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73 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

dritter band, trilogie, cypress creek, spannung, nightmares!

Nightmares! - Die Stunde der Ungeheuer

Jason Segel , Kirsten Miller , Simone Wiemken
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.02.2017
ISBN 9783791519494
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Inhalt:
Zunächst scheint alles gut. Der Turm der Zwillinge ist zerstört, die Welten sind sicher. Doch Charlie "erwacht" ständig in einem fremden Albtraum und der Turm, in dem sich das Portal zur Anderwelt befindet, ist abgesperrt, weil ICK ständig dort auftaucht. Und eines Tages auch ihre Schwester INK, die einbricht, um ihren Zwilling zu retten.
In der Schule gibt es eine neue Lehrerin, mit der Charlie zufolge etwas nicht stimmt. Und es gibt INK, die plötzlich ebenfalls zur Schule geht und alle Mitschüler erschreckt, weil sie plötzlich ihrem Albtraum gegenüberstehen...


Meinung:
Die beiden Vorgänger habe ich nahezu verschlungen, daher war ich gespannt, wie die Reihe rund um das Albtraumland enden wird.


Erneut gelingt der Einstieg in Jason Segels Welt wie von selbst. Etwas Normalität, dann erste Stolpersteine, ehe die Freunde hinter das große Geheimnis kommen.


Durch diesen dritten Band ziehen sich zahlreiche falsche Fährten, denen der Leser auf den Leim geht, die die Geschichte jedoch konstant am Laufen halten - oder auch den Fokus von der Haupthandlung nehmen. Leider ging für mich stellenweise der Kampf gegen die Antagonisten etwas unter und die Spannung verloren, behandelt aber gleichzeitig wichtige Themen für die Zielgruppe.


Denn neben der Bekämpfung der Bedrohung, die immer mal wieder präsenter und tatsächlich auch größer wird, erlebt Charlie typische Situationen im Alter der Zielgruppe: Familienstreitigkeiten, Unstimmigkeit mit Freunden, Mädchen, ... alles ebenso Quellen für Ängste und Sorgen, die sehr gut ausgearbeitet sind und authentisch rüberkommen.


Der Schreibstil ist der Zielgruppe angemessen, kleine humorvolle Dialoge lockern das Buch auf und machen es zu einem gelungenen Leseerlebnis.


Gegen Ende hin nimmt die Spannung dann noch einmal zu, ehe Jason Segel die Reihe um die Albträume zu einem gelungenen Ende führt, das auch die Zielgruppe mit den Albträumen abschließen lässt.


Urteil:
Nachdem der Kampf gegen die eigentlichen Albträume längst abgeschlossen ist, bringt Autor Jason Segel im finalen Band seiner „Nightmares“-Trilogie noch einmal alles unter, was der Zielgruppe Angst oder Sorgen machen kann. Real werdende Albträume, Streit mit Familie und Freunden und natürlich das andere Geschlecht. Mit einer Portion Humor gewürzt wird so auch der Reihenabschluss zu einem Leseerlebnis, bei dem die Spannung jedoch ein wenig auf der Strecke bleibt. Sehr gute 4 Bücher für „Die Stunde der Ungeheuer“.


Reihe:
1. Nightmares – Die Schrecken der Nacht
2. Nightmares – Die Stadt der Schlafwandler
3. Nightmares – Die Stunde der Ungeheuer






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126 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

band 2, carcassonne, 2017, magie, fluch

Secret Fire - Die Entfesselten

C.J. Daugherty , Carina Rozenfeld , Peter Klöss
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.02.2017
ISBN 9783789133404
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Während sich Taylor am St. Wilfred College einem nahezu unerbittlichen Training widmet, um endlich ihre Kräfte zu kontrollieren, fühlt sich Sacha dort wie ein Gefangener. Unentwegt sucht er in der alten Bibliothek nach Hinweisen über seinen Fluch, denn die Zeit drängt. Ihm bleiben nur noch wenige Tage bis zu seinem achtzehnten Geburtstag, dem Tag, an dem er sterben wird.


Meinung:
Ich konnte mich von Band 1 damals kaum losreißen, so spannend erzählt und so neu war die Idee der Alchemie umgesetzt. Daher musste ich natürlich wissen, wie Taylor und Sacha es schaffen, den Fluch zu brechen (als Happy End-Fan stand kein anderer Ausgang zur Debatte).


Auch wenn Band 2 sehr ruhig startet, geizte C. J. Daugherty mit Rückblicken und kleinen Erinnerungshilfen, so kam so manches Detail erst im Laufe der Zeit wieder in mein Gedächtnis. Taylor und Sacha arbeiten jeder auf seine Weise an der Lösung des Problems. Während Taylor es einfach nicht schafft, ihre enormen Kräfte zu kontrollieren, fühlt sich Sacha unter all den Alchemisten wie ein Aussätziger, gefangen hinter Türen, die sich nur mit alchemistischer Magie öffnen lassen.


Ich musste nicht lange warten, bis sich dann auch das Böse gezeigt und seine geballte Macht über die dunkle Magie demonstriert hat. Und der Gegner ist für die Alchemisten von St. Wilfreds kein Unbekannter und ein Sieg über ihn scheint unmöglich.


Dank des einfachen, lockeren Schreibstils der Autorin flog ich nahezu durch die Seiten. Dennoch hatte ich nicht den Drang, unbedingt weiterlesen zu müssen, wie es noch bei Band 1 der Fall war. Dafür wurde zu wenig Spannung aufgebaut und die kurzen spannenden Momente ebbten schnell ab. Die Suche nach Informationen wird so fokussiert und dann taucht ein wichtiges Detail nahezu aus dem Nichts auf.


Zum Ausgleich konnte ich gleich zwei süße Lovestorys genießen, weshalb ich die Beschreibung "Action trifft Romantik" nur unterschreiben kann. Die durch die personale Sicht beschriebenen Gefühle waren authentisch und die Entwicklung verläuft nicht zu schnell.


Was ich vom Ende nicht behaupten kann. Ich setzte mich eben noch mit dem Showdown auseinander, da war er auch schon vorbei, was ich etwas schade fand.
Nichtsdestotrotz konnte ich gut mit dem Abschluss der Dilogie leben.


Urteil:
Der zweite Band der „Secret Fire“-Dilogie konnte nicht ganz mit seinem Vorgänger mithalten, überzeugt jedoch durch seine flüssige Erzählweise und Romantik mit Action vermischt. Solide 4 Bücher für „Die Entfesselten“.


Reihe:
1. Secret Fire – Die Entflammten
2. Secret Fire – Die Entfesselten




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(29)

70 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 26 Rezensionen

faun, fabelwesen, märchen, fantasy, jugendbuch

Emma, der Faun und das vergessene Buch

Mechthild Gläser
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.02.2017
ISBN 9783785585122
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Meinung:
Da mir Mechthild Gläsers "Buchspringer" sehr gut gefallen hat, war ich gespannt auf ihr neuestes Werk, das mich durch dieselbe locker-leichte Art auch sofort für sich gewinnen konnte.
Die Ich-erzählende Protagonistin Emma besucht das Internat Stolzenburg, weil ihr Vater dort Rektor ist.
In den Ferien war sie "nur" bei ihrer Mutter, während die anderen Schüler des Eliteinternats rund um die Welt im Urlaub waren. Doch das stört Emma nicht. Sie hat Freundinnen wie Charlotte auf Stolzenburg und auch die neue Stipendiatin Hannah schließt sie sofort in ihr Herz. Da ein uraltes elitäres Internat nur so nach Geheimbund schreit, plant Emma einen solchen und quartiert ihn kurzerhand in die alte unbenutzte Bibliothek ein.
Beim Aufräumen entdecken die drei Mädchen ein altes Buch in einem Geheimfach und die Geschichte nimmt ihren Lauf.


Gleich zu Beginn tauchen zwei etwas ältere Jungs im Internat auf und machen gewaltigen Eindruck auf Emma - einer davon im negativen Sinn. Denn Darcy de Winter, dessen Familie die Burg gehört, in der sich das Internat befindet, zeigt vom ersten Moment an, wie arrogant manche aufgrund ihrer Herkunft sind, was für Emma ein rotes Tuch ist. Doch dass der äußere Schein trügt, darf Emma erst im Laufe der Seiten herausfinden.


Ich mochte die Idee der Chronik, in die man reinschreibt und die die Dinge dann real werden lässt - mit nicht immer geplanten Folgen, die nie rückgängig gemacht werden können. Was mir an "Emma, der Faun und das vergesse Buch" aber am meisten gefallen hat, waren die zahlreichen falschen Fährten, auf die mich Mechthild Gläser geführt hat. Ich habe mit Emma gemeinsam irgendwie jeden verdächtigt.
Ebenso genießen konnte ich die süße Hatelove zwischen Emma und Darcy, die zwar einen Hauch zu gewollt wirkte, aber trotzdem wahnsinnig Spaß machte. Auch wenn - oder gerade weil - Emma nicht immer das tut, was man von ihr erwartet.


Die gut konstruierte Geschichte der Autorin Eleanor Morland fügt sich perfekt in die Grundidee des Buches ein und bietet Raum für zahlreiche Überraschungen.


Während sich die Lage rund um das Buch, die Texte darin und alte Schauergeschichten über die alte Burg immer weiter verstricken, fliegen die Seiten nur so dahin, getragen von Mechthild Gläsers lockerem Schreibstil und einem Hauch sarkastischem Humor, der in Emmas Erzählweise mitschwingt.


Nägelkauende Spannung war zwar nie vorhanden, aber der Lesefluss und etliche Wendungen gepaart mit alten Chronikeinträgen sorgen neben der Neugier an der Auflösung des Ganzen für einen konstanten Lesespaß.


Gegen Ende hin ging es mir ein wenig schnell, die letzten Infos zur Auflösung kamen zu gehetzt im Vergleich zur langsameren Erzählweise des restlichen Buches. Das letzte Kapitel bildet dann einen wunderbaren Ausklang dieses Einzelbandes.


Urteil:
Mit "Emma, der Faun und das vergessene Buch" hat Mechthild Gläser eine süße Geschichte erschaffen, die vor allem durch ihre Figur Emma lebt. Ihre Gefühle und Gedanken tragen durch das Buch und lassen über kleinere Kritikpunkte gerne hinweggesehen. Wer nach Rätselraten, einer süßen Hassliebe und vielen Geheimnissen sucht, ist hier genau richtig. Sehr gute 4 Bücher für Emma, den Faun und natürlich auch Darcy de Winter.




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368 Bibliotheken, 22 Leser, 1 Gruppe, 75 Rezensionen

fantasy, der kuss der lüge, attentäter, prinz, lia

Die Chroniken der Verbliebenen / Der Kuss der Lüge

Mary E. Pearson ,
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783846600368
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Um ihrem Schicksal, dem ominösen Prinzen des Königreichs Dalbreck zu entkommen, flieht die Erste Tochter Lia kurz vor ihrer Hochzeit mit ihrer Bediensteten Pauline in deren ursprüngliche Heimat.


Der Prinz lässt sich dies nicht gefallen und nimmt auf eigene Faust die Verfolgung auf.


Und dann ist da noch ein Attentäter, der darauf angesetzt ist, die bereits angespannte Lage der zwei Königreiche auszunutzen. Die Flucht der Prinzessin ist wie ein Geschenk, das er mit ihrem Tod zu revanchieren erhofft.


Doch keiner der Männer hat Lia vorher kennengelernt...


Meinung:
Der Inhalt des Buches machte mich vom ersten Moment an neugierig und ich habe mich schnell in die Seiten gestürzt.


Die Autorin Mary E. Pearson hielt sich nicht mit einem langwierigen Einstieg auf, sondern warf mich direkt in die letzten Vorbereitungen für die Hochzeit von Lia. Sie erhält das königliche Kavath, eine festliche Körperbemalung, ehe sie die allerletzte Chance des Alleinseins nutzt und aus dem Palast flieht - kurz vor ihrer Hochzeit.
Gemeinsam mit ihrer Freundin schlägt sie sich durch das Königreich und lernt die ersten Entbehrungen kennen. Dabei nutzt sie ihr Wissen, um falsche Fährten zu legen. Denn sie weiß, was sie mit ihrer Flucht riskiert hat: die Vernichtung des zarten Bündnisses zwischen zwei Königreichen, die nur Hand in Hand dem Feind der Vendaner entgegentreten können.


Ihre Flucht hat natürlich für Aufsehen gesorgt und gleich zwei Menschen folgen ihrer Spur...


Hier liegt eins der mich am meisten begeisternden Elemente des Buches. Die Autorin schildert die Geschichte aus mehreren Ich-Perspektiven, manche Kapitel tragen als Überschrift "Kaden", "Rafe" oder auch "Der Attentäter" und "Der Prinz". Eine sehr lange Zeit erfährt der Leser nicht, wer der beiden Jungs besagter Attentäter und welches der verschmähte Prinz ist, denn Namen und direkte Verbindungen werden nur in den "Namenskapiteln" genannt, Hintergründe und Lebensumstände über die anderen Königreiche erfährt man nur in den "Prinz" und "Attentäter"-Kapiteln.


Eins haben beide Jungs jedoch gemeinsam: sie hatten sich die entlaufende Prinzessin definitiv anders vorgestellt und der Attentäter beginnt zu zögern und auch der Prinz wirft seine ursprünglichen Pläne, die Prinzessin nur anzusehen - oder sie vielleicht mit der Wahrheit zu konfrontieren - über Bord.
Während der gemeinsamen Zeit kommen sich Lia und Rafe näher, jedoch auch gegen Kadens Charme ist Lia nicht immun.
Stopp! Der Gedanke an eine klischeehafte Dreiecksgeschichte kann nahezu gestrichen werden, denn Lia ist sich ihrer Gefühle bewusst.
Als dann eine tragische Nachricht eintrifft, muss Lia all ihren Mut zusammennehmen und sich ihrem Schicksal stellen - doch ihre Pläne hat sie ohne den Attentäter gemacht...


Die Komplexität des Weltenentwurfs von Mary E. Pearson wird in diesem Auftaktband nur angeschnitten. Eine dunkle Geschichte der Welt, die immer nur in kleinen Episoden erwähnt wird, alte Götter, besondere Gaben und mehr werden nur angedeutet und der Leser muss mit Lia gemeinsam herausfinden, was sie wirklich bedeuten. So klangen die vereinzelten Zitate aus diversen Quellen der dortigen Welt anfangs verwirrend, ergaben erst später etwas mehr Sinn, doch in Gesamtheit bleibt die wahre Vergangenheit noch verschleiert und wird sich hoffentlich in den Folgebänden weiter offenbaren.


