Leserpreis 2018

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Die Dame in Gold

Valérie Trierweiler , Barbara Reitz , Eliane Hagedorn
Flexibler Einband: 366 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 14.09.2018
ISBN 9783746634494
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Manchmal glaubt man alles vergessen, verschüttet und von der Zeit besiegelt, doch plötzlich tauchen die Gefühle unversehrt und überwältigend wieder auf.“ (Seite 339)

Ferdinand Bloch liebte seine Frau abgöttisch. Als sie nach dem Tod ihres gemeinsamen Sohnes in Depressionen verfiel, bat er den bereits berühmt gewordenen Gustav Klimt, sie wieder aufzumuntern. Er bestellte ein Porträt seiner Frau beim Künstler. Dem gelang es tatsächlich, die tiefe Traurigkeit der jungen Adele zu mildern.

Valérie Trierweiler hat den Wiener Zeitgeist zu Beginn des 20. Jahrhunderts eingefangen. Da gab es zum einen die von reichen Sponsoren unterstützte Bohème und im Gegensatz dazu das gemeine Volk, dem die Mittel für ein angenehmes Leben fehlten. Noch hatten die Männer das Sagen, doch die Sufragetten, die das Wahlrecht auch für Frauen einforderten, waren schon im Gespräch.

In auffallend angenehmer Schriftgröße erzählt das Buch von der Zeit, als sich Ehepaare der gehobenen Gesellschaft noch Siezten. Die im Präsens geschriebenen Sätze sollen dem Leser wohl das Gefühl vermitteln, unmittelbar am Geschehen teilzunehmen. Leider fühlte ich mich über weite Strecken eher wie eine entfernte Zuschauerin, der Einzelheiten über eine Liebesaffäre erzählt werden. Vielleicht lag es an der hier beschriebenen Gesellschaftsschicht, dass es mir an vielen Stellen schwer fiel, mich mit der Protagonistin zu identifizieren. Das könnte aber auch am Schreibstil liegen, der mir sehr distanziert vorkam.

Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen, da es viele Einzelheiten aus Gustav Klimts Leben und Schaffen aufgegriffen hat und im Epilog auch über den Verbleib des berühmten Gemäldes berichtete.

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Tags: adele bloch-bauer, bekanntes gemälde, biografischer roman, gustav klimt, liebe, wien zu beginn des 20. jahrhunderts   (6)
 

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Ich muss verrückt sein, so zu lieben

Shauna Shanks
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Brunnen, 30.07.2018
ISBN 9783765509940
Genre: Sachbücher

Rezension:

Shauna Shanks erfährt kurz vor dem 10. Hochzeitstag von ihrem Mann, dass er sich trennen will. Sie fällt aus allen Wolken und wendet sich in ihrer Not an Gott. Statt aufzugeben beginnt sie mit Gottes Hilfe um den Vater ihrer drei kleinen Söhne und die Ehe zu kämpfen.

Dachte ich zu Beginn des Buches noch, dass es eine Lektüre für verfahrene Ehesituationen ist, wurde ich nach und nach eines Besseren belehrt. Es ist die Geschichte einer Frau, deren Beziehung zu Gott immer stärker wird. Deshalb würde ich es als ein Buch für verfahrene Lebenssituationen bezeichnen, nicht als Eheratgeber.

Die Autorin zitiert viele unterschiedliche Bibelstellen, die für sie zur Lebenshilfe wurden. Sie beschreibt den Halt, den sie durch ihren Glauben bekommt. Ihre Liebe zum Schöpfer zeigt ihr den Weg, schwere Tage und Wochen zu überstehen. Sie ist überzeugt davon, dass ER uns Leid schickt, damit wir seine Nähe suchen.

Da das Buch ganz anders war, als ich es mir vorgestellt habe, hielt die anfängliche Begeisterung über den sehr persönlichen Schreibstil nicht an. Etwa ab der Hälfte ließ mein Interesse an Shauna Shanks Geschichte nach. Ihre Art zu erzählen war nicht chronologisch, was meinen Lesefluss behinderte. Sicher trat immer noch ihre Begeisterung über ihre Gottesbegegnung hervor, doch sie war teilweise so „abgehoben“, dass ich nicht mehr richtig folgen konnte.

Nach der Lektüre fiel mir die Aussagekraft des Covers auf. Shauna Shanks steht allein vor einer rosaroten Wand und strahlt. Aber nicht, weil ihre Ehe wieder funktioniert, sondern weil sie eine liebevolle Beziehung zu Gott gefunden hat. Wahrscheinlich deshalb ist das „SO“ hervorgehoben.

Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen und dabei deutlich gemerkt, wie es polarisiert. Ich glaube, dass sich amerikanische und deutsche Verhältnisse nicht so einfach vergleichen lassen, obwohl wir alle Menschen sind. Die Kulturen und die Art Glauben zu leben sind unterschiedlicher, als es uns im ersten Moment klar ist.

Aber eines kann ich diesem Buch nicht absprechen: Es hat mich angeregt, über meinen eigenen Glauben nachzudenken. 

