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baby, downsyndrom, down-syndrom, elternsein, familie, großes abenteuer, journeyman, kinderkriegen, reise, reisebericht, reisen, reisen mit kindern, sachbuch/ratgeber, trisomie 21, zukunft

Mit anderen Augen

Fabian Sixtus Körner
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ullstein extra, 11.05.2018
ISBN 9783864930607
Genre: Sachbücher

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papier

Papier: Material, Medium und Faszination


Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Prestel Verlag, 23.04.2018
ISBN 9783791383057
Genre: Sonstiges

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Ich bin hier, und alles ist jetzt

Edith Eva Eger , Liselotte Prugger
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei btb, 05.03.2018
ISBN 9783442756964
Genre: Biografien

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goodreads

Würde

Gerald Hüther , Uli Hauser
Fester Einband
Erschienen bei Knaus, 05.03.2018
ISBN 9783813507836
Genre: Sachbücher

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Vielleicht wird morgen alles besser

Fabio Geda , Christiane Burkhardt
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Knaus, 14.05.2018
ISBN 9783813507904
Genre: Romane

Rezension:

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie ich damals das Buch "Im Meer schwimmen Krokodile" zu Weihnachten geschenkt bekommen habe. Es war mein erstes Buch von Fabio Geda und ich mochte es wirklich sehr gern. Umso mehr freute ich mich nun, auf seinen neuen Roman "Vielleicht wird morgen alles besser" gestoßen zu sein. 

"Meine Oma starb auf dem Großmarkt, wo sie von einem Gabelstapler überfahren wurde: Ich habe sie sehr geliebt, weil sie mir das Zeichnen beigebracht hat, und obwohl ich sie erst im Sarg wiedersah, als ihr das halbe Gesicht fehlte, durfte ich ihr ein Pokémon in die Hand drücken: Squirtle. Und sonst?"

Ercoles Leben war noch nie einfach, von gut situiert, meilenweit entfernt. Seine Großeltern leben nicht mehr und auch seine Mutter hat sich eines Tages aus dem Staub gemacht. Sein Vater trinkt gerne mal einen zu viel und seine Schwester Asia schmeißt mehr oder weniger den gesamten Haushalt. Sie versuchen irgendwie den Schein einer funktionierenden Familie aufrecht zu erhalten, um nicht aufzufallen und dem Jugendamt zu entgehen. Doch eines Tages scheint alles ins Wanken zu geraten. Seine Schwester möchte ausziehen, sein Vater wird von der Polizei festgenommen und mit seiner neu gewonnenen Freundin verbockt er es. Das mühsam errichtete 'Kartenhaus' schein einzustürzen. Ercole flüchtet und macht sich anhand von Postkarten auf die Suche nach seiner Mutter, doch was er findet ist mehr, als er je erwarten konnte. Zwischen Flucht, Liebe und Unverständnis.

"Aus meiner Sicht erinnert das Leben oft an die Garderobe eines Clowns: Es hält die wildesten Farben parat - und Boxhandschuhe, die hervorschnellen, wenn man es am wenigsten erwartet. Manchmal grinse ich auch, wenn es sich eigentlich nicht gehört, und dann denken die Leute, ich würde sie auf den Arm nehmen."

Auch wenn die ursprüngliche Geschichte recht vielversprechend klang, war dieser Roman für mich kein Highlight. Neben Ercoles manchmal recht unverständlichen Reaktionen, die man vielleicht noch irgendwie aufgrund von Verlustängsten deuten könnte, machten Szenen wie die Fluchtfahrt mit dem Transporter einfach keinen Sinn. Auf einem kurzen Ausflug hatte er gerade erst das Fahren gelernt und kann bereits am Abend das Auto ganz leise von Hof stehlen und soll nun auch noch unbeschadet eine Verfolgungsjagd durch die Stadt überstehen? Vielleicht habe ich mich selbst als Fahrschüler auch nur dumm angestellt, ich konnte das jedenfalls nicht. Und so geht es dann auch weiter, im Wust der Zufälle und Möglichkeiten.
Ich hätte dieses Buch wirklich gerne gemocht, zumal ich Gedas Art zu schreiben sehr mag, aber hier fand ich dann weder die durch das Titelbild assozierte Geschichte, noch einen lange nachhallenden, im Gedächtnis bleibenden und realistischen Roman vor. Sehr schade!  

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Die Welt der Farben

Kassia St Clair , Marion Hertle
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Tempo, 05.10.2017
ISBN 9783455001334
Genre: Sachbücher

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bienen, bienensterben, china, dystopie, england, familie, hoffnung, imker, maja lunde, natur, naturschutz, roman, umwelt, vergangenheit, zukunft

Die Geschichte der Bienen

Maja Lunde , Ursel Allenstein
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei btb, 20.03.2017
ISBN 9783442756841
Genre: Romane

Rezension:

"Es hatte sich gewissermaßen ausgezahlt, dass wir unsere Natur so sehr verunreinigt hatten. Weil wir Vorreiter in Sachen Umweltverschmutzung gewesen waren, wurden wir später zu Vorreitern der Handbestäubung. Ein Paradox hatte uns gerettet."

Dass Bienen eine große Bedeutung haben für all das Leben auf der Welt haben, sollte eigentlich in den letzten Jahren schon fast jeder mitbekommen haben. Was passieren kann, wenn wir nicht aufpassen, zeigt Maja Lunde in "Die Geschichte der Bienen" mehr als deutlich. Ein Planet, auf dem der Mensch gewissenhafter handeln und der Natur auf die Sprünge helfen muss, damit er überleben kann. Aber ist das Leben dann noch lebenswert, wenn man tagtäglich in Bäumen herumkrachseln muss? Genauso ergeht es nämlich tao und ihrem Mann in China im Jahre 2098. Als dann bei ihrem Ausflug ihr Kind Wei-Wen einen sehr mysteriösen Unfall erleidet und plötzlich vom Staat unter Verschluss gehalten wird, beginnt für tao eine dramatische Suche nach ihrem Kind, dem Grund und eigentlich auch um die Zukunft der Menschheit.

Es wäre jedoch kein Lunde-Roman, wenn wir nicht auch Sprünge in der Zeit machen würden. So lernen wir die Anfänge der Imkerei und die Entwicklung des Bienenstocks kennen und 'besuchen' hierzu William im Jahre 1852. Während dann die Imkerei immer mehr Ansehen gewann und nach und nach für die Landwirtschaft immer essenzieller wurde, waren die ersten Anzeichen für den großen Kollaps und das Bienensterben bereits 2007 spürbar. Imker George und seine ganz persönliche Geschichte und Erfahrung werden auch hier nach und nach im Roman verflochten ...

"Es gab keine Lebensgrundlage mehr. Ich wusste, dass viele Einwohner zwangsumgesiedelt worden waren, in andere Regionen, wo man Arbeitskräfte in der Landwirtschaft brauchte.[...] Die Stadt war gewachsen und hatte sich bis zu einem gewissen Punkt weiterentwickelt, und jetzt war sie im Verfall begriffen. Wie ein alter Mensch kurz vor dem Tod..."

