Leserpreis 2018

heinokos Bibliothek

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31 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Das Sandwichkind

Juliane Sophie Kayser
Fester Einband: 196 Seiten
Erschienen bei Nova MD, 02.03.2018
ISBN 9783961115280
Genre: Kinderbuch

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32 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

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Herbststurm

Angelika Felenda
Flexibler Einband: 437 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 12.11.2018
ISBN 9783518469231
Genre: Krimi und Thriller

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24 Bibliotheken, 3 Leser, 4 Gruppen, 13 Rezensionen

Paule und Sneakers

Frauke Scheunemann , Antje Szillat , Nikolai Renger
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Edel:Kids Books - Ein Verlag der Edel Germany GmbH, 05.10.2018
ISBN 9783961290734
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Humorvoll und liebenswert

 

Paule, der kleine Dackelwelpe, muss Mutter und Geschwister verlassen und wird in eine neue Familie gegeben. Mit viel Charme schleicht er sich in die Herzen seiner neuen Familie. Vor dem vermeintlich gefährlichen Kater Sneakers wird er zwar gewarnt, aber auch hier schafft es der liebenswerte kleine Kerl, sich mit viel Ideenreichtum Zugang in die Katzenwelt zu verschaffen, denn Sneakers ist in Wirklichkeit gar nicht so fies. Im Gegenteil, der hat das Herz am rechten Fleck, und so entsteht am Ende sogar der Anfang einer dicken Freundschaft.

Insgesamt gesehen überzeugt das Kinderbuch mit seinen vielen gestalterisch liebevollen Details und seiner humorvollen, lebendigen und durchaus auch spannenden Erzählweise. Paule muss man einfach liebhaben. Er ist fröhlich, unbeschwert, neugierig und hat ein großes Herz. Sneakers dagegen macht es uns nicht ganz so leicht. Wir müssen ihn erst genauer kennenlernen, bis wir erkennen, was hinter seiner ruppigen Art steckt. Eine ungewöhnliche Freundschaft entsteht und wir können uns auf so manch weiteres Abenteuer der beiden freuen.

Besonders hervorzuheben ist die Gesamtgestaltung des Buches. Ein gestanztes Guckloch im Buchdeckel lässt uns auf einen etwas griesgrämig schauenden Kater mit recht gefährlichen Eckzähnen schauen. Und dazu ein dem Kindchenschema voll entsprechendes Hündchen mit großen Augen – wie süüüß! Auch im Inneren des Buches finden sich ausdrucksstarke Illustrationen, dazu ein witziges Daumenkino. Insgesamt also eine sehr liebevolle, aufwändige Buchgestaltung.Warum allerdings setzt der Verlag das Lesealter auf 9 – 11 Jahre an? Die große Schrift, die Erzählweise und die Geschichte als solche deuten für mich eher auf eine jüngere Zielgruppe, zum Vorlesen ab 5, zum Selberlesen ab 7-8.

Einen Kritikpunkt habe ich allerdings, denn dass Paule so leichtfertig und gedankenlos an neue Besitzer weggegeben wird, finde ich nicht gut. Jeder wahre Tierfreund prüft mögliche neue Tierbesitzer erst einmal auf Herz und Nieren. Und auch in einem Kinderbuch sollte diese Verantwortung für Tiere nicht unter den Tisch fallen. Es hätte schon genügt, wenn die Erstfamilie den Bewerbern ein, zwei Fragen gestellt hätte. Aber einfach so dem Nächstbesten Paule zu übergeben, finde ich nicht gut. Deshalb leider nur 4 von 5 Punkten.

 

 


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80 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

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Die Schule der magischen Tiere (1)

Margit Auer , Nina Dulleck
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.07.2015
ISBN 9783551314000
Genre: Kinderbuch

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Schwarzer Regen (Kurzgeschichte, Krimi) (Die booksnacks Kurzgeschichten-Reihe 181)

Volker Dützer
E-Buch Text: 33 Seiten
Erschienen bei booksnacks.de, 24.10.2018
ISBN 9783960874843
Genre: Romane

Rezension:

„Ich habe Zeit“

Dominik ist Schriftsteller, und seit seine Frau vor einem Jahr auf unerklärliche Weise spurlos innerhalb des eigenen Hauses verschwunden ist, leidet er unter einer unüberwindbaren Schreibblockade. Unerklärlich ist auch, wie Dominik eines Morgens auf seiner uralten Schreibtischplatte die eingeritzte Botschaft findet: „Hüte dich!“ Aber nicht nur das. Auch füllen sich die Seiten seines ungeschriebenen Manuskripts wie von selbst mit bedrohlichen Warnungen. Dominik zweifelt an seinem Verstand, und je weiter er den Dingen auf den Grund gehen will, umso mehr verliert er den Boden unter den Füßen…

Es ist eine besondere Kunst, in einer Kurzgeschichte sowohl Akteure als auch Ambiente in gleichermaßen eindringlicher Weise ohne große beschreibende Umwege im Kopfkino des Lesers zum Leben zu erwecken und diese inneren Bilder mit einer Handlung zu verknüpfen, die dem Leser im Gedächtnis bleibt und im besten Fall noch lange nachwirkt.

