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Die Schönheit der Nacht

Nina George
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.05.2018
ISBN 9783426654064
Genre: Romane

Rezension:

Vollständige Rezension: queerbuch.wordpress.com

Dieses Buch ist in so vielen Facetten wunderschön. Angefangen bei seiner Hülle, der Gestaltung des Covers und sehr besonderen Stoffbindung mit geradem Buchrücken, einem türkisfarbenem Lesebändchen und gleichfarbigen Vorsatz mit zwei Zeilen, die sogleich die Tiefe des Inhalts widerspiegeln: »Im jedem Blick suchen wir das Meer. Und in jedem Meer den einen Blick.«

Ein weiterer Hinweis darauf, dass man mit diesem Buch etwas Besonderes vor sich hat, ist die Widmung »Für die Freiheit der Frauen.«, die für mich genau die Essenz wiedergibt, um die es in dieser Geschichte eigentlich geht. Denn es geht nicht um die Dramatik dessen, dass eine Frau ihren Mann betrügt, denn als solcher Betrug wird das gar nicht gesehen. Die Verbindung einer Ehe steht auf einer ganz anderen Ebene als das kurze sexuelle Flüchten in andere Welten, dem beide Ehepartner regelmäßig nachgehen. Es geht um die Aufopferung Claires, die sie seit dem Tag ihrer Einschulung begleitet und um die Frage nach dem »Was brauchst du?« vor dem »Was brauche ich?«. Gilles, der seine künstlerische Frustration in Liebschaften mit anderen Frauen auslebt und doch seine Ehe mit Claire nie in Frage stellt. Es geht um Missverständnisse, fehlende Nähe und fehlende Annäherung, die Claire vergessen lassen, wo sie eigentlich hinwollte, welche Träume und Pläne sie hatte. Claire, die nicht nur Mutter, Ehefrau, erfolgreiche Verhaltensbiologin, Mutter sein will sondern Claire.

Und dann kommt Julie. Julie, die noch überhaupt nicht weiß, wer sie ist, voller Erwartung an das Leben, an etwas, das sie brennen lässt, damit sie spürt, was es heißt zu leben. In Nico, Claires Sohn, hofft sie genau das zu finden. Und so ungünstig Claires und Julies Kennenlernen auch sein mag, so einfach gestaltet sich die Annäherung auf Basis der Geheimnisse, die sie vor ihrer Umwelt haben. Claire, die Ehebrecherin, die eigentlich von einer künstlerischen Tätigkeit träumt; Julie, die nicht schwimmen kann, die für ihr Leben gern singt aber Angst hat, die für Nico nicht das fühlt, was sie fühlen will.

Mit diesem Hintergrund war es für mich doch nicht ganz klar, worauf das Buch hinausläuft, fand es am Ende angekommen aber doch sehr stimmig. Für alle, die sich fragen, ob das nun ein Buch über zwei Frauen ist, die zusammenkommen, möchte ich zunächst mit folgenden beiden Zitaten antworten (es folgen Spoiler):

Vier Sorten Salz. Das Salz des Meeres. Das Salz der Tränen. Das Salz des Schweißes. Das Salz des »Ursprungs der Welt«, wie Gustave Courbet die dunkle Blüte einer Frau nannte. (S. 22)

Claire nahm Julies Hand und zog sie hoch, sie liefen über die Wiese zurück ins Haus, sie zogen einander die Schwimmanzüge aus, sie kosteten vier Sorten Salz. (S. 296)

Trotzdem sind die Frauen nicht für ein gemeinsames Leben gemacht, sondern genau das, was sie in dem Moment brauchen, was sie brauchen, um wieder zu sich zu finden (Claire) und herauszufinden, wer immer neben ihnen schwimmt (Julie). Um herauszufinden, dass sie nicht »Frau von«, »Mutter von«, »Schwägerin von« sein wollen, sondern einfach Juliet und Claire. Dass sie frei sein wollen und genau danach streben, was sie ausmacht.

Wer eine lesbische Liebesgeschichte sucht, den wird Die Schönheit der Nacht enttäuschen, denn das ist es nicht. Wie das im Leben oft der Fall ist, begegnen wir Menschen, an denen wir wachsen, die uns für eine gewisse Zeit die Welt bedeuten und in diesem Fall die Suche nach uns selbst ermöglichen. Zwei Menschen, die nach einiger Zeit wieder getrennte Wege gehen und die sich gegenseitig in warmer Erinnerung behalten. Auch gibt dieses Buch Hoffnung für Ehen, die verloren scheinen, und die vielleicht doch noch eine Chance erhalten, wenn jeder nach seinen Zielen und Idealen strebt und ehrlich zu sich selbst ist.

Die größte Schönheit dieser Geschichte liegt für mich allerdings im Schreibstil der Autorin. Selten lese ich Werke, bei denen jedes einzelne Wort so sorgsam ausgesucht scheint und so bedacht gewählt, dass die Sätze einen wellenartig wie das Meer durch die Seiten tragen und eine vollkommene Unvollkommenheit bilden. Nina George schreibt in voller Poesie und lässt uns diese Freiheit, man selbst zu sein und vor allem, mit sich selbst zu sein, nur zu deutlich spüren.

Fazit

Die Schönheit der Nacht hat mich sehr berührt. Es wühlt auf und schenkt ein Stück der Freiheit, die man vielleicht schon hin und wieder in Andeutungen gespürt hat und hofft, irgendwann selbst zu finden. Zwei Frauen, die sich durch ihre gegenseitige Annäherung selbst finden und irgendwann wieder loslassen. Geschrieben in zutiefst poetischer Sprache, in der man nur so versinken kann. Vom Lieben, Loslassen und Wiederfinden. Eines meiner Jahreshighlights und unbedingt empfehlenswert.

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130 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 15 Rezensionen

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Love, Simon (Filmausgabe)

Becky Albertalli , Ingo Herzke
Flexibler Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.05.2018
ISBN 9783551317520
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Vollständige Rezension: queerbuch.wordpress.com

Wertung: 4,5 Sterne

Eine wunderbare Sache vorweg: Schwulsein wird hier nicht als Problem dargestellt. Im Gegenteil. Wir leben heute in einer viel aufgeklärteren und toleranteren Gesellschaft als noch vor zehn, zwanzig oder noch mehr Jahren, sodass diejenigen die »Bösen« sind, die sich über Homosexualität lustig machen und zur Rechenschaft gezogen werden. Diese Menschen, die Homosexualität als Grund zur Beleidigung nehmen, gibt es zwar immer noch, werden aber inzwischen von einem großen Teil der Gesellschaft dafür verachtet. Jippie! Das Problem an der Erpressung von Simon ist also eigentlich gar nicht, dass Simon Angst davor hätte, wenn alle wüssten, dass er schwul ist, sondern die Entscheidung, etwas doch so Persönliches über sich seiner Familie, seinen Freunden oder der ganzen Welt zu verkünden, einem tatsächlich Angst machen kann.

Was einen wiederum zur berechtigten Frage führt: Warum müssen sich nur queere Menschen outen? Warum ist hetero die Normalität oder Weiß als Hautfarbe? Logischerweise sind zwar die LGBT+-Personen eine Minderheit, aber diese Minderheit ist trotzdem so groß, dass irgendwie jeder jemanden kennt.

Simon ist mit sich selbst also ziemlich im Reinen, möchte aber aus seiner Homosexualität keine große Sache machen, weshalb er sie bis jetzt verschwiegen hat. Kommt euch das nicht auch bekannt vor, wenn Eltern aus jeder noch so kleinen Veränderung oder Entwicklungsschritt eine große Sache machen und am liebsten eine Party feiern würden? Wenn er erste Schock verdaut ist. Nachdem ich meine Sexualität akzeptiert hatte, ging es mir da gar nicht so unähnlich. Blue dagegen ist noch nicht so weit wie Simon und möchte daher ihr erstes Aufeinandertreffen so weit wie möglich hinauszögern, um ihre besondere Art der Beziehung nicht kaputt zu machen.

Und diese Liebesgeschichte ist wahnsinnig süß. Sie ist vorbehaltlos und ehrlich und zum Dahinschmelzen kribbelig. Kann man sich überhaupt über Mails ineinander verlieben? Doch wenn du dich bei deinem Gegenüber so aufgehoben und verstanden fühlst und den ganzen Tag an nichts anderes als seine Worte denken kannst… Möglicherweise schon. Ich habe von Anfang an mitgefiebert und -geraten, wer sich wohl hinter Blue versteckt, auch wenn irgendwann nach der Hälfte des Buchs ein »Das ist Blue« in meinen Kopf gepflanzt wurde, womit ich am Ende auch Recht behielt. Das ist aber nicht schlimm, denn Simon sieht den Wald vor lauter Bäumen einfach nicht. So wurde das »Wer ist Blue?« auch nicht zum Hauptteil der Geschichte, sondern vielmehr Simons Weg zu sich selbst, und das auf unglaublich humorvolle und einfühlsame Weise, auf dem ihn seine Freunde und Familie begleiten.

Da es über Love, Simon (bzw. Nur drei Worte) nun doch schon einige Rezensionen gibt, kam ich nicht umhin, die Kritik zu lesen, die der ein oder andere Leser hatte. Nein, besonders realistisch ist die Geschichte nicht. Doch welcher Young Adult Contemporary Roman ist das schon? Wir wollen über Mut lesen, über süße Protagonisten, darüber, dass Liebe funktionieren kann. Dass in allen Menschen das Gute steckt und sie einsichtig sind, auch wenn sie manchmal Fehler machen. Dass es glückliche, wenn auch verschrobene Familien gibt, die ihre Kinder lieben, egal was sie tun.

Fazit

Jeder, der eine süße, mutmachende und homorvolle Geschichte sucht, die tolle und liebenswerte Charaktere einbindet, sollte Love, Simon (bzw. Nur drei Worte) lesen. Es mag ein Mainstream-Buch sein, das sowieso jeder liest; aber genau das ist das Tolle daran. Dass eine so süße Geschichte über einen schwulen Jungen und seine erste und so besondere Liebe zum gehypten Mainstream-Buch wurde. Und ich freue mich sehr darüber, dass es inzwischen ein Sequel über Leah gibt: Leah on the Offbeat, die selbst bisexuell ist.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

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Dieses Leben gehört: Alan Cole – bitte nicht knicken

Eric Bell , André Mumot
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 25.04.2018
ISBN 9783737354882
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Vollständige Rezension: queerbuch.wordpress.com

Ein Feigling – dafür hält sich Alan seit seiner Geburt. Sein Vater nennt ihn immer nur »Goldfisch«; ein Tier, das man nur aus Gründen der Dekoration hat, das aber sonst nichts kann. Sein Bruder Nathan taucht immer wieder aus dem Nichts auf, zwingt ihn zu allen möglichen Dingen, droht mit Gewalt und wendet diese auch an. Es bereitet ihm großes Vergnügen, Alan zu demütigen. Mich hat dieses Verhältnis der Geschwister und das Verhalten von Nathan sehr schockiert, weil ich einfach nicht mit dieser Thematik gerechnet hatte. Bis zu den ersten Szenen mit dem Vater, der seine Kinder als größtmögliche Enttäuschung betrachtet und dessen Frau einfach nichts zu melden hat, sondern nur ängstlich zurückzuckt, fragte ich mich doch tatsächlich, ob ich in meiner Kindheit da etwas falsch verstanden habe und Jungs so miteinander umgehen (ich habe nur eine Schwester). Diese Alltäglichkeit der Gewalt in Familien hat Eric Bell so selbstverständlich einfließen lassen, dass es mir die Haare zu Berge stehen ließ. Ich hätte Alan die meiste Zeit über am liebsten in den Arm genommen und ihm gesagt, dass es nicht so sein muss, dass das NICHT normal und okay ist, dass er so nicht leben muss. Dass er mehr wert ist.

