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102 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

fantay, bücherwelt

Das Buch von Kelanna, Band 1: Ein Meer aus Tinte und Gold

Traci Chee , Sylke Hachmeister
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.11.2016
ISBN 9783551583529
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Dies ist ein Buch.“
(S. 52, 53, …) 

Inhalt:
In Kelanna kann niemand lesen, es gibt keine Bücher, niemand weiß, dass es das Wort "Buch" überhaupt gibt.
Doch für den eckigen Gegenstand, den Sefia in ihrem Rucksack hat, sind schon sehr viele gestorben.
Nun ist Sefia allein, verfolgt die Entführer ihrer Tante und lernt nebenbei, wie man liest.
"Dies ist ein Buch" sind die ersten Worte in dem viereckigen Ding, die sie entziffern kann. Und in diesem Buch steht eine ganz besondere Geschichte, die sie auch mit dem gefolterten stummen Jungen teilt, den sie vor Verbrechern gerettet hat und Archer nennt.

Lon hat eine Gabe, mit der er seinen Lebensunterhalt verdient, bis seine Eltern hoffentlich zurückkehren. Er weiß Dinge, die er nicht wissen sollte. So trifft er eines Tages auf einen Mann, der ihm ein Angebot macht. Sie würden gemeinsam Großes vollbringen. Er nimmt Lon mit an einem Ort namens Bibliothek.

Meinung:
Nur sehr selten fiel mir ein Einstieg in eine Welt so schwer wie in die aus "Tinte und Gold".
Schon zu Beginn wird man in eine so fremde Welt geworfen und mit kleinen Informationshäppchen und zu vielen Details abgespeist, die schwer zu erfassen sind. Hinzu kommen die wechselnden Handlungsorte, eigene Handlungsstränge, die später alle zum großen Ganzen gehören, zu Beginn jedoch, insbesondere wenn man nicht am Stück lesen kann, mehr verwirren - und leider auch Langeweile verursachen - als Spannung zu schüren.

Das einzige, das mich diese Durststrecke hat durchhalten lassen, war das Buch selbst. Denn es steckt von Beginn an voller wundervoller Details, die mich neugierig auf mehr - und auf einen späteren Sinn - gemacht haben.
Details wie die geschwärzte Stelle auf Seite 37, Fingerabdrücke unter anderem auf Seite 52, die optisch angepassten Seiten des „Buches im Buch“… All das faszinierte mich ebenfalls wie die teils großgedruckten, handschriftlichen Wörter, oder die ganz besonderen Seitenzahlen, die für sich auch eine Geschichte ergeben.

Als die Handlungsstränge sich dann verflochten, war ich zunächst begeistert über die kreative Idee und den Aufbau der Geschichte, wurde dann in meiner Freude ausgebremst, weil von diesem Moment an doch sehr viel vorhersehbar war. Traci Chee konnte gut umschreiben, offensichtliche Nennungen verhindern, doch ab jenem Moment war tatsächlich alles durchschaubar. Meine Neugierde auf Weiteres trübte sich zwar ein wenig, aber sie war dennoch da. Ich musste einfach wissen, wie es wirklich mit den Figuren weiterging und ob ich Recht hatte. 
Im weiteren Verlauf konnte mich die Autorin dann tatsächlich noch fesseln, die Charaktere waren mir inzwischen bekannt und teils auch ans Herz gewachsen, dass ich mit ihnen etwas mitfiebern konnte, was mir anfangs einfach nicht hatte gelingen wollen, da es nicht gerade wenige sind und sie auch - insbesondere vom ersten Eindruck her - nicht alle wirkliche Sympathieträger sind. Eine wirkliche, echte Bindung konnte ich jedoch zu keiner einzigen Figur entwickeln.

Der Stil der Autorin ist eher literarisch, sie umschreibt mit für meinen Geschmack zu ausgefallenen Vergleichen und so konnte mich die von ihr gewünschte Atmosphäre nicht vollends packen. Auch schwingt zwischen den Zeilen neben der im Buch direkt erwähnten Magie auch kühle Brutalität mit: Blut, Kampf ums Überleben, Tode, die vielleicht durch jene spezielle Atmosphäre schlimmer wirkten als sie waren.

Zwischen all dem gibt es jedoch auch Hoffnung: eine Rettung, eine Freundschaft und vielleicht sogar irgendwann mehr... ich mochte die Momente zwischen Sefia und Archer, dem stummen Jungen, der so Grausames mitgemacht hat. Durch den sehr langsamen Fortgang der Geschichte konnte ich mich an der Entwicklung der beiden entlanghangeln, sie zogen mich mit sich, mit in ihre Geschichte.

Das Ende war dann für einen kurzen Moment doch überraschend. Ob ich wirklich zur Fortsetzung greifen werde, kann ich jedoch noch nicht mit Bestimmtheit sagen.

Urteil:
Traci Chee machte es mir nicht leicht, mich in ihrer Welt zu verlieren. Ich empfehle, sich insbesondere für den Einstieg ins "Meer aus Tinte und Gold" Zeit zu nehmen, einzutauchen und sich von den goldenen Lichtwellen überrollen zu lassen. Für meinen Geschmack jedoch lag der Fokus zu sehr auf der Sprache als auf dem Fortgang der Geschichte. Spannung war für mich kaum vorhanden. Die wundervollen optischen Details im Buch entschädigen jedoch für die zu häufig auftretenden Längen. Drei Bücher für „Das Buch von Kelanna Band 1: Ein Meer aus Tinte und Gold“. 

Reihe:
1. Ein Meer aus Tinte und Gold
2. ? Titel auch im Original noch nicht erschienen
3. ? Titel auch im Original noch nicht erschienen

©hisandherbooks.de

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186 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 45 Rezensionen

jugendbuch, umzug, schwarzer humor, todesarten, tod

Für dich soll's tausend Tode regnen

Anna Pfeffer
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbj, 12.09.2016
ISBN 9783570171554
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Ich sah ihn gelangweilt an. Wenn sein Leben wirklich so beschissen war, war ich gerne bereit, ihm ein paar Selbstmordtipps zu geben – zum Beispiel strangulieren mittels Badetuch.“
(S.25)

Inhalt:
Emi hasst ihr Leben, ständig fühlt sie sich von Leuten genervt. Der Umzug nach Hamburg hat ihre Situation nicht verbessert. Schlimmer noch, sie musste ihr altes Leben zurücklassen und ist nun die Neue in der Schule. Ihre Macke, Todesszenarien für nervige Leute auszudenken, hilft ihr über so manche Situation hinweg. 

Doch als ob das alles noch nicht genug wäre, wird Emi aufgrund eines Zwischenfalls im Chemieunterricht eine Strafarbeit aufgedrückt. Und diese muss sie ausgerechnet mit dem nervigsten Menschen überhaupt erledigen – Erik. Neben ihrem Gute-Laune-Bruder Oliver und der Neuen an der Seite ihres Vaters ist dies für Emi der absolute Supergau. Emi versucht, das Beste aus der Situation herauszuholen und entdeckt plötzlich völlig neue Facetten.

Meinung:
„Für Dich soll´s tausend Tode regnen“ entspringt nun nicht unbedingt dem mir vertrauten Genre, dennoch wurde ich neugierig auf die Geschichte, da viele Leserinnen und Leser sehr begeistert waren. Kurzum wurde das Buch also gekauft und musste auch nicht lange darauf warten, gelesen zu werden. 

Vorab muss erwähnt werden, dass sich hinter dem Pseudonym Anna Pfeffer ein wirklich sehr sympathisches Autorinnen-Duo verbirgt. Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit haben bereits die eine oder andere Geschichte zusammen geschrieben und veröffentlicht. Der Einfachheit halber werde ich hier jedoch auf das Pseudonym zurückgreifen.

Gleich auf den ersten Seiten wurde ich kurzerhand in das Leben von Emi geworfen. Sie hat von Grund auf eine nicht unbedingt positive Einstellung dem Leben gegenüber und zeigt dies auch offen. So einiges läuft ihr gegen den Strich. Vor kurzem ist sie mit ihrem Vater und ihrem Bruder nach Hamburg umgezogen, weil ihr Vater hier eine neue Praxis eröffnet hat. Es fällt Emi nicht leicht, neue Freunde zu finden – dieser Umstand zieht sich aus ihrem alten Leben durch. Und dann gibt es noch die vielen Menschen, von denen sie sich einfach nur genervt fühlt. Sie denkt sich für diese die skurrilsten Todesarten aus; das hilft ihr in vielen Situationen.

Anna Pfeffer lässt die Geschichte aus Emis Ich-Perspektive in Vergangenheitsform erzählen. Viele Dialoge lassen die Geschichte wirklich lebendig und authentisch wirken. Dabei wird mit schwarzem Humor und triefendem Sarkasmus wahrlich nicht gespart. Die Beziehungen der Charaktere untereinander erhalten einen enormen Biss, ich konnte mir den einen oder anderen Lachanfall bei diversen Charakterhandlungen nicht verkneifen. 

Emi war für mich trotz ihrer Grundeinstellung eine sympathische Protagonistin. Man fühlte, dass sie ihren Platz im Leben ganz einfach noch nicht gefunden hatte und auf der Suche nach einem Ziel war. Auch wenn ich die eine oder andere Situation fast zu überspitzt dargestellt fand, verringerte sich mein Lesefluss hierdurch nicht. Die eingebauten Ideen und Umsetzungen ließen mich die kurzweilige Geschichte einfach nur genießen, ich glitt durch die Seiten immer in der Erwartung der folgenden Geschehnisse. Im weiteren Verlauf ließ der Biss in Emis Charakter für mein Empfinden ein wenig nach, eine Entwicklung der Persönlichkeit war hierbei dennoch deutlich zu bemerken.

Das von Anna Pfeffer gewählte Ende der Geschichte war für mich nicht wirklich überraschend, dennoch kann man eindeutig von einem folgerichtigen Abschluss sprechen, der mir einen befriedigenden Ausklang bot.

Zusätzlich hinweisen möchte ich auf die Optik des Buches. Das wirklich schöne Cover und der farblich gestaltete Buchschnitt sind definitiv richtige Hingucker. Gemischt mit einem abwechslungsreichen Inhalt, der mir amüsant schöne Lesestunden bescherte, kann ich mich nun von der Geschichte verabschieden und freue mich auf weitere Ideen aus dem Hause Anna Pfeffer.

Urteil:
„Für Dich soll´s tausend Tode regnen“ punktet mit jeder Menge schwarzem Humor gemischt mit sarkastisch witzigen Dialogen, die in gut umgesetzte Handlungen integriert wurden. Für meine kurzweilige Lektüre für „Zwischendurch“ vergebe ich an dieser Stelle deshalb sehr gute 4 Bücher. 

Für alle, die noch auf der Suche nach einem Ziel sind, augenzwinkernden schwarzen Humor dabei genießen können und ihren Prinzipien treu bleiben.


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282 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

fantasy, hexen, magie, scheiterhaufen, everflame

Everflame - Verräterliebe

Josephine Angelini
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Dressler, 24.10.2016
ISBN 9783791526324
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Lily und ihr Zirkel konnten nur mit Verlust dem Schwarm entkommen und finden sich vor den Toren einer Stadt wieder, von deren Existenz niemand gewusst hat. Im ersten Moment scheint diese Stadt im Westen des Kontinents das wahre Paradies, wenn auch mit strengen Regeln, die der Schwarm von Bienenwirkern durchsetzt.

Doch als Lily und ihre Freunde nach und nach hinter das Geheimnis dieser nach außen hin so harmonisch wirkenden Stadt kommen, wird klar, wer der wirkliche Feind ist.

Meinung:
Erneut ist eine lange Zeit vergangen, bis ich nun zum finalen Band der Everflame-Reihe greifen konnte. Und ein weiteres Mal spart die Autorin an Rückblicken und Erinnerungsstützen, was mir den Einstieg sehr erschwert hat.
So brauchte es doch einige Seiten, bis ich mich wieder mit der Vielzahl an Charakteren und deren Verbindungen und Bündnissen arrangiert hatte, während ich mich einem neuen Szenario gegenübersah:

Bower City ist für die Welt, in der Magie wirklich existiert und stetig Kämpfe und Kriege toben, ein wahres Paradies. Niemand ist krank, alle sind jung, es gibt genügend Nahrung, regen Handel mit anderen Ländern und nur ein Verbot: Das Vereinnahmen von Helfern ist Hexen untersagt.
Mit jedem Kapitel stieg ich an der Seite von Lily und ihrem Zirkel hinter das grausame Geheimnis der Stadt und damit sogar der gesamten Reihe. Diese Wendungen haben mich sehr positiv überrascht und überzeugt, wie das große Ganze zusammenhängt. Dennoch hatte ich während des Lesens immer wieder mit Längen zu kämpfen, die meinen Lesespaß etwas eintrübten. An anderen Stellen hätte ich mir mehr Details gewünscht, mehr Emotionen, die dann jedoch nicht kamen.

Nichtsdestotrotz zog die Geschichte dank des leichtgängigen Stils schnell an mir vorüber, etliche Szenarien und Perspektivenwechsel sorgten für einen guten Rundumblick, lieferten letzte Erklärungen, um den jeweiligen Handlungsstrang spätestens zum Ende hin abzuschließen. Die Spannung hielt sich nahezu konstant auf mittlerem Niveau. Spannungsspitzen wurden sehr schnell abgehandelt, weil Pläne nur selten scheiterten. Lediglich zum Ende hin war es mir unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Hier waren die Gefahr und der drohende Untergang zu präsent, als dass ich mir auch nur eine kurze Pause erlauben würde, ehe Josephine Angelini ihre Reihe zufriedenstellend abschloss.

Urteil:
Mit „Verräterliebe“ hat Josephine Angelini einen soliden Abschluss ihrer „Everflame“-Trilogie erschaffen. Trotz kleiner Längen und dem für mich schwierigen Wiedereinstieg fühlte ich mich sehr gut unterhalten und konnte die Klärung der letzten offenen Fragen und den „Endkampf“ genießen. 4 Bücher für Lily und ihren Zirkel.

