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19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

So beschissen schön ist nur das Leben

Shaun David Hutchinson , Ulrike Köbele , Christine Larsen
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Arena, 02.02.2018
ISBN 9783401604145
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Originalrezension: queerbuch.wordpress.com

Kurzbeschreibung Inhalt

Drew ist 17 und lebt im Krankenhaus. Er hat sich einen Schlafplatz in einem unbenutzten, halbrenovierten Bereich eingerichtet und erzählt jedem eine andere Geschichte, warum er eigentlich da ist. Dass er dort wohnt, muss er verstecken, denn seit seine Familie nach einem Unfall in diesem Krankenhaus gestorben ist, versteckt sich Drew vor dem »da draußen«. Als eines Tages ein Junge, Rusty, mit großflächigen Verbrennungen eingeliefert wird, wird Drew unaufhaltsam von ihm angezogen. Man erzählt sich im Krankenhaus, er sei von Schulkameraden angezündet worden, weil er schwul ist. Drew beginnt, Rusty zu besuchen und ihm zu zeigen, dass er nicht allein ist. Doch er muss aufpassen, denn keiner darf ja merken, dass er nie nach Hause geht…

Meine Meinung

Ich finde es wirklich schwer, meine Gefühle zu diesem Buch zu ordnen und in Worte zu fassen. Wie auch zum Beispiel Carrie Macs 100 schlimme Dinge, die mir bestimmt passieren, ist die Geschichte über Andrew Brawley ein ruhiges Buch, es gibt keine große Spannungskurve, außer kurz gegen Ende, es plätschert so vor sich hin. Dabei ist es aber keineswegs langweilig. Bei dem Thema Gewaltverbrechen aus Homophobie dachte ich mir schon, dass mich Tiefgang erwartet und dass ich möglicherweise emotional mitgenommen zurückbleiben würde. So in etwa ist das auch gewesen, aber ganz still und heimlich.

Die Geschichte lebt von seine Nebencharakteren. Andrew ist als Hauptperson nicht unsympathisch, handelt aber doch häufig egoistisch und unlogisch. Das hat auch durchaus seinen Sinn. Der Originaltitel The Five Stages of Andrew Brawley ist in meinen Augen sehr viel treffender gewählt und gibt zudem noch viel mehr Aufschluss über das, was dieses Buch eigentlich behandelt. Es ist nicht die Homophobie, Gewaltverbrechen oder irgendeine Art von Coming Out. Hier geht es um Traumaverarbeitung. Um Verlust, um Schuld, um Selbstvergebung und um Loslassen. Drew hat Furchtbares erleben müssen und wir erleben mit ihm die 5 Phasen der Trauer, ohne das explizit vor die Nase gesetzt zu bekommen. Wer sich aber schon mal zumindest oberflächlich mit dieser Thematik auseinandergesetzt hat, der wird schnell feststellen, dass das teilweise irreale und unverständliche Verhalten von Drew genau daher rührt, dass er etwas verarbeiten muss, aber davor davonläuft. Um seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, zeichnet er immer wieder an seiner Graphic Novel über »Patient F«, der durch die Zeit reist und versucht seine Familie zu beschützen, gleichzeitig aber gegen Widersacher kämpfen muss, die sich gegen ihn wenden. Diese Zeichnungen fließen immer wieder nach einzelnen Kapiteln in das Buch mit ein, wenn man genau hinsieht, kann man dadurch auch das Puzzle über Drews Psyche immer ein Stückchen weiter zusammensetzen. 

Die oben erwähnten Nebencharaktere sind der Wahnsinn. Ob die drei Pfleger und Krankenschwestern, die Drew zu seiner Familie auserkoren hat, seine zwei an Krebs leidenden Freunde, die ihn nie ungeschoren davonkommen lassen, wenn er sie ein paar Tage nicht besucht hat, der Kantinenchef der ihn schwarz bezahlt oder sogar ein Pfarrer; sie alle lassen die Geschichte so lebendig werden, dass man jedes Wort genießt. Sie sorgen für ein derartiges Wohlbefinden, dass man fast, aber nur fast, vergisst, dass das Krankenhaus eigentlich vom Tod umgeben ist und dem jederzeit ein Ende setzen kann.

