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erfahrungen mit geflüchteten, flüchtlinge, flüchtlingsarbeit, religion, glaube

Aufstehen für ein neues Wir!

Burkhard Hose
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei adeo, 11.10.2016
ISBN 9783863341244
Genre: Sachbücher

Rezension:

Überall wird von Flüchtlingskrise gesprochen, doch laut Burkhard Hose geht es eher um eine Humanitätskrise oder Wertekrise. Er plädiert dafür, Geflüchtete als einzelne Menschen mit Namen, Gesichtern und individuellen Geschichten wahrzunehmen und spricht dabei jedem aus dem Herzen, der Flüchtlingen hilft, das Ankommen in der Fremde zu erleichtern. Der Autor bemüht sich, diverse Vorurteile und Fehlinformationen über die Herkunftsländer auszuräumen und erzählt viel über seine persönlichen Erfahrungen bei Demonstrationen und im Zusammensein mit Menschen, die ihre Heimat verlassen haben. Leider schießt er in seinem Idealismus an manchen Stellen etwas über das Ziel hinaus und arbeitet so den Gegnern des Fremdenzuzugs in die Hand. Was ihm aber gut gelingt: den Leser darauf aufmerksam zu machen, dass ein Straftäter nicht alle seine Landsleute ebenfalls zu Straftätern macht. Denn: Alle über einen Kamm scheren ist ungerecht.

Als Studentenpfarrer der katholischen Hochschulgemeinde setzt er sich natürlich auch mit dem Glauben auseinander. Er gesteht, dass ihn die Begegnung mit Muslimen herausfordert, sich mit seinem eigenen Glauben zu beschäftigen. „Das ist für mich letztlich auch unter einer missionarischen Kirche zu verstehen: Nicht der Anspruch, vermeintlich die einzig wahre Religion zu sein, wird universalisiert, sondern die Liebe. Sie wird über die Grenzen der eigenen Religion und erst recht der eigenen Nation hinaus universal gelebt.“ (Seite 111)

Der Autor erhofft sich ein neues Wirgefühl, das für ihn unabhängig von Volkszugehörigkeit, Nationalität und Religion ist. Ausgehend von eigenen Erfahrungen mit geflüchteten Menschen glaubt er daran, dass dieses neue Wir Wirklichkeit werden kann. „Es ist ein Wir aus in Deutschland geborenen und aus Geflüchteten und Zuwanderern.“ (Seite 126) 

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Tags: erfahrungen mit geflüchteten, flüchtling, glaube   (3)
 

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integration, flüchtlingskrise, menschenwürde, leben in deutschland, politik

Deutschsein für Anfänger

Emitis Pohl
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Fontis – Brunnen Basel, 30.09.2016
ISBN 9783038481041
Genre: Biografien

Rezension:

Wer weiß besser, was Integration bedeutet, als eine in Deutschland lebende Iranerin? Emitis hat als 13jährige ihr Elternhaus verlassen, weil sie nach Ruhollah Chomeinis Machtübernahme nicht mehr in der zuvor gewohnten Freiheit aufwachsen konnte. Allein kam sie zu ihrer bereits hier lebenden Oma nach Hamburg, ging zur Schule und studierte. In einer Mischung aus Autobiografie und Meinungsbuch bezieht sie klar Stellung für Integration. Der Wille dazu muss von denjenigen ausgehen, die nach Deutschland kommen.

„Warum tun wir uns so schwer, unsere Regeln bei denen einzufordern, die sie offenbar noch nicht kennen oder nicht kennen wollen? Wir haben das Hausrecht, wir sind die Gastgeber“ (Seite 131).

Ohne die Schwierigkeiten zu negieren, die auf die Menschen warten, die als Fremde in unser Land kommen, stellt sie gerechtfertigte Forderungen. „ ... wünscht sich die Möglichkeit, einfaches Alltagsdeutsch zu lernen, nicht die ganz große Literatur mit Akkusativ, Dativ und Genitiv. Das sollten wir mal überdenken“ (Seite 131) Nicht allein die Sprachkurse macht die Autorin zum Thema, sondern auch bürokratische Hürden: „Wir können uns nicht einerseits beschweren, dass die Flüchtlinge uns auf der Tasche liegen und den ganzen Tag nichts tun, gleichzeitig aber gesetzliche Hürden aufbauen, die ihnen die Arbeit unmöglich machen“. Statt das Selbstwertgefühl der Eingewanderten zu untergraben, plädiert sie dafür ihnen zu ermöglichen, sich selbst zu erhalten. Auch sie habe während ihrer Schul- und Ausbildungszeit durch diverse Aushilfsjobs die Lebensgrundlage aufgebessert, die ihr die Eltern aus dem Iran zukommen ließen. „Harte Arbeit und Zielstrebigkeit sind nötig, wenn man es schaffen will. Das ist es, was ich nicht nur meinen Töchtern, sondern auch den Flüchtlingen gerne weitergeben würde, denn sie werden diese Einstellung brauchen. Gleichzeitig brauchen wir aber auch eine Arbeitskultur in Deutschland, die leistungswilligen Einwanderern keine Steine in den Weg legt und Eigeninitiative nicht erstickt.“ (Seite 160)

Um nicht in der Theorie zu verharren, kümmert sich Frau Pohl um einen minderjährigen Afghanen, der als einziger seiner Familie bis hierher gekommen ist. Nur mit menschlicher Nähe sei es möglich, ihm die deutsche Lebensweise nahe zu bringen. Dabei heiße Integration nicht, Wurzeln zu verleugnen, abzulegen und zu ersetzen, sondern sie mit den deutschen Werten zu füttern und aufzubessern. Auf manchen Gebieten deutscher als wir Deutschen, hat die Unternehmerin geschafft, was so manchem Einheimischen nicht gelingt. So hält sie dem Leser einen Spiegel vor, der mich als Leserin hin und wieder peinlich berührte. Sie sieht, was wir oft nicht sehen wollen.

