his_and_her_books

his_and_her_bookss Bibliothek

758 Bücher, 768 Rezensionen

Zu his_and_her_bookss Profil
Filtern nach
759 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(70)

370 Bibliotheken, 36 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, young elites, marie lu, lohnenswert

Young Elites - Die Gemeinschaft der Dolche

Marie Lu , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 16.01.2017
ISBN 9783785583531
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Ich blicke hinab ins dunkle Wasser. Tief, schwarz, endlos, erfüllt von schemenhaft dahingleitenden Monstern. Entsetzen steigt in mir auf.“
(S.109)

Inhalt:
Als Kind am Blutfieber erkrankt und dem Tode knapp entronnen ist Adelina seit dieser Zeit gezeichnet, sie hat ein Auge verloren. Damit gehört sie zu den Malfettos, den Gezeichneten. Manche Malfettos haben übernatürliche Kräfte entwickelt, sie sind die Elite. Doch gesellschaftlich geächtet fristen sie ein Dasein am Rande der Gesellschaft und werden von der Inquisition verfolgt.

Adelina lebt mit ihrem Vater und ihrer wunderschönen jüngeren Schwester Violetta. Durch die „Schande“, ein Malfetto in der Familie zu haben, verliert ihr Vater immer mehr Handelspartner. Die Familie verarmt zusehends. Als Ausweg wird Adelina einem Kaufmann als Mätresse versprochen. Doch sie fasst den Entschluss zu fliehen. Als ihr Vater sie einholen kann, spürt Adelina erstmal ihre Kräfte. Sie kann diese jedoch nicht kontrollieren, ihr Vater stirbt. 

Nun wird Adelina als Mörderin gesucht. Allein mit ihrer aufkommenden Gabe ist die Inquisition dicht auf ihren Fersen. Am Tag ihrer Hinrichtung passiert das schier Unglaubliche. Die Gemeinschaft der Dolche kommt ihr zu Hilfe. Doch Adelinas Sicherheit scheint trügerisch.

Meinung:
Meine erste Bekanntschaft mit der Autorin Marie Lu machte ich, als ich ihre „Legend-Reihe“ gelesen habe. Der flüssige Schreibstil der Autorin und gut durchdachte Handlungen hatten mir sehr gut gefallen. Als nun feststand, dass „Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche“ als Auftakt einer neuen Reihe bei uns erscheinen würde war klar, dass ich hier auf jeden Fall zugreifen würde. Nun ist dieser erste Teil der Reihe bei mir angekommen und ich griff auch gleich nach dem Buch.

Und so hält sich Marie Lu auch nicht lange mit einleitenden Worten auf, sondern offenbarte mir die ganze ungeschminkte Wahrheit. Ich traf auf Adelina, die seit ihrer Kindheit aufgrund einer grassierenden Krankheit, dem Blutfieber, gezeichnet war. Viele Menschen haben durch das Blutfieber ihr Leben verloren. Insofern hatte Adelina sogar Glück, wenn man davon sprechen kann. Sie hat „nur“ ein Auge verloren. Die meisten Überlebenden des Blutfiebers wurden gezeichnet. Als sogenannte Malfettos werden sie von der Gesellschaft lediglich geduldet. Doch einige der Malfettos entwickelten nach dem Blutfieber eine übernatürliche Kraft. Umso mehr werden die Geächteten gefürchtet.

Wann immer ein Malfetto in der Handlung auftauchte, spürte ich eine extreme gesellschaftliche Ausgrenzung. Nie wurde in männlicher oder weiblicher Form von dem oder der Betroffenen gesprochen. Die Autorin wählte für die Beschreibung immer die sächliche Form. Damit gelang es ihr auch definitiv, die gewünschten Emotionen in mir zum Vorschein zu bringen.

Auch Adelina hat es nicht leicht. Ihr Vater zieht ihre jüngere wunderschöne Schwester Violetta vor. Selbst vor Gewalt gegenüber Adelina schreckt ihr Vater nicht zurück. Ein Malfetto in der Familie zu haben bedeutet, dass sich die Leute zurückziehen. Niemand möchte damit zu tun haben. Als sich ein Kaufmann für Adelina interessiert, will ihr Vater sofort zugreifen. Doch es ist nicht geplant, dass der Kaufmann Adelina heiratet. Nein, ein Malfetto heiratet man nicht. Als Mätresse jedoch kann er Adelina akzeptieren. Denn auch, wenn sie gezeichnet ist, hat sie von ihrer natürlichen Schönheit nichts verloren.

Dies ist der Punkt, an dem Adelina zum Handeln gezwungen wird. Hier setzt ihre Entwicklung an und schreitet voran. Als Protagonistin war sie mir grundsätzlich auch sympathisch und ich konnte mit ihr fühlen. Im weiteren Verlauf fehlte mir dann jedoch ab und an der Zugang zu ihr. Ihr Handeln erschloss sich mir nicht immer in Gänze und dennoch verfolgte ich ihre Entwicklung mit großem Interesse. Denn neben ihrem Makel ist Adelina keine gewöhnliche Protagonistin. Sie hat definitiv ihre Eigenheiten. Und das, was sich in ihrem Inneren entwickelt, hat es definitiv in sich.

Marie Lu wählte für die Darstellung ihrer Geschichte die Ich-Perspektive Adelinas in Gegenwartsform, so dass ich immer nah am Geschehen war. Kurze Einblendungen anderer Sichtweisen in dritter Person Gegenwart rundeten die Erzählung dabei gut ab. Der von Beginn an vorhandene Spannungspegel ließ mich kaum von den Seiten kommen und überspielte potentiell aufkommende kleine Längen zusehends. 

Nach einem ordentlich heftigen actiongeladenen Geschehen lässt Marie Lu die Geschichte zum Ende hin vorerst beruhigend ausklingen, bevor sie mit einem gelungenen Epilog die Neugier auf die Fortsetzung zusätzlich schürt. Insgesamt ist ihr hier ein sehr guter Einstieg in ihre neue Reihe gelungen und ich bin sehr gespannt auf die folgenden Ereignisse.

Urteil:
„Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche“ glänzt mit einer nicht ganz typischen Protagonistin, gut ausgearbeiteten Entwicklungen und einer spannenden Grundstimmung. Ich freue mich so sehr auf die Fortsetzung, dass ich diesem gelungenen Einstiegsband definitive 4 Bücher geben kann.

Für alle, die Ausgrenzungen ertragen können, dabei hoffnungsvoll von einer besseren Zukunft träumen und sich von Rückschlägen nicht verunsichern lassen.

Reihe:
1. Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche
2. Young Elites – Das Bündnis der Rosen (ET Herbst 2017)
3. Young Elites – The Midnight Star (OT)

©hisandherbooks.de

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

40 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

dystopie

Evolution (2). Der Turm der Gefangenen

Thomas Thiemeyer
Fester Einband: 376 Seiten
Erschienen bei Arena, 02.01.2017
ISBN 9783401601687
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Während Lucy und die anderen von Jarl Ansgar willkommen geheißen werden und erfahren, dass sie scheinbar erwartet wurden, findet Jem aus der Ferne gar Übles heraus: Menschen seiner Hautfarbe werden bei diesem Volk als Sklaven gehalten und all seine Pläne, zu den anderen zu gelangen, sind hinfällig.
Während Marek Intrigen spinnt und sich bei dem Glaubensführer einschleimt, finden Lucy und die anderen heraus, dass sie nicht die ersten „Zeitspringer“ sind. Doch um mehr herauszufinden, brauchen sie Verbündete und müssen viel riskieren.

Meinung:
Ehe es mit Band 2 losging, bringt Thomas Thiemeyer in einem geschlossenen Rückblick alle Geschehnisse kurz und prägnant wieder ins Gedächtnis. Im Anschluss daran konnte ich mich von Mark Bremer wieder in die neuesten Ereignisse stürzen lassen, die es durchaus in sich hatten.

Die Einführung in die Welt der "Stadt der Überlebenden" war wie eine geschichtliche Reise zurück in die Zeit der Wikinger. Die Zeit nach Ragnarök. Die Gruppe findet heraus, dass "Thor" im Jahr 2035 auf dem Planeten einschlug - der Komet, der das Leben auf der Erde für immer verändert hat. Unsere Figuren befinden sich offensichtlich im Jahr 2599. Mit neuen Verbündeten gewinnen sie jedoch neue Erkenntnisse, die sie Hoffnung schöpfen lassen - doch schnell wird klar, dass die Rückkehr in ihre Zeit nicht mehr die oberste Priorität hat, sondern das Überleben.

Das erste Drittel des Hörbuches ist recht ruhig, gespickt durch die zahlreichen neuen Einblicke in die dortigen Lebensumstände. Durch die kleineren Spannungsspitzen und Perspektivenwechsel kann man jedoch gut darüber hinwegsehen und bleibt gerne dabei.

Thomas Thiemeyer hat seinen Weltenentwurf gekonnt fortgesetzt. Was sich Ende des ersten Teils bereits erahnen ließ, wird für die Zeitspringer nun zur Realität: Ein Leben wie zu Zeiten der Wikinger, einen Kult um die alten Götter und einem ganz besonderen Buch, aufgrund dessen alle Entscheidungen des Glaubensführers gerechtfertigt werden. Doch auch hier sind die Jugendlichen weniger versperrt gegenüber Neuem und so kommt eins zum anderen und die Gruppe ist erneut auf der Flucht.

Bis zu diesem Punkt hätte ich mir gerne noch mehr Details über die verhasste dunkle Technologie und die „Dunkelwesen“ gewünscht – sind sie doch eine weitere Gruppierung, die trotz aller Entbehrungen existiert. Aber hier setze ich auf Teil 3, damit sich dieser Kreis schließt.

Natürlich erfährt der Hörer auch weitere Details über die Squids, die Wesen, die den Menschen scheinbar den Krieg erklärt hatten. Dieses zusätzliche Wissen wurde gut in die Geschichte eingeflochten und bringt insbesondere Lucies „Gabe“ weit mehr ins Spiel als bisher.

Auch für Romantikherzen gibt es die eine oder andere Szene, die zumindest für ein kleines ‚Hach‘ sorgt, wenngleich Thomas Thiemeyer ein wenig kühl an dieses Thema herangeht, um nicht von der eigentlichen Geschichte abzuschweifen. 

Im Laufe der letzten Kapitel tritt erneut eine zusätzliche, bis dato unbekannte Perspektive auf, die wie bereits Ragnars Perspektive in Band 1 einen kleinen Ausblick darauf gibt, was uns im Trilogiefinale erwartet. Ich will es jetzt. Sofort!

Urteil:
„Der Turm der Gefangenen“ ist eine gelungene, spannende und mit zahlreichen Wendungen gespickte Fortsetzung. Kämpfe, Action und neue Erkenntnisse über die unbekannte neue Welt machen eine Unterbrechung nahezu unmöglich. Mark Bremer fesselt erneut mit seiner Erzählstimme und haucht der Vielzahl an Figuren individuell Leben ein. Knappe 5 Bücher für den zweiten Band von „Evolution“.

Reihe:
1. Evolution – Die Stadt der Überlebenden
2. Evolution – Der Turm der Gefangenen
3. Evolution – Die Quelle des Lebens

©hisandherbooks.de

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(20)

148 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

Diabolic

S.J. Kincaid , Ulrich Thiele
Fester Einband: 488 Seiten
Erschienen bei Arena, 02.01.2017
ISBN 9783401602592
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Nemesis ist eine Diabolic. Sie wurde erschaffen, wie ein Tier gezüchtet und dient nur einem Zweck: Dem Schutz ihrer Herrin, auf die sie geprägt wurde.
All ihre Gedanken und Gefühle gelten ausschließlich Donia, der Tochter des Senators der Impyreaner und zwischen ihnen entwickelt sich so etwas wie eine tiefe Freundschaft, die doch nicht sein darf. Nicht zu einem "Tier" wie Nemesis.
Als der Kaiser der Galaxie Diabolics verbietet, schafft es Donia, ihre Eltern zu überzeugen und Nemesis am Leben zu erhalten. Doch ihre größte Aufgabe steht ihr noch bevor: Als der Senator beim Kaiser in Ungnade fällt, wird Donia an den Hof zitiert, vermutlich um dort getötet zu werden. Zu ihrem Schutz geht Nemesis an ihrer Stelle und spielt die Rolle der Senatorentochter. Mit den Intrigen und der Machtgier am Hof hat sie allerdings nicht gerechnet. Und anstatt Donia zu retten, bringt Nemesis sie in größte Gefahr.

Meinung:
Anhand des Klappentextes hatte ich nicht mit einem "intergalaktischen" Abenteuer gerechnet. So war ich doch sehr erstaunt, nicht auf der Erde zu sein, aber immer mehr begeistert.

Diese ersten Seiten waren etwas befremdlich, weil die Geschichte einzig aus der Sicht von Nemesis in Ich-Perspektive geschildert wird. Ich lernte die Diabolic noch vor ihrer Prägung kennen, als sie nichts als pure Urinstinkte verspürt - aufgezogen als die Tötungsmaschine, die sie ist. Doch schnell findet die Prägung statt. Ich war live dabei, als Nemesis wahre Liebe verspürte - endlich einen Daseinsgrund hatte: ihre Besitzerin Donia vor einfach allem zu beschützen.

Dann erst beginnt die eigentliche Geschichte: Immer weiter spitzt sich die Gefahr für Donia zu - alleinig aufgrund ihres Vaters, der sein Interesse zur Wissenschaft nicht geheim hält und so die negative Aufmerksamkeit des Kaisers der Galaxie auf sich zieht. Die Konsequenz: Donia wird zum intergalaktischen Hof zitiert und soll vermutlich dort geopfert werden. An ihrer Stelle wird Nemesis vorbereitet und entsandt - doch hier beginnt das Abenteuer erst...

Der Weltentwurf von S. J. Kincaid hat mich absolut begeistert. In klaren Worten beschreibt sie ihre Galaxie, die weit in unserer Zukunft liegt, nachdem die Erde verlassen wurde. Die High Society der Gesellschaft lebt auf Raumschiffen, lediglich der "Überschuss" lebt auf Planeten, unter unsauberer Luft, Krankheiten und den Auswirkungen der Sonneneinstrahlung. Maschinen erledigen nahezu alles: sie reparieren auch andere Maschinen. Doch der Galaxie droht eine Gefahr: immer mehr schwarze Löcher entstehen, weil Wissenschaft und das Lehren derselben verboten wurde. Immer mehr Raumschiffe verunglücken im Hyperraum und erzeugen die schwarzen Löcher, aber der Glaube der Kaiserfamilie verbietet das Anerkennen von wissenschaftlichen Thesen.

Im Laufe der Kapitel zog mich die Autorin immer weiter in ihre Welt, die Intrigen am Hof des Kaisers haben es in sich und stehen den klassischen Hofgeschichten in nichts nach: im Gegenteil. Mehr als einmal hat mich die Autorin überrascht, auch wenn ich geglaubt hatte, den weiteren Verlauf zu erkennen.