Dieses Buch musste ich nun einfach lesen, da mich die ganz vielen positiven Stimmen und "Die Geschichte des Wassers", der zweite Teil, den ich bereits gelesen habe, neugierig gemacht haben. Aber irgendwie konnte es meine Erwartungen gar nicht mal so erfüllen. Ich finde zwar die drei Handlungsstränge, die am Ende eins ergeben und generell viele Informationen rund um Bienen und die Darstellung des Lebens ohne Bienen enthalten, total toll und interessant, aber wirklich packen konnte diese Geschichte mich dann leider nicht. Zu sehr haben mich die egoistisch versierten Charaktere in diesem Buch gestört. Und es fehlte mir irgendwie der Höhepunkt als solches. Die Suche nach dem Kind, die zack, bums aufgelöst wurde. Der Kollaps bzw. das plötzliche Verschwinden der Bienen, welches nicht wirklich beantwortet wird. Und dann noch die Entwicklung des Bienenstocks und damit dem Beginn eines Familienvermächtnisses, welches dann doch irgendwie kein zusätzlich, spannendes Element mit in diese Geschichte bringt. 

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angst, biografie, entführung, extremsituation, familie, hoffnung, intensiver erfahrungsbericht, jan philipp reemtsma, johann scheerer, jugend, langeweile, lösegeld, lösegeldforderung, musik, reemtsma-entführung

Wir sind dann wohl die Angehörigen

Johann Scheerer
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2018
ISBN 9783492059091
Genre: Biografien

Rezension:

"Es war der 25.März 1996, es war Frühling, und mein Leben sollte von da an ein anderes sein. Es sollte keinen unbeschwerten Frühling mehr für mich geben, kein Vogelgezwitscher ohne diesen Satz in meinem Kopf, ohne meinen ersten Gedanken an die Lateinarbeit, die ich hätte schreiben sollen und die ich [...] verpassen würde."

Was geht in einem Kind vor, wenn es aufwacht und seine Mutter ihm erklärt, dass sein Vater entführt wurde und sie nun für eine gewisse Zeit ein "Abenteuer" bestehen müssen? Genau darum dreht es sich in dem Buch "Wir sind dann wohl die Angehörigen" von Johann Scheerer. Mit diesem Buch erzählt er seine Erlebnisse während der Entführung von Jan Philipp Reemtsma  im März 1996. Es geht um Verlustangst, um das Herausreißen aus der Normalität und die polizeilichen Ermittlungen aus Sicht eines 13 Jährigen. "Wenn alle Forderungen erfüllt werden, wird Herr Reemtsma 48 Stunden nach Erhalt des Lösegelds von uns unverletzt freigelassen." heißt es. Doch vielleicht ist das alles auch nur ein Spiel, dass die Entführer hier spielen und sie werden ihn gar nicht frei lassen?! Vielleicht ist er ja auch schon tot. Jedenfalls muss Johann die angekündigte Lateinarbeit nicht schreiben, denn an Schule wäre momentan nicht mehr zu denken. Es ist ja auch nur eine kurze 'Auszeit', doch aus den ursprünglichen 48 Stunden, sollten ganze 33 Tage werden. Vielleicht liegt es auch einfach an der desaströsen Arbeit der Polizei, vielleicht ist es aber auch seitens der Entführer so provoziert. Und so lernen wir die Geschichte Johanns kennen, der sich zwischen dem polizeilichen Wust aus Ermittlungen, Warten und Angehörigenbetreuung wiederfindet, abgeschirmt von der Normalität.

"Ich hatte Angst vor einem weiteren Schritt ins Unbekannte, ins Unberechenbare. Ich sehnte mich nach der Normalität, die mir genommen worden war"

Wer hier nun ein sehr detailliertes, klassisches und gewaltiges Entführungs-/Kriminal-/Alles-ist-so-furchtbar-Buch erwartet, wäre mit diesem Buch eher falsch bedient. Es ist nämlich die Geschichte aus der Sicht eines Jungen, der die damaligen Vorgänge während der Entführung seines Vaters schildert. Damit ist es auch nicht so ein detailliertes Abbild, wie es Reemtsma selbst in seinem Buch beschreibt. Es ist diese Mischung aus kurzer Freude über die verpasste Arbeit, die Besuche im Musikladen und die Betreuung seitens der Polizei, die Angst, dass er seinen Vater vielleicht nicht mehr wiedersehen wird, die zu überbrückende Langeweile und das Warten auf einen neuen Anruf der Entführer...  Und stets schwingt eine gewisse kindliche Distanziertheit und Unverständnis mit. Es ist nicht nur ein Bericht über eine Entführung, seitens der Familie selbst, es ist viel mehr und gerade das hat es für mich zu einer sehr interessanten Geschichte gemacht. Der einzige Nachteil: Ich habe dieses Buch innerhalb eines Sonntags komplett durchgelesen und war dann schon irgendwie enttäuscht, dass es bereits vorbei war. 

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Glück allein macht keinen Sinn

Emily Esfahani Smith , Annika Tschöpe
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Mosaik , 23.04.2018
ISBN 9783442392896
Genre: Sachbücher

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ddr, grenze, harz, phantasie, roman

Die grüne Grenze

Isabel Fargo Cole
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Edition Nautilus GmbH, 06.09.2017
ISBN 9783960540496
Genre: Romane

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aufbau verlag, biografie, biographie, erinnerungen, erziehung, familie, familienbiographie, feministische literatur, frankreich, frauen, generationen übergreifend, herkunft, lehrreich, mutter-tochter-beziehung, nadja spiegelman

Was nie geschehen ist

Nadja Spiegelman , Sabine Kray
Fester Einband: 394 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 09.03.2018
ISBN 9783351037055
Genre: Romane

Rezension:

Das eher schlichte, künstlerisch angehauchte, Retro-schwarz-weiß-Foto mit dem Weißraum und kreativ gesetztem Titel mit orangefarbenem Seitenrand hat mich sofort in den Bann gezogen und ohne auch nur einen Ansatz davon zu lesen, wusste ich: Ich will es und mag es! Und ja, so war es dann tatsächlich auch. Nadja Spiegelman, die Tochter des Pulitzer-Preisträgers und Cartoonisten Art Spiegelman und der Kunstredakteurin des New Yorker, Françoise Mouly, hat mich mit diesem Buch wirklich beeindruckt. Eine deiteilige, kontinentübergreifende (Auto)Biografie über sie selbst und den Fragmenten aus den Leben und Erinnerungen ihrer Mutter Françoise sowie Großmutter Josée.