Reihe:
1. Everflame – Feuerprobe
2. Everflame – Tränenpfad
3. Everflame - Verräterliebe

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84 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Endgame. Die Entscheidung

James Frey
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 14.11.2016
ISBN 9783789104046
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Meinung:
Endlich hielt ich ihn in meinen Händen: Den finalen Band der Reihe, die ich aufgrund der Eröffnungstour damals schon vor der Veröffentlichung begleitet habe. Natürlich war ich trotz des etwas schwächeren zweiten Bands neugierig auf das Ende und „Die Entscheidung“.

Trotz langer Pause gelang mir der Wiedereinstieg in die Welt von „Endgame“ recht schnell. 
Was sofort auffällt sind die Perspektiven aus der Sicht von Kepler22b, dem „Schöpfer“, der dem ganzen Buch einen Hauch Sci-Fi verleiht und der mir bis zum Ende hin einfach nur suspekt war.
Ansonsten dreht sich in diesem Finale alles um die Suche nach dem letzten Schlüssel, der Endgame beenden wird. Zumindest für einige der Spieler. Die anderen wollen Endgame nicht gewinnen, nicht für ihr Geschlecht siegen, sondern wollen die Erde retten und Endgame für immer beenden, die Vorbereitungen der Geschlechter, einfach alles. Im Zuge dessen werden ganz neue Bündnisse geknüpft, die zu Beginn nicht allen Teilnehmern gefallen. 
Dieser Unmut löst sich jedoch schnell in Wohlgefallen auf – wie so einiges in diesem Abschlussband sehr konstruiert wirkt. Deus ex machina in höchster Form. So finden die zusammengeschlossenen Spieler nicht nur die bereits in Band 2 erwähnte Waffe gegen die Schöpfer, sondern bekommen Hilfe von außen, an die in den Vorgängerbänden nicht einmal zu denken gewesen wäre, was mein Gefallen an der eigentlich so gut durchdachten und komplexen Welt deutlich schmälerte. Des Weiteren gab es einige Wendungen, an denen ich aneckte, weil sie für die Handlung selbst nicht notwendig waren und eher „unnötiges“ Blut fließen ließen.
Abgesehen von diesen Unstimmigkeiten jedoch war das Finale spannend, actionreich und ohne jegliche Längen. Die eingefügten Rätsel störten den Lesefluss kaum, sie waren noch besser in den flüssigen Stil des Autors eingefügt.
Die Spannung steigerte sich insbesondere gegen Mitte des Buches schon deutlich und zum Ende hin fieberte ich regelrecht mit „meinen“ Spielern.
Der Showdown selbst ging dann doch recht schnell vonstatten. Die oben bereits erwähnte „Hilfe“ ließ die angestaute Energie nicht wirklich explodieren, sondern eher verpuffen, was schade für diese doch außergewöhnliche Trilogie war. 
Der kleine Ausblick auf die Zeit nach Endgame war für mich leider dann auch nicht mehr richtig greifbar.

Urteil:
Rückblickend betrachtet konnte mich „Endgame – Die Entscheidung“ definitiv mehr fesseln als Band 2, denn die vielen ereignislosen Passagen sind Spannung und Action gewichen. Leider gab es im Handlungsverlauf zu viele „Eingriffe von außen“ und mehr als eine Szene, die unlogisch war, was meinen Lesegenuss genauso schmälerte wie die am Ende für mich noch offenen Fragen. Sehr gute 3 Bücher für „Endgame – Die Entscheidung“.

Reihe:
1. Endgame – Die Auserwählten
2. Endgame – Die Hoffnung
3. Endgame – Die Entscheidung

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11 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

rezension, omni, science fiction, andreas brandhorst

Omni

Andreas Brandhorst
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492703598
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Zitat:
„Breite ockerfarbene Wolkenbänder erschienen und zwischen ihnen der brodelnde rotbraune Wirbel eines Sturmgebiets, groß wie ein Planet. Der Orbitalspringer stürzte in die endlosen Wolkenmeere des Gasriesen Caledonia.“
(S.190)

Inhalt:
Forrester und seine Tochter Isdina-Iaschu, genannt Zinnober, verstecken sich erfolgreich seit Jahren vor dem Zorn des Duke von Javaid. Forrester handelte damals im Auftrag der Agentur, einer mächtigen Organisation. Die Flucht war anschließend der letzte Ausweg. Auch der Agentur geht Forrester seitdem aus dem Weg.

Doch nun wurden Vater und Tochter von der Agentur aufgespürt. Forrester soll einen letzten Auftrag ausführen. Seine Aufgabe lautet, den Zehntausendjährigen Aurelius, der im Auftrag von Omni – einem Zusammenschluss von Superzivilisationen - zu einem Artefakt unterwegs ist, zu finden und zu entführen. Aber der Auftrag gerät zunehmend außer Kontrolle. Aus Jägern werden Gejagte, und die Interessen mächtiger Hintermänner bedrohen den interstellaren Frieden.

Meinung:
Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich „Das Schiff“ von Andreas Brandhorst gelesen hatte. Die Ideen und der Stil des Autors haben mir dabei wirklich gut gefallen. Als nun zufällig das neue Buch „Omni“ von Andreas Brandhorst zu mir gefunden hatte war klar, dass ich die Geschichte auf jeden Fall lesen werde. Und so stürzte ich mich in ein weiteres Abenteuer in den unendlichen Weiten des Weltalls.

Der Klappentaxt hörte sich für mich schon sehr interessant an, und so war ich neugierig, was mich in „Omni“ erwarten würde. Schon nach wenigen Seiten fand ich mich dann auch gut integriert in der Handlung wieder. Ich traf auf Forrester, der vormals in den Diensten der Agentur stand, und auf seine Tochter Isdina-Iaschu, die von ihrem Vater jedoch ausschließlich Zinnober genannt wird. Nach der Flucht von Javaid leben die beiden seit Jahren gut versteckt auf einem weit entfernten und fast unbekannten Planeten völlig allein. Bis ihre Ruhe gestört wird und die Agentur einen letzten Auftrag von Forrester fordert.

Natürlich benötigte ich ein wenig Zeit, um mich in die von Andreas Brandhorst entwickelte Welt hineinzudenken und den Geschehnissen auf die Spur zu kommen. Ein Glossar im hinteren Teil des Buches konnte mich dabei gelegentlich unterstützen. Die in dritter Person Vergangenheit und aus verschiedenen Sichten erzählte Geschichte nahm mehr und mehr einen kontinuierlichen Fortgang und entwickelte dabei stetig eine Neugier auf die weiteren Handlungen.

Die Geschichte selbst nimmt dabei jederzeit einen etwas ruhigeren Verlauf, selbst gesetzte Spannungsbögen enden jeweils etwas unspektakulär, ohne dabei Langeweile aufkommen zu lassen. Eine kleine Straffung der Ereignisse könnte das Tempo aus meiner Sicht womöglich steigern und aufkommende kleine Längen vermeiden, dies war für mich jedoch kein Muss und ich konnte mich auf den Stil des Autors wiederum gut einstellen. Auf jeden Fall werden die Handlungsstränge intelligent und authentisch vorangeführt, ein Sci-Fi-Feeling begleitete mich von Beginn bis zum Ende.

In „Omni“ entwickelt Andreas Brandhorst wiederum eine Welt – oder besser gesagt Welten – die gut durchdacht sind und einen besonderen Reiz mit ihren Eigenarten ausüben. Hierbei ist abstraktes Vorstellungsvermögen an der einen oder anderen Stelle sicherlich von großem Vorteil. 

Auch seine Charaktere stattet der Autor mit unverkennbaren Eigenschaften aus, die entsprechende Sympathien und Antipathien auslösen können. Sicherlich hätte man in dem einen oder anderen Fall noch ein wenig mehr Tiefe in so manchen Charakter einbringen können, für die Erzählung der Handlung empfand ich die Darstellung dennoch als ausreichend und vorstellbar. Besonders gelungen fand ich in „Omni“ den Charakter Zinnober. Die Tochter von Forrester ist durch ihren Vater halb menschlicher Herkunft, besticht durch gut durchdachtes Handeln und ihre Zielstrebigkeit. 

Andreas Brandhorst gelingt es, seiner Geschichte mit einfachen Mitteln eine Komplexität zu verleihen, die dennoch nie ausufernd wirkt und Verläufe und Handlungen dabei nachvollziehbar wirken lässt. Vielmehr faszinierte mich die Ideenvielfalt des Autors, die gradlinig und vorstellbar in die Geschichte eingebettet wurde.

Nach einer Vielzahl intergalaktischer Gefahren und zu überwindenden Hürden beschließt Andreas Brandhorst seine Geschichte mit einem nachvollziehbaren und annehmbaren Ende, mit dem ich absolut gut leben kann. Auch nach „Omni“ kann ich bedenkenlos sagen, dass dies mit Sicherheit nicht das letzte Buch des Autors für mich gewesen sein wird.

Urteil:
„Omni“ von Andreas Brandhorst bietet einmal mehr Science-Fiction-Erlebnisse in Reinkultur und lässt die Unendlichkeiten des Universums förmlich unter der Haut spüren. Meine intergalaktischen Lesestunden sind mir definitive 4 Bücher wert.

Für alle, die sich vor weit entfernten Galaxien nicht fürchten, Gefahren als Ansporn sehen und ihre Prinzipien dabei nicht außer Acht lassen. Alle Liebhaber des Genres werden an „Omni“ nicht vorbeikommen.


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57 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

lustig, griechische mythologie, mythologie, griechen, percy jackson

Percy Jackson erzählt: Griechische Heldensagen

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 20.10.2016
ISBN 9783551556714
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Nach Percy Jacksons ‚privaten‘ Einblick in die Welt der griechischen Götter kommen nun die griechischen Heldensagen dran: Perseus, Psyche, Phaeton, Otrera, Dädalus, Theseus, Atalante, Bellerophon, Kyrene, Orpheus, Herkules und Jason.

Meinung:
Nachdem ich mit absoluter Begeisterung „Percy Jackson erzählt griechische Göttersagen“ gelesen habe, musste ich natürlich auch zu den Heldensagen greifen und habe es keinesfalls bereut.

Im Gegensatz zu den Göttern, die den meisten doch relativ bekannt sein dürften (allein denjenigen, die Rick Riordans Bücher gelesen haben), gibt es bei den griechischen Helden doch wenige, von denen man alles weiß oder die gesamte Geschichte kennt (beispielsweise Herkules‘ Geburtsnamen!). Vielleicht kennt man den einen oder anderen Namen nicht einmal, der im Inhaltsverzeichnis auftaucht.

So ging es selbst mir, die doch sehr viel mit den Göttern zu tun hat und ihre Geschichten wirklich liebt und ständig für eigene Storys „missbraucht“.

Erster Pluspunkt für Riordan war, dass er nicht nur die 08/15-Helden wie Herkules, die wirklich jeder kennt, in dieses Buch gepackt hat. Nein, er erwähnt auch weniger offizielle ‚Heldinnen‘ wie Psyche, die aufgrund ihrer Liebe zu Amor ganz schön unter göttlichem Einfluss zu leiden hatte, oder Otrera, die die Amazonen gegründet hat.

Erneut sind die Erzählungen gespickt mit dem für Percy Jackson typischen Humor und den zahlreichen Vergleichen mit der heutigen Zeit, um der Zielgruppe das von den Helden Erlebte näherzubringen. Auch die Worte, die Percy Göttern wie Helden oder gar den Orakeln in den Mund legt, sind doch sehr modern interpretiert und teils zum laut Loslachen.

Trotz allem Humor und der flüssigen Erzählweise sind die Namen (über die Percy fleißig lästert) und all die Handlungen dennoch sehr komplex. Man kann „Percy Jackson erzählt griechische Heldensagen“ als reine Unterhaltung lesen, über die Namen und die Zusammenhänge nicht genau nachdenken. Man kann jedoch auch konzentrierter lesen und so geballtes Wissen, das zusammenhängend erzählt wird, mitnehmen, wie es bisher keines der von mir gelesenen Mythologie-Bücher geschafft hat.

Urteil:
„Percy Jackson erzählt griechische Heldensagen“ ist beinahe genauso amüsant erzählt wie sein Vorgänger, dennoch aufgrund der Thematik um ein Vielfaches komplexer. Rick Riordan fasst die Erlebnisse bekannter und weniger bekannter „Helden und Heldinnen“ grandios zusammen und bringt durch Percys Erzählton und Vergleiche einen Hauch von Moderne in die Geschichten. Dieses Buch sollte eigentlich Unterrichtsstoff sein, denn so humorvoll und dennoch faktenreich erzählt habe ich die Heldengeschichten noch nirgendwo gelesen. Verdiente 5 Bücher.

Die Reihe:
1. Percy Jackson erzählt griechische Göttersagen
2. Percy Jackson erzählt griechische Heldensagen


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34 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

rezension, endzeit, dystopie, wasserknappheit, thriller

Water - Der Kampf beginnt

Paolo Bacigalupi , Wolfgang Müller
Fester Einband: 430 Seiten
Erschienen bei Blessing, 21.03.2016
ISBN 9783896675309
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Zitat:
„Der Sturm wurde stärker. Der Tag wurde zur Nacht. Sand und Kies schlugen gegen die bebenden Scheiben. Die Menschen unterhielten sich nur noch mit gedämpfter Stimme, fahrig, niedergedrückt von den tobenden Elementen.“
(S.113)

Inhalt:
Das Wasser im Südwesten der USA geht zur Neige. Der Kampf um die schwindende Ressource spitzt sich immer mehr zu. Wer die Rechte am Wasser hat, überlebt.

Jedes Mittel zur Erlangung der Wasserrechte wird in Kauf genommen. Menschenleben sind dabei nicht viel wert. Auch Angel Velasquez kämpft in diesem erbitterten Krieg. Er wird in die sterbende Stadt Phoenix gesandt, um die Interessen seines Arbeitgebers zu sichern. Hier trifft er auf Lucy Monroe, eine talentierten Journalistin. Gemeinsam sind sie einer Fährte auf der Spur. Denn ein Bekannter von Lucy wurde Opfer eines schrecklichen Verbrechens. Was war der Hintergrund dafür? Doch plötzlich werden sie selbst zur Zielscheibe. Ihr Leben ist in großer Gefahr.

Meinung:
„Water – Der Kampf beginnt“ war mein erstes Buch von Paolo Bacigalupi. Der Klappentext versprach eine spannende Geschichte, der Kampf um Ressourcen ist immer eine gute Grundlage für interessante Unterhaltung. Also konnte ich nun voller Neugier starten.

