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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Landliebe

Jana Lukas , Diana Amft
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 09.05.2017
ISBN 9783837137842
Genre: Liebesromane

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34 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

aubray, roman, picasso

Monsieur Picasso und der Sommer der französischen Köstlichkeiten

Camille Aubray , Anna-Christin Kramer
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 27.04.2017
ISBN 9783810530219
Genre: Romane

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15 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

alte mainbrücke, die brücke über den main, historischer roman, würzburg, roman rausch

Die Brücke über den Main

Roman Rausch
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.03.2017
ISBN 9783499272837
Genre: Historische Romane

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Der Koch, der dreimal lebte

Astrid Keim
Fester Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Größenwahn Verlag, 17.02.2017
ISBN 9783957711267
Genre: Historische Romane

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59 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

liebe, macarons, paris, cafe, bäckerei

Frühling in Paris

Fiona Blum
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 03.04.2017
ISBN 9783442314577
Genre: Romane

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58 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

liebe, rezensio, liebesroman, buch, buchblog

Der kleine Laden der einsamen Herzen

Annie Darling
E-Buch Text: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin Verlag, 09.05.2017
ISBN 9783641205836
Genre: Liebesromane

Rezension:

... fühlt sich Posy Morland am wohlsten, denn nach dem frühen Unfalltod ihrer Eltern kümmert sie sich neben ihrer Arbeit in dem heruntergekommenen Buchladen Booksend seit Jahren um ihren 13 Jahre jüngeren Bruder Sam und verschlingt in ihrer Freizeit jeden Liebesroman, den sie in die Finger bekommen kann. Als sie nach dem Tod der Besitzerin den Buchladen erbt, könnte Posy ihr Glück endlich selbst in die nehmen, wenn da nicht Sebastian, der Enkel der Verstorbenen wäre, der seine ganz eigenen Pläne mit dem Booksend hat ...

 

„Der kleine Laden der einsamen Herzen“ ist eine wunderbare Hommage an Jane Austen. Posy, die leicht chaotische arme Erbin, muss sich mit Sebastian, ihrem schnöseligen und unverschämt gutaussehenden Widersacher auseinandersetzen.  Dabei liefern sie sich sehr witzige Wortgefechte. Und obwohl man sich die ganze Zeit denkt, „was sich neckt, dass liebt sich“, bleibt die Handlung überraschend und kurzweilig.

 

Posy geht so herrlich unorganisiert und blauäugig an die Umgestaltung des Ladens heran, dass ich ihr ab und an gern unter die Arme greifen oder sie schütteln wollte – zum Glück hat Sebastian das immer wieder für mich übernommen ;-).

Auch ihre leicht schrägen Mitarbeiter sorgen für Amüsement und dann gibt es da noch einen weiteren bösen Widersacher in Form von Sebastians unheimlichem Freund Piers.

Um die regelmäßigen Scharmützel mit Sebastian zu verarbeiten, schreibt Posy einen kitschigen Roman namens „Der Wüstling, der mein Herz stahl“ mit sich und ihm in den Hauptrollen. Einige Stellen darin waren mir fast etwas zu ... schmalzig. Die Worte "bebend" und "lüstern" kommen ziemlich oft vor.

 

Meine Lieblingsszene ist übrigens eine handfeste Prügelei vor Posys Laden – genau wie bei „Bridget Jones“ vor dem griechischen Restaurant. Nur kommt hier keine Torte zum Einsatz, sondern ein richtig dickes schweres Buch. Doch wer hier wen warum verprügelt, verraten ich natürlich nicht J.

 

„Der kleine Laden der einsamen Herzen“ ist der Auftakt einer Reihe rund um den Buchladen und ich kann die nächsten Bände kaum erwarten.

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41 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

behnert

Das Haus der schwarzen Schwäne

Jelle Behnert
Flexibler Einband: 491 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.05.2017
ISBN 9783746633145
Genre: Historische Romane

Rezension:

Eigentlich wollte ich keine Rezension zu diesem Buch schreiben, denn ich habe es abgebrochen. Ich habe wirklich versucht, es weiterzulesen, hab es mehrfach aus der Hand gelegt – weil ich mich ekelte, dann doch wieder probiert, aber bei S. 380 war dann Schluss. Es ist für mich wie ein lebendig gewordener Albtraum, sehr verstörend und ab einem gewissen Punkt geht es nur noch um Sex und Gewalt.

 

Schon der Beginn, warum Falka (die Hauptperson) überhaupt bei den Spitzenklöpplerinnen landet, ist etwas verworren und sehr mystisch. Ihre Zeit in der Spitzenfabrik hingegen ist sehr bildlich, fesselnd – eben so, wie ich mir einen historischen Roman vorstelle. Die Zustände in der Fabrik waren katastrophal: Aufstehen um 4, arbeiten ab 5, 16 Stunden täglich. Bis zur totalen Erschöpfung. Aufstiegschancen gab es kaum. Irgendwann haben die Mädchen genug. 10 von ihnen begehen gemeinschaftlich Selbstmord, um die Bürger aufzurütteln, auf ihre Situation hinzuweisen. Natürlich ändert sich nichts, aber Falka gelingt der Absprung. Später schwingen sich die unterdrückten Frauen nochmals zu Rächerinnen auf – sie wollen die Weltmacht übernehmen. Angeführt werden sie dabei von Falka, die zu diesem Zeitpunkt gerade mal 18 ist, aussieht wie eine Madonna, aber auf mich wie eine 30jährige wirkt.

 

Die Sprache ist so dunkel und grausam wie die Zeit damals. Alles wirkt roh und brutal. Sodom und Gomorrha. An vielen Stellen hab ich mich gefragt: Was will die Autorin eigentlich erreichen, mir erzählen? Dazu immer wieder verstörende Szenen in denen es um Sex, Gewalt, Glaubensfragen, Hexenwahn und Teufelsglauben geht.

