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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

goldene zwanziger, münchen, historischer roman, berlin, jetse

Spiel der Hoffnung

Heidi Rehn
Flexibler Einband
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426515921
Genre: Historische Romane

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

jack london, manesse verlag, thriller

Mord auf Bestellung

Jack London , Eike Schönfeld , Freddy Langer
Fester Einband: 270 Seiten
Erschienen bei Manesse, 29.08.2016
ISBN 9783717524267
Genre: Krimi und Thriller

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9 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

guatemala, liebesgeschichte, starke frauencharaktere

Im Land des ewigen Frühlings: Guatemala-Roman

Christiane Lind
E-Buch Text: 332 Seiten
Erschienen bei null, 01.12.2016
ISBN B01MRLM8B2
Genre: Sonstiges

Rezension:

Christiane Lind hat vor ein paar Tagen auf Facebook gefragt, was wir mit Guatemala verbinden. Mein erster Gedanke war Kaffee. So lenkte sie geschickt das Augenmerk auf ihren neuen Roman „Im Land des ewigen Frühlings“.

Mir war nicht bewusst, dass die Ureinwohner Guatemalas die Mayas waren und eine bis heute nicht endgültig entschlüsselte Kultur hinterlassen haben und dass (auch deutsche) Eroberer sich beim Vertreiben und Unterwerfen der Ureinwohner und Anlegen der Kaffeeplantagen nicht gerade mit Ruhm bekleckerten.

Der Roman behandelt diese Themen auf eine sehr spannende, unterhaltsame und lehrreiche Weise. Aufgrund des eng verknüpften Schicksals von 3 Frauen über 2 Zeitebenen versank ich förmlich in der Geschichte Guatemalas und des Kaffees.

 

1902 kehrt Magarete nach einem Jahr in Bremen endlich wieder nach Guatemala auf die Finca ihrer Familie heim. Doch die Wiedersehensfreude wird vom drohenden Bankrott ihres Vaters überschattet. Muss sie ihrer heimlichen Liebe Juan ade sagen und einen reichen Kaufmann heiraten oder kann sie die Finca auch anders retten?

Auf der Überfahrt lernt Margarete die 16jährige Elise kennen. Sie hat bisher wohlbehütet bei ihren Großeltern in Bremen gelebt, aber ihre Eltern sind ehrgeizige Forscher und Elise soll endlich mit ihnen leben und reisen.

2016 forscht Isabells Großmutter Lina nach ihrer berühmten Vorfahrin Elise. Sie will eine Biographie über die Frauenrechtlerin, die sich auch für die Rechte der Ureinwohner einsetzte, veröffentlichen. Auf ihrem Dachboden stoßen Isabell und Lina auf Unterlagen, die sie zu Fabian, dem Erben einer Bremer Kaffeerösterei bringen ...

 

Das Buch lebt von den starken Frauenfiguren, für welche die Autorin berühmt ist. Die Situationen der Frauen scheinen ausweglos: Margarete soll einen ungeliebten Mann heiraten, um die Familie zu retten und wehrt sich trotzdem dagegen. Elise hat Heimweh nach Bremen und vor allem Angst, kennt sie die Welt doch bisher überwiegend aus Jules-Verne-Büchern. Sie erwartet also hinter jeder Ecke mindestens ein tödliches Seeungeheuer oder eine extrem giftige Schlange. Dabei sind der Regenwald, die Vulkane und Banditen schon gefährlich genug. Isabell hat gerade eine schwere Scheidung hinter sich und will eigentlich nur in Ruhe ihre Wunden lecken, doch Lina und Fabian bringen sie ganz schön durcheinander. Im Laufe der Geschichte wachsen Margarete, Elise und Isabell über sich hinaus und kämpfen für ihre Wünsche und Vorstellungen.

Christiane Lind bringt den Leser mit farbenprächtigen Beschreibungen der überbordenden exotischen Natur dazu, Guatemala förmlich zu fühlen. Durch strategisch günstige Zeit- und Ortswechsel, unerwartete Wendungen und diverse Geheinisse ist die Handlung bis zum Ende extrem spannend.

 

„Im Land des ewigen Frühlings“ hat mich so gefesselt, dass ich es an nur einem Tag durchgelesen habe. Deshalb bekommt es auch meine absolute Leseempfehlung und 5 Kaffeebohnen ;-).

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5 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Ein letztes Lied für dich

Natasha Solomons , Martin Ruben Becker
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 25.11.2016
ISBN 9783499290244
Genre: Liebesromane

Rezension:

1946: Die Brüder Jack, George und Fox (eigentlich Harry) kehren nach dem Krieg zu ihrem Familienanwesen Hartgrove Hall zurück. Das sieht genau so aus, wie sie sich fühlen – wie Invaliden. Sie sind pleite, es gibt nichts mehr, was sie zu Geld machen könnten. Die Gemälde und anderen Kunstgegenstände sind längst alle verkauft. Also versuchen sie jeweils auf ihre Art, das Anwesen zu retten. Jack nimmt Geld von seiner Freundin, der berühmten Sängerin Edie, George besinnt sich auf die Landwirtschaft und Fox will mit dem Komponieren Geld verdienen. Er ist geradezu besessen von Musik, hat das absolute Gehör. Und er ist verliebt in Jacks Freundin Edie – das Drama ist also vorprogrammiert.

 

2000: Fox, inzwischen ein berühmter Komponist, kann seit dem Tod seiner Frau vor kurzem nicht mehr komponieren oder Klavier spielen. Sie war seine bessere, ihn ergänzende Hälfte. Wie soll er nach 50 Jahren mit ihr jetzt ohne sie weiterleben? „Ich verweilte am Rand der Dinge, ein Beobachter, dem es nicht mehr gelang, an irgendeinem Gespräch richtig teilzunehmen.“

Sein einziger Lichtblick ist sein 4jähriger Enkel Robin, der sein musikalisches Talent geerbt hat. Robin versteht und fühlt die Musik genau wie er - als wären sie 2 getrennte Seelen. Nur mit ihm fühlt sich Fox nicht mehr einsam. Aber Robin ist kein einfacher Charakter. Ist er „nur“ ein Wunderkind oder hat er eine psychische Störung?

