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Die fünf Gaben

Rebecca Ross , Anne Brauner , Susann Friedrich
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.02.2018
ISBN 9783551583635
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Vorsicht vor dem Klappentext! Er nimmt zu viel von dem Inhalt des Buches vorweg!
Brienna wurde vor sieben Jahren von ihrem Großvater ins Haus Magnalia gebracht, wo sie eine der fünf Gaben studieren soll. Doch sie selbst weiß genau, dass sie kein naturgegebenes Talent hat. Und doch wurde sie angenommen und steht nun kurz davor, eine Berufene zu werden und einen Gönner zu finden, bei dem sie ein neues Leben beginnen kann.
Während ihrer Studien hat es ihr Master Cartier, ihr Ausbilder in der Gabe des Wissens, sehr angetan. Und doch muss sie nun von ihm fort - und wer weiß, ob sie sich überhaupt wiedersehen werden. 


Meinung:
WARNUNG vorab:
Wer gerne die der Geschichte vorangestellten Namens- und Häuserübersichten stöbert, sollte gewarnt sein. Insbesondere nach Briennas Namen zu suchen, spoilert die Identität des Vaters, der erst sehr spät offenbart wird und eigentlich ein Plottwist darstellen sollte.


Jugendhighfantasy steht grad sehr hoch bei mir im Kurs und so musste ich natürlich auch zum ersten Band von "Valenias Töchter" greifen und stürzte mich sogleich in die Seiten.
Die Ernüchterung kam ziemlich schnell. Denn vorerst heißt es, sehr viel über die Geschichte des Landes, des Nachbarlandes, der Kriege und der zig involvierten Familien zu lernen. All diese Informationen wurden in den Unterricht von Protagonistin Brienna verpackt, die damals eine außerordentliche Zulassung zum Haus Magnalia bekam - nachdem sie ihr Großvater dorthin gebracht hat, weil Brienna Waise ist. Ihre Mutter ist tot, ihren Vater hat sie nie kennengelernt. Sie weiß nur, dass sie zum Teil Maevanierin ist, Blut des Nachbarlandes in sich trägt, das unter dem aktuellen König zu leiden hat.
Während ihrer Studien in Magnolia kommen sich Brienna und ihr "Master" Cartier näher - so nahe es die Statuten zulassen (keine Berührung einer Arden/"Studentin") - dies war auch der rote Faden, der mich die lange Informationsflut dennoch neugierig hat verfolgen lassen. Von ihm erhält Brienna auch das erste Buch, das ihr Ahnengedächtnis erweckt. Dieses Detail fand ich in der Geschichte sehr gelungen und hielt mich bis zum Ende bei der Stange. Während manche andere Dinge so ausführlich dargebracht wurden, verlieren sich andere beinahe - ich hoffe, dass da so einiges in der/den Fortsetzungen aufgegriffen wird.


Ansonsten dauerte es wirklich lange, bis die Geschichte in Fahrt kommt - doch selbst dann ist sie stets ruhig und die Bedrohung ist kaum greifbar. Dasselbe gilt für Briennas Motivation. Sie entwickelt sich, gibt sich kämpferisch, aber leider konnte ich kaum mit ihr fühlen.


Rebecca Ross schildert ihre Geschichte in Ich-Perspektive von Brienna. Ihre Ausdrucksweise ist klar, dem High-Fantasy-Genre angemessen leicht historisch angehaucht.
Der Weltenbau der Autorin gefiel mir richtig gut. Im unterdrückten Königreich Maevana herrscht derzeit ein König, obgleich es immer eine Königin sein sollte. Doch nachdem sie betrogen, ihr und ihrer Familie die Magie geraubt wurde, sitzt eine grausame Famillie an der Spitze des Reiches, in dem Frauen auch im Kampf und Krieg gleichgestellt sind. Die Unterschiede zwischen Maevana und Valenia könnten größer nicht sein. Maevana ist kämpferisch und roh, während in Valenia die Kunst geschätzt wird.


Erst ab Mitte des Buches ging es in Sachen Spannung bergauf. Es gab kleinere Spannungsspitzen, neue interessante Figuren und sogar Twists, ehe das Buch nach einem sehr kurzen Showdown absolut zufriedenstellend endet, weshalb ich mir bis zur Sichtung des Internettitels nicht sicher war, dass es sich wirklich um eine Reihe handelt.


Urteil:
Mit "Die fünf Gaben" hat Rebecca Ross einen interessanten Einstieg in ihre Welt erschaffen, bei dem es jedoch einige Durststrecken zu überwinden gab. Als große Pluspunkte sehe ich das Frauenbild in Maevana und das "abgeschlossene" Ende ohne Cliffhanger. Sehr gute 3 Bücher für den Auftakt von "Valenias Töchter".


Reihe:
1. Die fünf Gaben
2. ?




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503 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 67 Rezensionen

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Vertrauen und Verrat

Erin Beaty , Birgit Schmitz
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.03.2018
ISBN 9783551583833
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
"Je mehr Sage über das Verkuppeln lernte, desto mehr bekam sie den Eindruck, dass es wesentlich zum Erhalt der Nation beitrug."
(S. 90)
"Sie hatte diesen Job aus Verzweiflung angenommen und stellte ihre Entscheidung häufig in Frage, ... Jetzt erkannte sie jedoch, dass es die beste Entscheidung seit langem gewesen war. Denn es war ein Schritt in Richtung Freiheit.
(S. 92)


Inhalt:
Sage ist eigentlich im heiratsfähigen Alter, aber sie ist eigenwillig, ein Sturkopf und alles andere als eine Lady, die man vermitteln kann. Sie würde lieber eine Lehre beginnen und für sich selbst sorgen, um nicht länger ihrem Onkel auf der Tasche zu liegen. Dennoch bekommt sie die Chance, auf die Hohe Kupplerin Mistress Rodelle zu treffen - doch das Gespräch endet nicht mit der Zusage, Sage zum Concordium mitzunehmen, sondern mit einer Anstellung bei der Kupplerin. Sage soll für diese die Eigenheiten der anderen Teilnehmerinnen ausspionieren, während sie sich als eine von ihnen ausgibt, um für die Ladys den perfekten Partner unter dem Adel und den anderen heiratsfähigen Männern zu finden.
Sage willigt ein, macht sich etliche Notizen zu den Frauen - auch während der langen Reise zum Concordium, auf der sie alle von einer Truppe Soldaten zum Schutz begleitet werden. Auch diese sind potentielle Kandidaten für eine Vermittlung, daher tut hier Sage ebenfalls ihr bestmögliches, mehr über die Männer herauszufinden - während unter ihnen welche sind, die unbedingt ihre Geheimnisse beschützen müssen.


Meinung:
Ich durfte dieses Buch weit vorab lesen, kannte außer einer sehr knappen Inhaltsangabe rein gar nichts über das Buch, weder Cover noch finaler Klappentext, noch die zahlreichen kritischen Stimmen zum Original (die ich im Nachhinein gelesen habe), worüber ich sehr froh bin, denn so konnte ich völlig unbefangen und ohne jegliche (durch das Marketing geschürte) Erwartung an den Spitzentitel des Frühjahrsprogramm herangehen und war nahezu von der ersten Seite an gefesselt.


Zu Beginn lernt der Leser Sage kennen, die so gar nicht in dieses historisch anmutende Setting passt. Statt sich zu kleiden wie eine Lady (die sie mehr oder weniger geworden ist, nachdem auch noch ihr Vater gestorben und sie zu ihrem Onkel gezogen ist), trägt sie lieber Hosen, steckt ihre Nase in Bücher, anstatt die Pflichten einer Ehefrau einzustudieren und kletterte im Kindesalter lieber auf Bäume.
Aufgrund dieser Eigenarten sollte sie froh sein, die Chance auf einen Ehemann zu bekommen, die die Connections ihres Onkels möglich machen. Doch das ist sie so gar nicht das, was sie will - und was man deutlich spürt. Mit dem Arrangement, das ihr die Kupplerin vorschlägt, kann sie jedoch leben und nimmt sich der Aufgabe gerne an.


Zeitgleich begleitet der Leser auch eine Handvoll Soldaten, die die Frauen beschützen sollen, weil es immer stärkere Unruhen jenseits der Grenzen gibt und bereits einige Truppen ausländischer Soldaten aufgespürt wurden.


Die Soldaten wurden nun dazu abgeordnet werden, eine Horde Frauen zum Concordium zu begleiten und zu schützen, wo sie endgültig vermittelt werden sollen. Ehe jetzt Aufschreie kommen: nein, es ist weder sexistisch noch antifeministisch, sondern durch das historische Setting sogar sehr plausibel. Hochzeiten werden politisch arrangiert, zukunftsträchtige Verbindungen müssen geschaffen werden, um zu verhindern, was damals zum großen Krieg geführt hat. Doch die Arbeit von Kupplerin Mistress Rodelle geht wesentlich tiefer, wie auch unsere Heldin Sage bald herausfindet. Sie sucht auch nach den persönlichen besten Verbindungen für "ihre Mädchen" und stellt es später nur so dar, dass die Männer "die Wahl" haben. Also keine Angst.


Während mich Sage mit ihrer Art und ihrer neuen Arbeit als Spionin unter den Ladys schon bei der Stange hielt, konnte mich der andere Handlungsstrang zu Beginn noch nicht ganz so begeistern (militärische Strategien und Entwicklungen), doch das sollte sich beim Zusammentreffen von Soldaten und Ladys bzw. beim Treffen von "Maus" und "Star", den von den Soldaten vergebenen Codenamen, ändern. Schnell wird klar, dass der Leser selbst angehalten ist, herauszufinden, wer der unter den teils sehr "berühmten" Soldaten der Spion ist, der seinerseits mehr über die Ladys im Erfahrung bringen soll. Dass dies dann zu romantischen Verwicklungen kommt, kam mir dann sehr entgegen.


Die Lage des großen Trosses spitzt sich immer weiter zu und nun kommen die wahren Stärken von Sage zum Tragen und sie wird die Heldin, die man begleiten möchte, kann ihre Stärken nutzen und sich endlich beweisen.


Die Spannung wird nicht zuletzt durch das Rätselraten angeheizt, das mir zuletzt ein kleines bisschen zu gewollt wirkte (aber dennoch gut gemacht war! Wer "Der Kuss der Lüge" gelesen hat, wird hier ebenso mitraten und mitfiebern) - doch die toughe Protagonistin und die Interaktionen mit Ash machten so viel Spaß, dass dies dem Lesegenuss keinen Abbruch tut. Der Spannungsbogen spannt sich parallel zur Bedrohung durch die Feinde des Landes an und spätestens ab dem Showdown ist es unmöglich, das Buch zur Seite zu legen.


Das Ende ist vorerst zufriedenstellend, doch natürlich muss ich wissen, wie es mit Sage und "ihm" weitergeht.


Urteil:
Mit "Vertrauen und Verrat" hat Erin Beaty einen gelungenen Reihenauftakt mit einer toughen Heldin geschaffen, die absolut nicht den gültigen Konventionen ihrer Zeit entspricht. Rätselraten, einen Hauch kribbelnder Romantik und Spannung durch die Bedrohung von außen machen das Buch zu einem echten Highlight, das ich mit verdienten 5 Büchern honoriere.


Das Label "Fantasy" weckt jedoch völlig falsche Erwartungen, da es außer dem Setting eines fiktiven Landes (bisher?) absolut unfantastisch ist, sondern sich eher historisch anfühlt, was auch die Heiratsvermittlung plausibel macht, weshalb diesbezüglich niemand aufschreien muss.


Reihe:
1. Vertrauen und Verrat
2. Originaltitel: The Traitor's Ruin (Erscheinungstermin 2018)
3. ?






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258 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

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Diamonds For Love – Voller Hingabe

Layla Hagen , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.02.2018
ISBN 9783492311618
Genre: Erotische Literatur

Rezension:


Inhalt:
Ava hat ein Ziel: Ihre eigene Wohnung in New York. Dafür ist sie bereit, hart zu arbeiten. Als Marketingreferentin wird sie von ihrem Boss weltweit eingesetzt. Ihr neuester Auftrag ist es, die aktuelle Kampagne von Bennett Enterprises zu entwerfen und zu begleiten. 
Doch schon die erste Begegnung mit dem CEO Sebastian Bennett sorgt für Ablenkung und eine große Gefahr für ihren Traum: Denn laut ihrem Arbeitsvertrag sind Kollegen - und Chefs - absolut tabu.


Meinung:
"Diamonds for Love" erreichte mich als Überraschung vom Verlag und ich gebe zu, dass ich ohne dies vermutlich niemals zugegriffen hätte. Der Klappentext klingt einfach zu klischeehaft, zu oft gelesen. Und dennoch wollte ich dem Buch eine Chance geben ...


... und kam erst (nach ernsthaften Bemühungen) nach der Hälfte wieder davon los. Das Buch strotzt vor besagtem Klischee. Ich könnte einige Dinge nennen, die - objektiv gesehen - wirklich nicht sehr gut waren: Mindestens einmal pro Seite werden sie oder er als heiß empfunden, Bauchmuskeln, Beine, Brüste oder ähnliches erwähnt, der reiche und doch arme Junge, das Mädchen, das ganz anders ist als alle Millionen anderen vor ihr ... Doch das war egal. Es hat Spaß gemacht, zu verfolgen, wie sich die beiden annähernd, versuchen, zu widerstehen, dann doch flirten, das Prickeln ... 


Die Figuren sind der Autorin Layla Hagen sehr gut gelungen. Sie hat ihren Protagonisten, die abwechselnd in Ich-Perspektive erzählen, ausreichend Tiefe gegeben, um sie interessant zu machen. Ava hat den Traum einer eigenen Wohnung, später vielleicht einer Familie. Sie ist bisher immer an die falschen geraten (wie ihre Mutter) und daher skeptisch gegenüber Männern. Sebastian hat eine riesengroße Familie, die für ihn an erster Stelle steht. Er sucht schon immer nach dem, was seine Eltern seit so vielen Jahren haben: Glück in der Liebe. Doch aufgrund seines Aussehens und Vermögens zieht er immer die falschen Frauen an - wie auch seine Geschwister.