Nadja begibt sich auf den Weg herauszufinden, warum sie so geworden ist wie sie ist, was ihre Mutter hinter der äußerlichen Fassade eigentlich ausmacht, was sie denkt, empfindet und antreibt. Es ist eine Suche nach der Frage ihrer Identität und was sie zu dem gemacht hat, der sie eigentlich ist. Sie beginnt ihrer Mutter Fragen zu stellen, Fragen über sich selbst und ihre Vergangenheit. Sie möchte verstehen, warum die Beziehung zwischen Ihnen so schwierig geworden ist. Es ist ein Bild des Unverständnisses und Gekränktseins, welches sich nach und nach in eine Art Verziehen wandelt. Ein Bild, welches nicht nur die gegebene Lebenssituation, sondern auch ihre Beziehung zu ihrer Mutter und wie sie dies wiederum geformt hat, fokussiert. 
Als sie dann auch noch ihre Großmutter in Paris besucht und mehr über deren Vergangenes und ihr Verhältnis zu Françoise erfahren möchte, schließt sich der Kreis und ein Bild selektiver Erinnerungen, Eindrücke und Unterschiede tut sich auf. Sie erzählen von gleichen Situationen, in unterschiedlichen Sichtweisen und Wahrnehmungen, sodass sich Ähnliches oftmals sogar gänzlich unterscheidet. 

Komischerweise habe ich oftmals das 'Problem', dass ich an Büchern aus dem Aufbau-Verlag recht lange lese. Manchmal verliere ich dann die Freude daran, weil man einfach nur liest und liest und irgendwie auch nicht wirklich im Plot vorwärts kommt und einfach nichts passiert. Nadja Spiegelman schafft es allerdings mich eigentlich ständig für sich zu begeistern. Bereits mit ihrem ersten Satz " Als Kind war ich überzeugt, meine Mutter sei eine Fee." brachte sie mich zum Schmunzeln, erzeugte Bilder und brachte mich mit ihren nachfolgenden Worten wiederum zum Nachdenken. Und auch so ging es weiter, zwischen Mitleid, eine Form von Sentimentalität und Situationskomiken. Ich hatte irgendwie sofort das Gefühl mit Nadja auf einer Ebene zu sein und mit ihr etwas anfangen zu können. 
"‚Non, je ne regrette rien' . Nicht das Gute, was mir geschehen, nicht das Schlechte - all das, es ist mir gleich, sang Edith Piaf." und genau das ist es, das in Nadja Spiegelmans Roman Platz findet. Sie schreibt toll und auch der Inhalt umfasst eine große Bandbreite an Erinnerungen und Geschichten aller Generationen, zwar manchmal etwas sprunghaft und man rätselt manchmal wer denn nun erzählt, aber selbst das tut dem Ganzen keinen Abbruch. Es ist ein sehr mutiger Roman mit ganz, ganz viel von und über sie selbst. Man hat beinahe das Gefühl sie, ihre Mutter und Großmutter persönlich kennenzulernen und gerade das schätze ich an diesem Roman sehr.  


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East by West

Jasmine Hemsley
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei ZS Verlag GmbH, 08.02.2018
ISBN 9783898837576
Genre: Sachbücher

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

abnehmen, chrezepte, darm, darmbakterien, darmflora, darmgesundheit, diät, gesunder darm, kochbuch, kochen, probiotika, ratgeber, rezepteko

Schlank mit Darm Kochbuch

Michaela Axt-Gadermann , Regina Rautenberg
Fester Einband
Erschienen bei Südwest, 05.03.2018
ISBN 9783517096438
Genre: Sachbücher

Rezension:

Passend zur Ratgeberreihe "... mit Darm" von Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann (und Regina Rautenberg) erschien nun im südwest-Verlag ein Kochbuch.  "Schlank mit Darm Kochbuch" heißt es und bietet an die 100 Rezepte zur Förderung einer gesunden Darmflora - und nein, dieses Buch ist wirklich kein (reiner) Abnehmhelfer. 
Der Aufbau ist analog zu den Büchern der Reihe, wobei hier die Einleitung mit Wissenswertes über den Darm und warum eine gesunde Darmflora so wichtig und hilfreich ist, natürlich recht komprimiert ausfällt. Dies macht natürlich Sinn, denn im Vordergrund stehen hier die verschiedensten Rezepte, von einfach bis etwas aufwändiger. 

"Da unsere Mikroben von dem leben (müssen), was wir ihnen vorsetzen, breiten sich die Keime aus, die mit den Lebensbedingungen im jeweiligen Darm am besten zurechtkommen."

Da unsere Gesundheit großteils von den ansässigen Darmbakterien abhängig ist, lohnt es sich auch nicht nur unseren Geschmacksknospen, sondern auch unseren Untermietern etwas Gutes zu tun. Eine gesunde Darmflora kann nicht nur Anspannung und den Stresshormonspiegel absenken, er kann einiges mehr. Wie bereits aus anderen Büchern bekannt, hat der Darm einen gewaltigen Einfluss auf die Psyche, das Wohlbefinden und allerhand neuerer Volkskrankheiten oder auch Demenz. In unserem Körper werden unwahrscheinlich viele Stoffe produziert und umgewandelt. Und dass dabei dank unpassender Keime im Darm auch negativ Beeinflussendes entstehen kann, sollte uns allen bewusst sein. 
Dieses Kochbuch soll nun Abhilfe schaffen und uns mit Abwechslung und zahlreichen 'guten Stoffen' gesünder, ausdauerfähiger und belastbarer machen. Gut, vielleicht sogar schlank, denn auch dabei sind die Bakterien im Darm nicht ganz unschuldig.

Ansonsten ähnelt dieses Kochbuch anderen 'normalen' Kochbüchern. Es gibt verschiedenste Rezepte von Salat über Fisch, Fleisch und Geflügel bis zu einfachen Gemüsegerichten. So wird auch auf die vegetarische und vegane Ernährung geachtet und ein großes Spektrum für jeden eröffnet. Einzige Kritikpunkte wären in meinem Fall die Angabe der Zutaten, die stets auf 4 Personen ausgelegt ist sowie die Aufnahme von Gerichten für Berufstätige bzw. Gerichte zum Mitnehmen. Diese Idee ist im Grunde toll, doch dass man belegte Brötchen, Kuchen und Muffins oder mal einen Kartoffelsalat mitnehmen kann, ist nicht sonderlich originell oder neu. 

Jetzt bleibt mir nur noch zu sagen: Guten Hunger! Ihr Darm wird es Ihnen danken.

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darm, gesundheit, medizin

Schön mit Darm

Michaela Axt-Gadermann
Flexibler Einband
Erschienen bei Südwest, 19.09.2017
ISBN 9783517096148
Genre: Sachbücher

Rezension:

Baustelle Darm, ein heute noch recht gewaltiges Thema, bei dem die Medizin teilweise noch in den Anfängen steckt. Allerdings sind einige Zusammenhänge schon längst bekannt und um dessen Vermittlung kümmert sich zum Beispiel auch die Ärztin und Professorin in Gesundheitsförderung Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann.