 

Fox Leben ist gezeichnet von der Suche – jetzt nach den langsam verblassenden Erinnerungen an seine Frau, früher nach Erinnerungen an seine früh verstorbene Mutter und die Gemeinsamkeiten mit ihr. Und immer wieder sucht er nach fast vergessenen Melodien, um sie zu erhalten.

Seine Brüder sind extrem verschieden. George ist durch den Krieg noch ruhiger und introvertierter geworden, lebt nur für das Anwesen.

Jack, der Älteste, ist eine Erscheinung. Die Frauen liegen ihm zu Füßen. Er ist der geborene Macher und Anführer. Es ist für die Brüder also nur natürlich, dass sich die berühmte Edie Rose für ihn entschieden hat.

Aber Edie ist eine Kunstfigur, nur selten gibt sie etwas von ihrem Innersten preis. Sie  mag Fox sehr, „entblättert“ sich im Laufe der Jahre für ihn, erzählt Fragmente ihrer Herkunft, ihren wahren Namen.

 

„Ein letztes Lied für Dich“ spielt auf zwei Zeitebenen und besticht durch seine sehr dichte Handlung. Alles ist miteinander verwoben. In Rückblicken werden immer nur Bruchstücke der Vergangenheit preisgegeben, dadurch bleibt es extrem spannend.

 

Ich habe das Schicksal von Fox und seiner Familie sehr gern verfolgt. Die Protagonisten haben Ecken und Kanten, sind keine Heiligen und wirken deshalb so lebensecht, dass es sich durchaus auch um eine Biographie handeln könnte. Ich liebe solche Familiensagas vor realen zeitlichen Hintergründen. Die Entwicklung des englischen Adels nach dem zweiten Weltkrieg, ihr Überlebenskampf wird hier sehr gut widergegeben.

 

Doch das Buch hat mich sehr zwiespältig zurückgelassen. Es ist ergreifend, einerseits träge wie ein lauer Sommerabend, dann wieder schnell wie ein Gebirgsfluss. Freud und Leid liegen sehr eng beieinander. Aber am Ende bleiben für mich zwei wichtige Fragen offen.

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Bridget Jones' Baby

Helen Fielding , Karin Diemerling , Heike Reissig , Stefanie Retterbush
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.11.2016
ISBN 9783442486656
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ja, ich bin ein Serienleser und –Filmegucker. In den ersten beiden Bridget Jones Filmen könnte ich wahrscheinlich mitspielen, so oft hab ich sie schon gesehen und natürlich hab ich „Bridget Jones’ Baby“ als Preview schauen müssen und mich dabei köstlich amüsiert.

Also waren meine Erwartungen an das Buch entsprechend hoch und ich sehr verblüfft, dass die Handlung an einer entscheidenden Stelle ganz anders ist – nein, keine Angst, schwanger ist sie im Buch und im Film. Und in beiden Varianten ist auch unklar, von wem – mehr verrate ich hier aber wirklich nicht ;-)!

 

„Bridget Jones’ Baby“ ist gewohnt amüsant und kurzweilig geschrieben und spielt dabei mit den altbekannten Klischees. Bridget stolpert erst IN und dann recht hilflos DURCH die Schwangerschaft. Die Väter in spe scheinen die Schwangerschaftsbegleitung eher als Wettkampf zu verstehen und versuchen dauernd, sich gegenseitig auszubooten. Dass Bridget und das Baby dabei auf der Strecke bleiben, merken sie erst, als es fast zu spät ist. Daniel ist immer noch ein Egomane und Marc hat nach wie vor einen Stock verschluckt – aber natürlich haben beide auch ihre liebenswerten Seiten.

Bridgets Mutter ist „not amused“, dass diese UNVERHEIRATET schwanger ist – der Supergau! Einzig ihr Vater scheint sich zu freuen und steht ihr mit Rat und Tat zu Seite. Er ist mir in diesem Buch sehr positiv aufgefallen. In den Vorgängerbänden hatte er ja eher kleine Nebenrollen – hier sagt er zwar auch nicht viel, aber das hat dann Gewicht.

Außerdem sind Bridgets Freunde wieder mit von der Partie. Sie sind ebenfalls älter, aber nicht unbedingt weiser geworden und sorgen oft für zusätzliche Verwirrung.

 

Mein Lieblingszitat aus diesem Buch ist übrigens von Bridget: „Es gibt nämlich nicht nur einen großen Unterschied zwischen dem Bild, das wir uns von uns selbst machen, und dem, wie wir wirklich sind, sondern auch zwischen unseren Erwartungen an das Leben und dem, wie es tatsächlich verläuft.“

 

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aber – die knapp 250 Seiten hat man viel zu schnell ausgelesen.

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38 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

finnland, liebe, kurzurlaub, trennung, freundschaft

Finnischer Schnee von gestern

Mina Teichert
E-Buch Text: 398 Seiten
Erschienen bei Amazon Publishing, 20.09.2016
ISBN 9781503995451
Genre: Romane

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64 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

kalifornien, museum, young adult, surfer, chatten

Annähernd Alex

Jenn Bennett , Claudia Max
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2016
ISBN 9783551560353
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die beiden jugendlichen Filmfreaks Mink und Alex kennen sich aus einem Filmchat. Sie leben zwar in verschiedenen Bundesstaten der USA, teilen in der Anonymität des Netzes aber Freud und Leid und werden beste Freunde. Doch dann zieht Mink, die im wahren Leben Bailey heißt, zu ihrem Vater und damit in die Stadt, in der Alex, eigentlich Porter, wohnt. Und während sie noch überlegt, wie sie Alex ausfindig machen kann, lernt sie bei ihrem Ferienjob im Museum Porter kennen. Porter ist für sie der Inbegriff des überheblichen Surferboys und so kracht es gewaltig zwischen ihnen, aber gleichzeitig prickelt es auch immer mehr – was sich neckt, liebt sich vielleicht doch?! Je näher sich die beiden kommen, desto mehr öffnen sie sich, erzählen sich Dinge, die nicht einmal Mink und Alex voneinander wissen. Bailey versteht sich selber nicht: „Wovor habe ich mehr Angst: vor Porter  ... oder der Person, die er in mir freisetzt?“

