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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Snöfrid aus dem Wiesental - Das ganz und gar fantastische Geheimnis des Riesenbaumes

Andreas H. Schmachtl , Andreas H. Schmachtl
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Arena, 13.10.2017
ISBN 9783401710457
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Meinung:
Nachdem uns die ersten beiden Abenteuer von Snöfrid begeistern konnten, mussten wir natürlich auch zu dem „ganz und gar fantastischen Geheimnis des Riesenbaumes“ greifen.
In gewohntem Erzählton führt Andreas H. Schmachtl in die Geschichte ein und gibt dem (Mit-)Leser seine Wissen über die Recherche über jenes Wesen, das auf den Namen Snöfrid hört und gleichzeitig ein Snöfrid ist, mit.
Danach startet Snöfrids drittes Abenteuer – oder auch nicht. Denn Snöfrid, auch wenn das eigentlich so komplett gegen die ruhige und besonnene Natur eines Snöfrids geht, sehnt sich nach einem Abenteuer – doch es ist ruhig im Wiesental. Seeeeehr ruhig und Snöfrid bleibt nichts anderes übrig, als sich ein Hobby zu suchen und Moos zu züchten/beobachten. Bis ... ja bis es Ärger mit den Bauern im Tal gibt und Snöfrid gemeinsam mit dem Kauz Björn fliehen muss. Ihr Weg führt sie zu Asgrimur, dem anderen Snöfrid, auf der anderen Seite des Wiesentals. Doch dort müssen die Freunde feststellen, dass dieser ebenfalls geflohen ist. Die Horde Bauern auf den Fersen machen sich Snöfrid und Björn auf in die „Lautlosen Wälder“, wo nun wirklich das größte und gefährlichste Abenteuer auf die beiden wartet.
Im Gegensatz zu den Vorgängern war „das Geheimnis des Riesenbaumes“ oftmals sehr tiefgründig, wenn auch nach wie vor locker erzählt. Gier wird angesprochen - die nach Besitz und Macht -, dann geht es um Kriege, kriegerische Stimmungsmache. All dies wird wohl eher den erwachsenen (Vor-)Lesern auffallen, doch auch mein 7-jähriger Sohn, der das Buch nicht bis zum Vorlesen abwarten konnte und selbst weitergelesen hat, fand es teils beklemmend, ehe er dann zum Ende hin von wirklich allen hinabziehenden Gefühlen befreit wurde.
Selbstverständlich verzichtet Andreas H. Schmachtl nicht auf das gewohnt „Hm“ und „Hu“ zur Unterhaltung, doch es kommen noch weitere fantastische Eigenschaften eines Snöfrids zum Vorschein.
Die Spannung war – für das junge Zielpublikum – teils kaum auszuhalten, wurde jedoch immer wieder durch witzige Sprüche aufgelockert. Insbesondere Snöfrids neuer Begleiter Svenni hat es meinem Sohn angetan. Denn das Einhörnchen ist so ganz und gar nicht glitzerschleudernd und regenbogenverursachend, wie Snöfrid und auch alle anderen denken – es kann fliegen und wird zu einer tollen Ergänzung des Abenteurer-Teams.
Ich muss wohl nicht erwähnen, dass am Ende der Geschichte alles gut wird und wir natürlich auf das letzte Wort „Ende?“ bald ein weiteres Abenteuer folgt. 
Abgerundet wird die in drei Teile untergliederte Geschichte wieder durch die zauberhaften und amüsanten Illustrationen des Autors.


Urteil:
„Snöfrid aus dem Wiesental – Das ganz und gar fantastische Geheimnis des Riesenbaumes“ ist tiefgründiger und ernster als seine Vorgänger, bietet dennoch die gewohnte Mischung aus wundervollem ganz besonderem Erzählstil, einer tollen Heldenreise eines sonst so unfreiwilligen Helden mit einer Prise Humor und voller spannender Wendungen und vermittelt dazu noch einige Werte über Freundschaft. Verdiente 5 Spielsachen für unseren Snöfrid.








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kinder, verlag ivi, akademie des meeres, mondvogel, kinderbuch

Luna - Im Zeichen des Mondes

Anne Buchberger
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.10.2017
ISBN 9783492704526
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Inhalt:
Damals wurde Königin Lynda gesagt, dass sie die nächste Mondprinzessin gebären würde und sie entschied sich, das Kind, das so nie hätte entstehen sollen, zu bekommen.


Etwas mehr als 13 Jahre später übt Annalina, die Kronprinzessin des Ardenreichs, fleißig mit ihrer Magie, doch mehr als alle anderen bringt sie nicht zustande.
Dennoch soll sie zur Akademie der Meere, um dort weiter ausgebildet zu werden. Die weite Strecke darf nicht mit Drachen zurückgelegt werden, daher macht sich ein Tross aus Annalina und ihrer Begleitung auf die gefährliche Reise und Annalina trifft auf das Mädchen, von dem sie in letzter Zeit immer wieder träumt.


Meinung:
Gleich zu Beginn muss ich erwähnen, dass meine Erwartungen an „Luna - Im Zeichen des Mondes“ ganz andere waren. Ich habe durch das Label „You&ivi“ und das Alter der Protagonistin eine viel „jüngere“ Geschichte erwartet, habe aber eine Story bekommen, die sich eher wie etwas ältere Fantasy las, was sich immer etwas unstimmig anfühlt.


Annalina ist nicht die vom Volk erwartete mächtige Mondvogel-beseelte Person und ihre Mutter, die Königin, distanziert sich immer weiter von ihr, ganz offensichtlich enttäuscht über diesen Umstand. Denn das Volk braucht diese besonderen Kräfte, um über die dunkle Magierin Gwenda siegen zu können, die immer mehr an Einfluss gewinnt - trotz des etwas unsteten Bündnisses mit dem Regenkönig.


In dieser gefährlichen Zeit soll Annalina durch das ganze Reich reisen, um an der Akademie der Meere zu lernen. Neben ihren drei Beschützern wird die Reisegruppe noch durch ihre zwei Freunde ergänzt, die die Erlaubnis kurzfristig bekommen, Annalina zu begleiten. Schnell wird klar, dass die Reise sogar noch gefährlicher ist, als anfangs gedacht.


Die von Anne Buchberger entwickelte Welt hat zahlreiche tolle Ansätze, erschloss sich jedoch noch nicht bis in die Tiefe. Auch der Schreibstil las sich für mich etwas abgehackt, meist nicht so jung, wie die Altersangabe erwarten lässt, aber für einen Titel der nächsten Alterskategorie war alles etwas zu wenig definiert und tiefgründig.


Die Spannung hingegen würde ich wieder dem Alter ab 10 zuordnen, auch wenn es insgesamt größtenteils sehr ruhig zuging. Ein winziger Hauch Romantik in Form von etwas mehr als Freundschaft gibt es ebenso wie für die Zielgruppe vermutlich durchaus unerwartete Wendungen.


Urteil:
Die Bewertung von „Luna - Im Zeichen des Mondes“ ist mir sehr schwer gefallen. Die zahlreichen guten Ansätze und Ideen sind leider oftmals untergegangen und der für mich nicht dem Alter entsprechende Erzählstil tat sein Übriges. 3 Bücher für Luna und ihre Freunde.


Reihe:
1. Luna: Im Zeichen des Mondes
2. ?
?


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fantasy, königreich, liebe, amy tintera, 5 sterne

Die Legende der vier Königreiche - Ungekrönt

Amy Tintera , Milena Schilasky
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 09.10.2017
ISBN 9783959671316
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Emelinas Eltern wurden im Krieg gegen die Ruined getötet und sie ist auf Rache aus. Sie tötet die Mörderin ihrer Eltern und nimmt ihre Identität an, reist an den verfeindeten Hof von Lera, wo irgendwo ihre entführte Schwester gefangen gehalten wird.
Das Mädchen, deren Identität sie angenommen hat, ist Mary, die Prinz Casimir versprochen ist, und nun ist es an Em, Cas zu heiraten, am Hof von Lera zu leben und gemeinsam mit den Verbündeten der Ruined Lera zu Fall zu bringen, nachdem sie ihre Schwester gefunden hat.
Womit sie jedoch nicht gerechnet hat: Prinz Casimir ist nicht der erwartete Bösewicht und Em alias Mary muss sich eingestehen, dass sie Gefühle für ihn entwickelt.




Meinung:
Aktuell liebe ich Bücher rund um fantastische Königreiche und so hatte mich der Klappentext zu „Die Legende der vier Königreiche: Ungekrönt“ schnell überzeugt. 
Schon das erste Kapitel hat es in sich. Protagonistin Emelina tötet Mary auf deren Reise an den Königshof, wo sie Prinz Casimir von Lera heiraten soll und nimmt eiskalt deren Identität an. Daraufhin reist sie mit ihrem Freund Aren, einem begabten Ruined, an den Hof von Lera, um alles für den Angriff des Königs von Olso vorzubereiten und ihre Rache zu bekommen. 
Schnell findet die Vermählung von „Mary“ mit Prinz Casimir statt, der so finster und arrogant ist, wie Em ihn sich vorgestellt hat. Doch dass auch er nicht mit einer arrangierten Hochzeit oder den kriegerischen Taktiken seiner Eltern einverstanden ist, erkennt sie erst später. Zu spät. Denn sie und Cas kommen sich immer näher, verstehen einander und dennoch steuern die beiden auf den unvermeidlichen Ausgang zu: Den Tod der Königsfamilie beim Angriff der Krieger von Olso und den übrigen Ruined.


Ich war vom ersten Kapitel an gefesselt, nicht zuletzt dank des leichtgängigen Erzählstils von Amy Tintera. Ohne anfänglichen Infodump führt sie den Leser in die von ihr erschaffene Welt und schafft es, ohne großartige Schnörkel alles zu beschreiben und die von Kriegen geplagten Königreiche zum Leben zu erwecken. Dabei muss sich der Leser Stück für Stück die Vergangenheit aneignen. Ab und an gibt es Stellen, an denen ich mir mehr Infos gewünscht hätte, um die Geschichte rund zu machen und leichter folgen zu können, aber das ist Jammern auf hohem Niveau und hat meinen Lesegenuss nicht beeinträchtigt.


Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven in dritter Person erzählt, sodass man tiefere Einblicke in beide Seiten bekommt. Die Figuren sind genau im richtigen Maße ausgestaltet und handeln gut begründet und authentisch. Die „Liebesgeschichte“ entwickelt sich langsam und nicht überstürzt. Em und Cas begegnen sich erst mit Widerwillen, ehe sie hinter die Fassade des anderen blicken.
Auch die wichtigsten Nebenfiguren sind nicht blass und runden die Geschichte gut ab.
Der Fantasy-Anteil ist (in diesem Band?) noch relativ gering. Man erfährt nur am Rande von den Fähigkeiten der Ruined, so ist es vielleicht auch für Nicht-Fantasy-Leser eine Empfehlung.


Die Spannung wird durch den unausweichlichen Angriff auf Lera konsequent gesteigert, während der Leser eifrig die Entwicklung zwischen Em und Cas und deren jeweiliges Dazulernen verfolgt. Mit einigen kleinen Wendepunkten schafft es Amy Tintera, das Tempo wieder zu pushen, auch wenn der Plot insgesamt vorhersehbar ist. Dennoch entwickelt die Geschichte ihren eigenen Sog, dem man nicht entrinnen kann.
Das Ende bietet dann einen Übergang zum nächsten Band, auf den ich mich schon sehr freue.




Urteil:
Trotz kleinerer Mängel konnte mich Amy Tintera mit „Die Legende der vier Königreiche: Ungekrönt“ vollkommen mitreißen. Eine interessante Welt, ein kleiner Hauch Fantasy und dabei eine großartige Entwicklung der Protagonisten, sowohl in charakterlicher als auch romantischer Hinsicht, sorgten für einen absoluten Lesegenuss, den ich mit haarscharfen 5 Büchern belohne.




Reihe:
1. Die Legende der vier Königreiche: Ungekrönt
2. Die Legende der vier Königreiche: Vereint (April 2018)
3. Originaltitel: Allied






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fantasy, leigh bardugo, das lied der krähen, krähen, grischa

Das Lied der Krähen

Leigh Bardugo , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.10.2017
ISBN 9783426654439
Genre: Fantasy

Rezension:


"Sechs Menschen, aber eintausend Möglichkeiten, wie dieser wahnwitzige Plan schiefgehen könnte."
(S. 452)


Inhalt:
Kaz Brekker wird von allen nur Dirtyhands genannt. Unter diesem Namen ist er berühmt geworden, berüchtigt für seine Unbarmherzigkeit als rechte Hand des Bandenchefs der Dregs, einer der vielen üblen Gangs im Barrel von Ketterdam. Nachdem er wieder einmal sein taktisches Geschick und seine Genialität unter Beweis gestellt hat, wird ihm ein Angebot unterbreitet, das sein Leben ändern könnte: Er soll einen Gefangenen aus der bestgesichertsten Anlage der bekannten Welt befreien.
Ein solches Unterfangen gelingt nicht einmal Dirtyhands allein - und so stellt Kaz eine explosive Gruppe zusammen. Jeder von ihnen mit ganz eigenen Intensionen und Hintergründen, Träumen und Ängsten. 


Meinung:
Leigh Bardugo begeisterte mich vor Jahren mit ihrer russisch-angehauchten High Fantasy-Welt der Grischa und ich war natürlich sehr gespannt, wie mir die Rückkehr in diese Welt gefallen würde.
Vorweg: Zum Lesen von "Das Lied der Krähen" sind keinerlei Vorkenntnisse über die Grischa-Reihe notwendig. Die Einführung in die Welt fällt dann natürlich etwas knapper aus und könnte im ersten Moment befremdlich wirken, aber bei einem Fantasy-Roman kann man ja auch beim Leser etwas Fantasie erwarten.


Der erste Blick in die Welt wirft dann auch sofort die Bedrohung auf: die gefährliche Droge Jurda Parem, die - Grischas verabreicht - deren Macht enorm steigert, sie aber auch gleichzeitig auszehrt. Daraufhin führt Leigh Bardugo Zug um Zug ihre sechs Hauptfiguren ein: 


"Ein Spieler, ein Sträfling, ein missratener Sohn, eine verlorene Grischa, ein Suli-Mädchen, das zur Mörderin geworden war, und ein Junge aus dem Barrel, der noch Schlimmeres geworden war.
(S. 423)


Dabei wechselt sie Kapitelweise die Erzählperspektive, was einen sehr guten Rundumblick verschafft. Der Leser lernt jede Figur in ihrer Außenwirkung kennen, dringt während der Geschichte jedoch immer mehr in die Tiefe. Die Figuren sind allesamt meisterhaft entwickelt. Durch gekonnte Auslassungen schafft es die Autorin, Geheimnisse und Hintergründe erst Stück für Stück aufzudecken, während der Aktionsteil der Geschichte voranschreitet.