Und das passiert. Logischerweise. Ich hatte die meiste Zeit über das Gefühl, ja, das ist eine schlimme Geschichte, die toll verpackt ist. Aber wann kommt der Knall? Wann reißt sie mich in die Tiefe? Geschehnisse verstricken sich, sorgen für Glücksgefühle und verwirren einen doch immer weiter und dann kommt er, der Knall. Zahlreiche andere Geschichten haben es vorgelebt, man hätte es eigentlich wissen können. Ich habe es zwar erahnt, aber als es dann tatsächlich passierte, brach auch bei mir endlich der Damm und ich weinte und weinte und weinte.

Doch damit ist es nicht zu Ende. Drew ist und bleibt die Hauptperson und ist nicht mal eben so von seinem Erlebnis geheilt, nur weil das Buch zu Ende ist. Rusty und Drew haben zwar völlig verschiedene Dinge erlebt, haben aber beide die größte Angst davor, wieder ins Leben »da draußen« zu treten. Ob das Krankenhausleben realistisch dargestellt wird, kann ich nicht beurteilen. Aber die Gedanken, die Gefühle, die wir mit Drew durchleben, fühlen sich verdammt echt an. Die beiden können sich vielleicht nicht gegenseitig retten, denn sein Glück in die Hände eines anderen zu legen, wäre auch im wahren Leben der völlig falsche Ansatz. Aber sie können sich Verständnis geben. Und Mut, und Vertrauen.

Die Leseempfehlung hat der Verlag auf 12 bis 15 Jahre gesetzt. Ich würde hier eher bei frühestens 15 Jahren ansetzen. Ich glaube, dass das Erleben dieser Trauerphasen so verwirrend sein kann, dass die Geschichte sonst einfach nicht verstanden wird und eher durcheinander bringt, als Erkenntnis erzeugt. Auch wenn das Ende Mut macht, hätte es mein 14-jähriges Ich mit einem großen Fragezeichen und sehr aufgewühlt zurückgelassen.

Fazit

So beschissen schön ist nur das Leben ist ruhiges Buch mit einer sehr nahbaren Darstellung der Trauerphasen und Schuldgefühle, wenn man als einziger überlebt. Es ist lustig, zugleich aufwühlend und gnadenlos, auch wenn manche Geschehnisse etwas vorhersehbar sind. Trotzdem hat es mich sehr mitgerissen. Die LGBT+-Thematik wird ganz nebenbei eingewoben, ohne aufdringlich zu wirken. Besonders hervorzuheben ist die Einbindung der Graphic Novel, die Drews Gefühlswelt auf auflockernde Weise mehr Tiefe verleiht.

Humor: ●●●○○
Anspruch: ●●○○○
Spannung: ●●●○○
Liebe: ●●●●○
Erotik: ●○○○○
Originalität: ●●●●○

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Schattengesicht

Wagner Antje
Sonstige Buchform: 190 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 01.02.2018
ISBN 9783897414136
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Originalrezension: queerbuch.wordpress.com

Kurzbeschreibung Inhalt

Die erste Szene spielt sich im Gefängnis ab, in dem die 25-jähirge Protagonistin Milana ankommt. Als Insassin, und ohne Polly. In fünf Kapiteln zu fünf Lebensabschnitten entwirrt sich nach und nach, wie es dazu kommen konnte. Seit Kindheitstagen gibt es Mila und Polly nur zusammen. Sie sind auf der Flucht und können nie dorthin zurück, wo sie schon waren. Eine triste, schwerfällige Bedrohung verfolgt sie auf jedem Schritt.

Meine Meinung

Mehr sollte man meiner Meinung nach über den Inhalt vor dem Lesen möglichst nicht wissen. Das klaut einem sonst viel vom Leseerlebnis. Schattengesicht ist ein Buch, das sich zwischen den Kategorien bewegt. Es ist kein Jugendbuch, kein klassischer Erwachsenenroman. Kein Thriller, kein Krimi, keine Liebesgeschichte. Vielmehr ist es ein Augenblinzeln in einen tiefen Abgrund. Ein paar Momentaufnahmen verschiedener Lebensabschnitte – von der Kindheit bis zu den ersten Jahren des Erwachsenenlebens – die sich zu einem wirren Bild bruchstückhafter Hintergründe und Motive zusammensetzen und unweigerlich zu dem Ausgang führen, den man auf der ersten Seite vorgesetzt bekommt.