Bei "Schön mit Darm" handelt es sich um ein weiteres Buch aus der Ratgeberreihe " ... mit Darm" des südwest-Verlags, von Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann (und Regina Rautenberg). Auf eine sehr angenehme, informative und ansprechende Art und Weise werden in diesem Buch die Zusammenhänge von Darm bzw. der dort ansässigen Darmflora und der Haut als Spiegelbild erklärt. Vor einiger Zeit wurde mir "Schlau mit Darm" aus dieser Reihe empfohlen und ich habe dies bereits sehr gerne gelesen. Während dort die Zusammenhänge zwischen den Darmbakterien und Gefühlen sowie dem Denken selbst im Vordergrund stehen, wollte ich nun mein Wissen auch in dieser Richtung erweitern, da ich selbst einige Probleme mit dem Darm und Fehlbesiedlungen besitze und auch meine Haut hin und wieder mehr darunter leidet. 

"Allergien und Ekzeme beeinträchtigen die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit der Betroffenen nachhaltig. Seit Jahrzehnten steigt die Zahl der Allergiker kontinuierlich an. Experten sehen die Ursache in unserer modernen keimarmen Umwelt ..."

Da ich mich nun auch mit dem Thema Darm schon länger befasse, ist für mich der Zusammenhang Darm und Pickel, Ekzeme und Allergien nichts neues. Dass nun einzelne Bakterienstämme auch gezielt eingesetzt werden können, um die Haut vor Falten und Sonne zu schützen oder auch das Interesse der Mücken und die damit verbundenen Stiche mindern kann, finde ich jedoch recht faszinierend. Sehr anschaulich werden in diesem Buch die Zusammenhänge deutlich. Dabei wird nicht nur die entsprechende, ausgewogene Ernährung mit dem Ziel die guten Bakterien der Darmflora zu stärken erwähnt, sondern auch sehr gut erläutert und mit zahlreichen Tipps und Rezepten vermittelt. Auch die optimale Hautpflege und die Beziehungen zwischen den guten Milchsäurebakterien und im Körper produzierten Botenstoffen und Hormonen findet hier Platz. Dieses Buch ist ein toller, von allen Seiten beleuchtender Ratgeber - nicht hochkomplex wissenschaftlich, sondern auf eine sehr gute und verständliche Art wird der Leser hier an das Thema herangeführt.

Auch wenn ich von diesem Buch der Reihe recht begeistert bin, so habe ich doch einen Kritikpunkt. Frau Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann meint es zwar sehr gut. Sie besitzt sehr viel Ahnung und das spürt man auch, allerdings erscheint dieses Buch oftmals recht werblich. Im Vordergrund steht hier die von ihr entwickelte Madena Darmkur, die des öfteren Erwähnung und 'Belobigung findet. Dass es sie gibt und die dort enthaltenen 'Zutaten' und Bakterien sorgfältig ausgewählt wurden und vielseitig helfen soll, finde ich als solches toll. Auch ich habe sie bereits mehrfach genutzt, dennoch ist es mir ein Hauch zu viel.

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16 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

18. jahrhundert, ermitteln, frankreich, historisch, historische krimi, historischer krimi, hofintrigen, krimi, le floch, louis xv, madame de pompadour, mord, paris, spionage, versailles

Commissaire Le Floch und der Brunnen der Toten

Jean-François Parot , Michael Killisch-Horn
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Blessing, 19.03.2018
ISBN 9783896675729
Genre: Historische Romane

Rezension:

Mit "Commissaire Le Floch & der Brunnen der Toten" von Jean-Francois Parot erschien der zweite Band der historischen Paris-Krimis. Wir treffen Commissaire Nicolas le Floch bei seinem zweiten großen Fall, der zunächst, so scheint es, mit einem Selbstmord hinter verschlossener Tür beginnt. Allerdings wirft die Leiche einige Fragen auf, dessen Antworten es herauszufinden gilt und Le Floch erneut über Lug und Trug in eine mehr als verzwickte Lage führen. Mit Le Floch gelingt ein Blick in die verschiedenen Gegenden und Ränge zur Zeit des Königs Ludwig XV. Dieses Mal führt der Fall uns ins Theater, die Klöster und den Hof von Versailles, allerdings so ganz ohne verbotene Glücksspiele und einem Besuch in dem berüchtigten Edelbordell geht es auch dieses Mal nicht. Ich könnte nun auch weiter auf den Inhalt eingehen, aber gerade das Spiel der verworrenen Tatorte und Tatmotive macht diesen Roman so spannend, dass ich an dieser Stelle darauf verzichten möchte.

"Ja, Monsieur, es gibt mehrere Komplotte. Ein privates Komplott, das ich als Rache gegen den Comte de Ruissec bezeichnen würde. Ein geheimes Komplott, das ich als politische Verschwörung gegen das Leben des Königs bezeichnen würde, und schließlich ein Komplott von Interessen oder vielmehr der eigennützige Aktion einer Dame, die um ihre Position zu behalten und zu schützen, Sie wissen schon wen, charakterschwache Personen manipuliert."

Für mich ist dieser Teil eine gelungene Fortsetzung des ersten Bands und wie bereits bei  "Le Floch & das Geheimnis der Weißmäntel" beschreibt Parot ein sehr detailreich, faszinierendes Bild von Paris und das Leben auf Hofe zur damaligen Zeit. Ich würde ihn nicht als einen brutalen, zum Mitfiebern anregenden Krimi nennen, dafür liegt der Fokus viel mehr auf dem Geschehen der damaligen Zeit, den Komplotten und Machenschaften zwischen Untergrund und Königshof. Ich habe mich sehr auf diese Fortsetzung gefreut und mindestens genauso vorfreudig warte ich schon jetzt auf den im Herbst erscheinenden dritten Teil. 

"Und dann schien es ihm, dass an jenem Abend in der Oper alles in Gang gesetzt worden war wie eine ungeheure Maschinerie, die erst wieder anhielt, als das Schicksal befriedigt und mit Trümmern und Toten gesättigt war."

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

familienleben, gedanken, herausforderung, karl ove knausgard, leben

Im Frühling

Karl Ove Knausgård , Paul Berf
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 26.03.2018
ISBN 9783630875125
Genre: Romane

Rezension:

Mit "Im Frühling" von Karl Ove  Knausgård ist nun der dritte Teil der Jahreszeiten-Bände erschienen. Mit recht viel Vorfreude habe ich auf diesen Teil gewartet, doch leider konnte er meinen Erwartungen nicht standhalten.

"Doch der Gedanke setzte sich fest, und ein Kind erschien mir wie ein Wendepunkt, ein Neuanfang, und gleichzeitig würde es eine Verpflichtung von einer Art bedeuten, wie ich sie wahrscheinlich brauchte, im tiefsten Inneren, wo ich wusste, dass mich das zu einem besseren Menschen machte."

In diesem Band ist seine Tochter bereits drei Monate alt.  Knausgård beschreibt den Alltag innerhalb seiner Familie, seine Ängste, Sorgen und gibt seiner Tochter einige Ratschläge mit auf dem Weg. Laut Klappentext ist die Rede von "ein Tag im Leben einer Familie, zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang."
Beim Lesen kommt es einem hingegen dank zahlreicher Rückblenden, Erinnerungen und Geschichten wie eine Ewigkeit vor - als würde man die  Knausgårds als gute Freunde über einen recht langen Zeitraum begleiten. So erzählt er vom Aufenthalt seiner Frau im Krankenhaus, Ausflügen mit den Kindern und Depressionsphasen ... Dieser Roman ist so vielseitig voller Gedanken und teilweise durch das Geschehene auch überrumpelnd. Ich finde diesen Teil sehr persönlich und er lässt Karl Ove selbst auch nicht immer gut dastehen.  
Umrandet werden seine Worte mit den Malereien von Anna Bjerger, die wie ich finde wunderbar die Natur, das Erwachen, Leben und Sorgen einfangen.