Nach den ersten Seiten musste ich dann jedoch feststellen, dass es mir etwas schwerfiel in die Geschichte zu finden. Ich sah mich konfrontiert mit mir unbekannten Begrifflichkeiten und spanischen Phrasen, denen ich nicht durchgehend gleich eine Bedeutung zuordnen konnte. Dennoch hoffte ich, jeweils das Richtige interpretiert zu haben und las weiter.

Ich traf in „Water – Der Kampf beginnt“ auf drei verschiedene Erzählsichten, die jeweils in dritter Person Vergangenheit dargestellt wurden. Hierdurch musste ich mich erst einmal an unterschiedliche Sichtweisen und Absichten der Charaktere gewöhnen, was nicht immer unbedingt leicht war. Doch irgendwann hatte ich einen gewissen Überblick erzielt, so dass ich mich fortan ausschließlich auf den Fortgang der Handlung konzentrieren konnte.

Der Schreibstil von Paolo Bacigalupi ist grundsätzlich gut lesbar. Für meinen Geschmack wurden aber auch immer wieder Stellen eingebaut, die das Augenmerk auf Nebensächlichkeiten lenkten und diese zu ausführlich beschrieben. Nichtsdestotrotz glänzte die Geschichte dennoch ein ums andere Mal mit gut konstruierten Handlungen und Spannungseffekten. Auch wenn Spannungshöhepunkte oftmals recht schnell und etwas zu gewollt wirkend aufgelöst wurden, entwickelte sich hierdurch Zug um Zug eine Anziehung, die mich zu fesseln begann.

Hatte ich anfangs noch etwas Schwierigkeiten mit den unterschiedlichen Charakteren, lösten sich diese zusehends auf. Eine besondere Tiefe wurde den handelnden Personen nicht verliehen, dennoch wurde ein gewisser Grad an Authentizität erreicht. Auch Veränderungen in Sichtweisen, und damit ein Voranschreiten der Handlung, konnte ich bemerken. 

Die Geschichte von Paolo Bacigalupi ist zeitweise sicherlich nicht für schwache Nerven geeignet. Dies trifft vor allem dann zu, wenn Brutalität und Gewalt die Oberhand gewinnen und so gewisse Bilder im Kopf entstehen lassen. 

„Water – Der Kampf beginnt“ beschreibt die Vorstufe zu einer dystopischen Entwicklung, eine gewisse bekannte Grundordnung ist noch immer gegeben. Die Thrillerelemente überwiegen wie angekündigt eindeutig, so dass ich hier keine Überraschung erlebte. 
Eindrucksvoll beschreibt der Autor, welche Entwicklungen vorstellbar sind, wenn Ressourcen knapp und knapper werden, welche Wege sich sodann plötzlich auftun, diese schwindenden Ressourcen für bestimmte Bevölkerungsteile zu beanspruchen. Denn nur so kann das Überleben gesichert werden. Allein am hier gewählten Beispiel Wasser – für uns heutzutage eine nicht wegzudenkende Annehmlichkeit – konnte gut dargestellt werden, wozu die Menschheit plötzlich fähig wird. 

Paolo Bacigalupi führt seine Geschichte nach einer temposteigernden Entwicklung zum Ende hin zu einem für mich befriedigendem Ausklang. Auch wenn „Water – Der Kampf beginnt“ meine erste Geschichte des Autors war, werde ich mir seine anderen Werke garantiert noch näher anschauen.

Urteil:
„Water – Der Kampf beginnt“ beschreibt real denkbare Entwicklungen nach einer Verknappung von Ressourcen und zeigt die damit einhergehenden Gefahren nachvollziehbar auf. Für meine Lesestunden im vertrocknenden Südwesten der USA vergebe ich 3 Bücher.

Für alle, die sich dem Kampf um das tägliche Überleben stellen können, Ungerechtigkeiten zähneknirschend über sich ergehen lassen und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.


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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Weihnachtsmann-Verschwörung

Christian Tielmann
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Rubikon Audioverlag, 18.10.2016
ISBN B01M9CNRSJ
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt:
Am ersten Dezember plumpst den Geschwistern Slalom und Lykke ein Mann vor die Füße. Und er sieht dem Weihnachtsmann nicht nur erschreckend ähnlich, sondern benimmt sich auch noch recht seltsam.
Die kleine Lykke ist schnell überzeugt, dass es sich bei dem Amnesie-Patienten nur um den echten Weihnachtsmann handeln kann und der muss sich bis Weihnachten einfach an alles erinnern. Oder?

Meinung:
Die Inhaltsangabe zum Buch klang nach einem unterhaltsamen Spaß für die Vorweihnachtszeit und so mussten wir es einfach hören. Theoretisch ist die Geschichte in 24 Kapitel unterteilt, damit man sie wie einen Adventskalender hören kann, aber das halten wir sowieso nie durch und hören lieber am Stück.

Gleich zu Beginn werden alle wichtigen Figuren eingeführt: Slalom, seine kleine Schwester Lykke und die Hauptperson: Der Mann, der sich Claus Santa nennt und irgendwie so gar nichts mehr weiß. Stück für Stück kommen neben den Eltern der Geschwister, einem Ärzteehepaar, auch die Kinder der Wahrheit ein wenig näher und stoßen auf ungeheuerliche Tatsachen: Dass jemand den Weihnachtsmann mit Absicht vom Schlitten geschubst haben muss. Nur wie und warum? Das gilt es in den restlichen Dezembertagen bis Weihnachten dringend herauszufinden.

Uta Dänekamps Stimme passt perfekt zu den jungen Protagonisten Slalom und Lykke, deren Geschichte aus der Sicht eines Erzählers geschildert wird. Mark Bremer spricht die männlichen Parts der Dialoge, haucht dem Weihnachtsmann und Knecht Ruprecht authentisch Leben ein, sodass wir gebannt lauschten.

Die Charaktere sind allesamt gelungen und für eine Kindergeschichte ausreichend tiefgründig. Es gibt Geschwisterstreits, ein paar Einblicke in Freundschaften und Schule und (wenn auch etwas außergewöhnliche) Probleme.

Wo mein 6-Jähriger das Hörbuch für „toll“ befunden und „keine Kritik“ hatte, hakte es bei mir ab und zu an der Geschichte selbst und der „Vermischung“ von Nikolaus, Weihnachtsmann, Knecht Ruprecht, Wichteln und Co. In der heutigen Zeit ist es schwierig, die überall präsenten weihnachtlichen Einflüsse zu sortieren und bei den Kindern dafür zu sorgen, dass sie wissen, wer wohin gehört und woher er stammt. Die Interpretation in der Weihnachstmannverschwörung war mir persönlich etwas zu viel in eine Story gepackt.

Lässt man die Tatsache außer Acht und denkt nicht weiter darüber nach, bekommt man einen Kinderkrimi mit vielen Hinweisen, falschen Fährten und immer neuen Möglichkeiten, die es kaum erlauben, zwischendurch Pause zu drücken. Schließlich steht Weihnachten auf dem Spiel. Ein Fest, das von seiner ganz besonderen Atmosphäre „lebt“, für die Autor Christian Tielmann natürlich auch einen Grund nennt.

Selbstverständlich endet am 24. Dezember alles gut und wir alle können beruhigt Weihnachten feiern.

Urteil:
Christian Tielmanns „Die Weihnachtsmannverschwörung“ bringt Spannung in die Vorweihnachtszeit. Der Kinderkrimi in 24 Kapiteln macht es einem kaum möglich, die CD abzuschalten und sie als Hör-Adventskalender zu nutzen. Trotz (für mich als Erwachsene) kleiner Mängel macht die von Ute Dänekamp und Mark Bremer gelesene Geschichte Spaß und wirft einen neuen Blick auf den „Sinn“ von Weihnachten. Mängel, die unser 6-Jähriger als nichtig abtut. Daher sehr sehr gute 4 Bücher für Slalom, Lykke und Santa.


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(108)

422 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

sirenen, liebe, kiera cass, siren, jugendbuch

Siren

Kiera Cass , Christine Strüh , Anna Julia Strüh
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 13.10.2016
ISBN 9783733502911
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Kahlen ist eine Sirene. Ein Mädchen, das einst von der See gerettet wurde und ihr nun 100 Jahre lang dienen muss, indem sie wie ihre Schwestern Menschen in den Tod führt, wovon sich die See ernährt.
Kahlen übt diesen „Job“ nun schon 80 Jahre aus, aber sie war nie wie ihre Schwestern, die zumindest versuchen, sich den Menschen anzunähern.
Als Kahlen auf Akinli trifft, ist das anders. Denn auch wenn eine Sirene in der Gegenwart von Menschen nicht sprechen darf, damit sie sich nicht blindlings ertränken, finden die beiden ohne Worte zueinander und Akinli geht Kahlen nicht mehr aus dem Kopf, ganz gleich, wo die Mädchen sich ansiedeln.
Doch dann geschieht etwas, das einfach alles verändert.

Meinung:
Nach dem Hype rund um „Selection“ wurde nun die (laut Danksagung überarbeitete) Version von Kiera Cass‘ Debüt ins Deutsche übersetzt und ich war sehr neugierig, wie sie das Sirenenthema umsetzen würde.

Das Buch startet mit einem kurzen Rückblick auf Kahlens nahenden Tod und den Beginn ihres neuen Lebens als Sirene. Danach gibt Kiera Cass mehr als ausreichend Zeit, Kahlen genauer kennenzulernen. 80 Jahre später, nach etlichen Morden an Menschen, die Kahlen einfach nicht loslassen.
Nach diesem ruhigen Einstieg erwartet man als Leser einen stetigen Anstieg des Spannungsbogens, eine schneller werdende Handlung und sich zuspitzende Ereignisse. Leider traf das nicht in gewünschtem Maße auf „Siren“ zu. Die Geschichte fokussiert das Innenleben von Protagonistin Kahlen, die in Ich-Perspektive erzählt. Ihre Liebe zur See ist deutlich spürbar und auch der Konflikt, der entsteht, als sie sich in Akinli verliebt.
Doch abgesehen davon passiert nur sehr sehr wenig. Fiebert man als Leser weiteren Aufeinandertreffen der Liebenden entgegen, so hat man meist einen langen Weg dazwischen, sodass ein ums andere Mal die Leselust schwindet.

So negativ das jedoch klingen mag, fand ich die Idee selbst wirklich gut. Die „stimmlosen“ Sirenen, die Menschen gegenüber oft nicht das ausdrücken können, was sie sich wünschen. Und doch gibt es denjenigen, der sie auch ohne Worte versteht. Auch die Darstellung der See als fühlende und handelnde Person war interessant.
Darüber hinaus gibt es einige wirklich berührende Szenen, ganz gleich ob zwischen den beiden oder den Unterhaltungen zwischen Kahlen und der See (die in Gedanken kommuniziert, Texte fett formatiert und Gedankengespräche kursiv).

Insgesamt ist die Geschichte sehr vorhersehbar, was aber in Anbetracht der anderen Kritikpunkte nicht so sehr ins Gewicht fällt. So ist auch das Ende keine Überraschung, jedoch perfekt passend zum Rest des Buches.

Urteil:
Kiera Cass‘ Debüt „Siren“ ist sehr ruhig, vorhersehbar und für den Leser gibt es einige Durststrecken zu überwinden. Die interessante Interpretation der Sirenen und ihren Taten gepaart mit der tiefen Emotionalität der interagierenden Personen veranlassen mich jedoch, sehr gute drei Bücher zu vergeben.


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black blade, monster, jennifer estep, fantasy, magie

Black Blade - Die helle Flamme der Magie

Jennifer Estep , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492703574
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt: 
Lila, Devon und Felix stehlen Victor Draconi mit Unterstützung von Deah die magischen Klingen, die er in seinem Haus gesammelt hat, um sie für einen Schlag gegen die anderen Familien zu nutzen und tauschen sie gegen Fälschungen aus.
Auch wenn Victor und seine Leute keine zusätzliche Magie aus den Klingen erhalten, sind sie doch in der Überzahl, als sie bewaffnet das Essen der Familien stürmen.
Doch Victors Pläne gehen noch viel viel weiter.

Meinung:
Showdown in Cloudburst Falls. Natürlich musste ich wissen, wie es mit Lila, Devon und den anderen zu Ende geht und konnte es kaum abwarten, in die Welt der magischen Mafia zurückzukehren.

Es dauerte nicht lange, bis mir dank Rückblicken wieder alle Geschehnisse der Vorgänger präsent waren und ich die fortlaufende Geschichte genießen konnte.

Erneut beweist die Autorin ein riesengroßes Talent, eine Story vorzulegen, an deren Lesespaß es absolut nichts auszusetzen gibt, obwohl inhaltlich eigentlich nicht sehr viel passiert. Trotzdem fühlte ich mich stets gut unterhalten und hatte nie den Drang, es aufgrund von irgendwelchen Längen gelangweilt zur Seite zu legen.

Im letzten Drittel zieht Jennifer Estep den Spannungsfaden jedoch an. Die Geschichte wird weniger vorhersehbar als noch am Anfang und Wiederholungen fallen gänzlich weg, was das Tempo sehr steigerte.

Dieser finale Band strotzt vor Kampfszenen - magisch und "altmodisch", was leider kaum Raum für anderes ließ. Die zarte Lovestory zwischen Lila und Devon oder die zwischen Deah und Felix sind nur ganz am Rande zu spüren. 

Der "Endkampf" hatte es dann wirklich in sich, die Autorin holte noch einmal wirklich alles aus ihrer magischen Welt heraus, ehe sie die Trilogie zufriedenstellend beendet. Theoretisch jedoch könnte es weitergehen, Potential bietet die Welt von Cloudburst Falls mehr als genug.

Urteil:
Mit "Die helle Flamme der Magie" hat Jennifer Estep einen gelungenen Abschluss der Trilogie vorgelegt, der den Vorgängern in nichts nachsteht. Action und Kampf stehen im Vordergrund, das Tempo zieht immer weiter an und strebt dem Showdown entgegen, was natürlich kaum Zeit für Romantik lässt. 4 Bücher für den finalen Band der "Black Blade"-Reihe.