Mein erster Gedanke bei dieser Rückwärtserzählung war: Spannend. Mein zweiter: Wie soll das denn funktionieren? Aber genau das tut es. Jede Erwähnung hat ihren Sinn und sitzt genau da, wo man sie nicht erwartet, aber braucht. Man wird hellhörig, achtet auf jeden Hinweis und versucht dahinterzukommen, was es mit dem Verbrechen auf sich hat, mit Polly und Mila, mit ihrer ständigen Flucht. Denn obwohl man genau weiß, wie die Geschichte endet, weiß man vom Ende doch rein gar nichts. Die eigentliche Auflösung präsentiert Antje Wagner erst in den letzten drei Zeilen. Bis dahin meint man, etwas zu ahnen, aber eben doch nichts zu wissen, sehnt sich nach der Aufklärung der eigenen Unwissenheit. Auf der letzten Seite angekommen hatte ich das Gefühl, das Buch nicht verstanden zu haben, bis ebendiese letzten drei Zeilen Zugang zu meinem Kopf fanden. Die Worte, die den Leser dazu bringen, jede Szene neu zu durchdenken, bis sie schließlich Sinn ergibt. Die Worte, die den Drang auslösen, das Buch direkt wieder von vorne zu lesen, einen aber doch so ermatten, dass man erstmal zur Ruhe kommen muss.

Schattengesicht ist düster, beengend und unterschwellig sehr traurig. Mit der Zeit versteht man, dass Einsamkeit, Verrat und wiederkehrende Angst dabei die vorherrschenden Themen sind. Trotzdem ist den Worten an sich nicht diese Schwere zu entnehmen. Es ist ein Gefühl, das sich einem ganz heimlich und unterschwellig um den Nacken legt und mit der Zeit immer mehr Gewicht entwickelt, bis man seine Existenz nicht mehr leugnen kann. Je mehr man sich dem Beginn der Geschichte und damit auch der ersten Begegnung zwischen Mila und Polly nähert, desto mehr wird deutlich, wie viel von der Entwicklung des Charakters und des eigenen Lebens durch Ereignisse in der Kindheit vorgeprägt wird.

Es gab einen Punkt in der Geschichte, bei dem ich mir dachte: Ernsthaft? Mädchen, warum tust du das? Du hättest all dem entgehen können. Ich dachte, dass die Autorin diesen Teil ja einfach gelöst hatte und ärgerte mich sogar darüber. Bis ich es zum Schluss endlich verstand. Die unter euch, die das Buch schon gelesen haben, wissen vielleicht, welche Stelle ich meine. Diese eine Stelle machte die Geschichte für mich nur noch in sich geschlossener, weil sie zeigt, dass man am wenigsten sich selbt und seinen eigenen Handlungen entkommen kann. Dass Selbtsmanipulation die vielleicht größte Macht über uns haben kann.

Mit keinem Wort ging es bisher um queere Charaktere. Das spielt in diesem Buch auch eine überaus untergeordnete Rolle, ist aber doch präsent und wichtig für den ein oder anderen Handlungsverlauf. Einigen Hinweisen lässt sich entnehmen, dass sich die Hauptperson(en) eher zu Frauen und weniger zu Männern hingezogen fühlt/en. Gerade dass dieses Thema nur so am Rande einfließt, freut mich sehr für die queere Repräsentation in der Literatur.

Fazit

Schattengesicht ist ein unbedingt empfehlenswerter Psychothriller, das trifft es wohl am besten. Die Geschichte, die mit so wenigen Worten erzählt wird, geht definitiv an die Substanz und lässt mich auch nach Tagen nicht los. Denn nach Beendigung des Buchs beginnen erst die eigentlichen Gedanken, mit denen man die Welt zwischen den Zeilen zu ergründen versucht. Antje Wagner hat hier ein sprachliches Meisterwerk geschaffen, das einen trotz vieler Andeutungen und Vorahnungen bis zum Schluss im Dunkeln tappen und an sich zweifeln lässt.