„Annähernd Alex“ ist eine wunderbare spannende und leicht zu lesende Liebesgeschichte zweier Teenager, die es entgegen allem Anschein nicht immer leicht hatten. Sowohl in Porters als auch in Baileys Familie gab es in der Vergangenheit dramatische Situationen, die sie immer noch nicht verarbeitet haben. Dadurch hat der Roman hat eine unerwartete Tiefe.
Bailey und Porter sind von Ängsten und Verlusten geprägt. Beide gehen sehr unterschiedlich damit um. Porter ist eher extrovertiert, überspielt alles mit chronisch guter Laune. Bailey hingegen versucht einerseits, sehr unauffällig zu sein, steht aber auf 60er Jahre Klamotten und hat einen platinblonde Lana-Turner-Frisur – ganz wie die alten Film-Diven.
Besonders witzig fand ich die Szenen zu Beginn, in denen sie sich im Chat ihre gemeinsamen (!) Erlebnisse des Tages mitteilen (natürlich ohne es zu wissen) und dabei so unterschiedlich empfinden. Ich habe mich immer gefragt, wann sie denn endlich entdecken, wer sie sind. Die Beziehung der beiden entwickelt sich sehr natürlich und wirkt dadurch so real.
Auch die anderen Protagonisten des Buches, wie Baileys neue Freundin Grace oder der zwielichtige Davy sind interessant und vielschichtig gestaltet.

Die Kapitel werden übrigens durch passende Filmzitate eingeleitet, so dass man ungefähr erahnen kann, worum es geht. Allerdings habe ich mich gefragt, ob die Zielgruppe (Teenager), die Filme kennt und den Zusammenhang zwischen den Zitaten und der Handlung herstellen kann. Mein Lieblingszitat ist natürlich aus meinem Lieblingsfilm: „Ich habe mir gewünscht, dass Du es bist. Ich habe mir so gewünscht, dass Du es bist!“

Für diese zauberhafte und zum Teil wildromantische Geschichte, welche ich an nur zwei Abenden durchgeschmökert habe, gibt es von mir verdiente 5 Sterne!

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13 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

london, paris, mode, evans, 40er jahre

Das Geheimnis der Hutmacherin

Natalie Meg Evans , Stefanie Fahrner
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Heyne, 14.11.2016
ISBN 9783453419988
Genre: Historische Romane

Rezension:

1937: Cora Flyn arbeitet hart in einer Hutfabrik in London, weil sie sich irgendwann ihren Traum von Paris erfüllen will, aber ihr Vater nimmt ihr den Verdienst regelmäßig ab. Bei einem Pferderennen lernt sie den geheimnisvollen Deutschen Dietrich kennen und gibt sich als Hutmacherin Coralie de Lirac aus. Er ist fasziniert von ihr und bietet ihr an, mit ihm nach Paris zu gehen - als seine „Begleitung“. Sie könnte natürlich auch versuchen, in der Fabrik Karriere zu machen, aber das ist nicht, was sie will. Sie will reich und angesehen sein – ein Leben wie in den Hollywoodfilmen: „Wollen sie wirklich das Leben anderer Leute leben?“ ... „Auf jeden Fall.“

Also ergreift „Coralie“ ihre Chance und geht mit Dietrich. Er erweist sich als eine Art „Big Daddy“, stattet sie mit Kleidern und Geld aus, einer neuen Vergangenheit inkl. Papieren (denn er hatte sie sofort durchschaut), verfeinert ihre Aussprache und Bildung - und er stellt ihr andere Frauen vor. Sie kann sich seiner nie sicher sein!

 

„Das Geheimnis der Hutmacherin“ ist sehr spannend. Man ist sofort mittendrin, gefangen von der Handlung. Bei Coralies ersten Schritten in Paris war ich mindestens genau so aufgeregt wie sie. Sie ergreift jede sich ihr bietende Chance, stürzt sich ins Leben, genießt es, kostet es aus und legt dabei ein unheimliches Tempo vor. Auch ihren Traum von der Hutmacherei kann sie verwirklichen, aber die Neider(innen) bleiben nicht aus. Sie knüpft Freundschaften und Beziehungen mit den verschiedensten Menschen, auch Engländern und Deutschen. Doch außer Dietrich kennt niemand das Geheimnis ihrer Herkunft – hofft sie zumindest ...

Dann bricht der Krieg aus. Plötzlich sind überall Deutsche, Abstammungen und Religionen werden wichtig. Die Angst wird übermächtig, überall lauern Gefahren. Es ist verstörend, niemand – auch nicht der Leser - weiß noch, wer Freund und wer Feind ist, wem man noch (ver)trauen kann.

 

Zu den wichtigsten Protagonisten gehören neben Coralie und Dietrich die Engländerin Una McBride und die Deutsche Ottilia (Tilly). So stark und kämpferisch wie Una ist, so weltfremd und hilflos ist Tilly. Sie lässt sich einfach treiben - sie tut ja niemandem was, wer sollte ihr also ans Leder wollen? Dabei verdrängt sie allerdings, dass sie Jüdin ist und es alle wissen. Während sich Una immer mehr gegen die Deutschen engagiert, verkriecht sich Tilly in ihr Schneckenhaus und verweigert die Emigration in die sichere Schweiz.

Auch Coralie kommt irgendwann an den Punkt, an dem sie sich entscheiden muss, auf welcher Seite des Krieges sie steht und welche Beziehungen sie noch pflegen darf.

Dietrich bleibt die ganze Zeit über geheimnisvoll. Nur Stück für Stück erfährt man mehr aus seinem Leben und von seinen Geheimnissen, auch er hat viel zu verbergen.

Alle Persönlichkeiten sind sehr gut ausgearbeitet, wirken authentisch und glaubhaft. Man kann ihre Handlungen und Beweggründe jederzeit nachvollziehen. Besonders gefallen hat mir, dass die Autorin hier keine Schwarz-Weiß-Malerei betreibt sondern das Leben und den Krieg in all seinen Facetten beschreibt.

 

Lediglich das Ende konnte ich nicht ganz nachvollziehen, daher gibt es 4 von 5 Sternen.

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3 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

hass, erbe, hollocaust, amerika, la roche

Anna und Armand

Miranda Richmond Mouillot , Astrid Finke , Anna Thalbach
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Random House Audio, 14.03.2016
ISBN 9783837133523
Genre: Biografien

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12 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

geschlechterkampf, 2016, sachbuch, geschlechter, humor

Oh Boy, oh Girl!