Der Leser nimmt nahezu haarklein an allem Teil, was Protagonistin Lia widerfährt. So kommt es leider hin und wieder zu Längen, die nicht ganz durch das Rätselraten um Prinz und Attentäter ausgeglichen werden konnte. Insbesondere nachdem dieses Rätsel gelöst war, zog sich die Geschichte für meinen Geschmack zu sehr in die Länge, auch wenn die Entwicklung der Figuren so natürlich besser dargestellt werden konnte.


Gegen Ende gibt es keinen großen Showdown, aber eine Entwicklung, die mich neugierig auf die Fortsetzung macht, die bereits im Sommer 2017 erscheinen wird.


Urteil:
Mary E. Pearse hat mir mit "Der Kuss der Lüge" einen gelungenen Start in "Die Chroniken der Verbliebenen" beschert. Trotz der teils vorhandenen Längen überwogen die positiven Eindrücke der Geschichte: Eine komplexe Welt in einer Zeit nach den alten Göttern und der Magie, die immer noch nachwirkt, eine gute Inszenierung des Rätselratens um gewisse Charaktere und eine zarte, glaubhafte Lovestory, die mich für sich einnehmen konnte.
4 Bücher für den Auftakt der Tetralogie!


Reihe:
1. Die Chroniken der Hinterbliebenen - Der Kuss der Lüge
2. Die Chroniken der Hinterbliebenen - Das Herz des Verräters
(Mai 2017)
3. Die Chroniken der Hinterbliebenen - Die Gabe der Auserwählten
(voraussichtlich Herbst 2017)
4. Die Chroniken der Hinterbliebenen - Der Glanz der Dunkelheit
(voraussichtlich Frühjahr 2018)


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348 Bibliotheken, 32 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

fae, fantasy, fluch, liebe, frühlingshof

Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen

Sarah J. Maas , Alexandra Ernst
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.02.2017
ISBN 9783423761635
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Feyre ernährt ihre Familie durch Jagen. Eines Tages tötet sie dabei einen Wolf, der sich als Fae entpuppt – jene Wesen, die seit langer Zeit von den Menschen durch eine unsichtbare Mauer getrennt leben. Durch den Mord an einem solchen Wesen hat sie einen uralten Vertrag gebrochen und ihr Leben verwirkt. Das Monster, das den Verlust seines Freundes sühnen will, tötet sie jedoch nicht, sondern nimmt sie mit in sein Reich.


Am nahezu verlassenen Hof von Tamlin, dem Fae, erfährt Feyre immer mehr über das Leben der uralten Fae, die aussehen, als könnten sie in Feyres Alter sein. Doch das Reich der Fae befindet sich in großer Gefahr, die auch auf die Menschen übergreifen könnte. 
Ein schwaches Menschenmädchen steht plötzlich uralten Bedrohungen aus den gruseligen Legenden der Menschen gegenüber.


Meinung:
Sarah J. Maas fackelte nicht lange und schickte mich gemeinsam mit Protagonistin Feyre auf die Jagd. Während sie sich der Bedrohung des gigantischen Wolfes gegenübersieht und abwägt, ob sie lieber fliehen und die Beute, die ihre Familie für lange Zeit über die Runden bringen könnte, liegen lassen oder den Wolf töten soll, führte mich die Autorin behutsam in die Welt ein. Sie stellte mir die Bedrohungen vor, die vielen Gerüchte rund um die gefährlichen Fae jenseits der Mauer und die Armut von Feyres Familie.


Es dauerte nicht lange, da wurde die Tür des Hauses aufgerissen und ein Monster zerrte Feyre gnadenlos mit sich: Ein Fae, der sich auf den uralten Vertrag beruft und dennoch Gnade walten lässt, indem er Feyre mit sich nimmt und nicht tötet.
Von Furcht und Zorn – und jenem Versprechen, das sie ihrer sterbenden Mutter gab, die Familie zu schützen, kommt Feyre am Hof von Tamlin an, der in seiner nicht-tierischen Gestalt alles andere als unansehnlich ist.
Dennoch sucht Feyre verzweifelt nach einer Fluchtmöglichkeit, lernt dabei aber die Gefahren, die in Prythian lauern, kennen. Mehr als einmal wird sie von Tamlin oder seinem Botschafter Lucien beschützt, die Feyre gegenüber sehr geheimnisvoll und alles andere als offen sind.


Die Geschichte schreitet zur Zeit des Kennenlernens, der Entwicklung von Feyres innerer Haltung gegenüber dem Hof und der Entwicklung der von mir erhofften Liebesgeschichte sehr langsam voran, das jedoch machte insbesondere Feyre authentisch. Es gab einige Momente, in denen ich mir gewünscht hätte, dass es doch endlich klappt, dass beide nicht so stur sind, doch Sarah J. Maas ließ mich lange zappeln.


Die große Bedrohung, die in Prythian lauert, und die selbst die mächtigen Fae verängstigt, wird immer deutlicher. Stück für Stück enträtselte ich gemeinsam mit Feyre das Geheimnis. Spätestens hier wird mehr als deutlich, dass die Autorin hier von „Die Schöne und das Biest“ mehr als nur inspiriert wurde. Das Biest, Feyre als Gefangene im Herrenhaus, eine Belegschaft, die von Masken „verwandelt“ ist … Leider verdirbt das Wissen ein wenig die vorsichtig gestreuten Hinweise, die kleinen Bemerkungen in den Dialogen und bei einer späteren Wendung der Geschichte war ich drauf und dran, aufzustöhnen, fielen für mich die Begründungen doch alle fadenscheinig aus. Nichtsdestotrotz musste ich erfahren, wie es weitergeht, versuchte Biest und Belle auszublenden und mich weiter auf „Das Reich der Sieben Höfe“ einzulassen, während ich mich durch die entwicklungstechnisch vermutlich notwendigen Längen kämpfte, ehe der nächste Wendepunkt erreicht war und die Spannung tatsächlich anstieg.
Neue Gegner, neue Grausamkeiten, neue Intrigen und viele Schmerzen erwarteten mich während des letzten Drittels des Buches, ehe mich Sarah J. Maas ohne Cliffhanger, aber mit einer doch gezielt gesetzten Szene neugierig auf Band 2 zurücklässt.


Urteil:
„Das Reich der Sieben Höfe: Dornen und Rosen“ ist eine gefühlvolle und zugleich brutale Adaption von „Die Schöne und das Biest“. Ein atmosphärisches magisches Setting, ein verzauberter Hof, gelungene, tiefgründige Charaktere und eine zarte Lovestory – all das kann man am besten genießen, die vorhandenen Längen durchstehen und sich überraschen lassen, wenn man das Wissen um den Verlauf der alten Geschichte komplett ausblendet. Für meine mitfiebernden Lesestunden, all das geteilte Leid und die Hoffnung vergebe ich sehr sehr gute 4 Bücher.


Reihe:
1. Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen
2. Original: A Court of Mist and Fury
3. Original: A Court of Wings and Ruin
4. Original: bislang kein Titel
5. Original: bislang kein Titel
6. Original: bislang kein Titel


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19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Afterparty

Daryl Gregory , Frank Böhmert
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 26.01.2017
ISBN 9783596034536
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Zitat:
„Manche Nervenbahnen sind so alt, die Rinnen so tief eingegraben, dass wir nicht um die Erkenntnis herumkommen, in erster Linie Tiere zu sein. Denken, Wille, Selbstbeherrschung? Die sind alle erst später zur evolutionären Party eingetrudelt.“
(S.105)


Inhalt:
Jeder kann sich seine Drogen – legale wie illegale – mittlerweile ausdrucken. Die Smart-Drug-Revolution macht es möglich. Und in dieser Zeit arbeitet eine kleine Firma an der Entwicklung eines neuen Stoffes – N M E 110, später Numen genannt.


Lyda war gemeinsam mit ihrer Frau Mikala an der Entwicklung von Numen beteiligt. Nach dieser verhängnisvollen Party mit einer Überdosis der Droge ist Dr. Gloria, ihr persönlicher Engel, immer an ihrer Seite und Lyda in psychiatrischer Behandlung. Numen sollte nicht weiter vertrieben werden.


Plötzlich scheint jemand die Droge wieder auf den Markt zu bringen. Lyda versucht, die weitere Ausbreitung zu verhindern. Doch um die Verbreitung zu stoppen muss sie den Verursacher finden – und dafür Gesetze brechen. Die Verfolgungsjagd beginnt. Und nicht nur Lyda ist auf der Jagd.


Meinung:
Einmal mehr bin ich mit „Afterparty“ auf ein Buch gestoßen, dass ich so gar nicht auf dem Zettel hatte. Die Story hörte sich jedoch interessant an. Und da ich nun neugierig geworden war, wollte ich auch unbedingt wissen, welche Geschichte sich hier verbirgt.


So las ich in die ersten Seiten hinein und fühlte mich nach kurzem so, wie man sich nach einem Drogentrip fühlen muss. Die erste Überraschung für mich war Dr. Gloria, die ich an sich erst als reale Person empfunden hatte. Mein Erstaunen war groß, als sie sich als imaginärer Engel entlarvte, immer an der Seite von Lyda nach dieser verhängnisvollen Überdosis auf dieser Party. Ab hier begann für mich dann dieses psychedelisch angehauchte Buchexperiment.


Daryl Gregory setzt sodann auch fortwährend auf diese psychisch dominierte Note und lässt vorrangig die nach der Überdosis angeschlagene Lyda ihre Erlebnisse aus Ich-Perspektive in Vergangenheitsform erzählen. Ab und an durften andere Sichten ebenfalls in Vergangenheitsform, jedoch in dritter Person, ein kurzes Intermezzo einflechten. Der Drogenbackground allerdings machte es mir fortwährend nicht immer ganz einfach, Einblicke in die Absichten der handelnden Personen zu erhalten bzw. deren Entscheidungen und Handeln vollends nachzuvollziehen. Insofern entwickelte sich selbst zu der aus ihrer Perspektive erzählenden Lyda eine gewisse Distanz, die sich bis zum Ende nur unmerklich verringern ließ.


Die Idee des Autors ist auf jeden Fall wirklich gut und auch nachvollziehbar. Ich kann nur wortwörtlich sagen „Gnade uns Gott“, wenn unsere Entwicklung tatsächlich eines Tages in diese Richtung steuern sollte. Was wie Science Fiction klingt, ist im Kleinen sicherlich ansatzweise auch heute schon möglich. Die Nebenwirkung von N M E 110 – Numen – ist tatsächlich heftig. LSD und Co. scheinen wie ein Kindergeburtstag neben den von Daryl Gregory geschilderten Wirkungen der vorhandenen Substanzen. Nach der Einnahme fühlt man sich wie von einem göttlichen Wesen begleitet, das über einen wacht. Ein Entzug bringt die enormsten Nebenwirkungen mit sich. Bis hin zum Selbstmord.


Der Autor nutzte die guten Ansätze seiner Idee überwiegend und trieb die Geschichte beständig voran. Kleine Längentäler konnte ich durchschreiten und blieb am Ball. Aus meiner Sicht hat die Geschichte eine Menge Potential, das stellenweise leider nur zu einem kleinen Teil genutzt wurde. Dennoch wurden Verstrickungen gut inszeniert und meine Leseneugier war ungebrochen. Auch zog die Spannung immer wieder an passenden Stellen an. Wirklich gut fand ich die eingebauten Rückblicke in die Vergangenheit der Charaktere, so dass sich das eine oder andere Puzzleteilchen nach und nach zusammensetzte.


Zum Ende hin lässt der Autor die Spannung nochmal enorm ansteigen, baut Überraschungen in den Verlauf ein, bevor er die Geschichte beruhigt und in sich abgeschlossen ausklingen lässt. Ein Ende, wie man es sich nur wünschen kann.


Urteil:
„Afterparty“ hinterließ bei mir einen tiefen Eindruck, verursacht durch bewusstseinsverändernde Substanzen vermischt mit psychedelischen Ansätzen, die mitunter erschreckende Ausmaße annahmen. Diesen Eingriff in meine Psyche belohne ich mit knappen 4 Büchern.


Für alle, die keine Angst vor den Folgen ihres Handelns haben, dabei jegliche Risiken auf sich nehmen und das eigene Wesen akzeptieren.




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306 Bibliotheken, 41 Leser, 2 Gruppen, 108 Rezensionen

weltraum, science fiction, hexen, raumschiff, kai meyer

Die Krone der Sterne

Kai Meyer , Jens Maria Weber
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 26.01.2017
ISBN 9783596035854
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt:
Baroness Iniza soll die nächste Braut der allmächtigen Gottkaiserin werden und zu ihr nach Tiamande gebracht werden. Um ihrem Schicksal zu entkommen, hat sie ihre Flucht vor den Paladinen und den Hexen des Ordens schon lange geplant. Doch nichts kommt, wie es kommen soll. Sie wird von dem Kopfgeldjäger und legendären „Waffenmeister“ Kranit entführt – glücklicherweise zusammen mit ihrem heimlichen Geliebten Glanis.
Doch anstatt die Baroness wie von Kranit geplant bei seinem Auftraggeber abzugeben, geraten sie an die Alleshändlerin Shara, auf deren Hilfe sie angewiesen sind, und so ihre Ziele ändern müssen – während die Verfolger immer näher kommen und reich an der Zahl sind.

Meinung:
Ich begeistere mich aktuell für Science Fiction und so musste ich natürlich auch zu Kai Meyers „Space Fantasy“ greifen.
Der Einstieg in die fremde Welt gelang leicht, Informationen über die Galaxis flossen direkt in die Umstände ein, in die Protagonistin Iniza geworfen wurde. Sie plant die Flucht vor ihrem Schicksal – die Braut der Gottkaiserin von Tiamande zu werden. Gemeinsam mit ihrem heimlichen Geliebten Glanis hat sie alles geplant – nicht jedoch die Tatsache, dass noch jemand anderes Interesse daran hat, Iniza vor den Fängen des Hexenordens zu befreien. Eins kommt zum anderen und plötzlich befinden sich Iniza und Glanis gemeinsam mit dem Waffenmeister Kranit, der Alleshändlerin Shara und einer Muse im All. Verfolgt von vielen Parteien, die alle ein Interesse an der Besatzung des Schiffes haben.