Humor: ○○○○○
Anspruch: ●●●●○
Spannung: ●●●●●
Liebe: ●●○○○
Erotik: ○○○○○
Originalität: ●●●●○

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51 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

jugendbuch, mystery, internat, fantasy, insel

Der Schein

Ella Blix
Fester Einband: 472 Seiten
Erschienen bei Arena, 19.01.2018
ISBN 9783401604138
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Originalrezension: queerbuch.wordpress.com

Kurzbeschreibung Inhalt

Die 16-jähirge Alina soll für ganze sechs Monate ihr geliebtes Berlin verlassen und solange ausgerechnet auf der hintersten Ostseeinsel das Internat Hoge Zand besuchen, da es ihren Vater für diese Zeit beruflich nach Amerika verschlägt. Ihre Mutter hat sie vor vielen Jahren verloren. Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass Handyempfang dort Fehlanzeige ist, darf sie sich noch mit einer grummeligen Mitbewohnerin und der eingefleischten Truppe der »Lonelies« herumschlagen, die einzigen, die außer Alina auch am Wochenende im Internat bleiben. Schon bald beobachtet sie aus ihrem Turmzimmer seltsame Lichtblitze, die in der Nacht über das Naturschutzgebiet zucken, das IN KEINEM FALL betreten werden darf, doch das Geheimnis muss gelöst werden. Wenn man dabei noch einer völlig Fremden begegnet, die sich merkwürdig verhält, in einem aber doch irgendwie das Gefühl einer tiefen Verbundenheit auslöst, macht das die Lösung nicht gerade einfacher. Zusammen mit den »Lonelies« beginnt sie die Spurensuche.

Meine Meinung

Beginnen wir mit dem Autorenduo: Hinter Ella Blix verbergen sich die beiden Autorinnen Antje Wagner und Tania Witte. Wenn man zu Beginn noch versucht, herauszufinden, wer welchen Teil geschrieben hat, so gibt man bald auf – geschrieben ist die Geschichte wie aus einem Guss. Die Autorinnen haben beide schon (Jugend-)Romane mit queeren Charakteren veröffentlicht und haben auch hier nicht damit gespart, allerdings trifft dies auf die Hauptperson in diesem Fall nicht zu.

Die Geschichte fand ich richtig spannend. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich endlich wissen wollte, was denn nun der Grund für all die merkwürdigen Geschehnisse ist und wie alles zusammenhängt. Besonders schön fand ich, dass man während des Lesens gar nicht drumherum kommt zu spekulieren und sich die wildesten Erklärungen auszudenken – und am Ende doch völlig überrascht wird. Man bekommt Hinweise auf dem Silbertablett serviert und kann sie doch erst zu einem Bild zusammensetzen, wenn die Zeit der Auflösung gekommen ist. Es handelt sich also um einen Young Adult Roman mit Mystery-Elementen, der sich gaaanz leicht in die SciFi-Richtung lehnt.

Die Ausarbeitung der Charaktere finde ich überaus gelungen. Immer wieder wird mit Vorurteilen gespielt, wie jemand zu sein hat, wenn er eine bestimmten Namen hat oder auf eine bestimmte Weise spricht. Ich verspreche euch: Der Schein trügt. 😉 Die Diversität wird hier großgeschrieben. Obwohl es sich um einen »stinknormalen« Hetero-Jugendroman handelt, könnte er nicht vielfältiger sein und die LGBT-Community auf unaufdringlichere und dennoch allgegenwärtige Weise repräsentieren. Ob es nun Vergleiche mit der queeren Serie »Orange Is The New Black« sind, Kerstin Ott als Hintergrundmusik erkennbar wird oder es sich durch einen genderqueeren Modeblogger äußert – hier ist von allem etwas dabei. Auch ein lesbischer Nebencharakter taucht hier auf.