Ab einem gewissen Punkt wurde für meinen Geschmack jedoch zu sehr an der Story gespart und zu viel Fokus auf Intimszenen und Stellungswechsel gelegt. Jegliche angedeutete Konflikte verpufften förmlich, bevor sie zur Hürde werden konnten und so wurde es ein wenig langweilig. Natürlich ist klar, wie es ausgehen wird (in Band 2 geht es nicht mehr um die beiden, sondern um bisherige Nebenfiguren), aber etwas mehr Kampf hätte ja auch nicht geschadet.


Urteil:
Klischee, Kitsch, Übertreibung - das alles spricht eigentlich gegen das Buch und trotzdem übte es einen Lesesog aus, dem ich mich nicht entziehen konnte. Und genau das erwarte ich von solch einem Buch. Es muss mich neugierig machen, abholen und erst am (kitschigen!) Ende wieder hinauslassen. Ab einem gewissen Punkt war die Geschichte etwas zu eintönig und vor lauter Sexszenen war der kleine Konflikt nicht mehr zu finden, was für einen kleinen Dämpfer meiner Euphorie sorgte. Knappe 4 Bücher für "Voller Hingabe".


Reihe:
1. Diamonds for Love: Voller Hingabe
2. Diamonds for Love: Verlockende Nähe
3. Diamonds for Love: Entflammte Sehnsucht
4. Diamonds for Love: Verhängnisvolle Liebe 


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Young Elites - Die Herrschaft der Weißen Wölfin

Marie Lu , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Loewe, 15.01.2018
ISBN 9783785584163
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Adelina sitzt auf dem Thron, eine grausame Herrscherin, die den "normalen" Menschen nun das antut, was ihr und allen anderen Malfettos angetan wurde, während sie an der Seite ihrer Armee ein Land nach dem anderen annektiert. Doch dann kommt eine Nachricht der Dolche: Ihre Schwester Violetta liegt im Sterben und Raffaele bittet sie um Hilfe.


Meinung:
Nach den letzten Erkenntnissen über die Fähigkeiten, die sich gegen die Begabten richten, musste ich natürlich wissen, wie es mit all den Malfettos weitergeht.
Ein Jahr ist vergangen, seit Adelina den Thron an sich gerissen hat. Seither hat sie ihre grausame Herrschaft auf zahlreiche weitere Länder ausgedehnt. Sie sieht überall Feinde und ihre inneren Stimmen schüren ihre Angst vor Verrat. Schon während des zweiten Bandes durchdrang die Dunkelheit immer mehr von Adelina, sodass sie zuletzt einsam auf dem so heiß ersehnten Thron sitzt. Nun greifen die Illusionen immer weiter nach ihr, während sie Land für Land nach ihrer Schwester durchsucht - bis eines Tages ein Brief eintrifft, dass Violetta im Sterben liegt. Sofort macht sie sich auf, nicht nur ihre Schwester, sondern das ganze Land zu holen - landet jedoch in einer seltsamen Allianz, die alles Gekannte verblassen lässt.
Mit Adelina bin ich nie komplett warm geworden. Für ein Jugendbuch ist sie eine wirklich außergewöhnliche Protagonistin, oftmals hat man eher den Eindruck, sie sei die Antagonistin der Reihe. Diese Erkenntnis führte im finalen Band dann dazu, dass ich erkannte, was mir - neben der Antipathie - in der Reihe fehlte: der Held, der wahre Protagonist, der für mich anfangs in Enzo zu erkennen war. So tat ich mich in all den Kapiteln wirklich schwer, mich in der Geschichte zu orientieren, mich niederzulassen und komplett mitzufiebern, auch wenn sie ihre Passagen in Ich-Perspektive erzählt, während eine dritte Person von allen anderen zu Wort kommenden Figuren berichtet.
Die erschaffene Welt von Marie Lu, wie sie seit dem Blutfieber bekannt war, beginnt sich zu verändern. Die Gaben richten sich gegen ihre Herren, die Dunkelheit greift auf die Ozeane über und vergiftet sie. Marie Lu hat ihre Welt wundervoll weitergesponnen, von Beginn an grandios durchdacht und konsequent umgesetzt.
So blieb auch die Spannung immer erhalten, ein Sog entstand und man verfolgte die Geschichte gerne - wenn auch in diesem Band die "Stimmen" überhandnahmen und mich ein ums andere Mal skeptisch die Brauen heben ließen. Der Showdown dann jedoch hat es in sich, war emotional und ich sehnte nichts mehr herbei als ein Happy End. Ob ich dies bekommen habe, verrate ich an dieser Stelle aber nicht.


Urteil:
"Die Herrschaft der weißen Wölfin" war düster, eingehüllt in Stimmen und Illusionen, die nicht nur die Hauptfigur Adelina an ihre Grenzen brachten. Eine konsequente Verfolgung ihres besonderen Weges, letzte Entwicklungen und unerwartete Wendungen sowie jede Menge Action sorgten trotz gewohnter Antipathie zu Adelina für einen Lesesog, der mit einem emotionalen Abschluss belohnt wurde. Knappe 4 Bücher für Marie Lus "Young Elites" und eine Reihenempfehlung an alle, die nicht immer auf der Seite der Helden stehen wollen.


Reihe:
1. Young Elites: Die Gemeinschaft der Dolche
2. Young Elites: Das Bündnis der Rose
3. Young Elites: Die Herrschaft der weißen Wölfin


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220 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 101 Rezensionen

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Pheromon

Rainer Wekwerth , Thariot , Frauke Schneider
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Planet! in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 16.01.2018
ISBN 9783522505536
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
"Die Szenerie im Jugendhaus wirkte auf den ersten Blick normal. Jugendliche hingen ab, tranken, quatschten oder spielten Billard, aber die Gerüche erzählten eine andere Geschichte. Eine Geschichte, deren Text er nicht verstand. Noch nicht."
(S.166)


Inhalt:
Jahrelang wurde Jake von Heuschnupfen geplagt und trägt Kontaktlinsen. Von einen Tag auf den anderen ist er kerngesund. Der Heuschnupfen ist weg, Kontaktlinsen benötigt er nicht mehr. Mehr noch, er kann plötzlich riechen, was andere Menschen fühlen. Nur der goldene Schimmer in seinen Augen beunruhigt ihn. Etwas ist hier sehr seltsam. Als sich Serena, ein wunderschönes Mädchen an seiner Schule, für ihn interessiert und zu einer Party bei sich einlädt, stimmt Jake zu. Doch seltsame Dinge passieren auf der Party. Plötzlich erscheint Serena in einem anderen Licht. Jake will den Dingen auf den Grund gehen. Und ehe Jake sich versieht, steckt er mitten im Kampf um das Überleben der Menschheit.


Meinung:
"Pheromon" ist eines dieser Bücher, die mir in letzter Zeit ständig auf sämtlichen Social Media Kanälen begegnet sind und um Aufmerksamkeit gerungen haben. Irgendwann bin nun auch ich nicht mehr standhaft geblieben und musste zu dieser Geschichte greifen. Einerseits, weil ich Rainer Wekwerth sehr schätze. Andererseits, weil sich die Idee wirklich sehr gut anhörte und ich zudem erleben wollte, wie sich die Geschichte im Autorenduett Wekwerth - Thariot lesen wird.


Der Beginn gefiel mir dann auch schon wirklich gut. Ich erhielt die Basics zum Leben des Protagonisten Jake. Grundsätzlich ist Jake auch mit seinem Leben zufrieden. Er spielt Football und ist ein halbwegs passabler Schüler. Klar, dass es ihn fast umhaut, als er plötzlich vom seit Jahren wiederkehrenden Heuschnupfen befreit ist und zudem überirdisch gut riechen kann. Gefühle anderer Menschen sind für ihn nun kein Geheimnis mehr. Doch natürlich kann er sehr gut damit leben. Erst, als die Merkwürdigkeiten um ihn herum, allen voran das Verhalten von Serena, immer mehr werden, drängt es ihn zum Handeln.


Die Geschichte in "Pheromon" wird hauptsächlich aus zwei Perspektiven erzählt. Genutzt wird hierbei für die Erzählung die dritte Person in Vergangenheitsform. Zum einen erlebte ich die Geschehnisse im Jahr 2018 an Jakes Seite; andererseits hielt mich Travis im Jahr 2118 auf dem Laufenden. Dass es hier einen konkreten Zusammenhang zu den Erlebnissen geben musste, lag damit von vornherein auf der Hand. Doch war ich neugierig, welche Schnittpunkte hier zum Vorschein kommen würden.


Die Geschichte selbst liest sich sehr flüssig. Das Autorenduo hat sich hier wirklich sehr gut ergänzt und die wechselnden Perspektiven fachten meine Neugier an. Auch wenn die Darstellung der Handlung auf mich teilweise statisch konstruiert wirkte, tat dies meinem Lesefluss keinen entscheidenden Abbruch. Ein wenig mehr Charaktertiefe wäre das Sahnehäubchen für meinen Lesegenuss gewesen, doch allein schon die Entwicklungen im weiteren Verlauf der Geschichte hielten mich bei den Seiten. 
Zugegebenermaßen tat ich mich, unabhängig von den bis dahin erlebten stilistischen Höchstleistungen, etwas schwer mit der immer präsenter werdenden Lösung. Ich hatte innerlich gehofft, dass meine Erwartung hierzu getäuscht wird und ich doch noch überrascht werde. 


Auch wenn das Ende für mich dann nicht unbedingt überraschend ausgefallen ist, erlebte ich darauf zusteuernd einen enormen Showdown, der nochmals ein hohes Tempo in die Geschichte gebracht hat. Damit bescherte mir "Pheromon" schöne Lesestunden und ich freue mich auf weitere Werke von Rainer Wekwerth, ggf. ja wieder im Duo mit Thariot.


Am Ende muss ich auf jeden Fall noch auf die Optik des Buches hinweisen. Der Buchschnitt ist einfach genial gestaltet!


Urteil:
"Pheromon" punktet mit Spannung aus zwei Perspektiven und beschreibt ein Szenario, das der Menschheit hoffentlich erspart bleibt. Meine Lesestunden an der Seite von Jake und Travis belohne ich mit sehr guten 3 Büchern.


Für alle, die Dingen auf den Grund gehen wollen, dabei vor unkonventionellen Methoden nicht zurückschrecken und das Wohl der Gesamtheit im Auge behalten.




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81 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

action, erwartungen, familie, flotte handlung, freundschaft, geheimagent, geheimagenten, im zeichen des schwarzen engels, liebe, luke, reagan, romantik, romantisch, schule, spannung

Black-Angel-Chroniken - Im Zeichen des schwarzen Engels

Kristen Orlando , Gisela Schmitt
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 02.01.2018
ISBN 9783959671675
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
"Eine kleine Berührung und ich bin wie elektrisiert. Hoffentlich geht dieses Gefühl wieder weg. Tut es aber nicht. Die Sehnsucht ist immer da, wartet unter der Haut, um hervorzubrechen."
(S.37)


Inhalt:
Seit frühester Kindheit wird Reagan für ihr späteres Leben trainiert. Denn sie soll ein Black Angel werden, genau wie ihre Eltern. Die Black Angel sind eine Geheimorganisation, der die gefährlichsten Missionen anvertraut werden. Unzählige Male musste die Familie zwischenzeitlich umziehen, immer wieder wurden sie von ihren Gegnern aufgespürt. 
Doch dieses Mal ist alles anders. Denn Reagan hat nun echte Freunde gefunden. Und das Kribbeln, das sie empfindet, wenn Luke in der Nähe ist, spricht eine deutliche Sprache. Immer hieß es, Reagan hätte eine Wahl. Hat sie diese Wahl wirklich? Doch ehe Reagan einen endgültigen Entschluss fassen kann, geraten die Ereignisse aus dem Ruder. Reagan handelt instinktiv. Und gerät damit in große Gefahr, denn der Tod ist nicht fern.


Meinung:
Auf "Black Angel Chroniken" bin ich aufmerksam geworden, weil mich der Klappentext und die Idee hinter der Geschichte neugierig gemacht haben. Kaum war das Buch nun bei mir eingezogen, habe ich es auch gleich zur Hand genommen.


Kristen Orlando hielt sich dann auch nicht mit langen Einführungen auf, sondern brachte mich unmittelbar ins Geschehen. Wieder einmal herrschte für Reagan und ihre Eltern große Gefahr. Sie wurden aufgespürt, ein bewaffneter Mann ist in ihr Haus eingedrungen. Mit viel Glück kommen sie heil aus dieser Situation heraus. Doch nun steht, wie so viele Male zuvor schon, wieder kurzfristig ein Umzug und eine neue Identität an.


Reagan fühlt sich in der neuen Umgebung unerwartet wohl. Richtige Freunde kannte sie bisher nicht, doch nun hat sie diese gefunden. Auch Luke, der gleich im Haus nebenan wohnt, scheint auf einer Wellenlänge mit ihr zu liegen. Doch eigentlich kann sich Reagan diese Gefühle nicht leisten. Zu groß ist die Gefahr, dass sie das liebgewonnene Umfeld in Nacht und Nebel wieder verlassen muss. Als Black Angel Familie können sie immer und jederzeit von ihren Gegnern entdeckt und getötet werden.


Kristen Orlando verschaffte mir mit ihrem angenehmen und flüssigen Schreibstil wahrhaft schöne Lesestunden. Die in Ich-Perspektive in Gegenwartsform erzählende Reagan hielt mit Informationen nicht hinter dem Berg und ließ auch Emotionen zu, die bei mir ankamen. Die Autorin geizte nicht mit tempo- und actionreichen Szenen, erreichte damit, dass mein Lesetempo kontinuierlich anzog.