Wie schon zu Beginn gesagt, leider ist es nicht mein Buch, aber ich möchte niemanden beeinflussen. Bildet Euch am besten selbst eine Meinung.

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104 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

demenz, familie, amrum, liebe, jugendliebe

Immer wieder im Sommer

Katharina Herzog
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.04.2017
ISBN 9783499291111
Genre: Liebesromane

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504 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 116 Rezensionen

liebe, reise, wünsche, ava reed, tod

Wir fliegen, wenn wir fallen

Ava Reed , Alexander Kopainski
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 17.02.2017
ISBN 9783764170721
Genre: Jugendbuch

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

leuchtturm, ostfriesland, krimi, mord

Mordskuss

Ulrike Busch
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Klarant, 05.05.2017
ISBN 9783955736279
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Urlauber finden eine tote Frau am Pilsumer Leuchtturm. Schnell wird klar – es war Mord. Während es für Hauptkommissar Tammo Andres nach einer Beziehungstat aussieht, verteidigt seine Kollegin und Profilern Fenna Stern ihre These eines Serientäters.

Die Tote, Silvia, war Gast in einem besonderen Hotel – „Friesenliebe“. Aber keine Angst, ich meine keinen Puff. Der Betreiber und seine Frau haben eine besondere Partnervermittlung aufgebaut und in dem dazugehörigen Hotel können sich die Pärchen treffen und näher kennenlernen.

 

„Mordskuss“ ist der zweite Fall der Ostfriesland-Krimireihe von Ulrike Busch. Diesmal knistert es nicht nur zwischen den Pärchen der „Friesenliebe“, auch bei Tammo und Fenna fliegen die Funken – wenn sich Tammo nur endlich ein Herz fassen und Fenna erklären würde. Diese gibt ihm eigentlich genug Hinweise, dass sie auch einer privaten Beziehung nicht abgeneigt wäre, aber wie Männer nun mal so sind ...

Auch in der „Friesenliebe“ ist nicht alles eitel Sonnenschein. Die Pärchen, welche sich im Internet noch sehr gut verstanden haben, passen in der Realität so gar nicht zusammen, flirten fremd und verbergen einige Geheimnisse. Außerdem geht der Wirt des Cafés nebenan sehr – nennen wir es mal offensiv – mit seinen weiblichen Gästen um, was diese gar nicht gern sehen. Vielleicht hatte auch einer von Silvias Ex-Männern die Schnauze voll? Sie war ja nicht gerade ein Kind von Traurigkeit. Oder ein weiblicher Hotelgast, dem Silvias Fremd-Flirterei zu viel wurde? Verdächtige gibt es jedenfalls genug.

Besonders gelungen fand ich den Gastauftritt der Reporterin Kaya Witt aus „Der blaue Stern“, einem weiteren Krimi der Autorin. Kaya will einen Artikel über den Fall schreiben und gerät durch ihre Neugier selbst in Gefahr.

Dann mischt sich auch noch Onkel Fridos Rentnergang ein und Tammo weiß nicht, was ihm mehr Kopfschmerzen bereitet ...

 

Ulrike Busch bringt neben der Spannung und den zwischenmenschlichen Verwicklungen auch das Nordsee-Urlaubsgefühl wieder sehr gut rüber. Ihre Protagonisten werden pointiert beschrieben, nichts Menschliches ist ihr fremd. Dazu kommt der tolle Humor und auch Buddy, mein heimlicher Star aus „Tod am Deich“, hat wieder seinen kleinen Auftritt. Bitte mehr davon!

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

linz, krimi, verlag: emons, bäckerei, erotikbäckerei

Punschkrapfen, Kipferl und ein Mord

Sonja Birgmann
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 16.03.2017
ISBN 9783740800420
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei diesem zuckersüßen Cover bin ich schwach geworden, obwohl ich bei „Punschkrapfen“ und „Kipferl“ eher an Weihnachten als an rosa Herzchen denke. Es sieht einfach zum Anbeißen aus und ich hab sofort amouröse Verwicklungen erwartet – und ein bisschen stimmt das ja auch ;-). Aber hauptsächlich geht es natürlich um Mord!

 

Emma betreibt die Bäckerei „Lust & Sahne“. Ihre Spezialität sind erotische Backwaren und die Vorstellung ihrer „Lustbäckerei“ in der Fernsehsendung „In 80 Bäckereien um die Welt“ könnte sie nochmal so richtig nach vorn bringen. Doch dann fällt eines Morgens ausgerechnet der unsympathische und bei seiner Crew unbeliebte Moderator Benedikt tot aus Emmas Kühlschrank. Natürlich gehört auch Emma zu den Verdächtigen, aber zum Glück arbeitet ihr Halbbruder Hendrik bei der Mordkommission.

 

Das Buch liest sich leicht, flüssig und sehr amüsant. Zwar ist der Humor manchmal etwas anzüglich oder derb, aber schließlich geht es ja auch um den Mord in einer erotischen Bäckerei. Zudem knistert es schön zwischen den verschiedenen Beteiligten. Das Ambiente stimmt also schon mal.

Emmas entspannte Art, mit dem Leben umzugehen und sich von niemandem reinreden zu lassen, hat mir gut gefallen. Es passt zu ihrer bodenständigen Persönlichkeit. Zu ihrem Bruder hat sie eine sehr harmonische Beziehung und ihre Freundin Melanie ist einfach ein Schatz. Außerdem ist Hendriks Chef eine echte Sahneschnitte, findet Emma.