Die Reihe:
1. Black Blade - Das eisige Feuer der Magie
2. Black Blade - Das dunkle Herz der Magie 
3. Black Blade – Die helle Flamme der Magie

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animox, gestaltwandler, das heulen der wölfe, jugendbuch, kinderbuch

Animox - Das Heulen der Wölfe

Aimée Carter , Maren Illinger , Frauke Schneider
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.08.2016
ISBN 9783789146237
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Inhalt:
Simon wird in der Schule ständig geärgert und gemobbt und als "Spinner" beschimpft.
Denn was keiner weiß: er kann tatsächlich mit Tieren reden, auch wenn ihm der Kontakt zu Tieren von seinem Onkel streng verboten wurde.

Als ihm eines Tages ein Adler eine Warnung zuruft und wenig später Tausende von Ratten die Wohnung stürmen, bekommt er die Wahrheit über sein wahres Ich heraus: Simon ist ein Animox, er kann sich wie seine ganze Familie in ein Tier der 5 Tierreiche verwandeln. Doch er ist weit mehr als nur das...

Meinung:
Zuerst hatte ich das Buch nicht auf dem Schirm, bin jedoch durch eine Blogtour darauf aufmerksam geworden. Kaum eingezogen, konnte ich mich auch schon in die Seiten stürzen.

Die Geschichte beginnt recht typisch und vorhersehbar. Simon hat ein Geheimnis, für das ihn außerhalb alle für einen Spinner halten: Er kann mit Tieren sprechen. Wozu er aber nicht sehr oft Gelegenheit hat, denn selbst Besuche im Central Park wurden ihm verboten. Dennoch wählt er eines Tages diesen Weg und wird von einem riesengroßen Adler gewarnt.
Kurz darauf stürmen Horden von Ratten seine Wohnung und entführen seine Mutter. Simon erfährt die Wahrheit über seine Fähigkeiten und macht sich auf, seine Mutter zu befreien.

Doch hinter dem Krieg der Tierreiche steckt mehr, als auf den ersten Blick zu erkennen ist.

Der Einstieg an der Seite von Simon gelang leicht. Aimee Carter erzählt die Geschichte aus dritter Perspektive, was ein klein wenig Distanz zu den Emotionen des Protagonisten Simon schafft. So war es nicht weiter verwunderlich, dass ich trotz Entführung und schlimmer Dinge, die ihm widerfahren sind, nicht so wirklich mitfühlen konnte. Was vielleicht aber auch am Erzähltempo lag.

Die Autorin beschreibt nur das Nötigste und hält sich nicht mit ausschweifenden Details auf, was ich sehr befürworte.
Aimee Carters Erzählstil ist locker und leichtgängig und sehr schnell zu lesen, sodass die Geschichte rasend schnell an mir vorbeizog.
Die Welt rund um die Animox, der Krieg der 5 Tierreiche und die Legende des Bestienkönigs haben mir sehr gefallen, jedoch war die Geschichte alles in allem doch sehr vorhersehbar und die Plotpoints waren alles andere als überraschend, was der Spannung etwas schadete.

Nichtsdestotrotz habe ich das Buch gerne gelesen und bin in die Welt der Animox eingetaucht, habe an der Seite von Simon neue Freunde gefunden und wurde von nicht gerade wenigen Bekanntschaften schwer enttäuscht.

Der Showdown war aufgrund der Distanz zur Figur nicht ganz so nervenaufreibend wie vielleicht von der Autorin vorgesehen, aber dennoch fesselnd, ehe dieser erste Band mit einer neuen (leider erwarteten) Entwicklung vorerst zufriedenstellend endet.

Urteil:
"Animox - Das Heulen der Wölfe" ist ein solider Auftakt einer neuen Gestaltwandlerreihe, die mit seiner interessanten Idee und dem Grundkonstrukt überzeugt. Vorhersehbarkeit und die Distanz zum Protagonisten schmälerten den Lesespaß ein wenig. Knappe 4 Bücher für Simon, den Animox und seine neuen Freunde.

Die Reihe:
1. Animox – Das Heulen der Wölfe
2. Animox - Der Flug des Adlers
3. ?
4. ?

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67 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

china, obdachlos, verlag rowohlt, dai, kriminalität

Walled City

Ryan Graudin , , ,
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 30.10.2015
ISBN 9783499217050
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Ich muss ihn erstechen. Diesen Jungen töten, den ich einst zu retten versucht habe. Es tut mir so leid, ich habe solche Angst.“

(S.126)

Inhalt:
Hak Nam – die Stadt Hinter den Mauern – wird von Gewalt und Schrecken beherrscht. Die Bruderschaft des Roten Drachens führt ein gesetzloses Regime. Wer hier landet, schwebt in steter Lebensgefahr.

Genau hier lebt Jin Ling. Sie hat sich als Junge verkleidet, um nicht in einem Bordell von Hak Nam zu landen. Denn sie ist auf der Suche nach ihrer Schwester Mei Yee, die von ihrem Vater verkauft wurde. Doch Mei Yee scheint unauffindbar.

Unerwartete Hilfe bekommt Jin von Dai, der jedoch eigene Pläne verfolgt und dennoch ebenfalls auf sie angewiesen ist, um diese erfolgreich zu Ende zu führen. Denn er muss es in wenigen Tagen schaffen, Longwai, den mächtigen Bandenchef, zur Strecke zu bringen, um selbst einer Gefängnisstrafe zu entgehen. Die Zeit wird knapp und die auf dem Weg liegenden Hindernisse sind kaum zu überwinden. Ein falscher Schritt bedeutet Entdeckung und damit einen schmerzvollen Tod.

Meinung:
„Walled City“ war ein Geschenk und in Verbindung mit dem Klappentext wurde ich neugierig auf die Geschichte. Nach kurzer Verweildauer in meinem „Noch-zu-lesen“-Regal war es nun an der Zeit, zu „Walled City“ zu greifen.

Ryan Graudin ließ mir dann auch nur wenig Zeit für eine Eingewöhnung und startete gleich mit der Handlung durch. Ich fand mich in der Stadt Hinter den Mauern wieder und traf auf Jin Ling, die sich auf der Suche nach ihrer vom Vater verkauften Schwester Mey Yee befindet. Zur Tarnung hat sie sich als Junge verkleidet, denn die Gefahr ist hier groß, dass man sie in ein Bordell steckt – die wahrscheinlich einzige Verwendung für Mädchen in Hak Nam. Und genau in einem Bordell befürchtet Jin ihre Schwester zu finden. Bisher war die Suche jedoch erfolglos.

Mit Dai bietet sich Jin nun eine Chance, sie weiß noch nicht, dass Dai genauso von ihrer Hilfe abhängig ist. Lange Zeit sparte Dai auch sowohl gegenüber Jin als auch mir mit Informationen zu seinem Handeln, so dass ich die Handlung mitunter ein wenig ratlos verfolgte. Dennoch wollte ich mich überraschen lassen, was noch folgen würde.

Ryan Graudin nutzt für die Präsentation der Ereignisse drei verschiedene und wechselnde Ich-Perspektiven in Gegenwartsform. Ich erlebte die Geschichte damit aus den Sichten von Jin Ling, Dai und Mei Yee, wobei mich die Perspektive von Mei Yee am meisten ansprach. Mit ihr konnte ich wirklich fühlen, sie musste stark sein. So vieles musste sie über sich ergehen lassen. Und das alles ohne Aussicht auf ein Entrinnen. Denn was passiert, sich dem Willen Longwais zu widersetzen, wird ihr grauenvoll vorgeführt.

Ich muss zugeben, dass ich mit asiatischen Namen nicht immer zurechtkomme und die Gefahr von Verwechslungen für mich groß ist, doch hatte ich hiermit in „Walled City“ selten Probleme. Der Schreibstil der Autorin war grundsätzlich gut zu lesen, und auch wenn sich immer wieder kleinere Längen andeuteten, wurden doch Spannungspunkte gesetzt, die mich gespannt weiterlesen ließen. 

Beim Lesen der Geschichte sind mir die oftmals eingeflochtenen Vergleiche ein wenig aufgefallen, die für mich nicht immer unbedingt sachgerecht angewendet wurden und damit meinen Lesefluss ein wenig ins Stocken geraten ließen, um zum einen die Notwendigkeit und zum anderen die Sinnhaftigkeit zu überdenken. Doch natürlich hatte ich mittlerweile wirklich Feuer gefangen und musste unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Nach einigem aufflammendem Auf- und Ab bringt Ryan Graudin die Geschichte dann auch zu einem erwarteten Ende und lässt mich damit zufrieden zurück. 

Urteil:
„Walled City“ basiert auf einem realen Vorbild, präsentiert all die Schrecken und Grausamkeiten in einer gesetzlosen Stadt. Meine Leseerlebnisse in der Stadt Hinter den Mauern sind mir auf jeden Fall knappe 4 Bücher wert.

Für alle, die wissen, wofür sie kämpfen und Entbehrungen auf sich nehmen, dabei Strapazen überstehen können und den Blick aufs Ziel nie aus den Augen verlieren.

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dystopie, jugendbuch, flawed, fehlerhaft, cecelia ahern

Flawed – Wie perfekt willst du sein?

Cecelia Ahern , Anna Julia Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 29.09.2016
ISBN 9783841422354
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Celestine führt ein perfektes Leben. Wortwörtlich. Denn in ihrer Welt sorgt die Gilde dafür, dass moralisch verwerfliches Verhalten geahndet wird.
Celestine glaubt an die Arbeit der Gilde, an die Arbeit des Gilde-Chefs Richter Crevan, mit dessen Sohn Art sie eine perfekte Beziehung führt - fernab der Fehlerhaften der Gesellschaft, die strenge Restriktionen einzuhalten haben.
Bis zu jenem Tag, an dem Celestine einem Fehlerhaften hilft, was in ihrer Gesellschaft streng verboten ist. Von heute auf morgen wird sie weggebracht, verurteilt und gebrandmarkt, trägt nun das Zeichen der Fehlerhaften. Doch sie muss noch mehr ertragen...

Meinung:
Bislang traf Cecelia Ahern nicht meinen Lesegeschmack - daher kann ich auch keine Vergleiche zu ihren bisherigen Büchern ziehen -, aber mit ihrer ersten All-Age-Dystopie hat sie mich neugierig gemacht und ich stürzte mich in die Seiten.

Nur für eine sehr kurze Zeit lernte ich Protagonistin Celestine in ihrer perfekten Umgebung kennen. Denn schon in den ersten Kapiteln erzittert ihr Weltbild, als die Nachbarin der Familie von der Garde abgeführt wird. Celestine beginnt zu grübeln, stellt die Grundsätze der Gesellschaft infrage und begeht wenig später einen Fehler, der ihr Leben verändert. Sie widersetzt sich dem Verbot, einem Fehlerhaften zu helfen, und wird selbst vor das Gericht der Garde gestellt. Im Gewahrsam lernt sie Carrick "kennen", spürt die Verbindung zu ihm und er tritt, obwohl sie sich kaum kennen, in Gedanken immer mehr an die Stelle von Art - ihrem bisherigen Freund und Sohn des obersten Richters der Garde -, der sie nicht einmal im Gefängnis besuchen darf - oder will.
Celestine weigert sich, vor Gericht zu lügen und stellt sich den Folgen, um sich selbst treu zu bleiben. Sie wird als Fehlerhafte gebrandmarkt, ist nun Ausschuss der Gesellschaft und hat nach gesonderten Regeln und Gesetzen zu leben.
Unbeabsichtigt wurde Celestine jedoch zu einer Art Superstar, die dem obersten Richter gefährlich werden und jeder Menge Systemgegner als Vorzeigeobjekt dienen könnte. 

Cecelia Aherns Gesellschaftsentwurf ist nicht gänzlich neu, der Versuch, "Schlechtes" aus der Gesellschaft auszusortieren liegt in einer perfekten Welt nahe und wurde schon öfter aufgegriffen. Die Autorin legte den Fokus daher eher auf das Innenleben der Protagonistin und ihre Entwicklung, die rasant voranschreitet, weil Celestine immer neuen Verwicklungen ausgesetzt ist. Sie befindet sich plötzlich inmitten von Intrigen und Machtkämpfen und kann niemandem mehr vertrauen.

Nach dem rasanten Einstieg verläuft sich die Spannung mit den Seiten leider immer ein wenig mehr. Auch der Showdown konnte mich nicht mehr so mitreißen wie die erste Hälfte des Buches. Die eingeflochtenen Hinweise waren teils zu offensichtlich, um mitfiebern zu können, wenngleich so manche Wendung nicht vorhersehbar war.

Der Ausklang der Geschichte war zufriedenstellend, doch natürlich bin ich gespannt auf die weiteren Entwicklungen, die der Abschluss der Dilogie dann mitbringen wird.

Urteil:
Mit "Flawed - Wie perfekt willst du sein?" schafft Cecelia Ahern einen guten Auftakt für ihre Dilogie in einer vermeintlich perfekten Gesellschaft, die den Fokus auf die Charaktere und weniger auf Action und Spannung legt. 4 Bücher für die "Fehlerhafte" Celestine und ihren Kampf gegen die gesellschaftlichen Normen.

Die Reihe:
1. Flawed – Wie perfekt willst du sein?
2. Perfect – Willst du die perfekte Welt?

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80 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

sci-fi, weltraum, dystopie, red rising, krieg

Red Rising - Tag der Entscheidung

Pierce Brown , Bernhard Kempen
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.09.2016
ISBN 9783453534438
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Zitat:
„Die Verletzten starren an die steinerne Decke und fragen sich, wie das Leben nun weitergehen soll. Dieses Gefühl strahlt der Raum aus. Es ist traumatisch. Nicht wegen der Verletzungen, sondern wegen der zerstörten Leben und Träume.“
(S.112)

Inhalt:
Dunkelheit. Einsamkeit und Schmerzen. Darrow ist gefangen. Unter unmenschlichen Bedingungen. Er verliert das Gefühl für Zeit und Raum. Seine Ziele sind in weite Ferne gerückt. Darrow könnte seine Lage verbessern. Doch noch ist er nicht gebrochen. Er gibt sich nicht geschlagen. Und dann bietet sich tatsächlich diese eine Chance, die er ergreifen muss. 

Der Schnitter vom Mars ist zurück. Allein durch seine Präsenz verbreitet sich die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, die Feinde der Revolution zittern vor dem, was kommen wird. Doch kann Darrow seinen Verbündeten vertrauen? Oder sie ihm? Die Entwicklung nimmt ihren Lauf.