Vor allem in den letzten Kapiteln nimmt Emitis Pohl kein Blatt vor den Mund. Sie fordert, dass sich jeder an die Regeln des Zusammenlebens halten muss – und wenn nicht, das Land zu verlassen hat. „Integration ist dann erst gelungen, wenn Willkommenskultur nicht nur bedeutet, dass wir auf die Fremden zugehen, sondern sie auch auf uns zu Schritte tun“ (Seite 249)

Mich hat nicht nur die frische, deutliche Schreibstil angesprochen, sondern auch die Aussage. Nach dieser gut zu lesenden Lektüre bleibt mir gar nichts anderes übrig, als das Buch mit fünf Sternen zu bewerten. 

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Tags: flüchtlingskrise, integration, leben in deutschland, menschenwürde, politik   (5)
 

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london, erbe, grusel, görlitz

Jack the Ripper und der Erbe in Görlitz

Katrin Lachmann
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei edition oberkassel, 15.12.2016
ISBN 9783958130708
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein gelungener Einstieg macht von Anfang an neugierig auf diesen Krimi, der entgegen des Titels „Jack the Ripper“ gar nicht so blutig daher kommt. Natürlich fließt bei diesem Namen auch Blut, das lässt sich ja gar nicht vermeiden. Aber der spannende Handlungsverlauf kommt ohne viele „Rötungen“ aus.

Nachdem sich der Leser von der unwirklichen Szene des Beginns erholt hat, führt ihn die Autorin nach Görlitz. In dieser sympathischen, von vielen Filmteams als historische Kulisse auserkorenen Stadt kennt sie sich aus, das merkt man gleich. Liebevoll malt sie das Lokalkolorit und achtet dabei besonders auf Kleinigkeiten: „Ein Organist probte, und als er innehielt und die Orgel verklang, piepste irgendwo eine Meise, die sich offenbar in den Kircheninnenraum verirrt hatte. Ihr Zwitschern hallte genauso nach wie die Orgel selbst. Man hätte meinen können, dass sie miteinander wetteiferten.“

In Görlitz lebt der Fahrradkurier Marco Petzold. Erstaunt erfährt er, dass er nach London reisen soll, um dort ein Erbe anzutreten. Zusammen mit Carolin, der englisch steifen, in London aufgewachsenen Bürokraft seines Görlitzer Anwalts und Freundes begibt er sich auf die Reise. Die verläuft nicht ganz so unproblematisch, wie Marco sich das in seinem jugendlichen Leichtsinn ausgemalt hat …

Real befindet er sich im London der Jetztzeit, doch gedanklich driftet er immer wieder in die Zeit von Jack the Ripper ab. Das verursachen (sehr gekonnt!) begehrte Dokumente, die ihm das Leben erschweren.

Spannung, Beschreibungen und Liebe halten sich bei diesem Krimi die Waage und lassen das Buch rund wirken. Nur die Handlung auf den letzten Seiten verwirrten mich etwas.

Fazit: Wer weiß, dass Blut rot ist und nicht ständig darauf hingewiesen werden will, sondern den Grusel des unbekannten Verfolgers bevorzugt, ist bei diesem Krimi gut aufgehoben.

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Tags: erbe, görlitz, grusel, london   (4)
 

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Der BibelStarter

Hans-Werner Deppe
Geheftet
Erschienen bei Betanien, 07.09.2016
ISBN 9783945716175
Genre: Sachbücher

Rezension:  
Tags:  
 

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tennis, vertrauen, glaube, gott, gnade

Matchball

Pablo Giacopelli
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Fontis – Brunnen Basel, 08.09.2016
ISBN 9783038480976
Genre: Sachbücher

Rezension:

Pablo Giacopelli wurde zum Siegen erzogen. Als Tennistrainer ist Tennisspielen das, was er als erstes vor Augen hat. Dabei fiel ihm auf, dass es keinen Sinn macht, wenn sich ein Spieler zu sehr am Schläger und dem erhofften Sieg fest klammert. Stattdessen hat er erkannt, dass ein lockerer Griff mehr Möglichkeiten bietet.

Doch in diesem Buch geht es nicht nur ums Tennisspiel. Das dient lediglich der näheren Erklärung, was der Autor unter „locker festhalten“ versteht: Nicht alles zu kontrollieren, sondern Vertrauen zu haben. Der Argentinier Pablo Giacopelli erzählt in diesem Buch, wie er im Glauben und im Leben lernte, loszulassen und sich ganz auf den Moment zu konzentrieren. Er erkannte, dass es in manchen Augenblicken sinnvoll ist, den Kopf auszuschalten und den Emotionen zu vertrauen, weil dadurch Energien freiwerden können.

Denk nicht so viel darüber nach, was passiert; genieße jeden Moment und vertraue darauf, dass das, was du tust, gut genug sein wird. Und dann lass die Dinge laufen, wie sie wollen.“ (Seite 188)

Der Mann, der in der ganzen Welt unterwegs war, gibt in diesem Buch viele Tränen zu: Tränen der Dankbarkeit, des Abschieds und der Erkenntnis. So gelang es ihm nicht nur, andere ohne Druck zu Höchstleistungen zu bringen, sondern auch, seine Beziehung zu seinem Vater aufzuarbeiten: „Niemand kann etwas geben, was er nicht hat, und das gilt auch für unsere Eltern.“ (Seite 199)

Dieses mehrschichtige Buch bringt es uns Leser dazu, eigene Schwachstellen näher anzuschauen und darüber nachzudenken, wie wir sie überwinden können ... 

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Tags: gott, siege, tennis, vertrauen, weltenbummler   (5)
 

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bibel, frauen in der bibel, gunst, schweizer autor-in, icf

Esther

Leo Bigger
Buch: 256 Seiten
Erschienen bei Fontis – Brunnen Basel, 01.09.2016
ISBN 9783038480990
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dies war mein erstes Buch mit multimedialer Erweiterung. Entsprechend neugierig holte ich mir die App aufs Smartphone und bereute es nicht, so den Autor und seine Arbeit näher kennen zu lernen. Ein Interview, ein paar Comicszenen, zahlreiche Konzertausschnitte sowie viele ganzseitige Grafiken unterbrachen die Lektüre angenehm und halfen, das Gelesene zu verarbeiten.