Die in der Geschichte enthaltenen Charaktere empfand ich als authentische Figuren. Mit der Protagonistin Reagan erschuf Kristen Orlando eine wirklich charakterstarke Person, die mich direkt von der ersten Seite an für sich einnehmen konnte. Reagan hatte vor mir keine Geheimnisse. Ihre innere Zerrissenheit zwischen ihrer Zukunft als Black Angel und einem normalen Leben war durchweg zu spüren. Natürlich kann sie ihre Natur nicht abstreiten, doch nun erlebt sie zum ersten Mal, was es heißt, normal zu leben. Zumindest so normal, wie es der Familienalltag mit den täglichen Trainings und den Einsätzen ihrer Eltern zulässt.


Die Idee zur Geschichte empfand ich tatsächlich als neu. Auch wenn in einigen Szenen sicherlich etwas überzogen wird, konnte ich mich dem Sog der Handlung selten entziehen. Ab einem gewissen Punkt zog das Tempo dann nochmals deutlich an und mündete in einem riesigen Showdown. Hier allerdings passten die Bausteine dann nicht immer hundertprozentig zueinander, was dem Lesefluss jedoch kaum bremste. 


Das Ende gestaltete Kristen dann sicherlich nicht ganz so, wie es erwartet hatte, konnte mich damit dennoch vollends zufriedenstellen. Resümierend kann ich feststellen, dass mir "Black Angel Chroniken" temporeiche Lesestunden verschafft hatte.


Urteil:
"Black Angel Chronken" glänzt mit einer erfrischend neuen Idee und vielen tempo- und actionreichen Szenen, hat dabei viele gute Ansätze mit enormen Potential. Meine Lesestunden an der Seite von Reagan belohne ich deshalb mit sehr guten 4 Büchern.


Für alle, die mit permanenter Gefahr leben können, dabei ihr Innerstes nicht vernachlässigen und im richtigen Moment den Mut zum Handeln aufbringen.






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162 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

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Die Duftapotheke - Ein Geheimnis liegt in der Luft

Anna Ruhe , Claudia Carls
Fester Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Arena, 19.01.2018
ISBN 9783401603087
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Meinung:
Ich liebe die Bücher von Anna Ruhe. Sie erschafft ein jedes Mal eine wunderbar phantasievolle Welt, in die es sich lohnt, tief einzutauchen. Die junge Stimme von Uta Dänekamp passt in diesem Fall wieder einmal perfekt zu Luzie, aus deren Sicht die Geschichte in Ich-Perspektive erzählt wird. 


Nach einem kurzen "Expeditionstagebuch" wird der Hörer in Luzies Leben geworfen, die ganz frisch mit ihrer Familie in eine alte Villa gezogen ist, in der es überall seltsam riecht. Nach so vielen fremden Düften, die Luzie nicht zuordnen kann. Es gibt überall geheime Schränke, Türen und ... einen verborgenen Schlüssel, der sie, ihren neuen Nachbarn Mats, der sich für ihren Geschmack zu sehr an der alten Villa interessiert, und ihren kleinen Bruder Benno anspornt, nach dem Schloss zu jenem Schlüssel zu suchen. Dabei stoßen sie auf die "Duftapotheke" und ihre Düfte. Versehentlich geht ein Flakon kaputt und ein Unwetter geht auf die alte Villa nieder. Doch viel schlimmer muss der Duft in jenem Fläschchen sein, das plötzlich spurlos verschwunden ist.


Die Grundidee mit den Düften, die verschiedene Dinge anstellen, ist wunderbar neu. Die oftmals eingeflochtenen beiläufigen Erklärungen, wieso es nicht so abwegig ist, dass verschiedene Gerüche das können, hat mich begeistert. So kennt es doch beispielsweise jeder, dass ein bestimmter Geruch an etwas erinnert, oder? Wenn dann noch ein Hauch Magie hinzukommt ... 
Selbstverständlich gibt es dadurch in der Geschichte unzählige Düfte. Ich hatte beim Hören ständig einen Hauch davon in der Nase, aber vermutlich kann die Zielgruppe mit mehr als der Hälfte davon nichts anfangen, aber das tut dem Spaß daran keinen Abbruch und bietet eine wunderbare Gesprächsvorlage.


Die Geschichte entfaltet sich Stück für Stück, der Hauch Abenteuergeschichte, der Luzie, Mats und Benno umgibt, während sie die verborgene Duftapotheke aufspüren, wird begleitet von den merkwürdigen Ereignissen, die den Auftakt für die zweite Hälfte des Buches bilden. So bleibt es durchweg spannend, interessant und dem Zuhörer wird es unmöglich gemacht, die Geschichte zu pausieren. 


Leider war es ziemlich klar, wer der "Schurke" der Geschichte ist, hier hatte ich gehofft, dass das Schwarz-Weiß-Denken nicht ganz so extrem wäre, doch mit ein paar Kniffen konnte mich die Autorin auch über diese kurze Enttäuschung hinwegführen. Da ich rund 30 Jahre über dem Alter der Zielgruppe bin, ist dies aber absolut zu verschmerzen und Hörer/Leser ab 8 fühlen sich natürlich liebend gerne bestätigt.
Das Ende war dem Zielalter entsprechend positiv und ich hatte nach Abschluss der Geschichte ein wunderbar gutes Gefühl, auch wenn ich Uta Dänekamp noch ewig hätte zuhören können. Das Buch ist abgeschlossen, bietet aber wie auch schon Mount Caravan die Möglichkeit einer Fortsetzung. 




Urteil:
Erneut habe ich ein Kinderbuch von Anna Ruhe mit Begeisterung beendet. Auch mit der "Duftapotheke" erschafft sie ihre eigene, ganz besondere Welt und führt den Leser/Zuhörer tief hinein, ehe sie ihn wieder entlässt. Perfekt gesprochen von der jungen und in genau dem richtigen Maß auf die neugierige Luzie passenden Stimme von Uta Dänekamp wird die Duftapotheke zu einem Hörspaß - nicht nur für die Leser ab 8. Verdiente 5 Bücher für "Die Duftapotheke: Ein Geheimnis liegt in der Luft".




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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Snöfrid aus dem Wiesental - Das ganz und gar fantastische Geheimnis des Riesenbaumes

Andreas H. Schmachtl , Andreas H. Schmachtl
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Arena, 13.10.2017
ISBN 9783401710457
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Meinung:
Nachdem uns die ersten beiden Abenteuer von Snöfrid begeistern konnten, mussten wir natürlich auch zu dem „ganz und gar fantastischen Geheimnis des Riesenbaumes“ greifen.
In gewohntem Erzählton führt Andreas H. Schmachtl in die Geschichte ein und gibt dem (Mit-)Leser seine Wissen über die Recherche über jenes Wesen, das auf den Namen Snöfrid hört und gleichzeitig ein Snöfrid ist, mit.
Danach startet Snöfrids drittes Abenteuer – oder auch nicht. Denn Snöfrid, auch wenn das eigentlich so komplett gegen die ruhige und besonnene Natur eines Snöfrids geht, sehnt sich nach einem Abenteuer – doch es ist ruhig im Wiesental. Seeeeehr ruhig und Snöfrid bleibt nichts anderes übrig, als sich ein Hobby zu suchen und Moos zu züchten/beobachten. Bis ... ja bis es Ärger mit den Bauern im Tal gibt und Snöfrid gemeinsam mit dem Kauz Björn fliehen muss. Ihr Weg führt sie zu Asgrimur, dem anderen Snöfrid, auf der anderen Seite des Wiesentals. Doch dort müssen die Freunde feststellen, dass dieser ebenfalls geflohen ist. Die Horde Bauern auf den Fersen machen sich Snöfrid und Björn auf in die „Lautlosen Wälder“, wo nun wirklich das größte und gefährlichste Abenteuer auf die beiden wartet.
Im Gegensatz zu den Vorgängern war „das Geheimnis des Riesenbaumes“ oftmals sehr tiefgründig, wenn auch nach wie vor locker erzählt. Gier wird angesprochen - die nach Besitz und Macht -, dann geht es um Kriege, kriegerische Stimmungsmache. All dies wird wohl eher den erwachsenen (Vor-)Lesern auffallen, doch auch mein 7-jähriger Sohn, der das Buch nicht bis zum Vorlesen abwarten konnte und selbst weitergelesen hat, fand es teils beklemmend, ehe er dann zum Ende hin von wirklich allen hinabziehenden Gefühlen befreit wurde.
Selbstverständlich verzichtet Andreas H. Schmachtl nicht auf das gewohnt „Hm“ und „Hu“ zur Unterhaltung, doch es kommen noch weitere fantastische Eigenschaften eines Snöfrids zum Vorschein.
Die Spannung war – für das junge Zielpublikum – teils kaum auszuhalten, wurde jedoch immer wieder durch witzige Sprüche aufgelockert. Insbesondere Snöfrids neuer Begleiter Svenni hat es meinem Sohn angetan. Denn das Einhörnchen ist so ganz und gar nicht glitzerschleudernd und regenbogenverursachend, wie Snöfrid und auch alle anderen denken – es kann fliegen und wird zu einer tollen Ergänzung des Abenteurer-Teams.
Ich muss wohl nicht erwähnen, dass am Ende der Geschichte alles gut wird und wir natürlich auf das letzte Wort „Ende?“ bald ein weiteres Abenteuer folgt. 
Abgerundet wird die in drei Teile untergliederte Geschichte wieder durch die zauberhaften und amüsanten Illustrationen des Autors.


Urteil:
„Snöfrid aus dem Wiesental – Das ganz und gar fantastische Geheimnis des Riesenbaumes“ ist tiefgründiger und ernster als seine Vorgänger, bietet dennoch die gewohnte Mischung aus wundervollem ganz besonderem Erzählstil, einer tollen Heldenreise eines sonst so unfreiwilligen Helden mit einer Prise Humor und voller spannender Wendungen und vermittelt dazu noch einige Werte über Freundschaft. Verdiente 5 Spielsachen für unseren Snöfrid.








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108 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

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Luna - Im Zeichen des Mondes

Anne Buchberger
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.10.2017
ISBN 9783492704526
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Inhalt:
Damals wurde Königin Lynda gesagt, dass sie die nächste Mondprinzessin gebären würde und sie entschied sich, das Kind, das so nie hätte entstehen sollen, zu bekommen.


Etwas mehr als 13 Jahre später übt Annalina, die Kronprinzessin des Ardenreichs, fleißig mit ihrer Magie, doch mehr als alle anderen bringt sie nicht zustande.
Dennoch soll sie zur Akademie der Meere, um dort weiter ausgebildet zu werden. Die weite Strecke darf nicht mit Drachen zurückgelegt werden, daher macht sich ein Tross aus Annalina und ihrer Begleitung auf die gefährliche Reise und Annalina trifft auf das Mädchen, von dem sie in letzter Zeit immer wieder träumt.


Meinung:
Gleich zu Beginn muss ich erwähnen, dass meine Erwartungen an „Luna - Im Zeichen des Mondes“ ganz andere waren. Ich habe durch das Label „You&ivi“ und das Alter der Protagonistin eine viel „jüngere“ Geschichte erwartet, habe aber eine Story bekommen, die sich eher wie etwas ältere Fantasy las, was sich immer etwas unstimmig anfühlt.


Annalina ist nicht die vom Volk erwartete mächtige Mondvogel-beseelte Person und ihre Mutter, die Königin, distanziert sich immer weiter von ihr, ganz offensichtlich enttäuscht über diesen Umstand. Denn das Volk braucht diese besonderen Kräfte, um über die dunkle Magierin Gwenda siegen zu können, die immer mehr an Einfluss gewinnt - trotz des etwas unsteten Bündnisses mit dem Regenkönig.


In dieser gefährlichen Zeit soll Annalina durch das ganze Reich reisen, um an der Akademie der Meere zu lernen. Neben ihren drei Beschützern wird die Reisegruppe noch durch ihre zwei Freunde ergänzt, die die Erlaubnis kurzfristig bekommen, Annalina zu begleiten. Schnell wird klar, dass die Reise sogar noch gefährlicher ist, als anfangs gedacht.


Die von Anne Buchberger entwickelte Welt hat zahlreiche tolle Ansätze, erschloss sich jedoch noch nicht bis in die Tiefe. Auch der Schreibstil las sich für mich etwas abgehackt, meist nicht so jung, wie die Altersangabe erwarten lässt, aber für einen Titel der nächsten Alterskategorie war alles etwas zu wenig definiert und tiefgründig.


Die Spannung hingegen würde ich wieder dem Alter ab 10 zuordnen, auch wenn es insgesamt größtenteils sehr ruhig zuging. Ein winziger Hauch Romantik in Form von etwas mehr als Freundschaft gibt es ebenso wie für die Zielgruppe vermutlich durchaus unerwartete Wendungen.


Urteil:
Die Bewertung von „Luna - Im Zeichen des Mondes“ ist mir sehr schwer gefallen. Die zahlreichen guten Ansätze und Ideen sind leider oftmals untergegangen und der für mich nicht dem Alter entsprechende Erzählstil tat sein Übriges. 3 Bücher für Luna und ihre Freunde.


Reihe:
1. Luna: Im Zeichen des Mondes
2. ?
?