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Tags: amerika, bibel, eheprobleme, glaube an gott, liebe   (5)
 

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Dunkelgrün fast schwarz

Mareike Fallwickl
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Frankfurter Verlagsanstalt, 05.03.2018
ISBN 9783627002480
Genre: Romane

Rezension:

Marie hat es mit ihren beiden Kindern auf den Berg verschlagen. Während ihr Mann Alexander noch in Wien Medizin studiert, kämpft sie im kleinen Dorf mit ihrem geringen Selbstwertgefühl und ihrer Einsamkeit. Sabrina geht es nicht viel anders, nur dass sie von Reichtum gesegnet ist. Ihr Sohn Raffael ist drei Jahre alt, als er den gleichaltrigen Moritz bei der ersten Begegnung als Freund „adoptiert“.

Nach Jahren der Funkstille, die Jungs sind inzwischen erwachsen, taucht Raffael plötzlich und unerwartet bei Moritz auf und nistet sich in dessen Wohnung ein. Als Leser erspürt man die gespaltene Atmosphäre und fragt sich, was die besten Freunde vor 16 Jahren getrennt hat.

Die Autorin schreibt aus drei verschiedenen Perspektiven. Einmal erzählt Marie aus ihrer Sicht, dann begleiten wir Moritz in seine Welt und lernen Johanna kennen, die mit 17 Jahren auf die beiden Freunde trifft. Mareike Fallwickl versteht es, durch den Perspektivwechsel Spannung aufzubauen. Wir werden in die Familien eingeführt und mit den völlig unterschiedlichen Charakteren bekannt gemacht. Moritz ist der Weiche, der die Menschen als Farben wahrnimmt, Raffael der Mächtige, der es mühelos schafft, anderen seinen Willen aufzuzwängen.

Mich hat der Schreibstil des Debütromans schnell gefangen genommen. Dieser Blick in menschliche Abgründe ließ mich erschauern, die Abhängigkeit und die Naivität verursachten Kopfschütteln. Der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart ließen keine Zeit für Langeweile. Beim Lesen entstand ein regelrechter Sog; es fiel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Für mich war es eines der spannendsten Bücher, die ich in diesem Jahr zur Hand genommen habe. Ich kann es trotz der etwas überzeichneten Charaktere mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

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Tags: charakterliche abgründe, debütroman 2018, farben sehen, österreich   (4)
 

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Das Mädchen, mit dem die Kinder nicht verkehren durften

Irmgard Keun
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 01.05.1988
ISBN 9783404111725
Genre: Klassiker

Rezension:  
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Mit der Faust in die Welt schlagen

Lukas Rietzschel
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 07.09.2018
ISBN 9783550050664
Genre: Romane

Rezension:

Lukas Rietzschel, geboren 1994 in einem kleinen Ort in Ostsachsen, entführt seine Leser in die sächsische Provinz. Dort wachsen die Brüder Philipp und Tobias auf. Die Eltern bauen im Jahr 2000 gerade ein Haus. Da sind die Jungs fünf und neun Jahre alt. Man möchte meinen, sie sind auf dem Weg in eine gute Zukunft. Doch die Lektüre belehrt uns eines Besseren.

Viel hat sich verändert seit der Wende. Soviel, dass die Menschen damit oft überfordert sind. Die ehemaligen Fabriken sind dem Verfall preis gegeben. Arbeitsplätze sind weggefallen, Freunde in den Westen abgewandert. Jeder ist mit sich selbst beschäftigt, die Kinder laufen so nebenbei mit. Keiner – nicht einmal die Lehrer – beantworten deren Fragen. Alles, was sie im Fernsehen oder am Rand ihres Alltags mitbekommen, bleibt unreflektiert.

Lukas Rietzschel ist ein guter Beobachter. In schnörkelloser Sprache zeigt er die Entwicklung zum ausländerhassenden Neonazi. Statt zu werten, beschreibt er die Trostlosigkeit des Umfelds und die unterschwellig brodelnde Gewalt. Es gelingt ihm, mich unmittelbar in das Geschehen hineinzuziehen. Voller Entsetzen schaue ich zu und kann nicht eingreifen. Das Buch wühlt mich auf, lässt mich nicht mehr los. Ich sehe den guten Kern in den Jungs und frage mich, warum der von niemandem gefördert wird. Dabei ist es doch wichtig, in der Jugend beachtet zu werden! Schlimm, wenn das nur geschieht, indem man über die Stränge schlägt!

Das Buch wirft viele Fragen auf. Antworten findet der Leser darin keine.Schlussfolgerungen muss man selbst ziehen. Oder man diskutiert mit anderen darüber. Vielleicht war das das Anliegen des Autors?

Auch Tage nach dem Lesen beschäftigt mich das Buch. Ich denke, es wäre eine gelungene Schullektüre, denn es bietet mehr als genug Diskussionsstoff. 

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Tags: nachwendezeit, neonazi, ostsachsen, schwierige jugend   (4)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Verbrechen

Ferdinand von Schirach , Burghart Klaußner
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio Editionen, 19.09.2011
ISBN 9783837108767
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Entsetzen

Karin Slaughter , Nina Petri
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio Editionen, 19.09.2011
ISBN 9783837108835
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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Berührung

Bruno Müller-Oerlinghausen , Gabriele Mariell Kiebgis
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Leben, 21.09.2018
ISBN 9783963660061
Genre: Sachbücher

Rezension:

Manchmal stoße ich auf Bücher, die ich unbedingt haben muss, weil der Titel so viel verspricht. „Berührung“ gehört in diese Kategorie. Die Leseprobe sprach mich sehr an, doch der Inhalt des Buches konnte das anfängliche Versprechen einer interessanten Lektüre nicht halten.