Evelyn Holst , York Pijahn
Flexibler Einband: 250 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.07.2016
ISBN 9783442175840
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich hatte noch nie ein Sachbuch, die dem ich lächeln, geschweige denn so herzhaft lachen musste wie bei „Oh Boy, oh Girl“. Und das nicht nur heimlich und allein in meinem stillen Kämmerlein sondern in der Öffentlichkeit (bei mir war es ein Zahnarztwartezimmer und die anderen Patienten haben mich pikiert angeguckt).

Ehrlich gesagt hatte ich mir aber genau das erhofft. Ich liebe York Pijahns Kolumne in der myself und schicke sie regelmäßig an diverse Freundinnen und meinen Bruder weiter.

Evelyn Holst war mir bis zu diesem Buch noch kein Begriff, aber auch nach ihrer Kolumne und ihren Büchern werde ich in Zukunft Ausschau halten.

Sie und York vermitteln in diesem Buch auf extrem amüsante Art und Weise die weibliche und männliche Sicht auf die zentralen Fragen des (Zusammen-)Lebens und der Entwicklung von Männern und Frauen - was trennt uns, was vereint uns. Beginnend mit dem Verhalten im Sandkasten, über die Kindheit, Jugend, das Erwachsenenleben bis hin zu Sex im Altersheim - nichts wird ausgespart. Dabei wird mit Klischees gespielt (ja, Männer leiden wirklich mehr bei einer Grippe als Frauen, weil sie weniger Abwehrkräfte haben) und am Ende eines jeden Artikel kommt ein Experte zu Wort.

Wie schon als Einleitung gesagt, mich hat das Buch köstlich unterhalten. Kauft es, lest es, kauft noch ein paar Exemplare nach und verschenkt sie!

 

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

trauer, katze, liebe, freundschaft, tod

Phillips letztes Geschenk

Christiane Lind
E-Buch Text: 186 Seiten
Erschienen bei Amazon Publishing, 08.11.2016
ISBN 9781503997493
Genre: Romane

Rezension:

„Phillips letztes Geschenk“ ist traurig und berührend zugleich: Als Phillip erfährt, dass er sterben wird, besorgt er seiner introvertierten Frau Carolin ein Katzenbaby. Durch das Katerchen soll sie aus ihrer Trauer zurück ins Leben finden, neue Kontakte, vielleicht sogar Freundschaften knüpfen und endlich wieder nach vorn blicken.

Sein Plan scheint aufzugehen: Das Katerchen bringt nicht nur Carolins Leben durcheinander, auch die Nachbarschaft bleibt von seinen Streifzügen nicht verschont. So bringt der kleine Kater die Menschen einander näher, schweißt sie zusammen. Doch kurz vor Weihnachten verschwindet er plötzlich ganz und alle Suche scheint umsonst ...

 

Christiane Lind hat wieder einen wunderbaren, gefühlvollen, romantischen (Weihnachts-) Roman geschaffen, welcher dem Leser zeigt, dass sich auch in tragischen Momenten der Blick nach vorn meistens lohnt.

Die Protagonisten sind authentisch und aus dem Leben gegriffen. Man fühlt ihren Schmerz und ihre Freude mit, lebt, liebt und leidet mit ihnen. Carolins Entwicklung im Laufe der Handlung ist sehr lebendig dargestellt – sie wird offener, freundlicher, mitfühlender.

Ich habe das Buch in einem Ritt durchgelesen, weil ich es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Autorin versteht es gekonnt, die Spannung bis zuletzt zu halten und dabei gleichzeitig das kälteste Herz zum Schmelzen zu bringen.

5 Sterne und meine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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69 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

krimi, bayern, franz eberhofer, rita fal, eberhofer reihe

Weißwurstconnection

Rita Falk
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 11.11.2016
ISBN 9783423261272
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Leben könnte so schön und vor allem endlich mal ruhig sein. Die Susi und Paulchen übernachten regelmäßig im Saustall beim Franz. Der Leopold kommt nicht mehr so oft vorbei, seit der Papa in Spanien ist, und die Oma kocht immer noch göttlich.

Aber es gibt Ärger im Paradies (also in Niederkaltenkirchen ;-)). Im neuen Luxus-Wellnesshotel liegt nach der Eröffnung ein Toter in der Badewanne. Dieser soll ganz unauffällig beseitigt werden (eh es Gerüchte gibt) und Franz stellt bei dieser Gelegenheit fest, dass es schon sehr nach Mord aussieht. Natürlich glauben ihm weder Richter Moratschek noch Rudi – doch Franz hat Recht. Und während sich Rudi im Hotel einquartiert, um inkognito als Teilnehmer eines Esoterik-Kongresses zu ermitteln, beschreitet Franz mehr oder weniger offizielle Wege.

Verdächtige gibt es viele, u.a. die Chefin des Toten, die Betreiberin des Hotels und deren Faktotum, aber auch der Flötziger und der Simmerl hatten ein Hühnchen mit ihm zu rupfen ...

 

Schon der Beginn des Buches ist wieder filmreif. Die Oma platzt in den unmöglichsten Situationen in den Saustall – der Franz soll sich nicht so haben, schließlich hat sie ihn aufgezogen. Und auch die Übergabe der Leiche läuft nicht so ganz nach Plan. Der Rudi versucht, den Fall mithilfe esoterischer Prinzipien zu lösen und die Mosshammerin (gerade auf Karibikkreuzfahrt) verfolgt alle wichtigen Ereignisse via Skype auf Omas Smartphone – da bleibt kein Auge trocken und einige Bilder werde ich wohl länger nicht los!

Aber Rita Falk beweist mit „Weisswurstconnection“, dass sie auch die leisen Töne beherrscht. Gerade der Hintergrund des Mordes war unerwartet ernst und traurig, hat mich mitgenommen.

Es menschelt eben wieder in Eberhofers 8. Fall. Der Simmerl hat Stress mit seiner Gisela, der Flötzinger mit seiner Mary und auch Franz muss sich endlich überlegen, ob er mit der Susi was Festes will. Generell kommen die Männer dieses Mal wieder nicht gut weg und die Frauen sind herrlich unsensibel. Mir hat die Balance des Zwischenmenschlichen und dem Fall an sich wieder sehr gut gefallen.

 

Witzig, spannend, menschlich - ich vergebe 5 von 5 Weißwürstchen und meine Leseempfehlung für alle Eberhoferfans.