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289 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 81 Rezensionen

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Die Legende der vier Königreiche - Ungekrönt

Amy Tintera , Milena Schilasky
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 09.10.2017
ISBN 9783959671316
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Emelinas Eltern wurden im Krieg gegen die Ruined getötet und sie ist auf Rache aus. Sie tötet die Mörderin ihrer Eltern und nimmt ihre Identität an, reist an den verfeindeten Hof von Lera, wo irgendwo ihre entführte Schwester gefangen gehalten wird.
Das Mädchen, deren Identität sie angenommen hat, ist Mary, die Prinz Casimir versprochen ist, und nun ist es an Em, Cas zu heiraten, am Hof von Lera zu leben und gemeinsam mit den Verbündeten der Ruined Lera zu Fall zu bringen, nachdem sie ihre Schwester gefunden hat.
Womit sie jedoch nicht gerechnet hat: Prinz Casimir ist nicht der erwartete Bösewicht und Em alias Mary muss sich eingestehen, dass sie Gefühle für ihn entwickelt.




Meinung:
Aktuell liebe ich Bücher rund um fantastische Königreiche und so hatte mich der Klappentext zu „Die Legende der vier Königreiche: Ungekrönt“ schnell überzeugt. 
Schon das erste Kapitel hat es in sich. Protagonistin Emelina tötet Mary auf deren Reise an den Königshof, wo sie Prinz Casimir von Lera heiraten soll und nimmt eiskalt deren Identität an. Daraufhin reist sie mit ihrem Freund Aren, einem begabten Ruined, an den Hof von Lera, um alles für den Angriff des Königs von Olso vorzubereiten und ihre Rache zu bekommen. 
Schnell findet die Vermählung von „Mary“ mit Prinz Casimir statt, der so finster und arrogant ist, wie Em ihn sich vorgestellt hat. Doch dass auch er nicht mit einer arrangierten Hochzeit oder den kriegerischen Taktiken seiner Eltern einverstanden ist, erkennt sie erst später. Zu spät. Denn sie und Cas kommen sich immer näher, verstehen einander und dennoch steuern die beiden auf den unvermeidlichen Ausgang zu: Den Tod der Königsfamilie beim Angriff der Krieger von Olso und den übrigen Ruined.


Ich war vom ersten Kapitel an gefesselt, nicht zuletzt dank des leichtgängigen Erzählstils von Amy Tintera. Ohne anfänglichen Infodump führt sie den Leser in die von ihr erschaffene Welt und schafft es, ohne großartige Schnörkel alles zu beschreiben und die von Kriegen geplagten Königreiche zum Leben zu erwecken. Dabei muss sich der Leser Stück für Stück die Vergangenheit aneignen. Ab und an gibt es Stellen, an denen ich mir mehr Infos gewünscht hätte, um die Geschichte rund zu machen und leichter folgen zu können, aber das ist Jammern auf hohem Niveau und hat meinen Lesegenuss nicht beeinträchtigt.


Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven in dritter Person erzählt, sodass man tiefere Einblicke in beide Seiten bekommt. Die Figuren sind genau im richtigen Maße ausgestaltet und handeln gut begründet und authentisch. Die „Liebesgeschichte“ entwickelt sich langsam und nicht überstürzt. Em und Cas begegnen sich erst mit Widerwillen, ehe sie hinter die Fassade des anderen blicken.
Auch die wichtigsten Nebenfiguren sind nicht blass und runden die Geschichte gut ab.
Der Fantasy-Anteil ist (in diesem Band?) noch relativ gering. Man erfährt nur am Rande von den Fähigkeiten der Ruined, so ist es vielleicht auch für Nicht-Fantasy-Leser eine Empfehlung.


Die Spannung wird durch den unausweichlichen Angriff auf Lera konsequent gesteigert, während der Leser eifrig die Entwicklung zwischen Em und Cas und deren jeweiliges Dazulernen verfolgt. Mit einigen kleinen Wendepunkten schafft es Amy Tintera, das Tempo wieder zu pushen, auch wenn der Plot insgesamt vorhersehbar ist. Dennoch entwickelt die Geschichte ihren eigenen Sog, dem man nicht entrinnen kann.
Das Ende bietet dann einen Übergang zum nächsten Band, auf den ich mich schon sehr freue.




Urteil:
Trotz kleinerer Mängel konnte mich Amy Tintera mit „Die Legende der vier Königreiche: Ungekrönt“ vollkommen mitreißen. Eine interessante Welt, ein kleiner Hauch Fantasy und dabei eine großartige Entwicklung der Protagonisten, sowohl in charakterlicher als auch romantischer Hinsicht, sorgten für einen absoluten Lesegenuss, den ich mit haarscharfen 5 Büchern belohne.




Reihe:
1. Die Legende der vier Königreiche: Ungekrönt
2. Die Legende der vier Königreiche: Vereint (April 2018)
3. Originaltitel: Allied






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1.551 Bibliotheken, 81 Leser, 1 Gruppe, 185 Rezensionen

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Das Lied der Krähen

Leigh Bardugo , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.10.2017
ISBN 9783426654439
Genre: Fantasy

Rezension:


"Sechs Menschen, aber eintausend Möglichkeiten, wie dieser wahnwitzige Plan schiefgehen könnte."
(S. 452)


Inhalt:
Kaz Brekker wird von allen nur Dirtyhands genannt. Unter diesem Namen ist er berühmt geworden, berüchtigt für seine Unbarmherzigkeit als rechte Hand des Bandenchefs der Dregs, einer der vielen üblen Gangs im Barrel von Ketterdam. Nachdem er wieder einmal sein taktisches Geschick und seine Genialität unter Beweis gestellt hat, wird ihm ein Angebot unterbreitet, das sein Leben ändern könnte: Er soll einen Gefangenen aus der bestgesichertsten Anlage der bekannten Welt befreien.
Ein solches Unterfangen gelingt nicht einmal Dirtyhands allein - und so stellt Kaz eine explosive Gruppe zusammen. Jeder von ihnen mit ganz eigenen Intensionen und Hintergründen, Träumen und Ängsten. 


Meinung:
Leigh Bardugo begeisterte mich vor Jahren mit ihrer russisch-angehauchten High Fantasy-Welt der Grischa und ich war natürlich sehr gespannt, wie mir die Rückkehr in diese Welt gefallen würde.
Vorweg: Zum Lesen von "Das Lied der Krähen" sind keinerlei Vorkenntnisse über die Grischa-Reihe notwendig. Die Einführung in die Welt fällt dann natürlich etwas knapper aus und könnte im ersten Moment befremdlich wirken, aber bei einem Fantasy-Roman kann man ja auch beim Leser etwas Fantasie erwarten.


Der erste Blick in die Welt wirft dann auch sofort die Bedrohung auf: die gefährliche Droge Jurda Parem, die - Grischas verabreicht - deren Macht enorm steigert, sie aber auch gleichzeitig auszehrt. Daraufhin führt Leigh Bardugo Zug um Zug ihre sechs Hauptfiguren ein: 


"Ein Spieler, ein Sträfling, ein missratener Sohn, eine verlorene Grischa, ein Suli-Mädchen, das zur Mörderin geworden war, und ein Junge aus dem Barrel, der noch Schlimmeres geworden war.
(S. 423)


Dabei wechselt sie Kapitelweise die Erzählperspektive, was einen sehr guten Rundumblick verschafft. Der Leser lernt jede Figur in ihrer Außenwirkung kennen, dringt während der Geschichte jedoch immer mehr in die Tiefe. Die Figuren sind allesamt meisterhaft entwickelt. Durch gekonnte Auslassungen schafft es die Autorin, Geheimnisse und Hintergründe erst Stück für Stück aufzudecken, während der Aktionsteil der Geschichte voranschreitet.


So befinden sich irgendwann sechs Gestalten an Bord eines Schiffes, die unterschiedlicher nicht sein könnten und von denen jeder ein Verräter sein könnte - was das Unterfangen noch unmöglicher machen würde, als es ohnehin schon ist.


Das Buch wurde eindeutig nicht umsonst als "Ocean's Eleven" in der Welt der Grischa beschrieben. Bardugo schaffte es jedoch meisterhaft, ihre ganz eigene "Mission: impossible" zu inszenieren und viel Action, Kampfkraft aber auch Geschick und Intelligenz einzubauen. Niemand der sechs Figuren ist entbehrlich, jeder trägt seinen eigenen Teil dazu bei. Und auch wenn nach außen hin all die Ganoven für die hohe Belohnung anheuern, erfährt der Leser immer mehr, wofür der Anteil benötigt wird, Gründe jenseits der primitiven Gier Krimineller.


So sehr ich die Figurentiefe auch lobe, so ist sie doch gleichzeitig mein einziger Kritikpunkt. Denn durch das Gedankenschwelgen und die vielen Rückblicke, um die Hintergründe zu erläutern, kommt das Hier und Jetzt natürlich entsprechend langsamer voran. Hier hätte ich mir persönlich ein bisschen weniger Tiefe und mehr Handlung gewünscht, aber das ist natürlich Geschmacksache.


So bestand die Spannung im größten Teil des Buches darin, hinter die Geheimnisse zu kommen, die Andeutungen von zuvor verstehen zu können. In der zweiten Hälfte des Buches zog die Geschichte dann kontinuierlich an, bis man es zuletzt unmöglich aus der Hand legen kann. Hier gibt es dann doch einige Stolpersteine, die die Handlung vorantreiben, ehe das Buch ruhiger endet - jedoch mit einem klaren Ziel für die Fortsetzung.


Urteil:
"Das Lied der Krähen" lebt von absolut fantastischen Figuren mit viel Tiefgang und deren spürbare Entwicklung. Dabei gerät die Handlung, die durchaus auch zu überzeugen weiß, leider etwas in den Hintergrund. Sehr sehr gute 4 Bücher für eine "Mission: impossible" in einer gelungenen High-Fantasy-Welt.




Reihe:
1. Das Lied der Krähen
2. Originaltitel: Crooked Kingdom






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81 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

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Das Auge von Licentia

Deana Zinßmeister
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Arena, 08.09.2017
ISBN 9783401603506
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Bruchstückhaft kamen die Erinnerungen zurück. Sie öffnete die Augen, doch gleißendes Lichtzwang sie, die Lider sofort wieder zu schließen.
Die Drachen sind da! Es war kein Traum, dachte sie panisch.“
(S.27)


Inhalt:
In Licentia, einem mittelalterlichen Dorf, rückt das Jubiläum immer näher. Bei diesem Jubiläum wird der Name einer oder eines Jugendlichen gezogen, der das Dorf verlassen muss, um zu den Drachenmenschen zu gehen. Jonata fiebert, auch wenn ihr Name nicht im Lostopf sein wird, der Feierlichkeit entgegen. Doch vorher darf sie noch an einer Wildschweinjagd teilnehmen. Hier begegnet sie dem Wolfsbanner Tristan mit seinem Rudel. Eine gefährliche Situation, die jedoch glimpflich ausgeht. 
Von nun an denkt Jonata ständig an Tristan, vernachlässigt sogar ihre beste Freundin. Doch sie darf Tristan nicht treffen, denn das Dorf der Wolfsbanner gehört zu den Feinden Licentias. Und doch passiert es! Tristan und Jonata treffen sich wieder. Das alles wird von diversen Fernsehkameras festgehalten – denn Licentia wurde künstlich geschaffen, zur Unterhaltung von Millionen Zuschauern. Und Jonata ist ohne es zu wissen der Star der Show!




Meinung:
Vor einer Weile habe ich von „Das Auge von Licentia“ gehört und wurde durch die Inhaltsangabe ziemlich neugierig auf die Geschichte. Nun, da das Buch zu mir gefunden hatte, konnte ich gleich mit dem Lesen loslegen.


Zu Beginn traf ich dann auf eine Jonata, die sich auf die bevorstehende Wildschweinjagd freute. Sie lebt im Mittelalterdorf Licentia und wurde von ihrem Vater auch in Dingen wie Jagen und Bogenschießen unterrichtet. Als einziges Mädchen darf sie nun mit auf die Jagd. Doch bei der Jagd passiert etwas Unvorhergesehenes. Jonata trifft auf Tristan, einem Wolfsbanner. Die Wolfsbanner wurden vor Jahren aus Licentia verstoßen, nach diesem Vorfall. Sie gelten als wild und gefährlich, genau wie ihre Wölfe. Das Aufeinandertreffen verläuft glimpflich, doch nun verfestigt sich der Gedanke an Tristan in Jonata. Es wird zum Spiel mit dem Feuer, als sich Jonata und Tristan kurz darauf wiedersehen. 


Deana Zinßmeister erzählt ihre Geschichte in dritter Person in Vergangenheitsform, nutzt dabei den Perspektivwechsel verschiedener Sichten. Hierdurch hatte ich mitunter gegenüber den jeweiligen handelnden Personen einen unwillkürlichen Wissensvorsprung. Die Charaktere werden vorstellbar behandelt, bleiben für meinen Geschmack weitläufig eher blass, so dass sich ein Gefühl von Charaktertiefe nur im Ansatz einstellen konnte. 


Auch wenn von der ersten bis zur letzten Seite eine Gefahr immer wieder angedeutet wurde, war mir diese im Endeffekt doch zu wenig präsent. So kam es, dass der Spannungspegel an einigen Stellen für mich nur stückweise anstieg oder ganz ausblieb. Den zeitweiligen Eindruck berichtsmäßiger Beschreibungen konnten die immer wieder eingebauten Dialoge nicht vollständig auflösen, lockerten den Handlungsfaden aber auch immer wieder auf. Nun gehöre ich nicht unbedingt zur angegebenen Zielgruppe, dennoch kann ich mir durch das Lesen so einiger Bücher des Genres vorstellen, dass genau das dem einen oder anderen womöglich für einen vollendeten Lesegenuss im Weg stehen könnte. Dennoch entwickelt die Idee einer gestellten Szenerie als Teil einer Fernsehshow, von der nur wenige der Bewohner Licentias überhaupt wissen, einen durchgehenden Reiz und weckt damit den exhibitionistischen Teil, der definitiv in jedem von uns steckt.