Den Humor, der sich durch den luftigen Schreibstil zieht, möchte ich auch nicht unerwähnt lassen. Im ersten Drittel des Buches bekam ich mein Schmunzeln kaum aus dem Gesicht und es war nicht selten der Fall, dass ich vor mich hin kicherte. Ab der Hälfte wird der Humor nach und nach etwas von der Spannung überdeckt, die aufgebaut wird; bei derartiger Spannung den Humorpegel zu halten, ist wohl aber auch ein Ding der Unmöglichkeit.

Zwei kleine Sachen habe ich an diesem Buch aber auch zu bemängeln. Zum einen hatte ich beim Lesen immer mal wieder das Gefühl, durch den Denkfluss der Protagonistin ausgebremst zu werden. Gedanken wie »Beib doch mal dran, Mädchen! Lass dich nicht so schnell ablenken! Ja, sowas ist tatsächlich möglich!« kamen mir dann doch hin und wieder in den ungeduldigen Sinn. Zum anderen war mir die Auflösung im Vergleich zur Länge und Intesität des Spannungsaufbaus etwas zu kurz – sowohl auf die Zeitenanzahl als auch auf den Inhalt bezogen. Noch ein bisschen mehr Aufklärung wäre einfach schön gewesen, mein Herz schreit nach einem zweiten Teil; auch wenn dieser zur Zeit leider nicht geplant ist. Manchmal ist es vielleicht auch nicht schlecht, wenn einem am Ende des Buchs noch Raum zum eigenen Nachdenken und Erschließen gelassen wird, so staubt der Kopf nicht ein.

Fazit

Der Schein ist ein spannender Jugendroman mit Mystery-/SciFi-Elementen, den man kaum aus der Hand legen mag. Inhaltlich ist er auf ein jugendliches Publikum abgestimmt, lässt aber gerade Lesern, die sich ab und an mit LGBT+-Themen auseindersetzen oder sich gar viel in der LGBT+-Community bewegen, einige Leckerbissen zukommen. Denn auch wenn oder gerade weil hier kein zentrales LGBT+-Thema dargestellt wird, finde ich diesen Roman so wichtig für die moderne diverse Literatur – er vertritt eine so große Anzahl an Diversitäten, wie es sonst nur selten der Fall ist. Eine klare Leseempfehlung von mir!

Humor: ●●●●●
Anspruch: ●●○○○
Spannung: ●●●●○
Liebe: ●●○○○
Erotik: ●○○○○
Originalität: ●●●○○

Meine Wertung: 4/5 Sterne

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

100 schlimme Dinge, die mir bestimmt passieren

Carrie Mac , Christiane Steen
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 17.11.2017
ISBN 9783499217715
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Originalrezension: queerbuch.wordpress.com

Kurzbeschreibung Inhalt

Maeve ist 16 und leidet unter Angststörungen, wie etwa 3 % der Bevölkerung. Ihr Coming Out hat sie schon längst hinter sich. Da ihre Mutter für sechs Monate mit ihrem neuen Freund nach Haiti geht, verbringt Maeve diese Zeit bei ihrem Vater, seiner Frau und ihren beiden sechsjährigen Halbbrüdern. Sie kennt Fakten über die Anzahl an Todesopfern durch Unfälle, Krankheiten, menschliches Versagen und malt sich ununterbrochen alle schrecklichen Möglichkeiten aus, die in diesem oder jenem Fall eintreffen können. Wie wahrscheinlich diese tatsächlich sind, spielt für sie keine Rolle. Schon auf den ersten Seiten begegnet sie der Geige spielenden Salix, dies es doch tatsächlich schafft, sie abzulenken. Die Begegnungen häufen sich, doch nebenbei muss Maeve noch mit einem alkoholkranken Vater, einer hochschwangeren Stiefmutter und zwei kleinen Brüdern zurechtkommen, die ihr kaum Zeit für ihre Ängste lassen…