Die Autoren haben ihr Werk in neun große Kapitel mit unzähligen Unterkapiteln aufgeteilt. Sie erläutern darin, wie wichtig berührt werden und berühren für das Wohlbefinden des Menschen sind. Schließlich ist die Haut unser größtes Sinnesorgan. Sie wiegt bei einem Erwachsenen ca. fünf Kilogramm und bedeckt fast zwei Quadratmeter Fläche. Während man mit Ohropax den Gehörsinn und indem man die Augen schließt, den Gesichtssinn ausschalten kann, ist das beim Tastsinn nicht möglich. So weit so gut …

Viel Raum schenken die Autoren unterschiedlichen Massagetechniken, von denen ich bei weitem nicht alle kannte. Dass es möglich ist, mit Körperkontakt Depressionen zu Leibe zu rücken, ist durchaus nachvollziehbar. Die Autoren nennen das „heilsame Berührung“.

Zahlreiche Übungsbeispiele bereichern den umfangreichen Praxisteil, der von einfachen Achtsamkeitsübungen bis zu sinnlich-erotischen Berührungen reicht. Zum Abschluss werden unterschiedliche Kulturen und Zeiten unter Lupe genommen und deren Unterschiede beleuchtet.

Alles in allem ein Sachbuch, das man lesen kann – aber nicht muss.

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Tags: achtsamkeit, hautgefühl, massagen, massagetechniken   (4)
 

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Die andere Seite des Schmerzes

Ruth Eder
Fester Einband: 356 Seiten
Erschienen bei Edition Noack & Block, 10.08.2018
ISBN 9783868130645
Genre: Romane

Rezension:

1968 – Aufbruchstimmung. Wer von den älteren Semestern erinnert sich nicht gern an seine Jugend, die damalige Mode und die Träume vom Leben? Ruth Eder hat mit diesem Buch Erinnerungen geweckt.

Die Münchner Autorin nimmt ihre Leser mit in die vergangene Zeit, als noch viele Amerikaner in München und über ganz (West)Deutschland verteilt stationiert waren. Prompt verliebt sich ihre Protagonistin Judith in einen von ihnen und ist schon nach kurzer Zeit verheiratet. Denn ihr Liebster hat sich als Hubschrauberpilot nach Vietnam gemeldet. Was anfangs wie ein schöner Traum aussieht, entpuppt sich im Laufe der Zeit als Alptraum: Don kehrt als psychischer Krüppel aus dem Krieg zurück. Ein Glück, dass die selbstbewusste Judith lernt, ihren eigenen Weg zu gehen …

Die Autorin lässt den Leser nicht nur von außen zuschauen, sondern gibt ihm auch Einblick in das Innenleben der Handelnden. So entsteht ein Tauziehen zwischen Liebe und Abstoßung, zwischen Nähe und Entfremdung. Es wird deutlich, was Kriege mit den Überlebenden machen und wie sich „starke Männer“ gegen Hilfe wehren. Der emanzipierten Judith bleibt gar nichts anderes übrig, als ihren Weg mehr oder weniger allein zu gehen. Unterstützung erhält sie dabei von ihrer Herkunftsfamilie, denn die durchaus ansehnlich geschilderte Familie von Don entpuppt sich als eine Ansammlung von mehr oder weniger Gestrandeten.

Mir hat das Buch gut gefallen, da es Aspekte des Lebens anspricht, an die man als junger, unbedarfter Mensch gar nicht denkt. Es ist ein Entwicklungsroman, den ich uneingeschränkt weiter empfehlen kann. 

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Tags: 68er-generation, entwicklungsroman, liebe, vietnamkrieg   (4)
 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

Alles, nur nicht Emma!

Carmen Mayer
E-Buch Text: 130 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 28.11.2016
ISBN 9783958130975
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dies ist der erste Teil einer Trilogie über drei Freundinnen im besten Alter. Sophie, Elsie und Johanna treffen sich regelmäßig zum Kaffeeklatsch. Sie sind sehr unterschiedlich, doch verstehen sich gut. In diesem Ebook spielt Sophie die Hauptrolle. Sie ist entsetzt, dass ihre ungeborene Enkeltochter Emma heißen soll. Noch bevor sie sich so richtig auf die Schwangerschaft ihrer Tochter stürzen kann, bekommt Sophie von ihrem Exmann Arbeit aufgehalst: Sie soll für einen Auftraggeber für dessen Familienchronik recherchieren. Anfangs geht sie etwas zurückhaltend an die Arbeit. Doch ihre sehr unterschiedlichen Freundinnen unterstützen sie bei diesem schwierigen Unternehmen.

Carmen Mayer hat ein leichtfüßiges Ebook geschrieben, das Frauen in jedem Alter ansprechen kann. Aber vor allem die Generation, die den größten Stress mit Ehe, Kindern und Arbeit schon hinter sich hat, wird sich bei dieser leichten, lockeren Unterhaltungslektüre amüsieren. Sehr schön herausgearbeitet ist, dass auch getrennte Ehepartner sich zu guten Freunden entwickeln können. 