So befinden sich irgendwann sechs Gestalten an Bord eines Schiffes, die unterschiedlicher nicht sein könnten und von denen jeder ein Verräter sein könnte - was das Unterfangen noch unmöglicher machen würde, als es ohnehin schon ist.


Das Buch wurde eindeutig nicht umsonst als "Ocean's Eleven" in der Welt der Grischa beschrieben. Bardugo schaffte es jedoch meisterhaft, ihre ganz eigene "Mission: impossible" zu inszenieren und viel Action, Kampfkraft aber auch Geschick und Intelligenz einzubauen. Niemand der sechs Figuren ist entbehrlich, jeder trägt seinen eigenen Teil dazu bei. Und auch wenn nach außen hin all die Ganoven für die hohe Belohnung anheuern, erfährt der Leser immer mehr, wofür der Anteil benötigt wird, Gründe jenseits der primitiven Gier Krimineller.


So sehr ich die Figurentiefe auch lobe, so ist sie doch gleichzeitig mein einziger Kritikpunkt. Denn durch das Gedankenschwelgen und die vielen Rückblicke, um die Hintergründe zu erläutern, kommt das Hier und Jetzt natürlich entsprechend langsamer voran. Hier hätte ich mir persönlich ein bisschen weniger Tiefe und mehr Handlung gewünscht, aber das ist natürlich Geschmacksache.


So bestand die Spannung im größten Teil des Buches darin, hinter die Geheimnisse zu kommen, die Andeutungen von zuvor verstehen zu können. In der zweiten Hälfte des Buches zog die Geschichte dann kontinuierlich an, bis man es zuletzt unmöglich aus der Hand legen kann. Hier gibt es dann doch einige Stolpersteine, die die Handlung vorantreiben, ehe das Buch ruhiger endet - jedoch mit einem klaren Ziel für die Fortsetzung.


Urteil:
"Das Lied der Krähen" lebt von absolut fantastischen Figuren mit viel Tiefgang und deren spürbare Entwicklung. Dabei gerät die Handlung, die durchaus auch zu überzeugen weiß, leider etwas in den Hintergrund. Sehr sehr gute 4 Bücher für eine "Mission: impossible" in einer gelungenen High-Fantasy-Welt.




Reihe:
1. Das Lied der Krähen
2. Originaltitel: Crooked Kingdom






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mittelalter, spannen, deana zinßmeiste, licentia, dorf

Das Auge von Licentia

Deana Zinßmeister
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Arena, 08.09.2017
ISBN 9783401603506
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Bruchstückhaft kamen die Erinnerungen zurück. Sie öffnete die Augen, doch gleißendes Lichtzwang sie, die Lider sofort wieder zu schließen.
Die Drachen sind da! Es war kein Traum, dachte sie panisch.“
(S.27)


Inhalt:
In Licentia, einem mittelalterlichen Dorf, rückt das Jubiläum immer näher. Bei diesem Jubiläum wird der Name einer oder eines Jugendlichen gezogen, der das Dorf verlassen muss, um zu den Drachenmenschen zu gehen. Jonata fiebert, auch wenn ihr Name nicht im Lostopf sein wird, der Feierlichkeit entgegen. Doch vorher darf sie noch an einer Wildschweinjagd teilnehmen. Hier begegnet sie dem Wolfsbanner Tristan mit seinem Rudel. Eine gefährliche Situation, die jedoch glimpflich ausgeht. 
Von nun an denkt Jonata ständig an Tristan, vernachlässigt sogar ihre beste Freundin. Doch sie darf Tristan nicht treffen, denn das Dorf der Wolfsbanner gehört zu den Feinden Licentias. Und doch passiert es! Tristan und Jonata treffen sich wieder. Das alles wird von diversen Fernsehkameras festgehalten – denn Licentia wurde künstlich geschaffen, zur Unterhaltung von Millionen Zuschauern. Und Jonata ist ohne es zu wissen der Star der Show!




Meinung:
Vor einer Weile habe ich von „Das Auge von Licentia“ gehört und wurde durch die Inhaltsangabe ziemlich neugierig auf die Geschichte. Nun, da das Buch zu mir gefunden hatte, konnte ich gleich mit dem Lesen loslegen.


Zu Beginn traf ich dann auf eine Jonata, die sich auf die bevorstehende Wildschweinjagd freute. Sie lebt im Mittelalterdorf Licentia und wurde von ihrem Vater auch in Dingen wie Jagen und Bogenschießen unterrichtet. Als einziges Mädchen darf sie nun mit auf die Jagd. Doch bei der Jagd passiert etwas Unvorhergesehenes. Jonata trifft auf Tristan, einem Wolfsbanner. Die Wolfsbanner wurden vor Jahren aus Licentia verstoßen, nach diesem Vorfall. Sie gelten als wild und gefährlich, genau wie ihre Wölfe. Das Aufeinandertreffen verläuft glimpflich, doch nun verfestigt sich der Gedanke an Tristan in Jonata. Es wird zum Spiel mit dem Feuer, als sich Jonata und Tristan kurz darauf wiedersehen. 


Deana Zinßmeister erzählt ihre Geschichte in dritter Person in Vergangenheitsform, nutzt dabei den Perspektivwechsel verschiedener Sichten. Hierdurch hatte ich mitunter gegenüber den jeweiligen handelnden Personen einen unwillkürlichen Wissensvorsprung. Die Charaktere werden vorstellbar behandelt, bleiben für meinen Geschmack weitläufig eher blass, so dass sich ein Gefühl von Charaktertiefe nur im Ansatz einstellen konnte. 


Auch wenn von der ersten bis zur letzten Seite eine Gefahr immer wieder angedeutet wurde, war mir diese im Endeffekt doch zu wenig präsent. So kam es, dass der Spannungspegel an einigen Stellen für mich nur stückweise anstieg oder ganz ausblieb. Den zeitweiligen Eindruck berichtsmäßiger Beschreibungen konnten die immer wieder eingebauten Dialoge nicht vollständig auflösen, lockerten den Handlungsfaden aber auch immer wieder auf. Nun gehöre ich nicht unbedingt zur angegebenen Zielgruppe, dennoch kann ich mir durch das Lesen so einiger Bücher des Genres vorstellen, dass genau das dem einen oder anderen womöglich für einen vollendeten Lesegenuss im Weg stehen könnte. Dennoch entwickelt die Idee einer gestellten Szenerie als Teil einer Fernsehshow, von der nur wenige der Bewohner Licentias überhaupt wissen, einen durchgehenden Reiz und weckt damit den exhibitionistischen Teil, der definitiv in jedem von uns steckt.


Besonders positiv hervorzuheben ist definitiv, dass die Autorin eindeutig weiß, wovon sie schreibt. Deana Zinßmann hat für ihre Geschichte und den dort enthaltenen Handlungen gründliche Recherchen durchgeführt. Hier wurde nichts dem Zufall überlassen, jedes Detail ist nachprüfbar und kann auf Glaubwürdigkeit untersucht werden. Auch das geschaffene mittelalterliche Flair weiß zu überzeugen. Hervorragende Arbeit.


Nachdem ein für die Dorfbewohner nicht vorhersehbares Ereignis eingetreten war, führte Deana Zinßmeister ihre Geschichte nach einigen Entwicklungen, Klärungen und Zusammentreffen zu einem alles in allem nachvollziehbaren und zufriedenstellenden Ende. Nun, da ich die Entwicklungen in „Das Auge von Licentia“ kenne, kann ich das optisch wirklich sehr gelungene Buch meinen gelesenen Exemplaren hinzufügen.




Urteil:
„Das Auge von Licentia“ punktet vor allem mit einem mittelalterlichen Flair, das seinesgleichen sucht und lebt von den guten Recherchen der Autorin. Meine Lesestunden im mittelalterlichen Licentia belohne ich deshalb mit guten 3 Büchern.


Für alle, die dem Reiz des Verbotenen versuchen zu widerstehen, dabei Regeln zumindest im Ansatz beachten und dennoch an das Gute in Gänze glauben.






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157 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

dschinn, nalia, dtv verlag, heather demetrios, nalia tochter der elemente

Nalia, Tochter der Elemente - Der Jadedolch

Heather Demetrios , Gabriele Burkhardt
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423717472
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt:
Nalia ist die letzte Ghan Aisouri, die einzige, die den Aufstand und den Massenmord an der obersten Kaste der Dschinns in Ardjinna überlebt hat. Doch anstatt zu kämpfen oder zumindest ihren Bruder aus dem Gefangenenlager zu retten, erfüllt sie Wünsche. Sie wurde in die Menschenwelt verschleppt und verkauft, führt seit Jahren ein Sklavenleben unter ihrem Meister Melek, der seinen dritten Wunsch aufspart, damit sie ihm auf ewig dienen muss. Dabei ist sie die einzige, die die grausame Herrschaft der Ifrits seit dem Überfall auf die Ghan Aisouri beenden kann. Deshalb bekommt sie auch Besuch von dem Rebellenführer Raif, der ihr einen Handel vorschlägt - und das, obwohl er sein Leben lang unter den Ghan Aisouri gelitten hat.


Meinung:
Mich interessieren Bücher mit orientalischem Hintergrund seit einiger Zeit vermehrt, daher musste ich zu "Nalia - Tochter der Elemente" greifen.


Die Autorin zeigt jedoch gleich mit den Einstieg, dass es sich hier um eine tiefere, bedeutungsvollere "Dschinn-Geschichte" handelt. Denn Protagonistin Nalia steckt in ihrer Flasche, zur Strafe eingesperrt in dieser Enge, weil sie ihrem Meister zuwidergehandelt hat. Nalia ist die mächtigste lebende Dschinn und vermag es dennoch nicht, die Fesseln, die sie mit der Flasche und dem mysteriösen Melek verbinden, zu lösen. Stattdessen folgt sie seinen Befehlen, muss seinen Wunsch erfüllen, anderen auf seine Anweisung hin Wünsche zu erfüllen, die ihm zu weltweiter Macht und Einfluss verhelfen.
Sie ist versklavt wie so viele andere Dschinn und völlig machtlos, ihr einziges Ziel zu erreichen: ihren Bruder zu befreien, der im Dschinnreich Ardjinna in einem Arbeitslager der seit dem Umsturz herrschenden bösen Ifrits steckt.
Seit jenem Umbruch fliehen immer mehr Dschinns aus Ardjinna auf die Erde - und landen zu oft bei der Dunklen Karavane, die jene Dschinns dann betäubt und als Sklaven verkauft.


Die Autorin Heather Demetrios hat hier mitunter ein Thema eingebracht, das alles andere als oberflächlich ist. Der Krieg in Ardjinna, die Flüchtlinge, Personen, die ihre traurigen Leben ausnutzen... all das ist perfekt in die Geschichte eingeflossen, die von einer starken Protagonistin erzählt, der ebenso Fesseln angelegt wurden.


Nalias Ziele sind sehr schnell deutlich, doch das Erreichen dieser scheint unmöglich. Stattdessen führt sie ein scheinbar gutes Leben in den Hollywood Hills, hat an Reichtümern alles, was man sich nur wünschen kann und einen Meister, der sie begehrt - und leider auch bestraft, sollte sie sich wieder einmal gegen ihn auflehnen. Und dennoch gibt es eine Seite an ihm, die Nalia anzieht. Ein Gefühl, das sie als Ghan Aisouri nie gelernt hat zu verstehen.
Doch all das ist nichts gegen den Sturm in ihrem Inneren, wenn sie auf den Rebellenführer Raif trifft.


Vor einem kitschigen Liebesdreieck muss ich dennoch nicht warnen. Die Autorin hat den Emotionen für die einzelnen männlichen Figuren gute Begründungen geliefert und übertreibt es auch diesbezüglich nicht. Die Geschichte, deren Spannung dadurch erhöht wird, dass jemand Jagd auf Nalia macht, steht an erster Stelle.


Heather Demetrios wirft immer wieder neue Häppchen und neues Wissen über ihre magische Welt ein, indem sie die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählen lässt. Die Neugier wird durch den Handlungsstrang eines "anonymen" tödlichen Dschinns geschürt, dessen Identität sich nach und nach abzeichnet.


Die Idee, die Welt von Ardjinna und dem Aufstand dort fand ich absolut gelungen. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und trotz der vielen kursiven fremden Dschinn-Begriffe, die man sehr schnell deuten kann, gut zu lesen. Geschickt baute Heather Demetrios Geheimnisse ein, die es nach und nach zu lüften galt.
Dennoch zog sich das Buch an einigen Stellen und ich hatte das Gefühl, nicht von der Stelle zu kommen. Insbesondere das erste Drittel war geprägt von solchen Passagen. Aber das Durchhalten lohnt sich. Wendepunkte - ganz gleich ob von außen oder den Emotionen der Handelnden losgetreten - rissen mich immer tiefer in die Geschichte, dem Showdown entgegen. Doch die Autorin ließ es sich nicht nehmen, einen der Konfliktpunkte des Folgebandes bereits anzudeuten.


Urteil:
Vom Setting und der Idee her fand ich "der Jadedolch" absolut gelungen und die eingeflochtene Liebesgeschichte authentisch. Das auf magische Weise interpretierte Thema der Flüchtlinge und deren teils grausames Leben wurde sehr gut eingeflochten. Die Figuren sind vielschichtig, schwer zu durchschauen und nicht immer nur schwarz und weiß. Doch auch diese Kombination und immer neue Wendungen trösten nicht ganz über die etwas trägeren Passagen hinweg. Daher gute 4 Bücher für den ersten Band von "Nalia - Tochter der Elemente".




Reihe:
1. Nalia – Tochter der Elemente: Der Jadedolch
2. Nalia – Tochter der Elemente: Die flammende Wüste 
(Erscheinungstermin: März 2018)
3. Originaltitel: Freedom’s Slave






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shadow dragon, fantasy, drachen, schwert, oetinger verlag

Shadow Dragon. Die falsche Prinzessin

Kristin Briana Otts , Tanja Ohlsen
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 25.09.2017
ISBN 9783789108440
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„In meinem Traum hatte ich Schreie gehört und einen stechenden Herzschmerz gespürt. Der Geschmack von getrocknetem Blut lag mir auf der Zunge, und meine Finger schmerzten, als hätte ich mich die ganze Nacht an die Steine gekrallt.“


Inhalt:
Von klein auf wurde Kai zu dem Leben erzogen, das sie jetzt führt. Sie ist eine Onna-Bugeisha, ihr Sein dient einzig und allein dem Leben der Prinzessin. Doch kurz bevor die Königsfamilie zur Krönung des neuen Kaisers aufbrechen will, wird ein Anschlag auf Prinzessin Noriko verübt und sie wird verletzt. Kai sieht der Prinzessin sehr ähnlich und so soll sie vorübergehend in die Rolle von Noriko schlüpfen. Kai muss sich nun im Geflecht der Königshäuser behaupten. Fliegt der Schwindel auf, droht ihr der Tod. Doch nicht nur diese Gefahr gilt es zu vermeiden, denn nach und nach übermannen Kai verbotene Gedanken, die alles verändern könnten.