 

Natürlich kann sie es sich nicht verkneifen, eigene Nachforschungen anzustellen und sich dabei in Gefahr zu begeben, aber schließlich will sie ihren Laden so schnell wie möglich wieder betreiben und wissen, wer den Moderator warum „kalt gestellt“ hat.

 

Ich hatte zwar schon nach dem ersten Drittel einen konkreten Verdacht bezgl. des Täters und lag am Ende gar nicht soweit daneben, trotzdem war das Buch bis zum Schluss spannend, unterhaltsam und hatte die eine oder andere Überraschung parat.

In einer meiner Lieblingsszenen kommen übrigens Tatortreiniger vor und ich musste dabei unweigerlich an Schotty denken ...

 

4 „Punschmöpschen“ für diesen kurzweiligen frivolen Krimispaß.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Zorn der Tulpenkönigin

Martina Sahler , Hendrik Gruner
E-Buch Text
Erschienen bei null, 23.04.2017
ISBN B072HFZ7H8
Genre: Sonstiges

Rezension:

Sommer 1635: Das Tulpenfieber in Holland ist ungebrochen. Viele haben inzwischen beim Spekulieren mit den Blumenzwiebeln Haus und Hof verloren. Auch Mareikje hat es schlimm getroffen, denn ihr Geschäftspartner Pitt Henseler hat sie letztes Jahr um ihren Gewinn betrogen. Und obwohl sie inzwischen glücklich mit dem Maler Wim verheiratet und Mutter einer kleinen Tochter (Marie) ist, lässt sie der Gedanke an Rache nicht los. Außerdem vermisst sie das Handeln an sich. Sie hatte ein Händchen für die Tulpen, sie liegen ihr sozusagen im Blut. Und wer kann schon dem Ruf des Blutes widerstehen?!

Als ihr Mann für ein Jahr mit einer Forschungsgruppe nach Java fährt, sieht sie ihre Chance gekommen. Sie reist nach Amsterdam und kann wirklich an ihre alten Erfolge anknüpfen. Aber zu Hause wütet eine Seuche, die vor allem kleine Kinder im Alter ihrer Tochter befällt. Und auch Mareikje selbst ist in Gefahr, denn ihr Widersacher schläft nicht.

Parallel dazu trifft Wim auf dem Schiff eine alte Bekannte wieder und ein gigantischer Sturm zieht auf.

 

„Der Zorn der Tulpenkönigin“ ist die Fortsetzung von „Die Tulpenkönigin“. Ich kenne den ersten Band nicht, war aber trotzdem sofort mitten im Geschehen drin. Durch geschickt verwendete Rückblenden erfährt man alles Wichtige und bekommt die wiederauftauchenden Personen inkl. ihrer Geschichte vorgestellt. Das wird so dezent gemacht, dass es flüssig in der Geschichte aufgeht.

 

Besonders gefallen hat mir die Darstellung von Mareikjes Zerrissenheit. Auf der einen Seite ist sie natürlich liebende Ehefrau und Mutter, fühlt sich auf der anderen aber von ihrem Mann alleingelassen, vermisst die körperliche Nähe. Und neben ihrer Rache will sie sich und den anderen beweisen, dass sie immer noch mit Tulpen handeln kann – schließlich hat sie ihren Ruf als Tulpenkönigin zu Recht bekommen.

In diesem Zusammenhang erfährt man viel über den Tulpenwahn zur damaligen Zeit. Irgendwann wurden nicht mehr die Blumenzwiebeln selbst, sondern nur noch Anteilsscheine an ihnen für horrende Preise gehandelt. Für den vermeintlich schnellen Reichtum versetzten die Menschen noch ihr letztes Hemd. Denn wenn sie Glück hatten, verkauften sie ihre Waren Stunden später für das Vierfache des Einkaufspreises. So viel erwirtschaftete ein Bauer nicht mal in einem Jahr.

 

Auch Wims Seereise war faszinierend. Martina Sahler hat ja schon bei ihren Romanen „Das Hurenschiff“ und "Die Hureninsel" bewiesen, was für lebendige und spannende Seefahrtabenteuer sie schreiben kann.

 

5 Sterne für diese mitreißende, abenteuerliche und gefühlvolle Geschichte.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Unsere Tage am Ende des Sees

Linda Winterberg
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 06.11.2017
ISBN 9783746633541
Genre: Romane

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74 Bibliotheken, 11 Leser, 3 Gruppen, 34 Rezensionen

koblenz, preußen, 19. jahrhundert, coblenz, verrat

Die Festung am Rhein

Maria W. Peter
Flexibler Einband: 607 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783404175192
Genre: Historische Romane

Rezension:

1815 wird nach der Schlacht bei Waterloo ein preußischer Leutnant schwer verwundet von einem französischen Offizier gefunden. Schon mit seinem Tode rechnend ist er erstaunt, dass dieser ihn mit den Worten: „Ein Kampf um Freiheit, der zu einem Kampf um Macht wurde.“ (S. 293) am Leben lässt.

 

1822 entsteht in Coblenz die Festung Ehrenbreitstein. Bei dem Bau werden neue Verfahrensweisen und Materialen getestet. Selbst der Bauplan ist geheim, die Arbeiter bekommen täglich nur einen Auszug davon. Deshalb ist der Ingenieur Premierleutnant Rudolph Harten auch sauer, dass immer wieder Besucher über die Baustelle geführt werden. Als dann herauskommt, dass ein Teil der Baupläne verschwunden ist, macht sein Vorgesetzter Capitain von Rülow ihn dafür verantwortlich. Rudolph soll die gestohlenen Pläne wieder auftreiben, sonst wird er abgesetzt – dabei lebt er für dieses Projekt. Noch ohne sein Zutun wird der Halbfranzose Christian wegen des Diebstahls verhaftet, ohne dass man allerdings Beweise bei ihm findet. Rudolph ist irritiert, dass Christian beharrlich leugnet, und beginnt ihm zu glauben – ist er evtl. wirklich unschuldig? Aber wer war es dann und vor allem warum?