In diesem Buch geht es um Akzeptanz, um Selbstakzeptanz und Vielseitigkeit. Na klar, denkt ihr euch jetzt bestimmt, es geht ja auch um Homosexualität. Diese Schlagworte treten aber in einem ganz anderen Zusammenhang auf, dass Alan akzeptiert, dass er schwul ist, ist nur der kleinste Teil davon. Madison, ein Junge mit einem Mädchennamen, ist übergewichtig und ein Superhirn – er verhält sich eigentlich wie ein intellektueller Erwachsener. Zack lässt sich leicht ablenken, seine Haare stehen in alle Richtung ab und er wird nicht nur als leicht beschränkt, sondern auch als sehr merkwürdig wahrgenommen. Madison und Zack sind wie Alan Außenseiter, Gemeinsamkeiten haben sie auf den ersten Blick nicht. Die Hauptaussage dieser Geschichte ist eigentlich: Wir sind alle verschieden, aber wir sind auch alle gleich. Und so werden Madison, Zack und Alan nach und nach Freunde.

Ich mochte die Geschichte sehr gerne. Sie ist bittersüß – grausam und schön zugleich. Ein bisschen musste ich bei Alan an den Alan von Two and a Half Men denken, der von seinem Bruder Charlie als Kind (sowie als Erwachsener) malträtiert wurde. Wer weiß, was aus diesem Alan geworden wäre, wenn er den Mut gefasst hätte, sich gegen seinen Bruder aufzulehnen?

Das Buch wird vom Verlag für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren empfohlen. Ich hatte ja schon erwähnt, dass ich es großartig finde, dass die LGBT+-Thematik nun auch mehr im Kinderbuchbereich auftaucht. Ich erinnere mich noch daran, wie ich in der ersten Klasse vehement verkündet habe, dass es doch total doof ist, einen Jungen heiraten zu müssen und ob ich nicht auch meine Freundin heiraten könne. Damals begriff ich natürlich nicht nicht, dass das als »gesellschaftlich verwerflich« angesehen wurde. Hätte ich solche Bücher schon damals gelesen, hätte ich es vielleicht früher kapiert (und auch meine Eltern!). Ein weiteres LGBT+-Kinderbuch für diese Altersgruppe ist George, in dem es um das Transmädchen George geht.

Ein wenig gestört hat mich die Schwarzweiß-Darstellung des Vaters. Es wird zwar irgendwann erklärt, aufgrund welchen Traumas er sich so verhält, ich fand allerdings die Darstellung etwas sehr vereinfacht… Nun gut, für Kinder muss man das wohl etwas weniger ausführlich erklären. Den englischen Titel Alan Cole Is Not A Coward (Alan Cole ist KEIN Feigling) finde ich zwar wie immer passender gewählt, aber das ist ebenso Klagen auf hohem Niveau. Was mich sehr gefreut hat, ist, dass im Oktober die Fortsetzung Alan Cole Doesn't Dance auf Englisch erscheint. :) Denn das Ende von dieser Geschichte ist nur ein Anfang, es geht weiter!

Fazit

Dieses Leben gehört: Alan Cole hat mich wahnsinnig überrascht. Es ist ein ganz wichtiges Buch über Mut und darüber, dass du dir nicht alles gefallen lassen musst. Dass nicht alles deine Schuld ist. Dass du toll bist. Das Thema Homosexualität wird alltäglich dargestellt und eher weniger als Problem gesehen, als Gewalt in Familien. Es zeigt uns, dass wir viel erreichen können und Menschen zum Umdenken bewegen können, von denen wir das niemals erwartet hätten. Wenn wir nur zu uns selbst stehen und den Mut aufbringen uns als das zu sehen, was wir alle sind – großartig. Für das Buch gibt es von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung von mir!

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89 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

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Call Me by Your Name

André Aciman , Renate Orth-Guttmann
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 09.02.2018
ISBN 9783423086561
Genre: Romane

Rezension:

Vollständige Rezension: queerbuch.wordpress.com

Dieses Buch hat mich umgehauen. Sprachlich, literarisch, emotional an Intensität kaum zu übertreffen. Als weibliches Gegenstück dazu könnte man wohl Die Schönheit der Nacht von Nina George sehen, das ich kürzlich gelesen und zu einem meiner Jahreshighlights erklärt habe, wobei mich Call Me by Your Name fast noch mehr in den Tiefenrausch gezogen hat. Es ist wuchtiger, erotischer, wenn auch wenig explizit beschrieben, sondern poetisch in erinnerten Gefühlen dargestellt wird. Das ist, ohne das Buch selbst gelesen zu haben, vermutlich schwer nachvollziehbar. Vielleicht wird es so klarer:

Die Worte sind sorgfältig ausgewählt und wirken, obwohl Elio aus einer Akademiker-Familie stammt, zu intellektuell für einen 17-Jährigen; so mein erster Eindruck. Erst mit der Zeit, fast gegen Ende, wird klar, dass diese Worte nicht von einem 17-Jährigen stammen, sondern von einem Erwachsenen Mann, der über diese Jugendliebe sinniert und sich zurückerinnert. Der Großteil der Handlung ist in den 80er Jahren angesiedelt und sie endet 20 Jahre später, wenn beide Protagonisten längst ihrer Wege gegangen sind. Dadurch sind wir nie wirklich inmitten der Geschehnisse, da wir genau spüren, dass es sich um eine Erinnerung handelt. Und trotzdem erleben wir Elios Gefühle so intensiv, als würden sie niemals nachlassen.

Woher diese Intensität der Anziehung kommt, habe ich mich auch gefragt. Wäre nicht in einem Nebensatz gefallen, dass es sich nicht um die heutige Zeit, sondern eine Zeit vor gut 30 Jahren handelt, wäre mir vermutlich nicht klar gewesen, worin die heftige Abneigung sich selbst gegenüber als Antwort auf gelebtes Verlangen liegt. Doch Elio und Oliver lieben sowohl Frauen als auch Männer, und Worte wie Homo- oder Bisexualität sucht man in der Geschichte vergebens. Sie sind nicht bekannt, wenn nicht sogar verpönt, doch das interessiert auch gar nicht, denn hier geht es nur um die wachsende Anziehung zwischen den beiden. Trotzdem haben beide mit dieser Art des Verlangens zu kämpfen. Elio und Oliver werden Eins, sie rufen sich gegenseitig bei ihrem eigenen Namen, alles verschwimmt und sämtliche Barrieren werden aufgehoben, die einen, egal wie nah man sich steht, normalerweise vom Anderen trennt.

Im nächsten Abschnitt folgen SPOILER zum Ausgang der Geschichte.

Wie sehr ich mir in Büchern oft wünsche, die Protagonisten mögen auf ewig glücklich und zufrieden zusammenbleiben, so sehr gewinnt die Geschichte an Wucht und Nachhall, wenn das nicht der Fall ist. Eine Beziehung, die auf unbändigem Verlangen aufbaut und plötzlich und heftig ausgelebt wird, mit dem Wissen, dass nur noch Tage bleiben, bis die unausweichliche Trennung eintritt, ist nicht für die Ewigkeit geschaffen, denn das würde ihr die Intensität nehmen. Doch ihre Intensität mit dem Verlauf zu mildern, um sie weiterzuspinnen, hätte ich ertragen. Auf den letzten Seiten erlebt man 20 Jahre im Schnelldurchlauf, wie die Leben der beiden getrennt voneinander weitergehen und sie doch nie ganz voneinander loskommen. Die zeigen, wie besonders ihre Begegnung in jenem Sommer war. Und das hat mir das Herz zerrissen. Es hätte ein gemeinsames Leben geben können, irgendwie, doch es wurden andere Leben daraus, Parallel-Leben, die weniger wuchtig und trotzdem lebenswert sind. Doch seitdem ich den letzten Satz gelesen habe, komme ich nicht umhin mir vorzustellen, was gewesen wäre, wenn. Wenn die Welt in den 80ern schon offener und toleranter gewesen wäre. Wenn sie sich gegen die Sicherheit und für das Wagnis entschieden hätten. Für das große Ganze. Mein Herz bleibt blutend zurück.

Fazit

Call Me by Your Name (Ruf mich bei deinem Namen) ist ein in jeder Hinsicht herausragender Roman, sowohl sprachlich als auch emotional. Er hat mich umgehauen und in seine Tiefen gezogen. Eine solche Intensität habe ich beim Lesen selten empfunden. Es versprüht eine derartig heftige Nähe und Intimität, dass es gar nicht anders kommen kann, als irgendwann zu enden. Es ist eine Geschichte, die noch lange im Kopf und in jeder Faser des Körpers bleibt.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Kyra und das Volk der Jägerinnen

Taya Gondar
E-Buch Text: 262 Seiten
Erschienen bei Independently published, 26.10.2017
ISBN B076WRQKRS
Genre: Sonstiges

Rezension:

Vollständige Rezension: queerbuch.wordpress.com

Bevor ich meine Meinung zu diesem Buch in Worte fasse, muss ich die Kurzbeschreibung noch etwas ausbauen. Die Handlung ist dabei in der Jungsteinzeit, dem sogenannten »Neolithikum« angesiedelt, der Übergangszeit der Jäger und Sammler zum sesshaften Menschen. In diesem Buch sind zwei Bände vereint, die auch gut als »Teil 1« und »Teil 2« eines einzigen Buchs durchgehen würden, wobei jeder Teil seine eigene Spannungskurve besitzt. Im ersten Teil werden wir in das Leben der Jägerinnen und die lange Reise des anderen Volkes eingeführt, das »Naiset« genannt wird, und erleben das Aufeinandertreffen und Kennenlernen der beiden Völker. Kyra verfällt dabei der schönen Feija, eine Frau der Naiset, doch hat sie auch noch ihre Leibdienerin und Freundin Yuna aus Kindheitstagen an ihrer Seite, die einen festen Platz in ihrem Herzen hat. Nachdem die Bedrohung, die die Jägerinnen erwartet, immer präsenter wird, muss Kyra eine Entscheidung treffen: Folgt sie der schönen Fremden in ihr Land, wird ihr Volk das überstehen? Das Gefühlsdreieck aus Feija, Kyra und Yuna macht die Sache nicht leichter…