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Blaubeeren vergisst man nicht: Lebenserfahrungen einer Wienerin schlesischer Herkunft

Ina Rom
Flexibler Einband: 117 Seiten
Erschienen bei Independently published, 01.08.2018
ISBN 9781980972532
Genre: Biografien

Rezension:

Ina Rom erzählt in ihrem Debüt die Lebensgeschichte ihrer 1923 in Oberschlesien geborenen Mutter. Mit vielen Fotos illustriert, hat sie damit ein wertvolles Zeitdokument geschaffen. Als Leser erfährt man Ausschnitte aus der Kindheit und Jugend des katholischen Mädchens und ist dabei, als sie ihren Mann und den Vater der Autorin kennenlernt. Das junge Ehepaar zieht nach Wien, wo die Kinder geboren werden. Im zweiten Teil erzählt die Autorin aus ihrer Sicht von der ehrgeizigen Mutter und lässt den Leser mit ihrem sehr liebevollen Blick auf die Eltern schauen.

Für mich war es unumgänglich, Vergleiche zu ziehen, da meine Eltern auch bereits weit über 90 Jahre alt sind. Es wird deutlich, wie sich das Leben im Laufe der Jahrzehnte verändert hat; wovon unsere Eltern geprägt wurden. Dieses sehr persönliche Buch möchte ich all denen ans Herz legen, die mehr über das Leben ihrer Eltern und Großeltern erfahren wollen. Es gibt Anregungen für Gespräche mit der aussterbenden Generation, so dass noch manche Erinnerung konserviert werden kann. 

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Bäm!

Frauke Teichen , Tobias Teichen
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei SCM R. Brockhaus, 15.08.2018
ISBN 9783417268577
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wer kennt es nicht: Man hat die besten Absichten mit anderen gut auszukommen und trotzdem kracht es immer wieder. Statt aufzugeben und mit anderen Menschen neu zu beginnen, gibt es auch die Möglichkeit, Konflikte auszutragen – ohne große Streitereien. Wie das geht, beschreiben Tobias und Frauke Teichen in diesem Buch.

Schon das Cover zeigt, dass in einer Beziehung beide das Lenkrad in der Hand halten (können). Doch was geschieht, wenn jeder in eine andere Richtung lenkt? Dann fährt die Karre nicht weiter. Statt sie stehen zu lassen und eine neue anzuschaffen, ist es sinnvoll, sich zu einigen, wohin man fahren will. Dazu gehört, sich über Argumente auszutauschen.

Das Pastorenehepaar beschreibt mit vielen persönlichen Beispielen, wie sie ihre Ehe „am laufen“ halten. Sie sprechen ihre unterschiedliche Einstellung an und erzählen, wie sie mit Gottes Hilfe unvermeidbare Konflikte überwinden. Dabei wird deutlich, dass ihre Strategien nicht nur den Ehealltag erleichtern können, sondern auch für Freundschaften und sonstige Beziehungen gelten.

Drei Übungskomplexe („Die Wahrheit in Liebe sagen“, „Vergebung“ und „Die Kommunikation“) bereichern den zweiten Teil des Buches. Sicher wird nichts wirklich Neues erwähnt, aber sich bewusst zu machen, was Beziehungen erschwert, schadet sicher niemandem.

Die weiterführende Literatur, auf die durch viele Fußnoten hingewiesen wird, fand ich ausgesprochen interessant. Und auch wenn mich die Cartoons nicht wirklich ansprachen, brachte mich so manche Aussage zum Schmunzeln.

Gerne empfehle ich das Buch denjenigen, die sich nach harmonischen Beziehungen sehnen und immer wieder frustriert feststellen, dass Konflikte unvermeidbar sind. 

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Summer

Monica Sabolo , Christian Kolb
Fester Einband: 253 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 13.08.2018
ISBN 9783458177654
Genre: Romane

Rezension:

Benjamin war 14, als Summer, seine 19jährige Schwester, spurlos verschwand. Inzwischen ist er 38 und durchlebt einen tiefen Absturz. Er kann nicht mehr arbeiten und beginnt eine Therapie. Das ist nicht seine erste, doch es geht ihm so schlecht, dass er dieses Mal dran bleibt – bis zum bitteren Ende. 250 Seiten benötigt Monica Sabolo, um das ganze Drama seines Lebens zu erzählen. Diffuse Rückblicke in Bens Kindheit schicken den Leser auf verwirrende Spuren.

Er habe seine Kindheit in einem „Papierschloss“ verbracht, erzählt Benjamin seinem Therapeuten: „Aber niemand, absolut niemand kannte meine wahre Natur, nicht einmal meine Eltern, die immer einen Tennis-Champion aus mir machen wollten (und einfach nicht zur Einsicht kamen, dass ich nie einer werden würde) und sich (vergeblich) mühten, mich (den Legastheniker, der ein T nicht von einem D unterscheiden konnte) genauso zu lieben wie Summer, die Klassenbeste, der aller Herzen zuflogen.“ (Seite 59)

Als Leser taucht man ein in ein geselliges Leben am Genfer See ein, doch entdeckt schnell, dass der Schein größer ist als das Sein. So gibt es nach Summers Verschwinden keine Freunde und Gäste mehr. Und der verstörte Benjamin zieht sich immer stärker in seine eigene Welt zurück, in der er angeblich nicht mehr an seine Schwester denkt.

Mich hat dieser Roman sehr angesprochen. Ich fand die langsame Entwicklung mit den vielen Rückblicken und den diffusen Bildern äußerst spannend. Da konnte ich leicht über die teilweise verschachtelten Sätze hinwegsehen. 