Für alle Romantikerherzen gibt es ebenfalls ein Highlight, das ja bereits im Klappentext vorweggenommen wurde: Nemesis bekommt in ihrer Rolle als Donia einen unverhofften Verbündeten: den Neffen des amtierenden Kaisers und der nächste Thronanwärter Tyrus. Vom Schicksal schwer mitgenommen schließt sich Nemesis seiner Sache an - und empfindet langsam immer mehr für ihn, das über Respekt weit hinausgeht.

Es war neben der genial beschriebenen Welt vor allem Nemesis' Entwicklung, die mich begeisterte. Durch ihre Emotionslosigkeit außer ihrem Beschützerinstinkt, ihrer "Liebe" zu Donia, denkt sie nüchtern und klar und muss viele Gefühle interpretieren, weil sie sie nie gelernt hat, weil außer Donia nichts zählte.
Da Nemesis in Ich-Perspektive erzählt, schweifen auch die Beschreibungen nicht ab, sind klar auf Fakten reduziert, was mir sehr entgegenkam. So war genügend Raum für die stetig anschwellende Spannung, für Verluste, weitere Intrigen, kleine Siege und Niederlagen.

Die Spannung spitzt sich immer weiter zu, es kommt zum Äußersten, ehe die Autorin die Geschichte mit einem kleinen Ausblick auf die Zukunft der Galaxie abschließt.

Urteil:
"Diabolic - vom Zorn geküsst" hat alles, was ein gelungener Einzelband braucht: ein gelungenes intergalaktisches Setting, Spannung, Intrigen, eine Lovestory, die mich überzeugen konnte und viele unvorhergesehene Wendungen. Absolut verdiente 5 Bücher für diesen Pageturner, für den ich meine Begeisterung kaum in Worte fassen kann.

©hisandherbooks.de

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(66)

290 Bibliotheken, 13 Leser, 2 Gruppen, 36 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, hexenjäger, liebe, witch hunter

Witch Hunter - Herz aus Dunkelheit

Virginia Boecker , Alexandra Ernst
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 11.11.2016
ISBN 9783423761512
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Meinung:
Ich war vom Auftakt der Dilogie absolut begeistert, mir gefiel das Setting, diese alternative Vergangenheit und der vermeintliche Kampf gegen die Magie. Daher stürzte ich mich zeitnah in den zweiten Band.

Elizabeth wird aufgrund der jüngsten Ereignisse vor den Rat gestellt. Übergriffe von Blackwells Leuten häufen sich und schnell wird klar, was sie wirklich zum Ziel haben: Elizabeth. Der Rat entscheidet zu ihren Gunsten – sie soll für die Leute aus Harrow kämpfen. Doch eines Nachts wird sie überrascht…

Die Autorin lässt es im ersten Drittel der Fortsetzung ruhiger angehen und gibt Zeit, wieder in ihre Welt zurückzugehen. Mir persönlich ging alles etwas zu ruhig, es dauert zu lange, bis wirklich Spannung vorhanden war – die dann noch auf zu gewollt wirkenden Handlungen Elizabeths beruht, die ich nicht komplett nachvollziehen konnte. Als ich dies jedoch akzeptiert hatte, wurde ich wieder von der Geschichte mitgerissen.

Virginia Boecker schaffte es, mich mit neuen Wendungen bei der Stange zu halten, während sie alte Figuren ins Spiel bringt und neue dazustoßen lässt. Während mein Romantikherz zuerst aufgrund von finsteren Einflüssen immer weiter zerrissen wurde, gab es im Laufe des Buches dann doch einige Szenen, die es wieder heilen konnten.

Als Figur am meisten überrascht hat mich Malcolm, der ehemalige König von Anglia. Er macht die für mich am meisten spürbare Entwicklung durch und trotz der gemeinsamen Vergangenheit von ihm und Elizabeth mochte ich ihn immer mehr.

Der Showdown war dem Tempo der Geschichte angepasst und gut ausgearbeitet. Und auch wenn es nicht gänzlich ohne Verluste ging, zieht die Autorin die Melancholie nicht unnötig in die Länge, sondern gibt einen sehr positiven Ausblick auf die Zeit nach der Dilogie.
 
Urteil:
„Witch Hunter – Herz aus Dunkelheit“ ist eine vor allem anfangs sehr ruhige Fortsetzung, die nur langsam Spannung aufbaut, deren Wendungen mich letztendlich dennoch fesseln konnten. 4 Bücher für den Abschluss der Dilogie um die ehemalige Hexenjägerin Elizabeth.

Reihe:
1. Witch Hunter
2. Witch Hunter – Herz aus Dunkelheit

©hisandherbooks.de

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

63 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

rainer wekwerth, arena, grenzenlos gefangen, camp 2, jugendbuch

Camp 21

Rainer Wekwerth
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Arena, 02.01.2017
ISBN 9783401601779
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Vor den Häusern lag ein weitläufiger asphaltierter Platz, auf dem mehrere Fahrzeuge standen. Weiter hinten vor dem Umriss des nahen Waldes machte er einen Sportplatz aus. Mitten in der Nacht wirkte das Gelände düster und feindselig, mehr wie ein Gefangenenlager für Kriegsgefangene als ein Jugendcamp.“
(S.57)

Inhalt:
Die Brüder Mike und Ricky schwänzen die Schule und machen eine Spritztour mit dem Auto ihres Vaters. Als sie von einer Polizeistreife angehalten werden, eskaliert die Situation. 

Kayla kann ihren guten Freund Tom, von dem sie seit Monaten nichts gehört hat, vor dem Drogentod retten. Doch indem sie Tom getroffen und geholfen hat, hat sie das Kontaktverbot zu ihrem Freund, das ihre Eltern ausgesprochen hatten, gebrochen. Ihre Eltern ziehen nun entsprechende Konsequenzen und fassen einen Entschluss.

Kaum im Camp angekommen, gibt es den ersten Ärger. Ricky wird daraufhin mit Isolation bestraft. Mike sorgt sich um Ricky, doch die Tage vergehen ohne dass er etwas von seinem Bruder hört. 

Auch Kayla befindet sich nun im Camp und versucht, die Strapazen zu überstehen. Denn jeder muss für sich selbst kämpfen. Und dann gibt es da noch die Gerüchte über Camp 21. Ein Camp mit besonderen Methoden für besonders harte Fälle.

Meinung:
Bereits die Labyrinth-Reihe von Rainer Wekwerth konnte mich begeistern. Als ich nun von „Camp 21 – Grenzenlos gefangen“ gehört hatte, wusste ich, dass es eine Geschichte ist, die ich mir näher anschauen musste. Nun war das Buch bei mir und ich konnte sofort mit dem Lesen beginnen.

Und so befand ich mich mit den Brüdern Mike und Ricky auf einem Trip mit dem Auto ihres Vaters, der sich auf einer Geschäftsreise befand. Dass dieser Ausflug zu einem bizarren Ende kommen würde, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Doch dann taucht unvermittelt eine Polizeistreife auf und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Den Brüdern werden verschiedene Straftaten zur Last gelegt und so steht als Alternative zum Jugendknast nur ein 6-monatiger Aufenthalt in einem Jugendcamp zur Auswahl. 

Auch Kayla lernte ich recht schnell kennen. Getrieben von dem Gedanken, ihrem Freund Tom zu helfen, missachtet sie das von ihren Eltern auferlegte Verbot. Als Konsequenz daraus muss sie ungläubig erleben, was sich ihre Eltern als Bestrafung ausgedacht haben.

Und so finden sich die Jugendlichen aus, meinem Empfinden nach geringen oder sogar keinen, Rechtsbrüchen in einem Erziehungscamp wider. Schnell wird klar, dass die Jugendlichen völlig der Willkür ihrer Aufpasser ausgesetzt sind. Die Regeln werden eng ausgelegt, Strafen sind an der Tagesordnung. Wer die Regeln verletzt, schwebt allerdings noch in einer größeren Gefahr. Denn es kursieren Gerüchte über ein weiteres Lager – Camp 21. Hier kümmert man sich um die wirklich harten Fälle, mit besonderen Methoden.

Rainer Wekwerth fügte seiner Geschichte verschiedene Sichtweisen, die jeweils in dritter Person in Vergangenheitsform dargestellt werden, ein. Der interessante Grundgedanke und Handlungsansatz ließ von Beginn an eine bedrohliche Stimmung aufkommen, die ich bis zum Ende hin fühlte. Auch wenn ich mir bei den Charakteren insgesamt etwas mehr Tiefe und Hintergründe gewünscht hätte, beeinflusste dies meinen Lesefluss nicht. Die Handlungen waren dem Grunde nach zum Großteil nachvollziehbar geschildert. Das Martyrium der Jugendlichen konnte spürbar nahegebracht werden.

Mike ist ein besonnener Charakter, der sich versucht in sein Schicksal zu fügen. Das absolute Gegenteil zu Mike ist sein Bruder Ricky, der eher impulsiv reagiert. Insofern konnte es nicht lange dauern, bis Ricky in große Schwierigkeiten gerät. Die Sorge von Mike um Ricky ist nachvollziehbar groß, als die beiden Brüder getrennt werden. Mike ist zum Handeln gezwungen, wenn er seinem Bruder helfen will. Dass Kayla als Kollateralschaden nun ebenfalls betroffen sein würde, war so nicht geplant. Ihre Stimmung in Richtung Mike ist damit verstehbar, auch wenn ich bei der weiteren Entwicklung zwischen den beiden ein wenig ins Stolpern geriet, weil mir einige Handlungen zwischen den Charakteren dann doch zu schnell verliefen.

Rainer Wekwerth hat mit „Camp 21 – Grenzenlos gefangen“ wiederum eine solide Geschichte geliefert, deren Sog man sich kaum entziehen kann und die mir spannende Lesestunden bescherte. Auch mit dem Ende wählte der Autor sodann einen konsequenten Abschluss, der treffender nicht hätte sein können. Insofern kann ich mich nun absolut lesebefriedigt von „Camp 21“ verabschieden und die Geschichte in guter Erinnerung behalten.

Urteil:
„Camp 21 – Grenzenlos gefangen“ punktet mit einer bedrohlichen Atmosphäre und einer soliden Grundidee, die mir spannende Lesestunden bescherten. Für meine Erlebnisse an der Seite von Kayla und Mike vergebe ich deshalb solide 4 Bücher.

Für alle, die sich in ihren Handlungen nicht einengen lassen, willkürliche Bestrafungen ertragen können und dabei ihre Menschlichkeit nicht verlieren.


©hisandherbooks.de

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(34)

68 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

fantasy, charlie human, apocalypse now now - schatten über cape town, apocalypse now now, südafrika

Apocalypse Now Now - Schatten über Cape Town

Charlie Human , Clara Drechsler , Harald Hellmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 24.11.2016
ISBN 9783596034987
Genre: Fantasy

Rezension:


Zitat:
„Der wahre Albtraum sind ihre schwarzen Augen – Teergruben, in denen man die Leichen geschändeter Nonnen versenkt hat. Sie beobachten uns, als wir näher kommen mit einer Mischung aus Neugier, Lust und Ich-will-euch-das-Mark-aus-den-Knochen-lutschen.“
(S.172)


Inhalt:
Der sechzehnjährige Baxter lebt mit seiner Familie in Cape Town und besucht die Highschool. Seine Gang verkauft Pornos an Mitschüler, der Handel boomt. 

Auch wenn Baxter es sich nicht eingestehen kann, er ist in seine Freundin Esmé verliebt. Als Esmé von einem Serienkiller entführt wird, bricht für Baxter eine Welt zusammen. Er muss eine Entscheidung treffen. 

Und so engagiert Baxter den Kopfgeldjäger Jackie Ronin. Gemeinsam gehen sie auf die Suche nach Esmé. Doch der Blick, den Baxter nun hinter die Kulissen von Cape Town werfen kann, sprengt sein gesamtes Weltbild. Es wimmelt hinter der Fassade förmlich von paranormalen Figuren. Und nicht nur einmal muss Baxter nun um sein Leben fürchten. Baxter nimmt die Gefahr in Kauf.

Meinung:
„Apokalypse now now“ ist mir das erste Mal auf der Buchmesse in Frankfurt begegnet und hat mich direkt angesprochen. Neugierig auf die Geschichte geworden, freute ich mich nun, als das Buch endlich bei mir angekommen war. Und schon konnte ich mich in die Schatten über Cape Town stürzen.

Bereits auf den ersten Seiten wurde ich mit einem sehr offenen und direkten Schreibstil konfrontiert, der mich förmlich in die Geschichte katapultierte. Ich lernte den Protagonisten und natürlich sein Geschäftsmodell kennen, wurde über die Eckpunkte zu Baxters Leben informiert. Ich traf hier definitiv nicht auf einen normalen Sechzehnjährigen, vielmehr stellte sich recht früh heraus, dass Baxter Anflüge einer multiplen Persönlichkeit in sich trug. Einerseits ein auf möglichst hohen Profit bedachter Geschäftsmann mit narzisstischen Zügen, andererseits kommt ab und an doch eine emotionale Komponente zum Vorschein.

Der Anfang der Geschichte war für mich aufgrund der vorliegenden Informationen und der Handlungsdarstellungen nicht ganz so leicht zu bewältigen und ich benötigte etwas Eingewöhnungszeit. Doch nachdem der Kopfgeldjäger Jackie Ronin in Erscheinung getreten war, gewann die Geschichte dann enorm an Tempo und ich raste durch die Seiten. Der Autor lässt seine Charaktere offen und direkt handeln und erzählen, nichts wird umschrieben. So stieß ich auf jede Menge Dialoge, die vor Zynismus und Sarkasmus nur so strotzten, Vergleichen, die aus dem wahren Leben gegriffen wurden, und eine zusehends spannender werdende Handlung. 

Charlie Human setzt den Blickwinkel für seine Geschichte vorrangig auf die Perspektive von Baxter in Ich-Perspektive und Gegenwartsform. Doch auch andere Charaktere kommen erzählend immer wieder in den Vordergrund. Die eingebauten journalistischen Ausführungen rundeten die Geschichte außerdem perfekt ab. Immer besser fand ich mich in dem Schreibstil des Autors zurecht und konnte mich vollends auf die Handlungen und Geschehnisse konzentrieren.

Unbestritten muss ich sagen, dass Baxter, nachdem mich anfangs lediglich eine unterkühlte Sympathie mit ihm verband, im Lauf der Geschichte eine enorme Entwicklung zeigte und mich so immer mehr auf seine Seite ziehen konnte. Irgendwann entdeckt er sein Selbst und das, was ihn ausmacht, zu erkennen und zu akzeptieren. 
Der Charakter von Ronin hat mir vom ersten Moment an gefallen. Ronin ist ein Kopfgeldjäger, wie man ihn sich immer vorstellt. Waffenverliebt mit markigen Sprüchen, außen eine harte Schale. Und doch schlummert mehr in ihm, als man auf den ersten Blick erkennt.