Ein Buch, in dem fast nur Frauen als Charaktere vorkommen, in dem die Anzahl an lesbischen Beziehungen und Liebschaften vergleichsweise hoch ist, ist etwas, das ich bisher noch nicht kannte und ziemlich erfrischend fand. Die Frau als solches wird hier gehuldigt und sowohl geistig als auch kämpferisch den Männern als häufig überlegen dargestellt. Das hat mir sehr gut gefallen, denn da Männer vermutlich in der früheren Zeit vermehrt ihrem (tierischen und kämpferischen) Instinkt gefolgt sind und sich dabei weniger überlegt und vorausschauend verhalten haben, war es schön mitzuerleben, wie sich ein reines Frauenvolk in dieser Zeit entwickeln und durchsetzen kann, trotz ihrer durchschnittlichen körperlichen Unterlegenheit. Auf der anderen Seite fand ich die männliche Darstellung teilweise etwas hart, da die meisten als hochgradig machtgierig, rücksichtslos und herablassend im Umgang mit Frauen beschrieben wurden, weshalb sich die Jägerinnen auch dem Dienste der Sonnengöttin verschrieben haben, die die Existenz der Männer eher als Fehler betrachtet.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und auch die Ausarbeitung der (Haupt-)Charaktere finde ich sehr gelungen. Die Sprache passt zu einer früheren Zeit, sie ist anmutig und über manche Formulierung musste ich schmunzeln, da Menschen vor so langer Zeit wohl noch nicht so viele Wörter kannten wie heute, um sich auszudrücken. Kyra, aus deren Sicht wir das Geschehen miterleben, ist eine sehr starke Persönlichkeit, eine junge Anführerin, die selbst im Kampf an vorderster Front steht. Manchmal ist sie etwas blind für Dinge, die direkt vor ihren Augen geschehen und ihre Leidenschaft wird erst von der fremden Feija geweckt, die dann kaum noch zu zügeln ist. Feija ist groß, schön und so zärtlich und herzlich, sodass man nicht anders kann, als sie in sein Herz zu schließen. Sie ist die gute Seele, die für ihre Überzeugungen einsteht und dabei stets das Wohl der anderen im Kopf hat. Auch Yunas Charakter ist so vereinnahmend, dass man, obwohl der Großteil des Buchs aus Kyras Sicht geschildert wird, nicht anders kann, als mit ihr zu fühlen. Mein Lieblingscharakter war allerdings die Medizinfrau Awen, die sich nicht darum schert, was andere über sie denken und dadurch der in meinen Augen bunteste Charakter ist, der mich beim Lesen immer wieder zum Schmunzeln und laut Loslachen gebracht hat. Awen ist der Knaller!

Was mir beim Lesen allerdings oft gefehlt hat und worin auch mein Hauptkritikpunkt liegt, ist die Spannung und die Heftigkeit der Handlung. Immer wieder werden Bedrohungen angekündigt, leise Vorahnungen, schreckliche Bilder, die wohl die Zukunft voraussagen. Wenn es dann soweit ist, ziehen sie aber so schnell vorüber, dass man nur eine Ahnung von Spannung erfährt. Fängt dieses mitreißende Gefühl an, ist die Situation auch schon wieder überstanden und vergleichsweise glimpflich verlaufen. Über den gesamten Handlungsverlauf sind (fast) keine Verluste zu verzeichnen, und so sehr wir darunter leiden, wenn uns geliebte Charaktere unter dramatischen Umständen verlassen, so sehr bleibt das Buch doch in Erinnerung. Nach dem Tod eines geliebten Charakters verfalle ich oft selbst in tiefe Trauer, doch genau so eine Heftigkeit an Gefühlen wie Angst, Wut und Stärke ist das, was für mich eine spannende Geschichte ausmacht. Wer allerdings in eine wunderbar beschriebene, schöne Welt eintauchen möchte, dem sei dieses Buch hier ans Herz gelegt.

Taya Gondar schafft es, vor den Augen des Lesers eine schillernde Welt zu erschaffen, in der man sich selbst heimisch fühlen kann. Diese Welt wirkt so traumartig schön, dass man sich nur wünschen kann, als Frau dieses Land und diese Gemeinschaft zu erleben. Obwohl die Handlung in eine so frühe Zeit gelegt wurde, spricht die Autorin gesellschaftlich später wichtige Themen wie Rücksicht und Wert des Alters, Umgang mit körperlichen Beeinträchtigungen, ja sogar Polyamorie an und verleiht den beiden Frauenvölkern eine Haltung und Akzeptanz, die ihrer Zeit weit voraus ist.

Fazit

Die Geschichte um Kyra und die Frauenvölker hat mich in ihre schöne Welt gezogen, in der man sich als frauenliebende Frau nur zu gut aufgehoben fühlt. Durch die Einbindung einiger Fantasy-Elemente hat die Autorin eine Welt geschaffen, in die man beim Lesen gerne versinkt. Auch die Liebesgeschichte und das Gefühlschaos um Kyra, Feija und Yuna hat mich überzeugt. Durch die für mich etwas schwache Spannungskurve ist es keine Geschichte, über die ich noch lange philosophieren werde. Ich habe mich beim Lesen aber gut unterhalten gefühlt und kann sie jedem/r empfehlen, der/die sowieso lieber ruhigere Bücher liest, auf große Verluste verzichten kann und einfach für einige Zeit in eine wunderbare Welt abtauchen möchte.

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Kyra - Der Aufbruch

Taya Gondar
Flexibler Einband: 276 Seiten
Erschienen bei Independently published, 16.04.2018
ISBN 9781980753698
Genre: Sonstiges

Rezension:

Vollständige Rezension: queerbuch.wordpress.com

Bevor ich meine Meinung zu diesem Buch in Worte fasse, muss ich die Kurzbeschreibung noch etwas ausbauen. Die Handlung ist dabei in der Jungsteinzeit, dem sogenannten »Neolithikum« angesiedelt, der Übergangszeit der Jäger und Sammler zum sesshaften Menschen. In diesem Buch sind zwei Bände vereint, die auch gut als »Teil 1« und »Teil 2« eines einzigen Buchs durchgehen würden, wobei jeder Teil seine eigene Spannungskurve besitzt. Im ersten Teil werden wir in das Leben der Jägerinnen und die lange Reise des anderen Volkes eingeführt, das »Naiset« genannt wird, und erleben das Aufeinandertreffen und Kennenlernen der beiden Völker. Kyra verfällt dabei der schönen Feija, eine Frau der Naiset, doch hat sie auch noch ihre Leibdienerin und Freundin Yuna aus Kindheitstagen an ihrer Seite, die einen festen Platz in ihrem Herzen hat. Nachdem die Bedrohung, die die Jägerinnen erwartet, immer präsenter wird, muss Kyra eine Entscheidung treffen: Folgt sie der schönen Fremden in ihr Land, wird ihr Volk das überstehen? Das Gefühlsdreieck aus Feija, Kyra und Yuna macht die Sache nicht leichter…

Ein Buch, in dem fast nur Frauen als Charaktere vorkommen, in dem die Anzahl an lesbischen Beziehungen und Liebschaften vergleichsweise hoch ist, ist etwas, das ich bisher noch nicht kannte und ziemlich erfrischend fand. Die Frau als solches wird hier gehuldigt und sowohl geistig als auch kämpferisch den Männern als häufig überlegen dargestellt. Das hat mir sehr gut gefallen, denn da Männer vermutlich in der früheren Zeit vermehrt ihrem (tierischen und kämpferischen) Instinkt gefolgt sind und sich dabei weniger überlegt und vorausschauend verhalten haben, war es schön mitzuerleben, wie sich ein reines Frauenvolk in dieser Zeit entwickeln und durchsetzen kann, trotz ihrer durchschnittlichen körperlichen Unterlegenheit. Auf der anderen Seite fand ich die männliche Darstellung teilweise etwas hart, da die meisten als hochgradig machtgierig, rücksichtslos und herablassend im Umgang mit Frauen beschrieben wurden, weshalb sich die Jägerinnen auch dem Dienste der Sonnengöttin verschrieben haben, die die Existenz der Männer eher als Fehler betrachtet.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und auch die Ausarbeitung der (Haupt-)Charaktere finde ich sehr gelungen. Die Sprache passt zu einer früheren Zeit, sie ist anmutig und über manche Formulierung musste ich schmunzeln, da Menschen vor so langer Zeit wohl noch nicht so viele Wörter kannten wie heute, um sich auszudrücken. Kyra, aus deren Sicht wir das Geschehen miterleben, ist eine sehr starke Persönlichkeit, eine junge Anführerin, die selbst im Kampf an vorderster Front steht. Manchmal ist sie etwas blind für Dinge, die direkt vor ihren Augen geschehen und ihre Leidenschaft wird erst von der fremden Feija geweckt, die dann kaum noch zu zügeln ist. Feija ist groß, schön und so zärtlich und herzlich, sodass man nicht anders kann, als sie in sein Herz zu schließen. Sie ist die gute Seele, die für ihre Überzeugungen einsteht und dabei stets das Wohl der anderen im Kopf hat. Auch Yunas Charakter ist so vereinnahmend, dass man, obwohl der Großteil des Buchs aus Kyras Sicht geschildert wird, nicht anders kann, als mit ihr zu fühlen. Mein Lieblingscharakter war allerdings die Medizinfrau Awen, die sich nicht darum schert, was andere über sie denken und dadurch der in meinen Augen bunteste Charakter ist, der mich beim Lesen immer wieder zum Schmunzeln und laut Loslachen gebracht hat. Awen ist der Knaller!

Was mir beim Lesen allerdings oft gefehlt hat und worin auch mein Hauptkritikpunkt liegt, ist die Spannung und die Heftigkeit der Handlung. Immer wieder werden Bedrohungen angekündigt, leise Vorahnungen, schreckliche Bilder, die wohl die Zukunft voraussagen. Wenn es dann soweit ist, ziehen sie aber so schnell vorüber, dass man nur eine Ahnung von Spannung erfährt. Fängt dieses mitreißende Gefühl an, ist die Situation auch schon wieder überstanden und vergleichsweise glimpflich verlaufen. Über den gesamten Handlungsverlauf sind (fast) keine Verluste zu verzeichnen, und so sehr wir darunter leiden, wenn uns geliebte Charaktere unter dramatischen Umständen verlassen, so sehr bleibt das Buch doch in Erinnerung. Nach dem Tod eines geliebten Charakters verfalle ich oft selbst in tiefe Trauer, doch genau so eine Heftigkeit an Gefühlen wie Angst, Wut und Stärke ist das, was für mich eine spannende Geschichte ausmacht. Wer allerdings in eine wunderbar beschriebene, schöne Welt eintauchen möchte, dem sei dieses Buch hier ans Herz gelegt.

