:

„Wir können uns nicht immer auf das Schicksal unserer Eltern hinausreden, wir sind erst erwachsen, wenn wir uns aus solchen Knoten lösen.“ (Seite 316)

In diesem Buch lernen wir die Mitglieder der Familie Ének kennen. Die Eltern stammen aus Ungarn und leben seit Jahrzehnten in Österreich. Sie haben drei erwachsene Kinder, die inzwischen ihre eigenen Partnerschaften leben.

Tünde, die Jüngste ist auf dem besten Weg, Ärztin zu werden. Deshalb weiß sie auch genau, was auf sie zukommt, als sie erfährt, dass sie an der Halswirbelsäule operiert werden muss. Kein Wunder also, dass ihr ganzes bisheriges Leben noch einmal vor ihr erscheint …

Doch nicht nur Tündes Leben spielt in diesem Buch eine Rolle. Um ihren Weg zu verstehen, wird auch der ihrer älteren Geschwister aufgezeigt. Adam, der Theologe, lebt mit einer Frau und zwei Kindern zusammen (die nicht seine eigenen sind) und macht absolut keinen glücklichen Eindruck. Melinda, die Künstlerin, hat immer Angst, den richtigen Augenblick zu verpassen. Und Tünde, die zukünftige Ärztin, träumte mal davon, Schriftstellerin zu werden …

Abwechselnd begleiten wir die Protagonisten durch die sechs Kapitel. Wir erfahren, wie die Eltern Erika und Tamás nach Österreich kamen und wie sie ihr Leben zu gestalteten.

Der Autorin ist mit ihrem Debüt ein mitreißender Entwicklungsroman gelungen. Die Seiten flogen für mich nur so dahin. Ich erfuhr viel Abschreckendes aus dem Alltag einer werdenden Ärztin und konnte nachvollziehen, was Menschen in ihrer Entwicklung beeinflusst. Leider fehlen mir zum Ende des Romans hin positive Auflockerungen, die mich zu Beginn noch schmunzeln ließen. Die Tragik des Lebens kommt mir zu geballt, weshalb ich nur vier Sterne vergebe. 

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Tags: flüchtling, künstlerin, theologe, trauma, werdende ärztin   (5)
 

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54 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

vietnam, familienepos, hanoi, ddr, amerikanischer krieg

Die Töchter des Roten Flusses

Beate Rösler
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.01.2017
ISBN 9783746632704
Genre: Liebesromane

Rezension:

Was gibt es schöneres, als Reisen in ein Land, das man noch nicht kennt? Ich habe mich von Thuyet, einer jungen Anwältin, mit nach Vietnam nehmen lassen. Sie suchte dort nach dem Tod ihrer Stiefmutter nach ihrer leiblichen Mutter. Bisher wusste sie nicht viel von ihr. Erst durch Briefe, die die Stiefmutter im Kleiderschrank versteckt aufgehoben hat, wurde sie auf das ihr unbekannte Land der Eltern neugierig.

Autorin Beate Rösler, die selbst in Hanoi lebt, bringt uns die nordvietnamesische Stadt mit ihren Eigenheiten ebenso nah, wie die Geschichte seiner Bevölkerung seit dem amerikanischen Krieg. Hautnah kann der Leser das Leid miterleben und sieht den Entwicklungssprung der jungen Generation.

Endlich erfuhr ich, weshalb noch heute so viele Vietnamesen in den neuen Bundesländern leben. Bisher wusste ich nicht, dass vietnamesische Studenten und Vertragsarbeiter in die DDR geschickt worden waren. So auch Tuyets Vater Phong Duc Hoang, der sich in Ostdeutschland wie im Himmel auf Erden fühlte.

In diesem nicht nur lehrreichen, sondern auch sehr emotionalen Buch ist alles vorhanden, was sich ein Leser wünscht: eine romantische Liebesgeschichte, in der auch der Kummer nicht fehlt; faszinierende Reiseberichte und gelungene Charakterstudien. Leider hat die Autorin an manchen Stellen das Schicksal etwas überstrapaziert, weshalb ich trotz meiner Begeisterung einen Stern abziehe.  