Auch Christians Schwester Franziska ist von dessen Unschuld überzeugt. Franziska und Rudolph versuchen zuerst getrennt, die wahren Schuldigen zu finden, merken dann aber schnell, dass sie zusammen mehr erreichen können und kommen sich dabei näher, als gut für sie ist.

 

Vor dem Hintergrund des Baus der ersten deutschen vollständig neu geplanten Festungsanlage und einer tollen landschaftlichen Kulisse erzähl Maria W. Peter eine interessante Spionage- und Liebesgeschichte.

Franziska und ihr Bruder Christian sind als Halbfranzosen und Katholiken Außenseiter, denn die Preußen sind evangelisch. Zudem versucht die preußische Regierung, den Geist der französischen Revolution (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) wieder einzudämmen. Franziska und Rudolph könnten also verschiedener nicht sein und trotzdem fühlen sie sich zueinander hingezogen. Leider war es mir stellenweise etwas zu viel Verzweiflung Drama um die zwei. „Wir alle tragen die Narben dieses Krieges. ... Und es gibt keinen Grund, den alten Wunden auch noch neue hinzuzufügen ...“ (S. 264)

Auch die Spionagegeschichte ist zwar interessant, aber für mich nicht spannend genug aufgebaut. Mir war schon nach ca. 100 Seiten klar, wer da alles mit drin hängt.

Leider habe ich mich auch mit dem Anfang des Buches etwas schwer getan. Da ich die Gegend und die Festung nicht kenne, fand ich die sehr ausführlichen Beschreibungen etwas ermüdend, da hätte die Story etwas mehr Tempo vertragen können. Aber die Landschaftsbeschreibungen haben viel wettgemacht.

 

Mich hat „Die Festung am Rhein“ nicht durchgängig überzeugen können. Ich denke aber, dass jemand, der einen Bezug zu der Gegend oder Festung, hat dem Buch deutlich mehr abgewinnen wird.

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52 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

humor, krimi, tatjana kruse, mord, pension

Der Gärtner war's nicht!

Tatjana Kruse
Flexibler Einband: 316 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 10.04.2017
ISBN 9783458362654
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die „Bestager“ Zwillingsschwestern Konny und Kriemhild (60+, aber über das Alter einer Frau spricht man bekanntlich nicht ;-) )hatten sich ihren Lebensabend auch irgendwie anders vorgestellt. Konny, die „Lebefrau“ wollte um die Welt ziehen und Kriemhild mit ihrem Kommodore altwerden. Aber Konny hat nie Geld zurückgelegt und der Kommodore ist leider viel zu früh verstorben. Zum Glück hat ihnen eine Erbtante ein kleines Anwesen hinterlassen, welches sie in eine Pension umwandeln konnten. Noch hat diese aber Startschwierigkeiten und so verdient Konny das Geld mit ihrer Kolumne „Kummerkasten-Konny“ für die Zeitschrift Happy 50+, Kriemhild kümmert sich ums Haus und die spärlichen Gäste und der Nacktkater Amenhotep fühlt sich als Chef des Ganzen. Ein „Faktotum“ wie in den guten alten englischen Krimis gibt es auch: Herrn Hirsch, ehemals Bankdirektor, nach einem Schlaganfall aber mit Aphasie (einer Sprachstörung) geschlagen, kümmert sich hingebungsvoll um den Garten und alles, was sonst noch so im Haus anfällt.

 

Als eines Tages die berühmte Band Cordt (Hiphopper = "Ich meine diese jungen Waldorfschüler, die sich gegenseitig Beleidigungen vortanzen." S. 22) gleich 5 Zimmer bucht, sind die K&K Schwestern hin und weg: Geld spielt keine Rolle. Alles was verlangt wird, ist vegane Kost und Diskretion. Doch dann ist der Bandleader tot und es sieht so aus, als hätte ihn jemand mit dem Rasentraktor überfahren ...

 

Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so über einen Krimi gelacht habe! Ich wollte das Buch gestern gemütlich im Wartezimmer lesen und hab dann Tränen gelacht – die anderen Patienten haben zum Teil verstört, zum Teil aber auch neugierig geguckt. Am liebsten hätte ich ihnen die entsprechenden Stellen vorgelesen, konnte mich dann aber doch bremsen.

 

„Der Gärtner war’s nicht“ ist eine echte Slapstick-Komödie und lebt von der Situationskomik und den schrulligen Personen. Die Schwestern könnten kaum unterschiedlicher sein: Konny ist klein, rund, fast immer fröhlich und steht auf derben Humor; Kriemhild ist lang, hager, immer verbiestert und hat es mehr mit trockenen hintergründigen Witzen. Aber wenn es hart auf hart kommt, halten sie zusammen und lesen sich bei Gewitter gegenseitig Astrid Lindgren vor.

Neben dem armen Herrn Hirsch, der leider nie die passenden Wörter findet – sich aber fröhlich mit den falschen durchs Leben schlägt – gibt es noch den seltsamen und extrem unsympathischen Pensionsgast Holger Bettenberg. Ihn hätte ich gern als „sagrotangetränkte“ Leiche gesehen (mehr dazu erfahrt ihr im Buch), aber er bekommt auch so sein Fett weg.