Der Stil von Kai Meyer ist gewohnt bildhaft und enthält sehr viele Beschreibungen, was die Handlung selbst etwas verlangsamt voranschreiten lässt. Für die Vielzahl an Beschreibungen und den Illustrationen von Jens Maria Weber fiel es mir dennoch schwer, die Galaxis und auch die Besonderheiten zum Aufbau der Schiffe wirklich zu begreifen. Ich persönlich hätte mir nicht allzu genaue Beschreibungen gewünscht, die mehr Raum für die eigene Fantasie lassen und sich mit dieser nicht einen konstanten Kampf liefern. Aber das ist Geschmackssache.

Technisch gesehen (und dabei meine ich nicht die Technik der Galaxis) ist „Die Krone der Sterne“ absolut Lehrbuch-tauglich. Jeder Wendepunkt ist perfekt platziert. Ohne es zu wollen seziert man das Buch nebenbei in diese einzelnen Teile (was erneut gegen die vielen Beschreibungen und die langsamer voranschreitende Handlung spricht, da ich ansonsten gar keine Zeit hätte, darüber nachzudenken) und kann dadurch leider genau sagen, wann es spannend werden soll, wann die nächste wichtige Entscheidung ansteht und wann sich etwas verändert.

Die Galaxis wurde von Kai Meyer wahrlich meisterhaft erfunden und bis ins kleinste Detail ausdetailliert. Ständig wurde das Wissen der aktuellen Erzählstimme revidiert und um neue Hintergründe erweitert, die den Leser Stück für Stück ans große Ganze führen könnten. Doch leider bleiben auch nach Abschluss des Buches sehr viele Fragen offen, was vermuten lässt, dass „Die Krone der Sterne“ nicht der erwartete Einzelband, sondern der Auftakt einer Reihe ist, was mein Leseerlebnis in Nachhinein etwas schmälerte. Dabei ist unerheblich, ob das Ziel vorerst erreicht ist – es bleiben viel zu viele weitere Möglichkeiten, um einen wirklichen Abschluss zu bieten. Daher hoffe ich auf eine Fortsetzung, die meine Meinung zum „viele Fragen offenlassenden Ende“ vielleicht noch revidieren würde.

Urteil:
„Die Krone der Sterne“ ist ein gelungenes Abenteuer in einer fremden Galaxis und hat alles, was ein unterhaltsamer Roman haben muss. Die Vorhersehbarkeit, kleinere Längen und die zu zahlreich vorhandenen offenen Fragen (für einen Einzelband) am Ende schmälerten meinen Lesegenuss ein wenig. 4 Bücher für Baroness Iniza und ihren Trip durch die Galaxis.

Reihe:
?


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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

5 Sterne Spuk - Rettung für das Burghotel

Christina Foshag
E-Buch Text: 176 Seiten
Erschienen bei Loewe Verlag, 16.01.2017
ISBN 9783732009947
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Meinung:
Melinda MacGoldshoe soll endlich richtig spuken lernen. Natürlich nicht im hauseigenen Schloss, weil die Besitzer keinerlei Angst mehr zeigen. Das Internat kann sie knapp umgehen, indem sie zusagt, für ein oder zwei Jahrhunderte in die Schweiz zu gehen - zu den Nachfahren der MacGoldshoes, weil man nur bei Verwandten spuken kann.

Melinda und ihre Tante Gräfin Greta machen sich dann sofort auf die Reise zu den Goldschühlis. Aus dem Schloss in der Schweiz ist mittlerweile ein Burghotel geworden und es gibt viel zu tun und zu erschrecken. Doch die Söhne des Besitzers, Jost und Kurt, haben keine Angst. Viel zu groß ist die Sorge um das Burghotel. Gespenster hatten ihnen da gerade noch gefehlt.

Oder vielleicht tatsächlich?

Auf altersgerechte Weise präsentiert Christina Foshag ihre sympathische Protagonistin Melinda und macht sie - trotz Gespensterhintergrund - zu einer Person, mit der man sich identifizieren kann. Während des Vorlesens gab es bei uns jede Menge zu lachen (Jokurt - Jost und Kurt zusammen), das Gesicht zu verziehen (Tarantully ist nicht gerade unsere Vorstellung von Haustier!) und vor Erwartung den Atem anzuhalten.

Denn eine große Portion Spannung steckt zwischen dem Spuk: Das Burghotel steht kurz davor, geschlossen zu werden. Der Verantwortliche ist schnell identifiziert und muss natürlich mit allen Mitteln bekämpft werden. Auf humorvolle und nicht immer sofort wirkende Art, versteht sich. Der Zielgruppe entsprechend kommt Buch natürlich zu einem guten Ende für unsere gespenstischen Helden. Wir freuen uns auf weitere Abenteuer von Melinda und den Jokurts.

Urteil:
Mit "5 Sterne Spuk - Rettung für das Burghotel" ist Christina Foshag ein humorvoller und altersgerecht fesselnder Auftakt einer neuen Kinderbuchreihe mit sympathischen Charakteren gelungen. Von Junior, der direkten Zielgruppe, gibt es eine absolute Leseempfehlung und daher verdiente 5 Spielsachen.

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379 Bibliotheken, 34 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

jugendbuch, science fiction, galaxie, fantasy, rat der neun

Rat der Neun - Gezeichnet

Veronica Roth , Petra Koob-Pawis , Michaela Link
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei cbt, 17.01.2017
ISBN 9783570164983
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Inhalt:
In der Galaxie besitzen nahezu alle Menschen durch den "Strom" erhaltene Gaben, die sie auf irgendeine Weise besonders machen. Doch manche Familien sind darüber hinaus mit Schicksalen "gesegnet", die von allen Orakeln gesehen werden. Schicksale, die als unausweichlich gelten.
Ein solches Schicksal tragen auch Akos und sein Bruder Eijeh, die Söhne eines der amtierenden Orakel. Doch sollen sie erst zu gegebener Zeit erfahren, um welches Schicksal es sich handelt.

Ganz im Gegensatz zu dem verfeindeten Volk der Shotet. Dort macht der amtierende Herrscher seinem Sohn schnell klar, dass er eines Tages dem Feind in die Hände fallen wird. Doch so weit will es Ryzek nicht kommen lassen. Nach dem Tod seiner Eltern regiert er mit eiserner Macht und möchte nicht nur die offizielle Anerkennung seines Volkes, sondern strebt nach Größerem. Die besondere Fähigkeit seiner Schwester Cyra ist ihm hierbei von großem Nutzen.

Sein Ziel naht, als der Rat die Schicksale aller offenbart und er Eijeh und Akos entführen lässt und in seinem Palast unterbringt. Eijeh ist ebenfalls ein Orakel und könnte Ryzek helfen, seinem Schicksal zu entkommen.

Während Akos seinen Bruder mehr und mehr verliert, entsteht eine Verbindung zwischen ihm und Cyra, die unglaublicher nicht sein könnte. Durch die Augen des jeweils anderen sehen sie die Galaxie plötzlich ganz anders...

Meinung:
Ich habe mich sehr auf das neue Werk von Veronica Roth gefreut. Der Klappentext klang etwas verwirrend, dennoch stürzte ich mich kopfüber in die fremde Galaxie.
Dort holte mich die eiskalte Realität ein: Ich wurde von Informationen überflutet, in jedem Satz standen fremde Wörter, die man nicht sofort als Name, Ding oder anderes identifizieren konnte. Dieser Infodump über die Welt von Thuvhe und auch die anderen Planeten ließ lange nicht nach, wurde mit den Seiten aber zur Gewohnheit wie die anfangs befremdlichen Zeitsprünge, mit denen Veronica Roth die bisherigen Ereignisse straffte und erklärte.

Als ich dann aber einmal in der Galaxie unter dem Rat der Neun ankam, wurde ich regelrecht mitgerissen.
Die Autorin lässt die Geschichte aus zwei Perspektiven erzählen. Einmal erzählt Cyra, die Shotet, in Ich-Form, der andere Handlungsstrang folgt Akos, dem Thuvhesi, und wird in dritter Person erzählt. Schon im ersten Drittel treffen die Protagonisten zusammen und die Interaktion und Entwicklung nimmt seinen Lauf. Hierbei muss positiv erwähnt werden, dass Veronica Roth nicht immer vorhersehbar handelt oder so, wie es sich der (romantische) Leser vielleicht wünscht. Auch sind Schmerzen und rohe Gewalt allgegenwärtig.

Der Weltenentwurf ist sehr komplex und gut durchdacht, dennoch - oder vielleicht gerade deshalb - sind mir kleinere Logiklücken aufgefallen. Vielleicht liegt es an meiner Person - die selten zu High Fantasy oder Science Fiction greift - und wenn es einmal vorkommt, alles in sich schlüssig finden muss und andere Leser werden sich daran weniger aufreiben. Meinen Lesespaß hat dies - einfach als Tatsache akzeptiert - jedoch kaum getrübt.

Das Buch übt einen zu starken Sog aus, als das man sich über solche Kleinigkeiten stören könnte. Die Spannung steigt kontinuierlich über kleine Spannungsspitzen an, die Entwicklung und teils Unvorhersehbarkeit mancher Handelnden macht es unmöglich, nicht mehr über die Beweggründe erfahren zu wollen. Mit jedem der 5 Teile, in die das Buch untergliedert ist, gewinnt die Geschichte an Tiefe und nimmt einen mehr und mehr gefangen.

Zum Ende hin spitzt sich die Lage für alle Beteiligten zu. Die Autorin scheut sich nicht vor Verlusten, schließt diesen ersten von zwei Bänden jedoch vorerst zufriedenstellend ab. Ich freue mich aber trotzdem auf die Fortsetzung.

Urteil:
Trotz eines wirklich schweren, von sehr vielen Informationen und Fremdwörtern überfluteten Einstiegs, zog mich Veronica Roth mit jedem Kapitel weiter in ihre komplexe Galaxie. Gelungene, wandlungsfähige Charaktere, gut gewählte Spannungsspitzen und eine geringe Vorhersehbarkeit lassen mich am Ende des Buches die Startschwierigkeiten und das Fluchen über die teils zungenknotenverursachenden Namen vergessen und "Rat der Neun - Entfesselt" mit haarscharfen 5 Büchern bewerten. Es kommt selten vor, dass mich ein Buch trotz dieser Kritikpunkte noch so fesseln und überzeugen kann.

Reihe:
1. Rat der Neun – Gezeichnet
2. Rat der Neun - ?
(Voraussichtlicher Erscheinungstermin 2018)

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538 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 116 Rezensionen

fantasy, marie lu, young elites, jugendbuch, verrat

Young Elites - Die Gemeinschaft der Dolche

Marie Lu , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 16.01.2017
ISBN 9783785583531
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Ich blicke hinab ins dunkle Wasser. Tief, schwarz, endlos, erfüllt von schemenhaft dahingleitenden Monstern. Entsetzen steigt in mir auf.“
(S.109)

Inhalt:
Als Kind am Blutfieber erkrankt und dem Tode knapp entronnen ist Adelina seit dieser Zeit gezeichnet, sie hat ein Auge verloren. Damit gehört sie zu den Malfettos, den Gezeichneten. Manche Malfettos haben übernatürliche Kräfte entwickelt, sie sind die Elite. Doch gesellschaftlich geächtet fristen sie ein Dasein am Rande der Gesellschaft und werden von der Inquisition verfolgt.

Adelina lebt mit ihrem Vater und ihrer wunderschönen jüngeren Schwester Violetta. Durch die „Schande“, ein Malfetto in der Familie zu haben, verliert ihr Vater immer mehr Handelspartner. Die Familie verarmt zusehends. Als Ausweg wird Adelina einem Kaufmann als Mätresse versprochen. Doch sie fasst den Entschluss zu fliehen. Als ihr Vater sie einholen kann, spürt Adelina erstmal ihre Kräfte. Sie kann diese jedoch nicht kontrollieren, ihr Vater stirbt. 

Nun wird Adelina als Mörderin gesucht. Allein mit ihrer aufkommenden Gabe ist die Inquisition dicht auf ihren Fersen. Am Tag ihrer Hinrichtung passiert das schier Unglaubliche. Die Gemeinschaft der Dolche kommt ihr zu Hilfe. Doch Adelinas Sicherheit scheint trügerisch.

Meinung:
Meine erste Bekanntschaft mit der Autorin Marie Lu machte ich, als ich ihre „Legend-Reihe“ gelesen habe. Der flüssige Schreibstil der Autorin und gut durchdachte Handlungen hatten mir sehr gut gefallen. Als nun feststand, dass „Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche“ als Auftakt einer neuen Reihe bei uns erscheinen würde war klar, dass ich hier auf jeden Fall zugreifen würde. Nun ist dieser erste Teil der Reihe bei mir angekommen und ich griff auch gleich nach dem Buch.

Und so hält sich Marie Lu auch nicht lange mit einleitenden Worten auf, sondern offenbarte mir die ganze ungeschminkte Wahrheit. Ich traf auf Adelina, die seit ihrer Kindheit aufgrund einer grassierenden Krankheit, dem Blutfieber, gezeichnet war. Viele Menschen haben durch das Blutfieber ihr Leben verloren. Insofern hatte Adelina sogar Glück, wenn man davon sprechen kann. Sie hat „nur“ ein Auge verloren. Die meisten Überlebenden des Blutfiebers wurden gezeichnet. Als sogenannte Malfettos werden sie von der Gesellschaft lediglich geduldet. Doch einige der Malfettos entwickelten nach dem Blutfieber eine übernatürliche Kraft. Umso mehr werden die Geächteten gefürchtet.

Wann immer ein Malfetto in der Handlung auftauchte, spürte ich eine extreme gesellschaftliche Ausgrenzung. Nie wurde in männlicher oder weiblicher Form von dem oder der Betroffenen gesprochen. Die Autorin wählte für die Beschreibung immer die sächliche Form. Damit gelang es ihr auch definitiv, die gewünschten Emotionen in mir zum Vorschein zu bringen.

Auch Adelina hat es nicht leicht. Ihr Vater zieht ihre jüngere wunderschöne Schwester Violetta vor. Selbst vor Gewalt gegenüber Adelina schreckt ihr Vater nicht zurück. Ein Malfetto in der Familie zu haben bedeutet, dass sich die Leute zurückziehen. Niemand möchte damit zu tun haben. Als sich ein Kaufmann für Adelina interessiert, will ihr Vater sofort zugreifen. Doch es ist nicht geplant, dass der Kaufmann Adelina heiratet. Nein, ein Malfetto heiratet man nicht. Als Mätresse jedoch kann er Adelina akzeptieren. Denn auch, wenn sie gezeichnet ist, hat sie von ihrer natürlichen Schönheit nichts verloren.