Meinung:
„Shadow Dragon“ klang nach einer Geschichte, die mich durchaus interessieren könnte. Design des Buches und der Klappentext zielten definitiv auf meinen Lesegeschmack ab und so freute ich mich, als das Buch nun bei mir war. Gespannt öffnete ich das Buch und begann zu lesen.


Auf den ersten Seiten erfuhr ich dann, dass Kai keine richtigen Eltern hatte. Sie wurde als Baby vor dem Tempel der Kosuke abgelegt und gelangte so in die Obhut der Onna-Bugeisha. Ihr Leben war ab diesem Zeitpunkt bereits ausschließlich dem Schutz der Prinzessin gewidmet.


Nachdem die Geschichte dann einen Zeitsprung von 10 Jahren vollführt traf ich nun auf eine Kai, die die Ideale der Onna-Bugeisha für sich verinnerlicht hatte und nicht einmal im Ansatz an diesen zweifelte. Nachdem die Prinzessin bei einem Anschlag verletzt wurde, geriet Kai nun in eine Situation, die nicht zu ihrem bisherigen Leben passte. Doch sie hatte keine Wahl, vieles hing plötzlich von ihr ab. Vielleicht sogar das Wohl des ganzen Königreichs.


Gemeinsam mit Kai versuchte ich nun, die nun vor uns stehenden Klippen in der Etikette der Adelsgeschlechter zu umschiffen. Anfangs unsicher, meisterte Kai diese Hürden immer besser. Und doch wäre sie bei genauerem Hinsehen leicht zu enttarnen gewesen. Aber Kai spielte ihre Rolle von Beginn an wirklich gut. Dass es dabei zunehmend auch ruhigere Passagen gab, konnte ich akzeptieren und war neugierig auf die weitere Entwicklung.


Da die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Kai in Vergangenheitsform erzählt wurde, war davon auszugehen, die Beweggründe und das Handeln der Protagonistin immer eng begleiten zu dürfen. Dies gelang zum großen Teil auch wirklich spürbar, dennoch schlichen sich Entscheidungen ein, deren Beweggründe mir nicht immer erschließbar waren. Kai plagte eine innere Zerrissenheit, einerseits für die Ideale der Onna-Bugeisha zu leben, andererseits aber auch die Vorzüge und die vermeintlichen Freiheiten ihres momentanen vorübergehenden Lebensabschnittes zu genießen. Dazu kommen dann noch die sowohl für sie als auch für mich widersprüchlichen Gedankengänge zu den von ihr zu treffenden Entscheidungen.


Richtig gelungen fand ich das von der Autorin geschaffene asiatische Feeling, das eindeutig das Kernanliegen der Geschichte unterstützt. Die Idee mit einer vertauschten Prinzessin ist sicherlich nicht neu, doch Kristin Briana Otts erschuf für ihr Setting grundsätzlich nachvollziehbare Charaktere und pflegte diese in ihre eigene Weltenidee ein. 


Nachdem der Titel der Geschichte vieles davon erwarten lässt, kamen die Momente, in denen Drachen zum Zuge kamen, etwas ins Hintertreffen. Die Präsenz war durchaus vorhanden, hielt sich dennoch aber eher im Hintergrund. Sobald ein Drachenauftritt erfolgte, erhielt die Geschichte auch etwas mehr an Fahrt. Die Einhaltung der Etikette und das Verhalten der Adelshäuser untereinander standen meines Ermessens nach etwas oft im Fokus.


Die Geschichte gelangte nach einem gelungenen Showdown sodann auch zu einem Ende, das Neugier auf die Fortsetzungen entfachen kann und mich das Buch zumindest vorerst beruhigt zur Seite legen lässt. Ein nachvollziehbares Ende nach den vorangegangenen Entwicklungen.




Urteil:
„Shadow Dragon“ besticht durch ein spürbar asiatisches Setting mit einem hohem vorhandenen Potential. Meine Lesestunden an der Seite der falschen Prinzessin honoriere ich mit knappen 4 Büchern.


Für alle, die sich von Täuschungen nicht blenden lassen, dem richtigen Weg vertrauen und dabei Fehler möglichst vermeiden.




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148 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

gefühle, liebe, fantasy, kelsey sutton, fear

Winterseele - Kissed by Fear

Kelsey Sutton , Ursula Held
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 19.04.2017
ISBN 9783473585083
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Meinung:
Die Idee zu "Winterseele: Kissed by Fear" klang so besonders, dass ich das Buch unbedingt lesen musste. Leider hat es meine Erwartungen nicht getroffen, da der Fokus sehr viel auf das Alltagsleben von Elizabeth gelegt wurde.


Elizabeth kann nichts fühlen. Egal ob Freude, Trauer, Verletzt-Sein. Sie spürt diese Gefühle nicht. Aber sie kann sie sehen, wenn sie andere berühren. Denn seit sie denken kann sieht sie die Welt der Gefühle und der Elemente. 
Die Gefühle haben es aufgegeben, sie berühren zu wollen - alle, bis auf eines: Fear, die Angst. Doch selbst, wenn der gutaussehende Fear Elizabeth berührt, kann sie nur all die schrecklichen Bilder sehen, die er mit seiner Berührung verursacht. Spüren tut sie nichts. Fear ist neugierig und kommt immer wieder - und dabei Elizabeth näher, während sie sich bemüht, eine normale Tochter zu sein in einer Familie, in der häusliche Gewalt an der Tagesordnung steht.


Jener Fokus auf das zerrüttete Leben abseits von Elizabeths Abnormität fühlte sich eher so an, als würde ich einen Jugend-Problemroman lesen, von denen ich mich persönlich immer fernhalte. Daher lechzte ich nach jeder Seite, die mir den Fantasy-Aspekt des Buches näherbrachte. Doch leider ging dieser nahezu unter.


Kelsey Sutton hat eine interessante Welt erschaffen: Gefühle sind 'reale' Personen, alle mit einer besonderen Charakteristik, mit einem speziellen Aussehen (realer als in "Alles steht Kopf"), ebenso Elemente und weitere Wesen, die nur für die Protagonistin sichtbar sind. Wenn eine Emotion in der Nähe ist, spürt man das entsprechende Gefühl, wenn sie jemanden berührt, so wird diese Person mit dem entsprechenden Gefühl überschüttet, das noch lange nachwirkt. So ist die Nähe des Love-Interests Fear (der übrigens als einziger seinen englischen Namen behalten durfte!) normalerweise unerträglich - nicht jedoch für Elizabeth, die ihn sogar küssen kann.


Vor diesem fantastischen übernatürlichen Background jedoch spielt sich das Familiendrama ab: Ihre Familie (bis auf den Bruder) findet Elizabeth und ihre gefühllose Art gruselig, ihr wird mehr als einmal vorgeworfen, dass sie seit jenem Unfall als Kleinkind nicht mehr die Tochter ist wie zuvor. Ihr Vater betrinkt sich ständig, schlägt seine Frau und auch Elizabeth. Nur in Joshua findet sie so etwas wie einen Freund, während ihre beste Freundin kurz vor dem Sterben ist.


Als dann plötzlich ein seltsames Gefühl auftaucht, das Elizabeth nicht benennen kann und sie warnt und ihr rät, sich zu erinnern, steht ihr schon so seltsames Leben Kopf. Es dauert aber seine Zeit, bis es soweit ist und in dieser gab es zahlreiche Passagen, in denen ich am liebsten quergelesen hätte. 
Spannung war ebenso wenig zu spüren wie Gefühle bei der Lovestory, die man bei einem Buch über Gefühle doch irgendwie erwartet.


Die teils philosophischen Überlegungen rund um Emotionen und auch die Auflösung fand ich dann aber wieder fantastisch.


Urteil:
"Winterseele: Kissed by Fear" ist eher ein Buch über ein Familiendrama als die erwartete romantische Lovestory. Der Fantasy-Anteil hat mir ausgesprochen gut gefallen, doch die Distanz zu den Figuren war zu groß, um wirklich mitfiebern zu können. Knappe 3 Bücher von mir und eine Empfehlung eher für diejenigen, die gerne Jugendbücher rund um zerrüttete Familienverhältnisse lesen.






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288 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 62 Rezensionen

mythos academy, fantasy, jennifer estep, bitterfrost, loki

Bitterfrost

Jennifer Estep , Michaela Link
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.10.2017
ISBN 9783492703833
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Der erste Schultag nach den Ferien läuft für Rory Forseti alles andere als fantastisch. Die gesamte Schülerschaft stichelt und mobbt sie aufgrund ihrer Eltern - obwohl es schon länger her ist, dass sie als Schnitter enttarnt und der Gott Loki von ihrer Cousine Gwen besiegt wurde.
Zu allem Übel beobachtet sie jemanden in Schnitter-Kutte in der Bibliothek der Altertümer bei einem vermeintlichen Diebstahl und sieht, wie zwei der neuen Schüler an der Mythos Academy Colorado sich dem Schnitter stellen, als sie sich plötzlich einer Typhon-Chimäre gegenübersieht. Mit dem frisch gefundenen sprechenden Schwert Babs kämpft Rory und besiegt die Chimäre, die die neue Mitschülerin schwer verletzt hat und die daraufhin stirbt und den wohl hübschesten aber nervigen Wikinger überhaupt zurücklässt...


Doch das waren noch nicht einmal alle Erlebnisse des ersten Tages des neuen Schuljahres...


Meinung:
Ich liebe Jennifer Esteps Bücher und bisher konnte sie mich mit allen Reihen wunderbar unterhalten. Als Fan der Mythos Academy musste ich natürlich auch zum Spin-Off greifen und habe es nicht bereut.


Rory Forseti ist eine wundervolle neue Protagonistin, die es von Anfang an alles andere als leicht hat. Sie wird von allen gemieden und ihr folgen unentwegt Getuschel und Geläster, weil ihre Eltern Schnitter waren. Doch sie versucht, es nicht allzu sehr an sich heranzulassen.
Dass ausgerechnet der heißeste Typ an der Schule die Geschehnisse komplett ignoriert, ist genauso unglaublich wie der Neue an der Schule, der sie nur mit finsteren Blicken beschenkt.


Der Schreibstil ist typisch Estep: sehr viele Wiederholungen (teils voll der Geschehnisse von Gwens Mythos Academy, teils von Dingen, die nur ein paar Seiten weiter vorne standen). Locker und mit Biss und Humor gepaart rast man durch die Seiten, ohne dass wirklich viel passiert ist, was aber wie immer kaum auffällt, weil der Unterhaltungswert sehr hoch ist.


Die Welt selbst ist ja bereits bekannt und wurde nur um die Tatsache ergänzt, dass Loki vielleicht nicht der fieseste Gegner überhaupt war, sondern andere noch schlimmer sein könnten.


Auch an mein Romantik-Herz wurde gedacht. Mit dem Wikinger Ian hat Jennifer Estep einen wirklich wundervollen Bad-Boy-mit-Vergangenheit geschaffen. Ich hoffe in den Folgebänden auf noch mehr Kribbeln und Knistern und freue mich schon sehr darauf.


Wie bereits in den anderen Mythos Academy Büchern kommt der einzelne Band nach einem actionlastigen, dramatischen Showdown zu einem vorerst ruhigen Ende - doch natürlich werde ich auf jeden Fall weiterlesen.


Urteil:
Mit „Bitterfrost“ hat Jennifer Estep einen tollen Auftakt zum „Mythos Academy“ Spin-off „Colorado“ hingelegt. Neue Gegner, Action, Kampf und Artefakte werden alle Fans von Gwen Frost begeistern. 4 Bücher für den Start von Rory Forsetis Geschichte.


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22 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

freunde, hacker, internat

Gangster School

Kate Wiseman , Michaela Link
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.10.2017
ISBN 9783492704489
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Meinung:
In "Gangster School" treffen in Blaggards, der berühmtesten Schule für Nachwuchsverbrecher, Milly und Charlie aufeinander, die beide ein Geheimnis haben und nicht auf diese Schule zu gehören scheinen. Sie wollen nicht in die Fußstapfen ihrer berühmten Eltern treten sondern lieber legalen Beschäftigungen nachgehen. Doch die Eltern zu enttäuschen, indem man einfach in Fächern wie "Professionelles Lügen", "Mit Betrug und List zum Erfolg" oder "moderner Diebstahl" total versagt und von Blaggards verwiesen und in die berüchtigte Crumley's Schule für Kleine Kriminelle wechseln muss, wo viele Schüler die Ausbildung nicht überleben? Das ist auch nicht gerade die richtige Entscheidung.


Doch dann kommt gerade das unschlagbare Team Milly und Charlie einer üblen Verschwörung auf den Grund, weshalb es wichtig ist, ihre besonderen Talente zu kombinieren und die böse Pekunia Badpenny zu besiegen.


Die Hauptfiguren Milly und Charlie bieten ein großes Identifikationspotential für die angesprochene Leserschaft. Wenngleich in der Realität natürlich niemand angestiftet werden soll, gut im Lügen oder Stehlen zu werden, sind die inneren Konflikte der Figuren doch die der Zielgruppe: Freunde finden, die Eltern nicht enttäuschen und sich gegen fiese Gleichaltrige wehren. Kate Wiseman hat diese Beweggründe in einer frischen Geschichte verpackt und so Lösungen präsentiert, die alles andere als ein Wink mit dem Zaunpfahl sind.


Die Geschichte ist voller Kuriositäten für Verbrecher-Fans oder Krimigeschichten. Der einfache Erzählstil von Kate Wiseman, eine altersgerechte Schreibweise und gute Dialoge lockern die Geschichte auf. Die Spannung ist ebenfalls auf das Zielpublikum ausgerichtet, lässt den Leser mitfiebern, gönnt ihm jedoch auch Erholungspausen. Natürlich kommt das Buch zu einem guten Ende, sodass der junge Leser „Gangster School“ beruhigt ins Regal stellen kann.


Urteil:
Kate Wisemans „Gangster School“ bietet eine frische Idee und wundervolle Figuren, mit denen sich die Leserschaft identifizieren kann. Humor und Spannung kommen nicht zu kurz, sodass tolle Lesestunden garantiert sind. Von mir gibt es vier Spielsachen für die Schule der Nachwuchsverbrecher.