In acht ansprechenden, teilweise recht humorvollen Kapiteln übersetzt Leo Bigger das Buch Esther aus dem Alten Testament in die heutige Sprache. Er erläutert, wie kleine Dinge ineinander spielen um Großes hervorzubringen. An manchen Stellen kam es mir vor, als sei der Autor Tausendundeiner Nacht entsprungen. Seine lebensnahen Worte rührten mich an und brachten mich zum Nachdenken (öfters auch zum Lachen). Einer seiner Leitsätze lautet: „Ich habe mich dafür entschieden, niemals als Miesepeter aus dem Haus zu gehen. Mit einer schlechten Laune schließen sich die Türen automatisch vor dir. Meiner Seele sag ich dann: Dir mag es heute gehen, wie es will, aber ich lasse mich durch meinen Geist bestimmen.“

Bigger, der dieses Buch zusammen mit einer Predigtreihe über das Buch Esther entwickelte, ermutigt seine Leser, sich selbst etwas zuzutrauen; selbst etwas zu bewerkstelligen. Er ist überzeugt, dass jeder ein Talent besitzt, das er nur entdecken muss. Das faszinierende daran ist die Begeisterung, mit der der Autor seine Thesen an den Leser bringt. Das bekräftigt der Eindruck, dass der Mann seine Berufung gefunden hat.

Bisher war mir Leo Bigger kein Begriff. Nun erfuhr ich, dass er innerhalb der letzten 20 Jahre aus der ICF Zürich die sehr gut besuchte „Kirche am Puls der Zeit“ geschaffen hat, wo Menschen Jesus begegnen und ein Zuhause finden können. ICF Zürich ist Teil einer überkonfessionellen Freikirche auf biblischer Grundlage, die aus dem Traum entstanden ist, Kirche für die Menschen wieder dynamisch und zeitgemäß zu gestalten.

Wie lebensnah der Autor trotz seines Erfolges geblieben ist, zeigt seine Aussage auf Seite 241: „Manchmal wünschte ich, Gott würde sich deutlicher zeigen, sich auf die Erde beamen, das Meer teilen oder mal in meiner Badewanne damit anfangen, einfach so zum Aufwärmen und zum Spaß. Ich würde so gerne sein Handeln einmal aus erster Hand erleben und müsste nicht so oft entmutigt sein, weil ich mein Leben falsch einschätze.“

Für mich war dieses Buch ein außergewöhnliches Leseerlebnis, das mir zeigt, wieviele Lebensweisheiten die Bibel enthält. Ich kann es unumschränkt weiterempfehlen. 

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Tags: bibel, freikirche, humorvoll, predigt   (4)
 

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tulpe, spekulation, englischer autor, 17. jahrhundert, historischer roman

Tulpenfieber

Deborah Moggach , Ursula Wulfekamp
Flexibler Einband: 283 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.09.2016
ISBN 9783458361701
Genre: Historische Romane

Rezension:

Anfang des 17. Jahrhunderts träumten viele davon, durch Tulpenzwiebeln reich zu werden. Es wurde gezüchtet, gehandelt und gefeilscht. Wie so oft, wenn jeder vom großen Gewinn träumt, lagen Glück und Unglück nahe beieinander.

Cornelis, ein durch Tulpenzwiebeln reicher Handelsmann, wollte sich und seine junge Frau in einem Bild für die Ewigkeit festhalten. Dumm nur, dass sich Sophia und der Maler verliebten und sich heimlich trafen. So entstanden Verwicklungen über Verwicklungen ...

Der etwas abgehackte Stil der Autorin war für mich anfangs gewöhnungsbedürftig. Um die Sichtweise jedes Protagonisten zu zeigen, widmet sie jedem abwechselnd ein Kapitel. So ist es ihr gelungen, in diesem historischen Liebesroman nach und nach Spannung aufzubauen. Leider bleibt die Stadt Amsterdam im Nebel, zu wenig beschreibt sie uns den Handlungsort. Wären nicht die Spekulationen mit den Tulpenzwiebeln und das Werk des Malers Jan von Loos erwähnt, könnte diese heimlich Liebe überall und zu jeder Zeit stattgefunden haben.

Eine nette Geschichte für zwischendurch, die demnächst im Frühjahr 2017 als Film (mit Christoph Waltz) herauskommen soll. Dort wird die Stadt Amsterdam hoffentlich besser erkennbar sein. 

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Tags: 17. jahrhundert, fremdgehen, historischer roman, liebe, spekulation   (5)
 

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psalm 23, sefora nelson, hirte, bibel, hoffnung

Denn du bist bei mir: Psalm 23 - eine Einladung zu vertrauen.

Sefora Nelson
Fester Einband
Erschienen bei Gerth Medien, 29.08.2016
ISBN 9783957341457
Genre: Sonstiges

Rezension:

Bevor ich dieses Buch in die Hand nahm, war mir Sefora Nelson kein Begriff. Dank dem Hinweis auf ihre Internetseite hörte ich bereits vor der Lektüre zwei ihrer Lieder, die mir Tränen in die Augen trieben, weil sie so von Hoffnung auf ein besseres Leben durchzogen waren. Ihr Sehnen, so angenommen so werden, wie sie nun mal ist, ging mir tief unter die Haut.

In ihrem Buch, das sie wohl schrieb, weil sie derzeit ihre Stimme schonen muss und nicht wusste, wo sie mit ihrem theologischen Sendungsbewusstsein hin soll, widmet sie sich dem Psalm 23 aus der Bibel. Ausführlich beschäftigt sie sich mit jeder einzelnen Zeile dieses Psalms. Ihre Art der Interpretation, die sie mit vielen eigenen Erlebnissen unterstreicht, macht Mut und hilft, auch schwere Zeiten zu durchleben. Denn wie jedes Leben, ist auch ihres nicht ohne dunkle Tage verlaufen.