Dies ist der Punkt, an dem Adelina zum Handeln gezwungen wird. Hier setzt ihre Entwicklung an und schreitet voran. Als Protagonistin war sie mir grundsätzlich auch sympathisch und ich konnte mit ihr fühlen. Im weiteren Verlauf fehlte mir dann jedoch ab und an der Zugang zu ihr. Ihr Handeln erschloss sich mir nicht immer in Gänze und dennoch verfolgte ich ihre Entwicklung mit großem Interesse. Denn neben ihrem Makel ist Adelina keine gewöhnliche Protagonistin. Sie hat definitiv ihre Eigenheiten. Und das, was sich in ihrem Inneren entwickelt, hat es definitiv in sich.

Marie Lu wählte für die Darstellung ihrer Geschichte die Ich-Perspektive Adelinas in Gegenwartsform, so dass ich immer nah am Geschehen war. Kurze Einblendungen anderer Sichtweisen in dritter Person Gegenwart rundeten die Erzählung dabei gut ab. Der von Beginn an vorhandene Spannungspegel ließ mich kaum von den Seiten kommen und überspielte potentiell aufkommende kleine Längen zusehends. 

Nach einem ordentlich heftigen actiongeladenen Geschehen lässt Marie Lu die Geschichte zum Ende hin vorerst beruhigend ausklingen, bevor sie mit einem gelungenen Epilog die Neugier auf die Fortsetzung zusätzlich schürt. Insgesamt ist ihr hier ein sehr guter Einstieg in ihre neue Reihe gelungen und ich bin sehr gespannt auf die folgenden Ereignisse.

Urteil:
„Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche“ glänzt mit einer nicht ganz typischen Protagonistin, gut ausgearbeiteten Entwicklungen und einer spannenden Grundstimmung. Ich freue mich so sehr auf die Fortsetzung, dass ich diesem gelungenen Einstiegsband definitive 4 Bücher geben kann.

Für alle, die Ausgrenzungen ertragen können, dabei hoffnungsvoll von einer besseren Zukunft träumen und sich von Rückschlägen nicht verunsichern lassen.

Reihe:
1. Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche
2. Young Elites – Das Bündnis der Rosen (ET Herbst 2017)
3. Young Elites – The Midnight Star (OT)

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58 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

dystopie

Evolution (2). Der Turm der Gefangenen

Thomas Thiemeyer
Fester Einband: 376 Seiten
Erschienen bei Arena, 03.01.2017
ISBN 9783401601687
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Während Lucy und die anderen von Jarl Ansgar willkommen geheißen werden und erfahren, dass sie scheinbar erwartet wurden, findet Jem aus der Ferne gar Übles heraus: Menschen seiner Hautfarbe werden bei diesem Volk als Sklaven gehalten und all seine Pläne, zu den anderen zu gelangen, sind hinfällig.
Während Marek Intrigen spinnt und sich bei dem Glaubensführer einschleimt, finden Lucy und die anderen heraus, dass sie nicht die ersten „Zeitspringer“ sind. Doch um mehr herauszufinden, brauchen sie Verbündete und müssen viel riskieren.

Meinung:
Ehe es mit Band 2 losging, bringt Thomas Thiemeyer in einem geschlossenen Rückblick alle Geschehnisse kurz und prägnant wieder ins Gedächtnis. Im Anschluss daran konnte ich mich von Mark Bremer wieder in die neuesten Ereignisse stürzen lassen, die es durchaus in sich hatten.

Die Einführung in die Welt der "Stadt der Überlebenden" war wie eine geschichtliche Reise zurück in die Zeit der Wikinger. Die Zeit nach Ragnarök. Die Gruppe findet heraus, dass "Thor" im Jahr 2035 auf dem Planeten einschlug - der Komet, der das Leben auf der Erde für immer verändert hat. Unsere Figuren befinden sich offensichtlich im Jahr 2599. Mit neuen Verbündeten gewinnen sie jedoch neue Erkenntnisse, die sie Hoffnung schöpfen lassen - doch schnell wird klar, dass die Rückkehr in ihre Zeit nicht mehr die oberste Priorität hat, sondern das Überleben.

Das erste Drittel des Hörbuches ist recht ruhig, gespickt durch die zahlreichen neuen Einblicke in die dortigen Lebensumstände. Durch die kleineren Spannungsspitzen und Perspektivenwechsel kann man jedoch gut darüber hinwegsehen und bleibt gerne dabei.

Thomas Thiemeyer hat seinen Weltenentwurf gekonnt fortgesetzt. Was sich Ende des ersten Teils bereits erahnen ließ, wird für die Zeitspringer nun zur Realität: Ein Leben wie zu Zeiten der Wikinger, einen Kult um die alten Götter und einem ganz besonderen Buch, aufgrund dessen alle Entscheidungen des Glaubensführers gerechtfertigt werden. Doch auch hier sind die Jugendlichen weniger versperrt gegenüber Neuem und so kommt eins zum anderen und die Gruppe ist erneut auf der Flucht.

Bis zu diesem Punkt hätte ich mir gerne noch mehr Details über die verhasste dunkle Technologie und die „Dunkelwesen“ gewünscht – sind sie doch eine weitere Gruppierung, die trotz aller Entbehrungen existiert. Aber hier setze ich auf Teil 3, damit sich dieser Kreis schließt.

Natürlich erfährt der Hörer auch weitere Details über die Squids, die Wesen, die den Menschen scheinbar den Krieg erklärt hatten. Dieses zusätzliche Wissen wurde gut in die Geschichte eingeflochten und bringt insbesondere Lucies „Gabe“ weit mehr ins Spiel als bisher.

Auch für Romantikherzen gibt es die eine oder andere Szene, die zumindest für ein kleines ‚Hach‘ sorgt, wenngleich Thomas Thiemeyer ein wenig kühl an dieses Thema herangeht, um nicht von der eigentlichen Geschichte abzuschweifen. 

Im Laufe der letzten Kapitel tritt erneut eine zusätzliche, bis dato unbekannte Perspektive auf, die wie bereits Ragnars Perspektive in Band 1 einen kleinen Ausblick darauf gibt, was uns im Trilogiefinale erwartet. Ich will es jetzt. Sofort!

Urteil:
„Der Turm der Gefangenen“ ist eine gelungene, spannende und mit zahlreichen Wendungen gespickte Fortsetzung. Kämpfe, Action und neue Erkenntnisse über die unbekannte neue Welt machen eine Unterbrechung nahezu unmöglich. Mark Bremer fesselt erneut mit seiner Erzählstimme und haucht der Vielzahl an Figuren individuell Leben ein. Knappe 5 Bücher für den zweiten Band von „Evolution“.

Reihe:
1. Evolution – Die Stadt der Überlebenden
2. Evolution – Der Turm der Gefangenen
3. Evolution – Die Quelle des Lebens

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295 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 45 Rezensionen

diabolic, weltall, liebe, intrigen, brutal

Diabolic

S.J. Kincaid , Ulrich Thiele
Fester Einband: 488 Seiten
Erschienen bei Arena, 03.01.2017
ISBN 9783401602592
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Nemesis ist eine Diabolic. Sie wurde erschaffen, wie ein Tier gezüchtet und dient nur einem Zweck: Dem Schutz ihrer Herrin, auf die sie geprägt wurde.
All ihre Gedanken und Gefühle gelten ausschließlich Donia, der Tochter des Senators der Impyreaner und zwischen ihnen entwickelt sich so etwas wie eine tiefe Freundschaft, die doch nicht sein darf. Nicht zu einem "Tier" wie Nemesis.
Als der Kaiser der Galaxie Diabolics verbietet, schafft es Donia, ihre Eltern zu überzeugen und Nemesis am Leben zu erhalten. Doch ihre größte Aufgabe steht ihr noch bevor: Als der Senator beim Kaiser in Ungnade fällt, wird Donia an den Hof zitiert, vermutlich um dort getötet zu werden. Zu ihrem Schutz geht Nemesis an ihrer Stelle und spielt die Rolle der Senatorentochter. Mit den Intrigen und der Machtgier am Hof hat sie allerdings nicht gerechnet. Und anstatt Donia zu retten, bringt Nemesis sie in größte Gefahr.

Meinung:
Anhand des Klappentextes hatte ich nicht mit einem "intergalaktischen" Abenteuer gerechnet. So war ich doch sehr erstaunt, nicht auf der Erde zu sein, aber immer mehr begeistert.

Diese ersten Seiten waren etwas befremdlich, weil die Geschichte einzig aus der Sicht von Nemesis in Ich-Perspektive geschildert wird. Ich lernte die Diabolic noch vor ihrer Prägung kennen, als sie nichts als pure Urinstinkte verspürt - aufgezogen als die Tötungsmaschine, die sie ist. Doch schnell findet die Prägung statt. Ich war live dabei, als Nemesis wahre Liebe verspürte - endlich einen Daseinsgrund hatte: ihre Besitzerin Donia vor einfach allem zu beschützen.

Dann erst beginnt die eigentliche Geschichte: Immer weiter spitzt sich die Gefahr für Donia zu - alleinig aufgrund ihres Vaters, der sein Interesse zur Wissenschaft nicht geheim hält und so die negative Aufmerksamkeit des Kaisers der Galaxie auf sich zieht. Die Konsequenz: Donia wird zum intergalaktischen Hof zitiert und soll vermutlich dort geopfert werden. An ihrer Stelle wird Nemesis vorbereitet und entsandt - doch hier beginnt das Abenteuer erst...

Der Weltentwurf von S. J. Kincaid hat mich absolut begeistert. In klaren Worten beschreibt sie ihre Galaxie, die weit in unserer Zukunft liegt, nachdem die Erde verlassen wurde. Die High Society der Gesellschaft lebt auf Raumschiffen, lediglich der "Überschuss" lebt auf Planeten, unter unsauberer Luft, Krankheiten und den Auswirkungen der Sonneneinstrahlung. Maschinen erledigen nahezu alles: sie reparieren auch andere Maschinen. Doch der Galaxie droht eine Gefahr: immer mehr schwarze Löcher entstehen, weil Wissenschaft und das Lehren derselben verboten wurde. Immer mehr Raumschiffe verunglücken im Hyperraum und erzeugen die schwarzen Löcher, aber der Glaube der Kaiserfamilie verbietet das Anerkennen von wissenschaftlichen Thesen.

Im Laufe der Kapitel zog mich die Autorin immer weiter in ihre Welt, die Intrigen am Hof des Kaisers haben es in sich und stehen den klassischen Hofgeschichten in nichts nach: im Gegenteil. Mehr als einmal hat mich die Autorin überrascht, auch wenn ich geglaubt hatte, den weiteren Verlauf zu erkennen.

Für alle Romantikerherzen gibt es ebenfalls ein Highlight, das ja bereits im Klappentext vorweggenommen wurde: Nemesis bekommt in ihrer Rolle als Donia einen unverhofften Verbündeten: den Neffen des amtierenden Kaisers und der nächste Thronanwärter Tyrus. Vom Schicksal schwer mitgenommen schließt sich Nemesis seiner Sache an - und empfindet langsam immer mehr für ihn, das über Respekt weit hinausgeht.

Es war neben der genial beschriebenen Welt vor allem Nemesis' Entwicklung, die mich begeisterte. Durch ihre Emotionslosigkeit außer ihrem Beschützerinstinkt, ihrer "Liebe" zu Donia, denkt sie nüchtern und klar und muss viele Gefühle interpretieren, weil sie sie nie gelernt hat, weil außer Donia nichts zählte.
Da Nemesis in Ich-Perspektive erzählt, schweifen auch die Beschreibungen nicht ab, sind klar auf Fakten reduziert, was mir sehr entgegenkam. So war genügend Raum für die stetig anschwellende Spannung, für Verluste, weitere Intrigen, kleine Siege und Niederlagen.

Die Spannung spitzt sich immer weiter zu, es kommt zum Äußersten, ehe die Autorin die Geschichte mit einem kleinen Ausblick auf die Zukunft der Galaxie abschließt.

Urteil:
"Diabolic - vom Zorn geküsst" hat alles, was ein gelungener Einzelband braucht: ein gelungenes intergalaktisches Setting, Spannung, Intrigen, eine Lovestory, die mich überzeugen konnte und viele unvorhergesehene Wendungen. Absolut verdiente 5 Bücher für diesen Pageturner, für den ich meine Begeisterung kaum in Worte fassen kann.

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343 Bibliotheken, 9 Leser, 2 Gruppen, 49 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, liebe, magie, hexenjäger

Witch Hunter - Herz aus Dunkelheit

Virginia Boecker , Alexandra Ernst
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 11.11.2016
ISBN 9783423761512
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Meinung:
Ich war vom Auftakt der Dilogie absolut begeistert, mir gefiel das Setting, diese alternative Vergangenheit und der vermeintliche Kampf gegen die Magie. Daher stürzte ich mich zeitnah in den zweiten Band.

Elizabeth wird aufgrund der jüngsten Ereignisse vor den Rat gestellt. Übergriffe von Blackwells Leuten häufen sich und schnell wird klar, was sie wirklich zum Ziel haben: Elizabeth. Der Rat entscheidet zu ihren Gunsten – sie soll für die Leute aus Harrow kämpfen. Doch eines Nachts wird sie überrascht…

Die Autorin lässt es im ersten Drittel der Fortsetzung ruhiger angehen und gibt Zeit, wieder in ihre Welt zurückzugehen. Mir persönlich ging alles etwas zu ruhig, es dauert zu lange, bis wirklich Spannung vorhanden war – die dann noch auf zu gewollt wirkenden Handlungen Elizabeths beruht, die ich nicht komplett nachvollziehen konnte. Als ich dies jedoch akzeptiert hatte, wurde ich wieder von der Geschichte mitgerissen.

Virginia Boecker schaffte es, mich mit neuen Wendungen bei der Stange zu halten, während sie alte Figuren ins Spiel bringt und neue dazustoßen lässt. Während mein Romantikherz zuerst aufgrund von finsteren Einflüssen immer weiter zerrissen wurde, gab es im Laufe des Buches dann doch einige Szenen, die es wieder heilen konnten.

Als Figur am meisten überrascht hat mich Malcolm, der ehemalige König von Anglia. Er macht die für mich am meisten spürbare Entwicklung durch und trotz der gemeinsamen Vergangenheit von ihm und Elizabeth mochte ich ihn immer mehr.

Der Showdown war dem Tempo der Geschichte angepasst und gut ausgearbeitet. Und auch wenn es nicht gänzlich ohne Verluste ging, zieht die Autorin die Melancholie nicht unnötig in die Länge, sondern gibt einen sehr positiven Ausblick auf die Zeit nach der Dilogie.
 