Besonders positiv hervorzuheben ist definitiv, dass die Autorin eindeutig weiß, wovon sie schreibt. Deana Zinßmann hat für ihre Geschichte und den dort enthaltenen Handlungen gründliche Recherchen durchgeführt. Hier wurde nichts dem Zufall überlassen, jedes Detail ist nachprüfbar und kann auf Glaubwürdigkeit untersucht werden. Auch das geschaffene mittelalterliche Flair weiß zu überzeugen. Hervorragende Arbeit.


Nachdem ein für die Dorfbewohner nicht vorhersehbares Ereignis eingetreten war, führte Deana Zinßmeister ihre Geschichte nach einigen Entwicklungen, Klärungen und Zusammentreffen zu einem alles in allem nachvollziehbaren und zufriedenstellenden Ende. Nun, da ich die Entwicklungen in „Das Auge von Licentia“ kenne, kann ich das optisch wirklich sehr gelungene Buch meinen gelesenen Exemplaren hinzufügen.




Urteil:
„Das Auge von Licentia“ punktet vor allem mit einem mittelalterlichen Flair, das seinesgleichen sucht und lebt von den guten Recherchen der Autorin. Meine Lesestunden im mittelalterlichen Licentia belohne ich deshalb mit guten 3 Büchern.


Für alle, die dem Reiz des Verbotenen versuchen zu widerstehen, dabei Regeln zumindest im Ansatz beachten und dennoch an das Gute in Gänze glauben.






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208 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 90 Rezensionen

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Nalia, Tochter der Elemente - Der Jadedolch

Heather Demetrios , Gabriele Burkhardt
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423717472
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Nalia ist die letzte Ghan Aisouri, die einzige, die den Aufstand und den Massenmord an der obersten Kaste der Dschinns in Ardjinna überlebt hat. Doch anstatt zu kämpfen oder zumindest ihren Bruder aus dem Gefangenenlager zu retten, erfüllt sie Wünsche. Sie wurde in die Menschenwelt verschleppt und verkauft, führt seit Jahren ein Sklavenleben unter ihrem Meister Melek, der seinen dritten Wunsch aufspart, damit sie ihm auf ewig dienen muss. Dabei ist sie die einzige, die die grausame Herrschaft der Ifrits seit dem Überfall auf die Ghan Aisouri beenden kann. Deshalb bekommt sie auch Besuch von dem Rebellenführer Raif, der ihr einen Handel vorschlägt - und das, obwohl er sein Leben lang unter den Ghan Aisouri gelitten hat.


Meinung:
Mich interessieren Bücher mit orientalischem Hintergrund seit einiger Zeit vermehrt, daher musste ich zu "Nalia - Tochter der Elemente" greifen.


Die Autorin zeigt jedoch gleich mit den Einstieg, dass es sich hier um eine tiefere, bedeutungsvollere "Dschinn-Geschichte" handelt. Denn Protagonistin Nalia steckt in ihrer Flasche, zur Strafe eingesperrt in dieser Enge, weil sie ihrem Meister zuwidergehandelt hat. Nalia ist die mächtigste lebende Dschinn und vermag es dennoch nicht, die Fesseln, die sie mit der Flasche und dem mysteriösen Melek verbinden, zu lösen. Stattdessen folgt sie seinen Befehlen, muss seinen Wunsch erfüllen, anderen auf seine Anweisung hin Wünsche zu erfüllen, die ihm zu weltweiter Macht und Einfluss verhelfen.
Sie ist versklavt wie so viele andere Dschinn und völlig machtlos, ihr einziges Ziel zu erreichen: ihren Bruder zu befreien, der im Dschinnreich Ardjinna in einem Arbeitslager der seit dem Umsturz herrschenden bösen Ifrits steckt.
Seit jenem Umbruch fliehen immer mehr Dschinns aus Ardjinna auf die Erde - und landen zu oft bei der Dunklen Karavane, die jene Dschinns dann betäubt und als Sklaven verkauft.


Die Autorin Heather Demetrios hat hier mitunter ein Thema eingebracht, das alles andere als oberflächlich ist. Der Krieg in Ardjinna, die Flüchtlinge, Personen, die ihre traurigen Leben ausnutzen... all das ist perfekt in die Geschichte eingeflossen, die von einer starken Protagonistin erzählt, der ebenso Fesseln angelegt wurden.


Nalias Ziele sind sehr schnell deutlich, doch das Erreichen dieser scheint unmöglich. Stattdessen führt sie ein scheinbar gutes Leben in den Hollywood Hills, hat an Reichtümern alles, was man sich nur wünschen kann und einen Meister, der sie begehrt - und leider auch bestraft, sollte sie sich wieder einmal gegen ihn auflehnen. Und dennoch gibt es eine Seite an ihm, die Nalia anzieht. Ein Gefühl, das sie als Ghan Aisouri nie gelernt hat zu verstehen.
Doch all das ist nichts gegen den Sturm in ihrem Inneren, wenn sie auf den Rebellenführer Raif trifft.


Vor einem kitschigen Liebesdreieck muss ich dennoch nicht warnen. Die Autorin hat den Emotionen für die einzelnen männlichen Figuren gute Begründungen geliefert und übertreibt es auch diesbezüglich nicht. Die Geschichte, deren Spannung dadurch erhöht wird, dass jemand Jagd auf Nalia macht, steht an erster Stelle.


Heather Demetrios wirft immer wieder neue Häppchen und neues Wissen über ihre magische Welt ein, indem sie die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählen lässt. Die Neugier wird durch den Handlungsstrang eines "anonymen" tödlichen Dschinns geschürt, dessen Identität sich nach und nach abzeichnet.


Die Idee, die Welt von Ardjinna und dem Aufstand dort fand ich absolut gelungen. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und trotz der vielen kursiven fremden Dschinn-Begriffe, die man sehr schnell deuten kann, gut zu lesen. Geschickt baute Heather Demetrios Geheimnisse ein, die es nach und nach zu lüften galt.
Dennoch zog sich das Buch an einigen Stellen und ich hatte das Gefühl, nicht von der Stelle zu kommen. Insbesondere das erste Drittel war geprägt von solchen Passagen. Aber das Durchhalten lohnt sich. Wendepunkte - ganz gleich ob von außen oder den Emotionen der Handelnden losgetreten - rissen mich immer tiefer in die Geschichte, dem Showdown entgegen. Doch die Autorin ließ es sich nicht nehmen, einen der Konfliktpunkte des Folgebandes bereits anzudeuten.


Urteil:
Vom Setting und der Idee her fand ich "der Jadedolch" absolut gelungen und die eingeflochtene Liebesgeschichte authentisch. Das auf magische Weise interpretierte Thema der Flüchtlinge und deren teils grausames Leben wurde sehr gut eingeflochten. Die Figuren sind vielschichtig, schwer zu durchschauen und nicht immer nur schwarz und weiß. Doch auch diese Kombination und immer neue Wendungen trösten nicht ganz über die etwas trägeren Passagen hinweg. Daher gute 4 Bücher für den ersten Band von "Nalia - Tochter der Elemente".




Reihe:
1. Nalia – Tochter der Elemente: Der Jadedolch
2. Nalia – Tochter der Elemente: Die flammende Wüste 
(Erscheinungstermin: März 2018)
3. Originaltitel: Freedom’s Slave






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225 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 57 Rezensionen

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Shadow Dragon. Die falsche Prinzessin

Kristin Briana Otts , Tanja Ohlsen
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 25.09.2017
ISBN 9783789108440
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„In meinem Traum hatte ich Schreie gehört und einen stechenden Herzschmerz gespürt. Der Geschmack von getrocknetem Blut lag mir auf der Zunge, und meine Finger schmerzten, als hätte ich mich die ganze Nacht an die Steine gekrallt.“


Inhalt:
Von klein auf wurde Kai zu dem Leben erzogen, das sie jetzt führt. Sie ist eine Onna-Bugeisha, ihr Sein dient einzig und allein dem Leben der Prinzessin. Doch kurz bevor die Königsfamilie zur Krönung des neuen Kaisers aufbrechen will, wird ein Anschlag auf Prinzessin Noriko verübt und sie wird verletzt. Kai sieht der Prinzessin sehr ähnlich und so soll sie vorübergehend in die Rolle von Noriko schlüpfen. Kai muss sich nun im Geflecht der Königshäuser behaupten. Fliegt der Schwindel auf, droht ihr der Tod. Doch nicht nur diese Gefahr gilt es zu vermeiden, denn nach und nach übermannen Kai verbotene Gedanken, die alles verändern könnten.


Meinung:
„Shadow Dragon“ klang nach einer Geschichte, die mich durchaus interessieren könnte. Design des Buches und der Klappentext zielten definitiv auf meinen Lesegeschmack ab und so freute ich mich, als das Buch nun bei mir war. Gespannt öffnete ich das Buch und begann zu lesen.


Auf den ersten Seiten erfuhr ich dann, dass Kai keine richtigen Eltern hatte. Sie wurde als Baby vor dem Tempel der Kosuke abgelegt und gelangte so in die Obhut der Onna-Bugeisha. Ihr Leben war ab diesem Zeitpunkt bereits ausschließlich dem Schutz der Prinzessin gewidmet.


Nachdem die Geschichte dann einen Zeitsprung von 10 Jahren vollführt traf ich nun auf eine Kai, die die Ideale der Onna-Bugeisha für sich verinnerlicht hatte und nicht einmal im Ansatz an diesen zweifelte. Nachdem die Prinzessin bei einem Anschlag verletzt wurde, geriet Kai nun in eine Situation, die nicht zu ihrem bisherigen Leben passte. Doch sie hatte keine Wahl, vieles hing plötzlich von ihr ab. Vielleicht sogar das Wohl des ganzen Königreichs.


Gemeinsam mit Kai versuchte ich nun, die nun vor uns stehenden Klippen in der Etikette der Adelsgeschlechter zu umschiffen. Anfangs unsicher, meisterte Kai diese Hürden immer besser. Und doch wäre sie bei genauerem Hinsehen leicht zu enttarnen gewesen. Aber Kai spielte ihre Rolle von Beginn an wirklich gut. Dass es dabei zunehmend auch ruhigere Passagen gab, konnte ich akzeptieren und war neugierig auf die weitere Entwicklung.


Da die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Kai in Vergangenheitsform erzählt wurde, war davon auszugehen, die Beweggründe und das Handeln der Protagonistin immer eng begleiten zu dürfen. Dies gelang zum großen Teil auch wirklich spürbar, dennoch schlichen sich Entscheidungen ein, deren Beweggründe mir nicht immer erschließbar waren. Kai plagte eine innere Zerrissenheit, einerseits für die Ideale der Onna-Bugeisha zu leben, andererseits aber auch die Vorzüge und die vermeintlichen Freiheiten ihres momentanen vorübergehenden Lebensabschnittes zu genießen. Dazu kommen dann noch die sowohl für sie als auch für mich widersprüchlichen Gedankengänge zu den von ihr zu treffenden Entscheidungen.


Richtig gelungen fand ich das von der Autorin geschaffene asiatische Feeling, das eindeutig das Kernanliegen der Geschichte unterstützt. Die Idee mit einer vertauschten Prinzessin ist sicherlich nicht neu, doch Kristin Briana Otts erschuf für ihr Setting grundsätzlich nachvollziehbare Charaktere und pflegte diese in ihre eigene Weltenidee ein. 


Nachdem der Titel der Geschichte vieles davon erwarten lässt, kamen die Momente, in denen Drachen zum Zuge kamen, etwas ins Hintertreffen. Die Präsenz war durchaus vorhanden, hielt sich dennoch aber eher im Hintergrund. Sobald ein Drachenauftritt erfolgte, erhielt die Geschichte auch etwas mehr an Fahrt. Die Einhaltung der Etikette und das Verhalten der Adelshäuser untereinander standen meines Ermessens nach etwas oft im Fokus.


Die Geschichte gelangte nach einem gelungenen Showdown sodann auch zu einem Ende, das Neugier auf die Fortsetzungen entfachen kann und mich das Buch zumindest vorerst beruhigt zur Seite legen lässt. Ein nachvollziehbares Ende nach den vorangegangenen Entwicklungen.




Urteil:
„Shadow Dragon“ besticht durch ein spürbar asiatisches Setting mit einem hohem vorhandenen Potential. Meine Lesestunden an der Seite der falschen Prinzessin honoriere ich mit knappen 4 Büchern.


Für alle, die sich von Täuschungen nicht blenden lassen, dem richtigen Weg vertrauen und dabei Fehler möglichst vermeiden.




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166 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

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Winterseele - Kissed by Fear

Kelsey Sutton , Ursula Held
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 19.04.2017
ISBN 9783473585083
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Meinung:
Die Idee zu "Winterseele: Kissed by Fear" klang so besonders, dass ich das Buch unbedingt lesen musste. Leider hat es meine Erwartungen nicht getroffen, da der Fokus sehr viel auf das Alltagsleben von Elizabeth gelegt wurde.


Elizabeth kann nichts fühlen. Egal ob Freude, Trauer, Verletzt-Sein. Sie spürt diese Gefühle nicht. Aber sie kann sie sehen, wenn sie andere berühren. Denn seit sie denken kann sieht sie die Welt der Gefühle und der Elemente. 
Die Gefühle haben es aufgegeben, sie berühren zu wollen - alle, bis auf eines: Fear, die Angst. Doch selbst, wenn der gutaussehende Fear Elizabeth berührt, kann sie nur all die schrecklichen Bilder sehen, die er mit seiner Berührung verursacht. Spüren tut sie nichts. Fear ist neugierig und kommt immer wieder - und dabei Elizabeth näher, während sie sich bemüht, eine normale Tochter zu sein in einer Familie, in der häusliche Gewalt an der Tagesordnung steht.


Jener Fokus auf das zerrüttete Leben abseits von Elizabeths Abnormität fühlte sich eher so an, als würde ich einen Jugend-Problemroman lesen, von denen ich mich persönlich immer fernhalte. Daher lechzte ich nach jeder Seite, die mir den Fantasy-Aspekt des Buches näherbrachte. Doch leider ging dieser nahezu unter.


