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(219)

412 Bibliotheken, 25 Leser, 0 Gruppen, 81 Rezensionen

erin watt, paper prince, intrigen, ella, familie

Paper Prince

Erin Watt , Ulrike Brauns
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 03.04.2017
ISBN 9783492060721
Genre: Erotische Literatur

Rezension:


Inhalt:
Nachdem Ella abgehauen ist, zerbrechen die Royals wieder zu dem Scherbenhaufen, der die Familie vor Ella war. Während an der Schule das Chaos ausbricht, weil sich die Royal Jungs nicht mehr als Einheit zeigen und sich selbst in der Öffentlichkeit angiften und Vorwürfe machen, scheint im Royal Palast Brookes Plan aufzugehen, sich mit Reeds Hilfe wieder Callum anzunähern.
Nach ihrer Rückkehr schwört sich Ella, ihre verbleibende Zeit auszusitzen, die Royal Jungs zu ignorieren und auch die offenen Anfeindungen in der Schule… doch gegen Reeds offenen Kampf um sie kann sie sich nicht ewig wehren…


Meinung:
Nach dem wirklich fiesen Ende des ersten Bandes stand außer Frage, dass ich den zweiten Band lesen MUSS. Wer „Paper Princess“ kennt, wird es verstehen.
Ich war nicht nur neugierig auf das Warum, sondern auch, welche Hürden das Autorenduo Reed und Ella noch in den Weg werfen würde – und das sind einige!


Im zweiten Band bekommt auch Reed eine Erzählstimme und obwohl er ebenfalls in Ich-Form erzählt, konnte man die Perspektiven sehr gut auseinanderhalten. Hier haben Erin Watt und die Übersetzerin Ulrike Brauns sehr gute Arbeit geleistet.
Anfänglich begleitet der Leser nur ihn und lernt dabei mehr über seine wahren Gefühle, die Selbstzweifel und die Angst kennen, die er mit sich herumschleppt. Was anfänglich nur Andeutungen sind, wird im Laufe der Geschichte ausgesprochen und die Autorinnen haben wieder einiges an Geheimnissen im Gepäck, die nach und nach aufgedeckt werden.


Hauptfokus ist natürlich nach wie vor die Beziehung von Ella und Reed, doch geht Reed dieses Mal in Vorleistung und zeigt offen seine Gefühle, was Ella jedoch aufgrund all der Lügen und unterlassenen Wahrheiten nicht glaubt. Doch Reed gibt nicht auf und zupft immer mehr an der Rüstung, in die sich Ella geworfen hat.


Sie versucht sich nach wie vor zu behaupten, wehrt sich gegen ihr Herz, versucht mit genügend Verstand an ihr aufgezwungenes Leben heranzugehen – findet ihre wahre Stärke dann aber erst später. Mir hat sie erneut sehr gut gefallen, sie schämt sich nicht dafür, dass ihre Hormone für manche Entscheidungen verantwortlich sind – ich finde es sogar authentisch, auch wenn vermutlich einige dies mit Oberflächlichkeit begründen und daher belächeln.


Zahlreiche Nebenfiguren gewinnen mehr an Wichtigkeit, ein Leben voller Dramen und Intrigen, das jeder Daily Soap Konkurrenz und doch süchtig macht. Zug um Zug werden kleine Andeutungen für weitere Offenbarungen gemacht, denen der Leser entgegenfiebert – und tatsächlich rechnet man beim Durchrasen der Kapitel irgendwann mit allem. 
Und sucht doch am Ende nach weiteren Kapiteln, um ein weiteres Mal herauszufinden, was genau geschehen ist.


Urteil:
Auch „Paper Prince“ war ein Lesen wie im Rausch. Das Buch steht in Sachen Sogwirkung dem Auftakt in nichts nach, für so manchen Leser wird es zu viel und ein zu übertriebenes Drama sein, aber für das Buch und die sowieso schon überspitzte Welt ist dies genau richtig.
4 Bücher für den gebrochenen Prinzen Reed und seinen Kampf um Ella.


Reihe:
1. Paper Princess
2. Paper Prince
3. Paper Palace
4. Fallen Heir (Originaltitel)






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(46)

163 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 28 Rezensionen

elfen, holly black, fantasy, der prinz der elfen, ritter

Der Prinz der Elfen

Holly Black , Anne Brauner
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei cbt, 03.04.2017
ISBN 9783570164099
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Das Städtchen Fairfold ist besonders. Wer hier lebt, weiß um das kleine Volk, das im Wald nebenan lebt. Sie wissen, dass ein Wechselbalg mitten unter ihnen lebt und wie man den kleinen Spielchen der Elfen entgeht. Zahlreiche Touristen pilgern nach Fairfold und in den Wald zu dem gehörnten wunderhübschen Jungen in dem gläsernen magischen Sarg, der bereits seit Generationen dort schläft.


Hazel und ihr Bruder Ben sind mit all den Besonderheiten ihres Wohnortes aufgewachsen, feiern wie alle anderen Partys bei dem gläsernen Sarg und himmeln den "Prinzen" an.
Doch eines Tages ist der gläserne Sarg zerstört und der hübsche Junge verschwunden. Während sich die beiden auf die Suche nach ihm machen, wird Hazel von einem alten Deal eingeholt und geheimnisvolle Warnungen mehren sich.


Meinung:
Schon vom ersten Teaser an war ich neugierig auf den "Elfenprinzen" und das an das Reich der Elfen grenzende Städtchen.


Holly Black wirft den Leser direkt in den Alltag der sechzehnjährigen Hazel. Die Jugend der Stadt feiert oft Partys rund um den mysteriösen Sarg im Wald. Mädchen tanzen darauf und betrunkene Jungen versuchen, den Sarg zu zerstören - mit anschließenden düsteren Folgen, die einem Fluch gleichen. Abgesehen vom Offensichtlichen wird schnell klar, dass an jenem Ort alles anders ist und dass jede Figur ihr ganz eigenes Problem zu bewältigen hat: Hazel, die auf jeder Party einen anderen Jungen küsst, ihr Bruder Ben, der auf der Suche nach der Liebe einen Jungen nach dem anderen erfolglos datet, der Junge Jack, der niemals komplett dazugehören wird. Er ist ein Wechselbalg, das zur Strafe für die Elfenmutter von der Mutter des Menschenoriginals behalten wurde und mit seinem "Bruder" als Zwillinge aufgezogen wurde.


Erst auf den zweiten Blick wird klar, wie komplex Holly Blacks Welt wirklich ist. Mit jedem Rückblick, jeder Erzählung werden neue Fragen aufgeworfen, die erst Stück für Stück entschlüsselt werden. So blieb die Neugier stets entfacht, flammte kurzfristig auf und ebbte wieder ab.


Allen, die aktuell so sehr nach Diversity schreien, wird das Buch eine Wohltat sein. Auch Holly Black erläuterte in einem Interview zum Buch, wie wichtig ihr das "Anderssein" und die Vielfalt ihrer Figuren ist. So sind Hazel und ihr Bruder Ben beide in den schlafenden Elfenprinzen verliebt, während Ben stets auf der Suche nach "dem Einen" ist, der seine innere Leere füllt, hält sich Hazel mit oberflächlichen Liebschaften auf.


Das Grundgerüst und die Idee des Buches fand ich wirklich grandios, auch die Figuren und ihre Entwicklung haben mich vollkommen überzeugt. Doch der Verlauf der Geschichte leider nicht in gleichem Maße, weshalb mich die Autorin irgendwann verloren hat und nicht mehr vollends mitreißen konnte. Ohne zu spoilern kann ich jedoch nicht darauf eingehen.


Was jedoch absolut positiv zu bewerten ist: Meinem Empfinden nach ist das Buch ein Einzelband, aber wer weiß, was noch passieren könnte. Schließlich haben wir es mit Elfen zu tun.


Urteil:
"Der Prinz der Elfen" entführt in eine magische Welt voller Träume, Sehnsüchte und Wünsche. Erfrischend andere Charaktere und ihre stetige Entwicklung treiben den Leser an, immer mehr zu erwarten und weiterzugraben. Sehr gute vier Bücher für Hazel und ihr Leben im elfenheimgesuchten Städtchen Fairfold.




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(112)

294 Bibliotheken, 11 Leser, 0 Gruppen, 91 Rezensionen

fantasy, liebe, jugendbuch, märchen, märche

Königreich der Schatten: Die wahre Königin

Sophie Jordan , Barbara Imgrund
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 06.03.2017
ISBN 9783959670708
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt:
Im Reich herrscht seit 17 Jahren Finsternis. Luna führt ihr Leben weit abseits der Zivilisation in einem vor Finsterirdischen geschützten Turm.
Luna ist die Erbin des Thrones von Relhok, doch sie wurde in der Nacht, in der die Finsternis losbrach und ihre Eltern getötet wurden, von zwei Helfern gerettet und in den verfluchten Wald gebracht, wo sie seither vor allem beschützt wird.
Doch Luna sehnt sich nach Freiheit, nach mehr. Bei einem ihrer Streifzüge kommt sie einer Gruppe zu Hilfe und nimmt sie mit zum Turm. Plötzlich wird alles anders.


Meinung:
Ich habe Sophie Jordans "Infernale", sowie die "Firelight"-Trilogie sehr gemocht und musste daher natürlich auch zum "Königreich der Schatten" greifen.


Die allumfassende Finsternis des Reiches wurde von der Autorin wunderbar herübergebracht. Seite für Seite verlor ich mich mehr in der Welt, in der alle Pflanzen verrotten, weil die Stunde Mitterlicht nicht für Wachstum ausreicht. Eine Welt, in der die Geschöpfe der Nacht regieren: Fledermäuse, anderthalb Meter groß. Und vor allem Finsterirdische, die aus dem Boden gekrochen kommen und nach den Lebenden gieren.


In diese Welt zog mich Sophie Jordan. Zu Beginn erhielt ich lediglich Einblicke aus Lunas Perspektive. Später kommt noch die Sicht von Fowler dazu. Es passiert selten, dass mich ein Plottwist so stutzen lässt wie der relativ am Anfang des Buches. Es hat mich einige Energie gekostet, das Buch mit dieser neuen Erkenntnis nicht noch einmal von vorne zu beginnen. Ein grandioser Schachzug der Autorin.


Danach ging die Geschichte sehr langsam voran. Es passiert zwar immer wieder etwas, neue Gefahren kommen auf, aber es herrschte nie das Gefühl, dass die Spannung daher rührte. Nein, es war die Entwicklung von Luna und Fowler bzw. ihre Gefühle füreinander und ihre Beziehung. Es war wunderbar, die Welt aus Lunas Perspektive zu erkunden und von Fowler erklären zu lassen.


Sophie Jordans Erzählstil ist wunderbar flüssig zu lesen und sie hat die durch die ewige Dunkelheit entwickelten anderen Sinne perfekt herausgearbeitet, sodass man als Leser wirklich in dieser Welt ankommt.


Gegen Ende spitzt sich alles zu, eine letzte Offenbarung war für mich etwas vorhersehbar, dennoch lässt mich das Ende selbst dann der Fortsetzung entgegenfiebern.


Urteil:
Mit dem "Königreich der Schatten" hat Sophie Jordan eine finstere Welt geschaffen, die von ihren besonderen Figuren und ihrer Entwicklung lebt. Zarte Spannung, sehr gute Plottwists und ein gelungener Weltenentwurf schaffen einen sehr guten Lesesog. Sehr gute 4 Bücher für „Die wahre Königin“.




Reihe:
1. Königreich der Schatten: Die wahre Königin
2. Originaltitel: Rise of Fire






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(7)

24 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Schatten über Elantel

Brandon Sanderson , Karen Gerwig
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Piper, 20.03.2017
ISBN 9783492704359
Genre: Fantasy

Rezension:


Zitat:
„Dann ließ sie ihn vorsichtig los, trat an die Kante, beugte sich vor und spähte in die neblige Tiefe. Dort unten dümpelten Lichter – Kutschen, Straßenlaternen und Lampen, die von Dienern hochgehalten wurden. Im Nebel schien alles nur aus Blasen und Schatten zu bestehen.“
(S.196)


Inhalt:
Mit seiner Gabe der Allomantie gelingt es Waxillium auch gefährlichste Verbrecher dingfest zu machen. Die Jahre im Rauland haben ihn ebenfalls geprägt. Doch seine jetzige Aufgabe stellt alle bisherigen Gefahren in den Schatten. Sein Gegner scheint übermächtig und ihm immer einen Schritt voraus zu sein. Gemeinsam mit Wayne und Marasi stellt sich Wax der Aufgabe. Denn wenn die Gefahr nicht gebannt werden kann, droht noch weitaus größeres Unheil.


Meinung:
„Schatten über Elantel“ schien für mich der perfekte Einstieg in die „Nebelgeborenen“-Welt werden zu können. Auch wird das Buch genau damit beworben, für Neueinsteiger in diese Welt geeignet zu sein. Nachdem das Buch nun bei mir angekommen war, stürzte ich mich also gleich in die Seiten.


Tatsächlich begann die Geschichte bereits mit dem Prolog sehr turbulent. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich hier wohlfühlen würde. Etwas entgeistert war ich, als ich das erste Mal mit der Gabe von Wax konfrontiert wurde, denn die Anwendung dieser war für mich zumindest anfangs etwas schwer vorstellbar.