Meine Meinung

Wer ein spannendes Jugendbuch sucht, das tiefe Einblicke in ein Leben mit Angststörungen gibt, wird hier nicht fündig werden; denn dieses Buch ist ruhig. Es gibt keinen großen Spannungsbogen, vielmehr fühlt es sich an wie ein Abschnitt mitten aus Maeves Leben gegriffen. Und genau das macht es so authentisch. Im ersten Teil der Geschichte erfährt man viel über Maeves Umgang mit ihren Angststörungen, sie wirft mit Zahlen und Fakten um sich und therapiert sich selbst mit Zeichnen, wenn es besonders schlimm wird. Ihr unzuverlässiger Vater, der früher mal Mitglied einer bekannten Band war, ist da keine große Hilfe. Trotzdem, und das gefällt mir so an der Geschichte, wird ihr Vater dadurch nicht zum »Bösen«, denn jeder Mensch ist facettenreich und dadurch niemals nur in »Gut« oder »Böse« zu kategorisieren. Ihre Stiefmutter Claire ist großartig, sieht Maeve genauso als Teil der Familie, auch wenn sie nicht ihre leibliche Tochter ist. Die kleinen Brüder Corbin und Owen geben der Geschichte den nötigen Humor und machen sie lebendig. Denn obwohl Angststörungen ein ernstes Thema sind, musste ich beim Lesen wirklich oft schmunzeln.

Die Sorgen und Unsicherheiten, die bei der ersten Liebe entstehen, intensivieren sich in dieser Geschichte besonders. Wozu sich auf einen anderen Menschen einlassen, wenn die Zeit sowieso begrenzt ist? Wozu sich erklären, wenn die andere Person einen sowieso nicht versteht? Oder sterben könnte? Doch da wir alle nicht perfekt sind, schreckt Maeves ab und zu etwas seltsames Verhalten Salix nicht ab. Und wenn man schon diese aufregenden Schmetterlinge im Bauch fühlt, wie könnte man sich ihnen überhaupt entziehen? Und möglicherweise können diese Gefühle auch etwas Gutes bewirken und ein kleines bisschen Kraft spenden…

Ich finde, dieser Jugendroman war schon lange überfällig. Eine Geschichte, in der man mal einen anderen Aspekt des Lebens kennen lernt, so wie in vielen anderen guten Jugendbüchern, die sich gerade auf dem Markt tummeln. Mit dem kleinen, fast unbedeutenden Zusatz, dass Maeves Gegenpart ein Mädchen ist, und dass das völlig normal ist.

Fazit

100 schlimme Dinge, die mir bestimmt passieren dreht sich um den Umgang mit Angststörungen, um besonderen Familienzusammenhalt, das Über-sich-Hinauswachsen und die erste große Liebe, die vielleicht flüchtig sein mag, aber doch unvergleichlich bleibt. Es ist ein ruhiges Buch über das Leben und darüber, dass es möglich ist, Großes zu schaffen, wenn man es wirklich will. Und darüber, dass nichts perfekt ist, aber diese Unvollkommenheit unser Leben bestimmt und es wunderschön macht.


Humor: ●●●○○
Anspruch: ●●○○○
Spannung: ●○○○○
Liebe: ●●●●○
Erotik: ●●○○○
Originalität: ●●●●○

Meine Wertung: 4/5 Sterne

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55 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

aristoteles und dante entdecken die geheimnisse des universums, benjamin alire sáenz, coming-of-age, dante, aristoteles

Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums

Benjamin Alire Sáenz , Brigitte Jakobeit
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423717410
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Originalrezension: https://queerbuch.wordpress.com

Kurzbeschreibung Inhalt

Aristoteles ist 15, US-Amerikaner mit mexikanischen Wurzeln und gelangweilt. Er ist gern allein und im Allgemeinen eher unzufrieden mit sich und seiner Umgebung. Eines Tages trifft er auf Dante, der einen genauso ungewöhnlichen Namen hat, wie er. Er trifft ihn nicht irgendwo, sondern im Schwimmbad. Aristoteles, der sich selbst lieber Ari nennt, kann nämlich nicht schwimmen und versucht, sich das beizubringen. Dante sieht ihn dabei und bietet ihm an, ihn dabei zu unterstützen und so freunden sich die beiden an. Auch wenn oder gerade weil sie sehr verschieden sind, entwickelt sich hier eine ganz besondere Art der Beziehung. Dante liest, redet und zeichnet, Ari ist eher still, und haut dann wieder auf den Putz. Was sonst noch so passiert, möchte ich gar nicht vorwegnehmen, es ist so viel besser, wenn man ohne viel Hintergrundwissen zur Handlung an dieses Buch rangeht (so wie ich)! Dass sich da eventuell etwas in Richtung Verlieben entwickeln wird, ist denke ich kein Geheimnis…