Mit ihren Gedanken gewappnet, kann der interessierte Leser frisch gestärkt den Alltag aufnehmen und sehen, wie der Glaube und das damit einhergehenden Vertrauen hilft, die Hoffnung auf bessere Zeiten nicht zu verlieren. 

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Tags: bibel, glaube, hoffnung, vertrauen   (4)
 

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irland, vergangenheit, roman, geheimnisvolle briefe, neuanfang

In den Schatten der Vergangenheit

Ricarda Konrad
Flexibler Einband: 318 Seiten
Erschienen bei Pro-Talk , 15.08.2016
ISBN 9783939990246
Genre: Romane

Rezension:

Caro erbt das Cottage ihrer Großtante und entschließt sich, nach Irland umzusiedeln, um darin zu wohnen. Von der Dorfgemeinschaft freundlich aufgenommen, fühlt sie sich dort schnell wohl. Bei Renovierungsarbeiten stößt sie auf geheimnisvolle Briefe, die sie in eine spannende Suche nach deren Ursprung verwickeln...

Ricarda Konrad, die gelernte Industriekauffrau, hat ihr Hobby – das Schreiben - zum Beruf gemacht. Was dabei heraus gekommen ist, lässt sich gut lesen. Die bildhafte Schreibweise spult vor dem Leserauge einen Film ab. Leider sorgen manche Figuren für Verwirrung und bringen die Erzählung nicht unbedingt vorwärts. Aber dank der sympathischen Protagonisten kann man darüber hinweglesen und bekommt Sehnsucht nach der hier erfundenen irischen Dorfidylle. Gut nachvollziehbar ist auch Caros Verhältnis zum Nachbarn beschrieben.

Mich jedenfalls hat dieser Roman gut unterhalten. 

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Tags: adoptiert, freundschaf, geheimnisvolle briefe, irland, liebe   (5)
 

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glaube, herausforderungen, mut, kinder, umzug

Veränderung - Wenn aus Lebenswenden Neues wächst

Christiane Rösel
Buch: 208 Seiten
Erschienen bei SCM Hänssler, 09.09.2016
ISBN 9783775157292
Genre: Biografien

Rezension:

„Wer nichts riskiert, kann nicht mal scheitern“ schreibt die Autorin schon in der Einführung. Sie appelliert an ihre Leser, die Verantwortung für Gefühle nicht auf andere zu übertragen, sondern das Leben selbst zu gestalten.

In zwölf Kapiteln nähert sich Christiane Rösel, die dieses Buch wegen ihrer Schwierigkeiten mit dem berufsbedingten Umzug ihres Mannes schrieb, der Hoffnung, dass jeder in der Lage ist, irgendwann zur Einsicht und Akzeptanz von ungewollten Veränderungen zu kommen. Im Anschluss an jedes Kapitel werden sehr persönliche Veränderungs-Erfahrungen von unterschiedlichen Menschen beleuchtet.

Sehr hilfreich empfand ich das letzte, von einer Supervisorin verfasste Kapitel, in dem dargestellt wird, wie Veränderungsprozesse ablaufen und Fragen gestellt werden, die jede Generation zum Nachdenken anregen.

Auf jeden Fall hilft dieses sehr persönlich gehaltene Buch die eigene Situation zu hinterfragen und zu analysieren. Ich kann es Menschen, die selbst vor gewollten oder nicht gewollten Veränderungen stehen, nur ans Herz legen. 

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tod, leid, scheidung, schmerz, krankheit

Das Schicksal ist ein Schläger

Christina Rammler
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei SCM Hänssler, 01.09.2016
ISBN 9783775157315
Genre: Biografien

Rezension:

Wenn die Faust des Schicksals zuschlägt, sind homöopathische Rescuetropfen nicht stark genug, um uns zu retten, und die guten Ratschläge eines Buches nicht hilfreich genug, um uns zu trösten. Denn wenn wir in eine Schlägerei mit dem Schicksal geraten, ist der Schock jedesmal wieder überwältigend.“ (Seite 196)

Christina Rammler weist in ihrem Buch anhand von fünf verschiedenen, vom Schicksal gebeutelten Menschen auf die Schwierigkeiten hin, die uns das Leben so vorsetzt. Da ist zum Beispiel Eliza, die bereits als Kind ihren Papa durch einen Motorradunfall verloren hat. David fühlt sich wegen seiner nicht vorhandenen körperlichen Größe minderwertig. Er glaubt, seine Frau hätte sich deshalb von ihm scheiden lassen. Jonathan muss drei Todesfälle in der Familie verkraften und Gabriel wird durch seinen Krebs gleich selbst vom Sensenmann bedroht. Schließlich lernen die Leser dieses Buches noch Eliana kennen, die durch einen Missbrauch die Lebensfreude verloren hat. Alle fünf finden nach schwierigen (Um-)Wegen Trost im Glauben an Gott, obwohl sie sich während der schlimmsten Zeit völlig allein gelassen fühlten.

Die Autorin erzählt wertfrei, verurteilt niemanden. Sie durchleuchtet Situationen und macht sie so gut verständlich. Das gefällt mir an ihrem Stil. Doch dass sie, um Leid und Unsicherheiten hervorzuheben, Worte extrem oft wiederholt, hat mir die Lesefreude etwas genommen. Mir kam dieses Predigen so vor, als traue sie uns Lesern nicht zu, ihre Worte auf Anhieb zu verstehen.

Aber vielleicht habe ich hier zum falschen Buch gegriffen, denn schon das schwarze Cover mit der pinkfarbenen Schlägerin spricht wahrscheinlich eher junge Menschen an, die an Schicksalsschlägen schneller verzweifeln, als diejenigen, die schon länger durch die Schule des Lebens gehen und begriffen haben, dass Leid untrennbar zum Leben gehört. 