Insofern dauerte es dann doch ein wenig Zeit, bis ich mich an die Gegebenheiten in der von Brandon Sanderson erdachten Welt zurechtfinden konnte. Die Geschichte schritt voran, wobei ich kleinere sich anbahnende Längen übersehen konnte. Hin und wieder erstaunten mich die Gaben und Eigenschaften einiger Charaktere, doch ich gewöhnte mich immer besser ein. Auch dachte ich mitunter, dass mir vielleicht einige Puzzleteile fehlten, aber ich wurde weiter durch die Geschichte getrieben.


Brandon Sanderson präsentiert seine Geschichte in dritter Person Vergangenheit aus dominierender Sicht von Wax. Doch auch anderen Perspektiven gestattet er hin und wieder einen Auftritt.


Und so war ich dann irgendwann wirklich in der Geschichte drin, erlebte gefährliche Situationen und sah immer gespannt dem weiteren Fortgang entgegen. 


Wax selbst zeigt keine übermäßigen Emotionen. Auch die geplante Hochzeit lässt ihn irgendwie kalt. Allzu gern nimmt er die neue Aufgabe an und stellt sich lieber Gefahren, denn an die Hochzeit zu denken. Als ich später erfuhr, welche Erlebnisse diese Fassade ausgelöst hatten, konnte ich das Verhalten dann besser nachvollziehen. Und ab und an zeigt auch Wax plötzlich Gefühle. 


Auch Wayne, der an der Seite von Wax kämpft, ist jemand, an den man sich erst langsam herantasten muss. Im Verlauf der Geschichte gab es dann noch manchen bissigen Dialog gerade zwischen Wax und Wayne, so dass eine Auflockerung der Handlung spürbar wurde. Komplettiert wird das Männerduo durch Marasi, die mir von allen Charakteren her am meisten ans Herz gewachsen ist. Sie hat es wirklich nicht einfach und wird oftmals wie Luft behandelt. Doch Marasi gibt nicht auf und stellt sich den Herausforderungen.


Nachdem ich so einige Kämpfe und Gefahren in der Geschichte erlebt hatte, steigert sich das Tempo gen Showdown nochmals merklich. Brandon Sanderson setzt hierbei auch auf überraschende Elemente und der Lesesog wurde immer größer. Spätestens jetzt konnte mich der Autor von seiner Idee überzeugen und mich in seinen Bann ziehen. Die Erkenntnisse, die ich nun hier zum Ende hin ziehen konnte, waren so jedenfalls nicht absehbar und konnten mich wirklich begeistern. Brandon Sanderson beschließt seine Geschichte dann auch folgerichtig und lässt mich nach den letzten Seiten nun lesebefriedigt zurück.


Urteil:
„Schatten über Elantel“ ist eine nicht gewöhnliche Geschichte, die mich mit den enthaltenen Handlungsbahnen, einer immensen Skurrilität und interessanten Charakteren gut unterhalten konnte. Meine Lesestunden in der „Nebelgeborenen“-Welt sind mir deshalb 4 Bücher wert.


Für alle, die sich in ungewöhnlichen Handlungen zurechtfinden, dabei den Charakteren immer zur Seite stehen können und vor Gefahren nicht zurückschrecken. 




Reihe:
1. Kinder des Nebels
2. Krieger des Feuers
3. Herrscher des Lichts
4. Jäger der Macht
5. Schatten über Elantel
6. The Bands of Mourning (OT)
7. The lost Metal (OT)






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(2)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

fortsetzung, band 2

Viking Warriors - Der Ring des Drachen

Richard Dübell
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 14.02.2017
ISBN 9783473401468
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Dass die mickrigen Waffen dem riesigen Drachen nichts anhaben konnten, kümmerte die Nordmänner nicht. Wikinger erkannten so gut wie jeder andere, wenn sie keine Chance hatten – aber sie versuchten, sie trotzdem zu nutzen.“
(S.49)




Inhalt:
Ragnarök wurde in Gang gesetzt. Nichts und niemand kann die Götterdämmerung aufhalten. Inmitten des Geschehens versucht Viggo, der sich in die Welt der Wikinger versetzt sieht, die ihm gestellten Aufgaben zu lösen. Doch die an ihn gestellten Herausforderungen sind schwierig und gefährlich. Die letzte Aufgabe stellt ihn vor schier unüberwindbare Hürden. Denn um die Aufgabe erfüllen zu können benötigt er den Ring Draupnir, den der Drache Fafnir für sich beansprucht. Und damit Viggo muss sich einem übermächtig wirkenden Gegner stellen.


Meinung:
Den ersten Teil der Trilogie um Viggo habe ich vor nicht allzu langer Zeit gelesen und war wirklich begeistert von der Geschichte. Ich konnte es kaum erwarten, dass die Fortsetzung „Viking Warriors – Der Ring des Drachen“ erhältlich sein würde. Nun war der Zeitpunkt endlich gekommen, und so konnte ich mich auch nicht lange zurückhalten und griff zu der Geschichte.


Schon nach den ersten Seiten fühlte ich mich wieder in der Wikingerwelt angekommen, freute mich auf die bevorstehenden Abenteuer. Ein kleiner Rückblick, der die bisherigen Geschehnisse wirklich gut zusammenfasst, erleichterte mir darüber hinaus den Einstieg doppelt. Direkt von Beginn an entwickelte auch diese Fortsetzung den aus dem ersten Teil bekannten Lesesog, sodass ich mich den Geschehnissen nicht entziehen konnte.


Richard Dübell konnte mich mit seinem flüssigen Schreibstil wiederum begeistern und brachte mir die Handlungen vorstellbar, mit gut gewählten Worten und Formulierungen ohne überbordende Ausschweifungen, nahe. Der Autor wählte für die Erzählung der Geschichte dabei verschiedene Sichten in dritter Person Vergangenheit. Darüber hinaus fügte er einen weiteren Handlungsstrang ein, der die Neugier auf die weiteren Ereignisse in der Geschichte noch steigern konnte.


Die von Richard Dübell entwickelten Charaktere werden hervorragend dargestellt und ich konnte mir diese jederzeit gut vorstellen. Allen voran Protagonist Viggo zeichnet sich in der Geschichte fortwährend eine Entwicklung der handelnden Personen ab. Viggo reift im Verlauf spürbar, seine Entscheidungen werden selbstbewusster und er übernimmt zusehends mehr Verantwortung für sein Handeln. Das gleiche Empfinden hatte ich auch bei Thyra, die mir jedoch vom ersten Erscheinen an bereits eine spürbare Stärke und Entschlossenheit zeigen konnte. Außerdem ist Thyra mein heimlicher Lieblingscharakter in der Geschichte. 


Richard Dübell flechtet wiederum bekannte Entwicklungen aus der nordischen Mythologie in das Handlungsgeschehen ein, bringt dabei fortlaufend eigene Ideen in den Verlauf ein, sodass sich ein eigener Charme entwickelt, dem ich nicht entfliehen konnte.


Die letzten Seiten des Buches kamen erschreckend schnell näher, ich befand mich in einem Leserausch, konnte mich jedoch nicht zurückhalten weiterzulesen. Mit dem sodann folgenden Abschluss erzeugt Richard Dübell erneut eine Neugier auf die weiteren Ereignisse, so dass ich nun dem im Herbst 2017 erscheinenden Finale entgegenfiebere.


Urteil:
„Viking Warriors – Der Ring des Drachen“ setzt nahtlos an das gute Niveau seines Vorgängerbandes an. Geschickt entwickelte Handlungen mit wundervoll eingeflochtenen mythologischen Hintergründen verschafften vergnügliche Lesestunden. Meine Abenteuer an der Seite von Viggo und den furchtlosen Nordmännern belohne ich deshalb mit eindeutigen 5 Büchern.


Für alle, die sich großen Herausforderungen stellen können, dabei die Abenteuerlust nicht verlieren und nach Rückschlägen mit neuer Kraft zurückkommen.


Reihe:
1. Viking Warriors – Der Speer der Götter
2. Viking Warriors – Der Ring des Drachen


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74 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

gamer, science fiction, ernest cline, nerd, videospiele

Armada

Ernest Cline , Sara Riffel
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 23.03.2017
ISBN 9783596296606
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Zitat:
„Heute Abend fiel es mir jedoch schwer abzuschalten. Ich verspürte Angst, Aufregung und Wut. Vielleicht sogar ein bisschen Blutdurst. Fast so, als würde ich in einen echten Krieg ziehen.“
(S.89)


Inhalt:
Armada ist ein angesagtes Onlinespiel. Zack ist ein richtig guter Spieler. Er kämpft gegen Aliens und verteidigt die Erde. Die Theorien, die Zacks verstorbener Vater in seinem Tagebuch festgehalten hat, tut er als Unsinn ab. Doch aus dem Spiel wird plötzlich grausame Realität, denn tatsächlich wird die Erde von Aliens bedroht. Die Menschheit steht am Rande ihres Untergangs. Die Gamer nehmen unerwartet eine zentrale Rolle im Kampf gegen die Bedrohung an. Es geht nur noch um Eines – das nackte Überleben.


Meinung:
Von „Ready Player One“ war ich voreinst ziemlich begeistert. Als ich dann in der letzten Programmvorschau gesehen habe, dass von Ernest Cline ein neues Buch auf den deutschen Markt kommt, war klar, dass ich diese Geschichte lesen werde. Und so habe ich dann auch gleich zu „Armada – Nur du kannst die Erde retten“ gegriffen, als das Buch bei mir angekommen ist. 


Auf den ersten Seiten wurde ich dann behutsam mit dem Leben von Zack bekanntgemacht. Sein Vater ist noch vor seinem ersten Geburtstag bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen. Zack spielt unglaublich gern das Onlinespiel Armada, in dem die Erde vor bedrohlichen Aliens verteidigt werden muss. Genau wie sein Vater ist Zack so etwas Ähnliches wie ein Nerd. Allerdings kein typischer Nerd, denn er nimmt sehr wohl auch normal am sozialen Leben teil, setzt aber auf das Onlinespiel auch eine hohe Priorität. Klare Vorstellungen zu seiner Zukunft hat er allerdings nicht. Er arbeitet neben der Schule im Computerladen eines Freundes als Aushilfe.


Wenngleich mir der Einstieg Einblicke und teils auch ausführliche Hintergründe für eine Wissensbasis verschaffte, konnte ich mich des Eindruckes eines etwas zu lang gewählten Anlaufes in die Geschichte nicht erwehren. Es passierte auch hier das Eine oder Andere, doch der Lesedrang steigerte sich anfangs nur in kleinen Schritten. Doch natürlich blieb ich an der Geschichte dran, immer in Erwartung noch zu erwartender Handlungen.


Und tatsächlich wurde ich nicht enttäuscht. Irgendwann hatte ich den Punkt erreicht, an dem der Autor den Schalter umgelegt hatte und die Geschichte an Tempo gewann. Dies war dann auch der Zeitpunkt, ab dem an Lesepausen kaum mehr zu denken war. Die Seiten blätterten sich weg wie nichts und ich tauchte in die Handlung ein.


Ernest Cline wählte für die Erzählung von „Armada“ die konsequente Präsentation in Ich-Perspektive von Zack in Vergangenheitsform. Nach dem anfänglichen zaghaften Kennenlernen wurden im weiteren Verlauf immer wieder doch überraschende Wendungen und Ansätze eingebaut, so dass ich mehr und mehr gefesselt wurde. Die im Plot enthaltenen Ansätze typisch amerikanischen Patriotismus – vorstellbar aus Filmen wie Independence Day - ließen mich dabei immer wieder innerlich lächeln. Insofern kann ich bestätigen, dass Ernest Cline in „Armada“ nicht darauf verzichtet hat, das ein oder andere Klischee zu bedienen. Dies tat dem Leseeindruck insgesamt allerdings keinen Abbruch, sondern passte im Gegenteil wirklich gut ins Schema.


Nachdem es dem Autor nun gelungen war, mich an seine Geschichte zu binden, erlebte ich spannende Unterhaltung mit spürbaren Bedrohungen. Dabei wurde ich Zeuge von Ideen und Entwicklungen, die eine mögliche Katastrophe vermeiden könnten. Und auch hier überraschte mich Ernest Cline mit der von ihm inszenierten Handlung. Auch wenn manche Szenen aus meiner Sicht doch recht schnell aufgelöst und entschärft wurden, ließ ich mich durch die Geschichte treiben und verfolgte das Geschehen. Ein wenig mehr Emotionalität in den Interaktionen der Charaktere hätte ich mir dabei allerdings in so mancher Entwicklung schon gewünscht. Bei der sich anbahnenden Katastrophe kann ich hier aber auch nicht von einem MUSS sprechen.


Das Ende der Geschichte gestaltete Ernest Cline dann wie erwartet nicht unbedingt überraschend, so doch folgerichtig. Hier konnte ich dann doch noch ein wenig anbahnende Emotionalität zwischen den Zeilen finden und „Armada“ damit lesebefriedigt zur Seite legen. „Armada“ hat zwar grundsätzlich einen Abschluss gefunden, dennoch bin ich der Meinung, dass sich Ernest Cline zumindest ein winziges Hintertürchen für eine Fortsetzung offengelassen hat. Wir werden sehen!


Urteil:
„Armada – Nur du kannst die Erde retten“ beschreibt durchaus denk- und vorstellbare Szenarien einer möglichen Bedrohung der menschlichen Existenz, verzichtet dabei auf selbstdarstellerischen Heroismus der Charaktere, weist dennoch auch auf Probleme und Wesenszüge der unterschiedlichsten Nationen hin. Meine Leseeindrücke neben Zack beim Versuch die Erde zu retten sind mir deshalb gute 4 Bücher wert.


Für alle, die sich übermächtigen Bedrohungen stellen können, den Glauben an einen guten Ausgang nicht verlieren und dabei gern Teil des Geschehens werden.