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178 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

fantasy, verlag loewe, jugendroman, magie, inquisition

Young Elites - Das Bündnis der Rosen

Marie Lu , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Loewe, 11.10.2017
ISBN 9783785584156
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Meinung:
Endlich geht es mit der Elite der Begabten weiter!
Adelinas dunkle Seite treibt ihre Rachegedanken ins Unendliche. Sie hasst die Gemeinschaft der Dolche und sie hasst die Königin. Gemeinsam mit Violetta sucht sie nach neuen Verbündeten, um ihren früheren Traum zu verwirklichen: Die Krone von Kenettra auf dem eigenen Kopf zu tragen.
Zufällig erfährt sie von den Plänen der Dolche, Enzo durch die beldainische Königin Maeve wieder von den Toten auferstehen zu lassen und nutzt die Gelegenheit - während das Dunkel sie mehr und mehr umgreift und ihre Illusionen sich immer mehr gegen sie stellen.


Adelina ist keine Protagonistin, die man mögen kann. Sie ist die Böse in der Geschichte, die immer mehr ihrem Hass verfällt. Vielleicht ist das der Grund, warum ich ihrer Geschichte nicht so gerne folge wie der von „Helden“. Adelina ist düster, verletzt andere gerne und aufgrund der Stimmen in ihrem Kopf ist sie meiner Meinung nach schon eher verrückt.
In all der Düsternis war der Begabte Magiano ein wahrer Lichtblick. Ich mochte ihn und seine Wirkung auf Adelina - der sie sich aber natürlich konstant entzieht. So erlosch der einzige Lichtschein, noch ehe er die Dunkelheit um Adelina wirklich erhellen konnte.


All diese Antipathie gegenüber dem „Star“ des Buches machte es mir immer wieder schwer, mich von der noch immer grandiosen Grundidee des Buches komplett mitreißen zu lassen. Die von Marie Lu erschaffene „italienische“ Welt mit den Malfettos und den Kriegen der verschiedenen Völker wurde  weiterentwickelt, die Begabten werden unter der Herrschaft von Königin Giuletta und ihres ersten Inquisitors noch mehr verfolgt und unterdrückt, doch all das konnte ich aufgrund meiner Distanz zu Adelina nur halbherzig mitfühlen.


Die Spannung steigert sich unentwegt, geschickt platzierte Wendungen sorgen für immer neue Spitzen und über all dem schwebt die Finsternis, die Adelina in ihren Fängen hat, und die Blut und Kampf fordert - was in diesem Buch wirklich reichlich vorhanden ist. Das Ende nach einem actionlastigen Showdown bietet eine vorläufige Verschnaufpause, macht aber neugierig auf das Finale der Trilogie.


Urteil:
Wie sehr der Genuss einer Geschichte von der Sympathie der Protagonistin abhängig ist, beweist Marie Lus „Young Elites“. „Das Bündnis der Rose“ ist noch finsterer als sein Vorgänger und die düstere, ihrem Hass verfallende Hauptfigur Adelina macht einem das Lesen nicht gerade einfacher. Ich bevorzuge wohl definitiv die sympathischeren Figuren und muss daher für Adelina einen Punkt abziehen. Haarscharfe 4 Bücher für die düstere, hasserfüllte Adelina und ihre Rache.


Reihe:
1. Young Elites: Die Gemeinschaft der Dolche
2. Young Elites: Das Bündnis der Rose
3. Young Elites: Die Herrschaft der weißen Wölfin (Erscheinungstermin: Frühjahr 2018)




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18 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

magie, london, bücher

Archie Greene und das Buch der Nacht

D. D. Everest , Nadine Mannchen
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Loewe, 11.10.2017
ISBN 9783785588796
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Inhalt:
Der Club der Alchimisten ist fleißig dabei, die Magie im Geheimen neu zu schreiben, als die geschriebenen Zauber schwarz verbrennen: Die finstere Flamme ist erwacht, als das Buch der Nacht gestohlen wurde.
Es beginnt der finale Kampf gegen die Gierer und die dunkle Magie.


Meinung:
Ich habe die beiden Vorgänger der Reihe verschlungen, deshalb musste ich natürlich auch wissen, wie die Trilogie rund um die jungen Magier endet - und ich wurde nicht enttäuscht.


In gewohntem Stil führt D. D. Everest seine Figuren durch die Geschichte. Archie bekommt auch in diesem Band ein neues Feuermal und eine neue Aufgabe. Seine Lehre als Buchbinder ist abgeschlossen und er wird dem Ältesten Hawke unterstellt, der ihn neue Zauber lehrt.


Viele Geheimnisse werden endlich gelüftet, nicht zuletzt die um Archies Familie und das um den großen Alchemisten Fabian Grey. Altersgerecht werden Stück für Stück Hinweise gestreut, die den älteren Leser vielleicht zu viel sein könnten, weshalb einige „Überraschungen“ zu offensichtlich sind. Dennoch bietet das Buch auch genug Wendungen für die Großen.


Die Spannung bleibt durch immer neue Gierer-Übergriffe auf konstant hohem Niveau und der Showdown steht dem in Nichts nach, wenngleich er auch etwas schnell abgehandelt wurde - die Zielgruppe jedoch wäre vermutlich anderweitig geplatzt.


Urteil:
Auch das Finale von „Archie Greene“ ist ein Feuerwerk an Magie, Freundschaft und Kampf für das Gute.
Für „Archie Greene und das Buch der Nacht“ gibt es volle 5 Bücher und eine absolute Leseempfehlung für die ganze Trilogie an alle Fans von Magie und Büchern!


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kinderbuch, spaß, abenteuer, witzig

Luzifer junior - Ein teuflisch gutes Team

Jochen Till , Raimund Frey
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Loewe, 18.09.2017
ISBN 9783785586372
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Inhalt:
Die Ferien sind fast zu Ende, als in der Hölle – nun ja, die Hölle losbricht. Und Luzie ist schuld daran. Also nichts wie raus und zurück zu seinen Freunden von Sankt Fidibus. Doch schon am ersten Tag gibt es Stress mit den Schülern der örtlichen Schule – und der hält an. Luzie, Lilly, Aaron und Gustav müssen etwas unternehmen.


Meinung:
„Zu gut für die Hölle“ war eine absolute Überraschung mit einer völlig neuen Idee, viel Humor und Freundschaft für die ganze Familie. So musste natürlich auch Band 2 einziehen und war binnen kürzester Zeit verschlungen.


Nach einem kurzen Aufenthalt in der Hölle und der Sitzung zur angeordneten neuen Abteilung für Rechtschreib-Ignoranten (ja, bitte!) stellt Luzie etwas sehr Dummes an und ist anschließend froh, wieder oben in der Menschenwelt zu sein. Dort gibt es mehrere Dinge auf seiner To-Do-List (neben Schokolade). Er muss den Spion seines Vaters enttarnen, um endlich Ruhe zu haben, und etwas gegen diese nervigen Typen aus der örtlichen Schule unternehmen, die die Internatsschüler scheinbar piesacken, wie sie gerade Lust haben.
Ausgerechnet Lilly ist es, die die Jungs rettet – und zwar mit etwas, das eindeutig nach Dämonenmagie aussieht. SIE muss die Spionin ihres Vaters sein. So kommt es zum Streit zwischen den Freunden.


„Ein teuflisch gutes Team“ strotzt erneut vor Humor und kleinen Details, die die Geschichte so liebenswürdig machen. In altersgerechter lockerer Schreibweise und teuflisch nüchtern führt Luzie in Ich-Perspektive durch das Buch. Nachdem er in Band 1 menschliche Freunde gefunden hat, kommt es in diesem zweiten Band zu einem Streit mit Lilly, obwohl Luzie sich doch so „gut anders“ in ihrer Nähe fühlt. Es „funkt“ regelrecht zwischen den beiden (und das ist wortwörtlich gemeint). So sind diese ersten alterstypischen Empfindungen ebenso angedeutet wie Zusammenhalt und Freunden.


Die Spannung steigt konstant an, in Sachen lokale Schüler und Enttarnung Spion gleichermaßen, als dann die große Offenbarung am Ende folgt – und absolut neugierig auf den nächsten Band macht.


Urteil:
In „Ein teuflisch gutes Team“ setzt Jochen Till erneut auf Freundschaft und Gerechtigkeit und fügt sogar einen Hauch Verliebtsein dazu. Gemischt mit Humor, einer noch immer genialen Grundidee und einer altersgerechten Portion Spannung ergibt natürlich 5 Bücher für „Luzifer junior“.


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35 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

kinderbuch, kinderroman, abgefüllt, ethan, suche

Die Macht der verlorenen Träume

Sarah Beth Durst , Nadine Mannchen
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Loewe, 18.09.2017
ISBN 9783785585832
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Inhalt:
Sophie kann nicht träumen. Und wenn sie es mithilfe der destillierten Träume aus dem Traumladen ihrer Eltern doch tun würde, würde das passieren, was in ihrer Kindheit geschah: Sie kann Dinge aus ihrem Traum mit in die Realität bringen.
Dass dies streng verboten ist, ist klar. Dennoch hat sich Sophie so allein gefühlt, dass sie ihren einzigen Freund – Monster aus dem Traum - behalten durfte. Denn vom Traumgeschäft ihrer Eltern, das im Untergeschoss unter deren Buchladen betrieben wird, darf niemand erfahren und Freunde sind daher ausgeschlossen. Aber an Sophies 12. Geburtstag geht einiges schief: Zwei benutzte Traumfänger von Kindern aus der Schule sind plötzlich verschwunden und zuhause wurde eingebrochen. Von all den in Flaschen abgefüllten Albträumen, dem Traumdestilliergerät – und ihren Eltern! – fehlt jede Spur.
Ausgerechnet der Junge, dem Sophie zur Befreiung seiner Albträume einen Traumfänger gegeben hat, will ihr helfen, ihre Eltern wiederzufinden.


Meinung:
Das wundervolle Cover von „Die Macht der verlorenen Träume“ hat mich ebenso neugierig gemacht wie der Klappentext, der ein wunderbar neues Abenteuer versprach – das ich auch definitiv erhalten habe.


Schon der Einstieg ging leicht von der Hand. Ich erfuhr, wie Sophie zu ihrem „Freund“ Monster kam: Indem sie verbotenerweise einen Traum aus dem Laden ihrer Eltern getrunken und geträumt hat. Sie durfte das Wesen mit den fellbesetzten Tentakeln dennoch behalten – als Beschützer. Denn das Traumgeschäft ist alles andere als ungefährlich. Das erfährt Sophie an ihrem 12. Geburtstag, als sich alles verändert.


Die Grundidee des Buches war fantastisch: Träume können in Traumfängern gefangen werden, aus den Netzen befreit und zu einer Flüssigkeit destilliert werden, die – entweder zum Gruseln, zur Phobiebewältigung oder nachbearbeitet zur Befriedigung der Abenteuerlust – von anderen getrunken und geträumt werden können.


Es ist ein gefährliches Geschäft und sollten die Nachtwächter vom geheimen Laden ihrer Eltern erfahren – oder noch schlimmer: von Sophies Fähigkeit, Träume in die Realität zu holen – wäre das ihr Ende. Aber dass noch weit Schlimmeres damit angestellt werden kann, muss Sophie schon bald herausfinden – gemeinsam mit ihrem neugewonnenen „Freund“, der ihr zu verdanken hat, von seinen Albträumen befreit zu sein.


In altersgerechter Sprache führt die Autorin durch Sophies wundersame Welt der Träume. Sophie ist stark und unabhängig, auch wenn sie gerne echte Freunde hätte, weiß sie um die Gefahr, die das Traumgeschäft mit sich bringt und sie hat ja auch ihr Traummonster „Monster“.  Trotz all der fantastischen Elemente konnte Sarah Beth Durst eine Botschaft in die Geschichte einflechten: Wahre Freunde halten immer zu dir und Ängste kann man gemeinsam besiegen.
Die Spannung steigt stetig an, wird aber durch „Monster“ und seine flapsigen Sprüche und weitere lustige Highlights auf ein erträgliches Maß reduziert.


Natürlich kommt „Die Macht der verlorenen Träume“ zu einem kindgerechten Happyend und ich kann das Buch beruhigt meinem kleineren Sohn zum Lesen geben.


Urteil:
„Die Macht der verlorenen Träume“ von Sarah Beth Durst entführt in eine fantasievolle, kindgerechte Welt rund um Monster, gefangene und destillierte Träume und wofür die schlimmsten Albträume gut sein können. Eine spannende Geschichte in altersgerechter Sprache, die ich absolut weiterempfehlen kann. 5 Bücher für Sophie und „Monster“.






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157 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 57 Rezensionen

sultan, demdji, rebellion, amani, imin

AMANI - Verräterin des Throns

Alwyn Hamilton , Ursula Höfker
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei cbt, 11.09.2017
ISBN 9783570164372
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Amani hat im vergangenen Jahr so einige Schlachten für die Rebellion geschlagen, hat Menschen und Freunde verloren. Als sie sich plötzlich im Sultanspalast wiederfindet – ihrer Kräfte beraubt – lernt sie jedoch noch eine andere Seite des Sultans kennen als die des grausamen Herrschers, der mit dem Blut anderer den Thron bestiegen hat und von dem sie so viel gehört hat.


Meinung:
Die „Rebellin des Sandes“ konnte mich mit seiner wundervollen Welt rund um Rebellion und Halbdschinns begeistern und so war ich wahnsinnig gespannt, wie es mit dem Kampf um den Thron weitergehen würde.


Die Ernüchterung kam jedoch sofort mit den ersten paar Seiten. Mit jeder von ihnen wurde ich unsicherer, ob ich etwas verpasst hätte – und das trotz der Personenübersicht zu Beginn des Buches. Es ist nicht nur zwischen dem Erscheinen der beiden Bücher, sondern auch zwischen den Bänden selbst einige Zeit vergangen. Zeit, in der viel passiert ist, das nun immer wieder zwischen das aktuelle Geschehen gepresst wurde. Zeit, die mir fehlte, weil ich nicht dabei war. So gelang die Rückkehr nicht sehr leicht und ich musste mich lange an der Seite von Amani im Rebellenlager orientieren – ein Lager ohne Jin.


Doch dann ging alles Schlag auf Schlag. Kaum war ich angekommen, landet Amani im Palast des Sultans, gefangen Mithilfe ihres wahren Namens, der auch die Kontrolle über jegliche Handlungen von Demjis erlaubt. So ist sie gezwungen, den Sultan zu beraten und im Harem zu leben, wo es alltäglich ist, dass Frauen einfach so verschwinden. Dass sie ausgerechnet dort auf ein bekanntes Gesicht trifft, hatte ich genauso wenig erwartet wie sie.