Urteil:
„Witch Hunter – Herz aus Dunkelheit“ ist eine vor allem anfangs sehr ruhige Fortsetzung, die nur langsam Spannung aufbaut, deren Wendungen mich letztendlich dennoch fesseln konnten. 4 Bücher für den Abschluss der Dilogie um die ehemalige Hexenjägerin Elizabeth.

Reihe:
1. Witch Hunter
2. Witch Hunter – Herz aus Dunkelheit

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128 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

jugendbuch, rainer wekwerth, usa, arena, camp 2

Camp 21

Rainer Wekwerth
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Arena, 02.01.2017
ISBN 9783401601779
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Vor den Häusern lag ein weitläufiger asphaltierter Platz, auf dem mehrere Fahrzeuge standen. Weiter hinten vor dem Umriss des nahen Waldes machte er einen Sportplatz aus. Mitten in der Nacht wirkte das Gelände düster und feindselig, mehr wie ein Gefangenenlager für Kriegsgefangene als ein Jugendcamp.“
(S.57)

Inhalt:
Die Brüder Mike und Ricky schwänzen die Schule und machen eine Spritztour mit dem Auto ihres Vaters. Als sie von einer Polizeistreife angehalten werden, eskaliert die Situation. 

Kayla kann ihren guten Freund Tom, von dem sie seit Monaten nichts gehört hat, vor dem Drogentod retten. Doch indem sie Tom getroffen und geholfen hat, hat sie das Kontaktverbot zu ihrem Freund, das ihre Eltern ausgesprochen hatten, gebrochen. Ihre Eltern ziehen nun entsprechende Konsequenzen und fassen einen Entschluss.

Kaum im Camp angekommen, gibt es den ersten Ärger. Ricky wird daraufhin mit Isolation bestraft. Mike sorgt sich um Ricky, doch die Tage vergehen ohne dass er etwas von seinem Bruder hört. 

Auch Kayla befindet sich nun im Camp und versucht, die Strapazen zu überstehen. Denn jeder muss für sich selbst kämpfen. Und dann gibt es da noch die Gerüchte über Camp 21. Ein Camp mit besonderen Methoden für besonders harte Fälle.

Meinung:
Bereits die Labyrinth-Reihe von Rainer Wekwerth konnte mich begeistern. Als ich nun von „Camp 21 – Grenzenlos gefangen“ gehört hatte, wusste ich, dass es eine Geschichte ist, die ich mir näher anschauen musste. Nun war das Buch bei mir und ich konnte sofort mit dem Lesen beginnen.

Und so befand ich mich mit den Brüdern Mike und Ricky auf einem Trip mit dem Auto ihres Vaters, der sich auf einer Geschäftsreise befand. Dass dieser Ausflug zu einem bizarren Ende kommen würde, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Doch dann taucht unvermittelt eine Polizeistreife auf und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Den Brüdern werden verschiedene Straftaten zur Last gelegt und so steht als Alternative zum Jugendknast nur ein 6-monatiger Aufenthalt in einem Jugendcamp zur Auswahl. 

Auch Kayla lernte ich recht schnell kennen. Getrieben von dem Gedanken, ihrem Freund Tom zu helfen, missachtet sie das von ihren Eltern auferlegte Verbot. Als Konsequenz daraus muss sie ungläubig erleben, was sich ihre Eltern als Bestrafung ausgedacht haben.

Und so finden sich die Jugendlichen aus, meinem Empfinden nach geringen oder sogar keinen, Rechtsbrüchen in einem Erziehungscamp wider. Schnell wird klar, dass die Jugendlichen völlig der Willkür ihrer Aufpasser ausgesetzt sind. Die Regeln werden eng ausgelegt, Strafen sind an der Tagesordnung. Wer die Regeln verletzt, schwebt allerdings noch in einer größeren Gefahr. Denn es kursieren Gerüchte über ein weiteres Lager – Camp 21. Hier kümmert man sich um die wirklich harten Fälle, mit besonderen Methoden.

Rainer Wekwerth fügte seiner Geschichte verschiedene Sichtweisen, die jeweils in dritter Person in Vergangenheitsform dargestellt werden, ein. Der interessante Grundgedanke und Handlungsansatz ließ von Beginn an eine bedrohliche Stimmung aufkommen, die ich bis zum Ende hin fühlte. Auch wenn ich mir bei den Charakteren insgesamt etwas mehr Tiefe und Hintergründe gewünscht hätte, beeinflusste dies meinen Lesefluss nicht. Die Handlungen waren dem Grunde nach zum Großteil nachvollziehbar geschildert. Das Martyrium der Jugendlichen konnte spürbar nahegebracht werden.

Mike ist ein besonnener Charakter, der sich versucht in sein Schicksal zu fügen. Das absolute Gegenteil zu Mike ist sein Bruder Ricky, der eher impulsiv reagiert. Insofern konnte es nicht lange dauern, bis Ricky in große Schwierigkeiten gerät. Die Sorge von Mike um Ricky ist nachvollziehbar groß, als die beiden Brüder getrennt werden. Mike ist zum Handeln gezwungen, wenn er seinem Bruder helfen will. Dass Kayla als Kollateralschaden nun ebenfalls betroffen sein würde, war so nicht geplant. Ihre Stimmung in Richtung Mike ist damit verstehbar, auch wenn ich bei der weiteren Entwicklung zwischen den beiden ein wenig ins Stolpern geriet, weil mir einige Handlungen zwischen den Charakteren dann doch zu schnell verliefen.

Rainer Wekwerth hat mit „Camp 21 – Grenzenlos gefangen“ wiederum eine solide Geschichte geliefert, deren Sog man sich kaum entziehen kann und die mir spannende Lesestunden bescherte. Auch mit dem Ende wählte der Autor sodann einen konsequenten Abschluss, der treffender nicht hätte sein können. Insofern kann ich mich nun absolut lesebefriedigt von „Camp 21“ verabschieden und die Geschichte in guter Erinnerung behalten.

Urteil:
„Camp 21 – Grenzenlos gefangen“ punktet mit einer bedrohlichen Atmosphäre und einer soliden Grundidee, die mir spannende Lesestunden bescherten. Für meine Erlebnisse an der Seite von Kayla und Mike vergebe ich deshalb solide 4 Bücher.

Für alle, die sich in ihren Handlungen nicht einengen lassen, willkürliche Bestrafungen ertragen können und dabei ihre Menschlichkeit nicht verlieren.


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79 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

fantasy, charlie human, apocalypse now now - schatten über cape town, apocalypse now now, südafrika

Apocalypse Now Now - Schatten über Cape Town

Charlie Human , Clara Drechsler , Harald Hellmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 24.11.2016
ISBN 9783596034987
Genre: Fantasy

Rezension:


Zitat:
„Der wahre Albtraum sind ihre schwarzen Augen – Teergruben, in denen man die Leichen geschändeter Nonnen versenkt hat. Sie beobachten uns, als wir näher kommen mit einer Mischung aus Neugier, Lust und Ich-will-euch-das-Mark-aus-den-Knochen-lutschen.“
(S.172)


Inhalt:
Der sechzehnjährige Baxter lebt mit seiner Familie in Cape Town und besucht die Highschool. Seine Gang verkauft Pornos an Mitschüler, der Handel boomt. 

Auch wenn Baxter es sich nicht eingestehen kann, er ist in seine Freundin Esmé verliebt. Als Esmé von einem Serienkiller entführt wird, bricht für Baxter eine Welt zusammen. Er muss eine Entscheidung treffen. 

Und so engagiert Baxter den Kopfgeldjäger Jackie Ronin. Gemeinsam gehen sie auf die Suche nach Esmé. Doch der Blick, den Baxter nun hinter die Kulissen von Cape Town werfen kann, sprengt sein gesamtes Weltbild. Es wimmelt hinter der Fassade förmlich von paranormalen Figuren. Und nicht nur einmal muss Baxter nun um sein Leben fürchten. Baxter nimmt die Gefahr in Kauf.

Meinung:
„Apokalypse now now“ ist mir das erste Mal auf der Buchmesse in Frankfurt begegnet und hat mich direkt angesprochen. Neugierig auf die Geschichte geworden, freute ich mich nun, als das Buch endlich bei mir angekommen war. Und schon konnte ich mich in die Schatten über Cape Town stürzen.

Bereits auf den ersten Seiten wurde ich mit einem sehr offenen und direkten Schreibstil konfrontiert, der mich förmlich in die Geschichte katapultierte. Ich lernte den Protagonisten und natürlich sein Geschäftsmodell kennen, wurde über die Eckpunkte zu Baxters Leben informiert. Ich traf hier definitiv nicht auf einen normalen Sechzehnjährigen, vielmehr stellte sich recht früh heraus, dass Baxter Anflüge einer multiplen Persönlichkeit in sich trug. Einerseits ein auf möglichst hohen Profit bedachter Geschäftsmann mit narzisstischen Zügen, andererseits kommt ab und an doch eine emotionale Komponente zum Vorschein.

Der Anfang der Geschichte war für mich aufgrund der vorliegenden Informationen und der Handlungsdarstellungen nicht ganz so leicht zu bewältigen und ich benötigte etwas Eingewöhnungszeit. Doch nachdem der Kopfgeldjäger Jackie Ronin in Erscheinung getreten war, gewann die Geschichte dann enorm an Tempo und ich raste durch die Seiten. Der Autor lässt seine Charaktere offen und direkt handeln und erzählen, nichts wird umschrieben. So stieß ich auf jede Menge Dialoge, die vor Zynismus und Sarkasmus nur so strotzten, Vergleichen, die aus dem wahren Leben gegriffen wurden, und eine zusehends spannender werdende Handlung. 

Charlie Human setzt den Blickwinkel für seine Geschichte vorrangig auf die Perspektive von Baxter in Ich-Perspektive und Gegenwartsform. Doch auch andere Charaktere kommen erzählend immer wieder in den Vordergrund. Die eingebauten journalistischen Ausführungen rundeten die Geschichte außerdem perfekt ab. Immer besser fand ich mich in dem Schreibstil des Autors zurecht und konnte mich vollends auf die Handlungen und Geschehnisse konzentrieren.

Unbestritten muss ich sagen, dass Baxter, nachdem mich anfangs lediglich eine unterkühlte Sympathie mit ihm verband, im Lauf der Geschichte eine enorme Entwicklung zeigte und mich so immer mehr auf seine Seite ziehen konnte. Irgendwann entdeckt er sein Selbst und das, was ihn ausmacht, zu erkennen und zu akzeptieren. 
Der Charakter von Ronin hat mir vom ersten Moment an gefallen. Ronin ist ein Kopfgeldjäger, wie man ihn sich immer vorstellt. Waffenverliebt mit markigen Sprüchen, außen eine harte Schale. Und doch schlummert mehr in ihm, als man auf den ersten Blick erkennt.

Beim Lesen hatte ich ein ums andere Mal immer wieder den Filmklassiker „From Dusk till Down“ vor Augen. Die Entwicklungen in „Apokalypse now now“ wirkten ähnlich überspitzt und herrlich überzeichnet dargestellt, genau, wie ich es mir für so eine Geschichte gewünscht habe. Ich wurde mit paranormalen Wesen als auch mit alten südafrikanischen Sagen konfrontiert, die in dieser Geschichte einen guten Mix für einen tollen Lesegenuss erzeugten. Es war wirklich ein Erlebnis, gemeinsam mit Baxter den Geheimnissen von Cape Town auf die Spur zu kommen. 

Gewarnt seien allerdings alle zartbesaiteten Leserinnen und Leser. In manchen Szenen tropft das Blut förmlich aus den Buchseiten und manche Handlungen strotzen nur so vor immenser Gewalt und exzessiver Brutalität. Auch vor direkten sexistischen Beschreibungen und Gossenslang sollte man keine Berührungsängste haben, weil die Geschichte letztendlich davon lebt.

Mit dem Ende der Geschichte verschaffte mir der Autor, nachdem er auf den vorangehenden Seiten nochmal alle Register spannungserzeugender Effekte gezogen hatte, einen wirklich befriedigenden Abschluss. „Apokalypse now now“ kann ich somit nun erstmal zur Seite legen, freue mich aber schon richtig auf die Fortsetzung.

Urteil:
„Apokalypse now now – Schatten über Cape Town“ ist alles andere als eine 08/15-Geschichte, setzt auf einen ungewöhnlichen Protagonisten und eine spannende, teilweise grotesk wirkende Handlung, die überspitzter kaum dargestellt werden könnte. Tarantino hätte sicher seine Freude an einer Verfilmung. Für meine paranormalen und blutgetränkten Erlebnisse hinter den Fassaden von Cape Town vergebe ich eindeutige 4 Bücher.

Für alle, die sich von blutigen Szenerien nicht beeindrucken lassen, dabei paranormale Entwicklungen akzeptieren und auch in gefährlichen Situationen wortwörtlich nicht den Kopf verlieren.

Reihe:
1. Apokalypse now now – Schatten über Cape Town
2. Apokalypse now now – Showdown in Cape Town

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181 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

geister, london, fantasy, lockwood, jonathan stroud

Lockwood & Co. - Das Flammende Phantom

Jonathan Stroud , Katharina Orgaß , Gerald Jung
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei cbj, 28.11.2016
ISBN 9783570159644
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Seit ihrer Kündigung bei Lockwood & Co. schlägt sich Lucy als freie Agentin durch und lernt so die verschiedensten Agenturen kennen. Doch immer wieder kehrt sie in Gedanken zu Lockwood & Co. Denn der einzige "Freund", der ihr noch geblieben ist, ist "Schädel", der Typ 3 Geist im Glas. Mit ihm an der Seite/im Rucksack geht sie einige Wagnisse ein, um ihre Aufträge erfolgreich abzuschließen.
Ihrem großartigen Talent ist es zuzuschreiben, dass sie von Lockwood als freie Mitarbeiterin bei einem wichtigen Auftrag hinzugezogen wird.
Während sie einer Artefakt-Verschwörung auf die Schliche kommt, bei dem sogar "Schädel" abhanden kommt, gibt es nur einen Ausweg für Lucy: Sie sucht Unterschlupf bei Lockwood & Co und gemeinsam stolpern sie in den bisher größten Fall der Agentur.

Meinung:
Ich mochte die Vorgänger und habe die Fortschritte der Agentur "Lockwood & Co" immer gerne verfolgt. Das neueste Abenteuer jedoch hat mich begeistert wie nie zuvor.