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153 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

hexen, prophezeiung, freundschaft, magie, jugendbuch

Die Prophezeiung der Hawkweed

Irena Brignull , Sibylle Schmidt
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 16.03.2017
ISBN 9783737354240
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Meinung:
Aufgrund des Klappentextes war ich sehr neugierig auf das Buch, hatte aber bereits Angst, dass er zu viel verrät, weil dort bereits erzählt wird, dass Ember und Poppy durch einen mächtigen Fluch direkt nach ihrer Geburt vertauscht wurden. Dennoch war ich neugierig, was mich denn dann noch erwarten könnte (außer dem Herausfinden, dass die beiden vertauscht wurden und in einer völlig ‚falschen‘ Umgebung aufwachsen).


Diese Befürchtung hat sich nach dem Prolog erübrigt. Denn dort wird direkt erzählt, wie der mächtige Zauber gewirkt wurde – und auch wer ihn ausspricht und warum.


Dies ist für mich persönlich der größte Kritikpunkt an der Geschichte. Denn ich als Leser wusste ja von Anfang an, wer wem Böses wollte. Ich konnte mich daher zu keiner Zeit den Täuschungen hingeben, miträtseln, wer „der Täter“ ist und so ging die Spannung nahezu komplett verloren.


So blieben mir „nur“ die äußeren Umstände und wie die Hauptfiguren Ember und Poppy mit ihrem falschen Leben klar kommen. Ich hangelte mich von Kapitel zu Kapitel, von Szene zu Szene, die im personalen Stil aus unterschiedlichen Perspektiven geschildert wird. Teils wurde zwischen den Figuren so schnell hin und her gesprungen, dass ich kaum Zeit hatte, ihre Emotionen wirken zu lassen. So bestand über das gesamte Buch hinweg eine große Distanz zu den Haupt- sowie den Nebencharakteren, die auch im letzten Viertel, als die Spannung dann etwas anzog, noch nachwirkte.


Was sich im ersten Moment etwas nach typischer Tausch-Geschichte anhört, ist ganz anders als erwartet. Das einzig klischeehafte an der „Prophezeiung der Hawkweed“ ist die Charakterisierung und Beschreibung der Hexen, die düster, hässlich und auf Männer regelrecht abstoßend wirken. Wer jedoch glaubt, die Geschichte zu durchschauen, wird schnell eines Besseren belehrt. Die Figuren handeln so gut wie nie wie erwartet, zahlreiche Twists wenden die Ereignisse – teils aber so schnell herbeigeführt, dass man nicht überrascht, sondern eher verwirrt ist. Auch das Ende ist nicht wie (von mir) erwartet – aber darüber verrate ich natürlich nicht mehr.


Der Schreibstil der Autorin ist sehr direkt, sie beschreibt Qualen ebenso schonungslos wie den Aufenthalt auf der minimalistischen ‚Toilette‘ im Hexenlager oder eben auch jene Gefühle, die sich zwischen den Figuren entwickeln. Teils wirkte diese Art jedoch etwas kühl und schuf daher zusätzliche Distanz, weshalb mich Showdown und Abschluss auch wenig emotional berührten.


Urteil:
„Die Prophezeiung der Hawkweed“ ist das Gegenteil der erwarteten typischen Geschichte, denn die von Irena Brignull erschaffenen Figuren handeln so gut wie nie wie erwartet und das Buch wartet mit einigen kleinen Twists auf. Leider war die Distanz zu den Figuren zu groß, um mich durch eine Geschichte zu tragen, in der ich als Leser den Figuren das Wissen um den Täter vom Prolog an voraushatte. 3 Bücher für „Die Prophezeiung der Hawkweed“.




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(149)

327 Bibliotheken, 23 Leser, 0 Gruppen, 102 Rezensionen

caraval, spiel, magie, fantasy, stephanie garber

Caraval

Stephanie Garber , Diana Bürgel
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 20.03.2017
ISBN 9783492704168
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Scarlett soll in Kürze mit einem Fremden verheiratet werden. Und sie freut sich darauf. Endlich kann sie ihrem Vater entwischen, dem herrischen und brutalen Governor Dragna, der seine Töchter nicht selten schlägt.
Doch im Gegensatz zu ihrer Schwester Donatella ist sie stets auf Sicherheit bedacht. Donatella jedoch will "leben" und so entführt sie kurzerhand gemeinsam mit dem Seefahrer Julian ihre Schwester Scarlett und reist zu der geheimnisvollen Insel, auf dem das magische Spiel "Caraval" mit seinen Schaustellern wartet und dessen Sieger die Erfüllung eines Wunsches winkt.
Doch schneller als ihr lieb ist, erhöht sich der Einsatz für Scarlett.


Meinung:
Schon seit dem ersten Blick auf Cover und Inhalt wusste ich, dass ich mich der magischen Welt von Caraval widmen muss.
Und kaum hatte ich mit dem Lesen begonnen, übte der wundervoll malerische und doch sogleich leichte Schreibstil der Autorin einen Sog auf mich aus, dem ich mich nicht mehr entziehen konnte.


Ihr Leben lang hat Scarlett davon geträumt, dem magischen Schauspiel von Caraval beizuwohnen, von dem ihre Großmutter immer erzählt und geschwärmt hat. Sie hat etliche Briefe an den geheimnisvollen Veranstalter geschrieben, doch nie wurden diese beantwortet.
Doch ausgerechnet auf den Brief, in dem sie mitteilt, dass es aufgrund ihrer bevorstehenden Hochzeit nun zu spät ist, bekommt sie eine Antwort - inklusive drei Einladungskarten/Eintrittskarten für das magische Spektakel.
Scarlett will nicht hingehen und trotzdem landet sie nur wenig später in einer völlig skurrilen und teils gruseligen Welt der Privatinsel des sagenumwobenen Veranstalters "Legend".


Die fiktive Welt, in der Protagonistin Scarlett wohnt, ist nur sehr spärlich beschrieben, was aber eigentlich nicht stört. Die Fakten sind bekannt, weshalb Scarlett ihrem alten Leben durch die Hochzeit mit einem fremden Grafen entfliehen will - die Sicherheit von ihrer Schwester und ihr selbst steht über allem anderen. Dieser Wunsch - oder beinahe schon Zwang - lässt sie lange Zeit nicht los.
Doch sie muss ihre Ängste überwinden, um die trügerische Welt von Caraval zu durchschauen und die Aufgaben zu lösen - denn der Einsatz hat sich dramatisch erhöht.


Die Welt von Caraval ist voller altertümlicher Magie. Brücken führen an unterschiedliche Orte, die Zeit vergeht anders, bezahlt wird mit Geheimnissen oder Wünschen und diverse Tränke versprechen Heilung oder Unheil. All die Magie geht von einem Mann aus: dem Veranstalter Legend und Kapitel für Kapitel gilt es, mehr über diesen Mann herauszufinden.


Doch er ist nicht das einzige männliche Mysterium in Caraval. An Scarletts Seite kämpft der vermeintliche Seemann Julian, dessen Charme sie sich nur schwer entziehen kann, der jedoch ein Geheimnis birgt. Und auch Dante, der geheimnisvolle Tätowierte, ist nur schwer einzuschätzen.


Es hat Spaß gemacht, mich gemeinsam mit Scarlett, deren Geschichte von einer dritten Person erzählt wird, verwirren zu lassen, falschen Fährten und falschen "Freunden" zu folgen, während wir durch eine farblose Welt oder geheime Gänge wanderten.


Stephanie Garber hat eine wundervolle Gabe für aussagekräftige Vergleiche, sodass sie trotz einfacher Erzählweise eine Atmosphäre schafft, die mitzureißen weiß.
Die Spannung ist jetzt nicht dramatisch hoch, dennoch ist ein Lesesog stets zu spüren und ich hatte das Buch innerhalb eines Tages beendet. Zu sehr war ich an einer Auflösung interessiert, die ich dann auch bekommen habe.
Doch die letzten Seiten versprachen mir neue Geheimnisse, die es in Band 2 zu lüften gilt.


Urteil:
Die magische Welt von "Caraval" hat mich absolut fasziniert, die Rätsel und nicht zuletzt die sehr gut integrierte Lovestory konnten ebenso überzeugen wie der wundervolle Erzählstil von Stephanie Garber. Knappe 5 Bücher für Scarlett und die größte Herausforderung ihres Lebens: den Kampf gegen ihre eigene Angst.


Reihe:
1. Caraval – Es ist nur ein Spiel 
2. ?






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(97)

310 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

1001 nacht, liebe, fluch, orient, magie

Rache und Rosenblüte

Renée Ahdieh , Martina M. Oepping
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.03.2017
ISBN 9783846600405
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Shahrzad und Chalid lieben sich und können doch nicht zusammen sein. Während Chalid sich selbst quält, sucht Shahrzad außerhalb von Rey nach einer Lösung, den Fluch, der Chalid auferlegt ist, zu brechen.




Meinung:
„Zorn und Morgenröte“ fand ich faszinierend und fesselnd, so musste ich natürlich auch sofort zum Abschluss der Dilogie greifen.


Die Rückkehr in die Welt von Chorasan gelang mir recht gut, jedoch sparte Renée Ahdieh an Rückblicken, um mich an das genaue Ende von Band 1 zu erinnern. So dauerte es ein wenig, um mich wieder voll und ganz auf die Figuren einzulassen und mit ihnen mitzufiebern.


Während Kalif Chalid sich quält und im Geheimen hilft, seine zerstörte Stadt wieder aufzubauen, befindet sich Shahrzad weit entfernt von ihm in einer Zeltstadt, in der sich alle zum Kampf gegen Rey und zum Sturz von Chalid bereitmachen.
Da Shahrzads Vater zu Beginn noch nicht ansprechbar ist und ihr über Magie erzählen kann, greift Shahrzad zum fliegenden Teppich, um weit entfernt nach einer Möglichkeit zu suchen, Chalid vom Fluch zu befreien.


In diesem zweiten Band baut Renée Ahdieh mehr Magie und Wesen aus 1001 Nacht ein, es wird phantastischer und dennoch schafft sie es, ihre orientalische Welt vollkommen glaubhaft darzustellen. Dabei gelingt es ihr immer wieder, den Leser zu überraschen und die Handlung nahezu unvorhersehbar zu gestalten. 
Neben Shahrzad und Chalid steht in diesem zweiten Band auch Shahrzads Schwester Irsa im Mittelpunkt, deren Entwicklung meiner Meinung nach am meisten gelungen ist. Doch auch andere Figuren tragen wichtige – und teils überraschende – Rollen. Ich mochte Renée Ahdiehs gezeichnetes Frauenbild und die Stärke, die sie den Figuren verleiht – insbesondere für diese „alte Welt“, in der Frauen nicht gerade große Anerkennung genießen.


Auch „Rache und Rosenblüte“ fesselt nicht durch übermäßige Spannung, sondern bindet ein durch das Setting und die Erzählung selbst an sich. Renée Ahdiehs Schreibstil ist von zahlreichen Vergleichen ausgeschmückt, die das Setting wunderbar abrunden. Jede der Figuren hat einen besonderen Erzählton, wodurch die Bindung zu ihnen noch viel tiefer wird. Für eine solche düstere Geschichte gibt es immer wieder humorvolle Dialoge. Insbesondere Artan hat es mir mit seinen Sticheleien angetan.


Nach und nach zieht die Spannung dann an und strebt unablässig über zahlreiche Hindernisse hinweg auf den Showdown zu, der einer emotionalen Achterbahnfahrt voller Hoffnungen glich. Fürs Durchhalten wurde ich mit einem Epilog belohnt, der mich das Buch zufrieden ins Regal stellen lässt.


Urteil:
„Rache und Rosenblüte“ dringt tiefer in die phantastische Welt aus Band 1 ein. Mehr Magie, mehr Kämpfe, neue Wesen aus 1001 Nacht und weitere Entwicklungen der Figuren reißen den Leser durch die Seiten. 4 Bücher für Shahrzad und Chalid in ihrem Kampf gegen den Fluch und die Machtgier anderer.


Reihe:
1. Zorn und Morgenröte
2. Rache und Rosenblüte






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62 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

daten, retusche, geheimorganisationen, sound of silence, düster

Dark Noise

Margit Ruile
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.03.2017
ISBN 9783785584460
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Er trat in eine Pfütze und seine Turnschuhe sogen sich voll. Die nasse Straße war übergossen mit Farben. Grün und rot. Das flackernde Blau eines Krankenwagens. Verschwimmendes Licht im Wasser. Leicht zu imitieren.“
(S.16)


Inhalt:
Zafer führt ein langweiliges und zurückgezogenes Leben. Seine Arbeit besteht darin, Werbung aus den Staffeln einer alten Fernsehserie zu retuschieren. Ein bisschen Abwechslung bei diesem Auftrag findet er darin, kleine Monster, die nur für Millisekunden zu sehen sind, in die Bilder der Serie einzubauen. 
Nun erhält Zafer eine Mail mit einem mysteriösen Auftrag. Erst soll er ein Autokennzeichen auf dem Video einer Überwachungskamera unkenntlich machen und als nächstes einen Mann auf einen Überwachungsfilm einer Tiefgarage einfügen. Er spürt, dass die Sache nicht ganz sauber sein kann. Doch nun ist es zu spät. Zafer ist in etwas hineingeraten, was er sich bisher nicht vorstellen konnte. Und auch Emily, auf die Zafer trifft, scheint ein Geheimnis zu haben.