Kelsey Sutton hat eine interessante Welt erschaffen: Gefühle sind 'reale' Personen, alle mit einer besonderen Charakteristik, mit einem speziellen Aussehen (realer als in "Alles steht Kopf"), ebenso Elemente und weitere Wesen, die nur für die Protagonistin sichtbar sind. Wenn eine Emotion in der Nähe ist, spürt man das entsprechende Gefühl, wenn sie jemanden berührt, so wird diese Person mit dem entsprechenden Gefühl überschüttet, das noch lange nachwirkt. So ist die Nähe des Love-Interests Fear (der übrigens als einziger seinen englischen Namen behalten durfte!) normalerweise unerträglich - nicht jedoch für Elizabeth, die ihn sogar küssen kann.


Vor diesem fantastischen übernatürlichen Background jedoch spielt sich das Familiendrama ab: Ihre Familie (bis auf den Bruder) findet Elizabeth und ihre gefühllose Art gruselig, ihr wird mehr als einmal vorgeworfen, dass sie seit jenem Unfall als Kleinkind nicht mehr die Tochter ist wie zuvor. Ihr Vater betrinkt sich ständig, schlägt seine Frau und auch Elizabeth. Nur in Joshua findet sie so etwas wie einen Freund, während ihre beste Freundin kurz vor dem Sterben ist.


Als dann plötzlich ein seltsames Gefühl auftaucht, das Elizabeth nicht benennen kann und sie warnt und ihr rät, sich zu erinnern, steht ihr schon so seltsames Leben Kopf. Es dauert aber seine Zeit, bis es soweit ist und in dieser gab es zahlreiche Passagen, in denen ich am liebsten quergelesen hätte. 
Spannung war ebenso wenig zu spüren wie Gefühle bei der Lovestory, die man bei einem Buch über Gefühle doch irgendwie erwartet.


Die teils philosophischen Überlegungen rund um Emotionen und auch die Auflösung fand ich dann aber wieder fantastisch.


Urteil:
"Winterseele: Kissed by Fear" ist eher ein Buch über ein Familiendrama als die erwartete romantische Lovestory. Der Fantasy-Anteil hat mir ausgesprochen gut gefallen, doch die Distanz zu den Figuren war zu groß, um wirklich mitfiebern zu können. Knappe 3 Bücher von mir und eine Empfehlung eher für diejenigen, die gerne Jugendbücher rund um zerrüttete Familienverhältnisse lesen.






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Bitterfrost

Jennifer Estep , Michaela Link
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.10.2017
ISBN 9783492703833
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Der erste Schultag nach den Ferien läuft für Rory Forseti alles andere als fantastisch. Die gesamte Schülerschaft stichelt und mobbt sie aufgrund ihrer Eltern - obwohl es schon länger her ist, dass sie als Schnitter enttarnt und der Gott Loki von ihrer Cousine Gwen besiegt wurde.
Zu allem Übel beobachtet sie jemanden in Schnitter-Kutte in der Bibliothek der Altertümer bei einem vermeintlichen Diebstahl und sieht, wie zwei der neuen Schüler an der Mythos Academy Colorado sich dem Schnitter stellen, als sie sich plötzlich einer Typhon-Chimäre gegenübersieht. Mit dem frisch gefundenen sprechenden Schwert Babs kämpft Rory und besiegt die Chimäre, die die neue Mitschülerin schwer verletzt hat und die daraufhin stirbt und den wohl hübschesten aber nervigen Wikinger überhaupt zurücklässt...


Doch das waren noch nicht einmal alle Erlebnisse des ersten Tages des neuen Schuljahres...


Meinung:
Ich liebe Jennifer Esteps Bücher und bisher konnte sie mich mit allen Reihen wunderbar unterhalten. Als Fan der Mythos Academy musste ich natürlich auch zum Spin-Off greifen und habe es nicht bereut.


Rory Forseti ist eine wundervolle neue Protagonistin, die es von Anfang an alles andere als leicht hat. Sie wird von allen gemieden und ihr folgen unentwegt Getuschel und Geläster, weil ihre Eltern Schnitter waren. Doch sie versucht, es nicht allzu sehr an sich heranzulassen.
Dass ausgerechnet der heißeste Typ an der Schule die Geschehnisse komplett ignoriert, ist genauso unglaublich wie der Neue an der Schule, der sie nur mit finsteren Blicken beschenkt.


Der Schreibstil ist typisch Estep: sehr viele Wiederholungen (teils voll der Geschehnisse von Gwens Mythos Academy, teils von Dingen, die nur ein paar Seiten weiter vorne standen). Locker und mit Biss und Humor gepaart rast man durch die Seiten, ohne dass wirklich viel passiert ist, was aber wie immer kaum auffällt, weil der Unterhaltungswert sehr hoch ist.


Die Welt selbst ist ja bereits bekannt und wurde nur um die Tatsache ergänzt, dass Loki vielleicht nicht der fieseste Gegner überhaupt war, sondern andere noch schlimmer sein könnten.


Auch an mein Romantik-Herz wurde gedacht. Mit dem Wikinger Ian hat Jennifer Estep einen wirklich wundervollen Bad-Boy-mit-Vergangenheit geschaffen. Ich hoffe in den Folgebänden auf noch mehr Kribbeln und Knistern und freue mich schon sehr darauf.


Wie bereits in den anderen Mythos Academy Büchern kommt der einzelne Band nach einem actionlastigen, dramatischen Showdown zu einem vorerst ruhigen Ende - doch natürlich werde ich auf jeden Fall weiterlesen.


Urteil:
Mit „Bitterfrost“ hat Jennifer Estep einen tollen Auftakt zum „Mythos Academy“ Spin-off „Colorado“ hingelegt. Neue Gegner, Action, Kampf und Artefakte werden alle Fans von Gwen Frost begeistern. 4 Bücher für den Start von Rory Forsetis Geschichte.


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32 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

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Gangster School

Kate Wiseman , Michaela Link
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.10.2017
ISBN 9783492704489
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Meinung:
In "Gangster School" treffen in Blaggards, der berühmtesten Schule für Nachwuchsverbrecher, Milly und Charlie aufeinander, die beide ein Geheimnis haben und nicht auf diese Schule zu gehören scheinen. Sie wollen nicht in die Fußstapfen ihrer berühmten Eltern treten sondern lieber legalen Beschäftigungen nachgehen. Doch die Eltern zu enttäuschen, indem man einfach in Fächern wie "Professionelles Lügen", "Mit Betrug und List zum Erfolg" oder "moderner Diebstahl" total versagt und von Blaggards verwiesen und in die berüchtigte Crumley's Schule für Kleine Kriminelle wechseln muss, wo viele Schüler die Ausbildung nicht überleben? Das ist auch nicht gerade die richtige Entscheidung.


Doch dann kommt gerade das unschlagbare Team Milly und Charlie einer üblen Verschwörung auf den Grund, weshalb es wichtig ist, ihre besonderen Talente zu kombinieren und die böse Pekunia Badpenny zu besiegen.


Die Hauptfiguren Milly und Charlie bieten ein großes Identifikationspotential für die angesprochene Leserschaft. Wenngleich in der Realität natürlich niemand angestiftet werden soll, gut im Lügen oder Stehlen zu werden, sind die inneren Konflikte der Figuren doch die der Zielgruppe: Freunde finden, die Eltern nicht enttäuschen und sich gegen fiese Gleichaltrige wehren. Kate Wiseman hat diese Beweggründe in einer frischen Geschichte verpackt und so Lösungen präsentiert, die alles andere als ein Wink mit dem Zaunpfahl sind.


Die Geschichte ist voller Kuriositäten für Verbrecher-Fans oder Krimigeschichten. Der einfache Erzählstil von Kate Wiseman, eine altersgerechte Schreibweise und gute Dialoge lockern die Geschichte auf. Die Spannung ist ebenfalls auf das Zielpublikum ausgerichtet, lässt den Leser mitfiebern, gönnt ihm jedoch auch Erholungspausen. Natürlich kommt das Buch zu einem guten Ende, sodass der junge Leser „Gangster School“ beruhigt ins Regal stellen kann.


Urteil:
Kate Wisemans „Gangster School“ bietet eine frische Idee und wundervolle Figuren, mit denen sich die Leserschaft identifizieren kann. Humor und Spannung kommen nicht zu kurz, sodass tolle Lesestunden garantiert sind. Von mir gibt es vier Spielsachen für die Schule der Nachwuchsverbrecher.






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319 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

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Young Elites - Das Bündnis der Rosen

Marie Lu , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Loewe, 11.10.2017
ISBN 9783785584156
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Meinung:
Endlich geht es mit der Elite der Begabten weiter!
Adelinas dunkle Seite treibt ihre Rachegedanken ins Unendliche. Sie hasst die Gemeinschaft der Dolche und sie hasst die Königin. Gemeinsam mit Violetta sucht sie nach neuen Verbündeten, um ihren früheren Traum zu verwirklichen: Die Krone von Kenettra auf dem eigenen Kopf zu tragen.
Zufällig erfährt sie von den Plänen der Dolche, Enzo durch die beldainische Königin Maeve wieder von den Toten auferstehen zu lassen und nutzt die Gelegenheit - während das Dunkel sie mehr und mehr umgreift und ihre Illusionen sich immer mehr gegen sie stellen.


Adelina ist keine Protagonistin, die man mögen kann. Sie ist die Böse in der Geschichte, die immer mehr ihrem Hass verfällt. Vielleicht ist das der Grund, warum ich ihrer Geschichte nicht so gerne folge wie der von „Helden“. Adelina ist düster, verletzt andere gerne und aufgrund der Stimmen in ihrem Kopf ist sie meiner Meinung nach schon eher verrückt.
In all der Düsternis war der Begabte Magiano ein wahrer Lichtblick. Ich mochte ihn und seine Wirkung auf Adelina - der sie sich aber natürlich konstant entzieht. So erlosch der einzige Lichtschein, noch ehe er die Dunkelheit um Adelina wirklich erhellen konnte.


All diese Antipathie gegenüber dem „Star“ des Buches machte es mir immer wieder schwer, mich von der noch immer grandiosen Grundidee des Buches komplett mitreißen zu lassen. Die von Marie Lu erschaffene „italienische“ Welt mit den Malfettos und den Kriegen der verschiedenen Völker wurde  weiterentwickelt, die Begabten werden unter der Herrschaft von Königin Giuletta und ihres ersten Inquisitors noch mehr verfolgt und unterdrückt, doch all das konnte ich aufgrund meiner Distanz zu Adelina nur halbherzig mitfühlen.


Die Spannung steigert sich unentwegt, geschickt platzierte Wendungen sorgen für immer neue Spitzen und über all dem schwebt die Finsternis, die Adelina in ihren Fängen hat, und die Blut und Kampf fordert - was in diesem Buch wirklich reichlich vorhanden ist. Das Ende nach einem actionlastigen Showdown bietet eine vorläufige Verschnaufpause, macht aber neugierig auf das Finale der Trilogie.


Urteil:
Wie sehr der Genuss einer Geschichte von der Sympathie der Protagonistin abhängig ist, beweist Marie Lus „Young Elites“. „Das Bündnis der Rose“ ist noch finsterer als sein Vorgänger und die düstere, ihrem Hass verfallende Hauptfigur Adelina macht einem das Lesen nicht gerade einfacher. Ich bevorzuge wohl definitiv die sympathischeren Figuren und muss daher für Adelina einen Punkt abziehen. Haarscharfe 4 Bücher für die düstere, hasserfüllte Adelina und ihre Rache.


Reihe:
1. Young Elites: Die Gemeinschaft der Dolche
2. Young Elites: Das Bündnis der Rose
3. Young Elites: Die Herrschaft der weißen Wölfin (Erscheinungstermin: Frühjahr 2018)




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28 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

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Archie Greene und das Buch der Nacht

D. D. Everest , Nadine Mannchen
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Loewe, 11.10.2017
ISBN 9783785588796
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Inhalt:
Der Club der Alchimisten ist fleißig dabei, die Magie im Geheimen neu zu schreiben, als die geschriebenen Zauber schwarz verbrennen: Die finstere Flamme ist erwacht, als das Buch der Nacht gestohlen wurde.
Es beginnt der finale Kampf gegen die Gierer und die dunkle Magie.


Meinung:
Ich habe die beiden Vorgänger der Reihe verschlungen, deshalb musste ich natürlich auch wissen, wie die Trilogie rund um die jungen Magier endet - und ich wurde nicht enttäuscht.


In gewohntem Stil führt D. D. Everest seine Figuren durch die Geschichte. Archie bekommt auch in diesem Band ein neues Feuermal und eine neue Aufgabe. Seine Lehre als Buchbinder ist abgeschlossen und er wird dem Ältesten Hawke unterstellt, der ihn neue Zauber lehrt.


Viele Geheimnisse werden endlich gelüftet, nicht zuletzt die um Archies Familie und das um den großen Alchemisten Fabian Grey. Altersgerecht werden Stück für Stück Hinweise gestreut, die den älteren Leser vielleicht zu viel sein könnten, weshalb einige „Überraschungen“ zu offensichtlich sind. Dennoch bietet das Buch auch genug Wendungen für die Großen.


Die Spannung bleibt durch immer neue Gierer-Übergriffe auf konstant hohem Niveau und der Showdown steht dem in Nichts nach, wenngleich er auch etwas schnell abgehandelt wurde - die Zielgruppe jedoch wäre vermutlich anderweitig geplatzt.


Urteil:
Auch das Finale von „Archie Greene“ ist ein Feuerwerk an Magie, Freundschaft und Kampf für das Gute.
Für „Archie Greene und das Buch der Nacht“ gibt es volle 5 Bücher und eine absolute Leseempfehlung für die ganze Trilogie an alle Fans von Magie und Büchern!