Beim Lesen hatte ich ein ums andere Mal immer wieder den Filmklassiker „From Dusk till Down“ vor Augen. Die Entwicklungen in „Apokalypse now now“ wirkten ähnlich überspitzt und herrlich überzeichnet dargestellt, genau, wie ich es mir für so eine Geschichte gewünscht habe. Ich wurde mit paranormalen Wesen als auch mit alten südafrikanischen Sagen konfrontiert, die in dieser Geschichte einen guten Mix für einen tollen Lesegenuss erzeugten. Es war wirklich ein Erlebnis, gemeinsam mit Baxter den Geheimnissen von Cape Town auf die Spur zu kommen. 

Gewarnt seien allerdings alle zartbesaiteten Leserinnen und Leser. In manchen Szenen tropft das Blut förmlich aus den Buchseiten und manche Handlungen strotzen nur so vor immenser Gewalt und exzessiver Brutalität. Auch vor direkten sexistischen Beschreibungen und Gossenslang sollte man keine Berührungsängste haben, weil die Geschichte letztendlich davon lebt.

Mit dem Ende der Geschichte verschaffte mir der Autor, nachdem er auf den vorangehenden Seiten nochmal alle Register spannungserzeugender Effekte gezogen hatte, einen wirklich befriedigenden Abschluss. „Apokalypse now now“ kann ich somit nun erstmal zur Seite legen, freue mich aber schon richtig auf die Fortsetzung.

Urteil:
„Apokalypse now now – Schatten über Cape Town“ ist alles andere als eine 08/15-Geschichte, setzt auf einen ungewöhnlichen Protagonisten und eine spannende, teilweise grotesk wirkende Handlung, die überspitzter kaum dargestellt werden könnte. Tarantino hätte sicher seine Freude an einer Verfilmung. Für meine paranormalen und blutgetränkten Erlebnisse hinter den Fassaden von Cape Town vergebe ich eindeutige 4 Bücher.

Für alle, die sich von blutigen Szenerien nicht beeindrucken lassen, dabei paranormale Entwicklungen akzeptieren und auch in gefährlichen Situationen wortwörtlich nicht den Kopf verlieren.

Reihe:
1. Apokalypse now now – Schatten über Cape Town
2. Apokalypse now now – Showdown in Cape Town

©hisandherbooks.de

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(60)

150 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

geister, london, lockwood, jonathan stroud, fantasy

Lockwood & Co. - Das Flammende Phantom

Jonathan Stroud , Katharina Orgaß , Gerald Jung
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei cbj, 28.11.2016
ISBN 9783570159644
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Seit ihrer Kündigung bei Lockwood & Co. schlägt sich Lucy als freie Agentin durch und lernt so die verschiedensten Agenturen kennen. Doch immer wieder kehrt sie in Gedanken zu Lockwood & Co. Denn der einzige "Freund", der ihr noch geblieben ist, ist "Schädel", der Typ 3 Geist im Glas. Mit ihm an der Seite/im Rucksack geht sie einige Wagnisse ein, um ihre Aufträge erfolgreich abzuschließen.
Ihrem großartigen Talent ist es zuzuschreiben, dass sie von Lockwood als freie Mitarbeiterin bei einem wichtigen Auftrag hinzugezogen wird.
Während sie einer Artefakt-Verschwörung auf die Schliche kommt, bei dem sogar "Schädel" abhanden kommt, gibt es nur einen Ausweg für Lucy: Sie sucht Unterschlupf bei Lockwood & Co und gemeinsam stolpern sie in den bisher größten Fall der Agentur.

Meinung:
Ich mochte die Vorgänger und habe die Fortschritte der Agentur "Lockwood & Co" immer gerne verfolgt. Das neueste Abenteuer jedoch hat mich begeistert wie nie zuvor.

Erneut wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Lucy erzählt, die seit ihrem Weggang (nach der Prophezeiung, sie würde eines Tages für Lockwoods Tod verantwortlich sein) von Lockwood & Co ein eigentlich bemitleidenswertes Leben führt, so ganz allein und sich immer mehr selbst vernachlässigend. 
Glücklicherweise steht ihr in ihrem Alleinsein der Schädel im Glas zur Seite, der sowieso die ganze Geschichte mit seinem großartigen sarkastischen Humor aufwertet. Während die Geschichte immer mehr an Fahrt aufnimmt und Lucy einer Verschwörung auf die Schliche kommt, findet die ehemalige Belegschaft von "Lockwood & Co" wieder zusammen und wird sogar noch um einen Neuzugang erweitert.

Weitere Geheimnisse um die Vergangenheit von Lockwood und dem "Problem" werden gelüftet, Jonathan Stroud streut immer wieder neue Details ein, die neugierig auf mehr machen, ehe das Hauptthema des vierten Bandes überhaupt aufgegriffen wird. Von da an geht es Schlag auf Schlag. Auch wenn alles etwas vorhersehbar war, verlor sich die Spannung zu keinem Moment, im Gegenteil. Jonathan Stroud packte immer noch eins drauf und so konnte ich nicht anders, als durch das Buch zu rasen.

Natürlich geht alles nach dem Showdown wie gewohnt aus, aber das Danach lässt mich wie nie zuvor auf die Fortsetzung hinfiebern: denn es gibt noch viel mehr zu erfahren.

Urteil:
Der vierte Band der Jungagentur "Lockwood & Co" konnte mich begeistern wie kein anderer. Spannung, humorvolle und sarkastische Dialoge und eine gelungene Weiterentwicklung des Weltenentwurfs und der Figuren machen "Das flammende Phantom" zu einem absoluten Highlight. Eindeutige 5 Bücher.

Reihe:
1. Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe
2. Lockwood & Co. – Der wispernde Schädel
3. Lockwood & Co. – Die raunende Maske
4. Lockwood & Co. – Das flammende Phantom

©hisandherbooks.de

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Pala. Verlorene Welt: Band 3

Marcel van Driel
E-Buch Text: 336 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 14.10.2016
ISBN 9783864180392
Genre: Sonstiges

Rezension:


Zitat:
„Sie versuchte, die blinde Panik zu unterdrücken, die wellenartig über sie hereinbrach, als wäre das Leben ein Meer, in dem sie zu ertrinken drohte.“
(S.251)

Inhalt:
Olina und Justin sind aufgeflogen. Sie werden gefangen genommen und verhört. Doch mit Hilfe ihrer perfekten Kampfausbildung gelingt es Ihnen zu fliehen und sich zu verstecken.

Derweil erhalten Iris und Alex den Auftrag von Mr. Oz, in die Kommandozentrale der Schriever Air Force Base einzudringen und einen Code in das Computersystem zu schleusen, um wichtige Satelliten zu übernehmen. Widerstand ist zwecklos, denn Mr. Oz hat ein mächtiges Druckmittel gegen Iris in der Hand. Weigert sich Iris, ist YunYun unweigerlich dem Tod geweiht.

Der Auftrag ist alles andere als einfach. Iris und Alex haben mit unvorhersehbaren Schwierigkeiten zu kämpfen. Doch eines ist klar. Sie müssen auf jeden Fall Erfolg haben. Denn sonst stirbt Iris‘ Freundin.

Meinung:
Die Vorgängerbände der Pala-Reihe konnten mich nahezu begeistern. Neugierig habe ich nun auf den Abschluss der Trilogie gewartet. Als nun „Pala – Verlorene Welt“ endlich erschienen ist, musste das Buch sofort bei mir einziehen. Und schon konnte ich mich wieder in die Abenteuer an der Seite von Iris stürzen.

Vorweg muss ich dann auch gleich ein Lob aussprechen. Zu Beginn des dritten Bandes erwartete mich nämlich ein kurz zusammengefasster Rückblick auf die ersten beiden Teile der Reihe, der die bisherigen Ereignisse nochmals sehr prägnant vor meine Augen führte.

Auch in „Pala – Verlorene Welt“ erwartete mich wieder der gewohnt flüssige Schreibstil von Marcel van Driel, der mein Lesetempo enorm anheizte. Verschiedene Sichten, erzählt in dritter Person Vergangenheit, brachten mir die Handlung und die Geschehnisse nah. 

Allein die Entwicklung von Iris im Vergleich zum Beginn der Trilogie hat es in sich. Die Fortschritte des Charakters spürt man deutlich, nach wie vor war sie mir eine sympathische Protagonistin. Iris beweist einen starken Willen und lässt sich nicht von ihrem Weg abbringen. Hierzu setzt sie alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel unbeirrt ein. Und nimmt dabei auch Opfer in Kauf.

Im dritten Teil stieß ich wiederum auf die bereits in den Vorgängerteilen enthaltenen amerikanischen Floskeln und Flüche, die aus meiner Sicht nicht unbedingt erforderlich wären, um die Situationen erlebbar zu machen. Im Endeffekt hatte ich mich aber nun daran gewöhnt und so störten mich diese Einbauten nur noch am Rande.

Insgesamt war die Handlung in dem einen oder anderen Fall gewohnt überzeichnet, dies gehört aber auch genauso für mich als Charaktermerkmal zur Pala-Trilogie. Auch wenn einige Fragen meinerseits nach wie vor nicht vollständig beantwortet blieben, konnte ich mich dem Sog der Geschichte in keinem Moment entziehen.

Marcel van Driel zeigt eindrucksvoll die Folgen größenwahnsinnigen Handelns auf, lässt bei der Erzählung der Ereignisse dabei kaum Emotionen durchsickern. Kühl und gnadenlos schreitet die Handlung voran, mit Opfern muss jederzeit gerechnet werden.

Von Beginn an begleitete mich beim Lesen eine entsprechende Grundspannung, die zwischendurch immer wieder angezogen wurde. Weitere Verwicklungen wurden entlarvt, einige Entwicklungen wurden klarer. Zum Ende hin treibt Marcel van Driel den Adrenalinpegel nochmals in den roten Bereich, bevor die Geschichte mit einem sehr zufriedenstellenden Ende ausklingt. In der anschließenden Danksagung führt der Autor zwar aus, dass er vorerst nicht nach Pala zurückkehren wird – mit dem hier gestalteten Ende hat er sich aus meiner Sicht jedoch ein kleines Hintertürchen offengelassen. 

Urteil:
„Pala – Verlorene Welt“ konnte mich mit den enthaltenen Handlungen und Ereignissen wiederum in Atem halten, ließ mich durch seinen unterhaltsamen Schreibstil kaum von den Seiten. Meine Erlebnisse rund um die Machenschaften von Mr. Oz sind mir eindeutige 4 Bücher wert.

Für alle, die an versteckte Kräfte glauben, nicht dem Größenwahn verfallen und denen eine Rettung der Menschheit das oberste Ziel ist.

Reihe:
1. Pala – Das Spiel beginnt
2. Pala – Das Geheimnis der Insel
3. Pala – Verlorene Welt

©hisandherbooks.de

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(50)

208 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

traci che, fantasy, ein meer aus tinte und gold, abenteuer, jugendbuch

Das Buch von Kelanna 1: Ein Meer aus Tinte und Gold

Traci Chee , Sylke Hachmeister
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.11.2016
ISBN 9783551583529
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Dies ist ein Buch.“
(S. 52, 53, …) 

Inhalt:
In Kelanna kann niemand lesen, es gibt keine Bücher, niemand weiß, dass es das Wort "Buch" überhaupt gibt.
Doch für den eckigen Gegenstand, den Sefia in ihrem Rucksack hat, sind schon sehr viele gestorben.
Nun ist Sefia allein, verfolgt die Entführer ihrer Tante und lernt nebenbei, wie man liest.
"Dies ist ein Buch" sind die ersten Worte in dem viereckigen Ding, die sie entziffern kann. Und in diesem Buch steht eine ganz besondere Geschichte, die sie auch mit dem gefolterten stummen Jungen teilt, den sie vor Verbrechern gerettet hat und Archer nennt.

Lon hat eine Gabe, mit der er seinen Lebensunterhalt verdient, bis seine Eltern hoffentlich zurückkehren. Er weiß Dinge, die er nicht wissen sollte. So trifft er eines Tages auf einen Mann, der ihm ein Angebot macht. Sie würden gemeinsam Großes vollbringen. Er nimmt Lon mit an einem Ort namens Bibliothek.

Meinung:
Nur sehr selten fiel mir ein Einstieg in eine Welt so schwer wie in die aus "Tinte und Gold".
Schon zu Beginn wird man in eine so fremde Welt geworfen und mit kleinen Informationshäppchen und zu vielen Details abgespeist, die schwer zu erfassen sind. Hinzu kommen die wechselnden Handlungsorte, eigene Handlungsstränge, die später alle zum großen Ganzen gehören, zu Beginn jedoch, insbesondere wenn man nicht am Stück lesen kann, mehr verwirren - und leider auch Langeweile verursachen - als Spannung zu schüren.

Das einzige, das mich diese Durststrecke hat durchhalten lassen, war das Buch selbst. Denn es steckt von Beginn an voller wundervoller Details, die mich neugierig auf mehr - und auf einen späteren Sinn - gemacht haben.
Details wie die geschwärzte Stelle auf Seite 37, Fingerabdrücke unter anderem auf Seite 52, die optisch angepassten Seiten des „Buches im Buch“… All das faszinierte mich ebenfalls wie die teils großgedruckten, handschriftlichen Wörter, oder die ganz besonderen Seitenzahlen, die für sich auch eine Geschichte ergeben.

Als die Handlungsstränge sich dann verflochten, war ich zunächst begeistert über die kreative Idee und den Aufbau der Geschichte, wurde dann in meiner Freude ausgebremst, weil von diesem Moment an doch sehr viel vorhersehbar war. Traci Chee konnte gut umschreiben, offensichtliche Nennungen verhindern, doch ab jenem Moment war tatsächlich alles durchschaubar. Meine Neugierde auf Weiteres trübte sich zwar ein wenig, aber sie war dennoch da. Ich musste einfach wissen, wie es wirklich mit den Figuren weiterging und ob ich Recht hatte. 
Im weiteren Verlauf konnte mich die Autorin dann tatsächlich noch fesseln, die Charaktere waren mir inzwischen bekannt und teils auch ans Herz gewachsen, dass ich mit ihnen etwas mitfiebern konnte, was mir anfangs einfach nicht hatte gelingen wollen, da es nicht gerade wenige sind und sie auch - insbesondere vom ersten Eindruck her - nicht alle wirkliche Sympathieträger sind. Eine wirkliche, echte Bindung konnte ich jedoch zu keiner einzigen Figur entwickeln.

Der Stil der Autorin ist eher literarisch, sie umschreibt mit für meinen Geschmack zu ausgefallenen Vergleichen und so konnte mich die von ihr gewünschte Atmosphäre nicht vollends packen. Auch schwingt zwischen den Zeilen neben der im Buch direkt erwähnten Magie auch kühle Brutalität mit: Blut, Kampf ums Überleben, Tode, die vielleicht durch jene spezielle Atmosphäre schlimmer wirkten als sie waren.

Zwischen all dem gibt es jedoch auch Hoffnung: eine Rettung, eine Freundschaft und vielleicht sogar irgendwann mehr... ich mochte die Momente zwischen Sefia und Archer, dem stummen Jungen, der so Grausames mitgemacht hat. Durch den sehr langsamen Fortgang der Geschichte konnte ich mich an der Entwicklung der beiden entlanghangeln, sie zogen mich mit sich, mit in ihre Geschichte.