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Tags: amerikanischer krieg, familienepos, hanoi, lehrreich, vietnam   (5)
 

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2 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

zitate, naturverbundenheit, träume, liebe, märchen

Federtanz: Geschichten für mutige Träumer

Henrike Staudte
E-Buch Text: 132 Seiten
Erschienen bei neobooks, 27.01.2016
ISBN 9783738056587
Genre: Sonstiges

Rezension:

„Wenn die Liebe frei und ohne Erwartungen aus dem Herzen fließt, verschwindet der Drang besitzen zu wollen.“ (Seite 126) Mit dieser Weisheit enden die Geschichten für mutige Träumer und lassen den Leser mit einem wissenden Lächeln zurück. Schließlich weiß man als erwachsener Märchenliebhaber schon mehr vom Leben, als die sechsjährige Ella, die sich so sehr eine eigene Katze wünscht …

Aus siebzehn traumreichen Kurzgeschichten hat Henrike Staudte ein Büchlein zusammengestellt, das mir das Herz öffnete. Ich kann es nur jedem empfehlen, der einmal aus dem tristen Alltag in eine bessere Welt entfliehen will. In eine Welt, in der die Natur eine große Rolle spielt und Tiere dem Menschen das Leben zeigen.

Jeder Geschichte ist ein Zitat aus einem Buch vorangestellt, so dass gleich noch die Lust auf weitere Lektüre entsteht.

Wer sich danach sehnt, mit einem guten Gefühl einzuschlafen, sollte sich dieses Büchlein auf den Nachttisch legen und sich vor dem Licht ausmachen eine Geschichte gönnen. Vielleicht hat er das Glück, dass die Träume davon beeinflusst werden. 

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Tags: liebe, märchen, naturverbundenheit, träume, zitate   (5)
 

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schweden, schären, vergangenheit, erste liebe, eis

Heimwärts über das Eis

Gunilla Linn Persson , Stefan Pluschkat
Flexibler Einband: 334 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 12.12.2016
ISBN 9783458361879
Genre: Romane

Rezension:

Nicht jeder Buchtitel passt so gut wie dieser: Im Winter sind die schwedischen Schären von Eis umgeben. Eis, das – wie in diesem Buch - im Frühjahr aufbricht. Zuerst gibt es nur eine schmale Fahrrinne und die Menschen können noch zu Fuß zur nächsten Insel wandern …

Das Leben auf den Schären ist oft einsam und hart. Trotzdem hält Ellinor Ingman an ihrer Heimat fest. Viele Nachbarn sind weggegangen, haben ihr Land an Sommerfrischler verkauft. Auch der Vogelmaler Herrman Engström hat die Insel verlassen. Nach Jahrzehnten kommt er zurück, um das geerbte Land zu verkaufen. Als die beiden aufeinander treffen, werden Erinnerungen wach. Erinnerungen an gute und schlechte Tage. Erinnerungen an Geschehnisse, die beide nur vom Hörensagen kennen, die ihr Leben aber unmittelbar beeinflusst haben …

Ellinor, die sich mit ihrem ganzen Sein an das Leben auf den Schären angepasst hat, kann gar nicht verstehen, was mit ihr geschieht. Als Leser kann man ihren Überlebenskampf miterleben. Es ist ein harter Kampf, den die Autorin in sehr einfühlsamen Worten schildert.

Sehr gelungen sind die Naturbeschreibungen, die dem Leser einen Eindruck der Schären-Landschaft am Übergang vom Winter zum Frühling vermitteln. Auch die Menschen in ihren unterschiedlichen Lebensphasen bekommen vor dem Auge des Lesers Kontur. Die Autorin schreibt so poetisch, dass ich mich in dieses Buch regelrecht verliebt habe. So stieß ich schon Anfang Januar auf mein erstes Lesehighlight des Jahre 2017.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

doppelgänger, barcelona, verwirrspiel, spanie, barcelona-roman

Der andere Ich

Jürgen Vogel
Flexibler Einband: 120 Seiten
Erschienen bei tredition, 19.01.2015
ISBN 9783732311316
Genre: Romane

Rezension:

Stell dir vor, du fährst ins Ausland und wirst dort von einer völlig fremden Person mit deinem verstorbenen Doppelgänger verwechselt. Bisher wusstest du noch nicht einmal, dass den gibt …

So ergeht es David, der in Barcelona einen Freund besucht. Als er auf dem Markt einkauft, wird eine Frau bei seinem Anblick fast ohnmächtig. Immerhin hat Silvia ihren Mann erst vor gut einem Jahr verloren. Dass der genauso aussah wie David, beweist sie mit einem Foto.