Taya Gondar schafft es, vor den Augen des Lesers eine schillernde Welt zu erschaffen, in der man sich selbst heimisch fühlen kann. Diese Welt wirkt so traumartig schön, dass man sich nur wünschen kann, als Frau dieses Land und diese Gemeinschaft zu erleben. Obwohl die Handlung in eine so frühe Zeit gelegt wurde, spricht die Autorin gesellschaftlich später wichtige Themen wie Rücksicht und Wert des Alters, Umgang mit körperlichen Beeinträchtigungen, ja sogar Polyamorie an und verleiht den beiden Frauenvölkern eine Haltung und Akzeptanz, die ihrer Zeit weit voraus ist.

Fazit

Die Geschichte um Kyra und die Frauenvölker hat mich in ihre schöne Welt gezogen, in der man sich als frauenliebende Frau nur zu gut aufgehoben fühlt. Durch die Einbindung einiger Fantasy-Elemente hat die Autorin eine Welt geschaffen, in die man beim Lesen gerne versinkt. Auch die Liebesgeschichte und das Gefühlschaos um Kyra, Feija und Yuna hat mich überzeugt. Durch die für mich etwas schwache Spannungskurve ist es keine Geschichte, über die ich noch lange philosophieren werde. Ich habe mich beim Lesen aber gut unterhalten gefühlt und kann sie jedem/r empfehlen, der/die sowieso lieber ruhigere Bücher liest, auf große Verluste verzichten kann und einfach für einige Zeit in eine wunderbare Welt abtauchen möchte.

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Kyra - Sammelband

Taya Gondar
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 15.06.2018
ISBN 9783752830521
Genre: Romane

Rezension:

Vollständige Rezension: queerbuch.wordpress.com

Bevor ich meine Meinung zu diesem Buch in Worte fasse, muss ich die Kurzbeschreibung noch etwas ausbauen. Die Handlung ist dabei in der Jungsteinzeit, dem sogenannten »Neolithikum« angesiedelt, der Übergangszeit der Jäger und Sammler zum sesshaften Menschen. In diesem Buch sind zwei Bände vereint, die auch gut als »Teil 1« und »Teil 2« eines einzigen Buchs durchgehen würden, wobei jeder Teil seine eigene Spannungskurve besitzt. Im ersten Teil werden wir in das Leben der Jägerinnen und die lange Reise des anderen Volkes eingeführt, das »Naiset« genannt wird, und erleben das Aufeinandertreffen und Kennenlernen der beiden Völker. Kyra verfällt dabei der schönen Feija, eine Frau der Naiset, doch hat sie auch noch ihre Leibdienerin und Freundin Yuna aus Kindheitstagen an ihrer Seite, die einen festen Platz in ihrem Herzen hat. Nachdem die Bedrohung, die die Jägerinnen erwartet, immer präsenter wird, muss Kyra eine Entscheidung treffen: Folgt sie der schönen Fremden in ihr Land, wird ihr Volk das überstehen? Das Gefühlsdreieck aus Feija, Kyra und Yuna macht die Sache nicht leichter…

Ein Buch, in dem fast nur Frauen als Charaktere vorkommen, in dem die Anzahl an lesbischen Beziehungen und Liebschaften vergleichsweise hoch ist, ist etwas, das ich bisher noch nicht kannte und ziemlich erfrischend fand. Die Frau als solches wird hier gehuldigt und sowohl geistig als auch kämpferisch den Männern als häufig überlegen dargestellt. Das hat mir sehr gut gefallen, denn da Männer vermutlich in der früheren Zeit vermehrt ihrem (tierischen und kämpferischen) Instinkt gefolgt sind und sich dabei weniger überlegt und vorausschauend verhalten haben, war es schön mitzuerleben, wie sich ein reines Frauenvolk in dieser Zeit entwickeln und durchsetzen kann, trotz ihrer durchschnittlichen körperlichen Unterlegenheit. Auf der anderen Seite fand ich die männliche Darstellung teilweise etwas hart, da die meisten als hochgradig machtgierig, rücksichtslos und herablassend im Umgang mit Frauen beschrieben wurden, weshalb sich die Jägerinnen auch dem Dienste der Sonnengöttin verschrieben haben, die die Existenz der Männer eher als Fehler betrachtet.

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen und auch die Ausarbeitung der (Haupt-)Charaktere finde ich sehr gelungen. Die Sprache passt zu einer früheren Zeit, sie ist anmutig und über manche Formulierung musste ich schmunzeln, da Menschen vor so langer Zeit wohl noch nicht so viele Wörter kannten wie heute, um sich auszudrücken. Kyra, aus deren Sicht wir das Geschehen miterleben, ist eine sehr starke Persönlichkeit, eine junge Anführerin, die selbst im Kampf an vorderster Front steht. Manchmal ist sie etwas blind für Dinge, die direkt vor ihren Augen geschehen und ihre Leidenschaft wird erst von der fremden Feija geweckt, die dann kaum noch zu zügeln ist. Feija ist groß, schön und so zärtlich und herzlich, sodass man nicht anders kann, als sie in sein Herz zu schließen. Sie ist die gute Seele, die für ihre Überzeugungen einsteht und dabei stets das Wohl der anderen im Kopf hat. Auch Yunas Charakter ist so vereinnahmend, dass man, obwohl der Großteil des Buchs aus Kyras Sicht geschildert wird, nicht anders kann, als mit ihr zu fühlen. Mein Lieblingscharakter war allerdings die Medizinfrau Awen, die sich nicht darum schert, was andere über sie denken und dadurch der in meinen Augen bunteste Charakter ist, der mich beim Lesen immer wieder zum Schmunzeln und laut Loslachen gebracht hat. Awen ist der Knaller!

Was mir beim Lesen allerdings oft gefehlt hat und worin auch mein Hauptkritikpunkt liegt, ist die Spannung und die Heftigkeit der Handlung. Immer wieder werden Bedrohungen angekündigt, leise Vorahnungen, schreckliche Bilder, die wohl die Zukunft voraussagen. Wenn es dann soweit ist, ziehen sie aber so schnell vorüber, dass man nur eine Ahnung von Spannung erfährt. Fängt dieses mitreißende Gefühl an, ist die Situation auch schon wieder überstanden und vergleichsweise glimpflich verlaufen. Über den gesamten Handlungsverlauf sind (fast) keine Verluste zu verzeichnen, und so sehr wir darunter leiden, wenn uns geliebte Charaktere unter dramatischen Umständen verlassen, so sehr bleibt das Buch doch in Erinnerung. Nach dem Tod eines geliebten Charakters verfalle ich oft selbst in tiefe Trauer, doch genau so eine Heftigkeit an Gefühlen wie Angst, Wut und Stärke ist das, was für mich eine spannende Geschichte ausmacht. Wer allerdings in eine wunderbar beschriebene, schöne Welt eintauchen möchte, dem sei dieses Buch hier ans Herz gelegt.

Taya Gondar schafft es, vor den Augen des Lesers eine schillernde Welt zu erschaffen, in der man sich selbst heimisch fühlen kann. Diese Welt wirkt so traumartig schön, dass man sich nur wünschen kann, als Frau dieses Land und diese Gemeinschaft zu erleben. Obwohl die Handlung in eine so frühe Zeit gelegt wurde, spricht die Autorin gesellschaftlich später wichtige Themen wie Rücksicht und Wert des Alters, Umgang mit körperlichen Beeinträchtigungen, ja sogar Polyamorie an und verleiht den beiden Frauenvölkern eine Haltung und Akzeptanz, die ihrer Zeit weit voraus ist.

Fazit

Die Geschichte um Kyra und die Frauenvölker hat mich in ihre schöne Welt gezogen, in der man sich als frauenliebende Frau nur zu gut aufgehoben fühlt. Durch die Einbindung einiger Fantasy-Elemente hat die Autorin eine Welt geschaffen, in die man beim Lesen gerne versinkt. Auch die Liebesgeschichte und das Gefühlschaos um Kyra, Feija und Yuna hat mich überzeugt. Durch die für mich etwas schwache Spannungskurve ist es keine Geschichte, über die ich noch lange philosophieren werde. Ich habe mich beim Lesen aber gut unterhalten gefühlt und kann sie jedem/r empfehlen, der/die sowieso lieber ruhigere Bücher liest, auf große Verluste verzichten kann und einfach für einige Zeit in eine wunderbare Welt abtauchen möchte.

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64 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

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Hyde

Antje Wagner
Fester Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Julius Beltz GmbH & Co. KG, 10.07.2018
ISBN 9783407754356
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Vollständige Rezension: queerbuch.wordpress.com

Was für ein großartiges Buch! Ich hatte hohe Erwartungen und wurde nicht enttäuscht. Ich finde es wahnsinnig schwer, eine Rezension zu schreiben, die den Kern des Buches wiedergibt und trotzdem nicht zu viel verrät. Vorneweg: HYDE ist besonders. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, abwechselnd und gleichzeitig zwei verschiedene Romane zu lesen: einen Real-Thriller und einen Mysteryroman. Antje Wagner vereint beides zu einem Gesamtwerk. Denn obwohl die beiden Erzählstränge in ihrer Art kaum unterschiedlicher sein könnten, könnte der eine doch nicht ohne den anderen existieren. Ständig getrieben von den Fragen »Was ist passiert?« und »Was passiert hier gerade?« war es mir spätestens ab der Hälfte nicht mehr möglich, dieses Buch aus den Händen zu legen. Wie David Mitchells Der Wolkenatlas, nur weniger komplex, wie Stephen Kings Shining, nur weniger explizit. Wie furchtbare reale Fälle, nur etwas weniger furchtbar (werden aufgrund Spoilergefahr nicht genannt); vereint zu einem bis ins kleinste Detail abgestimmten Gesamtkunstwerk, das in seinen Nuancen dessen, was wir ertragen können, perfekt zusammengesetzt scheint.

Katrina als Protagonistin

Finde ich sehr spannend gewählt. Wenn ich ein Wort für ihre Rolle wählen müsste, so wär es »Prota-Antagonistin«. Ihre ungewöhnliche Art, ihre Leiden, ihr vermummtes Gesicht – all das sind Dinge, die man nicht von einer Protagonistin erwartet. Sie ist intelligent, hat aber Schwierigkeiten, sich auszudrücken. Sie ist uns so fern, doch trotzdem sind wir ihr sehr nah. Die Autorin hat die Fähigkeit, eine solch sonderbare Person uns völlig nah und »normal« erscheinen zu lassen; zuletzt war ich bei Jeff Lindsays Dexter so überrascht, wie gut ich mich in den Protagonisten hineinversetzen konnte (in diesem Fall ein Serienmöder im Serienformat) – denn wir erleben alles aus »der anderen« Perspektive.