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Tags: krankheit, krebs, scheidung, tod, trauer   (5)
 

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gott, liebe, agape, paradies, naturgesetze

Was soll ich hier?: Eine Begründung der Welt

Thomas Christian Kotulla
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Fontis- Brunnen Basel, 01.09.2016
ISBN 9783038480969
Genre: Sachbücher

Rezension:

Thomas Christian Kotulla hat mit diesem Buch seine spannende Suche nach dem Sinn des Lebens nachvollziehbar gemacht. Er fragt nicht nur, ob wir Menschen nur Materie, also eine Ansammlung von Atomen, sind, sondern auch, woher wir kommen. Seine eigenen Fragen entstanden, als er schwer erkrankte und sein Leben wie ein „zusammenstürzendes Kartenhaus“ empfand. Er entdeckte schon in sehr jungen Jahren, dass er selbst vergänglich ist. „Es ging für mich nicht mehr nur um Erkenntnis an sich, sondern um meine eigene Existenz und um den eigentliche Wert des Menschseins“, schreibt er in seinem Einstieg.

Bei seiner Suche hält sich der promovierte Autor an wissenschaftliche Maßstäbe. Im ersten Teil resümiert er darüber, ob Dinge, die wir nicht sehen oder anfassen können (wie beispielsweise die Seele oder auch Gott) tatsächlich existieren können. Er hinterfragt die Evolutionstheorie und klärt auf wenigen Seiten grundlegende Unterschiede zwischen verschiedenen Religionen, um dann beim Christentum hängen zu bleiben. Besonders hat mir seine plausible Argumentation gefallen, dass er unsere Welt als eine vorübergehende Notwendigkeit auf dem Weg zum Paradies sieht.

Nachdem Kotulla „die ewigen Suche nach der Wahrheit“ thematisiert, wird das Buch mit zahlreichen Bibelzitaten praxisnäher. Nach und nach erfahren wir Leser, dass wir auf der Welt sind, um zu lernen und zu begreifen, dass wir selbst fürs Paradies verantwortlich sind.

„Wenn wir einander lieben, lebt Gott in uns“ war für mich einer der Schlüsselsätze dieses Buches, das beim Lesen einige Konzentration erfordert. Dass der Autor nicht nur eigenen Überlegungen einfließen ließ, zeigen die umfangreichen Anmerkungen am Ende des Buches. 

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Tags: bibel, glaube, gott, lebensfragen, zwischenmenschliche regeln   (5)
 

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liebe, partnerschaft, psychologie, vertrauen, stacheln

Stacheln in der Partnerschaft

Berger Jörg
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 01.09.2016
ISBN 9783868276121
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Liebe verpflichtet uns, uns auf Nähe und Intimität einzulassen. Sie fordert uns heraus, unser eigenes Ich los und in einem gemeinsamen Leben aufgehen zu lassen. In einem gewissen Maß werden wir auch für das Wohl des anderen verantwortlich. Außerdem lernen wir die Schattenseiten des anderen kennen und seine Schwächen und Nöte aushalten. All dies ist der Preis, den jeder für das Glück der Liebe zahlen muss und diesen können Sie auch ihrem Partner nicht ersparen.“ (Seite 140).

Im seinem dritten Stachel-Buch beleuchtet der Autor, der als Psychotherapeut und Paartherapeut eine eigene Praxis hat, sieben „Stacheln“, die das Zusammenleben eines Paares erschweren können. Egal, ob es um Grenzüberschreitungen, Einschüchterungen oder Racheüben geht, jeder „Stachel“ ist mit Beispielen verdeutlicht. Berger sorgt dafür, dass man sich selbst und den Partner mit offenen Augen betrachten kann und versteht, woher die „Stachel“ kommen. Er gibt für den Verursacher und den Erleider der ungeliebten Eigenschaften Tipps zum Entschärfen von brenzligen Situationen. Doch damit nicht genug: Am Ende jeden Kapitels weist der Autor mit diversen Bibelzitaten darauf hin, wie man auch im christlichen Glauben Hilfe und Annahme finden kann.

Summa summarum ist dieses Buch für jeden hilfreich, der seine Partnerschaft verbessern will. Es lohnt sich, es als Arbeitsbuch zu benutzen und die Stellen, die einen besonders ansprechen, auch farbig zu kennzeichnen, um sie bei einem späteren Blick ins Buch wieder zu finden. Dann könnte zur Wirklichkeit werden, was das Cover verspricht: Nicht mehr die Dornen der Rose stehen im Vordergrund, sondern die Blüte, die auf der Rückseite zu sehen ist.

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Tags: liebe, partnerschaft, psychologie   (3)
 

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wien, london, krimi, thriller, tagebuch

1888

Thomas Beckstedt
Fester Einband: 417 Seiten
Erschienen bei Braumüller Verlag, 09.03.2015
ISBN 9783992001293
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Édith Piaf

Jens Rosteck
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Propyläen Verlag, 08.03.2013
ISBN 9783549074190
Genre: Biografien

Rezension:

Edith Piaf war eine Frau, die immer das tat, was sie im Moment wollte. Sie sagte das, was sie gerade dachte, und sie liebte, wenn sie gerade Sehnsucht nach Zärtlichkeit hatte. Alle diese überschäumenden Gefühle komprimierte sie in ihrem Gesang“ (Bruno Coquatrix)

Jens Rosteck hat eine umfassende und mitreißende Biographie über die Ausnahmekünstlerin des vergangenen Jahrhunderts geschrieben. Ein Brief auf den Innenseiten des Covers zeigt ihre gleichmäßige Schrift mit großen Unterlängen, die einen Rückschluss auf ihre emotionale Präsenz zulassen. Dabei ist jeder freie Platz des Papiers beschrieben, ebenso wie in ihren Lebenstagen kein freier Raum blieb...

„Sie debütierte als Artistenkind, und wandelte sich vom Spatz zum Phönix. Sie entstammte der Gosse, doch sie diente sich hoch: Vom Bordell über den Zirkus in die Cabarets an der Seine bis in die New Yorker Carnegie Hall. Als Dreijährige schien sie einem frühen Tod geweiht; als Heranwachsende war sie so bemitleidenswert wie Andersens Mädchen mit den Schwefelhölzern; in den fünfziger Jahren, deren Bild sie eigentlich gar nicht entsprach, wurde sie zum Monument und brachte es zu Weltruhm.“ So fasst Jens Rosteck in der Einleitung zur Biographie Edith Piafs kurzes Leben zusammen, um es dann fast minutiös aufzudröseln. Er geht dabei außerordentlich sorgfältig vor und beschreibt die Chansonsängerin von innen und außen. Fast wie in einem Film taucht der Leser in die einzelnen Episoden von Piafs Leben ein und erfährt am Ende jedes Kapitels näheres über die Entstehung ihrer bekanntesten Chansons.