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Tags: familiendrama, genfer see, geschwisterliebe, missbrauch, verschwundene person   (5)
 

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161 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 102 Rezensionen

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Ein unvergänglicher Sommer

Isabel Allende , Svenja Becker
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 13.08.2018
ISBN 9783518428306
Genre: Romane

Rezension:

„Wer Hilfe braucht, den fragt man nicht, wer er ist und woher er kommt. Im Unglück sind wir alle gleich“ (Seite 86)

Das Buch beginnt mitten im eiskalten, schneereichen Winter. Frierend sitzt Lucia in ihrer Souterrain-Wohnung in Brooklyn. Eigentlich dachte sie, gut mit Richard, ihrem Vermieter auskommen zu können, doch der zeigt wenig Interesse am gemeinsamen Tun. Bis er auf eisglatter Straße einen Unfall baut und Evelyn, die aus Guatemala stammende Unfallgegnerin, plötzlich mit einer Leiche im Kofferraum vor seiner Tür steht.

Isabel Allende erzählt in ihrem neuesten Roman die Geschichte dieser drei sehr unterschiedlichen Menschen, die auf einem Roadtrip zusammenwachsen. Sie hat auf gekonnte Art drei bewegte Vergangenheiten mit der aktuellen Flüchtlingssituation in den USA verwoben. Dabei erschüttern die einzelnen Schicksale, die ohne die teilweise humorvolle Verbindung in der Gegenwart kaum auszuhalten wären.

Obwohl ich vom Schreibstil der Autorin begeistert bin, möchte ich nicht die volle Punktzahl vergeben, da die Gegenwartsgeschichte, in der die drei eine Leiche verschwinden lassen, sehr konstruiert wirkt. 

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Tags: chile, flüchtlingsschiksale, guatemala, roadtrip, usa, winter   (6)
 

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Europareise

Diverse , Richard Barenberg , Oliver Rohrbeck , David Nathan
Audio CD
Erschienen bei Audiobuch, 31.07.2018
ISBN 9783958620483
Genre: Sonstiges

Rezension:

Acht unterschiedliche Sprecher lesen 15 Reiseberichte aus alten Zeiten. Da reiste man noch zu Fuß oder in der Postkutsche und hatte Zeit, die Umgebung und die Menschen näher zu betrachten. Gerade diese Langsamkeit und das genaue Hinsehen machen den besonderen Reiz der Erzählungen aus. Egal, ob wir mit Pausanias (ca. 115 – ca. 180 n.Chr.) über Athens Burgberg gehen oder mit Washington Irving (1783 – 1850) die Alhambra besuchen, erkennen wir, dass Menschen schon immer nach den Schönheiten anderer Länder Ausschau hielten.

Während die einen, wie zum Beispiel Fridtjof Nansen (1861 – 1930), per Pedes unterwegs waren, vertrauten sich andere, wie Charles Dickens (1812 – 1870) mit seiner großen Familie lieber der Pferdekutsche an. Franz Grillparzer (1791 – 1872) erlitt auf seiner Schiffsreise von Wien bis ans schwarze Meer schreckliche Qualen und Artur Fürst (1880 – 1926) erzählt von der Gefährlichkeit einer Reise mit der Eisenbahn.

Alle Berichte hier zu erwähnen ginge zu weit, doch möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass es auch Zeitgenossen wie Heinrich Heine (1797 – 1856) gab, die sich mehr mit den Menschen und ihren Eigenheiten auseinandersetzten und weniger die Fortbewegung an sich thematisierten.

Mich hat dieses Hörbuch so begeistert, dass ich sicherlich noch oft hineinhören werde. Die unterschiedlichen Längen der Erzählungen lassen auch mal kurze Verschnaufpausen im Alltag zu und die Unterschiedlichkeit der Geschichten und der Sprecher sorgen dafür, dass auch längere Sitzungen nicht eintönig werden. 

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Tags: island, matterhorn, norwegenkrimi, ostsee, polen, russland, schiffsreise von wien ans schwarze meer, wien   (8)
 

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Der Tag X

Titus Müller
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Blessing, 27.02.2017
ISBN 9783896675040
Genre: Romane

Rezension:  
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60 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 53 Rezensionen

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In Schönheit sterben

Stefan Ulrich
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.08.2018
ISBN 9783548290485
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Journalistin Giada Bianchi schreibt für den „Mercurio“, ein Blatt, das Cesare Colasanti gehört. Als der Bruder des Mäzens ermordet aufgefunden wird, soll Giada herausfinden, welches wertvolle Kunstwerk bei ihm gestohlen wurde. Hilfesuchend wendet sie sich an Robert Lichtenwald, einen Münchner Rechtsanwalt, der sich in der toskanischen Maremma niedergelassen hat.

Das Buch begann mit einem spannenden Prolog. Doch die Spannung flachte schnell ab. Als Leserin lernte ich die Gegend um Rom kennen, ebenso wie den Landsitz des Rechtsanwaltes. Ich erfuhr, dass Giadas Sohn vor einem Jahr von einem Serienmörder entführt worden war und Robert ihr in dieser schweren Zeit zur Seite gestanden war. Neben dem Liebesgeplänkel der beiden wurde deutlich, dass sich der Autor in der beschriebenen Gegend gut auskennt. Doch als Nicht-Kennerin ließen mich die vielen Ortsangaben und die italienischen Worte seltsam kalt. Die Augusthitze in Rom und der Umgebung ließen eher Urlaubsgefühle erahnen, als die von einem Krimi erhoffte aufgeladene Stimmung.