"... Knospen, Keime, Ungewissheit, Zögern. Der April liegt zwischen dem großen Schlaf und dem großen Sprung. Der April ist die Sehnsucht nach etwas Anderem, wobei dieses Andere noch unbekannt ist."

Nach dem winterlichen Teil der Sympathie hat mich Knausgard mit "Im Frühling" etwas enttäuscht zurückgelassen. Die kurzen abwechselnden Themenschwadronen in Kombination mit kurzen Briefen an seine Tochter sind den Beobachtungen und dem Tagesablauf in seiner Familie gewichen. Der Frühling ist anders. Dies ist zwar im Grunde nicht schlecht, aber aus der anfänglichen Leichtigkeit und Vorfreude, die sich durch die Gedanken treibt, ist die Angst etwas falsch zu machen, die eigene emotionale Überforderung und der Egoismus des Einzelnen geworden. Frühling, der sinnbildlich eher für das Erwachen und die Liebe bekannt ist, steht in diesem Falle jedoch eher für eine Art Herausforderung und irgendwie auch für die Fehler und deren Lehren. 
Manchmal ist es schwer  Knausgård zu folgen, manchmal einen Hauch zu weit hergeführt, manchmal aber auch einfach genau richtig. Leider sind am Ende bei mir nur die negativen Gedanken und Geschehnisse hängen geblieben. Ob das so gedacht war? Eine Liebeserklärung ans Leben mit negativen Beispielen? 
Ich wünschte, ich könnte zu diesem Buch etwas mehr sagen, aber in diesem Fall, warte ich nun auf die Möglichkeiten des Sommers, der alles komplettiert, aber hoffentlich auch noch einen anderen Blick gewähren lässt.

"Manchmal tut es weh zu leben, aber es gibt immer etwas, wofür es sich zu leben lohnt. Meinst du, du kannst dir das merken?"

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

biografie, leben, tagebuch

Wer's findet, dem gehört's

David Sedaris , Georg Deggerich
Fester Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Blessing, 18.09.2017
ISBN 9783896675743
Genre: Biografien

Rezension:

David Sedaris, ein Name, mit dem ich bisher noch nicht allzu viel anfangen konnte, doch das Buch "Wer's findet, dem gehört's - Meine Tagebücher und ich" hatte irgendwie sofort meine Aufmerksamkeit. Vielleicht lag es wie so häufig an dem recht aufmerksamkeitsstarken Cover. Vielleicht, aber auch einfach an dem Titel und meiner generellen Faszination für Menschen. Sedaris, so musste ich feststellen, ist jedenfalls ein sehr interessanter Mensch. Ich könnte nun beinahe das ganze Buch zitieren, um auf seine recht direkte Art und Ansichten zu belegen, doch irgendwie ginge dann der Sinn des Buches, welches unbedingt gelesen werden möchte, verloren. Hierzu muss man sagen, "dass es sich um meine (Sedaris) Textauswahl handelt. Von grob acht Millionen Wörtern, die ich seit dem 5. September 1977 per Hand oder Maschine in mein Tagebuch geschrieben habe, ist hier nur ein kleiner Teil wiedergegeben." Und damit ist es der erste Band seines notierten Lebens von 1977 bis 2002 gemeint, der in diesem Buch zutragen kommt. Thematisiert werden nicht nur alltägliche Beobachtungen. Neben seinem eigenen Alkohol- und Drogenkonsum, Existenznot und Aufs und Abs seines Lebens geht es hier um ganz viel persönliche Offenheit. Vielleicht auch ein Hauch Distanziertheit zu sich selbst.

"13.Januar 1986 - Chicago
Ich versuche, so wenig Geld wie möglich auszugeben. Ohne Einkünfte bleibt mir nichts anderes übrig, also habe ich heute [...] ein Stück Fiesta-seife gekauft, die furchtbar ist, aber nur 20 Cent kostet. Ich habe mich gestern Abend damit gewaschen und rieche noch heute wie einer dieser Duftsteine in den Pissoirs an der Tankstelle."

Es erinnerte mich ein bisschen an die "Stadt der Feen und Wünsche" von Leander Steinkopf, nur in kürzer bzw. auf einzelne, kleine Abschnitte je Tag komprimiert ohne den Eindruck einer Geschichte zu erwecken. Alle Einträge funktionieren super einzeln, dennoch durchlaufen sie einen roten Faden und bilden das Leben des David Sedaris, komplett ungeschönt, direkt und persönlich ab. Sedaris selbst geht nicht einmal davon aus, dass man es von Anfang bis Ende lesen sollte und vergleicht es bereits im Vorwort mit einem College-Jahrbuch oder eine Witzesammlung, nur dass es sich hier eben um einzelne Tage handelt. Es ist so herrlich nüchtern, bewusst, so real. Er selbst beschreibt es einmal ganz schön mit einem Zitat aus der Village Voice am 15. März 1991 "Der aus North Carolina stammende David Sedaris liest aus seinen verschrobenen, urkomischen Geschichten und Tagebüchern, beißende Sozialsatire, gemildert durch einen klaren Blick für die Komik menschlichen Verhaltens." Gut, das Vorlesen muss man sich in diesem Fall nun denken. 
Ich für meinen Teil mochte dieses Buch sehr. Außerdem, hier ein Einschub meiner Gedanken, fehlt auf Seite 266 die Seitenzahl, dies macht sie irgendwie existent und dann auch wieder nicht. Ich fragte mich sogar eine ganze Weile ob dies Absicht sei oder einfach nur ein blöder Zufall und man musste irgendwo in dieser Ausgabe Zahlen einsparen. Man weiß es nicht, aber auch das passt irgendwie hervorragend zu diesem Buch eines Überlebenskünstlers.

"13.September 1998 - La Bagotiere
... Die Lehrerin möchte einen Text über die Zukunft, etwas in der Art von "Eines Tages werde ich reich und berühmt sein". Aber das ist Kinderkram. Stattdessen schrieb ich: "Eines Tages werde ich sehr alt sein und in einem Pflegeheim leben. Ohne Zähne, kahlköpfig und verschrumpelt werde ich jede Nacht dreimal wach werden und mithilfe einer Pflegerin zur Toilette gehen. Ich werde nur noch Haferschleim essen und einmal im Monat in lauwarmem, trüben Wasser baden..."

Und doch hab ich es an einem Stück gelesen bzw. im zweiten Abschnitt oftmals hin und her und wieder zurück geblättert und mich stets gut unterhalten gefühlt. Nun möchte ich mehr und bin gespannt, was der gute Herr, denn sonst noch so fabriziert hat. Ich hab ihn dann jetzt gefunden.
P.s. Den englischen Titel "Theft by Finding" finde ich irgendwie in diesem Fall nicht nur schöner, sondern auch treffender, aber das ist dann auch wieder nur meine Meinung.