Genau dies ist Volker Dützer mit „Schwarzer Regen“ perfekt gelungen. Die Geschichte vollzieht eine Gratwanderung zwischen Realität und Unerklärlichem jenseits des Verstandes, und genau dieses Mäandern zwischen den Welten lässt uns erschauern. Denn was geschieht mit uns, wenn diese üblicherweise unüberwindbare Grenze durchlässig wird und uns in die Unerklärlichkeit hineinsaugt? Verlieren wir uns im Mystischen oder im Wahnsinn, oder ist genau das, was wir für die Wirklichkeit erachten, der eigentliche Horror? „Ich habe Zeit“, sagt das alte Männlein, und lässt uns verwirrt und schaudernd zurück.


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100 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

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Die Liebesbriefe von Montmartre

Nicolas Barreau , Sophie Scherrer
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Thiele & Brandstätter Verlag, 04.09.2018
ISBN 9783851794106
Genre: Romane

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77 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

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Gut Greifenau - Abendglanz

Hanna Caspian
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2018
ISBN 9783426521502
Genre: Historische Romane

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4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Blut ist dicker als Glühwein

Dietmar Bittrich , Helene Bockhorst , Tobias Haberl , Liefka Würdemann
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 23.10.2018
ISBN 9783499634253
Genre: Humor

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52 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

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Weihnachten wird wunderbar

Lucie Castel , Vera Blum
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Thiele & Brandstätter Verlag, 02.10.2018
ISBN 9783851794083
Genre: Romane

Rezension:

Wohlig, witzig, weihnachtlich

Hinter dem weihnachtlich geschmückten Cover, Schneeflocken inklusive, steckt zwar in der Tat ein Buch, das seine Handlung rund um die Festtage ausbreitet, aber es ist kein Weihnachtsbuch im klassischen Sinn. Es ist, um es kurz zu sagen, ein zauberhaftes Buch, das es verdient, mit Kuscheldecke, Zimtsternen und einem mit orientalischen Kräutern versetzten Tee auf dem Sofa gemütlich gelesen zu werden. Und wenn der Tee bereits kalt geworden ist und die Zimtsterne aufgegessen sind, bleibt nach Lektüre der Geschichte ein wunderbar gemütlich-wohlig-warmes Gefühl zurück, irgendwie in der Tat weihnachtlich…

Zum Inhalt: Als die beiden Schwestern Scarlett und Mélanie die Weihnachtstage bei ihrer verwitweten Mutter in der Bretagne verbringen wollen, legt ein Schneesturm den Flugverkehr lahm und die beiden sitzen im Flughafen von Heathrow fest. Über Stunden. Und weil bei Scarlett stets alles schiefgeht, was schiefgehen kann, landet sie aus Versehen in der Herrentoilette und trifft dort auf einen englischen Gentleman, dessen distinguierte und ironische Art Scarlett sowohl herausfordert als auch verunsichert. Als schließlich klar wird, dass an diesem Tag kein Flugzeug mehr starten wird, lädt William, besagter Gentleman und Kunsthändler, die beiden Schwestern höflich dazu ein, vorerst in seinem Haus in Kensington zu bleiben. Dass dort unerwarteter Weise plötzlich auch noch Williams gesamte englische Familie vor der Tür steht, mit all ihren Schrullen und Verrücktheiten, schafft ein Chaos an Gefühlsverwirrungen und ungeahnten Überraschungen, wie sie turbulenter gar nicht sein könnten.

Die Autorin erzählt diese lebendige Geschichte über verrückt-liebenswerte Menschen gekonnt mit ganz leichter Hand. Für mich standen absolut im Vordergrund die brillanten Dialoge, spritzig und mit geistreichem Witz versehen. Sie geben der Geschichte die richtige Würze, damit sie nie ins Kitschige abgleitet. Aber auch eine leise Melancholie hat zwischen den Zeilen Platz. Sie ist besonders geeignet, „Fäden zwischen die Seelen zu knüpfen“. Natürlich ist das Geschehen vorhersehbar, aber bis es zum erhofften Finale kommt, hat der Leser viel Vergnügen mit all den so schwungvoll und frisch erzählten Fettnäpfchen, Missverständnissen und Komplikationen, mit den mit englischer Vornehmheit gepaarten Verrücktheiten, mit all dem Wortwitz, aber auch mit den leiseren Passagen. Ich kann mir kein besseres Weihnachtsbuch vorstellen!


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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Neue Socken mit dem CraSyTrio stricken


Flexibler Einband: 32 Seiten
Erschienen bei Frech, 08.08.2018
ISBN 9783772468315
Genre: Sachbücher

Rezension:

Absolut empfehlenswert!

Vorangeschickt sei, dass auch die klassischen Nadelspiel-Fans unter den Sockenstrickerinnen dieses Büchlein gewinnbringend nutzen können. Wobei ich jedoch von ganzem Herzen dafür werben möchte, doch mal vom jahre- oder jahrzehntelang Gewohnten des 5-Nadel-Strickens abzuweichen und sich dem CraSyTrio zuzuwenden. Nach einer kurzen Zeit des Umgewöhnens werden Sie die Nadeln nicht mehr missen mögen, das garantiere ich (und ich werde NICHT von der Firma addi für diesen Satz bezahlt)! Ich persönlich genieße diese geniale Erfindung, da ich als Locker-Strickerin immer wieder mit herausrutschenden Nadeln zu kämpfen hatte. Dieses Elend hat dank addi ein Ende. Und allen Neu-Socken-Strickerinnen lege ich ebenfalls die CraSyTrio-Nadeln sehr ans Herz, weil es keine verkrampften Finger und Nadel-Kuddelmuddel mehr gibt.