Erneut wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Lucy erzählt, die seit ihrem Weggang (nach der Prophezeiung, sie würde eines Tages für Lockwoods Tod verantwortlich sein) von Lockwood & Co ein eigentlich bemitleidenswertes Leben führt, so ganz allein und sich immer mehr selbst vernachlässigend. 
Glücklicherweise steht ihr in ihrem Alleinsein der Schädel im Glas zur Seite, der sowieso die ganze Geschichte mit seinem großartigen sarkastischen Humor aufwertet. Während die Geschichte immer mehr an Fahrt aufnimmt und Lucy einer Verschwörung auf die Schliche kommt, findet die ehemalige Belegschaft von "Lockwood & Co" wieder zusammen und wird sogar noch um einen Neuzugang erweitert.

Weitere Geheimnisse um die Vergangenheit von Lockwood und dem "Problem" werden gelüftet, Jonathan Stroud streut immer wieder neue Details ein, die neugierig auf mehr machen, ehe das Hauptthema des vierten Bandes überhaupt aufgegriffen wird. Von da an geht es Schlag auf Schlag. Auch wenn alles etwas vorhersehbar war, verlor sich die Spannung zu keinem Moment, im Gegenteil. Jonathan Stroud packte immer noch eins drauf und so konnte ich nicht anders, als durch das Buch zu rasen.

Natürlich geht alles nach dem Showdown wie gewohnt aus, aber das Danach lässt mich wie nie zuvor auf die Fortsetzung hinfiebern: denn es gibt noch viel mehr zu erfahren.

Urteil:
Der vierte Band der Jungagentur "Lockwood & Co" konnte mich begeistern wie kein anderer. Spannung, humorvolle und sarkastische Dialoge und eine gelungene Weiterentwicklung des Weltenentwurfs und der Figuren machen "Das flammende Phantom" zu einem absoluten Highlight. Eindeutige 5 Bücher.

Reihe:
1. Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe
2. Lockwood & Co. – Der wispernde Schädel
3. Lockwood & Co. – Die raunende Maske
4. Lockwood & Co. – Das flammende Phantom

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Pala. Verlorene Welt: Band 3

Marcel van Driel
E-Buch Text: 336 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 14.10.2016
ISBN 9783864180392
Genre: Sonstiges

Rezension:


Zitat:
„Sie versuchte, die blinde Panik zu unterdrücken, die wellenartig über sie hereinbrach, als wäre das Leben ein Meer, in dem sie zu ertrinken drohte.“
(S.251)

Inhalt:
Olina und Justin sind aufgeflogen. Sie werden gefangen genommen und verhört. Doch mit Hilfe ihrer perfekten Kampfausbildung gelingt es Ihnen zu fliehen und sich zu verstecken.

Derweil erhalten Iris und Alex den Auftrag von Mr. Oz, in die Kommandozentrale der Schriever Air Force Base einzudringen und einen Code in das Computersystem zu schleusen, um wichtige Satelliten zu übernehmen. Widerstand ist zwecklos, denn Mr. Oz hat ein mächtiges Druckmittel gegen Iris in der Hand. Weigert sich Iris, ist YunYun unweigerlich dem Tod geweiht.

Der Auftrag ist alles andere als einfach. Iris und Alex haben mit unvorhersehbaren Schwierigkeiten zu kämpfen. Doch eines ist klar. Sie müssen auf jeden Fall Erfolg haben. Denn sonst stirbt Iris‘ Freundin.

Meinung:
Die Vorgängerbände der Pala-Reihe konnten mich nahezu begeistern. Neugierig habe ich nun auf den Abschluss der Trilogie gewartet. Als nun „Pala – Verlorene Welt“ endlich erschienen ist, musste das Buch sofort bei mir einziehen. Und schon konnte ich mich wieder in die Abenteuer an der Seite von Iris stürzen.

Vorweg muss ich dann auch gleich ein Lob aussprechen. Zu Beginn des dritten Bandes erwartete mich nämlich ein kurz zusammengefasster Rückblick auf die ersten beiden Teile der Reihe, der die bisherigen Ereignisse nochmals sehr prägnant vor meine Augen führte.

Auch in „Pala – Verlorene Welt“ erwartete mich wieder der gewohnt flüssige Schreibstil von Marcel van Driel, der mein Lesetempo enorm anheizte. Verschiedene Sichten, erzählt in dritter Person Vergangenheit, brachten mir die Handlung und die Geschehnisse nah. 

Allein die Entwicklung von Iris im Vergleich zum Beginn der Trilogie hat es in sich. Die Fortschritte des Charakters spürt man deutlich, nach wie vor war sie mir eine sympathische Protagonistin. Iris beweist einen starken Willen und lässt sich nicht von ihrem Weg abbringen. Hierzu setzt sie alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel unbeirrt ein. Und nimmt dabei auch Opfer in Kauf.

Im dritten Teil stieß ich wiederum auf die bereits in den Vorgängerteilen enthaltenen amerikanischen Floskeln und Flüche, die aus meiner Sicht nicht unbedingt erforderlich wären, um die Situationen erlebbar zu machen. Im Endeffekt hatte ich mich aber nun daran gewöhnt und so störten mich diese Einbauten nur noch am Rande.

Insgesamt war die Handlung in dem einen oder anderen Fall gewohnt überzeichnet, dies gehört aber auch genauso für mich als Charaktermerkmal zur Pala-Trilogie. Auch wenn einige Fragen meinerseits nach wie vor nicht vollständig beantwortet blieben, konnte ich mich dem Sog der Geschichte in keinem Moment entziehen.

Marcel van Driel zeigt eindrucksvoll die Folgen größenwahnsinnigen Handelns auf, lässt bei der Erzählung der Ereignisse dabei kaum Emotionen durchsickern. Kühl und gnadenlos schreitet die Handlung voran, mit Opfern muss jederzeit gerechnet werden.

Von Beginn an begleitete mich beim Lesen eine entsprechende Grundspannung, die zwischendurch immer wieder angezogen wurde. Weitere Verwicklungen wurden entlarvt, einige Entwicklungen wurden klarer. Zum Ende hin treibt Marcel van Driel den Adrenalinpegel nochmals in den roten Bereich, bevor die Geschichte mit einem sehr zufriedenstellenden Ende ausklingt. In der anschließenden Danksagung führt der Autor zwar aus, dass er vorerst nicht nach Pala zurückkehren wird – mit dem hier gestalteten Ende hat er sich aus meiner Sicht jedoch ein kleines Hintertürchen offengelassen. 

Urteil:
„Pala – Verlorene Welt“ konnte mich mit den enthaltenen Handlungen und Ereignissen wiederum in Atem halten, ließ mich durch seinen unterhaltsamen Schreibstil kaum von den Seiten. Meine Erlebnisse rund um die Machenschaften von Mr. Oz sind mir eindeutige 4 Bücher wert.

Für alle, die an versteckte Kräfte glauben, nicht dem Größenwahn verfallen und denen eine Rettung der Menschheit das oberste Ziel ist.

Reihe:
1. Pala – Das Spiel beginnt
2. Pala – Das Geheimnis der Insel
3. Pala – Verlorene Welt

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262 Bibliotheken, 18 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

fantasy, bücher, traci che, abenteuer, jugendbuch

Das Buch von Kelanna 1: Ein Meer aus Tinte und Gold

Traci Chee , Sylke Hachmeister
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.11.2016
ISBN 9783551583529
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Dies ist ein Buch.“
(S. 52, 53, …) 

Inhalt:
In Kelanna kann niemand lesen, es gibt keine Bücher, niemand weiß, dass es das Wort "Buch" überhaupt gibt.
Doch für den eckigen Gegenstand, den Sefia in ihrem Rucksack hat, sind schon sehr viele gestorben.
Nun ist Sefia allein, verfolgt die Entführer ihrer Tante und lernt nebenbei, wie man liest.
"Dies ist ein Buch" sind die ersten Worte in dem viereckigen Ding, die sie entziffern kann. Und in diesem Buch steht eine ganz besondere Geschichte, die sie auch mit dem gefolterten stummen Jungen teilt, den sie vor Verbrechern gerettet hat und Archer nennt.

Lon hat eine Gabe, mit der er seinen Lebensunterhalt verdient, bis seine Eltern hoffentlich zurückkehren. Er weiß Dinge, die er nicht wissen sollte. So trifft er eines Tages auf einen Mann, der ihm ein Angebot macht. Sie würden gemeinsam Großes vollbringen. Er nimmt Lon mit an einem Ort namens Bibliothek.

Meinung:
Nur sehr selten fiel mir ein Einstieg in eine Welt so schwer wie in die aus "Tinte und Gold".
Schon zu Beginn wird man in eine so fremde Welt geworfen und mit kleinen Informationshäppchen und zu vielen Details abgespeist, die schwer zu erfassen sind. Hinzu kommen die wechselnden Handlungsorte, eigene Handlungsstränge, die später alle zum großen Ganzen gehören, zu Beginn jedoch, insbesondere wenn man nicht am Stück lesen kann, mehr verwirren - und leider auch Langeweile verursachen - als Spannung zu schüren.

Das einzige, das mich diese Durststrecke hat durchhalten lassen, war das Buch selbst. Denn es steckt von Beginn an voller wundervoller Details, die mich neugierig auf mehr - und auf einen späteren Sinn - gemacht haben.
Details wie die geschwärzte Stelle auf Seite 37, Fingerabdrücke unter anderem auf Seite 52, die optisch angepassten Seiten des „Buches im Buch“… All das faszinierte mich ebenfalls wie die teils großgedruckten, handschriftlichen Wörter, oder die ganz besonderen Seitenzahlen, die für sich auch eine Geschichte ergeben.

Als die Handlungsstränge sich dann verflochten, war ich zunächst begeistert über die kreative Idee und den Aufbau der Geschichte, wurde dann in meiner Freude ausgebremst, weil von diesem Moment an doch sehr viel vorhersehbar war. Traci Chee konnte gut umschreiben, offensichtliche Nennungen verhindern, doch ab jenem Moment war tatsächlich alles durchschaubar. Meine Neugierde auf Weiteres trübte sich zwar ein wenig, aber sie war dennoch da. Ich musste einfach wissen, wie es wirklich mit den Figuren weiterging und ob ich Recht hatte. 
Im weiteren Verlauf konnte mich die Autorin dann tatsächlich noch fesseln, die Charaktere waren mir inzwischen bekannt und teils auch ans Herz gewachsen, dass ich mit ihnen etwas mitfiebern konnte, was mir anfangs einfach nicht hatte gelingen wollen, da es nicht gerade wenige sind und sie auch - insbesondere vom ersten Eindruck her - nicht alle wirkliche Sympathieträger sind. Eine wirkliche, echte Bindung konnte ich jedoch zu keiner einzigen Figur entwickeln.

Der Stil der Autorin ist eher literarisch, sie umschreibt mit für meinen Geschmack zu ausgefallenen Vergleichen und so konnte mich die von ihr gewünschte Atmosphäre nicht vollends packen. Auch schwingt zwischen den Zeilen neben der im Buch direkt erwähnten Magie auch kühle Brutalität mit: Blut, Kampf ums Überleben, Tode, die vielleicht durch jene spezielle Atmosphäre schlimmer wirkten als sie waren.

Zwischen all dem gibt es jedoch auch Hoffnung: eine Rettung, eine Freundschaft und vielleicht sogar irgendwann mehr... ich mochte die Momente zwischen Sefia und Archer, dem stummen Jungen, der so Grausames mitgemacht hat. Durch den sehr langsamen Fortgang der Geschichte konnte ich mich an der Entwicklung der beiden entlanghangeln, sie zogen mich mit sich, mit in ihre Geschichte.

Das Ende war dann für einen kurzen Moment doch überraschend. Ob ich wirklich zur Fortsetzung greifen werde, kann ich jedoch noch nicht mit Bestimmtheit sagen.

Urteil:
Traci Chee machte es mir nicht leicht, mich in ihrer Welt zu verlieren. Ich empfehle, sich insbesondere für den Einstieg ins "Meer aus Tinte und Gold" Zeit zu nehmen, einzutauchen und sich von den goldenen Lichtwellen überrollen zu lassen. Für meinen Geschmack jedoch lag der Fokus zu sehr auf der Sprache als auf dem Fortgang der Geschichte. Spannung war für mich kaum vorhanden. Die wundervollen optischen Details im Buch entschädigen jedoch für die zu häufig auftretenden Längen. Drei Bücher für „Das Buch von Kelanna Band 1: Ein Meer aus Tinte und Gold“. 

Reihe:
1. Ein Meer aus Tinte und Gold
2. ? Titel auch im Original noch nicht erschienen
3. ? Titel auch im Original noch nicht erschienen

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tod, anna pfeffer, jugendbuch, schwarzer humor, umzug

Für dich soll's tausend Tode regnen

Anna Pfeffer
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbj, 12.09.2016
ISBN 9783570171554
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Ich sah ihn gelangweilt an. Wenn sein Leben wirklich so beschissen war, war ich gerne bereit, ihm ein paar Selbstmordtipps zu geben – zum Beispiel strangulieren mittels Badetuch.“
(S.25)

Inhalt:
Emi hasst ihr Leben, ständig fühlt sie sich von Leuten genervt. Der Umzug nach Hamburg hat ihre Situation nicht verbessert. Schlimmer noch, sie musste ihr altes Leben zurücklassen und ist nun die Neue in der Schule. Ihre Macke, Todesszenarien für nervige Leute auszudenken, hilft ihr über so manche Situation hinweg. 

Doch als ob das alles noch nicht genug wäre, wird Emi aufgrund eines Zwischenfalls im Chemieunterricht eine Strafarbeit aufgedrückt. Und diese muss sie ausgerechnet mit dem nervigsten Menschen überhaupt erledigen – Erik. Neben ihrem Gute-Laune-Bruder Oliver und der Neuen an der Seite ihres Vaters ist dies für Emi der absolute Supergau. Emi versucht, das Beste aus der Situation herauszuholen und entdeckt plötzlich völlig neue Facetten.

Meinung:
„Für Dich soll´s tausend Tode regnen“ entspringt nun nicht unbedingt dem mir vertrauten Genre, dennoch wurde ich neugierig auf die Geschichte, da viele Leserinnen und Leser sehr begeistert waren. Kurzum wurde das Buch also gekauft und musste auch nicht lange darauf warten, gelesen zu werden. 

Vorab muss erwähnt werden, dass sich hinter dem Pseudonym Anna Pfeffer ein wirklich sehr sympathisches Autorinnen-Duo verbirgt. Ulrike Mayrhofer und Carmen Schmit haben bereits die eine oder andere Geschichte zusammen geschrieben und veröffentlicht. Der Einfachheit halber werde ich hier jedoch auf das Pseudonym zurückgreifen.