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Unter der Haut

Gunnar Kaiser
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 01.03.2018
ISBN 9783827013750
Genre: Romane

Rezension:

"Unter der Haut" von Gunnar Kaiser ein Buch, welches mich aus Vielerlei Gründen mehr als fasziniert. 

Zunächst befinden wir uns im New York der späten 60er Jahre und treffen dort auf den eher schüchternen und unbeholfenen Literaturstudenten Jonathan Rosen. Er hat sich vorgenommen sich zu überwinden, folgt einer sehr schönen, wenn nicht sogar DER Frau in eine Bar und traut sich dann doch nicht sie anzusprechen. Aus der Nähe beobachtet er nun die Verführkünste von Josef Eisenstein und als dieser mit der Frau das Lokal verlässt, folgt er ihnen. Josef Eisenstein hat dies bereits kommen sehen, es scheint alles so, als wäre Jonathan auf einen Trick hereingefallen, doch irgendwie schafft er es Jonathan in seinen Bann zu ziehen und eine Art Schüler aus ihm zu machen. Es entsteht eine seltsame Freundschaft zwischen beiden. Auf Eisenstein lehrt ihm die Kunst des Verführens und möchte dass Jonathan ihm seine Eroberungen vorführt, während er in einer dunklen Ecke steht und beide den Geschlechtsakt vollziehen. Er möchte die Gefühle und Emotionen aufsaugen, das was ihm nicht möglich ist, auf andere Art und Weise hautnah erleben.

"Inmitten all dieser Bilder sehe ich ihn noch heute, sah ich ihn in der Nacht, sah, wie er uns zusah. Inmitten all dieser Erinnerungen meiner Sinne steht er. Steht in seinem Höhleneingang, schweigt, raucht und schaut."

Eisenstein, besitzt eine beeindruckende Sammlung nahezu antiker Werke und mit besonderen Bindungen. "Man muss mit den Büchern leben [...] sonst ist es sinnlos, sie zu besitzen.", so seine Meinung. Allerdings befindet er sich schon sehr auf der Suche nach DEM einen, vollendeten Buch, das in ihm ein wahres innerliches Feuerwerk an außergewöhnlichen Gefühlen, Eindrücken und Anbetung erweckt. 
Nahezu gleichzeitig geschehen grauenhafte Morde an jungen, schönen Frauen, deren enthäutete Leichen eine nach der anderen angespült werden und die große Suche nach dem Psychopaten, dem Skinner von Williamsburg beginnt. 

"Gehäutet. Von Kopf bis Fuß. Oder eher: vom Hals bis zu den Knöcheln. Seit Monaten zieht man in dieser Gegend Frauenkörper aus dem Wasser, die vollkommen enthäutet sind. [...] Das sind keine Mädchen, die aus Liebeskummer mal für ein paar Tage weglaufen. Das ist eine Mordserie..."

"Unter der Haut", ein Triptychon aus drei einzelnen Zeitabschnitten/Teilen bzw. Büchern, die am Ende ein so schön ineinandergreifenden Ganzes ergeben. Gunnar Kaiser erschafft ein sprachgewaltiges Konglomerat aus historischen Begebenheiten um den Zweiten Weltkrieg, dem New York der 60er, kombiniert in einem Roman aus Faszination, Besessenheit und Liebe. Mich selbst hat dieses Buch bereits ab der ersten Seite in den Bann gezogen und erst mit dem plötzlichen Ende wieder losgelassen. (Gut, eigentlich war ich bereits vom Klappentext als solches bereits mehr als angetan.) Der Schreibstil ist sehr angenehm und unterstützend. So wechselt Kaiser bei der Rückblende und Kindheit Eisensteins in die alte Rechtschreibung, zwischenzeitlich wechselt er die Perspektive um noch mehr Tiefe und Fokussierung zu gewinnen. Das ist Literatur auf hohem Niveau - gut konstruiert, durchdacht, mitreißend, bildhaft und formvollendet mit einem angenehmen Satzspiegel und Typografie sowie einem wirklich schön gestalteten Einband mit sinnvoller Laserstanzung des Schutzumschlags. Ein Kleinod, das ich beinahe jedem empfehlen möchte. Sehr zartbesaitete Menschen sollten dieses Buch allerdings nur von außen bewundern.

"Als ich jung war, suchte ich nach Mädchen. Meine Suche begann am frühen Morgen des Tages, an dem ich zwanzig Jahre alt wurde, und sie endete unter den Sternen der letzten Sommernacht meines Lebens."

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Albuquerque

Florian Wacker
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei mairisch Verlag, 01.09.2014
ISBN 9783938539323
Genre: Romane

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atmung, gelassenheit, grundlagen des atem-yoga, kalashatra govind, yoga

Grundlagen des Atem-Yoga

Kalashatra Govinda
Flexibler Einband
Erschienen bei Irisiana, 13.06.2017
ISBN 9783424153217
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Grundlagen des Atem-Yoga von Kalashatra Govinda - ein Buch von dem ich recht viel erwartet habe. Ich beschäftige mich schon eine Weile mit der 'richtigen' Atemtechnik und dem Ziel besser und effektiver zu Atmen und weniger zu verkrampfen oder in der flachen Atmung zu enden. Heutzutage hyperventilieren viele Menschen unbewusst und machen sich aufgrund eines schlechten (Sauerstoff)Stoffwechsels innerlich krank, schwächen damit das Immunsystem oder setzen sich nur aufgrund falscher Atmung ständig unter Stress. Außerdem soll eine gute Atmung auch zur Gelassenheit beitragen und mehr Energie liefern. Ziel ist es mit diesem Buch und den enthaltenen Anleitungen wieder zur tiefen, langsamen und regelmäßigen Atmung zurückzukehren.

"Der Atem wirkt sich auf alle Aspekte unseres Seins aus. Er versorgt die Organe mit Sauerstoff und steht in enger Wechselwirkung mit Gedanken und Gefühlen."

Dieses Buch ist für Anfänger und fortgeschrittene Yogis geeignet. Ich finde es sehr angenehm, dass sich hier 'Zeit für Erklärungen' genommen wird und diese mit leichten bis schwierigeren Übungen kombiniert werden. Die Übungen sind dabei sehr detailliert, aber nicht kompliziert erklärt und teilweise bebildert. Zusätzlich erhält man zu deim Buch eine geführte Anleitung einzelner Übungen in Form einer CD. Die Stimme des Sprechers fand ich in diesem Fall äußerst angenehm und als Ergänzung zum Buch sehr hilfreich. Natürlich geht es nicht ohne spirituelle Erklärungen über Chakren, Nadis und Co. Ich persönlich kann damit recht wenig anfangen, auf diesen Erklärungen lag allerdings auch nicht mein Hauptaugenmerkt. Generell kann ich jedoch sagen "Grundlagen des Atem-Yoga" ist ein rundum tolles Buch, welches mich auf jeden Fall noch eine Weile begleiten wird, mir noch mehr Lust auf Meditation gemacht hat und generell hoffentlich nach und nach auch meine Atmung (bewusst) verbessert.