Der Autor hat eine spannende Erzählung entwickelt, die einen regelrechten Sog auf mich ausübte. Dabei bediente er sich einer sehr distanzierten Sprache, die wenig Gefühle aufkommen ließ. Obwohl ich im allgemeinen Ebooks eher meide, fiel es mir schwer, diese komprimiert erzählte Geschichte zur Seite zu legen.

Eigentlich mag ich diesen Erzählstil fast ohne wörtliche Rede nicht besonders. Doch nachdem ich mich bereits mit dem Nachfolgeband („Erinnerungen an Philippe“) eingelesen hatte, gefielen mir diese tagebuchähnlichen Kapitel so gut, dass ich mich schon auf den dritten Band dieser Trilogie freue. Dort werden hoffentlich weitere aufgekommene Fragen nach dieser Laune der Natur beantwortet. Denn bisher scheint jeder verwandtschaftliche Zusammenhang zwischen David und Philippe ausgeschlossen. 

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Tags: barcelona, doppelgänger, dreiecksgeschichte, familienerzählung   (4)
 

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doppelgänger, paris, doppelgänge, essen und trinken, familie

Erinnerungen an Philippe

Jürgen Vogel
Flexibler Einband: 116 Seiten
Erschienen bei tredition, 19.02.2016
ISBN 9783734512827
Genre: Romane

Rezension:

Silvias Mann wurde in Paris erschossen. Nun muss sie zur Polizei um den Täter zu identifizieren. Der Doppelgänger ihres Mannes begleitet sie auf diesem schweren Weg.

In einer etwas distanzierten Schreibweise erzählt der Autor ohne viel wörtliche Rede von Erinnerungen an den Ermordeten. Leider kamen bei mir als Leserin kaum Gefühle auf. Ich beobachtete relativ emotionslos von außen, was hier geschieht. Auch Paris bleibt im Nebel. Statt eines Bildes von der Stadt entstand in meinem Kopf nur ein Stadtplan mit diversen Straßennamen, Kirchen und einer Menge (guter und weniger guter) Lokale. Alles erinnerte mich an Einträge in ein Tagebuch.

Obwohl mich der Schreibstil wenig ansprach, entwickelte die Erzählung einen eigenartiger Sog. Ich wollte mehr wissen. Was war zwischen Barcelona und Paris geschehen? Wie hatten sich Silvia und David kennengelernt? Darauf erhielt ich in diesem Band keine Antwort. Denn ich hatte dummer Weise mit dem falschen Teil der Erzählung begonnen. Die Antworten auf meine Fragen stehen im ersten Band: „Der andere Ich“. Daher rate ich jedem Leser, mit diesem zu beginnen. 

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Tags: doppelgänger, essen und trinken, freundschaft, kerzenanzünden, paris   (5)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

erfahrungen mit geflüchteten, flüchtlinge, flüchtlingsarbeit, religion, glaube

Aufstehen für ein neues Wir!

Burkhard Hose
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei adeo, 11.10.2016
ISBN 9783863341244
Genre: Sachbücher

Rezension:

Überall wird von Flüchtlingskrise gesprochen, doch laut Burkhard Hose geht es eher um eine Humanitätskrise oder Wertekrise. Er plädiert dafür, Geflüchtete als einzelne Menschen mit Namen, Gesichtern und individuellen Geschichten wahrzunehmen und spricht dabei jedem aus dem Herzen, der Flüchtlingen hilft, das Ankommen in der Fremde zu erleichtern. Der Autor bemüht sich, diverse Vorurteile und Fehlinformationen über die Herkunftsländer auszuräumen und erzählt viel über seine persönlichen Erfahrungen bei Demonstrationen und im Zusammensein mit Menschen, die ihre Heimat verlassen haben. Leider schießt er in seinem Idealismus an manchen Stellen etwas über das Ziel hinaus und arbeitet so den Gegnern des Fremdenzuzugs in die Hand. Was ihm aber gut gelingt: den Leser darauf aufmerksam zu machen, dass ein Straftäter nicht alle seine Landsleute ebenfalls zu Straftätern macht. Denn: Alle über einen Kamm scheren ist ungerecht.