Meinung:
Von „Dark Noise“ habe ich das erste Mal auf der Buchmesse in Frankfurt gehört. Das Thema klang spannend und so dachte ich mir, dass die Geschichte etwas für mich sein könnte. Nun war das Buch bei mir und begann die ersten Seiten zu lesen.


Ich schlug auch gleich im Leben von Zafer auf und erlebte seinen tristen Alltag. Zafer ist ziemlich introvertiert und lebt zurückgezogen. Pizza bestellt er am liebsten online, er telefoniert nicht gern. Allgemein mag er es nicht, unter Menschen zu sein. 
Als er diesen seltsamen Auftrag per E-Mail bekommt, denkt er sich vorerst nichts dabei. Ein komisches Gefühl hat er aber dennoch. Und so gerät er in einen Strudel von Machenschaften, die auch ihm gefährlich werden können.


Als Zafer auf Emily trifft, werden bisher verborgene Gefühle in ihm geweckt. Auch Emily scheint nicht abgeneigt zu sein. Doch Zafer fehlen die zwischenmenschlichen Erfahrungen, die Dinge nehmen deshalb ihren eigenen Verlauf.


Margit Ruile nutzt für ihre Geschichte anfangs die konsequente Sicht von Zafer in dritter Person Vergangenheit. Ein auktorialer Erzähler wird dabei zwischendrin immer wieder eingeblendet. Nach einiger Zeit folgt eine Ich-Perspektive von Emily in Vergangenheitsform und übernimmt zeitweise die Führung.


„Dark Noise“ erlebte ich in großen Teilen als eher ruhige Geschichte, dabei jedoch mit interessanten Handlungsfäden und Entwicklungen. Immer wieder zieht die Autorin das Tempo an, beruhigt das Geschehen dann wieder. 


Zafer spürt zusehends, dass er auf eine Seite geraten ist, auf der er nie sein wollte. Aber er hat keine Chance mehr auf eine Rückabwicklung. Egal welche Entscheidung er trifft, verloren hat er in jedem Fall. Aber auch Emily ist nicht ganz ehrlich. An sich haben Zafer und Emily mehr gemeinsam, als sie auf den ersten Blick erkennen. 


„Dark Noise“ weist unterschwellig immer wieder auf die Gefahren zunehmender Digitalisierung hin, die zwangsläufig auch zu einem Überwachungszwang führt. Nichts ist mehr unmöglich, jeder kann jederzeit aufgespürt werden. Alles dabei hat natürlich Vor- und Nachteile. Es kommt immer darauf an, wie Technik genutzt wird.


Margit Ruile beendet ihre Geschichte dann so, wie man es sich wünschen kann. Nach einem aufflackernden Showdown führte mich die Autorin sicher über die Ziellinie. Nun kann ich das Buch nach schönen Lesestunden zurück in mein Regal stellen.


Urteil:
„Dark Noise“ glänzt nicht durch spannungsgeladene Action, erzählt dennoch eine interessante und nachvollziehbare Handlung, die mich für sich einnehmen konnte. Meine Lesestunden mit Zafer und Emily sind mir deshalb auf jeden Fall 4 Bücher wert.


Für alle, die sich dem technischen Fortschritt nicht verschließen, dabei die Gefahren nicht außer Acht lassen und Risiken eingehen können.






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275 Bibliotheken, 14 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

dystopie, infernale, sophie jordan, rhapsodie in schwarz, mördergen

Infernale – Rhapsodie in Schwarz

Sophie Jordan , Ulrike Brauns
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.03.2017
ISBN 9783785583692
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Die Ausreise nach Mexiko steht Davy, Sean, Gil und Sabine kurz bevor. Doch in der Nacht der Flucht wird alles anders. Davy wird angeschossen und verliert die anderen.
Sie wird von Caden gefunden und in einen Unterschlupf der Rebellion gebracht. Doch dort muss Davy erneut kämpfen. Gegen diejenigen, die sie dort nicht haben wollen und auch gegen ihr verräterisches Herz.


Meinung:
Ich habe den ersten Band von „Infernale“ nahezu verschlungen und auch für „Rhapsodie in Schwarz“ habe ich nur wenige Stunden gebraucht, auch wenn ich zunächst etwas irritiert war…


Gleich zu Beginn konfrontiert Sophie Jordan den Leser mit Davys Albträumen. Sie wird von dem Braunäugigen verfolgt, den sie töten musste, um Seans Leben zu retten. Nach den wohl zu Beginn vorhandenen euphorischen Gefühlen nach der Flucht, die für eine große Nähe zu Sean gesorgt haben, wurde die Distanz immer größer. Davy sieht ein jedes Mal den Toten vor sich, wenn sie Sean sieht.


Das alles ändert sich jedoch bei der versuchten Flucht über die Grenze nach Mexiko. Die vier Freunde werden getrennt und Davy wird von Caden gerettet, einem der Hauptmänner eines Rebellenstützpunktes, der aus Trägern besteht, die anderen Trägern helfen wollen.
Dort ist sie nicht willkommen, aber Caden verteidigt sie bis aufs Blut. Lange kann Davy sich den Gefühlen, die sie unablässig zu Caden ziehen, nicht wehren, daher kämpft sie dafür, dass sie zum Flüchtlingslager zu ihren Freunden darf.


Durch die lange Wartezeit zwischen den beiden Bänden hatte ich die Beziehung von Davy zu Sean irgendwie anders in Erinnerung, als sie nun in Band 2 dargestellt wurde. Vielleicht habe ich als Happyend-Fan alles schöngeredet und die beiden hatten tatsächlich nicht das, was ich in ihnen gesehen habe… Dennoch hat mich die von Beginn des Buches spürbare Distanz zwischen Davy und Sean getroffen, ihre „plötzlichen“ (in Anführungszeichen, weil Sophie Jordan alles wirklich in einem guten Tempo entwickelt hat) Gefühle für den sehr gutaussehenden und Stärke ausstrahlenden Caden haben mich gestört (Liebesdreieck-Alarm!). Aber nur zu Beginn. Denn mit jeder Seite mochte ich die beiden zusammen immer mehr und die Autorin hat mir die tatsächliche Beziehung zwischen Davy und Sean nahegelegt.
Davy hat allerhand Hürden zu meistern – den Widerstand, den ihr andere entgegenbringen, dann ihre Gefühle für Sean und Caden, die sie sortieren muss, nicht zuletzt ihre Angst, die es zu überwinden gilt.


So lässt das Interesse an der Geschichte niemals nach. Die Autorin schaffte es, mich ein weiteres Mal durch die Story zu treiben, gezielte Hürden und Wendepunkte sorgen für das Dranbleiben, ihr locker zu lesender Schreibstil fördert das hohe Lesetempo.
Wie auch in Band 1 gibt es zwischen den Kapiteln immer wieder Berichte, Gesprächsauszüge, Nachrichten oder Interviews, die das Geschehen in Politik und Gesellschaft beleuchten, was der Autorin sehr gut gelungen ist und mich ebenfalls auf das Ende der Dilogie neugierig machten, das mich dann letztendlich die Reihe auch zufrieden ins Regal stellen lässt.


Urteil:
Band 2 der Dilogie ist nicht ganz so brutal, wie ich den ersten Band in Erinnerung habe, und setzt sehr viel auf Protagonistin Davys innere Konflikte. Durch Sophie Jordans flüssigen Erzählstil, zahlreiche Hürden und gezielt gesetzte Spannungsmomente lässt der Lesesog jedoch nie nach und die Geschichte war binnen kürzester Zeit verschlungen. 5 Bücher für „Infernale – Rhapsodie in Schwarz“.




Reihe:
1. Infernale
2. Infernale – Rhapsodie in Schwarz






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35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

gruselig

Mein schönes falsches Leben

Hilary Freeman , Ulrike Köbele
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.03.2017
ISBN 9783785584484
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Ella wacht eines Tages in einem falschen Körper auf. Nicht wirklich falsch, es ist nach wie vor ihr Körper, nur ein klein wenig anders. Ebenso wie ihr Zimmer, ihre Mutter und die Tatsache, dass sie plötzlich Leistungskurse besuchen soll, in denen sie eine Niete ist. Ihr Freund kennt sie nicht mehr und sie hat seltsame "langweilige" beste Freundinnen.
Und doch scheint es kein Entkommen zu geben...


Meinung:
Die Idee von parallelen Universen ist nicht neu, dennoch mag ich diese Art von Geschichten und stürzte mich regelrecht in "Mein schönes falsches Leben".


Gleich zu Beginn erwacht die Ich-erzählende Protagonistin Ella in einer falschen Welt. Es gibt unzählige Parallelen, aber das, was sie ausmacht, ist verschwunden. Stattdessen gibt es Kätzchen-Poster und Rosa. Auch kennen sie die scheinbar wichtigsten Personen ihres Lebens plötzlich nur noch flüchtig.
Mehr und mehr wird ihr der Wert der Dinge und Personen bewusst und sie erkennt, wie die kleinsten Taten Auswirkungen haben oder wie manche Charakterzüge auch bei diesen vermeintlich fremden Personen ähnlich sind.
Auf diese Dinge legt die Autorin Hilary Freeman eindeutig den Fokus und so deckte sich "Mein schönes falsches Leben" nicht ganz mit meinen Erwartungen, sondern liest sich eher wie eine Geschichte ohne "übernatürliche Elemente" durchwirkt mit zahlreichen Hürden des Erwachsenwerdens. Für mich leider die Art von Geschichte, zu der ich eher nicht greife.


Dennoch war ich neugierig auf die Auflösung und erhielt "wissenschaftlich" gut begründete Antworten und ein absolut interessantes Ende dieses Einzelbandes.


Urteil:
Wer eine spannungs- oder actiongeladene Reise in parallele Universen erwartet, ist bei "Mein schönes falsches Leben" fehl am Platz. Diese Geschichte zeigt eher auf, wie die kleinsten Entscheidungen weitreichende Folgen haben können und dass man den Wert mancher Personen und Dingen erst schätzt, wenn man sie nicht mehr um sich hat.




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122 Bibliotheken, 10 Leser, 3 Gruppen, 18 Rezensionen

salzburg, beatrice kaspary, mord, entführung, österreich

Schatten

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 10.03.2017
ISBN 9783805250634
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Zitat:
„Nichts ist so berauschend, wie das Gefühl, jemanden zu besitzen. Vollkommene Macht über ihn zu haben, über Körper und Seele – oder eben das, was man im landläufigen Sinn unter Seele versteht. Die Gedanken. Die Wünsche. Die Ängste.“
(S.51)


Inhalt:
Ein neuer Fall für Beatrice Kaspary und Florin Wenninger. Eine grausam zugerichtete Leiche eines Mannes wird gefunden. Kurz darauf entdeckt man eine ertränkte Frau. Auf den ersten Blick haben die beiden Morde nichts miteinander zu tun. Doch bald wird Beatrice klar, dass es doch einen Zusammenhang gibt. Denn Beatrice kannte beide Mordopfer. Und noch eines wird ihr klar. Mit beiden Opfern verbindet sie nicht die besten Erinnerungen. Beatrice scheint der Schlüssel zur Lösung zu sein. Doch um weitere Opfer zu vermeiden, ist eine schnelle Aufklärung gefragt. Beatrice zieht eine weitere Verbindung zu einem weit in der Vergangenheit liegenden Mord. Und plötzlich schwebt sie selbst in größter Gefahr.


Meinung:
Als ich hörte, dass ein weiterer Teil einer meiner liebsten Buchreihen erscheinen wird, wurde ich in Richtung Erscheinungsdatum immer nervöser. Nachdem mir „Fünf“, „Blinde Vögel“ und „Stimmen“ bereits außerordentlich gut gefallen hatten, war ich auf den neuen Fall des Ermittlerduos Kaspary und Wenninger in „Schatten“ sehr gespannt. Selbstredend, dass die Geschichte sofort gelesen werden musste, nachdem das Buch bei mir angekommen ist.


Ich kann sagen, dass ich mich bereits ab der ersten Zeile wieder wie zu Hause in der Geschichte fühlte. Neugierig saugte ich die Zeilen förmlich in mich auf. Zumal die Autorin einmal mehr nicht versäumt hat, entsprechende Spannung bereits von Beginn an zu erzeugen.


Die Geschichte startet mit einigen Kapiteln aus der Sicht von Beatrice in dritter Person Vergangenheit. Eine andere Sicht wurde zwischendrin eingebaut und erzeugt so eine Perspektive von der anderen Seite und rundet die Handlung damit ab. Später übernimmt aus erklärbaren Gründen Florins Perspektive ebenfalls in dritter Person Vergangenheit die Führung, wobei die Gedanken von Beatrice natürlich auch immer wieder eingeblendet werden.


Ursula Poznanski hat wirklich ein Händchen dafür, ihre Idee in nicht ausufernden Beschreibungen dennoch plastisch und erlebbar darzubieten, ich konnte mich in die Charaktere hineinversetzen und mit ihnen fühlen. Der Autorin gelingt es in grandioser Weise, Handlungen und Entwicklungen zu einem Gesamtwerk zu verflechten, das mich durchgängig an die Seiten bannte. Nahezu atemlos flog ich durch die Seiten, ich konnte die weiteren Entwicklungen kaum erwarten.


Die von mir erwartete Spannung war von der ersten bis zur letzten Seite durchgängig vorhanden. Die Autorin setzt eher noch einen Tick obendrauf, so dass ich mich nicht von den Seiten losreißen konnte. Dabei hat sie auf überraschende Entwicklungen und Enthüllungen nicht verzichtet, führte mich ein ums andere Mal an der Nase herum. Ursula Poznanski erweiterte das Spannungsumfeld in „Schatten“ derart, dass mein Herzschlag ein ums andere Mal einer höheren Taktfrequenz entgegensteuerte. 