In dem vorliegenden Büchlein finden sich 15 sehr unterschiedliche Socken-Variationen, teils mit besonderen Strickmustern, teils mit mehrfarbigen Mustern, gut verständlich beschrieben. Schön und hilfreich finde ich, dass in der Mitte des Büchleins ein leicht heraustrennbarer Vorlagenbogen enthalten ist zur Veranschaulichung der in den Anleitungen angegebenen Muster. Natürlich fehlt auch nicht eine grundsätzliche Anleitung, wie mit dem addiCraSyTrio Socken gestrickt werden incl. Bumerangferse. Nicht zu vergessen der im Buch enthaltene Sockenkompass speziell für die CraSyTrio-Nadeln, und zwar sowohl 4-fädig als auch 6-fädig.

Einziger Kritikpunkt: Nicht korrekt finde ich, dass das auf dem Titel gezeigte Modell nicht im Büchlein enthalten ist.

Fazit: Das ideale Büchlein für alle, ob Neueinsteiger, ob Strick-Routiniers, die aufgeschlossen dafür sind, sich mit dieser genialen Nadel-Erfindung zu befassen und gleichzeitig gerne neue Musterideen ausprobieren wollen.


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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

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Vielleicht tanzen wir morgen

Ruth Hogan , Marion Balkenhol
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 09.11.2018
ISBN 9783471351703
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch ist ein Kleinod!

Die letzte Seite ist gelesen und ich schließe langsam das Buch. Dieses Buch, das mich so tief berührt hat wie schon lange keines mehr. Und ich weiß nicht, wie ich die passenden Worte finden kann, um von diesem Buch zu erzählen.

Mascha lebt nach dem Tod ihres Sohnes über viele Jahre hinweg wie unter Wasser. Die einzigen „Freunde“, die sie näher an sich heranlässt, sind die Toten auf dem Friedhof, denen sie ihren täglichen Besuch abstattet. Erst die Begegnung mit der obdachlosen Sally Red Shoes bewirkt eine vorsichtig-langsame Veränderung in Mascha. Und mit der inneren Veränderung bekommt auch die äußere Wirklichkeit neue Chancen, ins Leben von Mascha zu treten.

Diese kurze Inhaltsangabe klingt nach dem Inhalt zahlloser anderer Bücher: eine trauernde Mutter, die durch eine besondere Begegnung neuen Lebensmut erhält. Soweit richtig und doch meilenweit entfernt. Denn die Einmaligkeit des Buches liegt nicht im Inhalt, sondern in der Schreibekunst der Autorin, in den unzähligen feinen und feinsten Details, die sich auf jeder Seite finden lassen, in den feinsinnigen Beobachtungen und Erinnerungen, in den wunderschönen, bilderreichen, geradezu lyrischen Beschreibungen, in der faszinierenden Gabe der Autorin, mit wenigen Worten innere Bilder entstehen zu lassen so intensiv verdichtet, als würde man Lyrik lesen. So beschreibt sie zum Beispiel den Teil des Friedhofs mit alten, nicht mehr gepflegten Grabstätten, auf denen die Grabsteine schief und krumm dastehen, als das „Feld der Trunkenheit“, und Mascha stellt sich vor, wie sich die Begrabenen an die Ränder ihrer schiefen Särge klammern, um nicht vollends den Halt zu verlieren. Und nur diese großartige Autorin kann den ständigen Begleiter von Mascha, den riesigen Wolfshund Haizum, so liebevoll-treffend beschreiben als einen Hund „mit den Augen eines Engels und dem Atem eines Kobolds“. Überhaupt möchte ich ständig aus dem Buch zitieren. Wie könnte man die Erstarrung, die manche Trauernde erfasst, besser ausdrücken als die Autorin: „Wir wickelten unsere Trauer fest ein in erstickende Selbstbeherrschung“. Überhaupt liegt über dem ganzen Buch, abgesehen vom überraschenden Ende, so etwas wie ein feiner glänzender, grauer Organzastoff, nämlich die Lebenstraurigkeit, nicht heilbar, duftig zwar, ganz leicht, aber dennoch jede Minute des Lebens mit einem grauen Schleier überziehend. Gleichzeitig aber liegt unter diesem grauen Schleier auch eine dicke Schicht Humor, bissig und schrullig. Wenn ich noch wie früher Kurse in Kreativem Schreiben geben würde, wäre „Vielleicht tanzen wir morgen“ ein Lehrbuch, eine Pflichtlektüre, insbesondere zur besonderen Kunst der Autorin, Menschen zu schildern, skurril-liebevoll, kreativ, wie Karikaturen auf ihr Wesentliches reduziert. Ein dickes Lob auch an die Übersetzerin, die es schaffte, die Einzigartigkeit der Sprache von Ruth Hogan samt der „verhuddelten“ Wörter von Sally Red Shoes kongenial wiederzugeben.

Ich wünsche diesem Buch viele einfühlsame, empfindame Leser, die Freude haben an der überreichen poetisch-sprachlichen Kunst der Autorin, denn dieses Buch ist ein wahres Kleinod!