Das Ende war dann für einen kurzen Moment doch überraschend. Ob ich wirklich zur Fortsetzung greifen werde, kann ich jedoch noch nicht mit Bestimmtheit sagen.

Urteil:
Traci Chee machte es mir nicht leicht, mich in ihrer Welt zu verlieren. Ich empfehle, sich insbesondere für den Einstieg ins "Meer aus Tinte und Gold" Zeit zu nehmen, einzutauchen und sich von den goldenen Lichtwellen überrollen zu lassen. Für meinen Geschmack jedoch lag der Fokus zu sehr auf der Sprache als auf dem Fortgang der Geschichte. Spannung war für mich kaum vorhanden. Die wundervollen optischen Details im Buch entschädigen jedoch für die zu häufig auftretenden Längen. Drei Bücher für „Das Buch von Kelanna Band 1: Ein Meer aus Tinte und Gold“. 

Reihe:
1. Ein Meer aus Tinte und Gold
2. ? Titel auch im Original noch nicht erschienen
3. ? Titel auch im Original noch nicht erschienen

©hisandherbooks.de

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(74)

230 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

jugendbuch, schwarzer humor, tod, umzug, todesarten

Für dich soll's tausend Tode regnen

Anna Pfeffer
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbj, 12.09.2016
ISBN 9783570171554
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Ich sah ihn gelangweilt an. Wenn sein Leben wirklich so beschissen war, war ich gerne bereit, ihm ein paar Selbstmordtipps zu geben – zum Beispiel strangulieren mittels Badetuch.“
(S.25)

Inhalt:
Emi hasst ihr Leben, ständig fühlt sie sich von Leuten genervt. Der Umzug nach Hamburg hat ihre Situation nicht verbessert. Schlimmer noch, sie musste ihr altes Leben zurücklassen und ist nun die Neue in der Schule. Ihre Macke, Todesszenarien für nervige Leute auszudenken, hilft ihr über so manche Situation hinweg. 

Doch als ob das alles noch nicht genug wäre, wird Emi aufgrund eines Zwischenfalls im Chemieunterricht eine Strafarbeit aufgedrückt. Und diese muss sie ausgerechnet mit dem nervigsten Menschen überhaupt erledigen – Erik. Neben ihrem Gute-Laune-Bruder Oliver und der Neuen an der Seite ihres Vaters ist dies für Emi der absolute Supergau. Emi versucht, das Beste aus der Situation herauszuholen und entdeckt plötzlich völlig neue Facetten.

Meinung:
„Für Dich soll´s tausend Tode regnen“ entspringt nun nicht unbedingt dem mir vertrauten Genre, dennoch wurde ich neugierig auf die Geschichte, da viele Leserinnen und Leser sehr begeistert waren. Kurzum wurde das Buch also gekauft und musste auch nicht lange darauf warten, gelesen zu werden. 

Vorab muss erwähnt werden, dass sich hinter dem Pseudonym Anna Pfeffer ein wirklich sehr sympathisches Autorinnen-Duo verbirgt. Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit haben bereits die eine oder andere Geschichte zusammen geschrieben und veröffentlicht. Der Einfachheit halber werde ich hier jedoch auf das Pseudonym zurückgreifen.

Gleich auf den ersten Seiten wurde ich kurzerhand in das Leben von Emi geworfen. Sie hat von Grund auf eine nicht unbedingt positive Einstellung dem Leben gegenüber und zeigt dies auch offen. So einiges läuft ihr gegen den Strich. Vor kurzem ist sie mit ihrem Vater und ihrem Bruder nach Hamburg umgezogen, weil ihr Vater hier eine neue Praxis eröffnet hat. Es fällt Emi nicht leicht, neue Freunde zu finden – dieser Umstand zieht sich aus ihrem alten Leben durch. Und dann gibt es noch die vielen Menschen, von denen sie sich einfach nur genervt fühlt. Sie denkt sich für diese die skurrilsten Todesarten aus; das hilft ihr in vielen Situationen.

Anna Pfeffer lässt die Geschichte aus Emis Ich-Perspektive in Vergangenheitsform erzählen. Viele Dialoge lassen die Geschichte wirklich lebendig und authentisch wirken. Dabei wird mit schwarzem Humor und triefendem Sarkasmus wahrlich nicht gespart. Die Beziehungen der Charaktere untereinander erhalten einen enormen Biss, ich konnte mir den einen oder anderen Lachanfall bei diversen Charakterhandlungen nicht verkneifen. 

Emi war für mich trotz ihrer Grundeinstellung eine sympathische Protagonistin. Man fühlte, dass sie ihren Platz im Leben ganz einfach noch nicht gefunden hatte und auf der Suche nach einem Ziel war. Auch wenn ich die eine oder andere Situation fast zu überspitzt dargestellt fand, verringerte sich mein Lesefluss hierdurch nicht. Die eingebauten Ideen und Umsetzungen ließen mich die kurzweilige Geschichte einfach nur genießen, ich glitt durch die Seiten immer in der Erwartung der folgenden Geschehnisse. Im weiteren Verlauf ließ der Biss in Emis Charakter für mein Empfinden ein wenig nach, eine Entwicklung der Persönlichkeit war hierbei dennoch deutlich zu bemerken.

Das von Anna Pfeffer gewählte Ende der Geschichte war für mich nicht wirklich überraschend, dennoch kann man eindeutig von einem folgerichtigen Abschluss sprechen, der mir einen befriedigenden Ausklang bot.

Zusätzlich hinweisen möchte ich auf die Optik des Buches. Das wirklich schöne Cover und der farblich gestaltete Buchschnitt sind definitiv richtige Hingucker. Gemischt mit einem abwechslungsreichen Inhalt, der mir amüsant schöne Lesestunden bescherte, kann ich mich nun von der Geschichte verabschieden und freue mich auf weitere Ideen aus dem Hause Anna Pfeffer.

Urteil:
„Für Dich soll´s tausend Tode regnen“ punktet mit jeder Menge schwarzem Humor gemischt mit sarkastisch witzigen Dialogen, die in gut umgesetzte Handlungen integriert wurden. Für meine kurzweilige Lektüre für „Zwischendurch“ vergebe ich an dieser Stelle deshalb sehr gute 4 Bücher. 

Für alle, die noch auf der Suche nach einem Ziel sind, augenzwinkernden schwarzen Humor dabei genießen können und ihren Prinzipien treu bleiben.


©hisandherbooks.de

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(102)

323 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

fantasy, hexen, liebe, magie, everflame

Everflame - Verräterliebe

Josephine Angelini
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Dressler, 24.10.2016
ISBN 9783791526324
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Lily und ihr Zirkel konnten nur mit Verlust dem Schwarm entkommen und finden sich vor den Toren einer Stadt wieder, von deren Existenz niemand gewusst hat. Im ersten Moment scheint diese Stadt im Westen des Kontinents das wahre Paradies, wenn auch mit strengen Regeln, die der Schwarm von Bienenwirkern durchsetzt.

Doch als Lily und ihre Freunde nach und nach hinter das Geheimnis dieser nach außen hin so harmonisch wirkenden Stadt kommen, wird klar, wer der wirkliche Feind ist.

Meinung:
Erneut ist eine lange Zeit vergangen, bis ich nun zum finalen Band der Everflame-Reihe greifen konnte. Und ein weiteres Mal spart die Autorin an Rückblicken und Erinnerungsstützen, was mir den Einstieg sehr erschwert hat.
So brauchte es doch einige Seiten, bis ich mich wieder mit der Vielzahl an Charakteren und deren Verbindungen und Bündnissen arrangiert hatte, während ich mich einem neuen Szenario gegenübersah:

Bower City ist für die Welt, in der Magie wirklich existiert und stetig Kämpfe und Kriege toben, ein wahres Paradies. Niemand ist krank, alle sind jung, es gibt genügend Nahrung, regen Handel mit anderen Ländern und nur ein Verbot: Das Vereinnahmen von Helfern ist Hexen untersagt.
Mit jedem Kapitel stieg ich an der Seite von Lily und ihrem Zirkel hinter das grausame Geheimnis der Stadt und damit sogar der gesamten Reihe. Diese Wendungen haben mich sehr positiv überrascht und überzeugt, wie das große Ganze zusammenhängt. Dennoch hatte ich während des Lesens immer wieder mit Längen zu kämpfen, die meinen Lesespaß etwas eintrübten. An anderen Stellen hätte ich mir mehr Details gewünscht, mehr Emotionen, die dann jedoch nicht kamen.

Nichtsdestotrotz zog die Geschichte dank des leichtgängigen Stils schnell an mir vorüber, etliche Szenarien und Perspektivenwechsel sorgten für einen guten Rundumblick, lieferten letzte Erklärungen, um den jeweiligen Handlungsstrang spätestens zum Ende hin abzuschließen. Die Spannung hielt sich nahezu konstant auf mittlerem Niveau. Spannungsspitzen wurden sehr schnell abgehandelt, weil Pläne nur selten scheiterten. Lediglich zum Ende hin war es mir unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Hier waren die Gefahr und der drohende Untergang zu präsent, als dass ich mir auch nur eine kurze Pause erlauben würde, ehe Josephine Angelini ihre Reihe zufriedenstellend abschloss.

Urteil:
Mit „Verräterliebe“ hat Josephine Angelini einen soliden Abschluss ihrer „Everflame“-Trilogie erschaffen. Trotz kleiner Längen und dem für mich schwierigen Wiedereinstieg fühlte ich mich sehr gut unterhalten und konnte die Klärung der letzten offenen Fragen und den „Endkampf“ genießen. 4 Bücher für Lily und ihren Zirkel.

Reihe:
1. Everflame – Feuerprobe
2. Everflame – Tränenpfad
3. Everflame - Verräterliebe

©hisandherbooks.de

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(24)

118 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

endzeit, oetinger, james frey, fantasy, alien

Endgame. Die Entscheidung

James Frey
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 14.11.2016
ISBN 9783789104046
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Meinung:
Endlich hielt ich ihn in meinen Händen: Den finalen Band der Reihe, die ich aufgrund der Eröffnungstour damals schon vor der Veröffentlichung begleitet habe. Natürlich war ich trotz des etwas schwächeren zweiten Bands neugierig auf das Ende und „Die Entscheidung“.

Trotz langer Pause gelang mir der Wiedereinstieg in die Welt von „Endgame“ recht schnell. 
Was sofort auffällt sind die Perspektiven aus der Sicht von Kepler22b, dem „Schöpfer“, der dem ganzen Buch einen Hauch Sci-Fi verleiht und der mir bis zum Ende hin einfach nur suspekt war.
Ansonsten dreht sich in diesem Finale alles um die Suche nach dem letzten Schlüssel, der Endgame beenden wird. Zumindest für einige der Spieler. Die anderen wollen Endgame nicht gewinnen, nicht für ihr Geschlecht siegen, sondern wollen die Erde retten und Endgame für immer beenden, die Vorbereitungen der Geschlechter, einfach alles. Im Zuge dessen werden ganz neue Bündnisse geknüpft, die zu Beginn nicht allen Teilnehmern gefallen. 
Dieser Unmut löst sich jedoch schnell in Wohlgefallen auf – wie so einiges in diesem Abschlussband sehr konstruiert wirkt. Deus ex machina in höchster Form. So finden die zusammengeschlossenen Spieler nicht nur die bereits in Band 2 erwähnte Waffe gegen die Schöpfer, sondern bekommen Hilfe von außen, an die in den Vorgängerbänden nicht einmal zu denken gewesen wäre, was mein Gefallen an der eigentlich so gut durchdachten und komplexen Welt deutlich schmälerte. Des Weiteren gab es einige Wendungen, an denen ich aneckte, weil sie für die Handlung selbst nicht notwendig waren und eher „unnötiges“ Blut fließen ließen.
Abgesehen von diesen Unstimmigkeiten jedoch war das Finale spannend, actionreich und ohne jegliche Längen. Die eingefügten Rätsel störten den Lesefluss kaum, sie waren noch besser in den flüssigen Stil des Autors eingefügt.
Die Spannung steigerte sich insbesondere gegen Mitte des Buches schon deutlich und zum Ende hin fieberte ich regelrecht mit „meinen“ Spielern.
Der Showdown selbst ging dann doch recht schnell vonstatten. Die oben bereits erwähnte „Hilfe“ ließ die angestaute Energie nicht wirklich explodieren, sondern eher verpuffen, was schade für diese doch außergewöhnliche Trilogie war. 
Der kleine Ausblick auf die Zeit nach Endgame war für mich leider dann auch nicht mehr richtig greifbar.

Urteil:
Rückblickend betrachtet konnte mich „Endgame – Die Entscheidung“ definitiv mehr fesseln als Band 2, denn die vielen ereignislosen Passagen sind Spannung und Action gewichen. Leider gab es im Handlungsverlauf zu viele „Eingriffe von außen“ und mehr als eine Szene, die unlogisch war, was meinen Lesegenuss genauso schmälerte wie die am Ende für mich noch offenen Fragen. Sehr gute 3 Bücher für „Endgame – Die Entscheidung“.

Reihe:
1. Endgame – Die Auserwählten
2. Endgame – Die Hoffnung
3. Endgame – Die Entscheidung

©hisandherbooks.de

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(7)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

rezension, omni, science fiction, andreas brandhorst

Omni

Andreas Brandhorst
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492703598
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Zitat:
„Breite ockerfarbene Wolkenbänder erschienen und zwischen ihnen der brodelnde rotbraune Wirbel eines Sturmgebiets, groß wie ein Planet. Der Orbitalspringer stürzte in die endlosen Wolkenmeere des Gasriesen Caledonia.“
(S.190)

Inhalt:
Forrester und seine Tochter Isdina-Iaschu, genannt Zinnober, verstecken sich erfolgreich seit Jahren vor dem Zorn des Duke von Javaid. Forrester handelte damals im Auftrag der Agentur, einer mächtigen Organisation. Die Flucht war anschließend der letzte Ausweg. Auch der Agentur geht Forrester seitdem aus dem Weg.

Doch nun wurden Vater und Tochter von der Agentur aufgespürt. Forrester soll einen letzten Auftrag ausführen. Seine Aufgabe lautet, den Zehntausendjährigen Aurelius, der im Auftrag von Omni – einem Zusammenschluss von Superzivilisationen - zu einem Artefakt unterwegs ist, zu finden und zu entführen. Aber der Auftrag gerät zunehmend außer Kontrolle. Aus Jägern werden Gejagte, und die Interessen mächtiger Hintermänner bedrohen den interstellaren Frieden.

Meinung:
Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich „Das Schiff“ von Andreas Brandhorst gelesen hatte. Die Ideen und der Stil des Autors haben mir dabei wirklich gut gefallen. Als nun zufällig das neue Buch „Omni“ von Andreas Brandhorst zu mir gefunden hatte war klar, dass ich die Geschichte auf jeden Fall lesen werde. Und so stürzte ich mich in ein weiteres Abenteuer in den unendlichen Weiten des Weltalls.