Alwyn Hamilton spielt erneut wunderbar mit der einerseits modernen, andererseits orientalisch geprägten Welt aus Sand. Sie erzählt das uralte Märchen der Welt vor den Menschen, der unsterblichen Dschinn und der Weltenzerstörerin und lässt diese uralten Legenden immer wieder ins Geschehen mit einfließen. Doch nicht nur alte Legenden. Denn mittlerweile gibt es viele neue Geschichten, die sich die Menschen erzählen: Die vom blauäugigen Banditen oder auch die vom Rebellenprinzen. Geschichten, die es auch fortwährend zu erzählen gilt.


Nach dem etwas schwierigeren Einstieg war ich wieder gebannt von ihrer Welt, auch wenn der Aufenthalt im Sultanspalast einer längeren Atempause gleichkam. Dennoch platzierte die Autorin stets Geheimnisse, Auslassungen oder Intrigen, für die es sich lohnt, weiterzulesen. So erwischte sie mich auch immer wieder eiskalt mit der einen oder anderen unvorhergesehenen Wendung, was bis zum Schluss anhielt.


Die Erzählweise gleicht der aus Band 1, Amanis Ich-Perspektive besticht immer wieder durch einen leicht sarkastischen Ansatz, insbesondere in weniger bedrohlichen Zeiten. Der Schreibstil ist nicht zu ausdetailliert, aber auch nicht zu kühl, weshalb ich mich über die – viel zu seltene – Zweisamkeit von Amani und Jin freute. Letzterer lässt sich übrigens erschreckend lange Zeit mit seinem ersten Auftritt und ist auch ansonsten ein eher seltener Gast in diesem zweiten Band – woran Nicht-Romantik-Fans sicherlich Gefallen finden werden.
Die Spannung steigt kontinuierlich an und zuletzt ist es ein wahres Feuerwerk an Schockmomenten, das mich sehnsüchtig auf den dritten Teil warten lässt.


Urteil:
„Verräterin des Throns“ ist eine gelungene Fortsetzung im Land aus Sand und Dschinn-Geschichte und besticht durch überraschende Wendungen und immer neue Entwicklungen, die den schwierigen Einstieg und die zäheren Passagen schnell vergessen lassen. 4 Bücher für den zweiten Band der „Amani“-Reihe.




Reihe:
1. Amani: Rebellin des Sandes
2. Amani: Verräterin des Throns
3. Originaltitel: Hero at the Fall






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232 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

märchen, jugendbuch, mara lang, fantasy, magie

Almost a Fairy Tale - Verwunschen

Mara Lang , Alexander Kopainski
Fester Einband
Erschienen bei Ueberreuter Verlag, 15.09.2017
ISBN 9783764170684
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Natalie ist verliebt. Dass er ein Prinz ist, ist weniger der Hinderungsgrund, als seine Agententätigkeit für die OMB (Organisation für magische Belange). Denn bislang hat Natalie Kilian nicht erzählt, dass sie eine Hexe der Klasse A ist (eine sehr Menschliche, die nicht zaubert). 
Als sie dann jedoch wirklich zaubert, nimmt das Chaos seinen Lauf - mit nie geahnten Folgen.


Meinung:
Ich mochte Mara Langs Schreibstil und Erzählweise schon in einigen anderen ihrer Bücher. Begeistert vom Klappentext und dem zauberhaften Cover musste ich "Almost a Fairy Tale" einfach lesen.


Der Einstieg war sehr abrupt. Mara Lang warf mich direkt in die Welt von Mitran im Jahr 2030. Die deutsche Großstadt (Hauptstadt?) wird von zahlreichen Magischen bevölkert, magische Dienstleistungen können angeboten werden usw. 
Darin lag für mich auch der absolut größte Pluspunkt des Buches. Märchen, insbesondere die der Geschwister Grimm, sind/waren real und werden "magische Chroniken" genannt. Zahlreiche Abkömmlinge der unterschiedlichen Familien tummeln sich noch heute auf der Welt. So wünscht man sich das passende Wetter beim Wetterwünschdienst Frau Holle, geht für 1 Taler All you can eat-essen bei "Tischlein deck dich". Es gibt zig Anspielungen, mal mehr, mal weniger deutlich, die das ganze Buch durchziehen und mich faszinierten.


Doch neben diesem ganz besonderen märchenhaften Zukunftssetting hat das Buch weit mehr zu bieten. Denn die Magischen werden im Deutschland des Jahres 2030 alles andere als gleichgesetzt behandelt. Lediglich Magische der Kategorie A (menschliche Magische, die nicht zaubern) haben dieselben Rechte wie Menschen, alle anderen müssen auf andere Schulen, dürfen keinen gehobenen Gewerben nachgehen usw. Kriminelle Magische werden direkt ins "Gefängnis" des OMB gebracht, wo sie vor sich hinvegetieren. Und genau hier setzt die Antagonistin an - denn sie kämpft scheinbar für die Befreiung der Magischen.


Dieser Kampf ist wortwörtlich zu nehmen. "Almost a Fairy Tale" ist nahezu eine Aneinanderreihung von Actionszenen. Es gibt gefühlt kaum eine Doppelseite, auf der nicht gekämpft wird, nichts explodiert oder jemand genau davor flieht. Ich mag Action in Büchern, aber hier war es mir zu viel.


Zusätzlich hatte ich Probleme mit den Emotionen der Figuren. Mara Lang lässt die Geschichte aus zahlreichen Perspektiven von einer dritten Person erzählen. Der Leser ist also überall dabei, hat jedoch eine sehr große Distanz zu den Charakteren. So hat mich weder die Romanze zwischen Natalie und Kilian berührt, noch dass jemandem etwas angetan wurde. Vielleicht war ich aber auch durch das viele Leiden und Bluten abgestumpft oder dass die Antagonistin immer noch eins draufsetzt. Ich bin mir hier auch nicht sicher, ob es sich vom Alter der Figuren und den vielen Beschreibungen und Tagesabläufen des "Jobs" von Kilian oder Paige noch wirklich um ein Jugendbuch handelt oder eher einem Krimi oder so. Für mich fühlte es sich zu "erwachsen" an.


So war die Spannung durch die viele Action sehr hoch, etliche Überraschungsmomente schockierten und machten immer weiter ersichtlich, wie schlecht es um die Figuren steht. Was mich aufgrund der fehlenden Verbundenheit weit weniger berührt, als es sollte. Dennoch interessierte mich natürlich Natalies Entwicklung, die wirklich sehr gelungen ist. Sie gewinnt an Stärke und Einsicht und stellt fest, dass nicht alles in ihrer bisherigen Welt so toll und wundervoll ist wie gedacht. Aus genau jenem Grund bin ich gespannt, wie es im zweiten Teil der Dilogie weitergeht.


Urteil:
Mara Langs "Almost a Fairy Tale" ist ganz anders und absolut nicht so märchenhaft und romantisch wie erwartet. Eine fantastisch ausgestaltete märchenhafte Zukunftswelt mit allerhand Details, eine gute Entwicklung der Hauptfiguren und jede Menge Action stehen zu viel Action und einer großen Distanz zu den Figuren gegenüber.


Reihe:
1. Almost a Fairy Tale: Verwunschen
2. Almost a Fairy Tale: Vergessen 
(Erscheinungstermin Februar 2018)


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285 Bibliotheken, 18 Leser, 1 Gruppe, 86 Rezensionen

snow, danielle paige, fantasy, schnee, magie

Snow

Danielle Paige , Anne Brauner , Eva Schöffmann-Davidov
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 19.09.2017
ISBN 9783522202374
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Snow ist schon sehr lange in der psychiatrischen Anstalt. Ihre einzigen „Verbündeten“ sind eine Pflegerin und ein anderer Patient namens Bale. 
Mit Snow stimmt etwas nicht. Da sind nicht nur diese Träume, sondern es passieren auch seltsame Dinge um sie herum. Als Bale dann entführt wird und der Junge aus ihren Träumen ihr anbietet, ihr bei der Suche zu helfen, flieht auch sie aus der Anstalt und tritt durch den Baum in das Land ihrer eigentlichen Herkunft: Algid. Und dort ist sie bekannt wie ein bunter Hund, denn sie ist es, von der die Prophezeiung spricht. Sie kann die grausame Herrschaft ihres Vaters beenden oder – wenn er sie tötet – für immer und ewig besiegeln.


Meinung:
Das Cover des Buches ist ein wahrer Hingucker und lockt den Leser geradezu, zum Buch zu greifen. Doch anders als vom Klappentext erwartet startet das Buch nicht in Algid, dem „Königreich aus Eis und Schnee“, sondern im Staat New York in einer psychiatrischen Anstalt. Dort lernt der Leser Snow kennen – deren Lebenserfahrung sich auf eine Serie beschränkt und die scheinbar ewig währende Liebe zu dem Mitpatienten Bale. Als dieser dann aufgrund eines Kusses mit Snow verrückt wird und isoliert werden muss, vermisst sie ihn so sehr, dass sie sich zu ihm schleicht – und zusieht, wie er auf mysteriöse Art entführt wird.
Nur wenig später verlässt auch sie die Anstalt und betritt ihre wahre Heimat: Algid. Allein zum Zweck, Bale zu retten.


Die Welt von Algid wurde mit zahlreichen Details einfach wundervoll gestaltet. Schneemonster, Flusshexen, kleine Magie in Fläschchen – es gibt so viele Kleinigkeiten, die das Buch liebenswürdig machen und auch der Schreibstil der Autorin ist angenehm, wenn auch sehr kühl und nüchtern.


Leider sind dies die einzig positiven Aspekte des Buches. Denn mir hat einiges weniger zugesagt. Allen voran die treibende Kraft des Buches, die immer und immer wieder erwähnt, aber nie „erlebt“ wird: die unsterbliche Liebe zu Bale. Wegen ihm verlässt Snow die gewohnte Umgebung und folgt einem Fremden, lässt sich von einer Seite zur anderen ziehen, von einem Ort zum anderen. Liebe ist ein Hauptmotivator in Büchern, aber sollte die Protagonistin dann nicht einen anderen Jungen küssen und einen weiteren fast. Auch wird die Liebe wirklich nie gelebt. Selbst die zahlreichen Rückblicke, die die Beziehung von Snow und Bale näherbringen sollen, sind so emotionslos geschildert, dass es unmöglich ist, mitzufühlen. So erlebt man die Protagonistin nur komplett inkonsequent. Dazu ist sie egoistisch, was sie keinesfalls sympathischer macht. Sie erwähnt in jeder Szene, dass sie alle, die ihr helfen und auf sie setzen, verlassen wird, sobald sie Bale hat. Und das obwohl sie die ausgelobte Retterin aus der Prophezeiung ist, die einzige, die genug Macht hat, den König zu stürzen.
Dem ganzen Roman fehlt es an Tiefe – und an Romantik. Für ein laut Internettext als „für alle, die von Romantasy mehr erwarten“ beworbenes Buch liegt die Erwartung daran natürlich hoch. Aber selbst theoretisch romantische Szenen sind durch die kühle Erzählweise aus Snows Sicht nicht wirklich romantisch.
Spannung ist grundsätzlich vorhanden, es gibt zahlreiche Wendepunkte, die ich so auch nicht erwartet hätte (dazu gehören auch Küsse mit Fremden trotz unsterblicher Liebe zu einem anderen), doch der Lesespaß ist bei mir im Laufe der Geschichte leider auf der Strecke geblieben. Im Showdown gibt es noch einmal neue Wendungen, ehe der Roman mit einem Locken für Band 2 endet, zu dem ich nicht greifen werde.




Urteil:
„Snow: Die Prophezeiung von Feuer und Eis“ besticht durch eine detaillierte Welt des ewigen Eises und einem gut zu lesenden Schreibstil. Die Figuren jedoch bleiben blass bis unsympathisch, die treibende Kraft der Protagonistin ist ebenso wenig fühlbar wie alle anderen Emotionen in dem Buch und Romantik sucht man größtenteils vergeblich. Haarscharfe 3 Bücher für diesen Auftakt von Danielle Snow.




Reihe:
1. Snow: Die Prophezeiung von Feuer und Eis
2. Originaltitel: Stealing Snow
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dystopie, fantasy, tod, zukunft, neal shusterman

Scythe – Die Hüter des Todes

Neal Shusterman , Pauline Kurbasik , Kristian Lutze
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 21.09.2017
ISBN 9783737355063
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Er spürte nicht einmal, wie sich seine Beine fortbewegten. Als würde der Scythe ihn an einer unsichtbaren Schnur zu sich ziehen. Seine Präsenz war äußerst imposant.“
(S.92)


Inhalt:
Die Menschen haben Wege gefunden, Krankheiten und Tod zu besiegen. Nun ist die Menschheit unsterblich. Und doch muss man der steigenden Bevölkerungszahl entgegenwirken. Noch gelingt es dem Thunderhead, einer künstlichen Intelligenz, in erstaunlicher Weise, die Bevölkerung mit allem Notwendigen zu versorgen. Es gibt keine Unterschiede mehr zwischen arm und reich. Auch die Scythe, deren Aufgabe es ist, der Bevölkerungsexplosion entgegenzuwirken, treffen ihre Entscheidung nach sorgfältiger Abwägung. Denn das, was sie tun, ist notwendig, es ist unabdinglich. Zielgerichtet werden Menschen nachgelesen, was in der Sprache der Scythe heißt – getötet.


Als Citra auf einen Scythe trifft, denkt sie, dass nun der Augenblick gekommen ist, der für sie vorgesehen wurde. Doch dieses Aufeinandertreffen entwickelt sich anders, als geahnt. Auch als Rowan Zeuge einer Nachlese wird, ändert sich sein Leben ab diesem Augenblick. Denn sowohl Citra als auch Rowan werden nun zu etwas ausgebildet, was sie nie sein wollten – Scythe. Und plötzlich befinden sich beide in einem tödlichen Spiel, aus dem es kein Entrinnen gibt.


Meinung:
Spätestens seit seiner „Vollendet“-Reihe weiß man, dass Neal Shusterman ein erstaunliches Geschick dafür besitzt, Geschichten zu entwerfen, die einerseits schocken und andererseits sehr real wirken können. Allein deshalb war ich nun auch auf seine neue „Scythe“-Reihe sehr gespannt. Nun, da das Buch bei mir eingezogen war, begann ich sodann auch gleich zu lesen. 