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114 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

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Dein Bild für immer

Julia Hanel
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 09.11.2018
ISBN 9783548291185
Genre: Liebesromane

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64 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Der Winter der Wunder

Debbie Macomber , Anita Sprungk
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 05.11.2018
ISBN 9783956498589
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ein Buch wie Weihachtspralinen ohne Füllung

 

Ich habe nichts gegen leichte Bücher. Als Zwischendurch-Snack dürfen sie durchaus sein. Die Bücher von Debbie Macomber, die ich bisher gelesen hatte, entsprachen genau meiner Vorstellung von leichter Lektüre. Umso enttäuschter war ich vom vorliegenden Titel. Der Klappentext klingt interessanter, als es das Buch dann tatsächlich ist:

 

„Katherine liebt den Winter – vor allem den Zauber der dunklen Jahreszeit. Diese Liebe gibt sie an ihre Nichten weiter. Doch deren Mutter hält sich an die Erziehungsmethoden des renommierten Psychologen Wynn Jeffries. Er vertritt die Meinung, dass man Kinder mit Märchen wie dem vom Weihnachtsmann verschonen sollte. Als Katherine dann eines Tages Wynn tatsächlich persönlich gegenübersteht, kann sie ihm endlich einmal sagen, was sie von ihm denkt. Damit, dass er eigentlich ganz nett ist und dabei auch noch ziemlich gut aussieht, hat Katherine allerdings nicht gerechnet …“

 

Es gibt zwar einige Szenen im Buch, die mir gefielen, so zum Beispiel, wenn Kater Tom außer sich gerät und reichlich Unglück anrichtet oder wenn das Chaos im Haus der Schwester von K.O. ausbricht. Auch die Diskussionen über die „richtige“ Erziehung fand ich ganz herzerfrischend. Aber ansonsten reihen sich doch zuviele Klischees aneinander (wo kommt mitten in der Nacht eine Pferdekutsche daher???), zuviele Oberflächlichkeiten oder Unwirklichkeiten, als dass ich das Buch guten Gewissens empfehlen könnte.


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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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Zerrissene Wahrheit

Heike Rommel
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei KBV, 29.10.2018
ISBN 9783954414376
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Intelligenter und spannender Krimi

Nun bin ich zum zweiten Mal Heike Rommel nach Bielefeld gefolgt und war  wiederum sehr angetan vom Buch, wenngleich ich dieses Mal ein paar kleinere Kritikpunkte anmerken muss.

Margret Lückner, sachlich-kühle Bibliothekarin, kommt zu Tode, weil die Bremsen ihres Autos versagen. Schnell wird festgestellt, dass es sich um Mord handelt. Kommissar Domeyer und seine Kollegen stochern im Ungewissen. Zwar vererbt Margret Lückner ein beträchtliches Vermögen, zwar gibt es einen untreuen Ehemann und eine Tochter, die durch ihren Freund auf die schiefe Bahn geraten ist und für seine Drogenschulden büßen muss, aber diese möglichen Spuren führen nicht weiter. Dass Margret unmittelbar vor ihrem Tod einen Brief an Karen, eine frühere Freundin, auf den Weg gebracht hatte, wissen die Ermittler nicht. Dass dieser Brief sein Ziel zwar nicht erreicht hat, Karen sich jedoch trotz ihres schlechten Gesundheitszustandes auf die Suche nach der geheimnisvollen Botschaft macht, birgt ungeahnte Gefahren…

Wie beim Band „Zwischen Schatten und Licht“ begeisterte mich auch dieses Mal wieder die Schreibweise der Autorin. Ihr gelingt es durch außerordentlich lebendige und nachvollziehbare Darstellungen, die Akteure geschickt in ihrem jeweiligen Umfeld und in ihren individuellen Persönlichkeiten dem Leser vertraut zu machen. Mir gefallen die realitätsnahen Dialoge, mir gefällt die gelegentlich eingestreute Prise Humor, mir gefallen die bildhaften, stimmungsvollen Beschreibungen und mir gefällt vor allen Dingen die über allem liegende intelligente Sichtweise der Autorin auf Menschen und Dinge. Ich mag es, wenn ich in einem Buch, auch in einem Krimi, Neues kennenlernen kann, wie in diesem Fall z. B. die Gemälde von Dubuffet. Und mir gefällt, wie Heike Rommel den Leser verwirren und in die Irre führen kann. Auch wenn es sich um einen „Regionalkrimi“ handelt, ermüden allerdings die vielen Straßennamen, mit denen ein Nicht-Bielefelder nichts anfangen kann. Und es ermüden so einige Wiederholungen. Es gibt einfach zu oft Schweißflecken auf den Oberhemden, und es wird zu oft Kaffee gekocht. Trotzdem volle Leseempfehlung für diesen intelligenten, spannenden Krimi.


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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Deutsches Haus

Annette Hess , Eva Meckbach
Audio CD
Erschienen bei Hörbuch Hamburg, 21.09.2018
ISBN 9783957131386
Genre: Romane

Rezension:

Ein wichtiges Buch!

Obwohl ich nicht oft Hörbücher „konsumiere“, weil ich beim Hören meist nicht so konzentriert bin auf den Text wie beim Lesen, habe ich mich dieses Mal ausnahmsweise für das Hörbuch entschieden, weil mir die Hörprobe so gut gefallen hatte. Die angenehme und lebendige Stimme von Eva Meckbach machte es mir leicht, über fast 9 Stunden die Geschichte zu verfolgen. Dennoch werde ich das Buch auch noch einmal lesen, denn es ist meines Erachtens ein sehr wichtiges Buch, das volle Aufmerksamkeit verdient.

1963: Die junge Dolmetscherin Eva wird gebeten, in einem Prozess Zeugenaussagen zu übersetzen. Verwunderlich, dass sowohl ihre Eltern als auch ihr Verlobter von diesem Auftrag abraten. Dennoch übernimmt sie, ihrem Bauchgefühl folgend, die Aufgabe an und verfolgt dadurch den ersten Auschwitz-Prozess in Frankfurt im Nachkriegsdeutschland, einen Jahrhundertprozess, der alles verändern wird, auch im Leben von Eva.