Erst die letzten der insgesamt 33 Kapitel auf 300 Seiten nahmen mich gefangen. Da geschah dann tatsächlich etwas! Doch insgesamt hatte ich mir mehr erwartet, weshalb meine Bewertung entsprechend ausfällt. 

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Tags: heiße sommertage, maremma, mord, rom, schönheitswahn   (5)
 

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Die Kunst der Begleitung: Was die Gesellschaft von der ehrenamtlichen Hospizarbeit wissen sollte

Patrick Schuchter , Michaela Fink , Reimer Gronemeyer , Andreas Heller
Flexibler Einband: 168 Seiten
Erschienen bei hospizverlag, 12.07.2018
ISBN 9783946527237
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dieses Buch entstand aus einem Forschungsprojekt über ehrenamtliche Arbeit, in der Menschen Sterbenden verschwenderisch ihre Zeit zur Verfügung stellen, ohne dafür Geld zu verlangen. Denn sie verfügen im Gegensatz zu vielen Hauptamtlichen über die Möglichkeit, sich zweckfrei und absichtslos auf die Lebenssituation derjenigen einzustellen, die aus Gesundheits- oder Altersgründen am Ende ihres Lebens stehen. In ihrer Tätigkeit sind sie nicht für die körperliche Versorgung zuständig, sondern für den Seelenschmerz, der Sterbende quält. Oft sind es ältere Frauen, „die eine Fülle drastischer, dramatischer und erfahrungreicher Geschichten über Sterben und Trauer zu erzählen haben.“ (Seite 9)

Die Berichte der Ehrenamtlichen zeugen von einer bemerkenswerten Sensibilität und einer großen Fähigkeit sich auf die unterschiedlichsten Situationen einzulassen. Natürlich kommt auch Hilflosigkeit zur Sprache, wenn es beispielsweise nicht gelingt, einen Zugang zum Sterbenden zu finden. Auch Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Begleitern werden thematisiert.

Insgesamt ein Buch, das zeigt, wie Ehrenamtliche, die in der privaten Umgebung und in Pflegeheimen häufig gestresste Angehörige und Hauptamtliche unterstützen und durch ihr Dasein dem Ende des Lebens einen Teil des Schreckens nehmen.

Ich wünsche diesem interessanten, gut lesbaren Buch, dass es viele Menschen in die Hand nehmen und lesen, damit sich noch mehr Menschen dafür erwärmen, anderen das Lebensende etwas menschlicher zu gestalten.

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Tags: ehrenamt, hozpizhelfer, sterben   (3)
 

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Weit weg von Verona

Jane Gardam , Isabel Bogdan , Vanessa Loibl
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 01.08.2018
ISBN 9783844918915
Genre: Romane

Rezension:

Nein, mit Verona hat dieses Hörbuch wirklich nichts zu tun. Es spielt in einem kleinen Badeort an der Nordostküste England zu Zeiten des 2. Weltkrieges. Die Kinder gehen mit Gasmasken bewaffnet zur Schule. Ansonsten sind sie ganz normale Kinder, mit einer Menge Flausen im Kopf.

Jessica, die Hauptperson, die von sich selbst erzählt, ist sehr wahrheitsliebend. So erfährt man als Hörer detailgetreu von ihren Ideen, die nicht unbedingt das sind, was die Erwachsenen von ihr erwarten. Unüberlegt bringt sie sich immer wieder in verquere bis gefährliche Situationen. Als Pubertierende kämpft sie mit dem Gefühl, von anderen abgelehnt zu werden. Trotzdem hält sie an ihrer eigenen Einstellung zum Leben fest und lässt sich nicht verbiegen.

Vanessa Loibl liest dieses Buch mit einer Jungmädchenstimme ein, die sehr gut zu Jessika passt. In meinen Augen gelingt es ihr vorzüglich, den Humor der jeweiligen Situation einzufangen. So wurde mein Schmunzeln des öfteren von einem lauten Auflachen abgelöst. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass diverse Erzählungen mitten im Geschehen abgebrochen wurden. Doch die fehlenden Details wurden später noch einmal aufgenommen und zu Ende erzählt.

Für mich war dies das erste Werk aus Jane Gardams Feder, aber sicherlich nicht das letzte. 

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Tags: 2. weltkrieg, england, jugenderlebnisse, schriftsteller   (4)
 

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Das rote Adressbuch

Sofia Lundberg , Kerstin Schöps
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442314997
Genre: Romane

Rezension:

Doris blickt mit ihren 96 Jahren auf ein langes Leben zurück. Leicht war es nicht, schließlich musste sie schon mit 13 Mutter und Schwester verlassen. Dafür wurde sie früh selbständig.

Als ihr Vater noch lebte, schenkte er ihr ein Adressbuch, das sie immer in Ehren hielt. Jetzt, kurz vor ihrem absehbaren Tod, erzählt sie der einzig übrig gebliebenen Verwandten, der Enkelin ihrer Schwester, wer die Menschen waren, hinter deren Namen nun „tot“ steht.