Hyde

Hyde war das Zuhause von Katrina, Zoe und ihrem Papa. Da haben sie sich wohlgefühlt. To hide – verstecken, Dr. Jekyll und Mr. Hyde – ein Geheimnis, ein zweites Gesicht. Hyde lag im Wald, tief verborgen, wo Katrina aufgewachsen ist. Dort war sie frei, versteht die Welt der Tiere und Pflanzen blind, ist ein Teil von ihr. Verwahrlost ist sie nicht. Die Idee dahinter finde ich richtig klasse, denn die Welt da draußen kann Angst machen. Inwieweit sind wir noch mit ihr verbunden? Die Autorin führt uns nach und nach hinter die Maske, zeigt und die Wahrheit über Hyde, die jeder selbst deuten kann und nicht zwangsläufig, wie erwartet, das Böse ist.

Das Haus

Dieses Haus hat mir nicht nur einmal einen Schauer über den Rücken gejagt. Es fängt ganz langsam an. Das mulmige Gefühl schleicht sich ganz unbemerkt ein, sodass es plötzlich da ist und man gar nicht merkt, wie es dazu gekommen ist. Kleinste Bemerkungen, die bei mir nur ein leises »Hm? War da was?« ausgelöst haben, entspinnen sich zu einer schaurigen Präsenz, die man nicht mehr loswird. Dann irgendetwas ist mit diesem Haus, irgendjemand oder irgendetwas LEBT. Und irgendwann sitzt man nachts auf dem Sofa, dreht sich alle paar Sekunden um, weil sich die Geräusche, die beschrieben werden, irgendwie in die reale Welt übertragen. Genau das hat mich dabei an Stephen Kings Shining erinnert, da auch er es weiß, das Grauen ganz langsam zu eröffnen. Und genau wie bei King habe ich eine kleine Kritik, ein Klagen auf hohem Niveau: Der letzte Schritt war mir zu viel. Die letzte Eröffnung ließ bei mir eine kleines »echt jetzt?« zurück. Vielleicht ist das aber auch eine Eigenart an mir, dass ich zu viel Mystery ohne genaue Erklärung irgendwann hinterfrage. Der Unterschied zu King ist übrigens: Antje Wagner verströmt nicht nur Grauen. Wie im realen Leben ist nicht alles entweder schwarz oder weiß. Es ist beides. Das bringt mich zum nächsten Punkt:

Das Thema Liebe

Es gibt in diesem Buch keine klassische Liebesgeschichte. Das finde ich unglaublich erfrischend. Katrina wächst nicht in der gesellschaftlichen Welt auf, in der es das gefühlt höchste Ziel ist, endlich einen Partner zu finden. Sie lebt mit anderen, wie ich finde viel wichtigeren Werten und sie liebt auf eine andere, viel tiefere und ursprünglichere Weise. Und diese Liebe eröffnet sich erst zum Schluss, obwohl sie sich den ganzen Handlungsverlauf über angedeutet hat. Sie zeigt eine ganz ungewöhnliche Form der wahren Liebe, die mich am Ende, nach der ewigen Kälte, wieder vollständig aufwärmen konnte.

Die LGBT+-Thematik

Dazu kann ich nur wenig sagen, ohne zu spoilern. Generell kann ich sagen, dass die Autorin in all ihren Büchern queere Charaktere einbindet. Auch die LGBT+-Thematik eröffnet sich erst zum Schluss. Ganz spoilerfrei formuliert zeigt sie sich darin, dass Liebe kein Geschlecht hat. So. Das muss euch jetzt reichen, bis ihr die Geschichte selbst gelesen habt. :D

Antje Wagner hält die Spannung konstant aufrecht, bis sie gegen Ende exponentiell explodiert. Die Geschichte strotzt vor Überraschungen, die ich nicht habe kommen sehen, obwohl ich es sonst oft erlebe, dass sich meine Ahnungen bewahrheiten. Hier nicht. Sie schafft es, dass man im Hochsommer wie im tiefsten Winter zittert. Ihre Geschichte ist düster und zugleich voller Wärme. Sie ist anspruchsvoll, aber doch für jeden leicht zu verstehen, der ein Buch zum Mitdenken sucht. Es würde mich nicht wundern, wenn HYDE in nicht allzulanger Zeit als Schullektüre verwendet wird – wie GERN ich eine solche Schullektüre gehabt hätte. HYDE hat wohl für jeden eine andere Bedeutung und beschäftigt noch lange nach dem Lesen. Eines ist jedoch garantiert: HYDE bleibt in Erinnerung.

Ich möchte euch noch auf zwei coole Dinge hinweisen: 1. gibt es für HYDE eine Playlist auf Spotify mit Liedern, die Antje Wagner beim Schreiben beeinflusst haben. Ich LIEBE diese Playlist. Ich habe sie beim Lesen rauf und runter gehört, sie hat nochmal für einen extra düsteren, wütenden, traurigen Stimmungsschwung gesorgt. Einen solchen Einblick in den Schreibprozess finde ich immer toll. Und 2. veranstaltet der Verlag gerade noch zwei coole Gewinnspiele, bei denen ihr entweder eine signierte Ausgabe von HYDE und sogar ein Meet & Greet inkl. Escape Room mit der Autorin gewinnen könnt – ich finde es klasse! Mehr dazu findet ihr auf www.hyde-das-buch.de. :)

Fazit

HYDE ist ungewöhnlich, besonders und eines der besten Bücher, die ich seit Langem gelesen habe. Es ist fesselnd, fordernd und vereinnahmend. Literarisch anspruchsvoll; wer für gewöhnlich leichte Literatur liest, wird eventuell Schwierigkeiten haben, der Handlung zu folgen. Wer aber etwas Unkonventionelles sucht, sollte HYDE unbedingt eine Chance geben. Und vor allem dranbleiben – denn der wahre Charakter eröffnet sich erst ab gut der Hälfte des Buchs. Durch die Gut-UND-Böse-Thematik eignet es sich auch bestens für Zartbesaitete, die mit Horror nichts am Hut haben; denn Antje Wagner findet genau das richtige Maß an Grusel und Wärme. Ich kann HYDE von Anfang bis Ende nur jedem empfehlen, der offen für ein wenig Mystery ist.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Unser Platz in dieser Welt

Luisa Strunk
Flexibler Einband: 444 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 27.04.2018
ISBN 9783752836073
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Vollständige Rezension: queerbuch.wordpress.com


Wertung: 3,5 Sterne


Als ich das Cover zum ersten Mal sah, konnte ich gar nicht glauben, wie schön es ist. Endlich mal ein Cover, das Mädchenträume wahr werden lässt. Ich würde es mir am liebsten als Poster an die Wand hängen. Das kurz vorne weg, weil für mich ein gutes Cover einfach so viel ausmacht und besonders die »älteren« Jugendbücher über die Liebe zweier Mädchen und ihr Coming-Out für mich oft zum Davonlaufen waren. Es wurde also langsam Zeit, dass es auch hübsche Bücher darüber gibt, die man sich gern ins Regal stellt (Anne Freytag mit Den Mund voll ungesagter Dinge oder Nadine Roth mit SAMe Love haben zwar schon ordentlich vorgelegt, kommen in meinen Augen aber doch nicht ganz an dieses Schmuckstück ran). So viel zum Cover, ich schätze ihr merkt, dass ich es liebe.

Unser Platz in dieser Welt ist der Debütroman von der jungen Autorin Luisa Strunk. Es ist ein Jugendroman über das erste Entdecken der Liebe, die ersten vollkommenen Glücksgefühle, die sie auslöst. Für mich war dieses Buch eine Zeitreise in die Schulzeit, zu meiner ersten Verliebtheit. Im Gegensatz zur meiner gibt es in dieser Geschichte allerdings ein Happy End. Das Buch hat Emotionen in mir ausgelöst, die schon lange in Vergessenheit geraten waren. Gefühle, die mich völlig aus den Socken gepustet haben, bei denen ich glaubte, mein Herz müsste explodieren, so glücklich war ich. Wie aber jeder, der schon mal verliebt gewesen ist, weiß, halten diese Gefühle niemals an, sondern vergehen irgendwann wieder und machen anderen (auch nicht zu verachtenden, aber nicht so intensiven) Gefühlen Platz. Die Autorin hat mich mit der Geschichte von Marie und Gwen völlig unvorbereitet getroffen und mir genau das Happy End gegeben, das ich bei meiner ersten Verliebtheit missen musste. Was fehlte mir damals? Der Mut? Das Selbstvertrauen? Offenheit meines Gegenübers? Was die Autorin uns mit auf den Weg gibt, ist Mut. Und Selbstvertrauen. Versuch es einfach, kämpf um dein Glück, denn zu verlieren hast du viel weniger als zu gewinnen. Mit 14 hätte ich dieses Buch wahnsinnig gern schon gehabt.

Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, was mir am Anfang leider auch den Einstieg etwas schwer machte. Manchmal holperte es am Anfang noch ein wenig. Es dauerte etwas, ein Gefühl für die Charaktere zu bekommen, sie als das zu sehen, was sie am Ende des Buchs ausmachen, mir den Ort und die Schule vorzustellen. Die Autorin fokussiert sich weniger auf Details der Umgebung als auf die Details der Gefühlswelt von Marie (die sie übrigens sehr gut trifft). Ich brauchte etwas, bis ich mich vollkommen in Marie hineinversetzen konnte und sie nicht auch als die schüchterne Heulsuse zu betrachten, wie es ihre Mitschülerinnen tun. Doch irgendwann ist es passiert und ich WAR Marie. Also keine Angst, falls euch die ersten Seiten noch nicht völlig ins Gefühlschaos ziehen – das geschieht früh genug. 🙂 Man merkt auch sehr stark, wie sehr sich die Autorin selbst im Schreibverlauf entwickelt hat, was mir sehr gut gefallen hat. Das Positive am einfachen Schreibstil ist wohl auch, dass er genau die Zielgruppe erreicht, der dieses Buch so viel bringen kann. Ich habe mich auch deshalb so sehr von der Stimmung vereinnahmen lassen, weil ich mich sehr an Tagebucheinträge meines 14/15-jährigen Ichs erinnert gefühlt habe. Philosophische Worte eines zutiefst missverstandenen, stimmungsschwankenden und hochemotionalen Mädchens. Das meine ich noch nicht mal ironisch, denn man denkt als Jugendliche(r) wohl viel intensiver, als das jemals wieder der Fall sein wird. Und genau diese intensiven, emotionalen Gedanken hat die Autorin erschreckend gut getroffen, so, dass man sich auch als etwas älteres Mädchen mit einem Lächeln zurückerinnern kann.