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berg, bergbau, debüt, eigenwillige bewohner, ein dorf am berg, hoffnungsvoll, landflucht, marie gamillscheg, melancholisch, nostalgisch, österreich, roman, schöne sprache, strukturwandel, touristen

Alles was glänzt

Marie Gamillscheg
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 19.03.2018
ISBN 9783630875613
Genre: Romane

Rezension:

"Von nun an war das Glänzen im Inneren des Berges nicht mehr zu beruhigen, es leuchtete bis hinunter ins Tal. aus der Ferne sah es aus wie ein Glitzern, das im Tageslicht aufstaubte. Er funkelte ach nachts in Grün bin Dunkelblau, fast schwarz."

Alles was glänzt von Marie Gemillscheg handelt von der Geschichte eines Berges, eines Ortes mit samt seiner verbliebenen Bewohner im Umbruch. Einst wurden im Berg Erz abgebaut und Touristen überfluteten die Gegend. Doch nun scheint alles im Wandel zu sein und der Berg scheint bald einzustürzen. Es kann nicht mehr lange dauern, erste Risse auf Wiesen eröffnen sich und neulich erst ist Martin auf mit seinem Auto auf dem Berg umgekommen. "Es trifft uns mitten ins Herz" und dies beteuert nicht nur der Bürgermeister mehrere Male. Eine Geschichte übers Bleiben und Gehen, Beobachten und Hoffen... 

"Wer durch den Ort geht, der weiß: Hier ist was passiert. Noch immer kommt jeden Morgen der Schulbus, bleibt stehen, fährt weiter. Das Licht im Kiosk geht an, und die Glocke im Schichtturm schlägt. 
Aber jetzt schläft alles. Alles ist dunkel."

Eigentlich weiß ich gar nicht so recht was ich von diesem Roman halten und über ihn schreiben soll. Er wirkt für mich nicht zu Ende gedacht, nicht gradlinig, emotionslos distanziert und für mich nicht passend. Vielleicht ist es auch nur mein aktueller Eindruck und irgendwann fände ich das gerade toll. Was zunächst noch als eine interessante Mischung aus vielschichtigen Gedanken und Ereignissen zusammengesetzt war, machte für mich das Lesen nach und nach schwieriger und ich verlor die Lust an der Geschichte. Mehrfache Wiederholungen und nicht abgeschlossene Gedanken und Gedankensprünge kamen hinzu. Dieser Roman hat ein total tolles, reduziertes Cover und ein paar tolle Zwischenkapitel, aber das waren dann leider auch schon meine einzigen Highlights an diesem Buch. Vielleicht hat mich auch einfach der Glanz nicht erreicht. Schade!

"Normalerweise gehen jetzt Lichter an, und dann wird die Geschichte vom Blintelmann erzählt, wie er die Sonne über dem Ort fallen lässt, aber das ist kaputt gerade"

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gesellschaf, industrialisierung, kritik

Die Welt ohne Hunger

Alfred Bratt , Jorghi Poll
Fester Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Edition Atelier, 19.03.2018
ISBN 9783903005389
Genre: Klassiker

Rezension:

"Die Welt ohne Hunger" von Alfred Bratt begleitet mich nun schon eine Weile und das in vielerlei Hinsicht. Obwohl dieser Roman erstmalig 1916 veröffentlicht wurde, hat er auch noch heute eine ungeheure Aktualität. Wie der Titel es bereits erahnen lässt, geht es in diesem Buch nicht nur um den Hunger als solches, auch Kapitalismus und Sozialismus halten Einzug und das nicht ohne Grund.

"Die Verteilung der Werte, wie sie heute besteht, ist ungesund und rechtlos. Die grenzenlose Stapelung der Kapitalien auf der einen Seite und die mit dem Mangel der primitivsten Entwicklungsmöglichkeiten verbundene Wertlosigkeit auf der anderen Seite..."

In dieser Geschichte geht es um den Wissenschaftler Alfred Bell, der eine ganz besondere Erfindung für die Menschheit bereithält. Er will die "Kluft zwischen Arbeiter(n) und Unternehmer(n)" mindern, den Ärmsten die Möglichkeit geben zu überleben und den Hunger der Welt besiegen. Doch gerade dies lässt ihn zunächst mehr und mehr am Hungertuch nagen. Auf der Suche nach den finanziellen Mitteln und Geldgebern gerät Bell in die Hände eines sehr einflussreichen Anführers, der die untere Klasse gegen die Obrigkeit mehr oder minder aufhetzen und Bells Erfindung für Machtspiele missbrauchen will. "Ich bin das Dunkel, das Ihnen fehlt, das Schwarz, ohne das alles Weiß eine himmlische Illusion bleibt! Sie und ich - wir könnten erobern ... wenn Sie wollten ..." Als durch ihn Bells Erfindung durch die Zeitungen inszeniert ans Licht kommt und den Druck auf ihn erhöhen, will Bell nur eins: raus! Raus aus dieser Situation. Er will keine Marionette in einem truglosen Spiel sein, sondern der Gesellschaft helfen. Eine Utopie, wie es scheint, doch ein tragischer Unfall bringt ihn dann in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo seine Erfindung auf mehr als offene Ohren stößt ...

"Die anderen aber kümmerten sich nicht um die Opfer, die zu Fall kamen; ohne hinzublicken, setzten sie sich darüber hinweg, ohne anderen Gedanken als des eigenen Vorteils, ohne anderes Gefühl als der Selbsterhaltung und der persönlichen Gier."

Ich muss zugeben, es ist zunächst etwas ungewohnt, gar schwierig in diesen Roman hereinzufinden, was an der zwar sehr detaillierten, aber für heute Sicht doch recht ungewohnten Erzählweise liegen könnte. Ich kann auch noch nicht mal sagen, dass die Geschichte mich als solches mitgerissen hat. Es sind eher die Hintergründe, die hier faszinieren. "Die Welt ohne Hunger" ist nämlich ein Roman mit ganz vielfältigen Einflüssen. Neben den Spannungen und Machtkämpfe der Arbeiterklasse und gehobeneren 'Elite' kommen der Einfluss der Presse, die fortschreitende Industrialisierung und die Hoffnung auf eine bessere Welt zu tragen. Ein Roman voller Gesellschaftskritik, der nach wie vor nicht aktueller sein könnte. Heutzutage wäre er ein guter Vergleich mit der Grundsicherung in Deutschland möglich. Wie viel ist zu wenig und wann lohnt es sich überhaupt noch zu arbeiten? Doch Bratt geht irgendwie noch weiter. Er zeigt, wie Spannungen und Unzufriedenheiten aufgrund von Hilfestellungen entstehen und warum es unmöglich scheint, aus einer Utopie heraus eine Realität werden zu lassen. Es wäre alles so einfach, wenn der Mensch nicht wäre, doch Neid, Egoismus und Wettkampf, können so einiges zerstören.