Das Buch hatte für mich  - neben der geschichtlichen Relevanz – eine besondere Eindringlichkeit, denn ich war im gleichen Alter wie Eva. So viele geschilderte Szenen des täglichen Lebens dieser Zeit habe ich genauso erlebt, und das Buch rief eine Fülle an Erinnerungen wach. Ich konnte so ganz direkt die muffige Spießigkeit derer nachempfinden, die alles nur noch hinter sich lassen wollten, auch die politische Naivität so vieler junger Menschen, denen ihre Eltern das während der Kriegszeiten Erlebte nicht erzählt hatten. Intensiv und atmosphärisch dicht erzählt die Autorin von den frühen sechziger Jahren, in denen die Menschen mehrheitlich nur noch nach vorne blicken und sich mit Fragen von Schuld oder Scham nicht auseinandersetzen wollten. Faszinierend und nachvollziehbar wird die Wandlung Evas vom naiven jungen Mädchen hin zu einer gereiften jungen während des Verlaufs des Prozesses geschildert. Überhaupt werden alle im Buch geschilderten Personen sehr authentisch und psychologisch folgerichtig geschildert. Dass neben der Fiktion des Romans reale Szenen der Zeugenbefragungen aus dem Prozess sparsam eingestreut sind, lässt uns die geschehenen Grausamkeiten umso eindringlicher erahnen und wirft viele, viele Fragen auf, was Mut und Feigheit, Verantwortlichkeit und Wegschauen betrifft und wie es heute um unsere Mitmenschlichkeit bestellt wäre, wenn wir nur unter Gefahren dafür einstehen könnten.

Ein wichtiges Buch, dem ich viele, viele aufgeschlossene Leser wünsche.




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54 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

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Cottage mit Meerblick

Caroline Roberts , Carolin Zaniewicz
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 01.08.2018
ISBN 9783956498015
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ein ruhiges, lebensbejahendes Buch

Eher zufällig geriet ich an dieses Buch und ging anhand des Covers von einem der üblichen leichten Sommerromane ohne Tiefgang aus. Der Roman ist in der Tat solch ein Sommerroman, unterhaltsam und flott zu lesen. Aber er ist nicht nur trivial, er hat auch etwas an sich, was länger nachwirkt und weshalb sich das Lesen lohnt.

Claire, von Beruf Journalistin, mietet ein kleines, ziemlich heruntergekommenes Cottage direkt am Strand, denn sie braucht eine Auszeit. Nach überstandener Krebserkrankung mit den vielen sowohl Körper als auch Seele belastenden Therapien musste sie auch noch die Scheidung von ihrem Ehemann verkraften. So hofft sie, in einer Zeit des Alleinseins wieder zu neuen Kräften zu kommen und für ihr  Leben neue Orientierung zu finden. Sie genießt die Abgeschiedenheit des Ortes, genießt die Natur, genießt sogar, den frühmorgens im Meer schwimmenden unfreundlichen Nachbar zu beobachten.

Das Buch zu lesen, verlangt vom Leser, zur Ruhe zu kommen. Denn es erzählt sehr langsam, ruhig und bedächtig. Und während man in die intensiven, schönen Naturschilderungen eintaucht, sich dem Gleichmaß der Wellen am Strand hingibt, den Sand unter den Füßen spürt, entschleunigt man selbst Stück für Stück. Und indem man durch die Autorin in dieses entspannte, wohlige Wahrnehmen der Natur versetzt wird, nähert man sich ganz ohne Schwere auch den wichtigen Fragen des Lebens, denen sich Claire stellt und erkennt mit ihr die große Bedeutung der kleinen Dinge, der kleinen Freuden, der Magic Moments. Claire wird sehr nachvollziehbar dargestellt als ein zwar grundsätzlich kämpferischer und lebensbejahender Mensch, aber dennoch gezeichnet durch die Narben, die sowohl ihr Körper als auch ihre Seele davongetragen haben. Genau diese erlittenen Verletzungen und das dadurch gewonnene Mitgefühl für andere Menschen ermöglichen es jedoch letztlich der Protagonistin, auf geduldige und reife Weise einen neuen Zugang zu sich selbst, zu den sie umgebenden Menschen, sogar zu ihrem mürrischen Nachbarn und damit zur Liebe zu finden.

Fazit: Ein ruhiges, leicht zu lesendes Buch mit anhaltend positivem Nachhall.

 


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43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

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Der Mann am Grund

Iva Procházková
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Braumüller Verlag, 01.10.2018
ISBN 9783992002221
Genre: Krimi und Thriller

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59 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

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Black Hand

Stephan Talty , Jan Schönherr
Flexibler Einband: 318 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 12.11.2018
ISBN 9783518469248
Genre: Sachbücher

Rezension:

 

Was ist dieses Buch? Ein Sachbuch? Ja, durchaus. Ein langweiliges Sachbuch?  Nein, ganz im Gegenteil. Also eher ein Thriller? Ja, genau das, ein Sachbuch-Thriller. Und was für einer!

New York City Anfang des 20. Jahrhunderts: ein Ort, in dem das Verbrechen herrscht. Der Alltag besteht aus den Anschlägen, Entführungen und Erpressungen, verantwortlich dafür die Organisation Black Hand. Und dann erfahren wir von Joseph Petrosino, einem italienischen Detective mit knallharten Methoden. Wir erfahren von den Anfängen der amerikanischen Mafia und wir erfahren von einem unerschrockenen Helden, der es wagte, sich der Mafia entgegegenzustellen. Petrosino, ein Einwandererkind, kannte von früh an Prügel und Hunger. Aber sein Wille, nach oben zu kommen, war ungebrochen. Und so arbeitete er sich vom Schuhputzer und Müllmann hoch, bis er einen Job bei der Polizei bekam und schließlich seinen unglaublich mutigen und raffinierten Kampf gegen die Mafia aufnahm.