Meinung:
Nachdem zwischen den ersten beiden Bänden der Reihe doch einige Zeit dazwischen lag, musste ich nun auf den finalen Teil zum Glück nicht so lange warten. Denn bisher konnte Brown mit seiner Geschichte begeistern. Nun musste ich unbedingt wissen, welchen Ausgang seine Idee nehmen würde. Also musste „Red Rising – Tag der Entscheidung“ nicht lange warten, bis ich es in die Hand nahm.

Da der zweite Teil der Reihe nun nicht so lange zurücklag, konnte ich mich ohne Eingewöhnungszeit sofort wieder in die von Pierce Brown erdachte Welt hineindenken. Ich fühlte mich gleich wieder aufgenommen im Spiel der Farben und war neugierig auf den weiteren Fortgang.

Erlebte ich in den Vorgängerbänden einen nahezu unschlagbaren Protagonisten, erhielt ich nun auch Einblicke in andere Seiten. Die Gefangenschaft Darrows legte ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit auf die Seiten. Es schien schier unmöglich, diesem Verlies zu entkommen. Ungläubig erfuhr ich wenig später dann auch, worin Darrow eingesperrt war. Unfassbar, unmenschlich. Wie kann man einem Menschen so etwas antun. Und doch konnte Darrow nicht gebrochen werden. Tief in seinem Inneren gab es noch diese Stärke, die ihn auszeichnet. Er hat diesen Wahnsinn überlebt. Trotz all der Folter, trotz der Einsamkeit.

Wiederum nutzt Pierce Brown für die Darstellung der Handlungen die Ich-Perspektive in Gegenwartsform von Darrow. Der Geschichte verleiht er darum schon ein gewisses Grundtempo, das temporär immer wieder gesteigert wird und kaum Zeit zum Verschnaufen lässt. Gefesselt hing ich an den Seiten und konnte den weiteren Fortgang kaum erwarten. 

Tatsächlich ist es Pierce Brown dann immer wieder gelungen, mich zu überraschen und Handlungsstränge aufzubauen, die man so nicht erwarten konnte. Ich erlebte mächtige Schlachten in den Weiten des Weltalls, war Gast bei der Eroberung von Monden und Planeten. Strategische Überlegungen und Loyalität, aber auch falsches Vertrauen und Verrat waren stets gegenwärtig. Nie wusste ich sicher, wem man vertrauen konnte. Die Ereignisse aus der Vergangenheit ließen mich hier vorsichtig sein. Und so wurde ich immer wieder Zeuge von Entwicklungen, die auf den ersten Blick aussichtlos erschienen, den Verlauf sodann aber in Richtungen lenkten, die im Nachhinein betrachtet plausibler nicht sein könnten. 
Pierce Brown hat seine Charaktere mit Eigenschaften ausgestattet, die definitiv einen Wiedererkennungswert verschaffen, so dass ich trotz der Vielzahl der handelnden Personen nie den Überblick verlor. Besonders die vom Autor eingesetzten Antagonisten stachen hier mit enormer Brutalität und Gewaltbereitschaft hervor. Pierce Brown hat hier ein gut funktionierendes Zusammenspiel menschlicher Charakterzüge entwickelt.

Das von Pierce Brown kreierte Ende hatte es eindeutig in sich. Gerade war ich noch in einem riesigen Showdown gefangen, schließt der Autor seine Geschichte genau so, wie man es sich wünschen kann. Er hat es geschafft, mir damit nochmal ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, das Buch nun ins Regal zu stellen und mich absolut zufrieden mit der Reihe zurückzulassen. Für mich ist die Red-Rising-Reihe ein definitiver Kandidat für eine Verfilmung.

Urteil:
„Red Rising – Tag der Entscheidung“ konnte mich mit gut durchdachten Entwicklungen bannen und fesseln, aber auch immer wieder überraschen. Meine emotionale Achterbahnfahrt zwischen Bangen und Hoffen belohne ich deshalb mit verdienten 5 Büchern.

Für alle, die den Glauben an die Hoffnung nie verlieren, das Vertrauen an sich selbst behalten und sich aussichtlosen Kämpfen stellen. Für Fans der ersten Teile sowieso ein Must-Read.

Die Reihe:
1. Red Rising
2. Red Rising – Im Haus der Feinde
3. Red Rising – Tag der Entscheidung

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165 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 52 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, krieg, liebe, berlin

Wir waren hier

Nana Rademacher
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 18.01.2016
ISBN 9783473401390
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Oben – kein Dach. Abbruchkante. Rissige Steine.
Über uns der eisige Himmel.
Das nächste Hausdach. So weit, zu weit.
Sie kommen.
Sie schreien.
Sie sind da.“
(S113)

Inhalt:
Das Jahr 2039. Die Welt wird von Kriegen erschüttert. Für die Menschen geht es täglich ums Überleben. Es fehlt an allem.

Mitten im zerbombten Berlin lebt Anna mit ihren Eltern. Essen und Trinken sind knapp, überall patrouilliert das Militär. Ständig sterben Menschen.
Irgendwie gelingt es Anna, wieder ins Internet zu kommen und damit weiter an ihrem Blog zu schreiben. Hier trifft sie auf Ben, einem Jungen aus Hamburg. Doch sie muss vorsichtig sein. Im Internet zu sein ist, wie viele andere Sachen auch, verboten und gefährlich. Die Webpolizei kann einen jederzeit erwischen. Ben kann Anna davon überzeugen, ihn zu treffen.

Anna und Ben treffen sich an einem geheimen Ort. Sofort sind sie sich sympathisch. Aber Ben scheint ein Geheimnis zu haben, was Anna misstrauisch werden lässt. Gemeinsam wollen sie dennoch den Weg in ein besseres Leben antreten. Und so beschließen die Jugendlichen, Berlin zu verlassen. Sie wussten, dass an jeder Ecke Gefahr lauern würde. Doch plötzlich werden ihre Befürchtungen real.

Meinung:
„Wir waren hier“ war ein absoluter Spontankauf. Ich sah das Buch im Regal einer Buchhandlung und konnte nicht daran vorbei. Das Cover zog mich magisch an und der Klappentext hatte es mir sofort angetan. Nachdem die Geschichte dennoch kurze Zeit warten musste, war es nun endlich so weit.

Die Idee klang vielversprechend und so stürzte ich mich in die Seiten. Der erste Teil der Geschichte wurde in blogähnlichem Stil geschrieben, was mir grundsätzlich schon einmal gefiel. Allerdings lauerte dabei dann immer die Gefahr, dass sich in einigen Auszügen Längen anbahnten. Dennoch wurde ich neugierig auf die weiteren Entwicklungen.

Die Welt, in der die Geschichte spielt, wurde mir einfühlsam und gut beschrieben nahegebracht, wobei keinesfalls Verharmlosungen benutzt wurden. Ich spürte eher sofort, dass ich mich hier in einer Realität wiederfand, die grausam und schrecklich den Tod vieler Menschen verursacht. Von der ersten Seite an stellte sich sodann auch ein ziemlich bedrückendes Lesegefühl ein, das mich bis zur letzten Seite nicht mehr los ließ.

Die von Nana Rademacher skizzierte Welt erlebte ich aus der Sicht von Anna in Gegenwarts-Ich-Perspektive. Die Gedanken der Protagonistin waren mir damit immer recht nah. Ab und an konnte ich bei Anna auch emotionale Reaktionen erleben, die beim Lesen jedoch nicht immer spürbar wurden und den Charakter so ein wenig verblassten. Anna ist vom Grunde her selbstlos und gibt alles für die ihr am Herzen liegenden Menschen. Vielleicht lag es gerade an dieser hier extrem stark ausgeprägten Eigenschaft, dass ich ihrem Handeln nicht immer bedingungslos trauen konnte. Doch Anna findet immer wieder ihren Weg, lässt niemandem im Stich. Im Gegenteil, sie opfert sich förmlich auf.
Auch wenn der Einstieg für mich nicht gänzlich reibungslos verlief, konnte ich irgendwann nicht mehr von der Geschichte lassen. Gut gesetzte Spannungspunkte verschafften mir einen schönen Lesefluss, auch wenn zwischendurch immer wieder eine ruhigere Gangart zu verzeichnen war. 

Die Charaktere wurden glaubhaft dargestellt, konnten dadurch eine Prägnanz entwickeln, so dass Verwechslungen ausgeschlossen waren. 
Meine Erlebnisse in einer vom Krieg verwüsteten und dominierten Welt hinterließen wirklich eine beklemmende Wirkung, angedeutete Grausamkeiten und Vergehen entwickelten entsprechende Emotionen in mir. 

Zum Ende hin treibt Nana Rademacher den Spannungspegel nochmals sehr hoch, bevor ihre Geschichte mit einem schönen und zufrieden stellenden Ergebnis endet.

Urteil:
„Wir waren hier“ ist keine actiongeladene Geschichte, sondern punktet eher mit gut durchdachten Handlungssträngen, die einer guten dystopischen Geschichte wirklich gerecht werden. Meine Lesestunden in unserer durchaus denkbaren und erschreckenden Zukunft sind mir deshalb knappe 4 Bücher wert.

Für alle, die durch Entbehrungen nicht ihre Kraft verlieren, dabei starken Gegnern standhalten und den Glauben an eine glückliche Zukunft nicht verlieren.

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bluescreen, science fiction, dan wells, jugendbuch, zukunft

Bluescreen

Dan Wells , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492280211
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt:
Das Los Angeles des Jahres 2050 hat sich zu einer gigantischen Megacity entwickelt, in der rund um die Uhr Nulis herumschweben. Kleine Roboterdrohnen, die so ziemlich alles erledigen, was früher Menschen tun mussten. Genauso sieht es in den Fabriken aus. Auch dort ist alles roboterisiert/automatisiert.

Die Arbeitslosenquote ist in einer Welt, in denen Roboter alles erledigen, gigantisch und die Schule nicht unbedingt ein Weg, der zum Erfolg führt.

Marisa lebt in dieser Welt. 24 Stunden am Tag mit ihren Freunden vernetzt über das implantierte Djinni in ihrem Kopf. Mit ihm steuert man einfach alles, wird von Werbepopups belästigt oder immer und überall aufgespürt.

Doch Marisa ist nicht nur Teil einer Gamer-Gruppe, sie ist auch eine Hackerin. Daher erkennt sie auch ziemlich schnell, dass das, was den Kids als Droge „Blue Screen“ als Möglichkeit zum „Abschalten“ dient, weit mehr ist. Und plötzlich sehen sich Marisa und ihre Freunde einem übermächtigen Gegner gegenüber, der nichts Gutes im Sinn hat.

Meinung:
Der Klappentext versprach ein interessantes Zukunftsszenario, das nicht allzu abwegig klingt. So ist schon Eva Siegmunds „Pandora“ auf denselben Schluss zur Weiterentwicklung des Smartphones (als Implantat) gekommen und in „The Evil Me“ wird ebenfalls genau das thematisiert.

Dennoch liegt der Fokus in jedem dieser Bücher auf einem anderen Part. So auch in der von Dan Wells erschaffenen Welt, die insbesondere von den äußeren Umständen und den enormen Schattenseiten der Technisierung erzählt. Das Stadtbild des Los Angeles‘ der Zukunft wird von fliegenden Robotern, den Nulis, geprägt. Sie machen einfach alles, während die Menschen sich in autonomen Fahrzeugen durch die Gegend kutschieren lassen – sofern sie denn das Geld aufbringen können, ein solches zu besitzen. Denn durch die Automatisierung aller Fabriken gibt es kaum Jobs und Einnahmequellen – außer der ‚Anstellung‘ bei diversen Gangs.

All die Technik wird mit einem Blinzeln und Aktivieren der in den Kopf implantierten „Djinnis“ gesteuert. Gespielt wird in virtuellen Welten, die das Geschehen dank vernetzten Sinnen hautnah miterleben lassen.

Insbesondere am Anfang war mir das ganze Spiele/Gamer-Szenario, Marisas Hobby, etwas zu viel. Ich spiele nicht und daher konnte ich nur hoffen, dass Marisa und ihre Freunde bald weniger Zeit in der Spielwelt verbringen. Und mein Wunsch wurde erhöht.
Als eine neue Droge ins Spiel kommt, die für die Nutzer äußerst gefährlich wird.

Zug um Zug erhöht Dan Wells die Spannung, während seine ausgedachte Welt nebenbei immer detaillierter wird – und schockierender. Rivalisierende Gangs, Schutzgelder wie zu Mafiazeiten und „Familien“, die bis zum Tod hintereinander stehen.
Während der Leser bis zu den letzten Kapiteln nicht wirklich weiß, wer dahintersteckt, gibt der Autor häppchenweise Informationen, mutet der Stadt Zerstörung und seinen Figuren Schmerz und Verlust zu und konnte mich so durchweg bei der Stange halten.

Der Schreibstil ist eher an Jugendlicheren orientiert und ich hatte auch nie das Gefühl, ein Buch für Erwachsene zu lesen. Einzig die vielen spanischen Begriffe und auch Flüche, die man teilweise mangels Erklärung einfach so stehen lassen muss, sind untypisch für ein Jugendbuch. Das Alter der Protagonistin und deren Freunde deuten jedoch ebenfalls darauf hin.

Der erste Band der „Mirador“-Reihe hätte bis kurz vor Schluss als Standalone gelten können, doch mit seinem letzten Kapitel hat Dan Wells noch einmal alles verändert und die Basis für die Fortsetzung geschaffen, auf die ich schon sehr gespannt bin.

Urteil:
Mit „Blue Screen“ schafft Dan Wells ein düsteres und bedrückend realitätsnahes Zukunftsszenario, das zum Nachdenken anregt. Die anfangs durch – für meinen Geschmack – zu viele Gamer-Szenen und –Gespräche etwas zähe Handlung nimmt im Laufe der Geschichte immer mehr an Fahrt auf und wird zu einem gelungenen Kampf gegen die moderne Technik. Sehr gute 4 Bücher für den ersten Band der „Mirador“-Reihe.

Die Reihe:
1. Blue Screen 
2. Originaltitel: Ones and Zeros
?

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(68)

174 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 55 Rezensionen

thriller, entführung, thailand, jugendbuch, spiel

Wonderland

Christina Stein
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 25.08.2016
ISBN 9783733502898
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Ihre Worte hallen wider, bemüht, eine Antwort zu finden, lausche ich in mich hinein, aber da ist nichts, nur ein großer leerer Raum.“
(S.47)

Inhalt:
Die Villa ist ein absoluter Traumort für eine Party. Jacob hat Liz und ihre Freunde zu diesem Abend eingeladen. Die Jugendlichen sind begeistert. Nahezu gleichzeitig werden sie später von einer unerklärlichen Müdigkeit übermannt und schlafen ein. 