Die Charaktere hat die Autorin auch in dieser Geschichte wiederum sehr vorstellbar dargestellt. Ich litt mit ihnen, fühlte mich stellenweise machtlos und fühlte doch, dass an ein Aufgeben zu keiner Zeit zu denken war. Auch mit Einblicken in das Familienleben von Beatrice gibt Ursula Poznanski der Geschichte eine persönlichere Nuance, denn das macht die Charaktere tatsächlich zu Menschen des täglichen Lebens und alles andere als unnahbar.


Auch wenn ich einerseits der Auflösung entgegensteuerte, wollte ich das Ende gern hinauszögern. Zu sehr fühlte ich mich in die Geschichte hineingezogen. Nach einer emotionalen Achterbahnfahrt hatte ich das Ende lesebefriedigt erreicht und kann „Schatten“ nun zu den Vorgängern ins Regal stellen. Allen, die sich auf die Entdeckungstour begeben werden um zu erfahren, ob alle Charaktere das Ziel erreichen und der Fall gelöst werden konnte, wünsche ich ganz viel Lesespaß!


Zum Abschluss noch ein Gedanke meinerseits. Die Reihe um Beatrice Kaspary und Florin Wenninger wäre aus meiner Sicht mehr als geeignet, verfilmt zu werden. Falls sich noch niemand mit dieser Idee beschäftigt hat. Vielleicht kann ich hiermit einen kleinen Anstoß liefern.


Urteil:
„Schatten“ überzeugt mit seinen Entwicklungen, Handlungen und der permanent anhaltenden Spannungslage für einen Lesegenuss erster Güte. Meine Bewertungsskala für die Lesestunden an der Seite von Beatrice und Florin kommt hier an ihre Grenzen, so dass ich für die Geschichte neben absolut verdienten 5 Büchern noch ein dickes PLUS vergebe.


Für alle, die atemlos spannende Handlungen aushalten, sich nicht von Vermutungen verunsichern lassen und bei überraschenden Entwicklungen dennoch die Übersicht behalten.


Reihe:
1. Fünf
2. Blinde Vögel
3. Stimmen
4. Schatten




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943 Bibliotheken, 32 Leser, 1 Gruppe, 272 Rezensionen

erin watt, paper princess, liebe, new adult, erotik

Paper Princess

Erin Watt , Lene Kubis
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2017
ISBN 9783492060714
Genre: Erotische Literatur

Rezension:


Meinung:
Ich lese so gut wie nie unfantastische Bücher, doch der Hype um die „Paper Princess“ brachte auch mich in „Versuchung“.
Ich wollte wirklich nur hineinlesen, aber Ellas Art hat mich dann doch soweit fasziniert, dass ich das Buch binnen kürzester Zeit verschlungen habe.


Ich habe nicht sehr viel Erfahrung in dem Genre, aber Ella hat mich fasziniert. Sie ist kein klischeehaftes Mauerblümchen, sondern hat Ziele. Seit ihre Mutter tot ist, schlägt sie sich mit ihren 17 Jahren allein durchs Leben, strippt, um die Wohnung zu bezahlen (alles mit dem Ausweis ihrer Mutter) und irgendwann aufs College gehen zu können, um ein vernünftiges Leben zu führen.


Als Callum Royal in ihrem Leben auftaucht und davon erzählt, dass er der beste Freund ihres verstorbenen Vaters war (den Ella nur vom Namen her kennt) und sie als Mündel aufnehmen will, sieht sie alles skeptisch. Letztendlich ist es aber das Geld, was sie anzieht. 10.000 Dollar pro Monat, den sie bei den steinreichen Royals verbringt und zur Schule geht. Geld, mit dem Ella das spätere College finanzieren könnte.


Sie weiß, dass es in dem Moment aussieht, als wäre sie eine Schlampe und käuflich, doch mit der Antipathie, die ihr die Söhne von Callum entgegenbringen, hat sie nicht gerechnet und erst ganz langsam lernte ich gemeinsam mit ihr die Gründe hierfür kennen.


Natürlich ist das alles nur die begleitende Geschichte und die Kulisse für die wohl bestaussehendsten Typen auf dem Planeten. Die Royal-Jungs sind heiß. Das wird auch sehr, sehr oft erwähnt. Allen voran Reed Royal, der zweitälteste der Brüder und der älteste im Haus (weil der große Bruder im College ist). Er ist der Anführer seiner jüngeren Geschwister und macht Ella das Leben zur Hölle – von der ersten Sekunde an.
Dabei knistert es zwischen den beiden so oft, dass man als Leser über die Seiten fliegt und einfach nur … hofft. Auch wenn Ella etwas an ihrer Stärke verliert, mochte ich sie trotz der inneren Schwärmerei und jeglicher Kontakt wurde von dem Autorenduo Erin Watt gut begründet. Ella setzt mehr als einmal ihren begehrenswerten Körper als „Waffe“ ein, um die Jungs und auch gegnerische Mädchen aus dem Konzept zu bringen.
Die Entwicklung und Dynamik der Neu-Geschwister hat mir sehr gut gefallen, auch wenn zahlreiche (natürlich dunkle!) Geheimnisse der Familie Royal noch nicht gelüftet wurden.
Das Ende ist dann wie ein Paukenschlag und ich musste sofort zumindest die ersten Kapitel von Band 2 lesen, damit ich eine Erklärung für diese Entwicklung bekommen habe.


Urteil:
„Paper Princess – Die Versuchung “ des Autorenduos Erin Watt hat mich als absolute Wenigleserin in diesem Genre positiv überrascht und absolut gefesselt. Ich war fasziniert von Ella, liebte jeden verstrittenen, geneckten oder knisternden Moment zwischen ihr und den Royal-Jungs und stand am Ende einfach nur mit offenem Mund da. Ich verzichte aus Mangel an Vergleichsmöglichkeiten auf eine Wertung, aber jeder, der meinen Lesegeschmack teilt, sollte vielleicht mal ein paar Seiten lesen.


Reihe:
1. Paper Princess – Die Versuchung
2. Paper Prince – Das Verlangen
3. Paper Palace – Die Verführung








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242 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 92 Rezensionen

alexander der große, fantasy, magie, makedonien, jugendbuch

Schattenkrone - Royal Blood

Eleanor Herman , Christine Strüh , Anna Julia Strüh
Fester Einband: 592 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.02.2017
ISBN 9783841422309
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Kat war schon immer anders, hat ein besonderes Gespür für Tiere. Aber das ist nicht ihr einziges Geheimnis. In ihr schlummert der Durst nach Rache, der immer größer wird. So groß, dass sie ihre Liebe Jacob abweist, ihm dann jedoch nach Perra folgt – jedoch nicht seinetwillen. In der Hauptstadt angekommen, spürt sie sofort eine besondere Verbindung zu Prinz Alexander – doch auch er kann sie nicht davon abhalten, hinter das Geheimnis ihrer verstorbenen Mutter zu kommen.


Alex hat es bei Hofe nicht leicht. Einzig sein bester Freund Heph hält wirklich zu ihm, all die anderen sehen ihn noch immer als Kind, das keinerlei Befugnisse hat. Er hat zahlreiche Gegner, die stets Intrigen gegen ihn spinnen – nicht zuletzt seine Stiefschwester Cyn, die ihrerseits ganz spezielle Pläne hat…


Meinung:
Eine Welt, in der die Götter scheinbar schlafen und bald zurückkehren sollen – eine Fantasy-„Adaption“ der Geschichte von Alexander dem Großen, seiner jungen Jahre, ehe er so große Siege feiern konnte und weltbekannt wurde. Ich konnte mir die Geschichte, deren Prise Magie schon im Klappentext erwähnt wird, nicht entgehen lassen.


Zu Beginn fühlte ich mich direkt in Kats Welt gesogen. Binnen kürzester Zeit wurden sie und ihre große Liebe Jacob vorgestellt, doch dessen Aufbruch in seinen potentiellen Tod steht kurz bevor. Ich fühlte mich ein wenig von Informationen erschlagen und all die Emotionen wurden mir quasi aufgezwungen, was leider vorerst jegliches Mitgefühl für Kat unmöglich machte. Dennoch hat es Eleanor Herman geschafft, mich neugierig zu machen, was die Protagonistin Kat denn für ein Geheimnis hat und vor allem, welche Pläne sie hegt, ehe sie sich Jacob wirklich zuwenden kann.


Doch so schnell durfte ich nicht dahinterkommen. Mit insgesamt sieben Perspektiven, jede einzelne mit eigenen Bedürfnissen, Intensionen und potentiellen Gegenspielern im jeweils anderen fiel es mir nicht sehr leicht, zu irgendwem eine Verbindung zu bekommen. Ich fühlte mich zwischen den Perspektiven und den zahlreichen Intrigen nahezu erstickt. Insbesondere zu Beginn empfehle ich, möglichst einen Großteil des Buches am Stück zu lesen, um überhaupt einen Überblick zu bekommen.


Mit jedem Akt (das Buch ist in die klassischen fünf Akte unterteilt) zog mich die Autorin dann jedoch weiter in den Bann der Geschichte. Obwohl es so viele Sichten sind, die füreinander teils die Rolle des Antagonisten einnehmen, schafft es Eleanor Herman trotzdem, mir die jeweiligen Geheimnisse sehr lange vorzuenthalten. Stück für Stück dringt der Leser weiter in die tieferen Schichten der Figuren ein, Häppchen für Häppchen werden die wahren Beweggründe deutlicher – leider wirkte das eine oder andere Häppchen dann jedoch wie ein Wink mit dem Zaunpfahl, glücklicherweise gab es noch genügend weitere Handlungsstränge, die meine Neugier am Buch aufrechterhielten.


Der Schreibstil von Eleanor Herman war sehr detailliert und bringt die damalige Welt des antiken Griechenlands, aber auch Persiens deutlich vor Augen. 
Die Spannung nimmt nur sehr langsam an Fahrt auf, weil sich die Autorin sehr viel Zeit mit der Einführung der Figuren und ihrem Leben in der Zeit 340 v. Chr. lässt. Im Nachwort erklärt sie, dass ihre Geschichte trotz der Fantasy-Elemente so nah an den historisch belegten Tatsachen liegen sollte, wie möglich. Als die Geschichte dann aber in Fahrt kam, gab es durchaus ein paar Spannungsspitzen. Letztendlich endet dieser erste Band auch zufriedenstellend, jedoch fühlt es sich nach Beenden tatsächlich an, als hätte ich trotz der weit über 500 Seiten lediglich die Einleitung in die vierbändige Reihe gelesen und keine eigenständige Geschichte. Ich bin daher sehr froh, dass die Fortsetzung schon bald erscheinen wird.


Urteil:
Mit „Schattenkrone“ führt Eleanor Herman in die mit phantastischen Elementen angereicherte Jugend von Alexander dem Großen ein. Intrigen und Machtkämpfe lauern am Hof des Prinzregenten und jede der insgesamt sieben Perspektiven kämpft um die Durchsetzung der eigenen Interessen. Die Spannung steigt nur sehr zögerlich an, was den Eindruck mehrt, dass es sich lediglich um die Einleitung für die nachfolgenden Abenteuer in der vierbändigen Reihe handelt, auf die ich mich schon sehr freue. 4 Bücher für „Royal Blood: Schattenkrone“.




Reihe:
1. Royal Blood: Schattenkrone
2. Royal Blood: Göttertochter
3. ?
4. ?






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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

hörbuch, kate ling, die ventura reih, wir zwei in fremden galaxien, uta dänekamp

Wir Zwei in Fremden Galaxien

Kate Ling , Uta Dänekamp , Mark Bremer
Audio CD: 336 Seiten
Erschienen bei Rubikon Audioverlag, 17.02.2017
ISBN 9783945986417
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Die Ventura ist ein großes Raumschiff, das sich von der Erde aufgemacht hat, um der Herkunft eines fremden Signals zu folgen, dessen Ursprung 350 Jahre entfernt ist. Daher gibt es an Bord strenge Regeln, die von allen eingehalten werden müssen.
Eine, die sich gegen einige Regeln sträubt, ist Seren, deren Großmutter eine der Menschen war. Serens Mutter ist verstorben. 
Seren ist alles andere als begeistert, als Lebenspartner ausgerechnet Ezra zugeteilt zu bekommen, der arrogant und selbstgefällig ist. Der Gedanke, mit ihm das für die Ventura-Mission notwendige strenge Zuchtprogramm zu erfüllen, scheint eine Katastrophe. Die wird jedoch zu einer echten Qual, als Seren auf Domingo trifft, der trotz seines Alters noch nicht mit seiner Lebenspartnerin vermählt ist.
Das, was sie füreinander empfinden, ist verboten. Und es stehen mehr als nur ihre Gefühle auf dem Spiel...


Meinung:
Ich war sehr neugierig auf die Ventura-Saga und konnte es kaum erwarten, mit dem Hörbuch zu starten.
Sofort zog mich Uta Dänekamp mit ihrer Stimme in die Geschichte. Sie passte einfach perfekt zu Protagonistin Serens sarkastischer (und teils auch sehr pessimistischer) Art, dass ich mich sofort fühlte, als würde sie mir alles live erzählen.