Meine Meinung

DAS ist das Buch. Das Buch, das mich versteht. Das mein 15-Jahre-altes Ich versteht. Verdammt, ich wünschte, ich hätte es damals schon gehabt. Es hat mich umgehauen. Es hat mich bis in die letzte Faser meines Körpers durchdrungen und mit seiner Energie ausgefüllt, oder besser, überschwemmt. Warum muss man sich als Teenager eigentlich schrecklich fühlen? Gehört das dazu? Ich habe noch keinen anderen Roman gelesen, der das innere Coming Out treffender, realer und ganz ohne den eigentlichen Begriff darstellt. Ich meine hier das Innere Coming Out gar nicht unbedingt zwingend in Bezug auf die Sexualität. Als Teenager IST man verwirrt. Wie auch nicht, bei all der Veränderung, die man körperlich und hormonell erlebt. Ich glaube, das geht gar nicht anders. Es gibt eine Zeit, in der setzt man sich ganz besonders damit auseinander, wer man ist, wer man sein will und dass man vielleicht auch wirklich gewollt ist und gut so, wie man ist. Ich hatte genauso diese Phase, in der man keine Liebe annehmen kann, nicht von Freunden oder den Eltern, besonders nicht von den Eltern. Wenn du dich selbst nicht richtig findest, fällt es dir wohl schwer, anderen zu glauben, dass du eben doch auf deine Weise richtig bist.

Die Charaktere haben mich ebenso in Ihren Bann gezogen. Man sollte vielleicht noch dazusagen, dass die Geschichte in den 80ern spielt (das ist einfach schon über 30 Jahre her!), zu welcher Zeit Homosexualität in Amerika noch nicht ganz so »normal« und akzeptiert war wie heute. Trotzdem waren die Entwicklungen und Rekationen der Charaktere ein Traum. Auch wenn es natürlich einige Widrigkeiten gibt, denen die beiden Hauptpersonen ausgesetzt sind, lernt man in diesem Buch viel über Familienzusammenhalt und wie man es schafft, diesen zu entwickeln. Beide Elternpaare habe ich sofort ins Herz geschlossen und es war so schön mitzuerleben, wie sie sich verändern und zusammenwachsen.

Der Schreibstil war auch einfach toll. Ich bin nur so durch das Buch geflogen. Es war einfach so schön und so echt. An dieser Stelle möchte explizit aussprechen, dass ich das Buch absolut jedem empfehle. Auch denen die meinen, sie könnten nicht viel damit anfangen, weil es um zwei Jungs geht. Vielleicht ist es nicht jedem so ergangen. Vielleicht ist jeder seinen ganz eigenen Weg zur Akzeptanz seiner Sexualität oder seines Selbsts gegangen. Aber vielleicht steckt in uns allen auch ein bisschen Ari.

Fazit

Nie habe ich auch nur irgendwo eine so echte und nahbare Darstellung des inneren Coming Out Prozesses erlebt. Man fühlt sich wieder wie 15, aber auf eine gute Weise. Gewissermaßen kann man durch Aristoteles und Dante ein Stückchen mehr Frieden mit sich schließen.