Am nächsten Morgen jedoch gibt es ein böses Erwachen. Denn nun befinden sie sich nicht mehr in der Villa, sondern an einem völlig anderen Ort. Eine hohe Mauer und Stacheldraht umgibt ihr Gefängnis. Doch es wird noch schlimmer. An jedem zweiten Tag muss jemand aus ihrer Mitte zum Opfer bestimmt werden. Wer als letztes übrig bleibt, soll reichlich entlohnt werden. 

Die Verzweiflung wächst stetig. Und auch, wenn Jacob mit ihnen zusammen gefangen ist. Was hat er mit ihrer Situation zu tun? Denn Jacob hat sie zu dieser unglückseligen Party eingeladen! Doch es hilft alles nichts, nur ein Opfer macht frei!

Meinung:
Bereits als ich das erste Mal von „Wonderland“ gehört hatte, wusste ich, dass in diesem Buch eine Geschichte für mich stecken könnte. Neugierig wartete ich nun, dass das Buch den Weg endlich zu mir finden würde. Nun war es so weit. Kaum war „Wonderland“ eingetroffen, stürzte ich mich auch gleich in die Seiten.

Kaum hatte ich mit dem Lesen begonnen, befand ich mich auch schon mitten in der Geschichte. Eine Warmlaufphase benötigte ich nicht. Ich machte Bekanntschaft mit den wichtigsten Charakteren, war mitten in einer Party, zu der Jacob eingeladen hatte. Die Party fand an einem extrem schönen Ort statt. Eine riesengroße Villa mit mehreren Pools und einem direkten Zugang zu einem eigenen Strandabschnitt am Meer. Und das alles im sonnenverwöhnten Thailand. Einen besseren Ort hätte man nicht finden können.

Und doch schwelte bei aller Ausgelassenheit von Beginn an eine spürbare unterdrückte düstere Stimmung mit hinein. Ich wartete auf den Punkt, an dem die Handlung umschlagen, das Schicksal seinen Lauf nehmen würde. Allzu lange Wartezeit kostete diese Entwicklung dann nicht, schnell und unvorhersehbar für sie fanden sich die Jugendlichen plötzlich eingesperrt wieder, umgeben von einer unbezwingbaren Mauer. Ein Entkommen war aussichtlos, sie befanden sich nun im absoluten Gutdünken ihrer Peiniger. Die erste Forderung versetzt sie dann auch in einen unglaublichen Schockzustand. Sie sollen abstimmen, wer aus der Gruppe geopfert wird. Und dies soll sich an jedem zweiten Tag wiederholen. 

Kaum kann ich beschreiben, welche Achterbahnfahrt der Emotionen ich beim Lesen dieser Geschichte durchgestanden habe. Die Handlungen und Entwicklungen wurden von Christina Stein unglaublich gut beschrieben, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Ihr Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen ohne dabei auf die unbedingt erforderlichen harten Einwürfe zu verzichten. Durch die Erzählung der Geschichte aus wechselnden Ich-Perspektiven der Protagonisten Liz und Jacob in Gegenwartsform hatte ich immer einen kleinen Wissensvorsprung vor den Charakteren, der jedoch nichts an der durch die Seiten wogenden Spannung ändern konnte, zumal hierdurch meine Phantasie zusätzlich extrem angeheizt wurde. Auch der Einbau einer weiteren Perspektive, der ein kurzes Intermezzo erlaubt wurde, steigerte das Leseempfinden.

Beim Lesen hatte ich unterbewusst immer das Gefühl von Verzweiflung, Resignation und Machtlosigkeit. Ich erlebte unglaubliche Brutalität, emotionslose Entscheidungen über Menschenleben und sah in heftige Abgründe menschlicher Perversionen. Immer wieder erlebte ich dabei Phasen, in denen mir einfach die Luft weggeblieben ist, ich fast vergaß zu atmen. Christina Stein konnte mit ihrer Geschichte einen Bann auf mich ausüben, der mich absolut an die Handlungen fesseln konnte und mitfiebern ließ. Geschockt über so viel von Menschen ausgehender Grausamkeit flog ich förmlich durch die Seiten, konnte das Buch kaum aus der Hand legen. 

Immer wieder ließ Christina Stein Rückblicke aus der Vergangenheit der Charaktere in die Handlung einfließen, die mitunter Raum für weitere Spekulationen meinerseits entfachten. Die Charaktere wurden von der Autorin auch wirklich gut ausgearbeitet, die Protagonisten selbst wurden mir mit jeder Seite sympathischer. Der Protagonistin Liz war ich sowieso von Anfang an zugetan. Nicht genug, dass sie aufgrund eines Herzfehlers tagtäglich um ihr Leben kämpfen muss, befindet sie sich nun auch noch in dieser unwirklichen Situation wider. Die Befürchtungen über die Absichten ihrer Peiniger sind neben dem zu erwartenden Tod noch widerlicher, als man sich in den schlimmsten Albträumen ausmahlen kann. Doch gerade Liz behält einen kühlen Kopf, will nicht ohne weiteres aufgeben.

Jacob, der von Beginn an erstmal Rätsel zu seinem Handeln aufgibt, offenbart nach und nach die Hintergründe hierzu. Verständlich, dass die Gruppe ihm gegenüber misstrauisch auftritt.

Die Interaktionen der Charaktere waren für mich definitiv realistisch und nachvollziehbar dargestellt. Keine Handlung wirkte überzogen oder unglaubwürdig. Nein, schlimmer noch, die Geschichte wirkte auf mich, als wenn so etwas tatsächlich real passieren könnte oder vielleicht sogar schon passiert ist. Eine erschreckende Vision, die mich so einiges an Nerven gekostet hat, je weiter ich vorgedrungen bin. An dieser Stelle möchte ich allein deshalb darauf hinweisen, dass die vom Verlag genannte Altersempfehlung ab 16 definitiv nicht zu Unrecht gegeben wurde.

Den Abschluss der Geschichte gestaltete Christina Stein für mich dann folgerichtig und lässt sie so ausklingen, dass man auch, nachdem das Buch dann zugeschlagen ist, weiterhin einen Hauch von Traurigkeit verspürt und das Gelesene nochmals in Ruhe auf sich wirken lassen muss.

Urteil:
„Wonderland“ beschreibt eine Aneinanderkettung erschreckend realistisch wirkender Visionen menschlicher Abgründe, die spürbare Emotionen wie Verzweiflung, Resignation und Machtlosigkeit hervorrufen und dabei unglaublich echt wirken. Meine Lesestunden an der Seite von Liz, Jacob und den anderen todgeweihten Jugendlichen belohne ich mit eindeutigen 5 Büchern.

Für alle, die sich unerschrocken aussichtlosen Situationen stellen können, dabei nicht die Nerven und die Hoffnung auf den richtigen Augenblick vertrauen und an sich glauben.

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82 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

hexe, the school for good and evil, agatha, schule, gut

The School for Good and Evil - Eine Welt ohne Prinzen

Soman Chainani , Ilse Rothfuss , Iacopo Bruno
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.10.2016
ISBN 9783473401413
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Einige Monate haben Agatha und Sophie in Gavaldon verbracht und der Ruhm, aus dem Wald zurückgekehrt zu sein, verblasst langsam.
Während Agatha immer wieder an ihren Prinzen und ihr gewünschtes Happy End denkt, läuft für Sophie privat alles schief.
Dann wird ein Wunsch ausgesprochen, der die Mädchen wieder zurück in die Schule bringt - doch dort hat sich einiges verändert.
Die Schule von Gut und Böse existiert nicht mehr - nun heißt es Mädchen gegen Jungs, weil Erstere ihr Happy End ohne Prinz und männlichen Helden wollen. Ganz so, wie Agatha und Sophie es vorgemacht haben.

Meinung:
Ich mochte den Auftakt der Reihe wirklich sehr und war gespannt, wie es nach dem vermeintlichen Happy End der Mädchen weitergehen wird.

Schon nach einem kurzen Aufenthalt im Dorf Gavaldon fand ich mich zurück im Märchenwald, in dem sich einfach alles verändert hat. Sophie und Agatha werden auf die Mädchenschule aufgenommen, über der eine bislang unbekannte Frau als Schulleiterin herrscht. Sie stachelt die Mädchen auf, will den Kampf gegen die Männer und die Prinzen. Alle Märchen haben nun ein emanzipiertes Ende und die meisten Mädchen - Prinzessinnen wie Hexen - wollen eine Welt ohne Prinzen.

Doch die Gegner sind nicht tatenlos und ein Krieg steht kurz bevor. Nur Agatha könnte alles herumreißen, indem sie für ihr Happy End mit ihrem Prinzen Tedros sorgt - ein Kuss und alles wäre, wie es war und Sophie würde nach Gavaldon zurückkehren. Doch Sophie will ihre Freundin nicht verlieren und mischt sich ein.

Soman Chainani hat seinen Weltenentwurf der Märchen weiterentwickelt und anstatt Gut und Böse nun einen neuen Kampf erschaffen. Es gibt neue Unterrichtsfächer und eine gewisse Grundspannung ist stets vorhanden.
Leider wirken die Hürden für die Charaktere teils zu erzwungen, stetige unnötige Streitereien hemmten meinen Lesespaß genauso wie die teils seltsamen Satzkonstrukte, von denen ich nicht weiß, ob sie von der Übersetzung herrühren.

Die Geschichte wird erneut von einer dritten Person erzählt. Der Erzähler springt jedoch so schnell von verschiedenen Figuren und Szenen hin und her, dass ich des Öfteren zurückblättern und nachsehen musste, ob ich alles mitbekommen habe. Das störte meinen Lesefluss immens und ich bin mir nicht sicher, ob ich am Ende alles für logisch halten soll.

Abgesehen von den Kritikpunkten gefielen mir die (übertriebene) Emanzipation und die gut durchdachten Intrigen, sowie Sophies stetiger Zwiespalt zwischen Gut und Böse, ein besonderer Aufenthalt in der Schule der Jungen und eine besondere Jungenfreundschaft.

Das Ende wirft nach einem nach Happy End anmutenden Showdown dann erneut einfach alles um und ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte von Agatha und Sophie ausgehen wird.

Urteil:
Mit "Eine Welt ohne Prinzen" setzt Soman Chainani seine märchenhafte Welt auf unerwartete Weise fort. Statt Gut gegen Böse heißt es jetzt Mädchen gegen Jungs. Leider bleibt aufgrund der teils seltsamen Satzkonstruktionen und des sehr sprunghaften Erzählstils viel Lesespaß auf der Strecke und auch zahlreiche zu gewollt wirkende Streitereien verderben ein wenig die Lust am Weiterlesen. Ich hoffe auf ein Happy End im dritten Teil. Sehr sehr gute 3 Bücher für "The School for Good and Evil 2".

Die Reihe:
1. The School for Good and Evil - Es kann nur eine geben (Rezension)
2. The School for Good and Evil - Eine Welt ohne Prinzen
3. Originaltitel: The Last Ever After

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113 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

scifi, krieg, dystopie, weltall, mars

Red Rising - Im Haus der Feinde

Pierce Brown , Bernhard Kempen
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2016
ISBN 9783453534421
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Zitat:
„Wir sind alle nur verletzte Seelen, die im Dunkeln umhertappen und verzweifelt versuchen, uns wieder zusammenzuflicken, darauf hoffend, die Löcher auszufüllen, die ihre Hiebe in uns hinterlassen haben.“
(S.104)

Inhalt:
Nach den vergangenen Strapazen befindet sich Darrow nun an der Akademie und befehligt eine Flotte. Doch im entscheidenden Kampf um den Sieg passiert ihm ein schwerwiegender Fehler. Damit fällt er bei Augustus, dessen Schutz er bisher genießen durfte, in Ungnade. Mehr noch, er soll versteigert werden, das Haus seines Herrn verlassen. Damit scheint sein sicherer Tod besiegelt, denn Darrow hat mächtige Feinde, die nur auf eine solche Gelegenheit gewartet haben.

Meinung:
„Red Rising – Im Haus der Feinde“ ist eine der Fortsetzungen, die ich mir sehnlichst herbeigewünscht habe. Zu gigantisch fand ich die Idee und die Umsetzung der Geschichte durch Pierce Brown. Nun endlich nach einer gefühlten Ewigkeit hielt ich das Buch in den Händen. Natürlich konnte ich Darrow und Co. dann auch nicht warten lassen.

Schon nach den ersten Seiten wurde mir klar, dass das Lesen des ersten Teils dann doch etwas länger zurück lag. Viele der Charaktere waren mir noch bekannt, dennoch gab es einige Erinnerungslücken, so dass eine Zuordnung mancher handelnden Personen etwas schwierig erschien. Nichtsdestotrotz fühlte ich mich von Beginn an wieder gut aufgehoben. Nach und nach kamen dann auch die Erinnerungen zurück und irgendwann war der Punkt erreicht, an dem es kein Halten mehr gab.

Gleich zu Beginn erlebte ich einen Darrow, der im Augenblick seines vermeintlich größten Triumphes eine unglaubliche Niederlage einstecken muss. Unzählige Menschen verlieren ihr Leben. Doch nicht nur diese Tatsache macht Darrow zu schaffen. Sein Herr Augustus lässt ihn fallen. Nicht zuletzt durch die Machenschaften seines Beraters Plinius, der Darrow aus dem Weg schaffen will. Das wahre Ausmaß seiner Intrigen kommt Schritt für Schritt zum Vorschein. Darrow war unvorsichtig und soll dafür der Willkür seiner Feinde ausgeliefert werden.

Nachdem ich mich wieder in die von Pierce Brown erdachte Welt eingewöhnt hatte, wurde ich mehr oder weniger durch die sich ergebenden Handlungen gepusht, ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Der Autor überraschte mich mit Wendungen, wie ich sie nicht vorhergesehen habe. Die Entwicklungen überschlugen sich, auf Niederlagen folgten Siege, folgten Niederlagen. 