 

Natürlich ist auch der Mordfall an sich spannend. Neben den anderen Bandmitgliedern scheinen der Manager und ein dubioser Geldeintreiber Mordmotive gehabt zu haben. Oder war es doch ein Versehen des Gärtners?! Mein Bauchgefühl war leider falsch. Doch wie sagt Kriemhild so schön: „Bauchgefühle sind meistens einfach nur verkappte Blähungen.“ (S. 83)

 

5 Aufsitzrasenmäher – äh Sterne – für diesen extrem lustigen und spannenden Cosykrimi. Ich hoffe, bald wieder von den K&K Schwestern zu lesen. Schließlich haben sie bei der Aufklärung dieses Falles Blut geleckt ...

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

wilde hilde, greta lentz

Wilde Hilde

Greta Lentz
Buch: 8 Seiten
Erschienen bei Edition Wannenbuch, 01.03.2017
ISBN 9783981598933
Genre: Sonstiges

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Winterkartoffelknödel (mp3-Ausgabe)

Rita Falk , Christian Tramitz
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 01.04.2014
ISBN 9783862313600
Genre: Krimi und Thriller

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52 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

vermont, backen, liebe, kuchen, glück

Die Zutaten zum Glück

Louise Miller , Katja Bendels
Flexibler Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 10.04.2017
ISBN 9783458362647
Genre: Romane

Rezension:

Was braucht man schon zum Glücklichsein - Familie und Freunde würde ich sagen. Livy (Olivia) hat nichts davon. Ihre Mutter hat sie verlassen, da war sie erst 9 Monate alt und als ihr Vater starb, war sie gerade mal 16.

In ihrer Kindheit hat eine alleinstehende Nachbarin mal zu ihr gesagt: "Man sollte tun was man kann, um sich das Leben zu versüßen." (S. 212) und ihre Familienrezepte an sie weiter gegeben. Livy hat sich diese Weisheit zu Herzen genommen und ist Patissiére geworden. Doch nachdem sie bei ihrem Job versehentlich einen Club in Brand steckt, flieht sie zu ihrer Freundin nach Vermont. Dort bekommt sie eine Stelle in einem Landgasthof, findet Freunde und sogar eine Familie - obwohl sie nichts davon gesucht hat ...

 

Livy ist eine typische Einzelkämpferin. Schon früh auf sich allein gestellt, meistert sie ihr Leben inzwischen mit Bravour – zumindest ihren Berufsalltag. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet und kann sich ihre Jobs aussuchen. Privat sieht es da ganz anders aus. Sie haust in einer winzigen, fast leeren Wohnung. Einzig ihr Hund Salty (ein Fundhund) konnte bislang ihr Herz dauerhaft erwärmen, bei Männern geriet sie leider immer an die falschen (verheirateten) Exemplare.

 

Probleme löst Livy genau wie ich, indem sie geht. Aber während ich nur mit meinem Hund spazieren gehe, verlässt sie gleich die Stadt und fängt ein neues Leben an. Doch dann passiert etwas Unvorhergesehenes und sie muss feststellen, dass Weglaufen nicht immer die beste Lösung ist ...

 

Im Landgasthof ist Livy nicht nur für die Desserts und Backwaren zuständig, sondern auch für die Teilnahme am Apple-Pie-Backwettbewerb. Den hat die Besitzerin nämlich bis zum Tod ihres Mannes jedes Jahr gewonnen und jetzt soll Livy den Preis für sie holen. Und genau wie die Zutaten für den perfekten Apple Pie, findet sie nach und nach auch die Zutaten für ihr persönliches Glück.

 

Ich habe das Buch zum „NATIONAL APPLE PIE DAY“ auf Facebook beim Insel Verlag mit dem Rezept für meinen Lieblingsapfelkuchen gewonnenund wollte gestern eigentlich nur mal reinschauen, konnte es dann aber nicht mehr aus der Hand legen und hab es bis kurz vor eins heute Nacht ausgelesen. Mit der Ausrede: „nur noch ein paar Seiten“ bzw. „nur noch das Kapitel“ hatte ich es ruckzuck durch.

 

„Die Zutaten zum Glück“ ist ein zauberhaftes, berührendes, nachdenklich machendes und stellenweise unglaublich trauriges Buch über zwischenmenschliche  Beziehungen und das Ankommen im Leben. Nur das Ende war mir etwas zu süß geraten. Leider „muss“ ich auch davon abraten, es während einer Diät zu lesen – es kommen einfach zu viele leckere Backwerke darin vor und im Anhang gibt es auch noch das Rezept für den perfekten Apple Pie ;-) ...

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22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

liebe, amore, enttäuschung, sommer, insel rügen

An der Ostsee sagt man nicht Amore

Katharina Jensen
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.04.2017
ISBN 9783453418349
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ausgerechnet kurz vor der Hochzeitnacht mit Fabio entdeckt Anne sein gut gehütetes Geheimnis und flieht im Brautkleid von Berlin an die Ostsee. Dort, auf Mönchgut, in den Zickerchen Bergen, war sie früher immer im Ferienlager und mit ihren Eltern im Urlaub. Dort war sie zum ersten Mal verliebt, bekam ihren ersten (Zungen)Kuss von „Fischers Fritz“ und war zum letzten Mal glücklich.

Und ausgerechnet „Fischers Fritz“ (eigentlich Fritz Kiesow), der inzwischen sehr gut aussieht aber auch sehr stoffelig ist, läuft ihr als erstes über den Weg ...

 

„Aber das mit dem Glück ist ja eh so eine Sache ...“ „Das kommt immer, wenn man es am wenigsten erwartet.“ (S. 182)

 

„An der Ostsee sagt man nicht Amore“ ist ein schönes Sommer-Sonne-Strand-Buch. Sehr unterhaltsam stolpert man mit Anne vom Liebeskummer in diverse Fettnäpfchen und wieder zurück. Sie ist eine lustige, authentische Person, die sich erst in die Beziehung mit Fabio und dann in ihren Schmerz wegen seines Vergehens hineingesteigert hat. Worin dieses eigentlich besteht, bleibt sehr lange geheim und macht die Geschichte besonders spannend. Als sein „Fehltritt“ dann allerdings erwähnt wird, habe ich das Drama, welches sie daraus gemacht hat, nicht wirklich verstanden. Aber sie ist halt sehr impulsiv ...