„Der Mensch will immer so alt wie möglich werden, aber wissen Sie was, es ist überhaupt nicht schön, die Letzte zu sein“, beklagt sich Doris auf Seite 69 bei einer ihrer Pflegerinnen, die sie täglich besuchen, weil Jenny in Amerika lebt und sie selbst in Schweden. Die Autorin nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es um Probleme des Alters geht. Diese Deutlichkeit ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen. Aber auch, dass alt nicht gleich unflexibel bedeutet, denn Doris kann mit dem Computer umgehen und benutzt häufig die Internettelefonie um mit Jenny Kontakt zu halten.

Um Doris Vergangenheit und ihr heutiges Leben zu unterscheiden, wechselt die Autorin zwischen Präsens und Perfekt. Sie erzählt in kurzen Kapiteln, was das Lesen sehr vereinfacht. Dieses Buch ist ihr Debüt, deshalb mag man ihr auch verzeihen, dass sie an manchen Stellen eine überbordende Phantasie entwickelte, die den Roman fast überfrachtet. Zumindest in Doris erster Lebenshälfte, in der zweiten passiert nicht mehr viel. Ihre große Liebe Allan Smith bleibt für sie unauffindbar, obwohl sie während des 2.Weltkrieges von Amerika nach Europa zurückkehrt, wo er als Soldat eingesetzt war.

Insgesamt ist es ein nettes Buch, das nicht allzu viel vom Leser fordert, ihm dafür aber zeigt, was alte Menschen alles erlebt haben (können) und dass es sich lohnt, ihnen zuzuhören, um die Vergangenheit zu verstehen. 

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Tags: alter, erinnerungen, familienbande, liebe, modelerfahrungen   (5)
 

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Drei sind ein Dorf

Dina Nayeri , Ulrike Wasel und Klaus Timmermann
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei mareverlag, 14.08.2018
ISBN 9783866482869
Genre: Romane

Rezension:

Nilou ist als Achtjährige mit ihrer Mutter und dem Bruder aus dem Iran geflohen. Sie wuchs in Amerika auf und lebt nun mit ihrem amerikanischen Mann in Holland. Doch wirklich angekommen ist sie nie. Deshalb ist sie auch froh, in Amsterdam eine Gruppe von Landsleuten gefunden zu haben, bei denen sie sich wohlfühlt.

Ihren Vater hat sie seit der Flucht nur viermal getroffen: in Oklahoma City, in London, in Madrid und in Istanbul. Schon daran sieht man, wie heimatlos sie durch die Welt treibt. Heimatlos auch, weil ihr Vater ihr fremd geworden ist. Er ist gealtert, doch sie hat ihn noch als jungen Mann in Erinnerung. Ebenso wie er in ihr immer noch das kleine Mädchen sucht.

Das Buch ist durchzogen von Melancholie und von Nilous verzweifelter Suche nach Halt. In sich selbst hat sie keine Heimat und sie außerhalb von sich zu finden will ihr nicht gelingen. Die Autorin spricht also in diesem Buch einen sehr wichtigen Aspekt der Flüchtlingsproblematik an, in der das Beherrschen der Sprache fast nebensächlich erscheint. Es geht um die Mentalität der Heimat, die am ehesten bei Menschen aus dem gleichen Lebenskreis gefunden wird. Ganz nebenbei habe ich viele Einzelheiten aus dem Leben im Iran erfahren - wie es früher war und wie es sich in den letzten Jahrzehnten verändert hat.

Gerne empfehle ich das Buch weiter! 

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Tags: familie, flucht, heimatlosigkeit, holland, iran   (5)
 

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Ein Baum wächst in Brooklyn

Betty Smith , Eike Schönfeld
Fester Einband: 621 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 23.10.2017
ISBN 9783458177203
Genre: Klassiker

Rezension:

„An dem Tag, an dem sie merkte, dass sie lesen konnte, schwor sie sich, täglich ein Buch zu lesen, solange sie lebte.“ (Seite 211)

Betty Smith lebte von 1896 bis 1972. Ihre Großeltern waren aus Deutschland eingewandert; sie selbst wurde in Brooklyn geboren. Wer diese Hintergründe beim Lesen im Kopf hat, kommt nicht umhin, dieses Buch als autobiografisch anzusehen.

Betty Smith erzählt von Francie, einem ebenfalls in Brooklyn geborenen und dort lebenden Mädchen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Sie durchlebt eine armselige, aber glückliche Kindheit, von der viele Einzelheiten erzählt werden. Als Leser tauchte ich ein die lang zurückliegende Zeit vor über hundert Jahren, als Lehrerinnen noch nicht heiraten durften und als unzufriedene Jungfern den Kindern das Leben schwer machten. Doch Francie hatte einen ungebrochenen Lerneifer und eignete sich mit ihrer aus der Bibliothek ausgeliehenen Lektüre alles an, was sie benötigte. Nach dem viel zu frühen Tod des Vaters begann sie zu arbeiten und stieg schon mit 15 die Karriereleiter hoch.

Ebenso wie Betty Smith (die mit diesem 1943 erschienen Debütroman schnell die amerikanische Bestsellerliste anführte und für den Pulitzerpreis nominiert war) zog Francie am Ende des Buches nach Michigan, wo sie hoffte, sich an der Universität einschreiben zu können. 