Gleich auf den ersten Seiten wurde ich kurzerhand in das Leben von Emi geworfen. Sie hat von Grund auf eine nicht unbedingt positive Einstellung dem Leben gegenüber und zeigt dies auch offen. So einiges läuft ihr gegen den Strich. Vor kurzem ist sie mit ihrem Vater und ihrem Bruder nach Hamburg umgezogen, weil ihr Vater hier eine neue Praxis eröffnet hat. Es fällt Emi nicht leicht, neue Freunde zu finden – dieser Umstand zieht sich aus ihrem alten Leben durch. Und dann gibt es noch die vielen Menschen, von denen sie sich einfach nur genervt fühlt. Sie denkt sich für diese die skurrilsten Todesarten aus; das hilft ihr in vielen Situationen.

Anna Pfeffer lässt die Geschichte aus Emis Ich-Perspektive in Vergangenheitsform erzählen. Viele Dialoge lassen die Geschichte wirklich lebendig und authentisch wirken. Dabei wird mit schwarzem Humor und triefendem Sarkasmus wahrlich nicht gespart. Die Beziehungen der Charaktere untereinander erhalten einen enormen Biss, ich konnte mir den einen oder anderen Lachanfall bei diversen Charakterhandlungen nicht verkneifen. 

Emi war für mich trotz ihrer Grundeinstellung eine sympathische Protagonistin. Man fühlte, dass sie ihren Platz im Leben ganz einfach noch nicht gefunden hatte und auf der Suche nach einem Ziel war. Auch wenn ich die eine oder andere Situation fast zu überspitzt dargestellt fand, verringerte sich mein Lesefluss hierdurch nicht. Die eingebauten Ideen und Umsetzungen ließen mich die kurzweilige Geschichte einfach nur genießen, ich glitt durch die Seiten immer in der Erwartung der folgenden Geschehnisse. Im weiteren Verlauf ließ der Biss in Emis Charakter für mein Empfinden ein wenig nach, eine Entwicklung der Persönlichkeit war hierbei dennoch deutlich zu bemerken.

Das von Anna Pfeffer gewählte Ende der Geschichte war für mich nicht wirklich überraschend, dennoch kann man eindeutig von einem folgerichtigen Abschluss sprechen, der mir einen befriedigenden Ausklang bot.

Zusätzlich hinweisen möchte ich auf die Optik des Buches. Das wirklich schöne Cover und der farblich gestaltete Buchschnitt sind definitiv richtige Hingucker. Gemischt mit einem abwechslungsreichen Inhalt, der mir amüsant schöne Lesestunden bescherte, kann ich mich nun von der Geschichte verabschieden und freue mich auf weitere Ideen aus dem Hause Anna Pfeffer.

Urteil:
„Für Dich soll´s tausend Tode regnen“ punktet mit jeder Menge schwarzem Humor gemischt mit sarkastisch witzigen Dialogen, die in gut umgesetzte Handlungen integriert wurden. Für meine kurzweilige Lektüre für „Zwischendurch“ vergebe ich an dieser Stelle deshalb sehr gute 4 Bücher. 

Für alle, die noch auf der Suche nach einem Ziel sind, augenzwinkernden schwarzen Humor dabei genießen können und ihren Prinzipien treu bleiben.


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360 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 55 Rezensionen

hexen, fantasy, liebe, magie, kampf

Everflame - Verräterliebe

Josephine Angelini
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Dressler, 24.10.2016
ISBN 9783791526324
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Lily und ihr Zirkel konnten nur mit Verlust dem Schwarm entkommen und finden sich vor den Toren einer Stadt wieder, von deren Existenz niemand gewusst hat. Im ersten Moment scheint diese Stadt im Westen des Kontinents das wahre Paradies, wenn auch mit strengen Regeln, die der Schwarm von Bienenwirkern durchsetzt.

Doch als Lily und ihre Freunde nach und nach hinter das Geheimnis dieser nach außen hin so harmonisch wirkenden Stadt kommen, wird klar, wer der wirkliche Feind ist.

Meinung:
Erneut ist eine lange Zeit vergangen, bis ich nun zum finalen Band der Everflame-Reihe greifen konnte. Und ein weiteres Mal spart die Autorin an Rückblicken und Erinnerungsstützen, was mir den Einstieg sehr erschwert hat.
So brauchte es doch einige Seiten, bis ich mich wieder mit der Vielzahl an Charakteren und deren Verbindungen und Bündnissen arrangiert hatte, während ich mich einem neuen Szenario gegenübersah:

Bower City ist für die Welt, in der Magie wirklich existiert und stetig Kämpfe und Kriege toben, ein wahres Paradies. Niemand ist krank, alle sind jung, es gibt genügend Nahrung, regen Handel mit anderen Ländern und nur ein Verbot: Das Vereinnahmen von Helfern ist Hexen untersagt.
Mit jedem Kapitel stieg ich an der Seite von Lily und ihrem Zirkel hinter das grausame Geheimnis der Stadt und damit sogar der gesamten Reihe. Diese Wendungen haben mich sehr positiv überrascht und überzeugt, wie das große Ganze zusammenhängt. Dennoch hatte ich während des Lesens immer wieder mit Längen zu kämpfen, die meinen Lesespaß etwas eintrübten. An anderen Stellen hätte ich mir mehr Details gewünscht, mehr Emotionen, die dann jedoch nicht kamen.

Nichtsdestotrotz zog die Geschichte dank des leichtgängigen Stils schnell an mir vorüber, etliche Szenarien und Perspektivenwechsel sorgten für einen guten Rundumblick, lieferten letzte Erklärungen, um den jeweiligen Handlungsstrang spätestens zum Ende hin abzuschließen. Die Spannung hielt sich nahezu konstant auf mittlerem Niveau. Spannungsspitzen wurden sehr schnell abgehandelt, weil Pläne nur selten scheiterten. Lediglich zum Ende hin war es mir unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Hier waren die Gefahr und der drohende Untergang zu präsent, als dass ich mir auch nur eine kurze Pause erlauben würde, ehe Josephine Angelini ihre Reihe zufriedenstellend abschloss.

Urteil:
Mit „Verräterliebe“ hat Josephine Angelini einen soliden Abschluss ihrer „Everflame“-Trilogie erschaffen. Trotz kleiner Längen und dem für mich schwierigen Wiedereinstieg fühlte ich mich sehr gut unterhalten und konnte die Klärung der letzten offenen Fragen und den „Endkampf“ genießen. 4 Bücher für Lily und ihren Zirkel.

Reihe:
1. Everflame – Feuerprobe
2. Everflame – Tränenpfad
3. Everflame - Verräterliebe

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132 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

oetinger, endzeit, endgame, schlechter schreibstil, brutal

Endgame. Die Entscheidung

James Frey
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 14.11.2016
ISBN 9783789104046
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Meinung:
Endlich hielt ich ihn in meinen Händen: Den finalen Band der Reihe, die ich aufgrund der Eröffnungstour damals schon vor der Veröffentlichung begleitet habe. Natürlich war ich trotz des etwas schwächeren zweiten Bands neugierig auf das Ende und „Die Entscheidung“.

Trotz langer Pause gelang mir der Wiedereinstieg in die Welt von „Endgame“ recht schnell. 
Was sofort auffällt sind die Perspektiven aus der Sicht von Kepler22b, dem „Schöpfer“, der dem ganzen Buch einen Hauch Sci-Fi verleiht und der mir bis zum Ende hin einfach nur suspekt war.
Ansonsten dreht sich in diesem Finale alles um die Suche nach dem letzten Schlüssel, der Endgame beenden wird. Zumindest für einige der Spieler. Die anderen wollen Endgame nicht gewinnen, nicht für ihr Geschlecht siegen, sondern wollen die Erde retten und Endgame für immer beenden, die Vorbereitungen der Geschlechter, einfach alles. Im Zuge dessen werden ganz neue Bündnisse geknüpft, die zu Beginn nicht allen Teilnehmern gefallen. 
Dieser Unmut löst sich jedoch schnell in Wohlgefallen auf – wie so einiges in diesem Abschlussband sehr konstruiert wirkt. Deus ex machina in höchster Form. So finden die zusammengeschlossenen Spieler nicht nur die bereits in Band 2 erwähnte Waffe gegen die Schöpfer, sondern bekommen Hilfe von außen, an die in den Vorgängerbänden nicht einmal zu denken gewesen wäre, was mein Gefallen an der eigentlich so gut durchdachten und komplexen Welt deutlich schmälerte. Des Weiteren gab es einige Wendungen, an denen ich aneckte, weil sie für die Handlung selbst nicht notwendig waren und eher „unnötiges“ Blut fließen ließen.
Abgesehen von diesen Unstimmigkeiten jedoch war das Finale spannend, actionreich und ohne jegliche Längen. Die eingefügten Rätsel störten den Lesefluss kaum, sie waren noch besser in den flüssigen Stil des Autors eingefügt.
Die Spannung steigerte sich insbesondere gegen Mitte des Buches schon deutlich und zum Ende hin fieberte ich regelrecht mit „meinen“ Spielern.
Der Showdown selbst ging dann doch recht schnell vonstatten. Die oben bereits erwähnte „Hilfe“ ließ die angestaute Energie nicht wirklich explodieren, sondern eher verpuffen, was schade für diese doch außergewöhnliche Trilogie war. 
Der kleine Ausblick auf die Zeit nach Endgame war für mich leider dann auch nicht mehr richtig greifbar.

Urteil:
Rückblickend betrachtet konnte mich „Endgame – Die Entscheidung“ definitiv mehr fesseln als Band 2, denn die vielen ereignislosen Passagen sind Spannung und Action gewichen. Leider gab es im Handlungsverlauf zu viele „Eingriffe von außen“ und mehr als eine Szene, die unlogisch war, was meinen Lesegenuss genauso schmälerte wie die am Ende für mich noch offenen Fragen. Sehr gute 3 Bücher für „Endgame – Die Entscheidung“.

Reihe:
1. Endgame – Die Auserwählten
2. Endgame – Die Hoffnung
3. Endgame – Die Entscheidung

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

rezension, omni, science fiction, andreas brandhorst

Omni

Andreas Brandhorst
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492703598
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Zitat:
„Breite ockerfarbene Wolkenbänder erschienen und zwischen ihnen der brodelnde rotbraune Wirbel eines Sturmgebiets, groß wie ein Planet. Der Orbitalspringer stürzte in die endlosen Wolkenmeere des Gasriesen Caledonia.“
(S.190)

Inhalt:
Forrester und seine Tochter Isdina-Iaschu, genannt Zinnober, verstecken sich erfolgreich seit Jahren vor dem Zorn des Duke von Javaid. Forrester handelte damals im Auftrag der Agentur, einer mächtigen Organisation. Die Flucht war anschließend der letzte Ausweg. Auch der Agentur geht Forrester seitdem aus dem Weg.

Doch nun wurden Vater und Tochter von der Agentur aufgespürt. Forrester soll einen letzten Auftrag ausführen. Seine Aufgabe lautet, den Zehntausendjährigen Aurelius, der im Auftrag von Omni – einem Zusammenschluss von Superzivilisationen - zu einem Artefakt unterwegs ist, zu finden und zu entführen. Aber der Auftrag gerät zunehmend außer Kontrolle. Aus Jägern werden Gejagte, und die Interessen mächtiger Hintermänner bedrohen den interstellaren Frieden.

Meinung:
Es ist noch gar nicht so lange her, dass ich „Das Schiff“ von Andreas Brandhorst gelesen hatte. Die Ideen und der Stil des Autors haben mir dabei wirklich gut gefallen. Als nun zufällig das neue Buch „Omni“ von Andreas Brandhorst zu mir gefunden hatte war klar, dass ich die Geschichte auf jeden Fall lesen werde. Und so stürzte ich mich in ein weiteres Abenteuer in den unendlichen Weiten des Weltalls.

Der Klappentaxt hörte sich für mich schon sehr interessant an, und so war ich neugierig, was mich in „Omni“ erwarten würde. Schon nach wenigen Seiten fand ich mich dann auch gut integriert in der Handlung wieder. Ich traf auf Forrester, der vormals in den Diensten der Agentur stand, und auf seine Tochter Isdina-Iaschu, die von ihrem Vater jedoch ausschließlich Zinnober genannt wird. Nach der Flucht von Javaid leben die beiden seit Jahren gut versteckt auf einem weit entfernten und fast unbekannten Planeten völlig allein. Bis ihre Ruhe gestört wird und die Agentur einen letzten Auftrag von Forrester fordert.

Natürlich benötigte ich ein wenig Zeit, um mich in die von Andreas Brandhorst entwickelte Welt hineinzudenken und den Geschehnissen auf die Spur zu kommen. Ein Glossar im hinteren Teil des Buches konnte mich dabei gelegentlich unterstützen. Die in dritter Person Vergangenheit und aus verschiedenen Sichten erzählte Geschichte nahm mehr und mehr einen kontinuierlichen Fortgang und entwickelte dabei stetig eine Neugier auf die weiteren Handlungen.

Die Geschichte selbst nimmt dabei jederzeit einen etwas ruhigeren Verlauf, selbst gesetzte Spannungsbögen enden jeweils etwas unspektakulär, ohne dabei Langeweile aufkommen zu lassen. Eine kleine Straffung der Ereignisse könnte das Tempo aus meiner Sicht womöglich steigern und aufkommende kleine Längen vermeiden, dies war für mich jedoch kein Muss und ich konnte mich auf den Stil des Autors wiederum gut einstellen. Auf jeden Fall werden die Handlungsstränge intelligent und authentisch vorangeführt, ein Sci-Fi-Feeling begleitete mich von Beginn bis zum Ende.

In „Omni“ entwickelt Andreas Brandhorst wiederum eine Welt – oder besser gesagt Welten – die gut durchdacht sind und einen besonderen Reiz mit ihren Eigenarten ausüben. Hierbei ist abstraktes Vorstellungsvermögen an der einen oder anderen Stelle sicherlich von großem Vorteil. 

Auch seine Charaktere stattet der Autor mit unverkennbaren Eigenschaften aus, die entsprechende Sympathien und Antipathien auslösen können. Sicherlich hätte man in dem einen oder anderen Fall noch ein wenig mehr Tiefe in so manchen Charakter einbringen können, für die Erzählung der Handlung empfand ich die Darstellung dennoch als ausreichend und vorstellbar. Besonders gelungen fand ich in „Omni“ den Charakter Zinnober. Die Tochter von Forrester ist durch ihren Vater halb menschlicher Herkunft, besticht durch gut durchdachtes Handeln und ihre Zielstrebigkeit. 