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20 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 11 Rezensionen

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Luzifer junior - Ein teuflisch gutes Team

Jochen Till , Raimund Frey
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Loewe, 18.09.2017
ISBN 9783785586372
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Inhalt:
Die Ferien sind fast zu Ende, als in der Hölle – nun ja, die Hölle losbricht. Und Luzie ist schuld daran. Also nichts wie raus und zurück zu seinen Freunden von Sankt Fidibus. Doch schon am ersten Tag gibt es Stress mit den Schülern der örtlichen Schule – und der hält an. Luzie, Lilly, Aaron und Gustav müssen etwas unternehmen.


Meinung:
„Zu gut für die Hölle“ war eine absolute Überraschung mit einer völlig neuen Idee, viel Humor und Freundschaft für die ganze Familie. So musste natürlich auch Band 2 einziehen und war binnen kürzester Zeit verschlungen.


Nach einem kurzen Aufenthalt in der Hölle und der Sitzung zur angeordneten neuen Abteilung für Rechtschreib-Ignoranten (ja, bitte!) stellt Luzie etwas sehr Dummes an und ist anschließend froh, wieder oben in der Menschenwelt zu sein. Dort gibt es mehrere Dinge auf seiner To-Do-List (neben Schokolade). Er muss den Spion seines Vaters enttarnen, um endlich Ruhe zu haben, und etwas gegen diese nervigen Typen aus der örtlichen Schule unternehmen, die die Internatsschüler scheinbar piesacken, wie sie gerade Lust haben.
Ausgerechnet Lilly ist es, die die Jungs rettet – und zwar mit etwas, das eindeutig nach Dämonenmagie aussieht. SIE muss die Spionin ihres Vaters sein. So kommt es zum Streit zwischen den Freunden.


„Ein teuflisch gutes Team“ strotzt erneut vor Humor und kleinen Details, die die Geschichte so liebenswürdig machen. In altersgerechter lockerer Schreibweise und teuflisch nüchtern führt Luzie in Ich-Perspektive durch das Buch. Nachdem er in Band 1 menschliche Freunde gefunden hat, kommt es in diesem zweiten Band zu einem Streit mit Lilly, obwohl Luzie sich doch so „gut anders“ in ihrer Nähe fühlt. Es „funkt“ regelrecht zwischen den beiden (und das ist wortwörtlich gemeint). So sind diese ersten alterstypischen Empfindungen ebenso angedeutet wie Zusammenhalt und Freunden.


Die Spannung steigt konstant an, in Sachen lokale Schüler und Enttarnung Spion gleichermaßen, als dann die große Offenbarung am Ende folgt – und absolut neugierig auf den nächsten Band macht.


Urteil:
In „Ein teuflisch gutes Team“ setzt Jochen Till erneut auf Freundschaft und Gerechtigkeit und fügt sogar einen Hauch Verliebtsein dazu. Gemischt mit Humor, einer noch immer genialen Grundidee und einer altersgerechten Portion Spannung ergibt natürlich 5 Bücher für „Luzifer junior“.


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64 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

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Die Macht der verlorenen Träume

Sarah Beth Durst , Nadine Mannchen
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Loewe, 18.09.2017
ISBN 9783785585832
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Inhalt:
Sophie kann nicht träumen. Und wenn sie es mithilfe der destillierten Träume aus dem Traumladen ihrer Eltern doch tun würde, würde das passieren, was in ihrer Kindheit geschah: Sie kann Dinge aus ihrem Traum mit in die Realität bringen.
Dass dies streng verboten ist, ist klar. Dennoch hat sich Sophie so allein gefühlt, dass sie ihren einzigen Freund – Monster aus dem Traum - behalten durfte. Denn vom Traumgeschäft ihrer Eltern, das im Untergeschoss unter deren Buchladen betrieben wird, darf niemand erfahren und Freunde sind daher ausgeschlossen. Aber an Sophies 12. Geburtstag geht einiges schief: Zwei benutzte Traumfänger von Kindern aus der Schule sind plötzlich verschwunden und zuhause wurde eingebrochen. Von all den in Flaschen abgefüllten Albträumen, dem Traumdestilliergerät – und ihren Eltern! – fehlt jede Spur.
Ausgerechnet der Junge, dem Sophie zur Befreiung seiner Albträume einen Traumfänger gegeben hat, will ihr helfen, ihre Eltern wiederzufinden.


Meinung:
Das wundervolle Cover von „Die Macht der verlorenen Träume“ hat mich ebenso neugierig gemacht wie der Klappentext, der ein wunderbar neues Abenteuer versprach – das ich auch definitiv erhalten habe.


Schon der Einstieg ging leicht von der Hand. Ich erfuhr, wie Sophie zu ihrem „Freund“ Monster kam: Indem sie verbotenerweise einen Traum aus dem Laden ihrer Eltern getrunken und geträumt hat. Sie durfte das Wesen mit den fellbesetzten Tentakeln dennoch behalten – als Beschützer. Denn das Traumgeschäft ist alles andere als ungefährlich. Das erfährt Sophie an ihrem 12. Geburtstag, als sich alles verändert.


Die Grundidee des Buches war fantastisch: Träume können in Traumfängern gefangen werden, aus den Netzen befreit und zu einer Flüssigkeit destilliert werden, die – entweder zum Gruseln, zur Phobiebewältigung oder nachbearbeitet zur Befriedigung der Abenteuerlust – von anderen getrunken und geträumt werden können.


Es ist ein gefährliches Geschäft und sollten die Nachtwächter vom geheimen Laden ihrer Eltern erfahren – oder noch schlimmer: von Sophies Fähigkeit, Träume in die Realität zu holen – wäre das ihr Ende. Aber dass noch weit Schlimmeres damit angestellt werden kann, muss Sophie schon bald herausfinden – gemeinsam mit ihrem neugewonnenen „Freund“, der ihr zu verdanken hat, von seinen Albträumen befreit zu sein.


In altersgerechter Sprache führt die Autorin durch Sophies wundersame Welt der Träume. Sophie ist stark und unabhängig, auch wenn sie gerne echte Freunde hätte, weiß sie um die Gefahr, die das Traumgeschäft mit sich bringt und sie hat ja auch ihr Traummonster „Monster“.  Trotz all der fantastischen Elemente konnte Sarah Beth Durst eine Botschaft in die Geschichte einflechten: Wahre Freunde halten immer zu dir und Ängste kann man gemeinsam besiegen.
Die Spannung steigt stetig an, wird aber durch „Monster“ und seine flapsigen Sprüche und weitere lustige Highlights auf ein erträgliches Maß reduziert.


Natürlich kommt „Die Macht der verlorenen Träume“ zu einem kindgerechten Happyend und ich kann das Buch beruhigt meinem kleineren Sohn zum Lesen geben.


Urteil:
„Die Macht der verlorenen Träume“ von Sarah Beth Durst entführt in eine fantasievolle, kindgerechte Welt rund um Monster, gefangene und destillierte Träume und wofür die schlimmsten Albträume gut sein können. Eine spannende Geschichte in altersgerechter Sprache, die ich absolut weiterempfehlen kann. 5 Bücher für Sophie und „Monster“.






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207 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 76 Rezensionen

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AMANI - Verräterin des Throns

Alwyn Hamilton , Ursula Höfker
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei cbj, 11.09.2017
ISBN 9783570164372
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Amani hat im vergangenen Jahr so einige Schlachten für die Rebellion geschlagen, hat Menschen und Freunde verloren. Als sie sich plötzlich im Sultanspalast wiederfindet – ihrer Kräfte beraubt – lernt sie jedoch noch eine andere Seite des Sultans kennen als die des grausamen Herrschers, der mit dem Blut anderer den Thron bestiegen hat und von dem sie so viel gehört hat.


Meinung:
Die „Rebellin des Sandes“ konnte mich mit seiner wundervollen Welt rund um Rebellion und Halbdschinns begeistern und so war ich wahnsinnig gespannt, wie es mit dem Kampf um den Thron weitergehen würde.


Die Ernüchterung kam jedoch sofort mit den ersten paar Seiten. Mit jeder von ihnen wurde ich unsicherer, ob ich etwas verpasst hätte – und das trotz der Personenübersicht zu Beginn des Buches. Es ist nicht nur zwischen dem Erscheinen der beiden Bücher, sondern auch zwischen den Bänden selbst einige Zeit vergangen. Zeit, in der viel passiert ist, das nun immer wieder zwischen das aktuelle Geschehen gepresst wurde. Zeit, die mir fehlte, weil ich nicht dabei war. So gelang die Rückkehr nicht sehr leicht und ich musste mich lange an der Seite von Amani im Rebellenlager orientieren – ein Lager ohne Jin.


Doch dann ging alles Schlag auf Schlag. Kaum war ich angekommen, landet Amani im Palast des Sultans, gefangen Mithilfe ihres wahren Namens, der auch die Kontrolle über jegliche Handlungen von Demjis erlaubt. So ist sie gezwungen, den Sultan zu beraten und im Harem zu leben, wo es alltäglich ist, dass Frauen einfach so verschwinden. Dass sie ausgerechnet dort auf ein bekanntes Gesicht trifft, hatte ich genauso wenig erwartet wie sie.


Alwyn Hamilton spielt erneut wunderbar mit der einerseits modernen, andererseits orientalisch geprägten Welt aus Sand. Sie erzählt das uralte Märchen der Welt vor den Menschen, der unsterblichen Dschinn und der Weltenzerstörerin und lässt diese uralten Legenden immer wieder ins Geschehen mit einfließen. Doch nicht nur alte Legenden. Denn mittlerweile gibt es viele neue Geschichten, die sich die Menschen erzählen: Die vom blauäugigen Banditen oder auch die vom Rebellenprinzen. Geschichten, die es auch fortwährend zu erzählen gilt.


Nach dem etwas schwierigeren Einstieg war ich wieder gebannt von ihrer Welt, auch wenn der Aufenthalt im Sultanspalast einer längeren Atempause gleichkam. Dennoch platzierte die Autorin stets Geheimnisse, Auslassungen oder Intrigen, für die es sich lohnt, weiterzulesen. So erwischte sie mich auch immer wieder eiskalt mit der einen oder anderen unvorhergesehenen Wendung, was bis zum Schluss anhielt.


Die Erzählweise gleicht der aus Band 1, Amanis Ich-Perspektive besticht immer wieder durch einen leicht sarkastischen Ansatz, insbesondere in weniger bedrohlichen Zeiten. Der Schreibstil ist nicht zu ausdetailliert, aber auch nicht zu kühl, weshalb ich mich über die – viel zu seltene – Zweisamkeit von Amani und Jin freute. Letzterer lässt sich übrigens erschreckend lange Zeit mit seinem ersten Auftritt und ist auch ansonsten ein eher seltener Gast in diesem zweiten Band – woran Nicht-Romantik-Fans sicherlich Gefallen finden werden.
Die Spannung steigt kontinuierlich an und zuletzt ist es ein wahres Feuerwerk an Schockmomenten, das mich sehnsüchtig auf den dritten Teil warten lässt.


Urteil:
„Verräterin des Throns“ ist eine gelungene Fortsetzung im Land aus Sand und Dschinn-Geschichte und besticht durch überraschende Wendungen und immer neue Entwicklungen, die den schwierigen Einstieg und die zäheren Passagen schnell vergessen lassen. 4 Bücher für den zweiten Band der „Amani“-Reihe.




Reihe:
1. Amani: Rebellin des Sandes
2. Amani: Verräterin des Throns
3. Originaltitel: Hero at the Fall






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337 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 55 Rezensionen

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Almost a Fairy Tale - Verwunschen

Mara Lang , Alexander Kopainski
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter Verlag, 15.09.2017
ISBN 9783764170684
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Natalie ist verliebt. Dass er ein Prinz ist, ist weniger der Hinderungsgrund, als seine Agententätigkeit für die OMB (Organisation für magische Belange). Denn bislang hat Natalie Kilian nicht erzählt, dass sie eine Hexe der Klasse A ist (eine sehr Menschliche, die nicht zaubert). 
Als sie dann jedoch wirklich zaubert, nimmt das Chaos seinen Lauf - mit nie geahnten Folgen.


Meinung:
Ich mochte Mara Langs Schreibstil und Erzählweise schon in einigen anderen ihrer Bücher. Begeistert vom Klappentext und dem zauberhaften Cover musste ich "Almost a Fairy Tale" einfach lesen.


Der Einstieg war sehr abrupt. Mara Lang warf mich direkt in die Welt von Mitran im Jahr 2030. Die deutsche Großstadt (Hauptstadt?) wird von zahlreichen Magischen bevölkert, magische Dienstleistungen können angeboten werden usw. 
Darin lag für mich auch der absolut größte Pluspunkt des Buches. Märchen, insbesondere die der Geschwister Grimm, sind/waren real und werden "magische Chroniken" genannt. Zahlreiche Abkömmlinge der unterschiedlichen Familien tummeln sich noch heute auf der Welt. So wünscht man sich das passende Wetter beim Wetterwünschdienst Frau Holle, geht für 1 Taler All you can eat-essen bei "Tischlein deck dich". Es gibt zig Anspielungen, mal mehr, mal weniger deutlich, die das ganze Buch durchziehen und mich faszinierten.


Doch neben diesem ganz besonderen märchenhaften Zukunftssetting hat das Buch weit mehr zu bieten. Denn die Magischen werden im Deutschland des Jahres 2030 alles andere als gleichgesetzt behandelt. Lediglich Magische der Kategorie A (menschliche Magische, die nicht zaubern) haben dieselben Rechte wie Menschen, alle anderen müssen auf andere Schulen, dürfen keinen gehobenen Gewerben nachgehen usw. Kriminelle Magische werden direkt ins "Gefängnis" des OMB gebracht, wo sie vor sich hinvegetieren. Und genau hier setzt die Antagonistin an - denn sie kämpft scheinbar für die Befreiung der Magischen.