Der Klappentaxt hörte sich für mich schon sehr interessant an, und so war ich neugierig, was mich in „Omni“ erwarten würde. Schon nach wenigen Seiten fand ich mich dann auch gut integriert in der Handlung wieder. Ich traf auf Forrester, der vormals in den Diensten der Agentur stand, und auf seine Tochter Isdina-Iaschu, die von ihrem Vater jedoch ausschließlich Zinnober genannt wird. Nach der Flucht von Javaid leben die beiden seit Jahren gut versteckt auf einem weit entfernten und fast unbekannten Planeten völlig allein. Bis ihre Ruhe gestört wird und die Agentur einen letzten Auftrag von Forrester fordert.

Natürlich benötigte ich ein wenig Zeit, um mich in die von Andreas Brandhorst entwickelte Welt hineinzudenken und den Geschehnissen auf die Spur zu kommen. Ein Glossar im hinteren Teil des Buches konnte mich dabei gelegentlich unterstützen. Die in dritter Person Vergangenheit und aus verschiedenen Sichten erzählte Geschichte nahm mehr und mehr einen kontinuierlichen Fortgang und entwickelte dabei stetig eine Neugier auf die weiteren Handlungen.

Die Geschichte selbst nimmt dabei jederzeit einen etwas ruhigeren Verlauf, selbst gesetzte Spannungsbögen enden jeweils etwas unspektakulär, ohne dabei Langeweile aufkommen zu lassen. Eine kleine Straffung der Ereignisse könnte das Tempo aus meiner Sicht womöglich steigern und aufkommende kleine Längen vermeiden, dies war für mich jedoch kein Muss und ich konnte mich auf den Stil des Autors wiederum gut einstellen. Auf jeden Fall werden die Handlungsstränge intelligent und authentisch vorangeführt, ein Sci-Fi-Feeling begleitete mich von Beginn bis zum Ende.

In „Omni“ entwickelt Andreas Brandhorst wiederum eine Welt – oder besser gesagt Welten – die gut durchdacht sind und einen besonderen Reiz mit ihren Eigenarten ausüben. Hierbei ist abstraktes Vorstellungsvermögen an der einen oder anderen Stelle sicherlich von großem Vorteil. 

Auch seine Charaktere stattet der Autor mit unverkennbaren Eigenschaften aus, die entsprechende Sympathien und Antipathien auslösen können. Sicherlich hätte man in dem einen oder anderen Fall noch ein wenig mehr Tiefe in so manchen Charakter einbringen können, für die Erzählung der Handlung empfand ich die Darstellung dennoch als ausreichend und vorstellbar. Besonders gelungen fand ich in „Omni“ den Charakter Zinnober. Die Tochter von Forrester ist durch ihren Vater halb menschlicher Herkunft, besticht durch gut durchdachtes Handeln und ihre Zielstrebigkeit. 

Andreas Brandhorst gelingt es, seiner Geschichte mit einfachen Mitteln eine Komplexität zu verleihen, die dennoch nie ausufernd wirkt und Verläufe und Handlungen dabei nachvollziehbar wirken lässt. Vielmehr faszinierte mich die Ideenvielfalt des Autors, die gradlinig und vorstellbar in die Geschichte eingebettet wurde.

Nach einer Vielzahl intergalaktischer Gefahren und zu überwindenden Hürden beschließt Andreas Brandhorst seine Geschichte mit einem nachvollziehbaren und annehmbaren Ende, mit dem ich absolut gut leben kann. Auch nach „Omni“ kann ich bedenkenlos sagen, dass dies mit Sicherheit nicht das letzte Buch des Autors für mich gewesen sein wird.

Urteil:
„Omni“ von Andreas Brandhorst bietet einmal mehr Science-Fiction-Erlebnisse in Reinkultur und lässt die Unendlichkeiten des Universums förmlich unter der Haut spüren. Meine intergalaktischen Lesestunden sind mir definitive 4 Bücher wert.

Für alle, die sich vor weit entfernten Galaxien nicht fürchten, Gefahren als Ansporn sehen und ihre Prinzipien dabei nicht außer Acht lassen. Alle Liebhaber des Genres werden an „Omni“ nicht vorbeikommen.


©hisandherbooks.de

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(20)

77 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

lustig, griechische mythologie, mythologie, griechen, percy jackson

Percy Jackson erzählt: Griechische Heldensagen

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 20.10.2016
ISBN 9783551556714
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Nach Percy Jacksons ‚privaten‘ Einblick in die Welt der griechischen Götter kommen nun die griechischen Heldensagen dran: Perseus, Psyche, Phaeton, Otrera, Dädalus, Theseus, Atalante, Bellerophon, Kyrene, Orpheus, Herkules und Jason.

Meinung:
Nachdem ich mit absoluter Begeisterung „Percy Jackson erzählt griechische Göttersagen“ gelesen habe, musste ich natürlich auch zu den Heldensagen greifen und habe es keinesfalls bereut.

Im Gegensatz zu den Göttern, die den meisten doch relativ bekannt sein dürften (allein denjenigen, die Rick Riordans Bücher gelesen haben), gibt es bei den griechischen Helden doch wenige, von denen man alles weiß oder die gesamte Geschichte kennt (beispielsweise Herkules‘ Geburtsnamen!). Vielleicht kennt man den einen oder anderen Namen nicht einmal, der im Inhaltsverzeichnis auftaucht.

So ging es selbst mir, die doch sehr viel mit den Göttern zu tun hat und ihre Geschichten wirklich liebt und ständig für eigene Storys „missbraucht“.

Erster Pluspunkt für Riordan war, dass er nicht nur die 08/15-Helden wie Herkules, die wirklich jeder kennt, in dieses Buch gepackt hat. Nein, er erwähnt auch weniger offizielle ‚Heldinnen‘ wie Psyche, die aufgrund ihrer Liebe zu Amor ganz schön unter göttlichem Einfluss zu leiden hatte, oder Otrera, die die Amazonen gegründet hat.

Erneut sind die Erzählungen gespickt mit dem für Percy Jackson typischen Humor und den zahlreichen Vergleichen mit der heutigen Zeit, um der Zielgruppe das von den Helden Erlebte näherzubringen. Auch die Worte, die Percy Göttern wie Helden oder gar den Orakeln in den Mund legt, sind doch sehr modern interpretiert und teils zum laut Loslachen.

Trotz allem Humor und der flüssigen Erzählweise sind die Namen (über die Percy fleißig lästert) und all die Handlungen dennoch sehr komplex. Man kann „Percy Jackson erzählt griechische Heldensagen“ als reine Unterhaltung lesen, über die Namen und die Zusammenhänge nicht genau nachdenken. Man kann jedoch auch konzentrierter lesen und so geballtes Wissen, das zusammenhängend erzählt wird, mitnehmen, wie es bisher keines der von mir gelesenen Mythologie-Bücher geschafft hat.

Urteil:
„Percy Jackson erzählt griechische Heldensagen“ ist beinahe genauso amüsant erzählt wie sein Vorgänger, dennoch aufgrund der Thematik um ein Vielfaches komplexer. Rick Riordan fasst die Erlebnisse bekannter und weniger bekannter „Helden und Heldinnen“ grandios zusammen und bringt durch Percys Erzählton und Vergleiche einen Hauch von Moderne in die Geschichten. Dieses Buch sollte eigentlich Unterrichtsstoff sein, denn so humorvoll und dennoch faktenreich erzählt habe ich die Heldengeschichten noch nirgendwo gelesen. Verdiente 5 Bücher.

Die Reihe:
1. Percy Jackson erzählt griechische Göttersagen
2. Percy Jackson erzählt griechische Heldensagen


©hisandherbooks.de

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(18)

33 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

rezension, endzeit, dystopie, wasserknappheit, thriller

Water - Der Kampf beginnt

Paolo Bacigalupi , Wolfgang Müller
Fester Einband: 430 Seiten
Erschienen bei Blessing, 21.03.2016
ISBN 9783896675309
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Zitat:
„Der Sturm wurde stärker. Der Tag wurde zur Nacht. Sand und Kies schlugen gegen die bebenden Scheiben. Die Menschen unterhielten sich nur noch mit gedämpfter Stimme, fahrig, niedergedrückt von den tobenden Elementen.“
(S.113)

Inhalt:
Das Wasser im Südwesten der USA geht zur Neige. Der Kampf um die schwindende Ressource spitzt sich immer mehr zu. Wer die Rechte am Wasser hat, überlebt.

Jedes Mittel zur Erlangung der Wasserrechte wird in Kauf genommen. Menschenleben sind dabei nicht viel wert. Auch Angel Velasquez kämpft in diesem erbitterten Krieg. Er wird in die sterbende Stadt Phoenix gesandt, um die Interessen seines Arbeitgebers zu sichern. Hier trifft er auf Lucy Monroe, eine talentierten Journalistin. Gemeinsam sind sie einer Fährte auf der Spur. Denn ein Bekannter von Lucy wurde Opfer eines schrecklichen Verbrechens. Was war der Hintergrund dafür? Doch plötzlich werden sie selbst zur Zielscheibe. Ihr Leben ist in großer Gefahr.

Meinung:
„Water – Der Kampf beginnt“ war mein erstes Buch von Paolo Bacigalupi. Der Klappentext versprach eine spannende Geschichte, der Kampf um Ressourcen ist immer eine gute Grundlage für interessante Unterhaltung. Also konnte ich nun voller Neugier starten.

Nach den ersten Seiten musste ich dann jedoch feststellen, dass es mir etwas schwerfiel in die Geschichte zu finden. Ich sah mich konfrontiert mit mir unbekannten Begrifflichkeiten und spanischen Phrasen, denen ich nicht durchgehend gleich eine Bedeutung zuordnen konnte. Dennoch hoffte ich, jeweils das Richtige interpretiert zu haben und las weiter.

Ich traf in „Water – Der Kampf beginnt“ auf drei verschiedene Erzählsichten, die jeweils in dritter Person Vergangenheit dargestellt wurden. Hierdurch musste ich mich erst einmal an unterschiedliche Sichtweisen und Absichten der Charaktere gewöhnen, was nicht immer unbedingt leicht war. Doch irgendwann hatte ich einen gewissen Überblick erzielt, so dass ich mich fortan ausschließlich auf den Fortgang der Handlung konzentrieren konnte.

Der Schreibstil von Paolo Bacigalupi ist grundsätzlich gut lesbar. Für meinen Geschmack wurden aber auch immer wieder Stellen eingebaut, die das Augenmerk auf Nebensächlichkeiten lenkten und diese zu ausführlich beschrieben. Nichtsdestotrotz glänzte die Geschichte dennoch ein ums andere Mal mit gut konstruierten Handlungen und Spannungseffekten. Auch wenn Spannungshöhepunkte oftmals recht schnell und etwas zu gewollt wirkend aufgelöst wurden, entwickelte sich hierdurch Zug um Zug eine Anziehung, die mich zu fesseln begann.

Hatte ich anfangs noch etwas Schwierigkeiten mit den unterschiedlichen Charakteren, lösten sich diese zusehends auf. Eine besondere Tiefe wurde den handelnden Personen nicht verliehen, dennoch wurde ein gewisser Grad an Authentizität erreicht. Auch Veränderungen in Sichtweisen, und damit ein Voranschreiten der Handlung, konnte ich bemerken. 

Die Geschichte von Paolo Bacigalupi ist zeitweise sicherlich nicht für schwache Nerven geeignet. Dies trifft vor allem dann zu, wenn Brutalität und Gewalt die Oberhand gewinnen und so gewisse Bilder im Kopf entstehen lassen. 

„Water – Der Kampf beginnt“ beschreibt die Vorstufe zu einer dystopischen Entwicklung, eine gewisse bekannte Grundordnung ist noch immer gegeben. Die Thrillerelemente überwiegen wie angekündigt eindeutig, so dass ich hier keine Überraschung erlebte. 
Eindrucksvoll beschreibt der Autor, welche Entwicklungen vorstellbar sind, wenn Ressourcen knapp und knapper werden, welche Wege sich sodann plötzlich auftun, diese schwindenden Ressourcen für bestimmte Bevölkerungsteile zu beanspruchen. Denn nur so kann das Überleben gesichert werden. Allein am hier gewählten Beispiel Wasser – für uns heutzutage eine nicht wegzudenkende Annehmlichkeit – konnte gut dargestellt werden, wozu die Menschheit plötzlich fähig wird. 

Paolo Bacigalupi führt seine Geschichte nach einer temposteigernden Entwicklung zum Ende hin zu einem für mich befriedigendem Ausklang. Auch wenn „Water – Der Kampf beginnt“ meine erste Geschichte des Autors war, werde ich mir seine anderen Werke garantiert noch näher anschauen.

Urteil:
„Water – Der Kampf beginnt“ beschreibt real denkbare Entwicklungen nach einer Verknappung von Ressourcen und zeigt die damit einhergehenden Gefahren nachvollziehbar auf. Für meine Lesestunden im vertrocknenden Südwesten der USA vergebe ich 3 Bücher.

Für alle, die sich dem Kampf um das tägliche Überleben stellen können, Ungerechtigkeiten zähneknirschend über sich ergehen lassen und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.


©hisandherbooks.de

  (6)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Weihnachtsmann-Verschwörung

Christian Tielmann
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Rubikon Audioverlag, 18.10.2016
ISBN B01M9CNRSJ
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt:
Am ersten Dezember plumpst den Geschwistern Slalom und Lykke ein Mann vor die Füße. Und er sieht dem Weihnachtsmann nicht nur erschreckend ähnlich, sondern benimmt sich auch noch recht seltsam.
Die kleine Lykke ist schnell überzeugt, dass es sich bei dem Amnesie-Patienten nur um den echten Weihnachtsmann handeln kann und der muss sich bis Weihnachten einfach an alles erinnern. Oder?

Meinung:
Die Inhaltsangabe zum Buch klang nach einem unterhaltsamen Spaß für die Vorweihnachtszeit und so mussten wir es einfach hören. Theoretisch ist die Geschichte in 24 Kapitel unterteilt, damit man sie wie einen Adventskalender hören kann, aber das halten wir sowieso nie durch und hören lieber am Stück.

Gleich zu Beginn werden alle wichtigen Figuren eingeführt: Slalom, seine kleine Schwester Lykke und die Hauptperson: Der Mann, der sich Claus Santa nennt und irgendwie so gar nichts mehr weiß. Stück für Stück kommen neben den Eltern der Geschwister, einem Ärzteehepaar, auch die Kinder der Wahrheit ein wenig näher und stoßen auf ungeheuerliche Tatsachen: Dass jemand den Weihnachtsmann mit Absicht vom Schlitten geschubst haben muss. Nur wie und warum? Das gilt es in den restlichen Dezembertagen bis Weihnachten dringend herauszufinden.