Solange sie sang, fühlte sie sich lebendig. Hunger, Einsamkeit, Sehnsucht nach Zuwendung spielten dann keine Rolle mehr, „weil ich dabei wirklich glücklich war, vollkommen glücklich. Von da an begriff ich, was es heißt, eine Berufung zu haben“, zitiert der Autor eine Aussage der Chansonette. Häufig ging sie nach einem Auftritt in die nächste Kneipe zum Feiern und teilte die soeben ersungene Gage mit sogenannten Freunden.

In diesem Buch, das sich teilweise wie ein Krimi liest, lernen wir eine ausgesprochen schwierige Person kennen, die ihre Liebhaber austauschte wie andere ihre Garderobe. Handgreiflichkeiten forderte sie teilweise regelrecht heraus: „Das freiwillige Erleiden physischer Gewalt hob ihre Laune stets beträchtlich und machte sie ausgeglichen. Blaue Flecke am ganzen Körper versetzten sie in die Lage, sich abends noch ein wenig mehr in ihre Darbietung hineinzusteigern. Piaf sang über seelische Verwundungen am schönsten, wenn sie sich selbst auch verwundet fühlen und bestraft wissen konnte.“ (Seite 161)

Einer ihrer zahlreichen (oft jüngeren) Begleiter, die sie gerne protegierte, erzählt auf Seite 195: „Sie geht mit ihren Liedern ins Bett und schläft mit ihnen. Sie wärmt sie, sie schmiegt sich an sie, umfängt sie. Und dann wird sie von ihnen in Besitz genommen.“ Obwohl sie zu den bestbezahltesten europäischen Interpretinnen ihrer Zeit gehörte, fraßen Starallüren und Tollheiten auch die üppigsten Gagen auf.

Warten war ihr verhasst, regelmäßige Nacht- und Bettruhe gab es nicht. Stress bekämpfte sie mit zusätzlicher Überforderung. Auf einem Konzertmarathon 1954, den sie nur unter Aufbietung von Aufputschmitteln und durch Dauerstimulation mit Alkohol bewältigen konnte, folgte unweigerlich die qualvolle Phase von schwachen und abgebrochenen Vorstellungen. Doch ihr Publikum blieb der kleinen Frau mit dem großen Herzen treu. Das zeigte sich auch bei ihrer Beisetzung in Paris im Oktober 1963. Sie war gerade mal 46 Jahre alt geworden und seit einem Jahr zum zweiten mal verheiratet, mit einem um 20 Jahre jüngeren Mann. 40.000 Menschen, darunter zahlreiche bekannte Persönlichkeiten, nahmen an ihrem Begräbnis teil.

Fazit: Hier liegt eine ausgesprochen lebendige und lesenswerte Biographie vor, die keine Wünsche offen lässt. Absolute Leseempfehlung!

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

eheprobleme, unzufriedenheit, wagentreck, tagebuch, trauer

Sierra - Der rote Faden des Lebens

Francine Rivers
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 29.08.2016
ISBN 9783957341228
Genre: Romane

Rezension:

Sierra hat alles: einen liebevollen Ehemann, süße Kinder, ein hübsches Haus. Sie ist glücklich und zufrieden und übersieht dabei, dass ihr Mann nach mehr strebt. Ohne sich mit ihr abzustimmen, nimmt er einen Job in Los Angeles an. Sierra bleibt nichts anderes übrig, als mit ihm umzuziehen, um die Familie nicht zu zerreissen. Während Alex in der neuen Arbeit aufgeht, fühlt sie sich einsam und verlassen. Trost findet sie in alten Tagebüchern ihrer Vorfahrin Mary Katherine, die viele schwierige Situationen meistern musste.

In jedem der insgesamt 27 Kapitel erfährt der Leser etwas von Sierra und von Mary Kathryn. Beide Frauen entwickeln sich nach und nach vom „Landei“ zum selbständigen Menschen. Während Sierra so brav und bodenständig wie sie ist, in ein ihr fremdes Luxusleben hineingeworfen wird, beklagt sich ihre Vorfahrin: „Gott, hörst du nicht zu, wenn die Menschen beten? Kümmerst du dich nicht um uns? Mama sagt, du machst es. Aber kann das wirklich stimmen, bei all der Not, die wir haben? Bist du überhaupt noch da?“

Auch Sierra hat eine gläubige Mutter an ihrer Seite. Das ist Mary Kathryn nicht lange vergönnt, aber sie erfährt von einer Tante, was Glauben heißt. Doch damit können beide nicht so viel anfangen. Mary Kathryn schreibt sogar in ihr Tagebuch (in dem Sierra immer wieder liest): Tante Martha „ist glücklich in ihrer Ahnungslosigkeit. Ich hoffe, für sie, sie bleibt so blind. Es wäre schlimm, wenn sie merken würde, wie schmutzig und gemein das Leben ist“.

Erst nachdem die Probleme der beiden Frauen überhand nehmen und sie an die Grenzen ihrer Existenz führen, finden sie zum Glauben zurück. Der hilft ihnen, das Leben zu ertragen und macht es wieder lebenswert. Gut gefällt mir, dass Mary Kathryn, die den Oregon-Trail mit all seinen Entbehrungen und Ängsten hinter sich bringen musste, nach ihrer Ankunft aus Stoffresten eine Patchworkdecke schuf, die sich Sierra als Wandschmuck aufhängt und darin den roten Faden des Lebens entdeckt.