Da Lusia Strunk und ich fast gleichalt sind, ging sie etwa zur gleichen Zeit wie ich zur Schule und hat diese Zeit wahrscheinlich ganz ähnlich erlebt wie ich. Manchmal hat sich mir beim Lesen die Frage eingeschlichen, ob das heute ind er Schule wirklich immer noch so ähnlich ist wie damals. Gerade die (fehlende) technische Entwicklung hat mich manchmal etwas gewundert, da ich dachte, dass White Boards, Tablets oder Smartphones inzwischen auch an Schulen (und nicht nur im Unterreicht!) eine viel größere Rolle spielen. Speziell in Bezug auf Mobbing findet doch inzwischen viel auf Social-Meida-Basis statt. Da ich allerdings heute nicht mehr zur Schule gehe udn es deshalb kaum ahnen kann, wie sich der Schulalltag inzwischen gestaltet, lasse ich das mal als meine subjektive Wahrnehmung stehen. In den Alltag bindet die Autorin jedenfalls Smartphones und sogar Bücherblogs mit ein, die eine nicht zu geringe Rolle spielen. 🙂

Die Charaktere und ihre Entwicklung finde ich sehr gut gelungen. Besonders den Nebencharakter Pia mag ich wirklich gern. Ich hätte mir fast ein paar mehr Auftritte von ihr gewünscht. Aber auch die beiden Mädchen Marie und Gwen oder Maries Vater empfinde ich sehr lebensecht beschrieben. Sehr schön fand ich auch die liebevolle Beziehung zwischen Marie und ihrem Vater. Ganz besonders auf ihre Kosten kommen in dieser Geschichte übrigens auch Harry-Potter-Liebhaber. Die Autorin hat zahlreiche Anspielungen versteckt oder aber direkte Vergleiche eingebaut, was ich in Büchern sowieso immer gern lese.

Fazit

Unser Platz in dieser Welt hat mich vollkommen überrascht. Es ist voller längst vergessener Emotionen und hat mir ein Stückchen des Happy Ends geschenkt, das ich mir als Jugendliche so gewünscht hatte. Wer selbst in dem Alter ist und sich vielleicht in einer ähnlichen Situation befindet wie Marie, dem wird dieses Buch Mut machen und Hoffnung geben. Der Schreibstil ist gerade zu Beginn noch etwas holprig, entwickelt sich aber mit Verlauf der Geschichte deutlich weiter. Ich freue mich schon sehr auf weitere Bücher der Autorin. Wenn ich eins prophezeihen möchte, dann, dass Luisa Strunks Bücher einfach glücklich machen.

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20 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

So beschissen schön ist nur das Leben

Shaun David Hutchinson , Ulrike Köbele , Christine Larsen
Fester Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Arena, 02.02.2018
ISBN 9783401604145
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Originalrezension: queerbuch.wordpress.com

Kurzbeschreibung Inhalt

Drew ist 17 und lebt im Krankenhaus. Er hat sich einen Schlafplatz in einem unbenutzten, halbrenovierten Bereich eingerichtet und erzählt jedem eine andere Geschichte, warum er eigentlich da ist. Dass er dort wohnt, muss er verstecken, denn seit seine Familie nach einem Unfall in diesem Krankenhaus gestorben ist, versteckt sich Drew vor dem »da draußen«. Als eines Tages ein Junge, Rusty, mit großflächigen Verbrennungen eingeliefert wird, wird Drew unaufhaltsam von ihm angezogen. Man erzählt sich im Krankenhaus, er sei von Schulkameraden angezündet worden, weil er schwul ist. Drew beginnt, Rusty zu besuchen und ihm zu zeigen, dass er nicht allein ist. Doch er muss aufpassen, denn keiner darf ja merken, dass er nie nach Hause geht…

Meine Meinung

Ich finde es wirklich schwer, meine Gefühle zu diesem Buch zu ordnen und in Worte zu fassen. Wie auch zum Beispiel Carrie Macs 100 schlimme Dinge, die mir bestimmt passieren, ist die Geschichte über Andrew Brawley ein ruhiges Buch, es gibt keine große Spannungskurve, außer kurz gegen Ende, es plätschert so vor sich hin. Dabei ist es aber keineswegs langweilig. Bei dem Thema Gewaltverbrechen aus Homophobie dachte ich mir schon, dass mich Tiefgang erwartet und dass ich möglicherweise emotional mitgenommen zurückbleiben würde. So in etwa ist das auch gewesen, aber ganz still und heimlich.

Die Geschichte lebt von seine Nebencharakteren. Andrew ist als Hauptperson nicht unsympathisch, handelt aber doch häufig egoistisch und unlogisch. Das hat auch durchaus seinen Sinn. Der Originaltitel The Five Stages of Andrew Brawley ist in meinen Augen sehr viel treffender gewählt und gibt zudem noch viel mehr Aufschluss über das, was dieses Buch eigentlich behandelt. Es ist nicht die Homophobie, Gewaltverbrechen oder irgendeine Art von Coming Out. Hier geht es um Traumaverarbeitung. Um Verlust, um Schuld, um Selbstvergebung und um Loslassen. Drew hat Furchtbares erleben müssen und wir erleben mit ihm die 5 Phasen der Trauer, ohne das explizit vor die Nase gesetzt zu bekommen. Wer sich aber schon mal zumindest oberflächlich mit dieser Thematik auseinandergesetzt hat, der wird schnell feststellen, dass das teilweise irreale und unverständliche Verhalten von Drew genau daher rührt, dass er etwas verarbeiten muss, aber davor davonläuft. Um seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, zeichnet er immer wieder an seiner Graphic Novel über »Patient F«, der durch die Zeit reist und versucht seine Familie zu beschützen, gleichzeitig aber gegen Widersacher kämpfen muss, die sich gegen ihn wenden. Diese Zeichnungen fließen immer wieder nach einzelnen Kapiteln in das Buch mit ein, wenn man genau hinsieht, kann man dadurch auch das Puzzle über Drews Psyche immer ein Stückchen weiter zusammensetzen. 

Die oben erwähnten Nebencharaktere sind der Wahnsinn. Ob die drei Pfleger und Krankenschwestern, die Drew zu seiner Familie auserkoren hat, seine zwei an Krebs leidenden Freunde, die ihn nie ungeschoren davonkommen lassen, wenn er sie ein paar Tage nicht besucht hat, der Kantinenchef der ihn schwarz bezahlt oder sogar ein Pfarrer; sie alle lassen die Geschichte so lebendig werden, dass man jedes Wort genießt. Sie sorgen für ein derartiges Wohlbefinden, dass man fast, aber nur fast, vergisst, dass das Krankenhaus eigentlich vom Tod umgeben ist und dem jederzeit ein Ende setzen kann.

Und das passiert. Logischerweise. Ich hatte die meiste Zeit über das Gefühl, ja, das ist eine schlimme Geschichte, die toll verpackt ist. Aber wann kommt der Knall? Wann reißt sie mich in die Tiefe? Geschehnisse verstricken sich, sorgen für Glücksgefühle und verwirren einen doch immer weiter und dann kommt er, der Knall. Zahlreiche andere Geschichten haben es vorgelebt, man hätte es eigentlich wissen können. Ich habe es zwar erahnt, aber als es dann tatsächlich passierte, brach auch bei mir endlich der Damm und ich weinte und weinte und weinte.

Doch damit ist es nicht zu Ende. Drew ist und bleibt die Hauptperson und ist nicht mal eben so von seinem Erlebnis geheilt, nur weil das Buch zu Ende ist. Rusty und Drew haben zwar völlig verschiedene Dinge erlebt, haben aber beide die größte Angst davor, wieder ins Leben »da draußen« zu treten. Ob das Krankenhausleben realistisch dargestellt wird, kann ich nicht beurteilen. Aber die Gedanken, die Gefühle, die wir mit Drew durchleben, fühlen sich verdammt echt an. Die beiden können sich vielleicht nicht gegenseitig retten, denn sein Glück in die Hände eines anderen zu legen, wäre auch im wahren Leben der völlig falsche Ansatz. Aber sie können sich Verständnis geben. Und Mut, und Vertrauen.

Die Leseempfehlung hat der Verlag auf 12 bis 15 Jahre gesetzt. Ich würde hier eher bei frühestens 15 Jahren ansetzen. Ich glaube, dass das Erleben dieser Trauerphasen so verwirrend sein kann, dass die Geschichte sonst einfach nicht verstanden wird und eher durcheinander bringt, als Erkenntnis erzeugt. Auch wenn das Ende Mut macht, hätte es mein 14-jähriges Ich mit einem großen Fragezeichen und sehr aufgewühlt zurückgelassen.

Fazit

So beschissen schön ist nur das Leben ist ruhiges Buch mit einer sehr nahbaren Darstellung der Trauerphasen und Schuldgefühle, wenn man als einziger überlebt. Es ist lustig, zugleich aufwühlend und gnadenlos, auch wenn manche Geschehnisse etwas vorhersehbar sind. Trotzdem hat es mich sehr mitgerissen. Die LGBT+-Thematik wird ganz nebenbei eingewoben, ohne aufdringlich zu wirken. Besonders hervorzuheben ist die Einbindung der Graphic Novel, die Drews Gefühlswelt auf auflockernde Weise mehr Tiefe verleiht.

Humor: ●●●○○
Anspruch: ●●○○○
Spannung: ●●●○○
Liebe: ●●●●○
Erotik: ●○○○○
Originalität: ●●●●○

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Schattengesicht

Wagner Antje
Sonstige Buchform: 190 Seiten
Erschienen bei Ulrike Helmer Verlag, 01.02.2018
ISBN 9783897414136
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Originalrezension: queerbuch.wordpress.com

Kurzbeschreibung Inhalt

Die erste Szene spielt sich im Gefängnis ab, in dem die 25-jähirge Protagonistin Milana ankommt. Als Insassin, und ohne Polly. In fünf Kapiteln zu fünf Lebensabschnitten entwirrt sich nach und nach, wie es dazu kommen konnte. Seit Kindheitstagen gibt es Mila und Polly nur zusammen. Sie sind auf der Flucht und können nie dorthin zurück, wo sie schon waren. Eine triste, schwerfällige Bedrohung verfolgt sie auf jedem Schritt.