Als Studentenpfarrer der katholischen Hochschulgemeinde setzt er sich natürlich auch mit dem Glauben auseinander. Er gesteht, dass ihn die Begegnung mit Muslimen herausfordert, sich mit seinem eigenen Glauben zu beschäftigen. „Das ist für mich letztlich auch unter einer missionarischen Kirche zu verstehen: Nicht der Anspruch, vermeintlich die einzig wahre Religion zu sein, wird universalisiert, sondern die Liebe. Sie wird über die Grenzen der eigenen Religion und erst recht der eigenen Nation hinaus universal gelebt.“ (Seite 111)

Der Autor erhofft sich ein neues Wirgefühl, das für ihn unabhängig von Volkszugehörigkeit, Nationalität und Religion ist. Ausgehend von eigenen Erfahrungen mit geflüchteten Menschen glaubt er daran, dass dieses neue Wir Wirklichkeit werden kann. „Es ist ein Wir aus in Deutschland geborenen und aus Geflüchteten und Zuwanderern.“ (Seite 126) 

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Tags: erfahrungen mit geflüchteten, flüchtling, glaube   (3)
 

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flüchtlingsfrage, silvesternacht, integration, köln, deutschland

Deutschsein für Anfänger

Emitis Pohl
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Fontis – Brunnen Basel, 30.09.2016
ISBN 9783038481041
Genre: Biografien

Rezension:

Wer weiß besser, was Integration bedeutet, als eine in Deutschland lebende Iranerin? Emitis hat als 13jährige ihr Elternhaus verlassen, weil sie nach Ruhollah Chomeinis Machtübernahme nicht mehr in der zuvor gewohnten Freiheit aufwachsen konnte. Allein kam sie zu ihrer bereits hier lebenden Oma nach Hamburg, ging zur Schule und studierte. In einer Mischung aus Autobiografie und Meinungsbuch bezieht sie klar Stellung für Integration. Der Wille dazu muss von denjenigen ausgehen, die nach Deutschland kommen.

„Warum tun wir uns so schwer, unsere Regeln bei denen einzufordern, die sie offenbar noch nicht kennen oder nicht kennen wollen? Wir haben das Hausrecht, wir sind die Gastgeber“ (Seite 131).

Ohne die Schwierigkeiten zu negieren, die auf die Menschen warten, die als Fremde in unser Land kommen, stellt sie gerechtfertigte Forderungen. „ ... wünscht sich die Möglichkeit, einfaches Alltagsdeutsch zu lernen, nicht die ganz große Literatur mit Akkusativ, Dativ und Genitiv. Das sollten wir mal überdenken“ (Seite 131) Nicht allein die Sprachkurse macht die Autorin zum Thema, sondern auch bürokratische Hürden: „Wir können uns nicht einerseits beschweren, dass die Flüchtlinge uns auf der Tasche liegen und den ganzen Tag nichts tun, gleichzeitig aber gesetzliche Hürden aufbauen, die ihnen die Arbeit unmöglich machen“. Statt das Selbstwertgefühl der Eingewanderten zu untergraben, plädiert sie dafür ihnen zu ermöglichen, sich selbst zu erhalten. Auch sie habe während ihrer Schul- und Ausbildungszeit durch diverse Aushilfsjobs die Lebensgrundlage aufgebessert, die ihr die Eltern aus dem Iran zukommen ließen. „Harte Arbeit und Zielstrebigkeit sind nötig, wenn man es schaffen will. Das ist es, was ich nicht nur meinen Töchtern, sondern auch den Flüchtlingen gerne weitergeben würde, denn sie werden diese Einstellung brauchen. Gleichzeitig brauchen wir aber auch eine Arbeitskultur in Deutschland, die leistungswilligen Einwanderern keine Steine in den Weg legt und Eigeninitiative nicht erstickt.“ (Seite 160)

Um nicht in der Theorie zu verharren, kümmert sich Frau Pohl um einen minderjährigen Afghanen, der als einziger seiner Familie bis hierher gekommen ist. Nur mit menschlicher Nähe sei es möglich, ihm die deutsche Lebensweise nahe zu bringen. Dabei heiße Integration nicht, Wurzeln zu verleugnen, abzulegen und zu ersetzen, sondern sie mit den deutschen Werten zu füttern und aufzubessern. Auf manchen Gebieten deutscher als wir Deutschen, hat die Unternehmerin geschafft, was so manchem Einheimischen nicht gelingt. So hält sie dem Leser einen Spiegel vor, der mich als Leserin hin und wieder peinlich berührte. Sie sieht, was wir oft nicht sehen wollen.