Die Einführung in die Welt an Bord der Ventura erlebte ich in mehreren Episoden, in denen sich Serens Leben verändert. Ich muss zugeben, dass ich anfangs von Serens negativer Art schon beinahe genervt war. Einerseits findet sie wirklich alles schlecht, als sie dann auf Domingo trifft, redet sie über nichts anderes mehr als über ihn und sein Aussehen und wie er auf sie wirkt.
Dieser erste Eindruck ließ dann aber später Kapitel für Kapitel weiter nach, bis ich dann irgendwann wirklich spüren konnte, dass da etwas zwischen den beiden ist. Endlich erhielten die Figuren mehr Tiefe und ich konnte ihr Leiden mitempfinden.
Dabei nahm auch die Handlung an Fahrt auf, Geheimnisse wurden aufgedeckt und neue Bedrohungen und Hürden tauchen auf, ehe die Geschichte sich zum Ende hin in eine Richtung entwickelt, die mich sehr gespannt auf die Fortsetzung macht.


Urteil:
Wenn ich nur den Anfang der Geschichte beurteilen müsste, wären die pessimistische und ziemlich oberflächliche Art von Protagonistin Seren ein gewaltiger Minuspunkt. Ihre Entwicklung, die Kapitel um Kapitel ansteigende emotionale Bindung zu ihr und ihrer verbotenen Liebe Dom und das gelungene Setting jedoch sorgten dafür, das mich "Wir zwei in fremden Galaxien" doch noch überzeugen konnte. Nicht zuletzt dank Uta Dänekamps überzeugender Interpretation schafft es der Auftakt der "Ventura"-Saga auf knappe 4 Bücher.
Ich bin gespannt auf Band 2


Reihe:
1. Die Ventura-Sage: Wir zwei in fremden Galaxien
2. ?






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96 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

trilogie, albträume, jason segel, dritter band, nachtmahre

Nightmares! - Die Stunde der Ungeheuer

Jason Segel , Kirsten Miller , Simone Wiemken
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.02.2017
ISBN 9783791519494
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Inhalt:
Zunächst scheint alles gut. Der Turm der Zwillinge ist zerstört, die Welten sind sicher. Doch Charlie "erwacht" ständig in einem fremden Albtraum und der Turm, in dem sich das Portal zur Anderwelt befindet, ist abgesperrt, weil ICK ständig dort auftaucht. Und eines Tages auch ihre Schwester INK, die einbricht, um ihren Zwilling zu retten.
In der Schule gibt es eine neue Lehrerin, mit der Charlie zufolge etwas nicht stimmt. Und es gibt INK, die plötzlich ebenfalls zur Schule geht und alle Mitschüler erschreckt, weil sie plötzlich ihrem Albtraum gegenüberstehen...


Meinung:
Die beiden Vorgänger habe ich nahezu verschlungen, daher war ich gespannt, wie die Reihe rund um das Albtraumland enden wird.


Erneut gelingt der Einstieg in Jason Segels Welt wie von selbst. Etwas Normalität, dann erste Stolpersteine, ehe die Freunde hinter das große Geheimnis kommen.


Durch diesen dritten Band ziehen sich zahlreiche falsche Fährten, denen der Leser auf den Leim geht, die die Geschichte jedoch konstant am Laufen halten - oder auch den Fokus von der Haupthandlung nehmen. Leider ging für mich stellenweise der Kampf gegen die Antagonisten etwas unter und die Spannung verloren, behandelt aber gleichzeitig wichtige Themen für die Zielgruppe.


Denn neben der Bekämpfung der Bedrohung, die immer mal wieder präsenter und tatsächlich auch größer wird, erlebt Charlie typische Situationen im Alter der Zielgruppe: Familienstreitigkeiten, Unstimmigkeit mit Freunden, Mädchen, ... alles ebenso Quellen für Ängste und Sorgen, die sehr gut ausgearbeitet sind und authentisch rüberkommen.


Der Schreibstil ist der Zielgruppe angemessen, kleine humorvolle Dialoge lockern das Buch auf und machen es zu einem gelungenen Leseerlebnis.


Gegen Ende hin nimmt die Spannung dann noch einmal zu, ehe Jason Segel die Reihe um die Albträume zu einem gelungenen Ende führt, das auch die Zielgruppe mit den Albträumen abschließen lässt.


Urteil:
Nachdem der Kampf gegen die eigentlichen Albträume längst abgeschlossen ist, bringt Autor Jason Segel im finalen Band seiner „Nightmares“-Trilogie noch einmal alles unter, was der Zielgruppe Angst oder Sorgen machen kann. Real werdende Albträume, Streit mit Familie und Freunden und natürlich das andere Geschlecht. Mit einer Portion Humor gewürzt wird so auch der Reihenabschluss zu einem Leseerlebnis, bei dem die Spannung jedoch ein wenig auf der Strecke bleibt. Sehr gute 4 Bücher für „Die Stunde der Ungeheuer“.


Reihe:
1. Nightmares – Die Schrecken der Nacht
2. Nightmares – Die Stadt der Schlafwandler
3. Nightmares – Die Stunde der Ungeheuer






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195 Bibliotheken, 14 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

fantasy, fluch, alchemisten, 2017, carcassonne

Secret Fire - Die Entfesselten

C.J. Daugherty , Carina Rozenfeld , Peter Klöss
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.02.2017
ISBN 9783789133404
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Während sich Taylor am St. Wilfred College einem nahezu unerbittlichen Training widmet, um endlich ihre Kräfte zu kontrollieren, fühlt sich Sacha dort wie ein Gefangener. Unentwegt sucht er in der alten Bibliothek nach Hinweisen über seinen Fluch, denn die Zeit drängt. Ihm bleiben nur noch wenige Tage bis zu seinem achtzehnten Geburtstag, dem Tag, an dem er sterben wird.


Meinung:
Ich konnte mich von Band 1 damals kaum losreißen, so spannend erzählt und so neu war die Idee der Alchemie umgesetzt. Daher musste ich natürlich wissen, wie Taylor und Sacha es schaffen, den Fluch zu brechen (als Happy End-Fan stand kein anderer Ausgang zur Debatte).


Auch wenn Band 2 sehr ruhig startet, geizte C. J. Daugherty mit Rückblicken und kleinen Erinnerungshilfen, so kam so manches Detail erst im Laufe der Zeit wieder in mein Gedächtnis. Taylor und Sacha arbeiten jeder auf seine Weise an der Lösung des Problems. Während Taylor es einfach nicht schafft, ihre enormen Kräfte zu kontrollieren, fühlt sich Sacha unter all den Alchemisten wie ein Aussätziger, gefangen hinter Türen, die sich nur mit alchemistischer Magie öffnen lassen.


Ich musste nicht lange warten, bis sich dann auch das Böse gezeigt und seine geballte Macht über die dunkle Magie demonstriert hat. Und der Gegner ist für die Alchemisten von St. Wilfreds kein Unbekannter und ein Sieg über ihn scheint unmöglich.


Dank des einfachen, lockeren Schreibstils der Autorin flog ich nahezu durch die Seiten. Dennoch hatte ich nicht den Drang, unbedingt weiterlesen zu müssen, wie es noch bei Band 1 der Fall war. Dafür wurde zu wenig Spannung aufgebaut und die kurzen spannenden Momente ebbten schnell ab. Die Suche nach Informationen wird so fokussiert und dann taucht ein wichtiges Detail nahezu aus dem Nichts auf.


Zum Ausgleich konnte ich gleich zwei süße Lovestorys genießen, weshalb ich die Beschreibung "Action trifft Romantik" nur unterschreiben kann. Die durch die personale Sicht beschriebenen Gefühle waren authentisch und die Entwicklung verläuft nicht zu schnell.


Was ich vom Ende nicht behaupten kann. Ich setzte mich eben noch mit dem Showdown auseinander, da war er auch schon vorbei, was ich etwas schade fand.
Nichtsdestotrotz konnte ich gut mit dem Abschluss der Dilogie leben.


Urteil:
Der zweite Band der „Secret Fire“-Dilogie konnte nicht ganz mit seinem Vorgänger mithalten, überzeugt jedoch durch seine flüssige Erzählweise und Romantik mit Action vermischt. Solide 4 Bücher für „Die Entfesselten“.


Reihe:
1. Secret Fire – Die Entflammten
2. Secret Fire – Die Entfesselten




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faun, fantasy, jugendbuch, mechthild gläser, jane austen

Emma, der Faun und das vergessene Buch

Mechthild Gläser
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 13.02.2017
ISBN 9783785585122
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Meinung:
Da mir Mechthild Gläsers "Buchspringer" sehr gut gefallen hat, war ich gespannt auf ihr neuestes Werk, das mich durch dieselbe locker-leichte Art auch sofort für sich gewinnen konnte.
Die Ich-erzählende Protagonistin Emma besucht das Internat Stolzenburg, weil ihr Vater dort Rektor ist.
In den Ferien war sie "nur" bei ihrer Mutter, während die anderen Schüler des Eliteinternats rund um die Welt im Urlaub waren. Doch das stört Emma nicht. Sie hat Freundinnen wie Charlotte auf Stolzenburg und auch die neue Stipendiatin Hannah schließt sie sofort in ihr Herz. Da ein uraltes elitäres Internat nur so nach Geheimbund schreit, plant Emma einen solchen und quartiert ihn kurzerhand in die alte unbenutzte Bibliothek ein.
Beim Aufräumen entdecken die drei Mädchen ein altes Buch in einem Geheimfach und die Geschichte nimmt ihren Lauf.


Gleich zu Beginn tauchen zwei etwas ältere Jungs im Internat auf und machen gewaltigen Eindruck auf Emma - einer davon im negativen Sinn. Denn Darcy de Winter, dessen Familie die Burg gehört, in der sich das Internat befindet, zeigt vom ersten Moment an, wie arrogant manche aufgrund ihrer Herkunft sind, was für Emma ein rotes Tuch ist. Doch dass der äußere Schein trügt, darf Emma erst im Laufe der Seiten herausfinden.


Ich mochte die Idee der Chronik, in die man reinschreibt und die die Dinge dann real werden lässt - mit nicht immer geplanten Folgen, die nie rückgängig gemacht werden können. Was mir an "Emma, der Faun und das vergesse Buch" aber am meisten gefallen hat, waren die zahlreichen falschen Fährten, auf die mich Mechthild Gläser geführt hat. Ich habe mit Emma gemeinsam irgendwie jeden verdächtigt.
Ebenso genießen konnte ich die süße Hatelove zwischen Emma und Darcy, die zwar einen Hauch zu gewollt wirkte, aber trotzdem wahnsinnig Spaß machte. Auch wenn - oder gerade weil - Emma nicht immer das tut, was man von ihr erwartet.


Die gut konstruierte Geschichte der Autorin Eleanor Morland fügt sich perfekt in die Grundidee des Buches ein und bietet Raum für zahlreiche Überraschungen.


Während sich die Lage rund um das Buch, die Texte darin und alte Schauergeschichten über die alte Burg immer weiter verstricken, fliegen die Seiten nur so dahin, getragen von Mechthild Gläsers lockerem Schreibstil und einem Hauch sarkastischem Humor, der in Emmas Erzählweise mitschwingt.


Nägelkauende Spannung war zwar nie vorhanden, aber der Lesefluss und etliche Wendungen gepaart mit alten Chronikeinträgen sorgen neben der Neugier an der Auflösung des Ganzen für einen konstanten Lesespaß.


Gegen Ende hin ging es mir ein wenig schnell, die letzten Infos zur Auflösung kamen zu gehetzt im Vergleich zur langsameren Erzählweise des restlichen Buches. Das letzte Kapitel bildet dann einen wunderbaren Ausklang dieses Einzelbandes.


Urteil:
Mit "Emma, der Faun und das vergessene Buch" hat Mechthild Gläser eine süße Geschichte erschaffen, die vor allem durch ihre Figur Emma lebt. Ihre Gefühle und Gedanken tragen durch das Buch und lassen über kleinere Kritikpunkte gerne hinweggesehen. Wer nach Rätselraten, einer süßen Hassliebe und vielen Geheimnissen sucht, ist hier genau richtig. Sehr gute 4 Bücher für Emma, den Faun und natürlich auch Darcy de Winter.




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prinzessin, prinz, fantasy, attentäter, der kuss der lüge

Die Chroniken der Verbliebenen - Der Kuss der Lüge

Mary E. Pearson ,
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 16.02.2017
ISBN 9783846600368
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Um ihrem Schicksal, dem ominösen Prinzen des Königreichs Dalbreck zu entkommen, flieht die Erste Tochter Lia kurz vor ihrer Hochzeit mit ihrer Bediensteten Pauline in deren ursprüngliche Heimat.


Der Prinz lässt sich dies nicht gefallen und nimmt auf eigene Faust die Verfolgung auf.


Und dann ist da noch ein Attentäter, der darauf angesetzt ist, die bereits angespannte Lage der zwei Königreiche auszunutzen. Die Flucht der Prinzessin ist wie ein Geschenk, das er mit ihrem Tod zu revanchieren erhofft.


Doch keiner der Männer hat Lia vorher kennengelernt...


Meinung:
Der Inhalt des Buches machte mich vom ersten Moment an neugierig und ich habe mich schnell in die Seiten gestürzt.


Die Autorin Mary E. Pearson hielt sich nicht mit einem langwierigen Einstieg auf, sondern warf mich direkt in die letzten Vorbereitungen für die Hochzeit von Lia. Sie erhält das königliche Kavath, eine festliche Körperbemalung, ehe sie die allerletzte Chance des Alleinseins nutzt und aus dem Palast flieht - kurz vor ihrer Hochzeit.
Gemeinsam mit ihrer Freundin schlägt sie sich durch das Königreich und lernt die ersten Entbehrungen kennen. Dabei nutzt sie ihr Wissen, um falsche Fährten zu legen. Denn sie weiß, was sie mit ihrer Flucht riskiert hat: die Vernichtung des zarten Bündnisses zwischen zwei Königreichen, die nur Hand in Hand dem Feind der Vendaner entgegentreten können.