Und so spürte ich bereits auf den ersten Seiten, dass Neal Shusterman hier wieder etwas ganz Außergewöhnliches geschrieben hat. Ich machte mich mit Citra bekannt, deren Leben man als durchaus normal bezeichnen kann und verfolgte so die ersten Handlungsstränge. Auch Rowan kam unwesentlich später ins Spielfeld, dessen Leben er selbst als Salatblatt bezeichnet. Denn aufgrund der Vielzahl an Geschwistern erhält er selten die Aufmerksamkeit seiner Eltern. Doch ihn verbindet eine tiefe Freundschaft zu Tyger, der sich in einer ähnlichen Situation befindet. Und doch kreuzen sich bald die Lebenswege von Citra und Rowan; auch wenn nicht abzusehen war, in welcher Form.


Wieder einmal brilliert Neal Shusterman mit einer Idee, die fasziniert und dabei nicht weit von einer möglichen Realität – in einer zukünftigen Entwicklung – zu sein scheint. Auf der einen Seite hat die Menschheit die Unsterblichkeit erreicht. Und doch besteht die dringende Notwendigkeit, einen Bevölkerungsboom einzuschränken. Denn natürlich werden nach wie vor Kinder geboren. Aber aufgrund fehlender Tode wächst die Bevölkerungszahl zusehends. Und hier kommen die Scythe ins Spiel.


Auch wenn es keine Regierungen oder ähnliches mehr gibt, verläuft das Zusammenleben besser denn je. Eine künstliche Intelligenz, der Thunderhead, wacht über das Wohl der Menschen. Er koordiniert die Versorgung und regelt das Sozialleben besser als vormals jeder Politiker. Eine strikte Trennung gibt es lediglich zum Scythetum, das eigenen selbst auferlegten Regeln untersteht. Hier hat der Thunderhead keinerlei Eingriffsmöglichkeiten. Denn nur so können die Scythe ihrer Aufgabe nachkommen. Sie müssen dafür sorgen, dass trotz Unsterblichkeit Menschen ihr Leben lassen. Mehr oder weniger sorgfältig ausgewählt beenden sie den Lebensweg mit unterschiedlichen Mitteln. Und doch werden die den Scythe auferlegten Regeln mitunter unterschiedlich ausgelegt, so dass es auch im Scythetum unterschiedliche Tendenzen und Ränkespiele gibt. Für Citra und Rowan ungeplant sind sie plötzlich doch Teil dieser Parallelgesellschaft. 


Erzählt in dritter Person in Vergangenheitsform erlebte ich das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven. Zwischendurch wurden mir von Neal Shusterman Tagebucheinträge verschiedener Scythe serviert, die unterschiedliche Interpretationen der bestehenden Regeln nahezu unterstrichen und darüber hinaus für ein noch besseres Verständnis mancher Handlungen sorgten. Gewohnt sicher und klar geleitete mich der Autor mit seinem flüssigen Schreibstil durch die Handlung. Auch wenn sich ab und an kleinere Längen anbahnten, verlor ich doch nie das Interesse an den zu erwartenden Handlungen. Und so gelang es Neal Shusterman wieder einmal, mich an seine Geschichte zu fesseln und neugierig den weiteren Entwicklungen entgegenzusehen. Gut gesetzte Spannungspunkte und durchaus überraschende Entwicklungen führten dazu, mich an die Geschichte zu binden und dem Fortgang entgegenzufiebern.


Und so schritt ich unaufhaltsam voran und befand mich plötzlich mitten im Showdown. Auch hier konnte Neal Shusterman nochmals eine Wendung einbauen, die so nicht zu erwarten gewesen war. Sodann lässt er seine Geschichte absolut befriedigend ausklingen, wobei er mich nun neugierig auf die Geschehnisse in der Fortsetzung zurücklässt.


Urteil:
„Scythe – Die Hüter des Todes“ basiert auf einer wiederum exzellenten Idee von Neal Shusterman und kann mit den enthaltenen Entwicklungen und überraschenden Wendungen überzeugen. Meine Lesestunden in einer absolut real wirkenden Zukunftsvision belohne ich deshalb mit knappen 5 Büchern.


Für alle, die dem Tod ins Auge blicken können, unaufhaltsame Entwicklungen akzeptieren und sich dabei kaum lösbaren Herausforderungen stellen.




Reihe:
1. Scythe – Die Hüter des Todes
2. Thunderhead (Arc of a Scythe – OT)






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dystopie, jugendbuch, die perfekten, gene, zukunft

Die Perfekten

Caroline Brinkmann , Caroline Brinkmann
Fester Einband: 587 Seiten
Erschienen bei ONE, 25.08.2017
ISBN 9783846600498
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Sie sprang und überbrückte mehrere Stufen auf einmal. Ihre Schritte wurden von den Wänden zurückgeworfen und füllten den Tunnel aus, wie ein dröhnendes Trommeln.“
(S.103)


Inhalt:
Eine Welt, in der deine Gene bestimmen, wie hoch dein Wert ist. Klassifiziert nach der Perfektion ihrer Gene leben die Menschen in unterschiedlichen Schichten. Über allen stehen die Gesegneten. Sie regieren und lenken die Menschen in Hope. Die Gesegneten sind perfekt.


In dieser Welt lebt Rain zusammen mit ihrer Mutter Storm. Sie sind ständig auf der Flucht. Denn Rain ist nicht registriert und damit ein Ghost. Jeder Ghost wird verfolgt. Die Gesegneten verbreiten die Nachricht, dass Ghosts die Rote Seuche verbreiten. Rain und ihre Mutter hat es nach Grey, einem der zehn Zirkel in Hope verschlagen. Grey ist ein industrielles Dreckloch, doch hier sind sie zumindest einigermaßen sicher. Doch nicht umsonst predigt ihre Mutter ihr immer wieder, dass sie niemandem vertrauen darf.


Auch Lark lebt in Grey. Als er auf Rain trifft, hält er sie für einen Lauscher. Ihr Zusammentreffen endet nicht reibungslos. Lark hat große Pläne. Er will es schaffen, dass er und seine Familie aus Grey herauskommen, näher an den Zirkel, in dem die Gesegneten wohnen. Lark hofft, dass er bei den Sentinal aufgenommen wird. Doch der Weg dahin ist hart. Seine Loyalität wird auf eine harte Probe gestellt. Schnell wird ihm jedoch klar, dass er mit seinen Entscheidungen für den Tod von Menschen verantwortlich ist.


Meinung:
„Die Perfekten“ ist mir seit Erscheinen des Buches sehr oft über den Weg gelaufen. Meinungen, die ich zu der Geschichte gelesen habe, machten mich Zug um Zug neugieriger. Also wurde es jetzt wirklich Zeit, selbst zu der Geschichte zu greifen.


So traf dann auch ziemlich schnell auf Rain und konnte mich mit ihrer Welt vertraut machen. Rain ist ein Ghost, eine nicht registrierte Person. Denn in Hope müssen Fortpflanzungen genehmigt werden, der Gene wegen. Und Rains Eltern hatten diese Genehmigung nicht. Einen Ghost erkennt man daran, dass das vorgeschriebene Tattoo mit der Klassifizierung der Gene am Handgelenk fehlt. Die Drohnen, die für Sicherheit sorgen sollen, können dieses Tattoo jederzeit auslesen. Ein Ghost lebt in ständiger Angst vor Entdeckung. Wenn ein Ghost erwischt wird, drohen ihm heftige Strapazen und Strafen. Der Tod wäre eine bessere Lösung.


Rain weiß, dass sie niemandem vertrauen darf. Auch Lark, einem Jungen, der ebenfalls in Grey zu Hause ist, steht sie anfangs misstrauisch gegenüber. Doch Lark scheint anders zu sein. Spätestens als Lark Rain nach einem Zwischenfall sicher nach Hause bringt, hängt das Leben von Rain und ihrer Mutter am seidenen Faden. Denn Lark weiß, dass Rain ein Ghost ist und nun auch, wo sie zu finden ist. Es scheint eigentlich nur eine Frage der Zeit zu sein, wann die Sentinal auftauchen und sie abholen würden.


Caroline Brinkmann hielt mich mit ihrem flüssigen und angenehm zu lesenden Schreibstil von Beginn an nah an ihrer Geschichte. Die Autorin vermied überbordende Beschreibungen und setzte in genau für mich richtigen Maße Akzente. Dabei ließ sie es sich nicht nehmen, mir immer wieder überraschende Handlungsbahnen vorzusetzen und damit meine Leseneugier mit steigender Seitenzahl stetig zu erhöhen. Erzählt aus den wechselnden Sichten von Rain und Lark in dritter Person Vergangenheit wurde ich zum Teil des Geschehens und hatte immer einen guten Überblick zum Gesamtgeschehen. Die Charaktere wirken absolut vorstellbar und authentisch, entsprechende emotionale Wirkungen blieben deshalb auch bei mir nicht aus.


Die Protagonistin Rain war mir von Beginn an sympathisch. Dass ihre Entwicklung dermaßen an Fahrt gewinnt, war anfangs nicht andeutungsweise vorauszusehen. Sie ist ein starker Charakter, lässt sich so schnell nicht von ihren Zielen abbringen. Dafür geht sie auch so manches Risiko ein, dass sie schnell das Leben kosten könnte.


Lark wird mehr oder weniger innerlich zerrissen, da er für Zwecke eingesetzt werden soll, die ihm zuwider sind. Doch wehren kann er sich kaum, er hat es nicht mehr in der Hand. Denn sein Dilemma ist, dass ein geliebter Mensch sterben wird, wenn er sich zur Wehr setzt. Und so kommt, was kommen musste. Getrieben von seinem Gewissen versucht Lark immer wieder, alles zum Guten zu lenken. Der Erfolg ist dabei nicht immer unbedingt auf seiner Seite.


Caroline Brinkmann hat mit ihrer Vision einer nach Perfektion strebenden Welt eine wirklich tolle Umsetzung geschaffen. Mit ihrer dystopischen Idee und deren Umsetzung ist es ihr eindrucksvoll gelungen, einen Hauch von Panem zum Leben zu erwecken, dabei jedoch etwas völlig Eigenes zu kreieren. Gepaart mit einem guten Händchen für eine erstklassige Umsetzung waren die Weichen für ein exzellentes Leseerlebnis frühzeitig gestellt.


Ohne Aufenthalt steuerte ich fasziniert von den Handlungsfäden auf das Ende der Geschichte zu, die Caroline Brinkmann nach einem gut inszenierten Showdown mit steigendem Spannungsmoment zu einem beruhigten Ausklang bringen konnte. Die Geschichte endet sodann auch nicht mit einem extremen Cliffhanger; doch genau dieses Ende lässt mich nun mit Spannung auf den Folgeband warten, den ich definitiv lesen werde.




Urteil:
„Die Perfekten“ macht das Lesen der Geschichte mit dystopischem Spektakel, klaren Handlungssträngen und einprägsamen Charakterfiguren zu einem wirklich dem Namen des Buches entsprechenden perfekten Leseerlebnis. Meine Lesestunden mit Rain im von den Gesegneten regierten Hope belohne ich deshalb mit klaren 5 Büchern.


Für alle, die ihr Leben akzeptieren, sich dabei dennoch nicht von Grenzen aufhalten lassen und schwierige Situationen kontrollieren können.




Reihe:
1. Die Perfekten
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fantasy, zirkus, scherben der dunkelheit, gesa schwartz, jugendbuch

Scherben der Dunkelheit

Gesa Schwartz
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei cbt, 25.09.2017
ISBN 9783570164853
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zitat: 


„Ich wäre gerne eine Kriegerin oder Zauberin (...) Aber ich habe nur Träume und Gedanken. Und manchmal, wenn ich sehr traurig bin, Tränen aus Eis.“
(Seite 172)


„Ein Gaukler (...), eine Wandlerin und ein Zauberer. Welche Rolle ich auch immer einnehmen werde bei diesem Abenteuer – ich könnte mir schlechtere Reisegefährten vorstellen.“
(Seite 128)




Inhalt: 




Anouk ist sechzehn und verbringt ihre Ferien in einem kleinen Dorf in der Bretagne. Bald schon trifft ein Zirkus ein. Dark Circus, ein geheimnisvoller Zirkus, der im Dorf für seine düsteren und besonderen Vorstellungen bekannt ist. Anouk, schon immer von Fabelwesen und Magie fasziniert, gerät schnell in seinen Bann und trifft in der magischen Zirkuswelt auf den geheimnisvollen Zauberer Rhasgar.
Doch die Magie im Dark Circus ist mehr als Spiegeltricks und Feuerweck. Sie ist echt. Und sie ist gefährlich. Und plötzlich steht Anouk unter einem Fluch, der schon viele Menschen wie sie verschlungen hat. 




Meinung


Irgendwo im französischen Nirgendwo sitzt ein Mädchen namens Anouk im Gras und zeichnet einen Zirkus, der in der letzten Nacht die Stadt erreicht hat. Dark Circus heiß er und so sieht er auch aus. Dunkel und verlassen, doch auf Anouks Bild bekommt er die schönsten Farben.
Zusammen mit ihrer Cousine besucht Anouk die Vorstellung und wird von einer gigantischen Show verzaubert, die das Äußere des Zirkus Lügen straft. Pure Magie scheint in der Manege zum Leben zu erwachen, geweckt von den Artisten.


Anouk ist zu Besuch bei ihrer Tante, weil sie keine Lust hatte auf einen weiteren Sporturlaub mit ihren Eltern, die sie ja doch nicht verstehen. Seit ihr kleiner Bruder Ben vor fünf Jahren an Krebs gestorben ist, hat sich Anouk mit einer dicken Mauer umgeben und lebt in einer Welt der Bücher und Zeichnungen. Doch dieser Abend im Zirkus verändert alles, ganz besonders als die Show des Magiers Rhasgar durch Anouk irgendwie gestört wird. Warum konnte sie seinem Zauber wiederstehen? Anouk trifft Rhasgar wenig später in einer alten Ruine beim Üben und er warnt sie eindringlich, sich von dem Zirkus fernzuhalten. Er benimmt sich ziemlich unheimlich und zeigt ihr seine vernarbten Handgelenke, die aussehen, als stammen die Male von Fesseln.
Anouk ist entschlossen sich vom Zirkus und seinen seltsamen Bewohnern fernzuhalten, doch dann bekommt sie eine magische Einladung und entscheidet sich um. Früher haben Ben und sie an Magie und Wunder geglaubt, Fabelwesen im Wald gejagt und zusammen von einer anderen Welt geträumt. 


„Was, wenn das, was sie gerade erlebt ein Hinweis darauf ist, dass es diese Dinge doch gibt?“ 
(Seite 65)


Ich bin ein Fan von Gesa Schwartz und hab mich sehr auf dieses Buch gefreut. Sowohl Cover, als auch Titel gefallen mir total gut und der Klappentext hat mich gleich neugierig gemacht. Das Zirkusthema fand ich total interessant und es ist auch ganz gut umgesetzt, wobei ich mir hier gerne noch ein klein bisschen mehr Glamour gewünscht hätte.