Dieser Kampf ist wortwörtlich zu nehmen. "Almost a Fairy Tale" ist nahezu eine Aneinanderreihung von Actionszenen. Es gibt gefühlt kaum eine Doppelseite, auf der nicht gekämpft wird, nichts explodiert oder jemand genau davor flieht. Ich mag Action in Büchern, aber hier war es mir zu viel.


Zusätzlich hatte ich Probleme mit den Emotionen der Figuren. Mara Lang lässt die Geschichte aus zahlreichen Perspektiven von einer dritten Person erzählen. Der Leser ist also überall dabei, hat jedoch eine sehr große Distanz zu den Charakteren. So hat mich weder die Romanze zwischen Natalie und Kilian berührt, noch dass jemandem etwas angetan wurde. Vielleicht war ich aber auch durch das viele Leiden und Bluten abgestumpft oder dass die Antagonistin immer noch eins draufsetzt. Ich bin mir hier auch nicht sicher, ob es sich vom Alter der Figuren und den vielen Beschreibungen und Tagesabläufen des "Jobs" von Kilian oder Paige noch wirklich um ein Jugendbuch handelt oder eher einem Krimi oder so. Für mich fühlte es sich zu "erwachsen" an.


So war die Spannung durch die viele Action sehr hoch, etliche Überraschungsmomente schockierten und machten immer weiter ersichtlich, wie schlecht es um die Figuren steht. Was mich aufgrund der fehlenden Verbundenheit weit weniger berührt, als es sollte. Dennoch interessierte mich natürlich Natalies Entwicklung, die wirklich sehr gelungen ist. Sie gewinnt an Stärke und Einsicht und stellt fest, dass nicht alles in ihrer bisherigen Welt so toll und wundervoll ist wie gedacht. Aus genau jenem Grund bin ich gespannt, wie es im zweiten Teil der Dilogie weitergeht.


Urteil:
Mara Langs "Almost a Fairy Tale" ist ganz anders und absolut nicht so märchenhaft und romantisch wie erwartet. Eine fantastisch ausgestaltete märchenhafte Zukunftswelt mit allerhand Details, eine gute Entwicklung der Hauptfiguren und jede Menge Action stehen zu viel Action und einer großen Distanz zu den Figuren gegenüber.


Reihe:
1. Almost a Fairy Tale: Verwunschen
2. Almost a Fairy Tale: Vergessen 
(Erscheinungstermin Februar 2018)


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Snow

Danielle Paige , Anne Brauner , Eva Schöffmann-Davidov
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 19.09.2017
ISBN 9783522202374
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Inhalt:
Snow ist schon sehr lange in der psychiatrischen Anstalt. Ihre einzigen „Verbündeten“ sind eine Pflegerin und ein anderer Patient namens Bale. 
Mit Snow stimmt etwas nicht. Da sind nicht nur diese Träume, sondern es passieren auch seltsame Dinge um sie herum. Als Bale dann entführt wird und der Junge aus ihren Träumen ihr anbietet, ihr bei der Suche zu helfen, flieht auch sie aus der Anstalt und tritt durch den Baum in das Land ihrer eigentlichen Herkunft: Algid. Und dort ist sie bekannt wie ein bunter Hund, denn sie ist es, von der die Prophezeiung spricht. Sie kann die grausame Herrschaft ihres Vaters beenden oder – wenn er sie tötet – für immer und ewig besiegeln.


Meinung:
Das Cover des Buches ist ein wahrer Hingucker und lockt den Leser geradezu, zum Buch zu greifen. Doch anders als vom Klappentext erwartet startet das Buch nicht in Algid, dem „Königreich aus Eis und Schnee“, sondern im Staat New York in einer psychiatrischen Anstalt. Dort lernt der Leser Snow kennen – deren Lebenserfahrung sich auf eine Serie beschränkt und die scheinbar ewig währende Liebe zu dem Mitpatienten Bale. Als dieser dann aufgrund eines Kusses mit Snow verrückt wird und isoliert werden muss, vermisst sie ihn so sehr, dass sie sich zu ihm schleicht – und zusieht, wie er auf mysteriöse Art entführt wird.
Nur wenig später verlässt auch sie die Anstalt und betritt ihre wahre Heimat: Algid. Allein zum Zweck, Bale zu retten.


Die Welt von Algid wurde mit zahlreichen Details einfach wundervoll gestaltet. Schneemonster, Flusshexen, kleine Magie in Fläschchen – es gibt so viele Kleinigkeiten, die das Buch liebenswürdig machen und auch der Schreibstil der Autorin ist angenehm, wenn auch sehr kühl und nüchtern.


Leider sind dies die einzig positiven Aspekte des Buches. Denn mir hat einiges weniger zugesagt. Allen voran die treibende Kraft des Buches, die immer und immer wieder erwähnt, aber nie „erlebt“ wird: die unsterbliche Liebe zu Bale. Wegen ihm verlässt Snow die gewohnte Umgebung und folgt einem Fremden, lässt sich von einer Seite zur anderen ziehen, von einem Ort zum anderen. Liebe ist ein Hauptmotivator in Büchern, aber sollte die Protagonistin dann nicht einen anderen Jungen küssen und einen weiteren fast. Auch wird die Liebe wirklich nie gelebt. Selbst die zahlreichen Rückblicke, die die Beziehung von Snow und Bale näherbringen sollen, sind so emotionslos geschildert, dass es unmöglich ist, mitzufühlen. So erlebt man die Protagonistin nur komplett inkonsequent. Dazu ist sie egoistisch, was sie keinesfalls sympathischer macht. Sie erwähnt in jeder Szene, dass sie alle, die ihr helfen und auf sie setzen, verlassen wird, sobald sie Bale hat. Und das obwohl sie die ausgelobte Retterin aus der Prophezeiung ist, die einzige, die genug Macht hat, den König zu stürzen.
Dem ganzen Roman fehlt es an Tiefe – und an Romantik. Für ein laut Internettext als „für alle, die von Romantasy mehr erwarten“ beworbenes Buch liegt die Erwartung daran natürlich hoch. Aber selbst theoretisch romantische Szenen sind durch die kühle Erzählweise aus Snows Sicht nicht wirklich romantisch.
Spannung ist grundsätzlich vorhanden, es gibt zahlreiche Wendepunkte, die ich so auch nicht erwartet hätte (dazu gehören auch Küsse mit Fremden trotz unsterblicher Liebe zu einem anderen), doch der Lesespaß ist bei mir im Laufe der Geschichte leider auf der Strecke geblieben. Im Showdown gibt es noch einmal neue Wendungen, ehe der Roman mit einem Locken für Band 2 endet, zu dem ich nicht greifen werde.




Urteil:
„Snow: Die Prophezeiung von Feuer und Eis“ besticht durch eine detaillierte Welt des ewigen Eises und einem gut zu lesenden Schreibstil. Die Figuren jedoch bleiben blass bis unsympathisch, die treibende Kraft der Protagonistin ist ebenso wenig fühlbar wie alle anderen Emotionen in dem Buch und Romantik sucht man größtenteils vergeblich. Haarscharfe 3 Bücher für diesen Auftakt von Danielle Snow.




Reihe:
1. Snow: Die Prophezeiung von Feuer und Eis
2. Originaltitel: Stealing Snow
?






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Scythe – Die Hüter des Todes

Neal Shusterman , Pauline Kurbasik , Kristian Lutze
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 21.09.2017
ISBN 9783737355063
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zitat:
„Er spürte nicht einmal, wie sich seine Beine fortbewegten. Als würde der Scythe ihn an einer unsichtbaren Schnur zu sich ziehen. Seine Präsenz war äußerst imposant.“
(S.92)


Inhalt:
Die Menschen haben Wege gefunden, Krankheiten und Tod zu besiegen. Nun ist die Menschheit unsterblich. Und doch muss man der steigenden Bevölkerungszahl entgegenwirken. Noch gelingt es dem Thunderhead, einer künstlichen Intelligenz, in erstaunlicher Weise, die Bevölkerung mit allem Notwendigen zu versorgen. Es gibt keine Unterschiede mehr zwischen arm und reich. Auch die Scythe, deren Aufgabe es ist, der Bevölkerungsexplosion entgegenzuwirken, treffen ihre Entscheidung nach sorgfältiger Abwägung. Denn das, was sie tun, ist notwendig, es ist unabdinglich. Zielgerichtet werden Menschen nachgelesen, was in der Sprache der Scythe heißt – getötet.


Als Citra auf einen Scythe trifft, denkt sie, dass nun der Augenblick gekommen ist, der für sie vorgesehen wurde. Doch dieses Aufeinandertreffen entwickelt sich anders, als geahnt. Auch als Rowan Zeuge einer Nachlese wird, ändert sich sein Leben ab diesem Augenblick. Denn sowohl Citra als auch Rowan werden nun zu etwas ausgebildet, was sie nie sein wollten – Scythe. Und plötzlich befinden sich beide in einem tödlichen Spiel, aus dem es kein Entrinnen gibt.


Meinung:
Spätestens seit seiner „Vollendet“-Reihe weiß man, dass Neal Shusterman ein erstaunliches Geschick dafür besitzt, Geschichten zu entwerfen, die einerseits schocken und andererseits sehr real wirken können. Allein deshalb war ich nun auch auf seine neue „Scythe“-Reihe sehr gespannt. Nun, da das Buch bei mir eingezogen war, begann ich sodann auch gleich zu lesen. 


Und so spürte ich bereits auf den ersten Seiten, dass Neal Shusterman hier wieder etwas ganz Außergewöhnliches geschrieben hat. Ich machte mich mit Citra bekannt, deren Leben man als durchaus normal bezeichnen kann und verfolgte so die ersten Handlungsstränge. Auch Rowan kam unwesentlich später ins Spielfeld, dessen Leben er selbst als Salatblatt bezeichnet. Denn aufgrund der Vielzahl an Geschwistern erhält er selten die Aufmerksamkeit seiner Eltern. Doch ihn verbindet eine tiefe Freundschaft zu Tyger, der sich in einer ähnlichen Situation befindet. Und doch kreuzen sich bald die Lebenswege von Citra und Rowan; auch wenn nicht abzusehen war, in welcher Form.


Wieder einmal brilliert Neal Shusterman mit einer Idee, die fasziniert und dabei nicht weit von einer möglichen Realität – in einer zukünftigen Entwicklung – zu sein scheint. Auf der einen Seite hat die Menschheit die Unsterblichkeit erreicht. Und doch besteht die dringende Notwendigkeit, einen Bevölkerungsboom einzuschränken. Denn natürlich werden nach wie vor Kinder geboren. Aber aufgrund fehlender Tode wächst die Bevölkerungszahl zusehends. Und hier kommen die Scythe ins Spiel.


Auch wenn es keine Regierungen oder ähnliches mehr gibt, verläuft das Zusammenleben besser denn je. Eine künstliche Intelligenz, der Thunderhead, wacht über das Wohl der Menschen. Er koordiniert die Versorgung und regelt das Sozialleben besser als vormals jeder Politiker. Eine strikte Trennung gibt es lediglich zum Scythetum, das eigenen selbst auferlegten Regeln untersteht. Hier hat der Thunderhead keinerlei Eingriffsmöglichkeiten. Denn nur so können die Scythe ihrer Aufgabe nachkommen. Sie müssen dafür sorgen, dass trotz Unsterblichkeit Menschen ihr Leben lassen. Mehr oder weniger sorgfältig ausgewählt beenden sie den Lebensweg mit unterschiedlichen Mitteln. Und doch werden die den Scythe auferlegten Regeln mitunter unterschiedlich ausgelegt, so dass es auch im Scythetum unterschiedliche Tendenzen und Ränkespiele gibt. Für Citra und Rowan ungeplant sind sie plötzlich doch Teil dieser Parallelgesellschaft. 


Erzählt in dritter Person in Vergangenheitsform erlebte ich das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven. Zwischendurch wurden mir von Neal Shusterman Tagebucheinträge verschiedener Scythe serviert, die unterschiedliche Interpretationen der bestehenden Regeln nahezu unterstrichen und darüber hinaus für ein noch besseres Verständnis mancher Handlungen sorgten. Gewohnt sicher und klar geleitete mich der Autor mit seinem flüssigen Schreibstil durch die Handlung. Auch wenn sich ab und an kleinere Längen anbahnten, verlor ich doch nie das Interesse an den zu erwartenden Handlungen. Und so gelang es Neal Shusterman wieder einmal, mich an seine Geschichte zu fesseln und neugierig den weiteren Entwicklungen entgegenzusehen. Gut gesetzte Spannungspunkte und durchaus überraschende Entwicklungen führten dazu, mich an die Geschichte zu binden und dem Fortgang entgegenzufiebern.


Und so schritt ich unaufhaltsam voran und befand mich plötzlich mitten im Showdown. Auch hier konnte Neal Shusterman nochmals eine Wendung einbauen, die so nicht zu erwarten gewesen war. Sodann lässt er seine Geschichte absolut befriedigend ausklingen, wobei er mich nun neugierig auf die Geschehnisse in der Fortsetzung zurücklässt.


Urteil:
„Scythe – Die Hüter des Todes“ basiert auf einer wiederum exzellenten Idee von Neal Shusterman und kann mit den enthaltenen Entwicklungen und überraschenden Wendungen überzeugen. Meine Lesestunden in einer absolut real wirkenden Zukunftsvision belohne ich deshalb mit knappen 5 Büchern.


Für alle, die dem Tod ins Auge blicken können, unaufhaltsame Entwicklungen akzeptieren und sich dabei kaum lösbaren Herausforderungen stellen.




Reihe:
1. Scythe – Die Hüter des Todes
2. Thunderhead (Arc of a Scythe – OT)






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