PS: Rita, der Cliffhanger am Ende ist echt fies ;-) ...

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46 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

märchen, halo summer, rezension, indie, neues märche

Aschenkindel - Das wahre Märchen

Halo Summer
Flexibler Einband: 276 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 05.07.2016
ISBN 9781535042307
Genre: Fantasy

Rezension:

Auf der Frankfurter Buchmesse bin ich mehr oder weniger zufällig in die Lesung zu „Aschenkindel“, dem Gewinner des Kindle Storyteller-Wettbewerb“, gestolpert. Fasziniert hat mich neben dem sehr witzigen Beginn der Geschichte auch die tolle Interpretation der Synchronsprecherin, deren Namen ich leider vergessen habe. Das Buch soll übrigens im Dezember mit genau der Stimme als Hörbuch herauskommen :-). Ich hatte sie beim Lesen die ganze Zeit im Hinterkopf.

 

Claerie (das Aschenkindel) kommt hier als sehr emanzipierte junge Frau daher, die nach dem Tod des Vaters ihrer Stiefmutter und deren Töchtern den Haushalt schmeißen muss und für ihre schräge Fee nicht wirklich Verständnis hat. Die Fee hat nämliche leider nie den Schulabschluss auf der Feenschule geschafft, aber wie heißt es so schön: „Sie hat sich bemüht.“ Sie versucht ja, alles richtig zu machen, aber natürlich geht das meiste schief. Jetzt hat sie es sich in den Kopf gesetzt, das Clairie den Prinzen heiraten soll, dabei hat die sich doch längst in den unbekannten Fremden aus dem verbotenen Wald verliebt …

 

Aschenkindel ist eine witzige und spannende Märchenadaption mit einem gehörigen Schuss Fantasy. So kommen neben den bekannten Märchenfiguren auch Vampir, Flugdrachen und andere Fabelwesen vor.

Auch die Story an sich hält sich nicht ans Original. Die Heldin will eben nicht den Prinzen heiraten und glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende mit ihm leben. Wozu auch, im Rahmen ihrer Möglichkeiten ist sie ziemlich glücklich und vor allem unabhängig. Ihre Stiefmutter und -schwestern sind nicht nur böse - das Schwarz-Weiss-Schema wurde gekonnt aufgebrochen. Außerdem ist das Buch ziemlich gesellschaftskritisch und macht auch vor den Themen Kinderarbeit, Armut, Krieg und Regierungsformen nicht halt.

 

Für diese wirklich unterhaltsame und witzige Aschenputtel-Variante gibt es von mir 4 Sterne und den Tipp, unbedingt in das hoffentlich bald erscheinende Hörbuch reinzuhören.


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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

humor, liebe, kurzweilig, witzig, erfrischend

Nenn mich nicht Hasi!

Sandra Girod
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.03.2016
ISBN 9783734101007
Genre: Romane

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

friedrich kalpenstein, griechenland, rhodos, leihwagen, leserunde

Ich bin Single, Kalimera

Friedrich Kalpenstein
E-Buch Text: 209 Seiten
Erschienen bei Amazon Publishing, 03.03.2015
ISBN 9781503999121
Genre: Romane

Rezension:

Herbert ist Mitte 30 und überzeugter Single. Den Urlaub verbringt er dieses Jahr in einem Familienhotel auf Rhodos - das bringt ihn an die Grenze seiner Leidensfähigkeit. Da das Hotel überbucht ist, bekommt er ein Zimmer im Keller und als Ausgleich das „All-Inklusive-Bändchen“. Ok, dann muss es das natürlich auch ausnutzen. Er schlemmt sich also durchs Buffett und versucht nebenher, die mitreisenden Pärchen und Familien mit seinen subtilen „Späßchen“ in den mittleren Wahnsinn zu treiben. Leider fällt er dabei oft genug selbst auf die Nase und beginnt sich die Frage zu stellen, ob eine Beziehung vielleicht doch nicht so schlecht wäre?

„Ich bin Single, Kalimera“ war Friedrich Kalpensteins erstes Buch. Ich habe es allerdings jetzt erst gelesen. Wie auch seine anderen Bücher hat es einen tollen Humor, man lacht von der ersten bis zur letzten Seite und ich weiß jetzt, warum ich nie solche Urlaube buche.
Herbert stolpert von Fettnäpfchen zu Fettnäpfchen, ist aber zum Glück recht schmerz- und schamfrei - mir wäre die eine oder andere Szene extrem peinlich gewesen. Man weiß nicht ob man ihn für seine Späße hauen oder bemitleiden soll, denn eigentlich ist er als einziger Single-Mann dort eine arme Sau. Die einzige Single-Frau Chantal ist deutlich älter (aber gut gemacht, sprich operiert) und geht ihm viel zu offensiv vor.
Eine meiner Lieblingsszenen ist übrigens, als das Lädchen seinen Lieblingsschoki (Rum-Traube-Nuss) nicht mehr vorrätig hat und er sie sich selber „bastelt“ …
Kurzum: „Ich bin Single, Kalimera“ gehört in jede Strandtasche oder wärmt im trüben kalten Herbstwetter von innen ;-).

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

hollywood, hausfrau, komparsen, mode, witzig

Shopaholic in Hollywood

Sophie Kinsella , Jörn Ingwersen , Maria Koschny
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 19.01.2015
ISBN 9783844515787
Genre: Romane

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46 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 6 Rezensionen

venedig, kochen, renaissance, machtkämpfe, 2009

Der Granatapfeldieb

Elle Newmark , Karin Dufner
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.05.2009
ISBN 9783426198629
Genre: Historische Romane

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

detektiv, hörbuch, altenstift, krimi, marihuana

Alte Schule

Charles Hodges , Andrea Kunstmann , Charles Brauer
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 29.08.2016
ISBN 9783837136319
Genre: Romane

Rezension:

Tom Knight ist 73, sieht aber jünger aus, und ein recht erfolgreicher Privatdetektiv. Da er einsam ist, lernt er über eine Kontaktanzeige die 53jährige Fran kennen. Leider hat er sie bezüglich seines Alters belogen und ist enttäuscht, als sie es herausfindet und den Kontakt abbricht.