Uta Dänekamps Stimme passt perfekt zu den jungen Protagonisten Slalom und Lykke, deren Geschichte aus der Sicht eines Erzählers geschildert wird. Mark Bremer spricht die männlichen Parts der Dialoge, haucht dem Weihnachtsmann und Knecht Ruprecht authentisch Leben ein, sodass wir gebannt lauschten.

Die Charaktere sind allesamt gelungen und für eine Kindergeschichte ausreichend tiefgründig. Es gibt Geschwisterstreits, ein paar Einblicke in Freundschaften und Schule und (wenn auch etwas außergewöhnliche) Probleme.

Wo mein 6-Jähriger das Hörbuch für „toll“ befunden und „keine Kritik“ hatte, hakte es bei mir ab und zu an der Geschichte selbst und der „Vermischung“ von Nikolaus, Weihnachtsmann, Knecht Ruprecht, Wichteln und Co. In der heutigen Zeit ist es schwierig, die überall präsenten weihnachtlichen Einflüsse zu sortieren und bei den Kindern dafür zu sorgen, dass sie wissen, wer wohin gehört und woher er stammt. Die Interpretation in der Weihnachstmannverschwörung war mir persönlich etwas zu viel in eine Story gepackt.

Lässt man die Tatsache außer Acht und denkt nicht weiter darüber nach, bekommt man einen Kinderkrimi mit vielen Hinweisen, falschen Fährten und immer neuen Möglichkeiten, die es kaum erlauben, zwischendurch Pause zu drücken. Schließlich steht Weihnachten auf dem Spiel. Ein Fest, das von seiner ganz besonderen Atmosphäre „lebt“, für die Autor Christian Tielmann natürlich auch einen Grund nennt.

Selbstverständlich endet am 24. Dezember alles gut und wir alle können beruhigt Weihnachten feiern.

Urteil:
Christian Tielmanns „Die Weihnachtsmannverschwörung“ bringt Spannung in die Vorweihnachtszeit. Der Kinderkrimi in 24 Kapiteln macht es einem kaum möglich, die CD abzuschalten und sie als Hör-Adventskalender zu nutzen. Trotz (für mich als Erwachsene) kleiner Mängel macht die von Ute Dänekamp und Mark Bremer gelesene Geschichte Spaß und wirft einen neuen Blick auf den „Sinn“ von Weihnachten. Mängel, die unser 6-Jähriger als nichtig abtut. Daher sehr sehr gute 4 Bücher für Slalom, Lykke und Santa.


©hisandherbooks.de

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(162)

514 Bibliotheken, 21 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

sirenen, liebe, kiera cass, meer, see

Siren

Kiera Cass , Christine Strüh , Anna Julia Strüh
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 13.10.2016
ISBN 9783733502911
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Kahlen ist eine Sirene. Ein Mädchen, das einst von der See gerettet wurde und ihr nun 100 Jahre lang dienen muss, indem sie wie ihre Schwestern Menschen in den Tod führt, wovon sich die See ernährt.
Kahlen übt diesen „Job“ nun schon 80 Jahre aus, aber sie war nie wie ihre Schwestern, die zumindest versuchen, sich den Menschen anzunähern.
Als Kahlen auf Akinli trifft, ist das anders. Denn auch wenn eine Sirene in der Gegenwart von Menschen nicht sprechen darf, damit sie sich nicht blindlings ertränken, finden die beiden ohne Worte zueinander und Akinli geht Kahlen nicht mehr aus dem Kopf, ganz gleich, wo die Mädchen sich ansiedeln.
Doch dann geschieht etwas, das einfach alles verändert.

Meinung:
Nach dem Hype rund um „Selection“ wurde nun die (laut Danksagung überarbeitete) Version von Kiera Cass‘ Debüt ins Deutsche übersetzt und ich war sehr neugierig, wie sie das Sirenenthema umsetzen würde.

Das Buch startet mit einem kurzen Rückblick auf Kahlens nahenden Tod und den Beginn ihres neuen Lebens als Sirene. Danach gibt Kiera Cass mehr als ausreichend Zeit, Kahlen genauer kennenzulernen. 80 Jahre später, nach etlichen Morden an Menschen, die Kahlen einfach nicht loslassen.
Nach diesem ruhigen Einstieg erwartet man als Leser einen stetigen Anstieg des Spannungsbogens, eine schneller werdende Handlung und sich zuspitzende Ereignisse. Leider traf das nicht in gewünschtem Maße auf „Siren“ zu. Die Geschichte fokussiert das Innenleben von Protagonistin Kahlen, die in Ich-Perspektive erzählt. Ihre Liebe zur See ist deutlich spürbar und auch der Konflikt, der entsteht, als sie sich in Akinli verliebt.
Doch abgesehen davon passiert nur sehr sehr wenig. Fiebert man als Leser weiteren Aufeinandertreffen der Liebenden entgegen, so hat man meist einen langen Weg dazwischen, sodass ein ums andere Mal die Leselust schwindet.

So negativ das jedoch klingen mag, fand ich die Idee selbst wirklich gut. Die „stimmlosen“ Sirenen, die Menschen gegenüber oft nicht das ausdrücken können, was sie sich wünschen. Und doch gibt es denjenigen, der sie auch ohne Worte versteht. Auch die Darstellung der See als fühlende und handelnde Person war interessant.
Darüber hinaus gibt es einige wirklich berührende Szenen, ganz gleich ob zwischen den beiden oder den Unterhaltungen zwischen Kahlen und der See (die in Gedanken kommuniziert, Texte fett formatiert und Gedankengespräche kursiv).

Insgesamt ist die Geschichte sehr vorhersehbar, was aber in Anbetracht der anderen Kritikpunkte nicht so sehr ins Gewicht fällt. So ist auch das Ende keine Überraschung, jedoch perfekt passend zum Rest des Buches.

Urteil:
Kiera Cass‘ Debüt „Siren“ ist sehr ruhig, vorhersehbar und für den Leser gibt es einige Durststrecken zu überwinden. Die interessante Interpretation der Sirenen und ihren Taten gepaart mit der tiefen Emotionalität der interagierenden Personen veranlassen mich jedoch, sehr gute drei Bücher zu vergeben.


©hisandherbooks.de

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(186)

415 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 87 Rezensionen

black blade, fantasy, monster, jennifer estep, magie

Black Blade - Die helle Flamme der Magie

Jennifer Estep , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492703574
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt: 
Lila, Devon und Felix stehlen Victor Draconi mit Unterstützung von Deah die magischen Klingen, die er in seinem Haus gesammelt hat, um sie für einen Schlag gegen die anderen Familien zu nutzen und tauschen sie gegen Fälschungen aus.
Auch wenn Victor und seine Leute keine zusätzliche Magie aus den Klingen erhalten, sind sie doch in der Überzahl, als sie bewaffnet das Essen der Familien stürmen.
Doch Victors Pläne gehen noch viel viel weiter.

Meinung:
Showdown in Cloudburst Falls. Natürlich musste ich wissen, wie es mit Lila, Devon und den anderen zu Ende geht und konnte es kaum abwarten, in die Welt der magischen Mafia zurückzukehren.

Es dauerte nicht lange, bis mir dank Rückblicken wieder alle Geschehnisse der Vorgänger präsent waren und ich die fortlaufende Geschichte genießen konnte.

Erneut beweist die Autorin ein riesengroßes Talent, eine Story vorzulegen, an deren Lesespaß es absolut nichts auszusetzen gibt, obwohl inhaltlich eigentlich nicht sehr viel passiert. Trotzdem fühlte ich mich stets gut unterhalten und hatte nie den Drang, es aufgrund von irgendwelchen Längen gelangweilt zur Seite zu legen.

Im letzten Drittel zieht Jennifer Estep den Spannungsfaden jedoch an. Die Geschichte wird weniger vorhersehbar als noch am Anfang und Wiederholungen fallen gänzlich weg, was das Tempo sehr steigerte.

Dieser finale Band strotzt vor Kampfszenen - magisch und "altmodisch", was leider kaum Raum für anderes ließ. Die zarte Lovestory zwischen Lila und Devon oder die zwischen Deah und Felix sind nur ganz am Rande zu spüren. 

Der "Endkampf" hatte es dann wirklich in sich, die Autorin holte noch einmal wirklich alles aus ihrer magischen Welt heraus, ehe sie die Trilogie zufriedenstellend beendet. Theoretisch jedoch könnte es weitergehen, Potential bietet die Welt von Cloudburst Falls mehr als genug.

Urteil:
Mit "Die helle Flamme der Magie" hat Jennifer Estep einen gelungenen Abschluss der Trilogie vorgelegt, der den Vorgängern in nichts nachsteht. Action und Kampf stehen im Vordergrund, das Tempo zieht immer weiter an und strebt dem Showdown entgegen, was natürlich kaum Zeit für Romantik lässt. 4 Bücher für den finalen Band der "Black Blade"-Reihe.

Die Reihe:
1. Black Blade - Das eisige Feuer der Magie
2. Black Blade - Das dunkle Herz der Magie 
3. Black Blade – Die helle Flamme der Magie

©hisandherbooks.de

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(74)

126 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

animox, das heulen der wölfe, gestaltwandler, tiere, kinderbuch

Animox - Das Heulen der Wölfe

Aimée Carter , Maren Illinger , Frauke Schneider
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.08.2016
ISBN 9783789146237
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Inhalt:
Simon wird in der Schule ständig geärgert und gemobbt und als "Spinner" beschimpft.
Denn was keiner weiß: er kann tatsächlich mit Tieren reden, auch wenn ihm der Kontakt zu Tieren von seinem Onkel streng verboten wurde.

Als ihm eines Tages ein Adler eine Warnung zuruft und wenig später Tausende von Ratten die Wohnung stürmen, bekommt er die Wahrheit über sein wahres Ich heraus: Simon ist ein Animox, er kann sich wie seine ganze Familie in ein Tier der 5 Tierreiche verwandeln. Doch er ist weit mehr als nur das...

Meinung:
Zuerst hatte ich das Buch nicht auf dem Schirm, bin jedoch durch eine Blogtour darauf aufmerksam geworden. Kaum eingezogen, konnte ich mich auch schon in die Seiten stürzen.

Die Geschichte beginnt recht typisch und vorhersehbar. Simon hat ein Geheimnis, für das ihn außerhalb alle für einen Spinner halten: Er kann mit Tieren sprechen. Wozu er aber nicht sehr oft Gelegenheit hat, denn selbst Besuche im Central Park wurden ihm verboten. Dennoch wählt er eines Tages diesen Weg und wird von einem riesengroßen Adler gewarnt.
Kurz darauf stürmen Horden von Ratten seine Wohnung und entführen seine Mutter. Simon erfährt die Wahrheit über seine Fähigkeiten und macht sich auf, seine Mutter zu befreien.

Doch hinter dem Krieg der Tierreiche steckt mehr, als auf den ersten Blick zu erkennen ist.

Der Einstieg an der Seite von Simon gelang leicht. Aimee Carter erzählt die Geschichte aus dritter Perspektive, was ein klein wenig Distanz zu den Emotionen des Protagonisten Simon schafft. So war es nicht weiter verwunderlich, dass ich trotz Entführung und schlimmer Dinge, die ihm widerfahren sind, nicht so wirklich mitfühlen konnte. Was vielleicht aber auch am Erzähltempo lag.

Die Autorin beschreibt nur das Nötigste und hält sich nicht mit ausschweifenden Details auf, was ich sehr befürworte.
Aimee Carters Erzählstil ist locker und leichtgängig und sehr schnell zu lesen, sodass die Geschichte rasend schnell an mir vorbeizog.
Die Welt rund um die Animox, der Krieg der 5 Tierreiche und die Legende des Bestienkönigs haben mir sehr gefallen, jedoch war die Geschichte alles in allem doch sehr vorhersehbar und die Plotpoints waren alles andere als überraschend, was der Spannung etwas schadete.

Nichtsdestotrotz habe ich das Buch gerne gelesen und bin in die Welt der Animox eingetaucht, habe an der Seite von Simon neue Freunde gefunden und wurde von nicht gerade wenigen Bekanntschaften schwer enttäuscht.

Der Showdown war aufgrund der Distanz zur Figur nicht ganz so nervenaufreibend wie vielleicht von der Autorin vorgesehen, aber dennoch fesselnd, ehe dieser erste Band mit einer neuen (leider erwarteten) Entwicklung vorerst zufriedenstellend endet.

Urteil:
"Animox - Das Heulen der Wölfe" ist ein solider Auftakt einer neuen Gestaltwandlerreihe, die mit seiner interessanten Idee und dem Grundkonstrukt überzeugt. Vorhersehbarkeit und die Distanz zum Protagonisten schmälerten den Lesespaß ein wenig. Knappe 4 Bücher für Simon, den Animox und seine neuen Freunde.

Die Reihe:
1. Animox – Das Heulen der Wölfe
2. Animox - Der Flug des Adlers
3. ?
4. ?

©hisandherbooks.de

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(33)

70 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

china, obdachlos, verlag rowohlt, dai, kriminalität

Walled City

Ryan Graudin , , ,
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 30.10.2015
ISBN 9783499217050
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Ich muss ihn erstechen. Diesen Jungen töten, den ich einst zu retten versucht habe. Es tut mir so leid, ich habe solche Angst.“

(S.126)

Inhalt:
Hak Nam – die Stadt Hinter den Mauern – wird von Gewalt und Schrecken beherrscht. Die Bruderschaft des Roten Drachens führt ein gesetzloses Regime. Wer hier landet, schwebt in steter Lebensgefahr.

Genau hier lebt Jin Ling. Sie hat sich als Junge verkleidet, um nicht in einem Bordell von Hak Nam zu landen. Denn sie ist auf der Suche nach ihrer Schwester Mei Yee, die von ihrem Vater verkauft wurde. Doch Mei Yee scheint unauffindbar.

Unerwartete Hilfe bekommt Jin von Dai, der jedoch eigene Pläne verfolgt und dennoch ebenfalls auf sie angewiesen ist, um diese erfolgreich zu Ende zu führen. Denn er muss es in wenigen Tagen schaffen, Longwai, den mächtigen Bandenchef, zur Strecke zu bringen, um selbst einer Gefängnisstrafe zu entgehen. Die Zeit wird knapp und die auf dem Weg liegenden Hindernisse sind kaum zu überwinden. Ein falscher Schritt bedeutet Entdeckung und damit einen schmerzvollen Tod.

Meinung:
„Walled City“ war ein Geschenk und in Verbindung mit dem Klappentext wurde ich neugierig auf die Geschichte. Nach kurzer Verweildauer in meinem „Noch-zu-lesen“-Regal war es nun an der Zeit, zu „Walled City“ zu greifen.

Ryan Graudin ließ mir dann auch nur wenig Zeit für eine Eingewöhnung und startete gleich mit der Handlung durch. Ich fand mich in der Stadt Hinter den Mauern wieder und traf auf Jin Ling, die sich auf der Suche nach ihrer vom Vater verkauften Schwester Mey Yee befindet. Zur Tarnung hat sie sich als Junge verkleidet, denn die Gefahr ist hier groß, dass man sie in ein Bordell steckt – die wahrscheinlich einzige Verwendung für Mädchen in Hak Nam. Und genau in einem Bordell befürchtet Jin ihre Schwester zu finden. Bisher war die Suche jedoch erfolglos.