Meine Meinung

Mehr sollte man meiner Meinung nach über den Inhalt vor dem Lesen möglichst nicht wissen. Das klaut einem sonst viel vom Leseerlebnis. Schattengesicht ist ein Buch, das sich zwischen den Kategorien bewegt. Es ist kein Jugendbuch, kein klassischer Erwachsenenroman. Kein Thriller, kein Krimi, keine Liebesgeschichte. Vielmehr ist es ein Augenblinzeln in einen tiefen Abgrund. Ein paar Momentaufnahmen verschiedener Lebensabschnitte – von der Kindheit bis zu den ersten Jahren des Erwachsenenlebens – die sich zu einem wirren Bild bruchstückhafter Hintergründe und Motive zusammensetzen und unweigerlich zu dem Ausgang führen, den man auf der ersten Seite vorgesetzt bekommt.

Mein erster Gedanke bei dieser Rückwärtserzählung war: Spannend. Mein zweiter: Wie soll das denn funktionieren? Aber genau das tut es. Jede Erwähnung hat ihren Sinn und sitzt genau da, wo man sie nicht erwartet, aber braucht. Man wird hellhörig, achtet auf jeden Hinweis und versucht dahinterzukommen, was es mit dem Verbrechen auf sich hat, mit Polly und Mila, mit ihrer ständigen Flucht. Denn obwohl man genau weiß, wie die Geschichte endet, weiß man vom Ende doch rein gar nichts. Die eigentliche Auflösung präsentiert Antje Wagner erst in den letzten drei Zeilen. Bis dahin meint man, etwas zu ahnen, aber eben doch nichts zu wissen, sehnt sich nach der Aufklärung der eigenen Unwissenheit. Auf der letzten Seite angekommen hatte ich das Gefühl, das Buch nicht verstanden zu haben, bis ebendiese letzten drei Zeilen Zugang zu meinem Kopf fanden. Die Worte, die den Leser dazu bringen, jede Szene neu zu durchdenken, bis sie schließlich Sinn ergibt. Die Worte, die den Drang auslösen, das Buch direkt wieder von vorne zu lesen, einen aber doch so ermatten, dass man erstmal zur Ruhe kommen muss.

Schattengesicht ist düster, beengend und unterschwellig sehr traurig. Mit der Zeit versteht man, dass Einsamkeit, Verrat und wiederkehrende Angst dabei die vorherrschenden Themen sind. Trotzdem ist den Worten an sich nicht diese Schwere zu entnehmen. Es ist ein Gefühl, das sich einem ganz heimlich und unterschwellig um den Nacken legt und mit der Zeit immer mehr Gewicht entwickelt, bis man seine Existenz nicht mehr leugnen kann. Je mehr man sich dem Beginn der Geschichte und damit auch der ersten Begegnung zwischen Mila und Polly nähert, desto mehr wird deutlich, wie viel von der Entwicklung des Charakters und des eigenen Lebens durch Ereignisse in der Kindheit vorgeprägt wird.

Es gab einen Punkt in der Geschichte, bei dem ich mir dachte: Ernsthaft? Mädchen, warum tust du das? Du hättest all dem entgehen können. Ich dachte, dass die Autorin diesen Teil ja einfach gelöst hatte und ärgerte mich sogar darüber. Bis ich es zum Schluss endlich verstand. Die unter euch, die das Buch schon gelesen haben, wissen vielleicht, welche Stelle ich meine. Diese eine Stelle machte die Geschichte für mich nur noch in sich geschlossener, weil sie zeigt, dass man am wenigsten sich selbt und seinen eigenen Handlungen entkommen kann. Dass Selbtsmanipulation die vielleicht größte Macht über uns haben kann.

Mit keinem Wort ging es bisher um queere Charaktere. Das spielt in diesem Buch auch eine überaus untergeordnete Rolle, ist aber doch präsent und wichtig für den ein oder anderen Handlungsverlauf. Einigen Hinweisen lässt sich entnehmen, dass sich die Hauptperson(en) eher zu Frauen und weniger zu Männern hingezogen fühlt/en. Gerade dass dieses Thema nur so am Rande einfließt, freut mich sehr für die queere Repräsentation in der Literatur.

Fazit

Schattengesicht ist ein unbedingt empfehlenswerter Psychothriller, das trifft es wohl am besten. Die Geschichte, die mit so wenigen Worten erzählt wird, geht definitiv an die Substanz und lässt mich auch nach Tagen nicht los. Denn nach Beendigung des Buchs beginnen erst die eigentlichen Gedanken, mit denen man die Welt zwischen den Zeilen zu ergründen versucht. Antje Wagner hat hier ein sprachliches Meisterwerk geschaffen, das einen trotz vieler Andeutungen und Vorahnungen bis zum Schluss im Dunkeln tappen und an sich zweifeln lässt.

Humor: ○○○○○
Anspruch: ●●●●○
Spannung: ●●●●●
Liebe: ●●○○○
Erotik: ○○○○○
Originalität: ●●●●○

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69 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

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Der Schein

Ella Blix
Fester Einband: 472 Seiten
Erschienen bei Arena, 19.01.2018
ISBN 9783401604138
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Originalrezension: queerbuch.wordpress.com

Kurzbeschreibung Inhalt

Die 16-jähirge Alina soll für ganze sechs Monate ihr geliebtes Berlin verlassen und solange ausgerechnet auf der hintersten Ostseeinsel das Internat Hoge Zand besuchen, da es ihren Vater für diese Zeit beruflich nach Amerika verschlägt. Ihre Mutter hat sie vor vielen Jahren verloren. Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass Handyempfang dort Fehlanzeige ist, darf sie sich noch mit einer grummeligen Mitbewohnerin und der eingefleischten Truppe der »Lonelies« herumschlagen, die einzigen, die außer Alina auch am Wochenende im Internat bleiben. Schon bald beobachtet sie aus ihrem Turmzimmer seltsame Lichtblitze, die in der Nacht über das Naturschutzgebiet zucken, das IN KEINEM FALL betreten werden darf, doch das Geheimnis muss gelöst werden. Wenn man dabei noch einer völlig Fremden begegnet, die sich merkwürdig verhält, in einem aber doch irgendwie das Gefühl einer tiefen Verbundenheit auslöst, macht das die Lösung nicht gerade einfacher. Zusammen mit den »Lonelies« beginnt sie die Spurensuche.

Meine Meinung

Beginnen wir mit dem Autorenduo: Hinter Ella Blix verbergen sich die beiden Autorinnen Antje Wagner und Tania Witte. Wenn man zu Beginn noch versucht, herauszufinden, wer welchen Teil geschrieben hat, so gibt man bald auf – geschrieben ist die Geschichte wie aus einem Guss. Die Autorinnen haben beide schon (Jugend-)Romane mit queeren Charakteren veröffentlicht und haben auch hier nicht damit gespart, allerdings trifft dies auf die Hauptperson in diesem Fall nicht zu.

Die Geschichte fand ich richtig spannend. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, weil ich endlich wissen wollte, was denn nun der Grund für all die merkwürdigen Geschehnisse ist und wie alles zusammenhängt. Besonders schön fand ich, dass man während des Lesens gar nicht drumherum kommt zu spekulieren und sich die wildesten Erklärungen auszudenken – und am Ende doch völlig überrascht wird. Man bekommt Hinweise auf dem Silbertablett serviert und kann sie doch erst zu einem Bild zusammensetzen, wenn die Zeit der Auflösung gekommen ist. Es handelt sich also um einen Young Adult Roman mit Mystery-Elementen, der sich gaaanz leicht in die SciFi-Richtung lehnt.

Die Ausarbeitung der Charaktere finde ich überaus gelungen. Immer wieder wird mit Vorurteilen gespielt, wie jemand zu sein hat, wenn er eine bestimmten Namen hat oder auf eine bestimmte Weise spricht. Ich verspreche euch: Der Schein trügt. 😉 Die Diversität wird hier großgeschrieben. Obwohl es sich um einen »stinknormalen« Hetero-Jugendroman handelt, könnte er nicht vielfältiger sein und die LGBT-Community auf unaufdringlichere und dennoch allgegenwärtige Weise repräsentieren. Ob es nun Vergleiche mit der queeren Serie »Orange Is The New Black« sind, Kerstin Ott als Hintergrundmusik erkennbar wird oder es sich durch einen genderqueeren Modeblogger äußert – hier ist von allem etwas dabei. Auch ein lesbischer Nebencharakter taucht hier auf.

Den Humor, der sich durch den luftigen Schreibstil zieht, möchte ich auch nicht unerwähnt lassen. Im ersten Drittel des Buches bekam ich mein Schmunzeln kaum aus dem Gesicht und es war nicht selten der Fall, dass ich vor mich hin kicherte. Ab der Hälfte wird der Humor nach und nach etwas von der Spannung überdeckt, die aufgebaut wird; bei derartiger Spannung den Humorpegel zu halten, ist wohl aber auch ein Ding der Unmöglichkeit.

Zwei kleine Sachen habe ich an diesem Buch aber auch zu bemängeln. Zum einen hatte ich beim Lesen immer mal wieder das Gefühl, durch den Denkfluss der Protagonistin ausgebremst zu werden. Gedanken wie »Beib doch mal dran, Mädchen! Lass dich nicht so schnell ablenken! Ja, sowas ist tatsächlich möglich!« kamen mir dann doch hin und wieder in den ungeduldigen Sinn. Zum anderen war mir die Auflösung im Vergleich zur Länge und Intesität des Spannungsaufbaus etwas zu kurz – sowohl auf die Zeitenanzahl als auch auf den Inhalt bezogen. Noch ein bisschen mehr Aufklärung wäre einfach schön gewesen, mein Herz schreit nach einem zweiten Teil; auch wenn dieser zur Zeit leider nicht geplant ist. Manchmal ist es vielleicht auch nicht schlecht, wenn einem am Ende des Buchs noch Raum zum eigenen Nachdenken und Erschließen gelassen wird, so staubt der Kopf nicht ein.

Fazit

Der Schein ist ein spannender Jugendroman mit Mystery-/SciFi-Elementen, den man kaum aus der Hand legen mag. Inhaltlich ist er auf ein jugendliches Publikum abgestimmt, lässt aber gerade Lesern, die sich ab und an mit LGBT+-Themen auseindersetzen oder sich gar viel in der LGBT+-Community bewegen, einige Leckerbissen zukommen. Denn auch wenn oder gerade weil hier kein zentrales LGBT+-Thema dargestellt wird, finde ich diesen Roman so wichtig für die moderne diverse Literatur – er vertritt eine so große Anzahl an Diversitäten, wie es sonst nur selten der Fall ist. Eine klare Leseempfehlung von mir!