Vor allem in den letzten Kapiteln nimmt Emitis Pohl kein Blatt vor den Mund. Sie fordert, dass sich jeder an die Regeln des Zusammenlebens halten muss – und wenn nicht, das Land zu verlassen hat. „Integration ist dann erst gelungen, wenn Willkommenskultur nicht nur bedeutet, dass wir auf die Fremden zugehen, sondern sie auch auf uns zu Schritte tun“ (Seite 249)

Mich hat nicht nur die frische, deutliche Schreibstil angesprochen, sondern auch die Aussage. Nach dieser gut zu lesenden Lektüre bleibt mir gar nichts anderes übrig, als das Buch mit fünf Sternen zu bewerten. 

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Tags: flüchtlingskrise, integration, leben in deutschland, menschenwürde, politik   (5)
 

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erbe, görlitz, jack the ripper, london, testament

Jack the Ripper und der Erbe in Görlitz

Katrin Lachmann
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 15.12.2016
ISBN 9783958130708
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein gelungener Einstieg macht von Anfang an neugierig auf diesen Krimi, der entgegen des Titels „Jack the Ripper“ gar nicht so blutig daher kommt. Natürlich fließt bei diesem Namen auch Blut, das lässt sich ja gar nicht vermeiden. Aber der spannende Handlungsverlauf kommt ohne viele „Rötungen“ aus.

Nachdem sich der Leser von der unwirklichen Szene des Beginns erholt hat, führt ihn die Autorin nach Görlitz. In dieser sympathischen, von vielen Filmteams als historische Kulisse auserkorenen Stadt kennt sie sich aus, das merkt man gleich. Liebevoll malt sie das Lokalkolorit und achtet dabei besonders auf Kleinigkeiten: „Ein Organist probte, und als er innehielt und die Orgel verklang, piepste irgendwo eine Meise, die sich offenbar in den Kircheninnenraum verirrt hatte. Ihr Zwitschern hallte genauso nach wie die Orgel selbst. Man hätte meinen können, dass sie miteinander wetteiferten.“

In Görlitz lebt der Fahrradkurier Marco Petzold. Erstaunt erfährt er, dass er nach London reisen soll, um dort ein Erbe anzutreten. Zusammen mit Carolin, der englisch steifen, in London aufgewachsenen Bürokraft seines Görlitzer Anwalts und Freundes begibt er sich auf die Reise. Die verläuft nicht ganz so unproblematisch, wie Marco sich das in seinem jugendlichen Leichtsinn ausgemalt hat …

Real befindet er sich im London der Jetztzeit, doch gedanklich driftet er immer wieder in die Zeit von Jack the Ripper ab. Das verursachen (sehr gekonnt!) begehrte Dokumente, die ihm das Leben erschweren.

Spannung, Beschreibungen und Liebe halten sich bei diesem Krimi die Waage und lassen das Buch rund wirken. Nur die Handlung auf den letzten Seiten verwirrten mich etwas.

Fazit: Wer weiß, dass Blut rot ist und nicht ständig darauf hingewiesen werden will, sondern den Grusel des unbekannten Verfolgers bevorzugt, ist bei diesem Krimi gut aufgehoben.

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Tags: erbe, görlitz, grusel, london   (4)
 

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Der BibelStarter

Hans-Werner Deppe
Geheftet
Erschienen bei Betanien, 07.09.2016
ISBN 9783945716175
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags:  
 

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tennis, vertrauen, glaube, gott, gnade

Matchball

Pablo Giacopelli
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Fontis – Brunnen Basel, 08.09.2016
ISBN 9783038480976
Genre: Sachbücher

Rezension:

Pablo Giacopelli wurde zum Siegen erzogen. Als Tennistrainer ist Tennisspielen das, was er als erstes vor Augen hat. Dabei fiel ihm auf, dass es keinen Sinn macht, wenn sich ein Spieler zu sehr am Schläger und dem erhofften Sieg fest klammert. Stattdessen hat er erkannt, dass ein lockerer Griff mehr Möglichkeiten bietet.