Humor: ●●○○○
Anspruch: ●●●○○
Spannung: ●●●○○
Liebe: ●●●○○
Erotik: ●○○○○
Originalität: ●●●●○

Meine Wertung: 5/5 Sterne

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37 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

briefe, tod, missbrauch, familie, kurt cobain

Love Letters to the Dead

Ava Dellaira
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Square Fish, 29.09.2015
ISBN 9781250062963
Genre: Romane

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8.483 Bibliotheken, 73 Leser, 13 Gruppen, 158 Rezensionen

fantasy, bücher, jugendbuch, cornelia funke, tintenwelt

Tintenherz

Cornelia Funke ,
Buch: 567 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.11.2010
ISBN 9783841500120
Genre: Jugendbuch

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2.266 Bibliotheken, 19 Leser, 6 Gruppen, 54 Rezensionen

gauß, humboldt, mathematik, wissenschaft, deutschland

Die Vermessung der Welt

Daniel Kehlmann , any.way , Cathrin Günther , Walter Hellmann
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 29.02.2008
ISBN 9783499241000
Genre: Romane

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(2.624)

3.506 Bibliotheken, 49 Leser, 9 Gruppen, 76 Rezensionen

dystopie, klassiker, big brother, überwachung, utopie

1984

George Orwell , Michael Walter
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.06.1994
ISBN 9783548234106
Genre: Klassiker

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(2.913)

3.461 Bibliotheken, 4 Leser, 13 Gruppen, 207 Rezensionen

liebe, e-mail, internet, freundschaft, email

Gut gegen Nordwind

Daniel Glattauer
Flexibler Einband: 222 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 07.07.2008
ISBN 9783442465866
Genre: Romane

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(2.360)

2.908 Bibliotheken, 18 Leser, 8 Gruppen, 82 Rezensionen

liebe, zeitreise, zeitreisen, fantasy, schicksal

Die Frau des Zeitreisenden

Audrey Niffenegger , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 543 Seiten
Erschienen bei Fischer (S.), Frankfurt, 01.08.2004
ISBN 9783100524034
Genre: Fantasy

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(2.749)

3.563 Bibliotheken, 42 Leser, 6 Gruppen, 83 Rezensionen

barcelona, bücher, spanien, liebe, roman

Der Schatten des Windes

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 07.03.2013
ISBN 9783596196159
Genre: Romane

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(2.291)

3.103 Bibliotheken, 20 Leser, 11 Gruppen, 107 Rezensionen

liebe, frankreich, paris, freundschaft, wohngemeinschaft

Zusammen ist man weniger allein

Anna Gavalda , Ina Kronenberger
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.10.2006
ISBN 9783596173037
Genre: Romane

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(8.821)

10.436 Bibliotheken, 77 Leser, 10 Gruppen, 366 Rezensionen

krebs, liebe, tod, john green, krankheit

Das Schicksal ist ein mieser Verräter

John Green , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.05.2014
ISBN 9783423625838
Genre: Jugendbuch

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(12.672)

15.671 Bibliotheken, 108 Leser, 32 Gruppen, 461 Rezensionen

dystopie, liebe, panem, hungerspiele, suzanne collins

Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele

Suzanne Collins , Sylke Hachmeister , Peter Klöss , Werbeagentur Hauptmann & Kompanie
Buch: 416 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.10.2012
ISBN 9783841501349
Genre: Jugendbuch

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(8.121)

9.634 Bibliotheken, 43 Leser, 8 Gruppen, 236 Rezensionen

liebe, zeitreise, fantasy, kerstin gier, zeitreisen

Rubinrot

Kerstin Gier
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Arena, 03.01.2014
ISBN 9783401506005
Genre: Jugendbuch

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(12.027)

16.134 Bibliotheken, 57 Leser, 28 Gruppen, 325 Rezensionen

fantasy, harry potter, magie, hogwarts, zauberei

Harry Potter und der Stein der Weisen

Joanne K. Rowling , Klaus Fritz
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.07.1998
ISBN 9783551551672
Genre: Jugendbuch

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(2.211)

3.069 Bibliotheken, 23 Leser, 7 Gruppen, 105 Rezensionen

selbstmord, liebe, leben, psychiatrie, tod

Veronika beschließt zu sterben

Paulo Coelho , Maralde Meyer-Minnemann
Flexibler Einband: 223 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.04.2007
ISBN 9783257233056
Genre: Romane

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(1.595)

2.160 Bibliotheken, 18 Leser, 6 Gruppen, 68 Rezensionen

selbstmord, freundschaft, suizid, london, england

A Long Way Down

Nick Hornby , Clara Drechsler , Harald Hellmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 19.12.2013
ISBN 9783426615362
Genre: Romane

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