Mir hat der Roman sehr gut gefallen. Er hat mich in ein längst zurückliegendes Zeitalter entführt und mich in das Familienleben von Francie mitgenommen. All ihre Wünsche und Träume wurden lebensnah erzählt, ebenso wie die Faktoren, die ihr das Leben schwer machten. Für mich ist das einer der Klassiker, den ich nicht so schnell vergessen werde. Schön, dass der Insel-Verlag ihn neu herausbrachte!

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Tags: armut, kindheit zu beginn des 20. jahrhunderts, leseratte, trunksucht   (4)
 

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Dhanyavaad Mama: Eine deutsch-indische Adoptionsbiografie

Isabel Hövels , Mike Schiffer
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Isabel Hövels Goerdelerstraße 9 48282 Rheine, 10.06.2018
ISBN 9783000599941
Genre: Sonstiges

Rezension:

Isabel Hövels ist Deutsche. Doch ihr Aussehen verrät, dass ihre leiblichen Eltern keine Europäer sind. Trotzdem sie in Deutschland zu Hause ist, drängte sie ein innerer Aufruhr, nach ihrer Herkunft zu suchen. Mit 18 begab sie sich zum ersten Mal auf die Reise nach Indien, wo ihre Eltern sie als Baby adoptiert hatten. Doch so leicht, wie sie sich die Suche nach ihrer Ursprungsfamilie vorstellte, war es nicht. Von den Kinderheimen einer Ordensgemeinschaft bekam sie voneinander abweichende Auskünfte über ihre Mutter: Einmal sollte sie schon gestorben sein, ein andermal hieß es, sie selbst sei unehelich geboren und würde ihrer Mutter nur Probleme bereiten, wenn sie weiter suchte. Doch Isabel gab nicht auf. Schließlich hatte sie mehrere Menschen an ihrer Seite, die sie mit Rat und Tat unterstützten.

Ich fand das Buch sehr interessant. Bisher wusste ich noch nicht, dass Klosterschwestern indische Kinder ohne Zustimmung der Eltern an ausländische Adoptiveltern vermittelten. Sicher hatten sie im Hinterkopf den Kindern etwas Gutes zu tun. Doch an die Seele der Kinder dachten die gottesgläubigen Frauen wohl nicht.

Isabel Hövels ist es gelungen, ihre eigene Zerissenheit sehr glaubhaft darzustellen. Sie nimmt uns in diesem Buch auf drei Reisen nach Indien mit. Allein das Kennenlernen der völlig anderen Kultur und Lebensweise fand ich beeindruckend. Mir wurden ganz neue Sichtweisen offenbart.

Für mich war diese Biografie einer deutsch-indischen Adoption sehr lesenswert. Ich empfehle das Buch nicht nur denen, die daran denken, ein Kind aus dem Ausland zu adoptieren. Auch wer mehr über Indien erfahren möchte, bereut die teilweise sehr emotionale Lektüre sicherlich nicht. 

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Morgen in Iran

Adnan Tabatabai
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Edition Körber, 17.10.2016
ISBN 9783896841797
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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Der gemalte Kuss

Elizabeth Hickey , Anke Kreutzer , Eberhard Kreutzer
Flexibler Einband: 374 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag Taschenbuch, 20.11.2006
ISBN 9783833304019
Genre: Liebesromane

Rezension:

Jahrelang hing ein Druck des gemalten Kusses von Gustav Klimt an meiner Wand. In meiner Bibliothek stehen zwei Bücher mit seinen Bildern. Vor ein paar Jahren hatte ich sogar das Glück, auf seinen Spuren durch Wien zu wandeln. Ja, ich will es nicht leugnen: Ich bin ein Fan dieses Malers! Kein Wunder also, dass ich sofort zugreifen musste, als ich dieses Buch mit dem wunderschönen Cover fand.

Elizabeth Hickey erzählt in diesem 2005 erschienenen Roman, wie Emilie Flöge zum ersten Mal auf den Maler und seinen Bruder trifft und wie sich zwischen Zeichenlehrer und -schülerin eine Beziehung entwickelt. Geschrieben ist die Geschichte aus Sicht von Emilie, die aus einem gut situierten Elternhaus stammt und zwei Schwestern hat. Helene, eine von ihnen heiratet Ernst Klimt, den Bruder von Gustav, während Emilie sich für Gustav entscheidet und dafür bewusst die Ehe- und Kinderlosigkeit in Kauf nimmt. Um nicht zu sehr an diesem Frauenliebling zu leiden, stellt sie sich mit einem Modesalon auf eigene Beine ...

Die Autorin entführt den Leser in die Welt der beginnenden Secession und macht mit verschiedenen Wegbegleitern Klimts bekannt. Sie hat mit Worten Klimts Atelier gemalt und diverse Models auferstehen lassen. Mir hat das Buch gut gefallen und mich neugierig auf Margret Greiners Biografie über Emilie Flöge gemacht. Denn dieser Roman ist natürlich Fiktion. Wie die Autorin in ihrem Nachwort betont, habe sie ihr Augenmerk auf Aspekte eines Lebenslaufes gerichtet, der in der Geschichtsschreibung ausgespart wurde und – um einen gelungenen Handlungsaufbau zu erreichen – habe sie Tatsachen bewusst abgeändert.

Auf jeden Fall ein gelungener Einstieg in das Leben von Klimts lebenslanger Gefährtin, Geliebten und Muse.

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Tags: emilie flöge, gustav klimt   (2)
 
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