Pierce Brown nutzte die Ich-Perspektive von Darrow in Gegenwartsform, um die Geschichte an mich zu transportieren. Immer wieder straffte er das Handlungstempo, ließ es sich nicht nehmen, mich atemlos durch die Seiten rauschen zu lassen. Ich erlebte Verrat und Intrigen, aber auch Vertrauen und Freundschaft. Doch nicht immer kann man auf das bauen, was man glaubt zu meinen und zu fühlen. Das hat mich diese Geschichte nochmals eindrucksvoll gelehrt.

Der Autor beschreibt die Charaktere ohne viele Worte, aber dennoch eindrucksvoll und vorstellbar. Entsprechende Emotionen waren bei den jeweiligen Auftritten deshalb definitiv vorhanden. Auch wenn dieser Esprit aus dem ersten Teil nicht ganz in die Fortsetzung übertragen werden konnte, hatte ich durch die eingebauten Szenen und Handlungsstränge immer nahezu einen Ausgleich dazu. Der innere Kampf, den Darrow führen musste, war greifbar, für mich eindeutig erlebbar. Denn auch er ist nun einmal nicht das, was man meint, zu sehen.

Seite für Seite steigerte sich die Spannung, meine Nerven waren zum Zerreißen gespannt. Ich fieberte dem Showdown entgegen und dachte, ich hätte sämtliche Qualen eines Lesers durchlitten, da setzte Pierce Brown noch einmal einen Point obenauf. „Red Rising – Im Haus der Feinde“ erfüllte meine Erwartungen zum größten Teil. Sicherlich könnte ich noch einige kleine Kritikpunkte anbringen. Aber das wäre Jammern auf hohem Niveau.

Urteil:
„Red Rising – Im Haus der Feinde“ knüpft an die Geschehnisse aus dem ersten Teil gut an und ließ mich durch die eingebauten Spannungsmomente durch die Seiten fliegen. Auch wenn sich das Feeling aus dem ersten Teil nicht ganz in der Fortsetzung wiederfindet, gibt es von mir einen Bonus für die wirklich gute Idee und hervorragende Umsetzung, so dass Darrow und Co. knappe 5 Bücher von mir erhalten.

Für alle, die in aussichtslosen Situationen nicht das Ende sehen, intriganten Machenschaften entgegenstehen können und dabei dennoch stets das Vertrauen in die Menschen nicht verlieren.

Die Reihe:
1. Red Rising
2. Red Rising – Im Haus der Feinde
3. Red Rising – Tag der Entscheidung

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580 Bibliotheken, 20 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, das juwel, magie, liebe

Das Juwel - Die weiße Rose

Amy Ewing , Andrea Fischer
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 25.08.2016
ISBN 9783841422439
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Violets geplante Flucht wurde vereitelt, nicht nur, weil sie mit Ash erwischt wurde. Auch ihre Qual unter ihrer Besitzerin ist noch nicht zu Ende. Vor ihren Augen wird ihre einzige Freundin Annabelle hingerichtet.
Ein überraschender Verbündeter ist ihr jedoch geblieben: Garnet. Gemeinsam mit ihm gelingt Violet die Befreiung von Ash und die Flucht aus dem Palast.
Damit ist die Reise aber noch lange nicht zu Ende.

Meinung:
Nachdem "Das Juwel - Die Gabe" sehr abrupt zum Ende kam, war ich ziemlich gespannt darauf, wie Amy Ewing ihre Geschichte um die Surrogate fortführen würde.

"Die weiße Rose" setzt nahtlos an die Geschehnisse aus Band 1 an. Violet wird ein letztes Mal gequält, ehe sie den Fängen ihrer Herrin entkommt.
Am vereinbarten Zielpunkt - an dem sie nach dem Schlucken des Giftes wie tot ankommen hätte müssen - wartet sie mit Garnet und dem befreiten Ash auf Raven.
Gemeinsam fliehen sie unter Zuhilfenahme ihrer besonderen Gabe. Doch was wirklich in den Surrogaten schlummert, ist etwas viel Größeres.

Amy Ewing hat es geschafft, ihren Weltenentwurf gekonnt weiterzuspinnen. Doch vorher handelte das Buch sehr lange von der Flucht der drei Entkommenen. Diese zog sich nahezu die erste Hälfte des Buches durch und führte zu kleineren Längen. Zwar lernte man in der Zeit etwas über die verschiedensten Charaktere und auch die Stadt kennen, dennoch war es mir ein bisschen zu wenig. Die für Dystopien so klassische Rebellion zeigte sich in der Zeit jedoch immer deutlicher.
Als Violet, Ash und Raven jedoch am Bestimmungsort angekommen waren, erhielt die Geschichte einen Aufschwung und ich konnte nicht mehr von den Seiten lassen. Nun zeigt sich der Fantasy-Aspekt deutlicher wie je zuvor. Ich erhielt die bereits in Band 1 erhofften Antworten über die Zeit vor der Einzigen Stadt und die Hintergründe der Surrogate.

Eins führt zum anderen, die Zeit drängt und Pläne werden überworfen, ehe Amy Ewing mit einer letzten (nicht allzu überraschenden) Erkenntnis einen Cliffhanger schafft, der einen dem Finale entgegenfiebern lässt.

Urteil:
Mit "Die weiße Rose" hat Amy Ewing eine solide Fortsetzung geschaffen und ihrem Weltenentwurf mehr Tiefe und mehr Phantastik gegeben. Zeitweise hätte ich mir etwas schnellere Entwicklungen gewünscht, konnte mich dann jedoch völlig in dem Buch fallenlassen. 4 Bücher für den zweiten Band des "Juwels".

Die Reihe:
1. Das Juwel – Die Gabe
2. Das Juwel – Die weiße Rose
3. Originaltitel: The Black Key

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213 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 83 Rezensionen

familie, laufen, dystopie, endzeit, apokalypse

Am Ende aller Zeiten

Adrian J Walker , Nadine Püschel , Gesine Schröder
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 25.08.2016
ISBN 9783596037049
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Zitat:
„Es war alles still, bis auf das Jaulen der Sirene. Dann knallte eine Tür, ein Mann brüllte, eine Frau heulte; Reifen kreischten auf dem Asphalt, und ein Auto raste davon.“
(S.33)

Inhalt:
Durch die Asteroideneinschläge findet das vermeintlich idyllische Familienglück von Edgar Hill ein jähes Ende. Edgar, 35 Jahre alt und in Vollzeitanstellung, lebte ein bisher typisches Leben: Einfamilienhaus, Frau und zwei Kinder. Edgar fühlte sich in seinem Leben gefangen.

Nachdem die Familie verschanzt im Keller ihres Hauses die katastrophalen Einschläge vorerst überlebt hat, werden sie aus ihrer misslichen Lage nach einiger Zeit befreit. Doch auch nun kann Edgar die familiären Fesseln nicht abstreifen. Er meldet sich freiwillig zu Erkundungsmissionen. 

Während einer seiner Einsätze wird der Rest seiner Familie von Hubschraubern gerettet und ins 500 Meilen entfernte Cornwall gebracht. Hier werden in wenigen Tagen Schiffe die Überlebenden in sichere Gebiete bringen. Edgar steht vor einer Entscheidung. Schlägt er sich allein durch die postapokalyptische Welt oder sucht er seine Familie. Er entscheidet sich für die Familie. Edgar begibt sich nun auf einen zerstörten und gefährlichen Weg, der ihm am Ende das Leben kosten könnte. 

Meinung:
Vor kurzem habe ich von „Am Ende aller Zeiten“ gehört. Der Klappentext und die zu erwartende Story sprachen mich gleichermaßen an. Es klang nach einer Geschichte, die ich mir nicht entgehen lassen durfte. Kaum war das Buch nun bei mir angekommen, begann ich auch schon mit dem Lesen.

Adrian J Walker warf mich sodann auch gleich an die Seite seines Protagonisten Edgar, der sich in seinem vermeintlichen Familienidyll gefangen sah. Eigentlich hatte er alles, was man sich wünschen kann. Eine Frau, zwei gesunde Kinder, ein Einfamilienhaus und einen Vollzeitjob. Und doch versucht er immer wieder, dieser Situation zu entfliehen. Ed verkörpert mit seinen 35 Jahren einen typischen Familiencharakter, wie wir ihn immer wieder genauso in der Realität finden. Unbewusst versucht Ed, der Situation wieder und wieder zu entfliehen, er trifft sich mit Freunden in Pubs und verliert sich im Alkohol.

Die Asteroideneinschläge verändern die Situation abrupt. Den gewohnten Alltag gibt es nun nicht mehr. Das nackte Überleben hat Priorität. Niemand hat die Bevölkerung gewarnt. Nichts hat auf eine Katastrophe hingedeutet. Bis zur letzten Minute hat man auf einen Berechnungsfehler gehofft. Doch umso brachialer bricht das Inferno über alle herein. Jeder versucht, sich selbst zu retten. Menschliche Urinstinkte gewinnen die Oberhand.

Adrian J Walker konstruiert in „Am Ende aller Zeiten“ eine durchaus denkbare Entwicklung. Seine Geschichte erlebte ich aus der Ich-Perspektive von Ed in Vergangenheitsform. Die Handlungen wurden bildhaft beschrieben, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen. Der Schreibstil des Autors ist sehr flüssig gehalten, manchmal erlebte ich dennoch zumindest Ansätze für kleine Verstrickungen. Hierdurch hatte ich dann auch das Empfinden, dass die Geschichte stellenweise ein klein wenig verharrte und damit nicht vorankommt. Doch dies wurde meist durch anschließende gut durchdachte Entwicklungen nahezu wettgemacht.

Auch die Charaktere weisen jeweils Eigenschaften auf, die eine Zuordnung und Unterscheidung der einzelnen Personen leicht machte. Ihre Handlungen waren meist nachvollziehbar und zeigten ein großes Repertoire an menschlicher Denkweise und Absichten. Der in der Geschichte enthaltene teils zynisch wirkende trockene Humor verlieh dem Plot eine umso authentischere Wirkung, ich erlebte die Geschichte sehr intensiv. Sozialkritische Elemente wurden ebenfalls mit entsprechendem Fingerspitzengefühl eingeflochten.

Der Protagonist Ed erlebt in „Am Ende aller Zeiten“ eine spürbare Entwicklung. Gerade auch dadurch, dass Ed kein typischer Heldencharakter ist und seine Gedanken über seine Situation erbarmungslos offen schildert, verleiht seiner Person wiederum einen gewissen Charme. Ed nimmt seine Aufgabe an, ist aber auch immer wieder am Zweifeln, ob er den gewählten Weg überhaupt bestehen kann. Dazu kommen immer wieder Bedenken an seiner Rolle als Ehemann und Vater überhaupt. Aber um bestehen zu können, muss er seine gedanklichen Monster besiegen, sich ihnen stellen. 

Der Autor hat es trotz kleiner anbahnender Längen nicht versäumt, in seine Handlung entsprechende Spannungsstufen einzubauen. Ich erlebte Konflikte, sah wie Freundschaften entstanden und ich war Zeuge von Entwicklungen, die sich auf das Wesentliche besannen. Denn erst, wenn man etwas nicht mehr hat merkt man, was einem wirklich fehlt. Insgesamt empfand ich den Plot als eine durchaus abgerundete Sache.

Adrian J Walker hat für seine Geschichte ein Ende gewählt, mit dem nicht unbedingt zu rechnen ist, dennoch einen Abschluss bietet, der mich zufrieden zurücklässt. Ich habe meine Zeit im postapokalyptischen Schottland genossen – wenn man das denn bei der Weltuntergangshandlung sagen darf – und freue mich nun auf weitere Werke des Autors.

Urteil:
„Am Ende aller Zeiten“ skizziert eine apokalyptische Entwicklung, die durchaus denkbar ist und mich an die Seiten fesseln konnte. Meine Lesestunden belohne ich deshalb mit eindeutigen 4 Büchern.

Für alle, die real dargestellte Charaktere mögen, sich mit diesen in Gefahren stürzen können und dabei Hindernisse als Herausforderung sehen.

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167 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 49 Rezensionen

the cage, entführt, science fiction, megan shepherd, wüste

The Cage - Entführt

Megan Shepherd , Beate Brammertz
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Heyne, 29.08.2016
ISBN 9783453268937
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Cora erwacht in einer völlig falsch wirkenden Welt. Nach dem Fund einer Leiche trifft sie auf einen Jungen, der ebenso desorientiert ist wie sie. Als sich die Gruppe der Jugendlichen zusammengefunden hat, erfahren sie die Wahrheit: Sie sind von den Kindred, einer hoch entwickelten außerirdischen Rasse, ausgewählt worden, die Menschheit zu retten, müssen Tests absolvieren und unter extremen Bedingungen zurechtkommen. Doch Cora hat nur einen Gedanken: Sie will nach Hause. Und ihre beste Chance könnte der Hüter Cassian sein, der sie bereits einmal beschützt hat. Doch aus dem Gehege scheint es kein Entkommen zu geben.

Meinung:
Schon der Klappentext von "The Cage" machte mich neugierig und ich war gespannt, wie die Autorin die Idee umsetzen würde. Schon kurz nach dem Lesestart war das Buch zur Hälfte verschlungen.

Die Ereignisse überschlagen sich von den ersten Seiten an. Ich wurde direkt in ein Szenario geworfen. Alle vergangenen Details wurden in den Verlauf der Geschichte eingebunden und in kleinen Häppchen serviert, sodass ich immer mehr davon wollte.

Cora Mason erwacht mitten in einer Wüste. An was sie sich zuletzt erinnern kann, ist die Autofahrt mit ihrem Bruder. Doch die hat sie ganz sicher nicht in diese seltsame Umgebung gebracht. Hinter ein paar Dünen grenzt die Wüste an das Meer, in der anderen Richtung an eine eisige Tundra und einen Wald - eine Zusammenstellung, die es gar nicht geben dürfte.
Am Strand findet sie ein totes Mädchen. Sie hat blaue Flecken und wurde scheinbar ermordet. Kurz darauf taucht ein Junge auf, der sich als Lucky vorstellt. Könnte vielleicht ER zuvor auf das tote Mädchen getroffen sein? Doch auch er scheint einfach wie aus dem Nichts hier gelandet zu sein - und es gibt noch mehr von ihnen.