Das Buch ist sehr, sehr packend geschrieben. Packend zum einen durch das Thema, denn dass die Mafia New York in fester Hand hatte, war mir bislang völlig unbekannt. Und packend durch den Schreibstil des Autors. Er erzählt so lebendig, dass man das Elend, den Dreck und den Gestank in den Straßen von New York zu jener Zeit geradezu körperlich spürt und riecht. Mitreißend wird uns das Leben von Petrosino nähergebracht, wir erleben seinen unermüdlichen Versuch, Einwanderer und Amerikaner näherzubringen und des Bösen Herr zu werden. Kein Wunder, dass die Geschichte von Petrosino verfilmt wird, denn dieses Buch hat alles, was sein fesselnder Film auch haben sollte: Intensiv-Bilderreiches Erzählen einer außergewöhnlichen Geschichte.


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Liebe ist die beste Therapie

John Jay Osborn , Jenny Merling
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.10.2018
ISBN 9783257070439
Genre: Romane

Rezension:

Kammerspiel zu dritt

Mit dem Buch habe ich ein großes Problem.  Ich konnte es nicht unvoreingenommen lesen, weil ich mein psychotherapeutisches Fachwissen beim Lesen nicht ausblenden konnte. So war ich teils verwundert, teils nahm ich kopfschüttelnd die Vorgehensweisen der Therapeutin zur Kenntnis, teils auch ebenso kopfschüttelnd die Verhaltensweisen der Probanden und ihren geschilderten Weg des reiferen Miteinanders. Der Autor ist nicht „vom Fach“. Vielleicht hat er selbst eine Paartherapie erfahren und aus seinen daraus resultierenden persönlichen Erkenntnissen einen Roman gebastelt. Dazu sollte man vielleicht auch noch berücksichtigen, welch anderen Stellenwert therapeutische Interventionen in Amerika haben im Vergleich zu Deutschland. Wie auch immer – für mich war der Roman leider kein Aha-Erlebnis.

Der Roman ist inszeniert wie ein Kammerspiel: Das gesamte Geschehen spielt sich ausschließlich in der Praxis der Paartherapeutin Sandy ab. Dort suchen Steve und Charlotte, Mitte 30, zwei Kinder, seit einiger Zeit getrennt lebend, Rat und Beistand. Beide hatten in der Zwischenzeit Affären, und doch gibt es etwas zwischen den beiden, das sie, ohne dass sie es sich wirklich eingestehen wollen, noch hoffen lässt. Dem Leser wird anhand des Verlaufs der Therapiestunden klargemacht, dass ein Teil der Problematik in der unterschiedlichen Art und Weise der Kommunikation zwischen den Ehepartnern liegt. Sorry, aber für diese Erkenntnis braucht es keine 300 Seiten. Auch nicht für die Erkenntnis, welche Verletzungen Ehebruch mit sich bringt. Die geschilderten Vorgehensweisen/Fragen der Therapeutin sind so oberflächlich, so nichtssagend, dass sie im realen Leben mit Sicherheit keine großen Entwicklungen von Paaren in Not hervorrufen würden. Dass wir als Leser dann auch noch immer wieder in die Gedankenwelt der Therapeutin mit ihren eigenen Problemen hineingezogen werden, empfinde ich als absolut störend und unnötig.

Als Roman ist das Buch mäßig fesselnd, es fehlt der Spannungsbogen, es fehlen Höhen und Tiefen, es fehlen überraschende Entwicklungen oder echte Aha-Erlebnisse. Wer glaubt, er würde durch das Buch etwas über kompetente Paartherapie erfahren, sei gewarnt. Denn es ist und bleibt ein  Roman, also per definitionem eine fiktive Lang-Erzählung, mehr nicht.


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Frauen und Bäume

Dörthe Binkert
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Thiele & Brandstätter Verlag, 04.09.2018
ISBN 9783851794120
Genre: Sachbücher

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Glitzer-Glotzies

Melanie Czerny
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Frech, 08.08.2018
ISBN 9783772481505
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ein Buch mit Suchtpotenzial

 

Da liegt es vor mir, dieses großformatige Buch, von dessen Cover mich drei Kuschelgestalten mit großen, mit riesengroßen funkelnd-glitzernden Augen so klar und direkt anschauen, als würden sie mitten in mich hineinsehen. Und in dem Moment, in dem ich ihren Blick erwidere, ist es um mich geschehen. Obwohl ich das Buch noch gar nicht geöffnet habe, weiß ich bereits mit schlafwandlerischer Sicherheit, dass die Glitzer-Glotzies alle bereit sind, mein Leben mit mir zu teilen. Hilfe!

Wie Sie meinen ersten Sätzen anmerken: Dieses Buch ist kein nüchtern-sachliches Anleitungsbuch. Es ist viel mehr. So zum Beispiel ein liebenswertes Bilder-Geschichten-Erzähl-Buch, in dem wir mehr über den idyllischen Ort Glitzer-Glotzingen erfahren und über die spezielle Art der Flauschis, die Welt so zu sehen, wie sie einem gefällt. Sie verbreiten gute Laune, weil sie an allem Freude haben, sogar an Regen. Die aufwändige Gestaltung des Buches fällt ins Auge und lässt es zum idealen Geschenkbuch für alle Häkelfreunde werden, die Kinder oder sich selbst mit den Glitzer-Glotzies beglücken möchten.