Insgesamt ist das Buch mit den vielen Tränen und Unzufriedenheiten sehr realistisch geschrieben. Allerdings ist die Situation, in der die Umkehr bei Sierra eingeleitet wird, für meinen Geschmack zu märchenhaft beschrieben, weshalb ich das ansonsten gut zu lesende Buch nur mit vier Sternen bewerten kann. Es ist keine große Literatur, dafür aber sehr lebensnah und regt seine Leser sicherlich zum Nachdenken an. 

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Tags: christliche lektüre, eheprobleme, entwicklungsroman, oregon-trail, rückkehr zum glauben, unzufriedenheit   (6)
 

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schweden, einsamkeit, alter, freundschaft, brandstiftung

Die schwedischen Gummistiefel

Henning Mankell , Verena Reichel
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 22.08.2016
ISBN 9783552057951
Genre: Romane

Rezension:

„Das Altern war ein Nebel, der still übers Meer herangezogen kam.“ (Seite 74) In seinem letzten Buch behandelt der vor einem Jahr an Krebs gestorbene Bestseller-Autor Gedanken über das Ende des Lebens, die er seinem Protagonisten Frederik Welin in den Kopf legt.

Der ehemalige Arzt hat seinen Beruf an den Nagel gehängt und sich auf eine schwedische Schäreninsel zurückgezogen. Dort bewohnt er das Haus seiner Großeltern. Zu Beginn des Buches erwacht er im brennenden Haus und kann gerade noch sein fast nacktes Leben aus den Flammen retten. Alle seine Besitztümer sind dahin – bis auf einen alten Bootsschuppen und einen Wohnwagen, der einst seiner Tochter gehörte. Die wohnt jetzt in Paris, also weit weg; kommt aber, um ihm in seinem Elend beizustehen. Wir Leser erfahren von einer schwierigen Beziehung zwischen Vater und Tochter und erleben hautnah die Einsamkeit der Schärenbewohner mit. Gut nachvollziehbar beschreibt Mankell wie es ist, alles verloren zu haben und den Neuanfang bedroht zu sehen, weil der Hausbesitzer für einen Brandstifter gehalten wird.

Welin lebt in seinen Erinnerungen, vor Ort geschieht nicht viel. Doch gerade dieses Nachdenken übers Leben hat mich in diesem ruhigen Buch sehr angesprochen. Welin beschreibt sich schonungslos ehrlich mit all seinen Ecken und Kanten, die er sich im Laufe seines Leben zugelegt hat. Und immer wieder spielt das Alter eine Rolle. „Plötzlich fiel mir auf, dass alle Menschen, die mir begegneten, bis auf wenige Ausnahmen jünger waren als ich.“(Seite 253).

Trotz der Abschiedsthematik kommen weder die Hoffnung auf Freundschaft und Liebe, noch die Zukunftsaussichten zu kurz. Gerne bin ich der Erzählung des Autors gefolgt, die letztendlich noch einige aufgeworfene Fragen offen lässt. Doch gibt es überhaupt ein Leben, in dem alle Fragen beantwortet werden?

Henning Mankells letzter Roman war zwar mein erster, den ich von diesem Autor las – aber sicher nicht der letzte! 

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Tags: alter, einsamkeit, feuersbrunst, freundschaft, schären, schweden   (6)
 

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liebe, rosie, genetik, asperger-syndrom, australien

Das Rosie-Projekt

Graeme Simsion , Annette Hahn
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.01.2015
ISBN 9783596197002
Genre: Liebesromane

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Jahrmarkt der Eitelkeit

William Makepeace Thackeray
E-Buch Text
Erschienen bei rowohlt, 28.03.2011
ISBN B004UBDO1C
Genre: Sonstiges

Rezension:

Welche Würde verleiht doch ein Bankkonto einer alten Dame! Wie nachsichtig blicken wir auf die Fehler, wenn sie eine Verwandte ist (möge jeder Leser ein paar Dutzend davon haben!) Wie freundlich und gütig finden wir das Geschöpf.“ (Zitat aus dem 9. Kapitel)

William Makepeace Thackeray wurde am 18. Juli 1811 in Kalkutta geboren und starb am 24. Dezember 1863 in London – verrät uns Wikipedia. Nach dem dortigen Artikel war er ein englischer Schriftsteller, der neben Charles Dickens und Georg Eliot als bedeutendster englischsprachiger Romancier des Viktorianischen Zeitalters gilt. Ich habe dank einer Klassikerleserunde seinen Schalk kennenlernen dürfen. Voller Humor teilt Thackeray dem Leser in direkter Anrede seine Gedanken mit. Sein sarkastischer Blick auf die höhere Gesellschaft macht sein Buch absolut lesenswert!

Obwohl ich immer wieder herzhaft auflachen oder zumindest über Thackerays Worte schmunzeln konnte, hat mich der Inhalt des Buches nicht mitreißen können. Das Buch handelt vom unterschiedlichen Leben zweier Frauen, die als junge Mädchen gemeinsam eine Internatsschule besuchten. Nicht nur die gesellschaftliche Ausgangsposition der Freundinnen war gegensätzlich – auch das Leben verlief entsprechend. Während sich die eine behütet und naiv durchs Leben träumte, versuchte die andere mit allen weiblichen Raffinessen die Welt zu erobern. Natürlich ging das nicht ohne Konflikte ab.

Soweit so gut. Das las sich wirklich amüsant. Doch als der Autor dann durch die Gesellschaft schwadronierte und mich als seinen Leser mit vielen Namen verwirrte, ließ die Konzentration auf das Buch merklich nach. Dazu kam, dass ich mit elektronischen Büchern nicht so recht warm werde.

Aus diesem Grund blieb meine Begeisterung für diesen Schmöker leider hinter der meiner Mitleserinnen weit zurück. Ich kann nur drei Sterne vergeben. 