Andreas Brandhorst gelingt es, seiner Geschichte mit einfachen Mitteln eine Komplexität zu verleihen, die dennoch nie ausufernd wirkt und Verläufe und Handlungen dabei nachvollziehbar wirken lässt. Vielmehr faszinierte mich die Ideenvielfalt des Autors, die gradlinig und vorstellbar in die Geschichte eingebettet wurde.

Nach einer Vielzahl intergalaktischer Gefahren und zu überwindenden Hürden beschließt Andreas Brandhorst seine Geschichte mit einem nachvollziehbaren und annehmbaren Ende, mit dem ich absolut gut leben kann. Auch nach „Omni“ kann ich bedenkenlos sagen, dass dies mit Sicherheit nicht das letzte Buch des Autors für mich gewesen sein wird.

Urteil:
„Omni“ von Andreas Brandhorst bietet einmal mehr Science-Fiction-Erlebnisse in Reinkultur und lässt die Unendlichkeiten des Universums förmlich unter der Haut spüren. Meine intergalaktischen Lesestunden sind mir definitive 4 Bücher wert.

Für alle, die sich vor weit entfernten Galaxien nicht fürchten, Gefahren als Ansporn sehen und ihre Prinzipien dabei nicht außer Acht lassen. Alle Liebhaber des Genres werden an „Omni“ nicht vorbeikommen.


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84 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

lustig, griechische mythologie, mythologie, griechen, percy jackson

Percy Jackson erzählt: Griechische Heldensagen

Rick Riordan , Gabriele Haefs
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 20.10.2016
ISBN 9783551556714
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Nach Percy Jacksons ‚privaten‘ Einblick in die Welt der griechischen Götter kommen nun die griechischen Heldensagen dran: Perseus, Psyche, Phaeton, Otrera, Dädalus, Theseus, Atalante, Bellerophon, Kyrene, Orpheus, Herkules und Jason.

Meinung:
Nachdem ich mit absoluter Begeisterung „Percy Jackson erzählt griechische Göttersagen“ gelesen habe, musste ich natürlich auch zu den Heldensagen greifen und habe es keinesfalls bereut.

Im Gegensatz zu den Göttern, die den meisten doch relativ bekannt sein dürften (allein denjenigen, die Rick Riordans Bücher gelesen haben), gibt es bei den griechischen Helden doch wenige, von denen man alles weiß oder die gesamte Geschichte kennt (beispielsweise Herkules‘ Geburtsnamen!). Vielleicht kennt man den einen oder anderen Namen nicht einmal, der im Inhaltsverzeichnis auftaucht.

So ging es selbst mir, die doch sehr viel mit den Göttern zu tun hat und ihre Geschichten wirklich liebt und ständig für eigene Storys „missbraucht“.

Erster Pluspunkt für Riordan war, dass er nicht nur die 08/15-Helden wie Herkules, die wirklich jeder kennt, in dieses Buch gepackt hat. Nein, er erwähnt auch weniger offizielle ‚Heldinnen‘ wie Psyche, die aufgrund ihrer Liebe zu Amor ganz schön unter göttlichem Einfluss zu leiden hatte, oder Otrera, die die Amazonen gegründet hat.

Erneut sind die Erzählungen gespickt mit dem für Percy Jackson typischen Humor und den zahlreichen Vergleichen mit der heutigen Zeit, um der Zielgruppe das von den Helden Erlebte näherzubringen. Auch die Worte, die Percy Göttern wie Helden oder gar den Orakeln in den Mund legt, sind doch sehr modern interpretiert und teils zum laut Loslachen.

Trotz allem Humor und der flüssigen Erzählweise sind die Namen (über die Percy fleißig lästert) und all die Handlungen dennoch sehr komplex. Man kann „Percy Jackson erzählt griechische Heldensagen“ als reine Unterhaltung lesen, über die Namen und die Zusammenhänge nicht genau nachdenken. Man kann jedoch auch konzentrierter lesen und so geballtes Wissen, das zusammenhängend erzählt wird, mitnehmen, wie es bisher keines der von mir gelesenen Mythologie-Bücher geschafft hat.

Urteil:
„Percy Jackson erzählt griechische Heldensagen“ ist beinahe genauso amüsant erzählt wie sein Vorgänger, dennoch aufgrund der Thematik um ein Vielfaches komplexer. Rick Riordan fasst die Erlebnisse bekannter und weniger bekannter „Helden und Heldinnen“ grandios zusammen und bringt durch Percys Erzählton und Vergleiche einen Hauch von Moderne in die Geschichten. Dieses Buch sollte eigentlich Unterrichtsstoff sein, denn so humorvoll und dennoch faktenreich erzählt habe ich die Heldengeschichten noch nirgendwo gelesen. Verdiente 5 Bücher.

Die Reihe:
1. Percy Jackson erzählt griechische Göttersagen
2. Percy Jackson erzählt griechische Heldensagen


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31 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

rezension, endzeit, dystopie, wasserknappheit, thriller

Water - Der Kampf beginnt

Paolo Bacigalupi , Wolfgang Müller
Fester Einband: 430 Seiten
Erschienen bei Blessing, 21.03.2016
ISBN 9783896675309
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Zitat:
„Der Sturm wurde stärker. Der Tag wurde zur Nacht. Sand und Kies schlugen gegen die bebenden Scheiben. Die Menschen unterhielten sich nur noch mit gedämpfter Stimme, fahrig, niedergedrückt von den tobenden Elementen.“
(S.113)

Inhalt:
Das Wasser im Südwesten der USA geht zur Neige. Der Kampf um die schwindende Ressource spitzt sich immer mehr zu. Wer die Rechte am Wasser hat, überlebt.

Jedes Mittel zur Erlangung der Wasserrechte wird in Kauf genommen. Menschenleben sind dabei nicht viel wert. Auch Angel Velasquez kämpft in diesem erbitterten Krieg. Er wird in die sterbende Stadt Phoenix gesandt, um die Interessen seines Arbeitgebers zu sichern. Hier trifft er auf Lucy Monroe, eine talentierten Journalistin. Gemeinsam sind sie einer Fährte auf der Spur. Denn ein Bekannter von Lucy wurde Opfer eines schrecklichen Verbrechens. Was war der Hintergrund dafür? Doch plötzlich werden sie selbst zur Zielscheibe. Ihr Leben ist in großer Gefahr.

Meinung:
„Water – Der Kampf beginnt“ war mein erstes Buch von Paolo Bacigalupi. Der Klappentext versprach eine spannende Geschichte, der Kampf um Ressourcen ist immer eine gute Grundlage für interessante Unterhaltung. Also konnte ich nun voller Neugier starten.

Nach den ersten Seiten musste ich dann jedoch feststellen, dass es mir etwas schwerfiel in die Geschichte zu finden. Ich sah mich konfrontiert mit mir unbekannten Begrifflichkeiten und spanischen Phrasen, denen ich nicht durchgehend gleich eine Bedeutung zuordnen konnte. Dennoch hoffte ich, jeweils das Richtige interpretiert zu haben und las weiter.

Ich traf in „Water – Der Kampf beginnt“ auf drei verschiedene Erzählsichten, die jeweils in dritter Person Vergangenheit dargestellt wurden. Hierdurch musste ich mich erst einmal an unterschiedliche Sichtweisen und Absichten der Charaktere gewöhnen, was nicht immer unbedingt leicht war. Doch irgendwann hatte ich einen gewissen Überblick erzielt, so dass ich mich fortan ausschließlich auf den Fortgang der Handlung konzentrieren konnte.

Der Schreibstil von Paolo Bacigalupi ist grundsätzlich gut lesbar. Für meinen Geschmack wurden aber auch immer wieder Stellen eingebaut, die das Augenmerk auf Nebensächlichkeiten lenkten und diese zu ausführlich beschrieben. Nichtsdestotrotz glänzte die Geschichte dennoch ein ums andere Mal mit gut konstruierten Handlungen und Spannungseffekten. Auch wenn Spannungshöhepunkte oftmals recht schnell und etwas zu gewollt wirkend aufgelöst wurden, entwickelte sich hierdurch Zug um Zug eine Anziehung, die mich zu fesseln begann.

Hatte ich anfangs noch etwas Schwierigkeiten mit den unterschiedlichen Charakteren, lösten sich diese zusehends auf. Eine besondere Tiefe wurde den handelnden Personen nicht verliehen, dennoch wurde ein gewisser Grad an Authentizität erreicht. Auch Veränderungen in Sichtweisen, und damit ein Voranschreiten der Handlung, konnte ich bemerken. 

Die Geschichte von Paolo Bacigalupi ist zeitweise sicherlich nicht für schwache Nerven geeignet. Dies trifft vor allem dann zu, wenn Brutalität und Gewalt die Oberhand gewinnen und so gewisse Bilder im Kopf entstehen lassen. 

„Water – Der Kampf beginnt“ beschreibt die Vorstufe zu einer dystopischen Entwicklung, eine gewisse bekannte Grundordnung ist noch immer gegeben. Die Thrillerelemente überwiegen wie angekündigt eindeutig, so dass ich hier keine Überraschung erlebte. 
Eindrucksvoll beschreibt der Autor, welche Entwicklungen vorstellbar sind, wenn Ressourcen knapp und knapper werden, welche Wege sich sodann plötzlich auftun, diese schwindenden Ressourcen für bestimmte Bevölkerungsteile zu beanspruchen. Denn nur so kann das Überleben gesichert werden. Allein am hier gewählten Beispiel Wasser – für uns heutzutage eine nicht wegzudenkende Annehmlichkeit – konnte gut dargestellt werden, wozu die Menschheit plötzlich fähig wird. 

Paolo Bacigalupi führt seine Geschichte nach einer temposteigernden Entwicklung zum Ende hin zu einem für mich befriedigendem Ausklang. Auch wenn „Water – Der Kampf beginnt“ meine erste Geschichte des Autors war, werde ich mir seine anderen Werke garantiert noch näher anschauen.

Urteil:
„Water – Der Kampf beginnt“ beschreibt real denkbare Entwicklungen nach einer Verknappung von Ressourcen und zeigt die damit einhergehenden Gefahren nachvollziehbar auf. Für meine Lesestunden im vertrocknenden Südwesten der USA vergebe ich 3 Bücher.

Für alle, die sich dem Kampf um das tägliche Überleben stellen können, Ungerechtigkeiten zähneknirschend über sich ergehen lassen und die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.


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Die Weihnachtsmann-Verschwörung

Christian Tielmann
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Rubikon Audioverlag, 18.10.2016
ISBN B01M9CNRSJ
Genre: Sonstiges

Rezension:


Inhalt:
Am ersten Dezember plumpst den Geschwistern Slalom und Lykke ein Mann vor die Füße. Und er sieht dem Weihnachtsmann nicht nur erschreckend ähnlich, sondern benimmt sich auch noch recht seltsam.
Die kleine Lykke ist schnell überzeugt, dass es sich bei dem Amnesie-Patienten nur um den echten Weihnachtsmann handeln kann und der muss sich bis Weihnachten einfach an alles erinnern. Oder?

Meinung:
Die Inhaltsangabe zum Buch klang nach einem unterhaltsamen Spaß für die Vorweihnachtszeit und so mussten wir es einfach hören. Theoretisch ist die Geschichte in 24 Kapitel unterteilt, damit man sie wie einen Adventskalender hören kann, aber das halten wir sowieso nie durch und hören lieber am Stück.

Gleich zu Beginn werden alle wichtigen Figuren eingeführt: Slalom, seine kleine Schwester Lykke und die Hauptperson: Der Mann, der sich Claus Santa nennt und irgendwie so gar nichts mehr weiß. Stück für Stück kommen neben den Eltern der Geschwister, einem Ärzteehepaar, auch die Kinder der Wahrheit ein wenig näher und stoßen auf ungeheuerliche Tatsachen: Dass jemand den Weihnachtsmann mit Absicht vom Schlitten geschubst haben muss. Nur wie und warum? Das gilt es in den restlichen Dezembertagen bis Weihnachten dringend herauszufinden.

Uta Dänekamps Stimme passt perfekt zu den jungen Protagonisten Slalom und Lykke, deren Geschichte aus der Sicht eines Erzählers geschildert wird. Mark Bremer spricht die männlichen Parts der Dialoge, haucht dem Weihnachtsmann und Knecht Ruprecht authentisch Leben ein, sodass wir gebannt lauschten.

Die Charaktere sind allesamt gelungen und für eine Kindergeschichte ausreichend tiefgründig. Es gibt Geschwisterstreits, ein paar Einblicke in Freundschaften und Schule und (wenn auch etwas außergewöhnliche) Probleme.

Wo mein 6-Jähriger das Hörbuch für „toll“ befunden und „keine Kritik“ hatte, hakte es bei mir ab und zu an der Geschichte selbst und der „Vermischung“ von Nikolaus, Weihnachtsmann, Knecht Ruprecht, Wichteln und Co. In der heutigen Zeit ist es schwierig, die überall präsenten weihnachtlichen Einflüsse zu sortieren und bei den Kindern dafür zu sorgen, dass sie wissen, wer wohin gehört und woher er stammt. Die Interpretation in der Weihnachstmannverschwörung war mir persönlich etwas zu viel in eine Story gepackt.

Lässt man die Tatsache außer Acht und denkt nicht weiter darüber nach, bekommt man einen Kinderkrimi mit vielen Hinweisen, falschen Fährten und immer neuen Möglichkeiten, die es kaum erlauben, zwischendurch Pause zu drücken. Schließlich steht Weihnachten auf dem Spiel. Ein Fest, das von seiner ganz besonderen Atmosphäre „lebt“, für die Autor Christian Tielmann natürlich auch einen Grund nennt.

Selbstverständlich endet am 24. Dezember alles gut und wir alle können beruhigt Weihnachten feiern.

Urteil:
Christian Tielmanns „Die Weihnachtsmannverschwörung“ bringt Spannung in die Vorweihnachtszeit. Der Kinderkrimi in 24 Kapiteln macht es einem kaum möglich, die CD abzuschalten und sie als Hör-Adventskalender zu nutzen. Trotz (für mich als Erwachsene) kleiner Mängel macht die von Ute Dänekamp und Mark Bremer gelesene Geschichte Spaß und wirft einen neuen Blick auf den „Sinn“ von Weihnachten. Mängel, die unser 6-Jähriger als nichtig abtut. Daher sehr sehr gute 4 Bücher für Slalom, Lykke und Santa.


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