Außerdem zeigt ihr die Zeit allein auf Rügen, wie sehr sie sich Fabio angepasst und ihm immer untergeordnet hat. Und dann ist da ja auch noch Fritz – schweigsam, schwer zu durchschauen, aber sehr rücksichtsvoll und hilfsbereit.

Es knistert an allen Ecken und Enden, denn natürlich gibt auch auch Fabio nicht einfach auf.

Dazu kommt die Kulisse von Rügen – man kann das Meer förmlich riechen, hört die Wellen an den Strand schlagen und spürt den Sand unter den Zehen - was will man mehr?!

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

vegetarisch, kochbuch, kochen, lecker, julian kutos

Simply Veggie

Julian Kutos
Fester Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Löwenzahn Verlag, 29.03.2017
ISBN 9783706626194
Genre: Sachbücher

Rezension:

Der Klappentext von „Simply Veggi“ verspricht: „Es ist ganz einfach, schmackhafte Vielfalt in die vegetarische Küche zu bringen! ... Von der Vorspeise über Suppen, Brote, Salate, Hauptgerichte und Desserts ist Unkompliziertheit und Genuss angesagt.“

Ich bin eine routinierte Köchin, koche täglich frisch und den Großteil der Woche essen wir vegetarisch bzw. vegan. Durch unsere verschiedenen Arbeitszeiten habe ich oft nur 1 h Zeit dafür, deshalb bin ich immer wieder auf der Suche nach neuen leckeren simplen Rezepten und Ideen. 

Sehr schön für Kochanfänger sind der „Einblick“ in die Vorratskammer des Buchautors und die einführenden Kapitel (z.B. zu den 5 Geschmacksrichtungen und dem perfekten Schnitt), um erst einmal einen Überblick zu bekommen.

Wir haben uns dann durch die verschiedenen Rezepte probiert, aber so richtig überzeugen konnten uns nur die Standards wie Zwiebelsuppe, Crepe oder Apfeltarte.
Die etwas ausgefalleneren Sachen waren leider nicht nach unserem Geschmack. Das „Pad Thai“ lag mit 2 EL Erdnussbutter und 1 EL Zucker pro Person viel zu schwer im Magen. Im Prinzip ist es nur eine dicke Erdnusspampe mit ein paar Nudeln drin. Das Zusammenspiel der Aromen funktionierte hier aber gut – süß, sauer, salzig und scharf hat man herausgeschmeckt. Der Koriander wäre sicher die bittere Variante gewesen, aber den mögen wir nicht.
Auch das „Shakshuka“ hat leider nicht so funktioniert wie im Buch beschrieben. Ich habe es letztendlich über 1,5 h auf dem Herd kochen lassen (das ist die doppelte Zeit wie angegeben) und fand es immer noch viel zu dünn. Dabei habe ich einen Induktionsherd mit konstant hoher Temperatur L. Außerdem war es uns zu salzig und zu scharf. Ich würde es aber nochmal probieren, denn gerade bei kalten Temperaturen wärmt es schön durch. Allerdings dann gleich mit offenem Deckel, damit die Suppe auch eindicken kann, und viel weniger Gewürzen.
Besonders gefreut hatte ich mich auch auf die Kokos-Panna-Cotta. Der Geschmack war dann leider nur ok - beim nächsten Versuch werde ich deutlich weniger Zucker nehmen.

Bedauerlicherweise habe ich bei vielen der probierten Rezepten gemerkt, dass sie entweder überwürzt, zu süß oder zu fettig sind, wenn man sie nach Originalrezept macht (beim ersten Versuch halte ich mich immer daran). Das fand ich sehr schade.
Ein weiteres Manko sind auch in diesem Kochbuch die fehlenden Nährwertangaben, ich finde einfach, die gehören dazu.
Positiv vermerken möchte ich, dass die Zubereitungszeiten und Mengen pro Person meistens gestimmt haben.

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Hôtel Atlantique

Valerie Jakob
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 22.04.2017
ISBN 9783805251341
Genre: Romane

Rezension:

Delphine Gueron war bis zu ihrer Pensionierung bei der Pariser Polizei. Jetzt lebt sie wieder in ihrem Heimatort, in der Nähe von Biarritz. Als sie eines Tages den 15jährigen Karim beim Einbruch in ihren Schuppen überrascht, handelt sie Wiedergutmachung aus – als „Strafarbeit“ soll er ihr im Garten und Haushalt helfen. Karim hat es so schon schwer genug. Sein Vater, ein Algerier, hat sich vor Jahren abgesetzt. Wegen ihm wird Karim ständig von seinen Mitschülern drangsaliert.

Durch Delphine lernt er auch die betagte Aurélie de Montvignon kennen. Delphine und Aurélie kennen sich schon ewig. Sie treffen sich jeden Dienstag im Hôtel Atlantique zum Tee.

Die beiden Frauen wollen Karim neben der Gartenarbeit auch eine ordentliche Bildung angedeihen lassen. Sie führen ihn in Museen, lassen ihn Weltliteratur lesen, werden Freunde.

Eines Diensttags erscheint Aurélie allerdings nicht pünktlich zum Tee. Sie ist vom Balkon gestürzt. Ein Unfall – vielleicht ein Schwächeanfall – meint die Polizei. Doch Delphine sieht es anders, denn ihre Freundin hat sie kurz zuvor gebeten, im Falle ihres Ablebens regelmäßig nach ihrem Anwesen zu sehen und sie war nicht krank ...