Also tröstet er sich mit seinem guten Freund Merv und diversen Joints über diesen Kummer hinweg, bis Fran plötzlich seine Hilfe braucht – angeblich hat sie in einer Nacht 3 Bewohner des Altenheims getötet, in dem sie arbeitet. Tom, ganz Kavalier der alten Schule ;-), stürzt sich sofort in die nicht immer ungefährlichen Ermittlungen. Dabei muss er vollen körperlichen Einsatz zeigen, neueste Spionagetechnik nutzen und auch unter schwersten Bedingungen ermitteln. So gibt er sich u.a. als neuer Bewohner des Heims aus, lässt sich die Karten legen oder bis an die Schmerzgrenze massieren – die Szenen sind zum Teil so lustig, da bleibt keine Auge trocken!

Und natürlich werden nach und nach die Morde aufgeklärt, ohne jedoch zwischendurch zu viel zu verraten, als dass man selbst auf den Täter und seine Beweggründe kommen könnte.

 

„Alte Schule“ ist ein spannender und unterhaltsamer Krimi, der mich durch seine skurrilen Personen und zum Teil verwirrenden Fährten bis zum filmreifen Showdown gut unterhalten hat. Danach hätte das Buch für mich auch schon beendet sein können, aber Charles Hodges hat natürlich auch die Geschichte um Tom und Fran abgeschlossen.

 

Zwischendrin war mir die Handlung stellenweise etwas zu ruhig, gemütlich, fast schon langatmig. Das war zwar für das Hörbuch von Vorteil, weil man sich die Personen, Orte und Handlungen besser vorstellen konnte, aber das gedruckte Buch hätte ich sicher weggelegt.

 

Ein absolutes Highlight war der Sprecher Charles Brauer. Er hat sehr gut artikuliert und seine Stimme entsprechend der Personen modelliert. Es ist ein Vergnügen, ihm zuzuhören.

 

Mein Fazit: Ein amüsanter Krimi mit tollen Protagonisten aber einigen Längen – 3,5 Sterne.

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

julia engelmann, poetry-slam

Jetzt, Baby

Julia Engelmann , Julia Engelmann
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 17.10.2016
ISBN 9783844523683
Genre: Romane

Rezension:

Mit „Eines Tages, Baby“ ist Julia Engelmann 2014 durchgestartet und auch „Wir können alles sein, Baby“ war ein voller Erfolg. Um so neugieriger war ich auf „Jetzt, Baby“.

Julia Engelmann ist älter, reifer geworden und das merkt man auch ihren Texten an. Ich überlege, ob sie sogar noch tiefgründiger sind. Sie schlägt sich mit Sinnkrisen herum, Quarter life crises, verarbeitet die Verlogenheit der medialen Welt, alte und neue Liebe und ist dabei herrlich normal. Und immer wieder weist sie den Hörer darauf hin, dass das Leben JETZT gerade passiert. Es ist Magie, man muss es aber auch zulassen und sich selbst treu sein. „Du musst nicht in jeden Abgrund springen um Tiefgang zu haben.“

Besonders gefallen haben mir die Zeilen über Familie und Geschwister, die man wertschätzen sollte. Man muss sich der Vergänglichkeit bewusst werden und bleiben.

Auch ihre heimliche Fluchten aus der Moderne, zurück zu dem, was uns als Kind glücklich gemacht hat – Stille, Freiheit, Einfachheit - kann ich sehr gut nachvollziehen.

Und besonders wichtig gerade in unserer Zeit ist es, unsere Stimme zu nutzen, damit aus ICH WIR werden kann!

 

Durch Julias Poetry Slams wird Lyrik wieder interessant und spannend. Ich denke, jeder Hörer kann sich wenigstens in einem Text wiedererkennen. Dazu trägt auch ihre Stimme bei, die je nach Anlass verzweifelt, fröhlich, oder traurig klingt – aber immer auch irgendwie hoffnungsvoll.

 

Mein Fazit: Wer gute Poetry Slams oder moderne Lyrik mag, kommt an Julia Engelmann nicht vorbei. 5 Sterne und meine unbedingte Hörempfehlung!

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die GU-Kochbibel


Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Gräfe u. Unzer, 05.09.2016
ISBN 9783833857188
Genre: Sachbücher

Rezension:

Als mir eine Freundin von der GU-Backbibel vorschwärmte, habe ich sie erstmal nicht verstanden. Da ich leidenschaftlich gern und täglich koche, empfahl sie mir, unbedingt die GU-Kochbibel auszuprobieren. Und dank dem sehr großzügigen GU-Verlag, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte, habe ich die GU-Kochbibel die letzten Wochen umfangreich testen können.

 

Eines muss ich gleich vorab sagen: Ich hatte noch nie ein Kochbuch in einer so edlen Aufmachung: schwarz-goldener Einband, goldener Buchschnitt, 3 Lesebändchen und eine sehr dicke angenehme Papierqualität – ich bin begeistert.

 

Die über 300 Rezepte sind in 8 Kategorien von Frühstück bis Dessert unterteilt und jeder Kategorie „Die 10 Gebote“ vorangestellt. Dabei sind diese Gebote nicht als Muss, sondern eher als Ergänzung oder Erweiterung zu verstehen. Man erfährt z.B., wie man das Legedatum von Eiern ermitteln oder ein Essen durch verschieden Aromen pimpen kann.

 

Ich habe versucht, aus jede Kategorie mindestens 1 Rezept nachzukochen. Und auch wenn die Gerichte nicht immer so aussahen wie im Buch, haben sie uns doch sehr geschmeckt. Die Schritt-für-Schritt-Anleitungen sind idiotensicher – gern hätte ich das meinen Mann beweisen lassen, aber der hat sich leider gedrückt.

 

Sehr schön finde ich, dass so viele vegane und vegetarische Rezepte enthalten sind. Unser Highlight aus dieser Kategorie war die Cranberry-Möhren-Quinoa (S. 215): leicht und schnell zuzubereiten und die Kombination der einzelnen Komponenten und Gewürze hat uns überzeugt! Ein weiterer Vorteil ist, dass man Möhren zu jeder Jahreszeit bekommt und ich auch die restlichen Zutaten immer vorrätig habe. Und last but not least lässt es sich durch den Einsatz von Soja-Joghurt problemlos vegan zubereiten. 

Auch die Klassiker wie das Basilikumpesto (S. 218) – welches übriges auch hervorragend aufs Brot oder zu gekochten Kartoffeln schmeckt – , die Hühnersuppe auf Basis der Brühe (S. 154) und der Zwiebelrostbraten mit Kartoffelgratin (S. 275) haben uns begeistert.