Ihre Flucht hat natürlich für Aufsehen gesorgt und gleich zwei Menschen folgen ihrer Spur...


Hier liegt eins der mich am meisten begeisternden Elemente des Buches. Die Autorin schildert die Geschichte aus mehreren Ich-Perspektiven, manche Kapitel tragen als Überschrift "Kaden", "Rafe" oder auch "Der Attentäter" und "Der Prinz". Eine sehr lange Zeit erfährt der Leser nicht, wer der beiden Jungs besagter Attentäter und welches der verschmähte Prinz ist, denn Namen und direkte Verbindungen werden nur in den "Namenskapiteln" genannt, Hintergründe und Lebensumstände über die anderen Königreiche erfährt man nur in den "Prinz" und "Attentäter"-Kapiteln.


Eins haben beide Jungs jedoch gemeinsam: sie hatten sich die entlaufende Prinzessin definitiv anders vorgestellt und der Attentäter beginnt zu zögern und auch der Prinz wirft seine ursprünglichen Pläne, die Prinzessin nur anzusehen - oder sie vielleicht mit der Wahrheit zu konfrontieren - über Bord.
Während der gemeinsamen Zeit kommen sich Lia und Rafe näher, jedoch auch gegen Kadens Charme ist Lia nicht immun.
Stopp! Der Gedanke an eine klischeehafte Dreiecksgeschichte kann nahezu gestrichen werden, denn Lia ist sich ihrer Gefühle bewusst.
Als dann eine tragische Nachricht eintrifft, muss Lia all ihren Mut zusammennehmen und sich ihrem Schicksal stellen - doch ihre Pläne hat sie ohne den Attentäter gemacht...


Die Komplexität des Weltenentwurfs von Mary E. Pearson wird in diesem Auftaktband nur angeschnitten. Eine dunkle Geschichte der Welt, die immer nur in kleinen Episoden erwähnt wird, alte Götter, besondere Gaben und mehr werden nur angedeutet und der Leser muss mit Lia gemeinsam herausfinden, was sie wirklich bedeuten. So klangen die vereinzelten Zitate aus diversen Quellen der dortigen Welt anfangs verwirrend, ergaben erst später etwas mehr Sinn, doch in Gesamtheit bleibt die wahre Vergangenheit noch verschleiert und wird sich hoffentlich in den Folgebänden weiter offenbaren.


Der Leser nimmt nahezu haarklein an allem Teil, was Protagonistin Lia widerfährt. So kommt es leider hin und wieder zu Längen, die nicht ganz durch das Rätselraten um Prinz und Attentäter ausgeglichen werden konnte. Insbesondere nachdem dieses Rätsel gelöst war, zog sich die Geschichte für meinen Geschmack zu sehr in die Länge, auch wenn die Entwicklung der Figuren so natürlich besser dargestellt werden konnte.


Gegen Ende gibt es keinen großen Showdown, aber eine Entwicklung, die mich neugierig auf die Fortsetzung macht, die bereits im Sommer 2017 erscheinen wird.


Urteil:
Mary E. Pearse hat mir mit "Der Kuss der Lüge" einen gelungenen Start in "Die Chroniken der Verbliebenen" beschert. Trotz der teils vorhandenen Längen überwogen die positiven Eindrücke der Geschichte: Eine komplexe Welt in einer Zeit nach den alten Göttern und der Magie, die immer noch nachwirkt, eine gute Inszenierung des Rätselratens um gewisse Charaktere und eine zarte, glaubhafte Lovestory, die mich für sich einnehmen konnte.
4 Bücher für den Auftakt der Tetralogie!


Reihe:
1. Die Chroniken der Hinterbliebenen - Der Kuss der Lüge
2. Die Chroniken der Hinterbliebenen - Das Herz des Verräters
(Mai 2017)
3. Die Chroniken der Hinterbliebenen - Die Gabe der Auserwählten
(voraussichtlich Herbst 2017)
4. Die Chroniken der Hinterbliebenen - Der Glanz der Dunkelheit
(voraussichtlich Frühjahr 2018)


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fae, fantasy, das reich der sieben höfe, liebe, sarah j. maas

Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen

Sarah J. Maas , Alexandra Ernst
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 10.02.2017
ISBN 9783423761635
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Feyre ernährt ihre Familie durch Jagen. Eines Tages tötet sie dabei einen Wolf, der sich als Fae entpuppt – jene Wesen, die seit langer Zeit von den Menschen durch eine unsichtbare Mauer getrennt leben. Durch den Mord an einem solchen Wesen hat sie einen uralten Vertrag gebrochen und ihr Leben verwirkt. Das Monster, das den Verlust seines Freundes sühnen will, tötet sie jedoch nicht, sondern nimmt sie mit in sein Reich.


Am nahezu verlassenen Hof von Tamlin, dem Fae, erfährt Feyre immer mehr über das Leben der uralten Fae, die aussehen, als könnten sie in Feyres Alter sein. Doch das Reich der Fae befindet sich in großer Gefahr, die auch auf die Menschen übergreifen könnte. 
Ein schwaches Menschenmädchen steht plötzlich uralten Bedrohungen aus den gruseligen Legenden der Menschen gegenüber.


Meinung:
Sarah J. Maas fackelte nicht lange und schickte mich gemeinsam mit Protagonistin Feyre auf die Jagd. Während sie sich der Bedrohung des gigantischen Wolfes gegenübersieht und abwägt, ob sie lieber fliehen und die Beute, die ihre Familie für lange Zeit über die Runden bringen könnte, liegen lassen oder den Wolf töten soll, führte mich die Autorin behutsam in die Welt ein. Sie stellte mir die Bedrohungen vor, die vielen Gerüchte rund um die gefährlichen Fae jenseits der Mauer und die Armut von Feyres Familie.


Es dauerte nicht lange, da wurde die Tür des Hauses aufgerissen und ein Monster zerrte Feyre gnadenlos mit sich: Ein Fae, der sich auf den uralten Vertrag beruft und dennoch Gnade walten lässt, indem er Feyre mit sich nimmt und nicht tötet.
Von Furcht und Zorn – und jenem Versprechen, das sie ihrer sterbenden Mutter gab, die Familie zu schützen, kommt Feyre am Hof von Tamlin an, der in seiner nicht-tierischen Gestalt alles andere als unansehnlich ist.
Dennoch sucht Feyre verzweifelt nach einer Fluchtmöglichkeit, lernt dabei aber die Gefahren, die in Prythian lauern, kennen. Mehr als einmal wird sie von Tamlin oder seinem Botschafter Lucien beschützt, die Feyre gegenüber sehr geheimnisvoll und alles andere als offen sind.


Die Geschichte schreitet zur Zeit des Kennenlernens, der Entwicklung von Feyres innerer Haltung gegenüber dem Hof und der Entwicklung der von mir erhofften Liebesgeschichte sehr langsam voran, das jedoch machte insbesondere Feyre authentisch. Es gab einige Momente, in denen ich mir gewünscht hätte, dass es doch endlich klappt, dass beide nicht so stur sind, doch Sarah J. Maas ließ mich lange zappeln.


Die große Bedrohung, die in Prythian lauert, und die selbst die mächtigen Fae verängstigt, wird immer deutlicher. Stück für Stück enträtselte ich gemeinsam mit Feyre das Geheimnis. Spätestens hier wird mehr als deutlich, dass die Autorin hier von „Die Schöne und das Biest“ mehr als nur inspiriert wurde. Das Biest, Feyre als Gefangene im Herrenhaus, eine Belegschaft, die von Masken „verwandelt“ ist … Leider verdirbt das Wissen ein wenig die vorsichtig gestreuten Hinweise, die kleinen Bemerkungen in den Dialogen und bei einer späteren Wendung der Geschichte war ich drauf und dran, aufzustöhnen, fielen für mich die Begründungen doch alle fadenscheinig aus. Nichtsdestotrotz musste ich erfahren, wie es weitergeht, versuchte Biest und Belle auszublenden und mich weiter auf „Das Reich der Sieben Höfe“ einzulassen, während ich mich durch die entwicklungstechnisch vermutlich notwendigen Längen kämpfte, ehe der nächste Wendepunkt erreicht war und die Spannung tatsächlich anstieg.
Neue Gegner, neue Grausamkeiten, neue Intrigen und viele Schmerzen erwarteten mich während des letzten Drittels des Buches, ehe mich Sarah J. Maas ohne Cliffhanger, aber mit einer doch gezielt gesetzten Szene neugierig auf Band 2 zurücklässt.


Urteil:
„Das Reich der Sieben Höfe: Dornen und Rosen“ ist eine gefühlvolle und zugleich brutale Adaption von „Die Schöne und das Biest“. Ein atmosphärisches magisches Setting, ein verzauberter Hof, gelungene, tiefgründige Charaktere und eine zarte Lovestory – all das kann man am besten genießen, die vorhandenen Längen durchstehen und sich überraschen lassen, wenn man das Wissen um den Verlauf der alten Geschichte komplett ausblendet. Für meine mitfiebernden Lesestunden, all das geteilte Leid und die Hoffnung vergebe ich sehr sehr gute 4 Bücher.


Reihe:
1. Das Reich der sieben Höfe – Dornen und Rosen
2. Original: A Court of Mist and Fury
3. Original: A Court of Wings and Ruin
4. Original: bislang kein Titel
5. Original: bislang kein Titel
6. Original: bislang kein Titel


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wahnsinnig

Afterparty

Daryl Gregory , Frank Böhmert
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 26.01.2017
ISBN 9783596034536
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Zitat:
„Manche Nervenbahnen sind so alt, die Rinnen so tief eingegraben, dass wir nicht um die Erkenntnis herumkommen, in erster Linie Tiere zu sein. Denken, Wille, Selbstbeherrschung? Die sind alle erst später zur evolutionären Party eingetrudelt.“
(S.105)


Inhalt:
Jeder kann sich seine Drogen – legale wie illegale – mittlerweile ausdrucken. Die Smart-Drug-Revolution macht es möglich. Und in dieser Zeit arbeitet eine kleine Firma an der Entwicklung eines neuen Stoffes – N M E 110, später Numen genannt.


Lyda war gemeinsam mit ihrer Frau Mikala an der Entwicklung von Numen beteiligt. Nach dieser verhängnisvollen Party mit einer Überdosis der Droge ist Dr. Gloria, ihr persönlicher Engel, immer an ihrer Seite und Lyda in psychiatrischer Behandlung. Numen sollte nicht weiter vertrieben werden.


Plötzlich scheint jemand die Droge wieder auf den Markt zu bringen. Lyda versucht, die weitere Ausbreitung zu verhindern. Doch um die Verbreitung zu stoppen muss sie den Verursacher finden – und dafür Gesetze brechen. Die Verfolgungsjagd beginnt. Und nicht nur Lyda ist auf der Jagd.


Meinung:
Einmal mehr bin ich mit „Afterparty“ auf ein Buch gestoßen, dass ich so gar nicht auf dem Zettel hatte. Die Story hörte sich jedoch interessant an. Und da ich nun neugierig geworden war, wollte ich auch unbedingt wissen, welche Geschichte sich hier verbirgt.


So las ich in die ersten Seiten hinein und fühlte mich nach kurzem so, wie man sich nach einem Drogentrip fühlen muss. Die erste Überraschung für mich war Dr. Gloria, die ich an sich erst als reale Person empfunden hatte. Mein Erstaunen war groß, als sie sich als imaginärer Engel entlarvte, immer an der Seite von Lyda nach dieser verhängnisvollen Überdosis auf dieser Party. Ab hier begann für mich dann dieses psychedelisch angehauchte Buchexperiment.


Daryl Gregory setzt sodann auch fortwährend auf diese psychisch dominierte Note und lässt vorrangig die nach der Überdosis angeschlagene Lyda ihre Erlebnisse aus Ich-Perspektive in Vergangenheitsform erzählen. Ab und an durften andere Sichten ebenfalls in Vergangenheitsform, jedoch in dritter Person, ein kurzes Intermezzo einflechten. Der Drogenbackground allerdings machte es mir fortwährend nicht immer ganz einfach, Einblicke in die Absichten der handelnden Personen zu erhalten bzw. deren Entscheidungen und Handeln vollends nachzuvollziehen. Insofern entwickelte sich selbst zu der aus ihrer Perspektive erzählenden Lyda eine gewisse Distanz, die sich bis zum Ende nur unmerklich verringern ließ.


Die Idee des Autors ist auf jeden Fall wirklich gut und auch nachvollziehbar. Ich kann nur wortwörtlich sagen „Gnade uns Gott“, wenn unsere Entwicklung tatsächlich eines Tages in diese Richtung steuern sollte. Was wie Science Fiction klingt, ist im Kleinen sicherlich ansatzweise auch heute schon möglich. Die Nebenwirkung von N M E 110 – Numen – ist tatsächlich heftig. LSD und Co. scheinen wie ein Kindergeburtstag neben den von Daryl Gregory geschilderten Wirkungen der vorhandenen Substanzen. Nach der Einnahme fühlt man sich wie von einem göttlichen Wesen begleitet, das über einen wacht. Ein Entzug bringt die enormsten Nebenwirkungen mit sich. Bis hin zum Selbstmord.