Humor: ●●●●●
Anspruch: ●●○○○
Spannung: ●●●●○
Liebe: ●●○○○
Erotik: ●○○○○
Originalität: ●●●○○

Meine Wertung: 4/5 Sterne

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

100 schlimme Dinge, die mir bestimmt passieren

Carrie Mac , Christiane Steen
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 17.11.2017
ISBN 9783499217715
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Originalrezension: queerbuch.wordpress.com

Kurzbeschreibung Inhalt

Maeve ist 16 und leidet unter Angststörungen, wie etwa 3 % der Bevölkerung. Ihr Coming Out hat sie schon längst hinter sich. Da ihre Mutter für sechs Monate mit ihrem neuen Freund nach Haiti geht, verbringt Maeve diese Zeit bei ihrem Vater, seiner Frau und ihren beiden sechsjährigen Halbbrüdern. Sie kennt Fakten über die Anzahl an Todesopfern durch Unfälle, Krankheiten, menschliches Versagen und malt sich ununterbrochen alle schrecklichen Möglichkeiten aus, die in diesem oder jenem Fall eintreffen können. Wie wahrscheinlich diese tatsächlich sind, spielt für sie keine Rolle. Schon auf den ersten Seiten begegnet sie der Geige spielenden Salix, dies es doch tatsächlich schafft, sie abzulenken. Die Begegnungen häufen sich, doch nebenbei muss Maeve noch mit einem alkoholkranken Vater, einer hochschwangeren Stiefmutter und zwei kleinen Brüdern zurechtkommen, die ihr kaum Zeit für ihre Ängste lassen…

Meine Meinung

Wer ein spannendes Jugendbuch sucht, das tiefe Einblicke in ein Leben mit Angststörungen gibt, wird hier nicht fündig werden; denn dieses Buch ist ruhig. Es gibt keinen großen Spannungsbogen, vielmehr fühlt es sich an wie ein Abschnitt mitten aus Maeves Leben gegriffen. Und genau das macht es so authentisch. Im ersten Teil der Geschichte erfährt man viel über Maeves Umgang mit ihren Angststörungen, sie wirft mit Zahlen und Fakten um sich und therapiert sich selbst mit Zeichnen, wenn es besonders schlimm wird. Ihr unzuverlässiger Vater, der früher mal Mitglied einer bekannten Band war, ist da keine große Hilfe. Trotzdem, und das gefällt mir so an der Geschichte, wird ihr Vater dadurch nicht zum »Bösen«, denn jeder Mensch ist facettenreich und dadurch niemals nur in »Gut« oder »Böse« zu kategorisieren. Ihre Stiefmutter Claire ist großartig, sieht Maeve genauso als Teil der Familie, auch wenn sie nicht ihre leibliche Tochter ist. Die kleinen Brüder Corbin und Owen geben der Geschichte den nötigen Humor und machen sie lebendig. Denn obwohl Angststörungen ein ernstes Thema sind, musste ich beim Lesen wirklich oft schmunzeln.

Die Sorgen und Unsicherheiten, die bei der ersten Liebe entstehen, intensivieren sich in dieser Geschichte besonders. Wozu sich auf einen anderen Menschen einlassen, wenn die Zeit sowieso begrenzt ist? Wozu sich erklären, wenn die andere Person einen sowieso nicht versteht? Oder sterben könnte? Doch da wir alle nicht perfekt sind, schreckt Maeves ab und zu etwas seltsames Verhalten Salix nicht ab. Und wenn man schon diese aufregenden Schmetterlinge im Bauch fühlt, wie könnte man sich ihnen überhaupt entziehen? Und möglicherweise können diese Gefühle auch etwas Gutes bewirken und ein kleines bisschen Kraft spenden…

Ich finde, dieser Jugendroman war schon lange überfällig. Eine Geschichte, in der man mal einen anderen Aspekt des Lebens kennen lernt, so wie in vielen anderen guten Jugendbüchern, die sich gerade auf dem Markt tummeln. Mit dem kleinen, fast unbedeutenden Zusatz, dass Maeves Gegenpart ein Mädchen ist, und dass das völlig normal ist.

Fazit

100 schlimme Dinge, die mir bestimmt passieren dreht sich um den Umgang mit Angststörungen, um besonderen Familienzusammenhalt, das Über-sich-Hinauswachsen und die erste große Liebe, die vielleicht flüchtig sein mag, aber doch unvergleichlich bleibt. Es ist ein ruhiges Buch über das Leben und darüber, dass es möglich ist, Großes zu schaffen, wenn man es wirklich will. Und darüber, dass nichts perfekt ist, aber diese Unvollkommenheit unser Leben bestimmt und es wunderschön macht.


Humor: ●●●○○
Anspruch: ●●○○○
Spannung: ●○○○○
Liebe: ●●●●○
Erotik: ●●○○○
Originalität: ●●●●○

Meine Wertung: 4/5 Sterne

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74 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Aristoteles und Dante entdecken die Geheimnisse des Universums

Benjamin Alire Sáenz , Brigitte Jakobeit
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 04.08.2017
ISBN 9783423717410
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Originalrezension: https://queerbuch.wordpress.com

Kurzbeschreibung Inhalt

Aristoteles ist 15, US-Amerikaner mit mexikanischen Wurzeln und gelangweilt. Er ist gern allein und im Allgemeinen eher unzufrieden mit sich und seiner Umgebung. Eines Tages trifft er auf Dante, der einen genauso ungewöhnlichen Namen hat, wie er. Er trifft ihn nicht irgendwo, sondern im Schwimmbad. Aristoteles, der sich selbst lieber Ari nennt, kann nämlich nicht schwimmen und versucht, sich das beizubringen. Dante sieht ihn dabei und bietet ihm an, ihn dabei zu unterstützen und so freunden sich die beiden an. Auch wenn oder gerade weil sie sehr verschieden sind, entwickelt sich hier eine ganz besondere Art der Beziehung. Dante liest, redet und zeichnet, Ari ist eher still, und haut dann wieder auf den Putz. Was sonst noch so passiert, möchte ich gar nicht vorwegnehmen, es ist so viel besser, wenn man ohne viel Hintergrundwissen zur Handlung an dieses Buch rangeht (so wie ich)! Dass sich da eventuell etwas in Richtung Verlieben entwickeln wird, ist denke ich kein Geheimnis…

Meine Meinung

DAS ist das Buch. Das Buch, das mich versteht. Das mein 15-Jahre-altes Ich versteht. Verdammt, ich wünschte, ich hätte es damals schon gehabt. Es hat mich umgehauen. Es hat mich bis in die letzte Faser meines Körpers durchdrungen und mit seiner Energie ausgefüllt, oder besser, überschwemmt. Warum muss man sich als Teenager eigentlich schrecklich fühlen? Gehört das dazu? Ich habe noch keinen anderen Roman gelesen, der das innere Coming Out treffender, realer und ganz ohne den eigentlichen Begriff darstellt. Ich meine hier das Innere Coming Out gar nicht unbedingt zwingend in Bezug auf die Sexualität. Als Teenager IST man verwirrt. Wie auch nicht, bei all der Veränderung, die man körperlich und hormonell erlebt. Ich glaube, das geht gar nicht anders. Es gibt eine Zeit, in der setzt man sich ganz besonders damit auseinander, wer man ist, wer man sein will und dass man vielleicht auch wirklich gewollt ist und gut so, wie man ist. Ich hatte genauso diese Phase, in der man keine Liebe annehmen kann, nicht von Freunden oder den Eltern, besonders nicht von den Eltern. Wenn du dich selbst nicht richtig findest, fällt es dir wohl schwer, anderen zu glauben, dass du eben doch auf deine Weise richtig bist.

Die Charaktere haben mich ebenso in Ihren Bann gezogen. Man sollte vielleicht noch dazusagen, dass die Geschichte in den 80ern spielt (das ist einfach schon über 30 Jahre her!), zu welcher Zeit Homosexualität in Amerika noch nicht ganz so »normal« und akzeptiert war wie heute. Trotzdem waren die Entwicklungen und Rekationen der Charaktere ein Traum. Auch wenn es natürlich einige Widrigkeiten gibt, denen die beiden Hauptpersonen ausgesetzt sind, lernt man in diesem Buch viel über Familienzusammenhalt und wie man es schafft, diesen zu entwickeln. Beide Elternpaare habe ich sofort ins Herz geschlossen und es war so schön mitzuerleben, wie sie sich verändern und zusammenwachsen.

Der Schreibstil war auch einfach toll. Ich bin nur so durch das Buch geflogen. Es war einfach so schön und so echt. An dieser Stelle möchte explizit aussprechen, dass ich das Buch absolut jedem empfehle. Auch denen die meinen, sie könnten nicht viel damit anfangen, weil es um zwei Jungs geht. Vielleicht ist es nicht jedem so ergangen. Vielleicht ist jeder seinen ganz eigenen Weg zur Akzeptanz seiner Sexualität oder seines Selbsts gegangen. Aber vielleicht steckt in uns allen auch ein bisschen Ari.

Fazit

Nie habe ich auch nur irgendwo eine so echte und nahbare Darstellung des inneren Coming Out Prozesses erlebt. Man fühlt sich wieder wie 15, aber auf eine gute Weise. Gewissermaßen kann man durch Aristoteles und Dante ein Stückchen mehr Frieden mit sich schließen.

Humor: ●●○○○
Anspruch: ●●●○○
Spannung: ●●●○○
Liebe: ●●●○○
Erotik: ●○○○○
Originalität: ●●●●○

Meine Wertung: 5/5 Sterne

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38 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Love Letters to the Dead

Ava Dellaira
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Square Fish, 29.09.2015
ISBN 9781250062963
Genre: Romane

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Tintenherz

Cornelia Funke ,
Buch: 567 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.11.2010
ISBN 9783841500120
Genre: Jugendbuch

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Die Vermessung der Welt

Daniel Kehlmann , any.way , Cathrin Günther , Walter Hellmann
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 29.02.2008
ISBN 9783499241000
Genre: Romane

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1984

George Orwell , Michael Walter
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.06.1994
ISBN 9783548234106
Genre: Klassiker

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Gut gegen Nordwind

Daniel Glattauer
Flexibler Einband: 222 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 07.07.2008
ISBN 9783442465866
Genre: Romane

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Die Frau des Zeitreisenden

Audrey Niffenegger , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 543 Seiten
Erschienen bei Fischer (S.), Frankfurt, 01.08.2004
ISBN 9783100524034
Genre: Fantasy

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Der Schatten des Windes

Carlos Ruiz Zafón , Peter Schwaar
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 07.03.2013
ISBN 9783596196159
Genre: Romane

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Zusammen ist man weniger allein

Anna Gavalda , Ina Kronenberger
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.10.2006
ISBN 9783596173037
Genre: Romane

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Das Schicksal ist ein mieser Verräter

John Green , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.05.2014
ISBN 9783423625838
Genre: Jugendbuch

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Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele

Suzanne Collins , Sylke Hachmeister , Peter Klöss , Werbeagentur Hauptmann & Kompanie
Buch: 416 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.10.2012
ISBN 9783841501349
Genre: Jugendbuch

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Rubinrot

Kerstin Gier
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Arena, 03.01.2014
ISBN 9783401506005
Genre: Jugendbuch

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