Als hätte dieser Einstieg nicht schon meine Neugierde geweckt, wechselte die von einer dritten Person erzählte Perspektive immer zwischen den fünf, später sechs Hauptcharakteren. Von jedem von ihnen erfuhr ich mehr über die Vergangenheit, über Träume und Wünsche und erlebte die (nicht immer positive) Entwicklung so hautnah mit.

Der Weltenentwurf der Autorin konnte mich regelrecht begeistern. Ich bin ein großer Fan von 'Neuem', saugte jede Information über das, was außerhalb des "Geheges" passiert, regelrecht ein: Die Jugendlichen wurden von höherentwickelten Außerirdischen entführt, eine der drei "intelligenten" Rassen des Weltalls. Intelligenz wird hier anders interpretiert als bei uns auf der Erde. Das Experiment soll einem höheren Ziel dienen, doch schon bald beginnt Protagonistin Cora daran zu zweifeln. Zum Glück hat sie eine besondere Bindung zu ihrem Hüter Cassian.

Der Erzählstil der Autorin ist flüssig zu lesen und in genau richtigem Maße beschreibend, dass noch genügend Raum für die eigene Fantasie bleibt. Spannung ist stets vorhanden, was leider nicht immer für die Authentizität der Charaktere gilt. Ein Umstand, den man jedoch auch den Extrembedingungen, unter denen die Jugendlichen stehen, zuschreiben kann.

Im Laufe der Geschichte wurde mir diese beinahe einen Tick zu abstrakt, viel Sci-Fi-lastiger, als ich vom Klappentext her erwartet hatte. Doch nach einer gewissen Eingewöhnungszeit und weiteren Informationen konnte ich mich damit abfinden, auch wenn mir die Erklärungen und Wendungen zum Ende hin etwas zu weit hergeholt schienen.

Megan Shepherd lässt dem Leser kaum Zeit für Atempausen. Auch in ruhigeren Szenen brummt der Kopf allein schon aufgrund der stetigen Erwähnung der Kopfschmerzen. So vieles in der Welt wird als unlogisch empfunden und dennoch erklärt, dass einem der Kopf schwirren MUSS, was jedoch keineswegs negativ gemeint ist. Die Jugendlichen befinden sich in einer Welt zwischen Illusion und Realität, sie zweifeln, resignieren, werden gewalttätig. Trotz der Begleitung so vieler Figuren verlor ich nie den Draht zu ihnen, sondern änderte höchstens meine Sympathien für sie. Letzteres war oft das reinste auf und ab, denn Intrigen und gut gesponnene Fäden gibt es hier mehr als genug. Die eine oder andere unerwartete Wendung sorgte für zusätzliche Spannungsmomente, die bis zuletzt anhielten und mich nun gespannt auf den Folgeband zurücklassen.

Urteil:
"The Cage - Entführt" zeichnet sich durch eine interessante Idee und ein hohes Erzähltempo aus. Stets eingeflochtene Rückblicke schürten meinen Lesedrang ebenso wie die zeitweise vorhandene Unvorhersehbarkeit. Sehr gute 4 Bücher für die Entführten und ihre ersten Wochen im Gehege.

Die Reihe:
1. The Cage – Entführt
2. The Cage – Gejagt
(Erscheinungstermin:  9.5.2016)
3. The Cage – Zerstört
(Erscheinungstermin unbekannt)

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167 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

nerve, video spiel, 2016, ian, vee

NERVE - Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen

Jeanne Ryan , Tanja Ohlsen
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbt, 15.08.2016
ISBN 9783570309766
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Vee steht nie im Mittelpunkt, sondern agiert im Hintergrund des Schultheaters. Anhimmeln darf sie den männlichen Star trotzdem.
Jedoch scheint ddieser weniger an einem stillen Mädchen interessiert als an dem weiblichen Star des Schulstücks. 
Gefühlsverwirrt, wie sie in dem Moment ist, macht Vee bei einer der Übungschallenges für die interaktive Gameshow "Nerve" mit - von da an verändert sich alles.
Vee bekommt ein Angebot nach dem anderen, damit sie immer weiterspielt, obwohl ihre Freunde sie anflehen, aufzuhören. Die Challenges werden immer riskanter - und ohne ihren Spielpartner Ian an der Seite, würde Vee nicht durchhalten.
Und auch die "Beobachter" sind immer bei ihr.

Meinung:
Der Klappentext von "Nerve" machte mich neugierig und ich musste einfach hineinlesen.

Die Autorin Jeanne Ryan hält sich nicht mit Unwichtigkeiten auf. Für einen kurzen Moment lernt der Leser die Protagonistin Vee in ihrem normalen Umfeld kennen, ihre Beziehungen zu ihren Freunden und ihren Love-Interest. Doch schnell ändert sich so ziemlich alles - als Vee beschließt, eine Probechallenge für "Nerve" zu machen - mit peinlichem Ergebnis.
Der Zuspruch des Publikums jedoch ist so groß, dass Vee daran wächst - und weiterspielt, immer weiter.

Bei der zweiten Challenge lernt sie auch Ian kennen. Ein bildhübscher Junge, der sich nichts sehnlicher wünscht, als die vielen Preise zu gewinnen, beinahe penetrant darauf besteht, dass Vee weiterspielt.
Er war ein undurchsichtig wirkender Charakter, von dem ich mir sehr viel mehr Tiefe versprochen hätte. Zwar zweifelte ich immer wieder an seinen Aussagen, letztendlich war er aber doch das, was ich von Anfang an dachte.
Die Lovestory zwischen den beiden wurde von der Autorin definitiv nicht in den Vordergrund gedrängt, sondern baut eher auf eine Art "Halt in dieser Extremsituation" auf. Leider fühlt es sich daher etwas gezwungen an, unecht und aufgesetzt. Dasselbe gilt für die Reaktionen der Figuren insgesamt. Sie wirkten auf mich nicht immer real, was nicht allein den äußeren Einflüssen zuzuschreiben ist.

Jeanne Ryan schaffte es dennoch, mich immer und immer weiterlesen zu lassen. Zu neugierig war ich auf das, was Vee erwartet. Die Challenges werden immer gefährlicher und die Spannung steigt konstant an. Dabei spielte auch der leichtgängige Schreibstil der Autorin eine große Rolle.

Nach einem dramatischen Showdown endet das Buch eigentlich zufriedenstellend, es könnte dennoch eine Fortsetzung geben.

Urteil:
"Nerve - Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen" bescherte mir spannende Lesestunden und entwickelte trotz kleiner Mängel einen starken Lesesog auf mich aus. Auch wenn die Lovestory und die ganze Thematik etwas aufgesetzt wirken, konnte ich nicht von den Seiten lassen. 4 Bücher für Vee und ihre Challenges.

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182 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

demon road, derek landy, vampire, dämonen, roadtrip

Demon Road - Hölle und Highway

Derek Landy , Ursula Höfker
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Loewe, 19.09.2016
ISBN 9783785585085
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
An einem einzigen Tag geht Ambers Leben den Bach runter. Sie wird zur Rektorin zitiert, bekommt plötzlich rote Haut, beißt einem Kunden den Finger ab... und stellt schließlich fest, dass ihre Eltern und deren beste Freunde sich in gehörnte Wesen verwandeln können und sie betäubt haben - um sie zu essen.
Amber flieht und findet Hilfe bei einer der Partnerinnen ihrer Eltern, die von einer Beschwörung eines Dämons berichtet und das bereits Dekaden andauernde Spiel nicht mehr mitspielen will. Sie verhilft Amber zur Flucht - als "Helfer" stellt sie ihr Milo zur Seite.
Die beiden suchen nach einem Ausweg aus dem dämonischen Vertrag und fahren dabei gemeinsam die Demon Road entlang. Ein Weg, der sie an allerhand Grauenvollem und Skurrilem vorbeiführt.

Meinung:
"Demon Road" ist mein erstes Buch von Derek Landy und so war ich sehr gespannt, was mich erwartet.
Der Autor hielt sich nicht lange mit einer Einführung auf, sondern konfrontierte mich gleich mit Ambers "außergewöhnlichem" Verhalten. Außergewöhnlich für die angesehene Schule, auf der sie sich befindet. Doch gleichzeitig zeigt sich in dieser Szene auch schon die Macht und der Einfluss ihrer Eltern. Vor denen Amber kurz darauf fliehen muss, weil sie ihre wahre Gestalt und die Pläne fürs Abendessen erfährt.

Ich muss gestehen: Der Einstieg ins Buch ist mir alles andere als leicht gefallen und ich habe mich durch die erste Hälfte stellenweise wirklich durchkämpften müssen. Insbesondere die Dialoge haben es mir nicht leicht gemacht, mit Spaß am Buch zu bleiben. Die stetigen Rückfragen auf wirklich beinahe jede Aussage trieben mich zur Weißglut und einen wirklichen Sinn dahinter kann ich auch rückblickend nicht erkennen.
Entweder gewöhnte ich mich mit den Seiten daran oder die Gespräche wurden tatsächlich besser und weniger inhaltslos. Vielleicht übten aber auch die teils morbiden Geschehnisse und die alles andere als "normalen" Kulissen und Gestalten einen zu großen Sog auf mich aus, dass ich den Rest ausblendete.

Der notwendige Roadtrip, um an Informationen zu bekommen, führt die auf drei Personen angewachsene Gruppe in dem höllischen Auto an wirklich kuriosen Orten vorbei: Vampire und Hexen sind noch die normalen davon und mehr als einmal hatte ich das Gefühl, in einem Tarantino-Film gelandet zu sein. Inklusive Blut. Viel Blut und Gemetzel für ein Jugendbuch, wie ich fand.

Dennoch konnte ich mich dieser gesamten Szenerie nicht entziehen. In der zweiten Hälfte des Buches wurde ich an Ambers Seite von Szene zu Szene gerissen, lechzte nach Hinweisen und Antworten und die Zeilen flogen dahin.
Ehe ich mich versah, wurde ich mit einem Showdown konfrontiert, der mich selbst an dieser Stelle das Ende noch nicht erahnen ließ, das mich kurz darauf vorerst doch zufriedenstellend mit dem Buch abschließen lässt.

Urteil:
Blutig und schräg, kurios und fesselnd. „Demon Road“ gleicht dem verschrienen Nicht-Wegschauen-Können bei einem Unfall. Ganz gleich, wie schwer mir der Einstieg und die erste Hälfte des Buches auch fielen, ich konnte nicht aufhören, musste weiterlesen. Ambers Tarantino-ähnlicher Roadtrip über die Schwarze Straße lässt einen einfach nicht mehr los. Sehr sehr gute 3 Bücher für „Hölle und Highway“.

Die Reihe:
1. Demon Road – Hölle und Highway
2. Originaltitel: Desolation
3. Originaltitel: American Monsters 


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Teslas grandios verrückte und komplett gemeingefährliche Weltmaschine

Eric Elfman , Neal Shusterman , Ulrich Thiele
Fester Einband
Erschienen bei Loewe, 19.09.2016
ISBN 9783785579596
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Meinung:
Die ersten beiden "Tesla"-Bände konnten mich absolut überzeugen und so musste ich natürlich auch zum finalen dritten Band greifen.
Ohne sich groß mit Geplänkel aufzuhalten, erzählten mir Neal Shusterman und Eric Elfman ihre Geschichte, erneut in dritter Person aus jeder Perspektive, die gerade benötigt wird.

Nick hat eingewilligt, Edison/den Accelerati bei der Fertigstellung der F.R.E.E. zu helfen und die Menschheit zu retten. Je länger er mit den Wissenschaftlern des Geheimbundes zusammenarbeitet, desto mehr grübelt er über das Gut und Böse und die Intensionen von Edison und Co. Doch sie sind die Einzigen, denen es möglich ist, die Maschine zu vollenden.

Ich belasse es in dieser kurzen Zusammenfassung dieser einen Perspektive, die nach wie vor der Haupthandlungsstrang ist. Jedoch teilt er sich die Aufmerksamkeit mit einer enormen Menge an weiteren Perspektiven, die von einer dritten Person erzählt werden - denn überall gibt es neue Entwicklungen, Hintergründe wollen erzählt und Vergangenes aufgedeckt werden. Das Perspektivenkonstrukt gleicht der Maschine im Buch: Jedes einzelne an seinem Platz sorgt dafür, dass das große Ganze einfach beeindruckend ist.

Von Beginn an streuten die Autoren 'Kleinigkeiten' ein, die erst im weiteren Verlauf des Buches eine völlig neue Bedeutung bekamen. Durch die Erfindung einer Zeitmaschine war es möglich, auch den Zeitreiseeffekt vollends auszuschöpfen - was Shusterman und Elfman getan haben.

Leider wurde es mitunter dadurch in dem dritten Band wirklich kompliziert. Nicht nur das mehrdimensionale Denken durch die Zeitreise, sondern auch weitere Erfindungen sorgen vermutlich beim Zielpublikum ab 11 für einen Hirnknoten. Dazu kommen so einige tiefgründige Gedankengänge um das Altern - die verschiedenen Ichs des Lebens -, die auch nicht gerade leichte Kost waren. Mich konnten diese wahnsinnig interessanten Entwicklungen und die wirklich wahren Worte des Autorenduos jedoch absolut überzeugen.

Natürlich ist auch dieser finale Band gespickt mit lockeren Sprüchen und einer Prise Humor, die ich neben vielen Überraschungsmomenten auch nicht missen wollen würde. So rauschte ich durch die Seiten, erlebte ein technisches "Wunder" nach dem anderen, ehe die Autoren den Spannungslevel noch einmal anhoben und einen fulminanten Showdown präsentierten, ehe die Trilogie absolut zufriedenstellend endet.

Urteil:
Auch der dritte "Tesla"-Band ist ein Feuerwerk an Spannung, Action und Hightech. Ergänzt um sehr tiefgründige Gedankengänge und das Element der Zeitreise wurde ein wahres Spektakel aus "Teslas grandios verrückte und komplett gemeingefährliche Weltmaschine", welches von mir als Leserin seine 5 Bücher absolut verdient hat.

Ich fürchte jedoch, dass die eigentliche Zielgruppe ab 11 mit den vielen technischen und teils philosophischen Hintergründen nicht immer zurechtkommt oder evtl. Gesprächsbedarf hat.

Die Reihe:
1. Teslas unglaublich geniales und verblüffend katastrophales Vermächtnis
2. Teslas irrsinnig böse und atemberaubend revolutionäre Verschwörung
3. Teslas grandios verrückte und komplett gemeingefährliche Weltmaschine

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