Doch in diesem Buch geht es nicht nur ums Tennisspiel. Das dient lediglich der näheren Erklärung, was der Autor unter „locker festhalten“ versteht: Nicht alles zu kontrollieren, sondern Vertrauen zu haben. Der Argentinier Pablo Giacopelli erzählt in diesem Buch, wie er im Glauben und im Leben lernte, loszulassen und sich ganz auf den Moment zu konzentrieren. Er erkannte, dass es in manchen Augenblicken sinnvoll ist, den Kopf auszuschalten und den Emotionen zu vertrauen, weil dadurch Energien freiwerden können.

Denk nicht so viel darüber nach, was passiert; genieße jeden Moment und vertraue darauf, dass das, was du tust, gut genug sein wird. Und dann lass die Dinge laufen, wie sie wollen.“ (Seite 188)

Der Mann, der in der ganzen Welt unterwegs war, gibt in diesem Buch viele Tränen zu: Tränen der Dankbarkeit, des Abschieds und der Erkenntnis. So gelang es ihm nicht nur, andere ohne Druck zu Höchstleistungen zu bringen, sondern auch, seine Beziehung zu seinem Vater aufzuarbeiten: „Niemand kann etwas geben, was er nicht hat, und das gilt auch für unsere Eltern.“ (Seite 199)

Dieses mehrschichtige Buch bringt es uns Leser dazu, eigene Schwachstellen näher anzuschauen und darüber nachzudenken, wie wir sie überwinden können ... 

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Tags: gott, siege, tennis, vertrauen, weltenbummler   (5)
 

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predigt, glaube, bibel, denkanstößte, icf

Esther

Leo Bigger
Buch: 160 Seiten
Erschienen bei Fontis – Brunnen Basel, 01.09.2016
ISBN 9783038480990
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dies war mein erstes Buch mit multimedialer Erweiterung. Entsprechend neugierig holte ich mir die App aufs Smartphone und bereute es nicht, so den Autor und seine Arbeit näher kennen zu lernen. Ein Interview, ein paar Comicszenen, zahlreiche Konzertausschnitte sowie viele ganzseitige Grafiken unterbrachen die Lektüre angenehm und halfen, das Gelesene zu verarbeiten.

In acht ansprechenden, teilweise recht humorvollen Kapiteln übersetzt Leo Bigger das Buch Esther aus dem Alten Testament in die heutige Sprache. Er erläutert, wie kleine Dinge ineinander spielen um Großes hervorzubringen. An manchen Stellen kam es mir vor, als sei der Autor Tausendundeiner Nacht entsprungen. Seine lebensnahen Worte rührten mich an und brachten mich zum Nachdenken (öfters auch zum Lachen). Einer seiner Leitsätze lautet: „Ich habe mich dafür entschieden, niemals als Miesepeter aus dem Haus zu gehen. Mit einer schlechten Laune schließen sich die Türen automatisch vor dir. Meiner Seele sag ich dann: Dir mag es heute gehen, wie es will, aber ich lasse mich durch meinen Geist bestimmen.“

Bigger, der dieses Buch zusammen mit einer Predigtreihe über das Buch Esther entwickelte, ermutigt seine Leser, sich selbst etwas zuzutrauen; selbst etwas zu bewerkstelligen. Er ist überzeugt, dass jeder ein Talent besitzt, das er nur entdecken muss. Das faszinierende daran ist die Begeisterung, mit der der Autor seine Thesen an den Leser bringt. Das bekräftigt der Eindruck, dass der Mann seine Berufung gefunden hat.

Bisher war mir Leo Bigger kein Begriff. Nun erfuhr ich, dass er innerhalb der letzten 20 Jahre aus der ICF Zürich die sehr gut besuchte „Kirche am Puls der Zeit“ geschaffen hat, wo Menschen Jesus begegnen und ein Zuhause finden können. ICF Zürich ist Teil einer überkonfessionellen Freikirche auf biblischer Grundlage, die aus dem Traum entstanden ist, Kirche für die Menschen wieder dynamisch und zeitgemäß zu gestalten.