Mit Dai bietet sich Jin nun eine Chance, sie weiß noch nicht, dass Dai genauso von ihrer Hilfe abhängig ist. Lange Zeit sparte Dai auch sowohl gegenüber Jin als auch mir mit Informationen zu seinem Handeln, so dass ich die Handlung mitunter ein wenig ratlos verfolgte. Dennoch wollte ich mich überraschen lassen, was noch folgen würde.

Ryan Graudin nutzt für die Präsentation der Ereignisse drei verschiedene und wechselnde Ich-Perspektiven in Gegenwartsform. Ich erlebte die Geschichte damit aus den Sichten von Jin Ling, Dai und Mei Yee, wobei mich die Perspektive von Mei Yee am meisten ansprach. Mit ihr konnte ich wirklich fühlen, sie musste stark sein. So vieles musste sie über sich ergehen lassen. Und das alles ohne Aussicht auf ein Entrinnen. Denn was passiert, sich dem Willen Longwais zu widersetzen, wird ihr grauenvoll vorgeführt.

Ich muss zugeben, dass ich mit asiatischen Namen nicht immer zurechtkomme und die Gefahr von Verwechslungen für mich groß ist, doch hatte ich hiermit in „Walled City“ selten Probleme. Der Schreibstil der Autorin war grundsätzlich gut zu lesen, und auch wenn sich immer wieder kleinere Längen andeuteten, wurden doch Spannungspunkte gesetzt, die mich gespannt weiterlesen ließen. 

Beim Lesen der Geschichte sind mir die oftmals eingeflochtenen Vergleiche ein wenig aufgefallen, die für mich nicht immer unbedingt sachgerecht angewendet wurden und damit meinen Lesefluss ein wenig ins Stocken geraten ließen, um zum einen die Notwendigkeit und zum anderen die Sinnhaftigkeit zu überdenken. Doch natürlich hatte ich mittlerweile wirklich Feuer gefangen und musste unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Nach einigem aufflammendem Auf- und Ab bringt Ryan Graudin die Geschichte dann auch zu einem erwarteten Ende und lässt mich damit zufrieden zurück. 

Urteil:
„Walled City“ basiert auf einem realen Vorbild, präsentiert all die Schrecken und Grausamkeiten in einer gesetzlosen Stadt. Meine Leseerlebnisse in der Stadt Hinter den Mauern sind mir auf jeden Fall knappe 4 Bücher wert.

Für alle, die wissen, wofür sie kämpfen und Entbehrungen auf sich nehmen, dabei Strapazen überstehen können und den Blick aufs Ziel nie aus den Augen verlieren.

©hisandherbooks.de

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(364)

1.013 Bibliotheken, 33 Leser, 2 Gruppen, 201 Rezensionen

dystopie, flawed, jugendbuch, cecelia ahern, fehlerhaft

Flawed – Wie perfekt willst du sein?

Cecelia Ahern , Anna Julia Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 29.09.2016
ISBN 9783841422354
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Celestine führt ein perfektes Leben. Wortwörtlich. Denn in ihrer Welt sorgt die Gilde dafür, dass moralisch verwerfliches Verhalten geahndet wird.
Celestine glaubt an die Arbeit der Gilde, an die Arbeit des Gilde-Chefs Richter Crevan, mit dessen Sohn Art sie eine perfekte Beziehung führt - fernab der Fehlerhaften der Gesellschaft, die strenge Restriktionen einzuhalten haben.
Bis zu jenem Tag, an dem Celestine einem Fehlerhaften hilft, was in ihrer Gesellschaft streng verboten ist. Von heute auf morgen wird sie weggebracht, verurteilt und gebrandmarkt, trägt nun das Zeichen der Fehlerhaften. Doch sie muss noch mehr ertragen...

Meinung:
Bislang traf Cecelia Ahern nicht meinen Lesegeschmack - daher kann ich auch keine Vergleiche zu ihren bisherigen Büchern ziehen -, aber mit ihrer ersten All-Age-Dystopie hat sie mich neugierig gemacht und ich stürzte mich in die Seiten.

Nur für eine sehr kurze Zeit lernte ich Protagonistin Celestine in ihrer perfekten Umgebung kennen. Denn schon in den ersten Kapiteln erzittert ihr Weltbild, als die Nachbarin der Familie von der Garde abgeführt wird. Celestine beginnt zu grübeln, stellt die Grundsätze der Gesellschaft infrage und begeht wenig später einen Fehler, der ihr Leben verändert. Sie widersetzt sich dem Verbot, einem Fehlerhaften zu helfen, und wird selbst vor das Gericht der Garde gestellt. Im Gewahrsam lernt sie Carrick "kennen", spürt die Verbindung zu ihm und er tritt, obwohl sie sich kaum kennen, in Gedanken immer mehr an die Stelle von Art - ihrem bisherigen Freund und Sohn des obersten Richters der Garde -, der sie nicht einmal im Gefängnis besuchen darf - oder will.
Celestine weigert sich, vor Gericht zu lügen und stellt sich den Folgen, um sich selbst treu zu bleiben. Sie wird als Fehlerhafte gebrandmarkt, ist nun Ausschuss der Gesellschaft und hat nach gesonderten Regeln und Gesetzen zu leben.
Unbeabsichtigt wurde Celestine jedoch zu einer Art Superstar, die dem obersten Richter gefährlich werden und jeder Menge Systemgegner als Vorzeigeobjekt dienen könnte. 

Cecelia Aherns Gesellschaftsentwurf ist nicht gänzlich neu, der Versuch, "Schlechtes" aus der Gesellschaft auszusortieren liegt in einer perfekten Welt nahe und wurde schon öfter aufgegriffen. Die Autorin legte den Fokus daher eher auf das Innenleben der Protagonistin und ihre Entwicklung, die rasant voranschreitet, weil Celestine immer neuen Verwicklungen ausgesetzt ist. Sie befindet sich plötzlich inmitten von Intrigen und Machtkämpfen und kann niemandem mehr vertrauen.

Nach dem rasanten Einstieg verläuft sich die Spannung mit den Seiten leider immer ein wenig mehr. Auch der Showdown konnte mich nicht mehr so mitreißen wie die erste Hälfte des Buches. Die eingeflochtenen Hinweise waren teils zu offensichtlich, um mitfiebern zu können, wenngleich so manche Wendung nicht vorhersehbar war.

Der Ausklang der Geschichte war zufriedenstellend, doch natürlich bin ich gespannt auf die weiteren Entwicklungen, die der Abschluss der Dilogie dann mitbringen wird.

Urteil:
Mit "Flawed - Wie perfekt willst du sein?" schafft Cecelia Ahern einen guten Auftakt für ihre Dilogie in einer vermeintlich perfekten Gesellschaft, die den Fokus auf die Charaktere und weniger auf Action und Spannung legt. 4 Bücher für die "Fehlerhafte" Celestine und ihren Kampf gegen die gesellschaftlichen Normen.

Die Reihe:
1. Flawed – Wie perfekt willst du sein?
2. Perfect – Willst du die perfekte Welt?

©hisandherbooks.de

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(36)

86 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

sci-fi, weltraum, dystopie, red rising, krieg

Red Rising - Tag der Entscheidung

Pierce Brown , Bernhard Kempen
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.09.2016
ISBN 9783453534438
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Zitat:
„Die Verletzten starren an die steinerne Decke und fragen sich, wie das Leben nun weitergehen soll. Dieses Gefühl strahlt der Raum aus. Es ist traumatisch. Nicht wegen der Verletzungen, sondern wegen der zerstörten Leben und Träume.“
(S.112)

Inhalt:
Dunkelheit. Einsamkeit und Schmerzen. Darrow ist gefangen. Unter unmenschlichen Bedingungen. Er verliert das Gefühl für Zeit und Raum. Seine Ziele sind in weite Ferne gerückt. Darrow könnte seine Lage verbessern. Doch noch ist er nicht gebrochen. Er gibt sich nicht geschlagen. Und dann bietet sich tatsächlich diese eine Chance, die er ergreifen muss. 

Der Schnitter vom Mars ist zurück. Allein durch seine Präsenz verbreitet sich die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, die Feinde der Revolution zittern vor dem, was kommen wird. Doch kann Darrow seinen Verbündeten vertrauen? Oder sie ihm? Die Entwicklung nimmt ihren Lauf.

Meinung:
Nachdem zwischen den ersten beiden Bänden der Reihe doch einige Zeit dazwischen lag, musste ich nun auf den finalen Teil zum Glück nicht so lange warten. Denn bisher konnte Brown mit seiner Geschichte begeistern. Nun musste ich unbedingt wissen, welchen Ausgang seine Idee nehmen würde. Also musste „Red Rising – Tag der Entscheidung“ nicht lange warten, bis ich es in die Hand nahm.

Da der zweite Teil der Reihe nun nicht so lange zurücklag, konnte ich mich ohne Eingewöhnungszeit sofort wieder in die von Pierce Brown erdachte Welt hineindenken. Ich fühlte mich gleich wieder aufgenommen im Spiel der Farben und war neugierig auf den weiteren Fortgang.

Erlebte ich in den Vorgängerbänden einen nahezu unschlagbaren Protagonisten, erhielt ich nun auch Einblicke in andere Seiten. Die Gefangenschaft Darrows legte ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit auf die Seiten. Es schien schier unmöglich, diesem Verlies zu entkommen. Ungläubig erfuhr ich wenig später dann auch, worin Darrow eingesperrt war. Unfassbar, unmenschlich. Wie kann man einem Menschen so etwas antun. Und doch konnte Darrow nicht gebrochen werden. Tief in seinem Inneren gab es noch diese Stärke, die ihn auszeichnet. Er hat diesen Wahnsinn überlebt. Trotz all der Folter, trotz der Einsamkeit.

Wiederum nutzt Pierce Brown für die Darstellung der Handlungen die Ich-Perspektive in Gegenwartsform von Darrow. Der Geschichte verleiht er darum schon ein gewisses Grundtempo, das temporär immer wieder gesteigert wird und kaum Zeit zum Verschnaufen lässt. Gefesselt hing ich an den Seiten und konnte den weiteren Fortgang kaum erwarten. 

Tatsächlich ist es Pierce Brown dann immer wieder gelungen, mich zu überraschen und Handlungsstränge aufzubauen, die man so nicht erwarten konnte. Ich erlebte mächtige Schlachten in den Weiten des Weltalls, war Gast bei der Eroberung von Monden und Planeten. Strategische Überlegungen und Loyalität, aber auch falsches Vertrauen und Verrat waren stets gegenwärtig. Nie wusste ich sicher, wem man vertrauen konnte. Die Ereignisse aus der Vergangenheit ließen mich hier vorsichtig sein. Und so wurde ich immer wieder Zeuge von Entwicklungen, die auf den ersten Blick aussichtlos erschienen, den Verlauf sodann aber in Richtungen lenkten, die im Nachhinein betrachtet plausibler nicht sein könnten. 
Pierce Brown hat seine Charaktere mit Eigenschaften ausgestattet, die definitiv einen Wiedererkennungswert verschaffen, so dass ich trotz der Vielzahl der handelnden Personen nie den Überblick verlor. Besonders die vom Autor eingesetzten Antagonisten stachen hier mit enormer Brutalität und Gewaltbereitschaft hervor. Pierce Brown hat hier ein gut funktionierendes Zusammenspiel menschlicher Charakterzüge entwickelt.

Das von Pierce Brown kreierte Ende hatte es eindeutig in sich. Gerade war ich noch in einem riesigen Showdown gefangen, schließt der Autor seine Geschichte genau so, wie man es sich wünschen kann. Er hat es geschafft, mir damit nochmal ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, das Buch nun ins Regal zu stellen und mich absolut zufrieden mit der Reihe zurückzulassen. Für mich ist die Red-Rising-Reihe ein definitiver Kandidat für eine Verfilmung.

Urteil:
„Red Rising – Tag der Entscheidung“ konnte mich mit gut durchdachten Entwicklungen bannen und fesseln, aber auch immer wieder überraschen. Meine emotionale Achterbahnfahrt zwischen Bangen und Hoffen belohne ich deshalb mit verdienten 5 Büchern.

Für alle, die den Glauben an die Hoffnung nie verlieren, das Vertrauen an sich selbst behalten und sich aussichtlosen Kämpfen stellen. Für Fans der ersten Teile sowieso ein Must-Read.

Die Reihe:
1. Red Rising
2. Red Rising – Im Haus der Feinde
3. Red Rising – Tag der Entscheidung

©hisandherbooks.de

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(79)

166 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 52 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, krieg, liebe, berlin

Wir waren hier

Nana Rademacher
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 18.01.2016
ISBN 9783473401390
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Oben – kein Dach. Abbruchkante. Rissige Steine.
Über uns der eisige Himmel.
Das nächste Hausdach. So weit, zu weit.
Sie kommen.
Sie schreien.
Sie sind da.“
(S113)

Inhalt:
Das Jahr 2039. Die Welt wird von Kriegen erschüttert. Für die Menschen geht es täglich ums Überleben. Es fehlt an allem.

Mitten im zerbombten Berlin lebt Anna mit ihren Eltern. Essen und Trinken sind knapp, überall patrouilliert das Militär. Ständig sterben Menschen.
Irgendwie gelingt es Anna, wieder ins Internet zu kommen und damit weiter an ihrem Blog zu schreiben. Hier trifft sie auf Ben, einem Jungen aus Hamburg. Doch sie muss vorsichtig sein. Im Internet zu sein ist, wie viele andere Sachen auch, verboten und gefährlich. Die Webpolizei kann einen jederzeit erwischen. Ben kann Anna davon überzeugen, ihn zu treffen.

Anna und Ben treffen sich an einem geheimen Ort. Sofort sind sie sich sympathisch. Aber Ben scheint ein Geheimnis zu haben, was Anna misstrauisch werden lässt. Gemeinsam wollen sie dennoch den Weg in ein besseres Leben antreten. Und so beschließen die Jugendlichen, Berlin zu verlassen. Sie wussten, dass an jeder Ecke Gefahr lauern würde. Doch plötzlich werden ihre Befürchtungen real.

Meinung:
„Wir waren hier“ war ein absoluter Spontankauf. Ich sah das Buch im Regal einer Buchhandlung und konnte nicht daran vorbei. Das Cover zog mich magisch an und der Klappentext hatte es mir sofort angetan. Nachdem die Geschichte dennoch kurze Zeit warten musste, war es nun endlich so weit.

Die Idee klang vielversprechend und so stürzte ich mich in die Seiten. Der erste Teil der Geschichte wurde in blogähnlichem Stil geschrieben, was mir grundsätzlich schon einmal gefiel. Allerdings lauerte dabei dann immer die Gefahr, dass sich in einigen Auszügen Längen anbahnten. Dennoch wurde ich neugierig auf die weiteren Entwicklungen.