Und wer schon immer mal wissen wollte, ob man Rühreier verbessern kann – man kann: durch die Zugabe von Cremé fraich ...

 

Auch, wer sich schon immer mal an exotischen Gerichten probieren wollte, findet genügend Anregungen in diesem Buch – uns hatten es die Gewürzkartoffeln mit Linsen angetan. Dafür musste ich zum ersten Mal im Leben Tomaten häuten und es hat sogar funktioniert J.

 

Unser absolutes Highlight war der Mohn-Milchreis mit Karamell-Birnen. Der Mohn gibt dem Milchreis eine fast nussige Note und die süß-säuerlichen Karamell-Äpfel (ich hatte vergessen, Birnen zu kaufen) ergänzten ihn perfekt! Wenn es nach meinem Mann geht, gibt es ihn jetzt regelmäßig.

 

Natürlich haben wir noch nicht alle gewünschten Rezepte probieren können – ich hänge Euch mal ein Foto mit den noch verbliebenen Lesezeichen für die Wunschgerichten an.

 

Positiv erwähnen möchte ich hier ausdrücklich noch die Angaben zu den Zubereitungszeiten und Nähwerten, die werden in letzter Zeit bei ähnlichen Büchern nämlich leider gern eingespart.

 

Meiner Meinung nach ist die GU-Kochbibel DAS neue Standardwerk für jeden Haushalt! Bei der nächsten Gelegenheit werde ich es auf jeden Fall verschenken, denn wirklich jeder findet hier sein neues altes Lieblingsrezept!

 

12 Points – bzw. 5 goldene Kochlöffel für dieses geniale Kochbuch!

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

betz

Tanz in die Freiheit

Susanne Betz
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 19.10.2016
ISBN 9783570102114
Genre: Historische Romane

Rezension:  
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28 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

roman rausch, würzburg, geschichte, bombennacht, zerstörung würzburgs

Bombennacht

Roman Rausch
Fester Einband: 340 Seiten
Erschienen bei Echter, 26.09.2016
ISBN 9783429038854
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Bombennacht“ ist eine sehr eindringliche Geschichte, denn der Leser weiß ja, dass am Ende des Tages (16.03.1945) die Bomben fallen werden. Aber für die Bewohner von Würzburg ist es ein „normaler“ Tag, der erste Frühlingstag. Die Hoffnung keimt, dass der Krieg bald vorbei sein wird, denn die Gegner kommen immer näher. Bisher hat Würzburg den Krieg fast unbeschadet überstanden. Was soll jetzt noch passieren?!

Und auch ich hoffe und bange die ganze Zeit, dass wenigstens ein paar der Personen, die wir hier kennenlernen, am Ende überleben werden.

 

Der Leser erlebt die letzten 24 Stunden im Stundentakt aus sehr verschiedenen Sichtweisen. Da sind zum einen Würzburgs Bewohner, arme und reiche, Ausgebombte, Zwangsarbeiter und Fahnenflüchtige, Juden und Pfarrer. Auf der anderen Seite steht Henry, eigentlich Heinrich, ein Deutscher, der bei einer englischen Fliegerstaffel dient und regelmäßig deutsche Städte ausbomben muss. Der Konflikt zwischen seiner Liebe zu Würzburg und seinem Fliegereinsatz wird sehr gut geschildert.

 

Zu den wichtigsten weiteren Protagonisten zählt vor allem der Leiter der Nervenheilanstalt Prof. Werner. Die Klinik ist bis auf wenige Nervenkranke längst ein völlig überfülltes Lazarett. Seine Tochter Charlotte, deren 19. Geburtstag an diesem Abend groß gefeiert werden soll, arbeitet im Luftschutzbunker. Sie versucht die feindlichen Nachrichten zu entschlüsseln, vertraut aber leider ihrer Intuition nicht, was die Bomben für Würzburg angeht.

Dazu kommen noch die geheimnisvolle Apollonia, die bei Prof. Werner blanke Panik auslöst, kennt sie doch sein größtes Geheimnis, und die Schwesternschülerin Fanny, die in den letzten Stunden ihren Glauben verlieren wird.

Auch der Jude Paul hofft bis zuletzt auf seine Flucht oder Rettung und Pfarrer Titus will so vielen Menschen wie möglich helfen.

 

„Bombennacht“ hat mich sehr mitgenommen. Ich habe es immer wieder aus der Hand legen müssen, weil die sehr anschaulich geschilderten Grausamkeiten kaum noch zu ertragen waren. Die Geschichte hat mir die Luft zum Atmen genommen. Sie wirkte beängstigend und beklemmend auf mich. Und immer, wenn ich dachte, jetzt kann es eigentlich nicht mehr schlimmer werden, wurde es noch barbarischer.

Am ehesten könnte man es in dieser Hinsicht noch mit „Nackt unter Wölfen“ vergleichen.

Trotzdem möchte ich diese Erfahrung nicht missen. Ich finde es gut, dass gerade in der heutigen Zeit wieder einmal darauf aufmerksam gemacht wird, was passieren kann und wie grausam und unmenschlich Kriege sind.

 

Dieses sehr spannende, fesselnde und aufwühlende Buch hat die 5 Sterne mehr als verdient!

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

krimi, krimi-reihe, hist. krimi

Fortunas Schatten

Anja Marschall
E-Buch Text: 284 Seiten
Erschienen bei Dryas Verlag, 01.03.2012
ISBN 9783941408289
Genre: Krimi und Thriller

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109 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

venedig, paris, liebe, philosophie, geheimnis

Das Café der kleinen Wunder

Nicolas Barreau , Sophie Scherrer
Fester Einband: 357 Seiten
Erschienen bei Thiele & Brandstätter Verlag, 17.09.2016
ISBN 9783851793680
Genre: Romane

Rezension:

Wie oft liest man ein Buch und überlegt sich daraufhin „Eigentlich will ich mehr so sein wie xy und mein Leben ändern!“. Aber macht man es auch? Nein, meistens nicht. Nelly hingegen, die naive, weltfremde Nelly, zu der ihre Großmutter immer gesagt hat: „Sei nicht so eine Mimose, Nelly. Sei lieber eine Rose!“, fasst sich ein Herz und wagt es.