Die langen, ausführlichen Anleitungen mögen erst einmal erschrecken oder gar abschrecken. Aber ich versichere Ihnen, dass Ihnen gutes Gelingen sicher ist, wenn Sie einfach nur vertrauensvoll Zeile für Zeile nacharbeiten, genau so, wie es dasteht. Mit einem Blatt Papier und Stift ausgerüstet, können Sie sich mit kleinen Strichlisten helfen, um die Orientierung, in welcher Runde Sie sich gerade befinden, nicht zu verlieren. Bei dem plüschigen Material ist es nämlich nahezu unmöglich, im Nachhinein die Runden zu zählen. Oder Sie fertigen sozusagen im Trainingslager aus glatter Baumwolle erst einmal einen Nackt-Glitzer-Glotzie. Mit ihm bzw. an ihm können Sie genauer mitzählen und sind sich dann beim Wechsel zu den Flausch-Glotzies gleich viel sicherer. Am Ende des Buches finden Sie zur Erinnerung noch einen kurzen Häkel-Grundkurs, auch zum Magic Ring. Und nicht zu verachten: Sie werden anhand von Videos (Code zum Freischalten am Ende des Buches) bei dem Grundkurs und all seinen Themen unterstützt. Dass auch noch Glitzer-Iris für die Glotzie-Augen beiliegen, ist eine zusätzliche nette Dreingabe. Da Glitzer-Glotzies Herdentiere sind, gute Laune verbreiten und den Häkel-Sucht-Virus in sich tragen, werden Sie bald Ihr eigenes Dörfchen Glitzer-Glotzingen gestaltet haben!

 


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13 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

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Das Museum der sprechenden Tiere

Helen Cooper , Anne Brauner , Helen Cooper
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.08.2018
ISBN 9783499218286
Genre: Kinderbuch

Rezension:

 

Ein Buch wie eine Matroschka-Puppe

 

Was für ein unglaublich schönes Buch – das dachte ich spontan, als ich das so überaus schön gestaltete Exemplar in Händen hielt. Allein schon durch das gelungene Cover, das sowohl in Graphik als auch Haptik auffällt und mit dem Blick durchs Schlüsselloch in die Geschichte hineinziehen will, war ich positiv-neugierig geworden. Als ich anfing, durch die Seiten zu blättern, war ich nach wenigen Minuten dem Buch restlos erlegen. Diese unglaublichen Zeichnungen, realistisch und doch fantastisch, präzise auf feinste Weise und liebevoll-detailliert ausgearbeitet, nahmen mich völlig gefangen, umso mehr als ich erfuhr, dass die Illustrationen allesamt von der Autorin selbst stammen.

Ben ist ein ganz normaler Junge, mal mutig, mal übermütig, nicht immer folgsam. Eines Tages findet er vor der Tür eine seltsame Einladungskarte: „Komm jetzt, oder komm nie!“ Von Neugier getrieben folgt er der Einladung in ein uraltes Museum, das abgerissen werden soll. Und schon ist er mitten in einem Abenteuer, das nicht nur ihn verändern wird…

Das Buch zu lesen, ist wie eine Matroschka-Puppe zu öffnen und immer weitere Puppen in deren Inneren zu finden. So öffnet sich im Buch Geschichte um Geschichte, teils real, teils fiktiv, immer aber auch magisch, teilweise gefährlich, teilweise verwirrend, teilweise erheiternd, immer aber spannend. Eine schier unerschöpfliche Fantasiewelt öffnet sich, in den unglaublichsten Farben und Schattierungen in Worte gefasst, wobei der häufige Wechsel zwischen Realität und Fantasy den Leser geradezu schwindlig macht. Und so ist die Stärke des Buches, nämlich die unerschöpfliche Fülle an Fantasie, gleichzeitig auch seine Schwäche.  Denn es ist so reich an Magie, dass es ausreichend wäre für mehrere Bücher. Es ist so angefüllt mit Zauber, dass es irgendwann, zumindest in der ersten Hälfte des Buches, verwirrt, ermüdet, bis man gegen Ende des Buches dankbar wieder auf dem realen Boden der Geschichte landet, wobei hier wiederum die großartigen Illustrationen helfen. Auf jeden Fall ist es ein ideales Vorlesebuch, denn in einzelnen Häppchen gelesen entfaltet die Geschichte noch mehr ihres eigentlichen Wertes. Nämlich zu vermitteln, dass jeder Mensch den wahren Schatz und Reichtum in sich trägt. Wenn man an sich glaubt, an seine innere Stärke glaubt, gelingen wahre Wunder. Ein Buch zum Träumen schön, für Kinder ebenso wie für Erwachsene….

 


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Woolly Hugs Hoodies stricken

Veronika Hug
Flexibler Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Christophorus Verlag, 05.07.2018
ISBN 9783841065179
Genre: Sachbücher

Rezension:

Keine Angst vor Kapuzen!

Hoodies, also Pullis und Jacken mit Kapuze, zu stricken, klingt für die weniger erfahrenen Strickerinnen  ganz schön kompliziert. So kompliziert, dass sie sich gar nicht erst herantrauen an ein solches Projekt. Da kommt Veronika Hug gerade recht. Denn sie als versierte Designerin hat die Gabe, ihre eigene Unerschrockenheit im Stricken und Häkeln mutmachend weiterzugeben. Es gibt ja in der Tat nichts Gemütlicheres als ein kuscheliges Modell, das durch seine Kapuze noch mehr zum Wohlfühlen beiträgt, umso mehr, wenn es mit Liebe und Hingebe selbst gestrickt wurde.