Auch Richard Lebrun, eine Art jüngerer Zieh-Bruder von Aurélie, scheint nicht an einen natürlichen Tod zu glauben. Aber er ist ein sehr introvertierter Mensch und will sich nicht gegen die Einschätzung der Polizei wehren. Außerdem scheint er etwas zu wissen, was er unbedingt verheimlichen möchte – warum?!

 

„Hôtel Atlantique“ hat mich sehr erschüttert. Was als beschaulicher Roman über die Freundschaft zweier älterer Damen mit viel französischem Flair beginnt, wird zu einem Krimi vor dem Hintergrund der deutsch-französischen Vergangenheit.

Neben den Ermittlungen zu Aurélies Tod geht es um die Schicksale der Kinder, die französische Frauen im 2. WK von Nazis bekamen bzw. in der heutigen Zeit von algerischen Einwanderern. Obwohl so viele Jahre zwischen diesen Schicksalen liegen, verbindet sie das „Ausgestoßensein“, die Verachtung der Nachbarn, Mitschüler oder Einheimischen. Valerie Jakob setzt sich damit auseinander, wie die Kinder diese Erfahrungen (später) verarbeiten. Kommen sie überhaupt je darüber hinweg? Letztendlich können sie als Produkte der Liebe ja am wenigsten für ihre Situation. „Es ist echt eine Tragödie. Auf allen Seiten nur Opfer.“ (S. 473)

 

Delphine ist eine sehr taffe Frau. Sie und Aurélie verband eine lebenslange Freundschaft, deshalb kann sie sich mit dem angeblichen Unfall nicht abfinden. Ihre gute Menschenkenntnis bringt sie dazu, Karim nach seinem Einbruchsversuch nicht anzuzeigen, sonst landet er nur endgültig auf der schiefen Bahn. Sie setzt es sich zur Aufgabe, wenigstens diesen einen Jugendlichen vor seinem scheinbar vorgezeichneten Leben als Kleinkriminellem zu retten.

Karim lebt schon lange hier, aber er ist immer noch der Fremde. Er wird von seinen Mitschülern regelmäßig verhöhnt und verprügelt . Wenn er seine Ruhe haben will, flüchtet er sich an seinen geheimen Platz, eine Höhle in der Steilküste „Es war, wie auf einem anderen Planeten zu sein, weit weg von allen Problemen und Blödmännern ...“ (S. 89)

 

Das Buch ist trotz der sich eher gemächlich entwickelnden Krimihandlung sehr spannend. Bei der Aufklärung des Mordes kommen viele weitere dramatische Geheimnisse und Verdächtige ans Licht.

In tollen Bildern beschreibt die Autorin die örtlichen Gegebenheiten und setzt dabei auch die Personen anschaulich in Szene.

 

Ein bewegendes Buch mit echtem Gänsehautfaktor! Wer kriminell-dramatische Geschichten mag, wird von „Hôtel Atlantique“ begeistert sein.

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Das Glück wohnt in der Ivy Lane

Juliet Ashton
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei Rowohlt E-Book, 22.04.2017
ISBN 9783644400566
Genre: Sonstiges

Rezension:

... aber anscheinend nicht mehr bei Sarah. Ihr Mann Leo hat sie für Helena, die in der Wohnung unter ihnen wohnt, verlassen und jetzt steht sie nicht nur vor den Scherben ihrer Ehe sondern auch allein in einer stark renovierungsbedürftigen Dachgeschoßwohnung. Das Projekt hatten sie und Leo zusammen geplant, die Wohnung in Notting Hill günstig gekauft und die Renovierung begonnen. Doch dann hat sich Leo in Helena verliebt und Sarah verlassen.

Außerdem ist Sarah ist traurig, weil Smith weg ist. Als Jane und Tom in Smith’ ehemalige Wohnung ziehen wird ihr klar, dass sie endlich neue Freundschaften knüpfen muss. Warum also nicht mit den anderen Bewohnern des Hauses beginnen?! Man sieht sich zwar jeden Tag, weiß aber kaum etwas voneinander. Und so kommt es, dass sich Sarah nach und nach mit ihren Nachbarn anfreundet.

Der ewig gereizten Mavis, die gerade erst ihre Zwillingschwester verloren hat, kommt sie durch die gemeinsamen Mittagessen näher – allein gegessen haben beide jetzt schließlich lange genug. Und Lisas Tochter Una, die seit der Trennung der Eltern nicht mehr spricht, kann sie nach einiger Zeit zumindest ein Lächeln entlocken.

Am besten aber kommt sie mit Jane und Tom aus – vor allem mit Tom. Dabei will sie  auf gar keinen Fall mit dem Mann ihrer neuen Freundin flirten. Denn Jane kann hinter Sarahs Fassade sehen und mag sie trotzdem: „Du renovierst sie doch nur, weil Du hoffst, mit einer neuen Wandfarbe auch Deine verlorene Beziehung wieder aufzufrischen.“ (S. 38)

Aber auch Leo kann anscheinend nicht von Sarah lassen – denn kurz nach seiner Hochzeit mit Helena macht er ihr schon wieder Avancen.

 

In „Das Glück wohnt in der Ivy Lane“ geht es um Liebe, Trauer, Vertrauen, Kontrolle, Geheimnisse und Verlust. „Wir haben alle diese Trauer eines Verlustes in uns. Es sei denn, wir haben nie geliebt. Und das wäre dann ein weit größerer Verlust.“ (S. 97),

 

Mir gefiel besonders, wie mit den Erwartungen der Leser gespielt wird. Lange bleibt unklar, ob Smith wirklich einer der Trennungsgründe von Leo war. Und warum flirtet Tom so offensive mit ihr und hat Jane anscheinend nichts dagegen? Führen sie etwa eine offene Ehe? Wird Sarah die Abnabelung von Leo irgendwann schaffen?