Wie lebensnah der Autor trotz seines Erfolges geblieben ist, zeigt seine Aussage auf Seite 241: „Manchmal wünschte ich, Gott würde sich deutlicher zeigen, sich auf die Erde beamen, das Meer teilen oder mal in meiner Badewanne damit anfangen, einfach so zum Aufwärmen und zum Spaß. Ich würde so gerne sein Handeln einmal aus erster Hand erleben und müsste nicht so oft entmutigt sein, weil ich mein Leben falsch einschätze.“

Für mich war dieses Buch ein außergewöhnliches Leseerlebnis, das mir zeigt, wieviele Lebensweisheiten die Bibel enthält. Ich kann es unumschränkt weiterempfehlen. 

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Tags: bibel, freikirche, humorvoll, predigt   (4)
 

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holland, maria, sophia, spekulation, deborah moggach

Tulpenfieber

Deborah Moggach , Ursula Wulfekamp
Flexibler Einband: 283 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.09.2016
ISBN 9783458361701
Genre: Historische Romane

Rezension:

Anfang des 17. Jahrhunderts träumten viele davon, durch Tulpenzwiebeln reich zu werden. Es wurde gezüchtet, gehandelt und gefeilscht. Wie so oft, wenn jeder vom großen Gewinn träumt, lagen Glück und Unglück nahe beieinander.

Cornelis, ein durch Tulpenzwiebeln reicher Handelsmann, wollte sich und seine junge Frau in einem Bild für die Ewigkeit festhalten. Dumm nur, dass sich Sophia und der Maler verliebten und sich heimlich trafen. So entstanden Verwicklungen über Verwicklungen ...

Der etwas abgehackte Stil der Autorin war für mich anfangs gewöhnungsbedürftig. Um die Sichtweise jedes Protagonisten zu zeigen, widmet sie jedem abwechselnd ein Kapitel. So ist es ihr gelungen, in diesem historischen Liebesroman nach und nach Spannung aufzubauen. Leider bleibt die Stadt Amsterdam im Nebel, zu wenig beschreibt sie uns den Handlungsort. Wären nicht die Spekulationen mit den Tulpenzwiebeln und das Werk des Malers Jan von Loos erwähnt, könnte diese heimlich Liebe überall und zu jeder Zeit stattgefunden haben.

Eine nette Geschichte für zwischendurch, die demnächst im Frühjahr 2017 als Film (mit Christoph Waltz) herauskommen soll. Dort wird die Stadt Amsterdam hoffentlich besser erkennbar sein. 

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Tags: 17. jahrhundert, fremdgehen, historischer roman, liebe, spekulation   (5)
 

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glaube, hoffnung, hirte, bibel, liebe

Denn du bist bei mir: Psalm 23 - eine Einladung zu vertrauen.

Sefora Nelson
Fester Einband
Erschienen bei Gerth Medien, 29.08.2016
ISBN 9783957341457
Genre: Sonstiges

Rezension:

Bevor ich dieses Buch in die Hand nahm, war mir Sefora Nelson kein Begriff. Dank dem Hinweis auf ihre Internetseite hörte ich bereits vor der Lektüre zwei ihrer Lieder, die mir Tränen in die Augen trieben, weil sie so von Hoffnung auf ein besseres Leben durchzogen waren. Ihr Sehnen, so angenommen so werden, wie sie nun mal ist, ging mir tief unter die Haut.

In ihrem Buch, das sie wohl schrieb, weil sie derzeit ihre Stimme schonen muss und nicht wusste, wo sie mit ihrem theologischen Sendungsbewusstsein hin soll, widmet sie sich dem Psalm 23 aus der Bibel. Ausführlich beschäftigt sie sich mit jeder einzelnen Zeile dieses Psalms. Ihre Art der Interpretation, die sie mit vielen eigenen Erlebnissen unterstreicht, macht Mut und hilft, auch schwere Zeiten zu durchleben. Denn wie jedes Leben, ist auch ihres nicht ohne dunkle Tage verlaufen.

Mit ihren Gedanken gewappnet, kann der interessierte Leser frisch gestärkt den Alltag aufnehmen und sehen, wie der Glaube und das damit einhergehenden Vertrauen hilft, die Hoffnung auf bessere Zeiten nicht zu verlieren. 

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Tags: bibel, glaube, hoffnung, vertrauen   (4)
 
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