Die Welt, in der die Geschichte spielt, wurde mir einfühlsam und gut beschrieben nahegebracht, wobei keinesfalls Verharmlosungen benutzt wurden. Ich spürte eher sofort, dass ich mich hier in einer Realität wiederfand, die grausam und schrecklich den Tod vieler Menschen verursacht. Von der ersten Seite an stellte sich sodann auch ein ziemlich bedrückendes Lesegefühl ein, das mich bis zur letzten Seite nicht mehr los ließ.

Die von Nana Rademacher skizzierte Welt erlebte ich aus der Sicht von Anna in Gegenwarts-Ich-Perspektive. Die Gedanken der Protagonistin waren mir damit immer recht nah. Ab und an konnte ich bei Anna auch emotionale Reaktionen erleben, die beim Lesen jedoch nicht immer spürbar wurden und den Charakter so ein wenig verblassten. Anna ist vom Grunde her selbstlos und gibt alles für die ihr am Herzen liegenden Menschen. Vielleicht lag es gerade an dieser hier extrem stark ausgeprägten Eigenschaft, dass ich ihrem Handeln nicht immer bedingungslos trauen konnte. Doch Anna findet immer wieder ihren Weg, lässt niemandem im Stich. Im Gegenteil, sie opfert sich förmlich auf.
Auch wenn der Einstieg für mich nicht gänzlich reibungslos verlief, konnte ich irgendwann nicht mehr von der Geschichte lassen. Gut gesetzte Spannungspunkte verschafften mir einen schönen Lesefluss, auch wenn zwischendurch immer wieder eine ruhigere Gangart zu verzeichnen war. 

Die Charaktere wurden glaubhaft dargestellt, konnten dadurch eine Prägnanz entwickeln, so dass Verwechslungen ausgeschlossen waren. 
Meine Erlebnisse in einer vom Krieg verwüsteten und dominierten Welt hinterließen wirklich eine beklemmende Wirkung, angedeutete Grausamkeiten und Vergehen entwickelten entsprechende Emotionen in mir. 

Zum Ende hin treibt Nana Rademacher den Spannungspegel nochmals sehr hoch, bevor ihre Geschichte mit einem schönen und zufrieden stellenden Ergebnis endet.

Urteil:
„Wir waren hier“ ist keine actiongeladene Geschichte, sondern punktet eher mit gut durchdachten Handlungssträngen, die einer guten dystopischen Geschichte wirklich gerecht werden. Meine Lesestunden in unserer durchaus denkbaren und erschreckenden Zukunft sind mir deshalb knappe 4 Bücher wert.

Für alle, die durch Entbehrungen nicht ihre Kraft verlieren, dabei starken Gegnern standhalten und den Glauben an eine glückliche Zukunft nicht verlieren.

©hisandherbooks.de

  (3)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(65)

121 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 58 Rezensionen

bluescreen, science fiction, dan wells, jugendbuch, zukunft

Bluescreen

Dan Wells , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492280211
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt:
Das Los Angeles des Jahres 2050 hat sich zu einer gigantischen Megacity entwickelt, in der rund um die Uhr Nulis herumschweben. Kleine Roboterdrohnen, die so ziemlich alles erledigen, was früher Menschen tun mussten. Genauso sieht es in den Fabriken aus. Auch dort ist alles roboterisiert/automatisiert.

Die Arbeitslosenquote ist in einer Welt, in denen Roboter alles erledigen, gigantisch und die Schule nicht unbedingt ein Weg, der zum Erfolg führt.

Marisa lebt in dieser Welt. 24 Stunden am Tag mit ihren Freunden vernetzt über das implantierte Djinni in ihrem Kopf. Mit ihm steuert man einfach alles, wird von Werbepopups belästigt oder immer und überall aufgespürt.

Doch Marisa ist nicht nur Teil einer Gamer-Gruppe, sie ist auch eine Hackerin. Daher erkennt sie auch ziemlich schnell, dass das, was den Kids als Droge „Blue Screen“ als Möglichkeit zum „Abschalten“ dient, weit mehr ist. Und plötzlich sehen sich Marisa und ihre Freunde einem übermächtigen Gegner gegenüber, der nichts Gutes im Sinn hat.

Meinung:
Der Klappentext versprach ein interessantes Zukunftsszenario, das nicht allzu abwegig klingt. So ist schon Eva Siegmunds „Pandora“ auf denselben Schluss zur Weiterentwicklung des Smartphones (als Implantat) gekommen und in „The Evil Me“ wird ebenfalls genau das thematisiert.

Dennoch liegt der Fokus in jedem dieser Bücher auf einem anderen Part. So auch in der von Dan Wells erschaffenen Welt, die insbesondere von den äußeren Umständen und den enormen Schattenseiten der Technisierung erzählt. Das Stadtbild des Los Angeles‘ der Zukunft wird von fliegenden Robotern, den Nulis, geprägt. Sie machen einfach alles, während die Menschen sich in autonomen Fahrzeugen durch die Gegend kutschieren lassen – sofern sie denn das Geld aufbringen können, ein solches zu besitzen. Denn durch die Automatisierung aller Fabriken gibt es kaum Jobs und Einnahmequellen – außer der ‚Anstellung‘ bei diversen Gangs.

All die Technik wird mit einem Blinzeln und Aktivieren der in den Kopf implantierten „Djinnis“ gesteuert. Gespielt wird in virtuellen Welten, die das Geschehen dank vernetzten Sinnen hautnah miterleben lassen.

Insbesondere am Anfang war mir das ganze Spiele/Gamer-Szenario, Marisas Hobby, etwas zu viel. Ich spiele nicht und daher konnte ich nur hoffen, dass Marisa und ihre Freunde bald weniger Zeit in der Spielwelt verbringen. Und mein Wunsch wurde erhöht.
Als eine neue Droge ins Spiel kommt, die für die Nutzer äußerst gefährlich wird.

Zug um Zug erhöht Dan Wells die Spannung, während seine ausgedachte Welt nebenbei immer detaillierter wird – und schockierender. Rivalisierende Gangs, Schutzgelder wie zu Mafiazeiten und „Familien“, die bis zum Tod hintereinander stehen.
Während der Leser bis zu den letzten Kapiteln nicht wirklich weiß, wer dahintersteckt, gibt der Autor häppchenweise Informationen, mutet der Stadt Zerstörung und seinen Figuren Schmerz und Verlust zu und konnte mich so durchweg bei der Stange halten.

Der Schreibstil ist eher an Jugendlicheren orientiert und ich hatte auch nie das Gefühl, ein Buch für Erwachsene zu lesen. Einzig die vielen spanischen Begriffe und auch Flüche, die man teilweise mangels Erklärung einfach so stehen lassen muss, sind untypisch für ein Jugendbuch. Das Alter der Protagonistin und deren Freunde deuten jedoch ebenfalls darauf hin.

Der erste Band der „Mirador“-Reihe hätte bis kurz vor Schluss als Standalone gelten können, doch mit seinem letzten Kapitel hat Dan Wells noch einmal alles verändert und die Basis für die Fortsetzung geschaffen, auf die ich schon sehr gespannt bin.

Urteil:
Mit „Blue Screen“ schafft Dan Wells ein düsteres und bedrückend realitätsnahes Zukunftsszenario, das zum Nachdenken anregt. Die anfangs durch – für meinen Geschmack – zu viele Gamer-Szenen und –Gespräche etwas zähe Handlung nimmt im Laufe der Geschichte immer mehr an Fahrt auf und wird zu einem gelungenen Kampf gegen die moderne Technik. Sehr gute 4 Bücher für den ersten Band der „Mirador“-Reihe.

Die Reihe:
1. Blue Screen 
2. Originaltitel: Ones and Zeros
?

©hisandherbooks.de

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(72)

189 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 57 Rezensionen

thriller, entführung, thailand, jugendbuch, spiel

Wonderland

Christina Stein
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 25.08.2016
ISBN 9783733502898
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Ihre Worte hallen wider, bemüht, eine Antwort zu finden, lausche ich in mich hinein, aber da ist nichts, nur ein großer leerer Raum.“
(S.47)

Inhalt:
Die Villa ist ein absoluter Traumort für eine Party. Jacob hat Liz und ihre Freunde zu diesem Abend eingeladen. Die Jugendlichen sind begeistert. Nahezu gleichzeitig werden sie später von einer unerklärlichen Müdigkeit übermannt und schlafen ein. 

Am nächsten Morgen jedoch gibt es ein böses Erwachen. Denn nun befinden sie sich nicht mehr in der Villa, sondern an einem völlig anderen Ort. Eine hohe Mauer und Stacheldraht umgibt ihr Gefängnis. Doch es wird noch schlimmer. An jedem zweiten Tag muss jemand aus ihrer Mitte zum Opfer bestimmt werden. Wer als letztes übrig bleibt, soll reichlich entlohnt werden. 

Die Verzweiflung wächst stetig. Und auch, wenn Jacob mit ihnen zusammen gefangen ist. Was hat er mit ihrer Situation zu tun? Denn Jacob hat sie zu dieser unglückseligen Party eingeladen! Doch es hilft alles nichts, nur ein Opfer macht frei!

Meinung:
Bereits als ich das erste Mal von „Wonderland“ gehört hatte, wusste ich, dass in diesem Buch eine Geschichte für mich stecken könnte. Neugierig wartete ich nun, dass das Buch den Weg endlich zu mir finden würde. Nun war es so weit. Kaum war „Wonderland“ eingetroffen, stürzte ich mich auch gleich in die Seiten.

Kaum hatte ich mit dem Lesen begonnen, befand ich mich auch schon mitten in der Geschichte. Eine Warmlaufphase benötigte ich nicht. Ich machte Bekanntschaft mit den wichtigsten Charakteren, war mitten in einer Party, zu der Jacob eingeladen hatte. Die Party fand an einem extrem schönen Ort statt. Eine riesengroße Villa mit mehreren Pools und einem direkten Zugang zu einem eigenen Strandabschnitt am Meer. Und das alles im sonnenverwöhnten Thailand. Einen besseren Ort hätte man nicht finden können.

Und doch schwelte bei aller Ausgelassenheit von Beginn an eine spürbare unterdrückte düstere Stimmung mit hinein. Ich wartete auf den Punkt, an dem die Handlung umschlagen, das Schicksal seinen Lauf nehmen würde. Allzu lange Wartezeit kostete diese Entwicklung dann nicht, schnell und unvorhersehbar für sie fanden sich die Jugendlichen plötzlich eingesperrt wieder, umgeben von einer unbezwingbaren Mauer. Ein Entkommen war aussichtlos, sie befanden sich nun im absoluten Gutdünken ihrer Peiniger. Die erste Forderung versetzt sie dann auch in einen unglaublichen Schockzustand. Sie sollen abstimmen, wer aus der Gruppe geopfert wird. Und dies soll sich an jedem zweiten Tag wiederholen. 

Kaum kann ich beschreiben, welche Achterbahnfahrt der Emotionen ich beim Lesen dieser Geschichte durchgestanden habe. Die Handlungen und Entwicklungen wurden von Christina Stein unglaublich gut beschrieben, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Ihr Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen ohne dabei auf die unbedingt erforderlichen harten Einwürfe zu verzichten. Durch die Erzählung der Geschichte aus wechselnden Ich-Perspektiven der Protagonisten Liz und Jacob in Gegenwartsform hatte ich immer einen kleinen Wissensvorsprung vor den Charakteren, der jedoch nichts an der durch die Seiten wogenden Spannung ändern konnte, zumal hierdurch meine Phantasie zusätzlich extrem angeheizt wurde. Auch der Einbau einer weiteren Perspektive, der ein kurzes Intermezzo erlaubt wurde, steigerte das Leseempfinden.

Beim Lesen hatte ich unterbewusst immer das Gefühl von Verzweiflung, Resignation und Machtlosigkeit. Ich erlebte unglaubliche Brutalität, emotionslose Entscheidungen über Menschenleben und sah in heftige Abgründe menschlicher Perversionen. Immer wieder erlebte ich dabei Phasen, in denen mir einfach die Luft weggeblieben ist, ich fast vergaß zu atmen. Christina Stein konnte mit ihrer Geschichte einen Bann auf mich ausüben, der mich absolut an die Handlungen fesseln konnte und mitfiebern ließ. Geschockt über so viel von Menschen ausgehender Grausamkeit flog ich förmlich durch die Seiten, konnte das Buch kaum aus der Hand legen. 

Immer wieder ließ Christina Stein Rückblicke aus der Vergangenheit der Charaktere in die Handlung einfließen, die mitunter Raum für weitere Spekulationen meinerseits entfachten. Die Charaktere wurden von der Autorin auch wirklich gut ausgearbeitet, die Protagonisten selbst wurden mir mit jeder Seite sympathischer. Der Protagonistin Liz war ich sowieso von Anfang an zugetan. Nicht genug, dass sie aufgrund eines Herzfehlers tagtäglich um ihr Leben kämpfen muss, befindet sie sich nun auch noch in dieser unwirklichen Situation wider. Die Befürchtungen über die Absichten ihrer Peiniger sind neben dem zu erwartenden Tod noch widerlicher, als man sich in den schlimmsten Albträumen ausmahlen kann. Doch gerade Liz behält einen kühlen Kopf, will nicht ohne weiteres aufgeben.

Jacob, der von Beginn an erstmal Rätsel zu seinem Handeln aufgibt, offenbart nach und nach die Hintergründe hierzu. Verständlich, dass die Gruppe ihm gegenüber misstrauisch auftritt.

Die Interaktionen der Charaktere waren für mich definitiv realistisch und nachvollziehbar dargestellt. Keine Handlung wirkte überzogen oder unglaubwürdig. Nein, schlimmer noch, die Geschichte wirkte auf mich, als wenn so etwas tatsächlich real passieren könnte oder vielleicht sogar schon passiert ist. Eine erschreckende Vision, die mich so einiges an Nerven gekostet hat, je weiter ich vorgedrungen bin. An dieser Stelle möchte ich allein deshalb darauf hinweisen, dass die vom Verlag genannte Altersempfehlung ab 16 definitiv nicht zu Unrecht gegeben wurde.

Den Abschluss der Geschichte gestaltete Christina Stein für mich dann folgerichtig und lässt sie so ausklingen, dass man auch, nachdem das Buch dann zugeschlagen ist, weiterhin einen Hauch von Traurigkeit verspürt und das Gelesene nochmals in Ruhe auf sich wirken lassen muss.

Urteil:
„Wonderland“ beschreibt eine Aneinanderkettung erschreckend realistisch wirkender Visionen menschlicher Abgründe, die spürbare Emotionen wie Verzweiflung, Resignation und Machtlosigkeit hervorrufen und dabei unglaublich echt wirken. Meine Lesestunden an der Seite von Liz, Jacob und den anderen todgeweihten Jugendlichen belohne ich mit eindeutigen 5 Büchern.

Für alle, die sich unerschrocken aussichtlosen Situationen stellen können, dabei nicht die Nerven und die Hoffnung auf den richtigen Augenblick vertrauen und an sich glauben.

©hisandherbooks.de

  (3)
Tags:  
 
759 Ergebnisse