Die Rezension zu diesem Buch schrieb sich quasi fast von allein und schon während des Lesens. Solche Geschichten gibt es manchmal. Sie holen mich schon bei Beginn ab und das Lesevergnügen ist ein einziges Fest, jede umgeblätterte Seite ein trauriges Ende und zugleich ein hoffnungsvoller Anfang – genau wie der Umschwung in Nellys Leben.

Nelly lebt in Paris, der Stadt der Liebe, hat ihr Leben durchgeplant und ist seit langem heimlich in ihren Professor verliebt. Als sie sich ihm endlich offenbaren will, erzählt er ihr von seiner neuen großen Liebe – ausgerechnet ihrer Kollegin!
Da kann selbst Nellys Cousine Jeanne sie nicht mehr halten. Sie kauft sich Hals über Kopf die seit Monaten bewunderte rote Designer-Handtasche und mietet für einen Monat eine Wohnung in Venedig. Venedig, weil sie nie in ein Flugzeug steigen würde, im Nachlass ihrer Großmutter ein Buch gefunden hat, dessen Spur ausgerechnet in deren Vergangenheit nach Venedig führt und sie an Zeichen glaubt. Aber heißt es nicht: „Es gibt keine Zeichen ...Nur wir selbst können unserem Leben Sinn und Bedeutung verleihen.“

Durch die rote Handtasche lernt sie Valentino, den „Minister für schöne Gedanken“ kennen. Einen tollen Italiener, der ernsthaft interessiert scheint und überraschen kann. Aber sie traut ihm nicht, verkennt ihn. „Man sieht nur das, was man weiß. Du aber hast das gesehen, was Du sehen wolltest.“

„Das Café der kleinen Wunder“ ist ein zauberhafter Roman für ruhige Stunden mit einem Glas Rotwein und Come fly with me... in Endlosschleife im Hintergrund. 

Nelly hat Angst vor allem, sogar vor dem Leben an sich und verpasst so immer wieder ihre Chance aufs Glück. Aber sie ist lernfähig. Ihre Cousine Jeanne ist das totale Gegenstück: bodenständig, realistisch, zupackend - ihr Anker in Paris, ein Stück Heimat! Bald mischt der amerikanische Straßenmusiker Sean mit seinem wunderbaren Akzent das Leben beider Frauen auf und bringt sie ins Grübeln.

Der erste Teil der Geschichte ist eine wundervolle Liebeserklärung an Paris - das Quartier Latin, die kleinen Cafes, Croissants, Café au lait - ich bin mittendrinn und bekomme Sehnsucht. Auch die Beschreibung von Venedig im Winter macht Lust aufs Reisen und aufs Leben. Obwohl ich bei meiner einzigen Reise dahin maßlos enttäuscht war.

Liebe, (Ver-)Lust, Eifersucht, Leid(enschaft) – das alles bietet dieses wunderbare Buch. 

„Die Zeit bleibt niemals stehen ... nur die Erinnerungen.“ – „Das Café der kleinen Wunder“ wird mir jedenfalls noch lange in Erinnerung bleiben! 5 Sterne und meine unbedingte Leseempfehlung für alle Romantiker und Fans von Paris und Venedig.

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73 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

schokolade, würzburg, chocolaterie, geheimnis, ulrike sosnitza

Novemberschokolade

Ulrike Sosnitza
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.10.2016
ISBN 9783453359062
Genre: Romane

Rezension:

„Novemberschokolade“ ist ein richtiges Wohlfühlbuch, wunderbar leicht zu lesen hat es trotzdem Tiefgang. Wie ein zartschmelzender Trüffel mit einer überraschenden Chilifüllung. Man darf nur keine Schokolade in der Nähe haben, die überlebt nicht! Ich konnte Leas Kreationen förmlich riechen und schmecken – ein Buch für alle Sinne.

Leas Leben läuft nicht rund. Ihre Chocolaterie bringt zu wenig ein, obwohl die selbstgemachten Pralinen, Schokoladen und Trüffel jede Sünde und ihren Preis wert sind. Als ihre Vermieterin ihr kündigt, lebt sie heimlich im Lagerraum und hofft auf das Weihnachtsgeschäft. Ihre Rettung wäre der Gewinn des Wettbewerbes für die Schwanenpraline. Dabei entdeckt sie ihre vor Jahren verschwundene Mutter. Die ist ausgerechnet mit Sebastién liiert, einem Star-Chocolatier (und der größte Konkurrent von Leas verstorbenem Vater).
Dann ist da noch Alessandro, dessen Duft Lea fasziniert – der erste Kuss ist auf jeden Fall sehr verheißungsvoll ...

Die Geschichte ist voller Geheimnisse, welche nach und nach aufgedeckt werden. Wie starb Leas Vater damals wirklich? Warum verschwand ihre Mutter einfach und was hat die geheimnisvolle Manon damit zu tun? Die Spannung zieht sich durch das gesamte Buch, man mag es kaum aus der Hand legen (höchstens, um nach dem nächsten Stück Schokolade zu greifen).

Auch die Protagonisten sind nicht straight, sie haben mehr oder weniger liebenswerte Ecken und Kanten. Lea ist eine charmante Chocolatier mit zu wenig Geschäftssinn. Statt ihre beiden Angestellten einzuweihen, verheimlicht sie die Situation so lange wie möglich und macht es dadurch nur noch schlimmer. Bei Alessandro ist man sich nie sicher, ob seine Gefühle echt sind oder er eine ganz andere Motivation hat. Leas Mutter erscheint sehr zwiespältig, im ersten Moment eiskalt und berechnend, im nächsten extrem warmherzig. So als wüsste sie selbst nicht, wie sie sich geben soll. Ich weiß auch nach Abschluss des Buches nicht, ob ich sie hassen oder Mitleid haben soll. Aber am meisten überrascht hat mich Sebastién, der privat so ganz anders ist als im Geschäft ...

Obwohl mir die unerwarteten Wendungen in der Handlung sehr gut gefallen haben, konnte mich das Ende nicht ganz zufrieden stellen. Mir fehlen ein paar Details, so hätte ich z.B. gern mehr über die Beweggründe der Protagonisten erfahren. 

„Novemberschokolade“ bekommt von mir verdiente 4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle Schokoholics und Fans tiefgründiger Romane!

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