Das vorliegende Buch enthält 16 sehr unterschiedliche Modellvorschläge in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Nur 16 Modelle? Nein! Die klassische Kapuzenjacke, das Kapuzencape, der flippige Poncho oder der Seelenwärmer mit Kapuze – alle Modelle sind als Anregung zu verstehen, die eigenen Ideen einfließen zu lassen. Der Hoodie im Casual Stil wirkt zum Beispiel in einer einfarbigen Wolle ganz anders als das Modell im Buch, das durch das Strickmuster und die zusätzlich unterschiedlichen Farben sehr unruhig daherkommt.  Ein wenig Vorstellungsvermögen ist gefragt, dazu einen Schuss Fantasie, und schon bringt das Buch echten Gewinn.

Man muss es hinnehmen, dass Veronika Hug ihre eigene Woll-Linie verkauft und deshalb ihre eigene Wolle zum Gebrauch vorschlägt. Es hätte jedoch dem Buch einiges mehr an Sympathie eingebracht, wenn es jenseits der Eigenwerbung noch einen Hinweis gegeben hätte, dass man auch andere Garne verwenden kann, vorausgesetzt Lauflänge und Maschenprobe stimmen überein. Solch ein Satz fehlt leider. Die Stärke des Buches liegt in der Qualität der Anleitungen. Diese sind ausführlich, präzise, gut verständlich und werden hilfreich unterstützt durch die Zeichnungen der Schnittteile mit genauen Maßangaben. Aber auch die Fotos der Modelle in mehreren Ansichten sind hilfreich, die Anleitungen genau zu verstehen. Nicht wirklich einverstanden bin ich jedoch mit den sehr unterschiedlichen Größenangaben. Das eine Modell wird nur bis Größe 40 angegeben, mehrere andere wiederum bis Größe 48. Das macht auf mich den Eindruck, als ob man sich nicht die Mühe hatte machen wollen, z. B. das Modell auf  S. 31 mit seinem Einstrickmuster für größere Größen umzurechnen, was zugegebenermaßen etwas aufwändiger gewesen wäre.

Fazit: Ganz unterschiedliche Modellvorschläge, problemlos nachzuarbeiten. Vor dem Stricken von Kapuzen muss niemand Angst haben! Trotzdem bin ich nicht rundum mit dem Buch zufrieden, denn die Autorin hätte etwas mehr Mühe in die Größenvariationen stecken sollen statt in Eigenwerbung.


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131 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 86 Rezensionen

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Winterkalt: Thriller

Catherine Shepherd
Buch: 344 Seiten
Erschienen bei Kafel Verlag, 20.10.2018
ISBN 9783944676210
Genre: Krimi und Thriller

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Verschieben wir es auf morgen

Miriam Maertens
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Leben, 12.10.2018
ISBN 9783963660023
Genre: Biografien

Rezension:

Ein Lehrbuch für die Kraft des Willens

 

Auf der Rückseite des Buches steht die eigentliche Botschaft des Buches, der in meinen Augen wichtigste Satz: „Fast alles liegt in meiner Hand, mein Wille hat einen enormen Einfluss auf mein Leben.“

Miriam Maertens lässt uns teilhaben an ihrer Kindheit und Jugend, an ihrem gesamten Werdegang, aber auch an ihrer Familie und ihren Freunden. Miriam Maertens ist an Mukoviszidose erkrankt, die Ärzte prognostizieren ein kurzes Leben. Und Miriam Maertens ist Schauspielerin, und zwar Bühnenschauspielerin. Ein Widerspruch in sich, eigentlich eine Unmöglichkeit!

Die Autorin schildert fast emotionslos und ohne jegliches Selbstmitleid ihren Lebens- und Leidensweg bis hin zur – fast zu späten – Lungentransplantation. Schon als Kind beschließt sie, einfach so zu leben, als sei sie gesund. Sie will am Leben teilhaben, es in vollen Zügen ausschöpfen, und vor allen Dingen will sie ihren Traum leben, nämlich Schauspielerin zu werden. Dies alles trotz körperlicher Schwäche, trotz der lebensnotwendigen Inhalationspausen, trotz der kräftezehrenden immer wiederkehrenden Kämpfe gegen Infektionen. Doch damit nicht genug! Sie will ein Kind, und sie bekommt einen Sohn. Ihr Körper unterwirft sich immer wieder neu dem unermesslich starken Willen der Autorin. Und sie schafft das Unvorstellbare, wechselt je nach Engagement zigmal den Wohnort, versorgt ihren Sohn und ihren Hund, verschweigt ihre Krankheit, widersetzt sich den Ratschlägen der Ärzte, feiert Erfolge – und ignoriert weitgehend die Zeichen, die ihr Körper setzt. Denn auf der Bühne gibt es keine Schonung und im Selbstverständnis von Miriam Maertens auch nicht. Bis es fast zu spät ist. Und noch einmal baut sie mit enormer Willensstärke die allerletzte Kraft auf, um die Lungentransplantation zu überstehen.

Das Buch hat mich tief beeindruckt und bewegt, es hat mich das Glück spüren lassen, ganz selbstverständlich atmen zu können und es hat mich gelehrt, welch immense Kraft in Disziplin und Willenskraft stecken. Ein Mut machendes, ein starkes Buch!


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