"Gerecht ist - was man erwirbt, erkämpft. Sie aber wollen schenken, Bell! Das ist der Fehler in Ihrer Rechnung. Blicken Sie zurück bis zum Anfang aller Dinge - Sie sehen, daß alles Kampf war, ist und sein muß! Sie aber rühren an das, das die Grundlage allen Kämpfens, allen Fortschritts ist. Sie wollen Hunger töten."

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berlin, beziehungen, eltern, familie, freundschaft, kind, krankheit, kunst, künstler, künstlerehepaar, leinsee, liebe, roman, selbstfindung, tod

Leinsee

Anne Reinecke
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 28.02.2018
ISBN 9783257070149
Genre: Romane

Rezension:


Leinsee von Anne Reinecke ist für mich ein Buch, welches die zwischenmenschliche Abhängigkeit thematisiert, ein Stückchen Heimat ist und im Rahmen der Kunst die kindliche Unvoreingenommenheit und den kreativen Entdeckergeist neu entfacht.


"Er hatte sich Versöhnung vorgestellt. Tränen. Lachen. Frieden. Pflaumen. Aber schon in der Vorstellung war ihm klar gewesen, dass es nicht so kommen würde."


Karl hatte kein einfaches Leben als Sohn des Glamourpaars der Kunstszene. Sie wollten ihm ein möglichst normales Leben, außerhalb ihrer Berühmtheit, ermöglichen und gaben ihn schon früh unter einem anderen Namen in ein Internat. Doch aus der gut gemeinten Unabhängigkeit wurde schnell Distanz und Vernachlässigung. Ein bisschen hinterhergeblieben scheint Karl nun mit Mara in Berlin sein eigenes Leben zu leben und sich selbst einen Namen als Künstler zu machen. Doch er muss zurück nach Hause, in seine Heimat am Leinsee.
Harzfiguren hatten seine Eltern August und Ada Stiegenhauer berühmt gemacht, doch jetzt? Sein Vater erhängte sich, während seine Mutter sich einer komplexe Gehirnoperation unterzog, überlebte und nun nicht mehr sie selbst ist. Für die Presse ein nahezu gefundenes Fressen, für Karl eine Konfrontation mit seiner ungewollten Vergangenheit. Leinsee wird nicht nur für ihn, sondern auch für seine Beziehung eine Belastungsprobe und dann ist da noch Tanja, das Kind aus der Nachbarschaft, das immer mal wieder auftaucht, verschwindet und einen unglaublichen Bann auf Karl ausübt.


"Er wollte hierhergehören. Das hatte er schon immer gewollt. Er wollte dem merkwürdigen Kind beim Wachsen zusehen und ihm absurdes Zeug in den Baum hängen."


Von "Kanarienvogelgelb und silbern" bis "Taubenblau". Kunst liegt stets im Auge des Betrachters. Manches mag man auf den ersten Blick. Doch, wenn man genauer guckt oder die Intention dahinter kennenlernt oder zu verstehen versucht, missfällt es. So ging es mir leider mit Leinsee. Dank zahlreicher Schwärmereien, dem interessanten Klappentext und dem Anfang, habe ich hier sehr viel erwartet, aber Reinecke schafft es nicht, mich bis zum Ende zu begeistern und das volle Potenzial auszuschöpfen. Was sich zu Beginn noch als vielversprechend, künstlerisch versierter Roman präsentierte, driftete immer weiter in Richtung Kindergarten mit negativ behafteter "Alice im Wunderland - Teeparty" und anschließender Liebesduselei ab. Das Spiel mit den Farben und der mir aufkommende Gedanke vom (Übrig-)Bleiben und daraus Neues erschaffen gefiel mehr sehr, für alles andere gehörte ich hier wahrscheinlich nicht zur Zielgruppe.


"Das war natürlich völlig absurd, nüchtern betrachtet, aber Karl fühlte sich nicht nüchtern, Karl fühlte sich falsch und durchsichtig."

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berlin, gegenwart, melancholische liebeserklärung

Stadt der Feen und Wünsche

Leander Steinkopf
Fester Einband: 112 Seiten
Erschienen bei Hanser Berlin, 29.01.2018
ISBN 9783446258600
Genre: Romane

Rezension:

"Dann steht für Minuten der Stille im Raum. Jedes Mal, wenn ich hier bin, möchte ich irgendwie bleiben, aber trotzdem gehe ich immer. Wenn ich bliebe, würde ich die Sehnsucht vermissen, glaube ich."

Berlin kann man mit vielen Augen betrachten, nicht jedem gefällt's, nicht jeder fühlt sich 'am Puls der Welt' so wohl. Ein Ort der Schnelllebigkeit und des Verdrängens. Dort wo jeder ein Ziel haben und mit der Zeit gehen sollte oder sonst einfach in dem Verbeirasen der Stadt verloren zu gehen scheint. Die "Stadt der Feen und Wünsche" von Leander Steinkopf ist eine Version. Drei Tage lang begleiten wir den pessimistisch, misanthropischen Einen, der sich über alles und nichts Gedanken macht. Wir beobachten mit ihm die Stadt voller Möglichkeiten und gehen dabei verloren. Ein Ausschnitt der Gegenwart, eine Darstellung von Gegensätzen und des aneinander vorbei Lebens. 

"Rot steht das Licht am Himmel, dann rosa, dann lila, dann blau. Die Stadt verfärbt sich wie ein Bluterguss. Und ich fühle mich plötzlich einsam, da ich nicht weiß, wen ich anrufen würde, um mir den Weltuntergang nicht allein anschauen zu müssen, wer bereit wäre zu kommen."

Obwohl es 'nur' eine kurze Erzählung ist, hat "Stadt der Feen und Wünsche" eine wahnsinnige Tiefe und Ausdrucksstärke, die sich so manch anderer Roman als Vorbild nehmen könnte. Für mich ist dieses Buch eine poetisch, melancholische Liebeserklärung an Berlin, eine Auseinandersetzung mit dem Jetzt und ein Ausschnitt aus dem nüchternen, pessimistischen Leben und Gedanken des Protagonisten ohne Namen. Es ist die Mischung aus Momentaufnahme und feinsinniger Wortwahl, die dieses Buch so lesenswert machen. Ein Buch, welches man einfach mehrfach lesen muss, um immer wieder Neues zu entdecken und zu hinterfragen. Ich kann es kaum in Worte fassen, denn Steinkopf schafft es recht viel Spielraum und Platz für eigene Wertungen zwischen den Zeilen zu lassen und doch ist "Stadt der Feen und Wünsche" so kompakt, so trostlos und voller Hoffnung.

"Es gibt einen Tiefpunkt allen Denkens. Von dem kann man sich nicht mehr entfernen. Es ist offensichtlich, dass ich hier nicht mehr hingehöre, aber ich habe noch eine Stempelbonuskarte, die ist fast voll, und kurz vor Ende gibt man nicht auf."

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Traumrakete

Ruth Cerha
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Frankfurter Verlagsanstalt, 12.03.2018
ISBN 9783627002497
Genre: Romane

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