Die Liebesgeschichte ist recht typisch, dunkler heißer Typ hält Mädchen auf Abstand, weil er nicht will, dass ihr etwas geschieht. Mich konnte das ehrlich gesagt nicht ganz überzeugen, ich mag Rhasgar, aber in Liebessachen ist er ein wenig merkwürdig und Anouks Beweggründe, waren mir trotz der vielen Selbstreflektionen nicht ganz klar. 


„Der Zauberer, der im Regen auf Seilen herumturnt (...) und Anouk, die im schlimmsten Unwetter spazieren geht. Es scheint, als wären wir beide nicht ganz dich.“
(Seite 47)


Es gibt sehr viel Beschreibung in diesen Büchern und viel Selbstreflektion von Anouk. Mir war das ehrlich gesagt, ein bisschen zu viel, das Buch wurde dadurch auch nochmal eine Spur düsterer, als das Thema es ohnehin schon gemacht hat. Zwar wird durch den kleinen Levin, eine Spur Fröhlichkeit herbeigezaubert, aber auch hier hätte ich mir gerne etwas mehr gewünscht.


Was interessant war, war der Antagonist, in diesem Fall, der Zirkus. Der Zirkus ist nicht nur ein Monster. Zwar besteht er aus Dunkelheit, doch er hat seinen Artisten auch ein Zuhause gegeben, als die Menschenwelt das nicht konnte. 


„Er ist auch ein Zufluchtsort für alle, die dort draußen verloren gegangen sind.“
(Seite 203)




Manche Szenen der Geschichte waren eher Horror als Fantasy, zumal es um einen bösen Clown geht. Ich glaube Steven King wäre begeistert.


Der Schreibstil war an vielen Stellen ganz klar Gesa Schwartz, allerdings viel in einer abgeschwächten Form, so als ob sie neue Leser nicht gleich mit ihrer Komplexität (die dennoch vorhanden war) abschrecken wollte. Es ist keins ihrer typischen Bücher und doch ist die Welt, die erschaffen wird, wieder absolut gewaltig. Ich finde es absolut faszinierend, wie detailliert allein eine Vorstellung in der Manege beschrieben wird! Riesigen Respekt an die Autorin! 
Die Figuren, besonders die Artisten mit ihren Fähigkeiten sind sehr toll ausgearbeitet. Trotzdem konnte der Funke nicht ganz überspringen, was ich sehr schade fand. 
Am Ende gab es eine Wende, wo ich wirklich überrascht war und dachte „JA! Das ist krass!“ Aber dann war es eine Sackgasse und das Ende hat sich ziemlich gezogen. Ich muss leider sagen, dass das mein bisher schwächstes Werk von Gesa Schwartz ist. Nichts desto trotz werde ich auch jedes weitere Buch von ihr lesen.


„Du wirst du einer Figur in einer Geschichte werden, einer Figur voller Magie und Zauber. Aber jenseits deiner Seiten ... gibt es nichts.“
(Seite 109)


Urteil: 
„Scherben der Dunkelheit“ von Gesa Schwartz ist eine magische Zirkuswelt mit grandiosen Beschreibungen, einem richtig guten Plot und wunderschönen Zitaten, deren Figuren und Längen mich leider nicht ganz überzeugen konnten. Drei Bücher von mir.




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liebe, vermont, true north, cider, sarina bowen

True North - Wo auch immer du bist

Sarina Bowen , Nina Restemeier , Wiebke Pilz
Flexibler Einband: 378 Seiten
Erschienen bei LYX, 24.04.2017
ISBN 9783736305601
Genre: Liebesromane

Rezension:


Meinung:
An True North kommt man derzeit ja irgendwie nicht vorbei. Nachdem mir die Paper-Reihe bei meinem kurzen Genre-Ausflug in den unfantastischen Bereich gut gefallen hatte, wollte ich es noch ein weiteres Mal probieren. Eins vorweg: Das Buch las sich weg wie nichts und kommt mit einer sympathischen Protagonistin daher:


Audrey hat einen absolut miesen Job, doch den braucht sie, um sich ihren Traum von einem eigenen Restaurant zu erfüllen. Ihr Job führt sie nach Vermont, wo sie als Einkäuferin für ihre Firma tätig sein soll - und Angebote im Gepäck hat, über die alle Farmer dort nur abfällig den Kopf schütteln können. So auch Griff, den Audrey noch von ihrer Collegezeit her kennt - eine kurze Affäre inklusive. Schnell "stört" die Chemie zwischen den beiden die Verhandlungen und dieses etwas zwischen ihnen beschwört alte Gefühle herauf.


Sowohl Audrey als auch Griff kommen zu Wort und erzählen jeweils in Ich-Perspektive. Sie alle schleppen ihre Vergangenheit, Ängste und Träume mit sich herum, was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Das Knistern der beiden mochte ich und die bissigen Dialoge waren immer wieder ein Highlight - ebenso wie die Sexszenen, die genau im richtigen Maße explizit waren und gut in die Geschichte integriert.


Das Setting von Vermont und die Arbeit auf der Farm wurde gut rübergebracht, ebenso wie die halsabschneiderischen Großkonzerne, die es wohl überall gibt.


Doch ich für meinen Teil - die in diesem Genre alles andere als Zuhause ist - fand die Geschichte etwas zu normal. Ich habe sie gerne verfolgt und sie war schnell weggelesen, aber wirklich mitgefiebert habe ich eigentlich nicht. Dafür ist mir vermutlich zu wenig passiert, mir war es einen Hauch "zu normal". Auch mochte ich Griff als Figur, seine Art und seinen Umgang mit allen. Für das stetig erwähnte Aussehen (Vollbart ist nicht meins) konnte ich mich jedoch nicht erwärmen und so sehr ich auch versucht habe, dieses auszublenden - es war nicht ganz möglich.


Schon dieser erste Band kommt zu einem Ende für das Pairing Audrey und Griff. In den nächsten Teilen der Reihe geht es um die bisherigen Nebenfiguren, die alle auch ihre eigenen Geschichten zu erzählen haben.


Urteil:
"True North: Wo auch immer du bist" war eine süße aber auch prickelnde Story mit interessanten Figuren und gelungener Kulisse. Darüber hinaus war sie mir aber einen Tick "zu normal". Für meine Ausflüge in dieses Genre favorisiere ich dann wohl doch etwas übertriebenere und gestelltere Szenarien, die mich scheinbar mehr fesseln können.
Was aber natürlich genau der Punkt ist, der Genre-Kenner wiederum mit dieser "Natürlichkeit" überzeugen kann.
Reihe:
1. True North: Wo auch immer du bist
2. True North: Schon immer nur wir
3. True North: Du bist alles für immer




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fantasy, götter, jennifer l. armentrout, götterleuchten, liebe

Im leuchtenden Sturm

Jennifer L. Armentrout
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 11.09.2017
ISBN 9783959671200
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Josie ist wohlbehalten im Covenant untergebracht und geht dort ihrem Training mit Seth nach – und nicht nur das. Auch ihre Beziehung wird immer tiefgehender. Bis zu jenem einen Tag, an dem etwas geschieht, das Seth verändert. Er distanziert sich von Josie und sie weiß nicht einmal, wieso er sich so kalt verhält – und doch haben sie und die anderen größere Probleme: Die Streitigkeiten zwischen Halb- und Vollblütern nehmen neue Ausmaße an, es kommt zu mehr als nur Handgreiflichkeiten. In all dem Chaos gilt es aber nicht außer Acht zu lassen, dass es noch drei weitere Halbgötter gibt, die die Gruppe noch vor den Titanen aufspüren muss. Wer ihnen da aber zur Hilfe kommt, hätte niemand erwartet.


Meinung:
Endlich geht es mit Seth und Josie weiter! Kaum begonnen, war das Buch auch schon beendet.
Jennifer L. Armentrout versteht es wieder perfekt, den Leser in die Geschichte zu ziehen. Josie hat immer häufiger diese düsteren Albträume, von denen sie jedoch niemandem erzählt. Das Leben im Covenant ist auch so schon anstrengend genug. Ihr tägliches Training mit Seth bringt sie an ihre körperlichen Grenzen, aber auch die Unruhen unter den Mitschülern sorgen dafür, dass sie sich nicht nach vorne drängen will. Bis sie zum Ziel solcher Anfeindungen der Vollblüter wird und zum Schutz des Halbbluts Colin ihre besondere Gabe offenbart – und sich herumspricht, dass sie eine Halbgöttin ist. 
Als für Josie endlich alles perfekt ist – sie und Seth auch endlich Sex hatten – verändert sich alles. Denn in Seth schlummert noch immer etwas, das nach einem Teil von Josie lechzt, den er nicht begehren sollte.
Im zweiten Band der Götterleuchten-Reihe bringt Jennifer L. Armentrout wieder jede Menge Mythologie ein. Neben den Titanen, die es zu besiegen gilt, haben auch weitere bekannte Sagengestalten ihren Auftritt. Doch nicht nur sie: denn es gibt ein Wiedersehen mit alten Bekannten, was mich durchaus gefreut hat.
Der Schreibstil ist gewohnt locker, die Dialoge strotzen nur so von Biss und Sarkasmus und dennoch geht das Gefühl nie verloren, wenn es ernst wird. Erneut erzählen Seth und Josie abwechselnd in Ich-Perspektive, sodass beide Seiten beleuchtet werden und der Leser den Protagonisten ein ums andere Mal voraus war – was die Spannung leider ein wenig verringerte. Nichtsdestotrotz fieberte ich dem Moment entgegen, in denen die Geheimnisse offenbart werden.
Die Figuren und die Beziehungen zueinander haben sich weiterentwickelt. Was mich an Seth ein wenig gestört hat, war dieses stets betonende nicht-verdient-haben, das Josie stets dementiert. Aber das war noch in erträglichem Maß, sodass ich mich sehr gut auf die anderen Parts ihrer Beziehung konzentrieren konnte: dem Näherkommen. Besagte Szenen prickeln vor Leidenschaft, sind weder zu vage, noch zu detailliert geschildert – egal aus welcher der beiden Sichten gerade berichtet wird.
Das Tempo zieht nach dem ruhigeren ersten Drittel kontinuierlich an und so rauscht man unaufhaltsam der unausweichlichen Konfrontation mit dem Gegner und dem großen Showdown entgegen – der es dann durchaus in sich hatte und mit einer Wendung aufwartet, die mich sehnsüchtig auf die Fortsetzung zurücklässt.




Urteil:
Band 2 der „Götterleuchten“-Reihe startet ruhig und wird dann doch zum rasanten Abenteuer. Eine gelungene Entwicklung und neue mythologische Aspekte runden dieses ab. 4 Bücher für „Im leuchtenden Sturm“.




Reihe:
1. Götterleuchten: Erwachen des Lichts
2. Götterleuchten: Im leuchtenden Sturm
3. Götterleuchten: Glanz der Dämmerung








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fantasy, dark fantasy, reihe, ivo pala, verlag knaur

Schwarzer Horizont

Ivo Pala
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.10.2016
ISBN 9783426519158
Genre: Fantasy

Rezension:


Zitat:
„Der Schrei echote grell und gespenstisch durch das nur von wenigen Fackeln erleuchtete Zwielicht und erstarb dann abrupt – vermutlich zusammen mit dem, der ihn ausgestoßen hatte.“
(S.88)


Inhalt:
Der Weltendonner hat auf einen Schlag die Welt verändert. Es herrscht überall Dunkelheit, Der Hunger greift um sich, Menschen sterben. 
Raymo, der durch den Weltendonner seine Braut am Tag der Hochzeit verloren hat, zieht nun auf der Suche nach Frieden und Freiheit durch die Welt. Durch eine Verkettung von Umständen gerät er zwischen die Fronten und begibt sich in ungeahnte Gefahren.
Die Sklavin Lizia lebt als niedrigste Dienerin auf dem Hofgut „Cassias Hain“. Und nun, da ihr Körper langsam weibliche Formen annimmt, droht ihr die Vergewaltigung. Lizia versucht, sich umzubringen. Doch sie wird von Raymo gerettet, dessen Weg zufällig hier vorbeigeführt hat. Gemeinsam nehmen sie den Weg nach Dunuum. Hier trennen sich dann ihre Wege. Aber auch in Dunuum trachtet scheinbar jeder nach Lizias Jungfräulichkeit. Lizia schwebt in ständiger Gefahr, nichtsahnend, welcher Weg ihr bestimmt ist.
Ash wird Zeuge eines Gemetzels an seinen Brüdern im Kloster. Doch plötzlich spricht sein Gott zu ihm und rettet ihn. Ash bekommt von Gott eine Aufgabe. Wenn diese Aufgabe nicht erfüllt wird, ist die Menschheit dem Untergang geweiht.


Meinung:
Zu „Schwarzer Horizont“ habe ich schon viele Meinungen, darunter auch sehr viele positive, gelesen. Nun war meine Neugier auf die Geschichte nicht mehr im Zaum zu halten und ich musste mir selbst ein Bild machen. Gesagt, getan. Ich habe das Buch gekauft und es musste nicht lange im Regal warten, bis ich mit dem Lesen begann.


Ivo Pala zögerte dann auch gar nicht lange und warf mich mitten in seine Welt. Schon nach den ersten Seiten wurde ich mehr und mehr gefesselt. Ich konnte eintauchen in diese absolut mitreißende Idee des Autors. Zuerst begegnete ich Raymo, der sich gerade in einer für ihn sehr gefährlichen Situation befand. Zu Raymo hatte ich von Beginn an einen Draht. Immer wieder werden Hürden vor ihm aufgebaut, die man kaum überwinden kann. Doch genauso physisch stark so intelligent ist Raymo. Ihm gelingt es, schwierige Aufgaben zu lösen und einen Ausweg zu finden. Doch ob ihm das Glück tatsächlich immer hold ist? Auf der Suche nach Glück und Frieden nimmt er dabei vieles auf sich. 


Lizia hatte von der ersten Begegnung an meine volle Zuneigung. Aufgewachsen auf dem Hofgut „Cassias Hain“ lebt sie nun auch hier. Sie hat kaum Rechte, die niedersten Aufgaben werden ihr übertragen. Nun ist sie zu einer jungen und schönen Frau herangewachsen, sodass seitens der auf dem Gut lebenden Männer Begehrlichkeiten geweckt werden. Der Mordomo, der Oberste Diener auf dem Gut, hat es nun auf sie abgesehen. Lizia soll sich nach getaner Arbeit ihm am Abend zur Verfügung stellen. Sie hatte schon mit dieser Entwicklung gerechnet, doch die Ausweglosigkeit ihrer Lage wird ihr nun umso mehr bewusst und so entschließt sie sich zu einem notwendigen Schritt. Sie will sich umbringen. Doch mit der Rettung in letzter Sekunde durch Raymo nimmt das Schicksal für sie einen Lauf, wie es nicht vorhersehbar war. 