Der Autor nutzte die guten Ansätze seiner Idee überwiegend und trieb die Geschichte beständig voran. Kleine Längentäler konnte ich durchschreiten und blieb am Ball. Aus meiner Sicht hat die Geschichte eine Menge Potential, das stellenweise leider nur zu einem kleinen Teil genutzt wurde. Dennoch wurden Verstrickungen gut inszeniert und meine Leseneugier war ungebrochen. Auch zog die Spannung immer wieder an passenden Stellen an. Wirklich gut fand ich die eingebauten Rückblicke in die Vergangenheit der Charaktere, so dass sich das eine oder andere Puzzleteilchen nach und nach zusammensetzte.


Zum Ende hin lässt der Autor die Spannung nochmal enorm ansteigen, baut Überraschungen in den Verlauf ein, bevor er die Geschichte beruhigt und in sich abgeschlossen ausklingen lässt. Ein Ende, wie man es sich nur wünschen kann.


Urteil:
„Afterparty“ hinterließ bei mir einen tiefen Eindruck, verursacht durch bewusstseinsverändernde Substanzen vermischt mit psychedelischen Ansätzen, die mitunter erschreckende Ausmaße annahmen. Diesen Eingriff in meine Psyche belohne ich mit knappen 4 Büchern.


Für alle, die keine Angst vor den Folgen ihres Handelns haben, dabei jegliche Risiken auf sich nehmen und das eigene Wesen akzeptieren.




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weltraum, hexen, kai meyer, science fiction, raumschiff

Die Krone der Sterne

Kai Meyer , Jens Maria Weber
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 26.01.2017
ISBN 9783596035854
Genre: Fantasy

Rezension:


Inhalt:
Baroness Iniza soll die nächste Braut der allmächtigen Gottkaiserin werden und zu ihr nach Tiamande gebracht werden. Um ihrem Schicksal zu entkommen, hat sie ihre Flucht vor den Paladinen und den Hexen des Ordens schon lange geplant. Doch nichts kommt, wie es kommen soll. Sie wird von dem Kopfgeldjäger und legendären „Waffenmeister“ Kranit entführt – glücklicherweise zusammen mit ihrem heimlichen Geliebten Glanis.
Doch anstatt die Baroness wie von Kranit geplant bei seinem Auftraggeber abzugeben, geraten sie an die Alleshändlerin Shara, auf deren Hilfe sie angewiesen sind, und so ihre Ziele ändern müssen – während die Verfolger immer näher kommen und reich an der Zahl sind.

Meinung:
Ich begeistere mich aktuell für Science Fiction und so musste ich natürlich auch zu Kai Meyers „Space Fantasy“ greifen.
Der Einstieg in die fremde Welt gelang leicht, Informationen über die Galaxis flossen direkt in die Umstände ein, in die Protagonistin Iniza geworfen wurde. Sie plant die Flucht vor ihrem Schicksal – die Braut der Gottkaiserin von Tiamande zu werden. Gemeinsam mit ihrem heimlichen Geliebten Glanis hat sie alles geplant – nicht jedoch die Tatsache, dass noch jemand anderes Interesse daran hat, Iniza vor den Fängen des Hexenordens zu befreien. Eins kommt zum anderen und plötzlich befinden sich Iniza und Glanis gemeinsam mit dem Waffenmeister Kranit, der Alleshändlerin Shara und einer Muse im All. Verfolgt von vielen Parteien, die alle ein Interesse an der Besatzung des Schiffes haben.

Der Stil von Kai Meyer ist gewohnt bildhaft und enthält sehr viele Beschreibungen, was die Handlung selbst etwas verlangsamt voranschreiten lässt. Für die Vielzahl an Beschreibungen und den Illustrationen von Jens Maria Weber fiel es mir dennoch schwer, die Galaxis und auch die Besonderheiten zum Aufbau der Schiffe wirklich zu begreifen. Ich persönlich hätte mir nicht allzu genaue Beschreibungen gewünscht, die mehr Raum für die eigene Fantasie lassen und sich mit dieser nicht einen konstanten Kampf liefern. Aber das ist Geschmackssache.

Technisch gesehen (und dabei meine ich nicht die Technik der Galaxis) ist „Die Krone der Sterne“ absolut Lehrbuch-tauglich. Jeder Wendepunkt ist perfekt platziert. Ohne es zu wollen seziert man das Buch nebenbei in diese einzelnen Teile (was erneut gegen die vielen Beschreibungen und die langsamer voranschreitende Handlung spricht, da ich ansonsten gar keine Zeit hätte, darüber nachzudenken) und kann dadurch leider genau sagen, wann es spannend werden soll, wann die nächste wichtige Entscheidung ansteht und wann sich etwas verändert.

Die Galaxis wurde von Kai Meyer wahrlich meisterhaft erfunden und bis ins kleinste Detail ausdetailliert. Ständig wurde das Wissen der aktuellen Erzählstimme revidiert und um neue Hintergründe erweitert, die den Leser Stück für Stück ans große Ganze führen könnten. Doch leider bleiben auch nach Abschluss des Buches sehr viele Fragen offen, was vermuten lässt, dass „Die Krone der Sterne“ nicht der erwartete Einzelband, sondern der Auftakt einer Reihe ist, was mein Leseerlebnis in Nachhinein etwas schmälerte. Dabei ist unerheblich, ob das Ziel vorerst erreicht ist – es bleiben viel zu viele weitere Möglichkeiten, um einen wirklichen Abschluss zu bieten. Daher hoffe ich auf eine Fortsetzung, die meine Meinung zum „viele Fragen offenlassenden Ende“ vielleicht noch revidieren würde.

Urteil:
„Die Krone der Sterne“ ist ein gelungenes Abenteuer in einer fremden Galaxis und hat alles, was ein unterhaltsamer Roman haben muss. Die Vorhersehbarkeit, kleinere Längen und die zu zahlreich vorhandenen offenen Fragen (für einen Einzelband) am Ende schmälerten meinen Lesegenuss ein wenig. 4 Bücher für Baroness Iniza und ihren Trip durch die Galaxis.

Reihe:
?


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5 Sterne Spuk - Rettung für das Burghotel

Christina Foshag
E-Buch Text: 176 Seiten
Erschienen bei Loewe Verlag, 16.01.2017
ISBN 9783732009947
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Meinung:
Melinda MacGoldshoe soll endlich richtig spuken lernen. Natürlich nicht im hauseigenen Schloss, weil die Besitzer keinerlei Angst mehr zeigen. Das Internat kann sie knapp umgehen, indem sie zusagt, für ein oder zwei Jahrhunderte in die Schweiz zu gehen - zu den Nachfahren der MacGoldshoes, weil man nur bei Verwandten spuken kann.

Melinda und ihre Tante Gräfin Greta machen sich dann sofort auf die Reise zu den Goldschühlis. Aus dem Schloss in der Schweiz ist mittlerweile ein Burghotel geworden und es gibt viel zu tun und zu erschrecken. Doch die Söhne des Besitzers, Jost und Kurt, haben keine Angst. Viel zu groß ist die Sorge um das Burghotel. Gespenster hatten ihnen da gerade noch gefehlt.

Oder vielleicht tatsächlich?

Auf altersgerechte Weise präsentiert Christina Foshag ihre sympathische Protagonistin Melinda und macht sie - trotz Gespensterhintergrund - zu einer Person, mit der man sich identifizieren kann. Während des Vorlesens gab es bei uns jede Menge zu lachen (Jokurt - Jost und Kurt zusammen), das Gesicht zu verziehen (Tarantully ist nicht gerade unsere Vorstellung von Haustier!) und vor Erwartung den Atem anzuhalten.

Denn eine große Portion Spannung steckt zwischen dem Spuk: Das Burghotel steht kurz davor, geschlossen zu werden. Der Verantwortliche ist schnell identifiziert und muss natürlich mit allen Mitteln bekämpft werden. Auf humorvolle und nicht immer sofort wirkende Art, versteht sich. Der Zielgruppe entsprechend kommt Buch natürlich zu einem guten Ende für unsere gespenstischen Helden. Wir freuen uns auf weitere Abenteuer von Melinda und den Jokurts.

Urteil:
Mit "5 Sterne Spuk - Rettung für das Burghotel" ist Christina Foshag ein humorvoller und altersgerecht fesselnder Auftakt einer neuen Kinderbuchreihe mit sympathischen Charakteren gelungen. Von Junior, der direkten Zielgruppe, gibt es eine absolute Leseempfehlung und daher verdiente 5 Spielsachen.

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veronica roth, rat der neun, jugendbuch, fantasy, galaxie

Rat der Neun - Gezeichnet

Veronica Roth , Petra Koob-Pawis , Michaela Link
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei cbt, 17.01.2017
ISBN 9783570164983
Genre: Science-Fiction

Rezension:


Inhalt:
In der Galaxie besitzen nahezu alle Menschen durch den "Strom" erhaltene Gaben, die sie auf irgendeine Weise besonders machen. Doch manche Familien sind darüber hinaus mit Schicksalen "gesegnet", die von allen Orakeln gesehen werden. Schicksale, die als unausweichlich gelten.
Ein solches Schicksal tragen auch Akos und sein Bruder Eijeh, die Söhne eines der amtierenden Orakel. Doch sollen sie erst zu gegebener Zeit erfahren, um welches Schicksal es sich handelt.

Ganz im Gegensatz zu dem verfeindeten Volk der Shotet. Dort macht der amtierende Herrscher seinem Sohn schnell klar, dass er eines Tages dem Feind in die Hände fallen wird. Doch so weit will es Ryzek nicht kommen lassen. Nach dem Tod seiner Eltern regiert er mit eiserner Macht und möchte nicht nur die offizielle Anerkennung seines Volkes, sondern strebt nach Größerem. Die besondere Fähigkeit seiner Schwester Cyra ist ihm hierbei von großem Nutzen.

Sein Ziel naht, als der Rat die Schicksale aller offenbart und er Eijeh und Akos entführen lässt und in seinem Palast unterbringt. Eijeh ist ebenfalls ein Orakel und könnte Ryzek helfen, seinem Schicksal zu entkommen.

Während Akos seinen Bruder mehr und mehr verliert, entsteht eine Verbindung zwischen ihm und Cyra, die unglaublicher nicht sein könnte. Durch die Augen des jeweils anderen sehen sie die Galaxie plötzlich ganz anders...

Meinung:
Ich habe mich sehr auf das neue Werk von Veronica Roth gefreut. Der Klappentext klang etwas verwirrend, dennoch stürzte ich mich kopfüber in die fremde Galaxie.
Dort holte mich die eiskalte Realität ein: Ich wurde von Informationen überflutet, in jedem Satz standen fremde Wörter, die man nicht sofort als Name, Ding oder anderes identifizieren konnte. Dieser Infodump über die Welt von Thuvhe und auch die anderen Planeten ließ lange nicht nach, wurde mit den Seiten aber zur Gewohnheit wie die anfangs befremdlichen Zeitsprünge, mit denen Veronica Roth die bisherigen Ereignisse straffte und erklärte.

Als ich dann aber einmal in der Galaxie unter dem Rat der Neun ankam, wurde ich regelrecht mitgerissen.
Die Autorin lässt die Geschichte aus zwei Perspektiven erzählen. Einmal erzählt Cyra, die Shotet, in Ich-Form, der andere Handlungsstrang folgt Akos, dem Thuvhesi, und wird in dritter Person erzählt. Schon im ersten Drittel treffen die Protagonisten zusammen und die Interaktion und Entwicklung nimmt seinen Lauf. Hierbei muss positiv erwähnt werden, dass Veronica Roth nicht immer vorhersehbar handelt oder so, wie es sich der (romantische) Leser vielleicht wünscht. Auch sind Schmerzen und rohe Gewalt allgegenwärtig.

Der Weltenentwurf ist sehr komplex und gut durchdacht, dennoch - oder vielleicht gerade deshalb - sind mir kleinere Logiklücken aufgefallen. Vielleicht liegt es an meiner Person - die selten zu High Fantasy oder Science Fiction greift - und wenn es einmal vorkommt, alles in sich schlüssig finden muss und andere Leser werden sich daran weniger aufreiben. Meinen Lesespaß hat dies - einfach als Tatsache akzeptiert - jedoch kaum getrübt.

Das Buch übt einen zu starken Sog aus, als das man sich über solche Kleinigkeiten stören könnte. Die Spannung steigt kontinuierlich über kleine Spannungsspitzen an, die Entwicklung und teils Unvorhersehbarkeit mancher Handelnden macht es unmöglich, nicht mehr über die Beweggründe erfahren zu wollen. Mit jedem der 5 Teile, in die das Buch untergliedert ist, gewinnt die Geschichte an Tiefe und nimmt einen mehr und mehr gefangen.

Zum Ende hin spitzt sich die Lage für alle Beteiligten zu. Die Autorin scheut sich nicht vor Verlusten, schließt diesen ersten von zwei Bänden jedoch vorerst zufriedenstellend ab. Ich freue mich aber trotzdem auf die Fortsetzung.

Urteil:
Trotz eines wirklich schweren, von sehr vielen Informationen und Fremdwörtern überfluteten Einstiegs, zog mich Veronica Roth mit jedem Kapitel weiter in ihre komplexe Galaxie. Gelungene, wandlungsfähige Charaktere, gut gewählte Spannungsspitzen und eine geringe Vorhersehbarkeit lassen mich am Ende des Buches die Startschwierigkeiten und das Fluchen über die teils zungenknotenverursachenden Namen vergessen und "Rat der Neun - Entfesselt" mit haarscharfen 5 Büchern bewerten. Es kommt selten vor, dass mich ein Buch trotz dieser Kritikpunkte noch so fesseln und überzeugen kann.

Reihe:
1. Rat der Neun – Gezeichnet
2. Rat der Neun - ?
(Voraussichtlicher Erscheinungstermin 2018)

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