Ich habe Sarah nicht immer verstanden. Klar, sie ist über die Trennung noch nicht hinweg, aber sie lechzt ja geradezu nach Leos Aufmerksamkeiten und weiß, dass er ihre Treffen vor seiner Frau geheim hält. Dabei fühlt sie sich schuldiger als er, obwohl er ihr angeblich nur helfen will, die Wohnung endlich fertigzustellen. Sein wahres Gesicht zeigt er erst, als er etwas entdeckt, was nicht für seine Augen bestimmt ist und die falschen Schlüsse zieht.

 

Das Buch war anders als erwartet, viel tiefgründiger und trauriger, aber auch voller kleiner Lebensweisheiten. Sein zurückhaltender Humor und die unterschiedlichen zum Teil schweren Schicksale haben mich berührt.

 

Aber wenn ihr denkt, ich verrate Euch, wer am Ende feststellt: „Wenn Glück bedeutet, das zu bekommen, was man wirklich haben möchte, dann habe ich es schon.“ (S. 385), muss ich Euch leider enttäuschen ...

5 Sterne für diesen tiefsinnigen, überraschenden und nicht alltäglichen Frauenroman.

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63 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

roman, italien, geheimnisse, backen, cebeni

Die Zitronenschwestern

Valentina Cebeni , Sylvia Spatz , Brigitte Lindecke
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Penguin, 13.03.2017
ISBN 9783328100409
Genre: Romane

Rezension:

Elettras Mutter Edda liegt seit 1 Jahr im Koma, die Familienbäckerei ist inzwischen Bankrott und Elettra weiß nicht, wie es weitergehen soll. Da findet sie in den Sachen ihrer Mutter eine Fahrkarte zur Isola del Titano. In dem dortigen Kloster Santa Elisabetta hat ihre Mutter anscheinend viele glückliche Jahre verbracht, leider hat sie nie darüber gesprochen – genau so wenig wie über Elettras Vater.

 

Auf Titano angekommen muss Elettra feststellen, dass die Bewohner der Insel merkwürdig, geheimnisvoll und sehr schweigsam sind. Das Kloster wurde längst aufgegeben, es scheint unbewohnt. Aber dann stellt sie fest, dass noch mindestens drei junge Frauen dort autark leben: Lea, Dominique und Nicole. Außerdem hört sie immer wieder Stimmen und Schritte – Geister, der Wind??? Trotzdem nimmt Elettra Leas Angebot an und bleibt im Kloster. Sie meint nämlich, ihre Mutter dort spüren zu können, ihrer Herkunft endlich näher zu kommen. „Jeder kommt an dem Ort an, den das Schicksal für ihn bestimmt.“ (S.40) Und sie will dem Geheimnis unbedingt auf den Grund gehen, aber die Bewohner schweigen. Überhaupt – angeblich kann sich niemand auf der Insel an Edda erinnern ...

Aus der geplanten Kurzreise werden Monate. Ihre Freundin bittet sie, endlich wieder heimzukommen: „Irgendwann muss man die Vergangenheit loslassen, spätestens, wenn sie die Gegenwart zu bestimmen droht.“ (S. 161), aber Elettra fühlt sich im Kloster und auf der Insel heimisch.

 

„Die Zitronenschwestern“ war für mich kein einfaches Buch. Die Geschichte war mir stellenweise zu mystisch und erinnerte stark an „Chocolat“ von Joanne Harris. Während dort der Duft der Schokolade die Menschen verführt, ist es hier der Duft von Eddas Anisbrötchen und der überall wachsenden Zitronen, welcher Elettra auf die Insel führt und dort festhält. Außerdem störte mich, dass die Witwen der verunglückten Seefahrer als ausgestoßen gelten und sich am liebsten in Luft auflösen sollten. M.E. ist nicht unüblich, dass Frauen ihre Männer überleben?!

 

Elletras „Mitbewohnerinnen“ im Kloster sind sehr verschieden und tragen an ihrem eigenen Kummer. Lea wuchs als Waise im Kloster auf, aber inzwischen gehört es ihr. Sie war immer die Ausgestoßene und genießt jetzt ihre Führungsposition. Nicole und Dominique gehören zu den unerwünschten (jungen) Witwen. Beide lassen niemanden wirklich an sich heran, Nicole auf nette Art, während Dominique sehr verschlossen, abweisend und regelrecht verbissenen ist. Aber letzten Endes ergänzen sich die 4 Frauen perfekt.

Isabelle Fouchett, die uralte Inselhebamme, ist ebenfalls regelmäßig im Kloster zu Besuch und hilft, wenn es brenzlig wird bzw. mischt sich immer dann ein, wenn Elettra kurz vor der Aufdeckung des Geheimnisses zu stehen scheint. Ihre Verbindung zu Eddas Vergangenheit bleibt lange nebulös.

Das Geheimnis um Elettras Vater wird dann nach 2/3 des Buches - mit für mich viel zu pathetisch und zu viel Drama - aufgelöst und war nicht mehr wirklich überraschend. Außerdem wäre diese Aufdeckung für mich das ideale Ende des Buches gewesen, aber Valentina Celebni klärt noch das letzte Fitzelchen Ungereimtheiten auf und zieht das eisern bis zum Happy End durch.

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

krimi, rache, florida, humor, millionärin

Der Reinfall

Carl Hiaasen , ,
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio Editionen, 15.10.2007
ISBN 9783866047587
Genre: Krimi und Thriller

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Miss Lizzie

Walter Satterthwait , Janina Sachau
Audio CD
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 01.11.2008
ISBN 9783455306132
Genre: Krimi und Thriller

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