Auch Ash, der Mönch, hatte meine Sympathien sofort erobert. Zu Taten gezwungen, die er sich nie im Leben träumen lassen hätte, geht er hartnäckig den von ihm abverlangten Weg, der von nun an auch Sachen bedingt, für die Geistliche nicht unbedingt bekannt sind.


Ivo Pala setzte bei der Erzählung seiner Geschichte auf eine Präsentation in dritter Person Vergangenheit und wechselt dabei immer wieder die Perspektive aus. So hatte ich jeweils immer einen guten Überblick auf die Erlebnisse von Raymo, Lizia und Ash. Die dargestellten Charaktere wirken unverfälscht und authentisch. Die in der Geschichte enthaltenen Gewalt- und Sexszenen kamen nicht gestellt oder überbordend bei mir an, sondern gliederten sich nahtlos in die Handlung ein. Mehr als einmal las ich innerlich schockiert über die Seiten. Die Leiden, die Ivo Pala seinen Charakteren zugedacht hat, griffen nahezu ungefiltert auf meine Empfindungen über. Der Autor spielte nahezu in gekonnter Weise mit der Mischung aus Emotionen, Gewalt und Sex.


Es ist selten, dass ich ein Buch lese, an dem ich von der ersten bis zur letzten Seite keine Anmerkungen oder Einwürfe hätte. „Schwarzer Horizont“ ist allerdings so ein Buch. Ivo Pala konnte mich von Beginn an nahezu begeistern und mitreißen. Seine Geschichte verlangte mir eine ganze Palette an Gefühlen ab, die ich nun erstmal verarbeiten muss. Denn auch mit den Entwicklungen zum Ende der Geschichte hin, hat Ivo Pala nochmals ganz großes Kino geliefert. Wie froh kann ich da sein, dass der zweite Teil der Reihe bereits griffbereit zum Lesen bei mir liegt!


Urteil:
„Schwarzer Horizont“ konnte mich mit seiner Idee, den authentischen Charakteren und einer perfekten Umsetzung förmlich begeistern und war für mich eine emotionale Achterbahnfahrt. Meine Erlebnisse in Ivo Palas Welt nach dem Weltendonner belohne ich deshalb mit grandiosen 5 Büchern.


Für alle, sich Strapazen und Entbehrungen stellen können, dabei darauf achten, falschen Freundschaften aus dem Weg zu gehen und niemals auch nur im Ansatz die Hoffnung auf einen guten Ausgang verlieren. Lest dieses Buch!




Reihe:
1. Schwarzer Horizont
2. Schwarzer Sturm






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wüste, magie, fantasy, krieg, rhaziv

Wédora – Staub und Blut

Markus Heitz
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.10.2017
ISBN 9783426517796
Genre: Fantasy

Rezension:


Zitat:  


„Aus der Langeweile, die Liothan zu Beginn des Tages verspürt hatte, war ein Abenteuer geworden, wie er es in Büchern nicht besser hätte finden können. Ein geheimnisvoller Schacht im eigenen Haus, eine magische Reise in die Wüste, eine mutmaßliche Verschwörung verborgener Kejo und Echsen gegen die Stadt.“ 
(S. 107)






Inhalt:


Auch im Zweiten Band von Wedora entführt Markus Heitz seine Leser zurück in die ebenso geheimnisvolle wie tödliche Wüstenmetropole. Längst sind nicht alle Geheimnisse gelüftet, Dunkles lauert in den Tiefen der Stadt. Liothan, der eigentlich seine magischen Fähigkeiten schulen soll, verfällt in alte Gewohnheiten und liebäugelt mit Wedoras Unterwelt. Tomeija dagegen wird von dem geheimnisvollen Herrscher der Stadt zur obersten Gesetzeshüterin berufen. Eine Arbeit, die ihr ebenfalls nicht fremd ist. Schon hat sie den ersten Mord aufzuklären, dem noch viel seltsamere Dinge folgen. Beide Freunde geraten in einen Strudel aus Ereignissen, Magie, Tod und Abenteuer.




Meinung


Ich habe mich riesig auf dieses Buch gefreut, hatte aber auch etwas Sorge, weil ich nicht mehr alle Details aus Band 1 im Kopf hatte. Es gibt aber am Anfang der Geschichte eine kurze Einführung über den letzten Band, was ich sehr sehr gut fand!


Im ersten Kapitel lernen wir neue Figuren kennen, eine Söldner Truppe, die sich „Die Krähen“ nennen. Sie sind im Auftrag eines Unbekannten unterwegs, geraten in seltsames Terrain, wo ihnen schließlich ein grausamer Zauber zum Verhängnis wird. Markus Heitz startet seine Geschichte sehr bildgewaltig, ich war sofort gefesselt und konnte das Buch nicht weglegen. In den Erzählperspektiven von Liothan und Tomeija habe ich mich direkt wohl gefühlt. Es war schön, die beiden wieder zu treffen. Sie leben jetzt in einem der reichen Viertel von Wedora in einer riesigen Villa. Als Retter der Stadt sind sie zu ordentlich Geld gekommen.


Tomeija soll Priesterin des Gottes Driochor werden, wird dann aber plötzlich zur Vertreterin des Darémo, des Herrschers der Stadt, gerufen. Scheinbar hat der geheimnisvolle Herrscher Großes mit ihr vor, er will sie zur obersten Gesetzeshüterin machen. Ihr erster Auftrag lautet in Sandwacht einer Festung außerhalb von Wedora einen Mord aufzuklären. Diese Festung hat mich irgendwie an die Mauer aus Game of Thrones erinnert. Sie ist eine Art Wachposten, viele Geschichten ranken sich um das Gemäuer, in dem angeblich Geister ihr Unwesen treiben sollen. Und tatsächlich trifft Tomeija dort ziemlich seltsame Umstände an, die sie zeitweise sogar um ihr Leben fürchten lassen.


Währenddessen packt Liothan die Langeweile. Eigentlich sollte er seine magischen Fähigkeiten durch Lesen und Üben schulen, doch die Abenteuerlust packt ihn. Er findet einen geheimen Gang und was er dort findet, wäre lieber im Verborgenen geblieben. Eine Verschwörung braut sich unter der Stadt zusammen und Liothan muss einen Weg finden zu überleben, was sich als gar nicht so leicht herausstellt. Doch bald schon hat er einen Ruf als angehender König der Unterwelt und rasselt damit aber voll in Tomeijas Pläne hinein.


„Liothan hätte es lustig gefunden, als sein eigener Geist in seiner alten Heimat Walfor zu erscheinen und Gutes zu tun.“ 
(S 53)


Irian Ettras, der Herzensfresser, taucht wieder auf und stellt sich in Sandwacht auf Tomeijas Seite. Ich fand es so cool, dass er wieder vorkommt! Er ist faszinierend, aber irgendwie böse, hilft aber den Figuren ... ich mag ihn echt, auch wenn er eklige Essgewohnheiten hat!


Jedes Kapitel ist in zwei Teile gegliedert, je ein Teil für eine Erzählweise der beiden Hauptcharaktere. Zwischendurch kommt mal eine Szene aus Irians Sicht oder aus der von Atha, die Söldnerin vom Anfang, die mittlerweile mit dem König von Liothan zusammenarbeitet, um das Böse in ihrer Welt zu bekämpfen. Zwischendurch kommen kurze Einblicke aus noch anderen Perspektiven, aber eher selten und es war nicht störend, sondern hat sich schön ergänzt und noch neugieriger gemacht.
Der Autor hat die jeweiligen Szenen ziemlich oft sauspannend enden lassen, so dass man wie verrückt den nächsten Part aus der neuen Sicht gelesen hat, in dem es dann aber auch wieder super spannend wurde. Teilweise war ich echt ein bisschen aus der Puste und konnte das Buch nicht weglegen. 


Was mich ein bisschen gestört hat, waren die vielen Bezeichnungen für Menschen, Dinge und Wesen. Ich wusste teilweise nicht, was dahintersteckt. Es gibt ein Glossar, das ist auch hilfreich, meiner Meinung nach hätte es aber ruhig noch etwas ausführlicher sein können. Irgendwer taucht mit einem ultraspektakulärem Namen aus dem Nichts auf und man denkt „Ohaa der ist total special, Gänsehaut wuhu ... halt stopp wer genau ist das jetzt und warum und von wem und hää?“ Das fand ich teilweise ein bisschen doof, aber das ist Jammern auf hohem Niveau.
Ich mag die Charakterausarbeitung unglaublich gerne! Tomeija ist mein Liebling und auch die mysteriöseste von allen. Sie kämpft mit aller Macht für die Unterdrückten und ist einfach ein toller Charakter. Nur wie sich ihre Kräfte gegen Ende verändern fand ich mehr als blöd.


„Übertreibt es nicht, Driochor-Priesterin. Ihr könnt nicht alle retten.“ 
(S. 529)


Aber auch Liothan hat riesig viel Herz und Humor. Er ist eine Mischung aus Aladin und dem Typ aus den Mumienfilmen und es hat riesig Spaß gemacht, seine Geschichte weiter zu verfolgen! Kadir taucht auch nochmal auf. Leider nur kurz, aber egal.
Das Ende war toll, super cool! Aber ich hab noch ein paar Fragen und die Danksagung lässt nicht darauf schließen, dass wir einen dritten Wedora Band bekommen.


Urteil
Der zweite Band von „Wedora“ ist noch spannender und bildgewaltiger als Band eins. Handlung und Charaktere haben mich völlig überzeugt und in eine fremde Sandwelt entführt. Die Geschichte erhält vier dicke Bücher und eine ganz klare Leseempfehlung! Mein absolutes Lesehighlight für diesen Monat! Gebt mir mehr!






Die Reihe:


Wedora Band 1 – Staub und Blut
Wedora Band 2 – Schatten und Tod






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feuer, dämonen, rebell, waage, rom

Riders - Schatten und Licht

Veronica Rossi , Franca Fritz , Heinrich Koop
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 24.08.2017
ISBN 9783841402233
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt:
Gideon Blake findet sich nach einem vermeintlich tödlichen Unfall nahezu vollständig genesen in einem Krankenhaus wieder, ein Armband am Handgelenk, das er nicht abbekommt. Doch das ist nur der Anfang der Merkwürdigkeiten. Denn als er Daryn kennenlernt und sie ihm erzählt, wer er genau ist, nimmt das Chaos seinen Lauf. Dicht gefolgt von einer Horde Dämonen machen sich die beiden auf die Suche nach den anderen Reitern der Apokalypse.


Meinung:
Veronica Rossi konnte mich bereits mit ihrer "Gebannt"-Trilogie begeistern, daher war mir auch ohne einen detaillierten Blick auf den Inhalt klar, dass ich "Riders - Licht und Schatten" lesen musste.


Die Autorin warf mich dann auch sofort direkt ins Geschehen.
Der im Präsens und Ich-Perspektive erzählende Protagonist Gideon Blake findet sich nach dem Aufwachen an einen Stuhl gefesselt wieder, ihm gegenüber eine Frau, die sich als Natalie Cordero vorstellt und ihm Fragen stellen will.
Gideon will sie eigentlich nicht beantworten und doch drängen die Worte - einfach alles - nur so aus ihm heraus, Wahrheitsserum sei dank. Und so erzählt er - immer wieder unterbrochen von kurzen Abrissen in die Gegenwart - was die letzten Monate in seinem Leben so völlig anders verlief, als es sollte, angefangen bei seinem tödlichen Fallschirmsprung.


Diese Erzählweise, als würde der Leser hinter Gideon stehen und live miterleben, wie er "Cordero" detailliert alles schildert, macht dieses Buch zu etwas ganz Besonderem, teilweise aber auch etwas verwirrend. Natürlich ist das Erzählte in Vergangenheit geschrieben, während die Situation im Jetzt im Präsens geschildert wird, dennoch kam es vor, dass ich manchmal an einem Absatz hängen blieb, um wieder in die jeweilige Zeit zu kommen. Der Grundgedanke ist jedoch absolut genial, denn auch im Laufe des "Jetzt" verändert sich Gideons Situation, was Spannung auf mehreren Ebenen erzeugte, da er in der Lage ist, uninteressante Abschnitte seiner Erlebnisse zusammenzufassen und so nur das Essentielle zu erzählen. 


Die Grundidee des Buches, der Kampf gegen die Dämonen, die Reiter der Apokalypse bietet jedoch bei weitem eigentlich schon genug potential für unterhaltsame Lesestunden. An Action mangelt es dem Buch ebensowenig wie an interessanten Figuren, die - allen voran Gideon - eine gelungene Entwicklung durchmachen, auch als Team.


Der Erzählstil von Veronica Rossi ist in diesem Buch passend zum Army-Mitglied Gideon knapp und nüchtern. Die zahlreichen kurzen Sätze wirken etwas gehetzt, Emotionen dringen durch diese Erzählweise kaum bis zum Leser durch, auch wenn sie durchaus erwähnt sind. Vielleicht liegt es an der emotionalen Kühle, die Gideon durch seine Art einfach umgibt, aber auf mich wirkte das Buch daher etwas berichtsartig ... wie der Bericht, den Gideon seinem Gegenüber abliefert.


Die Spannung wird vom ersten Kapitel an geschürt, da Gideon teils Dinge vorwegnimmt und andeutet, die neugierig machen. Das zieht sich durch das gesamte Buch, wobei Veronica Rossi durchaus die eine oder andere Überraschung bietet, was die Spannung weiter anheizt, ehe sie in einem kämpferischen und blutigen Showdown gipfelt und vorerst befriedigt, aber mit jeder Menge Neugier auf die Fortsetzung endet.


Durch das Alter des Protagonisten und seiner Zugehörigkeit zur Army bin ich mir unschlüssig, ob die Geschichte wirklich ins Label FJB passt, tatsächlich ein Jugendbuch ist, ein Eindruck, den die fehlende Altersangabe ebenfalls erweckt. Dafür las es sich einfach zu erwachsen, hier empfehle ich aber einfach die Leseprobe. Wenn diese überzeugt, könnt ihr getrost zum Buch greifen.


Urteil:
Die Erzählweise von "Riders - Schatten und Licht" ist etwas gewöhnungsbedürftig, dafür überzeugt die Geschichte mit jeder Menge Action und einer neuen Herangehensweise an das Thema Dämonen umso mehr. Solide 4 Bücher für Gideon und die anderen Reiter der Apokalypse. 




Reihe:
1. Riders – Schatten und Licht
2. Originaltitel: Seekers






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