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Ein Jahr in Marrakesch

Peter Mayne
Geheftet: 278 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Tb., 01.01.1992
ISBN 9783499126505
Genre: Sonstiges

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Reise Know-How KulturSchock Afghanistan

Susanne Thiel
Buch: 264 Seiten
Erschienen bei Reise Know-How, 28.05.2013
ISBN 9783831715947
Genre: Sonstiges

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philosophie, lebenskunst, zusammenleben, lebenslust, liebe

Die Liebe atmen lassen

Wilhelm Schmid
Flexibler Einband: 397 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 17.02.2013
ISBN 9783518464199
Genre: Sachbücher

Rezension:

„Was ist sie eigentlich, woher kommt sie, wozu dient sie, wie funktioniert sie, welche Bedeutung hat sie fürs Leben? Welche Bedeutung hat bereits die Sehnsucht nach ihr?“ fragt der Autor bereits zu Beginn des Buches, das ich nach einem längeren Aufenthalt bei meinen alten Eltern auf unserem Wohnzimmertisch fand. Mein Mann hatte es gekauft, weil ihm im Frühjahr die Luft zum Atmen fehlte. Doch gelesen hat er es im Gegensatz zu mir noch nicht. Eigentlich kein Wunder, denn das Buch beginnt sehr theoretisch, birgt dann aber in weiten Abschnitten doch recht nachvollziehbare Gedanken.

Der 1953 geborene Wilhelm Schmid lebt als freier Philosoph in Berlin und hat schon zahlreiche Bücher über das Leben, die Liebe und das Glück verfasst. In diesem Sachbuch fragt er auch: „Was geschieht, wenn die Liebe schwindet? Ist ein Leben ohne Liebe möglich? Ist eine Liebe ohne ihre notorischen Schwierigkeiten möglich? Ist ein Leben ohne Liebensschwierigkeiten ein besseres Leben?“ (Seite 11) um kurz darauf festzustellen: „Was die Liebe angeht, verfügen keine zwei Menschen über denselben Begriff, setzen aber genau das oft voraus und richten Erwartungen aneinander, die dem je Anderen aufgrund seines Begriffes fremd sein müssen.“ (Seite 12).

Spätestens hier hatte mich der Autor eingefangen und meine Neugier bezüglich seiner Ansichten begleitete mich durch die knapp 400 Seiten. Ich habe mir aus dem Buch mit dem Untertitel „Von der Lebenskunst im Umgang mit Anderen“ zahlreiche gut nachvollziehbare Zitate herausgeschrieben und fand an vielen Stellen meine Lebenserfahrungen bestätigt. Zudem entdeckte ich im Fließtext (nicht als Fußnoten – was mir sehr entgegen kam, da ich die oft einfach übersehe) einige Hinweise auf weitere interessante Bücher (Sachbücher und Romane), die Vertiefungsmöglichkeiten zu Schmids Thesen bieten.

Sicher ist das kein Buch zum schnell Durchlesen, man sollte sich schon immer wieder Zeit zum Nachdenken und Setzen lassen gönnen. Da ich überzeugt davon bin, dass es sich lohnt, es ein weiteres Mal zur Hand zu nehmen, bekommt es einen festen Platz in meiner Bibliothek. 

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Tags: lebenskunst, lebenslust, liebe, philosophie, zusammenleben   (5)
 

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philosophie, gelassenheit, alter, tod, sachbuch

Gelassenheit

Wilhelm Schmid
Fester Einband: 118 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 24.03.2014
ISBN 9783458176008
Genre: Sachbücher

Rezension:

Manchmal möchte ich doch wissen, wie andere das Älterwerden empfinden. Wenn mir dann noch so ein handliches Büchlein in die Finger gerät, dann gibt’s kein Halten mehr. Lustig, wie mir dieses Büchlein in die Finger geriet: meine bessere Hälfte hat es irgendwo gefunden und auf dem Wohnzimmertisch liegen lassen …

In zehn Kapiteln hält der 1953 in Billenhausen (Bayrisch-Schwaben) geborene Autor seine Gedanken fest. Er lebt als freier Philosoph in Berlin und lehrt Philosphie als außerplanmäßiger Professor an der Universität Erfurt. Nachdem er in Berlin, Paris und Tübingen Philosophie und Geschichte studiert hatte, war er als Gastdozent in Riga/Lettland und Tiflis/Georgien als Gastdozent tätig. In der Schweiz arbeitete er als „philosophischer Seelsorger“ an einem Krankenhaus in der Nähe von Zürich/Schweiz. Nach umfangreichen Vortragstätigkeiten wurde ihm der deutsche Meckatzer-Philosphiepreis für besondere Verdienste bei der Vermittlung von Philosophie verliehen, 2013 der schweizerische Egnér-Preis für sein bisheriges Werk zur Lebenskunst.

Ganz ohne Lebenskunst macht das Älterwerden sicherlich keinen Spaß. Das merkt man am ehesten im Umgang mit alten Menschen. Wenn die allerdings gelassen ihren Alltag meistern, dann kann man eine Menge von ihnen lernen. Das weiß auch Wilhelm Schmid, der schon einige Bücher über das Miteinander von Menschen veröffentlicht hat.

Seine Gedanken sind leicht lesbar. Er hat mich mehrmals zustimmend nicken lassen. Zwar fand ich nicht allzu viel neue Sichtweisen, doch allein das mal wieder Bewusstwerden wie das Leben so läuft, zeigte mir, dass ich mich nicht auf den Holzweg befinde. Nur die letzten beiden Kapitel, in denen Schmid seine Angst vor der Endlichkeit thematisiert, wichen von meiner Einstellung zum Alter ab.

Fazit: Ein Büchlein, das einem zeigt, wie gut es tut, nach der Berufstätigkeit endlich etwas mehr Zeit zum Leben zu haben. Wer sich das verdeutlichen will, kann es gut lesen – muss aber nicht. 

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Tags: lebensfreude, philosophie, rentnerdasein   (3)
 

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Caspar Hauser oder Die Trägheit des Herzens

Jakob Wassermann
E-Buch Text
Erschienen bei null, 16.03.2011
ISBN B004SIRUWQ
Genre: Sonstiges

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drama, traurig

Die Leiden des jungen Werther

Johann Wolfgang von Goethe
E-Buch Text: 108 Seiten
Erschienen bei null, 17.04.2013
ISBN B00CEMXADQ
Genre: Romane

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